Inga Rumpf - podcast episode cover

Inga Rumpf

Feb 02, 20231 hr 9 min
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Summary

Diese Episode würdigt Inga Rumpf, eine der größten deutschen Sängerinnen, deren einzigartige Stimme über Jahrzehnte hinweg Genregrenzen überschritt, von Folk-Rock mit den City Preachers über Progressive Rock mit Frumpy bis zu Blues, Soul und Gospel. Peter Urban erinnert sich an persönliche Begegnungen und beleuchtet ihre Karrierehöhen und -tiefen, einschließlich internationaler Ambitionen und der Zusammenarbeit mit Größen wie Keith Richards, sowie ihre fortwährende Bühnenpräsenz und ihr beeindruckendes Spätwerk.

Episode description

Wenn Inga Rumpf ihre Stimme erhebt, erkennt man sie sofort. Das erlebte auch Peter Urban so, der als 18-Jähriger zum ersten Mal ein Konzert von ihr besuchte und sie bis heute als unverwechselbare Sängerin schätzt. Ihre kehlige, leicht raue Stimme steigt in die Höhe und klingt leidenschaftlich und stark.
In den späten 60er Jahren schrieb sie mit den Hamburger „City Preachers“ deutsche Musikgeschichte in einer Band, deren Folkrockmusik kaum Grenzen kannte. Hier kreuzten sich musikalisch gesehen auch ihrer und Udo Lindenbergs Weg, der damals noch als Schlagzeuger arbeitete.
Dem Geist der Zeit folgend wechselten Besetzungen und Konzepte, Inga Rumpf und ihr Gesang blieben eine Konstante, so auch bei „Frumpy“ ab 1969.
Ausschweifender Bluesrock voller Spielfreude und Improvisationen begeisterte nicht nur ein norddeutsches Publikum. Als „Atlantis“ traten Ingsie und ihre Mitstreiter auch in den USA auf, als Vorgruppe von Lynyrd Skynyrd und Aerosmith eroberten sie das Publikum in großen Hallen.
Fehlendes Engagement der Plattenfirma ist einer der Gründe, weswegen Atlantis keine feste internationale Größe wurde.
Inga Rumpf konnte in den folgenden Jahren in unterschiedlichen Genres überzeugen. Soul, Blues, Gospel oder Jazzaufnahmen mit der NDR Bigband: ihr Feeling für die Musik und die Bandbreite ihrer Stimme sind unverkennbar.
Auch mit Mitte 70 ist sie nicht müde geworden, auf vielen Bühnen aufzutreten, als Gastsängerin bei Kollegen und als Sängerin mit eigener Band.
In ihrem Buch „Darf ich was vorsingen“ zeichnet sie sehr persönlich und voller Witz und Wärme ihren nicht immer nur geraden Lebensweg nach.

Peters Playlist:

Album: The Best of All My Years…so far 1966-1996

City Preachers: Pure Religion (1966)

Frumpy: How the gypsy was born (1971), Singin‘ Songs (1972)

Jean Jacques Kravetz: I’d like tob e a child again (vom Album „Kravetz“, 1972)

Atlantis: Rock’n’Roll Preacher (1973), Drifting Winds (1973), Get on board (1975)

Atlantis Live (1975, wiederveröffentlicht 1995)

Inga Rumpf: Amerika (Second Hand Mädchen,1975)

Vince Weber: My life is a boogie (vom Album „Blues’n’Boogie“, 1977)

Inga Rumpf: London-New York-Berlin (mit drei Alben von 1978, 1979, 1981): My life is a boogie, Hide away, Lett he children live, It’s only love, I wrote a letter

Hungry Girl (auf dem Udo Lindenberg-Album „Intensivstationen“, 1982)

Lieben, Leiden, Leben (1984): Wilde Ehe, Aus lauter Liebe

I I= I, 1986: Imi, Uru

Frumpy: When I fall in love („Now“, 1990), When the night comes, Love is gold (“News“, 1991)

Mit der NDR Big Band: It’s a man’s world (1993), Foxy Lady (1993)

Open Up Your Door (1994): You make my day

In the 25th Hour (1996): In the 25th hour

Easy in my Soul (2006): No cross – no crown

Universe of Dreams (2021): Universe of dreams, I wrote a letter, Back to the roots, Never too late, All in good time

Hidden Tracks (2021): Can’t stop myself, I am I, Two in one, Falling in love, Right on – let your body move

Autoren: Peter Urban und Ocke Bandixen

Transcript

Intro / Opening

🎵 Music

Inga Rumpfs unverwechselbare Stimme

A

Es hat in der gesamten Rock-Geschichte nur drei, vier Sängerinnen gegeben, die so eine außergewöhnliche, einzigartige Stimme gehabt haben oder haben wie Ingarung.

🎵 Music

B

Das ist die Stimme von Inga Rumpf, die immer noch unvergleichlich ist, auch in dieser Aufnahme zu hören. Herzlich willkommen zu dieser Ausgabe von Abend Pop dem Musiktalk mit Peter Oban. Hi, Peter. Wann hast du diese Stimme, die Stimme von Inga Rumpf zum ersten Mal gehört? Weißt du das noch?

A

Eine ganz wunderbare Geschichte. Ich kam aus Quakenbrück, aus der Kleinstadt nach Hamburg, um zu studieren, im katholischen Studentenheim, wo ich einen Platz bekommen hatte. Ziehe ich ein und sehe schon ein Plakat nächste Woche, Donnerstag. Konzertfolklore und da standen City Preachers und im Speisesaal dieses Studentenheimes gab es ein Konzert von den City Preachers und ich war 18 und dann ist da eine Sängerin, lange Haare, ein Pony bis in die Augen und

Macht den Mund auf und singt, und ich dachte, ich höre nicht richtig. Es war Inga Rumpf mit den City Preachers. Und das war das erste Mal, sie war gerade 20 und die City Preachers waren ihre erste große Band. Äh, es war einfach wunderbar. Und seitdem. Kenne ich diese Stimme, liebe Stimme? Sie ist eine der besten, die es überhaupt in der Musikwelt gibt.

🎵 Music

Yeah.

B

Ja, diese Stimme ist in der Tat quasi sofort erkennbar, weil sie so ein ganz eigenes, markantes Thermorat, sie ist rau, sie ist ein bisschen kehlig, aber eigentlich kann man es kaum richtig beschreiben. Es gibt wirklich kaum etwas, womit man sagen kann, das ist so ähnlich wie. Dina Turner oder so, weiß ich gar nicht, mit wem es kommt.

A

Nee, genau. Und deswegen ist es also so, sie ist jetzt wirklich so unique, so originell, so einzigartig. Und das sagen auch andere. Also ich meine Bonnie Raid, die ich sehr gut kenne, die fragt dauernd, was macht Inger Rumpf eigentlich? Die kennt diese Stimme, obwohl die in Amerika ja gar nicht richtig bekannt ist.

Sie gehörde zu den drei, vier bekanntesten Stimmen der Welt gehören. Eindeutig. Und so ist sie auch einzuordnen. Dass es nicht so geworden ist, hat andere Gründe, aber darüber reden wir ja vielleicht.

B

Genau, darüber wollen wir heute reden bei Urban Pop Musik Talk mit Peter Urban. Ich will einmal noch sagen: vielen Dank für die ganzen Mails, die ihr uns geschickt habt hier an Urbanpop.nr. Und auch die nachgereichten Fragen zum Beispiel an Peter. Wir hatten ja zwei Folgen Ask Peter ausgestrahlt auch oder rausgeschickt. Einige hatten noch Fragen danach. Kam also noch mehr zustande, Peter. Also es wird irgendwann wieder mal eine Folge geben, wenn wir wieder genügend.

Folge 3 irgendwann, wenn wieder genügend zusammengekommen sind. Vielen Dank auch für die Vorschläge für weitere Bands. Die haben wir uns gut notiert und die nächsten Folgen sind schon in Planung. Das nochmal vorweg. Wenn ihr uns schreiben mögt, gerne unter urbanpop.ndr.de. Vielen Dank.

