¶ Intro / Opening
Und ich glaube, hätte er... Er liebt, erleben können, wie seine Musik auf die Leute wirkt. Er wäre sehr, sehr glücklich, glaube ich.
¶ Nick Drake: Tragik und Talent
Diese zauberhafte Musik ist das Thema heute bei Urban Pop Musik von Nick Drake. Ja, eine einzigartige Gestalt, die ein bisschen übersehen wurde von der Musikgeschichte und wir rücken das heute mal ein bisschen ins Licht, was er alles gemacht hat. Herzlich willkommen bei Urban Pop, Peter Orban. Hi Oke. Nick Drake. Das ist eine Figur, die fast einzigartig ist. Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre. Ein großes, großes Talent. Total unerfolgreich. Eine Geschichte, die...
So traurig ist es eigentlich. Und das zu dieser schönen Musik, wie kann das eigentlich sein? Unglaublich, dass so ein unfassbar großes Talent, ein so hervorragender Sänger, ein brillanter Gitarrenspieler, jemand, der einfach rundherum klasse war. Nur er war eben eine sehr schüchterne, sehr verängstigte Persönlichkeit, sehr, sehr still und nicht nach außen gehend. Er trat auch nicht gerne auf.
Das sind vielleicht die Gründe, warum er nicht Erfolg gehabt hat, aber es ist tragisch, wirklich. In einer Zeit, wo also die ganzen großen Singer-Songwriter entstanden sind, Joni Mitchell, die ganzen Neil Youngs und alle möglichen. Mein Gott, er hätte genau in dieser Reihe stehen können. Famous but a fruit tree So very unsound It can never flourish Till its stalk is in the ground Some men of fame Can never find a way Until time has flown Far from their dying day
Forgotten while we had remembered for a while. A much-updated run from a much-outdated style. Wir erzählen heute ein bisschen mehr davon. Ich habe eine CD, ich glaube Anfang der 90er, mit einem Secondhand-Laden, ich glaube in London mal gekauft. Du kennst den aber schon viel länger. Ich habe damals noch nie von diesem Mann gehört und war angerührt von dieser Lebensgeschichte.
begeistert wäre, könnte das nicht sein von dieser zauberhaften Musik. Aber du kennst ihn schon viel länger. Ja, aber ich habe ihn auch nicht sofort bemerkt. Ich war oft in London in der Zeit, wir sind derselbe Jahrgang, wir haben dieselben Platten gehört. Ich habe jetzt nachgelesen, er hat dieselben einflussreichen Platten. von Love, von Steve Miller, von den Birds und so weiter gehört. Das hat ihn beeinflusst.
Aber ich habe auch seinen Namen nur mal gesehen, im Melody Maker oder so, in der Folk-Rubrik, aber ich habe den Mann nie gesehen, nie gehört. Erst seine dritte Platte, Pink Moon, die wurde mir dann irgendwie vertraut, die habe ich dann gehört. Und das ist eigentlich schade. Es ist eigentlich traurig. Ich habe auch sogar in England gelebt damals. Trotzdem, das zeigt schon, wie wenig er auch in England aufgefallen ist. Der Name tauchte nicht auf. Er wurde nicht im Radio gespielt.
Er lief einfach nur so nebenbei und so ein wunderbares Talent, wenn man heute diese Musik hört, diese Songs, die sind wirklich einzigartig gut. Wir klären ein bisschen, wo er herkommt, aber vorher will ich kurz erwähnen, Pink Moon, den Titel hast du gerade schon genannt. Es gibt einen Song, der auch so heißt, der 1999 der Song für eine VW-Werbung war, eine Autowerbung. Und dadurch wurde auch Nick Drake einer ganz neuen Generation nochmal ein bisschen...
Das hat unglaublich viel bewirkt. Dadurch wurde das Album Pink Moon hunderttausende Male verkauft auf einmal. Auf einmal fragten alle, wer ist denn das? Was ist das für Musik? Davor war er nur aufgetaucht eigentlich in den Erwähnungen von anderen Künstlern, die sagten,
Nick Drake, wunderbares Talent, eine tragische Geschichte und haben auch hin und da Songs von ihm aufgenommen. Aber dann gab es Dokumentationen, auch Bücher über ihn. Aber der große Durchbruch war wirklich diese VW-Werbung. Unfassbar.
¶ Kindheit, Familie und musikalische Wurzeln
Nick Drake ist gar nicht in England geboren. Er ist Brite zwar, aber er ist in... Burma geboren, in Rangun, ganz genau. Sein Vater war da irgendwie beschäftigt, die Familie ist da hingezogen. Ja, er war Geschäftsführer einer Fabrik, einer Firma und die waren also die obere Mittelschicht, die lebten da sehr, sehr, sehr alt. Angenehm. Damals war ja auch das Teil der britischen Dominions. Also das gehörte ja zum großen britischen.
Königreich. Also im Prinzip eine Kolonialgeschichte kann man sagen. Dann sind sie aber schon, als Nick zwei waren, nach England zurückgezogen und der Vater wurde Geschäftsführer einer, ich glaube einer... Röhrenfabrik in den Midlands. Und sie zogen in einen kleinen Ort namens Tenworth in Aden, ungefähr 20 Kilometer südlich von Birmingham. Sehr, sehr idyllisches Dorf, schöne Kirche in ein wunderschönes Haus. Farlees heißt das. Also die Häuser haben ja dann ganz romantische Namen. Und ja...
Es ging ihm eigentlich der Familie sehr, sehr gut. Es war nicht nur der Vater, sondern natürlich die Mutter ganz, ganz wichtig. Molly Mary Drake, die Musikerin war auch eben, Piano spielte, die sang, die komponierte, die einen großen... Einfluss, das merkt man jetzt. Man hat nämlich jetzt Aufnahmen ausgegraben, die der Vater, er hat die Aufnahmen von der Mutter gemacht und hat die sogar auf Platte Und wenn man die jetzt anhört, dann merkt man einen großen Einfluss.
Die Sensibilität, das waren so Songs im Stil der 20er, 30er, Noel Coward, britische Music Hall Songs, aber auch sehr sentimental, sehr melancholisch. Wunderschön, diese Frau war sehr, sehr wichtig. Ich finde sogar, die Stimmfarbe ist ähnlich. Man hat das Gefühl, sie ist wie eine, sie klingt wie seine Schwester oder so.
Wobei die Schwester von Nick Drake, Gabrielle Drake, ist eine in Großbritannien sehr bekannte Schauspielerin und kümmert sich sehr um dieses Erbe. Also passt auch ein bisschen auf. dass da sozusagen was veröffentlicht wird und bemüht sich sehr, das Erbe hochzuhalten, möchte ich sagen. Sie ist vier Jahre älter, sehr, sehr schöne Frau und ist uns allen irgendwo mal aufgetaucht. Zum Beispiel Schirm, Scham und Melone, Simon Templer.
Oder die britischen Soaps, da hat sie überall mitgespielt, aber war auch sehr viel auf der Bühne. Also eine bekannte Persönlichkeit in England. Und ja, die Musik war extrem wichtig in der Familie. Eine solche Familie, die dauernd Klassik hörte. Bach, die brandenburgischen Konzerte waren sehr, sehr einflussreich für Nick Drake. Also man hörte Debussy, Ravel, man hörte aber auch Jazz, man hörte alles mögliche in dieser Familie.
Und bielte aktiv auch Musik. Nick lernte dann auch Piano, aber versuchte sich auch an anderen Instrumenten. Tells me all Gabriel Drake beschreibt die Familie als sehr glücklich. Die müssen sehr zusammengehalten haben. Sie haben sehr aufeinander aufgepasst. Sie waren sehr eng miteinander. Und insofern haben sich aber auch die Eltern dann später immer noch sehr um Nick bemüht. Dem ist dann psychisch nicht mehr so gut.
