¶ Bob Dylans Einzigartigkeit und Mythos
ARD Urban Pop Musiktalk mit Peter Urban. Er fuhr im Auto irgendwie rum und das stoppte an der Ampel und da fiedelte ein Musiker rum. Und die spielte wunderbare Geige. Hat er angehalten, ist ausgestiegen, hat gesagt, ey, du bist ja super. Komm mal bitte ins Studio. Und Scarlett Rivera hieß diese Frau. Und die hat er nun eingeladen und die hat mit ihm die nächsten Alben aufgenommen und war auch dann Mitglied dieser Rolling Thunder Review. Here's the story of the hurricane
Guten Abend, herzlich willkommen auch von uns beim Göttinger Literaturherbst zu diesem Abend über Bob Dylan. Ja, wir haben... bei Orbit Pop schon mal über Bob Dylan gesprochen, in unserem Podcast. Das ist viereinhalb Jahre her, da hatten wir uns sehr viel vorgenommen. Man muss wissen, Bob Dylan hat ja 39 Alben gemacht und wir sind in der ersten Folge, die wir gemacht haben,
die dauern ja ungefähr immer so eine Stunde, haben wir es geschafft, bis zum Jahr 1967 mehrfach nichts zu machen. Und dann habe ich leicht... Folge 2 kommt ja. Ja, Folge 2 habe ich gern gesagt. Ja, also wir brauchen jetzt ein bisschen Zeit, um uns vorzubereiten für die nächste Folge. Und... Viereinhalb Jahre später sind wir hier zu weit. Ich will einfach noch mal vorweg sagen, Bob Dylan ist ja einer der wenigen Künstler, der neben Grammys, die er bekommen hat, einen Oscar hat.
einen Pulitzer-Preis und einen Literaturnobelpreisträger und ist aber eigentlich ein Musiker. Unglaublich eigentlich. Ja, das ist, glaube ich, ein Unikat. Also das gibt es, glaube ich, dann doch nicht zweimal. Aber es ist einfach, er ist aber auch nicht zu fassen. Er ist einfach so...
¶ Abkehr von Woodstock und Pop-Erwartungen
so exzentrisch, so überraschend auch. Und auch in seinen Texten fragt man sich dann doch, was soll das jetzt bedeuten? Manchmal ist es relativ klar, manchmal nicht. Deswegen ist es offen für Spekulationen und das haben ja nun einige der Dylenologen weitlich ausgekocht. Einer ist immer in den Müll gestiegen und hat irgendwie versucht aus dem Mülleimer irgendwelche Andeutungen.
Waverman, der hat also immer im Mülleimer rumgesucht und geguckt, was könnte das jetzt bedeuten? Könnte das irgendwas mit dem Text so und so zu tun haben? Ist schon krank. Aber auf seiner Seite hat Bob Dylan ja in seinen Texten nicht nur...
womöglich gedichtet oder autobiografisches einfließen lassen, sondern er hat ja ganz viele Spuren auch gelegt und diesen Spuren wollen wir ein bisschen nachgehen, da ist viel zu entdecken und ich lade Sie jetzt herzlich ein, mit uns zusammen zurückzugehen ins Jahr. 1967, da bin ich noch gar nicht geboren, also ich besuche dieses Jahr jetzt quasi mit Ihnen zusammen. Was? Ja, man sieht es mir nicht an, aber es ist so. Aber wir können ja mal kurz rekapitulieren.
Wo sind wir denn stehen geblieben bei Folge 1? Also es war glaube ich so, 1966 hatte er seinen großen Motorradunfall. Er hat sich nach Woodstock... Zurückgezogen im Staat New York, der Ort, der später berühmt wurde, weil in der Nähe dann ein Festival stattfand. Lebte mit seiner Familie, mit seiner neuen Frau Sarah und den Kindern, bekam Kinder und sonst hörte man wenig.
Keine Auftritte, keine Interviews, nichts. Und dann hat er 1967 ein Album aufgenommen, John Wesley Harding. Das hat er schon in Nashville aufgenommen, genau wie Blond & Blond. Genau, und wichtig ist zu erwähnen, finde ich, dass... Bob Dylan, und das zeigt sich dann hier auch schon 1967, eben dieses John Wesley Harding Album aufgenommen hat, also ein akustisch geprägtes Album zu der Zeit, wo man ja Popmusik, Rockmusik machte, wie Sgt. Pepper mit großen Farben, mit
mit Explosionen, mit Klang-Experimenten macht Bob Dylan, genau das Gegenteil. Das werden wir noch sehen, das zieht sich so durch. Er ist sehr, ja, wie soll ich mal sagen, also er macht große Kurswechsel. Er macht es manchmal aus Prinzip, er macht es auch, weil er es kann, aber auch.
Ja, also er hält sich an überhaupt keine Regeln oder Verpflichtungen, was man bei den Rolling Stones... beobachtet hat, da haben nun die Beatles Sgt. Pepper gemacht und dann müssen sie natürlich mit diesem nächsten Album, Her Santanic Majesties, irgendwie versuchen auch sowas rumzufrickeln.
hat der nicht nötig. Das interessiert ihn überhaupt nicht. Er hat ja auch nicht Lucky Rolling Stone mit elektrischen Gitarren aufgenommen, weil das unbedingt jetzt irgendwie der Start von einer neuen Welle sein sollte. Er hat einfach Lust drauf und das macht er dann auch und das ist das Gute. auch aus so einem gewissen kleinen Trotz.
und so einen rebellischen Kopf, der dann sagt, ich will euch alten Folk-Heinies mal was zeigen und hat dann in Newport voll reingehalten. Das haben wir aber auch schon in der ersten Folge beschrieben. Einen seltsamen Auftritt gemacht, 1969 beim Isle of Wight Festival mit The Band. Vor 200.000 Zuschauern in Woodstock, das war ja im selben Jahr. Da ist er nicht aufgetreten. Nee, da wurde er auch gefragt. Nee, nee, das hat er nicht gemacht.
Insgesamt ist es so, dass auch der Raum für das, was wir jetzt noch erzählen, aber auch der Raum für die Kritiken damals, und das wirst du ja auch erzählen können, wie man Bob Dylan über die Jahre immer wieder auch im Musikjournalismus wahrgenommen hat, der Raum ist ja...
so groß, weil Bob Dylan sich selten äußert. Gar nicht so selten, wie man denkt. Ich habe sogar ein Buch dabei, wo nur Interviews drin sind, das ist recht dick. Aber über 65 Jahre eben auch ist das dann irgendwie auch eine Sammlung. Erklären tut er trotzdem nichts in dem Sinne.
Aber er äußert sich schon, dass er alles furchtbar findet, wenn die Leute zu sehr auf ihn eindringen wollen. Also wenn sie wissen wollen, was hat das zu bedeuten und was hat das zu bedeuten. Er hasst das. Wenn er solche Sachen in Interviews gefragt wird, dann... War echt Ende, war sofort Schluss.
Er sagt auch, diese ganze Deutelei, was kann das bedeuten, ist vollkommen überflüssig. Die denken ja auch alle immer, es ist alles autobiografisch, was er macht, seine Erlebnisse, dass die da einflüssen. Das tun sie sicherlich. hat dann ganz klar gesagt, I don't write confessional songs. Ich schreibe keine autobiografischen Bekenner-Songs. Es wäre genauso, als wäre jetzt Laurence Olivier Hamlet. Also das ist immer eigentlich auch eben Kunst. Es ist Literatur.
Er hasst einfach und ist genervt von Kritikern und Fans, die ständig nach einer autobiografischen Verbindung suchen und jedes Wort umdrehen oder wie dieser Weberman seinen Müll umdrehen. Das findet er überhaupt unerträglich. Lay, lay, lay Lay across my big breast bed Lay, lay, lay Lay across my big breast, baby Whatever colors you have in your mind
¶ Nashville Skyline und Country-Klang
Bob Dylan singt anders. Was hat er gemacht? Also erstmal, der Text ist ja so, der ist ja relativ eindeutig, würde ich mal sagen. Da ist nun nicht viel zu spekulieren, aber er klingt ja seltsam. Und angeblich... soll er so eine neue Stimme bekommen haben, weil er nicht geraucht hat. Er hat eine Rauchpause eingelegt und auf einmal war seine Stimme tief und so mehr wie so ein Country-Crooner. Also ganz, ganz, ganz seltsam.
Ich habe das damals gehört und dachte, hey, wer ist das denn? Man konnte es ja kaum erkennen. Das ist schon seltsam. Aber das ganze Album ist irgendwie angenehm. Wir reden über das Album Nashville Skyline. Das ist 1969 herausgekommen. Das hat er auch in Nashville aufgenommen. Und da gibt es eine Verbindung, die viele sicher auch kennen, aber die ich ganz wunderbar finde. war die Freundschaft zu Johnny Cash, denn er hat zum Teil mit ihm selbst aufgenommen und zum Teil mit seinen Begleitenden.