🎵 Music

Frühe Jahre und City Preachers

B

Inga Rumpf, das ist natürlich nicht nur die Geschichte über eine Sängerin mit einer sehr markanten Stimme, sondern auch eine Sängerin, die eine Bandbreite mitbringt, die diese Stimme auch trägt, die ja quer von Folk, Blues, Bluesrock, Procrock am Anfang oder am ersten Drittel, später dann aber auch durchaus zu Popmusik oder zu Gospel- und Jazz-Standards reicht das.

A

Alles. Unglaublich vielseitig, was natürlich manchmal auch schon ein Problem ist, weil, wenn du so viele tolle Sachen machen kannst, Dann ist es schwieriger, eine Marke zu finden, die leichter verkauft werden kann. Wir leben nun mal in dieser Verkaufsgesellschaft und da sind solche Marken oft sehr wichtig. Aber sie ist sowas von übertalentiert.

Und das fing ja auch schon klein an. Und allein die Geschichte, wie sie zudem geworden ist, ist ja auch hochinteressant. Und die hat sie ja wunderbar in ihrem Buch vorerzählt, jetzt nacherzählt. Wie heißt das Buch nochmal, Ucke, genau?

B

Ja, das Buch liegt hier nämlich direkt vor mir. Das heißt, das hat den wunderbaren Titel Inger Rumpf, darf ich was vorsingen?

A

Genau, darf ich was vorsingen. Und das ist so niedlich, weil sie erzählt da drin, dass sie, dass sie, als sie vier war, wurde sie von ihrem Vater geheißen: Ja, nun sing mal was vor, dann kriegte sie gleich. ein 5D-Mark-Stück, was richtig bombig viel Geld war, 50 vielleicht heute, fünfzig Euro, und hat gedacht, boah, das ist ja gut. Und dann hat sie in Hausflur und hat sie geklingelt und hat dann gesagt, darf ich was vorsingen?

Und hat dann als kleine Sechsjährige, Siebenjährige hat sie dann was vorgesungen und hat dann immer so ein Groschen oder fünfzig Pfennig gekriegt und hat das schon gedacht, das ist das, was ich machen will. Davon kann man gut leben.

B

Davon kann man gut lieben. Wir hören mal ein bisschen rein, wie das geklungen hat, als sie bei den City Preachers war. Womöglich genau aus der Zeit, als du sie gehört hast. Denn es gibt erst ein NDR-Archiv. Wunderbare Aufnahmen aus dieser Zeit. Die City Preachers, ähm wir kommen gleich noch zu den zu da, wo Inga Rumpf selbst herkommt, aber um nochmal einen Eindruck davon zu bekommen, singt hier einen Titel von Nina Simone.

🎵 Music

B

Also sie klingt auch ein bisschen wie Ninja Simon.

A

Nina Simon war ein großes Vorbild für sie. Und das hört man deutlich.

B

Das könnte fast ein Nina Simone sein. Ich meine, ich weiß nicht, ich hab's selbst aus dem Archiv geholt, ich weiß, es ist wirklich Ingarumpf, aber irre.

A

Ja, eindeutig. Und sie klang schon unglaublich für die Zeit. Die City Preachers muss man wirklich wissen, das war eine Band, die alles Mögliche spielte. Und es kam dahin, dass Inger, wir können ja ruhig mal kurz in die Lebensgeschichte reingehen, eben als Schülerin schon anfangs.

Anfängen Musik zu machen. Skiffle-Gruppen. Mit 14 gibt es Aufnahmen in einer wunderbaren Doku, die es in der WDR-Mediathek und der Rockpalast zu sehen gibt, heißt Inger Rumpf, My Life is a Boogie. Da sieht man Aufnahmen, wo sie 14 ist. eine Gitarre in der Hand und dann singt sie noch mit so einer hochdupierten Frisur. Wunderbar. Oder in einer Skiffleband spielt, die Pornchop-Skiffle Group.

Und war eindeutig schon damals die Chefin im Ring. Und das war für sie selbstverständlich. Aber sie bekam schon Stress von ihrer Mutter, denn als sie sagte, sie wollte Musikerin werden, sagte die Mutter: Ja, du musst aber was lernen. Was lernen und da musste sie eine Lehre machen und wurde Dekarateurin. Die Mutter war Schneiderin, da hat Inger auch sehr gut nähen und Schneidern gelernt, macht sich auch selbst manchmal ihre Anzüge, hat sie sich gemacht, oder der Vater war Seemann.

Also qu S. Georg, einfaches Viertel, da kam sie her. Und insofern hat sie da angefangen Musik zu machen, bekam dann auch als Zwölfjährige eine Gitarre, denn das hat sie auch wunderbar gelernt, Gitarre zu spielen. Und dann sang sie immer in einer Teestube in St. Georg, und da kam John O'Brien Docker rein, der Chef der City Preachers und der suchte Musiker. who lived in Hamburg.

And uh

A

Dann hörte der Inger und hat sie natürlich gleich gefragt, willst du mitsingen, mitspielen? Natürlich, logischerweise. Und die City Preachers waren eine Gruppe von zehn bis siebzehn Musikern. Also das ging immer

in verwechselnden Besetzungen, aber Inga war natürlich die Hauptsängerin. Das stellte sich dann schnell heraus und Die sangen so ein internationales Programm, Spirituals, Gospels, aber auch Jiddische Lieder, andere Volkslieder, und da Deutschland ja seine Volkslied-Tradition komplett unter den Nazis verloren hat.

war damals auch so ein Drang danach, einen Ersatz zu finden. Und die amerikanische Volkbewegung kam nun rüber schon, schwappte rüber John Bayes, Bob Dylan und so weiter, P. Sieger, Und unter diesem Einfluss entwickelte sich diese folklore Welle in Deutschland, und da waren die City Preachers eindeutig führend.

Und auch hoch anerkannt, du hast ja gesehen: Radioaufnahmen, Fernsehaufnahmen, Platten haben sie gemacht, sehr erfolgreiche Platten, haben dann Antikriegslieder gesungen und auch wieder deutsche Lieder wiederbelebt. Also, das war eine ganz, ganz wichtige.

🎵 Music

B

Die City Preachers, wenn man sie hört, das klingt ein bisschen manchmal, also mehrstimmig gesungen wird da ganz oft. Das ist so ein bisschen wie. Peter, Paul und Mary oder so ähnlich klingt das ein bisschen. Und dann eben oft auch raffiniert arrangiert. Und man hört immer, finde ich, wenn Inga Rumpf mitsingt, also sie sticht immer heraus, oder?

A

Das ist natürlich auch charakteristisch gewesen. Das gab aber natürlich auch Spannung in dieser Band, auch mit John O'Brien Docker. Irgendwie am Ende. Die wechselten dauernd ihre Besetzung. Udo Lindenberg wurde sogar als Schlagzeuger verpflichtet. Und dann gab es da einen neuen Bassisten, Karl-Hein Schott und dann gab es da eine Trennung und eine Zeit lang wollten, glaube ich, beide Gruppen, also die John O'Brien-Docker-Hälfte und Ingers-Hälfte, beide diesen Namen weiterführen.

Und da gab es also einen Split und das ist praktisch das Ende der City Preachers.

B

Und die City Preachers, das war dann irgendwann vorbei, weil sie eben ja auch was anderes wollte. Wollte sie denn eine andere Musik machen auch oder wollte sie einfach mit anderen Leuten etwas machen?

A

Ja, wir müssen ja sehen. Wann war das? Neunundsechzig. Da war die Rock-Revolution schon längst passiert. Und das hat sie natürlich auch gemerkt. Gerade Hamburg ist ja eine Stadt, wo also andere Rockmusik und Popmusik sehr lebendig war und da wollte sie natürlich dabei sein. Sie wollte modisch sein. Die City Preachers waren eher doch so, na sagen wir mal eine

Eine kulturelle Institution. Also, das hatte mit Pop und Rock wenig zu tun. Und sie nahm dann nochmal eine Pop-Single auf mit John O'Brien Docker, Bonnie und Clyde, das berühmte Stück.

