¶ Intro / Opening
🎵 Music
Urban Pops.
🎵 Music
Da hat er mir am Turmband, holt er eine Spule aus der Schublade. Ich spiele dir mal was vor, sagt er, und dann legt er ein Band ein und dann hört man einen Musiker und Hallgeräusche und alles Mögliche. Ich sage es doch, Hendrix, ja, ja.
🎵 Music
Steve Winwood und seine Musik, das ist heute nochmal das Thema bei. So, wir sprechen wieder über Steve Winwood und seine Bandprojekte und seine Solomusik. In diesem zweiten Teil, es gibt einen ersten Teil über Steve Winwood und die Spencer Davis Group, zum Beispiel, über Blindface.
traffic.
¶ Traffic Kehrt Zurück: John Barleycorn
Da setzen wir wieder an, denn diese Band ist quasi noch nicht zu Ende.
🎵 Music
Wir befinden uns im Jahr 1969, kann man sagen, denn Blind Faith, die Band mit Eric Clapton und Ginger Baker von Steve Winwood, die war gerade, ja man kann sagen, auseinandergebrochen, oder?
Ja, also Clapton hatte die Band verlassen und Wynwood wusste nun nicht, was er machen sollte, und er begann ein Soloalbum aufzunehmen, das sollte Mad Shadows heißen, aber während dieser Arbeit wohnte er auch wieder in seinem Cottage, wo ja seine alte Bandkollegen auch noch waren. Und so kamen also die drei wieder zusammen, Jim Capoldi, Chris Wood und Steve.
Und das so geplante Soloalbum wurde das nächste Traffic-Album. Also, ich erinnere mich, im Januar 70 traf ich mich mit Chris Wood in der Kneipe in The George in Wallingford und er sagte so ganz nebenbei, ich glaube, wir kommen wieder zusammen.
🎵 Music
Also denn das war ja und der hat ihn sehr belastet, auch er hat ja auch nicht wenig zu tun. Dann hat er angedeutet, dass das wieder eine Reunion gibt.
Und das ist dann Songmaterial, das Steve mitgebracht hatte, oder war das neu entwickeltes Song?
Das war teilweise von Steve mitgebracht. Ein Titel, den er zum Beispiel schon ganz alleine aufgenommen hatte. Aber der Rest wurde gemeinsam entwickelt. Ja, alles in dieser Zeit.
🎵 Music
Aber dann wurde das entwickelt, erschien dann im Juli 1970 und das war schon ein absolutes Highlight. Also das betrachten viele als das beste Traffic-Album oder das zweitbeste.
Rangfolgen sind immer.
Must Die. Auch ein ungewöhnlicher Titel, finde ich.
Yeah, it's an alter Volksong. Ein Song über die Ernte, über die Jahreszeiten. Und das muss sterben, weil es ja geerntet wird. Dann wird es abgehackt, dann wird es gesammelt, wird wiederverarbeitet und wieder neu gesät und entsteht wieder zu neuer Frucht. Also es ist ein historischer.
🎵 Music
Also davon abgesehen ist dieses Album, also diese Vogtwurzel, hast du ja gerade schon benannt, ich finde, man hört dieses Album sehr gerne, weil das unglaublich reich ist. Man hat das Gefühl, man bei so einer Jam-Session dabei. Die steigern sich da rein, das ist wie ein Rausch. wo sie quasi die Einflüsse zusammenfügen. Es gibt Bläser, es gibt eine Orgel, das ist eben ein bisschen folkig, es hat aber auch Jazzanleihen, die sind wirklich grenzenlos dabei.
Ja, das fängt gleich an mit einem Instrumentalstück, Glad heißt das, das im Fünfvierteltakte ist.
🎵 Music
Und, oh Gott, das ist ja kompliziert. Aber es fließt trotzdem dahin, geht dann über in einen zweiten Song, der gesungen wird, Freedom Rider, der auch so eine absolute Weite, irgendwie ein Freiheitsreiter, in der Tat, auch musikalisch.
🎵 Music
Diese Version des Fox-Songs. Mit interessanten Varianten und Instrumenten, auch wieder tollen solistischen Beiträgen, auch von Steve an der Orgel. Also ein musikalisch rundum befriedigendes, tolles Album, das immer noch beeindruckt.