Aber damals machte er einen ziemlich glücklichen Eindruck. Man sieht Bilder. Er war auch auf der Schule nicht der beste Schüler, das kann man nicht sagen. Er ging dann auf eine Privatschule, das berühmte Marlborough College. War ein erfolgreicher Sportler, der schnellste Sprinter. Er hält, glaube ich, immer noch einen Rekord an der Schule. Er hatte extrem lange Beine, vielleicht deswegen der gute Sprinter und Weitspringer. Er war 1,90. Und Beschreibungen sagen, unglaublich gut aussehender Mann.
Feine Gesichtszüge. Eine spätere Freundin Linda Thompson, die Singer-Songwriterin, die mit ihm eine kurze Affäre hatte, sagte, der hätte so eine durchsichtige Haut gehabt, sehr zart, fast wie ein Mädchen und einen unglaublich schönen Körpergruß. großsouverän. Er hatte so ein bisschen die leise Arroganz der britischen Oberschicht.
Aber in der Schule hat er sich auch nicht so unbedingt um die Fächer gekümmert, hat dann wirklich die A-Levels, das ist so das Abitur, so nur knapp geschafft in vier Fächern. Also er war nicht der beste Schüler, weil er sich eben hauptsächlich mit Musik beschäftigt hat. Er hat Musik gehört, damals schon.
Sie sind als Schüler schon immer nach London gefahren und haben dort Bands gehört wie die Graham-Bond-Organisation. Das sind die Vorläufer auch, wo Jack Bruce gespielt hat und Ginger Baker. Oder er hat Blues-Bands gehört, andere Manfred Mann. hat er sehr, sehr, sehr oft gesehen und hat ihn sehr beeinflusst.
Einflüsse kamen dazu und man merkte schon, Musik war sehr wichtig. Er hatte auch eine Band in der Schule. Ich habe das noch gelesen. Die Band hatte einen tollen Bandnamen, die hieß nämlich The Perfumed Gardeners. Das finde ich sehr lustig.
¶ Gitarrenvirtuose mit einzigartigem Stil
Der Perfumed Garden war ein erotischer Text, sehr sexhaltiger Text. Ein Buch, deswegen, das hieß The Perfumed Garden. Und komisch, nach... Drake hat später John Peel. Seine Radioshow auf Radio London hieß auch The Perfumed Garden. Also das war aber keine Verbindung. Aber trotzdem, diese Band war wohl eine Band. Da spielte also Nick erst Klarinette. Aber irgendwann sang er dann auch.
Lustig ist ja die Geschichte, wer sich da beworben hat. Ja, lustig wurde aber abgelehnt. Auf dem College war nämlich auch Chris de Bourgh. Genau, der ja offenbar auch aus einer langen britischen Traditionsfamilie stammt, aus einer britischen Tradition.
Der wurde aber abgelehnt, weil er offenbar zu poppig war. Ja, der gefiel denen nicht. Weil die Jungs waren einfach so ein bisschen mehr experimentell, rau, so ein bisschen die Art, die die moderne Rockmusik dann später ausmachen sollte und weniger die Popvariation. Und ja, fuhren wie gesagt in den Marquis Club oder an Flamengo Club und sahen diese ganzen Bands und waren natürlich angetriggert. Trouble cure For a trouble
Also du hast schon beschrieben, Nick Welk machte Eindruck auf die Leute, weil er ein attraktiver Mann war, ein attraktiver junger Mann war, weil er Talent hatte. Aber er war, das habe ich auch aus dieser Dokumentation entnommen. Er war schon auch ein verschlossener Typ, oder? Ja, er redete nicht viel. Er war sehr still. Er war nicht sehr kommunikativ. Also später haben viele Freunde gesagt, man kam gar nicht so richtig nah an ihn ran, weil er sich auch nicht so...
äußern konnte. Man wusste auch nicht, hat er nun eine Freundin oder nicht. Er schien so, egal für welches Geschlecht, sehr attraktiv zu sein, aber trotzdem ... Es kam von ihm kein Ehrgeiz, jemanden kennenzulernen oder eine engere Beziehung zu beginnen. Das war ihm vollkommen fremd. Also auch Linda Thompson sagte später, wenn du ihn küsst, dann war das so, als wäre er gar nicht dabei. Ganz komisch. came early one morning in a sky so clear
ist Nick Drake an die Gitarre gekommen? Talent hat er offenbar, aber er hätte auch bei anderen Instrumenten, die er offenbar mehr verspielte, beklagen können. Er war ein sehr guter Pianist, Klarinettist, Saxophonist und so. Gitarre hat er aber noch nicht gespielt. Sein Zimmerkollege, der bekam eine Gitarre. und fing an zu spielen und die nahm dann Nick.
Und ehrlich gesagt, nach zwei Tagen war er viel besser als alle anderen, weil er ein absolutes Naturtalent offensichtlich war und hat in kurzer Zeit das Gitarresperlen gelernt, mit 16 erst, was wirklich spät ist. Und in kurzer Zeit hat er so geübt, hat sich dann eine eigene Gitarre gekauft für damals 13 Pfund. Die Eltern waren entsetzt. Das bedeutet damals 200 Pfund, also etwa 250 Euro heute. Oh, das ist viel Geld.
viel geld aber er kaufte sich die und er kaufte sich dann noch weitere gitarren lernte aber wirklich wie besessen gitarre spielen Please beware of them that stare, their lonely smile to see what time away. Once you've seen what day you've been to in the earth just won't seem worth a night. war beeinflusst auch von den Folk-Gitarristen, die es damals gab. Bert Jansch, John Renbone oder David Graham. Die haben diesen Fingerpicking-Style.
Nick Drake unendlich, immer wieder, immer wieder eisern, immer dieselben Riffs, immer dieselben Figuren. Und er experimentierte früh mit Tunings. Also er nahm Open Tunings, nennt man das. Er stimmt die Gitarre um. um andere Harmonieklänge zu erzeugen. Also seine ganz eigenen, Johnny Mitchell macht das ja auch immer, hat das immer gemacht. Und das hat er wirklich ausführlich gemacht, hat da seine eigenen Stimmungen gefunden. Und das machte...
später auch für andere schwierig, das nachzuspielen. Und er war ein Virtuose in kurzer Zeit. Das lag auch daran, das wurde später dann auch von seinen Kollegen beschrieben, die versuchten auf seiner Gitarre zu spielen und sagten, wir können kaum die Saiten drücken, weil er hatte sie sehr hoch gestellt und sehr hart angespannt. Er hatte extrem lange starke Finger. Wenn man Fotos sieht.
Solche Finger hat man noch nie gesehen. Also Wahnsinn. Steve Wander ist der Einzige, den ich gesehen habe, der so lange Finger hat. Und er hatte kräftige lange Finger und konnte also all diese Dinge greifen, was andere gar nicht konnten.
Das wird auch immer wieder beschrieben, auch bei den Aufnahmen, zu denen wir ja später noch kommen. Also auch von den Menschen, die im Studio mitgearbeitet haben, dass sie so beeindruckt waren, wie kräftig er spielt. Die Gitarre ist dann oft bei den Songs auch... weiter nach vorne gemischt. Also nicht nur ein reines Begleitinstrument, sondern wie eine zweite Stimme. Und es ist unheimlich prägnant, spielt er das ja. Das ist wirklich irre, wie stark er...
das Ding angeschlagen hat. Und wenn man das hört, man muss, man denkt immer, das sind zwei oder drei Gitarristen. Es ist unglaublich. Auf den unteren Seiten eine Art Bass und dann oben das Picking. Ein Wahnsinn, wirklich. Und auffällig ist auch bei seinen Songs, dass die immer von der Gitarre her komponiert wurden. Da wurde nicht eine Melodie von ihm geschrieben oder erdacht, sondern erstmal die Grundstruktur der Harmonien.
erst seine Melodie gebaut. Ein Indiz dafür ist auch, dass alle seine Songs oder fast alle seine Songs beginnen mit einem Gitarrenakkord, einem Gitarrenton. Und nach der Eins, also nach dem ersten Beat, kommt erst die Stimme. Die kommt also immer nach der Gitarre. Und daraus praktisch wie so eine Antwort ergibt sich dann das Gesamtbild des Songs.
