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Episode 05 Kognitive Verzerrungen

Jan 28, 202556 minSeason 1Ep. 5
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Summary

In dieser Episode tauchen Robert Fuhrmann und Hansjörg Schumacher in die Welt der kognitiven Verzerrungen ein, beginnend mit eigenen technischen Herausforderungen als Beispiel für den Expert Bias. Sie erklären anhand zahlreicher Beispiele aus Recruiting, Projektmanagement und persönlichen Erfahrungen, wie Effekte wie der Halo-Effekt, Rückschaufehler und der Dunning-Kruger-Effekt unsere Wahrnehmung formen. Die Gastgeber betonen die Notwendigkeit, den inneren Skeptiker zu trainieren, Annahmen zu hinterfragen und im Austausch mit anderen eigene Denkmuster kritisch zu reflektieren, um fundiertere und nachhaltigere Entscheidungen zu treffen und kurzfristige Gewinnorientierung zu vermeiden.

Episode description

Einführung und technische Probleme: Die Episode startet mit technischen Herausforderungen durch ein Software-Update, das eine Live-Übertragung erschwert. Die Gastgeber reflektieren dabei ihre eigenen kognitiven Verzerrungen, wie den "Expert Bias", der sie die Komplexität unterschätzen ließ.


Kognitive Verzerrungen im Alltag und Beruf: Themen wie der "Halo-Effekt", der "Rückschaufehler", der "Confirmation Bias" und weitere Verzerrungen werden anhand von Beispielen aus Recruiting, Projektmanagement und Transformation erläutert. Sie zeigen, wie diese unsere Wahrnehmung und Entscheidungen beeinflussen.


Reflexion und Perspektivwechsel: Die Bedeutung von Reflexion und der Austausch mit anderen wird betont, um kognitive Verzerrungen zu erkennen und bessere Entscheidungen zu treffen. Paradoxe Fragen und Teamdiskussionen können helfen, Wahrnehmungsverzerrungen aufzudecken.


Wichtigkeit von Skepsis und langfristigem Denken: Skepsis wird als entscheidender Faktor dargestellt, um voreilige Entscheidungen zu vermeiden. Gleichzeitig wird die Tendenz, kurzfristige Gewinne zu bevorzugen, kritisiert, da nachhaltige Lösungen oft Zeit und Geduld erfordern.


Abschlussbotschaft: Die Gastgeber ermutigen die Zuhörer, sich selbst und ihre Denkmuster zu hinterfragen, skeptisch zu bleiben und Illusionen im Leben zu erkennen. Abschließend wird zum bewussten Umgang mit Wahrnehmung und Entscheidungsprozessen aufgerufen.

Transcript

Technischer Start und Expert Bias

Da kommen ganz viele Likes noch oben. Also, offensichtlich scheint man uns zu hören. Wunderschönen guten Nachmittag. Hallo. Von Hans Jörg und von Robert. Wir sind etwas zeetzt. Okay. Dann, Robert, was haben wir heute für ein Thema? Was hat unser Gehirn heute sabotiert? Ja, wir sind heute schwer auf die Probe gestellt worden. Das ist richtig, ja. Ähm.

Unser Sab unser Gehirn, we wir haben nicht unter einer Wahrnehmungsverzerrung ge gelitten, sondern unsere Verzerrung war eher, dass wir nicht wahrgenommen werden. weil wir um jetzt zum Start gerade noch schwer probiert haben. live zu gehen. Wir wissen es auch momentan nicht und wir hoffen, dass es funktioniert und werden jetzt erstmal den Podcast starten. Herzlich willkommen an alle, die, die da sind. und die mit uns dieses sehr interessante Thema der Wahrnehmungsverzerrungen besprechen wollen.

Wir werden gleich darüber sprechen, welche Wahrnehmungsverzerrungen wir kennen. Und werden da auch versuchen, mit Beispielen zu garnieren, sodass es halt sichtbar wird und plastischer wird und man sich das auch vorstellen kann, was wir damit meinen. Ja, die erste kognitive Verzerrung haben wir ja heute. Abend oder heute Nachmittag schon erlebt. Das ist der sogenannte Expert. Pior. Man glaubt, dass man etwas kann und dass man es ja vor vier Wochen erfolgreich getan hat zum letzten Mal.

Und sich einen gewissen Vorlauf am späten Nachmittag, am 24. September, einfach mal spart oder einfach denkt, naja komm, das haben wir doch schon zig Mal gemacht, es kann nicht so schwer sein. Und dieser Expertenbias führt dann dazu, dass ja die Überraschung darin besteht, dass unser Streaming-Programm ein neues Update eingespielt hat, mit dem wir uns nicht auskannten. Und alle Voreinstellungen. Die jemals gemacht wurden, auf einmal per Due waren. Und wir hier unter Druck.

Und mit einigen Schmeißtropfen auf der Stirn das nachbessern mussten. Und das als sozusagen ja nicht so ganz großartige Digital Natives.

Halo-Effekt und Recruiting-Herausforderungen

Ja, da sind wir mit etwas Puls reingekommen jetzt. Richtig. Das kann ja dann auch für die Aufführung wiederum gut sein. Denn einer meiner Lieblingsbiases ist der sogenannte Halo-Effekt. Der Hallo Effekt entsteht immer dann, wenn wir Menschen begegnen, die ein gewisses Maß an Strahlkraft haben, am besten noch so ähnlich wie wir. Gehen, stehen und reden, dann nehmen wir grundsätzlich einmal an, boah, muss der sympathisch sein.

Es kann natürlich ein großes Manko werden, zum Beispiel in einem Recruiting-Geschenk. Oder aber auch bei deiner Teamzusammenstellung. wenn du das Transformationsteam zusammenstellen möchtest für die anstehende agile oder auch digitale Transformation. Du wirst fast automatisch auf Menschen zugehen und sie einladen, die eine gewisse Strahlkraft in deiner Wahrnehmung haben, und fest daran glauben, dass es mit denen schon irgendwie gut geht.

Ist aber dann, und das ist eben diese Verzerrung, ne? In deiner Wahrnehmung. Das heißt, jeder lebt in seiner Welt und äh hat die Koordinaten seiner Welt in den Augen, in der Brille. Das heißt, ich erkenne Personen, mit denen ich gut resoniere, und leite daraus ab, dass die auch gut für die Stelle wären. Ich glaube, es ist schwierig, da wieder rauszukommen und sich und diesen Bias, diese diese Verzerrung abzulegen.