🎵 Music
¶ Winwoods Sessions Und Amerikastart
Genau, und hast du dich damals gewundert, dass Traffic wieder zusammen war? Also jetzt hast du ja den Kontakt zu Chris Wood gehabt.
Ja, ich habe mich natürlich extrem gefreut, weil das war irgendwie waren Leute, die ich kannte, außerdem, die ich verehrte, die ich toll fand. Und ja, dass das so schnell ging, ich meine, die zeitlichen Abläufe sind ja unheimlich eng. Was da alles passierte, 69, Blindface, Traffic, dann kommen sie wieder zusammen, machen gleich ein neues Album, das im Juli erscheint. Ey, heutzutage.
🎵 Music
Nicht unerwähnt lassen wollen wir, dass Steve Winwood ja deswegen nicht nur rumgelegen hat. Der hat auf ganz viele Sessions mitgespielt, auf Platten, wo man da, das ahnt man gar nicht, dass da Steve Winwood drauf ist.
Ja, also extrem viele Platten. Muddy Waters, Leon Russell, Lou Reed, George Harrisons, All Things Must Pass. Da sind sie alle, sind mehrere drauf. Dave Mason ist drauf, Steve Winwood ist drauf, Chris Wood ist drauf und dann gibt es Jimi Hendrix, Electric Ladyland. Da sind Traffic drauf, also Steve und Chris sind da zu hören auf einer der langen Nummern.
🎵 Music
sie zu hören und da muss es wohl lange Sessions in New York gegeben haben für dieses Album. Im 271 habe ich Chris Wood besucht in seiner Wohnung in London und da hat er mir am Turmband holte eine Spule aus der Schublade. Ich Spiel dir mal was vor, sagt er, und dann legt er ein Band ein.
Und dann hört man einen Musiker und Heilgeräusche und alles Mögliche. Ich sage es doch Hendrix. Ja, ja. Und es war also Hendrix, Wynwood und Chris Wood. Noch andere Aufnahmen, die, die eben bei dieser Session entstanden waren. Also
Ja, da war Hendrix leider schon verstorben, 71, aber da sind sie drauf, aufgenommen, achtundsechzig, neunundsechzig. Und wie gesagt, gefragte Musiker und Musik war alles, wo es ihnen eigentlich drum ging. Und Gott sei Dank hat Steve immer es geschafft, fand ich, das finde ich sehr bewundernswert, sich von diesem ganzen drumherum, auch vom Lebensstil der anderen Leute, die auch zu viele Drogen nahmen, zu viel tranken.
Loszulösen und nicht so beeinflusst gewesen sein davon, sonst hätte man, glaube ich, nicht so kreativ sein können. Auch seine Stimme war ja immer stark.
🎵 Music
¶ Traffic Live Und Low Spark
Seine Stimme ist immer sofort erkennbar, das finde ich auch. Diese Band hat sofort wieder Erfolg in den USA. Es gibt ein Live-Album, das erscheint. Sie haben eine lange Tour, ich möchte fast sagen, an der Backe, aber sie haben es wahrscheinlich auch sehr gerne gemacht. Sie sind sehr umtriebig dabei. Und ein Jahr später kommt auch schon das nächste Album raus.
Ja, sie haben dann, genau, sie haben dann die Band noch erweitert, weil live war es dann doch, glaube ich, zu stressig, immer nur als Trio zu spielen. Und Jim Gordon, der Schlagzeuger der für George Harrisons All Things Must Pass, für Eric Clapton, Derek and the Dominoes und andere gespielt hatte. Der wurde Schlagzeuger und Rick Gretsch, der von Blind Faith, wurde, Bassist. Das war das erweiterte Traffic, die zusammen ein tolles Live-Album aufnahmen, Welcome to the Canteen.
das nicht unter dem Namen erscheinen durfte von Traffic, weil da gab es Streit mit der amerikanischen Plattenfirma. Deswegen ist da äh stehen da nur die einzelnen Namen der Künstler drauf. Es gab nämlich noch ein neues weiteres Mitglied, einen Perkussionisten. Rebob Kwakubar, ein Mann aus Ghana, der ein sehr, sehr beliebter Percussion-Spieler war, später dann auch Mitglied von Cannes.
und von vielen deutschen Bands. Und dir wurde auch Mitglied. Und dieses Live-Album Welcome to the Canteen ist so eine Art Geheimtipp. Da sind zwei fantastische Live-Versionen von Dear Mr. Fantasy drauf. Und Gimme Sam Lovin wurde sogar ein kleiner Hit. In allen Discos und Clubs wurde dieses gespielt, weil es einen unendlichen Groove hat. Also das ist ein perkussiver Groove und darüber dann die Orgel und die Stimme von Steve. Sehr zu empfehlen. Welcome to the canteen.