All down her breast See for me That her hair's Hanging down Der hat ihn ja auch eigentlich nach Nashville gelockt, auch schon damals, als er Blond of Blond aufgenommen hat. Mal aufgezeigt, du kannst auch woanders arbeiten, nicht nur in New York. Und dann hat er mit einem Produzenten angefangen zu arbeiten, Bob Johnston, der da zu Hause war, auch in Nashville. da ihm die Musiker in der Szene vorstellte und mit denen hat er auch dieses Album aufgenommen dabei.
Ein ganz prominenter Gitarrist, Joe South heißt er, der selbst ein erfolgreicher Musiker-Songschreiber war. Games People Play ist von ihm und das berühmte Stück Hush. dass Deep Purple nachher zu so einem Rock-Hit gemacht haben. Er hat also sehr viele erfolgreiche Sachen geschrieben, ist auch Grammy-Gewinner gewesen. Er war aber auch.
Ein perfekter Studio-Gitarrist, das war sein Job damals. Und Dylan hatte angeblich so ein bisschen Angst vor ihm sogar. Da dachte er, oh, der ist so gut und so. Und der South war eben einer... Dem war egal, ob der nun prominent und bekannt war oder so. Da kommt einer aus New York und will da singen. Die hatten schon ihren Stolz da in Nashville. Ja, und das ist gute Musik, ist toll gespielt, es ist rund, es ist perfekt eigentlich. I once held her in my arms. She said she would always stay.
Sie ist das angekommen damals. Das war ja eigentlich Countrymusik. Eher, das ist auch ein Klischee, aber eher die Musik, sagen wir mal, nicht des progressiven Amerikas. Ja, man war schon ein bisschen verblüfft, warum da ja nun eigentlich so eine Country-Album macht. Also Dylan hatte ja nun doch einen anderen Ruf.
Aber es war ja so, Dylan war ja nie genau zu klassifizieren. Das war früher schon so schwierig und ist auch jetzt so gewesen. Insofern hat man das akzeptiert bei ihm. Aber ich selbst fand es ein bisschen seltsam, ehrlich gesagt. Also rein geschmacklich. Aber es ist so, dass man natürlich bei...
Country-Musik sehen muss. Es war nicht nur immer traditionelle, konservative Musik, so die Cowboy-Musik, Country-Western, sondern Country war ja auch einfach ein rudimentärer amerikanischer Musikstil aus Bluegrass, aus Folk-Musik entstanden. und war schon oft auch mit Rockmusik gepaart worden. Also zum Beispiel, da gab es ja die Birds, da gab es eine Seitenband, die Flying Burrito Brothers und so. Es gab immer schon mal Stile, wo das gemischt wurde.
Und wir denken später an die Eagles. Das sind ja alles, es ist ja keine fremde Sache. Man kann es auch wunderbar verbinden. Man kann schöne Songs schreiben, sentimentale schöne Songs. passte das auch zusammen. Harmoniegesänge, schöne Harmonien. Und also insofern war das nicht so weit weg von seinen Vogtswurzeln. Now won't you tell me the truth Ain't that the way it oughta be To hold each other tight The whole night through Always right.
¶ Rückzug und Fans in Woodstock
Spielt es eine Rolle, dass 1969, das Jahr von Woodstock auch, wo ja eine ganze Reihe von Songs und heute noch sehr bekannten Liedern sich ja gegen den Vietnamkrieg gewandt haben. Und er macht ein Country-Album. Hat man damals was anderes auch deshalb von ihm erwartet? Hat man sowieso immer viel zu viel von Bob Dylan erwartet? Ja, da hat er sich immer zurückgehalten. Er hat ja früher berühmte Songs, Masters of War und so Appelle gegen den Atom.
die Atombewaffnung und auch gegen den Krieg geschrieben, aber man kann das von ihm nicht mehr erwarten. Also hier hat er sich komplett rausgehalten. Keine politischen Kommentare, in den Songs sowieso nicht, Interviews hat er nicht gegeben. Ich glaube, man muss das auch nicht erwarten. Das haben natürlich einige. Ich glaube, es waren viele auch enttäuscht, weil sie von ihm nichts hörten. Aber man kann es ihm echt nicht vorwerfen, glaube ich.
Vor allen Dingen, weil er ja auch sehr, sehr zurückgezogen lebte, besonders nach diesem Motorradunfall und dieser familiären Phase. Es ist so, dass er... wenn er nicht in Nashville war, in Woodstock lebte. Aber das wurde schon schwierig, weil Woodstock wurde so ein Wallfahrtsort. Man wusste, da lebt der Dillen und die Fans und die interessierten Leute. haben ihn überrannt, die kämpften vor dem Haus. Einmal wachten sie auf, er und seine Frau Sarah, und da stand ein Mann in ihrem Schlafzimmer.
Also solche kranken Dinge passierten einfach und er hat dann auch aufgegeben, hat dann gesagt, hier kann ich nicht in Ruhe mit meiner Familie leben und ist dann wieder nach New York gezogen. Da war er anonymer, später dann nach Kalifornien. Also diese Verfolgung von einem Mann, der ja eigentlich ein paar Jahre gar nicht viel gemacht hatte. Blonde und Blonde war 1966, jetzt waren da ein Album und zwei Alben eigentlich nur und keine Konzerte, nichts. Trotzdem ein Mythos.
der für die Leute sehr wichtig war. Er beschreibt das selbst in seinem Buch Chronicles auch. Ich habe das hier nochmal mitgebracht. Das ist ja auch manchmal mit Vorsicht zu genießen, aber das ist eine hübsche Passage, die lese ich kurz vor. Ich hatte die Schnauze voll davon, dass ich zum Obermufti geweiht worden war, dass man alles Mögliche in meine Texte hineingeheimniste.
dass ihre ursprüngliche Bedeutung in etwas Polemisches verkehrt wurde und dass ich zum Oberpopanz der Rebellion ernannt worden war, zum Hohepriester des Protests, zum Zaren der Andersdenkenden, zum Herzog der Befehlsverweigerung. Und so geht das dann noch zeilenweise weiter.
¶ Das Missverständnis Self-Portrait
Der Ärger ist immer noch da, als er das schreibt, glaube ich. Auf jeden Fall das nächste Album, das von ihm auf den Markt kommt, das heißt Self-Portrait und das ist aus dem Juni 1970. Das ist nur ein ganz seltsamer Schritt. Vor allem ist es besonders schlecht, ehrlich gesagt. Es ist so. Es sind nur Cover-Versionen, fremde Songs. Und in Versionen ist er nun nicht der größte Interpret von anderen Songs. Also seine Mitmusiker haben später auch gesagt...
Ja, er ist ja ein toller Songschreiber und kann wunderbare Texte schreiben und so, aber ein Musiker ist er eigentlich nicht. Also er kann nicht so gut Gitarre spielen, auch nicht Piano. Singen ist, sagen wir mal, Geschmackssache. Dann The Boxer von Paul Simon zu singen ist mutig. Und dieses Album ist so entstanden.
Er hat das dann selbst erzählt später. Beim Einspielen und Proben in den Studios in Nashville, aber auch in New York, da sind so Sachen mitgeschnitten worden. Da hat er einfach irgendwelche Songs gesungen. Und das wurde aufgenommen. Und dann später dachte man... Och, warum bringen wir das nicht raus? Und so war es eigentlich, also ohne großen Plan, aber ehrlich gesagt, in meinen Augen komplett überflüssig. Also insofern weiß ich nicht, also auch die anderen Kritiker.
Lester Banks, Greel Marcus, die berühmten amerikanischen Kritiker, die ihm Rolling Stone geschrieben haben. Was im Himmel ist das denn hier? Weil die haben überhaupt nicht kapiert, was das sein sollte und es auch nicht verstanden. Na gut. Aber erfolgreich war es. Komischerweise war es erfolgreich. Der Effekt ist, glaube ich, entstanden, weil...
das haben wir öfter beim Pop schon, dass ein Nachfolgealbum irgendwie nicht gut ist, aber Leute erwarten viel und bestellen das dann vor. Bevor es auf dem Markt ist und Leute es gehört haben, ist es dann schon eine... goldene oder so Schallplatte geworden, obwohl es keine gute Platte in dem Sinne war. Man kann die Sachen auch zurückgeben. In jedem Fall kommt eine weitere Platte im selben Jahr raus, die heißt New Morning.
