Beatles 63 - Please Please Me - podcast episode cover

Beatles 63 - Please Please Me

Jun 13, 20241 hr 3 min
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Summary

Peter Urban und Ocke Bandixen tauchen in dieser ersten von zwei Folgen über die Beatles in das Jahr 1963 ein, als die Band ihren weltweiten Durchbruch erlebte. Sie beleuchten die Anfänge der Liverpooler in Hamburg, wo sie als Rock'n'Roll-Kapelle ihre Live-Fähigkeiten perfektionierten. Zudem analysieren sie das erste Album "Please Please Me" sowie die Rolle von Manager Brian Epstein und Produzent George Martin, die maßgeblich zum Erfolg beitrugen.

Episode description

Die Welt schien auf diese vier Liverpooler gewartet zu haben: The Beatles.
Mit Energie, Charisma und Talent zu originellen, eigenen Liedern schafften es die Beatles im Jahr 1963, in Großbritannien und später in der ganzen Welt bekannt zu werden.
Viele ihrer Fähigkeiten trainierten sie in hunderten Stunden auf den Bühnen der Kiezkneipen in Hamburg St. Pauli, wo sie ab 1960 als Rock ‘n‘ Roll-Tanzkapelle aufgetreten waren.
Woher kamen die Vier? Was trieb sie an, was waren ihre musikalischen Einflüsse? Was machte letztlich ihre magische Wirkung Anfang der 60er Jahre aus?
In dieser ersten Folge erzählen Peter Urban und Ocke Bandixen davon, besprechen die Anfänge der jungen Beatles in Hamburg und Liverpool und analysieren das erste Album der Band aus dem Frühjahr 1963, „Please Please Me“.

Musikliste:
The Beatles - Please Please Me, 1963
The Beatles – Anthology I, 1995
The Beatles First – with Tony Sheridan, 1964

Unser Podcast-Tipp in dieser Folge: Philipps Playlist
https://1.ard.de/philipps-playlist-podcast-cp

Autoren: Peter Urban und Ocke Bandixen

Transcript

Die Beatles 1963: Eine Einführung

ARD Urban Pop Musik Talk mit Peter Urban Ja, die waren wirklich einfach eine sehr, sehr gute Band. Das sagen alle, die sie gesehen haben. Ich war damals noch ein kleiner Schüler in Quakenbrück und habe das nicht mitverfolgt. Aber jedenfalls alle, die ich jetzt gesprochen habe, die da gesehen haben, die waren wirklich eindrucksvoll. I'll

Die Beatles im Jahr 1963, das ist das Thema heute bei Urban Pop Musik Talk mit dir. Hallo Peter, herzlich willkommen. Hallo Oke. Ja, das Jahr 1963 hat die Musikwelt für immer verändert und das liegt eben an... Diesen vier jungen Männern aus Liverpool mit diesem Sound, oder? Ja, es ist unglaublich. Das hätte aber auch niemand erwartet. Niemand in England, niemand auf der Welt hätte gedacht, dass da eine kleine Gruppe aus Liverpool ausgerechnet.

aus Nordengland kommt und die Welt verändert, es war absolut unmöglich. Also es gab American Rock'n'Roll, Elvis Presley und diese Dinge, aber eine Band aus Nordengland... Er war vollkommen außerhalb jeder Reichweite, dass die erfolgreich sein können und eine solche extreme Bedeutung haben. Beatles im Jahr 1963. Darüber allein ist so viel zu erzählen, dass Peter und ich dazu zwei Folgen Urban Pop aufnehmen werden.

In dieser ersten Folge geht es vor allem um die erste Hälfte des Jahres und das Album Please Please Me und die dazugehörigen Singles und natürlich die Vorgeschichte der Beatles auch in Hamburg. Wir sind schon mittendrin im Thema, was wir uns heute vorgenommen haben, die Beatles im Jahr 1963. Und das beinhaltet sowohl die beiden Alben Please Please Me, das erste Album, und das zweite Album With The Beatles, das dann im Herbst gleich danach erschienen ist.

Zyklen, Alben rausgehauen und natürlich auch die Singles, die dazugehören und die dazwischen rausgekommen sind. Ja, ja, das ist ja das Prinzip, das wir immer manchmal nicht hier so nachvollziehen können. Die haben eben die Alben rausgebracht, aber auch Singles, die nicht auf

den Alben waren, als Teaser oder als Zwischensongs, die dann auch Nummer 1 wurden, From Me To You oder She Loves You, nicht auf dem Album gewesen und I Wanna Hold Your Hand und solche Dinge, die wichtigsten Songs eigentlich, waren gar nicht auf dem Album. diesen ersten Alben drauf. Aber sehr viele auf dem ersten, Please, Please Me, da ist schon ganz viel drauf und darüber reden wir.

Gehen noch ein bisschen zurück, oder? Wir gehen noch ein bisschen zurück und ich gehe einmal noch mal zurück in unserer Urban Pop Geschichte, denn wir haben in der Tat viel, viel Post bekommen wieder von euch. Herzlichen Dank für die Mails, die ihr uns geschrieben habt, auch für die Kritik und auch für die Anregungen, was für Bands wir mal besprechen.

sollten. Einige haben sich natürlich sehr darüber gefreut, dass wir über Amy Winehouse was aufgenommen haben. Jetzt kommt ja gerade das sogenannte Biopic in die Kinos. Wir haben gesprochen über die Talking Heads. Nächsten Mittwoch gehe ich jetzt zu Stop Making Sense ins Kino. Das ist jetzt ja auch zu sehen.

Ich dachte, ich gucke mir das auf jeden Fall nochmal an. So hat alles so seinen Rhythmus hier und viele haben auch noch sich Bands gewünscht, über die wir mal reden sollten. Das machen wir sehr gerne. Ihr wisst ja, wir haben eine ganz lange Liste und der Elan, der hat ja auch nicht nachgelassen bei uns. Vielen Dank dafür.

Die frühen Jahre in Hamburg

Die Beatles im Jahr 1963. Wir gehen wirklich nochmal so an den Anfang. Das muss man sich mal klar machen. Das ist ja quasi... Also im Jahr 1963 beginnt die sogenannte Beatlemania ja auch. Also der große, große Erfolg der Beatles findet wirklich in diesen Monaten, diesen zwölf Monaten statt. Man kann das so nachzeichnen, das wollen wir versuchen.

