"Auslandsadoption: Eine Reise zu den eigenen Wurzeln" mit Prasanna - podcast episode cover

"Auslandsadoption: Eine Reise zu den eigenen Wurzeln" mit Prasanna

Apr 20, 20251 hr 27 minSeason 2Ep. 22
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Episode description

Prasannas Geschichte beginnt 1993 in Ullal, Indien, wo sie in einem Kinderheim zur Welt kommt. Mit einem Jahr wird sie von einem deutschen Ehepaar adoptiert. In Deutschland erlebt sie eine behütete Kindheit. Ihre Eltern gehen offen mit ihrer Herkunft um und vermitteln ihr stets das Gefühl, geliebt und gewollt zu sein. Dennoch wird Prasanna früh bewusst, dass sie anders ist.


Während ihrer Jugend lehnt sie den Teil an sich, den sie als „indisch“ wahrnimmt, eher ab – vor allem, weil sie sich mit den hier verbreiteten Vorurteilen nicht identifizieren kann. Diese Einstellung ändert sich, als ihre Schwester schwanger wird und Prasanna miterlebt, welche intensive Bindung ihre Schwester schon vor der Geburt zu ihrem Kind aufbaut. Prasanna beginnt, ihre eigene Lebensgeschichte ganz neu zu hinterfragen und wagt im November 2024 schließlich den Schritt, nach Indien zu reisen.


Mit über 30 Jahren ist sie zum ersten Mal in ihrem Leben überwiegend von Menschen umgeben, die aussehen wie sie. Sie besucht Kerala, die Region, aus der ihre Mutter stammt, und Ullal, wo noch immer das Kinderheim besteht, in dem sie geboren wurde.


Diese Reise bedeutet für Prasanna eine Annäherung an ihre Herkunft, die Aufarbeitung ihrer Vergangenheit und einen wichtigen Schritt zu sich selbst – und klar ist: Es war nicht ihre letzte Reise nach Indien.


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Redaktion: Philipp Fleiter und Laila Keuthage | Produktion: WeMynd


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Transcript

Was das für eine Lebensentscheidung auch einfach sein muss, dass du sagst, okay, du möchtest dein Kind abgeben, weil du denkst, dass es vielleicht woanders vielleicht bessere Chancen hätte. Das macht mich in erster Linie irgendwie traurig und auch sehr betroffen. Manchmal sind es nur ganz kurze Momente, die ein Leben komplett verändern können. Ein Augenblick.

Immer verändert hat. Also ich bin ja so ein richtiges Dorfkind, geboren und aufgewachsen in Verl, so einer Kleinstadt in Ostwestfalen mit zwei Geschwistern, mit Eltern, die mich sehr lieben und immer unterstützt haben und ehrlich gesagt habe ich das lange für ganz selbstverständlich gehalten, wie wahrscheinlich viele von euch, die jetzt gerade diesen Podcast hören.

Ich habe mich nie gefragt, wie es wäre, nicht zu wissen, wer meine eigenen Eltern sind, nicht zu wissen, wie es da, wo ich geboren wurde, aussieht, die Sprache meiner Verwandten nicht sprechen. Das aber ist die Realität von Prasanna Boltersdorf. Prasanna ist in den 90ern in Indien geboren und wurde von ihrer leiblichen Mutter anonym zur Adoption freigegeben. Heute ist sie 32 Jahre alt, sie lebt und arbeitet in Köln.

Mit Prasanna spreche ich über Adoption, über die Suche nach ihrer eigenen Identität und über eine Reise, die ihr Leben komplett verändert hat. Prasanna hat es nämlich 30 Jahre nach ihrer Adoption beschlossen, zum ersten Mal seit ihrer Geburt zurück an den Ort zu reisen, wo sie geboren wurde. Ich bin sehr gespannt auf Prasanas Perspektive und ich hoffe, dass auch ihr wieder aus dieser Folge ein bisschen was mitnehmen könnt. Hi Prasanna, schön, dass du da bist. Hi Philipp, freut mich.

Der Moment, über den ich heute mit dir spreche, ist noch gar nicht so lange her. Ja, es ist Dezember 2024 und du bist in Indien. Das ist deine erste Reise nach Indien und das, obwohl du vor 32 Jahren dort geboren wurdest. Du bist nicht nur einfach so in deinem Geburtsland, sondern du besuchst am 7. Dezember einen sehr, sehr besonderen Ort für dich. Welcher Ort ist das? Das ist mein Geburtsort Ullal in Indien, in Kanataka im Süden.

Das ist das erste Mal, dass ich da nach 30 Jahren wieder hingekommen bin. Und da bist du nicht nur geboren, sondern hast auch ein bisschen Lebenszeit verbracht. Wie lange warst du da? Genau, ich war ein Jahr da nach meiner Geburt. Also meinen ersten Geburtstag habe ich noch in Indien gefeiert. Stell mir das unglaublich krass vor. Also du sitzt im Auto und weißt, gleich werde ich an dem Ort sein, an dem ich geboren wurde, an dem ich mein erstes Lebensjahr verbracht habe.

Was war so dein Gefühl, als du da im Auto sitzt? Also das Gefühl war einfach, wie so ein bisschen in Watte gepackt zu sein. Also ich konnte es gar nicht so richtig realisieren, dass das jetzt gleich wirklich passieren wird. Ich saß da und an mir fuhren irgendwie Häuser, Motorräder. Alles ging so an mir vorbei und ich hatte irgendwie nur den Moment so im Kopf und wusste aber gar nicht so genau, was mich erwarten wird.

Also ich war sehr aufgeregt und war aber irgendwie auch erlöst, beziehungsweise hat mich sehr gefreut darauf, weil ich dachte, jetzt geht es endlich los, aber der Moment selber war krass. Darüber sprechen wir gleich nochmal in Ruhe, wie es dann tatsächlich war, als du dann da warst und auf ihn du da getroffen bist, aber in dem Fall wirklich im wahrsten Sinne des Wortes, wir beginnen jetzt mal ganz vorne. Du hast jetzt schon erzählt, dass du dort aufgewachsen bist als Baby in einem Kinderheim.

Weißt du, warum deine leiblichen Eltern dich zur Adoption freigegeben haben? Ja, also so ein bisschen was weiß ich. Es sind immer Mutmaßungen natürlich, weil ich das nie ganz rausfinden werde, außer ich würde meine Mutter irgendwann mal suchen und auch finden. Aber das, was die Schwestern in dem Kinderheim uns oder meinen Eltern erzählen konnten, war, dass meine Mutter noch sehr jung war, als sie mich bekommen hat.

Die war 19 und dass sie mich zur Adoption freigegeben hat, war, dass sie sich gerne noch weiterbilden wollte, dass sie auch nicht verheiratet war. Das war ein Problem und sie dann schwanger war und eigentlich selber noch gar nicht so genau wusste, wo sie jetzt hingehen möchte, wo es hingehen soll mit ihrem Leben. Sie wusste nur, dass sie gerne studieren wollte und das ging natürlich dann, wäre nicht gegangen.

War sich denn deine Mutter, also du hast ja gesagt, es gibt Akten und es gibt Sachen von ihr, die sie angegeben hat, war für sie schon während der Schwangerschaft klar, dass sie dich abgeben wird nach der Geburt? Ja, das ist auch so eine Information, da weiß ich leider gar nichts drüber. Das ist auch eine der Dinge, die sich nie wirklich aufklären lassen können.

Es sei denn, ich würde selber irgendwann mal mit ihr sprechen, aber ob und was sie während der Schwangerschaft so gedacht hat oder geplant hat zu tun, das weiß ich leider nicht. Ich weiß nur oder ich kann mutmaßen, dass sie selber nicht aus Kanataka kommt, wo ich geboren wurde, sondern aus dem Staat darunter, aus Kerala. Und dass sie vielleicht den Start gewechselt hat, um mich dann zu bekommen, um mich dann da abzugeben in einem Kinderheim und sie aber eigentlich aus einem anderen Ort stammt.

Und das weiß ich wegen des DNA-Tests, den ich ja dann gemacht habe irgendwann mal. Wir haben ja gerade schon gesagt, es war eine anonyme Adoption. Weißt du denn irgendwas über deine Mutter oder beziehungsweise was weißt du über sie, frage ich mal so rum. Also was ich weiß ist, ich habe Dokumente von ihr, wo sie selber ein Schreiben aufsetzen musste und sagen musste, warum sie mich zur Adoption freigibt.

Da steht der Name drin. Also ich weiß, dass sie Sini heißt oder Sini und ich habe einen Fingerabdruck von ihr auf diesem Dokument und das ist alles, was ich von ihr habe oder was ich weiß. Und ich kann halt so ein bisschen schätzen, wo sie vielleicht hergekommen ist.

Ja, das heißt, du wirst dann in diesem Kinderheim großgezogen erst mal von Nonnen und gleichzeitig sitzt im Rheinland, genauer in Nörvenich, ich hoffe, ich habe das richtig ausgesprochen, ein Ehepaar mit unerfülltem Kinderwunsch, also deine zukünftigen Adoptiveltern. Weißt du, wie das Leben der beiden vor dir war? Weil für viele Paare ist es ja sehr belastend, wenn sie sich ein Kind wünschen, aber es einfach nicht klappt.