So very unsung It can never flourish Till its stock is in the ground So men of fame Ja, jedenfalls, das hören wir in seiner großartigsten Ausprägung in diesen Songs, diese drei großen Platten, die er leider nur gemacht hat.
¶ College, Marokko und Rolling Stones
Wie gesagt, er ging von der Schule, bemühte sich dann um einen Studienplatz, wurde sogar in Cambridge angenommen, obwohl er kein so guter Schüler gewesen war. Aber von einem der, sagen wir mal... niedrigeren Colleges. Fitzwilliam heißt das. Nicht diese großen, bekannten, illustren Colleges. Und es sah auch ein bisschen schäbig, glaube ich, aus, sodass er später auch enttäuscht war. Aber das Studium sollte erst ein Jahr später beginnen. der Schule. Also was macht man dann?
Er ging aber ein Jahr nach Frankreich, nach Aix-en-Provence. Da gab es einen Studiengang, da konnte man dann französisch, also eine Art langen Ferienstudiengang, französisch und englisch Literatur. aber viel studiert hat er da auch nicht, sondern hat, wie gesagt, viel Gitarre gespielt, viel Dope geraucht und das Leben aber auch genossen. Straßenmusik gespielt da schon, das hat er dort auch gemacht. Und ein Höhepunkt bei diesem Aufenthalt in Frankreich, in Südfrankreich war ein Trip nach Marokko.
Da ist er mit seinem Freund nach Marokko gezogen und ich glaube zwei, drei Freunde, Paul Wheeler war auch dabei, späterer Freund auch aus Cambridge, die dann in Marrakesch waren und sie wussten, die Stones da sind, die Rolling Stones. Das war dieser große Urlaub Anfang 1968 mit Brian Jones und Mick Jagger und Keith und so weiter, Anita Pallenberg und so weiter. Und sie haben das Hotel rausgefunden, wo die Pimstones wohnten, war sicherlich das beste Hotel.
Und dann haben sie Folgendes gemacht. Die saßen im Restaurant und dann hat... Jemand gefragt, der Freund von Nick, ob denn Nick mal was spielen könnte für die, weil Nick selbst war zu schüchtern, um zu fragen. Und dann hat Nick Drake den Rolling Stones ein Konzert gegeben, die...
sagte nachher vollkommen zugeraucht waren oder irgendwelche Drogen genommen hatten, aber trotzdem aufmerksam waren. Mick Jagger hat gesagt, ey, sehr gut, sehr gut. Wir müssen uns in London mal treffen, wenn du wieder in England bist, sagte er. Dazu ist es, glaube ich, nie gekommen.
Aber das war eigentlich sein erster richtiger Auftritt. Aber das ist ja eine unglaubliche Geschichte. Ich habe ja gesagt, das ist filmreif geradezu, was dieser Mann für einen Weg gemacht hat. Und natürlich hätte das für jemand anders, der nicht so schüchtern gewesen wäre... Das wäre die offene Tür gewesen, durch die er hätte durchgehen müssen. Weil er auch so gut war. Das hätte dann jeder gesehen. Hey, den musst du unterstützen und so weiter.
Okay, aber dann geht er tatsächlich nach Cambridge und interessiert sich auch für Literatur. Also es passt ein bisschen in dieses Bild der, naja, obere Mittelklasse, Familie, behütet, gebildet. Das passt schon dazu, oder? Für Rambaud, Verlain und Baudelaire, aber eben auch für die britischen, für die englischen Romantiker, William Blake.
Das hat ihn sehr beeinflusst und das merkt man auch in seinen Texten, die ja wunderbar poetische, lyrische, großartige Texte sind. Manchmal etwas kryptisch, man weiß nicht, was soll das jetzt bedeuten, aber das ist ja... Auch das Große an Poesie. Man muss nicht immer wissen, man kann rausnehmen, kann Stimmung fühlen. Sehr viele Naturbilder, wie auch die romantischen Dichter eben benutzt haben, hat er auch in seinen Songs.
Through the people I have known Oh, if you would and you could Straighten my new mind's eye Das hat ihn stark beeinflusst. Und dann natürlich immer diese Mischung aus Musik, die er hörte. Das war eben Klassik, eben auch wirklich Ravel oder der englische Komponist Delius oder aber auch Beatles, Donovan. Paul Simon, aber auch sehr viel amerikanische, das war ja die Zeit der Hippies, Jefferson Airplane, Surrealistic Pillow, White Rabbit, diese Geschichte hat ihn sehr beeinflusst, Die Doors.
Bob Dylan auch und die Band fand er großartig. Randy Newman sogar schon die erste Platte. Also er war sehr informiert und rundum informiert. Das hat ihn alles beeinflusst. Und er hat dann auch in Cambridge Studiert hat er wirklich nicht viel, aber er hat zum Beispiel eine Aufführung seiner Songs gemacht. Es gibt in Chemisch immer einmal im Jahr einen großen Ball, den Mayball.
Aus welchem Grund wurde er eingeladen, weiß ich nicht. Er trat mit einem Streichorchester auf. Das wurde geleitet von einem gewissen Robert Kirby, der sollte später noch wichtig werden für ihn. Nick Drake war damals aber offenbar ein schüchterner Mann, aber kein Mensch, der von Depressionen...
Nein, nein. Die Depression kam, glaube ich, erst wirklich später. Der genaue Beginn ist nicht ganz festzustellen. Die Schwester und andere Quellen und Freunde sagen eher dann nach dem Misserfolg seiner ersten beiden Platten. dann setzte er es richtig ein. Also schon besonders nach dem ersten Album. Aber damals, es gibt ja auch Tonaufnahmen, wo er in seinem Studentenzimmer die Stücke übt, die später auf Platten aufgenommen werden.
großartiger Form, wo er Ideen hat für die Arrangements. Also er war da sehr aktiv. Er war immer noch schüchtern, aber er trat auf, nicht nur eben bei diesem offiziellen Anlass, sondern auch in Cafés, in Clubs. Folk war eine sehr beliebte Musikform, die eben in Clubs lebte. Und da trat er auf, sang seine Songs.
¶ Entdeckung durch Joe Boyd und 'Five Leaves Left'
Und das Ereignis, das ihn richtig bekannt machen sollte, in London war ein Benefizkonzert im Roundhouse, seinem berühmten Konzert-Venue, das früher eben ein Lockschuppen war. Und da hat er gespielt im Vorprogramm von Country Joe and the Fish. Die waren der Hauptakt, aber dieses Benefizkonzert erlaubte auch jüngeren Künstlern dort aufzutreten und er trat auf. Und der Bassist von Fairport Convention, einer damals...
schon angesagten Folkrockband. Ashley Hutchins, der sah ihn und war beeindruckt und hat ihm den Manager von Fairport Convention empfohlen, Joe... Und Joe Boyd, ein Amerikaner, der in London bei Electra Records gearbeitet hatte und dann aber seine eigene Firma aufgemacht hatte, Platten produzierte und verlegte.
der war immer erst auch erst 25. Also unglaublich. Und ja, und Nick war ja gerade mal 20. Genau, das ist im Prinzip eigentlich so ein Schlüsselerlebnis. Diese Connection, Joe Boyd, der Produzent. Und Nick Drake.
