Trumps Abkommen in Sicht: Ist Iran der heimliche Sieger? - podcast episode cover

Trumps Abkommen in Sicht: Ist Iran der heimliche Sieger?

Jun 16, 202611 minEp. 1598
--:--
--:--
Download Metacast podcast app
Listen to this episode in Metacast mobile app
Don't just listen to podcasts. Learn from them with transcripts, summaries, and chapters for every episode. Skim, search, and bookmark insights. Learn more

Episode description

Ein diplomatischer Durchbruch scheint greifbar: Nach 15 Wochen Krieg zeichnet sich ein Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran ab, das am kommenden Freitag in Genf unterzeichnet werden soll. Die Vereinbarung sieht das Ende aller Kampfhandlungen an allen Fronten vor, schließt den Libanon mit ein und soll unter anderem die Straße von Hormuz wieder öffnen. NZZ-Nahostredaktorin Anne Allmeling erklärt, was wir bisher zum Abkommen wissen und was uns das über den heimlichen Sieger verrät.

Gast: Anne Allmeling, Nahost-Redaktorin Host: Simon Schaffer

Aktuelles zum Iran-Krieg bei der NZZ lesen. Lust auf noch mehr digitale Inhalte der NZZ? Probier`s drei Monate aus.

Transcript

Dieser Podcast wird Ihnen präsentiert von den Vodwas-Versicherungen, dem Versicherer für KMU und Selbständige. NZZ Akzent. Er soll es schon über achtunddreißigmal gesagt haben, haben Medien gezählt Der Iran wolle auf jeden Fall einen Deal mit den USA um. der kommen dann auch bald. Aber etwas zustande kam nie wirklich. Im Gegenteil, es kam immer etwas dazwischen – irgendein Angriff, irgendeinen Wiederauflammen der Konflikte. Dann aber….

Am Freitag soll in Genf tatsächlich ein Abkommen zwischen Iran und den USA unterschrieben werden. Anne, haben wir es jetzt endlich geschafft? Also es sieht ganz danach aus als könnte das jetzt der Anfang vom Ende des Krieges sein aber viele wichtige Fragen sind noch offen und müssen erst noch verhandelt werden zwischen den beiden Kriegsparteien. geeinigt haben sich die USA und Iran aber auf das Ende der Kampfhandlungen an allen Fronten Und das gilt offenbar auch für Libanon.

Die USA und Iran scheinen sich einig geworden zu sein. Fünften Wochen nach Kriegsbeginn lässt sich feststellen, Iran zeigt sich selbstbewusster denn je erklärt die Naustradaktorin Anne Allmelling. Ich bin Simon Schaffer Wir zeichnen das jetzt Montag Mittag auf. Anne Was weiß man was wissen wir den Stand Jetzt? Bislang sind nur wenige Punkte bekannt. also diese Rahmenvereinbarung wurde noch nicht veröffentlicht aber Dazu gehört offenbar die Einstellung aller Kampfhandlungen auch in Libanon.

Das war eine Bedingung Iranens, das auch an dieser Front zwischen Israel und dem Hisbulla Ruhe herrscht. Dazu gehört aber auch die Öffnung der Straße von Hormus. Beide Seiten wollen ihre Blockade beenden allerdings dann erst nach der Unterzeichnung des Rammemabkommens am Freitag Und vorher müssen die Seminen natürlich noch geräumt werden, die sich in dieser Meeringe befinden. Und ein weiterer Punkt ist, dass sich die beiden Konfliktparteien darauf geeinigt haben.

Dass Iran wieder Zugang zu eingefrorenen Vermögenswerten erhält und das keine neuen Sanktionen gegen Iran verhängt werden. Und ganz wichtig natürlich auch, dass ich Iran verpflichtet, keine Atomwaffen anzustreben – das ist in dem Sinne aber auch gar nichts Neues! Okay… dass sie aber Atomechnik für Energie zum Beispiel verwenden dürfen? Das würde wahrscheinlich möglich bleiben... Das würde stand jetzt wahrscheinlich möglich bleiben.

Und jetzt nach all diesen Wochenkonflikt, meistens gibt es ja trotz allem dann immer einen der etwas mehr eingestehen muss oder etwas mehr reingeben muss in den Kompromiss? Wer ist jetzt hier der heimliche Sieger falls es das gibt? Also Iran wird sich auf jeden Fall zum Sieger erklären allein schon weil das iranische Regime überlebt hat.

also der Revolutionsführer Ayatollah Ali Khamenei, der wurde ja gleich zu Beginn des Krieges gezielt getötet und auch ein großer Teil der iranischen Führungsriege wurde von Israel und den USA eliminiert. Aber der politische Führung in Iran ist es gelungen diesen Krieg zu überstehen – auch weil sie sich eben gründlich darauf vorbereitet hat. Und wie hat sie das gemacht? Sie hat die Zeit genutzt zwischen dem Zwölftagekrieg vor einem Jahr und dem Beginn Anfang.

Zum Beispiel hat sie viele Fragen dezentralisiert, also zum Beispiel wenn es um Wirtschaftsfragen ging dann hat sie dafür gesorgt dass das nicht allein in der Hauptstadt entschieden werden musste sondern eben auch in der Provinz und lokale Führungspersönlichkeiten autorisiert Dinge voran zu treiben denn das hatte die iranische Führung wahrscheinlich schon einkalkuliert das Tehran besonders betroffen werden würde vom Krieg, also besonders viel bombardiert werden würde.

Also ist denn das eine komplett neue Strategie? Das ist keine komplette neue Strategies. Das hatten die Revolutionswächter schon vorher angewandt. Die Revolutions-Wächter sind ja im Prinzip ein Staat im Staate, eine Parallelarmee mit großem Einfluss auf Wirtschaft und Politik in Iran und die hatten schon in Militärenbelangen früher ein dezentrales Prinzip. ja, ausgearbeitet will ich so sagen und damit hatten sie Erfolg. Und das haben Sie jetzt eben auch auf andere Bereiche Irans übertragen.