Rock-Revolution mit Frumpy

Nahm sie in einer anderen Version auf und wurde natürlich kein Erfolg. Ich meine, das Original war erfolgreich genug. Das spricht wieder mal für die Planungspolitik der deutschen Plattenfirmen. Die macht gerne so einen Schwachsinn. Und Inger wurde sogar verpflichtet, von einer Plattenfirma über Rede 1968 beim deutschen Schlagerwettbewerb mitzumachen.

einem ZDF-Wettbewerb und musste einen deutschen Schlager da singen in einem blauen Blümblauen Kleidchen. Also unfassbar, das passte natürlich überhaupt nicht für sie, aber niemand hatte sie beraten, Und sie merkte, aber das ist nichts für mich. Und da wollte sie nun also eine Rockband aufmachen und das tat sie mit Frumpy. Das waren praktisch Musiker, die bei den City Preachers spielten: Jean-Jacques Cravettez, der Keyboarder-Organist, Carlein Schott, der Bassist.

Und dann kam dann Udo Lindenberg erst, und dann ein anderer Drama, Carsten Bohn kam dazu. Und ein Gitarrist Rainer Baumann, ein grandioser Gitarrist, Blues-Gitarrist, aber auch melodiöser Pop- und Rock-Gitarrist. Und die machten dann ganz andere Musik, beeinflusst von von britischen Bands wie The Nice, die die sagen wir mal oder von von sagen wir mal Progrock, Art Rock konnte man das schon nennen, aber dominiert von inger Stimme.

Die, also lange achtminütige Werke wurden da kreiert, That's how the gypsy was born und so, das sind das sind einfach eindrucksvolle. Werte, Werke, die also auch in Deutschland großen, großen Erfolg hatten, die beiden Frumpy oder drei Frumpy.

🎵 Music

B

Also das war das war Frumpy. Ja, das ist schon charakteristisch, diese Art von Musik damals, Peter. Aber ich will einmal zurückgehen, bevor wir zu Früy und Werda auch mitspielte, drauf zu kommen. Du hast ja auch mit ihr zusammen Musik gemacht.

A

Das ist dann ein bisschen später gewesen. Das war im Onkel Pö dann so in der Mitte der 70er, Anfang der 70er, Mitte der 70er Jahre. Da kommen wir ja gleich erst hin. Okay. Erstmal war das Frampium, das war früh, 1970. Die Frumpy-Platten waren wirklich erstaunlich gut, erfolgreich in Deutschland, sie wurden gleich zur beliebtesten Band Deutschlands gewählt, Inger, fünf Jahre lang die beliebteste Rocksängerin Deutschlands.

Also und auch sehr, sehr große Erfolge, auch in auf Tourneen, spielten im Vorprogramm von großen Bands oder in Deutschland auch in größeren Hallen und in England auch im Vorprogramm von berühmten Bands und But wie das so ist, die Chemie stimmte irgendwie nicht, irgendwas war faul. Dann auf einmal gab es Frank P nicht mehr. Da erschienen Anzeigen in Musikzeitschriften wie mit so einem Kreuz.

Wir haben Todesansage, wir trauern um Frampi. Und man hat es auch nicht, ich habe es auch nicht begriffen damals. Ich hab gedacht, jetzt sind die doch so erfolgreich mit diesem, okay, ich mochte das nicht so, dieses war mir zu dramatisch, zu sehr artrockig, ein bisschen viele Klassik-Elemente.

Und so. Und vielleicht hat Inga das auch so gespürt. Sie wollte ein bisschen was Blusigeres, Soligeres machen und hat dann innerhalb von ein paar Monaten diese Band verabschiedet und fast mit den gleichen Musikern eine neue Band aufgemacht, Atlantis.

Atlantis und internationale Ambitionen

Das war 72. Und da habe ich mich schon gefragt. Also, vom Marketingtechnik, Marketing war das irgendwie nicht so richtig clever, weil du hast einen Namen, der groß ist, den verabschiedest du dann.

auch wieder nicht sagen.

A

Und Adriantes drei Jahren fünf LPs gemacht. Also vier Studio-LPs und ein Live-Album in verschiedenen Besetzungen. Erst war Kurt Kress als Schlagzeuger dabei, dann kam Frank Dietz und andere Leute dazu. Und es war eine eindrucksvolle Band, die also auch eine tolle Musik machte, die ein bisschen mehr so erinnerte an Bluesrock, Southern Rock, also was auch sehr en vogue war mit der Musik von Eric Clapton, Delaney und Bonnie und das war so der Stil.

Und der war perfekt eigentlich für Inga. Perfekt auf sie zugeschnitten.

B

Ich will nochmal einen halben Schritt zurückgehen zu Frumpy. Also man muss ja dann die Musiklandschaft auch sehen, wo quasi das Wort der Stunde von heute aus betrachtet ist dann Progressive Rock, also Proc Rock. Also dann eben King Crimson am Anfang, später Amazon Lake and Parma. Yes, Genesis, diese Art von ausschweifenden, kunstvoll gebauten Dingen. Wenn ich das richtig bei ihr im Buch nachgelesen habe, war.

Frumpy auf diesem Weg auch, hat aber sehr viel aus Improvisationen auch diese Lieder geschöpft, diese langen epischen Lieder, die da live zelebriert wurden.

A

Ja, Inge hat dann nachher gesagt, wir hatten einfach zu wenig Titel. Also haben wir diese Titel dann breit gemacht. Und dann Jean-Jacques Craves ist ja auch ein Keyboarder, der gerne, sagen wir mal, sich featured und der sagen wir elaboriert. Und der hat das genossen wahrscheinlich stundenlange Soli zu spielen und die Gitarristen sowieso, die lieben es ja sowieso und so.

B

George Kametz, yeah.

A

Nur die Sängerin steht dann immer so ein bisschen blöd daneben und schüttelt dann vielleicht nur das Tambourin. Und das war, glaube ich, nicht befriedigend für Inger. Und daher auch, glaube ich, dieser Stilwechsel mit Atlantis.

B

George Jacques Krawitz, das wissen ja auch viele, aber spielt ja heute immer noch im Panikorchester bei Udo Lindenberg, zwischendurch auch bei Peter Maffei, aber viele, viele erfolgreiche. Musikproduktionen haben ja mit Jean-Jacques Carvetz zu tun und eben immer wieder und über viele Jahre auch eben Ingerumpf. Ganz elementar. Sie sagt auch, das ist wie so ein Seelenverwandter für sie, glaube ich.

A

Aber ich glaube, er ist auch immer da gab es auch eine Menge Stress, glaube ich, zwischen den persönlichen individuellen Interessen auch, weil Kravetz versuchte auch eine, hat auch eine Soloplatte aufgenommen, 72, auf der Enger ein Stück singt, sehr, sehr schön. Aber das waren auch seine Interessen und dann fing er natürlich auch, spielte er auch bei Lindenberg. Und das gab war irgendwann dann schon schwierig, so als er bei Atlantis spielte, am Anfang war er dabei.

Dann hatte er, glaube ich, auch nicht mehr genug Zeit, um beides zu machen, und dann kamen andere Keyboarder dazu, Adrian SQ und vorher auch Rainer Schnelle, die dann in dieser Band spielten. Und diese Band, die machte ja auch England-Tourneen. Da wurde dann kurzfristig wieder mal Udo Lindenberg, 73, wo der schon erfolgreich als deutscher Künstler war, das kam gerade so in die Gänge.

Da spielte der Schlagzeuger auf einer England Tournee, spielten sie im Vorprogramm auch von Traffic und solchen Bands und fanden immer große Aufmerksamkeit auch. Und Udo kümmerte sich aber schon sehr um seine Solokarriere, da brauchten sie dann auf einmal wieder neuen Schlagzeuger, Ringo Funk hieß der Mann. Und sie gingen sogar auf Amerika-Tournee 1975 und spielten vor 300.000 Leuten insgesamt, glaube ich, 22 Konzerte im Vorprogramm von Lynnet Skinnet.

🎵 Music

A

Also ein richtig großes Podium für die für die Band, und das funktionierte aber nicht mit dem Durchbruch in Amerika, weil die Plattenfirma kein Vertrauen hatte. und nur glaub ich dreitausend LPs produziert hat, die gingen nicht mal an die Radiostationen. Das reichte dafür nicht aus. Also verkauft werden konnte davon auch gar nichts. Also das ist eher nach hinten losgegangen.

