Hallo und herzlich willkommen zu dieser eine Moment. Bevor ich gleich mit meinem heutigen Gast Lotti aka Visavi spreche, habe ich noch was Neues für euch. Viele haben sich nämlich gewünscht, dass ich bei den Gesprächen hier im Podcast bei bestimmten Themen noch mehr in die Tiefe gehe, weil sie eben diese Gespräche so toll finden. Und genau das probieren wir jetzt aus. Bei Podimo bekommt ihr zu diesem Interview noch Bonusmaterial, sozusagen als zusätzliches Podcast-Futter.
In dieser kleinen Extra-Folge sprechen Lottie und ich über den Hass und die Drohungen, mit denen sie konfrontiert wurde, nachdem sie öffentlich über die Folgen ihrer Corona-Infektion gesprochen hat. Diese zusätzlichen Inhalte gibt es nur bei Podimo in der Podimo-App. Und die könnt ihr unter go.podimo.com slash Moment kostenlos testen. Da gibt es natürlich auch sonst alle gängigen Podcasts und viele exklusive Formate und eine große Auswahl an Hörbüchern.
Die Infos und den Link packe ich euch natürlich auch noch mal in die Shownotes. Für euch ändert sich also nichts. Die regulären Folgen bekommt ihr weiterhin kostenlos und überall, wo es Podcasts gibt. Wenn ihr mehr wollt, gibt es das aber jetzt bei Podimo. Und damit geht es los mit der Folge. Und das heißt, ich war gefangen mit diesen Schmerzen, mit diesen Symptomen und dem Gefühl, es kann jederzeit so schlimm werden, dass es eine Notoperation benötigt. Ich habe mich richtig verloren gefühlt.
Und auch so, als wenn mir einfach niemand helfen will. Und das war ganz, ganz schlimm, muss ich ehrlich sagen. Also diese beiden Sachen auf einmal, das hat mich wirklich echt an den Rand meiner Kapazitäten gebracht. Manchmal sind es nur ganz kurze Momente, die ein Leben komplett verändern können. Ein Augenblick, eine Entscheidung, ein Ereignis, ein Wimpernschlag und danach ist alles anders.
Ich bin Philipp Fleiter und ich treffe in diesem Podcast Menschen, um mit Ihnen genau über diesen einen Moment zu sprechen, der Ihr Leben für immer verändert hat. Heute gibt es hier ein Gespräch, das nicht nur ganz viele Podcast-Hörerinnen und Hörer freuen wird, sondern auch mich ganz persönlich. Mit meinem heutigen Gast habe ich nämlich schon mal zusammen gepodcastet, ein Jahr lang. Vielleicht erinnern sich einige von euch noch an den Tatort-Podcast. Lang, lang ist es her.
Heute spreche ich mit Lottie aka Visa V. Als Musikjournalistin war sie ein fester Bestandteil der deutschen Hip-Hop-Szene, hat sämtliche Rapper interviewt und Veranstaltungen moderiert. Ihr True Crime Podcast Weird Crimes war einer der erfolgreichsten Deutschlands und sie hat damit buchstäblich Arenen gefüllt, bis der Podcast letztes Jahr geendet ist. Auch darum wird es heute gehen in dieser Folge.
Seit einigen Monaten hat Lottie mit ihrem Podcast Plothouse ein neues Baby und auch darüber sprechen wir.
Lottie ist also nicht nur eine großartige Kollegin und eine frau mit wirklich vielen talenten ihr leben hat seit einigen jahren auch eine ganz andere seite in dieser folge rede ich mit ihr über ihre long-covid erkrankung die wirklich ihr gesamtes leben auf links gedreht hat ich bin ihr wahnsinnig dankbar dafür dass sie mir dieses vertrauen geschenkt hat und dass wir heute zusammen über dieses sensible thema sprechen können und ich hoffe natürlich wie immer dass ihr,
aus ihren Erfahrungen und Schilderungen für euer Leben etwas mitnehmen könnt. Das ist hier jetzt ein Wiedersehen, auf das ich und ihr wahrscheinlich auch mich sehr, sehr, sehr dolle gefreut habe. Und es ist auch ein Wiederhören. Hallo Lotti. Hallo Philipp. Hallo, hallo. Es ist komisch, aber gleichzeitig auch total vertraut.
Wir haben ja sehr lange zusammen gepodcastet und jetzt hören wir uns und sehen uns wieder nach längerer Zeit mal und sprechen heute mal über dich und über das, was dir so passiert ist in den letzten Jahren. Wenn man Leute nach längerer Zeit wieder trifft, dann fragt man immer so als erstes, wie geht's dir? Ist das eine Frage, die du überhaupt noch hören kannst oder nervt dich das, wenn Leute dich fragen, wie geht's dir?
Also eigentlich finde ich es schön, wenn Leute die Frage wirklich aus einem ernsthaften Interesse herausstellen. Also ich bin dann nicht böse oder so, sondern ich denke mir so, wenn die Person dann auch wirklich in der Lage ist, sich die Antwort anzuhören und die auch zu ertragen, dann ist das eine gute Frage. Aber in den meisten Fällen kommt sie natürlich dann irgendwie so zwischen Tür und Angel und dann sage ich, hätte zugegeben auch oft einfach, ja, ja, gut oder okay oder jojo.
Alles in Ordnung, obwohl die eigentliche Antwort sehr viel länger dauern würde, sehr viel komplizierter wäre und wahrscheinlich auch oft direkt ein bisschen die Stimmung killen würde. Darüber sprechen wir gleich noch ganz ausführlich. Es geht heute nämlich um den Moment von an dem du zu dem damaligen Zeitpunkt noch nicht mal ansatzweise wissen konntest, wie krass er dein Leben verändern wird. Im November 2021 steckst du dich mit Corona an. Hast du eine Ahnung, wo du dich angesteckt hast?
Ja, ich weiß es ganz, ganz genau. Oh. Ja, es ist ein bisschen schwierig, weil ich... Mir immer versprochen habe und ich habe das jetzt gar nicht der Person selbst versprochen, aber für mich ist das klar, dass ich sozusagen niemals sagen möchte, wer das war, weil es für die Person selbst ganz, ganz schwierig ist. Aber ich kann, wenn du möchtest, dir trotzdem von den Umständen und von dem Abend oder von allem an und dran erzählen.
Ich hatte meine Radiosendung, noch meine Live-Radiosendung bei Fritz und bin danach mit ein paar Freunden um die Ecke in eine Kneipe gegangen.
Und ich weiß noch, dass einer meiner Freunde ein bisschen Husten hatte. Und Eigentlich war zu dem Zeitpunkt meine Awareness immer noch relativ hoch, was Corona betrifft, aber ich weiß, dass ich zum Beispiel an dem Abend, glaube ich, auch nach langer Zeit mal wieder so ein Kneipen- und Freiheitsgefühl hatte und eben so ein bisschen vielleicht so das Gefühl hatte, es ist gerade alles wieder besser.
Es war auch die Phase, wo dann eben schon viele Menschen geimpft waren und man so dachte, alles geht jetzt so in so eine normale Richtung und ich hatte nicht mehr so Angst davor. Und ich weiß eben, dass ich mit der Person, die so ein bisschen gehustet hat, aber ansonsten irgendwie total fit wirkte, auch fast den ganzen Abend sehr nah nebeneinander saß und wir viel geredet haben.
Und es war ein richtig schöner Abend, weil ich hatte ja gerade erst einen Monat vorher geheiratet und ich weiß wirklich noch, wie ich da saß und auch darüber geredet habe.
Wie, also was für eine Euphorie ich in mir gespürt habe, was für eine Aufbruchsstimmung, weil es war so das Gefühl, jetzt fängt mein neues Leben an mit dem tollsten Ehemann der Welt und auch beruflich hat sich gerade alles irgendwie so entwickelt, dass ich einfach so glücklich war und deswegen kann ich mich halt ganz genau daran erinnern. Ich weiß, was ich anhatte an diesem Abend, ich weiß, wo ich saß, Ich weiß, ich kenne meine Gefühle, ich weiß alles, was da in mir vorging.
Und deswegen ist es halt umso schlimmer zu wissen, dass das halt genau der Abend und der Moment war, wo ich mich dann angesteckt habe, ohne es halt gemerkt zu haben. Also du hast es ja gerade sehr schön gesagt zu dem Zeitpunkt November 21. Da hatte man ja so ein bisschen das Gefühl, dass das schon Alltag geworden ist. Maske, Kontaktverfolgung und viele waren ja zu dem Zeitpunkt schon geimpft. Und du glaube ich auch, weil ich kann mich daran erinnern, dass wir darüber gesprochen,
gesprochen haben, als wir uns das erste Mal gesehen haben. Also du warst schon geimpft und hast dich vielleicht auch deswegen dann auch ein bisschen sicherer gefühlt, weil es ja eben schon so Teil des Alltags war, oder?
Voll. Und ich weiß nicht, ob du dich noch erinnern kannst, aber zu diesem Zeitpunkt, da war das noch so, leider auch durch eine echt nicht so gute Kommunikation von politischer Seite hat man das Gefühl vermittelt bekommen, wenn man geimpft ist, kann man sich gar nicht mehr anstecken. Das war am Anfang wirklich der Tenor und da gab es dann so die ersten Fernsehberichter, über Impfdurchbrüche. Ich kann mich wirklich noch daran erinnern, dass das war wie so ein,
oh wow, da hat eine Person trotz Impfung sich mit Covid angesteckt. Das ist ja unglaublich. Und deswegen habe ich mich auch total in Sicherheit gewogen, weil ich dachte, ja, ich bin ja geimpft, ist ja alles gut und alle anderen um mich rum sind auch geimpft. Also kann ja gar nichts passieren.
Und dass es aber eigentlich eher darum ging, die Verläufe weniger schlimm zu machen und nicht, dass kein Mensch mehr sich infizieren kann, Das hat man ja dann erst später so kommuniziert und das hat da leider auch auf jeden Fall mit eine Rolle gespielt. Alle, die dich kennen, wissen, dass diese Infektion dein Leben wirklich nachhaltig verändern wird. Aber vielleicht um zu verstehen, wo du zu dem Zeitpunkt damals stehst, lass uns vielleicht ein bisschen zurückspulen.
Du wächst in Berlin auf, arbeitest schon während deiner Jugend als Schauspielerin und bist dann so als junge Erwachsene irgendwie in diese Medien- und Musikbranche reingekommen. Du hast beim Radio gearbeitet, das hast du gerade schon kurz erwähnt. Du moderierst Hip-Hop-Formate, du bist als Reporterin auf Festivals unterwegs. Das ist ja schon eher gerade Hip-Hop eine sehr Männerdominierte Welt, würde ich jetzt so sagen, als eher Außenstehender.
Was hat dich so an dieser Welt fasziniert? Ich muss zugeben, dass ich da eher zufällig reingerutscht bin. Es war jetzt nicht so, dass ich dachte, ich will da unbedingt rein, sondern ich war irgendwie Deutschrap-Fan.
Ich habe zum Beispiel ganz viel so halt Cousa Vache gehört und die Sekte und Sido und das fand ich halt irgendwie alles krass und habe teilweise auch ein bisschen amerikanischen oder französischen Rap so verfolgt und, Es hat sich eher so ein bisschen durch Zufall ergeben, weil ich wollte unbedingt in die journalistische Richtung gehen.
Ich wollte, weil meine Oma war tatsächlich Kriegsreporterin und es ist natürlich wirklich nicht so richtig miteinander zu vergleichen, dann zu sagen, dann werde ich Deutschrap-Journalistin. Aber ich hatte irgendwie in mir so, ich will was mit Journalismus, mit Medien machen. Ich wollte eigentlich auch so ein bisschen, ich hatte überlegt, Publizistik zu studieren. Und dann habe ich durch Zufall wirklich irgendwo gelesen. Rap.de sucht Praktikanten.
Und das war in dem Moment nur so, ja okay, ich mag Rap, ich möchte Journalismus machen, ich probiere es einfach mal. Und dann habe ich da angefangen und dann ging das auf einmal irgendwie alles ganz schnell. Also plötzlich wurde ich so tief in diese Welt reingezogen und kam dann da auch erstmal übertrieben lang nicht mehr raus und bin eigentlich dort erst so richtig zu der Expertin geworden, die ich dann eben später war und habe auch da erst gecheckt, was das für eine männerdominierte Welt ist.
Als ich da reinkam, habe ich mir vorher gar nicht drüber Gedanken gemacht, aber ich war ja auch 19, 20, als ich mich da reinbegeben habe und noch gar nicht wusste, was auf mich zukommt. Und dann sind ja noch ein paar andere Sachen dazugekommen. Podcast zum Beispiel. Und so haben wir uns kennengelernt. Kannst du dich noch daran erinnern? Magst du es mal kurz erzählen? Ich hatte ein Casting für den Tatort-Podcast.
Es war eben geplant, dass man zusätzlich jetzt zu der Serie, die wir wahrscheinlich alle kennen, zu der Reihe Tatort jetzt auch einen Podcast macht. Und ich wurde mit einem anderen Moderator dafür gecastet und habe erstmal eine Absage bekommen. Und dann wurde sich aber nochmal bei mir gemeldet und dann hieß es ein bisschen, naja, es lag eher an der Konstellation, gar nicht an dir. Wir würden doch gerne, dass du das moderierst, aber wir brauchen quasi den passenden
Partner noch dafür. Und es hat irgendwie wirklich keine Sekunde gedauert, dass ich dich im Kopf hatte und wir kannten uns persönlich gar nicht. Ich habe nur Verbrechen von nebenan verfolgt und war sehr, sehr begeistert von deiner Art und Weise zu erzählen und deine Stimme hat mich auch schon immer super mitgerissen.
So sind wir in Kontakt getreten und dann hat sich auch sehr schnell herausgestellt, dass du auch so einen krassen Bezug zu Tatort hast und dass es eigentlich das perfekte Match war und dann haben wir uns kennengelernt, aber traurigerweise haben wir uns einfach auch nur ein einziges Mal in echt gesehen. Richtig. Das ist so krass. Es fühlt sich so anders an. Also wir haben doch da neulich nochmal drüber geredet, dass es gefühlt so ist, als ob wir uns jetzt schon voll lange kennen,
aber in echt haben wir uns echt nur das eine Mal gesehen. Da komme ich gleich nochmal zu. Also um das nochmal zusammenzufassen, du bist so zum Zeitpunkt deiner Covid-Infektion Musikjournalistin. Du hast, glaube ich, gerade Weird Crimes angefangen. Das war ja auch in dem Jahr. Du hast den Tater-Podcast mit mir zusammen und du warst dann noch so als DJ unterwegs in Deutschland. Also würdest du sagen, dass du damals deinen Traum gelebt hast, wenn man das so cheesy sagen kann?