Also unerfüllter Kinderwunsch ist ja ein ganz, ganz großes Thema bei vielen Paaren, über das aber kaum gesprochen wird. Also weißt du irgendwas über die Zeit, bis du zu denen kommst? Also ich weiß, dass sie auf jeden Fall Kinder haben wollten und dass das ganz lange nicht geklappt hat. Und dass sie das lange probiert haben, es aber nie funktioniert hat. Und mein Vater hatte einen Arbeitskollegen, der ein paar Jahre vorher ein Kind auch aus Ullall adoptiert hat über die gleiche Organisation.

Und darüber sind meine Eltern dann auch auf die Idee gekommen und haben sich dann informiert. Und so ist das Ganze dann ins Rollen gekommen. Aber davor haben die auch schon lange probiert, ein Kind zu bekommen. Das hat halt nie funktioniert. Meine Eltern waren auch schon... Ich glaube, zur jetzigen Zeit wäre es gar nicht mehr so alt. Aber als meine Mutter nach Indien gefahren ist, war sie glaube ich 33 und mein Vater war dann glaube ich schon 36 oder so.

Also in dem Sinne waren die dann schon ein bisschen älter. Die ganzen Jahre vorher haben sie versucht ein Kind zu bekommen. Ja, für die damalige Zeit fast schon alte Eltern, weil da ja alle Leute relativ früh Kinder gekriegt haben. Heute wäre es ziemlich normal wahrscheinlich. Jetzt ist es ja so, die entscheiden sich, dass sie ein Kind adoptieren möchten, auch durch den Rat von dem Arbeitskollegen von deinem Vater, der sagt, hey, ich habe das damals gemacht und es hat irgendwie gut bei mir

funktioniert. Das ist aber natürlich gar nicht so einfach, wie man sich das vorstellt. Also hast du eine ungefähre Vorstellung davon, was deine Eltern alles erfüllen mussten, damit das dann mit dir am Ende geklappt hat? Ja, also ich weiß von Erzählungen meiner Eltern, dass das wirklich auch ein sehr langer und schwieriger Weg war. Das hing zusammen mit ganz viel Bürokratie in erster Linie. Die haben regelmäßig Besuch vom Jugendamt bekommen.

Das Jugendamt musste dann feststellen, dass die Gegebenheiten gut waren, um ein Kind adoptieren zu können und ein Kind auch großziehen zu können. Meine Eltern mussten schon ganz früh ein Kinderzimmer hergerichtet haben, damit das Jugendamt dann auch sicher sein konnte, das Kind wird ein Kinderzimmer haben, das wird seinen Platz haben können. Und dann kam natürlich auch diese ganze Kommunikation mit dem Kinderheim selbst

und der Adoptionsorganisation noch dazu. Da wurden viele Dokumente, mussten beglaubigt werden, mussten übersetzt werden. Und meine Eltern erzählen auch immer, wenn die Telefonate hatten nach Indien mit dem Kinderheim, das war dann auch immer ein bisschen schwierig, weil die Leitungen ja natürlich früher dann auch nochmal ein bisschen anders waren.

Das musste funktionieren oder war dann manchmal auch sehr schwer, wenn man sich dann untereinander nicht richtig verstehen konnte, weil es technische Probleme gab und weil natürlich, sie mussten dann auf Englisch kommunizieren. Und wenn es um so ein Thema geht, ist das natürlich echt schwierig und auch irgendwie krass, dass man sich dem Ganzen so, also dass man bereit ist, das zu machen und diesen langen Weg auf sich nehmen möchte.

Und vor allen Dingen auch, wenn ich nochmal an das Telefongespräch denke. Wie krass das ist, wenn du nach Indien telefonierst mit irgendwelchen Nonnen am anderen Ende und jeder spricht so seine Art von Englisch und es geht gerade um was super Wichtiges. Das ist super crazy, wenn man darüber nachdenkt. Die haben ordentlich was auf sich genommen, kann man glaube ich sagen und da sieht man auch wahrscheinlich wie stark dieser Wunsch war, ein Kind zu haben.

Im Februar 1994 ist es dann soweit, deine Eltern fliegen nach Indien und ihr Ziel ist das Kinderheim, in dem du lebst. Also du selbst kannst dich da ja wahrscheinlich nicht mehr dran erinnern, weil du bist gerade mal eins gewesen, aber wie beschreiben deine Eltern diese Zeit? Also wie sieht ihr Aufenthalt vor Ort aus? Geht man da direkt rein, sagt Hallo, das ist das Kind und dann fliegt man zurück? So ist es wahrscheinlich eher nicht, oder?

Nee, also vorher haben sie ja dann die Nachricht bekommen, dass sie mich adoptieren können und innerhalb der Organisation haben sich dann Eltern auch schon zwischendurch mal kennenlernen können, also andere deutsche Eltern, die ein Kind adoptieren wollten. Und dann war klar, dass vor meinen Eltern noch andere Eltern dahin fliegen würden.

Und dann haben die Eltern dann auch immer schon so ein paar Fotos und so mitgebracht von mir und konnten dann auch vorher irgendwie auch schon checken, ob es mir gut geht, ob ich irgendwie gerade krank bin.

Weil meine Mama hat auch Medikamente mit nach Indien genommen, weil sie nicht so genau wusste, wie so die Gegebenheiten sein werden, ob ich da irgendwas brauche oder ob sie da irgendwie was mitbringen kann, auch vielleicht für andere Kinder und dann sind sie dahin und ja, also ich glaube, es war auch so ein bisschen, so wie du es gesagt hast, so hier ist das Kind, bitteschön, weil ich weiß, dass meine Eltern dahin geflogen sind und dann auch noch zwei,

also ein paar Wochen mit mir da geblieben sind. Sind, damit wir uns beide vor Ort so ein bisschen aneinander gewöhnen können. Und ich glaube, der Moment für die war wirklich so.

Auch eine Art irgendwie Schock, weil die kommen dann dahin, also klar, die wissen, was passiert und dann kriegen die aber schon ein einjähriges Kind in die Hand gedrückt, so in den Arm praktisch und dann wird gesagt, ja hier, das ist Prasanna, das ist euer Kind und ich glaube, das ist auf der anderen Seite auch richtig krass, wenn man dann irgendwie dann plötzlich so ein Kind im Arm hat und dann ist man von jetzt auf gleich, ist man ein Elternteil.

Und das ist ja anders, als wenn du ein Kind irgendwie neun Monate schon in dir getragen hast und das dann anders zur Welt kommt und du dann von Anfang an so diese Bindung hast und ja, beziehungsweise die Bindung anders aufbaust, als wenn du jetzt schon ein einjähriges Kind irgendwie bekommst. Also ich glaube, das war für meine Eltern natürlich am Anfang auch, ja, bestimmt auch schwierig, aber auf jeden Fall eine Herausforderung.

Was mich noch interessieren würde, ist, wie ihr sozusagen zueinander gefunden habt, weil in dem Kinderheim waren ja wahrscheinlich mehrere Kinder und wie haben jetzt deine Eltern gesagt. Pass Hannah, wird's oder hat das Kinderheim gesagt, das könnte ganz gut passen, also wie funktioniert das dann im Einzelnen?

Das Kinderheim hat meine Eltern irgendwann benachrichtigt und hat denen dann gesagt, also hier ist jetzt ein Kind geboren und die waren dann vielleicht auf irgendeiner Warteliste oder so und denen wurde dann gesagt, ja Prasanna, es wird ihr Kind und dann haben die einen Steckbrief von mir bekommen mit einem Foto, mit meinem Namen und so mit so ein paar Facts, wie groß ich bin, wie gesund bin, wie mein Name ist natürlich und wann ich geboren wurde und so.

Und das haben die dann bekommen und dann war das praktisch so dieser Kindervorschlag und ich weiß gar nicht, ob meine Eltern das auch hätten ablehnen können, aber natürlich haben die das nicht abgelehnt. Klar. Ihr erlebt dann deinen ersten Geburtstag zusammen noch in Indien, wenn ich das richtig gelesen habe. Und dann fliegen sie mit dir nach Hause. Du kommst nach Nürnig ins rheinische Braunkohle-Reviel.

Und das ist ja mal so ganz anders als der Ort, in dem du geboren und auch in Teilen aufgewachsen bist. Also wie war dein Ankommen dort? Also woran erinnerst du dich oder was haben deine Eltern dir erzählt, deine ersten Tage und Wochen in Deutschland? Also ich kann mich an nichts erinnern, aber meine Eltern umso besser. Sie haben gesagt, dass schon natürlich die Rückreise war super anstrengend für beide Seiten.

Wenn man sich auch einfach vorstellt, dass ich dann einfach aus meinem Alltag gerissen werde sozusagen und in ein Flugzeug mit hunderten weißen Menschen gesteckt werde, ist es nicht verwunderlich, wenn meine Mutter dann erzählt, dass ich ungefähr die ganze Zeit über im Flugzeug geweint habe, weil das sehr stressig für mich war, weil ich überhaupt nicht wusste, was passiert natürlich. Ich bin in einem Flugzeug, da war ich noch nie. Überall sind Menschen gesteckt.

Die eine weiße Hautfarbe haben. Und dann komme ich da an in Frankfurt und es ist, glaube ich, März gewesen oder so. Es war irgendwie noch tiefster Winter. Werde dann direkt in eine Winterjacke gepackt oder so und komme auch mit diesen Temperaturen überhaupt nicht klar. Also das war schon echt nicht leicht, glaube ich.