Ein wirklich großer Jammer. Aber was wäre passiert? Stell dir vor, sie hätten Erfolg gehabt in Amerika. Das hätte bedeuten müssen, dass sie nach Amerika ziehen. Denn äh, das ist ein Irrglaube, wenn deutsche Gruppen glauben, auch wenn sie Englisch singen und machen internationale tolle Musik, dass sie da Erfolg haben können und dann wieder nach Hause gehen und dann hübsch in Deutschland arbeiten. Das geht nicht. Also du musst entweder dahin gehen und da bleiben.

oder und da weiter dauernd spielen und aufnehmen mit den amerikanischen Gegebenheiten dich dich zurechtfinden. Das ist ein ganz anderes Radiosystem. Die Plattenproduzenten sind anders die Studios. Und deswegen hätte das, glaube ich, auch sowieso nicht klappen können. Aber das hat die Band, nachdem sie wiederkam, auch ziemlich kaputt gemacht. Ich glaube, danach sind sie kurz.

danach auch auseinandergebrochen. Und da spielen natürlich auch noch andere Dinge eine Rolle, weil Inger war mit Karl-Heinz Schott, auch privat verbandelt, der große Drogenprobleme hatte. Und da gab es also immer wieder Reibereien und und Sachen, das die Dinge wurden aufgehalten durch solche äußeren Dinge, durch Streitereien, durch Probleme, durch Drogenprobleme und eben auch durch

Fehlende Führung durch Plattenfirmen hier. Die waren einfach nicht clever, die deutschen Plattenfirmen. Die haben zwar die Platten produziert und dann gab es als letztes Werk eine Live-Aufnahme aus der Fabrik. Das ist mit die beste Live-LP, die jemals gemacht wurde in Deutschland.

🎵 Music

Blues, Boogie und persönliche Begegnungen

A

And immer noch ein strahlendes Werk. Das heißt Atlantis Live in the Fabric of Fabelhaft, and that nature when solution vergeet werden. But Inga hat's self gespürred and Interessierte sich dann auf einmal wieder für intimere Musik, lernte auch privat einen sehr, sehr tollen Pianisten kennen, Vince Wilhelm. der damals erst 20 oder 22 war.

Und in der Zeit, da lernte ich sie persönlich kennen, weil über Vince kamen wir, unsere Band, an eine Sängerin Caro, mit der wir Empö ständig spielten, und Inga, die ja natürlich jetzt schon die größere, ältere, erfahrene war. Die wollte sich die Kleine mal angucken und kam dann immer mal ins Pöl vorbei, auch mit Winz oder ohne Winz. Und äh, beäugte dann die kleine Konkurrentin, die später auf dem Sterntitel auch zusammen mit ihr zu sehen war, da die deutschen Rock Ladies hieß der Covertitel.

Und dann kam Ingo auf die Bühne und und dann gab es Sessions mit Inger und Caro und dann zeigte man schon und zeigte Inga schon, wo hier der Hammer hängt. Also Ja, also das war schon, das war schon, das war schon eindeutig. Also was man einfach merkte war, Inger wusste was sie tat. Also die

Die konnte strahlend, die hat einfach nicht dahin improvisiert. Die hat einfach gerade Melodien gesungen mit ihrem unglaublichen Tombre und ihrem Bluesfeeling. Und das war, also wenn sie nur Blues sang, war das schon einfach. atemberaubend. Und ja, da habe ich sie kennengelernt und da war ich also schon schwer beeindruckt und habe sie dann immer gesehen, wenn sie mit Vinz auftrat und äh

Sie hat dann so eine Neufindung gefunden: Blues und Boogie. Und da gibt es auch eine wunderbare Aufnahme auf der ersten Vince-Weber-Platte, die hieß Blues and Boogie, und da hat sie My Life is a Boogie, das Stück auch als Pianostück mit Vince aufgefunden.

🎵 Music

B

sie wahrscheinlich in kleineren Einheiten auftreten konnte. Aber sie, also da muss man ja doch mal die Frage stellen, du kennst sie jetzt ja auch dann aus dieser Zeit schon persönlich. In Interviews damals, die zum Teil in dieser Rockpalast-Doku zu sehen sind, oder aber auch in anderen Interviews, heute noch. Wirkt Ingarom.

Zumindest zurückhaltend, sehr genau bedacht, das Richtige zu sagen, auf jeden Fall. Also oder sogar fast schüchtern und scheu. Ist sie so oder ist das eine Öffentlichkeitswahrung?

A

So ist sie. Sie ist zwar immer die Leiterin, die Führerin in ihren Bands gewesen, weil es ist doch ganz klar, die Sängerin, die so dominant singt, aber sie ist. eigentlich ein wirklich schüchterner Mensch, ein scheurer Mensch, der genau überlegt, was er tut, und ist also oft auch, lebt also auch mit den Personen, mit denen sie gerade zusammen ist und Mal mer irgendwann merkt sie aber, was gut für sie ist, und und dann gibt es eine neue Richtung.

Aber hier merkte man deutlich, hier ist das, was sie eigentlich am besten kann und am besten will. Diese großartige Stimme lebte eigentlich. Und nicht nur, weil sie in kleinen Personen und das eben auf eine große Band und eine große Bühne übertragen. Das war das Geheimnis. Aber da fehlten auch die großen Berater. Ich meine, im selben Jahr 1975, wo wir das hier, das ist 76 aufgenommen, auch 75, hatte sie eine deutschsprachige LP gemacht.

Secondhand-Mädchen nach dem bombastischen Erfolg von Udo Lindenberg. Dachte die Plattenfirma, Mann, clevere Idee. Wir machen deutsche Texte, die auch so ein bisschen Udo-mäßig sind, und lassen Inga das singen. Und die Songs waren gar nicht so schlecht. Dann gibt es einen Song Amerika und so. Das war okay. Aber trotzdem war es nicht überzeugend, weil Inga war eine großartige Sängerin, die von ihrer großartigen Stimme lebte.

Der Udo war eigentlich kein Sänger, sondern der war so ein Sprechsänger, der bei dem seine Texte total authentisch überzeugend rüberkam, wenn er seine Texte nuschelte, sang oder er richtig singen konnte er

B

Ich habe ja auch die Geschichten dazu. Das wäre irgendwie komisch.

A

Ja, Inger ist eben die Sängerin, die eine wunderbare Interpretin ist, und der kaufte man diese deutschen Texte auf einmal dann nicht ab.

🎵 Music

A

Und ihre Fans waren vollkommen verblüfft. Ich meine, die Frau war fünf Jahre hintereinander beste Rocksängerin Deutschlands und singt auf einmal diese deutschsprachigen Dinger. funktionierte überhaupt nicht. Und dann hat sie gemerkt, das geht nicht. Und danach kam diese Winsweber-Phase.

Karrierewechsel und Songwriting

Und die hat sie dann wieder neu dahin auf die Straße gebracht, auf der sie richtig toll ist. Und das kulminierte mit einem Album, das sie in England aufgenommen hat, mit englischen Studiomusikern.

Also wunderbare Musiker, die hatten damals in England eine Band namens Kokomo, die gerade gerade RB und Soulmusik machten, die wunderbar passte zu Inger Stil und das Album ist auch wirklich mit das Beste, hieß My Life is a Boogie, ist nicht als CD veröffentlicht worden, nur als Vinyl damals, aber jetzt wiederveröffentlicht worden auf einer CD, Dreier CD, die heißt,

London, New York, Berlin. Da sind drei Alben drauf. Die kann man noch hin und da bekommen, aber die kann man auch bei Streamingdiensten. Sich anhören. Und das sind wunderbare Aufnahmen. Gruvige, sehr, sehr ohne großes Bremborium, klasse Aufnahmen von My Life is a Boogie wieder als Aufnahme mit einer Band.

🎵 Music

B

Peter hat diese Lieder ja zum großen Teil auch selbst geschrieben. Das übersieht man fast ein bisschen. Aber das ist ja auch für sich selbst. Sie hat ein gutes Gefühl für sich offenbar, was sie kann.

