Ja, aber ich kriege ja nichts auf die Kette. Ich bin ja selbst überfordert damit, mal den Haushalt ordentlich zu halten oder regelmäßig Wäsche zu waschen. Ich bin ja keine gute Mutter, weil ich hasse es, mit meinen Kindern auf den Spielplatz zu gehen. Ich hasse Kindergeburtstage. Ich bin eine schlechte Mutter, ich bin eine schlechte Ehefrau und ich weiß nicht, was ich will. Jedes halbe Jahr beruflich musste ich was anderes machen. Ich war ja nie zufrieden.
Manchmal sind es nur ganz kurze Momente, die ein Leben komplett verändern können. Ein Augenblick, eine Entscheidung, ein Ereignis, ein Wimpernschlag und danach ist alles anders. Ich bin Philipp Leiter und ich treffe in diesem Podcast Menschen, um mit Ihnen genau über diesen einen Moment zu sprechen, der Ihr Leben für immer verändert hat.
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen folge dieser eine moment heute mal, mit einem etwas anderen thema bei mir zu gast ist tanja und tanja hat eine diagnose bekommen die ihr leben davor komplett in frage gestellt, und ihr leben danach komplett verändert hat nicht weil sie eine krankheit hat sondern weil ihr hirn ein bisschen anders funktioniert als bei den meisten Menschen um sie herum. Mehr will ich jetzt gar nicht vorher verraten. Viel Spaß mit der Folge.
Hallo Tanja, schön, dass du da bist. Vielen, vielen Dank für die Einladung, lieber Philipp. Wir starten direkt in deinen Moment hinein. Es ist der 24.06.2016, also ein Montag vor ziemlich genau zehn Jahren. Du bist damals Mitte 40 und sitzt in einer Praxis in Minden.
Warum bist du in dieser Arztpraxis? Keine Arztpraxis, sondern ein Diagnostiker, Psychologe, Leiter des Deutschen Instituts für Begabungsforschung und Förderung und, ich habe mich, glaube ich, circa fünf Jahre vorher mit dem Gedanken getragen, lasse ich mich jetzt testen auf eine mögliche Hochbegabung, ja oder nein. Ich wollte mental bestmöglich vorbereitet sein. Und deshalb saß ich beim Dr. Renger und die Autofahrt war die Hülle. Weil du so aufgeregt warst? Ja, pure Angst.
Du siehst so vor dir auf dem Tisch Blätter mit Kreuzchen und Diagrammen, also diese Auswertung von dieser Testung. Und der Arzt liest dir dann das Ergebnis vor. Was sagt er? Tanja, schau dir bitte den Wert an. Müssen wir nicht weiter drüber reden. Und in dem Moment es ist. Krass, wie du den Moment gerade einleitest. Mir ist wirklich, als wenn der Boden unter mir weggezogen wird.
Ich gucke ihn an und dann habe ich wortwörtlich gesagt, Sebastian, ganz ehrlich, du hast mir doch mindestens zehn Punkte geschenkt, weil du mich magst. Das kann nicht sein. Es kann nicht sein. Ich wollte es nicht wahrhaben. Es ist ein Kartenhaus in mir zusammengefallen. Ich habe es gehört und gespürt. Ja, der Wert ist nämlich, um das mal einzuordnen, nicht nur ein bisschen hoch, sondern sehr, sehr hoch. Ein IQ von 145.
Also der eine Wert, ich habe ein Testsystem gehabt, Kristalline und fluide Intelligenz und die beiden sind sehr weit auseinander, darum kann man das nicht einfach summieren. Der kristalline Wert, das ist. Das, was wir lernen, das, was wir an Erfahrungen sammeln. Der liegt bei mir bei 145 und der Wert, den wir eigentlich von Geburt an mitbekommen, was wir von der genetisch mitbekommen, wie unser Nervensystem aufgebaut ist, da liege ich bei 132.
Und was relativ ungewöhnlich ist, so eine große Diskrepanz. Und du hast es gerade schon so ein bisschen beschrieben mit einem Kartenhaus, was in sich zusammengestürzt ist. Wenn du es so in eine Emotion packen könntest, also in ein Wort, was löst diese Diagnose in dir aus? Damals gleichzeitig unfassbare Trauer. Wut und auch Verzweiflung. Wir gehen da gleich noch mehr drauf ein, warum diese ganzen Gefühle in dir drin sind in dem Moment. Aber lass uns erst mal zurückgehen. Du wirst 1971 geboren.
Deine Eltern sind noch sehr jung, als du zur Welt kommst, oder? Wie jung? Ja, meine Mutter war 17, mein Vater 21. Und aus meiner Erinnerung, also so, um das mal einzuordnen, Ich habe als Sechsjährige mich schon erwachsener und reifer gefühlt, als meine Eltern es waren damals. Und hat es natürlich nicht einfach gemacht. Nicht schlimm, nicht dramatisch, aber ich war früh reif. Wie muss ich mir Tanja als Kind vorstellen? Gleichermaßen still, ruhig, schüchtern, aber auch vereinnahmend. Abend.
Also ich habe es geliebt zu diskutieren mit, vor allen Dingen mit Erwachsenen, hatte aber wenig Gesprächspartner. Damals gab es ganz wenig Kindergartenplätze. Ich bin also, war nicht im Kindergarten. Ich war wenn, zu Hause bei uns vom Haus, wir haben im Mehrfamilienhaus gewohnt und dort war eine Wiese und auf dieser Wiese war ein großer Stein und ich bin immer auf diese Wiese gegangen und habe alleine Natur beobachtet.
Ich habe ein großes Einmachglas genommen, Habe Erde reingetan, Marienkäfer, Blümchen, Kellerasseln, alles mögliche und habe mir meine eigene Welt sozusagen herausgenommen und beobachtet. Also eigentlich war ich sehr einsam. Das wäre jetzt meine Frage gewesen, warst du ein einsames Kind? Ja. Du hast, glaube ich, wenn ich das richtig gelesen habe, eine Schwester? Ja, genau. Knapp zwei Jahre jünger als ich. Okay. Und wie war das Verhältnis zu ihr?
Weil oft ist es ja so, wenn ein Geschwisterchen dazukommt, ist man nicht mehr ganz so einsam. Da hat man den Spielgefährten oder die Spielgefährtin direkt in der Familie. Jein. Wir sind unfassbar unterschiedlich. Und wir haben nie eine so liebevolle Beziehung gehabt, wie wir, glaube ich, beide uns das gewünscht hätten. Und wir sind sehr, sehr unterschiedliche Wege gegangen in unserer Entwicklung.
Wie würdest du sagen, du hast es ja gerade schon erzählt, dass du nicht im Kindergarten warst, dass du erst in der Schule so auf Gleichaltrige wirklich getroffen bist. Was war so dein erster Eindruck von anderen Kindern? Weil sonst davor hattest du ja eigentlich nur dich selbst als Resonanzraum eigentlich. Ich war erst einmal, ich habe das Bild im Kopf, wo ich voller Stolz mit dieser Einschülungstüte da stand und mit dem Turnister.
Und ich habe mich so gefreut und ich wurde relativ schnell enttäuscht, weil ich war so neugierig, ich wollte alles wissen und, die meisten Kinder aus meiner Klasse und so, die Gleichaltrige, die wollten spielen und fangen spielen und weiß ich nicht was alles und ich wollte wissen, und lernen und hatte ganz andere Zugänge schon zur Welt. Das heißt, du bist schon irgendwie anders oder merkst da schon,
dass du anders bist als andere Kinder. Kannst du noch ein bisschen erzählen, wie sich das so auch geäußert hat im Zusammenspiel mit den anderen, zum Beispiel irgendwie auf dem Schulhof in der Pause oder so? Ich bin Meisterin der Anpassung gewesen. Also ich habe sehr gut beobachtet. Was machen andere Kinder, was wird erwartet von Gleichaltrigen, auch von Erwachsenen. Und ich habe mich dann entsprechend angepasst und habe das dann auch adaptiert, sozusagen vorweggenommen.
Und gleichzeitig, ich durfte immer dabei sein. Ich wurde nie zum Beispiel ausgegrenzt oder gemobbt, aber ich gehörte nie so wirklich dazu. Ich stand immer so irgendwie am Rand jeder Gruppe, aber ich gehörte nicht so wirklich dazu. Gefühlt hat sich das immer nur nach geduldet sein. Ich glaube, du hast es so beschrieben mit, du hast dich wie ein Alien gefühlt. Ist es das, was du damit meinst? Ja, mit super Tarnvorrichtung.
Ja, ich finde es total interessant, weil ich mich da auch ein Stückchen weit drin wiederfinde, weil ich jetzt auch durch Therapie gerade lerne, dass ich auch immer sehr angepasst war schon als Kind. Und das ist ja auf der anderen Seite auch eine Superpower eigentlich. Also zu lernen, wie soziale Beziehungen zu funktionieren und sich überall einzufügen. Aber genau das, was du sagst, trotzdem in einem drin, fühlt sich das ja schon eher so an, als ob man immer in dieser Beobachterposition ist.
Genau, und nie wirklich dazugehört. Man ist nie ein Teil davon. Ich habe ja Gott sei Dank das Glück gehabt, dass ich nie, wirklich nie aktiv ausgegrenzt wurde. Dafür war ich, glaube ich, zu, ich war zu smooth. Außerdem konnte ich gut mit Erwachsenen, ich konnte also gut mit Lehrern. Und darum wurde ich immer zur Klassensprecherin gewählt, weil ich dann mich mit den Lehrern beschäftigt habe und die anderen wurden dann in Ruhe gelassen.