Und weil m man muss ja eine andere Perspektive einnehmen in dem Augenblick. Man muss ja die Perspektive einnehmen. derjenige, der den Mitarbeiter benötigt, also die Abteilung, die Stelle, die Aufgabe, wo der Mitarbeiter eingesetzt wird, wie ist die Anforderung an der Stelle? Und da kann es sehr schnell dazu kommen, dass die eigene Einschätzung, wenn da jetzt nur ein Personaler dabei ist, deswegen präferiere ich auch immer so, wird ja auch häufig gemacht, Recruiting Teams.

Dass da einfach mal man dem menschlichen, der menschlichen Verzerrung folgt und Personen einstellt, mit denen man gut harmoniert.

Rückschaufehler und seine Reichweite

Richtig. Und vor allem kommt dann noch ein weiterer Bias mit dazu, der wird der Rückschaufehler genannt. Wenn ich mit einer Sache einmal gute Erfahrungen gemacht habe, neige ich dazu, diese Lösung auch in der nächsten Situation zu präferieren. Bei guter Erfahrung sind gute Erfahrungen, und warum sollte dieser Ansatz, dieser Lösungsansatz, nicht auch bei der aktuellen Situation helfen können?

Leider, leider kann es sein, dass wir zwar ein Werkzeug in der Hand haben, aber nicht das passende Werkzeug. Und ich glaube, jeder von uns hat schon vielleicht mal die Erfahrung gesammelt, Mit einer Wasserrohrzange eine Überwurfmutter lösen zu wollen und hat sich dabei gewundert, dass das nicht immer automatisch gleich ist.

Das Interessante an diesem an dieser Wahrnehmungsverzerrung, an diesem Bias ist, dass das auch in die andere Richtung funktioniert. Das heißt, wenn ich erfolgreiche Erlebnisse abspeichere und sie auf die wiederauftretenden Vorkommnisse anwende, passiert das auch mit negativen. Das heißt, wenn ich eine negative Erfahrung mache, wenn ich mich irgendwann mal falsch entschieden habe,

Und nehme dann in einer ähnlichen Situation wieder dieses Muster her, dann gehe ich davon aus, dass das jetzt auch eine falsche Entscheidung sein kann. Ja. Was aber gar nicht der Fall sein muss. Kann unterschiedliche Auswirkungen haben. Übrigens, ich habe es mal im Vorfeld recherchiert. Was glaubst du, Robert, wie viele Kognitive Verzerrungen gibt es amtlich. Sind in der Wissenschaft dokumentiert und getestet bzw. erforscht. Nein, ich würde mal sagen, so bestimmt 30.

Nicht ganz, also ich habe gelesen, dass es über hundert geben soll. Wobei der eine oder andere vielleicht eine Unterkategorie ist. Also ich habe die positiven Beispiele beim Rückschau-Effekt genannt und du hast die negativen Beispiele. Beispiele genannt. Und schon haben wir zwei unterschiedliche Rückschau-Effekte. Also, ich habe gelesen, dass es über 100 geben soll, die auch in den unterschiedlichsten Forschungsbereichen, gerade der Verhaltensforschung, dokumentiert und vielfach approbiert.

Warum unser Gehirn Verzerrungen nutzt

Das macht eine ganze Menge aus, was da in unserem Gehirn so schief laufen kann, oder? Ja, und ich finde das ja spannend, dass sich Personen damit beschäftigen und sich auf die Suche machen nach solchen Wahrnehmungsverzerrungen. Und Dass wir diese Wahrnehmungsverzerrungen haben, hat ja einen Grund. Also das ist ja, die Natur hat es ja eingerichtet. um uns zu helfen.

um besser mit Komplexität umgehen zu können und um Energie zu sparen, sodass wir halt nicht jedes Mal alle Entscheidungsprozesse, alle Evaluierungsprozesse immer wieder neu machen müssen. Sondern das Gehirn sagt: Dann Aha, mir liegen Indikatoren vor. Das hier scheint eine ähnliche Situation zu sein. Gleicht also das Muster ab.

Und liefert dann die Idee für eine Lösung. Und das Überlegte und das Reflektierte ist dann diese an vom Gehirn angelieferte Idee Natürlich zu respektieren, aber sie nochmal zu reflektieren und zu sagen, ist das Wirklich überprüft, oder ist das jetzt nur eine Konstruktion meines Gehirns, um mir möglichst schnell zum Ergebnis zu helfen?

Kognitive Biases erkennen und hinterfragen

Aber wie kommen wir denn dahinter, ob der Eindruck, den wir gewonnen haben, jetzt eine kognitive Verzerrung ist oder tatsächlich zu einer Entscheidung führen kann, die dem Projekt oder dem Vorhaben nützlich? Na, ich würde sagen, zum Beispiel durch paradoxe Fragen. Was nehmen wir für eine Situation? Wollen wir die Recruiting-Situation nehmen? Ja, gerne.

Zum Beispiel, wenn ich jetzt in der Recruiting-Situation bin und habe da einen Kandidaten, mit dem ich glaube, sehr gut zu harmonieren und habe ein gutes Gefühl und Resonanz. Dann mir zu überlegen und zu sagen, wenn ich diese angenehme Eigenschaft, die ich gerade bei dem Bewerber wahrnehme, ähm wie so auf einem Regler nach oben drehe und ins Maximal drehe.

zu zu welcher zu welcher Ausprägung im Extremen würde das dann führen? Ja. Und dann bekomme ich ja raus, wenn es zu viel wird, also wenn diese Harmonie, diese Resonanz, die ich spüre, zu viel wird, dann schlägt es irgendwann um und dann sage ich. Damit will ich auch nicht auskommen. Und daran würde ich sagen, erkennt man. Or can we conduct if you're um if we are on the rich is when alone is.

Es lässt sich natürlich im Team leichter erkennen, wenn man sich dann darüber austauscht und sagt: Ich habe die Vorstellung von dem Kandidaten, wie ist deine? So kriegt man ihn relativ leicht raus. Naja, das ist ja auch eine Erfahrung, die wir beide gerade aktuell in Projekten machen, wenn wir mit unseren Auftraggebern in den Dialog und Diskurs gehen, dass wir im Nachgang unsere jeweiligen Eindrücke abgleichen können und

Zumindest, Robert, wenn du dich äußerst, komme ich immer nochmal wieder auf neue Einsichten und Ideen. Ich hoffe, dass das auf deiner Seite auch so ist. Ich kann das bestätigen, ja. Das ist einfach das Schöne, wenn man halt zu zweit ist und sich über. eine Situation, die man erlebt hat oder die man gemeinsam erlebt hat, austauschen kann, weil das ist, weil das ist so toll. Man bekommt ein vollständigeres Bild.