A

Ein super Song ist das. Also, sie hat ganz tolle Lieder geschrieben. Das unterschätzt man sehr. Also die meisten Lieder, die sie gesungen hat, sind von ihr geschrieben, manchmal mit Hilfe von Mitmusikern, aber hauptsächlich von ihr. Und was man auch unterschätzt, was ich jetzt erst wieder gemerkt habe, sie spielt sehr, sehr gutes Klavier. Sehr gute Gitarre. Also auch diese Slide-Gitarren, diese Mischung aus unten ein bisschen Picking und dann oben mit.

B

Bottleneck.

A

Mit einem Bottleneck, einem Slider drüber. Fantastisch macht sie das. Und das hat sie über die Jahre auch mit Vince in der Zeit sehr gut entwickelt. Und ist übrigens dann mit dieser englischen Band hier in Deutschland auf Tournee gewesen. Und das war 1978. Und da habe ich sie im PÖ gesehen mit dieser Band. Und ich muss sagen, das war das beste Konzert, das ich von ihr je gesehen habe. Das war unfassbar gut.

Und war natürlich nicht auf Dauer zu halten, weil diese englischen Studiomusiker, die hatten andere Sachen zu tun, die waren zu teuer, um die hier festzuhalten. Und aber der Weg war eigentlich schon ganz gut. Nur der nächste Schritt war ein Album in Amerika aufzunehmen, in New York and Toronto, unter der Egide eines Musikers, Richard T. Baer.

Heißt der Mann, der in eigentlich ein durchschnittlicher Pianist und Sänger ist, der in Amerika keine große Karriere gemacht hat, der aber nach Deutschland kam und eine Welle hier veranstaltet hat bei den Plattenfirmen. From a firm who grow gefeatured as the new entdeck. And with viel Geld wurde there promoted.

hat nicht so richtig funktioniert. Aber durch seinen er konnte gut reden und Leute in irgendwas reinreden und da hatte die Leute überredet, ich möchte gerne Inga Rumpf produzieren und die ging nach New York, um ein Album mit ihm zu produzieren. gute Songs von Inger, aber auch viele Coverversionen, Roxanne und sowas. Und

Aber kein gutes Album, fand ich, weil es war zu bombastisch, ein bisschen Mietloafartig oder Pseudo-Springsteen-artig arrangiert und nicht keine Linie drin. Es war ein bisschen verr. Und das hat Inger auch nicht so gut getan. Also, das war auch kein Erfolg. In Amerika war es kein Erfolg, weil es da auch nicht Redie durchkam. Und in Deutschland ja so Medium. Und wieder mal ein Schritt, der eigentlich nicht. ausreichend war, um sagen, eine dauerhafte lange Karriere zu garantieren.

B

Wenn Leute, also wie Udo Lindenberg, ganz groß rauskommen, dann müssen sie ja auch wollen. Also sie müssen sie diese zentrale Figur werden wollen, ein Star werden wollen, diese große Bühnenpräsenz entwickeln wollen und nicht nur gut singen können. Weil Udo Wollte das ja wahrscheinlich immer. Der wollte immer diese Type werden, die er jetzt ist.

A

Obwohl er nicht so gut singen konnte.

B

Ja, nicht so gut kann. Inga es andersrum, hat ja großes, großes Talent als Sängerin und hat aber diesen letzten Willen, die zentrale Rockstar oder Blues-Rockstar-Figur zu werden, hat sie das womöglich dann doch.

A

Ja, man hat das immer von ihr erwartet, weil sie so weil sie ja so un unfassbar einzigartiges Talent ist. Aber das hat sie nun selbst in dieser Doku gesagt, das hat mich schon sehr berührt, wie sie gesagt hat, die Leute haben immer so erwartet, dass ich jetzt nur eine Weltkarriere mache. Aber das wollte ich gar nicht, sagte sie. Ganz einfach. Vielleicht wollte sie das auch nicht. Und ganz ehrlich gesagt, die Umstände sind auch so. Wenn du in Deutschland.

eine so großartige Sängerin bist, die in Englisch singt. Also eigentlich singt wie eine Amerikanerin oder eine höchste Sonne Britin oder früher Janice Joplin oder sowas. Dann musst du aber auch in Amerika leben. Dann musst du in Amerika eine Karriere machen wollen und dann müsstest du aus Deutschland weggehen. Du kannst nicht hierbleiben und dann dahin fahren und versuchen, eine Karriere zu machen. Und deswegen kannst du.

Eigentlich keine solche Karriere machen. Du kannst keine Weltkarriere machen, auch wenn du wirklich die beste Sängerin der Welt bist, weil du da nicht auf dem Markt bist, genau nicht präsent bist in den Fernsehshows auf. trittst in den ganzen, auf dem Rockzirkus bist, des Jahr lang unterwegs bist, But we guys said Bonnie Raid had so begeistert from you that this stimul so eindruck gemacht had. Keith Richards, dem whereden werden.

Er hat gesagt, wenn diese Lady in die Stadt kommt, dann hol mich, ich möchte sie kennenlernen, weil diese Stimme so beeindruckt hat. Und es ist auch nicht schlimm, nun hat sie aber wirklich über ihre Vielfältigkeit so viele befriedigende Sachen gemacht, so viele tolle Dinge, da musst du nicht so eine Weltkarry, musst du nicht Mercedes werden oder Porsche oder sowas.

Neue Deutsche Welle und Tina Turner

Du kannst auch anders sehr, sehr glücklich und zufrieden werden. Und das hat sie gezeigt. Und sie ist natürlich auch, wie jeder Musiker, beeinflussbar und ist immer dann auch ein paar Moden mitgegangen. Und das merken wir jetzt Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre. Da kam nämlich die neue Welle, die neue Deutsche Welle und auch andere Einflüsse. Und dann haben sie unter der Regie Produktion von Jimmy Fox, das war so ein deutscher Indie-New Wave Musiker,

Der Name, der produzierte das und auf einmal hörte sich das schon ganz anders an. Auf diesem Album waren dann so Songs. Auch schon I Wrote a Letter, das später von Tina Turner gecovert wurde. Aber das war eine andere Inger, auch schon mit anderer Frisur und sah anders aus. Und man wollte nun dieser neuen Welle auch ein bisschen

Na, nicht hinterherlaufen, aber man wollte dabei sein. Das ist ja auch verständlich. Denn wenn da aber sowas abgeht in Deutschland wie die Neue Deutsche Welle und du stehst als Blues oder Soul oder Rocksängerin außen vor, dann bist du schon beeinflussbar.

B

Wie schwierig war das aus deiner Einschätzung heraus als Frau so eine Rolle zu spielen, auch mit solchen Erwartungen womöglich überfragt zu sein? Ist ihr musikalisches Talent oder gesangliches Talent haben wir ja schon? ausgiebig beschrieben, aber sie war natürlich auch eine wichtige Persönlichkeit. Aber eine Frau in diesem Rockzirkus stelle ich mir schwierig vor insgesamt.

A

Ja, also dann, sie ist natürlich auch eine, die wirklich auch eher, wie wir vorhin schon sagten, ein bisschen schüchterner war. Und ihr fehlte, sagen wir mal, auch dieser. Übergroße Manager, der richtig gut für sie war. Also jemand, der sie geführt hat oder so.

Aber sie hat sich trotzdem wunderbar behauptet in diesem Zirkus, also gegenüber den Musikern, die männlichen Musiker, oft große Zicken und große Problemkinder, Alkoholiker und Drogenmenschen und auch sehr, sehr, sagen wir mal, egozentrisch.

Mit denen klarzukommen war schon schwierig und deswegen hat Inger auch also nach Atlantisende nicht mehr irgendeine neue Band gegründet, sondern hat dann Ingerumpf und dann plus Reality hieß die Band, mal hieß sie Der Bund, da wurde Deutsch gesungen, später And Friends oder Rock Ship. Je nachdem, was für ein musikalischer schw musikalischer Schwerpunkt dahinter saß. Insofern hat sie dann schon die Führung übernommen. Also ich fand sie eigentlich in ihrer coolen Art, in ihrer nüchternen Art,

Absolut souverän. Also, ich immer, wenn ich sie getroffen habe, war ich immer so ein bisschen ehrfürchtig erst. auch meine Schüchternheit oder so. Vielleicht hatte ich auch ein bisschen Angst oder was, ich weiß nicht was, aber ich fand sie also unheimlich sympathisch, aber auch so ein bisschen abgehoben. So nach dem Motto, ja, die wusste.