Der hoffnungsvolle Künstler, muss man sagen, oder? Ja, also die waren alle beeindruckt von ihm, von seiner Figur, von seinem Äußeren, aber auch von seinen musikalischen Fähigkeiten. Also Joe Boyd beobachtete ihn auch in einem Club, sah ihn und sagte, ich muss dich unbedingt unter Vertrag. nehmen. Wir müssen eine Platte machen. Also er dachte sich eigentlich, er könnte ihn aufnehmen, ein bisschen wie Leonard Cohens erstes Album.
der ja auch schon unheimlich viele Platten verkauft hat, ohne nun groß auf Tournee zu gehen und aufzutreten. Er dachte, er könnte auch sowas mit Nick Drake erreichen. Und dann eben einfach Gitarre, Stimme und ein bisschen dazu. Genau. Und das... Es fing nun an, die Aufnahmen begannen Ende 68, da lebte aber Nick immer noch in Cambridge. Wenn er in London war, wohnte er bei seiner Schwester, die in London eine Wohnung hatte und man nahm im Studio auf und der Joe Boyd hatte ja Leute.
wie Fairport Convention produziert. John und Beverly Martin. John Martin, sehr legendärer britischer Singer, Songwriter. Und die Incredible String Band. Eine wirklich wegweisende, ein wegweisendes Duo akustischer Musik. nicht richtig als Folkmusik bezeichnen, die hatte Joe Boyd zu großem Erfolg gebracht. Insofern hatte er schon Erfahrung. Jeder hoffte nun, dass das nun genauso passieren würde bei Nick Drake. And the brightly colored rings make her the princess of the sky.
Das erste Album wurde eingespielt und eigentlich Hauptinstrument natürlich die Gitarre. Es gab auch andere Musiker dazu und zwar natürlich Musiker, die in diesen Stil passten. Da war Richard Thompson von Fairport Convention dabei als Gitarrist. Danny Thompson, ganz wichtig, ein Bassist, der für Pentangle und viele Jazzkünstler gespielt hat, aber auch für Donovan und andere.
Und ein amerikanischer Pianist Paul Harris, der ganz feines Zeug spielte, der unter anderem auch für Stephen Stills später spielte und für Van Morrison. Remembered for a while A much updated ruin from a much outdated style Life is but a memory Happened long ago Theatre full of sadness For a long forgotten show Auf dieser ersten Platte, die heißt Five Leaves Left, 1969 kommt die raus, sind schon, ich möchte sagen...
totale Goldstücke drauf. Es sind einfach eine ganze Reihe von zauberhaften Liedern. Kompliziert, aber eingängig, wenn man sie hört. sehr geschmackvoll und diese Persönlichkeit, diese leicht melancholische Art, Dinge zu beschreiben, Das ist ganz wunderbar. Es ist ganz großartig. Und dann diese Arrangement-Idee, die also auch von Nick stammte, mit einem Streichquartett zu spielen.
Was ja für Popmusik oder auch Folkmusik nicht unbedingt selbstverständlich war. Aber er nahm sich als Vorbild eben auch die arrangierten Aufnahmen und Alben von den Beatles. Pat Sounds beeinflusste ihn sehr. Donovans Platten. Fifth Dimension sogar, also amerikanische Band Tim Buckley oder solche Leute, die hatten auch immer Streicher dabei und diese Streicher wurden arrangiert erst von einem ganz normalen...
britischen Arrangeur und da habe ich mir mal eine dieser alten Aufnahmen, die sind jetzt wieder veröffentlicht worden, angehört. Das war wirklich sehr, sehr poppig und sehr, sehr seicht. Das gefiel Nick nicht. Nick, obwohl er sehr schüchtern war, hat da schon gesagt, nein, das möchte ich nicht. Ich möchte jemand anders und hat seinen alten Studienfreund.
Robert Kirby gefragt, mit dem er aufgetreten war damals und der war 23. Keine Erfahrung und Joe Boyd als Produzent war schon ein bisschen zögerlich. Kann man so jemandem eine wichtige Aufgabe übergeben? Aber siehe da, es ist...
Es ist glänzend. Es passt sehr schön zu diesen Songs. Es ist sehr geschmackvoll, finde ich. Es ist auch sehr zurückgenommen. Also man hat immer das Gefühl, die Gitarre steht im Vordergrund, dann kommt die Stimme und dann kommen womöglich die anderen Instrumente, also die Streicher dazu. Genau. With your eyes As we...
Ich muss an manchen Stellen sagen, auch schon beim ersten Album, besonders beim zweiten Album, hätte ich mir sparsamere Arrangements gewünscht, weil ich die Stimme und die Gitarre von Nick einfach so überragend finde, dass sie vielleicht mehr im Vordergrund hätten. sollen Aber nein, es nimmt von dem Gesamterlebnis dieser ersten Platte überhaupt nichts weg. Five Leaves Left. Ich dachte erst, ja, er schreibt über die Natur. Fünf Blätter sind noch am Baum. Der Herbst kommt.
Es ist anders. Es geht um Zigarettenblättchen. Wer jemals Zigaretten selbst gedreht hat, weiß, es ist die Warnung, es sind nur noch fünf Blätter da. Bei der bekanntesten Marke in England gab es immer ein Zeichen, wenn nur noch fünf Blätter da sind. Five leaves left. Und da offensichtlich auch in der Zeit von Nick, Freunden und anderen immer sehr viel gedreht wurde, ist das auch...
Dann nicht so überraschend, aber doch sehr ironisch. Aber ich finde auch, die Poesie tut das keinen Abbruch. Die Songs sind...
¶ Meisterwerke des Debütalbums
Da sehr poetisch. Also ich sag mal, eine Reihe von Songs, über die man genießen kann man die nur. Ja, aber da geht's gleich los. Also wenn man das hört und die unglaublichen Harmoniefolgen, das... fließt von einer Harmonie ganz unlogisch oft. Nicht wie Folk-Songs, sondern geht wie klassische Musik in andere Bereiche über, wie Debussy oder so. Das ist sensationell. Someday I...
Und dann der zweite Track ist gleich schon Riverman, im Nachhinein einer der bekanntesten Songs von Nick Drake, von vielen Menschen gecovert worden, der gleich im Fünffierteltakt geschrieben ist. Und da musste man einen anderen Arrangeur holen, der eine Filmerfahrung hatte, weil hier hört man wirklich wie ein Filmstreichorchester, breite, fließende Flächen, die wunderbar auf diesem Fünfvierteltakt...
passen. Ist ja auch nicht so einfach. Wobei man nicht das Gefühl hat, wie bei anderen Fünf-Viertel-Takt-Liedern, dass es humpelt oder stolpert oder so, was ja ein Reiz sein kann, aber hat man hier nicht das Gefühl. Es fließt, es ist eben der River Man. Auch das wirklich so eine Geschichte, man weiß nicht genau, wer der Riverman ist und was man da eigentlich hört an den Texten, aber es fasziniert unendlich. Said she hadn't heard the news Hadn't had the time to choose the river man
Alle diese Songs, ich muss sagen, bei diesem Album habe ich alle Songs in meine Liste geschrieben. Ich kann keinen auslassen. Die sind alle ganz, ganz großartig. Way Too Blue ist ein Song über das Warten. Wann finde ich den Weg einfach zu einer Erlösung, zu einer Hoffnung? Have you never had a way to find the sun? Show me what you have to show Won't you come and say If you know the way To you
Day is Done ist eher ein melancholischer Song. Der Tag ist vorbei und ich habe wieder nicht erreicht, was ich eigentlich wollte, was in meinen Träumen war. Manchmal aber auch merkt man die Sehnsucht nach Liebe. Von einem sehr schüchternen Mann, der offensichtlich nicht fähig war, Liebe anderen Menschen gegenüber auszudrücken. Aber in seinen Songs konnte er das. I have to go back.
