Jimi, Janis, Jim - podcast episode cover

Jimi, Janis, Jim

Feb 05, 202156 min
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Summary

Peter Urban und Ocke Bandixen analysieren die außergewöhnliche Kunst und das tragische Schicksal von Jimi Hendrix, Janis Joplin und Jim Morrison, deren Tod das Ende der unbeschwerten Hippie-Ära markierte. Die Diskussion geht über das Klischee des „Club 27“ hinaus und beleuchtet ihre individuellen Lebenswege, musikalischen Innovationen, persönlichen Unsicherheiten, Drogenprobleme und den Druck des Musikgeschäfts, der letztlich zu ihrem frühen Tod führte. Es wird untersucht, was ihre Kunst so bahnbrechend machte und warum sie bis heute Ikonen sind.

Episode description

Innerhalb eines dreiviertel Jahres 1970/71 starben drei Superstars der Rockmusik: Jimi Hendrix, Janis Joplin und Jim Morrison. Es war das Ende der Hippie-Ära.
Was machte sie zu so außergewöhnlichen Figuren der Musikgeschichte? Jimi Hendrix, der Erneuerer des Gitarrenrocks, Janis Joplin, die als erste weiße Frau so den Blues singen konnte, Jim Morrison, der Popmusik mit einer poetischen Aura verband.
Im Gespräch mit Ocke Bandixen analysiert Peter Urban, was ihre Kunst so bahnbrechend machte und warum das Klischee des schnell lebenden und früh verstorbenen Stars genauso falsch wie richtig ist. Schreibt uns gerne Feedback zu dieser Folge an urbanpopop@ndr.de

Plalyist zum Podcast

Songs von Jimi Hendrix
Hey Joe (1966)
Fire (1967)
The Wind Cries Mary (1967)
Bold As Love (1968)

Alben von Jimi Hendrix
Are you experienced? (1967)
Axis: Bold As Love (1968)
Smash Hits (1968)
Electric Ladyland (1968)

Songs von Janis Joplin
Ball and chain (1968)
Piece of my heart (1968)
Try (just a little bit harder) (1969)
Cry Baby (1971)

Alben von Janis Joplin
Big Brother and the Holding Company: Cheap Thrills (1968)
Janis Joplin: I Got Dem Ol‘ Cozmic Blues Again Mama! (1969)
Pearl (1971)


Songs von Jim Morrison
The Doors: Light my fire (1967)
Break on through (1967)
The End (1967)
Riders on the storm (1971)

Alben von Jim Morrison
The Doors: The Doors (1967)
Strange Days (1967)
Waiting fort he Sun (1968)
Absolutely Live (1970)
L.A. Woman (1971)

Autoren: Peter Urban und Ocke Bandixen

Transcript

Intro / Opening

🎵 Music

B

Jetzt kommst du ins Spiel quasi an

A

Naja, manche Antworten sind natürlich ein bisschen länger.

🎵 Music

B

Hier ist Oke Bar Nixon, ich arbeite in der Kulturredaktion von NDR Info und Peter Orban ist auch da, langjähriger Musikredakteurskollege beim NDR. Hallo!

A

Okay.

B

Bevor wir hier richtig anfangen, haben wir einen kleinen Tipp, nämlich auf NDR Blue, wo jetzt der Nachtclub zu Hause ist.

A

Ja, zwanzig Uhr, wochentags, viel bessere Zeit. Und es gibt nicht nur neue Musik, sondern auch alte Aufnahmen zum Beispiel zu hören in den Nachtclub Classics. Es gibt Live-Konzerte ab 22 Uhr dann. Also Musik, sehr spannende, interessante Musik auf Ender Air Blue im Nachtclub.

Einführung: Der "Club 27" und das Ende einer Ära

B

Peter, heute sprechen wir über drei außergewöhnliche Figuren, Gestalten und Phänomene der Pop- und Rock-Musikgeschichte. Die man irgendwie zusammen sehen kann, ob das richtig ist oder nicht, da müssen wir mal drüber reden. Über Jimi Hendrix sprechen wir, über Janice Joplin und über Jim Morrison. Packt man immer so ein bisschen in diesen Club 27, also jung verstorbene, tragisch verstorbene Rock- und Pop-Musiker, außergewöhnliche Talente, die irgendwie in dieser Zeit.

zerbrochen sind, an Drogengeschichten, an anderen Sachen irgendwie. Siehst du eigentlich diesen Club 27 oder ist das irgendwie Zufall?

A

Also ich finde das zu pauschalisieren. Vor allen Dingen, die definieren dann diese Künstler über ihr Ende, über den Tod. Und nicht über ihr Leben, ihr Schaffen, ihre Größe, ihre Kunst. Und das finde ich dann immer so ein bisschen zweischneidig. Also ich würde eher sagen, es sind alle zu früh gestorbene Künstler gewesen. Und da gehört ja noch Brian Jones mit von den Stones ein Jahr früher. Also das sind diese Künstler, die die noch eine lange Geschichte vielleicht gehabt hätten.

B

Man sagt immer, dass man Geschichte und vielleicht auch Popmusik oder Musikgeschichte eben an Ereignissen erzählt. Also wie man eben sagt, der Untergang der Titanic, das war der Beginn des 20. Jahrhunderts, so sagt man ja in der Geschichtsschreibung. Oder 9-11 war der Beginn des 21. Jahrhunderts, weil das eben dann an Ereignissen erzählt wird.

Und man kann das so erzählen und so lesen, dass eben mit dem Tod dieser drei, Jimi Hendrix, Janis Joplin und Jim Morrison, die Hippie-Zeit, so ein bisschen so eine unbefangene Zeit vielleicht vorbei war und innerhalb eines Dreivierteljahres. drei Menschen tragisch gestorben sind.

Sorglosigkeit, Drogen und Woodstock-Realität

A

Das ist schon richtig. Das wurde dann vielleicht einigen Leuten klar, dass man zu sorglos in die Zeit reingeliebt hatte, zu sorglos Drogen genommen hat, LSD, überhaupt nicht drüber nachgedacht, wie das auch junge Körper kaputt macht. Und das sind ja alles drei Opfer gewesen. von ihrer eigenen Zerstörung, die sie selbst betrieben haben. Also es hat ihnen ja keine aufgedrängt. Es war einfach so, dass sie in einer Zeit gelebt haben, wo das einfach selbstverständlich war und

Sie haben also alle ihren Körper überfordert und die Ressourcen, die sie haben. Das ist schon richtig, aber sie haben alle eine individuelle Geschichte. Da gibt es schon gemeinsame, aber auch unterschiedliche Gründe und oft wird ja Woodstock so als dieses Beispiel, ja, dieser Hippie-Zeit genommen, aber auch Woodstock war, glaube ich, nicht nur Paradies und Eitel Sonnenschein, sondern da war viel Drogen, viel Stress.

Und auch da zu spielen muss nicht besonders lustig gewesen sein. Zum Beispiel weiß ich, dass Janis Doplin zwölf Stunden da rumhing und natürlich viel zu viel trank und zu viele Drogen nahm und nachher einen sehr schlechten Auftritt ablieferte. den sie dann aus dem Film hat rausschneiden lassen, also das taucht da gar nicht auf. Man kann sie nur dreißig Sekunden da mal rumlaufen sehen. Auch Hendricks Auftritt mit einer relativ neuen Band, die er gerade zusammengestellt hatte,

ist ziemlich schlecht gewesen. Nur Star Spangled Banner, die Nationalhymne, die amerikanische, die ist erhalten und auch im Film drin, sonst ist kein anderes Stück drin. Also es waren nicht nur gute Zeiten da. Und insofern, Woodstock bringt natürlich auch eine Gemeinsamkeit. Janice Joplin war da, Hendrix war da, aber die Dawes, Jim Morrison, die waren nicht da, weil Morrison war gegen Freiluftkonzerte.

weil für seine theatralische Art auf der Bühne zu agieren, brauchte er Dunkelheit und Licht, Scheinwerfer und nicht irgendwie eine Sonne und irgendwelche breit da rumliegenden... Genau. Ups, da ist mein Kopfhörer wackelig. Und 400.000 Leute. Übrigens, auch Hendrix hatte Angst vor so vielen Leuten. Das war ja eher ein ruhiger, bescheidener Mensch, dem das wirklich Probleme machte und der deswegen auch dafür sorgte, dass er ganz am Schluss auftrat.

