"Über Verlust sprechen" mit Constanze Falkenberg - podcast episode cover

"Über Verlust sprechen" mit Constanze Falkenberg

Aug 11, 202454 minSeason 1Ep. 4
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Episode description

"Über Verlust sprechen" mit Constanze Falkenberg

Die Anzahl an jährlichen Verkehrstoten ist in Deutschland ist über die vergangenen Jahrzehnte deutlich gesunken. Trotzdem ist jeder Einzelfall einer zu viel - 2023 verloren 2.839 Personen ihr Leben im Straßenverkehr. 2012 waren es 3.600 Personen und mit Constanze, die in Ende 2012 ihre Familie an einen Autounfall verlor, spricht Philipp in dieser Folge.Die Familie, das sind Constanze, ihr Mann und ihre drei Kinder sind an diesem schicksalbehaftetem Tag auf dem Heimweg von den Großeltern, als auf der A6 ein LKW von der Gegenfahrbahn durch die Leitplanke bricht und das Auto der Falkenbergs unausweichlich trifft. Als Constanze sich im Auto umschaut, sagt ihr bereits ihr erster Instinkt, dass die anderen den Zusammenstoß nicht überlebt haben. Sie selbst kann sich aus dem Wagen retten, bevor er in Flammen aufgeht und die Rettungskräfte eintreffen.Was Constanze in den ersten Wochen und der Zeit nach dem Unfall hilft, ist zum einen, dass sie von einem großen sozialen Netz aufgefangen wird. Zum anderen kommt ein Filmteam der ARD auf sie zu. Dieses Filmteam hat Fragen zu ihrem Schicksal aufgeworfen, denen sie sich bis dato noch nicht gestellt hatte, die ihrem Trauerprozess aber gut taten. Vor dem Unfall sind die Falkenbergs eine engagierte und aktive Familie, so auch die Kinder - Constanze bezeichnet sich selbst als klassisches „Mama-Taxi“. Doch nach dem Unfall muss sie ihr Leben komplett neu ausrichten. Es ist beeindruckend, wie gut ihr dies gelingt. Constanze wagt sogar beruflich einen Neuanfang und macht ihr Examen als Physiotherapeutin. Mit dieser Ausbildung möchte sie im Rahmen einer eigenen Stiftung schwerstbehinderten Kindern helfen.

Aufgeben war und ist für Constanze bis heute keine Option. Insbesondere an Jahres- und Geburtstagen holt der Unfall sie jedoch ein. Trotzdem versprüht Constanzes Geschichte unvergleichbaren Lebensmut und Zuversicht - die möchten wir in dieser Folge mit euch teilen.

Mehr zu Constanze findet ihr in Beiträgen des öffentlichen Rundfunks.Zu Constanzes Stiftung gehts hier: https://stiftung-gutes-tun.de/stiftungsfonds/cab-joerg-falkenberg/Immer auf dem Laufenden über Philipp und seine Projekte auf Instagram @philippfleiter

Solltest du Hilfe benötigen oder für jemand anderes suchen, findest du hier Unterstützung:Telefonseelsorgezu jeder Tages- und Nachtzeit unter 0800 110111oder auch per E-Mail, im Chat oder persönlich vor Ort beratenMalteser Hilfsdienst e. V.Informationen zu Trauer- und Selbsthilfegruppen.

Du möchtest dich psychotherapeutisch begleiten lassen?Auf der Website deiner Krankenkasse findest du einen Ärzteführer zur Unterstützung deiner Suche.Oder wende dich an deinen Hausärztin.

Dieser Podcast ist eine Produktion von Philipp Fleiter und WeMynd im Auftrag von Podimo. Neue Folgen alle 14-Tage Montags überall, wo es Podcasts gibt.Redaktion: Philipp Fleiter und Laila Keuthage | Produktion: WeMynd

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Transcript

Dann habe ich gesehen, wie der tatsächlich über die Leitplanke fährt. Ein Lastzug, ein Sattelzug über die Autobahn uns entgegenkommt. Und ich habe auch noch sagen können, was hat der für ein Problem eigentlich. Und ab dann war mal ein Moment dunkel. Ich saß auf der Leitplanke und habe zugesehen, wie das Auto verbrannt ist. Und habe dann zu der Person neben mir auch gesagt, da verbrennt jetzt mein Mann und verbrennen meine Kinder.

Manchmal sind es nur ganz kurze Momente, die ein Leben komplett verändern können. Ein Augenblick, eine Entscheidung, ein Ereignis, ein Wimpernschlag und danach ist alles anders. Ich bin Philipp Leiter und ich treffe in diesem Podcast Menschen, um mit Ihnen genau über diesen einen Moment zu sprechen, der Ihr Leben für immer verändert hat.

Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von dieser eine Moment, der Podcast, in dem ich mit Menschen über diesen einen Moment spreche, der ihr Leben komplett verändert hat. Danke an der Stelle erstmal an euch für das großartige Feedback, was ihr mir bei Instagram, per Mail und sonst überall geschickt habt zu den ersten Folgen. Und wenn ihr Lust habt, dann schreibt mir gerne eine Bewertung für dieser eine Moment, zum Beispiel bei Spotify oder bei Apple.

Gerade bei einem neuen Podcast ist das sehr, sehr hilfreich. Vielen Dank. Heute spreche ich mit einer Frau, die etwas erlebt hat, was, glaube ich, der Albtraum von fast allen Menschen ist. Konstanze Falkenberg hat einen Autounfall überlebt, bei dem ihre gesamte Familie ums Leben gekommen ist. Nicht nur ihr Mann Jörg, sondern auch ihre drei gemeinsamen Kinder sind noch an der Unfallstelle gestorben und sie hatte auf einmal keine Familie mehr.

Konstanze redet heute mit mir darüber, wie ihr Leben durch diesen einen Moment von jetzt auf gleich aus den Fugen geraten wird. Aber ich will auch verstehen, wie schafft man es, trotz einer so, so schrecklichen Sache den Lebensmut nicht zu verlieren? Ja, erstmal hallo Konstanze, schön, dass du dir die Zeit genommen hast. Hallo Philipp, ich freue mich sehr, dass ich hier sein darf. Wir sprechen heute über den 3. November 2012, also über den Tag, der jetzt fast zwölf Jahre her ist.

Es ist ein Samstag, du bist damals 41 Jahre alt, deine Kinder Vanessa, Erik und Amelie sind 13, 11 und 7 und ihr seid mit der ganzen Familie, also auch mit deinem Mann Jörg im Auto auf dem Heimweg. Heimweg wovon? Aus dem Heimweg von meinen Schwiegereltern, die in Nürnberg wohnen. Und es war uns immer wichtig, dass die Schwiegereltern auch die Kinder so oft es möglich ist sehen. Deswegen hatten wir einen relativ fixen Rhythmus, dass wir so alle vier Wochen mal nach Nürnberg gefahren sind.

Und wohnhaft sind wir in der Nähe von Karlsruhe. Das heißt, wir waren auf der A6 auf dem Nachhauseweg nach Karlsruhe. Das heißt, es war eigentlich ein schöner Tag, ein Familienbesuch so vorher gewesen. Ja, wir waren drei, ich glaube ich vier Tage bei den Schwiegereltern. Die Kinder haben das Haus verwüstet, weil wenn drei Kinder irgendwo auftauchen, wird das Haus verwüstet und es war schön. Und ich habe an diesem Wochenende war ich mit dem Jörg auch laufen.