¶ New Morning und Produzenten-Chaos
Die ist ganz gut, finde ich. Das Ding ist ja so, es war früher nie eine lange Zeit. Heutzutage ist es ja so, oder auch in den Jahren, in den 80er, 90er, es dauerte immer ein Jahr, zwei Jahre, bis dann ein neues Album kommt. Also hier... Innerhalb von einem Jahr gleich drei. Und wenn das im Oktober 1970 erscheint, New Morning heißt es ja, es ist wenigstens im halben Jahr vorher aufgenommen worden.
Er hat schon gearbeitet, als dieses Self-Party erschienen ist. Und das ist ja ein richtig schönes Album. New Morning zeigt auch echt, die neue Sonne geht auf. Das ist ein neuer Tag. Rooster crowing Rabbit running down across the road Underneath the bridge where the water flow through So happy just to see a smile underneath the sky blue. Und ähm...
Da gibt es Lieder, die er in Sessions mit Freunden aufgenommen hat. George Harrison, mit dem er ganz gut befreundet war. Er ist auch dabei, hat dann auch einen dieser Songs für sein Album aufgenommen. Es sind schöne Songs. Maybe I couldn't find the door, couldn't even see the floor. I'd be sad and blue, but not for you.
Am Anfang war auch Bob Johnson als Produzent noch dabei. Der ist dann abgehauen. Ich weiß nicht, hat er vielleicht was anderes zu tun gehabt? Oder er war dann genervt? Aber dann musste ein anderer Musiker, Al Cooper... der ja auf Like a Rolling Stone diese wunderbare Orgel gespielt hatte, der hat dann so die Rolle übernommen des Produzenten.
Und hat dann aber auch geklagt danach. Also in Interviews, auch in einem eigenen Buch hat er darüber geklagt, was für eine schwierige Arbeit es war mit diesem Bob, der ständig seine Meinung änderte, der dann gute Vorschläge... Erst Annahmen, sagt er, ja, schön, versuchen wir, dann wieder Ablehnte, dann Songsaufnahmen. Fanden alle toll. Wenn alle das toll finden, findet er es vielleicht doch nicht so gut und schmeißt es wieder raus oder nimmt dann andere Songs neu auf. Es war ein...
¶ Autobiografische Einblicke und Princeton
Chaos für viele, die mit ihm arbeiten müssen. Ja, und dazu kommt offenbar auch, dass also sowohl Bob Johnston eigene Musikerinnen und Musiker mitbrachte. Und Al Cooper auch. Das heißt, da war auch mächtig viel los. Man musste ziemlich viel sortieren. Und das wurde dann auch, Bob Dylan vermutlich auch zu viel. Und da wurde es irgendwie auch schwierig. Ja, da sind Songs drauf, die sind ganz wunderbar, finde ich. Also If Not For You, das ist eben ein Song, der später von John.
Terroristen, der auch aufgenommen wurde. Ganz toll. The Man in Me, den kennen vielleicht auch einige von Ihnen. Der ist später bei The Big Lebowski groß rausgekommen. Noch ein toller Song, finde ich. Dann gibt es eins, went to see the gypsy. Das waren aber wirklich Erinnerungen an seine Heimat, an Hibbing, Minnesota. Das war mal auch mit autobiografischen Notizen, die man so deutlich erkennen konnte.
Staying in a big hotel He smiled when he saw me coming And he said, well, well, well I said it back to him. Ich glaube, eine Geschichte war, dass auf einmal fünf Gitarristen im Studio waren. Weil jeder hatte welche bestellt und so. Und das reizte Chaos. Das geht nicht gut. Da ging da viel Bandflöten für Aufnahmen, die dann weggeschmissen wurden. Ein lustiger Song ist Day of the Locust. Locust ist irgendwie ein Vögel, ne? Genau.
Das sind Eindrücke der Verleihung der Doktorwürde. Er hat in Princeton, der bekannten Universität, die haben ihm einen Doktor verliehen und er wollte da nicht hingehen. Und seine Frau Sarah sagt doch, komm, das ist doch eine Ehre, mach das mal, geh da mal hin. Und dann ist er da hingegangen, notgedrungen und hat dann einen sehr, sehr zynisch witzigen Text darüber geschrieben.
From tree to tree There was little to say There was no conversation Cause I stepped to the stage To pick up my degree Begleitet wurde er von David Crosby, der aber damals wohl schon ein großer Liebhaber von Stimulantien und Chemikalien war. Und dann schreibt Dylan in seinem Text, dann neben mir sitzt einer, dessen Kopf explodiert gerade. Er meinte David Crosby und solche kleinen Dinge. Also das war schon sehr, sehr witzig.
Ja, aber der Song New Morning selbst ist einfach ein schöner, upliftinger Song und If Not For You.
¶ Manager-Trennung und Autonomie
Ein feiner Song, wirklich. Eigentlich so ein Hit, kann man beinahe sagen. Das Album ist auf jeden Fall auch ein Erfolg. Allerdings trennt er sich von seinem Manager. Das ist Albert Grossman, eine wichtige Figur. Das muss wirklich ein großer Bruch auch gewesen sein, weil das war ja der Mann, der ihn schon seit...
Anfang oder Mitte der 60er Jahre betreut hat, der wirklich alles mit ihm geplant hatte, wenn es einen Plan gab, der auch Sachen mitgemacht hat, ihn gebackt hat, Verhandlungen geführt hat. Und jetzt hat er sich von dem getrennt. eine Trennung von Dylan aus. Und er trennte sich auch, sagen wir mal, im Urheberrecht, im Musikverlag, weil Dylan jetzt seinen eigenen Verlag aufmachte. Vorher war Grossmann sein Verleger. Und er war jetzt autonom.
übernahm das Management und diese Dinge und seinen Songverlag selbst. Was, weiß ich nicht, ist wohl so geblieben. Er hat das dann alles in die Hand genommen, zeigt aber auch, Diese sehr sporadischen, exzentrischen, plötzlichen Entscheidungen kommen nicht von irgendwo her, die jetzt in der nächsten Zukunft waren. Das ging ja hin.
Und her. So und so. Und insofern, da fehlte dann vielleicht auch noch diese Figur, die dann nochmal sagte, Bob, let's think about it. Oder sowas. Nochmal eine kleine Pause. I don't have much to say. Daylight's sneaking through the window and I'm still in this all-night cafe. Ja, Gottlön in der Tat.
¶ Greatest Hits Vol. II und Filmmusik
haut in den nächsten Jahren einige ganz unterschiedliche Dinge raus und nimmt tolle Musik auf. Zum Beispiel, es gibt ja schon ein Greatest Hits Album, also glaube ich sogar schon das zweite. Das zweite, Volume 2 schon, ja. Genau. Und da hatte er nun extra auch, glaube ich, für das Album eine Single aufgenommen. Das war mit Leon Russell, dem Pianisten. Und das ist ein sehr attraktiver Song, Watching the River Flow. Das wurde auch so eine Art Single-Hit.
Und dann sind zwei Klassiker drauf, die eigentlich 67 schon mal mit The Band aufgenommen wurden, in den sogenannten Basement Tapes. A-jet footprints are everywhere You can almost think that you're seeing double On a cold dark night on this manly stage Got to hurry on back to my hotel room Where I've got me a date with Buddy Tally's knees. She promised that she'd be right there with me. Allerdings ist es nicht in den Urversionen mit The Band, sondern mit anderen Musikern aufgenommen.
Das waren eben auch neue Songs auf einem Greatest Hits Album, die man wirklich wahrnahm und ach ja, die wirklich dieses Album noch aufwerteten, dieses Greatest Hits Album. From the west down to the east Any day now Any day now
¶ Familiäre Herausforderungen und Filmrolle
Aber sonst passierte nicht unbedingt viel an neuer Musik und neuen Songs. Bob Dylan schreibt in diesem Buch, dass er in der Zeit auch ... doch recht viel damit zu tun hatte, umzuziehen. Also weil er eben ständig, also ich will nicht sagen auf der Flucht, aber er musste eben ständig auch sehen, dass er von New York dann wieder weiter nach Nashville und zurückgezogen ist. Er musste sehen, dass er irgendwie
seine Familie auch zusammenhält. Das wird ihn auch beschäftigt haben. Und das ist ja auch manchmal keine Kleinigkeit. Ich glaube, die hatten zusammen vier Kinder. zu der Zeit. Und das hat ihn, glaube ich, auch beschäftigt. Und dann kriegt er ja auch einen Auftrag für eine Filmmusik. Der Film kommt 1973 raus. Das Album auch dazu. Das ist der Film Pat Garrett and Billy the Kid.
Also ich glaube, auf Deutsch heißt es Pat Garrett Jagd, Billy the Kid mit James Coburn und Chris Christopherson, einen Sam Peckinpah-Film. Und Dylan spielt sogar auch eine Figur in diesem Film, der heißt Elias und er singt... Knock on your hands. Getting dark, too dark to see.