Ja und für die Kriegszeit funktioniert es dann? Absolut! Und außerdem hatte schon Ali Khamenei vor dem Krieg angeordnet dass für jede Pführungsposition vier Nachfolgekandidaten bestimmt werden. dieses Prinzip wird auch Mosaik genannt also weil eben immer wenn ein Teil des Regimes rausfällt, ein anderes nachrückt. Und es hat dazu geführt dass die Machtübergabe an eine neue Generation von Führungspersönlichkeiten beschleunigt wurde.

So können sie sich auf das Wachstum ihres Geschäfts konzentrieren und ihren Unternehmergeist frei entfalten. Das heißt, auf einmal hat man die alten Starken verloren aber eben es war dann kein schleichender Prozess sondern eine Blutaufrischung oder Verjüngung kann man dem so sagen? Genau plötzlich waren Menschen an der Verantwortung die vorher eine kleinere Rolle gespielt haben und das wurde durch diesen Krieg beschleunigt. Was ist denn das für eine neue Generation?

Also was ist denn anders an der neuen Generation Führungskräfte. Ganz wichtig, dass diese jüngere Generation nicht mehr durch den Iran-Irahrkrieg geprägt ist und auch weniger durch die islamische Ideologie wie ihre Vorgänger Eher vergleichsweise junge Kommandeure und Offiziere, die sind weniger revolutionäre wie eben die ältere Generation dafür aber mehr Manager.

Also eher so nationalistisches Führungspersonal das sich vor allem darum kümmert dass der Staat funktioniert und dass der Start überlebt. Und dass man ihn dann auch richtig positioniert und ihm vielleicht auch aggressiver positioniert? Also zurückhaltender scheinen sie auf keinen Fall geworden zu sein! Das ist absolut richtig. Zu was genau hat sich Israel jetzt in dieser Gemengelage auch verpflichtet?

Gute Frage. Auf die genannten Punkte haben sich Iran und die USA verständigt, aber Israel betrifft das natürlich auch. Denn die israelischen Streitkräfte kämpfen in Libanon gegen die Hezbollah Militz – das ist ja ein wichtiger oder der wichtigste iranische Verbündete zur Zeit! Und am Wochenende haben die Israeli wieder südliche Vororte von Beirut angegriffen, die eben als Hisbulla Hochburg gelten. Und daraufhin hat dann US-Präsident Trump Israel in die Schranken gewiesen.

Er war wütend über diesen israelischen Alleingang weil dieser Alleingang sozusagen eine Einigung mit Iran hätte verhindern können. Und der iranische Parlamentspräsident Mohamed Bagaralibaf, der spielt hier eine wichtige Rolle bei den Verhandlungen mit den USA. Der hat daraufhin nochmal betont die USA müssen ihren Verpflichtungen nachkommen will heißen müssen Israel in die Schranken weisen sonst gibt es mit Iran keine diplomatischer Einigung.

Dieser Druck und dieser Fokus auf die Rolle Israels und das Verhalten israels jetzt was ist das ironische Kalkül dahinter diese Positionen einzubringen? Überspitzt gesagt wollen sie einfach ein Keil treiben zwischen die Israeli und die USA, die ja den Krieg gegen Iran zusammen begonnen haben. Und die Iraner testen jetzt ihre Stärke. also Sie setzen nach allem Anschein weiterhin auf Ihre Verbündeten in der Region als Ihre Unterstützer.

und genau das wollen die USA eigentlich verhindern denn das Ziel des ist Bolla ist ja zum Beispiel die Zerschlagung Israels. Lebanon wiederum ist ein souveränner Staat und in dessen Angelegenheiten sollte Iran sich nicht einmischen aus Sicht der USA. Aber die Iraner, die bestehen eben darauf auch, i-Livanon einzubeziehen in die Rahmenvereinbarung um eben USA und Israel auseinanderzutreiben weil sie damit natürlich auch ihre Gegner schwächen.". Wie groß ist denn dieser Keil jetzt schon?

und autorisierte Angriffe Israels die USA verärgert haben usw. Wochenlang haben sich ja die USA und Israel eher als Partner im Krieg gegen Iran gezeigt, jetzt werden immer deutlicher die Umstimmigkeiten klar weil Israel wenig Interesse daran hat dass es zu einem Abkommen zwischen Iran und den USA kommt. Die Frage lautet aber, lässt sich Israel darauf ein, seine Angriffe auf Libanon den Hisbollah einzustellen? Das wird sich zeigen.

Also Israel hat sich in den vergangenen Tagen und Wochen ja schwergetan, sich zurückzuhalten – das hängt jetzt sicherlich davon ab, welches Agreement Israel mit dem USA sucht, ob Israel vielleicht von diesem Abkommen auch profitiert. Und wie sehr Trump Einfluss hat auf Netan Jahu und ihn und Israel einhegen kann, damit eben dieses Ram abkommen funktionieren kann. Kann also aus US-Sicht, aus Trumps Sicht, kann er trotz einer Einigung da überhaupt zufrieden sein jetzt mit dieser Situation?

Wenn es dazu kommen sollte am Freitag... Also einen Ende des Krieges dürfte auch für Trump eine gute Nachricht sein aber die Kosten für die USA sind natürlich immens hoch Eigentlich nicht mehr als das, was schon vor dem Krieg galt. Das heißt, Trump wird sich da sicherlich in Erklärungsnot befinden.".

Transcript source: Provided by creator in RSS feed: download file
For the best experience, listen in Metacast app for iOS or Android