Und man bekommt ja diese Denkanstöße und Es ist ja schön, den sowas auch zu erkennen, dass man eine Wahrnehmungsverzerrung hat, dass einem das Gehirn da einen Streich spielen wollte, weil es etwas vereinfacht hat, was man aber gar nicht vereinfacht haben wollte.

Confirmation Bias und die Ja-Straße

Ja, das passt sehr gut zu einem weiteren meiner Lieblings- Denkfehler oder kognitiven Verzerrungen, das ist der sogenannte Contribution Bias. Der Contribution Bias sorgt dafür, dass ich Informationen durchlasse in mein Bewusstsein, die zu meinen Auffassungen und Erfahrungen aus der Vergangenheit bestmöglich passen. Jedes Gehirn hat die Tendenz, Dinge wahrzunehmen und als wahr auch anzuerkennen, die irgendwie schon mal im Leben aufgetaucht sind. Am besten häufig.

Das hat übrigens, und das habe ich selber erst Nach vielen Jahren verstanden. In meiner Verkäuferkarriere gab es einen Trainer, der mir beigebracht hat, in Kundengesprächen den Gesprächspartner auf die sogenannte Ja-Straße zu bringen. Die Ja-Straße hat den Effekt, dass, wenn jemand dreimal einer Sache zugestimmt hat und Ja gesagt hat, er vermutlich mit erhöhter, größerer Wahrscheinlichkeit auch bei einer vierten Variante sagen wird.

Und das war ein Kniff, man könnte auch sagen, ein Trick von der Verkäuferseite aus, einen Gesprächspartner auf eine Entscheidung hinzuzulegen. Naja, man kann durchaus sagen zu manipulieren, weil die Absicht war auch damals schon im Vertrieb, nicht immer im Sinne von Win-Win, sondern im Sinne von, hey, ich möchte was verkaufen und hier habe ich die höchste Provision drauf, also nimm es. Sag dreimal ja und dann beim vierten Mal unterschreibst du mir den Verdacht.

Und du sagst, dass da wurde der Contribution Bias genutzt, dass man halt sagt Man hat ja schon dreimal Ja gesagt, dann ist also jetzt wahrscheinlich, dass man auf die schon dreimal gefällt der Entscheidung Ja zu sagen, jetzt auch eine vierte sofort? Dieses Phänomen findet sich auch wieder zum Beispiel im Aktiengeschäft, als ein Beispiel. wo Menschen an einer einmal getroffenen Entscheidung für den Kauf oder Verkauf einer Aktie, meistens den Kauf einer Aktie festhalten.

Und sich nicht eingestehen, dass ihre Entscheidung jetzt rückgängig gemacht werden muss, um einen höheren Verlust zu vermeiden, sondern der Glaube vorher, naja, ich bin ja Experte. Ich weiß, was ich getan habe. Also, der Markt wird es schon wieder richten, und es dauert nur noch ein paar Börsentage, dann wird der Kurs wieder steigen.

Dann haben wir gleich mehrere Bias. Haben wir den Expertenbias auch dabei? Ja, Expertenbias ist auch dabei, der Contribution Bias ist dabei. Und Auch der Anker-If-Bias, der darauf einspielt, dass, wenn einmal ein Ereignis vorhersehbar war, dass es auch in Zukunft vorhersehbar war. Und wir glauben dann darauf oder vertrauen darauf, dass wir gewisse Vorhersagekräfte.

Ja, wenn man sich zum Beispiel mal so Experten vorhersagen Anhört, egal ob in Bezug auf Wetter oder Wirtschaft oder keine Ahnung, dann ist es oft erstaunlich, wie viele von diesen sogenannten Experten daneben liegen.

Die Rolle des inneren Skeptikers

Würdest du, es kommt mir gerade so der Gedanke, würdest du sagen, dass viele der kognitiven Verzerrungen darauf beruhen, dass wir, dass unser Gehirn Ableitungen und Annahmen und Lösungsvorschläge aufgrund vorheriger Eindrücke uns vorspielt. While wie im positiven wie im negativen, das heißt, wir haben eine situation gelöst. haben diese Informationen, wie wir die gelöst haben, abgespeichert und beim Auftreten einer ähnlichen Situation sagt das Gehirn, naja, das muss ja dann wieder so sein. Ja.

Ganz genau. Also geschlossene Frage, lieber Robert. Das wäre ja dann aber auch ein schöner Hinweis für die zuhörenden Geschäftsführer, Geschäftsführerinnen. Das mitzunehmen aus unserem Podcast, dass sie halt eben sagen: Vorsicht, ich habe hier etwas entschieden, die Geschwindigkeit, in der ich das entschieden habe, war ziemlich schnell. Und da sollte ich vielleicht noch mal drüber gehen und noch mal eine Überprüfung folgen lassen.

Naja, also auf jeden Fall sollte jeder Entscheider seinen inneren Skeptiker gut trainiert haben. Ja. Und bereit sein, seine eigene Meinung auch in Frage zu stellen, beziehungsweise in der Reflexion mit Dritten auf den Prüfstand zu stellen.

Overconfidence Bias und Horn-Effekt

Und das ist natürlich für ein ausgewachsenes Ego unheimlich schwer. Da wollt ihr auch gerade hin. Yeah. Und wenn ich dann auch noch ein optimistischer Typ bin, dann neige ich vielleicht zum sogenannten Overconfidence Bias, der Überoptimismus bias. Das ist vergleichbar so mit einer kleinen, äh, kleinen Fernseh, Kinderfernsehserie Baumeister Bob. Also alle von uns, die irgendwie Kinder in den letzten Jahren so im Vorschulalter und auch im Erstklässler geklärt haben,

Hatten wir, kennen vielleicht noch diese Fernsehserie Baumeister Bob, der immer sagte: Ja, wir schaffen das. Schaffen wir das? Wir werden es schaffen. Bam! Und dieser Überoptimismus, Die Haltung zieht sich in vielen, vielen Geschäftsetagen, Führungsetagen durch. Wir werden es schaffen, wir haben es in der Vergangenheit geschafft. Jetzt ist es nur eine kleine Marktdelle und wir müssen nur Geduld haben, es wird sich drehen.