Was Tanja hier so beschreibt, sind teilweise sehr typische Hinweise auf eine mögliche Hochbegabung bei Kindern. Hochbegabte Kinder haben oft früh ein starkes Interesse an ihrer Umgebung, fangen früh an in ganzen Sätzen oder mit großem Wortschatz zu sprechen. So entsteht oft der Eindruck, sie überspringen diese klassische Babysprache, die ihr wahrscheinlich auch kennt.
Außerdem beobachtet man bei einem hochbegabten Kind häufig, dass es Erwachsene mit Fragen löchert, auch zu Themen, die jetzt nicht unbedingt altersgerecht erscheinen. Ein starker Gerechtigkeitssinn und das Hinterfragen von Autoritäten können auch dazu gehören. Viele hochbegabte Kinder bringen sich selbst, lesen oder rechnen bei und unterhalten sich lieber mit älteren Kindern oder sogar Erwachsenen als mit Gleichaltrigen, so wie Tanja das ja auch gerade beschrieben hat.
Wir haben es eben auch schon ganz kurz angerissen, der durchschnittliche IQ liegt bei 100 und ab einem IQ von 130 gilt eine Person als hochbegabt. Diesen Wert erreichen nur rund 2% der Weltbevölkerung. Aber was bedeutet das konkret? Hier hilft es vielleicht, sich zu vergegenwärtigen, dass jedes Gehirn auf seine eigene Art und Weise arbeitet. Wir sind also alle einzigartig, unverwechselbar und könnte auch sagen divers.
Wenn die Arbeitsweise von unserem Gehirn in unsere Vorstellung von normal passt, dann sprechen wir von einem neurotypischen Gehirn. Wenn sie davon abweicht, dann nennt man das Neurodivergent. Hier gibt es also eine ganz wichtige Unterscheidung. Neurodivers sind wir alle, denn wir haben alle ganz unterschiedlich arbeitende Hirne. Aber Neurodivergent, das sind nur einige. Zum Beispiel Menschen mit ADHS oder mit einer Autismus-Spektrum-Störung.
Ob Hochbegabung unter dem Begriff der Neurodivergenz fällt, wird ganz unterschiedlich diskutiert. Aus soziologischer und erfahrungsbasierter Sicht wird sie oft dazu gezählt, weil hochbegabte Gehirne nun mal ganz anders strukturiert sind. Klinisch-psychologisch zählt sie aber nicht zu den neurologischen Störungen oder Krankheiten, sondern ist eine normale Variante der menschlichen Intelligenz.
Du hast gesagt, du wolltest wissen, du wolltest lernen. Und da sollte man ja jetzt erstmal davon ausgehen, dass Schule dafür der richtige Ort ist. Also wie hat sich deine Hochbegabung, die ja damals noch nicht diagnostiziert war, hat man das schon so in den Noten gemerkt? Noten überall eins und zwei. Mir ist Lernen nie schwergefallen. Ich brauchte nie wirklich Lernen. Abgesehen von Rechtschreibung lästig. Weil der Kopf ist viel zu schnell, wie die Hand schreiben kann.
Die Schrift grässlich, Sport, ich bin nicht so eine Sport, also Sport war mir. Aber ja, ich war immer gut und es fiel mir immer leicht. Hattest du ein Lieblingsfach in der Grundschule? Gute Frage. Nee, Grundschule nicht, weil es war alles irgendwie gleich. So auf der weiterführenden Schule Deutsch, wenn ich Aufsätze schreiben durfte, Geschichten schreiben durfte und nachher Philosophie und Psychologie in der Oberstufe. Das war bei mir auch so. Schreiben und formulieren konnte.
Ich fand auch sowas wie Gedichtvergleich später in Deutschland super. Irgendwie was zu interpretieren und zu vergleichen und so, wo alle drüber abgekotzt haben, hat mir mega Spaß gemacht. Aber blöd war immer, ich weiß nicht, wie es dir ging, meine Interpretationen stimmen ja nie mit dem überein, was man interpretieren sollte. Es kommt immer, glaube ich, ein bisschen auf die Lehre an, wenn man es gut begründen
kann. Ich hatte eine ganz, ganz tolle Lehrerin im Deutschen LK, die sicherlich nicht immer mit all meinen Interpretationen einverstanden war, aber wenn ich es gut argumentiert hatte und die richtigen Fachwörter, die es da alle gibt, benutzt habe, dann habe ich trotzdem gute Noten gekriegt. Also das war schon toll. Ja, meine Lehrer wussten dann nachher immer, weil meine Rechtschreibung so verdammt Mist war, wurde mir dann immer... Tanja, vom Inhalt her, von Melancholien her, eins mit Sternchen.
Aber wegen der Rechtschramm kann ich dir nur noch drei geben. Aha, wie frustrierend, ey. Wir sind jetzt schon sozusagen gesprungen in die weiterführende Schule. Du gehst nämlich, und das finde ich ganz interessant, nicht aufs Gymnasium. Ich durfte nicht. Ah, du durftest nicht. Warum? Zum damaligen Zeitpunkt war die Entscheidungsgewalt noch bei den Lehrern. Zum damaligen Zeitpunkt. Und ich kann mich noch so genau an diese Situation erinnern.
Also das war mein zweiter dieser Moment, der mein Leben wirklich nachhaltig geprägt hat, dass die Klassenlehrerin sagte, meine Mutter saß neben mir, wie gesagt, die war Anfang 20, bildungsfern, eingeschüchtert, also eigentlich Lehrer war ja. Da guckte man nach oben. Und meine Klassenlehrerin meinte, das glaube ich sehr gut mit mir. Und sie sagte, Tanja würde es auf dem Gymnasium nicht schaffen. Sie ist zu sensibel, sie ist zu schwach. Und sie wird auf, also auf dem Gymnasium
braucht man Ellbogen. Den hat die Tanja nicht. Sie würde es auf dem Gymnasium nicht schaffen. Darum geht sie auf die Realschule. Ich glaube, sie hat es nicht böse gemeint. Gleichzeitig bin ich mittlerweile davon überzeugt, dass es, und viele Studien belegen, dass ja auch heute noch, wenn meine Eltern Angestellte gewesen wären, meine Mutter eine Arztfrau gewesen wäre, dann stand das überhaupt nicht zur Debatte. Ich habe Menschen, also Schulkameradinnen gesehen, die waren schlechter als ich.
Die haben mich alle überholt, die durften alle aufs Gymnasium gehen. Ich nicht. Das hat mich damals so, ich habe so eine Glasdecke über mir in dem Moment betoniert gesehen, die ich bis vor, ganz ehrlich, zwei, drei Jahren nicht durchbrechen konnte. Stichwort aus dem sozialen Kontext raus. Ja. Stichwort Selbstständigkeit. Aber das heißt, du hast damals schon als Kind diese Ungerechtigkeit verstanden. Ich habe sie mir auch damals schon schön geredet.
Im Sinne von, ich konnte das Argument meiner Lehrerin verstehen. Gleichzeitig war ich so unendlich traurig und dieses, okay, andere Menschen wissen, was gut für mich ist. So dieser logische Denkschluss von mir dann, ich wünsche mir etwas anderes, ich glaube, ich kann es, aber ich scheine ja nicht recht zu haben, weil meine Lehrerin, die ist erwachsen und die weiß das ja alles. Also darf ich meinen Gefühlen und meinem Denken nicht vertrauen und da habe ich mich weiter angepasst.
Ein Gedanke, den man ja auch als Erwachsener manchmal hat, wo man sich daraus befreien muss, aus diesen Glaubenssätzen, dass man nicht auf sein eigenes Bauchgefühl hört. Realschule wird es dann also für dich, wie ist Realschule für dich? Welches Wort fällt mir ein? Belanglos. Das ist kein Kompliment für die Schule. Nee, weil ich habe. Es war keine, es war so sinnlos. Es war so ohne Herausforderungen. Es war, ich habe da meine Zeit abgesessen gefühlt.
Und auch da, den Fokus hatte ich mehr gehabt, da auf soziale Beziehungen aufzubauen, Freundschaften. Und immer auch da fühlte ich mich immer als drittes Rad am Wagen. Ich gehörte nirgendwo wirklich dazu. Ich war geduldet.
Heute weiß ich übrigens vor drei jahren als wir die alten klassenkameraden sich wieder getroffen haben, habe ich das angesprochen und die sagten so tanja hast du einen an der waffel, du warst eine der coolsten du warst so wir haben uns auch nicht getraut mit dir zu sprechen weil du so klug warst weil du so gewählt gesprochen hast,
Ja, so kann Wahrnehmung und Realität auseinanderdriften. Ja, und deswegen ist es gut, manchmal sich von außen spiegeln zu lassen, weil ganz viele Probleme, die man in sich hat, hat man eigentlich nur selbst. Ganz genau. Und die anderen Leute haben das gar nicht mit einem. Genau, das ist mein Problem, meine Realität gewesen. Und ich habe viel zu spät angefangen, sie zu hinterfragen. Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, hast du so mit 14 das erste Mal das
Gefühl gehabt, so richtige Zugehörigkeit zu haben. Und zwar nicht jetzt irgendwie, wie man denken würde, irgendwie in der Schule selbst oder im Sportverein, sondern in einer evangelischen Kirchengemeinde. Das finde ich ganz spannend. Wie kommt es, dass du dich da so wohlfühlst? Es war damals, das war eben Konfirmationszeit und das war ja eine sehr intensive Zeit, wo man sich regelmäßig getroffen hat in einem bestimmten Kontext und wir haben über.
