Suite 502: Ein letzter Tee im Luxushotel - podcast episode cover

Suite 502: Ein letzter Tee im Luxushotel

Jun 02, 202546 min
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Episode description

Am 15. Juli 2024 bringt der Zimmerservice des Grand Hyatt Erawan in Bangkok Essen und Getränke in die Suite 502. Sechs Gäste wollen hier ein Geschäft abschließen und dabei gemeinsam essen und trinken. Als sie am nächsten Tag nicht wie vereinbart auschecken, macht das Hotelpersonal eine grausame Entdeckung: In Suite 502 liegen sechs Leichen. Die Polizei untersucht das Essen und stößt auf ein tödliches Gift. Doch wer von den sechs Personen hatte ein Motiv?


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Transcript

Bangkok am Dienstag, den 16. Juli 2024. Ein heißer Tag geht hier in der Hauptstadt Thailands zu Ende. Und Hotelangestellte des Grand Hyatt Erevan, einem Fünf-Sterne-Luxushotel im Herzen der Stadt, sehen am frühen Abend auf Zimmer 502 nach, wieso die Gäste noch nicht ausgecheckt haben. Am Tag zuvor hatte der Zimmerservice genau diesen Gästen mittags noch gebratenen Reis, Suppen, Gemüse und andere thailändische Gerichte in die fünfte Etage des Hotels auf ihr Zimmer gebracht.

Außerdem hatten sie Tee bestellt. Danach hat sie hier keiner mehr gesehen. Sie hätten längst auschecken sollen. Bezahlt haben sie auch noch nicht. Irgendwas stimmt hier nicht. Als die Hotelangestellten die Zimmertür öffnen, trifft es wie ein Schlag. Im vorderen Teil der Suite liegen vier Menschen regungslos auf dem Boden. Im hinteren Teil, im Schlafzimmer, liegen zwei weitere Personen. Die Opfer sind zwischen 37 und 56 Jahre alt.

Unter ihnen sind ein bekannter Promi-Hair- und Make-up-Artist aus Vietnam und eine Geschäftsfrau mit einem vietnamesisch-amerikanischen Pass. Sofort alarmieren die Mitarbeiterinnen den Notarzt. Doch der kann nur noch den Tod der Sex feststellen. Dann trifft die Polizei ein. Das Hotel wird abgeriegelt. Noch in derselben Nacht fangen die Ermittlungen an. Und schon bald machen Gerüchte die Runde. War es ein Unfall? Ein Überfall, der schiefgegangen ist?

Oder ist im Grand Hight ein Serienmörder unterwegs? Und die große Frage, die alle umtreibt, ist, wird es noch weitere Opfer geben? Music. Florian, mein Lieber, ich bin mir gerade nicht mehr sicher. Warst du schon mal in Thailand? Und warst du schon mal in Bangkok? Oh ja. Oh ja. Ich war schon in Bangkok. Und ich möchte noch mal betonen, auch mit dieser Folge, zementierst du deinen Ruf als Ostasien-Expertin in diesem Podcast. Richtig.

Ganz recht. Ich bin sehr gespannt. Ja, ich war, wann war ich in Bangkok? 2013. Das ist schon eine Beine her. Ja, ja. Kannst du dich noch erinnern, was der Eindruck dieser Stadt war? Ich fand es ehrlich gesagt großartig. Ich fand Bangkok richtig cool, weil es auch ganz viele unterschiedliche Ecken gibt. Also es gibt so diesen Party-Teil um die Khao San Road, es gibt so das alte Bangkok, was wirklich super eng ist, super viele Märkte einfach auf der Straße.

Und dann hast du das komplette Gegenteil, das moderne Hochglanz-Bangkok mit Malls, mit Parks, mit solchen Hotelketten und Büro- und Wohngebäuden, die einfach super modern sind. Also eine ganz, ganz spannende Stadt und man kommt irgendwie super überall hin mit den Bahnen, mit den Bussen, mit den Booten. Ich fände es sehr cool. Würdest du nochmal hinfahren? Oh ja, auf jeden Fall.

Aber ich weiß nicht, ob ich dann im Hyatt einchecken würde. Ja, das weiß ich auch nicht, ob du im Hyatt einchecken willst. Sechs tote Menschen wurden da im Hotelzimmer gefunden. Wonach klingt das für dich? Naja, ich meine, du hast ja hier den Reis und andere Speisen angesprochen, die aufs Zimmer gebracht wurden.

Wenn sechs Leute einfach so umkippen, und bis jetzt haben wir auch noch nichts von irgendwie Fremdeinwirkungen gehört, mein Verdacht liegt nahe, dass da was in dem Essen drin war, aber von dem, was ich bis jetzt weiß, wer die Leute sind, was das für eine Gruppe ist, Ich bin wirklich gespannt, wo das hingeht, ob jemand aus der Gruppe das eingefädelt hat, ob das einfach ein Unfall war. Aber bis jetzt habe ich noch gar kein Gefühl. Dann ist ja gut, dass wir erst am Anfang der Folge sind.

Das Gefühl wird sich hoffentlich noch einstellen. Wir springen jetzt einfach mal nach Thailand beziehungsweise nach Bangkok. Thailand ist eines der beliebtesten Reiseziele der Welt. Jedes Jahr kommen um die 30 Millionen Touristinnen und Touristen hierher, die dem Tourismussektor einiges an Geld einbringen. Das Grand Hyatt Erevan in Bangkok mit seinen mehr als 350 Zimmern gehört zu den beliebtesten Fünf-Sterne-Hotels der Stadt.

Es hat eine ausgezeichnete Lage, komfortable Zimmer, mehrere Restaurants, eines der beliebtesten Hotelgyms in Bangkok, einen Spa- und Wellnessbereich. Und ich habe dir Fotos vom Hotel gemacht. Oh ja, oh, Hammer. Ja, oh, das ist schon nett. Das ist schon mal stattlich, würde ich sagen. Warte mal, gab es nicht einen Hangover-Film, der in Bangkok gespielt hat? Bin ich überfragt. Aber so sieht ein Hotel aus, was bei Hangover 2 bis 3 eine Rolle spielen könnte. Schreib mal, wie sieht das denn aus?

Ich habe dir jetzt ein Bild von der Lobby geschickt und von der Einfahrt. Ja, groß, alles weit. Also so geschwungene Treppen, Deckenhöhe 15 Meter. Die Einfahrt ist herrschaftlich, wunderschön begrünt, also top. Ja, da würden wir auch absteigen, oder? Da würden wir auch absteigen, ja. Da kann man sich auf jeden Fall richtig gut gehen lassen. Und das Tolle an dem Hotel ist, dass es sehr zentral liegt und sich deswegen sowohl für Shopping und Sightseeing-Touren eignet, als auch für Geschäftsreisen.

