Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Starke Frauen, wie immer von und nebst der wundervollen Team Seidler. Herzlichen Dank, Katrin Jakob. Ich freue mich sehr, heute mit dir die neue Folge oder eine weitere Folge aufzunehmen von Starke Frauen und frage dich jetzt hiermit. Und willst du mir heute Antoinette Brown Blackwell vorstellen?
Das möchte ich sehr, sehr gerne und bin auch sehr dankbar für die beiden Personen, die uns diese Frau vorgeschlagen haben, nämlich zum einen die Isabel Gras über Instagram und mein Bruder Daniel, die vermutlich beide zeitgleich den Hoaxilla-Podcast Folge 261 gehört haben. An dieser Stelle ganz liebe Grüße an Alexa und Alexander Waschkau von Hoaxila. Die beiden wollten eigentlich eine eigene Folge machen zu dieser wundervollen Frau.
Jetzt kommen wir ihnen zuvor. Bitte verzeiht es uns, aber man kann ja nicht genug über sie sagen. Antoinette Louisa Brown-Blackwell war eine engagierte US-amerikanische Frauenrechtlerin aus dem späten 19. Jahrhundert. Sie hat sich gegen die Sklaverei eingesetzt. Sie war die erste ordinierte Pastorin in den USA, wenn nicht sogar weltweit. Kinder, darf ich einmal ganz kurz erklären, was ordiniert bedeutet? Ja, bitte.
Die Ordination ist eine gottesdienstliche Handlung im Christentum und im Judentum. In fast allen Kirchen werden durch die Ordination Gläubige zum geistlichen Amt gesegnet, ausgesondert und gesandt. Das ist im Grunde sowas wie eine Weile. Also ich weiß nicht, was den Priestern, die kriegen glaube ich die Hände gewaschen. Das ist sozusagen sowas Ritualisiertes, das dich dann befähigt, dieses Amt auszuüben.
Das war für damalige Verhältnisse schon ein absolutes Novum, aber die hat sowieso so einiges gemacht, was zum ersten Mal der Fall war. Sie war nicht nur Pastorin, war sie gar nicht so lange tätig und hat einen Großteil ihres Lebens Schriften verfasst, philosophische Schriften, aber auch wissenschaftliche Schriften. Sie ist durch die Lande getourt und hat gepredigt und Reden gehalten. Vor allem, was Frauenrechte angeht, aber eben auch gegen Sklaverei und den Missbrauch von Alkohol.
Also, das nennt man übrigens Temperenzlerin. Das habe ich auf Wikipedia gefunden, was man alles so lernt. Ja, und das Wort, also ich habe auch, also das sind, ich habe zwei Wörter total, die ich vor wirklich nicht kannte. Einmal Temperenzlerin, weil ich irgendwie dachte, okay, was hat das mit Temperament zu tun? Und dann gucke ich nach und denke, ah, alles klar, das ist Abstinenz von Alkohol letzten Endes, also eine Bewegung gegen den Genuss alkoholischer Getränke, die Ende des 19.
Jahrhunderts bis Beginn des 20. Jahrhunderts ihren Höhepunkt hatte. Jetzt wissen wir ja wahrscheinlich auch, oder mit großer Wahrscheinlichkeit durch wen. Und dann das andere Wort, kannst du das bitte aussprechen? Abolitionistin? Was meinst du? Ja, danke. Von abolish, abschaffen. Das bezeichnet die Bewegung zur Abschaffung der Sklaverei. Ich hatte ja, glaube ich, im Vorwege schon gesagt, ich bin immer wieder so stolz, auch diesen Podcast machen zu dürfen.
Und als ich mich mit dieser Frau näher beschäftigt habe, habe ich wirklich Gänsehaut bekommen. Und da wusste ich wieder, warum dieser Stolz so da ist. Ich habe mir diese Folge angehört und da haben die beiden, Alexa und Alexander, den Michael Blume zu Gast. Der ist Religionswissenschaftler und Beauftragter der Landesregierung Baden-Württemberg gegen Antisemitismus. Und der hat sich sehr eingehend mit dieser Frau beschäftigt und eine Ode auf
Antoinette gesungen. und wirklich nur in ein paar Minuten. Und an einer Stelle bricht ihm die Stimme weg und er ist den Tränen nah und findet es einfach sehr komplex. Wahnsinnig schade, um es mal etwas gelindet zu formulieren, dass diese Frau so in Vergessenheit geraten ist. Und warum der Michael Blume so begeistert war und es so ungerecht findet, das erzähle ich jetzt. Und fang wie immer eigentlich, weil es auch ein bisschen was erklärt über sie, bei ihrer Kindheit an.