Natürlich ein guter Stoff für viele Spekulationen, dass er eine Figur spielt, die eigentlich keinen Namen hat oder nur eine Chiffre ist. Und eigentlich macht er auch nicht viel in dem Film, er steht da immer ein bisschen rum und guckt. Aber es ist schon so, dass er mit der Familie, mit Sarah und den Kindern dahin gezogen ist. Ich glaube, es wurde in New Mexico gedreht oder so. Also in trister Gegend, alles wüstenartig und so. Irgendwo sagte seine Frau,
was machen wir denn bitte hier monatelang, hängen wir hier rum, weil du da so eine kleine Rolle spielst und so. Also sie war nicht begeistert und dann wurde das auch beendet, aber der Film war natürlich wieder brutal. wie die Pack-and-Pow-Filme immer waren. Also die sind ja dann schon harter Stoff, finde ich. Aber der Song war eben...
Ja, das ist ein Gospel-Song eigentlich. Also vom Thema her hätte er in allen möglichen Phasen seiner Karriere. Ich würde sagen, wir wissen jetzt ja aus welchem Jahr er ist, aber er hätte auch zehn Jahre vorher geschrieben worden können. Oder zehn Jahre danach.
¶ Unerwünschtes Album und Label-Wechsel
in der nächsten Phase später. 1973 haut Columbia Records auch noch ein Album raus und das hat Bob Dylan selbst überhaupt nicht gefallen. Das hat den schlichten Titel Dylan. Wie ist das dazu gekommen? Ich weiß nicht, warum die das gemacht haben. Das war eine Sammlung von Outtakes. von Outtakes aus den Alben Self-Portrait. Self-Portrait waren ja eigentlich Outtakes, die Aufnahmen, die man eigentlich wegschmeißt, die man nicht nimmt. Solche haben sie dann gesammelt und auch von National Sky.
ohne irgendwie seine große Zustimmung. Das hat ihn sehr verärgert. Vielleicht ist das auch der Grund, warum er gesagt hat, ich verlasse jetzt mal diese Firma. Das war natürlich die Firma, die ihn ursprünglich unter Vertrag genommen hatte, Columbia. Und ja, das war dann die Trennung von denen. mit einem neuen Vertrag bei einem neuen Label, zu einem neuen Label, mit David Geffen, der hatte das Label Asylum gemacht.
¶ Kalifornien, Asylum und The Band
Das sind so die nächsten Arbeiten, die dann bei ihm erschienen werden. Aber bis da kommt es nun erstmal nicht gleich, sondern er zieht dann erstmal auch nach Kalifornien. I love you more than money and more than the stars above I love you more than madness and more than dreams upon the sea Was auch eine schwierige Sache ist von New York nach Kalifornien, Haus, Umzug.
Aber eben eine neue Atmosphäre, auch The Asylum ist ja in Los Angeles, da ist die Basis. Und da trifft er nun auch wieder Robbie Robertson von The Band. Die hatten immer Kontakt gehalten, nicht nur, dass sie auf der Isle of Wight gespielt hatten 1969, sondern auch Dylan war Gast gewesen bei einem Auftritt. Silvester 1971, das ist auch als Album veröffentlicht, da singt...
Dylan, fünf oder sechs Songs mit der Band, ein großartiges Live-Album, Rock of Ages heißt das. Also insofern, da gab es immer Kontakt, aber keine großen Pläne für eine Zusammenarbeit. traf Dylan den Robertson wieder und man traf sich auch mit den anderen Mitgliedern von The Band, probte ein paar Stücke, spielte ein wenig zusammen und es funktionierte und man dachte, komm, wir machen das. Und Dylan hat das, glaube ich, auch gemacht.
weil er seinen Freunden helfen wollte, weil The Band hatten so eine kleine Krise, weil der erste Ruf war vergangen und die nächsten Platten liefen nicht so gut, die brauchten auch einen Push. Das war wirklich einer der Gründe, warum er das gemacht hat. Außerdem sind das Musiker gewesen, mit denen er immer gut zusammengearbeitet hat, hatte aber nie mit denen eine Platte aufgenommen. Die alten Platten waren nicht mit The Band aufgenommen.
¶ Planet Waves und Forever Young
Sonst nur die Live-Aufnahmen, die überliefert sind. Aber insofern gingen sie dann auch ins Studio und nahmen was auf, was dann 1974 erschien. Genau, das ist das Album Planet Waves. Das ist dann eben bei Asylum. erschienen und da hören wir mal einen Titel draus. Ich finde, einer der schönsten Songs, also immer persönlich, aber ich finde, ein wunderbarer Song und das ist der Song Forever Young.
May you have a strong foundation when the winds of change shift. May your heart always be... may your song always be sung and may you stay forever young Diesen Song hatte er offenbar schon ein paar Jahre davor geschrieben. Ja, ein Song für seine Kinder. Also ein wirklich... aufmunternder, schöner Song, bleibt optimistisch, versucht immer jung zu bleiben und sowas. Ein wirklich schöner Text.
Der zeigt auch, welche Liebe er seinen Kindern und seiner Familie entgegenbrachte. Also er war nun nicht jemand, der das vollkommen ignorierte. Es gibt ja genug Musiker oder Menschen in jedem Business, die sich dann mehr um ihren Job und ihre, was andere Leidenschaften kümmern und die Kinder eigentlich dann... ausließen, also das war gar nicht...
War gar nicht so. Obwohl Jacob Dylan später gesagt hat, ich bin ja eher nur mit meiner Mutter aufgewachsen, mein Vater war dann weniger da. Das ist natürlich auch so gewesen. Der Mann war natürlich auch viel weg. Das ist schon richtig. Aber das war so, dass sie... das aufnahmen, das ist eine Version, es gibt zwei Versionen von diesem Song auf dem Album. Eine schnelle und eine langsame. Warum? Weiß ich nicht, die langsame ist viel besser. Aber das Album?
¶ Planet Waves: Erfolg und Zusammenarbeit
hat wirklich den Charakter einer schönen Zusammenarbeit. Man hört natürlich wieder diese typischen Band-Sounds, diese Orgel, die da oben rumjubelt und dieser Groove. Die Mandoline, die spielen einfach toll zusammen. Und was Ungewöhnliches ist, dass als Produzent und Toningenieur ein ganz, ganz junger Typ am Werk war. Der war eigentlich Assistent in einem Studio.
wo aufgenommen wurde und dann fragte Dylan den, willst du das produzieren, willst du das nicht machen? 23 Jahre war der alt. Rob Fraboni wurde später ein erfolgreicher Produzent. Das war sein erster Job, gleich für Dylan and the Band. auch noch der Soundmixer für die Live-Tournee, die dann später folgte. Das war schon sehr ungewöhnlich. Es ist ein erfolgreiches Album. Es war wieder mal ein...
Nummer eins der Albumcharts in Amerika, was bei Dylan auch nicht immer der Fall war und für The Band sowieso nicht. Also insofern war es auch kommerziell sehr erfolgreich. There's not much more to be said. It's the top of the end.
Kannst du dich erinnern, als das rausgekommen ist? Weil, wenn wir jetzt mal zurückgucken, haben wir davor ja eine ganze Reihe von Alben gehabt, die ja viele auch enttäuscht haben. Hatte man das Gefühl, ach, da ist er ja wieder? Ja, jetzt fand ich es aber richtig toll, weil ich ein sehr großer... Es waren ja viele Leute, die ein großer Fan von der Band waren.
Und dachte, oh jetzt schon, mit denen zusammen, das ist ja wunderbar. Was für eine tolle Kombination. Insofern habe ich mich sehr gefreut, war aber auch damals von New Morning begeistert. Also ich hatte nicht ein enttäuschendes Gefühl dazwischendurch. Mein Self-Protray habe ich ignoriert, das habe ich überhaupt nicht wahrgenommen.
Aber dieses war wirklich eine positive Stimmung um ihn gegenüber und ich fand es ja besonders aufmunternd, dass er mit dieser Band, mit The Band wieder zusammenarbeitete.
¶ Liebe, Abschied und Enttäuschende Tour
Und die Songs waren ja auch wirklich gut, wenn man das Album dann hörte. Also Going Going Gone, ein wirklich bittersüßes Abschiedslied. aber auch nicht oberflächlich, sondern sehr, sehr tief, sehr, sehr schön. On a Night Like This war so ein fröhlicher erster Song, begrüßt uns gleich am Anfang von diesem Album. We got to talk. Never Say Goodbye, auch eine Liebeshymne beinahe an seine Frau. Also damals war noch alles in Ordnung. Oh, beautiful to me. You could make me cry. Never say goodbye.