Ich muss aber gerade sagen, das Waldorf Astoria, was daneben liegt, sieht noch besser aus. Bitte schließe Google Maps oder Booking. Ja, aber wir wollen ja wieder zurück zum Fall und wissen, was in diesem Zimmer passiert ist. Richtig. Also ich habe ja gerade gesagt, es eignet sich für Sightseeing-Touren als auch für Geschäftsreisen.

Und eine Geschäftsreise beziehungsweise ein Geschäftstermin ist genau der Grund, weshalb der 37-jährige Dean Tran Phu und die 56-jährige Shirin Chong zusammen mit vier anderen Personen im Juli 2024 im Grand Tide in Bangkok absteigen. Dean ist ein erfolgreicher Maskenbildner aus Vietnam, zu dessen Kundenkreis Filmstars, Sängerinnen und Schönheitsköniginnen seines Landes gehören. Der 37-Jährige übt seinen Traumjob schon seit 20 Jahren aus.

Auf Facebook verfolgen über 170.000 Menschen seine Arbeit. Außerdem unterrichtet er auch angehende Hair- und Make-up-Artisten. Seinen Eltern hat er gesagt, dass er mit Stammkunden nach Bangkok reist, wegen eines routinemäßigen Geschäftstermins. Nichts Ungewöhnliches, denken sie. Schließlich ist ihr Sohn häufig beruflich unterwegs. In ein paar Tagen will er zurück sein.

Und ich habe dir ein Foto von Dean mitgebracht. Ist aber schon mal eine spannende Information, dass der auch wirklich ein Star ist in seinem Land. Aber das hat man ja häufiger, dass also Hair- und Make-up-Artists von bekannten Persönlichkeiten irgendwann selber zu einer Person des öffentlichen Lebens werden. Ja, ein spannendes Foto. Er hat so eine tolle. Der Blick ist nicht streng, der Blick ist nicht kalt. Er schaut so ein bisschen verträumt fast in die Ferne, aber bewusst verträumt.

Ich weiß gerade nicht, wie ich es besser beschreiben soll. Ich finde, er postet ja schon für dieses Foto. Er postet, ja. Ja, das stimmt. Und er hat eine shiny Lederjacke an, die unfassbar unbequem aussieht. Aber ehrlich gesagt, sieht auf den ersten Blick erst mal nett aus. Er sieht aber auch aus wie jemand, wenn man mit ihm zusammenarbeitet, der ganz genau weiß, was er will.

Und wo es jetzt nicht darum geht irgendwie, dass man gemeinsam was erarbeitet, sondern das umsetzt, was er sich da gerade vorstellt. Auch ich finde, so eine perfektionistische Art strahlt er auch aus. Und ich finde, er sieht auf dem Bild aus wie ein Model, also nicht wie die Person im Hintergrund, sondern eher, als wäre er selber auch. Die Person, die da irgendwie Front Row auf einer Modenschau sitzt. Das ist die erste Person, um die es jetzt geht.

Dean fliegt am Freitag, den 12. Juli, nach Bangkok. Er kommt hierher, weil ihn eine seiner Kundinnen gebucht hat, die sich von ihm für einen Geschäftstermin stylen lassen will. Für diese Reise soll er 5.000 Dollar bekommen, genau wie immer. Seine Kundin ist Shirin Chong. Er arbeitet schon seit einem Jahr für sie.

Und Shirin ist zwar eine anspruchsvolle, aber auch gut zahlende Kundin und deshalb hinterfragt er auch nicht, dass sie ihn zwei Tage, nachdem er sie bereits auf eine Geschäftsreise begleitet hat, direkt nochmal bucht. Denn Dean war gerade erst am 10. Juli von einer Geschäftsreise mit ihr zurückgekommen. Ganz spontan bucht sie ihn erneut und schon zwei Tage später geht es wieder los. Die Reise soll drei Tage dauern. Am 15. Juli ist er wieder zurück, hat er seiner Familie gesagt.

Als Dean am Freitag, den 12. Juli in Bangkok eintrifft, checkt er in sein Hotelzimmer im Grand Hyatt ein. Und dann nutzt er die freie Zeit bis zu dem besagten Geschäftstermin für sich. Er geht spazieren, geht gut essen und genießt die Tage, bevor er sich am Sonntagabend mit den vier anderen Gästen bei Shirin in der Suite treffen soll. Shereen Chong hat einen vietnamesischen und einen US-amerikanischen Pass. Sie ist 56 Jahre alt und eine umtriebige Geschäftsfrau.

Laut eigenen Angaben ist sie die Ehefrau eines wohlhabenden Geschäftsmannes aus Dubai. Und sie hat hohe Ansprüche. Sie will sich in Bangkok mit Geschäftspartnern treffen, um einen nicht geklärten Deal zu besprechen. Und für das Treffen will sie optimal gestylt sein. Deshalb bucht sie Dean. Und auch von Shereen habe ich dir ein Foto mitgebracht. Jetzt bin ich aber immer gespannt, was der Diener für Arbeit geleistet hat. Ist das vor oder nach dem Styling?

Ich kann dir nicht sagen, wann dieses Foto aufgenommen wurde. Weil auf dem Foto... Sieht sie jetzt nicht komplett durchgestylt aus, sage ich mal so, sondern sehr, sehr müde. Aber sie ist schon auch gestylt, also sie ist geschminkt. Man sieht Kajal, man sieht Lippenstift. Das auf jeden Fall. Es ist kein Bild von dem Geschäftstermin, das kann man dazu sagen. Ich habe jetzt einfach ein bisschen mehr erwartet, aber du hast schon recht, sie ist auf jeden Fall, sie ist gestylt.

Aber sie macht einen unfassbar abgeschlagenen Müteneindruck auf mich. Was dafür spricht, dass sie sehr viel arbeitet. Wir wissen nicht, wann das Bild aufgenommen wurde, Aber die Frau hat Stress, das sieht man. Ich finde es übrigens so verrückt, dass es einfach Leute gibt, die sich Herren Make-up-Artists für Geschäftstermine buchen. Und ich meine, wir kennen ja auch eine Herren Make-up-Artist, die das für gewisse Leute auch privat macht.

Dass es einfach Leute gibt, die lassen sich mehrmals die Woche jemanden kommen, der die einfach schick macht, damit die dann rausgehen. Ja, das ist für mich der Inbegriff von Reichtum, wenn du Leute hast, die sich um dein Hair und Make-up und auch um Klamotten kümmern.