Wir glauben fest daran, dass das Licht am Ende des Tunnels kein entgegenkommender Zug ist, sondern das Licht am Ende des Tunnels. Und es dann doch ein Zug wird, naja, schade. That's to pessimism. I've been sure optimism to verb. Now, what we have is cognitive. Um zu einer Entscheidung zu gelangen, muss man auch den Optimismus überprüfen. Das heißt, wenn man einmal in eine Richtung gelaufen ist,

Dann nochmal den kritischen Skeptiker drüber schauen zu lassen und zu sagen, bin ich auf dem richtigen Weg? Habe ich da ein gutes Gefühl? Und weil du vorhin den Halo-Effekt angesprochen hast, Ich bin heute scheint mir so, jedenfalls derjenige, der so ein bisschen die negative Seite beleuchtet. Es gibt auch den Horn-Effekt. Und das ist Teil, ja, das ist der Gegenteil des Halo Effekts, das heißt dass wir eine negative Eigenschaft oder ein einzelner Fehler

Dazu führt, dass wir eine Person oder Sache insgesamt negativ bewerten. Das heißt, wenn uns eine Person entgegenkommt, die eben nicht resoniert, die mit unseren Einstellungen die uns unsympathisch ist. Dann ist der Horn-Effekt eben das Gegenteil vom Helo-Effekt. Das heißt, wir bewerten diese gesamte Person negativ, was auch wieder. nicht zuträglich ist, weil es eine kognitive Verzerrung ist, weil wir einfach eine aufgrund eines einzelnen Indiz eine Aussage über die Gesamtperson treffen.

Der Dunning-Kruger-Effekt erklärt

Genau. Und wenn das dann noch kombiniert wird mit dem sogenannten Duning Krüger-Effekt, dann wird es ganz besonders spannend. Denn der Duning-Krüger-Effekt soll beschreiben, dass Menschen mit geringer Kompetenz dazu neigen, ihre Kompetenz, in welcher Situation auch immer, zu überschätzen. Und die mit genau und die mit hoher Kompetenz zu unterschätzen. Ja, genau. Das heißt Yeah.

Dani Krüger, habe ich schon mehrfach Kontakt mitgehabt, kenne ich, aber ich weiß nicht, ob es schon so Zuhörer kennen. Wenn man das erwähnt, dann kommt aber häufig ein Aha-Effekt, weil Ich denke, viele von uns haben schon mal den Eindruck gehabt, dass sie mit einer Person gesprochen haben, die sie für unterqualifiziert halten hielten.

und deren Aussagen und deren Auftreten aber überhaupt nicht zu dieser Einschätzung gepasst hat, dass sie unterqualifiziert sei, sondern die halt ganz schön ordentlich sich verkaufen konnte, sage ich mal, höflich.

Skeptizismus versus Pessimismus unterscheiden

Ja, durchaus. Also nochmal ganz deutlich von meiner Seite aus Pessimismus ist etwas anderes als Skeptizismus. Der Skeptiker hinterfragt, um zu verifizieren und den Entscheidungsweg abzusichern. Der Pessimist, Ist da ganz anders gestrickt, der hält den Entscheidungsweg von vornherein für völlig ungang. Und das ist ein gewaltiger Unterschied. Ja, finde ich auch, weil, das würde ich gerne noch dazugeben, der Skeptiker kann wieder zu seiner ursprünglichen Ausgangsposition zurückkommen.

Ja, er ist also skeptisch drüber gegangen, hat festgestellt: Okay, reicht nicht aus. Gut, dann bleibe ich bei meiner Einschätzung. Der Pessimist, da ist die Richtung klar. Der will nicht. Da fällt mir gerade so ein schönes Zitat ein von einem ehemaligen Bundespräsidenten der alten BRD, ein gewisser Theod Heuss. der in seiner unnachahmlichen Art gesagt haben soll der einzige Pessimist, äh, der einzige Mist, auf dem nichts wächst, ist der Pessimist.

Nein, der Skeptiker ist durchaus daran interessiert, etwas zu realisieren, etwas wachsen zu lassen.

Falscher Konsens und gefährliche Annahmen

Und sichert sich auf seine Art angemessen gegen mögliche Fehlentscheidungen oder negative Einflussfaktoren ab. Und das ist gut zu. Ich will mal die negative Seite ein bisschen verlassen und nochmal das Licht auf einen anderen Wahrnehmungsverzerrungen und einen kognitiven Effekt richten, und zwar diesen falschen Konsenseffekt. Dass Menschen neigen oder oder also glauben,

Dass ihre eigenen Meinungen und Überzeugungen auch von anderen geteilt werden, was zur Fehleinschätzung von der allgemeinen Meinung führt. Das heißt, wenn ich wenn ich einschätze. Ähm, ich mache zum Beispiel einen Vorschlag, der für mich sinnvoll erscheint in einer Organisation, in einem Betrieb, in einem Unternehmen und äh

Spreche eventuell mit meinem Kollegen auch noch darüber und dass dieser falsche Konsens-Effekt dann eintritt, dass man sagt: Naja, dann sind ja bestimmt auch alle anderen hier im Betrieb dafür. Ja. Da sind wir auch wieder bei einem schönen Spruch, den ich von dir häufig höre und da übernommen habe. Assumptions is the mother of all fuck-up. Ja, das ist ein Schilder. Auf Deutsch habe ich es übersetzt die Annahme ist das Grundübel.

Du hast es entschärft, du hast es jugendfrei gemacht. So ein bisschen, genau. Allgemeinverständlicher. Also man man müte sich und überprüfe Annahmen. Eine Annahme sollte immer mit einem Skeptiker Hand in Hand gehen. Da bin ich sehr dafür.

Status Quo und Not-Invented-Here

Vorannahmen sind der erste Weg in die Hölle. Ja, genau. Und sie passieren einfach oft, wir brauchen sie, weil sonst Leben nicht möglich wäre, aber man darf sie sehr gerne hinterfragen. Aber dieser falsche Konsens-Effekt führt halt dazu, dass man annimmt, dass die Mehrheit der Personengruppe, mit die man die man einschätzt, der gleichen Meinung ist.

Und dazu passt auch wieder eine sehr ulkige Art, die sogenannte Status quo-Verzerrung, der Status quo Bias zusammen mit dem sogenannten Not-Invented Here Syndrome. Menschen halten gerne an gewohnten Meinungen und Auffassungen fest. Und wenn Sie nicht selber über einen Denkprozess zu einer anderen Auffassung gekommen sind, Wenn Sie von außen, von einem Berater zum Beispiel, einen Impuls bekommen, etwas anders, mehr oder weniger zu tun, neigen Sie dazu, es zurückzuweisen.

This sogenannte Not Invented Here Syndrome or the status quo effect. werden dann als Passivität oder Widerstand im Transformationsprojekt identifiziert. Und es passiert uns als Transformationsexperten ja häufig genug, dass wir so in eine Art Ratgeberrolle reinrutschen und dann sagen Mensch, probiert es doch mal so und so.