Religion, über Philosophie gesprochen, über Geschichte, über Gott und die Welt. Und da, ich bin ein spiritueller Mensch und diese Gemeinschaft, die ich damals gespürt habe und dieses ein Thema zu haben, mit dem man sich, gemeinsam gedanklich auch bewegen kann und emotional und gefühlt und ich gehörte dazu, und ich durfte dort sein, das war, das tat mir sehr gut. Und was ich so ein bisschen raushöre, auch das tiefe Gespräch, oder?
Nicht so dieses oberflächige Hallo, wie geht's dir, was machst du am Wochenende, sondern ein tiefes Gespräch über Themen, die dich bewegen. Du wechselst nach der mittleren Reife dann endlich aufs Gymnasium. Bist du dort glücklicher als auf der Realschule, die du als belanglos erlebt hast? Nö. Schade. Warum? Weil auf der Weiterführenden Schule, also auf dem Gymnasium, habe ich ja dann gehofft, endlich, boah, jetzt fängt das Lernen an.
Ja, es fing das auswendig Lernen an. Aber das war mehr desselben. Und ich glaube, damals habe ich dann meine erste Depression, depressive Phase gehabt. Das weiß ich heute. Ich bin zu Hause geblieben, lag wochenlang im Bett, habe eben Magenprobleme gehabt, starke Unterleibsschmerzen halt und dann Rückenschmerzen und mir ging es nicht gut. Und ich habe dann, wenn ich drei, vier Wochen nicht in die Schule gegangen bin, Und dann bin ich zu den Klausuren in die Schule gegangen, habe ich alle mit
zwei und drei geschrieben. Es war also völlig egal, ob ich in die Schule gegangen bin oder nicht. Da musste ich die elfte Klasse einmal wiederholen und im zweiten Durchgang hat sich nichts verändert gehabt. Bis dann auf eine Schulkonferenz man mir sagte, so Frau Nepute, entweder sie kommen jetzt regelmäßiger in die Schule oder sie müssen gehen. Das heißt, denen war schon durchaus klar, dass du nicht krank bist, sondern dass du schwänzt eigentlich?
Nee, ich hatte ja immer Arztunterlagen und so weiter. Du hast es ja selber wahrscheinlich auch nicht als Schwänzen empfunden, sondern diese Schmerzen und so zu dem Zeitpunkt. Ganz genau. Und es hat nur keiner gesehen. Es hat einfach keiner gesehen, was wirklich psychosomatisch dahinter steckt.
Und ja, ich habe dann gesagt, gut, dann gehe ich. Ihr könnt mich alle mal. Wirklich? Ja. Ich glaube, das ist das erste und einzige Mal gewesen, diese Entscheidung, dass ich wirklich eine pubertäre Rebellion in mir gespürt habe. So, und jetzt treffe ich mal meine Entscheidung.
Heute könnte ich mich dafür nicht hinterher treten. Ja, auf der anderen Seite finde ich das auch total interessant, weil du ja gesagt hast, dass du so ein angepasstes Kind bist, ein Kind aus der Beobachterposition, was immer so eher andere Entscheidungen treffen lässt. Was denkst du, wo das herkam, dass du jetzt auf einmal gesagt hast, so Leute, jetzt könnte er mich aber mal. Weil es ist ja genau das Gegenteil von dem, wie du vorher gehandelt hast. Ganz genau.
Und das war eben auch, wie es in der Pubertät einfach ist, wenn Kinder sich entwickeln, loslösen, sehr unabhängig werden, eigene Identität finden. Ich habe das damals alles nicht verstanden. Ich hatte zum damaligen Zeitpunkt, wie gesagt, das war ein halbes Jahr vom Fachabi. Ich hatte damals schon eine Bewerbung in einem großen Chemieunternehmen in Leverkusen gehabt, zur Biologie-Laborantin und wollte dort Ausbildung machen mit Fachabi.
Und dann musste ich natürlich Rede und Antwort stehen, warum ich jetzt die Schule geschmissen habe. Ich habe das erklärt. Keine Ahnung mehr, was ich gesagt habe, aber sie haben mich dann trotzdem genommen, auch nur mit ihrer Reife. Ich muss also schon ziemlich gut abgeschnitten haben da in den Ausbildungs- und Bewerbungstests. Und dann habe ich diese Ausbildung angefangen. Du bist, als du hinschmeißt, glaube ich 18. Also diese Entscheidung, die du da getroffen hast.
Wie fühlt sich das denn in dem Moment an? Du hast gerade gesagt, jetzt weißt du, es war ein Fehler. Aber wie hat es sich damals für dich angefühlt? Zu sagen, ihr könnt mich alle mal. Das erste Mal, meine eigene Stimme zu hören und mir selbst zu folgen. Egal, was danach folgt. Also meine Eltern damals haben gesagt, Tanja, überleg dir das genau und so weiter, solltest.
Ich hätte mir gewünscht, sie hätten mir mehr Druck gemacht, aber sie waren eher, du weißt schon, was du tust, ich würde es nicht tun und so weiter. Und es fühlte sich nach Freiheit an. Mir sagt keiner mehr was. Auch da kann ich mich wieder ein Stück weit wiederfinden auf eine Art. Ich habe, glaube ich, so mit 15, 16 angefangen zu kellnern bei uns im Ort, in einem Hotel.
Und dann haben die mir irgendwann eine Ausbildung angeboten als Hotelfachmann und du hast ja mit 16 überhaupt gar keinen Bock auf Schule und da klang so eine Ausbildung als Hotelfachmann super, und ich hab gesagt Mama, Papa, ich schmeiß hin, ich mach kein Abi ich werd Hotelfachmann und die haben so reagiert, wie wir gerade gesprochen haben also stärker als deine Eltern haben gesagt, du hast sie wohl nicht mehr alle, du machst dein Abi,
und wenn du das dann immer noch willst, dann kannst du es danach machen und in dem Moment hat sich das ganz furchtbar angefühlt, ich bin 16 Jahre alt, ich kann selbst entscheiden, was ich mache Aber im Nachhinein bin ich unglaublich froh, dass ich nicht in dieser Branche gelandet bin. Aber ja, auch da, man sieht es ja in dem Moment vielleicht nicht so, wie man es dann später aus der Rückschau sieht.
Du fängst also deine Ausbildung an und wenn ich das richtig in Erinnerung habe, lernst du da auch damals deinen Freund kennen, der später dein Mann werden wird. Ja, beziehungsweise... Ich lerne ihn nicht, wir haben im selben Unternehmen die Ausbildung gemacht, aber wir sind im selben Stadtteil groß geworden. Ah, das heißt, du kanntest ihn irgendwie schon aus der?
Ja, in weiterführenden Schule. Er war mit früheren, also mit Klassenkamadern aus der Grundschule, ist er auf die Gesamtschule in dieselbe Klasse gegangen. Und dann haben sich diese beiden Klicken zusammen. Und ich weiß noch, das ist wirklich schön. Ich weiß noch, wir sind von dem einen Stadtteil in den anderen Stadtteil über Felder gelaufen auf Kirmes. Wie das so ist mit 16. Und ich habe mich so, weil ich durfte bei dieser Clique
dabei sein. Die wollten mich dabei haben. So, ich durfte dabei sein. Und da habe ich auch meine Weiblichkeit wirklich entdeckt. Das erste Mal so kleines Pummelchen war ich immer so mit dem Norweger Pulli. Aber trotzdem, ich wurde plötzlich wahrgenommen. Und ich weiß, dass er immer sagte, Tanja, als ich dich da das erste Mal gesehen habe, ich wusste, dich heirate ich. Wow. Das war echt schön. Und es hat auch sehr, sehr lange gehalten. Es hat ja dann mit der Heirat auch geklappt später.
Das klingt jetzt erst mal von außen, Beziehung, Ausbildung in so einem großen Konzern, alles sehr so, wie man sich das wünschen würde. Wie hast du diese Zeit erlebt? Genau so. Ja? Als ich habe endlich meinen Platz gefunden. Ich habe einen wundervollen, liebevollen Mann, eine Beziehung. Wir haben ja dann sehr schnell unsere Kinder bekommen. Die Hochzeit war unfassbar toll. Noch 20 Jahre später haben unsere Freunde und Familie von dieser Hochzeit gesprochen.
Und das war wirklich, wir waren, es war wirklich echt und es war authentisch. Und ich war glücklich. Ich war wirklich glücklich und zufrieden. Ich habe mir immer so ein bisschen gelangweilt. Ja, ich war immer vom eigenen Leben ein bisschen überfordert. So Hausarbeit zum Beispiel. Entschuldigung, aber so redundante Aufgaben. Sisyphus. Boah, nee, Leute. Machst du sauer und kannst den nächsten Tag direkt wieder anfangen. Es gibt Menschen, die nehmen das als meditative, redundante Arbeit
wahr. Für mich ist das Folter gewesen. Und so sinnbefreit. Und dann kamen eben unsere Kinder und als die in die weiterführende Schule gegangen sind, haben sich die Dinge verändert. Bevor wir darüber sprechen, kurz zu den Kindern. Du bekommst 1997 die erste Tochter und dann 1999 die zweite Tochter und merkst da auch relativ schnell, dass die auch ziemlich clever sind. Sagen wir mal so für mich normal. Wir haben sehr, sehr früh schon mit ihnen gesprochen, diskutiert.