Also ich war freitags mit ihm noch laufen und habe trainiert, dass ich mit ihm das gleiche Tempo laufen kann, weil er immer ein bisschen schneller war als ich. Und das war das erste Mal, dass ich tatsächlich mit ihm mithalten konnte. Und dann seid ihr auf dem Rückweg, du hast gerade gesagt, auf der Autobahn und dann ist eben dieser eine Moment, der dein Leben für immer verändern wird.

Kannst du vielleicht beschreiben, du sitzt auf dem Beifahrersitz und was siehst du dann, also was passiert in diesem Moment? Ich sehe, dass auf der Gegenfahrbahn ein Lastzug, ein Sattelzug über die Autobahn uns entgegenkommt. Also quasi, so einen Bogen ist der gefahren. Und dann habe ich gesehen, wie der tatsächlich über die Leitplanke fährt. Und ich habe auch noch sagen können, was hat der für ein Problem eigentlich. Und ab dann war mal ein Moment dunkel.

Also das heißt, dieser Lastwagen ist praktisch durch die Leitplanke durchgebrochen und auf die Gegenfahrbahn gekommen. Du hast in einem anderen Interview mal beschrieben, dass du das sehr ruhig wahrgenommen hast, ein bisschen wie in Zeitlupe. Kannst du das mal ein bisschen beschreiben? Also es war so, ich habe gesehen, dieser LKW kommt uns irgendwie entgegen. Ich habe auch gesehen, wie der über die Leitplanke ist und wie er gekippt ist.

Und ich habe auch gesehen, dass auf der Leitplanke der LKW schon Feuer gefangen hat. Also der hat auch schon gebrannt dann. Und dann habe ich auch noch realisiert, dass wir da jetzt wahrscheinlich nicht ausweichen können. Das heißt, der ist direkt vor euch aufgetragen? Und er ist direkt vor uns dann aufgetaucht, ja. Und genau, dann hat der Jörg wohl das Steuer nach links gelegt. Und hat mir damit das Leben gerettet.

Das heißt, dein Mann hat im letzten Moment noch versucht, sozusagen auszuweichen. Er hat versucht auszuweichen, ja. Aber diesen Aufprall, du hast gerade gesagt, es ist dunkel geworden. Hast du den überhaupt bewusst miterlebt, diesen Knall? Ja, aber ich denke, dass ich direkt nach dem Aufprall mal einen ganz kleinen Moment ausgenockt war. Und was gehen einem so für Gedanken durch den Kopf, wenn man sieht, man rast jetzt auf so einen LKW zu und es gibt kein Entkommen mehr? Keine. Also mir keine.

Selbst wenn es so wäre, ich kann mich nicht erinnern. Dann bist du, wie du selber sagst, kurz weg gewesen für einen Moment. Denke ich. Was ist dann das Erste, was du machst, als du wieder bei Kräften sozusagen bist, im Sinne von, dass du wieder was mitbekommst? Also ich habe dann mitbekommen, dass unser Auto stillstand und habe dann ins Auto gesagt, so Kinder, schnell raus jetzt, weil ich da auch schon realisiert habe, dass auch unser Auto brennt.

Bin dann ausgestiegen, also ich habe versucht auszusteigen und habe nach hinten geschaut und da ist auch in meiner Erinnerung dunkel. Ich denke, dass meine Seele oder Psyche oder wer es auch immer ist, mir diesen Anblick noch bis heute erspart. Ich habe nach hinten gesagt, wir steigen jetzt aus und dann war so dieser Moment, wo wo ich irgendwie wusste, ich sehe da hinten nichts, die drei sind schon weg und die anderen sind weg. Das heißt, du warst dir da schon sicher, dass die nicht mehr leben?

Ich denke schon. Also ich hatte ganz, ganz stark diesen Gedanken, da war sonst gar nichts im Kopf, außer diesem Gedanken, die sind schon weg gewesen. Und was hast du dann in dem Moment gemacht? Du hast gesagt, du hast die Tür aufgestoßen so ein bisschen und wusstest, du musst jetzt auch raus aus dem Fahrzeug. Genau, ich habe dann zugesehen, dass ich rauskomme.

Ich habe noch einen Blick geworfen, das weiß ich noch, dass der Fahrersitz nicht mehr da war, sondern dass ich da auf die Straße geschaut habe. So ungefähr hat das Auto ausgesehen. Also ich denke, dass mein Sitz eigentlich so das Einzige war, was noch einigermaßen intakt war. Ich habe dann noch geguckt, was brauche ich. Ich habe nach meinem Handy noch geguckt, weil ich dachte, ich müsste dringend jetzt jemandem Bescheid sagen, dass wir einen Unfall hatten.

Ich habe es aber nicht gefunden. Aber meine Handtasche habe ich mitgenommen. Wahnsinn. Hast du da auch noch gedacht, dass… Meine Strickwolle habe ich liegen lassen. Da habe ich gedacht, die brauche ich jetzt nicht gerade. Die kann da bleiben. Und dann war auch der Moment, wo ich dann auch selbst gespürt habe, dass ich auch verletzt bin.

So lange hat dieser Schock gehalten und dann habe ich bemerkt, dass ich Schmerzen habe und da stand aber schon jemand hinter mir, der mich völlig entsetzt gefragt hat, wo kommen Sie denn her? Und ich sage, ja aus dem Auto. Und du stehst dann da hinter der Leitplanke und siehst das Auto oder euer Auto, wo du gerade noch vorher drin gesessen hast mit deinen drei Kindern, mit deinem Mann und du siehst das Auto brennen. Ja.

Beziehungsweise das, was noch davon übrig ist. Ich saß auf der Leitplanke und habe zugesehen, wie das Auto verbrannt ist. Und habe dann zu der Person neben mir auch gesagt, da verbrennt jetzt mein Mann und verbrennen meine Kinder. Ich habe das gesehen und ich denke, dass das auch so ein Moment war, der mir geholfen hat, das gleich zu realisieren. Also das.

So schrecklich das war, also man sitzt da und ist entsetzt, also wirklich das pure Entsetzen, weil man hier da sitzt und weiß, man kann nichts tun, man ist hilflos und muss dazu schauen. Vielleicht springen wir nochmal ein bisschen zurück und sprechen mal über dein Leben bis dahin. Du hast deinen späteren Ehemann Jörg auf der Arbeit kennengelernt. Kannst du dich noch erinnern, wie das war? Magst du das erzählen?

Der Jörg hat schon während seines Studiums für die Firma, für die ich gearbeitet habe, Elektronik entwickelt und wir hatten da schon telefonisch miteinander zu tun. Und dann war der Jörg irgendwann mal zu Besuch und dann wurden wir vorgestellt und er saß da so hinter einem Computer und hat so hochgeguckt und da habe ich schon gedacht, boah, ei. Den fandst du schon gut. Das war schon so ein Moment, wo ich gedacht habe, aha, interessant. Ich hatte zu dem Zeitpunkt auch noch einen festen Freund.