Und dann kriegen wir die Antwort, nee, das, das dafür sind wir nicht die richtige Unternehmung, das passt das ist historisch bei uns anders gewachsen. Ja, das haben wir schon mal versucht, aber hat auch nicht funktioniert. Ähm. Es ist immer hilfreicher, die Menschen selber auf den Trichter kommen zu lassen, durch angemessene Fragetechniken, um den Aha-Effekt zu machen. Herauszuarbeiten. Ach Mensch, ja, so könnte das ja vielleicht klappen. Lass es uns mal ausprobieren.

Führung und nachhaltige Lösungsakzeptanz

Das da das ist ein ein Es kann die Wichtigkeit und die Bedeutung Dieses Effekt ist bzw. die Auswirkungen gar nicht genug betonen, weil aus meiner Wahrnehmung heraus, aus den Transformationen, die wir schon begleitet haben oder gerade begleiten. Die Herangehensweise von Führungskräften, von Geschäftsführern, von Leitungsebenen, häufig die ist, immer noch die ist, dass man sagt, man sieht sich in der Pflicht, Die Konzeption zu erstellen, was getan werden muss, den Weg zu weisen und dann

Die Aufgaben, die Ansagen an die operative Ebene zu geben, was denn umzusetzen sei. Und da kommt man auf der Appell-Ebene und sagt: Macht das. Und da tritt eben dieser Effekt ein, der Status quo Effekt. Weil Menschen per se, wenn sie einmal eine erfolgreiche Lösung implementiert haben, natürlich den Sicherheitsgedanken haben und sagen: Das läuft doch, warum soll ich mich da verändern?

Wenn es da Schmerzen gibt, sind sie wahrscheinlich eher bereit, etwas zu ändern. Trotzdem, dieser Not invented here Syndrome oder Effekt. hat einfach zur Folge

Dass wenn es nicht intrinsisch aus mir kommt, die Nachhaltigkeit und die Wirksamkeit der Umsetzung der Lösung deutlich, deutlich geschmälert ist. Das heißt, wenn es von der Führungskraft gesagt wird, wir führen jetzt diese Software ein, äh, dann wird das meistens mit hierarchischer Macht durchgedrückt und so mehr Recht als schlecht gemacht. Wenn man den anderen Weg wählt und sagt Was habt ihr für ein Problem?

Sunk Cost Fallacy und Projekte

Ich habe hier eine Softwarelösung. Welche würdet ihr verwenden? Hat man schon automatisch mehr Einbindung, mehr Mitarbeit? Und das, was häufig unterschätzt wird, was ich so meine Wahrnehmung ist, Die nachhaltige Einbindung dieser Lösung, die Widerstände, die auf die nachhaltige Einbindung dieser Lösung ist viel wirksamer und die Widerstände, die dagegen auftreten könnten, wesentlich geringer. Ja, ja.

Und wenn das dann noch gepaart ist mit einem Projektstatus, in dem viele Ressourcen geflossen sind, sei es Men- und Frauenpower oder sei es eben halt auch einfach Geld, dann weg. Die Überzeugung, wir haben schon so viel investiert, das kann ja nicht schlecht sein. Früher haben wir dann immer gesagt, wenn man einen Käse den Berg hat, runterrollen lassen, dann kann man auch noch einen zweiten hinterherrollen.

Um beide wieder hochzukriegen. Das ist natürlich für ein Unternehmen unter Umständen, für ein Projekt und ein Unternehmen unter Umständen der Todes. Also auch Verluste In die Rechnung mit hineinzunehmen und zu sagen: Nee, komm, stopp. Ja, wir haben zwar bis hier so und so viel hunderttausend Euro investiert. War nicht okay, hat nicht geklappt, kein Return on Invest.

Aber jetzt nochmal 500.000 hinterherzuschießen, bevor wir nicht vernünftig noch einmal über das Projekt etc. nachgedacht haben und es kritisch reflektiert haben, wird uns vermutlich. den Verlust nur vergrößern und keinen Dafür gibt es sogar einen Namen, die Sunk Cost Fallacy oder die Kostenfalle, wo man an Entscheidungen festhält, nur weil man bereits Ressourcen, Zeit, Geld und Mühe investiert hat.

Auch wenn ein Ausstieg viel sinnvoller gewesen wäre, und das ist etwas, was ich in meiner Projektmanagement-Ausbildung gelernt habe, wie man qualifiziert Projekte beendet. Wenn man zu der Erkenntnis gelangt ist, weil man eben halt belastbare Indikatoren hat. Dass es keinen Sinn mehr macht, dass man also dieses Projekt lieber qualifiziert beenden sollte und anders aufsetzen, anstatt jetzt noch ein totes Pferd zu reiten.

Ja, genau. Ich hatte gerade letzte Woche ein sehr, sehr interessantes Gespräch mit einem unserer Kollegen, der mich. mit ihm über ein Projekt zu sprechen. Wir saßen bei ihm zu Hause im Wohnzimmer. Ich musste dann zur Bahn und er sagte, ich fahre dich schnell runter. Und dann erzählte er mir von der Historie seines 16 Jahre alten 316er BMW Company. Es soll ein echtes Montagsauto gewesen.

Wie man es so schön sagt. Ein Auto, was endlos viele Macken hatte, endlos viele Nachbesserungen erlebt hat, endlos viele Garantiefälle erlebt hat. Und nicht nur kostenfrei im Sinne von BMW, sondern eben halt auch nicht zuletzt auf die Nerven des Besitzers gingen. Er aber mittlerweile 16 Jahre an diesem Auto festhielt. Gerade weil es so schwierig war und so kostenintensiv und so viele Nerven gekostet hatte.

Hat er es irgendwie lieb gewonnen und mochte sich nicht von ihm trennen. Und er sagte: Egal was in den letzten 16 Jahren passiert ist, solange der irgendwie noch durchhält, bleibt da meine Arbeit. Ich glaube, solche Menschen heißen Masochisten, oder? Keine Ahnung. Ich kenne mich in solchen Dingen nicht so gut. Die Leidenschaft am finanziellen Schmerz. Ja, ich weiß nicht. Aber ja, ich kenne dieses Phänomen auch. Auch ich habe zu Hause einen Oldtimer stehen und da geht immer wieder was kaputt.

Es ist mittlerweile ein dreiunddreißigjähriger Audi einhundert mit einer Supermaschine. Ein Sechszylinder und was jetzt so nach 30 Jahren alles kaputt gehen kann, da fragst du dich echt, soll ich ihn jetzt nicht langsam auf den Schrotthaufen fahren? Oder noch versuchen, als Oldtimer zu verkaufen und das Herz sagt immer, ach nee, komm, behalte ihn. Es ist so schön. Ja, da ist ja auch eine. Da ist nur noch einen neuen Scheibenwischer-Motor, komm, die 200 Euro, hey, so what?