Oder es ist ein Song drauf, der Wedding Song. Ein ganz großes Liebeslied. Also wenn man den Text sieht, wie hier eine Liebe erklärt wird mit gegensätzlichen Bildern. Also da wird ganz Schlimmes verglichen. aber dann gesagt, ja, wenn es ganz, ganz schlimm wäre, dann bist aber immer noch du da oder sowas. Das ist wirklich sowas von...
Wenn jemand mir so einen Song schreiben würde, mein Gott, ich würde ja hinschmelzen. Also das war schon ganz groß. Das war geschrieben, ja, 1973, aufgenommen, erschienen 1974. war dieses Album sehr erfolgreich und dann ging man auf Tournee. Man ging auf Tournee, also Bob Dylan und The Band gingen auf Tournee. Es gibt auch ein tolles Live-Album, finde ich zumindest, das heißt Before the Flood. Er hat nachher darüber geschimpft, über diese Tour. Ja, es ist so. Es war das erste Mal...
Das erste Album seit 66, die erste Tour seit 66. Ey, das sind ja acht Jahre. Und er war das gar nicht mehr gewohnt. Die Nachfrage, das Bedürfnis, Dylan zu sehen, so groß war in Amerika, hat man riesige Hallen gebucht. Also für ihn viel zu große Hallen. 20.000er, 15.000 bis 20.000er Hallen. Und er fand es schrecklich. Er fand es kalt, schwieriger Sound und eine Tournee, die nur, er hat es nachher die Limousinentournee genannt. Also man fuhr nur rum in großen Limousinen zu großen Hallen.
¶ Ende der Band-Zusammenarbeit und Drogen
Ohne Emotion, sagt er. Es war alles nur laut, energisch. Energy war alles, aber keine Emotion. Und er hat irgendwie die Nähe zum Publikum nicht gespürt. Er war sehr enttäuscht. Und er hat das immer wieder betont. Und ehrlich gesagt, ich finde auch beim Live-Album hört man das so ein bisschen raus. Ich finde es nicht so...
Er geht dir nicht zu Herzen. Also natürlich, manche Herzen sind unterschiedlich. Ich habe ein kaltes Herz. Jetzt höre ich es gleich nochmal anders, glaube ich. Aber diese Tour war für ihn in Enttäuschung und danach war auch die Zusammenarbeit mit The Band. Full bye. I'm 65. We were hungry. Girls were bad in your life. If I made a chance for Richmond at 12, it's your time. Das ist auch so, die Band hatten auch interne Probleme, weil Drogen- und Alkoholprobleme waren in der Band immer schwierig.
übersteigert sich das an manchmal. Und dann ist das Verhältnis einer Band und auch mit dem Musiker sehr kaputt. Insofern, das war keine einfache Zeit.
¶ Blood on the Tracks: Akustische Wende
Danach hat er dann gesagt zu Leuten, Leute, ich will jetzt mal ein ganz anderes Album aufnehmen. Holt mir Leute mit akustischen Instrumenten. Ich will Musiker haben, die richtig akustische Musik spielen können. Und im Gegensatz eben zu dieser sehr mächtigen und kraftvollen, energischen Musik, die er mit The Band gespielt hat.
hatte, wollte er was total anderes. Das hat er nun auch schon schnell gemacht, weil das nächste Album, 75 erschienen, muss er ja dann auch gleich schon ein halbes Jahr vorher angefangen haben. So schnell geht es ja sonst nicht. As the evening sky grew dark, she looked at him and he felt a spot tingle to his bones. T'was then he felt alone and wished.
that he'd gone straight and watched out for a simple twist of fate they walked along by the old canal A little confused, I remember well Then stopped into a strange hotel With a neon burning bright He felt the heat of the night Hit him Wunderbar, Simple Twist of Fate und zwar von dem Album Blood on the Tracks 1975. Ja, also...
wenn man nicht so auf die Jahreszahlen gucken könnte, könnte man auf die Idee kommen, finde ich zumindest, dass das auch Mitte der 60er nach den starken Alben direkt entstanden ist. Ist es aber irgendwie nicht. Wie kommt das? Er hat sich ja auch weiterentwickelt. Er wollte es so auf... Er wollte es so und hat vielleicht auch wieder so eine Art Sehnsucht bekommen zu diesen Klängen von früher. Jedenfalls das, was er auch sagen wollte in diesen Texten.
Blut auf den Schienen ist wirklich ja auch schon ein deutlicher Titel. Es ist ein zerrissenes Album. Es ist ein Album, das von... von Zerstörung auch handelt, der Beziehung mit seiner Frau. Also es ist ein Album über diese Liebe, aber eben über diese zerbrechende Liebe. Und das geht auch in den Texten einem sehr, sehr nah. I was laying in bed, wondering if she'd change at all, if her hair was still red. Her folks, they said our lives together sure was gonna be rough.
They never did like mama's homemade dress Papa's bank book wasn't big enough And I was standing on the side of the road Rain falling on my shoes Heading out for the east coast Lord knows I paid some dues
¶ Rückkehr zu Columbia und Malkurs
Es gibt äußerliche Umstände, die wir noch mal kurz berichten müssen. Er ist wieder bei Columbia gelandet. diesem einen oder zwei Alben bei Asylum, gab es anscheinend Streit mit David Gaffin, weiß ich keinen Hintergrund, aber jedenfalls ging er weg, wollte wieder zurückkehren zu der Firma, die ihn aufgebaut hat, mit der er aufgenommen hat und vielleicht auch...
von der Tendenz her, vom Thema her. Ich glaube wirklich, es ist so, dass er sich mit David Geffen gestritten hat. Es gibt eine Aussage von dem, der sagte, also wir haben ja einen Künstler, der ist eher an der Vergangenheit interessiert, vielleicht durch die Zusammenarbeit mit The Band und ich bin, also ich, David Geffen, bin an der Zukunft interessiert.
was immer man davon halten mag. Auf jeden Fall war er zurück bei Columbia, fand da offenbar beste Bedingungen vor. Er hat aufgenommen mit einem Toningenieur namens Phil Ramone, der später noch sehr bekannt war. Ja, sehr berühmter Produzent wurde. Ja, das war mit einer seiner ersten großen Jobs. eine wunderbare Vorgeschichte, weil Dylan ja auch durch eine Krise gegangen war, nach dieser sehr für ihn anstrengenden und nicht befriedigenden Tournee, musste er sie wieder selbst finden.
Und da hat er eine Sache gemacht, die ganz spannend ist. Bob Dylan hat nämlich einen Malkurs besucht. Er hatte da Interesse daran. Er hat ja auch zum Teil die Plattencover selbst gemalt. Zum Beispiel von Planet Waves ist von ihm das Cover. Und Self-Portrait. Er hat nämlich einen Malkurs gemacht und viel Zeit verbracht mit Norman Rabin. Das ist ein amerikanischer Maler gewesen und der Name sagt einem vielleicht nichts, mir sagte das auch nichts, aber es ist der Sohn.
des jüdischen Dichters Shalom Aleichem, der wiederum aus der Ukraine stammt, später in den USA gelebt hat und der Tevye der Milchmann geschrieben hat. Also die Geschichte von Anna Tevka. Das ist eine schräge Geschichte. Der hatte eine ganze Reihe von Kindern und dieser ist Maler geworden. Norman Rabin und Bob Dylan hat sich bei dem sehr aufgehoben gefühlt und hatte gesagt nachher, dieser Mann hat mir gezeigt, wie man...
den Kopf, das Herz und die Hand wieder zusammenbekommt. Also er hat ihm irgendwie gezeigt, wie er das, was er empfunden hat, Ja, zu Kunst macht, schreibt, vielleicht malt. Er hat seine Wahrnehmung wieder gestärkt auf Dinge wie, schau dir bitte dieses Bild an, schau dir die Farben an. Und in diesem Album, das er danach gemacht hat, Tangled Up in Blue.
Das ist einer der besten Songs. Also Farben spielen auf einmal eine große Rolle. Und das hat einen großen Einfluss auf ihn gehabt. Einen psychologischen Einfluss, einen philosophischen Einfluss beinahe. Und hat ihm dann gezeigt,
¶ Raebens Einfluss und Album-Perfektion
auch zurückzugehen. Denn der Lehrer, der hat eben nicht rumgeschmeichelt. Der hat eben gesagt, komm, das ist Mist, was du da machst. Mach das mal anders oder besser. Und das braucht auch Dylan sicherlich gerne. Solche Leute finden es immer ganz gut, mit wahren Menschen zusammenzukommen. gerade ins Gesicht sagen, was nicht so gut ist. Aber offenbar hat auch sein Bruder selbst, also Bob Dillans Bruder, er hatte offenbar ja schon einen Teil der Songs aufgenommen und hat dann gesagt,
das ist noch nicht gut, macht das nochmal? Ja, er hat in New York erstmal Musiker geholt und dann die Songs aufgenommen und war dann nicht zufrieden, wie das ja oft bei Dylan ist. Der hat dann die Probepressung sich angehört und dachte... Ach nee? Und sein Bruder hat ihn überredet, überzeugt, der noch in Minnesota wohnte, also in dem Heimatstaat von Bob Dylan.