Sie haben sich gut bewegt. Sie hatten gute motorische Fähigkeiten, haben früh gesprochen, waren sehr pfiffig im Kindergarten. Für mich ja normal. Und wenn dann so mal von befreundeten Pärchen, Nachbarn sagen, boah, die sind aber fisch. Fit im Kopf, normal halt. Das heißt, du selber hast das gar nicht als so ungewöhnlich wahrgenommen? Nee, überhaupt nicht. Und wurde das irgendwann dann auch mal von außen eigentlich reingetragen, dass das schon ungewöhnlich ist und dass die sehr früh Sachen
können, die andere Kinder nicht können? Nicht, also nicht, dass es mir in Erinnerung geblieben ist als markant. 2005 merkst du, dass du ein bisschen mehr in deinem Leben brauchst, dass du was verändern willst, eine andere Herausforderung. Und wie wahrscheinlich viele andere Menschen in dieser Situation, guckst du ganz stumpf erstmal so, was es so für Weiterbildungen gibt.
Genau, also berufsnah habe ich erstmal geschaut, ich bin ja Laborantin, Biologielaborantin gewesen und dann habe ich geguckt, okay, mich interessiert so Qualitätsmanagement, ISO 9000, solche Sachen. Ich wollte mich in meinem Unternehmen weiterentwickeln, da ich nur Teilzeit immer war natürlich. Teilzeittkräfte werden nicht so wirklich gefördert und gefordert. Dann habe ich das eben alles privat gemacht.
Und habe dann Fortbildungen gemacht. Und dann, das war aber alles irgendwie, ja, nichts Halbes und nichts Ganzes. Und dann kam dieser eine Fortbildungskatalog. Damals kam ja noch diese. Kataloge im wahrsten Sinne des Wortes. Die richtige Kataloge und auch da, es ist so manchmal schon spannend oder so, dass man so bestimmte Situationen im Leben hat, die sind wie ein Standbild eingefroren. Ich bin so eine Bilderdenkerin. Ja.
Und mit diesem Standbild sind dann auch eben Emotionen. Und dieses Standbild, was ich jetzt im Kopf habe, ist, ich sitze bei uns auf der Couch, blätter in diesem Katalog rum. Mein damaliger Mann ist hinter uns, wir haben so eine offene Küche, Wohnzimmer und er ist in der Küche, er liebte es zu kochen. Und ich blätter da rum und lese plötzlich diesen Titel Neuer Lehrgang, psychologischer Berater. Als ich diesen Begriff gelesen habe, psychologischer Berater. Da machte etwas in mir Klick.
Und dann drehe ich mich um und sage, Adrian, das mache ich. Krass. Ja, mach mal. Dieser Moment hat dafür gesorgt, dass ich heute hier bei dir sitze. Kannst du sagen, was dich an dieser Beratung oder der Beschreibung der Beratung, du wusstest ja noch nicht mal, wie die genau abläuft, so angezogen hat? Weil es hat ja gar nichts mit dem zu tun, was du vorher beruflich gemacht hast. Es hatte aber etwas damit zu tun, was ich schon immer gut konnte.
Und gerade auch so um die 16, als wir in dieser Clique waren, ich kann unfassbar gut mit Menschen in Kontakt gehen. Ich bin unfassbar empathisch. Ich sehe, ich spüre, ich öffne Räume. In kürzester Zeit, dass die Menschen sich mir öffnen und sich selbst wahrnehmen in diesem gemeinsamen Kontakt. Und plötzlich merke ich, okay, das ist spannend. Das macht was mit mir. Und dann habe ich noch in fast drei, vier Monate, habe ich dann noch nach der
richtigen Ausbildung gesucht. Da war ich sehr akribisch. Ja, das passt ja irgendwie auch zu dir. Wenn du dich dann in was reingefuchst hast, dann eben auch sehr akribisch. Und dieses Thema, also Psychologie und mentale Gesundheit, wird ja auch in deinem persönlichen Leben dann sehr aktuell. Denn deine Tochter Jana wird krank. Magst du davon erzählen?
Und sie ist eine sehr starke Persönlichkeit, gleichzeitig sehr sensibel, empathisch, sie ist hochbegabt, hochsensibel und sie ist wie so eine junge deutsche Eiche gewesen und sie steht und sie macht alles mit sich selbst aus und sie ist unfassbar kraftvoll. In der Grundschule ist noch alles super gewesen. Dritte, vierte Klasse kamen dann Migräne dazu. Und wir wussten überhaupt nicht, warum. Weiterführende Schule ist es dann tatsächlich
eskaliert, weil sie nicht ins System gepasst hat. Und wir wussten nicht, warum. Eine gute Freundin von uns hat dann gesagt zu uns, ihre beiden Kinder sind beide höchstbegabt. Und die haben mit sieben Jahren alle Tests gesprengt, die man nur sprengen kann. Und sie hat mir dann gesagt, Guck mal bitte hin, könnte es sein. Dann bin ich auf Spurensuche gegangen. Wir haben sie testen lassen. Sie ist mit 11,5 Jahren, hat sich von ihrem Taschengeld ein Hörbuch gekauft.
Altchinesische Weisheiten des Taoismus. Gut, das ist jetzt nicht die normale Wahl einer Elfjährigen. Genau, für mich war das ja auch super spannend. Und sie ist eben auch dann gekippt innerlich, auch in der Depression und in Dinge, die man sich als Mutter nicht wünscht. Vor allen Dingen auch, weil Schule uns nicht ernst genommen hat.
Auch Psychotherapeuten haben sie nicht ernst genommen. Weil sie das, was ich als Kind gelernt habe, mich gut zu maskieren, zu adaptieren, was wird von mir erwartet, hat sie perfektioniert für sich. Im Sinne von, sie hat jedem Therapeuten, Psychologen gesagt, was er hören wollte, damit man sie in Ruhe lässt. Niemand hat sie gesehen und ich als Mutter saß da war völlig überfordert natürlich, weil ich wusste worauf es hinausläuft, weil ich hatte damals ja schon mal eine Coachingausbildung gehabt.
Ich konnte ihr nicht helfen. Sie war damals dann auch noch in der Pubertät, kommt ja noch mit dabei. Und ich sitze als Mutter da und ich sehe, dass ich hilflos bin, dass ich ihr nicht helfen kann. Und ich bin völlig lost. Mich nimmt keiner ernst. In der Schule wird gesagt, selbst von einem Lehrer, der so ein Etcher-Diplom hat, also der hat so eine Begabungsschule gemacht, dass er Kinder, die hochbegabt sind, begleiten kann.
Wir haben das Testergebnis hingelegt und wurde gesagt, doch, aber die zeigt, so ein Testergebnis kann man ja kaufen. Ja, aber sie zeigt ja keine Leistung, also kann sie nicht hochbegabt sein. In der Schule, die war auch eine sehr schwierige Klasse, da wurde dann gesagt, also uns wurde gesagt, Eltern, sagt euren Kindern bitte, sie müssen den Lehren gegenüber respektvoll gegenübertreten.
Wir haben mit unserer Tochter gesprochen, was sagt Jana? da war sie 13 Mama, was soll ich denn dem Lehrer Respekt gegenüber zollen mir zeigt er und uns zeigt er doch auch keinen Respekt gegenüber, der kommt doch nur in die Schule um seine Kohle nach Hause zu bringen, wir sind ihm doch völlig egal also dieses Respekt nicht nur weil es ein Lehrer ist, sondern Respekt, wenn ich, dann möchte ich auch respektvoll behandelt werden.
Krass, war krass. Und das ging dann wirklich sehr, sehr negativ weiter, bis sie dann auch irgendwann die Schule verlassen hat, auf eine Weise, die man sich nicht wünscht. Mir möchte ich dazu nicht sagen, aus Schutz für Sie. die heute das Wundervolle ist.
Und darum glaube ich, hochbegabt, hochsensibel zu sein, hat auch seine unfassbaren Stärken, weil wir uns selbst mit diesen Charaktereigenschaften, mit diesen Persönlichkeitsmerkmalen selbst am schlimmen Wittchen packen können, um etwas in unserem Leben zu machen. Sie lebt heute auch mit einer chronischen Depression, mal mehr, mal weniger. Aber sie hat ihr Leben. Und sie liebt ihr Leben. Und sie ist, steht mit beiden Beinen mittendrin und sie braucht mich heute nicht mehr.
Tanja selbst hatte ja schon in ihrer Jugend mit psychischen Problemen wie Depressionen zu kämpfen und ihre Tochter dann später auch. Hier ist mir vorab aber eine Klarstellung ganz wichtig. Hochbegabte sind als Gruppe jetzt nicht per se anfälliger für soziale und emotionale Schwierigkeiten als durchschnittliche Menschen. Zu dem Schluss kamen auch schon unterschiedliche Studien. Das Problem ist eher, dass falsch mit ihnen umgegangen wird und dass man sie
nicht richtig fördert. Und das begünstigt dann psychische Belastung und nicht der hohe IQ an sich. Wenn Kinder in der Schule auffällig, aufmüpfig, gelangweilt sind, dann denken viele Lehrkräfte zum Beispiel erstmal an eine psychische Störung und nicht an eine Unterforderung. Das heißt, das hohe Potenzial der Kinder bleibt unberücksichtigt. Das passiert vor allem bei hochbegabten Kindern, die in bestimmten Dingen nicht
gut sind. Zum Beispiel, weil sie Probleme mit der Rechtschreibung haben, so wie Tanja damals. Und dann ist es eben nicht die Hochbegabung, die mentale Probleme bereitet, sondern die chronische Unterforderung, die soziale Ausgrenzung, die eigene Entwicklung, die nicht zu der von Gleichaltrigen passt und der eigene Perfektionismus. Und wenn ihr jetzt denkt, Hochbegabung klingt irgendwie nicht so cool, das hat nur negative Folgen.