B

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A

Cool, she was a star. She was really a star. She was great. Und ich finde, dafür hat sie das wirklich großartig gemacht. Wenn man das mit anderen Karrieren vergleicht, ging das wirklich trotz dieser Wellen, dieser Täler und dieser Berge, die sie da durch vollführte, weiter.

Uh uh, und da gab es Abzweigungen, die ich nun gar nicht verstanden habe. Dann gab es in den Vor den 80er Jahren lernte sie einen Werbetexter und Journalisten kennen, Nico Müller, den hat sie geheiratet, und der blieb aber auch nach der Scheidung, die blieben nur fünf Monate verheiratet.

Aber auch danach blieben sie sehr eng zusammen, haben zusammengearbeitet. Nico hat die Texte geschrieben, Inga die Musik und da entstanden nun Songs, sehr gute Songs auch, aber dann wurde ein deutsches Album aufgenommen. Mit dem Titel.

B

Ich gucke nach, das heißt Liebe.

A

Leben. Da wurde es schon mit dem Titel Bisschen schwierig. Und dann fing es an, wilde Ehe. Das war ein bezeichnetes Lied. Gab es als erster Song, wenn man das anhört, dann merkt man gleich, hau, hier ist jetzt eine ganz andere Abteilung am Start. Hören wir mal an.

🎵 Music

A

Gut. Ist es nicht für Inga richtig? Und dann gibt es aber auch eine ganz schöne Ballade da drauf. Eine Liebesballade, die wunderbar ist. Titel Müsste ich jetzt nachgucken? Ja, aus lauter Liebe heißt er. Das sind ganz schöne Songs. Und Inga hat sie auch, glaube ich, hat wirklich dran geglaubt.

Ich war immer so ein bisschen skeptisch, aber gut, ich bin ja, was wä w was hatte ich zu beurteilen da? Also es funktionierte aber auch kommerziell nicht so richtig überzeugend. Aber Inga sah auch ganz anders aus, hatte die Haare, ihre schönen langen Haare waren ab. Es war so eine kurze Friseur. Uni Lenox-artig und so. Und das war so der Stil. Und ich kann mich erinnern: in einer Zeit, da habe ich sie interviewt, besuchte sie hier, wohnte in der Schrott-Müller-Straße.

And in einem Loft and besuchte sie und sollte sie wollte sie interviewen für eine Radiosendung. Und Nico Müller war auch dabei. Und es ist ja nicht böswillig, aber die meiste Zeit hat er geredet und und hat immer Sachen erklärt und zu versuchen, wo ich eigentlich Inger hören wollte und so.

Die beiden haben aber weiter zusammengearbeitet, auch beim nächsten Album, das dann für den linken Verlag Pläne gemacht wurde, also von einer Plattenfirma zur anderen, da hörte man dann auf einmal Prints-Einflüsse. Auch so ein bisschen wavig, aber das passte schon ein bisschen mehr zu der Philosophie von Inger. Aber richtig große Erfolge waren nicht, obwohl sie immer live aktiv war, immer mit Bands gespielt hat und immer präsent war.

B

Da kommen ja so ein paar, du hast das vorhin schon so ein bisschen angedeutet, ein paar Sachen, das liest man dann auch in ihrer Autobiografie dazu, die so ein bisschen, das wirkt wie so ein totales Kuddelmuddel irgendwie, aber. Es gab eine große, große Anerkennung für Inga Rumpf, auch international. Du hast das schon erzählt, dass eben Keith Richards sagte, wenn die in der Stadt ist, dann sag mir mal Bescheid. Vorher hat Tina Turner eben dieses I wrote a letter aufgenommen.

Kann man sich vorstellen, also das ist das große Comeback-Album Private Dancer. Dann kommt Die Single raus, Let's Stay Together. Das ist, glaube ich, eine L-Gre-Nummer. Und ein großer Erfolg. Und auf der B-Seite dieser Single kommt ein Inga-Hopp-Song. Und Tina Turner singt ihn mit einem ganz anderen Tempo irgendwie auch. Es geht total ab.

🎵 Music

B

Was für eine Irra!

A

Unglaublich. Also und der Song im Original ist auf der auf dem Album Reality aus dem Jahr 1980 oder 81 und der ist ganz da hört er sich ganz anders an. Und da hat Inger, äh, hat da Tina den wohl gehört, irgendwie hat jemand ihr vorgespielt und den möchte ich aufnehmen. Und Tina macht daraus nicht die tolle Version. Und das Lustige ist jetzt, auf diesem letzten großen Album von Inga 2021 zu ihrem 75. Geburtstag.

Universe of Dreams, da hat sie nun eine eigene neue Version von I Wrote a Letter aufgenommen, die ist nun die allerbeste. Da ist es wie ein soliger, bluiger RB-Song auf einmal. Ganz, ganz klasse, ganz ruhig mit Slide-Gitarren.

🎵 Music

A

Aber das war schon ein toller Erfolg für Inga. Und ich meine, sie hat ja auch wirklich eine Fähigkeit, großartige Songs zu schreiben. Sie hat unfassbar viele Platten aufgenommen und darunter sind wirklich ganz, ganz wunderbare Songs.

Vielseitige Projekte und Big Band

Auch auf dem nächsten Projekt, das dann nach dieser Pläne-LP kam, Frumpy wurde nämlich wiedervereint für zwei Alben, 1990, 911.

B

Als Trio, glaube ich, ne?

A

Johnga Kravels, aber auch Carsten Bohn wieder und Inger und dann Studiomusiker. Und ehrlich gesagt, die beiden Platten sind großartig, großartig produziert auch von Ronald Prent. Das ist ein Holländischer Produzent, die klingen fantastisch und da sind einige ganz tolle Songs von Inger drauf, die sie, also das zeigt mal, was für eine gute Komponistin sie ist. When I fall in love is a song oder When the Night Comes, Love is Go.

🎵 Music

A

Ich weiß nicht, was war kommerziell, ob es erfolgreich war. Es war so ein Medium erfolgreich, aber die Chemie stimmte wohl immer wieder nicht. Nach anderthalb Jahren war es dann wieder vorbei. Also das war dann die letzte Band-Reunion, die sie dann gemacht hat. Und hat dann ihr Feld ausgeweitet. Sie sie hat Bluesplatten gemacht mit Joja Wendt, dem, dem Pianisten und dessen Band

B

Es gab eine ganze Menge Platten, finde ich. Also ganz viele Aufnahmen.

A

Ganz viele Aufnahmen, ganz viele Aufnahmen, Livealben und viele Aufnahmen mit der Ender Big Band. Und da konnte sie ihre große Bandbreite zeigen. Wenn man sich die Aufnahmen sich anhört, fantastische Version von It's a Man's World. Die Alben wurden auch veröffentlicht mit der NDA Big Band. Oder er oder dann Jimi Hendrix gibt's ein Album, wo sie Foxy Lady singt, das fällt, da fällt dir nichts mehr ein.

Also fantastische Version und auch jazige Nummern singt sie da und zeigt, wie vielseitig sie ist. Also, sie sie ist ein Übertalent und äh Deswegen ist es auch okay, dass sie das gemacht hat. Fand ich toll.

B

Wir hören mal ein bisschen was von der Big Band Zusammenarbeit, und zwar It's a Man's World.

A

Aber gut.

🎵 Music

A

This is a man

🎵 Music

B

Man möchte die ganze Zeit weiter zuhören, weil das so... Unglaublich gutes Feeling hat sie, ist ganz toll.

A

Da hat auch die NDR Big Band, die hat sie wirklich verführt, zu einer groovigen Soul Band zu werden. Und das musst du erstmal schaffen. Und das war schon wirklich toll. Und das war 1992, 93 wurde das aufgenommen. Und äh wirklich wunder, wunder, wunderbar. Und von da ist sie dann aber auch mehr.