Also ich glaube, gerade jetzt dann noch in der Konstellation mit meinem Privatleben, was eben dann auch plötzlich so schön und so stabil war wie nie zuvor, ist das gar nicht so übertrieben zu sagen, dass das mein Traumleben war. Du hast es gerade selbst angeschnitten. Ich glaube, Juni 2021 macht dir dein Freund Leon einen Heiratsantrag. Da seid ihr ungefähr ein Jahr zusammen. Plant eure Hochzeit in Rekordtempo, nämlich für Oktober. Auch daran kann ich
mich noch erinnern. Es geht also alles super, super schnell. Warum warst du dir mit Leon so sicher? Und es ist jetzt auch sehr cheesy und ich weiß nicht, ob ich das jemals schon mal öffentlich so gesagt habe, aber bei unserem allerersten Date auf einem Dach in Berlin-Friedrichshain unter Vollmond lag ich in seinen Armen und ich habe mich noch nie in meinem Leben so sicher gefühlt. Und ich war wirklich in dem Moment so, krass, ich kannte dieses Gefühl nicht.
Vielleicht habe ich mich als Kind mal so gefühlt, irgendwie in den Armen meines Vaters oder so, so bescheuert es jetzt klingt, aber als erwachsener Mensch habe ich mich noch nie so geborgen gefühlt. Da habe ich schon gewusst, irgendwas stimmt hier nicht im positiven Sinne und es hat sich sehr, sehr schnell herauskristallisiert, obwohl wir einen unglaublich großen Altersunterschied haben, dass wir gefühlt ein Mensch sind.
Also wir sind halt so ganz klassisch, wir sind Twin Flames, wir sind duale Seelen. Es klingt wirklich mega cheesy, aber so ist es halt normal. Also wir sind seit diesem Tag, an dem wir uns kennengelernt haben, beide, glaube ich, sicher gewesen, dass wir mehr sind als nur zwei Leute, die irgendwie ineinander verknallt sind, sondern mittlerweile kann ich wirklich sagen, auch wir sind Familie. So Leon und ich sind Familie und wir haben so ähnliche Ansichten vom Leben,
von dem, was wir richtig und was wir falsch finden. Und das ist halt auch das Ding, ich glaube, ich dachte früher immer, Gegensätze ziehen sich an. Aber im Fall von Leon habe ich dann gecheckt, es ist auch ganz, ganz, ganz, ganz schön, wenn man einfach ganz ähnlich ist und ganz ähnliche Interessen und Vorstellungen vom Leben hat. Und ja, er ist einfach mein Perfect Match für immer, würde ich sagen. Es ist einfach schön, so über jemand anderen reden zu hören.
Ich habe es extra nochmal recherchiert für diese Folge, weil das passt auch so in diese Zeit. Am 21. September 2021 haben wir uns in Berlin das allererste und auch bis dahin dann das letzte Mal persönlich getroffen beim Fotoshooting für den Tatort-Podcast. Ich weiß nämlich noch, dass du sowas von am Strahlen warst und du hast allen von deiner Hochzeitsplanung erzählt, weil du da gerade so mittendrin steckst.
Vielleicht kannst du ja mal kurz erzählen, wie war denn dann der Tag der Hochzeit, als dann deine Planungen wahr geworden sind? Unvergesslich, also ich kann das gar nicht beschreiben, was da alles passiert ist und... Das Verrückteste war auch im Nachhinein, also dass Leon und ich natürlich glücklich waren, das ist ja das eine, aber da waren so viele Menschen, die später gesagt haben, dass das somit das Magischste war, was sie so an Zusammenkünften von Menschen erlebt haben.
Und da ging es nicht nur um uns beide als Paar, sondern auch, da sind ja ganz viele unterschiedliche Leute zusammengekommen, die sich teilweise auch nicht kannten. Aber da lag so eine Energie in der Luft, die so voller Frieden und Liebe und Freundschaft war, dass das jeden irgendwie mitgerissen hat. Und deswegen ist diese Hochzeit dann so ein bisschen auch als. Ja, also viele haben immer gesagt, das war die schönste Hochzeit aller Zeiten. Und das war natürlich auch für
uns so schön, das zu hören. Und es gab dann auch so ein paar Highlights. Wir haben uns gegenseitig überrascht mit Sachen. Und wir hatten am Ende wirklich fast so ein bisschen so ein kleines Festivalgefühl, weil wir hatten Live-Auftritte von Marian, von Megalo und wir hatten unglaubliche, wir hatten Feuerwerk, wir hatten ganz krasse Leute, die da aufgelegt haben und irgendwie, es gab die ganze Zeit ganz viele tolle Überraschungen und so.
Und ich kann mich auch in einen Moment erinnern, meine Oma, die zu diesem Zeitpunkt 82 glaube ich war, hat irgendwann mich angeguckt, während auch gerade irgendjemand live gespielt hat und ich hatte sie so umarmt und dann hat sie mich angeguckt und hat gesagt, das ist der schönste Tag in meinem Leben. Und da war ich auch so, okay, alles klar. Also egal, was jetzt noch kommt oder egal, was auch vielleicht schiefgelaufen ist. Weil natürlich sind auch Sachen schiefgelaufen.
Das gehört aber zu so einer Hochzeit ja auch dazu. Aber allein, dass meine Oma gesagt hat, das ist der schönste Tag in ihrem Leben. Da war schon so, gut, was soll noch kommen? Du hast es gerade schon ein bisschen beantwortet, aber ich frage es trotzdem nochmal. Hättest du was anders gemacht, wenn du zu dem Zeitpunkt schon gewusst hättest, dass das die letzte richtige Party für den bisherigen Rest deines Lebens sein wird?
Ganz viel, ich hätte halt erstens die Tage davor sehr viel mehr geschlafen und sehr viel mehr eben auch Leute um Hilfe gefragt, weil ich war dann, ich hab selber noch morgens, Also am Tag der Hochzeit habe ich morgens noch diese Geschenktüten mit eingepackt und habe so viel gemacht, dass ich eigentlich den Großteil der Zeit halt nicht so anwesend war, wie ich sein sollte. Was dann auch dazu geführt hat, dass ich für meine Verhältnisse relativ früh so fertig war.
Und ich kann mich erinnern, es war halt glaube ich so 5 Uhr morgens. Andere Leute sagen jetzt, ja 5 Uhr morgens ist doch eine gute Zeit. Aber ich sage nein, es hätte auch eigentlich so sein können, dass Leon und ich noch bis 8 Uhr oder 9 Uhr wach sind, weil es unsere Hochzeit war und weil viele unserer Leute noch so lange wach waren. Aber ich konnte um 5 Uhr einfach nicht mehr.
Und natürlich, wenn ich jetzt zurückdenke, dass es die letzte große Party sozusagen meines Lebens war, dann denke ich halt schon, manchmal hättest du noch länger durchgehalten, hättest du irgendwie noch Kraftreserven aufgebracht. Und eben vor allen Dingen auch, ich hätte manche Dinge auch. Einfach an diesem Tag ignorieren müssen und sagen müssen, es ist egal, ob das jetzt läuft oder nicht.
Ich bin einfach nur im Hier und Jetzt. Und deswegen, also kann ich dir schon mal sagen, wir haben uns versprochen, dass wir spätestens zu unserem fünfjährigen Hochzeitsjubiläum, was nächstes Jahr ist, nochmal eine kleine Hochzeit veranstalten werden. Vielleicht nicht so groß wie damals, aber wir wollen uns, glaube ich, diesen Moment auch nochmal so ein bisschen zurückholen.
Und wir wollen nochmal versuchen, Also klar, man wird das nicht genauso rekonstruieren können, das wollen wir auch gar nicht, aber mit den veränderten Umständen sozusagen wollen wir uns nochmal zusammen zelebrieren. Ja, das fühle ich sehr.
Bevor ihr dann eure Hochzeitsreise antreten könnt, die ja auch schon geplant ist, steckst du dich dann mit Corona an, das ist der Moment, über den wir am Anfang schon gesprochen haben und auch daran erinnere ich mich noch, irgendwann kam dann die Nachricht ja, Lotti ist Corona-positiv, ich glaube irgendeine Aufnahme musste geschoben werden oder so, also irgendwie haben wir im Team dann davon erfahren und ich glaube
da war so bei allen der Gedanke, oh ja, gute Besserung, nehmen wir halt eine Woche später auf. Weißt du, also das war ja damals schon, hat ja ein Teil auch seines Schreckens schon verloren, weil man ja viele kannte, die sich infiziert hatten und die einen leichten Verlauf hatten. War das bei dir auch so, dass du gedacht hast, ja mein Gott, ist jetzt nervig, aber geht bestimmt halt wieder vorbei oder hast du direkt gemerkt irgendwie, das ist jetzt was Krasseres?
Ich muss schon zugeben, dass ich da relativ schnell dann doch, sehr viel Angst empfunden habe, weil ich aber auch gemerkt habe, es fühlt sich anders an als alles, was ich bisher so an Erkältungen oder selbst auch Grippe oder so bis jetzt gespürt habe. Es war halt vor allen Dingen bei mir so, dass ich sehr schnell diese Symptome rund um mein Herz gespürt habe und.
Ich lag halt im Bett und hatte Herzrasen des Grauens und dachte am Anfang noch, ja okay, ich bin gerade psychisch nicht so richtig, also es ist mir gerade anscheinend ein bisschen zu viel jetzt hier mit Covid und habe das dann darauf geschoben, dass ich jetzt Angst habe, weil ich mich infiziert habe. Aber dazu kamen dann auch so Symptome eben, also ich hatte wirklich ein unbeschreiblich krasses Brennen beim Atmen.
Ich hatte jetzt gar nicht den schlimmsten Husten der Welt, aber meine Bronchien haben so schnell so gebrannt beim Atmen, aber auch meine Nasennebenhöhlen und so, mein Hals, alles hat einfach extrem gebrannt. Und da habe ich schon auch gedacht, das fühlt sich hier alles gerade falsch an. Und das hat sich sehr schnell immer weiter so hochpotenziert, dass ich gemerkt habe, hier sind Symptome gerade in und an mir, die ich nicht zuordnen kann. Und auch sowas wie meine Hände.
Ich habe das erst mal so beschrieben, dass ich gesagt habe, es fühlt sich an, als hätte ich in Schnee gegriffen. Und erst im Nachhinein habe ich verstanden, dass das wahrscheinlich mit Durchblutungsproblemen zusammenhängt. Und ich konnte es mir gar nicht so richtig erklären. Und ich habe auch ganz, ganz hoch Fieber bekommen, ganz, ganz krass Schüttelfrost und ja, es war schon so, dass ich dachte, boah. Das fühlt sich hier gerade so an, als wenn das auch alles sich noch schlimmer
entwickeln könnte. Also das Gefühl hatte ich irgendwie schon. Das heißt, das haut dich schon richtig aus dem Leben. Aber das ist ja noch nicht alles, weil gleichzeitig hast du ja noch einen leichten Bandscheibenvorfall, der sich dann während der Infektion drastisch verschlimmert. Also was passiert denn da oder was ist da passiert? Ja, also manchmal im Nachhinein denke ich mir auch, wie viel Pech kann man haben.
Aber ich glaube, bei mir hatte es aber auch einen sehr leicht erklärbaren mechanischen Grund, denn ich hatte, wie gesagt, so krass Schüttelfrost, dass ich, es war glaube ich, erst die zweite oder dritte Nacht im Bett lag und zu diesem Zeitpunkt, ich hatte das Gefühl, ich bin fast schon fertig mit diesem Bandscheibenvorfall. Ich hatte Physiotherapie, ich konnte schon wieder laufen und springen, es war schon wieder alles soweit gut.
Und mitten in der Nacht bin ich wach geworden, weil mein Körper wirklich gewackelt hat. Also ich habe hoch und runter gezittert, weil ich glaube ich irgendwie über 40 Fieber hatte und mein Körper versucht hat halt mit Schüttelfrost irgendwie dagegen anzukämpfen.
Und während ich das gemerkt habe, hat es auf einmal einen ganz krassen Schmerz in meinem Rücken gegeben und plötzlich habe ich gemerkt, ich kann mein Bein nicht mehr so bewegen und ich lag da und war richtig so, Gott, was ist gerade passiert? Und irgendwann habe ich versucht aufzustehen und habe halt gemerkt, ich kann nicht mehr richtig laufen.
Und ab dann wurde quasi aus einem eh schon sehr, sehr unangenehmen Zustand für mich im Nachhinein ein sehr, sehr muss ich wirklich sagen, traumatischer, albtraumhafter Umstand, denn. Ich konnte nur noch rumpelnderweise mich fortbewegen, wenn ich überhaupt aus dem Bett aufstehen konnte, aber dazu kam, dass mein Bein angefangen hat, taub zu werden. Also mein rechtes Bein ist einerseits, also der komplette Unterschenkel war auf der Hinterseite taub, aber auch mein halber Fuß.
Also ich konnte meine Zehen außen nicht mehr spüren und ich hatte halt noch nie in meinem Leben solche Symptome und lag da isoliert mit Covid und habe ab dann angefangen, rumzutelefonieren bei Ärzten, auch beim ärztlichen Notdienst, um zu fragen, Leute, was mache ich denn jetzt? Weil das wirkt hier gerade ganz, ganz schlimm.
Und dann wurde mir auch von allen gesagt, oh, also das nächstschlimmste, was jetzt passieren kann, ist, dass du quasi auch kein Gefühl mehr in deinem Unterleib zum Beispiel hast. Und wenn das passiert, dann muss es sofort innerhalb von wenigen Stunden eine Notoperation geben, weil sonst kann ich im Rollstuhl landen, so nach dem Motto. Und gleichzeitig wurde mir aber vermittelt, ja, dadurch, dass sie Corona-positiv sind, Bleiben Sie mal zu Hause, bitte.