Hinweise will ich nochmal eben drauf, wir haben ja diese. Anspieltipps auch der verschiedenen Alben gibt. Hat Peter ja notiert, die liegen wir in die Shownotes. Wissen aber auch da.
🎵 Music
Diese Besetzung nahm dann im Jahr 71 auch noch ein wirklich denkwürdiges Album auf, The Low Spark of High Heeled Boy.
Genau, das ist das andere Spitzenalbum von Traffic, Anfang der 70er Jahre, muss man sagen. Auch das lässt überhaupt nicht nach. In dieser Art Spielfreude. Das ist ganz wunderbar. Steve Winwood hat das immer selbst als sein Lieblingswerk von Traffic bezeichnet. Es kam vor allem in den USA gut an, habe ich.
gelesen. Ja genau, also auch das das Titelstück ist ja so so eine jazzige, coole, gruvige Melodie. Und dazu ein verfremdetes Saxophon. Das war wieder eine tolle neue Mischung von Jazz und anderen Einflüssen, die mit Rockmusik eigentlich wenig zu tun hatten. Auch mit dem, was früher angesagt war als Progrock oder so, was andere Bands machen.
🎵 Music
Nein, das war wirklich was einzigartig.
Ich finde auch bei Traffic ist total auffällig, dass die nicht so klingen wie. Und das entwickelt sich ja auch in diesen Jahren. Also sagen wir von 68, 69 bis 1971 total. Sie klingen nicht so wie. Diese 60er-Jahre-Bands. Ich weiß nicht, ob die Aufnahmetechniken auch anders waren, aber sie klingen auch nicht wie Pink Floyd auf ihrem ersten Album oder so. Sie waren schon einen Schritt weiter.
Aber Sie haben schon, genau, Sie haben aber ich sehe manchmal bei Pink Floyd Tendenzen, die irgendwie mir beeinflusst scheinen von Traffics weitaus ladenden Instrumentalpassagen, die aber bei Pink Floyd dann ruhiger sind, nicht so virtuos gespielt. Sondern eher nur so klare Melodien sind. Bei Traffic ist das dann auch Aber Verwandtschaft sehe ich da schon.
🎵 Music
Und dieses Album ist also immer noch ein Klassiker, auch besonders erkennbar, weil es ein eigentümliches Cover hat. Die Ecken oben links und oben rechts sind abgeschnitten. Das war schon sehr ungewöhnlich, deswegen fällt es einem immer wieder auf. Und wurde auch sehr, sehr erfolgreich, also auch besonders in Amerika, eines der erfolgreichsten Alben von Traffic überhaupt. Nun passierte aber folgendes, auf Tournee waren sie dann auch in Amerika und Steve wurde krank.
¶ Winwoods Krise Und Capaldis Solopfade
Er hatte immer wieder Probleme mit seinem Magen, man wusste nicht, was es ist, und irgendwann wurde er nach Haus geschickt, weil es wurde immer schlimmer. Und es war eine Bauchfellentzündung, die sich dann auch äußerte mit einem Blinddarndurchbruch. Also da war es wohl offensichtlich sehr, sehr knapp. Der wurde Gott sei Dank noch gerade entdeckt, er kam noch ins Krankenhaus und wurde gerettet. Aber das war schon eine einschneidende Erfahrung für Steve, der nun auch merkte, er
Dieser Lebensstil, immer auf Tour, immer im Studio, immer mit Freunden, ist auch sehr anstrengend und sehr ungesund. Also
Ich bin der Meinung, dass Muff Wynwood dazu als sein älterer Bruder gesagt hat, der sei ja eben auch so wahnsinnig abgemagert. Er war ja eben ein schlanker Mann, aber er war eben auch ausgezehrt. und hatte da quasi keine Kräfte in Reserve und dieses Tourleben über Jahre, ja, das hat ihm offenbar auch sehr zugesetzt. Also er war wirklich, wirklich am Boden, muss man sagen, körperlich.