Ja, das war ja schon eine relativ erfahrene Band. Also ich meine, gegründet 59 oder 57 sogar, man weiß das nicht so genau. Jedenfalls hat John Paul getroffen bei einer Kirchenfete, St. Peter's Church in Woolton. Und ja, dann gab es die Quarrymen, dann die... Silver Beatles, das sind die Vorbands und dann praktisch ab 59, 60 waren die ständig

Auf Tour. Die haben überall immer gespielt. Ja, man muss sich ja immer auch klar machen, die Beatles sind natürlich später mit ihren Songs berühmt geworden, aber damals waren sie eine Rock'n'Roll-Kapelle. Also sie waren eben eine Band, die auch für Stimmung gesorgt hat, zum Tanzen aufgespielt hat. Genau, aber sie waren trotzdem so reif.

musikalisch und schon so entwickelt, dass sie angefangen haben, eigene Songs zu schreiben, die sie nicht immer aufgeführt haben. Aber Paul hat schon mit 16 oder John auch geschrieben, haben Songs komponiert. Love Me Do hat er mit 16 komponiert, Paul, oder andere. Songs, die kommen schon da aus dieser Vergangenheit. Also das war eine Band mit starken Einflüssen, die bei Paul zum Beispiel von seinem Vater waren, der Musiker war, Jazzmusiker und Amateur. und konnte Piano spielen.

Und John, der hatte in seiner Familie zwei Banjo-Spieler und so weiter. Es gab immer wieder Einflüsse, aber dass daraus so eine renommierte und unfassbar wegweisende Band passiert oder zusammen... Das hätte man nie gedacht. Und sie haben dann in Liverpool gespielt, drumherum, wurden dann aber verpflichtet, und das war der größte Schritt eigentlich, ins Ausland zu gehen. Und das war eben Hamburg. Da gab es wohl Agenten. Englische Bands hatten hier so...

Renommee auf dem Kiez und da gab es einen Agenten, der hat dann die Beatles verpflichtet und gleich dann für längere Termine, mal so drei Monate am Stück nach Hamburg. Und da waren die noch jung. Das muss man ja begreifen. Ich meine, 1960 war John 20, George war gerade mal 17.

Und dann wurden sie nach Hamburg geschickt, auf den Kies. Das war damals noch eine andere Welt. Ja, das wird übrigens auch Thema sein eines sogenannten Storytelling-Podcasts. Sechsteilig, wird im Herbst rauskommen. Daran arbeite ich auch gerade parallel. Deswegen liegt mir dieses Thema sehr...

am Herzen, die Beatles in Hamburg. Gibt es Jahrhundert und eine Anekdote, aber wichtig ist zum Beispiel, dass sie eben 1960 erst im Indra, dann im Kaiserkeller spielten. In der großen Freiheit ist das in Hamburg an der Leberbahn. Wissen die vielleicht...

wer da schon mal gewesen ist. Und Sie sind aber auch mit der Maßgabe gekommen, Sie dachten, es gäbe eine Sperrstunde hier, was es ja gar nicht gibt im Rotlichtviertel. Das heißt, Sie haben sich wirklich die Nächte um die Ohren gespielt. Die mussten spielen, spielen, spielen und dann manchmal, weiß nicht wie viele Stunden.

zehn Stunden am Stück, immer mal eine kleine Pause dazwischen. So war das früher. Also ich bin früher oft im Top Ten gewesen und da spielten die Bands eine halbe Stunde, da machten sie zehn Minuten Pause und dann spielten sie weiter. Und das ging so durch, bis nachts zwei, drei Uhr. Und bei den Beatles war es so, dass sie dann den Kaiserkeller verließen, brachen eigentlich ihren Vertrag und gingen ins Konkurrenzunternehmen, in den Top Ten Club.

Und dann war der Veranstalter aus dem Kaiserkeller so sauer, dass der die Mädels bei der Polizei verpfiff, weil George war nur... 17, war underage. Der durfte hier gar nicht arbeiten und spielen. Und dann haben sie ihn rausgeschmissen. George musste nach Hause fahren. Und Paul hat dann irgendwie...

Feuer gestartet in ihrem Kino. Ein Missverständnis, Peter. Einfach ein Missverständnis. Sie haben ein Kondom. Pete Best und Paul haben ein Kondom angezündet. Doch, es hing an der Wand. Offenbar ist das die Geschichte. Es gab da leichte Brandentwicklung, aber nicht total dramatisch. Und sie wollten ehrlich gesagt ihr Zeug holen. Sie haben ja in so einem Kino, in so einem Nebenlagerraum geschlafen, im Bambi-Kino. Haben sie rausschaffen wollen, das war ein dunkler Raum ohne Licht, ohne Fenster.

Genau. Erwin Koschmieder, das war der Chef vom Kaiserkeller, hat sie dann angeschwärzt. Und dann haben sie wirklich eine Nacht in der Davidwache verbracht. Ach du je, und dann mussten sie auch ausreisen. Das war das Ende des ersten Besuches. Insgesamt waren es ja fünf Besucher. Der nächste längere drei Monate, Anfang einem...

war im Top-Ten-Club. Da haben sie eigentlich am allermeisten gespielt. Der wird oft vergessen in der Aufzählung. Ich glaube, dass der ganz wichtig war, weil alle, die da waren, sagen auch, die waren dann wirklich eine sehr, also die sagen das selbst übrigens auch immer, wir wurden eine richtige Gang, wir wurden eine richtig...

gute, tighte Band. Wir haben ja auch wirklich dann, also da mussten sie wirklich acht Stunden spielen und in der Tat, sie mussten, ich meine, es ist ja die Reeperbahn, es geht um Unterhaltung, es geht darum, dass die Leute was konsumieren, dass sie dabei bleiben. Du musstest auch eine Show abziehen. Da musst du was los.

sein und das haben sie eben gut drauf gehabt. Ja, die waren wirklich einfach eine sehr, sehr gute Band. Das sagen alle, die sie gesehen haben. Ich war damals noch ein kleiner Schüler in Quakenbrück und habe das nicht mitverfolgt, aber jedenfalls alle, die ich jetzt gesprochen habe, die da gesehen haben und sagen, die waren wirklich eindrucksvoll. Die waren wirklich klasse.

Entdeckung und erster Plattenvertrag

John Lennon behauptet, oder was heißt John Lennon hat immer gesagt auf Please Please Me, also auf dem ersten Album, wir kommen gleich noch zu den Singles, die es ja schon davor gegeben hat, auf dem ersten Album hört man eben noch am meisten davon, wie sie geklungen haben in dieser Live-Phase. Also sie haben später noch im Star-Club gespielt, viele wissen das sicher auch. Also diese Live-Atmosphäre, weil ja auch dieses erste Album...

in so ganz kurzer Zeit eingespielt wurde. Aber lass uns erstmal kurz hinkommen, wie sie überhaupt zu so einem Plattenvertrag gekommen sind. Denn sie kamen nun zurück nach Liverpool und zwischen den Hamburg-Aufenthalten und spielten auch dort. Ständig in Townhalls, in Fahrsälen, in irgendwelchen Kneipen. Sie waren ständig unterwegs.