Antoinette ist 20. Mai 1825 in Henrietta in New York State geboren, als siebtes von zehn Kindern. Und sie war schon als Kind sehr, sehr forsch, kann man sagen. Sie war sehr, sehr selbstbewusst und wahnsinnig neugierig, hat viele Fragen gestellt und war aber auch sehr fromm. Also es war sozusagen zum einen dieses sehr fromme und Befehlsempfängersein einerseits und aber auch dieses Forsche und Fragen stellen und die Welt verstehen wollen.
Also etwas, was so ein bisschen im Gegensatz ist und aber trotzdem auch, wenn man sich mit ihrem Leben beschäftigt, total Sinn macht. Sie hat als neunjähriges Mädchen dann irgendwann befunden, innerhalb der Familie die Familiengebiete zu sprechen, was wahnsinnig ungewöhnlich ist, aber die Eltern haben sie machen lassen, die waren ohnehin, glaube ich, ziemlich cool.
Und sie ist das jüngste Mitglied dann der Kirchengemeinde geworden, weil sie das so schön gemacht hat, dass man dann offensichtlich befand, Antoinette, du machst das so toll, du kannst das doch auch hier innerhalb der Kirche dann auch tun. Und das hat man ihr dann auch gewährt, diesen Wunsch.
Und dann, nicht nur das, sie hat nicht nur Gebete gesprochen, sondern auch jugendlichen Lern- und Predigtdiensten zuteilwerben lassen, hat dann Jugendgruppen geleitet und ja, es hat da eine sehr, sehr tragende Rolle gespielt. Und das ist schon, ich wiederhole mich, sehr, sehr ungewöhnlich gewesen. Der Vater hat dieses Talent auch entdeckt und hat befunden, die braucht eine Ausbildung. Darf ich kurz einmal fragen, ob du etwas über den Stand der Eltern weißt,
also was der Vater beruflich gemacht hat? Das weiß ich leider nicht. Ist dir das bekannt? Nee. Der war auf jeden Fall ein ziemlich cooler Dude, glaube ich. Und der hat erkannt, da schwimmert ein Talent. Beziehungsweise schlummert gar nicht, das zeigt sich schon. Und ich möchte gerne, dass meine Tochter eine Ausbildung bekommt und hat sie dann auch zur Schule geschickt. Da ist sie relativ schnell durchmarschiert und hat schon mit 16 als Lehrerin gearbeitet.
Wollte aber eigentlich keine Lehrerin werden, sondern sie wollte Pastorin werden. Sie wollte Predigten halten, sie wollte Theologie studieren, was natürlich damals überhaupt nicht ging.
Verfahren nicht. Genau, nicht ging. Genau, klar. Hat dann sich ein bisschen Geld gespart als Privatmehrerin und hat sich dann in dem einzigen College eingeschrieben, wo ein Studium möglich war und zwar in einem sogenannten Kurs für junge Damen am Oberlin College in Ohio, wo Frauen das eben gewährt wurden, an Kursen teilzunehmen. Und die durften, und wir haben uns da im Vorwege drüber unterhalten, diese Kurse aber nicht durch Fragen unterbrechen. Also schön zuhören.
Ihr dürft hier lernen, aber ihr dürft keine Fragen stellen. Du kannst dir ja in etwa vorstellen, also ich stelle mir jetzt... Das wäre so gar nicht meins, weil das Ding ist, wenn du irgendwas nicht begreifst, du musst doch eine Frage stellen. Meine Lieblingsfrage, und das sage ich auch immer inzwischen, da habe ich irgendwann, ich hatte dir auch schon erzählt, ich hatte mal einen Chef, der gesagt hatte, warum interessiert niemanden? Du machst das, was ich dir was ich dir sage.