An dem Morgen, als fast schon alle abgereist waren, als er spielte, waren nur noch 30.000 bis 40.000 Menschen da von den 400.000. Also, es war nicht so dieser Massenwahn, dieses große Euphorie und das große Paradigm.

Ikonenstatus und tragische Anziehungskraft

B

Bevor wir auf die einzelnen Lebensgeschichten eingehen und auch natürlich auch auf die Kunst, die die uns geliefert haben. Möchte ich noch eine übergeordnete Frage stellen? Und zwar ist es denn so, dass man sich vielleicht auch in der, ich weiß nicht, so als Fan oder als jemand, der sich für diese Musikgeschichte oder Pop-Geschichte insgesamt interessiert? gerne sowas erzählt einfach, dass es deswegen so gut funktioniert, weil Jimi Hendrix und Janis Joplin und Jim Morrison auch.

Das sind ja immer noch so Ikonen. Das sind so Poster, das sind so T-Shirts, das sind so, ich meine, es sind auch eine Menge andere Leute tragisch verstorben, hast du ja schon Brian Jones genannt oder Graham Parsons oder so, da sehe ich jetzt keine T-Shirts direkt. Diese drei haben aber sowas, Übergroßes, so ein bisschen wie James Dean, Marilyn Monroe, sehnt man sich nach so einer Geschichtsschreibung mit so Personen?

A

Da ist natürlich was dran, dass jemand dann noch größer wird, wenn er früh verstorben ist. Das hat man ja schon öfter gehabt. Aber hier waren es auch wirklich drei große Figuren. Also Hendrix war der eindeutig führende größte Rockstar in der Zeit. Er war nicht nur der Bestbezahlte in der Zeit, sondern auch eine herausragende Figur in einerhalb von Kultur. Drei bis vier Jahren hat er eine Wahnsinnskarriere gemacht. Auch Janis Joplin als einzigartige Erscheinung war.

war zwar vielleicht nicht so groß wie Hendrix, aber trotzdem eine Ausnahmeerscheinung. Und auch Jim Morrison war, also auch durch sein Image und das Bild, das verkauft wurde von ihm, mit diesen Schwarz-Weiß-Fotos und diesen Schönheitsideal, wie er da mit nacktem Oberkörper auf dem Plattenkarten agiert. Ich starre es gerade immer wieder an. Es sieht schon toll aus, und das hat natürlich einen unglaublichen Eindruck gemacht dazu.

seine Rolle als Rebell und als Mann, der von Nixon und dem FBI bekämpft wurde und der immer nur breit auf der Bühne stand und auch die Skandale inszenierte. Also das waren schon Ausnahmeerscheinungen.

B

Then let's start with Jimi Hendrix. We have a little bit of the name sorted. Let's go together here. Jimi Hendrix. Ich sag mal, wenn ich nach Hause fahre, dann fahre ich immer an einer Bar vorbei, auf dem Weg nach Altona, durchs Schanzenviertel. Da gibt es die Bar 227, das ist so ein ganz kleiner Club, und da sehe ich durchs Fenster immer, dass über der kleinen Bühne ein ein großes Foto von Jimi Hendrix hängt, 50 Jahre nach seinem Tod. Wie kann das sein?

A

Ja, ich meine, der Mann mit seinem großen Afro war natürlich eine eindrucksvolle Erscheinung und dann war er jemand, der also das Gitarrenspielen revolutioniert hat und Das ist bei Leuten, die Gitarrenspiel toll finden, immer noch sehr wichtig. Aber vielleicht ist es hier jemand, der einfach das Image mochte. Einfach da, es gibt natürlich was her. Das ist eine außergewöhnliche Figur von Eric Clapton, würde man sich so ein Bild, glaube ich, nicht hinhängen.

der natürlich alle zwei Jahre oder jedes Jahr anders aussah. Aber Hendrix war da ein Bild und das war eindrucksvoll.

Gemeinsame Ängste, Druck und falsche Freunde

Und aber lass uns nochmal kurz Gemeinsamkeiten aufzeigen von diesen Personen, die alle schon unter gewissen Ängsten gelitten haben. Das muss man schon sagen. Also, es waren schon Persönlichkeiten, die. Es gab keinen Social Media Rummel wie heutzutage, auch keine Photografen, die überlauerten, aber es gab einen gewissen Druck, einen Arbeitsdruck, es gab viel Einsamkeit, auch auf Tourneen, in Bussen.

in Flugzeugen und es gab eben auch Unsicherheit. Das waren nicht so selbstbewusste Personen und die natürlich auch in ihrer Biografie einen Grund dafür haben. Und äh Aus dieser Unsicherheit und diesem Unfähigsein, einfach damit klarzukommen, sind sie natürlich auf Ablenkungen gekommen, die für den Körper nicht so gut waren. Also, alle drei waren also Alkoholiker und haben zu viele Drogen genommen und das hat den Körper natürlich.

zerstört. Das gehörte damals aber wirklich einfach zu der Zeit und das war ein bisschen gedankenlos. Aber sie waren aber auch keine Opfer. Sie waren einfach überfordert. Sie waren naiv und

Oft von falschen Freunden umgeben, das kann man bei allen drei sagen. Und dass es oft die Freundinnen und die Freunde waren, die gerade die Drogen angebracht haben. Also bei Hendrix ist es zum Beispiel eine Geschichte, dass es eine eine Freundin von Keith Richards, mit Nachname heißt sie auch Keith, ihn kennenlernte in einer Bar in New York und dann auch er weiterempfahl

zum Beispiel an Andrew Loc Oldham, dem Manager der Rolling Stones, aber der sah in Jimi Hendrix kein Potenzial. Erstaunlich. Und Genau, und dann sprach die Frau dann den den Chess Chandler, den Manager der Animals, der gerade neue Talente suchte.

Und der war natürlich gleich begeistert, aber sie soll als auch gewesen sein, die Hendrix auf LSD gebracht hat. Hier, hier, guck, probier mal und so. Das waren so die typischen falschen Freunde und oft auch Ladies, die, die gerade solche sensiblen Künstler, die also auch unsicher waren auf solche Sachen gebracht haben.

B

Ich finde das total interessant, was du sagst mit diesen Unsicherheiten, weil ich glaube, das bringt auch einen Also jetzt mal von der musikalischen Bedeutung abgesehen, bringt das natürlich auch etwas in den Stil und in die Art aufzutreten, bei Jim Morrison sogar auch in die Texte natürlich hinein, was sehr attraktiv ist für junge Menschen, also dieses Gefühl von,

Der Außenseiter oder der singt, was ich fühle, oder die spielen so, oder bei Janice Joplin, sie singt so schmerzvoll oder so aus eigener Erfahrung heraus. Das hat natürlich auch eine große Attraktivität dadurch, für gerade vielleicht für Teenager, oder?

Jimi Hendrix: Schwierige Jugend, frühe Karriere

A

Total, damit können sie sich sehr, sehr gut identifizieren. Und alle drei haben so eine gewisse Außenseiterrolle. Wir kommen da sicherlich gleich noch dazu, zu diesen einzelnen Biografien, die wirklich sehr, sehr spannend auch sind, weil bei Hendrix war es so, dass er aus einer, einer sehr, sehr schwierigen Familie kam. Seine Mutter hat ihn früh, sagen wir mal, nicht, also ausgesetzt ist das falsche Wort, hat ihn einfach abandoned.

hat sich nicht um ihn gekümmert, war Alkoholikerin und psychisch krank und starb mit fünfzehn Jahren. Also als er fünfzehn Jahre war. Und er geriet dann auf die schiefe Bahn, sollte eine Haftstrafe antreten und ging Aber als Ersatz in die Armee. Und das war ja früher immer so auch in den USA, ein Ausweg. Also wenn man sagte, ich verpflichte mich in der Armee, dann brauche ich da die Strafe nicht abzusitzen. Okay, das hat er dann gemacht.