Und vielleicht hat er han haben ihn noch interne Probleme in der Band und so weiter mit anderen Musikern. mehr Gestresst als er zugeben wollte. Das war sicher auch keine einfache Erfahrung. Im Nachgang mit mit Blind Faith. Dann wieder die neue Band aufmachen, dann wieder auf Tournee und so weiter.
Na, jedenfalls müssen sie deswegen auch eine kleine Pause machen. Die nutzt es Jim Capoldi, der auch ein sehr, sehr guter Sänger ist. Das ist eben seine Rolle nicht nur als Schlagzeuger, sondern auch als Sänger. Of die zweiten Stimmen oder auch Leadstimmen singt bei Traffic. Der nahm ein Soloalbum auf und das heißt Oh, How We Danced und das nahm er.
Und das ist nur ein ganz wichtiger wichtiges Indiz. Er nahm es in Muscle Scholes auf, in Alabama. Muscle Scholz, das ist das Studio, wo viele Soul-Klassiker, Aretha Franklin, Stacks Records und andere Sachen aufgenommen worden sind, mit den Musikern, die, die in den in den Studios zu Hause waren, die eine unglaublich tighten Funky Rhythmus kreieren können. Und deswegen ist dieses Soloalbum auch so toll. Eve ist zum Beispiel ein großartiger.
🎵 Music
Ja, ein Album, das auch einigermaßen erfolgreich wurde. Insgesamt, das muss man mal sagen, hat Tim Capaldi elf Soloalben aufgenommen, bis zu seinem Tod im Jahr 2005. sogar einen Hit gehabt, Love Hurts, der alte Everly Brothers-Klassiker. Also er war immer aktiv.
🎵 Music
Und er singt auch sehr schön, finde ich. Also seine Stimme hat eine ganz eigene Farbe. Ich finde, ich war an Jim Crowcey erinnert. Er hätte auch ein größerer Star werden können.
Filipe.
Auf jeden Fall ist er immer die ganze Zeit auch über einer der, na sagen wir mal, diese Achse, Steve Winwood, Jim Capolli, das ist ganz wichtig, glaube ich. Das ist das tragende Konzept. Also Chris Woods sich ja auch, aber die beiden sind schon die beiden beständigen.
Genau, weil sie zu zusammen auch viele Stücke geschrieben haben. Capaldi oft als Texter, weil Steve Winwood nicht ein sehr, sehr begabter Texter war. Die Worte stammten meistens von Capaldi, also Winwood Capaldi, das ist das. Das Duo, das ist die Partnerschaft, eindeutig. Wobei Wood auch immer wichtig war. Später hat Winwood gesagt, das war der Spiritual Leader, der auch eben andere musikalische Einflüsse eingebracht hat.
¶ Späte Traffic-Alben Und Live-Erfolge
In der Anfangszeit. Ja, jedenfalls ist diese Verbindung zu Muscle Scholz wichtig, weil das nächste Traffic-Album, als dann Steve wieder einigermaßen gesund war, im Jahr 1972 und im 1973 erscheint es. Shootout at the Fantasy Factory zusammen mit diesen Musikern aufgenommen wurde. Da ging man aber nach Jamaika, nahm dort
🎵 Music
Und spielte mit diesen legendären Musikern aus Alabama, David Hood am Bass, Roger Hawkins am Schlagzeug. Und das ist rhythmisch sehr interessant. Das Album leidet aber an etwas schwächeren Songs. Dann doch kein Highlight. Rausragend finde ich, sometimes I feel so uninspired.
🎵 Music
Ein Song, der vielleicht auch die Wahrheit sagt, aber so inspiriert klingt.
Ja, finde ich auch. Ich finde auch, das ist das Highlight dieses Albums. Mich haben diese Percussions erinnert an den Sound, den Santana damals gemacht hat. Das hatte ein bisschen was davon. Möglich hat man große Ohren womöglich gehabt. Das macht ja auch gar nichts.
Ich finde auch, das ist nicht ganz so stark dabei, aber es weist, finde ich, auch schon ein bisschen in die weitere Richtung. Es klingt ein bisschen wie später auch die Alben, also die 70er-Jahre-Aben von Steve Winwood. Also nicht ganz, aber es geht in diese Richtung ein bisschen.