Und das war gerade erst im letzten Jahrzehnt. Sogar noch in diesem Jahrhundert. Das ist ja das Frivole an der ganzen Geschichte. Und das ist auch nicht meins. Ich will auch, also wenn ich etwas gesagt bekomme, dann will ich verstehen, warum ich das machen soll. Ich bin eine Warum-Fragerin. Generation Y, by the way. Und das war sie offensichtlich damals ja auch schon. Total. Also wenn man schon so ein bisschen den Eindruck gewonnen hat, was ich über ihre Kindheit gesagt habe, dann weiß man auch,
Die Klappe halten und keine Frage stellen. No way, das kommt für mich hier nicht in die Tüte. Und sie hat da eine Freundin getroffen oder eine Frau kennengelernt, die sieben Jahre ältere Lucy Stone, die diese Einstellung zum Thema, ich möchte jetzt hier bitte die Hand heben und Fragen stellen, auch teilte. Und die beiden haben sich dann zusammengetan und haben befunden, wir müssen da was tun, dass die Frauen auch hier mal den Mund ausmachen dürfen.
Und kleine Anedote, Lucy Stone ist die erste amerikanische Ehefrau, die ihren Geburtsnamen hielt. Die sind übrigens auch dann familiär verbandelt worden, weil Lucy Stone heiratete den Bruder von Antoinettes Mann. Die beiden waren sozusagen Schwägerinnen über zwei Ecken, aber eben auch Geistes, wie sagt man, Genossinnen. Und die haben sich da schon zusammengetan und dann auch später in der Frauenrechtsbewegung eine tragende Rolle gespielt.
Vor allem die Lucy, die war auch ziemlich weit vorne, was die Klappe aufmachen angeht. Ja, sie durfte dann ja studieren. Sie durfte studieren, hat dann Theologie studiert und das auch abgeschlossen an eben diesem College. 1850 war das mit hervorragenden Leistungen. Jedoch, da sie ja eine Frau war, hat man ihr den formalen Bildungstitel nicht zugestanden. Der wurde erst später, viel später mit einem Ehrenmaster bzw. Ehrendoktor dann rückwirkend ihr gegeben.
Nur weil sie den Titel nicht hatte, hat sie das nicht abgehalten, als Predigerin tätig zu werden. Und zwar nicht nur in theologischer Hinsicht, sondern eben auch, was die Gleichberechtigung von Frauen und Männern in der Kirche angeht. Was ja damals auch, das ist ja nahezu Blasphemie. Einmal noch die kurze Ergänzung, die hat ja im selben Jahr, also noch in 1850, ihre erste Rede gehalten als Suffragette. Der Griff ist ja eine Bezeichnung von den damaligen oder Anfang des 20.
Jahrhunderts mehr oder weniger organisierten Frauenrechtlerinnen, besonders in UK und den USA, die entweder mit passivem Widerstand, aber auch sogar mit Störungen und offizieller Veranstaltungen und sogar Hungerstreik bekannt wurden. Ja, total. Sie war im Übrigen da die jüngste Rednerin, da war sie gerade mal 25 Jahre alt und sie eröffnete die Konferenz mit einem Gebet und diese Frauen, von denen du gerade gesprochen hast, die...
Rebellieren wollten und das ja auch sehr ausdrücklich taten, die hatten natürlich mit Kirche und Religion so gar nichts mehr im Hut. Und da kommt diese 25-Jährige und sagt dann, also ich glaube, für Antoinette war das eher wie so eine Art Einstimmung, Meditation, um dann diese Kontrastation. Die offizielle Rede zu halten. Kann gut sein, ja. Wissen wir natürlich nicht, ist eine Interpretation von uns beiden. Das stimmt.
Das war in 1850, da war sie 25 Jahre alt. Sie ist dann ein Jahr später zur Pastorin einer Kirchengemeinde in den USA berufen worden und erhielt da tatsächlich den Titel Reverbied. Und der Michael Blume, der so rührselig oder bewundert über Antoinette gesprochen hat, der meinte, dass sie vermutlich auch die erste weltweit war. Also kann ich mich jetzt nur darauf verlassen, was der Religionswissenschaftler da äußerte.