Und wurde da aber auch früh entlassen, nicht unehrenhaft, sondern ehrenhaft, aber man merkte, der Mann hat eigentlich mit Armee und Militär nicht so viel.

B

Das sieht man aber gar nicht mit dieser Hippie-Gestalt zusammen, finde ich.

A

Aber er war da ein paar Jahre lang, er war ein paar Jahre lang und hat danach irgendwie als Begleitmusiker gearbeitet. Ganz unauffällig. Also für diverse Bands, also für Little Richard zum Beispiel, für die Isley Brothers.

und hat auch Platten mit denen aufgenommen, aber war nicht spektakulär. Also er war ab absoluter Begleiter, der die Jobs auch nicht lange hatte. Entweder wurde er entlassen oder er wo er wollte was anderes machen. Also er war rastlos irgendwie und war einfach noch nicht zu Hause.

Hendrix: Londoner Durchbruch und schnelle Bandgründung

und ging dann irgendwann nach New York ins Greenwich Village und trat dann in einem Club auf. Dann entstanden diese Kontakte, die ihn dann weiterbrachten, sodass er im Oktober, September 66 nach England mit Chess Chandler reiste. Und ich hatte ja das Unverschämte Glück, am 1. Oktober 1966 in ein Konzert von Cream zu gehen, also die Band von Eric Clapton, Jack Bruce und Ginger Baker, die auch erst seit ein paar Monaten spielten, aber schon einen unglaublichen Auflauf hervorriefen in London.

In dem Konzert, da trat auf einmal ein farbiger Musiker auf, ein schwarzer Musiker. Na, er ist ja eben kein schwarzer Musiker, sondern er ist Red Indian, indianische Vorfahren und afroamerikanische Vorfahren. Und dieser Mann mit seinem Wuschelkopf trat auf, er kleppte und sagte ihn an, so ein bisschen nuschelig, und ich hatte den Namen gar nicht verstanden. Der kam auf die Bühne, spielte ein ein Blues, uh, Killing Flo von Howling Wolf.

Und spielte mit den Zähnen die Gitarre und auf dem Rücken und die Leute flippten aus und Klappton guckte schon so ein bisschen pikiert, weil das nahm ihm natürlich die Show weg. Nach dem einen Song verschwand der Mann wieder. Und erst Monate später, als dann Hey Joe erschienen war und ich das Foto von diesem Musiker sah, dann wusste ich, ach Gott, den habe ich ja gesehen. Das war ja, und das war echt der erste Auftritt.

In London und von da ging es ab. Zwei Wochen später hatte er schon sein Trio gegründet, aber es war keine Gründung, sondern der Manager organisierte die Musiker. Das war gab Auditions, also wo die Leute vorspielen mussten, und dann nahmen sie eben Mitch Mitchell als Schlagzeuger und Noel Redding als Bassist, der

eigentlich kein guter Bassist war, der eigentlich nur ein Begleitgitarrist war und dann gefragt wurde, kannst du auch Bass spielen? Da hat er gesagt, ja, er sah einfach gut aus für die Band, auch einen Afro. Und sagte dann auch, eine Freundin von Hendrik sagte später,

Er sah einfach richtig für den Job aus. Und das war die Experience, das Trio, das dann ab Mitte Oktober schon so schnell ging das alles, spielte, auf Tournee ging und dann im November, Dezember die ersten Aufnahmen machte. Also, die Zeit war echt.

Hendrix: Tour-Stress, Sound-Innovation, Gesang

Schnelllebiger damals. Die Leute waren ständig auf Tour, spielten fast jeden Abend, gingen aber auch noch ins Studio. Und aus diesem Druck heraus entstand auch viel, viel Unsinn, viel Drogenmissbrauch, Amphetamine, Tabletten, Pillen, um runterzukommen, dann wieder Beruhigungstabletten. die ja später Hendrix praktisch umgebracht haben. Und das ist einfach der Stress, unter dem sie ständig standen.

Und so ging eigentlich Hendricks Karriere los in London. Da blühte er auf einmal auf. Da war er auf einmal etwas. Und er war aber eben kein afroamerikanischer schwarzer Rockstar, sondern er war eigentlich ein weißer Rockstar. Ein Rockstar der weißen Blues-Szene. Blues- und Rock-Szene. Und mehr, weil er einfach ein unfassbarer Virtuose war.

🎵 Music

Six spy.

B

Peter Urban. Jimi Hendrix hat dann ja wirklich auch sehr viel live gespielt in diesen Jahren und kurioserweise ist er auch nach Hamburg gekommen, unter anderem auch zum NDR. Also Steinwurf entfernt, wo wir jetzt gerade sitzen, im Studio 1, das ist da vorne, ich zeige mit dem Finger dahin, das sieht man nicht. Da hat er tatsächlich gespielt, aber das war nicht ganz so einfach.

A

Ein legendärer Auftritt. Abends war der Auftritt im Star Club. Da hat er gespielt. Das war, glaube ich, der April siebenundundsechzig. Genau. Und Dann hat er hier im Trent Club, das war also eine Jugendfunksendung, gespielt und Klaus Wellershaus, der betreute die Aufnahme.

Und Hendrix kam, machte den Soundcheck und wie üblich, er spielte natürlich, weil er eben auch diesen speziellen Sound hatte mit Verzerrung. Das heißt, Hendrix war ja ein Pionier, jemand der der Sound Kreator war, der also Dinge erfunden hat auf der Gitarre, der erstens linkshändig spielte, andersrum als die anderen, und dann verschiedene Techniken zusammenbrachte und eben mit viel Feedback arbeitete.

Feedback ist der Sound zwischen Gitarre und dem Verstärker. Dadurch entstehen auch Verzerrungen. Und er übersteuerte seinen Verstärker. Und der Ende er Toningenieur, ein ruhiger. Von damals ging hin zu dem Verstärker und drehte das Pudi runter. Die Verstärkung raus.

B

Und also die Verzerrung quasi.

A

Und Hendrix guckte wie Bahnhof und sagte, was macht der Mann da? Und sagte, nee, nee, das muss so. Und unser Toning sagte, nein, das war. Verzerrt doch. Das ist nicht unsere Norm. Wir spielen das nicht so. Aber gut, Henrik setzte sich dann durch und es verzerrte dann, wie es auch sein musste. Aber es ist eine großartige Anekdote.

B

Da treffen dann die Kulturen oder die Generationen aufeinander. Das war so nicht in der Norm vorgesehen. Das spricht ja quasi auch Bände dafür, wie Jimi Hendrix in der Tat sein Instrument.

Irgendwie verstanden hatte. Ich finde, er hat auch sehr schön gesungen. Man hört das in den Aufnahmen auch immer eine ganz andere schöne Stimmfärbung ist das, die man irgendwie sofort erkennt, etwas Kühl ist es, finde ich, und aber auch gleichzeitig ein sehr dunklerer Ton als bei vielen anderen Rocksängern in dem Sinne.

A

Es ist so eine Mischung zwischen Soul-Gesang, Bluesgesang und eben einem weißen Rocksänger. Das ist wirklich faszinierend und ich finde auch sein Gesang extrem spannend und interessant. Aber er selbst fand sein Gesang furchtbar. Er war komplett unsicher über die Qualität seines Gesangs.

Und da mussten ihm die Leute dann immer sagen, Mensch, du bist großartig. Und seine Kollegen, es gab zum Beispiel einen Auftritt in London im November, Dezember, wo die Beatles da waren, die Stones, Pete Townsend von The Who und alle. In einem kleinen Club, wo Hendrix wurde vorgeführt, praktisch da, und den fiel alles aus dem Gesicht, weil sie es nicht fassen konnten, wie jemand so gut war. Hendrix hatte ja zum Beispiel solche Fähigkeiten mit der Gitarre.

alles zu spielen, alle Stimmen, gleichzeitig Bass, Rhythmus, Solo. Er pickte, er spielte manchmal so feine Töne wie Curtis Mayfield, manchmal aber auch wirklich verzerrte Töne. Er hatte zum Beispiel eine eine Sache, er spielte Sgt. Peppers Lonely Hearts Club Band alleine auf der Gitarre. Und Paul McCartney sah das einmal und war fassungslos, wie man das überhaupt machen konnte.