Und ich glaube, jetzt heute würde man ganz anders damit umgehen. Also es würde trotzdem jemand normal behandelt werden. Aber ich wurde wirklich, hatte dann auch gefragt, ob ein ärztlicher Notdienst zu mir kommen kann. Das wurde aber, weil ich positiv war, mir nicht gestattet. Ich konnte aber auch nicht rausgehen. Und das heißt, ich war gefangen mit diesen Schmerzen, mit diesen Symptomen und dem Gefühl, es kann jederzeit so schlimm werden, dass es eine Notoperation benötigt.
Und das hat, glaube ich, wirklich alles noch mal so um ein Tausendfaches verschlimmert, weil ich dort lag und ich habe mich richtig verloren gefühlt. Und auch so, als wenn mir einfach niemand helfen will. Und das war ganz, ganz schlimm, muss ich ehrlich sagen. Also diese beiden Sachen auf einmal, das hat mich wirklich echt an den Rand meiner Kapazitäten gebracht. Ich glaube, das ist so das, was man im Englischen The Perfect Storm nennt. Also die größte Scheiße kommt irgendwie zusammen.
Und dann bist du halt so brav und wartest sozusagen, bis du negativ bist. Also erst nachdem der Test dann negativ ist, gehst du ins Krankenhaus. Aber da ist Corona für dich gar nicht mehr so das Thema, sondern erstmal der Rücken logischerweise. Und was sagen die da zu dir? Das war ja nämlich das Ding, dass es mir dann gefühlt ein bisschen besser ging.
Ich habe zwar schon gefühlt, ich bin irgendwie schwach, ich fühle mich nicht fit, aber ich konnte wieder halbwegs laufen, halbwegs rausgehen, aber eben mein Bein und mein Rücken waren komplette Katastrophe und dann wurden MRTs und so weiter gemacht und mir wurde von mehreren Menschen bestätigt, oha, das ist ein Massenvorfall. Also bedeutet quasi aus einem Bandscheibenvorfall sind mehrere geworden und das sieht so fatal aus und auf meine Art und Weise zu laufen und alles.
Mir wurde halt von, wie gesagt, mehreren Personen gesagt, wir müssen das operieren. Das lässt sich nicht mehr mit Spritzen oder mit Physiotherapie wieder hinbekommen. Und zwar, wir müssen eigentlich innerhalb der nächsten Tage operieren.
Mit diesem Gefühl bin ich dann natürlich so erstmal, okay, scheiße, ja, was soll ich machen, ich muss das jetzt durchziehen, aber ich wollte auch, dass es aufhört und ich wollte, dass diese Schmerzen aufhören und natürlich auch die Taubheit und so verschwindet und deswegen hatte ich dann schon einen OP-Termin für drei Tage später, sollte dann quasi wieder ins Krankenhaus kommen und ich habe aber weiterhin gemerkt, boah, mir ist schwindelig, ich fühle mich irgendwie sehr kurzatmig,
ich hatte krasse Kopfschmerzen die ganze Zeit und ich habe wirklich so gedacht. Wenn ich mich operieren lasse, dann muss nochmal irgendwer mich durchchecken. Es war dann ein Tag vor der OP, sollte ich nochmal zur Voruntersuchung in Bezug auf Anästhesie und solche Sachen und diese Gespräche alle durchgehen und war nur deswegen im Krankenhaus. Also ich dachte, ich werde ein paar Stunden später wieder mit Leon nach Hause fahren und am nächsten Tag werde ich operiert.
Dann war es aber eben so, dass ich darauf bestanden habe, weil der Anästhesist meinte, ja ist alles gut, wir können sie morgen operieren. Der Orthopäde meinte, ist alles gut, wir können sie morgen operieren. Und ich habe halt gesagt, Leute, ich fühle mich gar nicht gut, ich fühle mich richtig schwach, ich fühle mich schlecht, können wir das bitte nochmal irgendwo checken lassen?
Und dann war eben im Krankenhaus ein Allgemeinarzt und dann haben die mich fast so ein bisschen widerwillig da so hingeschickt und das ist so der nächste wirklich für mich traumatischste Punkt in dieser ganzen Geschichte gewesen, weil ich habe gemerkt, dass das was nicht stimmt, aber ich hatte keine Ahnung, wie schlimm es ist.
Und ich saß dann da, er hat meinen Blutdruck gemessen, hat mich schon so angeguckt, als wenn er irgendwie einen Geist sieht, dann sollte ich so einen Lungenfunktionstest machen und halt so viel doll atmen, wie ich konnte und der hat halt gesagt, das ist nicht messbar, also es ist so wenig, da kann ich gar nichts mit anfangen. Dann hat er sich nochmal meinen Puls angeguckt, hat mir irgendwie so ein Kurzzeit-EKG irgendwie angelegt und dann hat er mir gesagt.
Also es ist wirklich, ich werde es nie vergessen, hat mich angeguckt und hat gesagt, sie sind sehr, sehr krank. Und ich wusste halt in dem Moment gar nicht, was der meint und habe dann auch gefragt. Und dann hat er gesagt, ihre Werte sind katastrophal, ihr Blutdruck, ihr Puls, Lungenfunktionstest, das ist alles so schlimm, dass sie sofort in die Notaufnahme müssen. Und zu diesem Zeitpunkt, Leon hatte noch draußen gewartet und wir waren eigentlich so, ja, wir gehen in zehn Minuten wieder.
Und plötzlich musste ich ihm schreiben, du, ich liege jetzt in der Notaufnahme. Weil es ging so schnell, ich wurde quasi von der einen Tür dann von einer Mitarbeiterin rübergebracht in die Notaufnahme und plötzlich lag ich da auf einer Liege. Und es wurde mit mir gesprochen, dass es irgendwie sein kann, dass ich entweder eine Lungenembolie habe oder einen Herzinfarkt oder ich weiß es nicht. Also es standen plötzlich so viele Sachen im Raum, dass ich wirklich, das war wie in so einem Albtraum.
Schritt für Schritt wurde es immer schlimmer und ... Dann hat es auch nicht lange gedauert, bis ich quasi das erste Mal die erste Diagnose dann auch schon bekommen habe, während ich noch in der Notaufnahme lag. Aber hast du das zu dem Zeitpunkt schon mit der Covid-Infektion in Verbindung gebracht? Oder war das so weit auseinander? Okay, du hast dir schon gedacht, dass es damit zusammenhängen muss. Es war zu diesem Zeitpunkt ja ungefähr vier Wochen her, meine Covid-Infektion.
Und ich habe ja gespürt, dass ich seitdem nie wieder so richtig, also ich habe mich ein bisschen besser gefühlt. Ich hatte ja auch zwischenzeitlich zum Beispiel komplett meinen Geruchs- und Geschmacksinn verloren. Also ich hatte ja wirklich gar nichts mehr davon und das war zum Beispiel langsam wieder zurückgekehrt. Deswegen, ich habe gespürt, ich bin in einer Erholungsphase, aber die fühlte sich relativ zögerlich an und deswegen war mir da schon klar, das muss damit zusammenhängen.
Das kann gar nicht anders sein. Und ich hatte ja auch schon gehört, dass man wusste ja, dass es auch Menschen gibt, die auch irgendwie Schäden von so einer Infektion davon tragen können. Aber ja, ich hätte dann trotzdem auch niemals gedacht, dass das bei mir so viele Baustellen auf einmal plötzlich hervorbringt. Also das war komplett verrückt. Die allermeisten von euch haben sich wahrscheinlich mindestens einmal eher mehrfach mit dem Coronavirus eingesteckt.
Wenn nach einer Covid-Infektion aber nicht wieder alles gut ist, sondern gesundheitliche Einschränkungen bleiben oder auftreten, dann sprechen wir klassischerweise von Long-Covid. Und das betrifft ziemlich viele Leute. Eine Studie kommt zu dem Schluss, dass mindestens 10% der Menschen, die sich mit Corona infizieren, später beschwerden im Rahmen einer Long-Covid-Erkrankung. Long-Covid gibt es aber nicht das eine Symptom oder das eine Krankheitsbild.
Es handelt sich um verschiedene mögliche gesundheitliche Langzeitfolgen und die können körperliche, kognitive oder auch psychische Beschwerden auslösen oder alles zusammen. Und weil die Krankheit so unterschiedlich aussieht, ist die WHO letztes Jahr dazu übergegangen, Long-Covid nicht mehr anhand von Symptomen zu definieren, sondern als infektionsassoziierten chronischen Krankheitszustand, bei dem mindestens ein Organsystem betroffen ist und das über mindestens drei Monate.
Ab da spricht man dann auch von Post-Covid. Aktuell geht man davon aus, dass etwa ein bis zwei Prozent aller Corona-Infizierten eine schwere Form von Long- oder Post-Covid entwickeln. Das heißt in dem Fall, dass sie nach mindestens sechs Monaten die Diagnose-Kriterien für den ME-CFS erfüllen. Das ist ein Fatigue-Syndrom, bei dem Betroffene chronisch erschöpft sind, sowohl körperlich als auch geistig. Das ist ja ganz klar, dass das zu einer drastisch verschlechterten Lebensqualität führt.
Betroffene können oft nicht mehr arbeiten und teilweise nicht mal mehr aus dem Haus gehen oder auch nur ihr Schlafzimmer verlassen, weil sie dazu einfach keine Kraft mehr haben. Und das ist natürlich für einen einigermaßen gesunden Menschen wie mich ein absoluter Horrorfall. Lottie ahnt damals noch nicht, wie lang und wie schwer diese Erkrankung ihr Leben in Zukunft beeinträchtigen wird.
Du bekommst dann in der Notaufnahme innerhalb von kürzester Zeit verschiedene Diagnosen gestellt, die komplett absurd wirken, wahrscheinlich im ersten Moment, oder?
Ja, also die erste konkrete Frage, die ich dann gestellt bekommen habe, neben diesen Verdachtsdiagnosen im Sinne von, wir müssen jetzt sofort gleich ein Lungen-CT machen, weil wir müssen gucken, ob sie eine Lungenembolie haben, dann wurde ja Blut abgenommen und es wurde sofort gesagt, oh, da habe ich zum ersten Mal in meinem Leben von Troponin gehört und habe dann auch gefragt, was das bedeutet.
Und dann wurde mir halt gesagt, es sterben Herzmuskelzellen bei ihnen ab und wir müssen jetzt gucken, woran das liegt, weil das ist eigentlich ein Hinweis auf einen Herzinfarkt und dann ging es aber auch los mit, ja und haben sie eigentlich Diabetes und ich war so, nein, was ist das jetzt für eine komische Frage und ich war auch.
So uninformiert zu diesem Zeitpunkt, dass ich auch in dem Moment erst mal gar nicht so genau wusste, also was genau meint sie jetzt damit, warum stellt sie diese Frage und habe dann gesagt, ja ich weiß nicht, ob das jetzt irgendwie eine Rolle spielt, aber meine Oma hatte Diabetes, also meine Oma, die leider schon früh verstorben ist, die hatte Typ 2 Diabetes und dann meinte ich so, hat das irgendwas damit zu tun? Und sie so, nee, nee, nee, es geht bei ihnen schon um Typ 1 Diabetes.
Und ich so, okay, nee, ich habe keinen Typ 1 Diabetes. Und sie so, okay, im Nachhinein weiß ich, mein Blutzucker war da auch schon vollkommen irgendwie fernab von gut und böse. Und gleichzeitig eben aber auch mein Blutdruck und alle Vitalwerte waren komplett auf Chaos sozusagen. Ja, und dann gingen die ersten Untersuchungen los und ich wurde da in alle möglichen Räume geschoben, es wurden alle möglichen Sachen gemacht. Und nach drei, vier Stunden hieß es dann Verdacht auf Herzmuskelentzündung.
Zumindest schon mal gut, okay, wahrscheinlich keine Lungenembolie, kein Herzinfarkt, aber Herzmuskelentzündung und sie müssen im Krankenhaus bleiben. Und das war dann der nächste wirklich unfassbare Schock, weil ich muss zugeben, es ist auch vielleicht so schon immer eine leichte Angst bei mir vor Krankheiten da gewesen, die jetzt nicht in die hypochondrische Richtung geht.
Aber ich hatte in der Vergangenheit schon ein paar Mal so absurde Erkrankungen, die sich dann auch immer schwer erklären ließen, die bei mir so ein Grundgefühl ausgelöst haben, dass mich manchmal einfach seltsame Scheiße trifft, die andere Leute nicht haben. Und deswegen waren so Sachen wie Herzmuskelentzündung oder so, das war ganz oben auf der Liste von, ich habe wirklich unfassbare Angst davor, bitte, bitte nicht.
Also andere Leute hätten vielleicht gesagt, ja okay, aber für mich war das schon so, oh mein Gott, wie soll ich damit jetzt umgehen, was soll ich jetzt machen. Also ich habe wirklich auch an dem Tag einen kleinen Nervenzusammenbruch dann noch im Krankenhaus gehabt und habe wirklich ganz, ganz, ganz, ganz krass geweint und kam wirklich erstmal gar nicht klar darauf, was da gerade alles passiert ist. Also zu dem Zeitpunkt bist du auf der kardiologischen Station, glaube ich.
Wie sind die mit dir umgegangen? Mit deiner Angst und deiner Panik? Ja, schwierig. Also ich verstehe, dass die da alle nur ihren Job machen und dass die auch andere Sachen zu tun haben, als da jemanden zu trösten. Aber es war das Problem, dass bei mir natürlich auf mehreren Ebenen gerade sehr viele Probleme gleichzeitig da waren. Weil ich hatte ja, du weißt ja, ich hätte ja am nächsten Tag diese Operation gehabt. Ich hatte unfassbare Schmerzen, immer noch ein taubes Bein.
Ich kam gerade aus 14 Tage Isolation, frisch verheiratet, wurde jetzt schon wieder von meinem Ehemann getrennt, der mich noch nicht mal besuchen durfte, weil zu diesem Zeitpunkt ja komplett Isolation. Das heißt, ich war wieder Muttersehen alleine, hatte nur mein Kuscheltier. Und ich habe gedacht, wann hört denn dieser Albtraum auf? Weil natürlich schon diese ganze Covid-Zeit, es war ja schon schlimm genug.
Und ich hatte einen kleinen Nervenzusammenbruch. Und ich lag da, mein Herz, auch mein Puls war so hoch, dass ich mich gar nicht beruhigen konnte. Und dann habe ich einfach gesagt, also Leute, ich kann nicht schlafen, ich komme nicht klar, ich brauche irgendwie Hilfe. Und dann hat man mir sehr schnell einfach eine Tablette gegeben zur Beruhigung, wo ich im Nachhinein gecheckt habe, oh krass, ich hatte wirklich Glück.