Nein, so ist es auch nicht. Wie ganz häufig in der Psychologie gibt es hier zwei Seiten der Medaille, denn es gibt auch Forschung, die darauf hindeutet, dass Hochbegabte psychisch besonders gesund sein können, weil sie die Fähigkeit haben, Probleme zu lösen, weil sie kognitiv flexibler sind und unter bestimmten Voraussetzungen höhere Bildungschancen haben. Die Entwicklung hochbegabter Personen hängt oft entscheidend davon ab, wie gut die intellektuellen Fähigkeiten mit der Umwelt zusammenpassen.
Fehlen angemessene Herausforderungen oder soziale Unterstützung, kann das zu Minderleistungen führen, man spricht auch von Underachievement. Wenn Hochbegabte aber richtig gefördert werden, zeigen sie überdurchschnittliche berufliche und auch kreative Leistungen. Und auch hier passt das, was Tanja erzählt hat und uns gleich auch noch erzählen wird. Die Schule ihrer Tochter weiß nicht mit Hochbegabung umzugehen. Uns ihrer Tochter geht es damit immer schlechter. Tanja fasst damals einen Entschluss.
Die kleine Tochter, die da manchmal ein bisschen hinten rübergekippt ist und dass die beiden einander sehr, sehr stark haben. Das ist was mich total, was mich mit meiner Schwester leider nie so verbunden hat, dass die beiden das geschafft haben. Wir gehen jetzt nicht auf die Gründe ein, das hast du ja gerade schon gesagt, das respektiere ich natürlich, aber die Konsequenz ist, dass du deine Tochter aus der Schule rausnimmst und sie in einer Privatschule anmeldest. Ganz genau.
Und du bekommst jetzt auch für sie dann endlich diese Diagnose, die du schon die ganze Zeit vermutet hast, richtig? Also ihr seid zum Psychiater gegangen und der hat das dann... Zum Diagnostiker ins Ruhrgebiet von Leverkusen sind wir ins Ruhrgebiet gefahren, muss man mal überlegen. Sie war damals zwölf und nach fünf Stunden Schule ab zu dem, Restaurant mit dem goldenen Bogen und dann anderthalb Stunden Autobahnfahrt und dann eine halbe Stunde warten und dann anderthalb Stunden Testung.
Und wir haben sie gesehen, also wir durften dann als Eltern spazieren gehen und wir kommen dann wieder und sehen unser Kind mit einem Strahlen, die war entspannt. Wann darf ich wiederkommen? Toll. Ja, weil sie endlich mal ihr Hirn anschalten durfte. Das durfte endlich mal auf Betriebstemperatur laufen. Und diese Diagnose, hilft die euch und ihr dann auch wahrscheinlich schon zu wissen? Nee, schade. Hätte ich jetzt gehofft. Ja, habe ich ja auch gehofft.
Blöderweise, das liegt dann an mir, weil ich war dann so besessen, kann man fast sagen. Ich bin im Prinzip, und das tut mir heute noch leid für meine Tochter, ich bin im Prinzip mit dem Schild durch die Gegend gelaufen. Meine Tochter ist hochbegabt. Sie ist nicht falsch, sondern, also ich habe einen Fehler als Mutter damals gemacht. Ich habe sehr viel in sie hineinprojiziert. Weil du so viele Parallelen zu dir selbst gesehen hast? Ganz genau. Aber sie hat mir verziehen. Das ist das Wichtigste.
Aber die Veranlagung ist eben bei ihr da. Und später wird sie auch bei deiner jüngeren Tochter diagnostiziert, die Hochbegabung? Nein, sie haben mir nicht diagnostizieren lassen. War ja nicht nötig. Ach so, okay. Aber die Vermutung liegt nah. Wenn man sich ihr Leben anguckt, wie die Kleine durchs Leben gegangen ist und es immer noch tut. Die Kleine ist gut. War ja 99. Da braucht es keinen Test. Du bist auf jeden Fall, also hast diese zwei Töchter, bei denen es ja so ist mit der Hochbegabung.
Kommst du zu dem Zeitpunkt auch mal auf die Idee, dass es bei dir selbst auch so sein könnte? Nee, natürlich nicht. Kinder haben das ja vom Vater. Haben das nicht von mir. Obwohl du schon diese Parallelen zwischen dir und vor allem deiner älteren Töchter gesehen hast. Ja, ja, aber ich bin ja nur dumm. Ich bin ja vom Leben überfordert. Ich kriege ja nichts auf die Reihe. Natürlich kann eine kognitive Hochbegabung nicht von mir. Nee. Der Papa, ja.
Auch Spätaussiedler, mit sieben nach Deutschland gekommen, hat kein Deutsch gesprochen. und innerhalb kürzester Zeit deutsche Sprache gelernt, keinen Akzent, hat Ausbildung gemacht, hat dann Meisterschule und, und, und, und. Natürlich haben die Kinder das vom Papa doch nicht von mir. Wahnsinn. Also ja, das ist der Rückschaufehler. Im Nachhinein ist man immer schlauer. Aber so wie jetzt, wenn du es erzählst, ist es halt, aber es hat ja auch viel mit deinem eigenen Selbstbild zu tun.
Ganz genau das. Weil du eben gedacht hast zu dem Zeitpunkt, ich bin nicht genug, ich funktioniere nicht. Und dann kommt eben der Tag, an dem dir eine Freundin ein Buch in die Hand drückt, nämlich das drama der hochbegabten vom autor vom schalt von da weiß ich ja und.
Wir waren irgendwie zusammen im urlaub am wochenende und dann als zusammen und dann gab es mir so nebenbei hier lies mal ich hab was, und dann nehme ich dieses buch lese entspannt mit blick auf dem see die ich so liegestuhl und dann liest du 20 30 seiten okay, wie gut, dass sie in dem Moment gerade einkaufen war. Ich hätte ihr dieses Buch, ohne Kommentar ins Gesicht gepfeffert. Echt? Yes.
Ich war entsetzt, ich war frustriert. Ich habe mir gedacht, wie kann das sein, dass dieser Autor, der liest mich. Ich habe noch nie Sätze gelesen, Zeilen gelesen, in denen ich mich so wiedergefunden habe. Das war echt, das war ein hoher Schockzustand für mich. Kannst du vielleicht ein Beispiel nennen, wo du dich dann direkt wiedererkannt hast aus diesem Buch oder was da drin geschildert wird, wo du gesagt hast, das bin ja ich?
Ja, gerade Frauen zum Beispiel, Mädchen, dass sie in diese Oberanpassung gehen, dass sie vorwegnehmen, dass sie erkennen, was erwartet wird. Dass sie in Gruppen immer alle sehen, nur sich selbst nicht. Es ist wie, er beschreibt ganz viel über die griechische Mythologie und die griechischen Sagen. Und an expliziten Beispielen im Alltag, ganz konkret kann ich es jetzt einfach nicht mehr sagen, weil es schon zu lange her ist, aber okay, das habe ich erlebt und das habe ich erlebt. Wow.
Wie war denn dein Selbstbild bis dahin? Also wie hast du dich selbst gesehen? Dass ich... Nicht selbstständig existieren kann. Dass ich eigentlich überfordert bin mit dem Leben, dass ich alleine nicht existenzfähig bin, tatsächlich, ja. Wow, sehr hart zu dir selbst. Ja, und dankbar zu mir selbst, dass ich so einen liebevollen Mann habe, dass ich, der im Prinzip mein zweites Standbein war. Aber woher kommt der Gedanke, dass du selbst nicht existenzfähig bist alleine?
Weil du lebst ja und du hast einen Job und du hast Kinder großgezogen. Ja, aber ich kriege ja nichts auf die Kette. Ich bin ja selbst überfordert damit, mal den Haushalt ordentlich zu halten oder regelmäßig Wäsche zu waschen. Ich bin ja keine gute Mutter, weil ich hasse es, mit meinen Kindern auf den Spielplatz zu gehen. Ich hasse Kindergeburtstage. Ich bin eine schlechte Mutter. Ich bin eine schlechte Ehefrau. Und ich weiß nicht, was ich will.
Jedes halbe Jahr beruflich, ich muss nach zwei, drei Jahren brauchen, beruflich musste ich was anderes machen. Ich war ja nie zufrieden. Die einfachsten Dinge sind mir schwergefallen. Wie kann ich denn dann, also ich war ja eigentlich ständig überfordert mit meinem Leben. Genau, und mit mir selbst. Und dann liest du dieses Buch, findest dich darin wieder und dein Selbstbild beginnt so ein bisschen sich zu verändern.
Was stellst du da fest oder was passiert dann mit dem, was du vorher über dich geglaubt hast? Erst einmal habe ich Bestätigung gesucht, weil ich will ja mein Selbstbild doch nicht verändern. Na klar, das ist ja auch wahnsinnig schwer. Alles hinter Frage geht gar nicht. Ich suche ja eher zurück in die Stabilität, und habe mich dann natürlich erst mal mit dem Thema Hochbegabung auseinandergesetzt. Später kannte hochbegabte Frauen und konnte nach und nach anerkennen, das ist eventuell okay.
Ich erkenne mich darin wieder, das hilft mir, gibt mir Orientierung und dann konnte ich auch anders für meine Kinder da sein. Und dann, ich habe das kanalisiert in meine berufliche, nebenberufliche Entwicklung, als Coach. Bin dann in die Elternberatung gegangen von Eltern hochbegabter Kinder, später in die Beratung von später erkannten Hochbegabten. Das heißt, ich habe das sehr auch wieder ins Außen projiziert und mich habe ich im Prinzip in Ruhe gelassen.