Sie hat dieses Feuer gehabt und hat auch diesen Feuerausdruck verliehen durch Flammende Reden, um mal in den Bild zu bleiben und hat, wie es hier auch an einer Stelle in meiner Quelle heißt, bis zur Erschöpfung die Vereinigten Staaten bereist, eben auch als Suffragette und hat sich für Menschenrechte, für Frauenrechte, gegen die Sklaverei und gegen den Missbrauch von Alkohol, das hattest du erwähnt.
Unter denen ja vor allem Frauen und Kinder zu leiden hatten, eben zu kämpfen und da ihre Stimme zu erheben. Und sie war auch immer on the road und es war ihr ein großes Bedürfnis, eben nicht nur theologisch zu predigen, sondern eben Leben zu halten und hatte offensichtlich auch ein sehr einnehmendes Wesen. Sie ist in diesem Amt als Pastorin nur ein Jahr geblieben.
Ich habe nur eine Quelle gefunden, wovon eine Glaubenskrise die Rede war und ich kann auch nur annehmen, dass was sie da dann überlegte, ist dieser Glaube, den ich habe mit Dreifaltigkeit, Vater, Sohn und Heiliger Geist, ist das das, was für mich in Frage kommt oder muss ich meinen Glauben nicht anders definieren? Jedenfalls hat sie dann beschlossen, eben dieses Amt wieder aufzugeben. Aber blieb natürlich weiter als Predigerin in Anführungsstrichen tätig.
Sie hat 56 Samuel Blackwell geheiratet und hat zwar nicht ihren Namen behalten, also sie hat den Namen behalten, aber hieß dann nicht nur Brown, sondern eben auch Blackwell. Wie so eine Art Doppelname, das ist ja bei uns auch richtig machbar oder möglich. Ohne Bindeschwissen. Genau. Und der Samuel, der schien auch ihre Meinung zur Gleichberechtigung zu teilen. Also der war auf jeden Fall total mit ihr fein und auf Augenhöhe. Die haben relativ schnell hintereinander sehr viele Kinder bekommen.
Es ist von insgesamt sieben geredet. Zwei haben leider nicht übergebebt und fünf haben übergebebt. Und es sind alles Töchter gewesen. Und obwohl sie jetzt nicht mehr als Pastorin arbeitete und dann auch Mutter war, hat er sie machen lassen und hat sie auf Reisen gehen lassen. Er hat dann gesagt, okay, wir kriegen das hier schon hin. Wir versuchen das irgendwie gemeinsam und hier so eine Arbeitsaufteilung hinzubekommen, die gleichberechtigt ist.
Und das war ja auch schon, da hat sie mit ihm wirklich Glück gehabt. Ja, ja. Und das habe ich aber auch gelesen. Genau. Ihr war es auch wichtig zu sagen, okay, im Haushalt, der Mann macht da auch so sein Ding, der trägt seinen Beitrag bei und wir Frauen müssen in der Arbeitswelt unseren Beitrag leisten. Das heißt, es kommt nicht nur darauf an, hier Modi zu sein, sage ich jetzt mal salopp, sondern...
Mann und Frau mit ihren Unterschieden, und die sind ja nun mal da, ist gar keine Frage, aber wir finden eine gleichberechtigte und ergänzende Rolle miteinander, ob das jetzt in der Ehe ist oder auch in der Gesellschaft, die der Gesellschaft zugutekommt. Das ist so jetzt in Kürze ihr Credo gewesen oder Mantra und das hat sie natürlich mit ihrem Mann auch sehr gut umsetzen können. Ich hatte erwähnt, dass sie konvertiert ist, und das ist 1890 der Fall gewesen, zur unitarischen Kirche.
Und dann hat sie eine entsprechende Gemeinde in Elizabeth, ich meine, das ist auch in New York State gewesen, aufgebaut, in der sie auch weiterhin regelmäßig predigt. So, und jetzt kommen wir zu Charles Darwin, den sie eigentlich total träufend und auch so, das heißt ja, über die Evolutionstheorie, was er da herausgefunden hat, da war sie voll von begeistert und fand, dass er da tolle Sachen herausgefunden hat. Und sie hatte eben auch dieses Faible für die Wissenschaft und hat dann auch
selber Abhandlungen gemacht. Ja, genau. 1869 ist ja ihr eigenes Wissenschaftsbuch, Studies in General Science, herausgekommen. Und dann hat nur leider, 1869 genau, und zwei Jahre später hat dann Darwin Descent of Man veröffentlicht. Auf Deutsch die Abstammung des Menschen. Ja, genau. Nur, dass der Mensch hier klar als Mann definiert ist.