Und spielten dann auch im Cavern Club, den es seit 1957 gab, in Liverpool. Und ein wichtiger Geschäftsmann in Liverpool, der Chef von NEMS, das ist North & Music Store, eines der größten Schallplatten, also Musik. Kalienläden in Liverpool, Brian Epstein. Der sah sie dann mal bei einer Mittagsshow. Mittags? Mittags im Cabaret.

davor. Das geht total auf Hamburg zurück. Ich muss da eben einhaken. Es hatte nämlich bei seinem Plattenladen jemand nach dieser ersten Single gefragt. Die Beatles haben ja unter der Regie von Bert Kempfert kurioserweise mehrere Lieder aufgenommen, aber eine Single ist erschienen. mit Tony Sheridan, das waren die Begleitband.

Und er hatte in diesem Laden diese Platte nicht und hat sie dann irgendwie besorgt und wurde so auf die aufmerksam und ist dann rübergegangen. Ja genau und dann der Editor, es gab eine Zeitschrift über Musik aus Liverpool, Merseybeat und der Editor Bill Harry, der hat ihn dann auch mitgeschleppt.

guck mal, die spielen im Cavern und dann hat er sich angeguckt, obwohl Brian Epps eigentlich auf einem ganz anderen Weg war. Also der war eher ein sophisticated Mann, der sich nicht irgendwie Rock'n'Roll Band anschaute. Aber der sah dann die Band und dann hat er aber was... gesehen da und dann sagt er, kann ich euch managen, will ich euch managen und die haben das dann gerne angenommen und diese Aufnahmesessions hier in Hamburg sind ja auch ganz

Seltsam gewesen. In der Friedrich-Ebert-Halle in Harburg. Da ist wohl ein Studio drin? Nee, auf der Bühne. Da wurde das aufgenommen. Sie waren eigentlich als Begleitband von Tony Sheridan engagiert, aber nahmen aber auch teilweise eigene Songs auf. Und deswegen eben die erste Plattenveröffentlichung.

Und später musste also Brian Epstein auch die Beatles aus diesem Vertrag irgendwie von Bert Kempfert freikaufen. Ja, aber das lag dann daran, dass Bert Kempfert auch was in denen gesehen oder gehört hatte. Der konnte die Polydor, bei denen er ja offenbar angestellt war, nicht davon überzeugen, mit denen mehr anzufangen. Und das ist der Grund und er hat ihn, glaube ich, Epstein später einfach überlassen oder nachher dann in Parloform.

So eine schöne Anekdote. Hier liegen übrigens ganz viele Bücher und Zeitschöpfen vor. Das kann man nicht sehen, weil es so viel Literatur über die Bibel geht. Das ist nämlich wirklich, es gibt überhaupt keine Band, überhaupt keine Band. Keine Musik, keine Komponisten, nichts mehr Geschriebenes als über die Beatles. Und wenn ihr da wirklich Einzelheiten wollt, es gibt unendlich tolle Bücher, auch über jeden Tag, den die Beatles verlebt haben. Auch im Studio, was sie gemacht haben.

wer was aufgenommen hat, wer was gespielt hat. Also nirgendwo ist alles etwas besser recherchiert als bei den Beatles. When you're passing on your way, I say, hello, little girl. When I see you passing on your way, When I try to catch your eye I cry Hello little girl I send you flowers that you don't care You never seem to see me standing George.

Harrison soll gesagt haben, als dann Brian Epstein im Cavern Club war, und was führt Herrn Epstein zu uns? Ja, genau. Weil er muss einen sehr guten Humor gehabt haben. Der war ganz trocken, ich meine, der war der Jüngste und hatte trotzdem einen sehr trockenen Humor. das vorstellen, die Beatles hatten sich ja so, die trugen Lederklamotten damals, die hatten noch eine Elvis-Tolle zwischendurch zumindest noch und das waren raue Jungs. Auf die wilden, rauen Rocker, obwohl...

Ehrlich gesagt, wenn ich diese Bilder sehe, auch von früher hier aus Hamburg von Astrid Kircher, gefotografiert in den Lederklammern, ich finde, das passt gar nicht. Paul zum Beispiel, der sieht gar nicht überzeugend in so einer Lederklamotte. Aber gut, das haben sie dann auch gemerkt. Und später war ja Brian Epstein, der gesagt hat, hier, die Lederklamotten müssen jetzt weg.

die Beatles dann auch irgendwie gespürt, dass das nicht mehr überzeugend war. Und der hat sie dann in so schnieke kleine Anzüge gesteckt. So Pierre Cardin-Style. Also so kragenlose. So kragenlose Dinger. Ja, und Epstein ist dann auf die Tour gegangen, nach London gefahren. weil er wollte die Band ja irgendwie unterbringen, Platten aufnehmen und ist zu Plattenfirmen gefahren, zu Decker. Und die wollten das nicht. Die sagten, das ist doch nichts.

Ich muss eins dazu sagen, eine Band aus Liverpool aus Nordengland. hatte in London eigentlich nie eine Chance. Also die haben alle immer gesagt, ach, das kann doch nicht sein. Das kann manchmal auch, das hat Paul mal ausführlich erzählt, auch am Akzent liegen. Die sprachen ja alle mit einem Liverpool-Akzent. Scouse nennt man den. Brian Epstein.

allerdings nicht. Der sprach ein feineres Englisch. Also ist es etwas Upperclass-mäßig? Ja, Upperclass-mäßig. Und der fuhr nach London, wurde da auch ernster genommen. Trotzdem sagten die, also deine Jungs, nee, das ist nichts für uns. Und der ist schon zu verschiedenen Firmen gegangen mit einer Demo. Pai und anderen. Und keiner wollte die. Und erst dann, irgendwann im Jahr 62, also so im Mai, überredete er den Chef von Parlophone. Das war George Martin.

Eine schicksalhafte Begegnung, möchte ich sagen.

George Martin und frühe Singles

Es gibt diese Aufnahme, diese Probeaufnahme für Decker, die ist kurioserweise gemacht worden am Neujahrstag 62. Das scheint mir jetzt so auch nicht der beste Termin zu sein für so eine frische Band. Ich weiß nicht, wie das ist. Die waren ja ständig spät rauf oder so. Vielleicht war das für die ein normaler Tag. Wir wissen es nicht. Aber jedenfalls war es der Tag. Aber jedenfalls hat niemand bei der DECA das gesehen.

Die haben ja vor allem gesagt, Gitarrenbands sind over. Ja, und dann nach dem Erfolg der Beatles, als sie das dann gemerkt haben, haben sie sofort die Rolling Stones unter Vertrag genommen. Weil die dachten, den Fehler wollen wir nicht nochmal machen. Also das war dann einfach. Aber jedenfalls war es so, dass diese Band...