In diese Art gekommen, Gospel zu singen. Das ist ja ein Schritt gewesen, wo man erst dachte, warum macht sie das jetzt? Also im Nachhinein kann ich es aber sehr gut verstehen. Also diese Arbeit in Rockbands, In sch in schlechten Gardoben, mit mit mit schlechten Hotels. Ständig unterwegs zu sein im Wagen, im Van und überall auf der Tankstelle noch einmal kurz was zu essen. Das ist der Weg einer Rockband. Und dann ist es auf einmal was anderes. Du singst in einer Kirche,

Mit einem Chor. Es ist alles, sagen wir mal, kulturell auf einer anderen Stufe. Und ich glaube, das hat sie sehr genossen. Und sie kann es ja auch wahnsinnig. sie hat wirklich uh eine eine Art Gospelmusik gesungen und hat deutsche Chöre zu einem Leben verholfen

Das hätte man gar nicht gedacht. Man dachte, wer in Harlem oder irgendwo in den Südstaaten in Amerika in der Kirche. Also da gibt es wunderbare Aufnahmen aus dieser Zeit, und das sind über zehn Jahre, wo sie in Kirchen gesungen hat, auf Kirchentagen.

B

Tagen ganz viel, ja.

A

Ja, und da hat sie, die hat sie Hunderttausende begeistert. Also das das war auch.

🎵 Music

B

Ist da nicht auch eine Linie drin trotzdem? Weil sie natürlich vorher auch schon immer, also ich möchte mal an diesen Nina Simone-Song von vorhin erinnern, sie hat ja auch solige Musik. Spirituelle Musik von Anfang an gesungen. Das ist schon auch eine Ader, die bei ihr quasi mit dabei ist.

A

Das hat bei den City Preachers angefangen. Und mal sind die Texte anders, mal singst du eben über Sex oder oder Liebe. Und mal singst du über Gott in diesen Gospelliedern, aber die Musik ist eigentlich die gleiche. Nur die Begleitung ist eine andere. Mal sind es Rockgitarren oder sind es Grooves oder mal nur ein Piano oder eine Orgel oder eine Band dahinter oder ein Chor.

Aber von der Musik her ist es echt gleich und ähnlich. Und das ist auch das, wo sie zu Hause ist. Ob sie mit der Big Band spielt, ob mit einer mit einer kleinen Rockbesetzung oder mit einem Pianisten wie Julia Vent oder Vince Weber.

Die verlorenen Stones-Aufnahmen

Es ist eigentlich eine Sache, und sie singt so. Und ich habe sie jetzt vor einer Woche gesehen- genau vor einer Woche. Sie ist 76. Sie singt unfassbar. Sie begleitet sich am Piano, sie spielt wunderbar Klavier, spielt wunderbar Gitarre. Sie hat aus ihrem Buch gelesen und hat dazwischen Songs gesungen, um das zu bebildern.

Und es war unfassbar beeindruckend. Also, wer das sehen kann, sollte wirklich es mitbekommen. Also, wenn Inger Rumpf irgendwo steht, unbedingt hingehen. Es ist ein Erlebnis, jemand, in dem. Alter, man muss ja nun sagen, sie wird 77 und kann mit so einer Power, einer Seele und einer Kraft singen, das erlebst du kaum zweimal in der Welt.

B

Ich kann das nur unterschreiben. Ich habe gesagt letztes Jahr sie zweimal sehen können und das war wirklich sehr, sehr beeindruckend. Sie hat dann privat auch einige Rückschläge oder Tiefschläge hinnehmen müssen. Ihr zweiter Mann ist verstorben am Anfang der 2000er Jahre. Ich glaube, ihre Eltern sogar im selben Jahr in ihrer ihrer Autobiografie beschreibt sie das auch. Sie hat ja so eine Herzensfamilie um sich herum, sagt sie immer.

A

Die Mutter war immer sehr, sehr wichtig, die sie ja früher gedrängt hat, Dekorateurin zu werden, um einfach was einen anständigen Beruf zu haben. Aber die sie dann als Musikerin immer unterstützt hat. die bei jedem Konzert war und immer eine gute Kritikerin und aufmunternde Persönlichkeit war, also eine ganz wichtige Persönlichkeit in ihrem Leben.

B

Sie hat dann verschiedene Projekte weitergehabt, aber im Grunde genommen war es immer so ein bisschen, wenn man das verfolgte. Gerade viel in Norddeutschland, ist sie immer wieder mal, sie taucht immer hier und da mal auf. Als Gastmusikerin, als Gastsängerin in der Vorgruppe von, ich habe zum Beispiel jetzt nachgelesen, sie ist in der bei der Abschiedstournee von Bibi King, ist sie im Vorprogramm aufgetreten. Er hat dann auch mit ihr zusammen auf der Bühne einen Song zelebriert.

Das bedeutet ihnen natürlich unglaublich viel, das ist ganz klar. Aber wir wollen vielleicht nochmal die Anekdote mit Keith und Ronnie Wood nachreichen. Das ist vielleicht für die Chronisten auch nochmal wichtig.

A

Ja, das war ja achtundachtzig, das haben wir jetzt noch gar nicht. breiter erzählt, das ist schon eine unglaubliche Sache. Also sie kam in Kontakt mit Chris Blackwell, der Besitzer von Island Records, und der, der hörte diese großartige Stimme und sagte, okay, ich nehme dich unter Vertrag.

Wir machen eine Platte, du kommst nach London. Und dann wurde angeheuert, Rob Fraboni, ein sehr, sehr prominenter Produzent, der Bob Dylan produziert hatte, die Rolling Stones und andere, und der die Leute alle kannte. Und wie gesagt, er hatte Kontakt zu Keith Richards und Keith Keith hatte gesagt, wenn ich die Stimme Die Stimme ist großartig. Wenn die Frau kommt, dann will ich dabei sein. Und dann kam die ins Studio und Ron Wood war gleich dabei auch, der andere Stones-Gitarrist.

Und die brachten nun Flaschen Burben mit für sich selbst und für Inga brachten sie eine Kiste Bier mit. Eine Kiste sollte die Frau trinken. Man kann schon ein bisschen sich vorstellen, wie die Studiearbeit da aussah.

B

Ich hab im Buch nachgelesen, die sind nicht nur gekommen, die sind aus Frankreich eingeflogen nach London. Ist ja der Hammer, oder?

A

Kies lebte damals in Südfrankreich aus Steuergründen und die sind extra nach London geflogen und und dann haben sie eine Woche oder ein paar Tage da verbracht im Studio. Und Rob Fraboni ist nur so ein Problemkind, der zwar ein großartiger Produzent ist, aber auch oft sagt Inger selbst, der war da und am Telefon, der war selten da.

Drogen spielten hier eine unfassbar große Rolle und das ist für Musikmachen nicht so günstig. Und da stand Inga dann sehr, sehr hilflos dann daneben. Man nahm auch, glaube ich, nur vier oder fünf Stücke auf. und einmal kam Mick Taylor, der neue Stones-Gitarrist, und spielte wunderbares Solo. Und eigentlich sind die Nummern nur ein, zwei sind richtig gut. Die anderen waren eher eher medium gut und

Sie sollten dann weiter auf den Bermuda was Bermuda? Bahamas, auf den Bahamas. In Nassau, Nassau äh fertiggestellt werden. Aber auch da hatte Rob Fraboni wenig Zeit und dann klappte es nicht so richtig und Man hat sich ja gefragt, warum sind diese großartigen Aufnahmen, da Eric Clapton war auch mal ge zu Gast dabei, warum sind die nie erschienen?

Die kamen nicht raus, weil Chris Blackwell traf, also Inga in in auf den Bahamas und sie redeten über die Platte und sie hörten sich das nochmal an und dann fragte Chris, möchtest du wirklich, dass das veröffentlicht wird? Und da hat Inger selbst eingesehen, das ist nicht gut genug. Das ist noch nicht ausgereift. Da hätte noch viel dran gearbeitet werden müssen. Und so ist es einfach im Schrank.

🎵 Music

A

Das ist eigentlich sehr tragisch, weil daraus hätte was Großes werden können. Aber die Aufnahmen, wie sie jetzt waren, sind auch nicht ausreichend genug gewesen. Nun hat Inger sie aber wieder rausgeholt aus dem Schrank. Hat sie noch ein bisschen aufgearbeitet. Chris Blackwell hat die Erlaubnis gegeben, hat sie ihr gegeben, und auf dieser neusten Platte, da sind sie als Hidden Track.