Denn diese Tabletten haben mich die nächsten Wochen oder die nächsten Tage vor allen Dingen so über Wasser gehalten, dass ich fast eine Abhängigkeit entwickelt hätte, weil ich mir das jeden Tag reingepfiffen habe, ohne zu wissen zu diesem Zeitpunkt, dass es halt höchstgradig schnell abhängig macht.
Und man hat quasi also einen Menschen, der mit offensichtlich organischen Problemen da ankommt, die man sogar im Blut nachweisen kann und so weiter nach einer Covid-Infektion, statt mich richtig zu behandeln, mir direkt irgendwie Medikamente zu geben, wurde ich einfach ruhiggestellt mit Beruhigungsmitteln. Vielleicht auch damit ich weniger nerve. Ich weiß es nicht. Also das ist auf jeden Fall mir auch erst später bewusst geworden, dass das dann am Ende nicht so der richtige Umgang mit mir war.
Hast du zu dem Zeitpunkt irgendwann mal gedacht, es könnte sein, dass ich jetzt sterbe? War das in dir drin der Gedanke schon, weil du gesagt hast, dass du so einen kleinen Nervenzusammenbruch da hattest? War das ein Gedanke, der dich beschäftigt hat? Der Gedanke kam ein paar Tage später. Also es war ja so, dass ich mich in diesem Krankenhaus auch so unwohl gefühlt habe und dann zwischen Tür und Angel am nächsten Morgen meine Typ-1-Diabetes-Diagnose bekommen habe.
Also von wirklich so eben noch, ja jetzt gibt es Frühstück und dann kommen zwei Ärzte rein, so wirklich mit, wir haben jetzt noch zwölf andere Termine, was ich auch wieder verstehe, aber für mich ist das eine lebensverändernde Diagnose, die ich für den Rest meines Lebens behalten werde.
Und im Nachhinein denke ich mir wirklich, die Zeit, sich da kurz hinzusetzen, mir das alles in Ruhe zu erklären und mir auch ein bisschen Beistand dabei zu leisten, hätte man sich vielleicht nehmen können, hat man aber nicht. Und das alles hat dazu geführt, dass ich mich dort so unsicher gefühlt habe und einfach dachte so, nee, wenn ich schon im Krankenhaus bin, dann muss ich da irgendwie einfach das Gefühl haben.
Genau, und dazu kam auch noch, ich war in einem Krankenhaus relativ weit außerhalb, weil ich dort eben operiert werden sollte. Und ich wollte dann auch wieder näher einfach bei Leon sein und bei meiner Familie und habe mich dann erstmal auf eigene Faust nach ein paar Tagen selbst entlassen. Hatte aber alle möglichen Termine dann als ambulante Patientin für Kardiologie, für Diabetologie und so weiter.
Und dann kam aber drei Tage später der Moment und ich habe schon gemerkt, scheiße, mir geht es schlechter und schlechter und schlechter. Also aus diesen Gefühlen, dass irgendwas mit meinem Herz nicht stimmt wurde, wirklich die Gewissheit. Also ich habe mich gefühlt, während ich mit Leon eine Serie geguckt habe, ich wollte mich damit ja eigentlich ablenken, aber ich habe mich die ganze Zeit, kennst du das Gefühl, wenn du so...
Ja, also keine Ahnung, wenn du entweder weißt, du hast morgen den krassesten Auftritt deines Lebens und so ist dein Herz die ganze Zeit oder wenn du eben in einer Achterbahn gerade so runter und wieder hoch fährst und so hat sich mein Körper die ganze Zeit angefühlt, der ist nicht mehr zur Ruhe gekommen und parallel dazu hatte ich wirklich so schlimme Kopfschmerzen, dass ich nicht mal mehr meinen Kopf nach links und rechts bewegen konnte und wir haben schon beide gemerkt,
ey, das ist ein Zustand und ich habe mir dann weiter Beruhigungsmittel die ganze Zeit reingepeitscht, was ich früher nie gemacht hätte. Aber ich musste irgendwas tun, um schlafen zu können. Und dann sind wir eben an diesem einen Morgen, drei Tage später, losgegangen und wir wollten eben zu einer ambulanten Untersuchung ins Krankenhaus fahren und ich bin. Also ich stand im Hausflur und mit jedem Schritt, den ich weitergemacht habe, ist mir immer schwindeliger und schwärzer vor Augen geworden.
Mein Herz hat so gerast, ich habe keine Luft mehr bekommen. Und irgendwann bin ich wirklich so zusammengesackt und bin dort auf den Stufen so sitzen geblieben, kurz vor, wirklich noch mit dem Kopf auf den Boden knallen. Und dann war eigentlich, also nach ein paar Sekunden war klar, Leon ruft jetzt einen Rettungswagen, weil es nicht mehr ging. Ich konnte nicht mehr laufen, ich konnte nicht mehr stehen. Und das war der Tag, muss ich sagen. Also das war wirklich der schlimmste Tag.
Also ich glaube, es war wirklich der schlimmste Tag meines Lebens, würde ich jetzt behaupten. Weil auch da könnte man ja jetzt denken, ja cool, es kam ein Rettungswagen, dann ist ja bestimmt alles gut gegangen. Aber stattdessen bin ich in die schlimmste Notaufnahme gekommen, in die ich hätte kommen können und hatte ab da eine Odyssee die nächsten zwölf Stunden, in der ich definitiv, also da hatte ich mehrfach den Gedanken, dass ich sterben werde.
Wie fühlt sich das an? Kannst du uns mitnehmen, wenn das für dich okay ist und nicht zu emotional? Ich glaube, das Schlimmste für mich war, dass ich eigentlich an einem Ort war, an dem man mir hätte Sicherheit geben können und müssen. Ich mich aber so sehr verloren und verlassen gefühlt habe, weiterhin niemand bei mir sein konnte. Also es war eben die Zeit auch, ich lag in dieser einen Notaufnahme neun Stunden alleine im Gang.
Und neun Stunden um mich rum habe ich die schlimmsten Sachen miterlebt. Da war irgendwie war das an dem Tag vielleicht auch wirklich der schlechteste Tag des Jahres. Ich weiß es nicht, was da war, aber da lief alles schief und alle waren so überfordert, die da gearbeitet haben und ich mittendrin. Und ich habe einfach gespürt, wie mein Körper von Stunde zu Stunde mehr abgebaut hat. Und dieses Gefühl, dass man denkt, aber hier sind doch alle Menschen, die mir helfen könnten, aber mir hilft keiner.
Das hat zusätzlich zu dieser Todesangst einfach auch so eine Wut und so eine Verzweiflung ausgelöst. Dass ich, ich glaube ich habe da wirklich leider an diesem Tag nicht nur, also ich habe ein Trauma einerseits von diesem, also sozusagen ein medizinisches Trauma, wem kann ich hier noch vertrauen und helfen mir Menschen in medizinischen Einrichtungen, sondern eben auch dieses, mein Körper ist so fragil, dass.
Ich sozusagen ihm dabei zugucken kann, wie er von Stunde zu Stunde immer mehr abbaut und das hat sich auch später, anhand der Blutwerte, also wie meine diese absterbenden Netzmuskelzellen, sowas kann sich dann eben auch steigern und wie viel mehr das dann auch geworden ist über die Stunden, was darauf hingewiesen hat, unter was für einem Stress mein Körper stand und.
Ich merke, jetzt habe ich dir eigentlich gar nicht richtig deine Frage beantwortet, vielleicht auch, weil es so schwer ist zu sagen, wie es sich anfühlt, Aber ich hatte in all dem Chaos und in all der Panik und in all der Traurigkeit auch einen ganz, ganz friedlichen Moment, weil ich irgendwann auch da nach zehn Stunden oder so gesagt habe, ich muss hier weg, ich kann hier nicht mehr bleiben, obwohl man mir dann ein Zimmer angeboten hat.
Und ich habe gesagt, ich werde in diesem Krankenhaus keine fünf Minuten mehr bleiben. Und bin dann zu einer nächsten Notaufnahme gefahren, zum Glück zurückgezogen. In einem Krankenhaus, in dem meine Tante arbeitet. Sie arbeitet dort in der Verwaltung sozusagen. Sie hat dann, und ich wollte dieses Privileg gar nicht ausnutzen im Vorfeld. Ich war sozusagen ganz normal, immer sonst in allen anderen Krankenhäusern. Und da war ich so verzweifelt, dass ich gesagt habe, kannst du mir helfen?
Und sie hat dafür gesorgt, dass Leon für eine halbe Stunde mit reinkommen durfte in die Notaufnahme. Und ich durfte dort in einem Zimmer, in einem Bett liegen, in der Notaufnahme mit Leon an meiner Hand. Und nach dieser stundenlangen Angst, dass ich hier alleine einfach auf dem Flur sterbe, war es so. Ihn an meiner Hand zu haben, dort mich so sicher zu fühlen, diese Ruhe zu spüren und da das Gefühl zu haben, ich werde jetzt ernst genommen.
Weil ab dann waren da wirklich Menschen um mich rum, die gesagt haben, okay, alles klar, du brauchst Hilfe, das und das machen wir und das und das wird jetzt hier passieren. Und ab da, ich hatte immer noch Angst, dass ich sterbe, muss ich sagen. Ich hatte wirklich Angst, auch wenn Leon jetzt geht, dass wir uns nie wiedersehen. Es war wirklich, es war ganz, ganz schlimm. Als wir uns verabschiedet haben, habe ich da auch wieder einen Heulkrampf bekommen und habe kaum mich beruhigen können.
Aber überhaupt dieser Moment, das werde ich eben auch niemals vergessen, als er meine Hand gehalten hat und ich das Gefühl hatte, jetzt ist gerade ganz kurz alles wieder gut. Und ich hatte das, glaube ich, schon mal in diesem Long-Covid-Podcast erzählt, den ich gemacht habe. Es ist, im Nachhinein finde ich es auch so krass, dass ich da so weit dran gedacht habe. Aber ich habe wirklich noch ein Foto von uns beiden gemacht.
Also ich habe so ein Selfie gemacht, weil ich irgendwie dachte, das ist das letzte Bild von uns beiden. Und ich habe noch so ein bisschen so halb gelächelt darauf und habe irgendwie gedacht, das könnte das letzte Foto sein von uns beiden. Und habe noch so einen dummen Gedanken gehabt, ob ich darauf irgendwie halbwegs gut aussehe, weil das ja das letzte Foto von mir ist, was er dann auch hat und so. Und ja, ja.
Das hat sich ja zum Glück nicht bewahrheitet. Also dieser Tag, den werde ich niemals vergessen. Und das hat sich ja dann eben auch herausgestellt, dass von diesen leichten Werten, die ich am Anfang hatte, von wegen hier sterben ein paar Herzmuskelzellen ab, habe ich mich dann an diesem Abend in einem Bereich wiedergefunden. Der hingedeutet hat auf, das könnte auch ein leichter Herzinfarkt sein. Und das hat sehr gut am Ende wieder gespiegelt.
Wie schlecht ich mich gefühlt habe und nicht nur das. Also ich habe mir später nochmal diese ganzen Blutwerte auch angeguckt an diesem Tag. Es war wirklich, also das war eine Konstellation, die auch laut mehreren Studien im Kontext mit schweren Covid-Erkrankungen darauf hindeutet, dass ich nicht nur das Gefühl hatte, sondern dass Menschen mit dieser Konstellation an Blutwerten eine sehr viel höhere Wahrscheinlichkeit haben, daran zu versterben.
Also das war Fakt, weil bei mir war nicht nur Herz-Kreislauf, nicht nur Herz, sondern auch meine Nieren, meine Leber, meine Lunge, da waren so viele Sachen gleichzeitig in dem Moment, dass ich wirklich einfach auch Glück hatte, muss man sagen.
Ich muss mich gerade selber kurz ein bisschen sammeln, weil das ist, also dieser Podcast ist immer emotional für mich, weil es ja immer um schwere Schicksale geht, aber es ist nochmal was anderes, wenn dir das ein Mensch erzählt, den du so doll magst, wie ich dich mag, so, das macht gerade voll was mit mir. Also du bist jetzt in einem besseren Krankenhaus, wo du dich besser aufgehoben fühlst. Allerdings auch da geht es dir dann immer schlechter.
Also am Anfang wirst du noch mit dem Rollstuhl von Untersuchung zu Untersuchung geschoben und irgendwann dann nur noch im Bett. Dieser Wandel von einem gesunden Menschen, der gerade geheiratet hat, der sich aus einer Hochzeitsreise freut, dann zu dieser neuen Realität, die eigentlich nur aus Untersuchungen und Warten und Rumliegen und neuen Hiobsbotschaften besteht. Was gibt dir in dieser Zeit Kraft, irgendwie weiterzumachen?
Weil es gibt ja bestimmt auch Leute, die in deiner Situation gesagt hätten, es bringt dir alles nichts mehr. Ich muss jetzt übrigens auch weinen, weil ich gerade wieder gemerkt habe, es ist ganz krass, wenn ich das so erzähle. Ich glaube, ich habe ein bisschen einen Schutz mir aufgebaut, weil mir das natürlich auch wehtut, da reinzugehen. Ich habe dann teilweise das Gefühl, ich erzähle so von außen und bin so ein bisschen so, ja, ja, dann ist das und das und das passiert.
Und sobald ich quasi nur einen Schritt zu doll reingehe, denke ich halt auch
wieder daran, was das einfach für eine schlimme Zeit war. Ich habe mich halt, auf eine Art erstmal in Sicherheit gewogen und ich habe dann endlich Medikamente bekommen und endlich wurde auch, ich war ja frisch Diabetes diagnostiziert, aber ich wurde ja noch gar nicht richtig behandelt und dann wurde mir in dem Krankenhaus zum ersten Mal Insulin gespritzt und alles, und dann habe ich aber gemerkt und das war wieder dieses nächste Gefühl von
obwohl mir hier geholfen wird und obwohl mich hier Menschen ernst nehmen, ändert es aber nichts daran, dass es mir immer schlechter geht und dass es einfach nicht aufhört und ich dachte die ganze Zeit, es muss doch aufhören und es gab eben wirklich.