Ja, und dann war es einfach so, dass der Jörg auch auf dem Weg zum 50. Geburtstag seiner Mutter einen Auffallunfall hatte. Also ist ihm jemand aufs Auto gefahren und dann hatte er kein Auto und seine Wohnung lag auf meinem Weg zur Arbeit. Und dann habe ich den Jörg einfach morgens eingesammelt und habe den mit zur Arbeit genommen. Und ja, so hat sich das dann halt irgendwie entwickelt. Also sozusagen über das Zusammen-zu-Arbeit-Fahren ist dann die Beziehung entstanden. So in der Art.

Und du bist dann, glaube ich, das richtig ich mir aufgeschrieben habe, zweieinhalb Jahre später das erste Mal schwanger gewesen. Wie alt warst du da? 26. Rechnen. Aber war das für dich so klar, dass du immer schon klar, dass du Mama werden wolltest? Ja. Ja? Ja. Ja, das war immer. Also wir haben auch ganz ordentlich erst geheiratet und dann erst nach der Hochzeit. Also ich war noch nicht schwanger, als wir geheiratet haben.

Anständig. Sehr anständig, ja. Aber das heißt, es war schon dein Lebensplan? Ja, das war schon der Plan. Also dass es drei werden, das war nicht geplant. Wir hatten uns auf zwei eigentlich geeinigt. Aber ich war mit dem Verein auf dem Weg zum Oktoberfest nach München und dann haben wir uns ein bisschen heftig verabschiedet.

Und dann dachte ich, na, das könnte knapp gewesen sein und wir sind dann in Urlaub gefahren, und ich habe es erst gar nicht realisiert und als wir dann im Urlaub waren und die Pizza, ich hatte den ganzen Tag Hunger und als wir abends die Pizza auf dem Tisch hatten, war mir dann schlecht, dann konnte ich nicht essen, da habe ich gedacht, was stimmt hier eigentlich nicht? Ja, und dann…, Habe ich zu mir gesagt, ich glaube, ja. Und dann hat er gesagt, ach komm, das kriegen wir auch noch durch.

Ja, nee, wir haben uns gefreut. Die Amelie war ein totales Sonnenschein, die hat immer gestrahlt. Es war ein ganz, ganz fröhliches Kind. Aber ich finde, man hört schon so raus, Familienleben ist schon was sehr für dich Wichtiges und auch Erfülltes gewesen. Oder wie würdest du euer Leben als Familie beschreiben? Wir hatten viele Projekte, viele Vereine, wir haben uns viel engagiert. Ich hatte das Glück, dass uns damals das Geld auch gereicht hat, dass ich zu Hause bleiben durfte.

Und dafür bin ich unendlich dankbar, weil jeden Moment, den ich mit den Kindern verbracht habe, das hat sich herausgestellt, dass diese Momente halt unendlich wertvoll waren. Und ja, es war turbulent. Meine Schwester, wenn die meinen Kalender gesehen hat, hat sie immer gesagt, ich kriege Stresspustel, wenn ich das sehe. Das heißt, du warst so ein bisschen die Familienmanagerin, so stelle ich mir das vor, die alles zusammenhält. Ja, war ich tatsächlich, ja.

Ja, und ich hätte eigentlich nicht gedacht, dass das so wirklich meine Berufung ist, aber es war es zu der Zeit wirklich. Da bin ich ganz drin aufgegangen. Also ich war mit Leib und Seele Hausfrau und Mutter. Du hast gerade gesagt, diese Erinnerungen, die du mit den Kindern hast, sind natürlich ganz, ganz wertvoll für dich verständlicherweise, dass du diese Zeit mit denen verbringen konntest. Im Nachhinein hättest du Sachen anders gemacht, wenn du gewusst hättest,

dass es so endet. Die Frage kam mir jetzt gerade ganz spontan. Man weiß natürlich nie, welchen Weg das Leben geht, aber jetzt, wo du es weißt, hättest du Sachen anders gemacht? Das hat mich noch nie jemand gefragt, aber ich glaube nicht. Okay. Nee, ich glaube, wir hatten es unheimlich schön. Also wir haben immer so ein bisschen am Limit gelebt, ähm, Auch am finanziellen Limit, weil mit drei Kindern und dann mit einem Verdienst, das ging immer gut, aber es war immer so ein Limit und wir sind.

Wann es ging, weggefahren, in Urlaub gefahren, haben viele Sachen erlebt, haben Freizeitparks und Freunde besucht. Und ich habe eine Freundin, die hat immer gesagt, ihr habt ein unendlich effizientes Leben geführt. Ihr habt so viel gelebt, wie andere Leute in einem ganzen Leben wahrscheinlich nicht erleben, habt ihr einfach alles in eure Zeit gepackt, die ihr hattet. Aber ich finde das auch ein sehr schöner und sehr tröstender Gedanke eigentlich.

Dass man viel Leben in dieser kurzen Zeit, die man gemeinsam hatte, reinpacken konnte. Untergebracht hat, ja. Ja, wir haben jetzt gerade darüber gesprochen, wie das war mit dir und der Familie, wie sich das angefühlt hat. Und dann wird das einfach umgeworfen in diesem einen Moment, wo sich alles ändert. Du stehst da auf der Autobahn und du weißt, als jemand, der ein Familienmensch ist, der auch die Familienmanagerin sozusagen ist, ich habe jetzt gar keine Familie mehr.

Weil du das ja da schon realisierst, was da passiert ist. Also konntest du da überhaupt schon greifen, was das für dein Leben bedeuten würde? Also auf der Autobahn noch nicht. Da war ich, glaube ich, noch extrem fassungslos. Und dann war es auch so, dass ich da relativ schnell sediert wurde, weil man natürlich nicht wusste, was ich für eine Verletzung habe. Weil dieser Aufprall, wir sind so mit circa 80 sich in ein fallendes, also in ein stehendes Hindernis gefahren.

Also dass ich das überhaupt überlebt habe, ist eigentlich schon so ein bisschen ein Wunder. Aber im Krankenhaus. In dieser unendlich längsten, schrecklichsten Nacht meines Lebens seither, da habe ich dann schon gedacht, wie geht es jetzt weiter eigentlich? Und wenn die jetzt nicht da sind und Familienmensch, wie ich war, wusste ich, die Kinder hätten sonntags Dienst in der Kirche gehabt. Und dann wusste ich, ich muss irgendjemanden anrufen und denen Bescheid sagen,

dass die Kinder nicht kommen. Nein. Total verrückt, weiß ich heute, total irre. Aber ja, so dieses Verantwortungsgefühl, das hat mich auch sehr, sehr weit getragen. Also muss ich echt sagen, auch dafür und auch, ich hatte noch ein anderes Projekt gelaufen, wofür ich verantwortlich war, wo ich auch sehr schief angeschaut worden bin, dass das alles weitergelaufen ist. Da sprechen wir gleich nochmal drüber. Du hast gerade diese längste und schreckigste Nacht in deinem Leben.

Du wusstest, bevor du sediert wurdest auf der Autobahn, Kinder und Mann sind tot, das war dir vollkommen klar. Und dann hast du es ja wahrscheinlich im Krankenhaus nochmal irgendwie bestätigt bekommen. Kommt da einer ans Bett und sagt einem, es tut mir sehr leid. Wie muss man sich das vorstellen?