Erschienen. Und also zwei, drei Dinger gefallen mir wirklich sehr, sehr gut. Gerade der Song mit Keys, der ist nicht so richtig toll. Aber mein Gott, es ist einfach ein St eine Station in ihrer Karriere. Mit vernünftiger Führung, mit einem Produzenten, der sich wirklich reingeschafft hätte, hätte das was ganz Großes werden können.

🎵 Music

Spätwerk und Vermächtnis

A

Glücklich und sehr, sehr zufrieden, glaube ich, mit dem, was sie erreicht hat und muss jetzt dem nicht groß nachweinen, ganz ehrlich gesagt.

B

Man kann dann zum Teil zusammensammeln, wo sie mal noch ein Lied singt, wo sie bei Peter Herberzheimer mitmacht, mit Abi Wallenstein aufgetreten ist, immer wieder mit Joja Wendt, Gastauftritte bei Udo Lindenberg. Der ist ja früher, später auch schon mal in so einer Sprechrolle gewesen oder hat mal gesungen oder so.

A

Ja, ein Vorprogramm von den von einer großen Tournee und da ist sie auch auf einem Album Intensivstation, einem Livealbum ist sie auch mit einem großartigen Song Hungry Girl zu hören. Also, das ist auch schon beeindruckend. Und Udo gibt ihr da den roten Teppich und das ist auch wirklich toll. Sie strahlt, wenn sie singt, ist sie, wenn sie ist, dann strahlt sie.

Unglaublich. Und sie war immer aktiv neben den Gospel-Konzerten, hat sie auch immer noch diese Friends-Gruppe gehabt mit tollen Musikern, Reggie Worthy am Bass und so weiter, die die wirklich tolle Auftritte. Mal hat Karl Alaut auch bei ihr gespielt in der Band und unterschiedliche Besetzungen, äh, dann der Bapp-Gitarrist der frühere Krumingo. Helmut Kominga und äh, egal wie, auch im Rockpalast hat sie zweitausend sieben ein Konzert gegeben.

Sie ist die Hauptsache, sie ist die Stimme. Und die, die Musiker sind natürlich besser oder schlechter, aber eigentlich immer gut gewesen. Insofern Ist sie die, die wirklich im Zenter, im Zentrum steht und einfach der Hauptpunkt ist? Und so lief das dann weiter, eigentlich dann aber längere Jahre nichts. Also nach der Bibi King und dann.

Viele, viele andere Auftritte, aber dann war irgendwie eine 2012 war dann auch nochmal was, aber bis 2021 keine neue Platte. Das war eigentlich ein bisschen schade in einer Zeit. Da hatte sie ja auch keinen Plattenvertrag. und selbst Platten zu produzieren, dann kamen immer so Live-Alben raus. Live-Ad so und so, Live-Add-Schwerte.

o uh official bootleg. Also ich glaube, es sind Platten, die aufgenommen wurden und die wurden dann wieder bei Konzerten weiterverkauft. Die kamen gar nicht in den Handel so richtig. Und aber als Musiker kann man auch so gut überleben. Also sie hat sich ja frühzeitig auch zurückgezogen aufs Land, in die Wesermarsch, also irgendwo zwischen Bremen und Oldenburg lebt sie auf dem Land.

B

Ja, und wenn man jetzt auf ihren Tourplan guckt, auf ihrer Homepage, dann sieht man auch, dass sie wieder Pläne hat für dieses Jahr und weitere Pläne, sie tritt dann immer in Worpswede auf und kurz vor Weihnachten in der Fabrik in Hamburg, in Hamburg-Altona und immer als Gastsängerin hier und dort.

Demnächst wieder bei Celebrating George mit Stephanie Hempel, die hat ja im vergangenen Jahr was zu Paul McCartney's 80. Die macht jetzt was über George Harrison. Da ist Inga Rumpf wieder auf der Bühne. Und jedes Mal, wenn sie kommt, Die Leute sind wahnsinnig begeistert, muss ich echt sagen. Also vorher, weil es wie eine alte Bekannte ist oder eine Freundin. Und wenn sie dann singt, sind die natürlich noch mehr aus dem Häuschen. Es ist ganz toll, das zu erleben.

A

Sie hat mittlerweile auch, also sie ist sehr nah bei den Menschen. Sie ist unheimlich emotional, freundlich, lieb mit den Menschen, wo man früher dachte, ja, das ist der ein bisschen abgehobene Rockstar oder so, man hatte ein bisschen Ehrfurcht. Vor ihr, was auch falsch war. Die war nie arrogant, aber sie hatte so eine Aura um sich. Und jetzt ist sie so nah bei den Menschen und sie geht auch wirklich mit ihr.

Dieser Sache, die ich letzte Woche gesehen habe auf Tournee, wo sie ein bisschen liest aus ihrem Buch und dazwischen singt. Und wir müssen dieses Album nochmal feiern, das sie 2021 veröffentlicht hat. Und zwar das Großartig Universal Dreams heißt. Und da sind tolle Kompositionen drauf, hervorragend produziert, es klingt wunderbar. Also, das ist so eine großartige Reverenz für diese große Künstlerin.

Dass das so gelungen ist, hat mich so gefreut und das hat einem noch viel mehr Aufmerksamkeit verdient, als es bekommen hat. Dazu noch die Zugabe der Hidden Track. Also diese Aufnahmen aus England, plus Aufnahmen, die sie mit Niels Gessinger, einem Hamburger Musiker und anderen gemacht hat über die Jahre. Eine Aufnahme ist drauf, die ist auch ganz großartig.

Right on, let your body move. Und das hat sie alleine aufgenommen. Mit einem Sequenzer, mit einem Synthesizer hat sie einen Groove gemacht und singt darüber, Prinzartig, großartig. Also das hätte sie auch alleine machen können auf Dauer und es wäre auch

🎵 Music

B

Eine unglaubliche Stimme!

A

Das ist klasse, wirklich. Und zum Schluss sollten wir wirklich ihre neue Version von I Wrote a Letter hören. Also das vereint eigentlich alles, was diese Frau ausmacht. Großer Song, groß, groß, toll geschrieben. Und naja, über die Stimme müssen wir jetzt nicht mehr reden. Die ist einzigartig. Und ich sag's nochmal: Ich glaube, es hat in der gesamten Rockgeschichte.

nur, sagen wir mal, drei, vier Sängerinnen gegeben, die so eine außergewöhnliche, einzigartige Stimme gehabt haben oder haben, wie Inga Rumpf. Und wir können stolz sein, dass wir sie kennen und dass sie hier bei uns ist.

B

Was hat sie gesagt, als sie dich gesehen hat letzte Woche?

A

Sehr gefreut, ja. Ich mich auch.

B

Darf ich was vorsingen? Auf das Buch sei nochmal hingewiesen. Ihre autobiografische Zeitreise nennt sie das Ganze. Ingerumpf, heute das Thema bei Urban Pop Musik Talk mit Peter Oban. Heute über Ingerumpf, die großartige Deutsche, die großartige Hamburger Sängerin. Vielen Dank.

🎵 Music

Geschichten zu

B

sich seinen MP3-Player rausgeholt. Und als er da gerade so die Stecker ins Ohr gesteckt hat, kommt plötzlich ein Heftiger Knall, und das ist eine Detonation.

C

Recherche.

B

Recherchieren wir los und fragen uns, warum gibt es da.

Grazie.

A

Die Ursache für das massenhafte Fischsterben in der Oder ist ermittelt.

B

Und das ist halt so ein Moment, wo ich dachte, so jetzt habe ich eine fette Geschichte.

C

Das ist 11 KM, der Tagesschau-Podcast mit Viktoria Michaldsack.

D

In FKM geht es genau um die Geschichte. Besten Journalistinnen und Journalisten der ARD, durchleuchte ich für Sie in jeder Folge ein aktuelles Thema. Hinter und wie der Klimawandel unsere Berge bedroht.

Menschen ausgestattet.

D

Bye.

C

Tagesschau Podcast.

D

Ein Thema in aller Tiefe.

bis Freitag.

C

In der Info und wann immer Sie wollen, in der ARD-Audiothek.

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