Hendrix: Virtuosität, Bühnenrolle, Zukunftspläne

Also er war so ein virtuoser, aber eben auch ein großer Sänger, er schrieb fantastische Songs. nicht nur die knalligen Rocker, sondern eben auch ganz, ganz zarte Songs wie The Windcries Mary. Also da ist so viel Zartheit und Sensibilität drin. Das muss man auch sagen. Er war nicht nur der wilde Mann. Er machte auf der Bühne oft den wilden Mann, das ist richtig. Er entwickelte dann auch Techniken auf der Bühne.

Und im Nachhinein kam dann heraus, dass es eher sein Manager war, der ihn da so aufforderte, sich auf den Boden zu schmeißen, die Gitarre auf den Boden zu schmeißen, sie sogar in Brand zu stecken. alles Sachen zu machen, die eigentlich total überflüssig waren, aber die eben Aufsehen erregen sollten. Und einer der größten, uh, uh, Rockkonzertveranstalter, Bill Graham,

dem, dem das Filmore in San Francisco und New York gehörte, der hat zu Hendrix mal gesagt, Timmy, du brauchst dieses ganze Theater gar nicht. Spiel einfach Gitarre, du bist der beste Gitarrist der Welt. Mach das einfach und lass das ganze andere Theater. Und Henriks hat, glaube ich, ihm sehr, sehr willig und freudig zugestimmt, weil ich glaube, das war Henriks Natur überhaupt nicht.

B

Das ist wirklich verrückt, weil du natürlich schon beschrieben hast, wie schüchtern er oder unsicher der eigentlich gewesen sein muss. Und man hat in der Tat natürlich vor Augen diesen, ja, dieses expressive, extrovertierte auf der Bühne, so dieses der wilde Mann eben auf der Bühne, von dem du schon gesprochen hast.

And

B

Hat man das dann womöglich auch als Zuschauer erwartet, oder hat man erwartet, einfach jemanden, der virtuos Gitarre spielt?

A

Ja, das ist das Problem, das wird dann auch oft erwartet. Ich glaube, die Leute haben es auch nicht unbedingt erwartet. Die Leute haben eher einfach diesen Gitarristen. Und ich muss sagen, das beste, größte Konzert, das ich gesehen habe, war ein Konzert hier in der großen Musikhalle im Januar 1969. Und da war er. eher einfach nur der fantastische Musiker, der also seine Stücke und seine Sounds spielte. Da hatte er auch schon sein drittes Album, Electric Ladyland, aufgenommen.

Auch mit vielen anderen Musikern und auch mit Zeiten, wo er sich sehr viel Zeit nahm, seine Musik zu entwickeln. Und das spürte man dann schon. Der Mann hatte noch viel mehr drin. Er liebte zum Beispiel Strauß und Wagner. Er hörte sehr viel Klassik. Er hätte, glaube ich, wenn er weiter gelebt hätte, Richtungen aufgerissen für sich, die erstaunlich waren. Er plante Aufnahmen mit Miles Davis, kurz vor seinem Tod.

And uh

A

ganz, ganz viele Projekte, die eigentlich ihn noch in eine ganz andere Ebene hochgehoben hätten, als das jetzt schon war.

Hendrix: Business-Druck, Management-Probleme, Tod

Aber er war eben auch vom Rock-Business so gefangen, praktisch, und unter Druck. dass er eben auch wahnsinnigen Stress hatte. Er musste dauernd auf Tournee sein, weil sein Manager das wollte, er selbst auch. Und dann gab er ganz, ganz viel Geld aus auch für Studiosessions. Electric Ladyland dauerte glaube ich sechs Monate die Aufnahme. Er gab zweihunderttausend Dollar aus, nur für die Auf für die Aufnahmen. Da musste er natürlich wieder auf Tournee gehen, um das Geld wieder reinzubringen.

Er wollte ein eigenes Studio bauen, das er auch getan hat in New York, das Electric Lalyland Studio. Und das musste finanziert werden. Und Das war so, dass sein Manager Chess Chandler dann gesagt hat, nein, das kann ich nicht mehr mitmachen, das geht mir alles zu wild hier durcheinander, ist mir zu chaotisch. Und sein Partner, Mike Jeffrey,

ein sehr zwielichtiger Geschäftsmann, der übernahm den Job dann und setzte Hendrix mächtig unter Druck. Hendrix wollte eigentlich sich weiterentwickeln, wollte auch mehr wieder zu seiner afroamerikanischen Seele zurückkehren, auch vielleicht unter dem Einfluss der Black Panther. In New York spielte er in Harlem Benefit Konzerte. Er spielte mit Musikern wie Buddy Miles und Billy Cox dann. Er spielte einen anderen Stil, der mehr ein funkiger Soliger Stil war.

Und das gefiel dem Manager nicht. Der sorgte dann mit sehr, sehr windigen Moves, dass zum Beispiel Buddy Miles aus der Band flog und Hendrix wieder zu seinem Trio zurückkehrte.

zur Trio-Form. Und so spielte er auch seine letzten Konzerte. Also diese ganzen Managementprobleme, die finanziellen Probleme, die haben Hendrix sehr, sehr angefasst und haben ihn auch, glaube ich, psychisch kaputt gemacht und deswegen war er in nicht besonders guter Form, als er dann 1970 wieder nach Europa kam aus Amerika und um Konzerte hier zu spielen, Isle of Wight, Fehmann, sein allerletztes Genau.

wegen Regen gesagt, ich will nicht spielen. Die Gefahr von einem Stromschlag auf der Bühne bei Regen, das wissen wir alle, war sehr, sehr groß. Die Anlagen waren früher auch nicht so abgesichert. Und er spielte dann erst am nächsten Mittag. Und die Leute waren sauer und pfiffen und buten ihn aus.

Und es war, glaube ich, keine schöne Erfahrung. Ich war nicht da im Schlamm von Viehmann, aber es muss keine so tolle Erfahrung gewesen sein und eigentlich auch nicht verdient. Und das war sein letzter Auftritt. Sehr, sehr tragisch.

B

Das Phänomen, finde ich, was du schon beschrieben hast, ist ja, dass ein amerikanischer, also aus Seattle kommt er ja, ein amerikanischer Musiker mit ja auch einer amerikanischen persönlichen Geschichte, also uramerikanisch kann man geradezu sagen.

in Europa groß wird, ein Star wird, dann in den USA, aber wiederum auch, also wie eine Rückkopplung geradezu, passt jetzt gut zur E-Gitarre, ganz groß rauskommt. War das eigentlich üblich damals oder war das eine Ausnahme? Ich meine, es gab dann natürlich Logischerweise die Beatles, es gab die Stones, es gab viele Bands, die von England nach in die USA gegangen sind, aber das war ja quasi einmal.

A

Es war komplett untypisch. Es war komplett untypisch. Und er bekam auch von vielen Schwarzen in Amerika auch so die Frage: Was machst du da eigentlich? Du bist doch eigentlich ein Musiker für die weiße Rock-Szene. Und es war wirklich so, dass die Afroamerikaner in Amerika, die kannten den eigentlich gar nicht richtig. Die weißen College-Kids verehrten Hendrix. Und das hat ihn schon gewurmt. Und da versuchte er auch.

einen Ausweg daraus zu finden und das hat ihn schon bewegt. Ich glaube, wenn er weiter gelebt hätte, hätte er auch mehr vielschichtige Musikstile gespielt, auch vielleicht eher auch afroamerikanische, schwarze, solige Musik. Stile viel Jazz, ich glaube, er wäre ein großer Jazzvirtuose auch geworden.