Also, wenn du mich fragen würdest, wenn ich so viel Geld hätte, dass ich das gar nicht alles ausgeben könnte, was ich dann machen würde, ich glaube, ich würde mir so eine persönliche, weiß ich nicht, Stylistin auch holen, die mir Sachen raussucht, die mir Klamotten kauft und die sich um meine Haare, um mein Make-up kümmert, wenn ich es brauche.

Ich finde, das ist wirklich so der Inbegriff von Reichtum. Stimmt, also Klamotten finden und irgendwie so Styles kreieren, das verstehe ich noch, dass jeden Tag jemand kommen würde, um mich schick zu machen, das würde mir so auf die Eier gehen nach zwei Wochen. Ja, du kannst es dir ja selber aussuchen, ob die Person kommt oder nicht. Aber ich stelle mir jetzt so vor, ich weiß nicht, man geht irgendwie schick essen oder, also jetzt um im Homeoffice auf dem Sofa zu sitzen und zu arbeiten,

dafür brauche ich auch niemanden, der mich schick macht. Für unseren Podcast machst du dich schon länger nicht mehr schick, das sehe ich. Du lässt dich voll gehen, Lilly, alle sagen das. Aber Shireen ist so eine Person, die sich offensichtlich Dean mit auf Geschäftsreisen nimmt, damit dieser Mann die schminkt und zurechtmacht. Ich meine, wenn das Äußere stimmt, hat man vielleicht auch einen kleinen Push, der einen selbstbewusster erscheinen lässt.

Das wird vielleicht alles da mit reinspielen. Die vier anderen Personen, wissen wir schon, wer die sind? Die auch mit auf dem Zimmer sind? Noch wissen wir das nicht. Wenn du aufgepasst hättest, dann wüsstest du, dass wir das noch nicht wissen. Aber gleich werden wir es wissen. Ich versuche ja, unsere Zuhörer und Zuhörerinnen mit an die Hand zu nehmen.

Und da sind bestimmt ganz viele da draußen, die genauso wenig zuhören wie ich. Ja. Aber glaubst du wirklich, dass ich jetzt die Geschichte von sechs Menschen erzähle, die sterben und nur über zwei spreche? Nein. Nein. Wir kennen jetzt Shirin und Dean. Und am Sonntag, den 14. Juli, ist es soweit. Die Gruppe trifft sich abends in Shireens Suite mit der Nummer 502. Neben Shireen und ihrem Maskenbild Nadine sind außerdem ein vietnamesisches Ehepaar, ein US-Amerikaner und eine weitere Vietnamesin.

Was genau sie an dem Abend besprechen, weiß man nicht. Aber Überwachungsbilder zeigen, wie spätabends alle wieder die Suite verlassen und auf ihre Zimmer gehen. Für den Montag ist die Abreise geplant. Aber dazu wird es nicht kommen. Am Montagmittag gegen Viertel vor zwei bestellt Shirin sechs Tassen Tee auf ihre Suite, während Dean von seinem Zimmer ausgebratenen Reis, gebratenes Gemüse und Tom Yang Gong eine scharfe thailändische Suppe bestellt.

Alles soll um 14 Uhr auf Zimmer 502 geliefert werden. Shirins Suite Gegen 14 Uhr trudeln wieder alle fünf Gäste bei Shirin in der Suite ein. Sie haben ihr Gepäck dabei, denn nach dem Treffen ist die Abreise geplant. Um 14.17 Uhr klopft es an der Tür. Zimmerservice. Der bringt wie bestellt das Essen und den Tee. Wenig später ist hier nichts mehr, wie es war. Was macht die Story bisher für einen Eindruck auf dich? Boah, also sind das die Geschäftsleute, mit denen sie sich da trifft?

Also diese Gruppe ist so wild zusammengewürfelt. Ja, aber das sind die Geschäftsleute, mit denen sie sich trifft, ja. Ich habe gleich noch ein paar mehr Informationen zu den Leuten, also keine Sorge. Aber ja, das ist die Gruppe. Was ich jetzt erstmal auffällig finde, ist, dass nur sie und Dean etwas bestellen. Und dass Dean als einziger was zu essen bestellt. Okay, vielleicht hat er ja Hunger. Aber sie hat sechs Tassen Tee bestellt, kurz vor der Abreise.

Das löst in mir so ein bisschen Unbehagen aus. Ja, also es ist so, dass sie einfach Getränke für ihre Gäste bestellt. Also sie bestellt Tee und sechs Tassen. Und Dien bestellt nicht nur für sich Essen, sondern Dien bestellt für die ganze Gruppe Essen. Okay, okay. Aber alles soll halt auf ihr Zimmer geliefert werden, weil die sich ja da verabredet haben. Man kann es aber auch so sehen, dass es einfach kurz vor der Abreise ist, die wollen sie noch ein bisschen stärken, kurz was trinken.

Eigentlich kein Grund zur Unruhe. Ja, eigentlich. Wenn das jetzt kurz vor der Abreise ist, möglicherweise ist der Deal doch nicht so gelaufen, wie sie sich das vorgestellt hat. Also du wirst ein bisschen misstrauisch in Richtung Shirin, ja? Schauen wir mal.

Als der Zimmerservice vom Grand Hyde um 14.17 Uhr das bestellte Essen und die Getränke in Shireens Suite bringt Fragt er sie, ob er den Tee für sie aufgießen solle, Shireen verneint Deshalb werden die Teetassen, die Kannen mit dem heißen Wasser, die Teebeutel und die Speisen Auf dem Tisch in der Suite abgestellt Und der Zimmerservice verlässt den Raum, Das ist das letzte Mal, dass die Sex jemand lebend sieht. Von dem Tee und den Speisen habe ich dir auch Fotos mitgebracht.

Oh, das finde ich ja spannend, dass es davon Fotos gibt. Ja, der Tee ist unauffällig. Also, da sieht man jetzt nicht viel. Eine durchschnittliche weiße Tasse, ein kleines Kännchen und das Essen. Das Essen sieht ehrlich gesagt ziemlich lecker aus. Was spannend ist, ist, dass die Teller alle mit Frischhaltefolie überzogen sind. Warte mal, ist das nachgestellt oder ist das das, wie das in der Suite gefunden wurde? Das ist das, wie das in der Suite gefunden wird.