Ja, das hat man nicht gesehen, aber George Martin muss irgendwas gesehen haben. Er sagte, naja, so toll ist es auch nicht, war auch ein bisschen kritisch. Und hat sie dann aber trotzdem zu einer Aufnahmesession eingeladen. Am 6. Juni fand die Stadt in London in den Abbey Road Studios. Da hatten sie noch einen alten Schlagzeuger. Es war noch Pete Best, der da am Schlagzeug war, der auch bei den vorletzten Besuchen in Hamburg, die eröffneten den Star-Club im April 1962.

kamen dann wieder und dann mit dem Pete Best sind sie nach London gefahren, haben die Demo-Aufnahme gemacht. Und George Martin fand den Schlagzeuger so schlecht, dass er sagte, nee, nee, das geht nicht. Wenn, dann müsst ihr den Schlagzeuger tauschen. Und das war eine Tendenz, die sowieso schon...

Klar war, dass die Zeit von Pete Best zu Ende war bei den Beatles und die hatten schon mit Ringo Starr geliebäugelt, dem Schlagzeuger von Rory Storm and the Hurricanes, einer anderen Liverpooler Band, und den sie kannten und der stieg dann ein. Und fuhr dann auch mit Nalon an. And then I feel upon my lips again A taste of honey A taste of honey

Lass uns doch nochmal gucken, was George Martin für eine Person ist. Eine Persönlichkeit, möchte man ja sagen. Später ist er natürlich als sozusagen der... auch in die Beatles-Geschichte mit eingegangen, der quasi diese Ideen von denen in... Arrangements, Instrumente übersetzt hat oder so etwas. Das war ja ein sehr gebildeter Mann, ich glaube sogar klassisch ausgebildeter Komponist oder so etwas. Ja, ein klassischer Musiker, der als Produzent aber auch sehr viel...

Audio, Comedy gemacht hat, also die berühmten britischen Comedys, Peter Sellers und alles mögliche, das hat er auch produziert und Musicals, also verschiedene Musikstile, also so Pop und Rockbands hatte der gar nicht produziert. Und hat das aber irgendwie wohl gespürt und er war auch verantwortlich fürs Repertoire von Parlophone, konnte das also wohl auch mitentscheiden.

Und insofern passen die eigentlich auch nicht zusammen. Und wieder unser lieber George sagte beim ersten Treffen in London, sah den George Martin und sagte irgendwie, der fragte so, und was gefällt euch nicht? Mit deinem Schlips nicht. Zu George Martin und die anderen. Oh Gott, was hat er jetzt gesagt? Aber George Martin hatte auch Humor. Und ja, das klappte dann. I love you, I'll always be true So please, love me too

auch die ersten Aufnahmen auf. Das war Love Me Do. Das war der erste Song und PS I Love You. Und Ringo kam dann schon mit nach London. Das war so, ich glaube mal, Oktober oder Juli. Jedenfalls in dieser Zeit. Und Ringo durfte aber nicht Schlagzeug spielen.

Weil George Martin sagte, nee, ich habe hier einen Session-Drama engagiert, Andy White heißt der, der spielt das. Und Ringo war nun vollkommen sauer, weil ich meine, er war extra neuer Schlagzeuger. Der Beatles durfte das Tambourin nur spielen. Deswegen auf der Aufnahme, die man hier hört. ist nur Andy White drauf, nicht Ringo. Genauso auf PS I Love You, der anderen eine andere Nummer, da spielt Ringo auch nicht. Keep all my love forever. E.S. I love you.

The day I do love B.S. I love you Aber sonst?

Aufnahme des Albums "Please Please Me"

Auf allen anderen Aufnahmen ist Ringo drauf. Und die hatten natürlich auch jetzt noch in Hamburg im Starclub eine gute Übungszeit zusammen. Und der große Vorteil, warum die Beatles auch an einem Tag so ein Album aufnehmen konnten, das Please Believe in die Album wurde am 11. Februar an einem Tag aufgenommen, war diese Routine, die die hatten. Die haben ja ständig gespielt, jeden Tag praktisch, manchmal monatelang in Hamburg hintereinander oder auch in Liverpool, in Nordengland, überall.

Die waren richtig tight, die waren routiniert, die waren fest. Und man merkt das besonders, wie Schlagzeug und Bass zusammenarbeiten. Und das pumpt richtig erstaunlich. Also weitaus besser. Wenn du jetzt mal die erste Platte... die später kam der Rolling Stones nimmt. Die klappert ja so vor sich hin. Da stimmen viele Rhythmen nicht. Da spielt Bass, Schlagzeug auseinander. Das ist überhaupt nicht zusammen.

Da merkt man diese Erfahrung, die die Beatles schon hatten in diesem jungen Alter. Daffa wirklich 62, Lennon 22, George immer noch 19. Und schon so eine tolle Routine. Und das hat ihnen extrem geholfen. Deswegen sind die auch so gut geworden. I will set you free In der Tat haben Sie selbst immer auch durch diese Lehrzeit sozusagen in Hamburg oder auch in der Zeit, in der Sie immer nach Hamburg gefahren sind, gesagt,

Dadurch wurden wir eben auch eine wirklich gute Live-Band. Also George Harrison sagt in einem Interview Ende der 60er Jahre, ich habe das natürlich jetzt recherchiert für diese ganzen anderen Sachen und für diesen Podcast, das war die beste Zeit als Live-Band, die wir hatten.

wir mussten so spielen, dass die Leute kommen, wegen der Musik und nicht, weil wir die Beatles waren. Das ist natürlich irgendwie auch, aber ich wollte eine Sache noch fragen und zwar, ich habe bei George Martin nachgelesen, es gibt zum Beispiel dieses Buch, es begann in der Abbey Road, das ist sozusagen seine Erinnerungen, seine Memories.

er ist ja schon verstorben vor einigen Jahren, dass er sagte, das Ungewöhnliche war auch, dass es eben nicht Cliff Richard and the Shadows oder Jerry and the Pacemakers oder so war, sondern es waren die Beatles, es waren Vier Jungs, die eben schon immer eine Singstimme hatten, aber es war eben irgendwie eine Einheit. Ja, das ist richtig. Das, was es in England gab, waren ja so ein paar jugendliche Rock'n'Roll-Stars wie eben Tommy Steele oder Cliff Richard.

Oder balladigere Sänger, Frank Ifield oder sowas. Die Shadows gab es noch. Aber so eine kompakte Einheit, die wirklich gleichartig aussahen und so kompakt daherkam, das war total neu. Und dass die Band auch dann in London einen Vertrag bekam, war schon eine Sensation. Das war in Liverpool. die Meldung. Die Beatles haben einen Plattenvertrag.

Und das Tollste war, die nahmen also ihre erste Single auf, die wurde ja gleich auch ein kleiner Hit in England, was ja auch eine große Überraschung war. Also Love Me Do ist das dann. Love Me Do wurde Nummer 17, kam auf Nummer 17 in den Charts und dann wurde gleich entschieden.

Damals wurden eigentlich nur Singles gemacht. LPs, Alben, gab es für Popstars eigentlich nur, wenn sie schon erfolgreich waren. Aber sofort wurde beschlossen, das war auch das Tolle von George Martin. Wir nehmen auch gleich ein Album auf. Der hat wohl gemerkt, Da ist mehr an dieser Band. Und er wollte dieses erste Album eigentlich im Kevin Club aufnehmen. Aber...