Naja, so ähnlich. Es ist so, dass unsere Kirchen Seelsorger ausbilden und es kam ein evangelischer Pfarrer zu mir, der stand da so in der Tür und ich habe in dem Moment gedacht, ach du liebe Zeit, dieser arme Mensch, der muss jetzt hier reinkommen und mir sagen, was da passiert ist. Und dann habe ich den angeschaut und dann hat er gesagt, er weiß jetzt nicht, was er sagen soll. Und dann habe ich ihn gefragt, ob wirklich alle vier tot sind.

Und dann hat er genickt und dann haben wir ein bisschen zusammen gebetet. Also er hat realisiert, dass er ganz normal mit mir sprechen kann. Ich wusste halt selbst irgendwie nicht, was er sagen sollte. Und ich habe ihm dann halt, ich habe ihm ein bisschen geholfen und habe ihn gefragt. Aber das ist doch Wahnsinn. Du verlierst deine ganze Familie und denkst in dem Moment an den armen Pfarrer, der dir die Botschaft überbringen muss. Ich bin auch wahnsinnig, aber da muss man durch einfach.

Ja, da sind noch viele wahnsinnige Sachen passiert. Aber das war schon, meine Eltern und meine Schwiegereltern sind von der Polizei informiert worden. Dann nachts, also da hat, da kam eben dieser Notfallseelsorger nochmal und dann haben wir, der hat mir dann die Adressen, hat mich nach den Adressen gefragt, wo wir die erreichen können und dann habe ich Sonntagfrüh irgendwann kam eine Schwester und dann habe ich gesagt, habt ihr eigentlich ein Telefon für mich?

Ich glaube, ich würde gerne mal jemanden anrufen. Dann habe ich da erstmal angerufen, Und dann habe ich noch meine langjährigste beste Freundin angerufen, die hat dann gesagt, wir kommen sofort, wir kommen sofort. Und dann habe ich gesagt, jetzt nehmt euch erstmal in den Arm und guckt mal weiter und bringt mir einen Apfel mit. Und die sind dann auch erst einen Tag später zu mir gekommen.

Aber du erzählst das so, als wäre das das Normalste von der Welt, weil das ist ja auch nochmal was anderes, sich das selber einzugestehen und das dann aussprechen zu müssen. Oder war das für dich klar, ich muss das jetzt machen, das ist jetzt Teil des Ganzen und da muss ich jetzt durch? Ja, so in der Art, wie war das. Aber du warst ja wahrscheinlich selber auch körperlich nicht ganz auf der Höhe.

Kannst du das erzählen, was du für Verletzungen hast? Ja, ich hatte die üblichen Gurtverletzungen, die man hat, wenn man in den Gurt knallt. Also Rippen. Ich hatte, das Schlüsselbein war gebrochen und das Brustbein war gebrochen und eine Rippe, glaube ich, war angeknackst. Und das ist eine recht unangenehme Sache, weil man, wenn das Brustbein gebrochen ist, möchte man gern die Schulter nach vorne ziehen.

Aber wenn das Schlüsselbein gebrochen ist, sollte man eigentlich die Schulter nach hinten nehmen.

Das ist ein bisschen unangenehm weil man dann weil eins davon halt immer fürchterlich weh tut so ein gebrochenes Brustbein tut beim Husten weh, beim Niesen weh und beim Sprechen beim Bewegen da reden wir von Knochenbrüchen, das war doof aber, was mit der Seele passiert ist da, ich glaube, die Verletzungen, Die werden wahrscheinlich nicht heilen, die darf ich behalten, aber die haben sich jetzt in der letzten Zeit auch ein bisschen verändert.

Das heißt, du musst erst mal ein bisschen im Krankenhaus liegen bleiben, ich glaube eine Woche oder so. Und dann ist die Frage, wo geht es denn jetzt hin? Also bist du dann in euer altes Zuhause zurückgegangen? Nein, weil ich mich noch nicht so wirklich bewegen konnte, durfte ich nochmal für ein paar Wochen bei meiner Mama einziehen.

Die hat mich dann halt versorgt und hat mir ein bisschen geholfen beim Anziehen und alles, was ich halt nicht dann alleine machen konnte, weil ich den Arm schlecht bewegen konnte. Konstanze erlebt etwas, das wahrscheinlich für die meisten von uns unvorstellbar zu bewältigen scheint. Sie verliert ihre gesamte Familie. Nach der Zeit im Krankenhaus ist sie zusätzlich durch ihre körperlichen Verletzungen auf Hilfe angewiesen. Die psychische Belastung ist enorm und eine absolute Ausnahmesituation.

Der Tod ist ein Thema, mit dem wir alle irgendwann in unserem Leben konfrontiert werden, auf das wir uns aber nur schwer und oft ungern vorbereiten können. Das geht mir nicht anders als euch. Trauer ist ein Prozess, der hilft, den Verlust zu verarbeiten und sich in einem veränderten Alltag zurechtzufinden. Früher haben Wissenschaftler und Psychologen Phasenmodelle der Trauer entwickelt. Vielleicht kennt ihr Filme, deren Drehbuch auf solchen aufeinanderfolgenden Phasen beruht.

Heute weiß man aber, dass diese Modelle nicht zutreffend sind. Trauerprozesse sind zu individuell und unterscheiden sich bei jeder Person massiv. Einige Betroffene fühlen sich in der ersten Zeit nach einem solchen Unglück wie gelähmt, können Emotionen schlecht zulassen und sind vielleicht mit gut gemeinten Beileidsbekundungen aus ihrem Umfeld völlig überfordert. Bis sie die neue Realität nach dem Verlust wahrnehmen und die Verarbeitungsprozesse beginnen, können mehrere Monate vergehen.

Bei Constanze gestaltet sich das Ganze etwas anders. Für sie sind die vielen Besuche und die Unterstützung von Freunden und Familie eine große Hilfe. Und selbst in dieser für sie so schwierigen Zeit bringt sie genug Empathie auf, um ihre Bekannte für ihren Mut zu loben, sie zu besuchen. Meine Schwester war die ganze Zeit bei mir und in Bruchsal im Krankenhaus haben die Leute Schlange gestanden.

Der Krankenhausseelsorger, der saß auf dem Flur und wollte eigentlich mal nach mir gucken, wollte aber nicht meine Bekannten und Freunde und diese ganzen Menschen irgendwie stören und hat einfach nur zugeschaut und hat sich da dran, ja, hat es wertvoll gefunden, dass da so viele Menschen waren. Da kamen die Schulkameraden von der Großen mit ihren Eltern. Da kam die Turngruppe, da kam die Tanzgruppe. Also es war immer irgendjemand schon im Krankenhaus und auch zu Hause bei meiner Mutter.

Meine Mutter hat in diesen acht Wochen, in denen ich dann nochmal zu Hause war, unfassbar viel Kuchen gebacken, unfassbar viele Brötchen, belegte Brötchen zubereitet und, meine Schwester hat irgendwann angefangen. Einen Terminkalender zu führen und zu sagen, jetzt müssen wir da mal Pause, weil jetzt muss dann auch mal noch, du musst noch eine Aussage machen von der Polizei, die Rechtsanwältin muss mal kommen und da muss auch mal Zeit sein.