Nämlich die Menschenfrau ist ein minderes Wesen und er beruft sich darin auch ganz stark auf die Naturwissenschaft und behauptet, dass die biologische Unterlegenheit der Frau nicht nur in körperlicher, sondern auch in geistiger Hinsicht vorhanden sei. Gänsefüßchen, die Abstammung des Menschen, Gänsefüßchen zu Ende, Kapitel 19.
Der hauptsächlichste Unterschied in den intellektuellen Kräften der beiden Geschlechter zeigt sich darin, dass der Mann zu einer größeren Höhe in allem, was er nur immer anfängt, gelangt, als zu welcher sich die Frau erheben kann.
Mag es nun tiefes Nachdenken, Vernunft oder Einbildungskraft oder bloß den Gebrauch der Sinne und der Hände erfordern, wenn eine Liste mit den ausgezeichnetsten Männern Und eine zweite mit den ausgezeichnetsten Frauen in Poesie, Malerei, Skulptur, Musik, mit Einschluss sowohl der Komposition als der Ausübung, der Geschichte, Wissenschaft und Philosophie mit einem halben Dutzend Namen unter jedem Gegenstand angefertigt würde, so würden die beiden Listen keinen Vergleich miteinander aushalten.
Wir können auch nach dem Gesetze der Abweichungen, ja, ach nee. Wir wissen auch warum, das liegt nicht daran, dass die Frau irgendwie minder bemittelt ist, Wir können auch nach dem Gesetze der Abweichungen vom Mittel, welches Mr. Galton in seinem Buch über erhebliches Genie so gut erläutert hat, schließen, dass wenn die Männer einer entschiedenen Überlegenheit über die Frauen in vielen Gegenständen fähig sind, der mittlere Maßstab der geistigen Kraft beim Manne über den der Frau stehen muss.
Zitat Ende. Das war natürlich Wasser auf die Mühlen eines sehr wütenden Ausbruchs von Antoinette, die dachte, was für eine gekröte Scheiße gibt dieser Typ da gerade von sich. Gerade haben wir hier so viel Errungen, Bildungseinrichtung, Zugang für Mädchen und Frauen erleichtert. Das kann doch nicht sein Ernst sein. und dann beruft er sich auch noch auf die Naturwissenschaft und jetzt soll die Bildung von Frauen unnöt sein,
also dir zeige ich es aber mal. Ja. Sie reagierte natürlich prompt und schrieb das wohl erste Buch einer weiblichen Evolutionärin zur Frage des bioniorischen Geschlechterverhältnisses, The Sexes Throughout Nature, in 1875 und hat ihm das dann geschickt. Er hat sich wohl auch artig dafür bedankt, aber auch, das vermutet man, nicht einmal darin geblättert.
Sie hat darin aber ihn eines Besseren benährt oder hat ihm aufgezeigt, dass es alles ziemlicher Schwachsinn ist oder eine chauvinistische Kacke, die er da von sich gegeben hat. Denn sie hat ja die Evolutionstheorie nicht in Abrede gestellt, hat aber gesagt, dein Vergleich oder das hinkt hier so ein bisschen. Weil erstens, überall im Tierreich ergänzen sich die Geschlechter. Also es gibt unterschiedliche Fähigkeiten, die in der Summe für dieses Miteinander von Vorteil sind.
Es braucht auch die Frauen, um Gesellschaft zu gestalten und nach vorne zu kommen. Und Darwin und Co. Hätten die Bedeutung von Kampf und Wettbewerb überschätzt. Dabei seien viele entwickelte Tiere und gerade auch Menschen auf soziales Miteinander und Kooperation angelegt. Und eben auch insbesondere darin, Nachwuchs aufzuziehen. Gemeinsam in Kooperation aufzuziehen. Ja, genau. Also es braucht auch den Vater und die Mutter gleichermaßen in der Kinderaufzucht, so heißt es hier.