Und dann ist er nach Minneapolis gefahren, Dylan, und hat mit dortigen Musikern, also lokalen Musikern, hat er sechs Lieder wieder neu aufgenommen. Und die sind auch auf diesem Album dann erschienen. Und es sind ja fast nur starke Songs auf diesem Album. Also es ist unglaublich gut gesungen. Es ist wirklich ein Highlight. Es wird ja in allen, wenn es Solisten gibt, die besten Alben Bob Dillons, dann ist es meistens Platz zwei oder drei.
Blond of Blond ist Nummer eins und so weiter, aber das ist hier ganz gut. But when they will I can only guess They say I shot a man named Greg And took his wife to Italy She inherited a million bucks And when she died it came to me I can't help it if I'm lucky People see me all the time And they just can't remember how to act Their minds are filled with big ideas, images, and distorted facts. Even you, yesterday, you had to ask me where it was at.
I couldn't believe after all these years, you didn't know me any better than that. Es ist drauf zum Beispiel Idiot Wind oder Shelter from the Storm oder Simple Twist of Fate haben wir schon gehört. Oder You're Gonna Make Me Lonesome When You Go. Es ist sparsam, manchmal ist nur, es liegt ja Hall auf seinem...
auf seiner Gitarre, weiß ich gar nicht, auf dem Gesang und es ist ein Bass manchmal dahinter gelegt. Er geht wirklich, wenn du so willst, auch musikalisch zurück. Also er legt dann auch Wert darauf, dass das verstanden wird, was er macht. Was ja die Band oft dann auch... sehr gekonnt, aber mit sehr vielen, naja, Instrumenten zugedeckt hat vielleicht die Wucht, oder? Aber hier sind auch die Melodien und die Kompositionen sehr klar und sehr...
ausgewogen und schön, was bei denen ja nicht immer der Fall ist. Manchmal ist es ja einfach nur eine Bluesnummer, die darunter gesungen wird. Nein, das ist hier überhaupt nicht so. Das sind wirklich wunderschöne Melodien, wunderschöne Songs. Und eben sehr, sehr bewegende Texte. When something's not right, it's wrong. You're gonna make me loads when you go. Dragon clouds so high above, I've only known careless love. It always has hit me from below.
¶ Blood on the Tracks: Persönliche Tiefe
Also Jacob Dillon, der Sohn, sagt, also wenn ich das Album höre, Blood on the Tracks, dann weiß ich das. handelt von meinen Eltern. Also da geht es um die Krise, die Trennung ihrer Eltern. hatte dann schon eine Affäre begonnen mit einer Columbia-Mitarbeiterin, Ellen Bernstein, und hatte mit ihr auch Zeit in Minnesota verbracht. Also ist aber auch jemand, der sagt, ich muss meinen Schmerz ausdrücken, dann sagt er aber auch,
In Interviews hat er das getan. Er begreift nicht, warum die Leute nun das Album so schön finden, wie sie so viel Spaß, Vergnügen an einem Schmerzalbum haben. An einem Album, das nur Schmerzen ausdrückt. Es ist ja trotzdem ein schönes, bewegendes Album. Und der Schmerz ist wirklich... klar ausgedrückt, auch in Songtexten, wie, also das ist unglaublich, was er hier geschrieben hat, zum Beispiel, ich werde wahnsinnig mit dem Schmerz der...
der aufhört und der wieder beginnt, wie ein Korkenzieher in meinem Herzen. Ein kein so schönes Bild. Und er sich selbst auch als Leidenden, als Betroffenen darstellt. was ein bisschen skurril ist. Denn Sarah, seine Frau, hat sich getrennt wegen der ständigen Untreue ihres Ehemanns, der wahrlich nie treu war. Und insofern hat sie ihn dann rausgeschmissen.
oder ist ausgezogen. Und jetzt zu merken, dass er nun den Wehleidigen, also den Macht, den Mitleidig und Mitleidbettelnden, ist ein bisschen unglaubwürdig. Aber es ist eben auch Kunst. Ich meine, es ist so. vielleicht auch den Schmerz seiner Frau, in diesen Song reingeholt. Wer weiß das? Also das ist wirklich sehr, sehr auffällig, wenn man diese Texte liest. Und ich kann immer nur empfehlen, es gibt ja eine großartige Wettseite.
bobdylan.com. Da sind alle Texte abgedruckt. Ich glaube, mittlerweile kann man sie auch sich gleich direkt übersetzen lassen. Und das ist bewegend. Das ist wirklich unglaublich. Man weiß manchmal nicht, was meint er jetzt. Das sind unfassbare Bilder. Aber das ist so spannend, das zu lesen. Kann ich immer nur sagen, unbedingt machen. Nicht nur die Musik hören, sondern auch mal merken, worum es da auch geht.
¶ Dylans Erzählkunst und Kreativität
Buckets of tears Got all them buckets coming out of my ears Buckets of moonbeams in my hand You got all the love, honey, baby, I can stand See pretty people disappear like smoke Friends will arrive, friends will disappear If you want me, honey baby, I'll be here
Die Songs bei Bob Dylan sind genauso lang, wie er was zu sagen hat. Nicht drei Strophen, Refrain, eine Bridge und dann nochmal irgendwie mit Klatschteil in der Mitte oder sowas. So läuft das bei Bob Dylan nicht. Er hat eine Story zu erzählen bei Tangled Up in Blue. Das zieht sich ja ganz schön, aber er hat eben einfach eine Menge zu erzählen. Das ist der Maßstab und das, finde ich, wird hier nochmal unheimlich klar. Das ist ja bis heute so, dass er keine Konventionen...
anerkennt, wenn du so willst. Also kein Maß nimmt, er ist sein eigenes Maß. Und das ist er hier auch. Und ich finde, die Songs haben eben genau, was du sagst, diese... Dieses Pure und eine gewisse Konzentration hat er auch. Das ist später oft nicht so bei ihm, finde ich. Da verhuddelt er das irgendwie und das ist hier gar nicht so. Mir ist eigentlich nie klar, wie er die geschrieben hat. Hat er sie vorher konzentriert geschrieben?
Bei einigen ist das sicherlich der Fall. Da gibt es ja auch dann mit Schreibmaschinen Manuskripte und so weiter. Aber oft ist es auch so gewesen, dass ihm das noch so einfach rausgeflossen ist. Noch im Studio. Also manchmal hieß es so, dann machen wir eine Pause und dann... Lässt er einfach mal laufen und dann kommen da Formulierungen, Worte, Poesie raus. Es ist einfach unglaublich und das ist eben das Bewundernswerte bei diesem Mann, der einfach so eine Kreativität hat.
Große Dichter haben es anscheinend, aber bei diesem Album, da kam wirklich auch viel Gefühl und auch doch viel Autobiografisches raus, eindeutig. Es gibt ja die wunderbare Anekdote, das ist einige Jahre vorher. John Byers, glaube ich, in einem Dokumentarfilm und sagt, wir haben einen Song gehört im Radio, den sie, sie hat ja relativ viele Songs von Bob Dylan aufgenommen und er sagt, als der Song im Radio läuft, sagt er, oh, das ist ein guter Text.
Und dann sagt sie, ja, der ist von dir. Er vergisst es dann auch, er lässt es dann hinter sich sozusagen, weil er so viel andere Sachen schon wieder im Kopf hat. Vor allen Dingen hat er auch so viel geschrieben, also unendlich viel. Also es sind ja so viele Songs und so viele Texte. Das Komische ist, dieses Album, das ich wirklich perfekt und schön finde, das fanden einige Kritiker wieder mal nicht gut, was man auch nicht versteht.
Selbst eine Legende unter den Kritikern John Landau, Rolling Stones, Chef-Editor und dann der Manager von Bruce Springsteen und der Produzent, der fand das nun... schlampig produziert. Wahrscheinlich war es ihm zu weit zurück wieder zum Sound der 60er und er war dann schon irgendwie in technologischen 70er Jahren angelangt, wo er das irgendwie anders wollte oder so.
Ich glaube, er würde diese Worte heute auch bedauern, wenn er das sagen würde. Wie hat es dir gefallen? Mir hat es wunderbar gefallen. Ich hatte meine ersten Radiosendungen 1974 gemacht. Und da habe ich dann das Album bekommen und dachte, das ist ja toll. Einen nach dem anderen gespielt. Das ist einfach wunderschöne Songs gewesen. Und das hat mich extrem glücklich gemacht, muss ich ganz ehrlich sagen, damals.