Also es war sehr, sehr turbulent und das hat uns gerettet. Also das war was, was uns unheimlich gut getan hat, dass alle nahen und entfernten Verwandten, Bekannten etc. Sich getraut haben, also diesen Mut aufgebracht haben. Nach mir zu schauen und zu schauen, wie es mir geht und Hilfe anzubieten.

Ich habe gerade darüber nachgedacht, in so einer Situation, wenn das einem Freund von mir passieren würde, einem Familienmitglied, dass man vielleicht auch als Angehöriger Angst hat, was falsch zu machen. Man will denen nicht zur Last fallen, man will nichts Falsches sagen. Ja, gibt es da, ja, wahrscheinlich ist das bei jedem sehr individuell,

aber dir scheint es sehr, sehr geholfen zu haben, oder? Ja, also für mich gab es da auch kein richtig oder falsch, aber ich muss echt sagen, ich war um jeden dankbar, der da war. Und ich habe auch immer zu jedem, der in dieses Krankenzimmer reinkam, gesagt, ich verleihe Tapferkeitsmedaillen, weil wenn ich mir überlege, dass einer Freundin von mir sowas passiert wäre, wie viel Mut man aufbringen muss, in ein Krankenhaus zu fahren und diese Türklinke rumzeln.

Runterzudrücken und in so ein Zimmer reinzugehen, wo man keine Ahnung hat, was einem eigentlich erwartet, wo man nur dieses schreckliche Unglück irgendwie im Vordergrund hat. Da würde ich heute noch Tapferkeitsmedaillen verleihen. Würdest du dir denn selber auch eine verleihen? Nö. Du bist sehr bescheiden, das habe ich schon gemerkt. Also es sind turbulente Wochen, hast du gerade gesagt, wo ganz viel los ist. Aber irgendwann muss ja dann so etwas wie Alltag so langsam wieder einsickern.

Oder gibt es überhaupt einen Alltag, nachdem einem sowas passiert ist? So langsam kehrt Alltag ein, ja. Ich habe dann ja erst mal eine völlige Ausnahmesituation gehabt und hatte auch das Glück, dass ich einfach eine Zeit hatte, wo ich mich neu sortieren konnte, wo ich auch die Möglichkeit hatte, mir zu überlegen, wie es weitergeht, was ich mache. Ich habe...

Schon sonntags auch kam der Chef der Firma, in der der Jörg noch gearbeitet hat und ich vorher gearbeitet hatte und hat zu mir gesagt, wir haben für dich immer einen Job. Du kannst jederzeit zurückkommen, wenn du möchtest. Das war ein Rettungsanker und auch ein Netz, das mich aufgefangen hat, wo ich wusste, es passiert mir nichts. Ich kann weiter, darf man nicht unterschätzen.

Aber ich wusste auch in dem Moment, wo er mir das Angebot gemacht hat, dass ich das eher nicht mehr möchte, in einem Büro sitzen und ... So Papierkram hin und her jonglieren. Ich wusste, da muss jetzt irgendwas anderes passieren. Aber ich wusste natürlich noch nicht, was. Aber du hast es schon so empfunden, dass es wie so ein Teiler war, der dein Leben in einen davor und danach geteilt hat. Und du wusstest, jetzt kann ich nicht mehr so weitermachen, wie ich vorher. Ja, nein, das war klar.

Ich war zu dem Zeitpunkt, die Große war 13, ich war zwölf Jahre aus dem Beruf raus. Es ging dann doch relativ flott, dass ich wusste, ich mache jetzt was Neues. Und das habe ich dann auch getan. Und das hast du jetzt gerade schon übersprungen fast. Du wirst von einem Filmteam begleitet, relativ am Anfang dieses ganzen Prozesses. Die sind auf dich zugekommen und haben gefragt, dürfen wir dich begleiten bei deinem Weg?

War dir direkt klar, dass du das machen willst? Es war so, dass es mir zu der Zeit relativ gut ging. Ich habe gespürt, ich komme gut klar und man hat mir aber auch immer gesagt, dieses große schwarze Loch, wo du da noch reinfällst, das kommt auf jeden Fall noch und früher oder später wird es irgendwo auftauchen.

Und dann habe ich so gedacht, wenn ich jetzt so eine Möglichkeit habe, dann kann ich mich vielleicht später an meinen eigenen Haaren irgendwie aus diesem Loch rausziehen und kann mir anschauen, wie gut es mir da ging, direkt nach dem Unfall. Und ich habe nach einem Drehtag. Dass mir das unfassbar gut tut, weil diese zwei jungen Frauen mir sehr tiefgehende Fragen gestellt haben, über die ich wahrscheinlich gar nicht nachgedacht hätte, wenn ich diese Fragen nicht gestellt bekommen hätte.

Und das hat mir sehr, sehr gut getan. Also ich bin mir da über vieles bewusst geworden. Und das war eigentlich geplant, nur für so ein Zehn-Minuten-Filmchen. Und das kam dann aber recht gut an, als es fertig war und dann haben die beiden eine große Dokumentation gedreht und da haben wir die ersten zwei Jahre nach dem Unfall begleitet. Also wie ein Tagebuch so ein bisschen. Ein bisschen, ja.

In der Doku sprichst du darüber, dass nicht alle Menschen nachvollziehen können, dass du so eine lebensbejahende Einstellung vertrittst nach dem, was dir passiert ist Und ich merke das jetzt auch, du strahlst sehr viel Ruhe aus und du bist ein humorvoller Mensch, das merkt man auch. Also es kommt viel Wärme. Und kannst du, also wie ist das? Haben dann Leute gesagt, also Konstanze, so viel Lachen geht aber jetzt nicht in der Situation?

Oder wie hast du gemerkt, dass Leute das irgendwie komisch finden, wie du dich verhältst? Ja, tatsächlich. Also es gab wirklich welche, die dann gesagt haben, wie könnt ihr jetzt lachen? Deine Kinder sind gestorben, dein Mann ist gestorben, wie kannst du lachen?

Das hat mich einen kleinen Moment getroffen und dann habe ich aber von irgendwoher kam so ein Einfall, wo ich dann gesagt habe, wenn irgendwo dieses große schwarze Buch existiert, wo drin steht, wie ich mich verhalten muss, dann bringt es mir bitte ganz schnell, damit ich das nachlesen kann, damit ich mich dann so verhalten kann, wie das da drin steht.

Weil das wird etliches einfacher machen wenn ich wüsste wie ich damit umgehen müsste und das ist ein Totschlagargument gewesen, das weiß ich das große schwarze Buch der Witwen gibt es zum Glück nicht und schon gar nicht der, die dann auch noch drei Kinder mit hergeben mussten, da wird sich da wird man ein bisschen suchen müssen, bis man da jemanden findet aber dieses Bild habe ich öfter tatsächlich verwendet, weil ich dachte,

Es wäre wirklich einfacher, wenn ich wüsste, wie ich mich verhalten sollte. Was glaubst du denn, wie die Leute das gerne hätten, dass du dich verhältst? Also was waren die Erwartungen, die du gespürt hast? Also ich denke, dass mich mal der ein oder andere auch weinen hätte sehen wollen. Das habe ich aber mit mir selbst ausgemacht. Ich habe jeden Morgen das iPad in die Hand genommen und habe Fotos von den Kindern und von mir angeschaut und habe dabei bitterlich, bitterlich geweint.