Tage, da ich konnte mir eben nicht mal mehr alleine irgendwie die Socken anziehen und ich war so am Ende meiner Kräfte, obwohl ich den ganzen Tag lag, dass ich eben für gewisse Untersuchungen, ich wurde dann wirklich mit dem Bett da zum CT geschoben und ich konnte mich nicht mal mehr halten, damit man meine Lunge untersucht oder irgendwas oder auch dann weiterhin diese Lungenfunktionstests.
Ich hatte keine Kraft da rein zu atmen und ich habe wirklich gedacht, wenn das jetzt mein Leben ist und wenn das jetzt so bleibt, wie soll ich das aushalten? Also wie soll ich, das kann doch nicht, das kann doch jetzt nicht mein Leben sein und ich habe es die ganze Zeit einfach auch nicht verstanden und.
Es war, also diese Zeit war so beängstigend und auch, also ich hatte dann da auch Momente mit Leon, der sich dann manchmal heimlich irgendwo ins Krankenhaus reingeschlichen hat und nur diese paar Meter irgendwo ihn heimlich in irgendeiner Ecke im Hausflur zu treffen, das war dann schon so frustrierend, weil ich dachte, endlich sehe ich meinen Menschen wieder. Und es war ja auch genau, er war das, was mich mit am allermeisten über Wasser gehalten hat.
Ich hatte so schlimme Schlafstörungen, dass ich einfach, ich konnte keine Nacht durchschlafen und ich konnte auch nicht mehr einschlafen. Und ab einem gewissen Zeitpunkt hat Leon angefangen, mir jeden Abend am Telefon eine Gute-Nacht-Geschichte zu freestylen. Er hat sich die selber ausgedacht und er hat mir jeden Abend und er hat so lange gewartet, bis ich eingeschlafen bin.
Und manchmal habe ich so getan, als wenn ich eingeschlafen wäre, weil ich nicht wollte, dass er noch weiter erzählen muss, weil es schon eine halbe Stunde war. Aber überhaupt dieses Gefühl, dass da ein Mensch ist, der jeden Abend und der war teilweise irgendwo mit seinen Kumpels unterwegs oder so und hat dann sich irgendwo eine halbe Stunde hingestellt und mir von Giraffen erzählt irgendwo oder ich weiß es nicht. Es waren fast immer Tiergeschichten.
Also ohne Leon, ich weiß nicht, wie ich diese Zeit überstanden hätte. Ich weiß es einfach nicht. Jetzt hast du es auf jeden Fall hingekriegt, dass ich auch gerade ein bisschen geheult habe.
Hattest du, weil du gerade von Leon gesprochen hast und dass er dein großer Anker irgendwie war in dieser Zeit hattest du auch mal Angst, dass eure Beziehung an dieser Erkrankung auch zerbrechen kann, weil viele Beziehungen zerbrechen ja an solchen chronischen Krankheiten zum Glück hatte ich das eigentlich nie, ich hatte, schon da eher die ganze Zeit das Gefühl dass uns das eine, Superkraft auf eine Art beschert weil.
Auch wenn wir beide so fertig mit den Nerven waren, trotzdem so liebevoll und aufmerksam beide gegenseitig miteinander umgegangen sind und das hat sich auch weiter durchgezogen und ich habe das schon da irgendwie gespürt, dass wir so ein krasses Team sind. Und ich hatte eigentlich, also natürlich, ich hatte manchmal Angst, dass ich ihn unglücklich mache und dass ich ihm jetzt gerade durch meine Situation das Leben erschwert habe.
Und das hat mich sozusagen, also ich hatte Angst davor, dass das, was ich eigentlich wollte, nämlich diesen Menschen genauso glücklich machen, wie er mich macht, dass ich ihm das nicht mehr geben kann. Aber das hat sich zum Glück auch über die Jahre geändert und das ist mittlerweile alles auch, also wir haben uns so gut eingespielt und es haben sich ja bei mir auch so viele Dinge so zum Guten verändert, dass das Gefühl heute nicht mehr so krass da ist.
Aber natürlich weiß ich, dass er von Anfang an durch mich, seitdem ich krank geworden bin, Einschränkungen hatte, die auch uns belastet haben und wir hatten auch nicht immer nur die besten Zeiten, aber es stand irgendwie nie zur Debatte, dass uns das ernsthaft gefährden könnte in unserer Beziehung. In guten wie in schlechten Zeiten, sagt man ja, wenn man sich die Treue schwört. Bei euch sind die schlechten Zeiten halt sehr schnell gekommen, vier Wochen nach der Hochzeit.
Du machst dann was, was andere wahrscheinlich nicht gemacht hätten. Du entscheidest dich dafür, das, was du gerade erlebst, deine Diagnose mit deinen Followern auf Instagram zu teilen. Warum? Ich habe echt so wenig darüber nachgedacht in dem Moment, was das auch zur Folge haben wird. Glaube im Nachhinein, dass es einerseits eine Mischung war, es war so ein bisschen so ein Coping-Mechanismus.
Ich hatte so sehr weiterhin dieses Gefühl von Isolation und ich bin alleine gerade mit diesem ganzen Wahnsinn und ich kann niemanden sehen, niemand kann mich besuchen.
Ich bin seit Wochen abgeschnitten von der Außenwelt und das war einerseits so ein bisschen dieses, ich muss gerade irgendwie, ich brauche Kontakt zu Menschen und auch zu vielleicht gleichgesinnten Menschen und das hat sich dann auch sehr schnell herauskristallisiert, dass sich sehr viele Menschen bei mir gemeldet haben, egal ob dann in Bezug auf Diabetes oder in Bezug auf Long Covid, dass ich da ganz schnell einen Austausch gefunden habe, der mir unglaublich geholfen hat.
Ich glaube aber auch, dass zu diesem Zeitpunkt noch ganz doll in mir das Gefühl war, oh Gott, ich muss die Leute warnen. Weil das habe ich nicht geahnt, dass es so schlimm werden wird und ich muss anderen Menschen sagen, passt auf euch auf. Und es war wirklich genau, weil ich das Gefühl hatte, ohne mir jetzt selber die Schuld dafür geben zu wollen. Aber ich war davor noch in so einer Phase, wo ich eigentlich auch mich nur mit Leuten getroffen habe, die einen Schnelltest gemacht haben und so.
Und an diesem Abend halt nicht, da habe ich irgendwie nicht so drauf geachtet. Und ich dachte so, ey, wenn ich auch nur einen Menschen davor bewahren kann, in diese Situation zu kommen, dann muss ich das jetzt hier nutzen. Und deswegen habe ich damit angefangen. Aber dass es dann irgendwie auch so, dass es so schnell so ein großer, wichtiger Teil auch geworden ist, das habe ich auch überhaupt gar nicht so geplant oder auch nicht, also das war nicht mein Ziel.
Ich würde gerne wissen, ob es irgendwann diesen Moment gibt, an dem dir dann bewusst wird, dass du wahrscheinlich für immer krank sein wirst, dass es nicht sowas ist, man geht ins Krankenhaus und man kommt wieder raus und dann ist alles wieder fein. Gab es diesen Moment, als dir das bewusst wird? Also den gab es einmal in Bezug auf die Typ-1-Diagnose, weil dort im Krankenhaus wurde ich ja im Vergleich zu dem anderen Krankenhaus auch wirklich endlich richtig gut informiert.
Also da kam jeden Tag, ich habe teilweise fünf Besuche am Tag bekommen mit Schulungen für Typ-1-Diabetes, weil da steckt ja so viel dahinter, was man lernen muss. Und dann gab es Beraterinnen auch für so soziale Angelegenheiten, weil mir plötzlich gesagt wurde, mit Typ-1-Diabetes kannst du einen Schwerbehinderungsgrad beantragen. Und das waren alles Sachen, die wusste ich nicht.
Und dann ist mir aber in diesem Zuge schon bewusst geworden, oh krass, dieses Thema wird auf jeden Fall jetzt für immer da bleiben und es wird auch erstmal sehr, sehr, also eine riesige Umstellung in meinem Leben bedeuten. Und es bedeutet, ich werde jetzt für den Rest meines Lebens abhängig sein von Insulin. Ich bin für immer chronisch krank. Was es genau bedeutet, wusste ich zu diesem Zeitpunkt nicht. Aber ich wusste schon, wenn ich hier rausgehe, dann wird nichts mehr so sein wie vorher.
Aber das war sogar noch okay für mich, weil ich da wusste, okay, das ist die Krankheit. Und das machst du dagegen. Das ist die Behandlung. Und es gibt auch andere Menschen, die können damit umgehen. Also werde ich das auch schaffen. Das viel größere Problem war aber, nachdem man dann alle möglichen Untersuchungen gemacht hat, hat man ja immer noch nicht genau verstanden, was ist da eigentlich gerade mit meinem Herzen los.
Und als ich dann entlassen wurde, war das eigentlich eher so, ja, deine Blutwerte sind immer noch genauso beschissen und die sind immer noch genauso auch bedrohlich auf eine Art und Weise. Ab jetzt ist nur die Frage, wir können hier gerade gar nichts mehr tun. Wir behandeln dich symptomatisch. Hier hast du das Medikament, das Medikament, das Medikament. Und das war natürlich auch so ein Ding.
Ich hatte unfassbare Medikamentenangst. Und mir wurde plötzlich gesagt, ja, jetzt hier fünf Medikamente am Tag nehmen. Das weiß ich noch, weil ich glaube, ich weiß nicht, in welchem Zusammenhang. Das war ja vor deiner Infektion, dass wir irgendwie darüber gesprochen haben, dass du gesagt hast, ich nehme nicht mal eine Kopfschmerztablette. Ja, genau das. Ich habe wirklich, selbst mit den schlimmsten Kopfschmerzen der Welt, habe ich gesagt, komm, nee, egal, ich schaffe das ohne.
Und da musste wirklich ein Psychologe vom Krankenhaus zu mir kommen in den ersten Tagen und musste mich dabei unterstützen, dass ich mich überwinde, weil eine Tablette am Tag, okay.
Aber ich hatte einen Haufen Tabletten, die ich gleichzeitig nehmen musste und dann noch Insulin und ich hatte halt als Kind mal ein sehr, sehr traumatisches Erlebnis mit einem Medikament, wo ich kurzzeitig nichts mehr gesehen habe und, einfach seitdem, das hat sich halt so bei mir manifestiert im Nachhinein jetzt, ich bin, so froh, dass es Medikamente gibt und dass ich, also weil ich weiß ja jeden Tag, auch bis heute, wenn ich die Medikamente nehme,
die ich nehmen muss, dann geht es mir halt besser und dann kann ich am Leben teilnehmen, weil ohne würde es mir halt, dann würde ich weiter diese Beruhigungsmedikamente nehmen müssen, damit ich das alles aushalte.
Aber es war natürlich schon so, dass ich da rausgegangen bin, plötzlich mit, also jeder Mensch hat ja seinen Rucksack zu tragen, aber meiner war plötzlich fünfmal so schwer wie vorher und ich wusste, das werde ich alles so schnell nicht mehr loswerden und vor allen Dingen diese Ungewissheit, Was ist mit meinem Herzen und warum sterben mir immer noch Herzmuskelzellen ab? Und das war schon so, ja, ich hatte immer noch da so die Hoffnung, das wird sich jetzt irgendwann alles legen.
Und es haben mir auch mal wieder Ärzte gesagt, ja, ja, es wird alles wieder gut. In ein paar Wochen ist alles wieder normal. Und vielleicht können wir irgendwann sogar die Medikamente wieder absetzen. Aber das ist halt dann nicht passiert. Und das habe ich dann irgendwann auch schnell begriffen. Und auch, dass es mir, also auch in den Wochen und Monaten nach dem Krankenhaus ging es mir wirklich teilweise noch weiter auch wieder schlechter.
Das mit den Herzmuskelzellen ist ja heute noch teilweise so, wenn ich das richtig in Erinnerung habe, also dass es immer noch Thema ist. Aber was macht es mit einem, wenn man weiß, ich werde nie wieder die Lottie sein, die ich vorher war? Ich habe so alle paar Monate immer wieder so einen kleinen mentalen Breakdown.
Das wird oft ausgelöst, wenn ich zum Beispiel alte Bilder oder Videos sehe und ich auch in meinen Augen, also da geht es nicht nur um meine körperliche Unversehrtheit sozusagen, sondern auch die Unbeschwertheit in meinen Augen sehe und einfach weiß. Da habe ich mir keine Gedanken über gar nichts machen müssen. Und das vermisse ich halt ganz, ganz oft, dass ich denke, ich würde gerne wieder dieser Mensch sein, der einfach im Hier und Jetzt irgendwie leben und genießen kann.
Und das fehlt mir ganz, ganz, ganz, ganz krass. Das fehlt mir wirklich unglaublich doll. Aber auch das ist etwas, damit habe ich mich arrangiert und ich kann damit leben. Und ich weiß auch immer wieder, es hätte auch noch schlimmer kommen können. Aber ich glaube, was am allerschwierigsten für mich ist bis heute, ist eben dieses Damoklesschwert in Bezug auf die Herzmuskelzellen, weil das Problem ist, das ist mir dann irgendwann bewusst geworden.
Und ich habe da eben auch mit Menschen und Fachleuten auf diesem Gebiet gesprochen, dass Absterben der Herzmuskelzähne sind immer ein Zeichen dafür und vor allen Dingen, wenn sie über einen gewissen Grenzwert hinausgehen, dass eigentlich, auch wirklich etwas Schlimmes bevorstehen kann. Also ich rede davon so Sachen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, plötzlicher Herztod, solche Sachen. Und ich habe am Anfang das, also ich konnte das noch nicht mal aussprechen.
Aber ab dem Moment, also wenn du nur einen Tag in deinem Leben über einen gewissen, Grad eben bist und ein gewisses Maß an Herzmuskelchen abstirbt, dann gibt es Studien. Und zwar wirklich jede Studie besagt das, dass du ab dem Moment ein so und so erhöhtes Risiko für die nächsten drei bis fünf Jahre hast, dass du eben ein, schweres kardiales Ereignis sehr viel wahrscheinlicher erwischen kannst als ein Mensch, bei dem das nicht so ist.
Und das ist nur, wenn du das einen Tag hast. Und ich habe jetzt seit drei Jahren und drei Monaten immer einen Spiegel über der Norm. Ich hatte zweimal in diesen dreieinhalb Jahren ein Ergebnis unterm Grenzwert. Und da habe ich wirklich fast eine Party gefeiert. Oh mein Gott. Es hört auf. Es geht endlich in die richtige Richtung. Also ich bin jetzt wirklich weit davon entfernt, dass es so schlimm ist wie vor drei Jahren.