In Verbindung mit seiner Stimme wäre es vielleicht ganz neue, spannende Musik geworden. Und so ärgerlicher ist sein eher zufälliger Tod, Er an dem Abend, als er starb, da war er mit einer deutschen Freundin unterwegs, Monika Dannemann, einer früheren Eiskunstläuferin aus Düsseldorf, hatte zu viel getrunken, ging da mit der in deren Hotelzimmer und

nahm dann, ich meine da allein das, neun Schlaftabletten. Ein weiser Mensch, eine andere Begleitung, hätte vielleicht gesagt, ey, dies nimmst du hier nicht, ne? Aber Henrix soll auch jemand gewesen sein, der, wenn er Alkohol getrunken hatte, auch ein bisschen gewalttätig, also sagen wir mal nicht.

B

Also aggressiv.

A

Physisch, er wurde aggressiv und sich hat auch nichts. sagen lassen. Aber trotzdem, man hätte verhindern müssen, dass der da so viele Schlaftabletten nimmt. Einfach um sich zu beruhigen, um runterzukommen, um zu schlafen. Hat gar nicht bedacht, dass das ihn vielleicht umbringen kann. Und prompt ist er dann am erbrochenen.

gestorben während des Schlafs. Und das hat die Frau dann, die Frau Dannemann dann morgens erst gemerkt oder vormittags und hat dann den Notarzt geholt, aber da war es dann auch schon zu spät. Also es war eher ein dummer, zufälliger Tod, komplett überflüssig.

Janis Joplin: Monterey, Jugend, Außenseiterin

B

Jimi Hendrix ist ja verrückterweise in den USA ganz groß rausgekommen bei dem ersten großen Rockfestival in Monterey. Das war ja quasi sowas wie die Blaupause für Woodstock später, also ich glaube zwei Jahre später, das muss 1967. Monterey. Und parallel dazu, das ist natürlich auch so eine Koincidenz quasi. Hat da Janice Joplin die Bühne der Rockmusikwelt betreten und alle haben genauso vermutlich gesagt? Müsstest du mal sagen, was ist das denn da gewesen gerade?

A

Genau, also das war ihr erster großer Auftritt. Sie stammt ja aus Texas, ist eigentlich eine ganz normale Provinzgöre gewesen. Ihre Eltern sehr, sehr fürsorglich, haben sie vor allen Möglichen geschützt. Sie war an der Schule schon an Außenseiter, jemand, der auch gern mit den Jungs spielte und alles Mögliche Wilde machte, aber auf der anderen Seite auch sehr provinzartigen Klamotten rumlief, sodass sie.

unheimlich viel Stress und Ärger hatte an der Schule. Also sie wurde beschimpft von Mitschülern und eins ist auf dem College gewesen, das hat ihr später immer noch schwer zu schaffen gemacht. Die Jungs des Colleges haben sie nominiert als den hässlichsten Mann des Colleges. Also, das war. Das ist absolut, absolut. Es hat sie so angefasst.

dass sie also also auch gewisse viele Aggressionen daher genommen hat und äh kurioserweise zehn Jahre später ging sie dann zu einer Reunion, zu einem Klassentreffen. Und obwohl sie schon ein erfolgreicher Popstar war, haben die Mitschüler sie ignoriert. Und das hat sie so frustriert. Und da ist sie in einen Club gegangen, wo Jerry Lee Lewis, der Rock-'n'Roll-Pianist, auftrat.

Und der auch, weil er auch so ein Macho-Arsch war, hat sich über ihre Klamotten, ihr Outfit und ihr Aussehen lustig gemacht auf der Bühne. Da ist sie nach dem Konzert zu ihm hingegangen, hat ihm eine reingehauen, weil sie war eben auch wahrscheinlich auch nicht nüchtern und hat ihm einen reingehauen. Und Jerry Lee Lewis

Hat nur Folgendes gesagt. Ey, wenn du dich wie ein Mann benimmst, dann kriegst du es auch wie ein Mann und hat ihr eine zurückgehauen. Also richtig. Das sind so Erlebnisse, die vielleicht auch schildern, was für eine Jugend dieses arme Kind gehabt hat. Sie ist dann aus Texas weg vom College nach San Francisco, um anders zu leben.

geriet da aber auch an falsche Freunde und in ihrer ersten Periode spielte sie auch viel Musik, so folkartige Musik mit Yorma Kaukun von Jefferson Airplane, der sie begleitete. Aber sie wurde auch amphetaminsüchtig. Sie war wirklich süchtig. Sie spritzte sich, diese Amphetamine, sodass ihre Freunde sie dann wieder zurück nach Texas verfrachteten und sagten, die muss ich jetzt erst mal.

B

Ah yeah, okay.

A

So, dann lebte sie wieder bei ihren Eltern, ging dann auch noch mal wieder auf die Uni, aber dann kriegte sie den Anruf von Big Brother and the Holding Company, einer sehr, sehr populären Band in San Francisco. die einfach eine Sängerin wollten und unbedingt diese Stimme, die sie kannten.

B

Offenbar hatte sie ja aber dann schon entdeckt, dass das ihre Fähigkeit war. Also sie muss ja schon gesehen haben, dass sie etwas konnte, was andere irgendwie nicht konnten.

Joplin: Blues-Stimme, Bandwechsel, Heroin-Absturz

A

Ja, sie hatte sich ganz früh beeinflussen lassen, eben von den Bluesängerinnen, die es gab: von Bessie Smith, von Mar Rainey, von diesen Sängerinnen. Und sie konnte was, sie konnte das singen wie niemand anders. Kein weißes Mädchen. konnte so singen wie sie. Und das war wohl auch in Texas noch nicht so aufgefallen, aber in San Francisco.

Und deswegen hat man sie auch geholt und sie hat dann mit Big Brother eine große Karriere gemacht, Cheap Thrills, ein sehr erfolgreiches Album mit denen aufgenommen. Aber die Musiker von Big Brother and The Holding Company waren einfach nicht gut genug. Im Studio hatten sie kein Timing und Janice merkte das irgendwann und auch andere Leute sagten, ja komm, du brauchst andere Musiker und sie

verließ die Band dann und machte dann eine Art Solokarriere. Aber Solo, das war auch nichts für sie. Sie war auch unsicher. Sie litt unter Einsamkeit, also sie wollte eine Band haben und gründete eine andere Band, die Cosmic Blues Band. mit der sie dann eine nächste Platte aufnahm.

B

Wenn man das so hört, dann denkt man wie bei Jimi Hendrix auch, dass Janice Joplin über ihre erste musikalische Phase vielleicht. Da so rauswächst, wie man aus so einem Kind aus dem Pullover rauswächst oder aus so aus so einer Band rauswächst, weil man merkt, das führt hier irgendwie nicht weiter. Ich muss irgendwie andere Zusammenhänge haben. Das stelle ich mir ähnlich vor.

A

Ja, also natürlich sagten ihr doch, dass andere Leute ihre Freunde. Sie war natürlich jemand, der, der eben auch ein wildes Leben lebte, viele Affären. äh nicht nur mit Männern, sondern sie hatte eine Langzeitfreundin, die aber auch keinen guter Einfluss für sie war. Peggy Cassurter hieß die, die eben auf Heroin war und die auch dann ihre Freundin

dazu gebracht hat, dass Janice also auch schon früh ständig Heroin dabei hatte. Selbst es gibt so Geschichten, als sie in Deutschland auf Tournee war, in Frankfurt und in Europa,

ständig war der kleine Beutel dabei, trotz des Risikos gefasst zu werden. Und wenn wenn die Polizei der Zoll an Flughäfen, ich meine Was für ein Risiko, also und das ist traurig, dass sie eben aus ihrer Unsicherheit und auch ihren Problemen, ihren psychischen Problemen, die sie sicherlich hatte, dann auf solche Leute hörte.