Und ich weiß noch, dass wir dann so Situationen hatten, dass ich mit meiner Mutter spazieren war und ich saß im Kinderwagen und uns kam eine Familie entgegen, die schwarz waren und dann habe ich die gesehen und habe direkt meine Arme rausgestreckt und wollte dann zu denen, weil das natürlich gewohnter war, weil das da wieder Gesichter waren, die ich irgendwie anders oder anders.

Ja, besser zuordnen konnte oder die für mich irgendwie familiärer in dem Moment waren oder einfach vertrauter waren, sage ich mal so. Das waren einfach vertrautere Gesichter und das hat meine Mutter mir erzählt, dass das am Anfang dann manchmal so war, dass ich da immer meine Ärmchen ausgestreckt habe, wenn ich jemanden gesehen habe, der meine Hautfarbe hatte.

Es klingt jetzt so, als wäre das so eine lustige Anekdote irgendwie aus deiner Kindheit, aber eigentlich ist es ja gar nicht so lustig, wenn man es jetzt nach heutiger Sicht betrachtet, oder? Ja, also ich glaube, dass ich grundtraumatisiert war am Anfang. Das kann ich einfach alles so erzählen, weil mir das natürlich von Anfang an immer alles erzählt wurde und weil ich damit ganz offen umgehen kann.

Aber rückblickend ist das natürlich irgendwie, es ist krass, wenn man drüber nachdenkt, woran das gelegen hat. Einfach, dass dieser Kulturschock da einfach stattgefunden hat. Und ich praktisch im ersten Moment ja wie alleine war und mich auf alles neu einstellen musste. Jetzt passiert ja noch was. Du bist, glaube ich, drei Jahre alt.

Da hat eigentlich keiner mit gerechnet. Deine Mutter wird schwanger, obwohl deine Eltern eigentlich schon mit dem Thema abgeschlossen hatten, ein leibliches Kind zu bekommen. Und 1996 wird dann deine kleine Schwester geboren. Wie ist das damals für dich, mit drei nochmal ein Schwesterchen zu kriegen? Ich glaube, das ist ähnlich wie für andere kleine Kinder, die dann Geschwister bekommen. Ich kann mich auf jeden Fall noch daran erinnern, dass meine Eltern da von Anfang

an immer ganz offen mit mir waren. und meine Mutter mir immer erklärt hat, dass da jetzt ein Baby in Mamas Bauch wächst. Ich natürlich dann auch Nachfragen gestellt habe, wie das bei mir war. Und dann hat meine Mutter immer gesagt, naja, du bist nicht in Mamas Bauch gewachsen, du bist in Sinis Bauch gewachsen. Also das wurde dann auch immer relativ offen thematisiert. Für mich war das aber auch sehr aufregend. Und ich weiß aber auch noch, dass das für mich gar nicht so...

Gar nicht so überraschend war, dass meine Schwester jetzt gar nicht so aussieht wie ich zum Beispiel. Also meine Schwester hat blaue Augen und blonde Haare. Das ist so komplett das Gegenteil von mir. Aber ich weiß, dass das für mich am Anfang gar kein Thema war. Also das heißt, dir war aber auch schon relativ klar oder relativ schnell klar, dass du in Anführungsstrichen nicht das Bauchkind von deiner Mutter, also nicht das leibliche Kind von deiner Mutter bist.

Das wurde dir schon direkt am Anfang oder relativ früh schon erklärt und das wusstest du auch. Ja, das wurde mir von Anfang an erzählt, aber das wäre natürlich auch spätestens im Kindergarten zum Thema geworden, weil die Leute mich natürlich dann auch gesehen hätten oder die Kinder hätten mich dann mit meinen Eltern gesehen und dann wären natürlich oder sind natürlich auch die Fragen gekommen und ich habe das dann erklärt.

Aber so richtig verstehen kann man jetzt als kleines Kind glaube ich noch nicht, oder? Also diese Vorstellung von weit entferntes Land und so und andere Kultur und andere Mutter ist wahrscheinlich zu viel für ein kleines Kind, oder? Ja, also was ich greifen konnte, ist irgendwie, ich bin in einem anderen Bauch gewachsen und es gibt eine Frau, die Sini heißt und anscheinend die ist, die Person ist, in deren Bauch ich gewachsen bin, aber das war so alles, was ich so greifen konnte in dem Moment.

Ich glaube, das kam erst mit der Zeit, erst später, dass man so richtig realisiert hat, was das eigentlich bedeutet. Wie würdest du denn deine Kindheit beschreiben insgesamt? Insgesamt würde ich sagen, hatte ich eine glückliche Kindheit. Ich bin... Aufgewachsen, wie viele andere Kinder auch.

Klar, bei mir kam natürlich immer die Komponente noch dazu, anfangs immer, wenn ich andere, neue Kinder kennengelernt habe, neue Freundinnen gefunden habe, dass dann immer die Frage kam, warum ich dunkle Haut habe zum Beispiel oder warum meine Schwester nicht so aussieht wie ich. Also das war von Anfang an war das Thema oder war das immer Teil meines Lebens, mich irgendwie zu erklären, woher ich dann komme und warum ich aussehe, wie ich aussehe.

Aber meine Kindheit im Großen und Ganzen würde ich schon doch als sehr glücklich sein. Und beschreiben. Irgendwann wirst du ja dann älter und mit Pubertät, das bringt es ja auch so mit sich, dass man irgendwie versucht, die eigene Identität zu verstehen oder auch überhaupt erstmal zu finden und auch so einen Platz zu finden. Wie ist das bei dir in deiner Jugend? Setzt du dich da auch stark mit deiner Identität auseinander?

Nee, also in meiner Jugend, muss ich sagen, wollte ich eigentlich von diesem Thema so gut wie gar nichts wissen am besten, weil ich glaube, dass ich in meiner Jugend zu viel damit beschäftigt war, irgendwie selbst reinzupassen oder Teil von dem Großen und Ganzen zu sein. Und obwohl man ja selber irgendwie ab und zu immer mal wieder daran erinnert wird, dass man anders aussieht und dass man irgendwie anders ist als die anderen. Wollte ich das gar nicht so wahrhaben.

Ich habe das immer ganz gerne weggedrückt und irgendwie vermieden. Und alles, was mit dem Thema Indien zu tun hatte, habe ich so ein bisschen von mir weggestoßen beziehungsweise wollte das gar nicht so thematisieren, weil ich weiß, auch noch in den frühen 2000ern, da waren indische Stereotype auch einfach überhaupt gar nicht positiv besetzt.

Also wenn ich an, keine Ahnung, Kayayana denke und an seine Imitation von dem Indien, In Anführungszeichen Inder, dann war das halt immer irgendwie so ein Typ, der mit einer Kuh gesprochen hat und kein Auto fahren konnte. Ich erinnere mich, dass Ranjit oder so ist der gerade. Und das war dann dieses Bild von dem Inder, das viele Leute irgendwie im Kopf hatten oder so wie Inder halt dann in den Medien dargestellt wurden und da wollte ich natürlich nicht zugehören.

Also damit wollte ich nichts zu tun haben, weil das irgendwie auch peinlich war für mich, gerade als Jugendliche. Also indisch sein war halt nicht cool irgendwie. Ja, ein harter Satz, aber ich verstehe voll, was du meinst. Und das ist, ich glaube, wenn man in so einer Selbstfindungsphase ist, sowas zu sehen, dass der Inder im Fernsehen, der ja kein Inder ist, sondern black-gefacter Türke eigentlich in dem Fall, dass es so ein Spottobjekt ist, weißt du?

Also das macht auch, glaube ich, ganz viel mit einem, das so zu sehen, oder? Voll, ja, dass er irgendwie dann für eine ganze Nation stehen soll Und er ist dann aber eigentlich nur eine Witzfigur und auf der anderen Seite gibt es überhaupt kein Gegengewicht. Also es gibt bis, ich würde mal sagen, die erste Person, die irgendwie positiv besetzt war als Inderin, war für mich Indira von Broses. Das war so, da dachte ich so, Amen, endlich eine coole indische Person.

Aber vorher war es halt einfach das. Und dann wurde Ranjit immer mit einer Person, ja, als Person dargestellt, die zum Beispiel kein Auto fahren konnte und so. Und da habe ich dann auch schon gedacht, also ich wollte das alles gar nicht wissen, aber ich hatte dann auch schon immer so im Kopf, oh Gott. Weil ich ja selber auch keine anderen indischen Menschen kannte, dass ich dann sowas im Kopf hatte wie, oh Gott, der kann kein Auto fahren. Wie wird das sein, wenn ich Autofahren lerne?

Kann ich das auch nicht, weil das irgendwie in mir drin steckt oder so? Und das, glaube ich, hat auch wirklich... Seine Einflüsse gehabt nachher, dass ich mir Sachen nicht zugetraut habe. Aber krass, weil da denkt ja in dem Moment niemand drüber nach. Und ich finde so Vorbilder und Repräsentieren ist was unglaublich Wichtiges, vor allem, wenn man zu einer Art von Minderheit gehört. Weil ich konnte da jetzt gerade komplett mit relaten.