Das ist ja wirklich absurd. Weil die Tassen sehen alle leer aus. Und von den Tellern ist nur ein Teller nicht mit Frischhaltefolie überzogen. Nee, die Suppen auch nicht. Und ein Salat ist halb geöffnet. Das heißt, die haben da auf keinen Fall gegessen. Die haben sich nicht an den Tisch gesetzt und gegessen. Ich werde ehrlich gesagt nicht schlau aus den Bildern, was hier passiert sein könnte. Dann geht es dir wie den ermittelnden Personen, die kurze Zeit später einen treffen.

Aber wir können das ja schon mal festhalten, dass das Essen nicht angerührt ist. Das merken wir uns mal. Ist der Tee nicht angerührt? Wissen wir das? Weil, wie gesagt, die Tassen ja leer aussehen. Der Tee ist angerührt. Mittlerweile ist der 16. Juli, also ein Dienstag. Und wir erinnern uns ja, am 15. wollte die Gruppe um Shireen eigentlich abreisen. Weil die sechs Hotelgäste aber nicht wie geplant ausgecheckt haben, schickt nun jemand Personal vom Housekeeping zur Suite von Shireen.

Aber weil selbst auf mehrfaches Klopfen niemand die Tür von Zimmer 502 öffnet, schließt das Hotelpersonal die Suite nun selbst auf. Und was sie da sehen, damit haben sie nicht gerechnet. Über mehrere Zimmer verteilt liegen Menschen auf dem Boden. Völlig regungslos. Als wenig später Rettungsdienst und Polizei eintreffen, haben sie die traurige Gewissheit, alle sechs Menschen in Suite 502 sind tot.

Von Dean und Shirin habe ich dir bereits Fotos gezeigt. Ich habe jetzt auch noch Fotos von den anderen Personen, die im Zimmer gefunden werden. Darauf sind auch Shirin und Dean zu sehen. Also das ist jetzt eine Zusammenstellung von allen. Oben rechts ist eine Kreditmaklerin. Dann unten links und unten Mitte, das ist das Ehepaar aus Vietnam. Okay. Und unten rechts ist Hung Dang Phan, das ist ein US-Amerikaner. Wissen wir, was der gemacht hat? Stand jetzt wissen wir das nicht. Okay.

Ja, interessante Gruppe. Auch, dass der Dean noch dabei war die ganze Zeit. Dass er nicht sie schick gemacht hat und dann fertig war mit dem Job, sondern dass er eigentlich die ganze Zeit dabei war. Das ist interessant. Ansonsten wirkt diese Gruppe komplett wild zusammengewürfelt. Ich habe immer noch keine Ahnung, was die da zu sechst auf dem Zimmer gemacht haben. Ja. Und wieder geht es dir wie der Polizei. Bei der Untersuchung ihrer Personalien stellt die Polizei aus Bangkok Folgendes fest.

Nicht nur Shereen Chong hatte einen US-amerikanischen Pass, auch Hung Dang Wan hatte einen. Die vier anderen Opfer sind vietnamesische Staatsangehörige, unter ihnen der Make-up-Artist sowie das Ehepaar, das ein Bauunternehmen besitzt, und eine Kreditmaklerin. Aber in welcher Beziehung stehen die hier Anwesenden zueinander? Und was ist hier passiert?

Denn das Problem ist, für das, was zwischen 14 und 17 am Montagnachmittag, dem Moment, als der Room Service Essen und Trinken vorbeibringt und den frühen Abendstunden des nächsten Tages passiert, gibt es keine Zeugen, keine Überwachungskameras, nichts. Aber die Polizei in Hongkong und schließlich, weil zwei US-Bürger tot sind, auch das FBI, setzen alles daran, möglichst viele Puzzleteile zu finden, um die Vorgänge in Suite 502 doch noch rekonstruieren zu können.

Das Erste, was den Ermittlerinnen auffällt, ist, dass auf der Hotelreservierung eine siebte Person vermerkt ist. Die Schwester einer der sechs Personen. Die hatte hier bisher aber niemand gesehen. Wo ist sie? Das ist die erste Spur, der die Polizei nachgeht. Und was den Beamtinnen außerdem sofort seltsam vorkommt, ist, dass das Zimmer 502 von innen verschlossen war.

Das heißt, niemand ist hier raus und reingekommen. Und auch die Schlüsselkarten zeigen, dass das Zimmer, nachdem der Zimmerservice da war, nicht mehr geöffnet wurde. Diese erste Spur zu der Schwester einer der Toten, die eigentlich auch eine Reservierung für das Hotel hatte, hilft der Polizei nicht weiter. Denn sie hatte zwar ursprünglich ebenfalls ein Zimmer im Grand Tide reserviert, hatte Thailand aber schon am 10. Juli verlassen und gar nicht erst hier eingecheckt.

Ich habe ja eben schon mal gesagt, dass die Körper der Leichen in unterschiedlichen Zimmern lagen und ich zeige dir gleich eine Darstellung von der Aufteilung der Suite und den Orten, an denen die Leichen lagen. Denn auch das kommt der Polizei komisch vor. Sie können sich nicht erklären, wieso sie so weit auseinander liegen. Es gibt auch keine Anzeichen für einen Kampf oder Verletzungen an den Leichen.

Und während die Leichen obduziert werden, versucht man jetzt also festzustellen, in welchem Verhältnis hier wer zueinander stand und was im Zimmer 502 passiert sein könnte. Hier kommt jetzt die Übersicht über die Suite und die Fundorte der Leichen. In der Mitte siehst du den Eingang zur Suite. Und dann ist rechts das Wohnzimmer mit den Tischen, auf denen Essen und Getränke stehen. Ja. Und weiter durch, oben rechts, ist das Schlafzimmer, wo die Leichen des vietnamesischen

Bauunternehmerpärchens liegen. Die anderen vier Leichen liegen im Wohnzimmer. Und links ist noch das Bad und die Küche. Mhm. Und es gibt einen Balkon oder eine Terrasse oder sowas, ne? Mhm. Ja, es ist tatsächlich eine Terrasse, also es ist so ein Bungalow. Dean war direkt an dem Tisch, direkt am Eingang. Shirin war auch in dem gleichen Raum, aber nicht mit am Tisch. Lilly, ich bin wirklich, ich glaube, ich war noch nie so blank.

Also ich habe wirklich keinerlei Idee, keinerlei Ahnung, was hier passiert ist. Stand jetzt muss ich davon ausgehen, dass es irgendwas mit dem Tee zu tun hat. Und weil Shirin den Tee bestellt hat, verdächtige ich sie natürlich gerade, dass sie mit dem Tee etwas angestellt hat. Aber warum hat sie sich dann selber mit vergiftet oder umgebracht oder was? Was ist hier los? Ich habe wirklich, ich habe keinerlei Ahnung. Null.