Genau, diese Songs drücken in der Tat vielfach auch so eine Sehnsucht aus. Sie beschreiben etwas, aber sie haben auch diese Sehnsucht nach Glück, möchte ich sagen. Also man kann ruhig große Worte wählen, weil diese Songs haben eine Größe, finde ich. Fruit Tree, The Thoughts of Mary Jane, Cello Song. Wunderbar. Eins nach dem anderen blättert sich da auf. Aber auch ein Song mit ganz böser, bitterer Ironie, Man in a Shad. Da beschreibt er sich selbst als ein Mensch.
der in einem Schuppen lebt und vergleicht den mit der Dame, der Lady, die in einem großen Haus wohnt. Klassengegensätze sind hier in einem Song vereint. Und er sagt, dann komm doch mal in meinen Schuppen, da siehst du, das Leben ist ja auch gar nicht schlecht. Und so weiter zu der edlen Lady. The shed was rotten. Bevor wir darauf kommen, was mit diesem Album geschieht, es gibt in dieser Dokumentation, die ich mir angeschaut habe, eine Erinnerung von Gabrielle Drake, die sagt, mein Bruder...
War ein Mann weniger Worte, a man of few words. Und sagte dann, als die Platte fertig war, kam er in mein Zimmer und sagte sowas wie, hey yo, und schmeißt die Platte fertig auf ihr Bett. Ja, here you are. Also nach dem Motto, er hatte ihr nicht erzählt. was er eigentlich macht, dass er im Studio eine Platte fertig macht. Sie war vollkommen vom Donner gerührt und extrem stolz natürlich. Ja, es ist ja auch verständlich. Das passt natürlich auch für sie.
in diese Geschichte, die Prägung aus der Familie, das findet sich ja da alles. In a sky so clear and blue But Saturday sun Came without warning So no one knew what to do
¶ Misserfolg und Rückzug von der Bühne
Aber es passiert das Unglaubliche, diese Platte, dieses Album, findet fast keine Resonanz geradezu. Es gibt ein paar Kritiken, ganz, ganz... Ganz gut, aber auch nicht überragend jubelnde Kritiken. Aber viele waren also eher gleichgültig. So nach dem Motto, ja, da gibt es einen neuen Island-Act. Das erschien bei Island Records. Bei dem hatte Joe Boyd seine Produktionsfirma untergebracht.
Keine Reaktion eigentlich. Im Radio passierte gar nichts, weil Folk-Künstler tauchten im Radio selten auf. Es war eben kein Pop und es war vielleicht auch... für den allgemeinen Popgeschmack ein wenig zu kompliziert. Und ich sehe es auch so, das erschien 1969, es war einfach so, dass... es einfach zu viel los war in dem Jahr. 1969, Ende der Beatles, es passierte extrem viel mit den Rolling Stones, Tod von Brian Jones, neuer Besetzung, ganz viel andere Musik, Acts tauchten auf.
Simon & Carfunkel aus Amerika und so weiter. Und dann wurde das Einheimische leider übersehen. Und es ist wirklich tragisch. Ich glaube, das erste Album hat ein paar tausend Platten verkauft, aber das war es dann auch. Und es ist so gewesen, Vorkünstler hatten nur eine Wahl eigentlich. Die tauchten im Fernsehen nicht auf, im Radio nicht. Plattenkritiken gab es auch nicht so viele. Die mussten auftreten. Die mussten auf die Bühne. Das war die einzige Chance.
Und das war ein Problem bei Nick. Genau, das war offenbar ein Problem. Weil er natürlich die musikalischen Fähigkeiten selbstverständlich hatte, aber die Lieder, das habe ich jetzt auch erst kapiert, die Lieder sind ja, hast du ja beschrieben, auch so gemacht, dass du ständig deine Gitarre umstimmen musst. Genau.
Damals hat man das nicht organisiert bekommen, vielleicht zwei Gitarren zu haben und jemand anders, wie das heutzutage üblich ist, stimmt dann, während der andere Song läuft, die Gitarre um in die neue Stimmung. immer zwischendurch seine Gitarren umstimmen, weil jeder Song hatte eine eigene Stimmung. Insofern gab es immer Pausen und Nick. Andere erzählen Witze oder unterhalten das Publikum.
Er schwieg, er sagte nichts. Und das Publikum wurde unruhig und hat irgendwie dann auch beinahe gebuht und gepfiffen und waren einfach genervt. Und das hat ihn vollkommen niedergemacht. Das hat ihn so erschüttert und betroffen. dass er irgendwann dann mal aufgegeben hat, überhaupt zu spielen. Ich glaube schon 1970, im Juni 1970, hat er sein letztes Konzert gegeben. Er ist mitten im Konzert, mitten in einem Song aufgestanden und weggegangen. Und es gab auch...
Highlights davor, zum Beispiel gastierte er mit Fairport Convention in der Royal Festival Hall im Vorprogramm und kam sehr gut an. Die Leute sahen ihn und fanden das wirklich eindrucksvoll, trotzdem verbunden mit. Geschweigsamen Pausen ist das auch nicht unbedingt das Erlebnis. Aber niemand hat sich so darum gekümmert, das anders zu organisieren und ihn praktisch auf einen Weg zu weisen. Ich weiß nicht, da muss man schon sagen, haben die...
Verantwortlichen auch ein bisschen versagt. Da hätte man wirklich was sich ausdenken müssen, um ihn dann praktisch auch auf der Bühne sich wohlfühlen zu lassen und auch das Publikum diese schöne Musik hören zu lassen. Und er hat natürlich auch... keine Interviews gegeben oder Promo sagt man heute dazu gemacht. Er hat sich nicht in den Vordergrund gestellt. Das war einfach nicht sein Ding, nehme ich mal an. Ja, es gab ein Presseinterview.
Aber er war immer so wortkarg und er wollte einfach sich nicht äußern. Ja, aber man hätte mit ein bisschen psychologischer Beratung ihn auch vielleicht dann hinbringen können. Er hat zum Beispiel nur... für John Peels Sendung, glaube ich, zwei Songs oder drei Songs mal aufgenommen. Aber sonst gab es kein Radio, Airplay, nichts. Und das ist natürlich, so kann man keine Platten verkaufen. Und Joe Boyd sagte, okay.
¶ 'Bryter Layter': Ein Versuch der Zugänglichkeit
Das müssen wir akzeptieren, dann müssen wir eben eine bessere zweite Platte machen. Das war dann bald danach dann das nächste, die zweite Platte, Brighter Later. Die wurde 70 aufgenommen, erschien dann im März 71. the people i have known oh if you would and you could straighten
Genau, okay, das ist dann der nächste Versuch. Also, wir haben ja schon gerade gesagt, das erste war schon meisterhaft. Bei diesem Album scheiden sich ein bisschen die Geister, finde ich, wenn man so reinguckt, wer das wie bewertet hat. Denn in der Tat... Ist dieses Ansinnen von Joe Boyd, wir machen es ein bisschen glatter, ein bisschen zugänglicher, ein bisschen poppiger vielleicht auch, das hört man.
Ja, ich finde auch. Mir fehlt auch die Nähe der Stimme. Die Stimme ist ein bisschen weiter nach hinten gemischt. Das, was toll war am ersten Album, dass wirklich, man sitzt in den Lautsprechern und hat die Kopfhörer auf. Da spricht Nick Drake direkt auf einen und die Gitarre umgibt einen.