Ich habe das, glaube ich, auch schon an anderer Stelle mal erzählt, dass ich so in meinem Selbstfindungsprozess vor meinem Coming Out, Also als es darum ging, ob ich vielleicht schwul sein könnte, so mit zwölf, dreizehn, vierzehn. Und dann hast du im Fernsehen nur Männer, die extrem weiblich sich geben und ja so Klischees entsprechen, die es natürlich auch geben muss.

Also ich will das gar nicht kleinreden so, aber ich habe diese Männer immer im Fernsehen gesehen, weil das die Schwulen aus dem Fernsehen war und dachte so, aber so bin ich doch nicht. Und das hat mir dann selber so voll den Struggle gegeben, weil ich gedacht habe, okay, dann kann ich das eigentlich gar nicht sein, weil ich bin ja nicht so wie der. Und daran hat mich das gerade total erinnert, was du erzählt hast. Ja, ja.

Die Persönlichkeit. Laut dem Persönlichkeitspsychologen Professor Jens Asendorp von der HU Berlin ist sie die Essenz einer Person. Wir vergleichen uns im Prinzip ständig mit anderen Menschen und stellen dabei Unterschiede fest. Anhand dieser Unterschiede kategorisieren, charakterisieren und definieren wir uns selbst. Die Sehnsucht danach, sich und andere in Kategorien stecken zu können,

ist völlig menschlich. Heute boomen ja Persönlichkeitstests, bei denen man vermeintlich herausfinden kann, wer man wirklich ist. Und natürlich spielt dabei auch die ethnische Herkunft eine Rolle für unsere persönliche Identität. In einer Studie wurde 2013 untersucht, wie verschiedene Jugendliche, die wie Prasanna international adoptiert wurden, mit der Identitätsfrage umgehen. Das Forschungsteam wollte herausfinden, welchen Einfluss verschiedene Strategien auf das Selbstwertgefühl haben.

Die Ergebnisse sind wirklich sehr spannend, denn sie zeigen, dass Jugendliche, die sich ganz auf ihre Herkunft fokussieren. Mehr Verhaltensprobleme und ein geringeres Wohlbefinden zeigen. Besser ging es denen, die sich ausschließlich mit ihrer Adoptivkultur identifizieren. Aber das höchste Selbstwertgefühl hatten tatsächlich die Jugendlichen, die beide Identitäten, also sowohl ihre Herkunfts- als auch ihre Adoptivkultur, erfolgreich in ihr Leben integrieren können.

Sie waren insgesamt am zufriedensten. Kann man vielleicht auch als Adoptiveltern dazu beitragen, dass beide Kulturen eine Rolle spielen. Ein Schritt wäre zum Beispiel anzuregen, kulturelle Veranstaltungen zu besuchen, die Sprache des Herkunftslandes zu lernen oder Reisen dorthin zu initiieren. Im Grunde hilft alles, was dazu beiträgt, dass das adoptierte Kind ein tieferes Verständnis für die eigene Herkunft entwickelt.

Und das ohne, dass die Zugehörigkeit zur Adoptivfamilie dadurch infrage gestellt wird. Das kann die Identitätsbildung positiv beeinflussen. Was beim Thema Persönlichkeit interessant ist, wir sind uns meistens sicher, dass wir uns in den vergangenen Jahren stark verändert haben. Aber ähnlich sicher sind wir uns darin, dass wir uns in Zukunft nicht mehr so stark verändern werden, dass die Gegenwart quasi das Ende der Geschichte ist und unsere Persönlichkeit ab jetzt stabil bleibt.

Das stimmt so aber tatsächlich gar nicht. Prof. Jule Specht forscht dazu und konnte herausfinden, dass die Persönlichkeit von Menschen um die 60 ungefähr so instabil ist wie die von 20 Jahren. Da ist also zu jedem Zeitpunkt im Leben noch ganz viel drin und irgendwie finde ich, dass das ein bisschen Mut macht. Es ist also nie zu spät, etwas zu verändern. Auch Prasanna wird uns noch davon erzählen, wie sich ihr Umgang mit ihrer Herkunft verändert hat.

Ist das dann so, also in der Zeit gerade so Jugend, dass du dich so ein bisschen zurückziehst von deinem Indischsein, nenne ich es jetzt mal, hat das auch was mit Rassismus-Erfahrungen zu tun, also über blöde Comedy-Witze hinaus, also hast du da viele Erfahrungen mit Rassismus machen müssen, da an einem Ort, wo du gelebt hast?

Ja, also ich habe schon so die eine oder andere Situation miterlebt, wo Kinder, Jugendliche unbedarft richtig dumme Sachen gesagt haben und irgendwie, ich weiß noch eine Situation, da saß ich im Bus oder zur Schule oder wieder nach Hause zurück und dann saßen hinter mir Kinder beziehungsweise Jungs und haben sich dann irgendwann lustig gemacht über irgendwas und ich habe aber am Anfang gar nicht so richtig zugehört. Und dann rät sich einer zu mir um und fragt dann, ist deine Zunge denn auch

schwarz? Zeig mal deine Zunge. Das sind dann so Situationen, die sind natürlich hier und da mal passiert und da weiß ich auf jeden Fall, dass das auf jeden Fall mit dazu oder mit reingespielt hat, dass ich davon ausgeprägt, Oder noch weniger wissen wollte. Oder keine Ahnung, ich habe ja schwarze Haare und natürlich auch dadurch schwarze Haare zum Beispiel auch auf den Armen.

Und das war dann natürlich auch immer, oder was ist immer, das wurde dann auch mal zum Thema gemacht, warum ich so viele Haare auf den Armen habe. Und was ist dann die Konsequenz davon gewesen? Ich habe irgendwie mir mit 13 schon angefangen, die Arme zu rasieren. Mache ich bis heute. Also das hat auf jeden Fall seine Spuren hinterlassen.

Hast du denn damals, also ich kann mir die Antwort fast schon denken, damals zu dieser Zeit den Wunsch, dieses Land, in dem du geboren bist, auch mal zu besuchen? Oder hast du es auch von dir weggeschoben? Also ich würde sagen, ich habe es weggeschoben. Ich habe das weggeschoben, bis ich 16, 17 Jahre alt war. Und dann hat es erst langsam angefangen. Also wolltest du denn gar nicht wissen, wer deine Eltern sind? Also hast du wirklich gedacht, diesen Teil meines Lebens, Tür runter?

Oder wann kam das irgendwann, dass du dir diese Fragen gestellt hast? Also ich muss sagen, so diese Frage, wer meine leiblichen Eltern sind oder besonders meine leibliche Mutter, da denke ich öfter dran, als wer ist mein leiblicher Vater, weil über den weiß ich überhaupt gar nichts.

Das sind immer mal wieder so Gedanken, die ich auch vorher schon hatte, die man immer so angefangen hat zu denken, aber dann irgendwie, ja, die ins Leere führten, weil irgendwie sind da viele Fragen, die man sich nicht beantworten kann und.

Wo man dann natürlich auch, man hat dann auf der anderen Seite natürlich irgendwie seinen Alltag und seine anderen Sachen und gerade als Jugendliche hast du andere Sachen, die wichtiger sind, wie irgendwie die große Liebe finden oder so, die dann in dem Moment wichtiger waren, als sich damit auseinanderzusetzen, wer jetzt diese Sini da eigentlich ist. Das kam erst später. Du wirst ja dann erwachsen, wie die meisten Leute, die diese schwere Pubertät irgendwann mal durchgestanden haben.

Fängst an zu studieren, Linguistik in Köln, du fängst an beim WDR zu arbeiten, aber du ziehst, wenn ich das richtig gesehen habe, relativ spät erst aus, mit 26 oder so und dann auch im Laufe der 20er, du ziehst nicht nur aus, sondern auch dein Verhältnis zu deiner Herkunft ändert sich ein bisschen, so würde ich es vielleicht zusammenfassen. Auf einmal interessierst du dich doch wieder dafür, wo du herkommst. Wie hat das angefangen?

Also ich glaube, es war so ein bisschen ein schleichender Prozess über die Jahre. Irgendwann habe ich gemerkt, dass mir so blöde Kommentare oder irgendwie Stereotype in Gesprächen über Indien, dass das doch irgendwie was mit mir macht und dass mich das auch sehr, dass mich das emotionaler anpackt, als ich. Dachte, ich weiß noch ganz genau eine Situation, da saß ich im Wohnzimmer von meiner Ex-Freundin, meine erste Freundin und da wurde dann über das Land Indien gesprochen.

Aber sehr abfällig und ich weiß noch, dass ich da wie angewurzelt in diesem Wohnzimmer saß und dachte, was passiert hier eigentlich?

Merken die, wer hier, also wer denn hier unter ihnen sitzt? Ich habe immer wieder auch gemerkt, dass man, dass Leute einen, Oder mich dann so ausklammern, also dass dann über Indien gesprochen wird, aber die Leute gar nicht mehr so richtig verbinden, mit mir verbinden, dass ich ja daherkomme, dass ich ja eine Geschichte oder eine Verbindung zu diesem Land habe und das dann irgendwie ignoriert wird oder irgendwie gar nicht gecheckt wird.

