Das Telefon ging mitten in der Nacht und ich bin die Treppe runtergegangen und meine Mutter war komplett schockiert am Telefon, hat sich zu mir geredet und hat gesagt, der Papa ist gestorben. Und das war so der erste Schock und dann hat sie gesagt, der hat sich umgebracht. Das hat sich angefühlt, als hätte mich jemand mit einem Laster umgefahren und es war ein direktes Schuldgefühl da. Manchmal sind es nur ganz kurze Momente, die ein Leben komplett verändern können.
Ein Augenblick, eine Entscheidung, ein Ereignis, ein Wimpernschlag und danach ist alles anders. Ich bin Philipp Leiter und ich treffe in diesem Podcast Menschen, um mit Ihnen genau über diesen einen Moment zu sprechen, der Ihr Leben für immer verändert hat. Heute habe ich in diesem Podcast eine Frau zu Besuch, die mit Sicherheit viele von euch kennen. Wenn nicht, ist es aber auch nicht schlimm, denn ihr werdet sie in dieser Folge kennenlernen.
Alina Bock ist Komedien, Schauspielerin und Content-Creatorin. Berühmt geworden ist sie durch Videos auf TikTok, in denen sie fiktive Charaktere spielt. Damit scheint sie einen Nerv zu treffen. Sie unterhält Millionen von Followern aus aller Welt und spielt ausverkaufte Comedy-Shows. Bis sie auf Social Media ihren großen Durchbruch hatte, ist in Alinas Leben aber sehr, sehr, sehr viel passiert und zwar nicht nur Gutes. Ich bin sehr gespannt auf das Gespräch und ich hoffe...
Ihr auch aus dieser Folge wieder etwas mitnehmen könnt. Wir werden Alina nämlich von einer Seite kennenlernen, die sie sonst nicht so oft zeigt. Hallo, liebe Alina. Hallo, lieber Philipp. Ich komme jetzt direkt mit so einem kleinen schleimigen Geständnis am Anfang. Ich freue mich sehr, dass du da bist. Wir haben, glaube ich, Anfang 2024 das erste Mal zusammengesessen in diesem Podcast-Team und überlegt, wen könnte man als Gast einladen.
Und du standst tatsächlich ganz oben auf meiner Liste, weil ich deinen Lebensweg so spannend finde. Ich finde, du bist eigentlich das Role Model für dieser eine Moment, wobei es wahrscheinlich bei dir mehrere dieser einen Momente gibt. Da kommen wir auch gleich noch dazu. Vielleicht mal für die, die noch nie von dir gehört haben, du bist wahnsinnig erfolgreich auf TikTok, du machst Comedy, gehst mit deinem Programm aktuell auf Tour durch ganz Deutschland.
Richtig. Aber dein Weg dahin, der ist jetzt insgesamt ziemlich lang gewesen und auch alles andere als geradlinig. Wir starten heute mit einem Moment, der für dich ganz, ganz schrecklich war, der aber viel damit zu tun hat, wie du dein Leben von da an gelebt hast. Nämlich im Dezember 2008 nimmt sich dein Vater das Leben. Du bist damals 19 Jahre alt. Wie erfährst du davon?
Also erstmal wollte ich noch ganz kurz sagen, Dankeschön für deine Komplimente am Anfang und danke, dass ihr mich als Gast hier eingeladen habt. Das freut mich wirklich sehr, sehr, sehr. Und jetzt zurück zu diesem einen Moment. Ich war zu Hause bei mir in Marienberg, in Übach-Palenberg. Da habe ich mit meiner Mom und meinen beiden Geschwistern gewohnt. Meine Eltern waren bereits schon seit einiger Zeit geschieden. Meine Mom war alleinerziehend mit uns.
Und das Verhältnis zu meinem Dad war ohnehin kompliziert. Also es war manchmal mehr und manchmal weniger Kontakt da. Aber der Wunsch nach mehr Kontakt war auf jeden Fall immer da. Im Hinterkopf war immer dieses Gefühl, dass man irgendwann ... So ein richtig Bilderbuch-Vater-Tochter-Verhältnis hat. Und vor allem war auch immer der Wunsch da, die Bestätigung zu bekommen, dass der Vater einen trotzdem liebt. Weil wenn sich die Eltern scheiden lassen, nimmt man das als Kind auf.
Ein bisschen so fühlt man sich schuldig deswegen. Oder zumindest in meinem Fall, man denkt, man ist vielleicht nicht genug. Und es war auch immer der Wunsch da, den Vater stolz zu machen. Genau wie auch die Mama. Und dieser Moment, der war so, Das war mitten in der Nacht. Ich habe ganz oben im Speicher mein Zimmer gehabt und das Telefon ging mitten in der Nacht und da hat man direkt schon so ein mulmiges Gefühl, weil wieso soll man mitten in der Nacht angerufen werden?
Und ich bin die Treppe runtergegangen und meine Mutter war komplett schockiert am Telefon, hat sich zu mir geredet und hat gesagt, der Papa ist gestorben. Und das war so der erste Schock. Und dann hat sie gesagt, der hat sich umgebracht. Das war so, als wäre ich auf einmal unter Wasser. Die Realität hat sich komplett verändert. Das hat sich angefühlt, als hätte mich jemand mit einem Laster umgefahren. Und es war ein direktes Schuldgefühl da.
Oh krass. Weil kurz bevor das passiert ist, hatten meine Geschwister und ich Fotos machen lassen. Das sind so professionelle Fotos beim Dorffotografen und hatten meiner Oma das eingerahmt geschenkt. Und dann kriegt man ja immer so zwei oder drei Stück und das war's. Und mein Papa hatte mir geschrieben und gefragt, kann ich ein Foto haben?
Kann ich eins von den Fotos haben von euch dreien? Und ich war sehr verletzt und sehr sauer, weil er sich länger nicht mehr gemeldet hatte und habe gesagt, nee, wir haben nur noch eins und das bekommt Mama. Und das war das Letzte, was ich zu ihm gesagt hatte. Oh Gott. Das heißt, in dem Moment, als ich das erfahren habe, dass er erstens, dass er gestorben ist, zweitens, dass er sich das Leben genommen hat, habe ich das für mich direkt als Schuldempfinden aufgenommen.
Ich habe direkt gedacht, ich bin das schuld. Also würdest du sagen, das war das größte Gefühl, war Schuld. Nicht Trauer oder Wut oder Schock, sondern wirklich Schuld. Ja, Schuld, Unglauben. Man glaubt das ja erst mal gar nicht. Und auch irgendwie so das Gefühl, dass einem die Welt unter den Füßen, der Boden unter den Füßen weggezogen wird. Also so eine Trauer hatte ich bis dahin noch nie erlebt. Und ich hatte bis dahin auch schon ein paar andere Menschen verloren.
Bisschen was habe ich jetzt schon rausgehört von dem, was du erzählt hast. Also das Verhältnis zu deinem Vater damals war nicht das allerbeste oder es war zumindest ja ein bisschen shaky, würde man vielleicht im Englischen sagen. Also mir fällt gerade kein gutes deutsches Wort dafür ein, weil deine Eltern waren auch schon länger getrennt zu dem Zeitpunkt. Das heißt, du bist schon mehr oder weniger als Trennungskind aufgewachsen eigentlich.
Ich war zehn, als sie sich haben scheiden lassen. Ja. Und gab es da gute und schlechte Zeiten in eurem Verhältnis nach der Trennung oder war das immer so indifferent, unterschiedlich? Bevor sich meine Eltern haben scheiden lassen, hatte ich das dickste Verhältnis zu meinem Vater. Ich war immer ein Papakind.
Er ist immer mit dem Zug zur Arbeit gefahren nach Düsseldorf und ich habe ihn nach der Schule am Bahnhof abgeholt, weil ich bin in einem kleinen Dorf aufgewachsen, da konnte man überall hin zu Fuß gehen. Und wenn man nachts Angst hatte und zu den Eltern schlafen gegangen ist, habe ich immer bei meinem Papa auf der Seite gelegen, meine Schwester, bei der Mama. Meine Mutter hat auch immer gesagt, euer Vater ist ein super Vater, der liebt euch.
Aber ich glaube einfach jetzt als erwachsener Mensch kann man natürlich ein bisschen mehr Sinn daraus machen. Er hatte natürlich seine Dämonen und die Erwachsenen haben natürlich auch sich gestritten. Das haben wir nicht mitbekommen, Gott sei Dank. Aber ich glaube, es war halt einfach alles sehr kompliziert. Wir sind am Anfang öfter mal nach Düsseldorf gefahren, um mit ihm Zeit zu verbringen und ich glaube, das Organisatorische war irgendwann sehr schwer.
Und ich glaube einfach, also was ich jetzt weiß, natürlich, mein Vater war natürlich depressiv, also wenn sich jemand das Leben nimmt, das ist ja psychisch, man hatte ganz schlimme Angstzustände und unser Verhältnis war dann halt mal vorhanden und mal nicht. Also er hat immer zum Geburtstag Karten geschickt oder angerufen oder große Geschenke auch teilweise geschickt.
Als ich mit 16 als Austauschschülerin nach Amerika gegangen bin, hat er mir Koffer geschenkt, also doch auch sehr aufmerksam und sehr, also immer eine Präsenz. Aber ich glaube einfach, es gab ein paar Kommunikationsprobleme. Und ich glaube auch, er hatte auch Probleme, seine Gefühle auszudrücken, was ich natürlich persönlich genommen habe, aber jetzt weiß, dass es weniger mit mir zu tun hatte und mehr mit ihm. Aber genau, so war das Verhältnis immer auf und ab.
Du erzählst ja von der Kindheit, die einerseits sehr behütet klingt auf dem Dorf. Man kann überall zu Fuß hingehen. Und auf der anderen Seite eben auch diese Probleme, die deine Eltern hatten, die Trennung. Welches Gefühl hast du denn, wenn du an deine Kindheit denkst, falls du das überhaupt zusammenfassen kannst? Das erste Gefühl ist tatsächlich warm und kreativ. Ich bin auch gerade hier in der Straße, ich sitze hier zufällig gerade in der
Straße, in der ich aufgewachsen bin. Also wir sind hier draußen immer rumgelaufen. Wir haben uns die Schuhe von meiner Mutter angezogen mit den hohen Hacken und haben uns einen Lippenstift drauf gemacht und sind rumgelaufen. Wir haben draußen mit Murmeln gespielt und sind in den Wald gelaufen und so. Also wir konnten komplett unserer Neugier und unserem Spieltrieb folgen. Und wir haben uns immer sicher zu Hause gefühlt, wohl gefühlt.
Und mit der Scheidung, mit der Trennung hat sich das alles geändert ein bisschen. Also wir haben dann auch, wir waren dann auf einmal alleinerziehend mit drei Kindern und es war natürlich dann alles nicht mehr so einfach, auch für meine Mutter. Mein Bruder war erst ein Jahr alt und wir sind dann auch umgezogen. Also es hat sich dann schon alles geändert und das sind dann so die Erinnerungen, die dann so, ja, es war hart, es war härter.
Aber trotzdem, dadurch, dass meine Mutter immer für uns so da war und uns alles erklärt hat, sie hat jetzt nicht irgendwie versucht, uns anzulügen oder so, sie hat uns einfach erklärt, warum die Situation so ist, wie sie ist und hat immer das Beste für uns gewollt und.
Wir konnten alles machen, was alle Kinder auch machen konnten und sind halt im Second-Hand-Laden einkaufen gegangen, aber konnten trotzdem mit auf Klassenfahrt fahren, weil so, Mama hat alles möglich gemacht und der Zusammenhalt in unserer Familie ist halt extrem stark. Und das ist das überwiegende Gefühl. Und dahinter kommt dann so ein bisschen so, ah, das war hart, das war hart, das war hart. Aber ich glaube, das gehört ja wahrscheinlich bei jedem zum Leben dazu.