Der Kevin Club eignete sich auch wegen dieser kellerartigen Gewölbe nicht zur Aufnahme. Das war vom Sound her nicht gut. Deswegen hat er gesagt, wir machen das im Studio, nehmen das aber an einem Tag wie live auf. Und so haben sie es auch getan. Viele dieser Tracks sind one take, also sind in einem, in einer, der erste Take ist dann genommen worden oder vielleicht zwei, drei Versionen, dann ist es aber auch schon durch.

You'll never know how much I really care. Listen, do you want to know the secret? Do you promise not to tell? Whoa, whoa, closer Let me whisper in your ear Say the words you long to hear Do you promise not to tell? Und gerade bei diesem ersten Album, Please Please Me,

sieht man ja dann auch diese Mischung. Also einmal Songs wie Twist and Shout, haben wir am Anfang gerade gehört. Das ist natürlich ein Song, der total mit den Beatles verbunden ist, aber nicht von ihnen geschrieben wurde, von Lennon McCartney oder George. Ja, aber genau. Aber davor müssen wir doch erstmal hinkommen.

Wieso eigentlich Please Please Me? Denn der kam ja zuerst, bevor das Album kam, diese Single. Und das ist eine ganz wichtige Geschichte. George Martin hat den Beatles einen Song angeboten von einem Fremdkomponisten. How do you do it? Und das ist ein guter Song, aber die Beatles sagten, wir können das auch selbst. Wir hatten so einen Ehrgeiz, einen richtig tollen Song zu schreiben und haben sich herangesetzt und Please Please Me geschrieben, den John ursprünglich.

komponiert hat und er wurde dann noch verändert und mit der Hilfe von Paul und einigen Gitarrenphrasen Und wurde dann aufgenommen, unter anderem auch mit dem Hinweis von George Martin, spielt doch eine Mundharmonika drauf. Die doppelten also die Gitarren-Phrase

Mit einer Mundharmonika. Das war also die Idee von George Martin. Und die Mundharmonika hat ja in den ersten Beatles-Zeiten eine sehr, sehr große Rolle gehabt. War auf vielen Songs drauf. Aber nicht die blusige Mundharmonika, sondern eher die Melodiöse. Und dann nahmen sie den Song auf und der kam raus und wurde sofort überaus, und da sagte George Martin gleich zu denen im Studio, Hey Gentlemen, ihr habt eine Nummer 1 geschrieben.

Und hat den Song gleich so eingeschätzt, bevor er rauskam. Er hatte Recht. In der Ton. das ist aufgenommen zwischen den letzten beiden Engagements im Star-Club in Hamburg. Genau. Also da merkt man auch, die hatten wirklich... Stimmt, ja, das war im November oder sowas, genau. Anfang Dezember kann auch sein. Genau, sowas. Auf jeden Fall liegt es genau dazwischen und da sieht man, wie umtriebig die auch gewesen sind.

und ehrgeizig, das muss man ja auch sagen. Also, die Beatles wären nicht so eine gute Band gewesen, wenn sie nicht wirklich das echt gewollt hätten. Die haben sich da echt reingehängt und die haben gerne Musik gemacht, auch gerne Sachen ausprobiert. Aber ich glaube, da müsstest du mal sagen, George Martin hat auch

Musikalität und Songwriting-Vielfalt

denen dazu geraten, immer mehr eigene Sachen zu schreiben oder nicht? Weil sie zwischendurch, sie haben ja ein Rock'n'Roll-Repertoire gehabt. Genau, aber er hat sie sicher unterstützt und sie sind aber auch selbst sehr ehrgeizig gewesen. Also sie, das Album fängt ja gleich an. mit dem eigenen Song, I Saw Her Standing There. Das ist ein Paul McCartney-Song, den er schon vor ein paar Jahren geschrieben hatte. der natürlich Anlehnung hat an...

Rock'n'Roll-Hits an Little Richard. Eine gute Kopie, will ich sagen. Aber es rockt und gruft unglaublich gut daher. Und insofern, das hat George Martin gut erkannt. Er hat sich nicht gezwungen, Fremdkompositionen aufzunehmen. Die sie genommen haben, haben sie aus ihrem...

Repertoire genommen, die sie immer schon gespielt hatten. Aber dazu kommen eben diese eigenen Songs, die jetzt eine immer stärke Rolle spielen. Und schon auf dem ersten Album sind ja diverse. Wie viele eigene Songs? Ich glaube fast sieben oder acht. Ja, wir sagen die Hälfte.

Es sind 14 Songs drauf. Es sind sehr kurze Lieder. So zwei Minuten Lieder sind das immer. Und es waren also Lieder in jeder Stil hart. Das ist ja auch noch das Bedeutende. Da waren Balladen wie Ask Me Why oder andere, die sehr, sehr ruhig und harmonisch waren aber andere waren eben rocker Und was wir noch nicht erwähnt haben, ist...

Nicht nur, dass sie eine sehr teite, sehr gut zusammenspielende Band waren, sondern der Gesang war wichtig. Das, was sie da kreierten. Erstmal der Doppelgesang von John und Paul. In der Abgangszeit war John der Hauptsänger. Die meisten Songs hat er eigentlich gesungen. Paul kam dann dazu, aber das Wichtigere war diese Doppelstimmigkeit, diese Duette, die sie sangen, diese Zweistimmigkeit. Und dann kam noch George dazu als dritte Stimme.

Und sie kreierten so eine Harmonielandschaft, die in der damaligen Popmusik auch nicht so normal war. Man kannte es von den Everly Brothers als große Vorbilder, von Buddy Holly manchmal, aber Everly Brothers sicherlich ein großes Vorbild. so perfekt, auch live sehr, sehr gut gesungen. Das war eine große Kunst von denen. Und die Färbung der verschiedenen Stimmen, diese manchmal zarte, manchmal aber auch...

Sehr kantige Rock'n'Roll-Stimme von John Lennon mit der Paul McCartney-Stimme, der sehr zart singen kann, ebenfalls, aber auch. losrocken kann, wenn er an die Höhen dann geht. Das ist wirklich sehr, sehr ungewöhnlich gewesen. Und das ist, glaube ich, das größte Geheimnis. Diese Stimmen, die wirklich ein Zauber, ein Gefühl bei den Leuten rauskommt. gekitzelt haben. Und auch das, da führt die Spur auch zurück.

nach Hamburg. Man glaubt es nicht, aber weil da ist es eben so, dass sie auch diese ganzen Stunden ja in diesen... feuchten Klima hier auch, also feuchtes Seeklima kann man ja fast sagen in Hamburg, eben quasi nur Schaften und so viele Stunden lang, wenn man das überlegt, dass man sechs oder acht Stunden singt, muss man sich abwechseln oder zusammen eben einfach singen. Das sind natürlich Dinge, die dann einfach auch damit stärker wurden.