Mittlerweile hatte sich Nick voll auf die Musik konzentriert, hatte sein Studium abgebrochen gegen den Willen seiner Eltern. Sein Vater hat immer wieder gesagt, mach doch die drei Jahre zu Ende bis zum Bachelor. Nein, nach zwei Jahren brach. Er abzog nach London. sondern teilweise lebte er bei seiner Schwester. Irgendwann, nachdem er immer bei verschiedenen Leuten auch übernachtet hatte, war das Joe Boy zu viel. Er mietete ihm eine wirklich...
Die kleinste Wohnung in Hampstead, so ein kleines Einzimmerwohnung, so ein Bedsit. Genau, was da ja zu beobachten ist, ist nicht nur, dass er sein Studium schmeißt, also ja... ich glaube sogar neun Monate vor der Abschluss war oder so, also relativ kurz davor, sondern auch dieses, sagen wir mal, rastlose, unstete, unbehauste ein bisschen, weil er eben...
ein bisschen bei dieser Schwester wohnte, aber es wurde auch oft erzählt, dass er dann mal hier auf dem Sofa schlief und mal da auf dem Fußboden und dann mal drei Tage weg war und man wusste nicht, wo er war. Ja, und er war schon damals auch für seine Freunde sehr unkommunikativ. Er erzählte, ja, der kam dann vorbei und setzte sich in die Ecke. Drei Stunden lang hat nichts gesagt. Vielleicht Musik gehört oder was gegessen, was gelesen, aber er hat nicht geredet.
Und das ist schon komisch. Und er hatte da mal Freunde und andere Freunde, die sich aber gegenseitig nicht kannten. Also es war keine Freundesgemeinschaft, sondern da mal etwas, da mal etwas. Der einzige Anlass, wo mal zusammen... Was erlebt wurde, war, wenn die Künstler von Joe Boyd, also die Fairport Convention-Leute und Linda Thompson und die anderen, sich beim Dealer trafen. Es gab einen Dope-Dealer in Holland Park.
Bob hieß der, ein sehr freundlicher Mann. Der hat sogar Nick ein Auto zur Verfügung gestellt, weil der hatte nichts. Der hatte kein Fahrrad, der hatte dann ein Auto zur Verfügung. Und der Dope-Dealer war einer, da hörte man Musik, man spielte Karten und Spiele. Und man konnte sich mal unterhalten. Das war der einzige gesellschaftliche Höhepunkt für Nick eigentlich.
Das ist schon wirklich eine bizarre Szene damals gewesen. Aber nicht, es war normal, ehrlich gesagt. Okay, okay, du weißt da Dinge, die ich gar nicht weiß. Would it mean much to you if I treat you right? Do you like what you're doing? Would you do it some more? Oh, will you stop once and wonder what you're doing it for? Hey, slow Jane, make sense. Slow, slow, Jane Cross
Offenbar ist ja aber beim Aufnahmeprozess auch für dieses Album, ist wieder Joe Boyd, der Producer, das sagte ich schon, aber es ist ein, ich glaube es ist ein Toningenieur gewesen, dem er sehr vertraut hat. John Wood. John Wood, offenbar ein Mann, mit dem er sehr gut zusammengearbeitet hat.
viele Jahre oder die Jahre danach noch sehr eng zusammengearbeitet. Das ist ja erstaunlich, finde ich. Ein großartiger Mann, der auch von vielen, vielen Singer-Songwritern gebucht wurde, der also ein sehr erfahrener Mann mit akustischer Musik war. Und ein ganz stiller, schweigsamer Mensch auch. Insofern waren sie sich sehr nahe. The city drove you down and out. See your trousers don't taper. Saddle up. Kick your feet.
I ride the range of a London street I travel to a local plane I turn around and come back At the chime of a city clock Put up your roadblock Hang on to your ground For a stone in a tin can Is wealth to the city man Sie kommunizierten eben über Musik und über Musik konnte auch Nick reden. Er hatte schon klare Vorstellungen, was er wollte. Und im Nachhinein fand er auch die Arrangements auf dem Album...
Brighter Later, zu üppig, zu überbordend. Da sind nämlich Flöten, Streicher, viel Saxophon. Ray Wally, sehr bekannter Jazz-Saxophonist, ist zu hören mit endlosen Soli. die ich echt für zu viel finde. Also das muss ich sagen. Und dann ist noch jemand beteiligt, der neu in dieser Gruppe ist, nämlich John Cale.
Vom Velvet Underground. Genau, der hatte offenbar von Nick Drake gehört und hat gesagt, bei dem will ich mitspielen. Oder wie ist das genau gewesen? Ja, der hat sich einfach angeboten und gesagt, da möchte ich dabei sein und hat dann gleich die Streicherarrangement gemacht für den Song Fly. was ihm sehr gut gelungen ist. Aber die anderen Arrangements sind eben wieder von Robert Kirby.
A second face I've fallen far down The first time around Und es sind Songs drauf, die auch wieder sehr sehr gut sind. die nur in meinen Augen leider ein bisschen zu überproduziert sind, zu überarrangiert sind. Aber fantastische Dinge wie Poor Boy. Sehr jazzig, zu viele Bläser, finde ich. Auch weibliche Background-Sängerinnen. Aber dann auch sehr melancholische Betrachtungen, zum Beispiel bei Northern Sky. Ich finde zum Beispiel Northern Sky ist ja ein funkelnder Stern auf diesem Album.
Da ist dieses Arrangement also fast als Ausnahme eben nicht zu viel. Genau. Ich finde, das ist da quasi wie auf dem ersten Album wirkt das. Genau. Das ist der Song der Isn't. Aber gibt es eben andere Songs, die erinnern eben an Beach Boys, ganz ehrlich gesagt.
At the Chime of a City Clock. Das ist wirklich Association, Fifth Dimension, Beach Boys. Wobei das ja schön ist. Das ist wunderbar. Ja, aber das ist ein bisschen runtergeschliffen. Das stimmt schon. Genau. Es erdrückt ein wenig die fantastische... individuelle Stimme.
¶ 'Bryter Layter': Themen und Scheitern
When the world gets so crowded that you can't look out the window in the morning. So ergeht mir das Album, aber die Texte sind zum Beispiel auch wieder sehr, sehr beeindruckend, sehr traurig manchmal, aber auch sehr schön, Liebessehnsucht. Aber auch, ja, ein bisschen Selbstmitleid ist auch dabei, zum Beispiel bei Poor Boy, der sich immer nur Sorgen um sein Leben macht.
eigentlich eine Frau möchte, aber es irgendwie nicht hinbekommt. Und das hat er selbst in seinen Songs ausgedrückt, in poetischer Sprache. Man sollte sich wirklich unbedingt die Texte angucken. Man kann die im Internet sehen oder auch auf den Platten, wenn man sich die CDs kauft und so weiter. Wenn man sich die mal übersetzen lässt, wenn man das Englische nicht so gut kann.
Es ist eine Erleuchtung, wirklich. Ganz wunderbare, wichtige, schöne Texte, die also an die großen Vorbilder der Dichter, der Poeten drankommen, aber auch an einen großen Einfluss wie Bob Dylan, der ja auch ein Einfluss war. Bei dem man ja auch nicht immer weiß, was er meint. Aber es wirkt trotzdem. Auch dieses Album 1971 funktioniert dann aber nicht auf dem Markt, wenn man so will. Dieses Album bekommt ein paar bessere Kritiken, glaube ich, aber es funktioniert überhaupt nicht.
Und das deprimiert ihn ganz furchtbar. Und er tritt ja auch nicht auf, er macht ja auch nichts, gibt keine Interviews, er saß dann sehr oft alleine in seiner Wohnung oder besuchte Freunde, besuchte, wie gesagt, habe ich ja vorhin erzählt, er saß dann bei Freunden rum.