Ich finde auch sehr schön, weil erinnerst du dich an unsere letzte Folge mit Jacinda Ardern und Donald Trump? Weil sie sagt ja auch, Familie gelingt nicht von selbst und nicht der brutalste Kämpfer oder der eitle Selbstdarsteller, sondern der Partner. Der auch bei Kinderaufzug und Haushaltthilfe sei im Evolutionsprozess erfolgreich. Ja, die war furious und hat das aber auch wirklich gut begründet. Und diese Schriften, die leider, und sie selbst sind dann leider als Evolutionstheoretikerin
als Erste, in Vergessenheit geraten. Und ich kann mich jetzt nur berufen auf das, was der Michael Blume gesagt hat. Der meinte, dass circa 100 Jahre später ein Mann sich dieser Thesen bediente und die nochmal in ein anderes Kleid hüllte und veröffentlichte. Und dem wurde dann dieser ganze Ruhm zuteil. Und das hat den Herrn Blume auch sehr aufgeregt. Ich weiß nicht, auf welchen Mann er sich bezieht. Ich habe da noch weiter recherchiert und geguckt.
Aber es ist mir nicht geglückt, diesen Namen ausfällig zu machen. Vielleicht findet ihr ihn ja oder schaut nochmal, ob ihr da eine entsprechende Quelle findet. So, wir nähern uns dem Ende. Es ist, also die Frau ist sehr alt geworden und hat wirklich bis in das hohe Alter, ist sie getourt, hat gepredigt, gemacht und getan und sich da auch sehr stark engagiert in der Frauenbewegung. Es ist leider so gewesen, dass sich diese Suffragettenbewegungen, diese Frauenbewegungen, die haben sich gespaltet.
Und zwar die Lucy Stone war in der einen Richtung sehr, sehr stark aktiv und in der anderen war Elizabeth Cady Stanton die Treiberin. Und die beiden haben sich da irgendwie in die Haare gekriegt. Nach dem Bürgerkrieg war es wohl so, dass Stanton sich dagegen auflehnte gegen die Verabschiedung des 14. Amendments, so heißt es hier, der Verfassung der Vereinigten Staaten.
Also sie war da nicht mit einverstanden, dass afroamerikanischen Männern sowohl gesetzlicher Schutz wie auch das Wahlrecht gegeben wurde, während dieselben Rechte den Frauen, egal ob weiß oder schwarz, vorenthalten wurden. Und ihre Haltung zu diesem Problem, sowie einige Gedanken über das organisierte Christentum. Blablabla, Probleme jenseits des Wahlrechts führten dann zu der Bildung von zwei getrennten Frauenrechtsorganisationen.
Und Antoinette hat sich da nie so richtig klar positioniert gegen die eine oder gegen die andere. Die hat immer versucht, so moderatorisch darauf einzuwirken und hat zu beiden immer noch sehr den Kontakt gehalten und sich da versucht zu vermitteln. Und wenig später war es dann auch so, dass die beiden dann wieder zusammen.
Sie hat 1893, wir haben jetzt schon einen großen Sprung gemacht, vor dem Weltparlament der Religionen auf der Weltausstellung in Chicago gesprochen und ist dann weiter wirklich durch Europa, Mittelamerika bis hoch nach Alaska geturt und hat bis 1915 philosophische Schriften verpasst. Da war sie schon sehr, sehr hochbetagt, kann ich mal sagen. Und auch immer, also womit sie ja vorgesprochen hatte, war ja immer dieser unverzichtbare Beitrag der Frauen.
Genau, dass sie halt immer gesagt hat, ihr braucht die Frauen, die müssen auch genauso gehört werden und genauso mitreden können. Das ist ja auch immer bitter, weil auch letzten Endes haben wir aktuell eine Diskussion, ob es eine Frauenquote für Vorstände geben muss in Deutschland und ich frage auch jedes Mal, wenn ich mit irgendwelchen geschäftsführenden Vorständen spreche, wie ist denn die Repräsentanz von Frauen bei euch im Unternehmen?