Absolut. Ich höre jetzt zwei Sachen so ein bisschen raus. Zum einen weiß ich, du bist die Älteste von den drei Geschwistern gewesen. Du warst ja zehn, glaube ich, als deine Eltern sich getrennt haben. Und ich kenne das aus meinem Freundeskreis, dass die Ältesten, gerade wenn dann Mutter oder Vater alleinerziehend sind, auch viel abfedern müssen. Dass sie viel auch mit dann im Haushalt machen müssen, ein bisschen auf die Geschwister aufpassen müssen, dass man
ein bisschen zu früh erwachsen wird vielleicht. War das bei dir auch so? Ich habe auf jeden Fall älteste Schwesterenergie. Also ich fühle mich auf jeden Fall so, ich könnte ständig so ein Headset anhaben und so meine Familie managen. Das hat mir niemand auferlegt, aber ich glaube, das ist irgendwie so bei älteren Geschwistern oft der Fall, dass man sich verantwortlich fühlt.
Ich glaube schon, dass ich ein bisschen in die Rolle getreten bin, meiner Mutter natürlich am meisten zu helfen, weil ich einfach die Älteste war. Und ich habe trotzdem noch sehr frei als Kind und als Jugendliche auch den Teil meiner Jugend und Kindheit ausleben dürfen. Aber ich habe dann auch zum Beispiel sehr früh angefangen zu arbeiten, mit Nebenjobs. Ich habe in einem Friseurladen mit 13 angefangen zu putzen am Wochenende und irgendwelche Jobs, die ich halt dann so machen durfte.
Ich hoffe, hier wird jetzt niemand verhaftet dafür. Ich glaube, es ist verjährt. Kinderarbeit, okay. Und natürlich auch, also ich glaube so ein bisschen die emotional etwas abgefangen, weil, Für eine alleinerziehende Mutter ist es natürlich auch viel, alles alleine zu machen und ich glaube, man wird sehr empathisch und man wird sehr empfänglich für die Stimmungen der Eltern, der Mutter in meinem Fall und man möchte natürlich als Kind alles dafür tun, dass es der Mama gut geht.
Und ich glaube schon, dass ich mich selber dann irgendwann dafür verantwortlich gefühlt habe und in dem Sinne war ich sehr schnell sehr erwachsen, ja. Das heißt, das war das eine, was mir jetzt gerade so ein bisschen aufgefallen ist, also dieses Verantwortung übernehmen, aber auf der anderen Seite hast du auch erzählt, ihr habt da rumgealbert, Mamas High Heels angezogen und so. Warst du auch immer schon so die Lustige, wie man so schön sagt?
Ja, auf jeden Fall, ja. Ja, also ich weiß noch, also erstens, meine Mutter ist auch ein Charakter. Die hat die lauteste Lache, die du dir vorstellen kannst. Die reißt einen Witz nach dem anderen. Die ist die Elfie, die war auch immer beliebt bei meinen Freunden. Also in dem einen Jahr, in dem ich in Amerika war, sind meine Freunde trotzdem regelmäßig zu mir nach Hause gegangen, um meiner Mutter Hallo zu sagen. Aber ich war auf jeden Fall schon immer so ein bisschen der Clown auch zu Hause.
Wir haben immer beim Abendbrot alle zusammengesessen und da habe ich immer irgendwelche Akzente nachgemacht. Oder es gab immer so einen Charakter, der hat meine Mutter so zum Lachen gebracht. Ich habe dann einfach immer so ganz leise geredet. Ich habe dann so gesagt, Mama, kannst du mir mal bitte das Brot geben? Ich finde es jetzt schon lustig, dass der eine Satz ist großartig.
Und sie hat sich immer so kaputt gelacht. Und das hat mir so, das war wahrscheinlich dann erst so, oh, Dopamin, weil jemand über meine Wisse lacht. Das werde ich jetzt mein Leben lang jagen. Aber ich habe schon immer so ein bisschen... Versucht, die Leute zum Lachen zu bringen, auf jeden Fall. Ich wusste damals noch nicht, dass das etwas ist, das eine Karriere sein kann, aber ich habe es schon immer gemacht.
Ich finde es spannend, ich habe jetzt durch meinen Job mittlerweile relativ viele Comedians kennengelernt, auch abseits so der Bühne und es gibt ja dieses Klischee vom traurigen Clown, der so auf der Bühne steht und, die Leute begeistert, alle lachen und dann geht er ins Backstage und sitzt da alleine und weint. Würdest du sagen, dass das zutrifft, dieses Bild? Also dass auch Humor immer aus Schmerz geboren wird, vielleicht kann man es so formulieren?
Ich glaube auf jeden Fall, dass je tiefer die Wurzeln gehen, desto höher geht der Baum. Also ich glaube, auf jeden Fall ist für mich Humor eine Art und Weise, mit dem Leben umzugehen und mit Traurigkeit umzugehen. Und aus dem größten Schmerz entstehen ja auch die detailreichsten Nuancen in Geschichten erzählen. und mir hilft Humor auf jeden Fall durchs Leben. Ich glaube, dass jeder irgendwie ein trauriger Clown ist.
Jeder erlebt Trauer und Trauma und ich glaube, für Comedians ist das halt einfach so, dass wir das mit Humor verarbeiten. Vielleicht ist da der Zwang zur Comedy entstanden durch die traurigen Momente im Leben und bei anderen drückt sich das, ich glaube, bei Jazzmusikern drückt sich das durch Improvisation aus oder keine Ahnung was. Nicht, dass alles aus Schmerz entsteht, aber ich glaube ganz oft, dass. Dass wir unseren Schmerz verarbeiten müssen. Der muss halt durch uns durchreisen.
Wir müssen den irgendwie verarbeiten. Aber ich glaube, es ist nicht so, wenn man dann alleine ist, dass man immer traurig ist. Ich glaube, dass beide Facetten einfach immer existieren gleichzeitig. Da finde ich eine Verbindung zu meinem Dad. Ich habe auch schon mich sehr depressiv gefühlt in meinem Leben. In gewissen Phasen und Angstzustände kann ich sehr gut nachvollziehen. Also das sind alles sehr präsente Themen in meinem Leben.
Es ist doch interessant, weil bei mir ist es auch so, ich habe auch Depressionen gehabt vor längerer Zeit und dass wir beide uns dann Jobs aussuchen, mit den Schmerzen und den Narben, die wir haben aus unserem Leben und uns auf eine Bühne vor tausenden Menschen stellen und die dann zum Lachen bringen und die irgendwie entertainen auf eine Art und Weise, oder?
Also das ist schon, ich will nochmal kurz zurück so auf deine Jugend, ihr habt ja echt Geldprobleme gehabt, glaube ich war auch auf Sozialhilfe angewiesen, was bedeutet das dann im Alltag, weil irgendwann kommt ja auch die Erkenntnis, man ist nicht so wohlhabend wie andere in der Schule zum Beispiel.
Ja, also man kriegt das natürlich mit, dass die Pfennige regelrecht gezählt werden, dass man für den Monat ein Budget haben muss und dass man auf Hilfe angewiesen ist und was ich immer ganz schlimm fand, ich meine mein Bruder war ein Jahr alt und wir waren ja auch noch nicht so alt und meine Mutter ist ja nebenbei noch Job gegangen, aber es ging halt nicht anders. Und ich glaube, da habe ich also ein Verständnis von Geld kennengelernt, dass das halt einfach nicht zu mir gehört.
Das ist nicht für mich. Reichtum ist nicht für mich. Ich habe zwar früher schon immer gesagt, ich gehe immer nach Hollywood und werde reich und berühmt. Aber als es dann tatsächlich soweit war, als ich erwachsen war, musste ich wirklich hart daran arbeiten, dieses. Ankonditionierte Denken, dieses schlechte Verhältnis zu Geld, diese Vorurteile daran zu arbeiten, das abzulegen und für mich neu zu definieren.
Aber man hat natürlich auch, ich bin so dankbar für diese Erfahrung, weil man hat halt auch Dingen gegenüber eine ganz andere Wertschätzung. Also meine Mutter hat auch immer gesagt, macht eure Spielzeuge nicht kaputt, weil, Die sind was wert. Und ich bin sehr dankbar für die Wertschätzung, aber es war halt auch sehr hart teilweise. Also du hast es schon im Alltag gemerkt, dass da was fehlt gegenüber anderen Familien. So sehr eure Mutter sich auch bemüht hat, euch das nicht spüren zu lassen.
Ich habe es gemerkt, indem ich halt Secondhand-Klamotten hatte und Kinder Markenklamotten hatten. Ich persönlich fand das nicht schlimm. Ich habe das gemerkt, dass die anderen in den Skiurlaub gefahren sind und wir in den Mutter-Kind-Kur gefahren sind. Wir hatten so viel Spaß in der Mutter-Kind-Kur, aber natürlich merkt man das,
natürlich merkt man den Unterschied. Ich habe das auch drin gemerkt, wie wir behandelt wurden gegenüber einer Familie, die intakt ist, wo ein Arzt vielleicht mit in der Familie ist und wo viel Geld da ist. Die Vorurteile gegen alleinerziehende Eltern oder gegen Leute, die Sozialhilfe beziehen, das habe ich alles gemerkt. Und das hat auch wehgetan, also die Vorurteile von anderen Menschen uns gegenüber. Weil es nicht das perfekte Familienbild war, das habe ich noch nie verstanden.
Ich habe das versucht, ich habe einfach versucht zu sagen, das ist deren Problem und nicht mein Problem, aber das hat mir trotzdem wehgetan. Man ist ja ein junger Mensch, der gerade seine Identität entwickelt und man sucht ja überall irgendwie danach, Wer ist man in der Gesellschaft oder wer ist man in der Welt und welche Label gehören zu mir auch? Und das war halt schon immer so, haben die jetzt recht oder darf ich mich trotzdem lieben?
Aber du entschließt dich dann in dieser Situation auf dem Dorf, aus einer Sozialhilfe-Familie kommt, ich werde ein Star. Das ist ja auch wahnsinnig, das ist ein Statement, total so. Was fasziniert dich so daran, warum willst du das unbedingt zu dem Zeitpunkt schon? Also ich war damals mit Mama im Theater und ich habe die Leute auf der Bühne gesehen und ich habe einfach die ganzen zwei Stunden nur gedacht, ich möchte da, das möchte ich machen, da möchte ich stehen.
Ich möchte so klar und deutlich sprechen und so singen und so tanzen und die Leute zum Lachen bringen. Und ich möchte es am Ende alle für mich klatschen, weil ich gut bin. Dann habe ich den Film Clueless gesehen und ich habe immer diese amerikanischen Comedies gesehen. Und ich habe halt gedacht, ja, die machen das am besten. Und genau so möchte ich das auch machen. Genau wie Alicia Silverstone möchte ich in Filmen mitspielen und Leute zum Lachen bringen.
Und ich habe das auch schon immer, also wir haben immer Sketchshows gemacht auf Klassenfahrten. Meine Freundin und ich haben mit so einer VHS-Kamera immer Sketche aufgenommen. Und beim Geburtstag meiner Oma, ich so, komm, wir machen Sketche für Oma. Voll die Rampensau, immer jede Gelegenheit genutzt. Ich habe das früher immer so beschrieben, das ist irgendwie so ein Feuer in dir drin, so eine Flamme. und das ist einfach da und das kannst du nicht ignorieren,
Und so richtig genau, warum, kann ich dir gar nicht sagen. Es war einfach von Anfang an da. Und ich wollte das nicht ignorieren. Dann ist also dein erster Berufswunsch in diese Richtung erst mal Schauspielerin, hast du ja gerade gesagt. Weil das hast du gesehen auf der Theaterbühne im Film. Genau. Aber wie stellt man das an als junge Frau vom Dorf? Du machst erst mal Abi und dann willst du Schauspielerin werden. Aber wie? Ja, wie? Das ist die große Frage.