¶ Krankheit, Rückzug und Medikamentenkampf
Da begann, glaube ich, sagt auch seine Schwester Gabriel, seine Depression. Das, was ihn wirklich absolut lähmte dann auch. Es ist ja eine von uns... jetzt erst in den letzten Jahrzehnten, Jahren erkannte Krankheit. Früher wurde noch viel oberflächlicher damit umgegangen. Also es war so, man glaubte auch, das kommt vielleicht vom Konsum von Haschisch oder so, man glaubte gar nicht unbedingt an eine psychische Erkrankung, aber es war schon so, dass es auch den Eltern auffiel.
Es kam nämlich Folgendes noch hinzu, Nick musste seine Wohnung aufgeben, die musste renoviert werden und er musste raus und er zog wieder zu seinen Eltern nach Warwickshire. Er sagte dann auch, ja, ich bin nicht gerne bei meinen Eltern, ich fühle mich schon gescheitert.
Aber ich kann ja auch nirgendwo anders sein. In London schaffe ich es ja auch nicht alleine. Also es war schon eine Niederlage für ihn, wieder zu seinen Eltern zu ziehen. Und die Eltern, denen fiel auf, dass er psychisch Probleme hatte. sagten, er sollte in Behandlung gehen. Sie telefonierten auch sogar mit Joe Boyd, der mittlerweile in Amerika wieder lebte, der nämlich London verlassen hatte, hatte seine Firma verkauft. Das war alles nach dem zweiten Album.
Und zog wieder nach Los Angeles. Und das war auch für Nick schwierig. Sein Mentor, praktisch sein Vater in London war nicht mehr da. den er immer wegen jeder Sache fragen konnte, der ihm alles versprochen hätte, der ihm ja auch gesagt hatte, du wirst wunderbar erfolgreich sein. Und der war weg. Und dann saß er nun in Warwickshire in dem Haus. Und dann wurde er auch eingewiesen ins Hospital mal. Er bekam psychische Beratung, medizinische und es wurden Psychopharmaka, Antidepressiva verschrieben.
die wirklich schwerwiegend auch sind, sedierende, Triptizol hieß das Medikament, das er aber auch nicht regelmäßig nahm, weil er dachte, das verträgt sich nicht mit meinem Haschisch-Konsum. Er rauchte natürlich weiter. Und insofern, außerdem, da kam noch was dazu. Er schämte sich. Ja, ich will nicht zugeben, dass ich krank bin, dass ich Depressionen habe. Also mag ich das? Ich möchte nicht, dass die anderen Leute merken, dass ich Medikamente nehme.
Eine Einstellung, die weit verbreitet war, heute hoffentlich nicht mehr so ist. Seeing the light in the station bar and traveling far and sin Sailing downstairs to the northern line Watching the shine of the shoes. Hearing the trials of the people that who took care of failures. Die Tragik, finde ich, wird ganz offenbar, weil eben diese persönliche Verfasstheit immer schwieriger wird für ihn, aber gleichzeitig ja auch beim zweiten Album wird ja...
immer noch gesagt, du bist ein Riesentalent. Du bist so begabt, diese Songs sind solche... solche Perlen, die wir hier haben, die Welt hat es nicht verstanden und das ist ja auch so gewesen. Also ich will sagen, damit muss man aber auch als jemand, der vielleicht ein bisschen stabiler im Leben steht, auch erstmal zurechtkommen, dass man eigentlich ja scheitert, wenn man so will. Und die Leute, die
¶ 'Pink Moon': Intimität und Rohheit
Die Angestellten seiner Plattenfirma waren schon genervt auf ihn, weil er eben für die Promotion überhaupt nichts tat, nicht mithalf. Der Einzige, der immer an ihm festhielt, war der Chef Chris Blackwell, der Gründer von Island Records. Und der ihm auch helfen wollte. Er stellt ihnen zum Beispiel mal auch seine Villa in Spanien zur Verfügung, um einfach mal Luft zu schnappen.
Und einfach mal was anderes zu sehen und zu erleben. Also das war der Einzige, der zu ihm hielt. Aber die anderen bei Island Records waren nicht mehr, eigentlich glaubten auch nicht mehr an irgendetwas. Es gab ja auch keine Beweise.
Keine Plattenverkäufe, das ist schon der negative Beweis. Genau, es gab nur ein paar tausend Plattenverkäufe, was damals gar nichts war in dem Sinne. Ich habe gelesen, ich weiß nicht, ob du das bestätigen kannst, dass Joe Boyd beim Verkauf seiner Firma, die ja die Verträge mit ihm gemacht hat, Ja, das hat er wohl verabredet, was ja auch gut war. Oft wurden ja dann nicht erfolgreiche Künstler eigentlich...
Die Bestände wurden eingestampft. Die verschwanden dann irgendwie in den Grabbelkisten oder sowas. Nein, die wurden weiter im Katalog gehalten. Das ist schon wahr. Und das war auch ziemlich wichtig in den 70er Jahren, aber das hat ja leider Nick gar nicht mehr erlebt. Er lebt wieder bei seinen Eltern, aber auch David...
weiter beschrieben, dass er auch da mal drei Tage weg war und dann irgendwie mit schmutzigen Klamotten irgendwie wiederkam, wieder auftauchte, in London auftauchte irgendwo. Man wusste im Grunde genommen nicht so richtig, wo er ist, was er ist und auch diese...
Wirklich sehr fürsorgliche, liebevolle Familie konnte ihn eigentlich nicht halten. Nein, er hat nur stundenlang Gitarre gespielt. Er hat immer wieder Sachen eingeübt und geübt und geübt. Aber auch da hat das Feuer ein wenig nachgelassen. Aber er schrieb offensichtlich aber auch wieder Songs. Und er sprach John Wood den Toningenieur an und fragte, ob man nicht doch mal wieder noch was aufnehmen könnte. Und das tat man dann im Oktober 71, an zwei Tagen nur. Das war alles.
Und da entstand das Album Pink Moon, sein drittes Album. Diesmal aber ohne Arrangement, sondern nur mit Gitarre und Stimme. Und das ist ja wirklich das Tolle. Piano hat er auch noch bei einem Stück. aufgenommen. Und ehrlich gesagt, das gefällt mir fast am besten, dieses Album, weil es eben so unmittelbar und ehrlich und genau ist. For down below they never grow They're always tired and charms are hired From out of their eyes Never a surprise
¶ 'Pink Moon': Abschied und Prophezeiung
Songs sind auch wieder großartig. Die Geschichte vom pinken Mond. Das ist einfach zauberhaft. Es funktioniert auf jeden Fall als Song immer noch unheimlich gut. Es wirkt auch zeitlos, finde ich. Man hat nicht das Gefühl, oh, das ist so ein Arrangement wie damals oder so, sondern dieser Song...
Funktioniert heute ganz genauso. Man kann ihn so im Radio spielen. Wunderbar. Ganz toll. Und Things Behind the Sun sind also auch so halbphilosophische Songs mit einer gewissen Melancholie, aber auch die, die auf der Suche eben sind. Ein ganz lustiger Text, so eigentlich ohne Text, ist No. er nur einfach ein paar Töne nach der Melodie I Feel Free von Cream ein bisschen nachgesungen. Ganz seltsamer Text. I know, I know. Du solltest mal wissen, bald bin ich nicht mehr da. Das hat er gesungen.
äh, verwirrend. Der schönste Song ist eigentlich der letzte Song auf diesem Album Pink Moon from the Morning. Eine sehr, sehr, ja... traurige, aber auch besinnliche Naturbetrachtung eigentlich mal rausschauen aus dem Fenster. Und dann den Satz Und wir werden... Aufsteigen. Wir werden nach oben gehen. We will rise and we will be everywhere. Also irgendwann werden wir uns von dieser Erde verabschieden, von all diesen Schwierigkeiten, von diesem Leid und werden oben glücklich sein.