Diese Ratlosigkeit, die sich bei dir breitmacht, die teilst du auf jeden Fall auch mit der Polizei aus Bangkok, weil die in diesem Hotelzimmer auch diese Situation vorfinden und sich nicht richtig erklären können, was passiert ist, woher die sich kennen, warum die in unterschiedlichen Orten liegen. Und vor allen Dingen ist es jetzt so, dass an dem Schlafzimmer, wo das Ehepaar liegt, ja auch nochmal ein Ausgang ist.

Und die Ermittlerinnen vermuten jetzt, dass sie versucht haben könnten, das Zimmer noch zu verlassen, aber es nicht mehr geschafft haben. Ich hoffe, dass die jetzt diesen Tee und dieses Essen mal untersuchen und schauen, ob da was drin ist. Weil wenn nicht, dann wäre ich ja so langsam wahnsinnig hier. Was wäre das für ein heftiger. Turning Point, wenn die das einfach nicht gemacht hätten? Aber es ist ja Food Crimes, also ich kann dich beruhigen, das wird passieren.

Das große Fragezeichen schwebt also überall und weitere Hinweise auf ein Verbrechen können die Ermittlerinnen nicht entdecken. Jetzt kann nur noch die Obduktion weiterhelfen. Und die ergibt, dass die Opfer bereits seit 24 Stunden tot waren, bevor sie entdeckt wurden. Das heißt, dass sie schon am 15. Juli gegen 15 Uhr gestorben sein mussten. Und bei der Abduktion finden die Ärztinnen Hinweise auf eine mögliche Vergiftung. Durch Cyanid.

Die Leichen haben dunkelviolette Lippen und Nägel, die auf einen Sauerstoffmangel hindeuten. Bei einer Cyanidvergiftung blockiert das Gift die Zellatmung. Die Zellen können keinen Sauerstoff mehr verwerten, obwohl genug im Blut ist. Der Körper erstickt innerlich, weil die Energieproduktion zusammenbricht. Zyanid tritt in verschiedenen Formen auf, als farbloses Gas, Flüssigkeit oder in Kristallform.

Menschen können durch Einatmen, Aufnahme über die Haut oder den Verzehr von Speisen oder Getränken, die große Mengen davon enthalten, vergiftet werden. Nimmt man zu viel zu sich, führt es innerhalb von Sekunden zum Tod. Und tatsächlich, Bluttests der Opfer ergeben, dass sie an Zyanid gestorben sind. Doch was genau ist auf Zimmer 502 passiert? Wie haben sich die sechs vergiftet? Denn wir haben ja eben das Bild vom Essen gesehen. Das ist komplett unberührt.

Was jedoch nicht unberührt ist, ist der Tee. Davon müssen die Gäste offensichtlich getrunken haben. Und neben den Teetassen und den Teebeuteln findet die Polizei zwei Edelstahlbecher, die nicht zum Hotel gehören, und offene Wasserflaschen. Deshalb werden jetzt sowohl auch das Essen als auch der Tee zur Untersuchung ins Labor geschickt. Und diese ergibt, dass die giftige Substanz in beide mithalten ist, nicht nur im Tee, sondern auch in den Speisen.

Wie kann das sein? In den verpackten Speisen. Die wurde untersucht und auch da wurde Zianit gefunden. Hat jemand vom Hotelpersonal Gift ins Essen und den Tee gemischt? Das gesamte Personal des Grand Hiles wird daraufhin befragt. Doch bei niemandem findet sich ein Motiv. Die These eines Massensuizids halten die Ermittler für unwahrscheinlich, da einige der Opfer für ihre Weiterreise schon gepackt und Fahrer organisiert hatten.

Auch die Tatsache, dass die Leichen in verschiedenen Teilen des Hotelzimmers gelegen hatten, nimmt die Polizei als Hinweis darauf, dass sie nicht wissentlich Gift zu sich genommen und gemeinsam auf ihren Tod gewartet hatten. Und weil ich ja eben gesagt habe, dass niemand das Zimmer betreten oder verlassen hat, nachdem der Zimmerservice da war, liegt schnell die Vermutung nahe, dass sich der Mörder oder die Mörderin unter den sechs Leichen befinden muss.

Die Nachricht über den Tod der sechs nicht so recht zusammenpassenden Menschen verbreitet sich natürlich wie ein Lauffeuer. Vor allem der Tod des erfolgreichen Make-up-Artisten macht die Menschen betroffen, denn er war sehr beliebt. Unterschiedliche vietnamesische Promis posten Fotos und Nachrufe auf Dean. Auch seine Familie ist selbstverständlich komplett fassungslos. Für die Polizei heißt es jetzt, sie müssen jeder noch so kleinen Spuren nachgehen

und den Fall so schnell wie möglich klären. Denn mittlerweile hat sich auch der thailändische Premierminister eingeschaltet. Und der will mit allen Mitteln verhindern, dass sein Land als unsicheres Reiseziel abgestempelt wird. Dass plötzlich sechs Menschen in einem Luxushotel vergiftet wurden, könnte natürlich wahnsinnig viele Touristinnen abschrecken. Da ist also ganz schön Druck auf dem Kessel und die Sache muss aufgeklärt werden.

Hast du irgendwelche Gedanken, Flo, jetzt zu diesem Zeitpunkt, die ... die uns hier weiterbringen können. Ehrlich gesagt, nein. Das ist eine ganz verfarene Situation. Was mich wirklich irritiert ist, dass das Zyanid in dem verschlossenen Essen ist, in dem verpackten Essen. Entweder hatten Dean und Shirin jemand in der Küche, der das schon mit reingemixt hat, oder es hatte wirklich jemand auf sie abgesehen.

Nein, aber ich kenne ihre Geschichte zu wenig, um irgendwie irgendein Motiv zu sehen, warum diese Frau und was jemand davon hätte haben sollen, hatte sie eine Lebensversicherung, an die jemand ran wollte, warum dann aber die sechs Leute da oder die anderen fünf Leute mit vergiften. Das macht alles keinen Sinn. Es geht den Ermittlerinnen und Ermittlern jetzt auch darum, wirklich jeden Hinweis, den sie bekommen können, zu verwerten und dem nachzugehen, sollte er noch so klein sein.