So habe ich meinen Tag gestartet. Und ich habe diese unendliche Traurigkeit zugelassen und habe gedacht, das wird schon wieder irgendwann aufhören, weil ich kann es ja nicht den ganzen Tag weinen. Rumlaufen, das geht nicht. Und mit dieser Einstellung irgendwie, ich habe es zugelassen und es war. Dafür habe ich keine Worte. Wirklich, ich habe für diesen Schmerz und für diese Trauer, für diese Zeit habe ich einfach keine Worte. Aber ich habe es zugelassen und es hat mir oft die Brust zugeschnürt.

Und das habe ich jetzt auch, das erzähle ich jetzt auch das erste Mal so in dieser Deutlichkeit. Weil ich da einfach vorher noch gar nicht so wirklich drüber sprechen konnte. Also ich habe das schon, hier und da mal gesagt, aber wie krass es wirklich war. Dafür habe ich echt keine Worte. Aber hast du das Gefühl, dieses Schmerz zulassen, dieses rauslassen, dass dir das geholfen hat? Ja, klar. Ich glaube, wenn man das in sich reinfrisst und lässt das nicht raus, ich glaube.

Also ich kann es nie für andere sagen, ich kann es nur für mich sagen, aber ich denke, das hätte alles wesentlich schwerer gemacht. Also da hätte ich es wesentlich schwerer gehabt, ja. Wo wir jetzt gerade über Schmerz reden, wird der Schmerz weniger? Wird er anders? Er verändert sich, er verändert sich. Wobei ich sagen muss, es ist so, dass Anfang Juni haben wir geheiratet und haben auch die zwei jüngeren Kinder Geburtstag.

Der Juni ist jetzt kein Monat, der mir Spaß macht. Also ich bin so Mitte, Ende Mai merke ich, dass ich unleidig werde auch manchmal, dass ich ungeduldig manchmal bin. Diese Tage sind einfach heftig. Und auch der 3. November natürlich, wenn der kommt, also irgendwann Mitte Oktober, kommt so eine schwarze Welle und die kommt und ich sehe sie, aber ich lasse sie kommen. Und ich denke dann, ja, komm und dann kommt irgendwann der vierte und der fünfte und dann ist sie drüber weg.

Aber das habe ich im ersten Jahr erlebt und habe das auch da zugelassen und habe gesagt, ich habe mich natürlich beschäftigt. Ich habe am ersten Todestag einen großen Gottesdienst veranstaltet und irgendeine große Feierlichkeit. Ich habe zu allen gesagt, diesen Tag schaffe ich nicht allein, ihr müsst kommen. Da war die Kirche richtig voll. Und ja, so habe ich mich beschäftigt. Weiß ich, ist eine Beschäftigungstherapie, aber für mich funktioniert es.

Und ich finde es legitim, dass ich das dann einfach tue. Absolut. Also ich habe das schon von Polizisten, haben mir das zum Beispiel erzählt, die diese Nachricht manchmal überbringen müssen, dass sein Kind gestorben ist beispielsweise, dass es da Mütter gibt, die aufspringen und Kaffee kochen und Schnittchen machen. Das ist das Erste so. Und das ist ja vollkommen legitim auch, weil alles, was dir irgendwie hilft, deine Gedanken zu ordnen und mit dir im Reinen zu sein, ist gut.

Also es gibt, glaube ich, damit sollte man eh aufräumen, das richtige Trauern gibt es nicht, weil jeder anders trauert und jeder anders mit Schmerz und mit Verlust umgeht. Und bei dir war es ja so, das hast du ja gerade schon so ein bisschen angedeutet, dass das praktisch dein Leben wie in zwei Teile geteilt hat.

Und dass du auch gesagt hast, meinen alten Job, es ist nett, dass der Chef mir das anbietet, dass ich wieder zurück in die Firma kommen will, aber ich möchte eigentlich was anderes machen. Und jetzt machst du auch was anderes und fängst, glaube ich, sogar noch mal eine Ausbildung an. Wie kam das? Im zarten Alter von, ich glaube, ich habe es vergessen. Ich sage es einfach nicht. In einem zarten Alter habe ich jetzt dann nochmal die Schulbank gedrückt. Ich bin Physiotherapeutin geworden und...

Es war eine wunderschöne Zeit, diese Ausbildungszeit, diese vielen jungen Menschen um mich rum, die haben mir auch sehr, sehr gut getan. Ich habe es genossen, lernen zu dürfen, wie der Körper funktioniert, wie das alles sich verhält. Da bin ich heute noch dankbar und das war eine ganz, ganz dankbare, tolle Zeit. Und warum hast du dich für Physiotherapie entschieden? Gab es da irgendwie so einen Anlass? Das wollte ich immer schon mal machen? oder?

Das ist mir immer so ein bisschen vorgeschwebt, dass ich irgendwas machen wollte mit dem Körper, wo ich was anfassen kann und irgendwas gesund machen. Ich habe das entschieden und habe mich dann beworben und ich durfte dann nach einem sehr eindringlichen Gespräch mit der Leiterin dieser Schule, die sehr skeptisch war zuerst, ob das überhaupt geht, wenn man mit so vielen Menschen zusammen ist, da muss man ja immer wieder über das sprechen und, das kann ich mir ja gar nicht vorstellen.

Das heißt, es war auch da Thema, weil du erklären musstest, warum du in deinem Alter jetzt noch eine Ausbildung machst, sozusagen? Nein, aber ich musste ja jedes Mal erklären, warum ich jetzt da bin. Und dann war es so, auch die Dozenten, die dann kamen, die wussten, also da war jetzt nicht an der Schule irgendjemand, der dann gleich gesagt hat, ja, aber da in dem Kurs PT38, da sitzt so eine ältere Frau drin, die hat einen schlimmen Unfall gehabt und die ist alles.

Sondern die kamen dann rein und dann na ja, machen wir eine kleine Vorstellungsrunde und dann zu mir so, ja, und hast du auch Kinder und so ging das dann sehr oft. Und diese armen DozentInnen, die mussten dann halt auch immer mit diesem Moment klarkommen, wo ich dann gesagt habe, ja, ich. Das ist so, aber die Kinder schauen uns jetzt von woanders zu. Aber das wird dir ja wahrscheinlich heute auch noch manchmal passieren. Geht mir immer so, wenn ich neue Patienten habe, kommt diese Frage immer.

Und was genau sagst du dann, um das nicht zu schlimm sozusagen zu machen? Also ganz ehrlich, es gibt Patienten, denen sage ich es gar nicht. Also ich spüre, wenn Menschen das nicht aushalten können, da bin ich, weiß ich auch nicht, wo das herkommt. Und ich schiebe es dem lieben Gott in die Schuhe, der mir dann einfach dieses. Gespür gibt, dass ich das manchen Leuten einfach auch nicht sage.