Dieser Satz, der steht auf dem Grabschein und ein sehr, sehr wahrer Satz, der vieles eigentlich zusammenfasst. Man ist ja wirklich geneigt, dann schon eine Art von Vorausschau. wenn du so willst, darin zu sehen, ein bisschen... Was geschieht mit mir eigentlich? Also dieses, ich finde diese Welt nicht zurück, das sieht man ein bisschen auch. Dieses Arrangement verstärkt dieses Gefühl, dass er und seine Gitarre, das ist das, was funktioniert, sonst eigentlich nichts, oder?
Aber auch das wieder, Island Record wusste übrigens gar nicht, dass das Album gemacht wird. Er machte es fertig und brachte es Chris Blackwell ins Island Büro. Und die Geschichte ist die, dass er oben wohl gesagt wurde, ja willst du was trinken oder so, dann hielt er sich da eine Stunde auf und dann ging er raus und hatte das Plattenpaket immer noch in der Hand. Dann hat das unten bei der Rezeption abgegeben.
Aber er war vorher auch oben und hat mit den Leuten geredet, aber kurz geredet, was immer das für Nick bedeutete. Aber das Album kam raus und verkaufte. Natürlich auch nicht, weil es auch keine Promotion gab, keine Reaktionen und das hat die Lage nicht verbessert. Er rutschte immer mehr ab, auch in die Depression und seine körperliche, auch seine äußere Erscheinung.
wurde immer, immer schwieriger. Also er pflegte sich überhaupt nicht mehr. Die Leute erzählen immer von unglaublich langen Fingernägeln, die immer dreckig waren, von abgewetzten Kleidern, die er anhatte. Und als Joe Boyd aus Amerika wiederkam, das tat er Ende 73, traf er ihn, traf er Nick und er war erschrocken und erschüttert.
Und dann fragte Nick, wollen wir nicht doch nochmal wieder was aufnehmen? Und auch mit einem vorwurfsvollen Ton nach dem Motto Joe, du hast mir doch gesagt, ich werde erfolgreich sein. Ich bin ja ein Riesentalent. Was ist jetzt? Warum bin ich hier am Boden? Warum habe ich nichts? Und diesen bitteren Vorwurf, den merkt man auch in den letzten Aufnahmen, die er gemacht hat. Das sind vier Songs. Ein fünfter ist kürzlich gefunden worden. Vier Songs mit sehr...
bitterem Unterton. Das merkt man schon deutlich. Die Stimme klingt härter. Es geht einem wirklich an die Seele, wenn man das hört. Das muss ich schon sagen. Also sehr, sehr, sehr, sehr traurig. Diese letzten Aufnahmen, die sind dann im Jahr 1974 entstanden. Das war das letzte, was er aufgenommen hat.
Ich finde aber, dieser Vorwurf, von dem du gerade erzählt hast, das ist ja so bemerkenswert, weil er vorher ja gar nicht oder ganz wenig gesprochen hat. Und dann dieser Ausbruch. Es hat ihm wohl doch... Innerlich so zugesetzt, hat auch mit Gott beigetragen zu seiner Depression sicherlich, dass er sich als wertlos empfunden hat, obwohl er wusste eigentlich, was für einen Wert er hatte.
Fantastischer Gitarrist. Alle sagen immer nur, es hat es selten einen besseren Gitarristen gegeben, akustischen Gitarristen. Man hört zum Beispiel überhaupt keine angeschlagenen Saiten. Wenn du akustische Gitarren hörst, dann klingen auf die Saiten am Brett. Bei ihm überhaupt nicht. Nichts. Das hat der John Wood auch gesagt und andere immer wieder, dass sie sagten,
auch wenn wir neue Takes machten, man spürte nicht, dass er das nicht schafft, dass der Song irgendwie, dass er eine Technik nicht hinbekam. Er war wie ein Uhrwerk, spielte er. Er war so präzise und so genau und so eingeübt offenbar. Aber ich glaube, dass diese...
Letzten Songs auch so aufgenommen wurden, dass er einmal nur die Gitarrenspur spielen konnte und dann singen konnte, weil er das nicht mehr konnte. Er konnte es nicht mehr, rein physisch und körperlich. Er konnte nicht mehr beides gleichzeitig und das zeigte ja schon, dass das wirklich...
¶ Nick Drakes Vermächtnis und zeitlose Musik
Ein absoluter Abstieg für ihn gewesen ist und ein paar Monate später ist er dann an einer Überdosis Antidepressiva gestorben. 30, also anscheinend eine Handvoll genommen, ob es eine Tat der Verzweiflung war. Es war kein bewusster Schritt, glaubt man eigentlich, weil es gibt keinen Abschiedsbrief.
Es gibt einen Brief an eine kurzfristige Freundin, die ihn praktisch verlassen hatte. Aber auch das kann kein Indiz sein dafür, dass er bewusst Selbstwort machen konnte. Vielleicht war es einfach nachts. Einfach so ein Gespür, ja entweder ich versuche es jetzt, wenn ich überlebe, fein, wenn nicht, ist es auch vorbei. Ja, diese Tragik ist wirklich schrecklich. Seine Mutter fand ihn dann im Bett, tot liegen am nächsten Tag.
Das war eine dieser großen Tragiken, aber seine Musik war immer noch greifbar. In den Jahren danach tauchten immer wieder auch mal Songs auf 79. fünf Jahre nach seinem Tod, gab es schon eine Compilation, auch mit unveröffentlichten Aufnahmen, auch mit Songs, die auf dem ersten Album weggelassen worden waren, die fast besser waren als die originalen Songs. Also nicht schlechter auf jeden Fall.
sich unbedingt anhören. Diese Platte heißt Time of No Reply. Oder es tauchten immer wieder dann mal Erwähnungen auf. Künstler sagten, ja, Nick Drake, Kate... Busch schwärmte zum Beispiel von ihm und andere Musiker, die sagten, was für ein wichtiger Mann war das eigentlich und wie tragisch ist die Geschichte. Dann gab es Bücher, Dokus, Filme immer mehr in den 90ern und ja.
Der Name Nick Drake tauchte immer wieder auf und wie gesagt, heute ist er ein immer noch relativ erfolgreicher Künstler und ich glaube, hätte er erlebt, erleben können. wie seine Musik auf die Leute wirkt. Er wäre sehr, sehr glücklich, glaube ich. Es ging Nick Drake nicht unbedingt um kommerziellen Erfolg. Ich glaube, es ging um Anerkennung, um das Gefühl, Leute glücklich zu machen, um einfach was zu geben.
Und das tut er immer noch. Also diese Musik ist zeitlos. Die kannst du in 50 Jahren hören. Die ist immer noch bewegend. Vielen Dank, Peter. When the day is done Down to earth and sinks the sun Along with everything that was lost in one When the day is done When the day is done Hope so much, your race will be all wrong Then you're fine to jump the gun Have to go back
Zum Schluss noch ein Podcast-Tipp von mir. KI revolutioniert gesellschaftliche Prozesse, die Demokratie ist weltweit auf dem Rückzug und in den USA streiten sich der mächtigste und der reichste Mann der Welt. Alles ganz normal oder doch eine ziemlich verrückte Zeit, in der wir leben.
Diese Frage stellt sich auch Matthias Richling und deshalb lädt er sich in seinem neuen Podcast alle zwei Wochen einen lustigen, prominenten Menschen ein und gemeinsam versuchen sie, all das einzuordnen, was gerade auf der Welt passiert. Mal persönlich, mal radikal, aber immer mit viel Humor und Ironie. Alle Folgen von Was für Zeiten? Richtling Plus Eins findet ihr in der Audiothek und überall, wo ihr Podcasts hört. Hört mal rein.