Davor nahm sie dann 1973 noch ein Live-Album auf, auf Tournee in Deutschland. Übrigens, auch in Hamburg, in der Musikhalle. Das Konzert hat man natürlich, habe ich natürlich erlebt, wie viele Traffic-Fans und Das war also mit diesen Hood und Hawkins und als extra Keyboarder noch Barry Beckett. Das war auch ein Muscle-Sholes-Musiker, der später.
🎵 Music
Dieser Live-Tournee und da sind auch Highlights drauf. Zum Beispiel die Live-Version von The Low Spark of High Heeled Boys. 17 Minuten 35 Sekunden lang. Aber unbeherrlich.
🎵 Music
Extrem tollen Soli und besonders mit diesem Groove, den diese amerikanischen Südstaaten-Musiker kreiert haben. Also unbedingt zu empfehlen. War, sagen wir mal, kommerziell nicht so ein Riesenerfolg. Denn darunter litt Traffic dann doch immer mehr auch. Das es war ja keine so Musik, die nah war an Hits oder Erfolgen. Das fehlte bei ihnen ja immer, das wollten sie ja auch gar nicht. Aber das verhindert dann manchmal auch großen Massenerfolg.
🎵 Music
¶ Chris Woods Sucht Und Band-Niedergang
Trotzdem habe ich das Gefühl,
🎵 Music
Die Idee von Traffic auch tot, ist das nicht so?
Es kann sein, es liegt aber auch an den internen Problemen. Die Drogensucht von Chris Wood und sein Alkoholismus nahm immer mehr zu. Auf der Tournee 74, wo sie auch hier im CCH spielten, mussten viele Konzerte abgesagt werden oder Chriswood konnte nicht spielen, weil er einfach körperlich, physisch nicht fähig war.
Und das hat die Band auch kaputt gemacht, muss ich sagen. Da waren die amerikanischen Musiker nicht mehr dabei, sondern da spielten dann Jim Capaldi wieder Schlagzeug. Roscoe Ghee war ein weiterer Musiker, der dabei war als Bassist. Der auch später dann bei Cannes gespielt hat. Aber live war das dann schon einfach belastet, auch intern belastet.
🎵 Music
Wo auch nur ein Song wirklich herausragt. Die anderen sind sehr lang, die Stücke, aber auch nicht so künstlerisch-eckig.
🎵 Music
Einzig gute Song. Das war schon eine enttäuschende Platte When the Eagle Flies. Und das sagte schon ein bisschen, ja, man merkte, hier ist der Zauber raus.
🎵 Music
In der Tat, kurz danach am
¶ Steve Winwood Verlässt Traffic
Nee, hat Steve Winwood gesagt, ich will nicht mehr. Das ist jetzt zu viel für mich. Steve hat dann doch immer wieder plötzliche Entscheidungen getroffen, das mag ihn ihm schon vorher gekocht haben. Er war ja Krank gewesen, war gerade wieder auf dem Weg der Besserung, war aber körperlich noch nicht so fit, dass ihn das nicht belastete alles und wollte einfach jetzt mal da raus.
Genau, das beschreiben auch viele, die mit ihm zusammengearbeitet haben, dass er eben sehr still ist und wenig spricht und deswegen auch manche Entscheidungen für sein Umfeld überraschend kommen. Die auf dem Arbeit schon lange vorbereitet, er hatte lange darüber nachgedacht, vermutlich.
Aber er ist ein sehr, sehr stiller, sehr er überlegt immer bei jedem Satz, den er sagt. ungefähr, was will ich jetzt sagen und so. Also er ist sagen wir mal, er sprudelt nicht verbal, er sprudelt musikalisch, instrumental als grandioser Gitarrist und Organist.
Und der Zustand der Band und auch der Zustand von Chris Wood ist wunderbar beschrieben, wunderbar in Anführungsstrichen, tragisch beschrieben, von Jim Capoldi, der auf seinem dritten Soloalbum einen Song über Chris gemacht hat, Boy with a Problem.
🎵 Music
Hier, ich schreibe diesen Song für dich. Ich lieb dich immer noch, aber du musst endlich mit diesen Dingen, mit trinken, mit hier werden auch wirklich hier Injektionen mit Wehen, also es wird buchstäblich. handgreiflich klar, worum es hier geht. Dieser Mann soll von seiner Heroinsucht runter, sonst ist er bald tot und man wird ihn dann betrauern. Das sagt er eben im Jahr 4undsiebzig in diesem Song schon.