Ich habe vorher schon einmal versucht, so bei, ich habe einmal bei einem Casting mitgemacht, bei Bravo TV. Da haben die eine Filmrolle vergeben in dem Film Nick Knatterton. Und dann habe ich mit meiner Mama mit einer VHS-Kamera auch so ein Casting-Tape gemacht und dann habe ich das bekommen.
Dann haben die meinen Tape bei Bravo TV ausgestrahlt und ich habe das selber gar nicht gesehen, weil ich gerade selber auf der Bühne stand beim Kindertheater, aber in der Schule haben mir das dann nachher alle gesagt. Und dann dachte ich so, jetzt habe ich es geschafft, meine erste Filmrolle und dann wird es ja und dann direkt mit einer Agentur unterschreiben und dann schwummeliwupp. Und leider ist das nicht zustande gekommen, weil ich am Ende zu jung war und nachts nicht drehen durfte oder so.
Und dann nach dem Abi habe ich mich erstmal bei ein paar Schauspielschulen beworben, aber nur die staatlichen, also Ernst Busch, die, wo man sich tausend Leute bewerben und zehn genommen werden, ja, da bin nicht nirgendwo untergekommen. Ich hatte aber auch nicht das richtige Training. Also ich hatte auch nicht die richtigen Monologe oder so. Jetzt weiß ich das natürlich. Und dann habe ich mir gedacht, was mache ich denn jetzt? Und ich dachte mir, ich muss einfach anfangen zu Castings zu gehen.
Irgendwo werde ich schon unterkommen. Aber dann habe ich mich erst mal an der Uni Köln eingeschrieben, weil meine Mama auch gesagt hat, du musst jetzt irgendwas machen. Du kannst dich einfach nur, rumleben. Und dann habe ich mich halt eingeschrieben für Germanistik, Anglistik und Musik. Da dachte ich mir, okay. Ich so, okay, kann ich halt wenigstens Goethe und Shakespeare lesen. Und habe nebenbei Theater gespielt.
Aber einen Plan, also einen Plan hatte ich nicht. Ich dachte immer nur einfach immer nur den nächsten Schritt rausfinden. Aber die über, also ich wusste aber, dass ich das mein Leben lang nicht mehr aufgeben werde, das Schreiben danach. Das war irgendwie so, natürlich ist es schwer, Aber who gives a fuck? Und dann bin ich einfach zu Castings gegangen und dann bin ich irgendwann bei Before gelandet.
Aber das ist ja dann auch so diese Zeit, wo du gerade schon so ein paar Semester studiert hast, wo es dann zu dem Moment kommt, über den wir ganz am Anfang gesprochen haben, also der Suizid deines Vaters. Das ist natürlich emotional total furchtbar. Du hast ein wichtiges Familienmitglied verloren und dann auch auf diese Art und Weise. Aber das hat ja wahrscheinlich auch in deiner Lebensplanung was mit dir gemacht, oder?
Genau. Ich weiß das auch noch, als ich in Köln im Bus, ich saß im Bus und das war nachdem ich erfahren habe, dass mein Vater sich umgebracht hatte und ich habe nach draußen geguckt und die Welt war komplett grau.
Also die Häuser, die waren grau. Ich habe irgendwie keine Farben mehr gesehen und ich habe, Die Welt hat sich einfach, für mich war das so der Moment, an den ich mich jetzt noch erinnere, als wäre es gestern gewesen, weil ich einfach festgestellt habe, die Welt hat sich komplett verändert für mich. Meine Lebensansicht hat sich komplett verändert.
Und für mich, ich habe danach mehr über das Leben meines Vaters erfahren, nachdem er gestorben ist, weil wir mit den Arbeitskollegen geredet haben und mit seinem Arzt, um rauszufinden, was war überhaupt los und da habe ich erst mal rausgefunden, er war schon sehr lange depressiv, er war schon sehr lange in Behandlung, aber das Bild, das ich vorher von ihm hatte, war, er ist sehr erfolgreich, er verdient sehr viel Geld, er hat ein schönes Auto.
Er hat eigentlich alles das, was die Gesellschaft von einem erwartet. Zumindest von einem Mann. Und dann habe ich mir danach so gedacht, also der hat ja alles richtig gemacht, in Anführungsstrichen. Der hat ja das Geld verdient und den Job gehabt und so. Und trotzdem war er so unglücklich. Und natürlich gehört da mehr dazu. Das ist eine mentale Krankheit.
Die Umstände sind natürlich nicht der einzige Faktor, aber trotzdem hat das in mir ausgelöst, ich möchte nie irgendwann denken, du hast dein Leben so gelebt. Wie es die Regeln der Gesellschaft vorschreiben oder danach, was die Gesellschaft denkt, was gute Dinge sind im Leben anzustreben, Geld, ein schönes Auto etc. Sondern du lebst dein Leben genauso, wie du möchtest. Du machst das, was du möchtest. Und du versuchst einfach nur glücklich zu sein und neugierig zu bleiben.
Und die Uni hat mich nicht glücklich gemacht und das war dann so der eine Moment, der zum nächsten geleitet hat, wo ich dann gesagt habe, ich gehöre hier nicht hin, das ist nicht mein Leben, ich will, was soll ich machen mit, was soll ich hier?
Ich habe immer schon gesagt, ich will berühmt werden, ich glaube, ich bin so ein bisschen abgewichen davon, weil dann halt die Realität doch ein bisschen anders war und dann habe ich mich entschieden, die Uni zu verlassen und Und ich glaube, dass es immer wieder so Entscheidungen gab durch mein Leben hinweg, wo ich an Papa gedacht habe und auch so ein bisschen gedacht habe, das hört sich jetzt ein bisschen cheesy an, aber ich lebe jetzt für uns beide. Weil er nicht mehr da ist.
Ja, ich lebe jetzt so, mach dir keine Sorgen. Ich habe das Gefühl, er war unglücklich in seinem Leben. Wer weiß, was er für Wünsche und Träume hatte. Aber ich lebe jetzt so richtig das Leben. No regrets. Und dann hast du Uni geschmissen. Und was war dein Umfeld so super, Alina? Geile Idee? Machst du weiter? Oder war eher, was machst du da? Also die Leute, mit denen ich Abi gemacht habe, die haben natürlich alle so gesagt, du hast doch nicht mehr alle, was machst du da?
Du wirst es doch, also um Beruhigung oder um Schauspielerin zu werden, nein, nicht die Kunst. Nein, wer hat doch erst mal Rechtsanwältin oder so? Dann kannst du immer noch. Als Hobby. Ja, wirklich so richtig, als wäre ich halt so richtig dumm. Aber ich habe meine Mama angerufen und ich habe gesagt, und meine Mutter hat zu mir am Telefon gesagt, du hörst dich nicht glücklich an, was ist los? Und dann habe ich gesagt, Mama, ich bin auch nicht glücklich.
Das Uni-Zeug, das ist, ich wusste jeden Tag, acht Stunden Latein lernen und ich bin irgendwie unglücklich. Und ich bin auch so ein Mensch, wenn ich etwas mache, will ich das hundertprozentig machen. Ich möchte darin gut sein. Und ich habe der Uni nicht die Energie gegeben, die sie eigentlich verdient hätte. Weil ich halt auch nicht stundenlang am Tag Althochdeutsch lernen wollte. Verständlich.
Und dann hat meine Mutter zu mir gesagt, Schatz, wenn du unglücklich bist, wegen mir musst du nicht an der Uni bleiben. Ich weiß noch, sie hat gesagt, mach dir keine Sorgen darüber, was die Leute hier sagen auf dem Dorf. Damit kann ich umgehen. Mach du das, was dich glücklich macht. Und wenn das die Uni nicht ist, dann musst du die Uni halt verlassen. Aber dann musst du halt gucken, dass du Geld verdienst. Und dann habe ich mich am nächsten Tag ausgeschrieben.
Wow, schon mutig. Meine Mama, die war aber auch so, die wollte früher mal Sängerin werden. Die kann sehr gut singen. Und sie hat halt Kinder, sie hat halt uns bekommen. Und da war halt auch immer so ein Traum im Hinterkopf. Und natürlich auch gesellschaftliche Grenzen und Umstände, die halt einfach nicht gepasst haben. Aber die hat auch schon immer gesagt, lebe dein Leben so, wie du es möchtest. Und dann passiert tatsächlich, dass es sich alles irgendwie fügt.
Du bist bei einem dieser vielen Castings, wo du immer hingelaufen bist und hast Glück, du wirst Teil der vierköpfigen Band Before. Die Älteren erinnern sich vielleicht oder die Jüngeren. Das war damals so ein Projekt von einem Plattenlabel und von Super RTL. Genau. Und eigentlich wolltest du ja Schauspielerin werden. Und jetzt bist du plötzlich Sängerin. Wie kommt es dazu? Also ich habe auch schon immer so ein bisschen gesungen, aber ich habe das nie angestrebt.
Also ich fand zwar Britney Spears und Christina Aguilera total toll, aber ich habe jetzt nie angestrebt. Ich hätte mir auch vorstellen können, Musical-Darstellerin zu werden. Ich glaube, ich habe so ein bisschen meinen Platz gesucht. Ich habe so ein bisschen gesagt, irgendwo muss es ja einen Platz geben für mich in der Entertainment-Welt. Aber eigentlich muss man die Wahl selber treffen, das wusste ich aber da noch nicht.
Und ich war einfach so, wenn ich als Künstlerin bezahlt werde, dann mache ich das. Da kannst du dir nicht so gut für sein. Und dann haben die im Casting gefragt, kannst du auch singen? Ich so, ja. Kannst du auch tanzen? Tanzen ist jetzt nicht so mein... Und dann habe ich da irgendwie zu J-Lo meine Hüfte geschwungen. Und dann habe ich es tatsächlich in diese Band geschafft und ich war einfach nur glücklich, einen Beruf zu haben auf der Bühne. Das hat mir gereicht.
Aber es ist ja so krass, dann passiert ja alles so ganz schnell. Du bist so ein richtiger 2000er-Star mit modisch, würde man heute sagen, fragwürdigen Outfits. was halt damals so dazugehört. Würde man auch damals, glaube ich, schon sagen. Wahrscheinlich schon, ne? Ihr hattet eine Doku-Soap auf Super RTL. Ihr habt ausverkaufte Konzerte gespielt. Also alles, was dazugehört.
Vor allem halt Kinder und Teenies waren so eure Fans. Und da stehst du jetzt da, wo du die ganze Zeit hin wolltest, nämlich im Rampenlicht. Ist es so toll, wie du es dir vorgestellt hast? Also, es hat sich nicht so angefühlt, wie ich bin da, wo ich immer hin wollte. Sondern es hat sich die ganze Zeit angefühlt wie ein Zwischenschritt oder wie nicht so richtig meine, nicht so richtig authentisch zu dem, was ich eigentlich bin oder was ich eigentlich zu geben habe oder zu sagen habe.
Und vor allem war, jetzt weiß ich natürlich, jetzt kann ich es benennen, das Imposter-Syndrom. Das war sofort von Anfang an da. Also von Anfang an habe ich gedacht, die haben einen Fehler gemacht. Ich gehöre ja doch gar nicht hin. Bin jetzt wirklich ich diejenige, die die ausgesucht haben? Und das hat sich komplett durchgezogen. Also die ganze Zeit hatte ich irgendwie Angst, nicht gut genug zu sein, nicht dahin zu gehören.
Alina spricht hier das Imposter-Syndrom an. Vielleicht habt ihr schon mal davon gehört oder denkt gleich, ah, das kommt mir irgendwie bekannt vor. Menschen, die vom Imposter-Syndrom betroffen sind, haben starke Zweifel an ihren eigenen Fähigkeiten. Sie können richtig viel Wissen und Erfahrungen auf einem bestimmten Gebiet mitbringen, aber Ihr Gefühl sagt Ihnen trotzdem, ich kann das eigentlich gar nicht.