Und ich dann da sitze und mir anhören muss, wie Leute dann darüber reden, wie man denn auf die Idee kommen kann, nach Indien zu reisen, weil das ist super gefährlich da alles und Frauen werden vergewaltigt und das Essen, das kann man doch auch keinem zumuten und das ist irgendwie alles scharf und da laufen Kühe auf der Straße rum. Diese ganzen Stereotypen, diese ganzen Sachen, die Leute dann immer mit dem Land verbinden und dann sitzt man da und ich.

Konnte mich irgendwie nicht wehren, weil ich nicht wusste, was ich sagen sollte, ob ich da jetzt in eine Diskussion einsteigen wollte oder nicht. Also ich glaube, ich war nie so ein Mensch, der da so konfrontativ mit umgegangen ist. Ich weiß noch, ich bin dann aus dem Raum raus und dann ist es irgendwie so aus mir raus geplatzt und ich musste erst mal heulen und Und das war so ein Moment, wo ich dachte, boah, was passiert denn hier eigentlich?

Das hat mich doch vorher nicht so angepackt. Also ich konnte manchmal auch einfach darüber hinwegsehen, aber das war dann so ein Moment, wo ich gemerkt habe, irgendwie macht das doch was mit mir und irgendwie fühle ich mich aber doch auch verbunden damit und bin dann innerlich in so einem Verteidigungsmodus und will das Land und die Kulturen dann verteidigen. Also da scheint ja doch irgendwie was zu sein, was mich damit verbindet.

Und das waren so die ersten Momente, wo ich dann gemerkt habe, irgendwie...

Möchte ich doch auch mehr wissen darüber. Und dann hat es so ein paar Jahre noch gedauert, dann sind so ein paar Jahre vergangen und bei uns im Dorf in Nörvenich, da gab es eine oder da gibt es immer noch eine Familie, die auch aus Indien stammt und die wohnen direkt neben der Grundschule, zu der ich gegangen bin und die kannten mich natürlich vom Sehen, weil klar, es gab POC Kinder in Nörvenich, aber es gab nur eine Inderin und das war ich.

Und die ist dann immer an dem Haus vorbeigelaufen morgens, als sie zur Schule gegangen ist und wieder zurück und so und dementsprechend hatte ich mit der Familie, das war ein älteres Ehepaar, die Kinder waren alle schon groß, mit denen hatte ich irgendwie immer schon so, ja, hatte ich immer eine, etwas andere Verbindung, also ich habe, die haben mich von Anfang an immer, gegrüßt, die haben mit meinen Eltern gesprochen, die fühlten.

Sich mir auf jeden Fall näher verbunden und je älter ich wurde und dann Anfang der 20er habe ich dann nochmal Kontakt zu denen aufgenommen und dann habe ich mit denen ein bisschen gesprochen und dann wurde ich von denen mal zum Chai eingeladen und dann saß ich bei denen in der Küche und dann ging das los, das war dann irgendwie, dann saß ich da bei denen und das war, als wäre ich bei meinen Großeltern zu Besuch. Also ich habe da direkt gespürt, als wäre ich irgendwie Teil der Familie.

Ich habe dann den Tee getrunken und habe dann irgendwie mit denen gequatscht und auch darüber, wo ich jetzt genau herkomme. Wir haben festgestellt, dass wir vielleicht auch aus dem gleichen Staat kamen oder kommen. Das war mir damals noch nicht so richtig bewusst, wo genau ich herkomme. Ich wusste nur, dass es sein kann, dass meine leibliche Mutter aus Kerala kommt. Und da haben wir dann drüber gesprochen. Und ja, dadurch hat das so seinen Lauf genommen.

Dass das immer mehr irgendwie auch Thema wurde in mir drin. Und du hast im Vorgespräch, also bevor die Aufnahme gestartet, ist gesagt, du hast die ganze Zeit deinen eigenen Namen falsch ausgesprochen und hast erst mit 25 gelernt, wie man den richtig ausspricht. Das musst du auch unbedingt mal erzählen. Ja, das war genau, das war auch mit denen zusammen, weil die mich dann irgendwann auch mal mit auf so Erntedankfeste genommen haben, weil es gibt so eine kleine Community hier in Köln.

Kerala Samajan heißt sie, glaube ich, die sich regelmäßig treffen und da haben die mich dann mal mitgenommen und ich wurde dann vorgestellt und dann hörte ich, wie die Leute dann meinen Namen gesagt haben und dann habe ich gefragt, wie hast du das gerade gesagt? Und dann haben sie gesagt, Prasana. Und dann habe ich erst gecheckt, ach so, Prasana und nicht Prasana. Und dann habe ich irgendwie festgestellt, dass man meinen Namen anscheinend, je nachdem, auch anders aussprechen kann.

Das heißt, es wächst so in dir so langsam der Gedanke, da ist doch eine Verbindung da zu diesem Land, was ich so gar nicht kenne. Aber irgendwann kommt dann wahrscheinlich die Idee, du willst auch mal gern nach Indien fliegen. Und das sagst du dann auch deinen Adoptiveltern. Also vielleicht erst mal, wann war genau so der Zeitpunkt, jetzt will ich auch mal mehr wissen.

Also nicht nur aus Erzählungen, sondern selber hin. Ja, das ist eigentlich auch zusammen mit dieser Bekanntschaft entstanden, weil die regelmäßig nach Kerala fahren, weil die da noch Familie haben, weil die da teilweise auch noch Häuser haben und für die ist das immer klar gewesen, dass sie halt immer mal wieder auch nach Indien fahren und dann haben sie irgendwann so ganz selbstverständlich gesagt, ja du kannst ja mal mitfahren, ist ja kein Problem.

Und dann habe ich gedacht, ja, also mit denen würde ich mir das auch zutrauen, weil... Und alleine, da hatte ich noch zu viel Respekt vor, das überhaupt auch anzugehen, wie fängt man da überhaupt an und so. Aber als sie dann vorgeschlagen haben, dass ich ja mal mit denen mitfahren kann und ich dachte, naja, das ist ja irgendwie ganz cool, direkt mit Locals da auch dahin zu fahren, das erste Mal, das wäre ja irgendwie cool.

Und dann ist das so ein bisschen in mir gewachsen, die Idee und auch der Wille, das irgendwie zu machen. Und dann wäre es auch 2018 schon fast so weit gewesen, weil die gesagt haben, wir fahren wahrscheinlich dann und dann nach Indien. Du kannst gerne mitkommen. Dann habe ich mich um einen Reisepass gekümmert. Ich war schon ganz aufgeregt, weil das irgendwie auch relativ plötzlich kam innerhalb von drei, vier Monaten oder so.

Und habe mich dann erkundigt, gegen was ich mich impfen lassen muss und so. Habe mich, wie gesagt, um diesen Reisepass gekümmert. Und dann wurde das aber kurzfristig abgesagt, weil die dann irgendwie doch zeitlich das nicht einrichten konnten. Und es gab irgendwie noch andere Gründe, die ich jetzt nicht weiß. Aber da hat das dann nicht geklappt. Und dann war das erstmal nochmal so ein kleiner Niederschlag, muss ich sagen.

Weil das war dann so, okay, ich war so kurz davor, dass es irgendwie geklappt hätte und dass ich da hingefahren wäre mit Leuten, die sich da auskennen. Ich hätte mich um nichts kümmern müssen so groß und ich hätte die Reise irgendwie anders auf mich zukommen lassen können, als hätte ich das jetzt irgendwie von Anfang alleine irgendwie hätte planen müssen oder so.

Und dann ging das nicht und dann war das erstmal vom Tisch leider und dann kam Corona dazwischen, das weiß ich noch, dann war das sowieso erstmal kein Thema mehr, aber ich hatte das immer im Kopf, also ich wusste, ich will jetzt in den nächsten Jahren leben. Da hinreisen. Die nächste große Reise sollte es oder will ich auf jeden Fall nach Indien unternehmen. Dieser Wunsch ist dann da und irgendwann sagst du es ja auch deinen Eltern,

dass du nach Indien fliegen möchtest. Wie reagieren die denn darauf?

2018, als das Jahr dann losgehen sollte und dann im Raum stand, habe ich denen das dann auch direkt gesagt und die haben sich gefreut, die waren auch am Anfang so ein bisschen überrascht, wo das jetzt herkommt, weil die natürlich, ihr letzter Stand war, da will ich eigentlich gar nicht unbedingt hin, das ist gar nicht so wichtig für mich, dass dann doch irgendwie so ein großes Thema geworden ist oder dass es so in mir herangewachsen ist.

Das war dann doch am Anfang so ein bisschen überraschend für die, aber gar nicht negativ überraschend oder so. Also die waren überrascht darüber, dass ich mich jetzt doch dafür interessiere, haben aber dann gesagt, dass es eine gute Idee ist. Und die waren natürlich auch angetan davon, von der Idee, dass ich da mit jemandem hinfahre, mit Leuten hinfahre, die sich da sehr gut auskennen, bei denen ich gut aufgehoben wäre.

Es liegt ja auch nah, weil es einfach auch organisatorisch viel zu tun ist und so. Deswegen ist es ja total schlau, wenn man das mit Leuten macht, die sich da schon auskennen. Das Ganze zieht sich ja so ein bisschen über ein paar Jahre. Das ist 2018, kommt es nicht zustande, dann ist Corona. Du scheinst jetzt nicht so 100 Prozent zu überzeugt zu sein, zumindest zu dem Zeitpunkt, das auch so durchzuziehen.