Deswegen sang George auch einige Nummern, auch später auf den Alben, Rollover Beethoven. Genau, ja, und Beuys ist hier ja gesungen, zum Beispiel von Ringo gesungen. Aber ich wollte unbedingt einhaken bei dem, wie sie es hinbekommen. Also Harmoniegesang hast du schon gesagt. Mir ist aufgefallen, wie variantenreich die Gitarre ist.

Also natürlich sind es verschiedene Rhythmen, du hast das schon gesagt, aber hör dir mal sowas an wie Taste of Honey oder auch wie Chains oder so. Das sind schon Sachen... George Harrison beherrscht sein Instrument wirklich. Man unterschätzt ihn leicht, aber er beherrscht sein Instrument nicht gut. Aber er war es ja nicht alleine, sondern erstens war Paul McCartney auch ein großartiger Gitarrist. Er war ja eigentlich ein Gitarrist der Band.

wurde dann umgeschult auf den Bass, übernahm den Bass. Er war auch ein Gitarrist. Und John Lennon war ein ausgezeichneter Gitarrist, der manche Soli ausspielte. Wenn du ganz raue Rock'n'Roll-Soli hörst, dann ist es meistens John Lennon. Und das kann man nachlesen in diesen detaillierten Werken, die über das Beatles-Schaffen geschrieben wurden.

Jeden einzelnen Song. Jeden Song. Wie die das rausgekriegt haben. Die durften dann auch die originalen Bänder abhören und konnten dann sehen, wer hat was gespielt und auch was zwischendurch geredet wurde und so. Also das ist schon relativ verlässlich. Aber George ist ein guter Gitarrist. sehr, sehr melodiös und auffällt auch die Harmonien, die Variantenreich, der Variantenreichtum, der benutzt wird.

Paul McCartney hat in seinen Songs oft verschiedene Akkorde und Akkordläufe, Harmonieläufe benutzt. Das hat John Lenmar erzählt. Ja, der war mir immer voraus. Musikalisch war der aus seiner Familie besser gebildet als ich. Ich war ein bisschen... simpler, rauer und einfacher, aber auch melodiös. Aber Paul, der hatte immer so geschickte, raffinierte Harmonien dazwischen. Und das stimmt. Und manchmal hört man auch bei den Beatles dann ...

Ungewöhnliche Akkorde, die eher aus der Jazz- oder Big-Band-Musik kommen. Also ein Sechser. Ein 7 plus, Major 7, also die zum Beispiel bei Twist and Shout manchmal oder bei She Loves You, da sind dann auf einmal ein Sechser am Schluss. Also da wären solche Akkorde, das hat man mit Popmusik damals überhaupt nie verbunden.

Und George Martin hat sich erst so ein bisschen amüsiert darüber gezeigt, weil er kannte das natürlich auch als der Klassik und der Jazzmusik, diese, sagen wir mal, etwas breiteren Akkorde, die also nicht nur die simplen... Duo-Akkorde waren, nicht nur die Moll-Akkorde, sondern eben erweiterte Akkorde. Und er hat gesagt, das hat schon Glenn Miller mit der Big Band in den 40ern gemacht. Da haben die gesagt, macht uns...

Ist uns egal. Machen wir, nutzen wir. Wir nehmen alles auf. Deswegen haben sie auch aus allen möglichen Stilen, aus Salonmusik der 20er, haben sie aufgesogen, aus Rock'n'Roll, besonders viel John Lennon aus der schwarzen Musik Amerikas. Alexander und Smokey Robinson waren seine Vorbilder, die wunderbare Balladen schrieben. Also sie haben aufgesogen und haben das zu einer wunderbaren neuen Melange gemacht.

Genau, das wollte ich gerade mich noch ansprechen, diese Quellen, die da sind. Das ist ja eigentlich sehr ungewöhnlich. Also beispielsweise der Song Chains, der ist ja von Gotham and King geschrieben. Das ist ein Lied, der sonst für ein Frauenquartett oder Quintett, glaube ich, geschrieben wurde. Chains, my baby's got me locked up in chains And they ain't the kind that you can see

Das ist ungewöhnlich, dass eine Jungsband das so übernimmt, oder? Ja, die haben diese Platten, die Originale aus Amerika gehört, haben gesagt, das spielen wir nach, das nicht. Manchmal sind sie nah an dieses Original gekommen, manchmal haben sie das Original auch übertroffen. Also es gibt zum Beispiel diese Version von Twist and Shout, ist ein Song der Isley Brothers und der ist von den Beatles eigentlich viel stärker, weil der kompakt ist.

Da rockt los. Die Isley Brothers, das ist so ein bisschen, das flirt mal so, mal so. Also das ist kein kompakter Song. Und so ging es ihm bei vielen Nummern. Und als ich jetzt das erste Album jetzt nochmal... ganz konzentriert durchgehört habe, habe ich gedacht, warum haben sie eigentlich diese Coverversion, gerade Chains, aufgenommen? Denn ihre eigenen Songs waren...

fast schon stärker. Ask Me Why war ein wunderbar harmonischer Song und andere, war schon auch beim ersten Album so außergewöhnlich gut, dass das wirklich eine Errungenschaft war schon. Ich finde gerade bei Ask Me Why wird es so klar, das ist ja ein John Lennon Song, dass man nicht sagen kann, John Lennon macht so die einfachen Rock-Songs und Paul macht die hübschen Balladen. So ist es eben gar nicht. So ist es eben nicht.

Balladen geschrieben und Paul hat auch viele Rocker geschrieben. Und man kann eigentlich auch nie sagen, wer hat was geschrieben. Wenn Paul singt, die Hauptstimme, dann kann man davon ausgehen, dass der Song von ihm ist. All my loving später oder sowas. John hat auch viele Songs gesungen, weil er früher eben der Hauptsänger war. Aber es gibt mittlerweile in diesen Büchern Statistiken, wer was geschrieben hat. Auch Lennon hat in einem langen Interview mal erzählt, wer was geschrieben hat.

Da gibt es manchmal ein bisschen Streitigkeiten, wer wie viel von welchem Song komponiert hat. Aber Sie sind sich schon einig. Und eine der schönsten Balladen der Beatles, If I Fell, ist ein reiner John Lennon-Song. Und andersrum Paul McCartney, I've just seen it. Face oder so, das sind seine Songs. Also beide haben beides geschrieben. Aber es gibt auch diverse Songs, die 50-50 geschrieben sind, die bewusst zusammengeschrieben wurden. Das gab es früher häufiger als später.

Und wo sie sich echt zusammengesetzt haben, sie mussten nicht gezwungen werden, wie die Rolling Stones später, die ja eingeschlossen wurden in die Küche, damit sie komponieren. Nein, die Beatles haben es freiwillig gemacht. Misery I'm the kind of guy Who never used to cry The world is treating me bad Die haben es dann auf Tour auch gemacht.