Und ja, auf dem Album, auf dem dieser Song drauf ist, ist übrigens auch ein Beitrag von Chris Wood an der Flöte beim wunderschönen Song Sea Guy.
🎵 Music
Shortcut Draw Blood heißt das Album. Aber es hat nicht geholfen. Also alle Appelle der Freunde. Steve hat später gesagt, Er hätte vielleicht mehr auch deutlichere Worte sagen müssen, aber du kommst an solche drogensüchtigen Leute nicht ran. Die haben immer Ausreden und sagen: Ja, ich hab's im Griff, nichts ist im Griff.
Und damals gab es auch noch nicht solche Sachen wie Narcotics Anonymous, also sowas wie anonyme Drogensüchtige, die Organisationen, die heute auch dafür sorgen, dass, dass Leute irgendwann da rauskommen und Im Endeffekt ist Chris Wood 1983 gestorben, jahrelange Drogensucht an Leberversagen, aber im Endeffekt auch an einer Lungenentzündung. Und ja, tragische Geschichte.
🎵 Music
Auf jeden Fall. Wahnsinnig tragisch und die hat natürlich auch dann Traffic belastet. Das Ende war 74. Das letzte Konzert hat im August stattgefunden.
In Reading, beim Reading Festival, genau, das war der letzte Auftritt nach der Amerika-Tournee, die dann abgekürzt wurde und so. Also das war dann das Ende der Band.
¶ Solokarrierebeginn Und Persönliche Krisen
Genau, und Steve zieht sich wieder zurück. Oder was heißt wieder? Ja.
Hat aber richtig mal, ne?
Eine Schaffarm, habe ich gelesen, hat er gekauft.
Er hat schon 1970 eine Farm in Gloucestershire gekauft. Wo es ja Schafe und alles Mögliche andere gibt. Also richtig als Landwirt, die Landwirtschaft hat dann ein Bauer von nebenan gemacht, aber das ist ein richtig echtes Landhaus mit großen, großen Feldern, Grundstücken und Ja, er liebte das Landleben und es war die Gegend, in der er auch aufgewachsen ist. Also Birmingham war die Stadt, aber das die ging drumherum. Gloucester ist nicht so weit weg. Bei Cheltenham ist das Ganze.
Er hat sich dann zurückgezogen, hat nur noch bei ganz vielen Kollegen auf Sessions gespielt, wurde immer wieder angefragt. Und da waren da Leute wie Bibi King, das war schon 71, aber danach später Sean Phillips, Eddie Harris, John Martin, Also es gibt eine riesige Liste von Platten, auf denen er als Gast gespielt hat, weil er eben als Musiker so einzigartig war und auch gefragt war.
Und er fügte sich offenbar ja auch gut dazu. Er ist ja jemand offenbar, der sehr beliebt ist und der auch also der nicht schwierig ist im Umgang. Man konnte ihn gut dabei haben, offenbar.
Also er ist eben kein aufdringlicher Typ. Er ist immer ein kreativer, guter Typ, nicht einer, der da als Star ankommt und dann irgendwie die große Nummer machen will. Nee, das ist er. Er ist sehr, sehr bescheiden. Es war aber eine Zeit, wo er nicht genau wusste, was soll ich jetzt eigentlich machen. Weil irgendwann ging das Geld auch aus und dann die Plattenfirma Island kam dann und sagte, du, Steve, du hast jetzt nicht mehr so viel Geld.
Du musst aber was machen. Irgendwas musst du tun. Und so kam er dann eigentlich auch drauf, das erste Soloalbum aufzunehmen. Dazu kommt auch noch, es war ja die Zeit auch von Punk-Musik. Also die Art von sensibler, kreativer, seelenvoller Musik, die Steve Wenwood machte, war absolut. Nicht modern, out of fashion.
Und er fühlte sich schon beeindruckt dadurch, nach dem Motto, was soll ich denn jetzt machen? Man wusste ja nicht, ob jetzt die Popmusik ewig wie Punk klingen würde. Also das ahnte ja keiner. Da schien er doch sehr unsicher zu sein und sehr zweifel.
🎵 Music
Aber das dauerte ja ein bisschen. Also bis 1977 macht er ein App und das heißt dann, also wie er selbst, die Würnwurt eben, habt die Platte sogar dabei. Da ist sie, aber so stark ist sie ehrlich gesagt.