Selbst wenn Sie damit rational gesehen total erfolgreich sind mit dem, was Sie machen, denken Sie insgeheim, dass Sie diesen Erfolg nicht verdient haben und das alles nur auf Glück, auf Zufall oder auf der Unterstützung anderer basiert. Menschen mit Imposter-Syndrom können deshalb auch nicht gut mit Lob umgehen und denken ständig, dass andere Personen ihre Fähigkeiten einfach überschätzen und sie damit bald auffliegen werden.
Im Sinne von bald kommt der große Knall und alle merken, dass ich eigentlich gar nichts kann. Bei manchen geht das sogar so weit, dass sie sich für richtige Betrügerinnen oder Betrüger halten. Diese ständigen Selbstzweifel führen oft dazu, dass Betroffene entweder übertrieben hart arbeiten, um Fehler zu vermeiden oder Aufgaben so lange vor sich her schieben, bis sie in Panik alles auf den letzten Drücker erledigen müssen. Es gibt dazu eine, wie ich finde, sehr spannende Studie.
Die hat man mit Ärztinnen und Ärzten in Krankenhäusern gemacht. Bei denen mit Imposter-Syndrom konnten die Forschenden beobachten, dass sie aus ihren Zweifeln heraus Kompensationsstrategien entwickeln. Und zwar konzentrieren sie sich im besonderen Maße auf andere Menschen, hören ihren Patientinnen und Patienten sehr aufmerksam zu, zeigen ganz viel Empathie.
Die Forschungsgruppe zieht daraus den Schluss, dass die Betroffenen durch ihre zwischenmenschlichen Fähigkeiten positiv auffallen wollen, um ihre vermeintliche fachliche Inkompetenz, die ja faktisch gar nicht da ist, zu überspielen. Genau das wirkt sich positiv auf ihr soziales Umfeld aus. Die behandelnden Personen bewerten die Ärztinnen und Ärzte mit Imposter-Syndrom als besonders empathisch und aufmerksam.
Und das deutet darauf hin, dass Imposter-Gefühle paradoxerweise zu besserem Zuhören, Empathie und kooperativerem Verhalten führen. Die ja in vielen Berufen von Vorteil sind. Für Alina waren ihre anhaltenden Selbstzweifel aber vor allem eine mentale Belastung und führten zu vielen Ängsten. Die Zeit bei BEFORE hatte aber zum Glück auch viel Gutes für sie.
Auf der anderen Seite hat es mega viel Spaß gemacht. Auf der anderen Seite war das das erste Mal, dass man lernen musste, was bedeutet es, sich in die Öffentlichkeit zu stellen und dann natürlich auch die öffentliche Meinung über sich ergehen lassen zu müssen. Damals gab es Social Media noch nicht, aber es gab YouTube. Und auf YouTube, da war unser erstes Musikvideo online und die Kommentare waren brutal. Echt? Brutal. Also besonders über mich. Da war dann so, die Blonde, die ist so hässlich.
Und die Blonde, was macht die denn da? Und dann natürlich auch so generell so eine scheiß Musik. Und natürlich auch gute Kommentare, die könnte ich dir aber jetzt nicht mehr nennen, weil das ist, glaube ich, unser Gehirn, besonders am Anfang, wenn man sowas erlebt. Ich habe schon immer irgendwie eine dicke Haut gehabt, ich habe ja auch in der Schule schon immer so, Leute haben gesagt, ich bin verrückt, weil ich Künstlerin sein will und sowas, aber.
Und ich habe eigentlich immer nur gegen gefeuert. Aber das war schon so, also da musste man schon lernen, mit umzugehen. Entweder man internalisiert das oder man muss halt lernen, es nicht persönlich zu nehmen. Und das war eine gute Schule. Das heißt, du würdest sagen, du kannst das jetzt? Ich kann das meistens. Wenn ich es nicht kann, habe ich aber in einem Nachhinein Werkzeuge, mit denen ich da wieder hinkomme. Ich habe jetzt einen Werkzeugbeutel, mit denen ich einsetzen kann.
Aber das heißt natürlich nicht, dass man es nicht erstmal manchmal spürt, wenn jemand. Und man muss natürlich auch, je mehr man sich kennenlernt, sagen, eigentlich kann man nur getroffen werden von Dingen, die man irgendwie selbst irgendwo als Wahrheit ansieht. Also eigentlich ist es immer nur eine Reflexion des eigenen Selbstbildes. Und es hat auch viel mehr mit der Person zu tun, die was Gemeines sagt, weil es ist eine Reflexion deren Weltbild und man hat halt nicht das gleiche Weltbild.
Und wahrscheinlich ist es etwas, das die Person an sich selber auch nicht mag. Also es gehören so viele Facetten dazu. Aber siehst du, das sind meine Tools, mit denen ich dann mit sowas umgehe oder mit mir selbst rede oder so und mich dadurch coache. Aber ich kann das ziemlich gut, ja. Okay, Before, krasse Zeit, kannst du sagen, was so das Allerschönste für dich war, weil wir jetzt viel über die negativen Seiten gesprochen haben?
Das Coolste an Before war also die Community mit meinen anderen Bandmitgliedern, dass man sowas gemeinsam erlebt, der Wachstum, den ich daraus gelernt habe, weil man wird ja irgendwie in sowas reingeschmissen und dann steht man professionell auf der Bühne und das Publikum, die Kinder. Also das... Und egal, wenn dann zum Beispiel auch, es gab dann so ein Online-Forum, da haben so ein paar Leute aus meinem Abi-Jahrgang so schlecht über Before geredet, über das, was ich jetzt mache.
Und der Direktor meines Gymnasiums hat wohl gesagt, das sei ungymnasial, was ich tue.
Und sowas tut ja weh, man fühlt sich unverstanden und man will ja gar niemandem was, man macht ja irgendwie nur sein Ding und die machen sich so viel Mühe, um das schlecht zu machen, aber wenn man dann bei einer Autogrammstunde sitzt, wo tausende von Kinder sind, die einen anstrahlen, wo man denkt, man trägt gerade dazu bei, da werden die sich ihr Leben lang daran erinnern, weil ich mich mein Leben lang an das erinnere, was ich als Kind gehört habe.
Ja, stimmt. Für die bedeutet das was ganz anderes. Für die ist das, Jedes einzelne Kind ist das gerade was ganz Besonderes, dir Hallo zu sagen oder dich kurz mit dir zu unterhalten. Und das hat einen immer wieder auf die positive Seite geholt. Und ich liebe Kinder. Ich habe das geliebt, mich mit denen zu connecten. Das Ganze endet ja dann 2010. Da wird sich aufgelöst. Kannst du vielleicht kurz erklären, wie es dazu gekommen ist, dass ihr nicht mehr zusammen Musik gemacht habt?
Ja, also ich glaube, erstens haben diese Bands und diese Projekte natürlich sowieso eine kurze Lebenszeit generell, weil die Kinder auch aus dem Alter rauswachsen und weil die Qualität einfach nicht da ist, um das langfristig zu sustainen. Bei uns lag es aber auch daran, dass wir Schreit irgendwann hatten mit unserem Plattenlabel.
Und dann saßen wir vor Gericht mit denen und die hatten natürlich die viel teureren, besseren Anwälte und wir wurden komplett zerstört und so ist das leider auseinandergegangen. Statt noch mit einem Abschiedsalbum ist es dann leider so auseinandergegangen, weil uns wurde nicht das bezahlt, was uns zustand. Und es war alles messy. Und die hatten wahrscheinlich auch alle Rechte an dem Bandnamen und so weiter. Die hatten alle Rechte. Ich kriege auch heute gar nichts mehr von irgendwas.
Also das war auch wirklich ganz schlimm. Das war so eine typische Industriegeschichte. Die großen Anzugmänner gegen die kleinen Künstler. Wir dachten echt, wir können was reißen, aber wir hatten keine Chance. Und dann ist auf einmal deine Zeit als Star vorbei. Du wusstest ja nicht, wie es weitergehen wird. Aber zu dem Zeitpunkt war das, wovon du immer geträumt hattest, auf Bühnen zu stehen, zack, von einem Tag auf den anderen vorbei.
Wie geht es dir damit zu der Zeit? Also ich glaube, ich hatte mega Burnout. Ich war komplett, mein zentrales Nervensystem war komplett, hat gar nicht mehr richtig funktioniert. Ich weiß noch, manchmal gab es so Situationen, da bin ich durch die Stadt gegangen und auf einmal war ich komplett überfordert. So auf der Schildergasse in Köln, da sind ja auch immer viele Leute. Und dann musste ich wirklich eine Freundin anrufen und sagen,
kannst du mich abholen? Ich weiß gerade nicht mehr nach rechts und nach links. Und ich brauchte erst mal so einen Moment, um durchzuatmen. Ich hatte natürlich auch Panik. Ich wusste nicht, wie es weitergehen soll. Ich wusste nicht, wohin mit mir. Wo kommt das Geld da noch wieder her? Weil so langsam ging das ja dann auch schon direkt wieder aus.
Steuern gezahlt und da war auch nicht mehr viel über. aber ähm, Dann habe ich den Entschluss gefasst, es geht nach Amerika, da wo ich immer hin wollte, jetzt oder nie. Für mich war so die Frage zwischen soll ich in Deutschland bleiben und Moderatorin werden oder soll ich dem unmöglichen Traum folgen?
Hattest du denn Angebote, weil du warst ja schon ein berühmtes, da kommt doch bestimmt irgendwann einer aus sich zu und sagt, Schätzelein, ich bringe dich ganz groß raus als Solokünstlerin oder als Moderatorin, wie auch immer. Also gab es in Deutschland Angebote? Ja, ich hatte ein ganz konkretes Angebot als Solo-Künstlerin mit einem bekannten Produzenten. Der meinte dann, wie Helene Fischer, das kannst du dann den Rest deines Lebens machen.
Wir bauen dich, ich könnte dir jetzt schon Auftritte in den großen Sendungen bis Ende nächsten Jahres buchen. Und dann etablierst du dich als Alina und das kannst du den Rest deines Lebens machen, hast ausgesorgt. Und das war dann natürlich was Greifbares. Aber das war auch ein bisschen der Grund, Und warum? Ich wusste, ich muss nach Amerika gehen, weil ich habe die Grenzen der Möglichkeiten gesehen. Und ich wollte ja viel größer, weiter, höher.
Und ich dachte, wenn ich das jetzt mache, verbaue ich mir damit die Möglichkeit auf alles andere. Was heißt verbaue? Aber letztendlich wäre ich vielleicht auch durch den Weg am Ende im Film gelandet. Aber ich wollte das kreativ einfach nicht. Ich dachte mir, ich haue lieber richtig ab. Auf die Kacke. Ich gehe lieber das richtig große Risiko ein, anstatt den sicheren Weg zu gehen.
Und das war wieder so eine Entscheidung, die informiert war durch diesen einen Moment in der Kindheit oder in der Jugend. Ich musste da wieder an meinen Vater denken und sein Leben und das Commitment, das ich irgendwann gemacht habe, immer genauso zu leben, wie man möchte. Und dann traust du dich und du bist, glaube ich, damals mit deiner Bandkollegin oder Ex-Band-Kollegin nach L.A.
Gegangen für drei Monate. Genau. Also wir hatten keinen Plan, aber wir wussten, es wird extrem schwer, deshalb dürfen wir kein Sicherheitsnetz haben. Und dann haben wir unsere Wohnung in Köln gekündigt und haben alles, was wir da drin hatten, verkauft. Krass. Also wir haben dann so einen Flohmarkt gemacht in der Wohnung, haben da überall so Preisschilder dran gemacht.
Und dann, es waren dann noch so ein paar Before-Fans selbst, die noch gekommen sind und so ein paar alte Kostüme gekauft haben und so und dann sind wir mit allem, was wir hatten, nach L.A.