Und sich also praktisch in kurzer Zeit sehr, sehr stark ruinierte. Dabei so eine Persönlichkeit auch war, die wohl auch übersprudelnd oft war. Oft einsam, aber auch oft übersprudelnd. Es gibt übrigens eine lustige Geschichte. Sie hatte auch eine Kurzaffäre unter Alkohol mit Jim Morrison, dem Dorst-Sänger. Also, hier haben wir wieder eine Verbindung.

Und Morrison, uh, das war wohl ein ziemlich schwieriger Typ, sehr kalt, sehr zynisch und hat die Frauen also auch nur immer wieder fallen lassen, kurz. Nach einer Affäre und den hat sie dann nicht mehr mit Namen genannt, sondern nur noch Asshole, genannte sie ihn nur noch, und was also viele auch nur unterstreichen konnten. Denn der Mann hatte seine negativen Seiten.

B

Hm, und Janice Joplin konnte singen wie keine zwei Jungfrau jemals.

🎵 Music

Joplin: Selbstzerstörung, Jim Morrison, Live-Präsenz

B

Hendrix über Janis Joplin und über Jim Morrison. Wenn man das so hört, wie du erzählst, wie Janice Joplin gewesen ist, dann hat man auch das Gefühl, also bei ihr, aber bei den anderen vielleicht auch, über die wir sprechen wollen. Die haben sie auch so ein bisschen für unsterblich gehalten, oder? Also in den guten Momenten. Ich meine, die haben ja auch vielleicht ein bisschen gewusst, dass diese harten Drogen nicht so prima sind, oder?

A

frage ich mich manchmal, aber da setzt anscheinend die Vernunft komplett aus. Also LSD wurde komplett unterschätzt. Das nahmen sie ja alle, auch John Lennon und andere Figuren der Reihe nach ständig. Und es machte ihnen nicht so viel aus. Also es erweiterte gewisserweise ihr Bewusstsein. Sie schrieben vielleicht über ein paar andere Dinge, aber auf die Musik wirkte sich das sonst nicht aus. Aber es gibt ja auch genug Beispiele, die hängen geblieben sind auf sowas wie Sid Barrett.

Der Gründer von Bing Floyd, der dann einfach wahnsinnig geblieben ist, also geisteskrank verwirrt, oder Peter Green, der auch durch einen Friedwood Mac, Gründer, der auch durch LSD, also das Ausmaßen, der Schaden, der angerichtet wird durch solche Drogen, war den Leuten, glaube ich, nicht unbedingt klar. Es gehörte so zum Lebensstil dazu, es war einfach Sorglosigkeit. Aber das Heroin.

Negativ war, das wussten die Leute eigentlich auch. Also, da war aber Janice Joplin von den dreien diejenige, die am meisten damit involviert war. Und viele Leute haben ihr gesagt, komm, das das darfst du eigentlich nicht wieder machen, aber sie machte so sa sogar einmal eine lange große Pause, eine Reise nach Brasilien.

und verabschiedete sich komplett von den Drogen, lernte auch einen Backpacker kennen, der den deutschen Namen Niehaus trug und freundete sich mit ihm an und war vollkommen gut drauf und war ganz gesund, aber kaum war sie wieder in den USA. Da traf sie dann wieder ihre alte Freundin Peggy und dann ging das Ganze wieder von vorne los.

Und man fragt sich wirklich, wo waren die echten Freunde und die echten Berater, die hätten sehen müssen, hör mal zu, dass das führt in die Sackgasse, das geht so nicht weiter. Aber da gibt es ganz viele Beispiele, auch viel weniger prominente. die einfach zeigen, dass dass hier einfach sorglos und unvorsichtig gelebt wurde, Raubbau und Missbrauch, zerstörerischer Missbrauch betrieben wurde.

B

Ich will nochmal die Frage hinterherlegen: Ist es bei Janice Joplin auch so gewesen wie bei Jimi Hendrix, dass man auch da im Konzert oder bei den Auftritten dieses That musst du gesehen haben, dieses die wilde Frau auf der Bühne, wie die singt, wie die das zelebriert. Hat man das auch erwartet von ihr?

A

Ich weiß nicht, ob die Leute das erwartet haben, aber es kam leider zu oft vor, dass sie dann zu viel getrunken hatte. Es gibt ja auch so Bilder von ihr mit der Southern Comfort Flasche auf der Bühne. zu viel getrunken hatte und dann, dass praktisch die Frau sich voll entblößt hat, seelisch auf der Bühne. Sie hat unglaublich emotional gesungen, aber hat sich auch voll nach außen gekehrt.

Und das ist dann auch schon wirklich beinahe wie Missbrauch. Das ist also, wenn man als Zuschauer das miterlebt, das tut doch weh, aber es gibt natürlich auch Zuschauer, die dann sagten, ja, das und Genossen haben auf eine gemeine Art und Weise. Das gab es sicherlich und bei ihr war das so, dass oft ihre Konzerte dann auch von solchen Dingen beeinträchtigt waren.

B

Das Kuriose ist, finde ich, dass die Popmusik- und Rockmusikgeschichte ja da mehrere Stränge hat. Also, wenn wir sehen, dass 67 so diese sogenannten Konzeptarbücher. Oder 66, 67 herauskam, also Pat Sounds und Sergeant Pepper und Pink Floyd, die ersten Aufnahmen machten beispielsweise ja auch im Abbey Road Studio und gleichzeitig aber auf dieses Live-Erlebnis, also dieses, was wir schon sagten,

Den Gitarristen, den musst du gesehen haben. Oder was das würde ja auch zum Beispiel für Cream gelten, oder wie bei Janis Joplin eben auch, hör dir mal an, wie die singt hier. Das ist schon irre, wie das sozusagen parallel so eine Aufmerksamkeit bekommen hat.

Joplin: Live-Künstlerin, posthum Pearl, Todesursache

A

Ja, das gab also wirklich diese zwei Strenge. Und nur bei Hendrix kamen die beiden zusammen, der also wirklich absolut revolutionäre Platten aufnahm, auch soundtechnisch und von Ideen und kreativen Sounds, die da auf einmal zu hören waren. Und gleichzeitig eben ein unfassbarer Live-Künstler war. Während bei Janice Joplin war, dass eigentlich der Ruhm eher durch ihre Live-Auftritte, durch ihre Bekanntheit.

Erst später mit ihrer allerletzten Platte Pearl, auch ihrer erfolgreichste, die erst nach ihrem Tod erschien, Da sagte man dann auch, weil das ist rundherum eine großartige, fantastische Platte. Uh, und sie schrieb ja nicht alle Songs selbst. Sie schrieb nur ein oder zwei Songs. Das andere waren Soulnummern oder von Bobby Womack-Stücke, also von anderen Komponisten.

Songs. Insofern ist das eine ganz andere Art von Musik, ist mehr der Interpret, der hier ist, nicht so der Autor und der Konzeptkünstler, wie es eben bei den Beatles und bei anderen oder den Beach Boys der Fall war. Und äh Geradezu tragisch ist es ja auch, dass als sie starb, auch hier wieder Zufall, würde ich sagen, sie hat sich ja nicht bewusst in den Tod geritten.

Sondern es ging ja eigentlich ganz gut. Sie nahmen dieses fantastische Album Pearl auf, wo also dann auch Mercy des Bands drauf ist und andere Großballungen.

B

Me and Bobby McGee is jail.

A

Wie in Bobby McGee und große Nummern. Und sie war gerade dabei, die letzten Stücke aufzunehmen. Kurioserweise das allerletzte Stück, das eingespielt wurde, bevor sie starb, war Buried Alive in the Blues. Also im Blues lebendig begraben. Das Stück sollte sie am nächsten Tag singen und war alleine im Hotel. Vielleicht war es wieder Einsamkeit. Sie hatte gerade ein bisschen Liebeskummer.

Aber eben auch wohl das falsche Heroin. Und es war wieder mal, das ist ja oft das Problem. Die Leute nahmen ja das Zeug, wussten ja manchmal gar nicht, was es ist.