Alle drei Monate kommt wieder irgendwas dazu, weil nach 30 Jahren gehen die unterschiedlichsten Dinge bei so einem Auto dann auch kaputt. Aber da reden wir die Held. Jetzt reden wir aber über.

Keine rationalen Entscheidungen. Das ist ja eine lange Bindung, das ist ja Emotionalität. Den Scheibenwischermotor kaufst du ja nicht, weil du einen Gebrauchsgegenstand wie ein Auto hast, sondern Ja, und das ist ja auch so etwas wie eine kognitive Verzerrung, dass man so einem Gegenstand, einem Artefakt wie einem Auto eine Seele zuspricht.

Und es lieb gewinnt und ganz viel bereit ist, dafür zu investieren, um es zu halten und sich auch die Entscheidung, vielleicht ja, die Entscheidung der Vergangenheit schönreden.

Sekundärrationalisierung und Negativity Bias

So, auch ein schöner Bias, die sogenannte Sekundärrationalisierung. Die man im Nachherein hat, um zu rechtfertigen, warum man die Entscheidung so oder so gefällt hat. Ja, klar, weil keiner will schief liegen, keiner will falsch liegen. Das ist völlig eine. Ja, also. Ähm, ich habe noch einen einen anderen schönen Bias, den ich mit in die Runde schmeiße, und zwar Kommt der, denke ich, also die Ursache dafür ist unsere Evolution und unser Umgang mit Gefahr, Risiken und ja, mit Gefahr.

Und der Negativity Bias oder negative Ereignisse oder Informationen haben einen stärkeren Einfluss auf unsere Wahrnehmung und Entscheidungen als positive, auch wenn beide gleichwertig sind. Da würde ich sagen, das kommt daher, weil wir in unserer Entwicklung darauf achten mussten, nicht gefressen zu werden. Deswegen klingt komisch, aber macht für mich logisch durchaus Sinn. Deswegen bewerten wir. Ein Knacken im im Rücken.

höher und risikoreicher als den Fund von einem tollen Pilz, wo wir uns jetzt daran ernähren können. Weil das Knacken kann eben halt der Säbelzahnsieger sein und dann ist halt das Leben zu Ende.

Kurzfristiger Gewinn versus Langfristigkeit

Ja, das ist in der Tat so, und dazu gibt es auch ein wunderschönes Experiment, was von der Firma Ferrero, dem Produzenten der Überraschungseier, tatsächlich auch einmal zu einem Werbefilm genutzt wurde. Es geht um die Frage, inwieweit sind wir bereit, jetzt auf etwas zu verzichten? In Hinblick auf eine mögliche Ja, möglicherweise größere Belohnung in der Zukunft. Ein Gewinn in der Zukunft. Das Experiment, was man mit Kindern im Schulalter, im Grundschulalter durchgeführt hat, ging wie folgt.

Das Kind saß an einem Tisch und der Versuchsleiter gab dem Kind ein Überraschungsei. Setzte es ihm vor die Nase und sagte: Du, pass auf, ich komme in zehn Minuten wieder. Und wenn du das Ei nicht angefasst hast, kriegst du ein zweites. Dieses Phänomen halten nur, oder dieses Versuch, diese Versuchsanordnung halten nur zwei, maximal zwei von zehn Kindern durch. Acht von zehn Kindern kommen irgendwie nicht drum herum, die Verpackung um das Ei aufzubröseln und dann auch in das Ei reinzuballern.

Das heißt auch für uns Menschen, wir nehmen lieber in geschäftlichen Dingen kurzfristige Gewinne mit. Anstatt zuzuwarten in der Hoffnung, in der Hoffnung, berechtigt oder unberechtigt, ist ein anderer Bias, in der Hoffnung darauf, dass es vielleicht in sechs Acht. Monaten oder Jahren ein Vielfaches sein wird von dem, was heute möglich ist.

Wir sind viel zu sehr daran, und das sieht man auch zum Beispiel in Tradinganalysen am Aktienmarkt, viel zu viele Kleinanleger vor allem nehmen viel zu früh Gewinne mit. Lassen allerdings Verluste lange laufen, in der Hoffnung, dass es irgendwann sich umdreht, anstatt eine Aktie im guten Aktienmix einfach lange stehen zu lassen und dann exorbitante Gewinnzuwechsel zu realisieren.

Also es ist wirklich faszinierend, dass Menschen viel zu schnell bereit sind, kurzfristige Gewinne, Vorteile zu kassieren, anstatt mittelfristig, langfristig auf Win-Win zu setzen und großartige. Von ja, was auch immer zu realisieren. Interessantes Phänomen, das wir ja auch in Transformationsprozessen immer wieder erleben. Lass uns da nochmal dabei bleiben, genau. Ich finde das auch interessant, weil

Ähm es ist ja auch beim also im Unternehmen, in Organisationen bzw. auch beim Projektmanagement so, dass meistens von der Führungsebene Aber nicht nur da, aber meistens von der Führungsebene. sehr Druck ausgeübt wird auf schnelle Erfolge, weil wenn man etwas erkannt hat, wenn man eine Situation identifiziert hat, die man verändern will. Dann führt man eine Gegenmaßnahme ein und dann sollen möglichst schnell die Erfolge purzeln. Und hier ist auch wieder der Fall.

Den ich für wichtig halte, Gras wächst nicht schneller, wenn man dran zieht. Das heißt, die Geduld zu haben. Und Yeah. Aber die Geduld zu haben und das Vertrauen zu haben, vertraue dem Prozess, ja. Das Vertrauen zu haben, dass sich da etwas entwickelt und einfach die Zeit zu geben, dass der Ertrag Nach dem Ablauf einer längeren Zeit ein höherer Das ist auch nochmal so ein Hinweis an Entscheider, Entscheiderinnen und Geschäftsführer im kleinen und mittelständischen Unternehmen.

Überprüft das mal. Das ist wirklich so. Natürlich, wenn man ein Problem erkannt hat, was man lösen will, dann eine Maßnahme einführt, dann will man sehr schnell Erfolge sehen. Das ist auch klar und man sollte auch schon nach Quick Wins Ausschau halten.