Ist sie nicht.
Muss man fairerweise sagen, oder?
My time is running out.
🎵 Music
Midland Maniac. Der Maniac aus den Midlands mit vielen Tempi-Wechseln. Beeindruckend sind diese vielen kunstvollen Kniffe im Arrangement. Harmoniewechsel. Also man merkt, der fummelt rum. Der pr der zieht Einflüsse aus verschiedenen klassischen Elementen auch, das hört man nicht.
🎵 Music
Sachen, schöner Harmoniewechsel, aber trotzdem nicht ein Riesenerfolg, sondern eher ein kleiner Erfolg, nur was eigentlich enttäuschend war für ein erstes großes. Soloalbum von Steve Winwood.
Auch, glaube ich, danach sehr geknickt. Also, er muss sehr verunsichert gewesen sein. Er wusste, glaube ich, nicht genau, was er machen sollte, denn bestimmte Songs hatte er ganz alleine eingespielt. Also, wenn ich das richtig sehe, war das zum Beispiel Midland Maniac. Was er, wo er alle Instrumente selbst aufgenommen hat, das hat er später ja öfter gemacht, aber das ist verunsichert natürlich doppelt, wenn niemand da ist, der sagt, das ist schon gut, so mach das mal oder so.
Und dazu kommen auch noch Eheprobleme. Er hatte eine amerikanische Sängerin geheiratet, Nicole, eine Freundin von Chris Woods Frau Jeanette Jacobs, die sagt, man eigentlich Chris auf die Drogen gebracht hatte. Also in dem Umfeld war auch Steves Ehefrau. tätig, die also wenig mit ihm zusammenlebte und das war also bis in die achtziger Reihen ein großes Problem, unter das unter der dem er sehr litt
¶ Arc Of A Diver: Solodurchbruch
Aber irgendwann machte er dann einen Schnitt und hatte Mut zu etwas ganz Neuem. Und das ist dann das nächste Album. erschienen.
arc of a diver
🎵 Music
Und erstmal
Hatte er einen neuen Partner? Er merkte, ich brauche auch jemanden, der mir die Texte schreibt. Und Jim Capole, die war nicht mehr verfügbar oder sie verstanden sich nicht mehr gut, ich weiß es nicht. Das gab einen amerikanischen Texter, Will Jennings heißt er, der schon riesige Hits, erfolgreiche Hits auch geschrieben hatte mit amerikanischen Country-Sängern, Soul-Sängern.
Ein Mann aus den Südstaaten, der aber wirklich sehr, sehr viel eingebracht hat und Steve nun zu Texten, sehr, sehr glaubwürdigen, schönen Texten verholfen hat. Und das hört man auf diesem Album gleich schon. Die erste Nummer, While You See Athletic?
🎵 Music
Sie ergreifen und so weiter. Also ein richtig schöner Text, der von Steve wunderbar musikalisch bebildert worden ist. Also das ist so schön mit tollen Synthisoli, mit Harmoniewechseln. Und man merkt, hier ist auch was Neues. Er spielt nämlich nur Synthesizer, hauptsächlich auch Keyboards, andere Keyboards, aber Synthesizer. Der Unterschied zu späteren Synthesizer-Alben ist, er hat es nicht quantisiert.
Also bei bei vielen dieser Sinti Alben später in den Achtzigern merkt man, die sind am Computer, drückst du auf den Knopf, dann werden die Takte genau dumm dun dumm dun dun, mechanisch, technisch werden die gleichgeschaltet. Das ist hier bei Stevie nicht. Hier is der Synthesizer, wird gespielt. Das Schlagzeug hat er zum Beispiel alles selbst gespielt. Dadurch hat es Schwingungen, Tempi-Wechsel, Tempi-Schwankungen.
Und dazu eben die Synthie gespielt, die aber so originell gespielt sind, so warm, so musikalisch, wie man Synthesizer sonst überhaupt nicht hört.
Genau, ich finde, es fällt total auf, dass es ein warmer Klang ist, obwohl man eben immer sagen würde, wenn das Sinti-Musik ist, dann hat das eben was. Sehr künstliches oder was klirrendes oder kühles oder so. Das ist bei ihm überhaupt nicht der Fall. Und trotzdem, auch while You See a Chance, ist ja ein relativ komplexer Song. Also als relativ
Also das ist ja, und trotzdem geht er unheimlich ins Ohr und das ist wirklich die große Kunst. Und man hat das Gefühl, es ist zu der Zeit unheimlich häutig. Er bleibt total auf der Höhe der Zeit, oder?