Das ist auch so ein bisschen ja immer so weiter. Irgendwann mache ich das noch, aber jetzt so ein bisschen vor dir her geschoben, was ich auch total verstehen kann. Dann passiert vor zwei Jahren etwas, das in dir dann doch noch mal einiges ändert. Deine Schwester wird schwanger. Warum ist das für dich so einschneidend, sage ich jetzt mal? Also als meine Schwester schwanger geworden ist, das war irgendwie...

Ein krasser Moment für mich, weil das irgendwie nochmal was ganz anderes in Gang gesetzt hat. Ich habe dann zum ersten Mal irgendwie miterlebt, wie ein Familienmitglied so schwanger ist. Ich meine, ich habe es mitbekommen, als meine Mutter schwanger war, aber da war ich ja drei Jahre alt. Und jetzt war ich eine erwachsene Frau.

Und dann zu sehen, wie meine kleine Schwester schwanger ist und was das so mit ihr macht und wie früh man auch anfängt, da irgendwie eine Bindung zu einem Kind aufzubauen, das noch in einem heranwächst und dass sie sich dann Gedanken macht, ob es dem Baby gut geht, vielleicht auch, welches Geschlecht das vielleicht haben wird, wie man das Baby nennen könnte. Und das sind alles so Sachen gewesen, die dann in mir irgendwie ausgelöst haben.

Krass, wie ist das denn für sie gewesen? Also wie muss es denn für sie gewesen sein, mit mir schwanger zu sein? Hat sie sich die gleichen Fragen gestellt? Hat sie sich gefragt, ob ich irgendwie ein Mädchen werde oder ein Junge? War das irgendwie wichtig? Wusste sie schon einen Namen? Also wie war das für sie? Wie war das auch für sie, schwanger zu sein und dann irgendwann zu wissen, dass sie das Kind nicht behalten möchte?

So zu wissen, dass da jetzt irgendwie ein Kind in dir ranwächst und du wirst das austragen, aber du wirst das dann nicht aufwachsen sehen. Also das sind dann so Gedanken gewesen, die dann immer präsenter geworden sind. Es sind ja ganz viele Fragen, die so aufploppen dann, so wie du das gerade erzählst. Diese Fragen, welche Gefühle lösen die in dir aus? Also macht dich das traurig? Macht dich das vielleicht auch wütend, weil du so denkst bei einer Schwester, da wächst das alles?

War das bei meiner leiblichen Mutter nicht so? Oder was sind das für Gefühle, die da in dir rumoren? Ganz viele. Also ich würde sagen... Das macht mich traurig, darüber nachzudenken, dass sie in dieser Situation war, dass sie mich nicht behalten konnte. Macht mich traurig, dann zu wissen, was das für eine Lebensentscheidung auch einfach sein muss. Dass du sagst, okay, du möchtest dein Kind abgeben, weil du denkst, dass es vielleicht woanders bessere Chancen hätte.

Das macht mich in erster Linie irgendwie traurig und auch sehr betroffen, weil ich mir das überhaupt gar nicht vorstellen kann. Ich kann das gar nicht nachvollziehen, wie das sein muss. Auch natürlich dann im Nachgang das, was ich ja jetzt auch immer denke. Zu wissen, wie ich weiß, dass da irgendwo auf der Welt Menschen sind, die mit mir verwandt sind. Auf der anderen Seite zu wissen oder mich zu fragen, ob sie das Gleiche denkt.

Als meine Schwester schwanger geworden ist, natürlich habe ich da öfter drüber nachgedacht, aber ich denke da eigentlich jedes Jahr an einem ganz bestimmten Tag immer wieder daran, wenn ich Geburtstag habe, wie das dann ist oder ob da jetzt gerade jemand anders noch an mich denkt, also ganz sicher.

Aber das ist nochmal so ein Tag, an dem man sich irgendwie anders verbunden fühlt, weil man ganz sicher sein kann oder ich fühle, dass ich ganz sicher sein kann, dass an dem Tag Sini auch an mich denkt. Ist das ein schönes Gefühl? Das ist ein schönes Gefühl, das ist aber auch ein überwältigendes Gefühl, finde ich. Das ist ja sehr viel emotional, was da in dir vorgeht.

Wie gehst du damit um? Also kannst du da mit anderen drüber sprechen oder machst du das mit dir selber aus in dieser Zeit, wo diese ganzen Fragen so auf dich einstürzen? Also in der Zeit, als diese ganzen Fragen auf mich einstürzten und in meiner Jugend ja auch, habe ich ganz viel mit mir selbst ausgemacht, weil ich irgendwie niemanden irgendwie belasten wollte mit diesen Gedanken.

Ich aber auch dann in Gesprächen immer mal wieder auch festgestellt habe, für die Leute ist es, mit denen ich dann geredet habe, auch nicht so nachvollziehbar. Die können das gar nicht richtig greifen und das ist irgendwie auch überfordernd, wenn ich darüber spreche. Und dann habe ich es oft auch einfach. Ja, sein gelassen und dann irgendwie mit mir selbst ausgemacht, was vielleicht nicht der beste Weg ist. Ich wollte gerade sagen, Spoiler, liebe Kinder, mach das nicht, das ist keine gute Idee.

Daraus höre ich aber auch, dass sich das mittlerweile geändert hat. Ja, ja, ja. Dass du mit jemandem drüber reden kannst. Ja, doch in der letzten Zeit habe ich gelernt, Dinge, die in mir vorgehen, auch anzusprechen. Sehr gut. Mag jetzt random sein die Frage, aber gibt es sowas wie Selbsthilfegruppen für adoptierte Menschen, weil das sind ja sehr spezielle Probleme, die wahrscheinlich du jetzt hast, wie du gerade schon sagst, aber das versteht ja vielleicht keiner, der das nicht durchgemacht hat.

Ja, das ist witzig, dass du das fragst. Ich weiß nämlich noch, ich glaube, ich habe den sogar noch irgendwo. Ich weiß noch, dass ich irgendwann zwischen 2013 und 2015 oder so, als ich an der Uni war in Köln, da habe ich einen Flyer gesehen. Der lag irgendwo mal in unserem Institut rum, da wurde so eine Selbsthilfegruppe für Kinder aus Indien angeboten und ich habe mir den Flyer mitgenommen, das weiß ich noch ich habe ihn ja noch irgendwo und habe den dann mal mitgenommen und dachte so.

Ja, interessant. Ich war aber damals noch nicht so weit und habe den dann in meine Tasche gelegt und habe mich dann nicht getraut, da mal irgendwie Kontakt aufzubauen und da hinzugehen, weil ich da noch nicht bereit für war.

Und dann nach ein paar Jahren, als ich dann bereit dafür war, habe ich diesen Flyer immer noch in meiner Tasche gehabt und ich habe den dann rausgeholt und habe dann unterschiedliche Mails an diese Adresse von dem Flyer geschickt und da war eine Telefonnummer, da habe ich mal angerufen und dann war aber das Ergebnis, dass diese Selbsthilfegruppe ja irgendwann mal vielleicht zustande gekommen ist, aber dann nicht mehr weitergeführt wurde, weil vielleicht zu wenig Leute zusammengekommen sind.

Also warst du sozusagen zu spät dran für diese Gruppe zumindest. Aber es setzt sich ja jetzt einiges in Gang mit der Geburt deiner Nichte. Du buchst tatsächlich, nachdem du jahrelang darüber nachgedacht hast, Flügel nach Indien und damit wird es ja sozusagen endgültig. Wie schwer ist dir das gefallen? Also schwergefallen ist mir das erstmal gar nicht. Also dieses Buchen an sich war überhaupt nicht schwer, aber der Weg dahin war schwer, weil ich gar nicht wusste, wo ich überhaupt anfangen sollte.

Weil der Ort, in dem ich geboren wurde, ist kein touristischer Ort in dem Sinne. Da fährt man halt nicht hin, um Urlaub zu machen. und ich wusste aber, dass ich auf jeden Fall da hinfahren möchte, wenn ich nach Indien fahre, dann will ich auf jeden Fall diesen Ort dann sehen. Das hatte sich dann auch in der letzten Zeit auch herausgestellt, dass okay, jetzt hat das mit den Bekanntschaften da nicht funktioniert, jetzt muss ich es irgendwie anders machen, aber dann will ich auch Olai sehen.

Und dann ging erstmal die Suche nach einem Reisebüro los, dass ich irgendwie erstmal gucken musste, wie kann man sowas überhaupt organisieren? Weil ich wollte das nicht Bis zum nächsten Mal. Ja, so ohne Reisebüro wollte ich das nicht machen. Ich wollte da irgendwie im besten Fall so gut es geht die Rahmenbedingungen schon organisiert haben, damit ich mich wirklich auf das Wesentliche konzentrieren kann, weil ich ja nicht wusste, wie das überhaupt wird, wenn ich da ankomme.

Und ich dann irgendwie keine Lust hatte, da anzukommen und dann nicht zu wissen, wo ich übermorgen schlafen werde, weil ich noch kein Hostel oder sowas gebucht hatte, dass ich da das richtige Reisebüro gefunden habe, das irgendwie auf diesen Wunsch eingehen konnte. Das hat dann auch ein bisschen gedauert, aber ich bin dann fündig geworden. Du hast eins gefunden in Hamburg, glaube ich. Und bis dann im November 2024, also gar nicht so lange her, dann nach Indien geflogen.