Aber ich bin immer noch die ganze Zeit immer knapp über diesem Grenzwert. Und keiner weiß, warum. Und keiner weiß genau, was das halt für meine Prognose bedeutet. Und ich habe eben, also das muss ich eben sagen, das ist die größte Angst in mir die ganze Zeit, dass sich irgendwann zeigt, ah, das hat das bedeutet. Und dann passiert es. Und dann ist es zu spät. und das ist das Schwerste für mich mittlerweile.
An meine Einschränkungen habe ich mich gewöhnt. Ich habe mich daran gewöhnt, dass ich keinen Sport mehr machen kann. Ich habe mich gewöhnt, dass ich oft Tage brauche zur Regeneration für viele Dinge, auch wenn ich darüber oft traurig bin, aber damit kann ich leben, mit all dem kann ich leben. Aber mit dieser Angst und dieser Ungewissheit, was ist mit meinem Herzen, was bedeutet das für meine Zukunft, damit habe ich mich leider immer noch nicht angefreundet.
Als chronisch bezeichnet man langfristige, oft irreversible, also unumkehrbare Gesundheitszustände, die dazu führen, dass Betroffene in ihrem täglichen Leben eingeschränkt werden. Dazu zählen zum Beispiel Rheuma, Asthma oder wie in Lottis Fall Diabetes und Gefäßerkrankungen. Wenn ein Mensch chronisch krank ist, dann ist das nicht nur körperlich eine große Belastung, sondern natürlich auch für die Psyche.
Es gibt eine Reihe von Studien, die zeigen, dass zwischen 30 und 50 Prozent der Menschen mit chronischen Krankheiten im Laufe ihres Lebens eine Depression oder Angststörung entwickeln. Das ist wirklich eine immens hohe Zahl, aber irgendwie auch nachvollziehbar. Das kann an verschiedenen Ursachen liegen, zum Beispiel am chronischen Stress durch die ständige Auseinandersetzung mit der Krankheit, deren Behandlung ja oft auch richtig Arbeit bedeuten kann.
Dazu kommt dann häufig noch die soziale Isolation, die die Psyche zusätzlich beeinträchtigt. Für Betroffene ist es außerdem schwer zu akzeptieren, dass man häufig auf andere oder auf Extrabehandlung angewiesen ist und das Leben eben nicht mehr so selbstbestimmt wie früher gestalten kann. Und dann gibt es auch noch eine neurobiologische Erklärung für psychische Beschwerden bei chronisch Kranken, die zum Beispiel unter Rheuma, Diabetes oder MS leiden.
Bei vielen dieser Krankheiten finden im Körper nämlich entzündliche Prozesse statt, die tatsächlich in direktem Zusammenhang mit der Entstehung von Depressionen gebracht werden. Umso wichtiger ist es für Betroffene, dass sie die Möglichkeit bekommen, psychotherapeutische Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Und umso wichtiger ist auch die soziale Unterstützung aus dem Umfeld. Und das können wir, glaube ich, alle mitnehmen.
Lotti trägt durch ihre öffentliche Auseinandersetzung mit dem Thema dazu bei, dass chronische Krankheiten mehr ins Auge der Gesellschaft rücken. Und dafür erfährt sie zum Glück auch viel Unterstützung. Viele Menschen sehen dich auch als Vorbild, weil du über chronische Krankheiten sprichst zum Beispiel. Siehst du das so ein bisschen als deine Aufgabe, so ein Sprachrohr für chronisch kranke Menschen zu sein?
Also ich bin das ja ein bisschen unfreiwillig geworden, aber jetzt muss ich sagen, mittlerweile, ja, ich habe das Gefühl, dass ich da langsam gar nicht mehr so richtig eine Wahl habe und das meine ich nicht negativ, sondern ich sehe das auch wirklich jetzt ein bisschen als meine Pflicht an, weil ich habe mir da eine Reichweite aufgebaut und klar könnte ich die auch nutzen, um jeden Tag irgendwelche Rabattcodes unter die Leute zu bringen,
aber das bin ich nicht und ich fühle es auch immer weniger und ich habe das Gefühl. Dass man wirklich was verändern kann. Und mir sind so viele Dinge bewusst geworden, auch über den Umgang mit chronisch kranken Menschen oder mit behinderten Menschen und anderen Sachen, mit denen ich mich vorher gar nicht so befasst habe und die ich gar nicht so gesehen habe.
Und auch deswegen denke ich mir, alleine dafür ist es irgendwie meine Aufgabe, Dinge heute besser zu machen und dafür zu sorgen, dass Menschen sensibler, rücksichtsvoller und wachsamer mit dem Thema umgehen. Und ja, es wäre von mir, finde ich, sehr, sehr ignorant, diese Plattform nicht zu nutzen, die ich dafür habe. Und ich spüre ja auch, dass es oft einen Unterschied macht und ich spüre auch, dass es vielen, vielen Menschen hilft.
Und ich kenne mich ja auch, also ich erwische mich auch dabei, wenn ich irgendwo bei Instagram oder so rumhänge und ich sehe die ganze Zeit das großartige Leben von allen Leuten und alle sind happy und gesund und klar zeigen auch viele sich immer mehr verletzlich, aber vielleicht auch in eine andere Richtung, als das jetzt bei mir der Fall ist.
Und wenn ich dann jemanden sehe, der was über chronische Erkrankungen postet und so ein bisschen diesen Eindruck davon, mit dem ich mich dann auch in dem Moment identifizieren kann, dann gibt mir das ja auch ganz viel und alleine deswegen weiß ich ja, wie. Wie das dann umgekehrt auch funktioniert. Und das ist auch eine sehr, sehr schöne Community. So traurig das auch irgendwie klingt, weil das ist ja, alle sind ja unfreiwillig in dieser Community.
Niemand hat gesagt, jo, das ist jetzt hier irgendwie cool, dass ich dabei bin. Aber da sind sehr viele, sehr tolle Menschen dabei. Es ist jetzt fast dreieinhalb Jahre her, dass du dich mit Corona infiziert hast und seit dreieinhalb Jahren ist dein Leben einfach ganz anders als vorher.
Kannst du sagen, jetzt unabhängig von den Schmerzen oder von den körperlichen Symptomen, was für dich das Schlimmste ist, was mit der Erkrankung einhergeht, wo wir jetzt gerade schon über die positiven Seiten in Anführungsstrichen gesprochen haben? Also ich glaube, ich habe es vorhin schon so ein bisschen angedeutet. Es ist einerseits, dass ich mich, glaube ich, nie wieder keinen einzigen Tag seitdem komplett unbeschwert gefühlt habe.
Und das ist, ja, das ist, glaube ich, das, was mental für mich am schwierigsten ist. Ich hätte gerne die Wahl einfach mal wieder so, dass ich sage...
Also ich würde so gerne einen einzigen Tag mal wieder in meinem Leben an nichts denken müssen, keine Medikamente nehmen müssen, nicht mir Gedanken machen, wenn ich jetzt zu schwer irgendwas trage oder wenn ich jetzt einen Schluck Alkohol trinken würde oder wenn ich jetzt mich noch mit jemandem treffen würde, was macht das alles mit mir oder wenn ich meine Insulinpumpe nicht wechsle.
Einen Tag einfach unbeschwert sein und keine Ängste haben, keine Aufgaben, keine Sorgen, keine Verantwortung im Zuge dieser Erkrankung oder nicht dieses Damoklesschwert. Und das ist, glaube ich, wirklich, also das ist das Schwierigste für mich. Und vor allen Dingen ist es aber eben das Troponin. Also weiterhin, das ist mein Endgegner. Ich komme mit allem irgendwie klar und ich habe auch oft darüber so mit Leon gesprochen. Ich glaube, wenn ich nur damals Typ 1 Diabetes danach bekommen hätte.
Das wäre schon schwierig genug gewesen, aber wir hätten, das wäre alles eine viel, viel. Irgendwie, also es wäre einfach eine, also sehr viel weniger schmerzhafte Zeit geworden, sich auf dieses chronische Kranksein einzustimmen und damit zu leben, aber das ist halt so, es geht halt, mit um das wichtigste Organ in meinem Körper.
Das steht auch für 2025. Ich weiß ja, ich kann ja nicht zaubern und ich, kann es ein bisschen beeinflussen, aber das steht auf meiner Liste von allen Dingen, die ich so versucht habe zu manifestieren und die ich versuche anzustreben, steht an allererster Stelle, ich möchte, dass mein Troponin unter diesen Grenzwert kommt und ich möchte irgendwann, wir haben nämlich immer gesagt, Leon und ich haben die ganze Zeit gesagt, 2025 wird einstellig.
Und einstellig bedeutet eben, wenn der Wert einstellig ist, dann ist er in einem Bereich, wo ich sage, cool, wir gehen in die richtige Richtung und irgendwann soll er einfach gar nicht mehr da sein.
Und ja, also daran merkt man, das ist so, ich kann, wie gesagt, ich kann mit Typ 1 Diabetes leben, ich kann auch mit Bluthochdruck leben und mit den ganzen anderen Sachen, die, ich habe ja verschiedenste große und kleine chronische Erkrankungen, aber das, ich möchte einfach, dass mir keine Herzmuskelzellen mehr absterben. Das möchte ich einfach, dass es aufhört.
Das wünsche ich dir sehr, sehr doll. Das heißt aber auch, dass du die Hoffnung auch so ein Stück weit aufgegeben hast, wieder die komplett gesunde, unbesperte Lottie von früher zu sein. Daran glaube ich leider wirklich nicht mehr so ganz. Also, ich kann es mir einfach nach dreieinhalb Jahren nicht mehr vorstellen. Ich konnte es mir noch nach einem halben Jahr und nach einem Jahr und auch nach anderthalb Jahren vorstellen.
Aber ich glaube, spätestens seit meinem Zweijährigen bin ich so ein bisschen so, wie soll das wieder funktionieren? Wie soll das? Ich glaube nicht mehr daran. Also, Vielen Dank. Wenn ein Wunder passiert und vielleicht wenn noch mehr Menschen Geld in die Forschung stecken, wenn sich die Politik dafür interessieren würde, für so Sachen wie Long-Covid oder MECFS oder auch noch mehr genauer zu erforschen, was macht dieses Virus eigentlich mit den Gefäßen im Körper?
Weil das ist ja auch immer noch alles so unerforscht. Und das wird ja auch bei mir wahrscheinlich das Problem sein, warum mir die Herzmuskelzellen die ganze Zeit absterben. Weil das in den kleinsten Gefäßen sozusagen da das Problem liegt.
Ja, deswegen sollte zum Beispiel, wenn Elon Musk nicht so ein wahnsinniger, schrecklicher Mensch wäre, sondern ein toller Mensch, der Bock hätte, die Welt besser zu machen und der mal ein paar Milliarden reinstecken würde in die Forschung von Long-Covid, hätten wir vielleicht in drei, vier Jahren eine Lösung. Oder irgendein anderer Milliardär, der vielleicht Bock hat, uns alle zu unterstützen. Dann habe ich noch Hoffnung.
Aber ich glaube leider, dass die Welt gerade sich eher in eine Richtung entwickelt, in der sowas nicht passieren wird, sondern eher Menschen weiterhin komplett auf sich selbst angewiesen sind, sich selbst Hilfe holen müssen. Und deswegen glaube ich leider auch, dass es mir besser gehen wird. Ich werde noch mehr Dinge jetzt auch wieder versuchen, die mir guttun könnten. Ich will schauen, was passiert.
Ich habe manche Dinge noch nicht ausprobiert. Die werde ich ausprobieren und hoffe, dass sich das positiv auswirkt. Aber dass ich die alte Lottie werde, die ... An irgendwelchen Marathonläufen teilen. Also ich habe nie einen richtigen Marathon, aber so, ich habe 10 Kilometer Läufe und sowas. Und die jeden Tag eben Sport machen kann und die feiert und die tanzt die ganze Nacht und so.
Das ist also in dem Maße, so wie das früher war, ohne dass es mir danach so geht, wie es mir jetzt geht, würde ich das versuchen. Das glaube ich nicht mehr. Das glaube ich leider wirklich nicht mehr. Davon habe ich mich verabschiedet. Aber ich bin auch mit der neuen Version, solange sie stabil bleibt, solange es nicht schlechter wird oder solange nicht ein Damoklesschwert irgendwo zuschlägt, kann ich auch mit der jetzigen Version kann ich damit leben.
Also kann ich wirklich, weil ich habe auch ganz viele schöne Dinge in meinem Leben und ich habe auch ehrlich gesagt, das ist ja vielleicht auch noch ein schöner Gedanke zum Schluss, den ich noch mit dir teilen kann, weil ich habe ja auch sehr viele sehr. Also frustrierende Dinge erzählt, aber ich habe in den letzten Jahren schon immer mal wieder Momente erlebt, wo ich so ein, alles zerberstendes Glück erlebt habe, was ich so noch nie empfunden habe.
Und ich glaube, das kann man auch gar nicht empfinden, wenn man nicht auch das größte Unglück erlebt. Und das muss nicht mal Krankheit sein, sondern das können auch andere Schicksalsschläge sein. Aber ich hatte wirklich so ganz oft, wenn ich zum Beispiel mit Leon das erste Mal, weil ich gehe ja zum Beispiel auch nicht mehr in Innenräume ohne Maske, also ich gehe niemals mehr in ein Restaurant rein zum Beispiel zum Essen.
Aber wenn ich mit Leon dann im Frühling das erste Mal, wenn die Sonne rauskommt und es warm genug ist, draußen in irgendeinem Restaurant sitze und wir uns angucken und irgendwas tolles essen und ich einfach, also das sind so Kleinigkeiten früher, das wäre mir gar nicht aufgefallen, aber dann sitze ich da und weine vor Glück, weil ich den Winter wieder überstanden habe und weil ich wieder draußen bin und weil ich,
Kraft genug habe und einen schönen Abend habe mit Leon und dann bin ich so glücklich und deswegen ich habe immer noch ein gutes Leben, ich kann Podcasts machen, ich kann so Sachen wie mit dir jetzt hier machen, obwohl ich dafür nicht in ein Studium muss. Und ich habe immer noch auch ganz tolle Freunde an meiner Seite. Ich habe eine tolle Familie. Ich habe den tollsten Ehemann der Welt und habe, wie gesagt, auch meinen Traumjob. Also es geht mir auch gut in ganz vielen Hinsichten.