Und vielleicht die Hörer der Musik für junge Leute auch, die wir damals in ganz Norddeutschland bescheid haben. Mittags um halb zwei. The cabaret was quiet except for the drilling in the wall The cabaret had been lifted and the gambling wheel shut down With any sense had already left town He was standing in the doorway Looking like the jack of hearts
¶ Die Basement Tapes: Verborgene Schätze
1975 kommt ein weiteres Album noch auf den Markt. Das ist schon mal vorher ein bisschen durch die Musikgeschichte gegeistert. Das sind die Basement-Tapes. Das sind Aufnahmen aus der Zeit, in der Bob Dylan in Woodstock gelebt hat. ein paar Häuser weiter oder ein paar Dörfer weiter, glaube ich, von The Band.
die ja damals, das wissen ja viele sicher auch, in dem Big Pink gewohnt haben, also dem rosa angestrichenen Haus. Es gibt ja auch eine berühmte Platte, Music from Big Pink, 1968 das Album von The Band. Die haben sich einfach gut verstanden und die haben...
wahnsinnig viel Musik aufgenommen aus Spaß. Es war so, also Dylan wohnte ja da und dann die Band wohnten da auch und dann haben sie irgendwann im Keller von Dylans Haus erst mal angefangen und das wurde dann Sarah und den Kindern zu laut, das ging nicht, die waren klein, die Kinder. sie in ein Haus, das eben rosa war, pink. Und da wurde auch das erste Bandalbum später aufgenommen, aber zuerst wurde dort eben das hier mit Dylan aufgenommen und das sind ganz viele Songs.
die später auch von anderen Künstlern interpretiert wurden, also Manfred Mann, The Mighty Quinn oder This Wheel's on Fire, bekannter Song von Julie Driscoll und Brian Auger. We were going to meet again and wait. Also die... kamen gar nicht von Dillen an raus, erst 1975, acht Jahre später, aber sie waren bei Musikverlagen greifbar. Das heißt, Künstler konnten sich mal kurz was anhören. Ah, da ist ein neuer Dillen-Song, hat er selbst noch nicht...
veröffentlicht, ihr könnt ihn haben. Und so kamen solche Songs dann ans Licht der Welt. Und da sind Songs drauf, Tales of Rage später von The Band aufgenommen und andere, die zu Klassikern geworden sind. Und das war schon... beeindruckend und zählt in dieser simplen Einfachheit. Es klingt schrecklich manchmal. Technisch gesehen. Aber trotzdem von der musikalischen Qualität ist es doch wirklich...
¶ Greenwich Village und Jack Levi
beeindruckend, was da schon passiert ist. Aber wie gesagt, das kam jetzt erst raus und der Grund, warum es jetzt rauskam, war, weil es gab unendlich viele Bootlegs, also illegale Raubpressungen von diesen Aufnahmen. durch die Welt ging und irgendwann sagte man dann, komm, wir bringen das jetzt mal raus. Also wir wollen ja nicht, dass die das Geld damit verdienen, sondern wir machen das mal selbst. Und insofern, das war der Grund dafür.
Es war ja so, dass Dylan mittlerweile zwar in Kalifornien auch lebte, beziehungsweise die Familie, er war aber oft auch in New York wieder. ging er dann viel wieder ins alte Greenwich Village, wo er nun seine Karriere begonnen hatte. In die Clubs, er traf viele Musiker. Besonders ein Musikclub war sein Lieblingsladen, The Other End. Da machte er bei Sessions mit, mit anderen Musikern.
Kernzelle für die Rolling Thunder Review, für einen Kreis von Musikern, die sich dann zusammentaten und dann auf Turnier gingen, aber davor... Fing er schon an, auch ein neues Album schon wieder aufzunehmen, auch im ähnlichen Stil wie Blood on the Tracks. Da muss man dann noch erzählen, dass er einen... Theaterregisseur traf im Other End in diesem Lokal, der in New York Theater und Dramen inszenierte. Jack Levi hieß der und der hatte schon mit anderen Musikern wie Roger McQuinn von den Byrds
Songs geschrieben. Daher kannte ich das. Chestnut Mare ist ein wunderbarer Song von Jonathan Whitman. Geschichte eines Pferdes, eine bewegende Geschichte. Und dieser Levi konnte sehr gut schreiben, indem er Geschichten erzählte, so wie ein Filmdrehbuch. was nicht unbedingt Dillens Stärke ist. Also so von Anfang an bis zu Ende Geschichten zu erzählen, die wirklich eine Handlung haben, eine Pointe, einen Höhepunkt und dann am Schluss ein Finale. Dillen ist mehr so ein intuitiver Schreiber.
Und der Levi, der hat ihm ein bisschen geholfen, Sachen in Form zu bringen und die haben angefangen, zusammen Songs zu entwickeln.
¶ Scarlett Rivera und Desire Album
Und die wurden nun für ein nächstes Album Desire aufgenommen. Und er sammelte, wie gesagt, Musiker aus dem Greenwich Village. Und eine lustigste Geschichte ist... Er fuhr im Auto irgendwie rum und das stoppte an der Ampel und da fiedelte eine Musikerin, die wild aussah und die spielte wunderbare Geige. Hat er angehalten, ist ausgestiegen, hat gesagt, ey.
Du bist ja super. Komm mal bitte ins Studio. Und Scarlett Rivera hieß diese Frau. Und die hat er nun eingeladen und die hat mit ihm die nächsten Alben aufgenommen und war auch dann Mitglied dieser Rolling Song. Enter Betty Valentine from the upper hall. She sees a bartender in a pool of blood. Cries out, my God, they've killed them all. Here comes the story of the...
Das ist gleich der Anfang dieses Albums. Der Song ist 8 Minuten und das ist ein Rausch, dieses ganze Album, finde ich persönlich. Man hat das Gefühl, man ist... Also das ist... irgendwie eingefangene Musikmomente. Das ist ihm irgendwie sehr gelungen. Das ist eine Geschichte eigentlich von diesem Boxer, Hurricane, der im Gefängnis saß.
Ich glaube, zu Unrecht, ne? Ja, ja, das war ein Vestizirrtum und er hat sich ja sehr dafür auch eingesetzt, dass er ein Wiederaufnahmeverfahren bekam und der ist später freigekommen. Und das ist typisch die Zusammenarbeit auch mit dem Jack Levi, dass es wirklich solche Geschichten entwickelt wurden. Thank you. Und er hat alle Alben, Isis auch, und andere Alben, haben die zusammengeschrieben. Ich glaube nur zwei Songs. One more cup of coffee.
Das ist so eine ganz schöne, gemütliche Nummer. Und Sarah, eine doch schon Hymne an seine mittlerweile auch schon getrennte Frau. When the children were babies and played on the beach. You came up behind me. I saw you go by. You were always so close. Still within reach. Sarah, Sarah Whatever made you wanna change your mind Sarah, Sarah Das ist schon sehr bewegend, weil auch ungewöhnlich. Also so eine direkte...
Ansprache an seine Frau hört man bei Dylan eigentlich selten. Also es war so ein Fotoalbum, das man da aufklappt. So Erinnerungen werden geschwelgt. Und ja, erzählt ja nicht auch, dass er... was für ihn sie geschrieben hat. Er erwähnt Sad-Eyed Lady von The Lowlands. Ja, in dem Text. Es ist klar, dass es autobiografisch ist. Aber ich finde so bemerkenswert an vielen dieser Songs, dass
Es wird dann auch erzählt, dass beispielsweise Scarlett Rivera und andere, wer singt denn noch gleich mit? Ronnie Blackley. Ronnie Blakely singt mit, dem wurde zum Teil gar nicht gesagt, der Song geht jetzt übrigens los. Und die mussten dann ihre Stimme dazu finden. Und so ist es irgendwie auch. Man fällt mal in diesen Song rein und manchmal entwickelt sich in diesem Moment ein bisschen wie bei Lucky Rolling.
¶ Desire: Spontane Aufnahme, Vielfalt
Stone, wo man das ja auch immer sagt, das ist so ein eingefangener Moment, entwickelt sich dieser Song und dadurch ist das unheimlich kraftvoll, finde ich. Aber für die Mitmusiker war das oft sehr, sehr schwierig. Für uns aber schön. Der hat irgendwas angefangen. Ja, wir machen mal das.
Die kannten den Song gar nicht. Er sagte, die Tone hat vielleicht mal kurz. Die Harmoniewechsel wussten die nicht. Dann haben sie nur einmal durchgespielt und dann wurde er gleich aufgenommen. Also es ist nicht so einfach gewesen, mit Dylan zu arbeiten. Dann wurde es einmal oder zweimal aufgenommen. Das dritte Mal, oh, da hat er schon keine Lust mehr. Das langweilte ihn, ungeduldig, wie er war. Und dann, ja, lass mal den nächsten Song nehmen. Also...