Schneller Aufstieg und Beatlemania

Die haben zum Beispiel bei der Tour Anfang 1963 waren sie auf einer Helen Shapiro Tour als Vorprogramm, aber sie waren praktisch, begannen schon das Hauptprogramm zu werden. Und dann haben sie nach den Auftritten im Hotel oder irgendwo haben sie dann wieder komponiert. Da ist dann From Me To You erschienen, die nächste Single nach Please Please Me, auch nur Nummer 1.

Dann ist auch She Loves You auch irgendwo in Newcastle im Hotelzimmer entstanden. Ganz bewusst auch ein Song mit einem klaren Refrain. Ich meine, klarer geht es ja nicht. She Loves You. Und dann dieses Yeah, Yeah, Yeah. Der war ja auch... Eigentlich hätte man ja singen müssen Yes, Yes, Yes. Aber das geht nicht. Yeah war doch das Coole. Und daher auch der Mythos. Die Yeah, Yes waren das dann. In Deutschland wurden ja nur die Yeah, Yes genannt. Also das hat die Deutschen fasziniert.

ja, ja ist einfach ein Slangwort für yes in Liverpool. Yeah, sagt man einfach. Du wirst dich sicher erinnern an dieses Carpool-Karaoke mit James Corden. Da erzählt Paul diese Geschichte, dass er eben

mit John diesen Song fertig hatte dann offenbar zu Hause und in der, was ist denn, Forthland Road hat er, glaube ich, gewohnt in Liverpool und geht zu seinem Vater rüber und sagt, ey Dad, wir haben einen neuen Song, willst du mal hören? Und hat er ihm vorgestellt. Und der Vater hat auch die Pfeife aus dem Mund genommen.

gesagt, könntet ihr nicht Yes, Yes, Yes singen? Das sollen ja diese Amerikanismen hier immer. Und dann sind sie, nee, das geht nicht. Die Geschichte ist dann... Yes kann man nicht so gut singen. Aber ich habe in der Tat auch so ein dickes, dickes Buch hier vor mir liegen, wo diese täglich, also geschrieben wird, wo sie waren, was sie gemacht haben. Also pausenlos. Ich will einmal sagen,

Elf oder zwölf Tage, nachdem die Beatles in Hamburg das letzte Mal gespielt haben, kam Please Please Me als Single raus. Das ist wirklich, es greift so ineinander, das kriegt unheimlich fad, das Ding. Und sie treten...

pausenlos auf, ab und zu wird auch immer einer krank, da müssen die Termine nachgeholt werden, sie treten mit Helen Shapiro auf, das muss so eine landesweite Tournee gewesen sein. Genau, es gab in England immer, damals gab es noch nicht diese großen Konzerthallen, die Pop-Tourneen von amerikanischen

Star-Künstlern, die fanden in Theatern statt. Also in jedem Theater gab es so ein Revue-Musical-Theater oder ein anderes Theater oder ein großes altes Kino oder solche Säle. Die wurden auf diesen Tourneen genutzt. also richtige Theater-Tours. Und da waren immer Programme von drei, vier Künstlern und die Beatles waren dann im Support Act und andere Bands auch noch davor. Und so ging man auf Tournee, aber gleichzeitig...

Und nebenbei gab es auch noch viele Einzel-Gigs. Und die waren ja schon vorher abgemacht worden, als die Beatles nicht erfolgreich waren. Die haben selbst Ende 1963, als sie schon die Beatlemania ausgerufen war und sie hatten schon drei Nummer-Eins-Hits gehabt, da haben sie... noch für 300 Pfund irgendwo auf dem Dorf gespielt, weil das alte Verträge waren.

Die Anlage wurde mit einem kleinen Van immer noch rumgefahren. Also es war alles viel kleiner und provinzieller, als wir das uns eigentlich vorstellen. Das war noch nicht die große, gigantische Maschinerie. Die Anlage wurde hingebracht. Mel Evans war der Roadie, der es alles aufgebaut hat.

Und die Band kam dann auch in einem Bus, Kleinbus oder so, aber irgendwann merken sie, als die Zuschauerreaktion immer intensiver wurde, ey, wir müssen jetzt was machen. Also wir müssen sofort, wenn wir von der Bühne kommen, raus aus dem Theater, rein in... irgendwelche Limousinen und wegfahren. Das hat sich denn über das Jahr über so gesteigert,

dass ein normaler Umgang dann gar nicht mehr möglich war. Das dokumentiert eigentlich am besten in dem ersten Film, A Hard Day's Night, der ja ein Lehrstück ist wie für die Beatles auf Tour und für ihre ersten Erlebnisse. Bloß nicht die deutsche Fassung sehen mit albernen Comedy-Kommentaren, die Übersetzung, also wahnsinnig, also erschreckend. Ja, es ist sehr, sehr simpel. Es ist zwar lustig, aber so simpler, simpler, ja.

Fernsehserienhumor, der mit den Beatles nichts zu tun hatte. Also die Deutschen kriegen es immer wieder hin, was zu verhunzen. Zum Beispiel den Titel des zweiten Filmes Hi, Hi, Hilfe. Man hätte ihn nicht einfach Help oder Hilfe nennen können.

Nein. Das ist schon ziemlich blöd. Oder die erste, wie heißt A Hard Day's Night in Deutschland? Ja, ja, ja. Natürlich. Weißt du, was sind wir manchmal für ein Land. Aber in der Tat ist es so, dass wirklich durch eines dieser Bücher, habe ich das gerade gestern nochmal nachgelesen,

John Lennon war bei irgendeinem Gig krank im Januar, Februar und das mussten sie nachholen im März oder April. Und da waren sie schon so groß, dass dieser Veranstalter sich die Hände rieb mit so alten Verträgen, auch alten Gagen. jetzt echt voll, weil die wirklich...

Privatleben und Fan-Hysterie

Ganz schnell ganz groß geworden. Aber was für einen Stress die gehabt haben. Ich meine, gut, die waren ganz jung. Aber trotzdem, ich meine, zwischendurch in Liverpool und auch und dann auch Privatleben. Dann wurde die Freundin von John Lennon auch noch schwanger. Aber das Kind ist ja schon im April geboren. Im April 1963. Die wurde schon im 1962 schwanger und musste dann geheiratet werden. Aber das durfte keiner wissen. Das wurde unter dem Tischtuch gehalten. Es war eine Kunststudentin, Cynthia.

die Cynthia Powell, eine sehr eigenständige Künstlerin auch, die, glaube ich, unter Wert verkauft wurde, weil John Lennon hat sie dann also eher, naja, von der Seite her betrachtet. Typischerweise Lennon, der kein einfacher Mensch gewesen sein muss, ist... Ich glaube zwei oder drei Wochen nach der Geburt des ersten Kindes ist der mit...