Ist ja auch immer erst einfacher, mit den anderen anzufangen. Aber diese Erkenntnis, dass du jetzt vielleicht nicht allein auf der Welt mit diesen Gefühlen bist, was du ja so ein bisschen aus diesem Buch auch rausgezogen hast, die ist glaube ich schon sehr wichtig für dich, oder? Definitiv. Ich bin ja dann zum Beispiel auch, habe ich ehrenamtlich in der DGHK gearbeitet, die Deutsche Gesellschaft für suchbegabte Kind und so weiter.
Habe dort auch Kontakt mit anderen Eltern gehabt und dieses Gespür, okay, es gibt anderen, denen geht es ähnlich wie mich. Und das hat mich schon sehr berührt und sehr gestärkt in dieser Zeit. Ich kann mir vorstellen, mit dem Selbstbild, was du bis dahin hattest, ich bin nicht gut genug, ich bin nicht alleine lebensfähig.
Wenn das so anfängt zu zerbröseln das muss ja auch ein großer ballast sein der dann irgendwie von dir abfällt oder erst mal nicht ja weil ich diesen ballast ja eben mich geweigert habe diesen ballast loszuwerden also ich habe ihn ja, erst noch mit mir rumgeschleppt viele jahre, ich habe erst 2000 letztendlich 2017. Habe ich mich entschieden, diesen Ballast loszuwerden. Und das war ein ziemlich hoher Preis, den ich bezahlt habe.
Das heißt, es ist ein langer Prozess von diesem Buch bis zu der Diagnose? Ja. Wie viele Jahre liegen da dazwischen oder welche Zeitspanne ungefähr? Das sind vier, fünf Jahre gewesen. Wow. Okay. Und dann sind wir eben bei dieser Diagnose jetzt, also bei diesem einen Moment bei dir. Du weißt jetzt ganz eindeutig dank dieser Diagnose, dass du hochbegabt bist und es gibt da auch so einen Prozentsatz, vielleicht kannst du das kurz erklären.
Hochbegabt zu sein, also kognitiv hochbegabt zu sein, gilt man in Deutschland, also im Dachraum, ab einem IQ gleich größer 130 in einer Standardverteilung. Der Durchschnitt der Menschen, ungefähr 68 Prozent, sind bei einem IQ von 100. Und ab 130, das ist so eine zweifache Standardabweichung. Und damit ist es signifikant, der Unterschied so groß genug, dass man sagen kann, hier ist ganz klar eine intellektuelle Hochbegabung, die vorliegt. Und das sind zwei Prozent.
Aber du bist ja, glaube ich, sogar dann noch höher in diesem Prozentsatz angesiedelt. Und zwar bei 99,9. Also eine unter 1.000. Allein wenn ich jetzt das nochmal so wahrnehme, ausspreche. Ja, genau. Eine unter 1.000 zu sein, kann ja was Tolles sein, man ist was Besonderes. Aber kann ja auch beängstigend sein, oder? Es ist beides gleichzeitig. Okay, beides gleichzeitig. Interessant. Also dieses Ergebnis dann zu hören.
Was macht das in dem Moment mit dir? In dem Moment, es hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen, weil mein Selbstbild, das ich mir im 45. Lebensjahr so viele Jahrzehnte meines Lebens mir gebaut und gebastelt habe, wer glaube ich zu sein, was macht mich aus? Und das alles war plötzlich unter einer falschen Prämisse aufgestellt. Ich bin nicht dumm. Ich bin nicht langsam. Ich bin nicht zu viel, zu vorlaut häufig.
Ich bin einfach nur anders. Und ich musste, das ist die große Chance, die ich dann gesehen habe für mich, weil ich bin ja so eine positive. Also ich bin Optimistin, bis man mir das Gegenteil beweist. Diese Freundin mit dem Buch, die hat mal zu mir gesagt, du bist der einzige Mensch in der Welt, den ich kenne. und sie kennt viele Menschen, die einen Haufen Tropfen da, Entschuldigung, Scheiße in der Hand hat, es lächelt, anschaut, glitzert, drüberstreut, Schleifchen drum macht und sich freut.
Aber das ist doch ein schönes Bild, oder? Ja, aber es ist genau das gewesen. Und ich habe für mich anerkannt, dass ich... Okay, ich habe jetzt wieder tabula rasa. Als Kind habe ich keine Wahl, wie ich mich entscheide, umzugehen, wie ich mich durchs Leben rette. Als Erwachsene habe ich jetzt die Möglichkeit, plötzlich selbst zu entscheiden, wer will ich sein? Was macht mich aus? Und ich bin so neugierig auf mich selbst gewesen und habe
mich ganz neugierig auf meinen ganz eigenen Weg gemacht. Wer will ich sein? Was gibt es in mir zu entdecken? Und ich bin auch heute noch, zehn Jahre später, noch jeden Tag entdecke ich im Prinzip etwas in mir Neues. Das ist ja wirklich was ganz, ganz Tolles, was man eigentlich nur jedem Menschen wünschen kann, dass er jeden Tag was Neues in sich entdeckt.
Aber direkt nach der Diagnose, wem erzählst du davon? Also rennst du jetzt rum und sagst es allen und schreist es in die Welt hinaus, weil das jetzt dein Leben verändert hat oder behältst du es für dich? Das habe ich damals tatsächlich nicht so gedacht. Ich meine engsten Vertrauten, meinem Mann, meinen Kindern natürlich, eng vertrauten, ja, aber ich habe nicht denselben Fehler gemacht wie bei meiner Tochter damals.
Sondern ich habe es für mich behalten, mit mir gearbeitet und dann habe ich den nächsten Fehler gemacht, ich habe es mit mir alleine ausgemacht. Also die hat meine Tochter von mir offensichtlich. Ich habe mich nicht weiter begleiten lassen und das hat mich echt Jahre gekostet, weil ich mich ganz viel in meinem eigenen Saft weiter gedreht und gewehrt habe, um es mal umgangssprachlich zu sagen.
Und das hat mich bestimmt drei, vier Jahre gekostet, meiner eigenen Entwicklung wirklich nach vorne zu gehen, mich zu entwickeln. Ich stelle mir diese Gespräche, wenn man das Leuten sagt, auch irgendwie interessant vor. Wenn man dann so sagt, du, ich muss dir was erzählen. Ich bin übrigens super schlau. Ja, so passieren diese Gespräche ja nicht. So würde ich es vielleicht fühlen. Nee, tatsächlich nicht.
Und vor allen Dingen, wenn, dann ja nur im Kontexten, wo das Thema Begabung, oder ich habe damals ja schon Ausbildung, Fortbildung zum Thema Hochbegabung gemacht, Kompetenzberaterin, Begabungspsychologische Beraterin, Fachberaterin für Hochsensibilität. Das heißt, ich hatte mir schon ein Umfeld geschaffen mit Menschen, wo ich diese Themen ansprechen konnte.
Das hat es natürlich leichter gemacht. Du hast ja ganz am Anfang gesagt, dass du immer so sehr angepasst warst, hast dich glaube ich selbst auch als Chamäleon beschrieben, weil du halt Erwartungen von Leuten schon antizipierst, bevor sie sie überhaupt ausgesprochen haben. Das ist ja glaube ich dann auch, wenn man da ausbricht, aus diesen Erwartungen, gar nicht so leicht, oder? Weil es ja auch ein großer Teil deines Selbstbildes ist.
Richtig. Und wenn man in einem System lebt und jahrzehntelang hat man ja einen bestimmten Platz gehabt. Die Menschen kennen einen nur, dass man so reagiert oder so. Und wenn man sich dann verändert, wehrt das System sich erstmal dagegen. Und ich hatte zwei Möglichkeiten. Entweder ich behalte mein System und gehe wieder zurück an meinen Mobil-Lehrplatz. Oder aber, Gehe aus diesem System raus und suche mir ein neues System.
Und das habe ich getan und das war ein hoher Preis. Das hat mich letztendlich meine Ehe gekostet. Darüber sprechen wir gleich auch noch. Hast du auch in Freundes- und Bekanntenkreisen Zurückweisung erfahren? Zurückweisung nicht. Soweit habe ich es gar nicht kommen lassen. Weil. Das Schlimmste, was man mir antun kann, ist, mich zu ignorieren. Und das zweitschlimmste ist, ich habe Angst vor Ablehnung. Ich habe Angst vor Ablehnung. Mein ganzes Leben lang schon. Ist heute nicht mehr wirkmächtig,
aber es ist immer noch da. Und darum habe ich vorher mich rausgezogen, bin in Distanz gegangen, habe Freundschaften auslaufen lassen. Weil darauf zuzugehen und zu sagen, war ja schön mit uns 20 Jahre lang so in der Freundschaft, aber jetzt habe ich einfach kein, passt einfach nicht mehr. Ich wünsche dir noch ein schönes Leben. Habe ich leider nicht gemacht. Heute wünschte ich mir, ich hätte das gemacht, weil es einfach respektvoller gewesen war, wertschätzender.
Weil viele dieser Beziehungen haben mich ein Leben lang begleitet und. Waren ja auch bedeutungsvoll. Aber ich habe mich einfach ausschleichen lassen. Ich bin einfach wortlos gegangen. Ich merke, dass du das bereust. Bereuen ist das falsche Wort, weil ich kann es halt nicht mehr verändern. Stimmt. Ich war damals nicht anders in der Lage zu handeln. Das macht es nicht schöner, nicht besser. Es erklärt es einfach. Bedauern ist wahrscheinlich das bessere Wort.
Ja, ich wünschte, ich wäre damals schon in einem anderen Selbstbild gewesen. Das heißt also, diese Veränderung, die da in dir vorgeht, Ich nenne das mal, dich selbst neu sortieren, kostet dich auch ganz viele Menschen aus deinem Umfeld. Ja, eigentlich habe ich 99,9 Prozent meines Umfeldes verlassen damals. Ich habe alles zurückgelassen, bis auf meine Kinder. Krasse Schritt. War das nicht eine sehr traurige Zeit für dich? Ganz im Gegenteil. Es war eine herausfordernde Zeit. Und es war traurig.