Aber meistens, bin ich recht offen und dann kommt auch so was wie, naja, meine Kinder wären jetzt 25 und 23 und so, aber die sind leider verstorben bei einem Verkehrsunfall. So geht es dann. Und die meisten Leute sind dann so. Das tut mir aber leid. Ich sage dann manchmal, ja, mir auch, aber wir müssen durch. Und wäre das nicht passiert, wäre ich auch nicht hier. Von daher. Du bist gläubig, ne? Du hast jetzt ein paar Mal den lieben Gott erwähnt.

Hast du mal gezweifelt an Gott, wenn dir sowas passiert, ob es dann den gibt oder ob der das so gewollt hat, dass das passiert? Also mein Glaube ist durch dieses Erlebnis noch ein bisschen stärker und größer geworden. Nicht, weil ich gezweifelt habe, dass er da ist, sondern weil ich gespürt habe, dass er da ist und mich mitträgt und mir auch einen Weg zeigt.

Also ich habe auch einen sehr kindlichen Glauben auch und denke einfach, der Jörg und die Kinder sind da oben gut aufgehoben miteinander, die konnten super mit allen dreien allein klarkommen. Mittlerweile sind jetzt auch bis auf meine Mutter alle Omas und Opas dort und die feiern jetzt dann halt da oben Partys und so. Ich gönne es ihnen und ich habe halt hier noch eine Aufgabe. Du hast gesagt eben einmal, die Menschen, die gesagt haben, dieses große schwarze Loch, das kommt noch.

Sieh dich vor, irgendwann kommt es, du wirst reinfallen. Bist du reingefallen? Ist es gekommen? Nö, bis jetzt noch nicht. Aber darf kommen. Ich kann auch da reinspringen und dann komme ich wieder raus. Ich glaube, ja, für mich ist das in diesem Podcast so ein bisschen, was ich jetzt schon gelernt habe aus den bisherigen Gesprächen.

Und wenn dir wirklich was ganz Schlimmes passiert im Leben, egal was das ist, also das klingt jetzt sehr paradox, gibt es viele Menschen, mit denen ich bisher gesprochen habe, eine gewisse Zuversicht, weil die sagen, was mir passiert ist, was soll jetzt noch kommen, was noch, ist bei dir auch so ein bisschen so, ne? Ja, absolut. Ich würde trotzdem gerne wissen, wie präsent dein Mann und deine drei Kinder so heute sind in deinem Leben.

Also ist es jetzt immer noch so, dass du morgens aufstehst und dir die Fotos anguckst oder? Ja, klar. Ja, machst du immer noch? Also, ich gucke jetzt nicht mehr mit dem iPad-Fotos an. Das mache ich nicht. Aber ich wohne ja wieder in unserem Haus. Also, ich wohne, ich bin... Und sobald es ging, wieder zurück in unser Haus und das sind die ganzen Erinnerungen und ich bin das erste Mal da zur Tür rein und habe gedacht, ah, hier seid ihr.

Ich habe die Präsenz halt unheimlich intensiv gespürt und das ist auch heute noch so. und egal, was ich mache, ich habe immer irgendwie was dabei. Ich habe jetzt heute, also gerade für solche Interviews und so, ziehe ich mir die Eheringe auch wieder an. Ich habe irgendeine Wasserflasche oder irgendwas immer noch dabei. Ich habe noch ganz viele Erinnerungsstücke. Ich habe, die sind noch so präsent. Und wenn ich Menschen treffe, Freunde, irgendwelche Bekannten, die vier sind immer irgendein Thema.

Also das sind dann so ganz beiläufige Gespräche, dann reden wir irgendwas und dann, naja, das hätte ich jetzt vielleicht so gemacht oder ja, weißt du noch, wie die Amelie die Tür zugeknallt hat und so. Also das habe ich immer und täglich, also wirklich. Aber denkst du dann in deinem Kopf sozusagen das Leben von deinen Kindern, die ja heute selbst Erwachsene wären, dann so weiter und denkst, was würden die jetzt wohl machen, was würden die arbeiten oder bleiben die immer

in dem Alter, wie sie damals waren? Das ist teils, teils. Also natürlich, die Erinnerung könne ja nur so weit gehen, wie sie alt waren, aber natürlich denken wir uns oft aus, was die gemacht hätten. Da kommt oft so, Vanessa hat was Soziales gemacht bestimmt. Die war so ein sozialer Netzwerker. Beim Erik wüsste ich auch nicht. Der ist nicht so gern zur Schule gegangen. Weiß ich nicht. Da bin ich so ein bisschen unschlüssig, was aus dem geworden wäre.

Irgendwas wäre aus ihm geworden. Künstler oder was auch immer. Modedesigner, keine Ahnung. Der wusste immer schon wesentlich vorher, was man dringend braucht an Klamotten und an Spielzeug auch. Und die Jüngste? Die sehe ich irgendwo vielleicht in der Wissenschaft tatsächlich, weil die hat die Eigenschaften von ihren großen Geschwistern in sich vereint gehabt und war sehr zielstrebig. Und die hatte uns alle im Griff. Immer einen Überblick gehabt.

Es gibt ja, wenn man sich mit Trauer und Schmerz auseinandersetzt, immer so Sätze, die man immer wieder hört, wie zum Beispiel Zeit heilt alle Wunden. Würdest du sagen, das stimmt, heilt Zeit alle Wunden? Ähm, nein. Also ich kann halt nur für mich reden. Es gibt Menschen, bei denen heilt die Zeit tatsächlich Wunden bestimmt. Bei mir ist es so, dass die Zeit einfach die Wunden verändert hat. Und hat aus den großen Wunden Narben gemacht, die manchmal einfach wieder ein bisschen aufgehen.

Und die das aber auch dürfen. Und wo ich dann aber auch weiß, wie ich das so ein bisschen pflegen kann, dass es dann auch wieder erträglich ist, dass es für mich ein bisschen wieder verheilt und dass es die Möglichkeit einfach gibt, auch flexibel zu sein. Weil die Trauer und der Umgang mit sowas, der ist so ein Überraschungspaket. Da weißt du echt nie, was kommt, wie die Pralinen-Schachtel, die berühmte.

Was Constanze hier sagt, finde ich sehr, sehr spannend. Die Trauer wird mit der Zeit nicht geheilt, sondern sie verändert sich. Ich habe ja zu diesem Thema auch schon mal in meinem anderen Podcast Verbrechen von Leben angesprochen, nämlich in Folge 125 mit Leon Winscheid. Und der hat, wie ich finde, ein sehr tolles Bild für Trauer und für Schmerz gefunden. Also wir können uns das so vorstellen wie einen Tischtennisball.

Der Tischtennisball ist in einem Glas und nimmt dort am Anfang ziemlich viel Raum ein, aber mit der Zeit, dem Prozess des Verarbeitens und unseren Erfahrungen wächst unser Glas und der Ball erhält einen kleineren Anteil, ohne je ganz zu verschwinden. Das heißt, die Trauer wird nicht kleiner, aber das, was drumherum ist, wird sozusagen größer.

Das ist nicht nur ein schönes Bild, sondern auch ein sehr tröstlicher Gedanke, zum Beispiel, dass eine geliebte Person eben nie ganz aus unserem Leben verschwindet. Was mich bei Constanz's Geschichte am meisten beeindruckt, ist, dass sie einen so wahnsinnigen und kompromisslosen Lebensmut ausstrahlt. Also wenn sie in einen Raum reinkommt, dann ist dieser Raum mit Wärme und mit Humor gefüllt.