Wie zum Beispiel Hinweise des Hotelpersonals. Denn, wenn du eben richtig aufgepasst hast, Flo, dann habe ich ein wichtiges Detail schon verraten. Ich habe natürlich nicht aufgepasst, wie immer. Als der Zimmerservice Shireen den Tee und das Essen bringt, hat er sie ja gefragt, ob er den Tee für sie aufgießen soll. Das Angebot hat sie ausgeschlagen. Ja, ja. Außerdem sagen sie aus, dass Shireen gestresst gewirkt habe und sehr

kurz angebunden gewesen sei. Man habe ihr zum Beispiel ein Kompliment für ihr Outfit gemacht, aber sie sei gar nicht darauf eingegangen. Das ist aber nicht alles. Die Polizei findet in den Unterlagen der Verstorbenen den Namen eines Reiseführers, mit dem eine aus der Gruppe vor ihrem Tod Kontakt hatte. Der 35-Jährige sagt aus, dass ihn Thien Guyen Fong Lang, also die Kreditmaklerin, gebeten habe, ein traditionelles Medikament mit Schlangengift für ihre Gelenkschmerzen zu kaufen.

Dafür bezahlte sie umgerechnet ca. 300 Euro. Ein weiterer Mann namens Tiger habe das Medikament dann geliefert. Die Polizei sucht jetzt also noch einen Mann namens Tiger, der vielleicht die Quelle der tödlichen Substanz kennen könnte. Aber das Schlangengift lässt sich nicht finden. Und Tiger auch nicht. Und auch diese Spur führt ins Nichts. Die ermittelnden Personen tappen im Dunkeln. Irgendwie passt hier nichts richtig zusammen.

In welcher Beziehung standen die Opfer denn zueinander? Woher kannten sie sich? Während sie in den Leben der Toten herumforschen, mit etlichen Menschen sprechen, um irgendwie Licht ins Dunkle zu bringen, stoßen sie auf interessante Fakten. Wir wissen ja bereits, dass Dean für Shereen gearbeitet hat, weil er ihr Hair- und Make-up-Artist war. Aber die anderen? Auch sie hatten geschäftlich mit der 56-Jährigen zu tun.

Die US-Amerikanerin Shireen, die, wie sich später herausstellen wird, in Oakland in Kalifornien lebt und nicht in Dubai, soll dem Ehepaar aus Vietnam ca. 253.000 Euro geschuldet haben. Das Geld hatte das Ehepaar Shireen zur Verfügung gestellt, weil es in ein Krankenhausprojekt in Japan investiert werden sollte. Dieses Geschäft soll die anwesende Kreditmaklerin vermittelt haben.

Das vietnamesische Ehepaar besaß ein Bauunternehmen und war an Investitionen interessiert, um ihr Vermögen zu erweitern. Deshalb hatten sie der finanziellen Förderung eines vielversprechenden Bauprojekts zugestimmt. Das Bauprojekt scheiterte jedoch, was zu einem erheblichen finanziellen Verlust für die beiden führte. Sie wollten ihr Geld zurück und gerieten deshalb mit Shirin in Streit. Sie vermuteten, betrogen worden zu sein und verklagten Shirin.

Ein Gericht in Japan sollte die Sache Ende Juli klären. Aber Shireen hatte andere Pläne. Sie wollte es lieber außergerichtlich klären. Und zwar in Bangkok. Denn wegen Visa-Problemen konnten sich nicht alle Beteiligten in Japan treffen. Was jedoch unklar bleibt, warum waren die beiden anderen Männer anwesend? Dass Dean sich um Shireens Make-up kümmern sollte, ist klar, aber wieso musste er an dem Tag auch auf dem Hotelzimmer sein?

Und warum auch der andere US-Amerikaner Dang Hun Wan bei dem Treffen dabei ist, kann sich die Polizei nicht erklären. Für die Ermittlerin aber ist jetzt offensichtlich, dass nur eine einzige Person ein klares Motiv für die Tat hatte. Shireen. Durch die Klage des vietnamesischen Bauunternehmerpaares drohten ihr große finanzielle Sorgen. Und sie ist auch die einzige Person, die alle anderen Personen im Zimmer 502 vorher kamen.

Aber reichen Streitigkeiten über Geld aus, um fünf teilweise unbeteiligte Menschen und sich selbst zu töten? Für die thailändischen Behörden kommt der Fall, wie schon gesagt, gerade richtig ungelegen. Sie haben nämlich erst vor kurzem die visumfreie Einreise auf 93 Länder ausgeweitet, um mehr Touristen ins Land zu holen.

Am 16. Juli veröffentlicht die thailändische Regierung deshalb eine Erklärung, dass der Premierminister jetzt alle Behörden angewiesen hat, dringend etwas zu unternehmen, damit der Tourismus keinen Schaden nimmt. Man merkt richtig, wie besorgt sie wegen der Auswirkungen sind, vor allem, weil das Ganze auch noch in einem Fünf-Sterne-Hotel passiert ist. Die Beamten müssen jetzt Ergebnisse liefern, um Panik bei den Touristen und in der Öffentlichkeit zu verhindern.

Deshalb gehen sie jetzt in die Offensive und veröffentlichen ihre Ermittlungen. Und die Täterin, Shirin Chong. Das ist jetzt die einzig plausible Erklärung. Und es gibt keine anderen verdächtigen Personen. Den Ermittlungen zufolge soll die ganze Tat von Shereen Chong inszeniert worden sein. Das Zyanid hatte sie in eine Kanne Tee gemischt, die vermutlich von ihr selbst aufgebrüht wurde. Dean hatte sie als eine Art Vertrauten hinzugezogen, der hatte ja das Essen aufs Zimmer bestellt.

Zur Sicherheit hatte sie Zyanid auch ins Essen gemischt, vermutlich um sicherzugehen, dass sich alle Anwesenden auch wirklich vergiften. Bei weiteren Nachforschungen zu ihrer Person stellt man darüber hinaus fest, dass sie vor über einem Jahrzehnt in Kalifornien einmal angeklagt wurde, weil sie Vietnamesinnen in San Francisco versprochen hatte, ihnen gegen Geld bei der Erlangung der US-Staatsbürgerschaft zu helfen. Das aber nie getan hatte. Sie hatte sie betrogen.

Die Anklage wurde jedoch fallen gelassen. Ob das jetzt ausreicht, um einer Frau kriminelles Blut nachzuweisen, sei mal dahingestellt. Aber für die thailändischen Behörden steht fest, dass Shereen Chong sich selbst und alle anderen umgebracht hat. Weil sie keinen Ausweg gesehen hat, wie sie aus dieser Situation und den Schulden rauskommen sollte. Schon zwei Tage nach dem Auffinden der Leichen geben die Behörden in einer öffentlichen

Stellungnahme bekannt, dass der Fall geschlossen wird. What? Ja. Dabei bleiben für die Öffentlichkeit viele Fragen noch offen. Die Dosis Cyanid war so hoch, dass man innerhalb von Sekunden daran stirbt. Aber dann müssten ja alle Opfer gleichzeitig den Tee getrunken haben. Es hätte sonst ja niemand davon getrunken, wenn man gesehen hätte, was einem dadurch passiert. Und wie soll Shireen das überhaupt eingefädelt haben? Denn immerhin vier der Beteiligten hatten ja auch Streit miteinander.