Und deswegen, ich will einfach nur gerne. Keine absterbenden Herzmuskelzellen mehr. Wir haben eben heute auch sehr viel über schlimme Sachen geredet, über deine Krankheit geredet, aber du bist ja auch so viel mehr. Du bist ja nicht nur die chronisch kranke Frau, sondern du bist ein toller Mensch, ein schlauer Mensch. Du bist eine wahnsinnig tolle Erzählerin, du bist eine Podcast-Königin. Also Plothaus zum Beispiel soll gute Gäste haben, habe ich gehört,
eventuell. Manchmal, vielleicht ja auch in der Zukunft. Vielleicht auch in der Zukunft besonders gute Gäste. Du hast so viel Rückmeldung zu dem neuen Podcast jetzt auch bekommen. Was bedeutet dir das, dieser Support auch deiner Community? Das kann ich gar nicht in Worte fassen. Also das hat mich auch sehr, sehr überwältigt, muss ich sagen. Tut es auch immer noch ein bisschen.
Da werde ich doch gleich auch nochmal etwas emotional, weil ich habe ja davor das größte, bislang erfolgreichste berufliche Projekt meines Lebens aufgegeben, weil ich gemerkt habe, dass es mir überhaupt nicht mehr gut getan hat aus verschiedensten Gründen, auf die ich jetzt hier nicht eingehen werde. Aber für mich war das ein riesengroßes Risiko, das zu beenden, weil genau über das, was wir vorhin gesprochen haben, ich muss hier mich über Wasser halten und.
Also sowas zu beenden in so einer Situation hat für mich bedeutet, ich fange erstmal wieder bei Null an. Weil vielleicht haben dann Leute gedacht, ja ist ja cool, dann hört man das eine auf, fängt das andere wieder einfach an.
Aber ich habe wirklich erstmal wieder bei Null angefangen und ich hatte so Angst davor, dass ich mir damit eben finanziell oder wie auch immer wirklich riesengroße Probleme bereite, weil es ja auch hätte sein können, dass die Menschen das nicht annehmen, nicht hören wollen und auch die Ausrichtung, die teilweise sehr viel ernster ist und in sehr viel tiefere Ebenen auch reingeht.
Ich habe damit mich in eine sehr unsichere Situation begeben und dass ich aber vom Tag eins mit so offenen Armen empfangen wurde und mit so viel Liebe und mit so viel Verständnis und aber eben auch also dieser Akzeptanz jetzt, das ist jetzt hier ein neuer Podcast, das ist jetzt hier anders und wir nehmen dich jetzt aber genau so, wie es jetzt ist und wir unterstützen dich und wir sind dankbar dafür. Das ist, ja, ich bin immer noch so krass erleichtert.
Das ist ja jetzt also noch nicht mal ein halbes Jahr, aber bald. Und ich bin immer noch jeden einzelnen Tag dankbar, dass ich diese Entscheidung so getroffen habe. Und ich bin so dankbar dafür, dass das so viele Menschen so annehmen.
Und es ist gerade wirklich, deswegen meinte ich, also ich glaube, jetzt bin ich zum ersten Mal in meinem Leben wirklich, also das ist mein Traum, Traumjob, den ich gerade mache mit diesem Podcast, weil der nicht nur, es ist halt nicht nur Entertainment, sondern das hat auch an ganz vielen Stellen einen Mehrwert, den ich so, glaube ich, noch nie so verbinden konnte miteinander, dass ich so beides in einem Projekt machen konnte.
Und das bedeutet mir gerade so viel, weil ich will auch irgendwie was hinterlassen können. Also das meine ich jetzt nicht im Sinne, weil ich jetzt, also wenn ich 80 bin, 90 bin, dann möchte ich sowas hinterlassen, dass ich einfach sage, ich habe irgendwie auch…. Nicht nur aus Entertainment-Gründen irgendwie gute Geschichten erzählt, sondern ich konnte damit irgendwie auch einen guten Einfluss nehmen, auf was auch immer so.
Jetzt hast du es gerade selber schon kurz angesprochen, was sich einfach viele Leute fragen. Ihr habt einen der erfolgreichsten Podcasts Deutschlands gemacht, habt Hallen gefüllt, Arenen ausverkauft und dann war alles vorbei. Und das hat, glaube ich, schon viele Leute schockiert. Wie geht es dir damit, wenn du heute darauf schaust? Es war eine sehr, sehr schwierige Zeit, diese Entscheidung zu treffen, auf jeden Fall.
Das heißt, du hast die Entscheidung getroffen? Also ich hätte niemals öffentlich darüber auch nur im Ansatz geredet, weil ich das eigentlich eben so privat halten wollte, dass das auf gar keinen Fall in irgendeiner Form mir oder anderen Personen schadet. Also weder dem Team noch uns beiden. Das war für mich ganz klar, dass egal, was passiert im Background oder nicht, das gehört nicht in die Öffentlichkeit und das sehe ich auch weiterhin so.
Aber dadurch, dass gewisse Spekulationen in den Raum geworfen wurden und gewisse Dinge irgendwie so ein bisschen öffentlich angedeutet wurden, hat es dazu geführt, dass das teilweise sehr, sehr unangenehm auf mich so zurückgefallen ist, was ich unglaublich unfair, unglaublich verletzend fand.
Und also ich meine damit jetzt vor allen Dingen dann auch die Reaktion von gewissen, also einfach Menschen im Internet, die dann irgendwie sich daraus einen Reim gebildet haben mal wieder und mir dann irgendwelche Vorwürfe machen wollten.
Und genau aus diesem Aspekt, über den wir gerade geredet haben, was für eine krasse Entscheidung das für mich war, dachte ich so, alleine daran hätte man ablesen können, dass das für mich erstens nicht leichtfertig war und dass ich vielleicht auch nicht wirklich eine Wahl hatte. Im Sinne von, klar, ich kann...
Unglücklich sein in meinem Leben, sowohl in einem Projekt beruflich als auch privat, mich überhaupt nicht mehr gut und überhaupt nicht mehr sicher zu fühlen, wie ich das auch öffentlich dann eben angedeutet habe, nachdem man mir da so Vorwürfe entgegengebracht hat. Ich kann das jetzt aushalten und aussitzen, aber da bin ich auch auf diesen Punkt gekommen, gerade ich mit diesem Damoklesschwert über mir.
Jeder Mensch hat natürlich das Recht, glücklich zu sein und Entscheidungen zu treffen, egal ob es ist, dass man kündigt, keine Ahnung, oder Freundschaften beendet oder Beziehungen beendet. Aber ich habe nicht nur das Recht gespürt dazu, sondern ich habe die Verpflichtung mir selbst und meinem Leben gegenüber gespürt, dass ich dachte, ich weiß nicht, wie mein Leben weitergeht, allein wegen meiner gesundheitlichen Situation.
Und wenn ich unglücklich bin, dann kann kein Geld der Welt das in irgendeiner Form auffangen. Und deswegen war es so, dass ich diese Entscheidung für mich getroffen habe, aber auch nach quasi vorangegangenen Versuchen, etwas an der Situation zu ändern. Diese Versuche haben nichts gebracht und ich zum Glück bei dem ersten Gespräch darüber eigentlich auch das Gefühl hatte, dass ich nicht die Einzige war, die diese Entscheidung so treffen wollte.
Und deswegen war ich eigentlich sehr guter Dinge, dass ich dachte. Okay, das kann hier alles irgendwie, das kann hier alles in einem trotzdem friedlichen und irgendwie konstruktiven Rahmen auseinandergehen. So ist es dann leider nicht gekommen, was mich extrem belastet hat, was mich bis heute auch noch belastet, weil das etwas ist, was mir so vorher auch noch nie passiert ist.
Ich bin ein sehr, sehr harmoniebedürftiger und friedliebender Mensch und ich glaube, selbst wenn man Konflikte hat, kann man die. So miteinander lösen, dass man trotzdem im Guten auseinander geht und dass das alles nicht so gekommen ist, das hat mich unfassbar viel Kraft und Nerven gekostet. Ich habe auch noch nie so darüber jetzt geredet. Ich habe sonst nämlich immer auch gesagt, ich rede darüber auf gar keinen Fall, aber ich hoffe, das ist okay, dass ich das in dem Rahmen jetzt auch so gemacht
habe. Ich will natürlich auch damit nicht irgendwas aufreißen und ich möchte nicht, dass dadurch wieder irgendwelche neuen Probleme entstehen. Aber ich glaube, ich kann das so aus meiner Perspektive sagen, ohne damit irgendwem anderes zu schaden. Und ich bin wie gesagt einfach nur, ich bin ganz, ganz, ganz, ganz glücklich über diese Entscheidung.
Deswegen habe ich dich ja gefragt, weil ich ja auch so deine Perspektive wissen will und du hast wahrscheinlich nicht geahnt, was da auf dich zukommt, aber es ist ja nicht nur so, dass du einen Podcast beendet hast. Sondern du hast ja auch persönliche Beziehungen beendet und dann ist ja in der Internetwelt, in der Kommentarspalte auf einmal die Hölle losgebrochen. Wir haben Leute geschrieben. Ich habe hunderte Nachrichten gekriegt von Leuten, die mir vorher noch nie geschrieben haben.
Du musst dich dazu jetzt positionieren, auf welcher Seite du stehst. Wie absurd ist das denn? Ich denke, das ging vielen Podcaster. Also hattest du eine Ahnung davon, dass das so… nicht. Aber deswegen hätte ich es ja auch niemals öffentlich angesprochen.
Niemals. Das ist ja das Ding. Ich wurde ja selber damit einfach so überrascht, dass das plötzlich ein öffentliches Thema wurde und mir hat es auch wirklich, also, Mir ging es da von Anfang an nicht nur um mich oder darum, dass wir uns intern alle nicht damit schaden. Ich wusste von Anfang an, dass es auch einen Schaden nehmen wird, zum Beispiel dafür, dass Menschen sich plötzlich in irgendeiner Form positionieren sollen oder müssen, was vorher gar nicht der Fall gewesen ist.
Aber ich habe halt auch an die Weird Crimes Community gedacht. Da sind halt Menschen, für die war dieser Podcast sehr viel mehr als nur ein Podcast. Und dann so mitzubekommen, dass das dann mit so einem negativen Vibe dann irgendwie zu Ende geht. Und das dann, also das hat mir auch so leid getan, weil da sind Menschen, die haben sich Weird Crimes Tattoos gemacht oder Merch gekauft und all diese Sachen. Und ich fand das ganz, ganz schlimm, diese Vorstellung.
Ich denke auch ganz oft so, weil ich selber trage zum Beispiel immer noch manche meine Weird Crime Socken oder wenn mir danach ist, vielleicht auch mal ein Pullover oder so, weil ich immer noch auch das versuche davon abzukoppeln und einfach zu sagen, das war trotzdem ein unfassbar krasses Projekt und das hat es auch nicht verdient, so zu enden.
Und das hoffe ich auch, dass die Menschen, für die dieser Podcast auch so eine große Bedeutung hatte, dass die das irgendwie auch schaffen oder vielleicht geschafft haben, irgendwann das so ein bisschen davon abzukoppeln und sich davon nicht irgendwie negativ beeinflussen zu lassen. Glaubst du, dass du dich selbst irgendwann mit der ganzen Situation versöhnen kannst?
Weil wenn du darüber redest, sprühe ich schon eine gewisse Distanz, die du wahrscheinlich auch haben musst, weil dir echt wehgetan wurde von vielen Menschen, auch von der Öffentlichkeit. Aber glaubst du, dass du dich selber damit irgendwann versöhnen kannst? Ich hoffe es ganz doll, weil ich schon immer noch merke, dass mich das viel mehr belastet, als es mich belasten sollte. Aber ich glaube, das hat vor allen Dingen wirklich mit dem...
Im Nachgang erfolgten Reaktionen zu tun, die ich so noch nie in meinem Leben ertragen musste. Ich habe darüber einmal ganz kurz bei Radio Island auch gesprochen. Und das ist so verrückt, dass ich jetzt nochmal darüber spreche. Zeigt auch wieder, wie sehr mich das verletzt hat, dass es zum Beispiel ein Video gab, in dem zwei Podcasterinnen ... Ich habe das, glaube ich, gesehen. Und weißt du, das Ding ist, ich kenne dich. und ich hätte in den Bildschirm
springen können, weil ich gedacht habe, wie redet ihr über diese Person? Ihr kennt die nicht. Das stimmt einfach nicht, was ihr erzählt. Philipp, danke, dass du das sagst. Und es wird jetzt richtig privat. Es wird jetzt so privat, wie es jetzt hier nur privat werden kann. Aber ich würde das jetzt niemand anderem so erzählen. Aber meine Schwester hat dieses Video entdeckt, ganz unabhängig von mir. Und sie war so wütend und verletzt, dass sie diesen Moderatorinnen eine E-Mail geschrieben hat.
Eine so lange E-Mail und denen gesagt hat, ihr wisst gar nicht, was ihr da tut. Und ihr wisst gar nicht, was ihr da gesagt habt. Und ich habe angefangen zu weinen, als meine Schwester mir das erzählt hat, weil ich mich gefühlt habe wie ein Kind auf dem Pausenhof, über das andere Kinder ganz schlimme Sachen gesagt haben. Und meine Schwester ist quasi zu mir gekommen, hat mich beschützt und hat denen gesagt, so geht es nicht.
Und ich habe mich total bei ihr bedankt dafür, weil ich hätte das niemals ihr gesagt, mach das mal, aber dass sie es gemacht hat, hat mich so berührt und ich hatte auch andere Freundinnen, die das durch Zufall entdeckt haben und die genauso wie du gesagt haben, die waren so wütend, dass sie nicht wussten, wohin mit ihrer Wut und das hat mich dann bestätigt darin, ich bilde mir nicht ein, dass es das schlimmste Video war, was ich jemals über
mich sehen musste und die schlimmsten Dinge waren, weil am absurdesten ist, dass die beiden dann noch, ich hab denen sogar selber auch geschrieben, ich hab denen gesagt, so nach dem Motto, Ich... Ich respektiere euch. Ich weiß, ihr macht da nur euren Job. Ich habe denen trotzdem gesagt, das, was ihr da erzählt über mich und wie ihr mich hinstellt und was ihr behauptet und was ihr spekuliert, ihr wisst gar nicht, wie falsch das ist und wie verletzend das ist. Ihr habt keine Ahnung.