Ja, ich merke im Moment, kriege ich gerade Pipi in die Augen. Warum? Weil eigentlich bin ich, hört sich jetzt komisch an, total stolz gerade auf mich. Und ich merke gerade diese Dankbarkeit und Demut in mir. Ich muss mir vorstellen, dass ich mit 45 Jahren meinen ersten eigenen Wohnungsmietvertrag unterschrieben habe. Mit 45. Ich habe mit 45 das erste Mal in einer eigenen Wohnung gesessen, eigene Möbel ausgesucht. Niemand an meiner Seite oder hinter mir, den ich fragen konnte,
findest du das auch gut oder nicht? Wollen wir, wollen wir nicht? Niemand, der finanziell an meiner Seite stand, Ich war eine selbstständige Frau. Das war herausfordernd. Und ich hatte gar keine große Zeit, traurig zu sein. Um dahin zu kommen, haben wir etwas übersprungen. Nämlich die Reaktion, was das mit der Beziehung zu deinem Ehemann gemacht hat. Du hast gesagt, das hat mich meine Ehe gekostet.
Wie meinst du das? Mein Ex-Mann und ich, wir waren, Wie gesagt, wir haben uns mit 16 kennengelernt. Er war zwei Jahre, bevor wir Paar geworden sind, war er zwei Jahre lang wirklich mein bester Freund. Und bevor wir dann Paar geworden sind. Das heißt, uns verbindet mehr gemeinsame Lebenszeit miteinander, als dass wir Lebenszeit alleine hatten. Und wir waren wirklich wie Symbiose. Also wir haben sehr symbiotisch gelebt.
Und wie das so eine Ehe ist, wo alle sieben Jahre man hat diese Wellen und dann, ist Sand im Getriebe und dann rauft man sich wieder zusammen und die Beziehung geht auf eine neue Ebene weiter. Wir sind also miteinander gewachsen, bis es eben einen Punkt gab, wo ich für mich erkannt habe, genau dieses, okay, ich bin in der Anpassung. Und in dem Moment, als ich für mich erkannt habe, oh, guck mal, ich habe ja ein zweites Bein. Ich kann ja selbst auf beiden Beinen stehen.
Ich brauche meinen Partner nicht, um stabil im Leben zu stehen. Und das war etwas, was die Erkenntnis, die diese Ehe nicht überstanden hat. Als ich für mich erkannt habe, ich brauche Vorwärtsdrang, ich bin eine Entdeckerin, ich brauche Entwicklung vorwärts und er ist ein Bewahrer. Und das war dann ein Punkt, wo wir es, wir haben dann noch ein ganzes Jahr, ab dem Zeitpunkt, wo ich das erste Mal für mich klar war, wie wir es angesprochen haben, haben wir noch ein Jahr miteinander gearbeitet.
Und irgendwann war mir aber klar, geht nicht. Wie lange seid ihr zu dem Zeitpunkt verheiratet? 20 Jahre. Boah, großer Schritt. Ja. Und dann hast du dich getrennt und hast gesagt, es geht nicht mehr. Ich bin gegangen, ja. Wie war das für deine Töchter oder eure Töchter? Die waren ja beide schon 18. Also beziehungsweise hatten gerade von mir echt bescheidenes Timing. Die haben beide in diesem Jahr Abitur gemacht. Die eine nach elf, die andere nach 13 Jahren.
Und es war natürlich echt beklopptes Timing. Was beide sehr crazy fanden, dass mein Mann und ich, wir haben uns verstanden. Also es war kein böses Blut. Natürlich war er verletzt und so weiter. Aber wir haben uns gut verstanden, als wir dann zwei Jahre später, als der Scheidungstermin anstand. Da muss ich halt noch, da bin ich so dankbar für. Wir sind morgens, vorm Gerichtstermin, sind wir zum Frühstücken gewesen und abends mit den Kindern waren wir zusammen essen. Schön. Das war echt schön, ja.
Wenn nur alle Scheidungen so wären, sind sie nicht, aber es klang gerade so ein bisschen an mit Abi und scheiß Timing, du hast glaube ich schon ein schlechtes Gewissen gehabt. Ja, natürlich. Weil das ist ja nicht das, was man sich wünscht, wenn man sich die Ehe irgendwann mal verspricht, dass es so zu Ende geht. Aber auf der anderen Seite, es ist ja auch ein Weg, den du gehen musstest wahrscheinlich.
Gleich, ja, und was mir da ganz, ganz wichtig ist, wo mein Ex-Mann auch ein bisschen Zeit braucht, um das zu verstehen und auch viele von unserem Umfeld dann ja, warum trennst du dich denn jetzt, jetzt wo die Kinder raus sind? Ihr könnt doch so ein entspanntes Leben jetzt haben und ihr kennt euch doch so lange, ja. Aber die Ehe ist mir tatsächlich heilig. Und mein Ehemann wurde plötzlich nicht mehr mein Liebespartner, sondern er war mein bester Freund.
Und eine Ehe, ich führe keine Ehe mit meinem besten Freund. Das passt für mich nicht zusammen. Und weil ich die Ehe wirklich ernst nehme als Institution, blieb mir nichts anderes letztendlich, als diese Ehe aufzulösen. Einfach von dieser begrifflichen Ehe, was Partnerschaft angeht. Und für mich ganz persönlich, ich hätte entweder, ich wäre die Alte geblieben, dann hätte es gepasst wieder, aber es ging kein Weg mehr zurück. Ich konnte nicht mehr zurück in mein altes Selbstbild, in mein altes Ich.
Ich hätte mich... Wenn man sich sein ganzes Leben lang verleugnet, ohne es zu wissen, ist ja okay. Weil es tut ja nicht weh, wenn man es nicht weiß. Weil du es nicht weißt, genau. Aber in dem Moment, wo es mir klar wurde, ging es kein Weg zurück mehr. Es ist jetzt gerade ein schiefes Bild, mir fällt aber kein besseres ein. Du bist vielleicht in dem Moment wie so ein Küken, der diese Schale schon so ein bisschen aufgepickt hat.
Und was so raus will aus dieser Eierschale. Und da kannst du jetzt einen Tesafilm draufkleben, aber es wird das Küken nicht davon abhalten, rauszukommen aus dem Ei sozusagen. Aber du hast ja nicht nur dein Privatleben umgestellt, du hast gesagt, von 99% der Menschen hast du dich verabschiedet, sondern du hast dich auch beruflich, verändert, hast in deinem Coaching den Schwerpunkt auf Hochbegabung gelegt.
Warum Hochbegabung? Ist ja nicht so, dass du dich mit dem Thema nicht schon sowieso viel auseinandersetzt. Mir fällt das Arbeiten und der Kontakt mit gleichgesinnten Menschen einfach, es ist einfach so eine Freude mit Menschen zu arbeiten, die abseits der Norm sich denken, fühlen, sich bewegen. Und wenn ich meinen ganz eigenen Weg sehe. Wie glücklich und wie zufrieden ich bin. Und auch wenn es alles seinen Preis hatte. Aber dieses Gefühl, man selbst zu sein, den ganz eigenen Platz zu finden.
Und das mit meinen Fähigkeiten, dass ich da andere Menschen unterstützen kann. Ich bin wirksam. Und ich merke zum Beispiel, je mehr ich selbst bin, und mittlerweile habe ich keine Angst mehr davor, ich zu sein, umso wirksamer bin ich. Und umso mehr Menschen kann ich helfen, unterstützen, dass sie selbst in sich den Mut finden und den Weg gehen können.
Wenn du jetzt mit Klientinnen und Klienten zusammenarbeitest, die selbst hochbegabt sind, findest du da immer wieder in Biografien so Sachen, wo du sagst, das kenne ich auch, das habe ich auch erlebt? Also gibt es da viele Parallelen? Ja, in den Biografien vor allen Dingen aber in den Gefühlen der eigenen Wahrnehmung des Selbstbildes. Bestimmte Muster, Denkmuster, Verhaltensmuster. Die sind sehr, sehr, da sind viele klassische Muster, die sich immer wiederholen.
So unterschiedlich die konkreten Situationen sind. Aber diese Muster dahinter sind immer sehr, sehr ähnlich. Könntest du ein Muster mal nennen? Das würde mich interessieren. Also im Prinzip gibt es vier Muster, die ich herausgearbeitet habe. Es ist einmal eben das Aliengefühl. Es ist die chronische Überforderung, oder die Oberforderungsgefühl, Überforderung als Symptom der chronischen Unterforderung. Es ist der Perfektionismus und es ist der Imposter, das Imposter-Syndrom.
Und da sind diese Formulierungen. Ich hatte ja nur Glück. Der Prüfer hat es ja gut mit mir gemeint. War keine nicht meine Leistung, war Zufall. Oder dieses nie dazugehören, dieses ich fange gar nicht erst an, weil ich ja im Kopf weiß, so wie ich jetzt das Ziel für mich richtig ist, kann ich es nicht erreichen bei den Rahmenbedingungen, die ich gerade habe, also brauche ich gar nicht erst anfangen.
Das ist ein spannender Punkt, was glaubst du denn, warum es vielen hochbegabten Menschen so schwerfällt, stolz auf ihre Leistung zu sein, weil es ist ja eigentlich was Tolles, sie können ja was. Aber wir nehmen es ja nicht als, ich kann was wahr. Im Prinzip spielst du dann ein Stückchen weit auf das Thema, das Gefühl, etwas geleistet zu haben. Stolz auf das eigene, geschafft zu sein.