Und wir sind dann einmal drei Monate dort geblieben, eine Woche wieder nach Deutschland gekommen und dann wieder auf diesem ESTA durfte man immer für drei Monate, auf dem Kontinent bleiben, das heißt, wir mussten den kompletten Kontinent für eine Woche verlassen und so haben wir unser gesamtes restliches Popstar-Geld verprasselt.
Ach krass, das heißt, ihr durftet immer nur drei Monate visumstechnisch in den USA bleiben, dann musstet ihr wieder zurück nach Deutschland, um dann wieder einzureisen für weitere drei Monate und seid dann ziemlich viel hin und her geflogen.
Hin und her geflogen, haben uns halt irgendeine möblierte Wohnung da gemietet, einen Mietwagen genommen, halt alles mussten wir mieten, weil wir ja auch keine, kein, eine Sozialversicherungs-Snowboard oder irgendwas hatten, um halt richtig ordentlich was zu mieten und keine Aufenthaltsgenehmigung. Und jedes Mal, wenn wir da waren, haben wir das halt versucht so anzugehen. Okay, wie kriegen wir eine Green Card? Wie Kontakte, was müssen wir hier für Kontakte machen?
Also wir haben dann auch gedacht, weil wir in Deutschland Musik gemacht haben, müssen wir das jetzt auch erst mal weitermachen und werden halt so zwei Pop-Girlies aus Europe und sind dann zum Beispiel auch zu so Nickelodeon. Und irgendwelchen Studios gefahren. Also wir haben dann bei IMDb, das ist so eine Movie-Database, da kann man nachgucken, wer sind die Produzenten und Regisseure an Projekten. Kennen Film-Mirks, so wie ich, glaube ich auch. Du guckst dir nach,
wer hat welche Nebenrolle gespielt. Genau. Und da stehen halt auch beiden Casting-Director und Produzenten und so. Und dann haben wir geguckt bei zum Beispiel High School Musical, wer hat das produziert, haben uns da einen Namen rausgesucht, sind da hingefahren, haben in der Rezeption gesagt, wir haben mit Stacey ein Meeting. Quatsch. Das ist ja großartig. Wir waren so richtig mutig. Und dann hat die gesagt, hold on a second. Hey, I have to, what are your names? Alina and Manu from before.
Yeah, they're here for Stacey. Okay. Okay. Okay. Sorry, Stacey's in Japan. Okay, also ich sehe schon, die Taktik hat nicht so gut funktioniert. Und dann haben wir denen aber immer so eine Kiste da gelassen, mit so einer CD drin, von so einem Film, also, den wir selber aufgenommen haben, so Hi, wir sind Aline Manu, wir kommen aus Deutschland und so. Irgendwelches Promomaterial und es hat sich natürlich nie jemand gemeldet, aber wir haben einfach alles probiert, was uns eingefallen ist.
Stacey hat nicht angerufen. Nee, irgendwann haben wir gemerkt, so okay, wir können jetzt nicht irgendwie nur Kontakte knüpfen und hoffen, dass uns jemand eine Greencard schenkt. Wir haben dann einen Anwalt gefunden und mussten die Greencard ganz normal beantragen und bezahlen.
Ja. Aber habt ihr dann in den anderthalb Jahren zwischendurch dann mal irgendwie ein Job gehabt, der euch Hoffnung gemacht hätte, also dass mal ein Angebot da war, wo du dachtest, es lohnt sich hierfür zu kämpfen oder war anderthalb Jahre mehr oder weniger nur Absagen?
Wir haben Meetings gehabt mit Produktionsfirmen und wir hatten ein Songwriting-Session mit einem Produzenten von Rihanna und also wir hatten schon so krasse, weil wenn man sagt, wir kommen halt aus Europe, und wir haben eine Million Platten verkauft, dann kriegst du halt ein Meeting. Dann denken die zwar, die haben vielleicht, das ist jetzt nicht das Beste, was sie da gemacht haben, aber wenn wir die jetzt mit einer Produzenten hier zusammenstellen, das richtige Marketing draufhauen, why not?
Und so hat uns die Hoffnung immer weitergetragen. Bis uns irgendwann das Geld ausging, oder zumindest mir, und bis wir irgendwann, also wir haben uns irgendwann entschieden, das nicht weiterzumachen. Ich wollte ja eigentlich immer Schauspiel machen und Manu wollte immer mal Musik machen und irgendwann war es einfach so, wir gehen jetzt getrennte Wege und gehen unserem, also so, die Realität hat ein bisschen eingeschlagen.
Das war nach ungefähr anderthalb Jahren, dann bist du zurückgegangen nach Deutschland und Rockbottom würde man auf Englisch sagen, also richtig auf der Realität aufgeknallt. Erzähl mal ein bisschen, wie das war. Für mich ist es der Rockbottom-Moment auch, weil das war das erste Mal, dass ich so angehalten habe und ich hatte das, also erstens hatte ich kein Geld mehr? Ich hatte kein Zuhause. Ich hatte keine Green Card.
Ich wusste nicht, was ich mit meinem Leben machen möchte. Ich bin jetzt was, 26, 27 sowas. Ich wusste irgendwie die Antwort. Ich habe meine eigene Stimme nicht mehr gehört. Dieses Feuer, diese Stimme, die mich immer weitergetragen hat. Ich habe das nicht mehr in mir selber gehört. Aber alle um mich herum hatten eine Meinung darüber, was ich mit meinem Leben machen soll. Ich habe einfach nur, ich war einfach nur verloren. Ich wusste nicht, wohin mit mir.
Und habe dann halt angefangen zu jobben. Ich habe beim Kumpel in einer Bar gearbeitet in Köln. Ich habe auf Messen gearbeitet als Messemoderatorin. Und habe bei Freunden gewohnt, zu Hause gewohnt. Also einfach nur, um zu leben. Ich glaube, ich war sogar einmal beim Arbeitsamt, bei uns zu Hause in Gallenkirchen. Und der Mann meinte irgendwie so, ja, man kann ja nicht das Studium abbrechen, um berühmt zu werden. Dann sitzt man irgendwann hier. Ich so, ja, genau das habe ich gemacht.
Lass mich raten, er hatte kein Jobangebot für dich. Nee, aber viel Judgment. Okay, ja, das kann ich mir vorstellen. Du hast dann, glaube ich, auch irgendwann eine Therapie gemacht, weil es war ja schon sehr viel, angefangen mit deinem Dad und dann diese ganze Geschichte. Was hast du da so über dich gelernt, wenn man das überhaupt sagen kann? Also wie sehr hat dir das geholfen in der Zeit? Ich habe etwas ganz Wichtiges gelernt.
Die ganze Zeit über habe ich gedacht, ich habe die Geschichte mit meinem Dad ist unabgeschlossen. Es hat keine Kommunikation mehr stattgefunden. In meinen Augen war er in so viel Schmerz, bevor er gestorben ist. Und ich habe da noch zu beigetragen. Aber wenn ein Therapeut jemand einem Fragen stellt, dann wird einem erst mal klar, dass man seine eigene Geschichte sich selbst ausgesucht hat, ohne Fakten zu haben.
Viele Dinge davon weiß ich ja gar nicht. Das sind Lücken, die ich selber eingefüllt habe. Und dann ein ganz einfaches Tool, hat sie mir gesagt, was hättest du deinem Vater denn gesagt, wenn du die Chance gehabt hättest, schreib ihm doch mal einen Brief. Und so, darüber habe ich es einfach noch nie nachgedacht. Also so einfach mal die Sachen, von denen ich dachte, die wollte ich noch unbedingt sagen, einfach zu sagen.
Also die Kommunikation findet natürlich nicht so statt, wie man sich das vorgestellt hätte. Aber wenn man es trotzdem aufschreibt, ist es was anderes, als wenn es die ganze Zeit im Kopf umherkreist und keinen Weg nach draußen hat. und natürlich auch das Verhältnis, das ich glaube, dass wir gehabt hätten. Das besteht ja auch nur in meinem Kopf. Aber das weiß ich ja nicht, dass wir das jemals gehabt hätten.
Also so ein bisschen hat sie mir ein bisschen die Augen geöffnet dazu, was ich mir eigentlich selbst für einen Schmerz noch zufüge, indem ich immer wieder sage, was hast du ihm für einen Schmerz zugefügt? Und am Ende weiß man es nicht. Ja, das ist ja schon ein krasser Moment. Du bist dann in Deutschland, du hast kein richtiges Zuhause, Also du hast keine Kohle, du hast keinen richtigen Job und trotzdem kommt dann die Macherin Alina und sagt, einmal versuche ich es jetzt noch,
einmal nochmal nach L.A. Ja. Woher kam das? Ich glaube, ich war ungefähr fast ein Jahr in Deutschland und ich habe irgendwann meine Stimme wieder gehört und ich glaube, das war nachdem jemand zu mir, ich habe auch so ein paar Moderationsjobs nebenbei gemacht und ich glaube, jemand hat zu mir gesagt, weißt du, was du machen musst?
Du musst Moderatorin werden und in dem Moment habe ich innen drin gehört, nein, ich will doch Filme in Hollywood machen und da war sie wieder und dann habe ich, habe mich einfach wieder zu mir connected und natürlich hat das was damit zu tun gehabt dass ich einfach mal Zeit, dass ich die Seele habe baumeln lassen, dass ich mich sicher gefühlt habe auch zu Hause und dass ich in Therapie war und so, aber das war so der Moment in dem ich dachte, jetzt weiß ich wieder was ich
will. Und in dem Moment... War der Wille wieder so stark, war der Weg so klar und dann habe ich gesagt, aber diesmal richtig, ich brauche eine Green Card, ich brauche 10.000 Dollar, weil ich brauche eine Sozialversicherungsnummer, ein altes Auto und die ersten drei Monatsmieten. Und dann muss ich mir da einen Job suchen und muss mir da eine Schauspielschule suchen und dann gucke ich weiter.
Und dann, manchmal ist das so, wenn man genau weiß, was man will und man fasst einen Plan, wird man vom Universum belohnt. Ich glaube da ganz, möge man das jetzt Universum nennen oder das höre ich oder woran man glaubt. Und das war wirklich so ein magischer Moment, den werde ich nie im Leben vergessen. Ich hatte da gerade auf einer Messe gearbeitet. Ich hatte den Plan ganz frisch gefasst. Ich war glücklich, dass ich wusste, dass ich eine Richtung hatte.
Und ich hatte, glaube ich, bei dieser Messe 3.000 verdient und mir haben noch 7.000 gefehlt bis zu dem 10.000-Dollar-Ziel. Und ich habe einen Anruf bekommen von meiner ehemaligen, von einer Dame, die hatte unsere Finanzen gemacht bei BIFOR. Die rief mich an und sagte, hey, die GVL, die hat einen Fehler gemacht mit BIFOR. Die GVL, das ist so eine Gebühren, Künstlergebühren, Künstler bekommen was ausgezahlt. Die haben Fehler gemacht. Ihr bekommt noch eine Nachzahlung von den letzten
Jahren, 7000 Euro. Das müsste auch schon auf deinem Konto sein. Genau die 7000, die du brauchst. Das war genau, das war einfach so, das glaubt mir, also das würde ich auch jemandem nicht glauben, wenn er mir das erzählen würde. Ich würde sagen, da hast du doch noch ein bisschen rumgeschoben an den Zahlen.
Aber ich weiß in dem Moment, da habe ich mich so aus meinem Körper, ich habe das Gefühl gehabt, ich war nicht in meinem Körper drin, weil das so unglaublich war, dass das einfach, dass das schon auf meinem Konto war, das war einfach so, wie als hätte das da jemand hingezaubert. Und am nächsten Tag habe ich einen Flug gebucht. Wow. Du bist wieder rüber. Du hattest dir einiges vorgenommen. Diesmal, du hast anderthalb Jahre lang es nicht geschafft, eine Greencard zu kriegen.