Es klingt absolut modern, trotzdem hat es voll die alte Seele. Und auch Harmonien, die zum Beispiel auch aus Kirchenliedern kommen, das höre ich ganz, ganz deutlich da. Oder hier spanische Einflüsse, Spanish Dancer.
🎵 Music
Die wie Gitarren klingen sollen, auch wie Gitarren gespielt sind. Das mag befremdlich klingen für jemanden, der selbst wunderbar Gitarre spielt, wie Steve Inwood, aber der kann das. Oder Night Train. Da hat er nun ein geniales Gitarrensolo draufgelegt, zu einem Song, der wie der Nachtzug. Unglaublich Ratter.
🎵 Music
Absolut beeindruckendes Album, das mich damals also schwer begeistert hat.
Und das ist auch ein Hit, auch in den USA. Es kommt in die Top Ten. Also damit hat er quasi nochmal.
¶ Weitere Soloalben Und Spätere Hits
Und ich will das nochmal sagen. Wir haben das, glaube ich, ich weiß gar nicht, bei wem wir schon mal drüber gesprochen haben. Es ist wirklich überhaupt nicht selbstverständlich, dass ein Künstler, der in den 60er Jahren erfolgreich war, auch bis in die 70er oder die 80er Jahre so eine große Nummer ist.
Ja, das ist nicht selbstverständlich, aber du musst bedenken, Steve war so jung. Er ist ja immer noch nicht mal 40 hier, glaube ich. Er war, als er Arcof a Driver gemacht hat, 32. Ist ja nicht so alt.
Das ist sehr jung insgesamt. Du hast vollkommen recht. Aber er lässt sich eben auch auf diese neuen Sachen ein und überzeugt ja offenbar auch seine Plattenfirma. Die hätten ja auch sagen können: ach weißt du was, mach das doch mal wie früher.
This was very wise from the Plattenfirma, who has studied. And in the same style, the next album, Talking Back to
🎵 Music
Wird der Titelsong später sehr erfolgreich und es gibt eine fantastische Ballade drauf: There's a River, eine Gospel-Ballade mit Synthesizer drunter gelegt.
🎵 Music
Aber es klingt wieder unheimlich natürlich, obwohl es diesmal auch mit Lindrums, mit elektronischen Drums eingespielt worden ist. Nicht so erfolgreich wie der Vorgänger. Also wieder ein wenig Unsicherheit bei Steve, weil das musikalisch sehr befriedigend war, aber ein Song drauf ist, der später ein Riesenhilfe ist.
🎵 Music
Das ist auf diesem Art.
Aber das dieser Valerie und auch Talking Back to the Night eben in einer Remix-Version werden beide zu einem Hit, wenn ich das richtig sehe.
Genau. Am Anfang war es auch schon die Single, dann hitt später nochmal. Auf dem Album Chronicles waren die Remixe drauf. Das war dann im Jahr sechs.
Darüber reden wir dann in der nächsten Folge. Vielen Dank für Ihre Zuckzeit.
🎵 Music
Stellt euch vor, ihr seid Sänger oder Sängerin und habt den größten Auftritt eures Lebens vor euch. Fast 200 Millionen Menschen schauen euch im Fernsehen zu, einige tausend stehen vor der Bühne in einer großen Arena. Und dann reißt euch ein Knopf von der Hose ab. Und ihr wisst nicht, hält die Hose euren Auftritt lang oder rutscht sie?
Stelle ich mir ziemlich stressig vor. Und genau das ist dem deutschen ESC-Teilnehmer Isaac vergangenes Jahr passiert. Also beim Eurovision Song Contest, der größten Musikshow der Welt. Was dann für einen Stress Backstage aufkommt, wie man als Sänger trotzdem die Ruhe behält und wie man beim ESC richtig viele Punkte absahnt, darum geht es im Podcast: Wie gewinnt man den ESC?
Das perfekte Warm-up für den Song Contest, der ja in wenigen Tagen wieder losgeht. Ab sofort. In der ARD, Audiothek und überall sonst, wo es Podcasts gibt. Den Link dahin findet ihr in den Shownotes.