Weil in vielen Unternehmen gibt es doch schon, auch gerade im Konzern, mindestens die Hälfte, genauso wie in der Bevölkerung, die Hälfte bestehend aus Frauen. Und Frauen werden dennoch in hohen Entscheidungspositionen selten repräsentiert. Ja. Das ist ein Skandal und ich finde es wirklich auch traurig, dass wir im 21. Jahrhundert noch darüber diskutieren müssen oder das sozusagen her Gesetz regeln müssen. Aber das haben wir ja schon häufiger mal in einigen Folgen thematisiert.
Das ist je zu viel was. Ich habe gerade einen Artikel gesehen, dass Söder auch, weil die CDU hat ja die Frauenquote, den Antrag immer geblockt, jetzt gesagt hat, nein, wir brauchen eine Frauenquote. Ein Olaf Scholz, ich habe bei Google hier dieses Alert aktiviert für Frauenquote. Ich finde das sehr spannend.
Und über Olaf Scholz hat sich dafür ausgesprochen, gut, Olaf Scholz ist jetzt SPD, die sind ja dafür, aber auch so langsam Angela Merkel, die Franziska Giffey und langsam geht so ein Ruck durch die Gesellschaft. Okay, wir müssen das tatsächlich initiieren und das vorgelegte Dossier ist ja doch auch ganz gut ausgearbeitet. Da tut sich was. Ich habe kleine Randbemerkungen zu Olaf Scholz. Der war mal in einer Gesprächsfunde mit Felix Lobrecht. Das war eine sehr kurzweilige Diskussion.
Und da hat er sich selbst als Feminist bezeichnet. Das fand ich sehr bemerkenswert. Hätte ich ihm jetzt auch nicht zugetraut. Aber ja, das bestätigt ja immer das, was du dabei gesagt hast. So, wir befinden uns im Jahr 1915 und wir nähern uns einem sehr emotionalen Höhepunkt des Lebens von Antoinette, das auch eben in Michael Blume zu Tränen rührte. Und zwar 1920 war es das erste Mal möglich, dass Frauen in den USA zu den Präsidentschaftswahlen zugelassen wurden.
Da war sie also 95 Jahre alt und sie ist zum Wahllokal mit einer ihrer Töchter gefahren und die hatten sich schon darauf eingestellt, dass sie da sehr lange würden anstehen müssen und hatten so Klopfstühle dabei, aber sie stiegen aus und die Menschen, die da Schlange standen. Haben sie erkannt, Männer wie Frauen haben applaudiert, weil diese Frau mit 95 nun endlich, und sie war übrigens die Einzige, die damals auf dieser Frauenrechtskonferenz sprach und noch lebte.
Die Einzige noch lebende Teilnehmerin des ersten Frauenrechtskongresses. Und dass sie dann nun diejenige sein würde, die von dieser Frauenrechtskonferenz dann auch wählen durfte, wo sie so lange dafür gekämpft haben, das ist schon wirklich eine kleine Träne wert, kann man sagen. Und nicht jeder ist das zuteil geworden, dafür zu kämpfen und das dann auch wirklich umsetzen zu dürfen. Und das finde ich wirklich ein sehr schönes Happy End für diese Frau.
Das ist nicht vielen Frauenrechterinnen, die wir vorgestellt haben, zuteil geworden. Sie ist friedlich eingeschlafen, soweit mir bekannt ist und hat sozusagen diesen Triumph noch erleben dürfen. Und ist dennoch völlig zu Unrecht als wirklich großes Vorbild in Vergessenheit geraten, mit dem, was sie so geleistet hat, in jeglicher Hinsicht, sei es in der Religion, in der Frauenrechtsbewegung, in der Wissenschaft.
Das finde ich ganz bitter, dass man bis heute, das ist ja auch das, was du jetzt schon mehrfach erwähnt hattest, dass bis heute ihre Anerkennung in der Naturwissenschaft eigentlich verweigert wird. Obwohl auch Forscher wie zum Beispiel der Alfred Russell Wallace ihre Argumente zur Bedeutung der Frau in der Evolution des Menschen aufnahmen. Aber der wissenschaftliche, männliche Mainstream findet das irgendwie irrelevant, sie zu erwähnen.