Brian Epstein nach Barcelona in den Urlaub gefahren. Ja, darüber kann man sich ja zweifeln. Das haben viele damals gesagt. Das ist aber seltsam. Die anderen sind in der Zwischenzeit übrigens mit Klaus Vormann nach Teleriffa. Aber das ist nur am Rande. Wunderbare Geschichte in dem Buch von Klaus Vormann, wo er das beschreibt. Paul ruft an, du, deine Eltern haben doch dieses Haus auf Teneriffa und hast du das noch, können wir nicht da vorbeikommen. Und dann sind die da hingekommen, George.

Ringo und Paul, die drei. Und Astrid Kircher kam auch aus Hamburg an und dann hatten sie eine alte Reunion. Es war Anfang 1963 und es war eigentlich die letzte ruhige Periode, die die Beatles in den nächsten Jahren hatten. Ja, und John war derweil mit Brian Epstein in Barcelona. Da gab es natürlich die Gerüchte, weil Epstein war.

Er war schwul und mochte auch Lennon gerne. Lennon war aber praktisch doch der Leader der Band und wollte auch vielleicht seine Position stärken, indem er mit dem Manager dann alleine unterwegs war. Die üblichen Gerüchte folgten dann natürlich, da wäre eine Affäre, was aber von Lennon später widersprochen wurde. Aber es ist in der Tat, offenbar ist ja dieses Gefühl von, wir sind hier eine Einheit. Das dehnt sich ja dann auch auf Mel Evans.

Neil Espinel nachher noch aus. Das war ja noch ein weiterer, ich weiß gar nicht, wie dessen offizieller Titel war. Also das war eigentlich der Assistent und Tourmanager, der schon von den Beatles verpflichtet war, bevor die Brian Epstein kannten. Und Epstein hat die dann übernommen als

Assistent oder als Tourmanager und bekamen dann auch größere Jobs im Gehäuse der Beatles. Das war ja wirklich so wie so ein kleines Haus. Der und der machte folgende Jobs auch später, als ihre eigene Firma Apple hatten.

Kurios finde ich ja auch, dass in dieser Zeit immer größer wurde die Beatles, also die sind ja nach London gezogen, aber die haben ja eigentlich noch zu Hause gewohnt. Ja, die haben zu Hause gewohnt in Liverpool bis Mitte 63. Da hatten sie ja schon drei Nummer 1 Hits, mindestens zwei, genau.

sie im Sommer nach London, weil man musste eigentlich schon im Zentrum sein, denn sie smerten sich ja die Fernsehauftritte. Es gab jetzt Fernsehshows und solche Dinge. Da mussten sie einfach hin und wohnten erst im Hotel und dann in einer Wohnung in Mayfair. Green Street 57, in die auch Klaus Wormann dann später gezogen ist. Das beschreibt er ja auch ganz herrlich. Ja, die wohnten da ganz normal und natürlich vor dem Haus dann massenweise Teenager.

bis sie dann einzeln in irgendwelche anderen Gegenden zogen, die anonymer waren. Bye. Bye. Bye. Klaus Vormann hat mir erzählt im Interview, er sagte, ja, es klingt dann irgendwie vielleicht auch ein bisschen glamourös, aber das praktische Leben war sehr mühsam dadurch, weil sie eben...

Wenn man dann eben mal was zu essen brauchte, dann konnte man nicht einfach mal vor die Tür gehen und was kaufen gehen, weil einfach immer die Hölle los war. Und auch bei sich zu Hause ist es offenbar so gewesen, es gibt so Geschichten, wo die... die Eltern von George Harrison oder auch Paul McCartneys Vater dann die Fans zum Teil zum Tee reingebeten haben. Weil die nett sein wollten. Und das war natürlich auch sehr mühsam. Aber Paul hat dann auch erzählt, es waren ja nicht nur

so unschuldige junge Teenager, sondern die wollten schon wirklich mehr. Das waren schon wilde Zeiten. Wir waren in den 60ern mittlerweile. Und insofern, Paul sagte, wo die sich überall versteckt haben, um Kontakt mit uns zu kommen. Erstmal über die Roadies. Es gibt ja oft diese Stufe Roadies, überzeugen dann die Band. Oder sie haben sich im Dachstuhl, oben im Dach von Abbey Road von den Studios, haben sie sich versteckt. Das weiß niemand. Überall waren sie. Und insofern, es war eine Hysterie.

Ohne Gleichen, das kannte man in England eigentlich überhaupt nicht. Und das war auch erst, wurde also auch von der Presse und auch von den traditionellen Medien sehr, sehr, sagen wir mal, kritisch beäugt. Bis dann aber der Durchbruch international kam.

"Twist and Shout" und Ausblick

Wir sollten einmal noch zurückgehen, auch zum ersten Album zu Please Please Me, denn da gibt es ja diese Session-Reihenfolge. Der John war an dem Tag erkältet, an diesem 11. Februar und man wusste, der kann jetzt nicht so viel singen, deswegen den schwierigsten Song hier.

heben wir uns zum Schluss auf. Das war Twist & Shout. Der war ja schon der Bühnenkracher der Band. Und sie hatten Routine da drin. Und sie nahmen den auf. Und es war auch nur ein Take möglich. Dann war die Stimme weg. Und das hört man immer noch. Mit welcher Power macht... einer Rauheit eher diesen Song sind. Das ist wirklich atemberaubend toll. Und vielleicht ist diese Erkältung dann auch positiv gewesen, hat dieses richtige, das Feuer gebracht für diesen Song.

Oh baby, twist and show, twist and show. Die Beatles im Jahr 1963. Das war der erste Teil rund um die ersten Singles und das erste Album Please Please Me. Ein zweiter Teil folgt, dann geht es um das zweite Album With The Beatles, auch im Jahr 1963 im Herbst erschienen und den wirklichen Ausbruch. der sogenannten Beatlemania und des weltweiten Erfolges. Für heute erst mal vielen Dank und bis bald. Tschüss, herzlichen Dank. Ciao.

Philipps Playlist (Podcast-Tipp)

That you're mine Jede Woche suche ich fünf Musikstücke aus, passend zu einem Thema. Musik für einen Tag am Meer, ein Roadtrip oder einfach Begleitung zum Einschlafen sein. Dazu improvisiere ich am Klavier, spiele die Übergänge zwischen den Stücken und habe immer ein paar Gedanken oder kleine Geschichten dazu. Philips Playlist. Ideal zum sich wegträumen und eine kurze Flucht aus dem Alltag. Eine Oase in der Hektik, wann immer du willst.

Freitagmorgen erscheint eine neue Folge. Du findest meinen Podcast Philipps Playlist in der ARD Audiothek. Hör da gerne mal rein und abonniere den Podcast, dann verpasst du keine der entspannenden Folgen. Ich freue mich.

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