Und ich habe sie gefragt, ob das schon immer eine Charaktereigenschaft von ihr war oder ob sich das erst durch den Unfall dahin verändert hat. Ich war schon immer so ein... Ja, ich bin einfach immer weitergegangen. Ich habe immer geguckt, wo geht es hin? Das schon, aber ich bin immer irgendeinen Weg gegangen, wo es entlang ging. Aber es gibt ja auch auf der anderen Seite Menschen, die oft, ich sage mal, die Sachen zerdenken und darüber nachdenken, was wäre, wenn und warum ist das passiert.

Hast du dir die Frage nach dem, warum das alles passiert ist, auch mal gestellt? Das haben mich tatsächlich die beiden Mädels relativ zeitig gefragt, ob ich nach dem Warum frage. Und ich habe dann festgestellt, dass ich mich nicht nach dem Warum frage, weil ich aus welchem Grund auch immer schon wusste, dass das einfach nichts bringt. Ich kriege keine Antwort drauf und das sind Fragen, mit denen muss man sich nicht rumschlagen.

Ich denke, also für mich war es einfach so, ich hatte viele Dinge zu tun und war eingebunden in ein Leben, das trotzdem noch existiert hat. Und da war einfach keine Zeit und keine Möge auch für dieses Warum sinnlos. Ich habe auch gesagt, diese Zeit, die ich noch hier bin, die ist universell gesehen nur noch sehr kurz. Und wenn ich dann da bin, wo die anderen auch sind, dann werde ich auch erfahren, warum. Und bis dahin kann ich das gut aushalten und abwarten.

Das klingt so, als ob du noch Sachen vorhast, noch Sachen umsetzen willst. Ja, ich weiß nicht, wo es mich noch hinführt, aber ich denke. Dass ich eben gerade mit solchen Interviews, mit solchen diesem Nach-außen-Gehen, ein bisschen was tun kann und vielleicht dem einen oder anderen einfach ein bisschen Mut zusprechen kann, dass es auch weitergeht. Man darf weiter lachen und weitergehen und. Einfach tun, was einem gut tut und auch danach suchen, was einem gut tut.

Es ist manchmal ein bisschen schwierig, in diesen Situationen rauszufinden, was brauche ich eigentlich, was braucht meine Seele, was tut mir gut. Aber das, was man dann findet, das darf man dann auch nehmen, egal wie es auch aussieht. Es gibt zwei Fragen, die ich all meinen Gästen stelle am Ende des Interviews und die würde ich dir auch gerne stellen. Wenn du heute auf diesen einen Moment zurückblickst, also diesen Moment auf der Autobahn, welches Gefühl löst das jetzt bei dir aus?

Das löst immer noch diese Fassungslosigkeit aus und dieses endgültige Wissen, dass ich die vier jetzt nie mehr anfassen kann. Das war was, womit ich auch wirklich ein Problem hatte, weil wir eine sehr haptische Familie waren. Das löst es aus und das ist auch schwierig. Also das tut mir auch weh und das darf es aber auch. Und wie war das heute für dich mit mir über diesen Moment und alles, was davor und danach war, zu sprechen?

Also zuerst muss ich mal sagen, dass du ein ganz, ganz toller, netter Gastgeber bist. Und dass mir deine Fragen jetzt auch gut getan haben und gut tun. Mir tut es immer gut, drüber zu sprechen. Und es ist eine sehr angenehme Atmosphäre. Und ja, dafür möchte ich mich bedanken. Ich kann das nur zurückgeben. Danke, danke. Ja, gerne. Was für ein schönes Ende. Jetzt machen wir uns beide noch Kompliment an. Ja, wie schön. Von Herzen gemeint.

Nein, ich kann auch nur noch mal Danke sagen, Weil sich zu öffnen und Vertrauen zu fassen zu einem Menschen, den man drei Minuten vor der Aufnahme mehr oder weniger erst kennengelernt hat, ist, glaube ich, nicht ganz einfach. Und deswegen bin ich sehr dankbar dafür, dass du uns heute hast, so ein bisschen in dein Leben und in deine Seele schauen lassen. Dankeschön, Konstanze. Ja, sehr gerne, sehr gerne.

Ja, ich glaube, passender als bei Constanze könnte die Idee für diesen Podcast wohl kaum auf eine andere Geschichte zutreffen. Eben noch war sie mit ihrer ganzen Familie auf dem Heimweg, auf der Autobahn. Alle waren glücklich, alle waren zusammen und nur einen Wimpernschlag später hat sie ihren Mann und ihre drei Kinder verloren und muss mit der größtmöglichen Trauer.

Trotzdem habe ich sie überhaupt nicht als trauernde oder gebrochene Person erlebt, sondern als eine Frau, die wahnsinnig viel Wärme, Humor und Klugheit ausstrahlt. Also wirklich sehr, sehr beeindruckend und das hat mich total berührt. Aber was ich auch ganz toll finde, neben der Tatsache, dass sie ihren Lebensmut überhaupt nicht verloren hat, ist auch, dass sie so offen darüber spricht und vor allem, wie positiv sie trotz allem dem Leben gegenübersteht.

Also man merkt total, Constanze liebt das Leben. Natürlich hoffe ich, dass keinem von euch und auch mir so etwas Ähnliches wie Konstanze nicht passiert. Aber es ist, glaube ich, wichtig, aus diesem Gespräch ein bisschen was mitzunehmen. Denn es ist gut, darüber zu sprechen, was man durchmacht. Das habe ich von heute auf jeden Fall mitgenommen. Und man soll eben nicht versuchen, das alles mit sich selbst auszumachen.

Und dann ist da eben noch der Punkt, und das strahlt Konstanze total aus, dass wir eben niemals die Zuversicht und die Lust am Leben verlieren sollten. Übrigens hat mir Constanze ein paar Tage nach unserer Aufzeichnung noch mal geschrieben und gesagt, dass sie hofft, dass sie mit unserem Gespräch ein wenig Mut in die Welt schicken konnte. Und schöner hätte ich das nicht ausdrucken können. Das hoffe ich natürlich auch. In der nächsten Folge dieser einen Moment treffe ich Jennifer.

Sie erzählt uns von einem ganz anderen Thema. Jennifer ist zweifache Mutter und sie war jahrelang abhängig von Crystal Meth. Das ist ein Gespräch, das für mich sehr, sehr emotional ist, denn sie erzählt mir zum Beispiel, wie sie damals mit ihren Kindern umgegangen ist und in welchem Zustand sie sich selbst beschäftigt. Ich bin wahnsinnig dankbar, dass sie so offen über dieses dunkelste Kapitel in ihrem Leben zu reden bereit ist.

Und ich bin mir sicher, dass ihr auch aus dieser Geschichte mehr mitnehmen könnt, als ihr vielleicht auf den ersten Moment denkt. Falls ihr auch eine Geschichte habt, die es sich lohnt zu erzählen oder ihr jemanden kennt, auf den das zutrifft, dann schreibt mir doch gerne eine Mail an dieser-eine-Moment at wemind.de. Dieser-eine-Moment in einem Wort und wemind.de. Ich freue mich sehr auf eure Vorschläge und wir hören uns in zwei Wochen. Tschüss.

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