Aber es ist völlig dubios, warum diese Frau, ich meine, wir haben auch Wissenschaftlerinnen vorgestellt, die bis heute eigentlich große Namen sind, ob das jetzt Ada Lovelace oder Marie Curie war, aber diese Frau scheint... Aber Marie Curie ist ja 1867 geboren, naja gut. Gleiches. Hier und hier und hier und hier. Nee, nee, stimmt, du hast recht. Aber Physik, Physik und Chemie, vielleicht sind die da. Ja, sie hatte ja ihren Mann, der mit ihr zusammen... Aber den kennt man nicht.
Also sorry, den kennt man nicht. Wenig. Ich möchte abschließend noch ein sehr bedacht vorlesen von Antoinette, was ganz gut zeigt, worum es ihr ging in ihrem Leben. Das ist relativ kurz. Die Frau muss sich allgemeiner und aufgeklärter einsetzen. Sie sollte weniger an sich selbst denken und mehr an das Wohl der gesamten Gemeinschaft.
Sozusagen die Frau als politisches Wesen auch anerkannt, kleiner Einschub, während der Mann gleichfalls lernen muss, dass Nächstenliebe mit den endlosen, notwendigen kleinen Einzelheiten des Haushaltes und seiner Mitglieder beginnt. Wir brauchen eine allgemeine Neufassung der Arbeitsteilung. Ich glaube, das ist bis heute wirklich noch ein Zitat, was man sich immer mal wieder vor Augen führen muss und was die Gleichberechtigung von Mann und Frau sehr gut auf den Punkt bringt, finde ich. Amen.
So, jetzt bin ich am Ende und kann nur sagen, ich bin auch gleichermaßen beeindruckt von dieser Frau und muss auf jeden Fall weiterlesen. Ich werde mir die Biografie nochmal kaufen und ein bisschen näher und tiefer nachrecherchieren, weil mich das auch sehr beeindruckt hat. Punkt.
Halleluja. Also ich hatte sie wirklich auch nicht so auf dem Schirm gehabt und war total positiv überrascht und auch ein bisschen innerlich erzürnt, dass man eine Frau, die nun wirklich sehr, sehr einen tollen Beitrag zur Gesellschaft geleistet hat und auch naturwissenschaftlich und sachlich fundiert argumentiert hat. So in den Schatten stellt. Der Dr. Michael Blume hat ein nettes E-Book veröffentlicht.
Vielleicht kriegen wir das ja in die Shownotes reingepackt über Antoinette Brown-Blackwell, die erste Evolutionsforscherin. Und das ist auf Amazon und Sian, du, das kenne ich gar nicht, für 1,99 Euro erhältlich. Ich finde, das kann man hier wirklich jetzt empfehlen. Definitiv. Er sagte, dieses E-Book hat niemanden interessiert, aber er hört nicht auf, über die Frau zu sprechen und freut sich bestimmt darüber, dass wir ihr ein kleines Forum gegeben haben.
Und mal gucken, vielleicht ergänzen die ja. Die haben ja noch eine größere Zuhörerschaft als wir, aber wir arbeiten dran. Danke, ne? Wen schlägt das zu sehr? Das ist das nächste Artur. Ist das jetzt mit Hedi am Start? Du, jetzt müssen wir mit Hedi am Start sein, weil letztes Mal haben wir uns ja entschieden, die Hildegard von Bingen zu nehmen. Und ich möchte jetzt tatsächlich einfach den vielen Menschen nachkommen, die sich inzwischen unsere Hedi gewünscht haben.
Magst du noch die Schieben, wenn es Begriffe sagen, was sie war. Nur so als Cliffhanger, damit wir schon mal so eine Scheinespielerin waren. Genau, eine du bist so großartig. Ja, eine österreichisch-amerikanische Filmschauspielerin und Erfinderin. Und was sie erfunden hat, das erzählen wir euch in der nächsten Episode. Ich freue mich schon sehr darauf. Das ist so ein bisschen wie der Lindenstraßen-Effekt am Ende dann alle so was passiert als nächstes? Das hat sie auch gefunden.
Ich freue mich sehr auf das nächste Mal und danke dir, liebe Kind, fürs Zuhören, euch natürlich auch und ja, bis zum nächsten Mal. Bis zum nächsten Mal. Tschüss.