Ist ja auch extrem hart, die zu bekommen. Wie hast du es denn dann geschafft? Weil beim zweiten Mal hat es ja dann geklappt. Ja, ich habe dann also die Greencard mit einem Anwalt beantragt. Die ist dann auch durchgegangen. Gott sei Dank bin ich bis heute dankbar für, weil ohne die war ja nichts möglich gewesen. Und dann bin ich da angekommen. Ein Kumpel von mir ist auch zufällig zu der Zeit nach L.A. gezogen. Wir haben uns eine Wohnung zusammengenommen.
Das ist natürlich auch viel günstiger und auch emotionaler Support. Und dann bin ich erst mal auf Jobsuche gegangen und habe aber ziemlich sofort einen Job als Kellnerin gefunden. Das ist halt in L.A. Alle Leute, die im Service arbeiten, sind eigentlich Schauspieler oder Regisseure oder Musiker. Und dann habe ich ganz, ganz, ganz langsam die Stadt verstanden. Ich musste erst mal verstehen, wie geht das hier? Wo muss man anfangen? Was ist die Hierarchie? Wem muss ich reden? Wo muss ich hin?
Und viele, wenn man irgendwann eine Person findet, weil in L.A. Gibt es natürlich an jeder Ecke Leute, die sagen, ich habe die Antwort, dann gib mir dein Geld.
Muss man auch sehr auf sein Bauchgefühl hören beziehungsweise manche sind einfach nur Red Flags, Red Flags, also was sich zu gut anhört, um wahr zu sein, ist es meistens auch aber wenn man genug Daten sammelt und von den Leuten, denen man vertraut immer wieder die gleichen Antworten bekommt so, ne, sich so langsam durchgebissen, und dann habe ich irgendwann eine Schauspielschule gefunden die ich cool fand und da habe ich auch guten Ratschlag bekommen, habe viel dazugelernt da wurde
mir auch gesagt, geh nicht zu früh zu den Castingbüros, wenn du nicht bereit bist, weil die Stadt ist zwar groß, aber sie ist auch eigentlich klein. Also es gibt so eine gewisse Anzahl an Casting-Büros, da findet alles statt. Und wenn die dich einmal kennen, dann kennen die dich. Und wenn die dich gut finden, selbst wenn du den Job nicht bekommst, wirst du immer wieder reingerufen. Das heißt, geh erst mal ein bisschen zum Unterricht, gewöhn dich erst mal daran, wie das hier in L.A.
Abläuft, wie man ein Drehbuch auseinander nimmt, wie man das hier macht, wie man sich bei einem Casting verhält und geh dann raus. Und das habe ich auch gemacht. Ich war dann erst mal, ich habe mich erst mal da eingelebt sozusagen. Und ich meine, allein der Prozess dauert ja schon Jahre.
Von einen Job zu finden, dann erst mal auf den Beinen zu stehen, rauszufinden, was sind die Schauspielschulen, an die ich muss, was sind die Casting-Direktoren, an die ich muss, einen Manager zu finden, ein Schauspiel-Real zusammenzustellen und sich seine Community aufzubauen. Das dauert Jahre. Aber das ist ja, also du bist ja immer noch nicht da, wo du dann eigentlich hin wolltest.
Also dieses Klassische, wie man es wahrscheinlich aus Filmen kennt, hier La La Land zum Beispiel, so stelle ich mir das ein bisschen vor. Die aufstrebende Schauspielerin, die aber noch Kellnern geht und weil sie das Geld verdienen muss, die sich mit jemandem eine Wohnung teilt, wahrscheinlich auch nicht die aller luxuriöseste Wohnung, weil man gar nicht die Kohle hat und die Mieten in L.A. So hoch sind. Also was hat dich hochgehalten in der ganzen Zeit?
Weil das ist ja wahrscheinlich auch eine sehr harte Zeit gewesen. Sehr harte Zeit. Also ich habe auch mit Dave nur kurz zusammengelebt und nachher habe ich in meiner eigenen Wohnung gelebt. Das war ein Studioapartment, also es war alles ein Raum und ich hatte da auch Mitbewohner, das war ein Kakerlaken. Das war sehr schön. Das war eine sehr harte Zeit.
Besonders, ich habe nicht nur als Keinerin gearbeitet, ich habe auch noch als Produktionsassistentin, als Drehbuchübersetzerin, als Partyprinzessin Elsa, als Oliver. Du hast auf Kindergeburtstagen, oder was? Ja. Als Elsa? Oh mein Gott. Als Elsa, ja, habe da dann auch gesungen und so. Aber du hast dich zu Hause trotzdem gefühlt, würdest du sagen? Ja, ich habe mich da so wohl gefühlt. Ich habe mich da so pudelwohl gefühlt, weil ich habe mich immer zu großen Städten hingezogen gefühlt.
Und ich habe einfach das Gefühl gehabt, ich kann da sein, wer ich möchte. Und weißt du, was das Coole ist an L.A.? Die Leute, die haben da alle einen großen Traum. Das sind alles Träumer. Und wenn du sagst, ich habe einen großen Traum, ich möchte auf die große Leinwand, dann sagen die, das finde ich gut. Das und warum nicht du? Machen ja auch andere, ist ja ein Job. Irgendeiner muss es ja machen.
Und dann sagen die, mein Traum ist es, bla bla bla. Und man fühlt sich so aufgehoben als Träumer und als kreative Person. Und selbst im Struggle, es ist leicht, den Struggle zu romantisieren, man muss da aufpassen, weil die mentale Gesundheit leidet da natürlich auch drunter, wenn man ständig am Existenzminimum lebt und sowas. Aber die Community, die ist unbezahlbar und natürlich das Wetter. Das macht auch was auf den Gemütszustand. Aber die Hoffnung, die trägt einen da immer weiter in L.A.
Also man ist immer ein Casting entfernt davon, dass sich dein ganzes Leben verändert. Wenn du irgendwann da angekommen bist, dass du Representatives hast und zu Castings gehst und so. Auf dem Level ist dann auch jeder gut. Also die Konkurrenz ist schon krass da drüben. Aber trotzdem bist du immer von den Leuten umzingelt, die dein Leben verändern könnten oder immer halt vom nächsten Casting.
Und das ist irgendwie aufregend. Man merkt so, finde ich, wenn du davon sprichst, das brennt noch so in dir, diese Leidenschaft, was total schön ist. Du versprühst das total. Du kommst so ein bisschen dann in diese Comedy-Szene, wo du dann dein Zuhause sozusagen findest. Spielst da deine ersten Shows. Ich stelle es mir wahnsinnig schwer vor, auf einer Sprache, die nicht die eigene Muttersprache ist, weil du hast ja wahrscheinlich nicht auf Deutsch deine Comedy gemacht, sondern auf Englisch,
witzig zu sein auf einer fremden Sprache. War das für dich so? Für mich war das, also erstmal muss ich auch sagen, mit der Comedy-Szene, das war so der Punkt, Der Punkt, das war so nach fünf Jahren in L.A. Oder so, vier oder fünf Jahren, dass ich meinen Weg zur Improv-Szene gefunden habe, Improv- und Sketch-Community. Das war der Moment, in dem ich mich richtig angekommen gefühlt habe.
Weil in der Schule, wenn ich immer Akzente nachgemacht habe oder irgendwelche Stimmen oder irgendwelche Charaktere, dann haben immer alle gedacht, ich habe sie nicht mehr alle. Und im Groundlings, also im Improv-Theater Groundlings in L.A., habe ich, genau mit diesem Skill war ich auf einmal eine Heldin. Weißt du, was ich meine? Da war das mein Talent. Meine Schwäche wurde zu meiner Stärke. Für mich war, ich hatte eine ganz große Blockade im Kopf.
Ich dachte, ich darf keinen Akzent haben. Ich dachte, die Leute, das hört sich blöd an. Ich dachte, ich muss genauso sein wie alle anderen. Und ich habe mir mein Leben selber schwer gemacht, indem ich gedacht habe, was ist, wenn mir gleich ein Wort nicht einfällt. Und kein anderer hat das als Problem angesehen, aber ich.
Und ich habe dann auch am Anfang oft so danach geheult, nach im Improv-Unterricht, wenn ich irgendwie ein Wort nicht wusste, bis, aber der Improv-Unterricht hat mir geholfen, da durchzubrechen, weil die erste Regel im Improv ist, don't think. Und ich musste das wirklich lernen, nicht alles zu überdenken und nicht zu denken, sondern einfach nur zu reagieren, weil wenn du einfach nur reagierst, dann wenn du ein Wort nicht weißt, dann sagst du halt, das Wort dafür kenne ich nicht.
Und dann geht die Szene halt da weiter. Oder du sagst, du umschreibst es halt und dann ist das vielleicht ein Tick von deinem Charakter, dass sie immer alles umschreibt, ne, so ich musste dann halt einfach lernen, das zu nehmen, was direkt vor meiner Nase war und daraus das Beste zu machen und mir nicht die ganze Zeit zu wünschen, jemand anders zu sein und natürlich die ganze Zeit im Improv-Unterricht zu sein, hat natürlich auch mein Vokabular aufgebaut und hat mir geholfen.
Schneller auf den Füßen zu stehen und auf Englisch lustiger zu sein. Das Lustige an sich, was glaube ich die Leute an mir lustig finden, Die Essenz oder dass ich manchmal auch mich lustig bewege, das war eigentlich vom Kern her das Gleiche, aber die Sprache habe ich mir am Anfang selbst in den Weg gestellt, aber irgendwann habe ich gelernt, dass das, was mich ausmacht, das Allerwichtigste ist, dass ich einen anderen Hintergrund habe als alle anderen.
Jetzt bist du da auch schon ein paar Jahre, gehst zu den Castings. Bist da in dieser Comedy-Szene, aber ich sag mal, der große Hollywood-Part war halt noch nicht drin in der ganzen Zeit. Hast du irgendwann mal Zweifel gehabt, weil du dachtest, das sind alles so ganz kleine Baby-Steps, aber der ganz große Durchbruch? Jeden Tag. Okay, gut. Es klingt jetzt im Nachhinein so sehr selbstbewusst, ich bin meinen Weg gegangen, aber du hattest auch Zweifel und hast gesagt, ist das hier das Richtige,
schaffe ich das, oder? Auf jeden Fall. Ich glaube, das gehört im Leben generell dazu und besonders, wenn man irgendwas Großes, also was anstrebt, was sich für einen selber als groß anfühlt. Also jeden Tag hat man ja eigentlich Angst, was ist, wenn ich jetzt eigentlich nie das bekomme, was ich möchte? Und eigentlich sind solche Dinge, ich glaube, seinem Traum zu folgen, das ist etwas, was man jeden Tag proaktiv, da muss man jeden Tag Ja zu sagen.
Und es ist auch vollkommen okay, irgendwann zu sagen, das macht mich unglücklich, ich schlage einen anderen Weg ein. Ich finde, es ist trotzdem wert, zuerst den einen Weg zu gehen, trial and error, du hast es ausprobiert, es macht dich nicht glücklich, who gives a fuck, machst halt was anderes. Also ich finde, das ist vollkommen okay, das ist nicht aufgeben, das ist einfach nur, du bist auf was anderes neugierig und änderst halt den Weg.
Aber für mich war es immer wieder so, auf der einen Seite diese Zweifel und dieses Verzweifeln auch teilweise und man weint ja auch viel zwischendurch, also es sind so richtige Höhen und richtige Tiefen. Aber auf der anderen Seite, ganz, ganz, ganz tief in mir drin, da war irgendwie so eine, ja, aber es ist ja schon auf der anderen Seite. Also ich bin schon quasi da angekommen. Ob ich jetzt zwei Jahre struggle oder zehn Jahre ist, am Ende gehört zu meiner Geschichte halt dazu.