Das war ja jetzt kein gemeinsames Happy-Tee-Trinken. Außerdem war Shireen US-Bürgerin. Sie hätte einfach in die USA gehen können. Das vietnamesische Paar hätte sie dort nicht so ohne weiteres für irgendwas belangen können. Es gibt noch weitere Mutmaßungen. Shireen soll sehr abergläubisch gewesen sein. Gab es ein anderes mögliches Motiv? Beispielsweise etwas Rituelles? Das führt zu Spekulationen, dass die Morde mit einer Art Kultpraxis in Verbindung gestanden haben könnten.

All diese offenen Fragen führen dazu, dass die Spekulationen zu diesem Fall nicht abreißen. Der Verdacht steht im Raum, dass die Aufklärung des Falls nicht so simpel ist, wie sie von den thailändischen Behörden dargestellt wurde, sondern dass sie vor allem daran interessiert waren, den Fall schnell abzuschließen, um die Auswirkungen auf den Tourismus zu mildern. Mein Verdacht ist, wir werden die hundertprozentige Wahrheit wohl nie erfahren.

Das war die Geschichte des mysteriösen Todes von sechs Menschen in Bangkok im Jahr 2024. Ich finde das so schlimm, dass sie da ihren Make-up-Artist mit reingezogen hat. Aber ich meine, auch die anderen, es ist ganz schlimm. Nochmal, der sechste Mann, von dem wissen wir den Namen, aber wir wissen nicht, was der da zu suchen hatte. Weiß man nicht. Diese Sache ist so mysteriös und auch so, macht irgendwie keinen Sinn.

Also diese ganzen Spekulationen und Fragen, ich habe ja gerade ein paar davon angeführt, es gibt noch mehr davon. Viele Leute stellen sich bis heute die Frage, ob das wirklich nicht einfach von den Ermittlerinnen und Ermittlern schnell geschlossen werden musste, damit Thailand da keine…, Einbußungen machen muss, was den Tourismus angeht. Ich sage mal so, es hat funktioniert, weil ich habe von diesem Fahrer davor noch nie was gehört.

Und habe am Anfang gesagt, ich würde sehr gerne nochmal nach Thailand wieder fahren. Du hast mich hier reingeritten, Lilly. Aber von allem, was ich höre, ist, dass du dir auch vorstellen kannst, dass Shireen das im Alleingang gemacht hat. Ja, für mich ist die Variante hohe Schulden, keinen Ausweg mehr zu sehen.

Die wahrscheinlichste Variante in diesem ganzen Fall gerade, weil alles andere kann ich mir nicht vorstellen, weil sie eben sich und ihren Make-up-Artist und alle, die da gerade irgendwie um sie herum sind, alle mit runterzieht, sich denkt, ihr kommt jetzt alle mit. Ja, wenn sie wirklich diese Entscheidung getroffen hätte, dann sind glaube ich so rationale Gedanken wie, ich kann in die USA zurück und die belangen mich nicht.

Das mag vielleicht rechtlich stimmen, Und menschlich und sozial ist es wahrscheinlich dann schon so, dass du lebst ja mit dieser Angst oder mit diesem Gefühl, dass sie dich irgendwie doch erreichen können. Zu dem Punkt, dass sie den Tee alle zusammen hätten trinken müssen, das finde ich gar nicht mal so unrealistisch.

Also sich zusammenzustellen und zu sagen, sie schenkt einen Tee aus und sagt, lass uns doch kurz anstoßen und dann lass uns kurz, bevor wir uns jetzt hier hinsetzen, nochmal einen Schluck Tee gemeinsam, das halte ich gar nicht für so unwahrscheinlich, das kann ich mir vorstellen. Okay.

Ich meine, es spricht auch dafür, dass sie es war, weil sie alle zu sich in die Suite bestellt hat, und die anderen ja alle mit ihrem Gepäck ankamen, also die gingen wohl wirklich davon aus, dass das jetzt noch ein letztes Treffen ist und danach fahren die alle wieder nach Hause, beziehungsweise fliegen. Für mich ist das auch der einzig logische Tathergang, wenn man alle Informationen, die ich dir heute gegeben habe, so ein bisschen zusammenträgt.

Nichtsdestotrotz. Bleiben Fragen offen und vor allen Dingen, warum dieser Dean auch sterben musste, das macht keinen Sinn. Dann denkt man so, okay, vielleicht wusste der irgendwas oder. Was nicht unwahrscheinlich ist. Ja, was nicht unwahrscheinlich ist, ja. Weil, das wissen wir auch, man ist, wenn man in der Maske sitzt oder mit Hair- und Make-up-Artists Zeit verbringt, schon immer auch irgendwie in so privaten Situationen.

Oder dann kriegt man vielleicht einen Anruf mit oder man öffnet sich, weil man irgendwie in so einem, keine Ahnung, man ist irgendwie in so einem verletzlichen Modus, zumindest geht es mir immer so. Also über was für Sachen ich mich schon mit fremden Friseuren oder Herren Make-up-Artists unterhalten habe, das ist wirklich nicht mehr feierlich. Vielleicht war es auch so. Jetzt sollst du mal die Schnauze halten.

Ja, naja. Ich verrate es nicht zu viel, aber uns haben ja auch schon diverse Leute dann Sachen weitergetratscht. Also weißt du, der Gossip. Ja, klar. Ja, ja, total. Deswegen, das wollte ich vorhin eigentlich schon sagen, aber das ist für mich das Wahrscheinlichste, dass da Dean mit reingezogen wurde. Dass sie über ihre Geldprobleme mit ihm geredet hat und darüber, wie die beiden sie verfolgen und was sie vielleicht gemacht hat. Oh Mann, es ist auf jeden Fall eine schreckliche Geschichte.

Es ist ein, ja, auch vor dem Hintergrund, dass dieser Fall so schnell geschlossen wurde. Ich meine, du kannst in zwei Tagen keine Ermittlungen durchführen. Punkt. Das ist ja nicht möglich, außer, dass sie die Tatwaffe gefunden haben, das ist schon mal schön und gut, aber dann einfach zu sagen, na gut, der Rest wird jetzt schwierig, lassen wir es mal, das sicher motiviert von, wir wollen keine negative Berichterstattung hier haben. Ja. Dass das FBI dann aber da so mitmacht, spannend.