Veränderung von Gewohnheiten und Mustern

Aber wenn man qualifiziert und überlegt vorgeht, dann lohnt es sich zu warten, weil nach längerem Zeitablauf wirklich mehr rumkommt. Ja, das ist übrigens auch ein Bias, der da im Hintergrund mitspielt. Wir sind von der Natur aus eher bereit, schnell und groß zu denken als langfristig und noch viel, viel, viel größer. Wir sind häufig zu schnell in der in der in der absicht einen gewinn oder eine veränderung zu realisieren als long term oriented zu denken und angemessen zuzuwarten.

Wir glauben oder wir überschätzen, was wir in einer kurzen Periode von Zeit einem Monat, einem Quartal, einem halben Jahr, umsetzen und realisieren können. Und unterschätzen, was wir alles noch viel, viel, viel mehr realisieren könnten, wenn wir den Zeithorizont etwas strecken und es auf ein, zwei oder vielleicht sogar drei Jahre ausrollen.

Überschätzen und unterschätzen, auch hier eine typische kognitive Verzerrung, nicht nur in Transformationsprojekten, aber auch vor allem dort. Weil du gerade Transformationsprojek ansprichst, Dieses Zuwarten und dieses Vertrauen haben in den Prozess Das ist halt auch ein Punkt, die die Herausforderungen und die Probleme, auf die wir stoßen, wenn wir engagiert werden und beauftragt werden.

Sind ja sehr häufig über Jahre oder Jahrzehnte entstanden. Der Anspruch und die Erwartungshaltung ist aber häufig. dass dieser Zustand, der über Jahre oder Jahrzehnte entstanden beziehungsweise der sich da eingehandelt wurde, dann innerhalb von Wochen oder Monaten verändert werden soll. Und da werbe ich wirklich für mehr Verständnis, dass Menschen...

einfach so nicht sind, dass das nicht nachhaltig sein kann. Das heißt, Menschen sind Gewohnheitstiere und dieses Verhalten, was man sich über Jahre oder Jahrzehnte angewöhnt hat, Aus welchen Gründen auch immer, das identifizieren wir ja bei solchen Transformationsprojekten und gehen da halt mit unseren Methoden exakt, suchen die exakten Hebel, die da helfen.

Niemand wird behaupten können, dass er einen anderen Menschen über Nacht einfach dreht in seinem Verhalten dreht. Und das sollte man sich vor Augen halten, weil das gilt im Privaten wie auch im Beruflichen. Menschen haben eingefahrene Muster, eingefahrene Verhaltensmuster. Und ich fand es ganz interessant, als ich mich beschäftigt habe mit Fitness oder auch.

wie man halt seine Habits, seine Gewohnheiten verändert. Ein Beispiel, was ich geben will dafür ist, dass in diesem einen Buch Atomic Habits Schreibt er auch davon, dass ein Sportler, ein Freizeitsportler, einen Fitnessstudiovertrag gemacht hat, und er ist in der ersten Woche hingegangen, war fünf Minuten dort und ist wieder gegangen.

Und das klingt im ersten Augenblick völlig irre, wo man sagt: Ja, ist der denn bekloppt? In der zweiten Woche ist er zehn Minuten hingegangen, hat zehn Minuten trainiert und ist dann wieder gegangen. Der Clou an der Sache ist, Er hat dadurch, und darauf will ich hinaus, auf diese Regelmäßigkeit, er hat dadurch eine Regelmäßigkeit erarbeitet, dass er jeden Tag ins Studio geht.

Er ist also nicht hingegangen und hat dann gleich anderthalb Stunden gemacht, wo er sich sagt: Boah, Wahnsinn, jetzt muss ich anderthalb Stunden, sondern er ist hingegangen und hat gesagt: Oh, jetzt bin ich fünf Minuten hier und dann gehe ich wieder. Aber er ist jeden Tag hingegangen und deswegen hat er Erfolge erzielt. Mhm.

Persönliche Reflexion und Austausch

Was würdest du also ich nehme ma nehme mal an, einer unserer Zuschauer und Zuhörer nimmt jetzt Kontakt zu uns auf und sagt: Mensch, super, toller Beitrag, tolle Ideen, aber wie kann ich mich denn selber in Bezug auf Denkfallen und kognitive Verzerrungen ja Aufmerksam machen, was kann ich tun, um sie frühzeitig zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren? Robert, was würdest du diesem Menschen empfehlen? Eine Frage, ne? Aber fiel mir gerade so ein. Ja, ja, ja. Davon lebt ja auch unser Podcast.

Ich finde Austausch sehr wichtig. Und sich einfach auszutauschen, und ich glaube, das geschieht viel zu selten, über Wahrnehmungen. So, das heißt, ich würde mein Rat wäre Beschreibe die Situation, die du gesehen hast, und was du wahrgenommen hast. Hole dir dann die Meinung deines Gegenübers ein und sage dem, wie würdest du diese Situation interpretieren? Ja. Und dann wird derjenige, weil er nämlich vor dem Hintergrund seiner Erfahrungen, die er gemacht hat, und seines Wissens und seines Lebens

Diese Situation, diese beschriebene, interpretiert und evaluiert. Wird er dir sagen, wie er diese Situation sieht? Und zum Beispiel bei Kommunikationssituationen habe ich das auch schon häufig erlebt, dass Personen erzählt haben, ja, dann hat er das und das gesagt, und das fand ich ja total mies und mhm. Und wenn man das dann einem anderen vorstellt, sagt, der, Die Aggressivität habe ich jetzt gar nicht gesehen. Ich verstehe gar nicht, wie du darauf so reagierst.

So, und da merkt man im Prinzip, da sieht man so, aha, also für den kommt das gar nicht aggressiv rüber. Okay, warum ist es dann für mich aggressiv? Und dann ist man sehr häufig bei dem Punkt, dass man sagt, Wie ich auf meine Umwelt reagiere, hat mit mir und meinem Hintergrund zu tun. Der ist vielleicht gar nicht böse oder mir böse gesinnt. Nur habe ich Erfahrungen gemacht, die mich jetzt zu der Einschätzung leiten, na, der will mir bestimmt was Schlechtes. Ja.

Ja, ich bin da eher so der intellektuelle Typ an der Stelle und würde die Empfehlung aussprechen. Such dir doch mal aus der Liste der kognitiven Verzerrungen. 3 aus die dir irgendwie attraktiv zu sein scheinen, von denen du vielleicht annimmst, dass sie in deinem beruflichen oder auch privaten Leben passieren oder geschehen bei deinen Wahrnehmungsprozessen. Und geh achtsam in der unmittelbaren Folge darauf durchs Leben und schau, wo.