Aber das Commitment war schon immer so lebenslang, weil irgendwann habe ich einfach so eine Dankbarkeit auch dafür gefunden, dass ich weiß, was ich liebe, dass ich weiß, dass ich es liebe, auf der Bühne zu stehen. Dass ich sage, auch wenn ich jetzt keine berühmte Schauspielerin werde oder hochbezahlte Schauspielerin werde, das ist das, was ich liebe und das kann mir niemand nehmen und das werde ich mein ganzes Leben lang machen.
Das ist ein toller Gedanke, weil es ist ja nicht nur Berühmtheit um der Berühmtheit willen, sondern es ist ja etwas, was der Job so mit sich bringt. Und eigentlich das, was dich und wahrscheinlich auch mich in diesen Job zieht, ist ja etwas zu machen, was wir lieben. Und wenn das andere mit dazu kommt, ich beschwere mich nicht über Geld oder Berühmtheit oder wie auch immer, aber das ist ja nicht der Selbstzweck,
sondern es geht darum, das zu machen, was man liebt. Dann passiert jetzt wieder was, was dein Leben macht. Umgeschmissen hat. Die Corona-Pandemie, die hat ja bei vielen Menschen ganz viel verändert. Also das heißt, deine Jobs, die du damals gemacht hast in Bars und Cafés und Restaurants, kannst du nicht mehr ausüben, weil die werden erstmal alle geschlossen. Ich weiß aber, dass du Glück hattest insofern, dass man in Kalifornien wohl ein sehr hohes Arbeitslosengeld bekommt.
Das heißt, du musstest jetzt theoretisch nicht arbeiten und sitzt jetzt zu Hause und wir kommen so langsam an den Punkt, weswegen wahrscheinlich heute sehr viele zuhören und sich fragen, wie es dazu dann gekommen ist. Dein Durchbruch auf TikTok und Instagram, mitten in der Pandemie. Wie passiert das? Genau, die Tatsache, dass ich meine zwei, drei Schichten pro Tag nicht mehr arbeiten musste und trotzdem genug Geld hatte und wir konnten noch nicht mehr auftreten.
Also zu dem Zeitpunkt war es mittlerweile so, dass wir so eine wöchentliche Comedy-Show hatten auf der Comedy-Central Bühne in Los Angeles. Und ich hatte auch schon hier und da mal eine kleine Rolle in einem Werbespot, in einem Film, in einem Piloten, also so ein paar kleine Erfolge waren schon da. Also würde wahrscheinlich hier niemand was von wissen, weißt du so, aber in meiner Geschichte, das war so, waren Erfolge.
Zum einen war das so, dass wir, also nicht nur ich, sondern auch ein paar meiner Freunde, mit denen ich immer aufgetreten bin, die haben halt gesagt, okay, wir können jetzt nicht mehr auftreten, ich probiere meine Charaktere einfach mal online aus. Es gibt da so eine App, die heißt TikTok. Und dann haben wir gesagt, hä, diese Tanz-App für Kinder? Und die so, ja, aber ist doch egal, einfach um ein paar Witze auszuprobieren.
Und dann habe ich da auch einfach mal das Material, was ich eigentlich für eine Comedy-Show geschrieben hatte, in ein TikTok-Format umgewandelt, so ein POV-Format. Und dann habe ich einfach mal online gestellt. Und ich hatte vorher schon, also vor der Pandemie schon, ich hatte mich immer schon damit beschäftigt, wie schneidet man.
Also ich war immer schon am digitalen Format interessiert. Ich habe mir selber das Schneiden beigebracht, hatte mir auch schon Final Cut zum Beispiel gekauft und habe immer schon so ein paar Sketche geschnitten und online gestellt, ohne zu wissen, dass das irgendwie ein Karriereweg sein kann.
Und dann, ich glaube, die Kombination daraus, dass ich nicht arbeiten musste und mich um mich selbst kümmern konnte ein bisschen mehr, dass ich einfach ein bisschen mehr Zeit hatte, dann ist diese natürliche Neugierde und die Ideen, die sind einfach einem wieder zugeflogen. Weil man sich so sicher und wohl gefühlt hat und nicht seine komplette Energie bei drei Jobs verschwenden musste. Also ich will das wirklich, das hat wirklich viel dazu beigetragen. Die Kombination aus allem, weißt du.
Und dann habe ich einfach angefangen meine ganzen Ideen auszuleben habe die online gestellt und irgendwann ist eins davon viral gegangen und dann das nächste und dann das nächste, Und das hat sich natürlich gut angefühlt, da war er wieder, der Dopamin-Hit. Klar, die Leute finden witzig, was ich mache, die lachen. Und dann habe ich irgendwann auch bei Freunden gesehen, zum Beispiel, bei denen hatte sich das dann schon in andere Möglichkeiten bereits übersetzt.
Also sie hatten bessere Manager bekommen, Castings bekommen, obwohl ja nicht viel in Produktion war, aber trotzdem. Und dann habe ich das auch selber als Ziel angesehen irgendwann. Dass du gemerkt hast, es ist nicht einfach nur ein bisschen Freizeit, sondern das kann auch eine Karriereoption sein. Genau.
Dann habe ich irgendwann den Entschluss gefasst, wenn die Pandemie vorbei ist, gehe ich nicht mehr zurück zu Nebenjobs, sondern dann bin ich, mache ich mit meiner Kunst Geld als Content-Creatorin, weil das jetzt greifbar war. Oder Hybrid-Version, Schauspielerin, Content-Creatorin. Ich wollte nie so Influencerin werden. Nichts gegen Influencer, aber das war jetzt nicht mein Hauptziel. Und dann habe ich das einfach auch als meinen Job behandelt.
Also dann habe ich gesagt, wenn das mein Job ist, dann arbeite ich jetzt jeden Tag acht Stunden dran und dann habe ich einen Monat lang jeden Tag drei Videos gepostet und habe innerhalb von einem Monat ein paar hunderttausend Follower aufgebaut. Und ich hatte das Glück, dass ich Zugang hatte zu Social Media Managern, weil meine Freundin bereits schon ein Following hatte.
Das heißt, ich hatte direkt von Anfang an eine Managerin, die mir dann mit den Brand Deals geholfen hat und dann habe ich angefangen, damit Geld zu verdienen. Vielleicht mal ganz kurz für alle, die Alinas Accounts nicht kennen und dementsprechend gar nicht wissen, mit welchen Inhalten sie so erfolgreich geworden ist. Alina spielt in ihren Reels und TikToks verschiedene Charaktere, also Figuren, die sie sich ausgedacht hat und in deren Rolle sie dann über verschiedene Themen redet.
Da gibt es zum Beispiel Alinas Teenie-Ich, das sich in den 90ern mit Tattoo-Kette, bunten Lidschatten und fester Zahnspange mit ihrer Schwester streitet. Es gibt aber auch die reiche Claudie mit aufgespritzten Lippen und die etwas trutschige Bettina, deren Dating und Beziehungsleben für sie das wichtigste Thema überhaupt ist. Alina baut für ihre Charaktere richtige Storylines auf, so dass ihre Follower das Leben der verschiedenen Frauen teilweise schon seit Jahren begleiten können.
Dabei arbeitet sie nicht nur mit Make-up und Klamotten, sondern nutzt auch Filter, die ihr Gesicht erzeugen. Inzwischen hat Alina auf TikTok fast zwei Millionen Follower, auf Instagram hat sie einen deutschen und einen englischsprachigen Account. Insgesamt kommt sie da auch auf über eine Million Follower. Falls ihr Alinas Content noch nicht kennt, guckt unbedingt mal rein, denn es ist wirklich sehr, sehr witzig.
Vielleicht nochmal zurück zu diesem einen ersten Video, weil das ist ja auch relativ bekannt, das ist doch diese Christina Aguilera-Geschichte gewesen. Hättest du vorher gedacht, dass es das Video sein wird? Oder war das auch ein von vielen Charaktere, Szenen ausprobieren? Es ist nie das Video, von dem man denkt. Ja, okay. Das habe ich gelernt. Das war, also die ganze 90er-Nummer war für mich ein kompletter Ich-POV. Ich dachte, ich bin die Einzige, die das so sieht und lustig findet.
Und ich war bei Target oder irgendwo im Laden und habe irgendwie einen Joker gesehen. Und das hat die ganze Idee inspiriert. Und dann habe ich das online gestellt. Und ich weiß noch ganz genau, wo ich da war, als das viral ging. Weil ich war draußen im Garten und ich habe auf mein Handy geguckt. Und es waren irgendwie ein paar tausend Views. Und dann habe ich ganz kurz was anderes gemacht. Bin wieder draufgegangen und dann hatte es 400.000 Views. Und ich so, wow, irgendwas passiert hier gerade.
Und das war so, das war so, das war so ein tolles Gefühl. Und dann irgendwann hat das Millionen von Views. und der TikTok-Algorithmus, der war ja auch nochmal anders als Instagram. Also du erreichst ja direkt Leute. Auf der ganzen Welt oder also Leute, die dich niemals sehen würden, weil es nicht nur Leute sind, die dir folgen. Und ich habe direkt so viele Follower von dem einen Video bekommen.
Natürlich, wie gesagt, auch die Kombination daraus, dass TikTok neu war, dass es die Pandemie war und die Leute auf der Suche nach noch mehr Content waren, weil alle zu Hause saßen. Ja, das war auch wieder Schicksal eigentlich. Es sollte genau so passieren. Aber du hast ja auch was geschafft, was viele TikTokerinnen oder TikToker nicht schaffen. Du kannst es auf die Bühne übersetzen.
Du hast jetzt, glaube ich, ungefähr zwei Millionen Follower auf TikTok, hast auf Instagram sogar zwei Accounts, einen deutschen und einen englischen und du schaffst es aber, diesen Ruhm aus dem Internet auch auf die Bühne zu holen. Was bedeutet dir diese Tour, die du gerade spielst? Die bedeutet mir so viel, weil es ist so ein, der Kreis schließt sich Moment.
Weil es hat oft, also viele Leute denken, dass ich auf Social Media angefangen habe und jetzt auf die Bühne gehe, aber für mich ist es so, ich bin, habe auf der Bühne angefangen. Stimmt. Und also das habe ich zehn Jahre lang gemacht in der Lay-Sketch und Charaktere auf der Bühne, auch wirklich so Charaktere, Monologe mit Perücke und Kostüm und habe es dann ins Internet übertragen und bringe es jetzt wieder zurück auf die Bühne. Und...
Ich bin damals aus Deutschland weg. Ich habe mich auch hier bei Before nie so gesehen gefühlt als die Künstlerin, die ich eigentlich sein wollte. Und bin aber jetzt, habe jetzt eine Community gegründet für das, wer ich eigentlich bin als Künstlerin. Und deshalb ist die Tour so wichtig für mich. Es ist natürlich auch ein Weg, sich mit der Community viel, dass man sich besser kennenlernt. Also dass die Leute mich als Salina besser kennenlernen, nicht nur Bettina oder Claudi.
Immer nur so 30 Sekunden, eine Minute. sind halt nicht mehr nur so Vignetten. Und für mich war das aber auch am Anfang einfach eine Herausforderung, etwas zu etwas wieder Ja zu sagen, was mir ein bisschen Angst macht und wo ich ein bisschen aus meiner Komfortzone raus muss, weil ich das Comedy noch nie live auf Deutsch gemacht habe in Deutschland und das natürlich nur aus L.A. kenne.
Und da natürlich auch ein bisschen Bammel hatte, werde ich da jetzt wieder mit offenen Armen empfangen oder denken die wieder so wie früher alle, dass ich sie nicht mehr alle habe, nämlich doof und cringe, Und wenn ich mich als mich, ich kann mich ja hinter meinen Charakteren immer verstecken, aber wenn ich mich als mich zeige, werde ich dann abgestoßen, ist dann alles wieder vorbei, das Impostorsyndrom wieder, alle so alten Sachen direkt wieder getriggert.