Und die haben dann sogar auch reagiert. Dann wurde es aber irgendwie auch ein bisschen absurd. Und dann haben die nochmal ein Video gemacht, in dem die, obwohl die sich zwischenzeitlich eigentlich auch bei mir entschuldigt haben, so gesagt haben, hä? Die Leute sind hier irgendwie alle total ausgerastet. Wir wissen gar nicht, warum. Wir haben doch gar nichts Schlimmes gesagt. Also wirklich dann nochmal das so relativiert und überhaupt nicht verstanden, was das Problem war.
Weil es ging jetzt nicht darum, die müssen mich nicht gut leiden können. Aber die haben in einer Art und Weise ja über mich und mein Leben spekuliert und auch über mich als Mensch. Die haben ja grundsätzlich in Frage gestellt, dass ich ein guter Mensch bin. Also das mal so ganz als Überschrift. Weil man das hört, wie du redest, da merkt man das nämlich schon. Und auch wenn man das sieht.
Die haben ja dann sogar irgendwelche Ausschnitte genommen und darüber geredet, was ich für einen Gesichtsausdruck habe. Auch da, ich hätte am liebsten eigentlich so ein Reaction-Video gemacht und hätte gern zu jeder Spekulation den erklärt. Wisst ihr was? Ich bin ein introvertierter Mensch. Wenn ich mit drei Comedy-Leuten an einem Tisch sitze. Und einer ist witziger als der andere.
Und ich sitze daneben, ich bin kein schlechter Mensch, weil ich dort ein eingefrorenes, cooles Gesicht habe, sondern ich bin introvertiert wie Sau, möchte in dem Moment cool sein, weiß aber gar nicht, was ich sagen will. Und ihr stellt mich hin als bösen Menschen, der abgefuckt ist und über andere dann so deswegen denke, ich verurteile irgendwie andere Menschen.
Also anscheinend alles, was ich getan und gesagt und gemacht und wie ich geguckt habe jemals in meinem Leben, scheint bei den beiden irgendwie und vor allen Dingen bei einer von den beiden eine absolute Abwehrhaltung mir gegenüber auszulösen. Und ich glaube, das wäre für andere Menschen schon schlimm, aber für mich war es so schlimm, weil ich.
Glaube ich, mein ganzes Leben lang immer auch aufgepasst habe, was ich gerade schon meinte, selbst wenn ich Konflikte mal mit Menschen hatte, was, glaube ich, jeder hat. Ich habe nirgendwo so verbrannte Erde hinterlassen oder ich habe Menschen nicht respektlos behandelt. Das ist halt so richtig schlimm, dass man über sich selbst so unbescheiden so Sachen sagen muss, aber ich war, glaube ich, immer ein friedvoller und auch. Ganz gut umgänglicher Mensch, glaube ich.
Und dass man sich dann dahin stellt und so ein Video macht, in dem man all das und all das, was mich auch ausmacht und was jeder Mensch, der mich kennt, bezeugen kann, in Frage stellt. Das sitzt immer noch richtig tief bei mir, weil das haben einige Menschen gesehen und viele Menschen haben auch darauf reagiert.
Viele Menschen haben mich in Schutz genommen, was ich ganz toll fand, aber viele Menschen haben das auch einfach jetzt als, ah stimmt, ich hab doch schon immer gedacht, die kann doch gar nicht so nett sein und so.
Und das hat bis heute in mir wirklich, also das hat eine Wunde hinterlassen, die braucht eine Weile, um zu heilen, muss ich ehrlich sagen, weil ich sowas noch nie erlebt habe und jetzt gab es hier einen kleinen Ausbruch, jetzt hast du mich erwischt an dieser Stelle, aber, das war wirklich, es ist wirklich ein schwieriges Thema und es ist noch viel zu präsent leider, als es eigentlich sein sollte, merke ich gerade auch schon wieder, wenn ich darüber rede.
Ja, aber ich glaube, das ist okay, ich finde, man darf sich sowas auch nicht gefallen lassen und das ist auch wichtig an der Stelle mal zu sagen, weil wir kennen uns ja auch in dem beruflichen Zusammenhang ziemlich gut. Deswegen kann ich sagen, nichts davon stimmt. Nichts davon stimmt. So, jetzt habe ich mich doch positioniert. Danke, dass du das sagst. Mist, habe ich lange mit gewartet. Aber nein, also das macht mich halt sauer, weil ich auch sehe,
was es mit dir macht. Und das finde ich am schlimmsten eigentlich daran. Deswegen Haken darunter. Was würdest du dir von der Gesellschaft im Hinblick auf das Thema chronische Erkrankungen wünschen? Ich würde mir wünschen, dass die Gesellschaft mehr zuhört und mehr hinguckt und auch in Betracht zieht.
Und ich will damit gar nicht so ein Horrorszenario schaffen oder Menschen in Angst und Schrecken damit versetzen, aber dass man in Betracht zieht, dass man jederzeit selbst in so eine Situation geraten kann. Jederzeit, jeder Mensch. Das ist etwas, was mir auch bewusst geworden ist, weil man immer so denkt, das ist ja irgendwie so weit weg. Und wenn man halt gesund ist, dann spielt sowas alles keine Rolle.
Aber ab dem Moment, ab dem man versteht, dass das ein Schicksal ist, was einen selbst auch ereilen kann oder einen Menschen in der Familie oder im engsten Umfeld, fängt man glaube ich auch an, betroffene Menschen anders zu behandeln.
Weil man, wenn man wüsste, dass man selbst so behandelt werden könnte oder jemand, den man liebt, dann wäre das glaube ich auch sehr viel spürbarer, wie schrecklich das eigentlich ist, dass chronisch kranke Menschen in vielen Hinsichten einfach komplett, also so, die werden halt als Belastung wahrgenommen, als hysterisch, als faul, als ich weiß nicht was alles, aber was mir zum Beispiel auch bewusst geworden ist.
Ich finde es so krass und das meine ich wirklich, also ich meine das ist todernst und das ist nicht so floskelmäßig, um jetzt hier uns alle zu motivieren, die davon betroffen sind, aber wie unfassbar stark chronisch kranke Menschen sind. Weil man setzt ja Krankheit immer so mit Schwäche gleich und ich habe jetzt erst begriffen, wie unsagbar viel Kraft und Energie das kostet, jeden Tag nicht nur zu leben, sondern zusätzlich eine Krankheit zu managen.
Ich würde mir einfach wünschen, dass Menschen nicht nur mit Mitgefühl und Mitleid auf chronisch kranke Menschen gucken, sondern auch mit ganz, ganz, ganz, ganz viel Respekt und mit ganz viel Anerkennung dafür, was das für ein krasser Job ist, das zu meistern. Und alles in allem einfach mehr Sichtbarkeit, mehr Rücksichtnahme, mehr Unterstützung, mehr Verständnis.
Das wäre alles richtig toll, aber das klingt auch gerade schon wieder ein bisschen zu gut, um wahr zu sein, ein bisschen zu sehr nach Schlaraffenland, aber wer weiß. Du hast ja, es ging ja um Wünsche. Das waren jetzt eigentlich schon perfekte Abschlussworte. Aber mein Podcast endet ja immer mit denselben zwei Fragen, die ich all meinen Gästen stelle. Die erste ist, wenn du heute auf diesen einen Moment zurückblickst, also den Moment der Infektion, wo dir klar wird, du bist Corona-positiv.
Welches Gefühl löst das in dir aus? Leider schon ganz viel Schmerz. Also ich habe da auch so ein bisschen, ich hänge da auch heute noch so ein bisschen in einer Schleife, also neben dem Schmerz ist das ein ganz viel Konjunktiv was hätte, wäre, könnte. Ich denke ganz oft darüber nach. Es gibt so viele Sachen, ja, also es löst ganz viele Fragen und Wünsche aus, die ich aber gar nicht mehr, ich kann das nicht ändern.
Und deswegen da bin ich wahrscheinlich auch immer noch im Prozess des ich hoffe, dass es irgendwann in mir Ja. Nicht mehr so viel auslöst und dass es irgendwann einfach, dass ich es einfach akzeptiere, dass es so war und dass ich es nicht mehr erinnern kann. Frage Nummer zwei, wie war das für dich heute mit mir über diesen einen Moment und alles, was danach gekommen ist, zu sprechen? Es war sehr intensiv.
Also ich merke gerade, ich bin sehr aufgewühlt aus unterschiedlichen Gründen, aber es war auch sehr schön.
Ich freue mich auch, dass ich es kurzzeitig auch ein bisschen geschafft habe, diese Schleusen auch ein bisschen zu öffnen, weil das ist ja auch wichtig, das zu machen und das nicht nur so, aus so einer rationalen Sicht heraus zu erzählen und ich muss ehrlich sagen, ich fühle mich dir auch jetzt, es klingt bescheuert, aber noch ein bisschen verbundener als vorher ich hätte das auch, also ich hatte ja wie gesagt diesen Long-Covid-Podcast und da habe ich mich
auch sehr geöffnet aber ich hätte mich jetzt glaube ich niemand anderem auch so, geöffnet, wie ich das jetzt hier in vielen Hinsichten getan habe und deswegen war das neben.
Einem auch befreienden Gefühl, mal wieder so intensiv darüber zu reden, war das auch ein schönes, verbindendes Gefühl mit dir und deswegen danke ich dir auch für deine tollen Fragen, für deine krasse Vorbereitung, was du da alles auch ausgegraben hast und was du alles irgendwie wusstest und danke für deine Empathie und dein tolles Format hier. Jetzt weiß ich selber gar nicht mehr, was ich sagen soll, weil du hast heute auch ein bisschen meine Schleusen geöffnet. Man könnte es eventuell hören.
Ich kann auch nur Danke sagen, weil das ist nicht selbstverständlich. Ich weiß, in welchem Sturm du gestanden hast oder ich kann es erahnen und dass du das Vertrauen zu mir hast, mit mir über all diese Sachen zu reden, ist ganz, ganz toll. Und ich bin ja nach wie vor der Meinung, dass wir vielleicht irgendwann mal wieder zusammen in irgendeinem Podcast sitzen sollten. Also, wer weiß, vielleicht wird das ja auch bald nochmal passieren.
Ich fand das jetzt heute auch wieder so schön, dass ich mir denke, das darf nicht wieder zwei Jahre dauern, bis es das nächste Mal passiert. Darauf können wir uns, glaube ich, einigen in diesem Sinne. Lotti, vielen, vielen Dank für deine Zeit und für deine Offenheit. Danke dir auch für alles, Philipp. Und hoffentlich bis ganz, ganz, ganz, ganz bald. Bis ganz, ganz bald. Tschüss. Tschüss.
Puh, ich glaube, ihr habt gemerkt, dass es für mich eine ganz besonders emotionale Folge war, eben weil ich Lotti so verbunden bin und ich wusste natürlich, dass Podcasts mit ihr immer was Besonderes sind, aber dass es für uns beides so emotional wird, das hätte ich auch nicht gedacht. Das zeigt aber eigentlich nur nochmal, wie wichtig es ist, über diese Themen zu sprechen.
Was mir bei Lottis Geschichte ganz klar geworden ist, es ist nicht klein zu reden, wie scheiße diese Krankheit ist und wie unfassbar mies es sie getroffen hat. Aber Lotti zeigt eben auch, dass man an Herausforderungen wachsen kann, dass man Dinge schaffen kann, die man nie für möglich gehalten hätte.
Ich wünsche ihr so sehr als Kollege, als Mensch und auch als Freund, dass ihr Wunsch in Erfüllung geht und dass sie bald, wie sie so schön gesagt hat, einstellig wird und ihre Herzmuskeln nicht weiter absterben. Was mich zwischendurch immer besonders berührt hat, ich glaube, das hat man auch gehört, waren ihre liebevollen und wertschätzenden Worte ihrem Mann Leon gegenüber.
Es ist so wichtig, jemanden an seiner Seite zu haben, der einen unterstützt und einem Kraft spendet, gerade in den allerschlimmsten Zeiten. Und falls euch eben der Wink mit dem Zaunfall oder die Winke mit dem Zaunfall nicht aufgefallen sein sollten, hört unbedingt in Lottis Podcast Plot raus rein. Da könnte nämlich euch bald ein Gast ziemlich bekannt vorkommen.
Ich habe es am Anfang der Folge schon gesagt, wenn ihr noch mehr diese eine Moment wollt, dann gibt es ab jetzt die Möglichkeit, bei Podimo in der Podimo-App zu einigen Folgen einen Bonusteil zu hören, zum Beispiel zu dieser, in dem könnt ihr dann noch tiefer in ein bestimmtes Thema einsteigen. Unter go.podimo.com slash Moment könnt ihr die Podimo-App kostenlos testen. Da gibt es neben allen gängigen Podcasts auch viele exklusive Formate und eine
große Auswahl an Hörbüchern. Die Infos habe ich euch natürlich auch nochmal in die Shownotes gepackt. Hier geht es in zwei Wochen weiter mit diesem einen Moment und zwar ist es dieses Mal der Moment von Prasanna. Prasanna ist Anfang 30, lebt in Köln und führt eigentlich ein ganz normales Leben. 2024 macht sie aber eine Reise, die einen ganz großen Einfluss auf sie haben wird. Sie fliegt zum allerersten Mal nach über 30 Jahren in ihr Geburtsland, nämlich nach Indien.
Mit Prasanna werde ich über anonyme Adoption sprechen, über Identitätskonflikte und ihr Aufwachsen als Person of Color auf dem Dorf in Deutschland. Und ihr werdet erfahren, welche Antworten sie auf ihrer Reise nach Indien finden konnte. Bis die Folge online kommt, könnt ihr natürlich wie immer eine Bewertung hinterlassen, wenn ihr das nicht schon getan habt. Und erzählt natürlich gerne euren Freundinnen und Freunden von diesem Podcast. Wir hören uns. Tschüss.
Dieser eine Moment. Der Podcast mit Philipp Fleiter ist eine Produktion von Philipp Fleiter und WeMind im Auftrag von Podimo. Redaktion Philipp Fleiter, Laila Keuthage und WeMind. Sounddesign und Schnitt Marius Fuchtmann für WeMind.