Und zwar nicht alleine, sondern mit deiner Partnerin, mit der du zu dem Zeitpunkt relativ frisch noch zusammen warst. Wie wichtig war es dir, nicht alleine dorthin zu reisen? Oder war das eher so spontan, wenn ich fliege, dann kommt die halt auch mit?

Ja, also ich bin mit meiner jetzigen Partnerin dahin gefahren oder dahin geflogen und das war auch, also dass sie mitgekommen ist, war relativ kurzfristig, weil es vorher noch anders gedacht war, aber sich dann an meinen Lebensumständen da was geändert hat. Und ich wusste aber, dass ich auf keinen Fall alleine dahin fahren wollte. Musste dann aber gucken, wer hat denn so kurzfristig dann Zeit mit mir dahin zu fahren und wen möchte ich da auch an meiner Seite haben?

Bei wem fühle ich mich aufgehoben und wer weiß auch um die schwere. Des Ganzen und des Themas und wer kann das irgendwie nachvollziehen und wer kann mich da irgendwie gut durchtragen und wem traue ich das auch zu, mich irgendwie vielleicht in Momenten zu sehen, wo ich selber gar nicht, wo ich irgendwie überwältigt bin emotional. Das war natürlich auch so eine Frage, wer dann da mitkommt und das war mir auch sehr wichtig.

Das ist schon sehr intim, also diese Momente, die du dann mit der Person teilst, die mit dir mitreist, das muss schon jemand sein, der dir wirklich nahe steht und dem du auch vertrauen kannst.

Ja, also das war auch wirklich, muss ich sagen, das war wirklich eine super intensive Zeit und wir haben uns zu dem Zeitpunkt noch gar nicht so lange gekannt, aber ich wusste, dass sie auf jeden Fall die richtige Person ist, mit der ich das machen möchte, weil ich da ja selten Personen getroffen habe, die das auch als Ehre betrachten oder betrachtet haben, da mitzukommen.

Und das war auch so das erste Mal, dass ich das so gehört habe, dass jemand sagt, das ist eine richtige Ehre für mich, dass ich da mit hinfahren darf und dass du mich dahin mitnehmen möchtest. Das hat mich berührt und wusste auch dann, dass das die richtige Entscheidung ist, mit ihr dann da hinzufahren. Ihr seid dann zuerst nach Kerala gereist, den Heimatstaat oder den vermuteten Heimatstaat deiner leiblichen Mutter.

Vielleicht kannst du mal ganz kurz erklären, wie so deine allerersten Eindrücke waren von da. Man steigt aus dem Flugzeug, man kommt aus dem Flughafen raus und dann könnte ich mir denken, er schlägt es ein irgendwie. Ja, also ich kann mich noch ganz genau an diesen Anflug erinnern. Da stiegen mir schon die Tränen wieder in die Augen, weil das war wie so ein Moment, den ich selber gar nicht miterlebe, weil ich so...

Ja, überwältigt war, beziehungsweise ich weiß, ich habe aus dem Flugzeugfenster geguckt, ich habe diese rötliche Erde gesehen und ich habe die Küste gesehen und die ganzen Palmen und kleine Häuser und dachte, ich bin jetzt wirklich, ich bin jetzt gleich hier. Wir landen jetzt gleich in Kochi. Wir sind jetzt gleich in Kerala. Das hat schon echt viel mit mir gemacht. Das war ein krasser Moment. Was hast du gehört, gerochen, als du so rausgegangen bist aus dem Flughafengebäude?

Vielleicht kannst du uns ein bisschen mitnehmen. Also in dem Sinne war es erstmal so, es hat einen erschlagen, es war aber warm. Klar, Kochi ist auch eine größere Stadt, es war relativ laut, aber was mir als nächstes aufgefallen ist, dass wir super willkommen angenommen wurden, dass die Leute da direkt super nett waren.

Und ein Moment war auch richtig schön, als wir an einem Counter standen und am Flughafen und der Mann hat mich dann angesehen und hat dann gesagt, ach, hast du deine Freundin mit nach Hause gebracht? Du man dann im ersten, also das erste Mal dann schon Teil von einer anderen Welt war, also beziehungsweise von einer anderen Gesellschaft, man war dann einfach da Und das war mehrmals, dass ich so diesen Moment hatte, dass ich da, dass ich irgendwo saß oder irgendwo war und dachte...

Witzig, das ist so verrückt, hier sehen alle aus wie ich. Das habe ich ja nie. So selten. Es ist irgendwie so schön, weil man so untergehen kann plötzlich in der Gesellschaft. Man kann so mitschwimmen. Ich bin nicht aufgefallen. Meine Freundin ist natürlich umso mehr aufgefallen, weil die groß und blond war natürlich. Aber das waren nochmal ganz konträre Erfahrungen, die wir dann beide gemacht haben. Aber für mich war das im ersten Moment richtig schön.

Und als wir auch eingereist sind, musste man ja den Reisepass vorzeigen und so.

Und da, vor sowas weiß ich gar nicht, immer wenn ich am Flughafen bin, habe ich immer so ein bisschen Bumble davor, ich weiß gar nicht warum, aber irgendwie habe ich immer ein schlechtes Gefühl, weil ich irgendwie auch, gefühlt 80% der Male, die ich dann durch die Securities gehe, dass ich da immer rausgewunken werde und nochmal extra irgendwie durchsucht werde, das ist sowas von Standard bei mir irgendwie und da sind wir dann eingereist und,

unsere Papiere wurden dann irgendwie gecheckt und der Mann, der mir gegenüber saß, hat dann meine Sachen irgendwie gecheckt und es ging super schnell und er hat mich angelächelt, hat mir meine Sachen wiedergegeben und ich konnte dann weitergehen. Und bei meiner Freundin hat es aber länger gedauert. War es mal andersrum. Genau, und bei ihr haben sie dann nochmal irgendwie drei, vier Mal nachgeschaut beziehungsweise haben die Dokumente dann irgendwie nochmal eindringlicher irgendwie kontrolliert.

Das war irgendwie so ein Moment, der mir so im Gedächtnis geblieben ist. So krass, jetzt dauert es bei ihr länger und ich konnte einfach durchgehen und werde hier angelächelt. Cool. Ja, das ist für viele weiße Menschen in Deutschland, glaube ich, überhaupt gar nicht vorstellbar, dass denen sowas in Deutschland passiert, weil die meisten gar nicht wissen, dass sie ja...

Und diesen Unterschied gar nicht sehen, dass sie die Mehrheit sind und in der Menge verschwinden können, was du gerade gesagt hast. Jetzt habt ihr euch erstmal sozusagen akklimatisiert und du hast Indien auch mal auf dich wirken lassen und all das. Aber dann kommt ja dann der Moment, worauf es eigentlich alles hinzusteuert.

Also dieser besonders wichtige Teil der Reise. Also ihr reist jetzt, glaube ich, in einen weiteren Bundesstaat oder Region von dort aus, weil dort dieses Kinderheim ist, in dem du geboren wurdest, in Ullal. Wenn ich das richtig in Erinnerung habe. Wie hast du das dann geplant? Also hast du da vorher angerufen und hast gesagt, hallo, hier ist Prasanna, ich wollte mal gern vorbeikommen, weil ich bin bei euch geboren? Oder wie war da der Ablauf? Also ehrlich gesagt habe ich da vorher geplant.

Gar nicht angerufen, einfach weil ich noch alte Dokumente hatte. Ich wusste, dass es das Kinderheim in dem Sinne gar nicht mehr gibt, seit 16 Jahren oder so. Die Organisation, über die ich adoptiert wurde, die gibt es auch schon noch länger nicht mehr. Und dementsprechend hatte ich da erstmal gar keinen Anhaltspunkt. Ich wusste gar nicht, wo ich überhaupt anrufen sollte. Und ich habe mich ehrlich gesagt auch nicht getraut, irgendwo anzurufen.

Ich habe dann einfach darauf gebaut, dass Wenn ich da hinfahren möchte und das wirklich machen möchte, dass ich da hinfahre und dann einfach mal schaue und gucke, ob ich dann da reingelassen werde, was davon überhaupt noch übrig ist, ob das überhaupt noch ein Non-Konvent ist oder was überhaupt davon übrig geblieben ist. Deswegen habe ich mich da vorher gar nicht so richtig drauf vorbereitet, aber ich habe da jetzt mit niemandem vorher drüber geredet oder da irgendwas organisiert.

Und meine Partnerin hat aber auch zum Beispiel immer gesagt. Selbst wenn wir dann in Ullal sind, beziehungsweise in Mangalore, Mangalore ist die größere Stadt und Ullal ist ein Teil davon. Und sie hat gesagt, wenn wir die letzten drei Tage dann in Mangalore sind und du merkst, du willst das doch nicht machen, dann ist das auch okay, dann machen wir das auch nicht.

Also es war so eine Sache, die ich mir dann doch auch noch ein bisschen offen gelassen habe, aber ganz tief in mir wusste ich, dass ich, also wenn ich da bin, dann will ich auf jeden Fall dahin fahren, dann wird das auf jeden Fall stattfinden. Aber du hattest nur diesen Zeitrahmen von drei Tagen, weil dann werdet ihr zurückgeflogen oder weiter oder wie auch immer.