Es gibt zum Beispiel die furchtbare Geschichte, dass der Schlagzeuger der Average White Band auf einer Party, was schnupfte, dachte, es ist Kokain, aber es war schwerstes Heroin und fiel tot um. Bei Joplin war es auch offensichtlich, dass Also die Leute auch nicht einschätzen konnten, wie stark ist das Heroin und dann starb sie an einer zu großen Dosis eines zu starken Mittels.

B

Man sagt ja dieses doch ja sehr strapazierte Schlagwort Live, Fast, Die Young. Aber ich hab noch was anderes. gelesen, was mir dann doch, na, können wir mal drüber reden. Chris Christofferson, der ja für sie Me und Bobby McGee schrieb und der ja auch einer ihrer Partner, ihrer Freunde war, ihrer Liebhaber

sagte, Janice starb an einer Überdosis Janice. Und das muss man erstmal so nachwirken lassen, finde ich vielleicht auch ein Bon Mot jetzt irgendwie, aber ich finde, da scheint was dran zu sein, weil die hat einfach dann ja auch so am Rand gelebt.

A

Es war einfach übersprudelnd. Es war natürlich, man könnte schon beinahe ein bisschen bipolar. Also das heißt, auf einmal Trauer, Einsamkeit, Depression, auf der anderen Seite wieder. Übersprudelnde Energie. Und dann will man die natürlich auch dämpfen. Und nicht nur nicht nur Christopherson, auch Leonard Cohen. Im Chelsea Hotel haben sie zusammen einige Zeit verbracht und da gab es auch einen Song. Ich glaube irgendwas mit Chelsea. Aber Dennis sagte später, sie fand Cohn nicht so beeindruckend.

als Liebhaber, wie er als Autor und Sänger war, kann man nur sagen.

B

Fällt uns schwer, das nachzuvollziehen.

A

Können wir nicht nach.

B

Können wir die nachvollziehen. Die Verbindung hattest du ja schon erwähnt von Janice Joplin zu Jim Morrison. Ja, quasi die dritte Gestalt in diesem Dreiklang, sagen wir mal. Dreivierteljahr nach den anderen beiden verstorben. Man muss ja einmal noch sagen zu Jimi Hendrix und Janice Joplin, da lagen, glaube ich, 16 Tage nur dazwischen. Also wie beide ums Leben gekommen sind.

Und dann jetzt ein Dreivierteljahr. Kannst du dich eigentlich an diese Zeit erinnern, wie diese Nachrichten auf euch einprasselten?

A

Also ich fand's furchtbar brutal schockierend. Gerade bei Hendrix und bei Janice Joplin. Obwohl bei Joplin ahnte man schon manchmal, da hatte man schon gehört von irgendwelchen Abstürzen.

Jim Morrison: Kindheit, Rebellentum, Doors-Gründung

Bei Jim Morrison war ich nicht so richtig überrascht, weil der lebte, das hieß schon in Paris, eine sehr seltsame Zeit durch und hatte vorher auch extrem viele Alkoholabstürze gehabt. Bei ihm kommt das nun dazu, dass er von Jugend an eigentlich Alkoholiker war. Er hatte nun auch eine Kindheitsgeschichte, die nicht typisch war. Sein Vater war Marineadmiral, Kommandant eines Flugzeugträgers.

jemand, der im Vietnamkrieg sehr aktiv war. Und dann hat er diesen Sohn, der immer Rebell war, der sich dann auch von seinen Eltern losgesagt hat und auch selbst seine Mutter dann nicht wieder gesehen hat, als sie ihn bei einem Konzert besuchen wollte. Also

Kein Kontakt. Und das ist natürlich ein Jugendlicher, der auch ganz anders war. Der hat sich früh mit französischen Dichtern Rimbon oder Baudelaire oder mit William Blake und mit Künstlern der der Beat Generation, Kerouach und Burrows, beschäftigt und das aufgesogen. Der aber zum Beispiel auch studierte und einen Bachelor machte, und zwar in Kinematographie, lernte, studierte zum Beispiel bei Josef von Sternberg, dem legendären Regisseur, Malin Dietrich Film. Genau, in LA in Los Angeles.

And uh U C L A Aber er war trotzdem kein organisierter Student. Er lebte schon sehr chaotisch, hatte selten eine eigene Wohnung, sondern gastierte da in verschiedenen Flats und Apartments von anderen Leuten, hatte immer irgendwie was zu rauchen und zu trinken. Er war also auch damals schon ein Mann, der eigentlich auf dieser Spur war, die ihn später dann auch eventuell umgebracht hat.

Er wurde dann eben auch Musiker und Performer, aber er hätte auch Filmregisseur werden können oder oder Autor oder sowas. Er lernte nun eben Ray Manzarek kennen und die beiden gründeten die Doors: The Doors of Perception, ein Zitat von Aldous Huxley, ursprünglich von William Blake, die The Erkenntness and alles sehr mythisch. Er liebte auch Griechische Philosophen and Nietzsche war auch ein Favourite von ihm. Also er war ein gebildeter Mensch anders. schon früh Gedichte, Poetry. Und ich

B

Finde trotzdem diese bei Jim Morrison, bei allem, was ich da, ja, das kann man dann eben auch vielleicht aus den Songs hören oder aus dem, was man dann vielleicht auch darum herum gelesen hat, hat ich auch dann. So Spoken Word-Performances aufgenommen später und so, finde ich, gibt es da ganz viel auch so Selbstinszenierung und so Selbst.

Na, ich möchte sagen, Bespiegelung, etwas sehr Narzisstisches hat, das finde ich. Und ich sag mal ganz offen gestanden, mir geht das ein bisschen auf den Wecker, dieses, dieses, weißt du, ich bin hier der, eigentlich bin ich ein Poet. Aber wo man denkt, eigentlich reicht es mir, wenn du ein guter Rocksänger bist.

Morrison: Poet, Theatralik, Skandale, Doors-Sound

A

Weißt du, was ich hab? Ja, das stimmt. Er er hat das alles ein bisschen überladen immer. Er war ein guter Rocksänger, hatte also diese Baritonstimme mit großer Kraft und Stärke. die ist wirklich ganz wunderbar gewesen, aber er war eben theatralisch, er war ein Performer, er war eigentlich auch ein Poetry Slammer ganz früher. Also er hat er hat ja dauernd auch auf der Bühne improvisiert und und andere Texte dazu gesungen.

und hat auch Stücke inszeniert, zum Beispiel da gibt es diese großen Dramen auf der Bühne The End oder When the Music Is Over. Also die wurden Llang, 15 Minuten lang gespielt. mit großen Passagen, wo die Band eigentlich nur ein bisschen rumdüdelte. Ja, wie Filmmusik ist es auch. Und er, das ist eben auch vielleicht seine Seele gewesen. Er war eigentlich Filmemacher. Und hat dann auf der Bühne auch inszeniert, also sich selbst natürlich hauptsächlich.

hat dann aber auch die Grenzen nicht mehr gefunden, wo ist das jetzt zwischen peinlich oder oder einfach eine gute Theateraufführung? Und es gibt ja dann unzählige Skandale, die ihn auch dann in eine Rolle gebracht hatte als der jugendliche Rebell. der tatsächlich vom FBI untersucht wurde und auch beobachtet wurde. Als Aufrührer, der die Jugend aufr zu Drogen und sie seine Aufrufe gegen den Vietnamkrieg, ausgerechnet bei dem Vater.

Und der hat dauernd auch den designierten Präsidenten, da war Nixon erst gewählt, noch nicht im Amt, hat er ihn also ständig auf der Bühne beleidigt und Nixon, nachher, als er Präsident war, hat dann auch dafür gesorgt, dass die Dors Streng beobachtet wurden und nicht umsonst auch.

Dieses Problem, dass er in Miami, als er auf der Bühne wohl sagt, Hey, do want to see my dick, also wollt ihr mein Geschlechtsteil sehen, und dann anfing, sich auszuziehen und zu einem Blößen, es ist wohl nicht dazu gekommen, aber er wurde deswegen angeklagt, Er wurde auch verhaftet und er hatte einen... And they had a process. And the band had this so much, but I'm not sure.