Aber wir lernen ja in unserem System, das wird uns vor allem von unseren Eltern und so weiter immer vorgelebt, ich darf auf etwas stolz sein, wenn ich etwas geschafft habe. Und etwas geschafft zu haben, habe ich immer erst dann, wenn ich mich vorher angestrengt habe. Dann habe ich eine Leistung gebracht. Wenn ich aber ja mich nicht anstrengen musste, sondern habe ich eben gemacht, war ja nichts Besonderes. Dann habe ich ja keine Leistung gebracht.
Und dann habe ich auch nichts, worauf ich stolz sein kann. Es war, ich musste mich nicht zerfleischen. Ich musste mich nicht anstrengen. Ich musste, ja, hier ist halt, habe ich mal so dahingerotzt. Entschuldigung, kann ich doch nichts für. Das heißt, ich schäme mich eher dafür, als dass ich stolz darauf sein kann. Und da ist dann auch wieder Imposter-Syndrom ein bisschen. Ich gehöre hier eigentlich gar nicht hin.
Spannend, vielleicht sollte ich mich auch mal testen, dass nicht ticke gerade sehr viele von den Boxen, die du gerade genannt hast. Naja, Hochbegabung, also dieser IQ-Wert 130, Hochbegabung. Ich spreche darüber nicht gerne als ... Andersrum. Die meisten meiner Menschen, die zu mir kommen, die haben keine Testung. Die wollen sich auch nicht testen lassen. Aber die können daran andocken. Selbst wenn du einen IQ-Wert nachher von 120 hast.
Ist aber eine Erklärung für einen selbst und irgendwie genau das, ja das reicht schon, sich da andocken zu können, ist ja egal, wie du das Etikett nachher nennst, aber dieses es hat eine Erklärung, es ist ja, das fühlt sich gut an jetzt macht da plötzlich viel Sinn gerade die letzten, wenn ich in den letzten Gesprächen war, dieses, boah Tanja das Thema und plötzlich ich habe deinen Podcast gehört oder ich habe hier einen Beitrag von dir gelesen und plötzlich macht alles so sind,
und es fallen plötzlich Puzzleteile zusammen. Das heißt, oftmals ist so ein IQ-Test gar nicht notwendig, um sich selbst neu kennenzulernen und sich selbst in einem neuen Licht zu betrachten. Ich hoffe, dass es vielleicht den einen oder die andere gibt, die jetzt genau dieses Gefühl haben, dass so ein paar Puzzleteile zusammenfallen.
Was mir jetzt gerade noch spontan eingefallen ist, jetzt wo du so viel über dich selbst weißt und man merkt ja auch, wenn man mit dir spricht, dass du zwar immer noch am Entdecken bist, aber dass du schon viel gefunden hast so, gehst du jetzt auch im privatleben anders auf leute zu hast du jetzt nicht mehr dieses alien gefühl ich habe immer noch, also das alien gefühl im sinne von ich gehöre nicht dazu.
Nein, habe ich nicht mehr. Selbst wenn ich oberflächlichen Smalltalk, so ein Reizwort, Smalltalk, Oberflächlichkeiten, geht ja gar nicht, ist so anstrengend. Für mich ist mittlerweile so ein Smalltalk auch eine pure Freude, weil der Smalltalk ist ja nur das Instrument, aber dieses, was für ein Mensch sitzt mir gerade gegenüber. Ich bin auf diesen Menschen so neugierig.
Und das eröffnet mir völlig neue Perspektive beim Umgang mit Menschen, unabhängig von intellektuellem Hintergrund, was ja auch nichts mit Wissen zu tun hat oder mit Hilfe zu tun hat, sondern ich bin so menschenorientiert einfach. Das heißt Alien ja, aber ich habe eine wundervolle Alien-Kolonie gefunden. Das ist ein sehr schönes Bild. Was würdest du Menschen raten, die selber vielleicht den Verdacht haben, hochbegabt zu sein?
Zuerst einmal würde ich wirklich dazu raten, sich einen entsprechenden, entweder einen Stammtisch, eine Gruppe, einen Gesprächskreis oder so zu suchen. Oder aber eben einen Coach, einen Berater, der sich mit dem Thema auskennt, um einfach mal auf Tuchfühlung zu gehen. Und dann vor allen Dingen herauszuarbeiten, macht für mich einen IQ-Test Sinn? Also für mich hat es damals Sinn gemacht. Es war genau die richtige Entscheidung.
Aber ich würde es nie pauschal sagen, du musst auf jeden Fall einen IQ-Test machen, macht immer Sinn. Nein, weil wenn ich mit der falschen Intention einen IQ-Test mache, Dann gehe ich nämlich über Leistung. Und wenn, dann bitte immer beraten lassen. Also wirklich, dass man damit in den Austausch, in die Reflexion geht. Das ist das Allerwichtigste. Und wie ist das bei Kindern? Weil das, glaube ich, betrifft auch viele, die das jetzt gerade hören.
Kinder, die sich in der Schule langweilen. Was würdest du da sagen aus deiner Erfahrung heraus? Erst einmal. Im außerschulischen Bereich Futter suchen. Im Deutsche Gesellschaft fürs Hochbegabte Kind, die DGHK, Mensa, der größte Verein für Hochbegabte in Deutschland. Die haben auch Jugendgruppen. Also sich wirklich außerhalb der Schule wirklich Futter suchen und Schule mitnehmen, aber nicht so verkrampft. Also Vertrauen auf die Kräfte, die in der Familie wirksam sind.
Und sich bei Bedarf dann wirklich Coaching, Unterstützung zu holen, Selbstwert, Vertrauen und vor allen Dingen als Eltern, das Allerwichtigste für mich, was ich auch lernen durfte. Lass das Kind mein Kind sein. Ja. Okay? Und guck mal das Thema bei dir an. Weil die Gefahr, wenn man als Eltern, man will ja unterstützen, man will das Beste, man will, ne?
Aber häufig projiziert man dann ganz viel der eigenen Ängste aufs Kind und eigentlich will das Kind nur mal in Ruhe lassen werden und lass mich doch mal ein Ding machen.
Ja, ich glaube, das trifft bei den meisten Kindern zu. Wir sind schon am Ende dieses wirklich tollen Gesprächs angekommen und ich stelle ja am Ende meines Podcasts immer dieselben zwei Fragen, Nämlich die erste, wenn du heute auf diesen einen Moment, zurückblickst, also als du beim Diagnostiker sitzt und diese Zahlen hörst, welches Gefühl löst es in dir aus? Chaos und pure Verunsicherung. Und seitdem hat sich ja glücklicherweise sehr, sehr viel getan in deinem Leben.
Genau das Gegenteil. Genau das Gegenteil, genau. Wie war es für dich heute mit mir über diesen einen Moment und alles, was davor und danach passiert ist zu sprechen? Ich finde es sehr spannend, auf dieser Ebene mich darüber zu reflektieren und auszutauschen. Und auch, es gibt so einige Punkte, die natürlich sehr sensibel sind, wie die Situation, die Trennung von meinem Ex-Mann, wie die Situation mit meiner großen Tochter, dass ich meine kleine Tochter fast wieder ein bisschen übergangen habe.
Und gleichzeitig, mein Gott, bin ich stolz auf mich, was ich wirklich, welche Strecke ich gegangen bin, ich bin stolz auf meine Kinder, ich bin stolz, auf den Weg, den ich gegangen bin und ich danke dir unfassbar dafür, dass ich das mal auf so einer Ebene für mich selbst nochmal so flektieren konnte, vielen Dank dafür.
Sehr, sehr gerne und ich glaube, wir können alle ein bisschen was aus dieser Folge mitnehmen, egal ob hochbegabt oder nicht, nämlich vor allem zum Beispiel, für mich, dass man auch mit 45 nochmal komplett neu starten kann. Das finde ich ganz, ganz toll, dass du uns das heute mitgebracht hast, deine Lebensgeschichte. Dankeschön. Sehr gerne. Es ist nie zu spät.
Ich muss sagen, ich bin sehr überrascht aus diesem Gespräch rausgegangen, weil ich persönlich gar nicht darauf gekommen wäre, dass Hochbegabung an sich und das Aussprechen der Diagnose so ein Leid hervorbringen kann. In meinem Kopf waren das immer irgendwie so super coole Menschen, die total schlau sind und so über den Dingen stehen.
Tanja hat aber, wie ich finde, ganz eindrücklich gezeigt, dass es so leicht eben nicht ist und dass da viel mehr zugehört, als einfach nur ein bisschen clever zu sein. Und genau deshalb liebe ich diesen Podcast so, weil ich selber jedes Mal was lerne. Ich hoffe, euch geht es auch so. In zwei Wochen geht es dann weiter mit Tara Soltani. Tara wird mir erzählen, wie eine chronisch entzündliche Darmerkrankung ihr ganzes Leben auf den Kopf gestellt hat.
Und ich kann euch versprechen, es wird ziemlich lustig. Ich freue mich, wenn ihr reinhört. Und wenn ihr schon mal hier seid, dann lasst gerne ein Abo da und natürlich auch eine Fünf-Sterne-Bewertung, falls ihr das noch nicht gemacht habt. Vielen Dank und bis in zwei Wochen. Tschüss. Dieser eine Moment, der Podcast mit Philipp Fleiter, ist eine Produktion von Philipp Fleiter und WeMind. Redaktion Philipp Fleiter, Leila Keuthage und WeMind. Sounddesign und Schnitt Marius Fuchtmann.