Und ich wusste halt auch nicht, ob ich es kann. Aber dann könnte man doch jetzt sagen, du hast jetzt das erreicht mit, du bist jetzt 40 glaube ich, worauf du die ganze Zeit, eigentlich schon dein ganzes Leben hingearbeitet hast und wo du so viel auch für in Kauf nehmen musstest und so viele Rückschläge auch eingesteckt hast. Wie fühlt sich das an, wenn man da ist, wo man die ganze Zeit schon hin wollte und eigentlich auch schon seit Kindheit wusste, da gehör ich hin?
Es fühlt sich wirklich gut an. Ja, das ist schön. Jetzt, ich glaube aber, ich weiß das jetzt auch zu genießen, weil ich schon was älter bin und weil ich aus den ganzen anderen Erfahrungen lernen konnte und ich kann, ich weiß das so wertzuschätzen. Ich bin so dankbar, dass ich das machen darf, dass ich finanziell auf meinen Beinen stehe als Künstlerin. Und es fühlt sich einfach nur toll an.
Und ich habe natürlich immer noch große Ambitionen, Filme zu machen und ein längeres Drehbuch zu verkaufen als ein 60-sekündiges Sketch. Aber wenn mein Leben genauso bliebe, wie es jetzt ist, wäre ich überglücklich. und dankbar. Also das Gefühl ist wirklich unbezahlbar. Das fühlt sich wirklich einfach nur richtig cool an. Das ist so, so schön, das zu hören, weil es ja auch ganz viele Menschen gibt, die auch was hinarbeiten und dann diese Tür aufmachen, an der sie so lange geklopft haben.
Und dann geht die Tür auf und der Raum dahinter ist leer. Ja. Und das ist nicht das, was sie sich erhofft haben. Aber du hast recht. Ich glaube, das Alte spielt da eine große Rolle. Also bei mir ist es so, der Podcast ist ja über die letzten Jahre sehr, sehr erfolgreich geworden und alles, was dann dazu kam, halt Bücher und TV-Shows und auch Tour und so. Aber ich war jetzt auch keine 20 mehr, als mir das passiert ist.
Und ich glaube schon, dass das ein Unterschied ist, weil du auch schon ein bisschen mehr gesettelt bist in deinem Leben und weißt, was du kannst und was du nicht kannst. Ja, weil man auch seine eigenen Grenzen kennt. Genau. Weil man sich selber viel besser kennt. Also ich bin da auch dankbar für. Manchmal hat man so den Gedanken, boah krass, wäre das jetzt schon vor 10 oder vor 15 Jahren passiert. Aber ich bin sehr dankbar, dass es so ist, wie es jetzt ist.
Du hast ja ganz am Anfang gesagt, du hast viele Entscheidungen getroffen mit dem Gedanken im Hinterkopf, ich mache das für Papa so mit. Was glaubst du, wenn er dich jetzt so sieht, was er davon hält, was du jetzt machst? Die Tatsache, dass ich meiner Intuition, meinem Bauchgefühl, meiner Kreativität und meinem Herzen in dem Sinne gefolgt bin, würde ihn stolz machen. Weil ich glaube, das ist das, was er sich vielleicht immer selber ein bisschen verboten hat.
Ich glaube, dass deine Geschichte sehr inspirierend ist für viele Menschen, die irgendwie was aus ihrem Leben machen wollen. Also wenn du jetzt einen Menschen, der vielleicht auch einen Traum hat, aber an den glaubt halt niemand außer er selbst oder sie selbst, wenn du so einer Person einen Rat geben könntest, welcher Rat wäre das, als jemand das selber geschafft hat?
Mach es einfach. Folge deiner Neugier. Ich glaube, ganz oft fühlen sich Leute schuldig, wenn sie ihre Passion nicht kennen, weil unsere heutige Gesellschaft ist so, finde deine Passion, mache dein Hobby zum Beruf und so. Das muss man nicht. Und manche Leute wissen das auch gar nicht. Aber wenn man seiner Neugierde folgt, was findet man aufregen? Worauf ist man neugierig? Immer dahin gehen, in die Richtung gehen.
Und oft hat man eine Idee im Kopf von dem, was man machen möchte oder was man schreiben möchte, malen möchte, was auch immer es ist. Wenn man das zum ersten Mal in die Realität zieht, wenn man das aus seiner Neugierde, in die Realität holt, wird das automatisch anders, kleiner, nicht so gut. Und davor hat man, glaube ich, Angst. Das ist der kreative Prozess, weil in der Imagination gibt es keine Grenzen. Stimmt.
Und hier bei uns in der realen Sphäre gibt es leider Grenzen und auch unsere eigenen Grenzen. Ich glaube, wir haben davor Angst, dass wir gar nicht so gut sind, wie wir es uns vorstellen. Dass wir scheitern, dass wir blöd aussehen vor anderen Leuten, dass wir uns blamieren. Diese Ängste, die gehen nicht weg. Trotz dieser Ängste, trotzdem machen. Das ist der Schlüssel. Nicht erst die Ängste bekämpfen.
Das ist jetzt das, was du anderen Leuten sagen würdest. Was würdest du der kleinen Alina vom Dorf sagen, die vorm Spiegel steht und davor träumt, eines Tages Hollywood zu erobern? Du bist perfekt, genauso wie du bist. Das ist so schön. Besonders junge Frauen in unserer Gesellschaft, auch junge Männer, auch junge Menschen zweifeln sich so oft an. Ich glaube, die Rollen, die wir denken, die wir einnehmen sollen, just fuck it. Du bist perfekt, genauso wie du bist. Das ist sehr, sehr, sehr schön.
Ich habe immer zwei Abschlussfragen in diesem Podcast. Die erste ist, wenn du heute auf diesen einen Moment zurückblickst, über den wir jetzt ganz am Anfang gesprochen haben, welches Gefühl löst das in dir aus? Auf der einen Seite... Natürlich immer noch die Traurigkeit, die meine damalige Version damals erlebt hat. Und ich glaube, das ist auch okay, das ist Teil meiner DNA.
Auf der anderen Seite ist es immer dieses Silver Lining, dass dadurch, dass so etwas Schlimmes passiert ist, ich so viel lernen durfte und so empathisch werden durfte. Und stolz darauf bin, wie ich die Gefühle verarbeitet habe und über das Schuldgefühl hinweggekommen bin. Trauer und Stolz. Ja, aber es gehört auch zum Leben beides dazu. Es ist nie nur das eine davon. Genau, immer die Ambivalenz. Es ist genug Platz für beides da.
Und dann die andere Frage, wie war das für dich heute mit mir über diesen einen Moment zu sprechen? Auf der einen Seite finde ich es sehr schön, darüber zu sprechen. Ich glaube, es ist sehr wichtig, besonders als Content Creator oder als Mensch im öffentlichen Leben, eben nicht nur die schönen Seiten zu zeigen. Ich glaube, dass wir uns über solche Momente am meisten miteinander verbinden mit anderen Menschen.
Auf der anderen Seite macht es mich sehr verletzlich. Und es ist so ein bisschen so, ich zeige eine Seite von mir, die nicht jeder kennt. Also so ein bisschen vulnerable. Aber das ist ja genau das, dass man eben auch solche Dinge von sich teilt.
Ich hoffe, du hast dich trotzdem wohlgefühlt Ich habe mich auf jeden Fall wohlgefühlt Ja, ich meinte das jetzt komplett im Positiven Also ich finde, du bist, ich habe das wirklich zwischendurch immer wieder gedacht und ich finde, du bist ein exzellenter Gesprächspartner Ich habe mich sehr aufgehoben und gehört gefühlt Also da müssen wir die Folge jetzt an der Stelle beenden weil schöner wird es nicht mehr, würde ich sagen,
Alina, vielen Dank Das war für mich auch Full Circle Moment weil du warst, habe ich gerade am Anfang schon gesagt Eine der ersten Gäste, die ich gerne haben wollte für den Podcast. Und jetzt hat es endlich geklappt. Danke für deine Zeit. Danke, dass ihr mich als Gast da hattet. Während ich Alina zugehört habe, kam mir ein Wort immer wieder in den Sinn. Mut. Sei es das kompromisslose Hinschmeißen an der Uni, die unzähligen Castings, der Umzug allein nach L.A.
Alina wirkt auf mich so mutig und ich glaube, dieses Adjektiv passt auch hier ziemlich gut. Sie hat ja gegen Ende des Gesprächs einmal gesagt, macht Dinge trotz eurer Ängste. Nicht erst die Ängste bekämpfen, sondern einfach machen. Und das ist eigentlich die Definition von Mut. Oft hört man ja sowas wie, Mut ist das Gegenteil von Angst, aber das stimmt nicht. Mut ist die Fähigkeit, etwas trotz wahrgenommener Gefahr Angst oder Unsicherheit
zu tun. Und aus wissenschaftlicher Sicht steckt hinter Mut ein kognitiver Prozess. Wir wägen Risiken gegen potenzielle Vorteile einer Handlung ab. Mutige Menschen bewerten ihre Ziele wichtiger als ihre Angst und sind bereit, für das Erreichen ihrer Ziele auch bewusst gewisse Risiken einzugehen. Manche Menschen brauchen Mut, um auf neue Leute zuzugehen, andere um ihren Chef noch eine Gehaltserhöhung zuzuhalten.
Alina zeigt Mut, indem sie für ihren großen Traum einsteht und keinen Plan B akzeptiert. Es geht also im Endeffekt darum, die eigene Komfortzone hinter sich zu lassen. Wenn ihr jetzt denkt, ich bin leider nicht so mutig, dann kann die Wissenschaft da vielleicht ein bisschen Mut machen, also im wahrsten Sinne. Die Forschung zeigt nämlich, ganz unabhängig von Alter, Geschlecht oder Persönlichkeit, Menschen können lernen, mutig zu sein.
Dabei hilft es vielleicht, sich vor Augen zu halten, dass viele der Grenzen, mit denen wir uns konfrontiert sehen, nur scheinbar vorhanden sind und dass es manchmal nur einen ersten Schritt braucht, um die Angst zu überwinden und zu merken, dass Mutigsein sich lohnt. Vielleicht inspiriert euch Alinas Geschichte ja demnächst mal, eine mutige Entscheidung zu treffen oder mutiger für euch selbst einzustehen.
Ich muss sagen, ich fand das Gespräch mit Alina super inspirierend und hoffe, dass ihr auch ganz viel daraus mitnehmen könnt. In zwei Wochen treffe ich hier Lottie und das freut mich ganz besonders, denn das ist ein Wiedersehen. Ihr kennt sie bestimmt unter ihrem frühen Pseudonym Vis-a-Vie und von dem Podcast, den wir mal gemeinsam hatten, den Tatort-Podcast. Aber Lottie ist noch so viel mehr als Podcasterin und Journalistin. Sie hat sich vor einigen Jahren mit dem Coronavirus infiziert,
wie wahrscheinlich die meisten von uns. Bei Lottie allerdings hat sich durch das Virus alles verändert. Sie ist Long-Covid-Patientin und kämpft seit Jahren gegen die unterschiedlichsten Symptome und Folgeerkrankungen. Ihre Geschichte ist wirklich, und das weiß ich aus eigener Erfahrung, unglaublich und muss gehört werden. Deshalb freue ich mich natürlich sehr, wenn ihr auch bei der nächsten Folge wieder mit dabei seid.
Lasst uns bis dahin gern ein Abo und eine Bewertung da, falls ihr das nicht schon längst getan habt. Wir hören uns in zwei Wochen wieder. Tschüss. Dieser eine Moment. Der Podcast mit Philipp Fleiter ist eine Produktion von Philipp Fleiter und WeMind im Auftrag von Podimo. Redaktion Philipp Fleiter, Laila Keuthage und WeMind Sounddesign und Schnitt.