🎵 Music

Jamara's

B

Immer die Grenzen gesprengt hat und immer auf dem Weg zu einem anderen, ja, wie soll ich sagen, zu einer anderen Inszenierung war. Das muss ja Teil seiner Idee gewesen sein. Und die anderen haben das so klaglos mitgemacht. Ich finde, wenn man die Dors hört, ist natürlich jetzt seine Lyrics sind da schon prägend, und wie er singt, das ist ja eine sehr prägnante Stimme.

Diese Band ist ja auch irgendwie, klingt ganz anders. Diese Orgel, dieses Gegn, dieses Gegnel von der Orgel ist es ja sehr prägend. Eine starke Gitarre und auch ein toller Schlagzeuger, finde ich. Also eine ganz eigene Mischung. Was war das für eine Band?

A

Und ich muss sagen, der Orgelspieler, der hatte zwar einen furchtbaren Orgelsound, aber was er spielte, war toll. Also diese Figur von Light My Fire, die, die hab ich erstmal in meiner ersten Band lange, da habe ich lange geübt, um das nachzuspielen, weil wie die Nummer auch. aufgeführt haben. Also es ist schon faszinierend und die Stücke waren musikalisch auch spannend.

weil sie aber auch gut zu Morrison passten. Sie waren dramaturgisch gut arrangiert, sie ließen auch viel freie Fläche und sie waren so eine Mischung aus manchmal hartem Blues, hartem Rocken Blues, oder aber auch epischen Erinnerungen an Brechtweil. Also Alabama Song ist ja ein ganz beliebter Song von ihm gewesen. Also das ist auch eine eine eben eine Theaterquelle für die Musik der Dawes und Es ist eben so, dass er sich selbst, glaube ich, überhöhte. Er sah sich beinahe so als mythischer.

Schamane auf der Bühne, der also nicht nur als Theaterschauspieler da stand, sondern der sich auch wirklich so wie der weise Prophet manchmal gebärte und das hat die Band schon.

Morrison: Band-Trennung, Paris, rätselhafter Tod

schon fertig gemacht und nicht umsonst hat man sich dann auch getrennt. Morrison hat die Band verlassen. Dann haben sie ja, glaube ich, ein letztes Album, LA Woman, gemacht. Danach war es erstmal vorbei. Und er ging nach Paris, vielleicht um sich zu erholen, auch physisch, so ständig. Viele, viele Jahre Alkoholismus und andere Drogen, die natürlich auch dabei waren, haben ihn auch körperlich fertig gemacht. Und er hat die Zeit in Paris verbracht.

um sich zu erholen, auch von seinem Asthma. Er litt unter Asthma, verbrachte dann auch Zeit auf Korsika und wärmeren Gegenden, aber lebte dann mit seiner Freundin Pamela Curson, die aber auch eben drogensüchtig war, zusammen in Paris und da kam dann sein Ende auch eher zufällig. Da muss man schon sagen, die französische Polizei hat keine Autopsie gemacht. Er starb. Eines Morgens wurde in der Badewanne aufgefunden.

und da wurde nicht untersucht, was da eigentlich los gewesen war. Danach hat dann die Freundin gesagt, das war wohl Heroin. weil er wohl gegen sein Asthma nicht nur Medizin genommen hat, sondern auch Heroin geschnupft hat, das bei Asthma wohl beruhigend wirken soll. Also diese Selbstmedikation.

hat ihn dann auf Heroin gebracht, was einen natürlich gleich süchtig macht, auch wenn man es schnupft. Und es gibt eine Geschichte, die verschiedene Theorien über seinen Tod, dass er im Palace gewesen sein soll, das ist der die große, der große Club in Paris. Und dass er dort eben auch eine Überdosis bekommen hat. Oder es gibt die wahrscheinlichere Geschichte, die Marion Faithful 2014 erzählt hat.

Sie war mit einem Heroinhändler, Dealer zusammen, kam aus London nach Paris und ihr Freund sagte, ich muss noch mal zum Sänger von den Doors geschäftlich. Und Marion Faithful ahnte schon, was da war und hatte ein dummes Gefühl und hat dann später gesagt, sie hat ein paar Schlaftabletten genommen, hat sich hingelegt und wollte von nichts wissen. Nächsten Morgen wacht sie auf und hört, dass Jim Morrison tot ist. Da wusste sie auch schon, was passiert war.

Denn offensichtlich hatte ihr Freund sehr, sehr starkes Heroin wieder mal dasselbe Problem, das Morrison dann nahm und dann einfach In der Mischung aus Herzschwäche, Asthma, einfach durch Alkoholismus geschwächt, das nicht vertragen hat, im Alter von 27 Jahren, was einfach traurig ist, ehrlich gesagt, und komplett überflüssig.

Der bleibende Mythos Jim Morrison und das Erbe

B

Die letzten vierundzwanzig Stunden, ich glaube, es gibt sogar richtig Dokumentarfilme, über der Tat diese drei, über die wir sprechen. Weil eben nicht ganz hundertprozentig klar ist, es ist jetzt vielleicht auch dann nach 50 Jahren ein bisschen egal, was genau bei Jimi Hendrix, auch bei Janis Joplin, aber vor allem bei Jim Morrison genau los, weil gibt es eben die verschiedenen Spuren, die man da so folgen kann.

Diese Figur, diese Gestalt, die so verehrt wird. In jungen Jahren ist der Künstler zerbrochen. Das ist ja etwas, was es natürlich in der Pop- und Rockmusik gibt, das haben wir ja nun schon besprochen, aber das ist ja verrückterweise. auch schon ganz lange vorher gibt, nämlich in der Literaturgeschichte gibt es da so, so wie Hölderlin, so jemand oder die Wärterfigur, ist ja auch so eine an dem der Empfindsamkeit im Grunde zerbrochene Figur sozusagen.

ist es deswegen auch irgendwie attraktiv, ist es ja ein bisschen morbide, auch diese, diese, diesen Untergang irgendwie mit zu verehren.

A

Oder? Ja, es muss sowas sein. In Verbindung auch noch mit seinem Image, seinem Bild, denn es ist ja sonst nicht zu erklären, dass zum Beispiel sein Grab in Paris, am Per Lachaise, an dem auf dem Friedhof das meistbesuchte in Paris überhaupt ist.

B

Ich war da auch schon, ehrlich gesagt.

A

Du hast auch schon. Also im Jahr kommen da Millionen Menschen und gucken sich das Grab an.

B

So ein ganz kleiner Stein ist da hin und findet das ganz schön.

A

Den hat übrigens der Admiral, der Vater, finanziert, denn den Stein, da war früher eine andere Figur drauf und der hat dann einen kantigen geraden Stein draufgesetzt mit einem griechischen Spruch in griechischer Sprache. Aber es gibt auch wohl jetzt einen kleinen Zaun darum, damit die Leute nicht drauf rumtrampeln auf dem Grab. Aber das ist.

Ein Grab, das also der französische Kulturminister zu einem nationalen Erbe erklärt hat. Also das wird ewig bleiben, das Grab, das wird nie einfach aufgelöst werden. Und naja, irgendwas muss es ja sein, diese Faszination an diesem Mann. Denn unter den dreien ist er vielleicht musikalisch nicht derjenige, der am nachhaltigsten ist oder an dem bedeutendsten. als musikalische Größe, aber trotzdem in der Mischung ist es eine über, übergeordnete, riesige Figur geblieben.

B

Unser Thema heute bei Urban Pop Musik Talk mit Peter Oban, Jimi Hendrix, Janis Joplin und Jim Morrison. Eine ganze Menge für so ein paar Minuten, die man darüber reden kann.

A

Ja, man könnte eigentlich fünf Sendungen drüber machen oder zehn.

B

Wenn ihr uns schreiben wollt, unter urbanpop.ndr.de ist das möglich, gerne für Anregungen, Kritik und weitere Fragen. Die Musiktitel dieser Sendung und weitere Empfehlungen findet ihr in den Shownotes. Das war Urban Pop, Musiktalk mit Peter Orban. Vielen Dank, Peter.

A

Danke dir ook.

🎵 Music

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