Kommt dir es komisch vor und wo könnte so eine Wahrnehmungsverzerrung sich gerade in deinem Wahrnehmungsapparat bemerkbar machen? Und trainiere deinen Skeptiker. Die alte esoterische Weisheit, dass alles, was man beachtet, weg, Wird somit auch dazu beitragen, dass du achtsamer, skeptischer in Kommunikationsprozessen wirst. und bereit bist, das eine oder andere, was man dir kommunikativ präsentiert, zu hinterfragen.

Und dir nicht mehr länger ein X für ein U vormachen lässt, zum Beispiel. Sondern sagst: Hm, wenn du meinst, dass das ein U ist, wie komme ich dann zu der Auffassung, dass ich hier ein X sehe? Und dieser Skeptiker wird, wenn er dann eine gewisse Größe oder Mächtigkeit erreicht hat in deinem Bewusstsein, in deinem Wahrnehmungsapparat, sicherlich damit zu beitragen, dass deine Entscheidungsprozesse Für dich und dein Leben, deine Absichten geschäftlich wie privat.

Zuträglicher sein werden. Ja, und fundierter. Ja, ich kann mal so reinlesen. Es gibt ja in der Literatur, ob das jetzt der David Kahnemann mit seinem langsamen und schnellen Denken ist, oder der James Clear mit den Atomic Habits, den du angesprochen hast, eine ganze Menge Inhalte.

Ja, auch super geschriebener Geschichten zum Thema Wahrnehmung und Wahrnehmungsverzerrungen und all den ganzen Fehlannahmen, die immer und immer wieder Dazu führen, dass Entscheidungsprozesse letztendlich eher in die Katastrophe führen als zu einem erfolgreichen. Ja, einer erfolgreichen Zukunft im Sinne von uh hier unserem Freund Spock. Live long and erfolgreich. Genau, live long and prosper. Aber weil es gerade hier so reinpasst, ähm

weil es halt auch mit Reflexion und und Wahrnehmungsverzerrung zu tun hat. Ich habe für mich beschlossen, Wir passen ja auch nicht zu jedem Kunden. Wir haben ja auch natürlich Wunschkunden. Und deswegen habe ich so eine Einstiegsfrage, die ich bei Kundenneuen Auftraggebern sehr gerne stelle. indem ich frage, sind Sie bereit, sich selbst in Frage zu stellen?

Und die halte ich für sehr mächtig, diese Frage. Die wende ich auch auf mich an, ähm, also nicht nur auf meine Kunden, aber ich erzähle jetzt hier von dem von dem Kunden von der Kundensituation, weil das für mich ein Indiz ist, ähm in der in der Bereitschaft ist Über seine getroffenen Annahmen und seine Wahrnehmung zu reflektieren. Das ist für mich eine grundlegende Eigenschaft und Fähigkeit.

um gut und erfolgreich in Transformationen arbeiten zu können. Wenn das zu wenig ausgeprägt ist, können beide Seiten eigentlich nur verlieren, in meinen Augen. Auf jeden Fall. Auf jeden Fall. In entscheidenden Situationen sage ich auch immer gerne zu meinen Gesprächspartnern. Hey, du musst mir das nicht glauben, aber ich wünsche mir von dir, dass du es überprüfst. Ja, drüber nachdenken, genau. Ja, und

Dann lass uns weiterreden, wenn du es überprüft hast und zu einer Entscheidung gelangt bist. Genau. Nicht glauben, überprüfen.

Abschluss: Illusionen im Leben erkennen

Ja, das das erinnert mich wieder an einen Spruch von einem meiner ersten Chefs, der war menschlich sehr fraglich, aber fachlich ein Ass. Und da kam ich ins Büro und sagte irgendwie Ja, Herr, sowieso, ich glaube, das ist so und so. So sagt man ja häufig. Ja. Und da sagt er, Herr Fuhrmann, glauben oder wissen Sie? Zum Glauben können Sie in die Kirche gehen. Den kenne ich auch aus Hamburg, aus meiner Heimat. Ja, genau. Ja, hat er sicherlich auch irgendwo aufgeschnappt.

Aber ich habe den so mitgenommen und habe so gedacht, ja, verdammt, er hat einen Punkt erwischt und er hat recht, Glauben reicht nicht. Nein, Wissen ist Macht. Ja. Okay, ich werfe mal so nebenbei mit einem Auge einen Blick auf die Uhr. Wir sind bei 17.57 Uhr, sagt mir mein Mac. Das heißt, wir laufen so langsam mal aufs Ende zu. Und ich würde mich freuen, wenn wir beide noch mal so ein kurzes, knackiges Statement zum Thema kognitive Verzerrungen an unsere Zuseher und Zuhörer senden.

die ihnen Mut machen, sich mit diesem Thema weiter auseinanderzusetzen, die Bereitschaft zu stärken, sich selber in Frage zu stellen, zu reflektieren und mehr prüfen zu wollen, als glauben zu müssen. Genau, ich fasse mich kurz. Glaube nicht alles, was du denkst, und glaube nicht alles, was du siehst. Oh wow, das hätte meine Mutter sagen können. Ja, mein Statement ist: Das Leben ist wie eine Varietä-Show, in der großartiger Bühnenzauber veranstaltet wird. Es dient der Unterhaltung.

Und hinter jedem Trick, hinter jedem Zauber steckt ein Trick. Ja. Und es ist eben halt bewusst so gemacht. Dass wir es nicht sehen können und uns wundern, was da alles möglich ist. So aller David Copperfield. Aber selbst bei David Copperfield steckt im Hintergrund Bühnenmechanik, und so ist es auch im Leben, im Allgemeinen und im Besonderen. Und lass uns daran arbeiten.

Es wahrzunehmen, zu respektieren, dass wir manchmal auch getäuscht werden. Und wenn wir ins Variete gehen, uns auch darauf freuen können und es genießen können. Das verleitet mich zu vielleicht einem finalen Satz. Na. Geht raus und sucht die Illusionen im. Ja, in diesem Sinne. Robert, das hat mir riesigen Spaß gemacht. Auch klar, weil es heute so ein etwas für mich stressigen Einstieg gab, wo ich so dachte, oh no, ja.

Jetzt haben wir zweihundert elf Anmeldungen gehabt. Das ist ein neuer Rekord für unseren Podcast, unseren Video Podcast, und dann so ein technisches Desaster. durch ein neues Softwareupgrade unseres Streamingdienstes. Nein, was ist das für ein Missbrauch? Aber wir haben es gewuppt und ich danke dir für deinen starken Nerven, Nerven wie Drahtzeil. Genau. Hilft ja nicht. Und wünsche uns beiden noch einen wundervollen Abend und natürlich allen Menschen da draußen.

Alles Gute, bleibt gesund, bleibt skeptisch und vor allem heiter und gelassen.

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