Ja, da spielen viele Faktoren eine Rolle. Man kann nur damit arbeiten, was dann schließlich auch offiziell als die Wahrheit verkündet wurde. Und das ist eben, dass Shireen aus Geldsorgen und vor Angst, dass sie irgendwie verklagt wird und in größere Schwierigkeiten kommt, sich und alle anderen in den Tod gerissen hat. Danke für den Fall. Gerne. Hast du den random irgendwo gefunden? Ja, den habe ich tatsächlich random gefunden. Das war kein Hinweis oder sonstiges.

Spannend. Ja. Zum Ende habe ich noch einen Fall für dich. Ja. Und zwar deinen persönlichen Foodcrime der Woche möchte ich jetzt gerne von dir hören und erfahren. Ja, wir wollen ja wieder so ein bisschen zurück in die Realität kommen, in das echte Leben. Und diese Woche möchte ich mit dir ein Foodcrime besprechen. Es geht um All-You-Can-Eat-Buffets. Ich finde, All-You-Can-Eat-Buffets.

Ich muss jetzt aufpassen, wie ich mich ausdrücke, aber All-You-Can-Eat-Buffets sind meiner Meinung nach immer überflüssig. Und ich sage das in dem Wissen, dass ich A selber schon oft genug in All-You-Can-Eat-Buffets war, sie auch genutzt habe, wirklich, in allen Ausführungen. Ich aber der Meinung bin, dass man fast immer. Sehr billiges Essen serviert bekommt. Aber was ist denn All-You-Can-Eat? Ist es jetzt auch ein Hotel-Frühstücksbuffet?

Nee, das zum Beispiel nicht. Also ein Hotel-Frühstücksbuffet ist was anderes, weil anders kann man das ja nicht servieren in einem Hotel-Frühstück. Das würde ich ausnehmen. Aber Sushi, Burger, so diese ganzen Sachen, das finde ich, wo es wirklich nur um Masse geht, wo es darum geht, einfach so schnell oder so viel wie möglich in sich reinzustopfen und wo man einfach bestellen kann bis zum Umfallen.

Auch diese so Running-Sushi-Buffets und so weiter, das schmeckt meistens nicht, weil einfach so billig auf Masse gekocht wird, weil natürlich musst du es ja erreichen, dass du da immer noch Geld mit verdienst, selbst wenn die Leute da die Haare vom Kopf fressen und wenn sie nämlich anfangen, dir die Haare vom Kopf zu fressen, dann gibt es meistens irgendwie so eine Bedienung, die dann so langsam garzig

wird und dann dir eigentlich sagt, so reicht dann mal, so all you can eat sind wir ja wohl doch nicht. Aber ganz kurz, wo gibt es denn All-You-Can-Eat-Buffets noch? Ich wüsste nicht, wann ich das letzte Mal an so einem Ort war. Ist ja eh gut, dass sie weniger werden, aber sie gibt es noch. Und ich sage mal so, hier in der Altmark-Galerie in Dresden, hier beim Play-In, da gab es immer Burger All-You-Can-Eat früher. Da waren wir, das ist, wenn ich daran zurückdenke, Junge.

Aber also das ist ja wohl, da ist schon die Prämisse, ist ja schon wirklich irre. Ein Burger All-You-Can-Eat-Buffet. Wer, außer Jumbo Schreiner, schafft es denn mehr als einen Burger zu essen? Wir haben so zweieinhalb geschafft. Der dritte war schon immer ein Kampf. Aber auch nur, weil ihr euch dann irgendwie was beweisen wollt? Ja, natürlich. Weil man mit 15 sich beweisen möchte, dass man so viele Burger fressen kann.

Aber auch heutzutage, ich finde so All-You-Can-Eat-Buffets und vor allem Sushi, vor allem bei Sushi, ich bin ja eh da so, du isst ja auch im Sommer kein Sushi. Ich habe da Angst davor, dass der Fisch all ist. Das... Aber eigentlich, ich kenne diese Flying-Sushi-Buffets, erstens finde ich das, Ich war seit 100 Jahren nicht mehr bei einem. Ich mag aber, dass das so ein bisschen so einen kleinen Eventcharakter hat, wenn das an einem vorbeifährt.

Und eigentlich ist es doch auch so, dass man ja sieht, dass die Sushi-Chefs das frisch machen, auf den Teller legen und auf das Band stellen. Und dann geht es ja eigentlich nur darum, wer greift es zuerst. Frisch machen ist das eine, aber die Qualität ist das andere. Und ich finde, die Qualität, die man dann oft bekommt, ist sehr unterdurchschnittlich. Für einen oft doch höheren Preis als das, was man zahlen würde, wenn man einfach was bestellen würde.

Deswegen, Eugenie-Puffets haben meiner Meinung nach ihren Sinn verwirkt. Okay, ich kann den Gedankengang nachvollziehen. Ich sehe aber jetzt die Brisanz sehe ich nicht ganz, weil ich habe das Gefühl, dass das eh schon total… Vielleicht auch ein Stück weit präventiv, was ich hier mache. Ja, das einfach schon klar machen, wenn da Leute drüber, nee, wenn da Leute drüber nachdenken, das wieder vermehrt zu machen. Stell dir mal vor, das kommt zurück, so als Trend. Ja eben, davor habe ich Angst.

Davor habe ich Angst, dass es zurückkommt. Ja, dann hast du es jetzt hier und heute gesagt. Dass ich da raus bin, dass ich kein Testimonie für All-You-Can-Eat-Buffets werde. Richtig, das können wir ausschließen an der Stelle. Ja, gut. Gut, dass wir das geklärt hätten, da freue ich mich. Ich hatte vergessen, darauf hinzuweisen, dass natürlich alle Fotos, die wir heute hier besprochen haben, auch bei Instagram zu finden sind.

Bei Was schmeckt dahinter? Schaut vorbei. Schreibt uns eine kleine Message, wenn ihr einen Fall habt, über den wir mal sprechen sollten. Und ansonsten hören wir uns nächste Woche wieder. Vielen, vielen Dank, Lilly. Das war ein sehr spannender Fall. Ich hoffe, ich kann nächste Woche mithalten. Das ist doch kein Wettbewerb. Nee. Aber es soll trotzdem spannend sein, nächste Woche. Na gut. Fingers crossed. Tschüss. Tschö.

Diese Ratlosigkeit macht sich auf jeden Fall auch bei der Hongkonger Polizei, weit, weil ja, habe ich eben auch schon mal Hongkong gesagt? Weiß ich nicht, ich glaube nicht. Ja, habe ich. Ja, die Damen, die Damen.

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