Dass da sowas rausgekommen ist, ist schon ein Wunder, ganz ehrlich gesagt. Zeigt aber auch vielleicht, braucht Musik manchmal solche spontanen Momente und solche Entwicklungen. Und nicht alles kann am Reißbrett vorgeplant werden. Stranger. Die Stilarten, die da zusammenfließen auf diesem Album, sind wieder wunderbar. So Roots, Wurzel, Musikarten wie Technik. Da gibt es eine griechische Bouzouki, ein Akkordeon. Also diese ganzen Dinge, die wirklich die Musik auch lebendig machen.
Cheat to cheek, it's very nice to stay A week or two, and maybe follow Insofern, das ist auf diesem Album, das im Sommer 1976 aufgenommen wurde, aber erst im Oktober erschienen.
¶ Die Rolling Thunder Revue: Wanderzirkus
Und da irgendwie die Chemie und die Atmosphäre so gut war, wurde im Sommer dann gleich ein Plan geschmiedet, wir müssen jetzt auch zu einer großen Tournee aufbrechen. She wears a necktie and a animal hat. Her passport shows her face from another time and place. She looks nothing like that. Und diese Idee war ja noch ganz verrückt. Ja, also wenn man sich dann vorstellt, dass Bob Dylan ja vor einigen Jahren davor noch gesagt hat, ich bin jetzt mal weg, ich mach gar nichts mehr, ich bin...
Ich bin raus, ich ziehe mich zurück mit meiner Familie in ein Haus irgendwo, aber auf jeden Fall will ich nicht gestört werden. Und jetzt zettelt er mit der Rolling Thunder Tournee sowas wie so ein Wanderzirkus an und sagt, wir fahren mal los.
und sagen vorher den lokalen Radiostationen, wo wir sind, und gucken mal, wo wir spielen. Irgendein Zelt, irgendeine Halle, irgendeine Bingo-Halle, habe ich gehört, da haben sie auch gespielt. Also die haben die Termine gar nicht groß vorher abgemacht. Die haben mal kurz telefoniert. dann wurde so spontan das Konzert angekündigt, dass das überhaupt technisch klappte, verstehe ich gar nicht, aber es hat geklappt.
Und deswegen war es auch chaotisch oft. Also funktionierte dann auch nur seltsam. Und dieser Haufen von Musikern, also Emily O'Harris, dann die Grundband, die wirklich sehr, sehr gute Musiker da waren, diese Skala. Aber auch Größen wie Joni Mitchell und andere, Roger McGuinn, alle nahmen teil an dieser ... tollen Idee. Ich fand das spannend. Das erleben die ja sonst auch nicht so. Mit Dillen und so einer ganzen Crew von Leuten auf der Straße zu sein.
Before you call him a man How many seas must the white duck say Before she sleeps in the sand The answer, my friend, is blowing in the wind. Und ich weiß gar nicht, haben die in Wohnwagen gewohnt oder in Hotels? Keine Ahnung. Jedenfalls war bei dieser... wirklich wilden Truppe, war ein Astrologe immer dabei. Es hatte auch so ein spooky, es hatte was von den alten Minstrel-Shows, die früher übers Land zogen, von den alten zirkusartigen Musikshows.
Ein Kräuterfachmann. Es war eine sehr ökologisch orientierte Gruppe von Leuten. Und ein bekannter Poet, ein Dichter, ein Freund von Allen Ginsberg. Korolowski, ein bekannter Auto, der war der Gepäckmann. Der kümmerte sich um das Gepäck. Also insofern, es war verrückt. Aber Ellen Ginsberg war auch dabei. Wer? Ellen Ginsberg war auch dabei. Ellen Ginsberg war auch immer wieder da. Bowies Band war dabei, T-Bone Burnett, Robbie Robertson von The Band und ein Playwright, ein Dichter Sam Shepard.
der auch Schauspieler ist und der auch ein bekannter Autor ist, der war auch dabei. Und der sollte eigentlich ein Drehbuch schreiben für den Film, der dabei gedreht werden sollte. Sie hatten eine Filmcrew mit. der entwickelte Ideen für ein Drehbuch. Das wurde aber nie realisiert. Danach war der Chef Shepard so sauer, dass er den Laden verlassen hat, weil Dylan hat dann irgendwie was anderes drehen lassen und der Film ist auch dementsprechend grässlich. Rinaldo und Clara heißt er.
Wirklich. Schmerzhafter Film. Ja, ein Mehrstundenfilm. wenig Höhepunkte hat, möchte ich sagen. Erstaunlich ist, viele haben dieses Bild, glaube ich, auch vor Augen. Bob Dylan schminkt sich das Gesicht weiß. Er trägt einen Hut, einen hellen Hut mit Blumen dran.
Und schminkt sich das Gesicht weiß, hat so eine Art Bühnenverkleidung. Das spielt, glaube ich, auch an auf diese Minstrel-Shows. Zumindest wurde das immer vermutet. Das ist die Tradition der alten Minstrel-Shows. Ende des 19. Jahrhunderts, Anfang des 20. Jahrhunderts. Aber vielleicht auch der Einfluss von dem Theatermann, von Jack Levy, der da wirklich auch diese Dillen auf sowas gebracht hat. Hier, wir können auch Szenen spielen und einbauen und sowas. Das Ganze hatte was von einem wilden...
Agit-Prop-Theater. Das war schon sehr ungewöhnlich. Und es gibt auch die wunderbare Szene, dass John Bice ist beispielsweise auch öfter dabei und verkleidet sich dann als Dylan. Also hat auch ein weiß geschminktes Gesicht und man denkt immer, man sieht doppelt. Identische Kleidung. Weste, weißes Hemd, schwarze Hose. Und sie kann ihm ja sehr gut auch nachmachen. Man konnte manchmal wirklich von weit nicht erscheinen, wer es jetzt wäre.
¶ Rolling Thunder: Baez und Tour-Ende
Obwohl sie hat gesagt später, sie hat erst stark überlegt, ob sie da mitmachen sollte. Sie wurde gefragt. Aber sie hatte ja diese wirklich nicht so einfache Geschichte mit Dylan, hatte ja eine Beziehung mit ihm und er hat sie dann ziemlich rüde verabschiedet früher und da fühlte sie sich dann sehr, sehr getroffen. Ist aber dann trotzdem, weil sie hat einfach... Lust gehabt, damit zu machen. Es muss ein Abenteuer gewesen sein.
Das aber nur ein paar Monate dauerte, weil die Tournee machte dann eine Pause im Oktober, dann erschien dieses Album Desire und dann gab es eine nächste Staffel von Konzerten. Da waren dann viele nicht mehr dabei, also Joni Mitchell nicht mehr und andere. Und das soll auch nicht mehr so lustig gewesen sein. Da gab es dann aber auch den üblichen Drogenmissbrauch. Aber es ging noch weiter bis Anfang 1977.
ging die Konzerte der Rolling Thunder Review weiter. Eingefangen auch von einem Live-Album, Hard Rain heißt das. Das ist aber technisch nicht so richtig schön. Da ist es besser, wenn man jetzt die... neu erschienenen Bootleg-Aufnahmen. Auch im Rahmen der Scorsese-Doku gibt es also auch Alben mit Aufnahmen von damals. Die klingen viel, viel besser. Herzlichen Dank, Peter Orban. Danke, Uke. Thank you. Thank you. Anymore I need someone to talk to and a new hiding place This door
Und jetzt noch ein Tipp. Der Podcast Mein Mensch ist wieder da, mit neuen Geschichten über Begegnungen, die ein Leben verändert haben. Die Protagonisten sind an einem Punkt, an dem sie merken, das kann doch nicht alles gewesen sein. So geht es nicht weiter.
Aber was tun? Und dann ist da plötzlich jemand, der im entscheidenden Moment das Richtige tut oder sagt. In der neuen Staffel werdet ihr Till kennenlernen, der durch eine Begegnung mit dem Menschenrechtler Rupert Neudeck merkt, dass er etwas in der Welt bewegen kann.
Oder José, der heute nicht Schriftsteller wäre, wenn es da seine Nachbarin nicht gegeben hätte. Oder Sophie, die in einer Sekte aufwächst, bis sie einen Menschen trifft, der ihr zeigt, wie ihr Leben noch aussehen könnte. Mein Mensch. Ab dem 12. November geht es weiter. Jeden Mittwoch in der ARD Audiothek und überall, wo es Podcasts gibt. Den Link findet ihr in den Shownotes.