Und dann bist du doch dann dahin und es ist, wenn ich es richtig verstanden habe, immer noch eine Art Konvent, also eine Art Kloster, da leben noch. Nimm uns mal mit, du betrittst jetzt das Gelände und bist zum ersten Mal seit so langer Zeit an dem Ort deiner Geburt und du hast uns ja schon ganz am Anfang erzählt, dass du wahnsinnig nervös warst vor der Ankunft und wie ist es dann, als du tatsächlich vor Ort bist? Ich glaube, ich muss ein bisschen weiter ausholen.

Wir haben eine Rundreise vorher in Kerala gemacht, in dem Staat darunter, weil ich wusste, dass meine Mutter daherkommt und ich das kennenlernen wollte. Und dann haben wir einen Inlandsflug gemacht und sind über Bangalore nach Mangalore geflogen. Und das ist in Kanataka, also einfach in dem angrenzenden Staat darüber in Kanataka. Und der Ort, beziehungsweise diese Stadt, ist ja überhaupt nicht touristisch so.

Das ist eine indische Stadt. Da sind auch Ausländer unterwegs, also Europäer, sag ich mal, und Europäerinnen, die sind da unterwegs, aber gar nicht so oft oder gar nicht so viel wie jetzt zum Beispiel in Kerala, weil es da viel mehr, ja, da gibt es viel mehr Urlaubsorte und so. Und dann sind wir da angekommen und man hat direkt schon gemerkt, es gibt ein bisschen einen anderen Vibe in dieser Stadt. Einfach weil das einfach kein touristischer Ort ist. Und das war nochmal eine umtriebigere Stadt.

Da war mehr los. Und als wir da durchgefahren sind, den ersten Tag, da dachte ich schon so, okay, das ist ein bisschen anders als Kerala. Und haben hier und da dann auch doch ein bisschen skeptischere Blicke geerntet von Menschen. Das war dann schon nochmal so ein Gefühl, wo man dachte, okay. Da weiß ich jetzt nicht, ob wir heute Abend nochmal durch die Straßen laufen

oder ob wir im Hotel bleiben. Da sind wir dann abends lieber drin geblieben und da wurde ich ein bisschen nervös, weil ich dachte, okay... Wie wird das denn, wenn wir dann zu dem Kinderheim fahren, jetzt an dem Ort, wo der zwar schön ist, wo super viel passiert, aber wo die Menschen vielleicht auch ein bisschen anders auf einen reagieren.

Und dann sind wir an dem einen Tag zu dem Kinderheim gefahren und ich dachte, okay, mal gucken, wie das jetzt wird und sind durch diese Stadt gefahren und dann ein bisschen raus aus der Stadt, weil das ein Stadtteil ist, der ein bisschen außerhalb liegt. Und da war es dann wieder wie, als ich im Flugzeug saß. Irgendwie ist alles so an mir vorbeigehuscht. Die Häuser und die Autos und die Menschen. Und ich hatte nur noch im Kopf, okay, wow, jetzt gleich sind wir da.

Jetzt gleich sind wir da. Und ich weiß das oder wusste das, weil ich, ja... Dank Google Maps konnte man ja, kann man mit Street View ja auch schon so durch die Gegend reisen. Und das ein oder andere Mal bin ich auf dieser Straße umhergelaufen, wo ich wusste, dass das Kinderheim ist oder war. Und dann konnte man mit Street View konnte man diese Straße entlang gehen.

Und das habe ich mal ein paar Mal gemacht vorher. Und da wusste ich, okay, das ist die Straße jetzt hier, die habe ich bei Google Maps gesehen und jetzt ist es nicht mehr weit und da hinten irgendwo ist es und dann sind wir eingebogen, durch so ein Tor gefahren und da war vor uns, da war so ein kleiner Platz und dann war direkt eine kleine Kapelle da und viele Palmen, das war wie so ein Palmengarten, in dem man so eingebogen ist mit so einer Kapelle und links war schon ein kleines Gebäude.

Und dann sind wir auf diesen Platz gefahren und der Fahrer hat dann da geparkt und hat gesagt, ich warte hier. Und dann war ich aufgeregt und sind wir ausgestiegen und ich war so ein bisschen überfordert und noch so von diesem ganzen Lärm irgendwie von vorher und dieser Umtriebigkeit irgendwie so umgeben gefühlt. Und ich bin aus dem Auto ausgestiegen, das weiß ich noch und es war ruhig im Kopf.

Es war komplette Stille und ich habe dann nur noch irgendwie diesen Garten gesehen und die Kapelle vor mir und dachte, konnte mich direkt daran erinnern an Videos von meinen Eltern, die die gemacht haben, als sie dann da angekommen sind und mich zum ersten Mal getroffen haben. Und das war vor dieser Kapelle auf diesem Platz.

Und dann wusste ich, ah ja, das ist das. Und es war plötzlich still und ich konnte Vögel hören und ich konnte das Meerrauschen hören, weil direkt angrenzend an diesem Kinderheim war, oder ist der Strand. Und man konnte halt die Wellen hören und es war irgendwie, es war wie ein Traum. Ich habe da gar nicht mehr so richtig, also ich habe die ganze Zeit nicht realisieren können, dass das gerade wirklich passiert. Ich bin da irgendwie so...

Ich habe durchgewandert, habe mich umgeguckt und wir sind dann durch diesen Garten gelaufen und dann war ein größeres Gebäude da und ich wusste dann auch, okay, hier scheint ja noch irgendwas zu sein, weil da sind Gebäude und da habe ich dann schon die ein oder andere Nonne gesehen, die dann in dem Garten gearbeitet hat. Okay, das heißt zu dem Zeitpunkt wusstest du gar nicht, dass da noch Nonnen sind. Du bist wirklich auf gut Glück dahin und hast gedacht, schau mal mal,

was mich da erwartet. Genau, also ich wusste gar nicht, ob da überhaupt noch irgendwie Betrieb ist. Also ich hatte es gehofft, aber ich wusste es nicht mehr, wusste es nicht ganz genau. Und dann seid ihr da auf eine oder mehrere Nonnen sozusagen getroffen.

Wie habt ihr auf euch reagiert? Also erstmal ist natürlich, klar, meine Partnerin ist dann natürlich aufgefallen, die haben sie angeschaut, haben mich aber auch gesehen und waren im ersten Moment, haben sie erstmal nur so geguckt und eine Nonne kam dann raus und hat uns dann begrüßt und die waren super nett, aber am Anfang ein kleines bisschen skeptisch und dann haben wir, habe ich mich vorgestellt und dann habe ich gesagt, wer ich bin.

Und dass ich hier mal, also dass ich hier geboren wurde und dass ich hier mal eine Zeit lang gelebt habe und ja, dann adoptiert wurde. Und ich hatte Dokumente, kopierte von meinen, also meine Adoptionsunterlagen hatte ich mit. Und dann habe ich denen Fotos gezeigt von mir.

Und als sie dann die Fotos gesehen haben, beziehungsweise als ich dann schon gesagt habe, dass ich hier geboren wurde und dass ich adoptiert wurde, da war das eigentlich, dann wussten sie, dann haben sie sich das schon gedacht und dann wussten sie, ah ja, okay, das ist auch ein Kind, das hier aufgewachsen ist. Und dann sind, weiß ich noch, sind andere Nonnen aus diesem Gebäude rausgekommen und haben dann gefragt, wer wir sind.

Und dann haben die anderen Nonnen, die dann schon mit uns da standen und denen wir das gesagt haben, die haben dann gesagt, ja, sie ist eine von unseren Kindern. Und das war dann natürlich auch wieder so ein Moment, der richtig schön war und der sich richtig warm angefühlt hat, weil ich wusste, ja, hier bin ich richtig und die wissen, wer ich bin. Und ja, als eine von ihren Kindern bezeichnet zu werden, war einfach sehr schön.

War das so ein Gefühl von Heimat? Ich meine, Heimat ist mal so ein großes Wort, aber... Ja, das war wirklich so ein Gefühl von Heimat, weil obwohl man die ganzen Frauen, also ich habe die ja alle nicht gekannt und die kannten mich ja auch nicht, weil die alle damals vor 30 Jahren nicht da waren, aber die mich trotzdem als eines ihrer Kinder betrachten oder betrachtet haben.

Ja, das gibt einem schon so ein Gefühl von Heimat und irgendwie…, Familie und trotzdem, auch wenn das nicht die Frauen waren, die mich da großgezogen haben, aber die standen ja stellvertretend irgendwie dafür. Dieser Ort selbst habe ich gesehen bei dir, da hat sich teilweise gar nicht so viel verändert. Ihr bekommt dann auch eine Führung und du triffst jetzt auf Orte, wo du als Baby sozusagen schon mal warst. Vielleicht kannst du da ein bisschen mehr drüber erzählen.

Ja, wie gesagt, ich habe denen Fotos am Anfang gezeigt, die meine Eltern gemacht haben, als sie dann da vor Ort waren. Und dann haben sie die Fotos gesehen und haben dann schon gesagt, ah ja, genau, das war da und da und das ist der Raum. Und den Raum, den gibt es noch. Der ist jetzt aber kein Schlafsaal mehr. Das ist jetzt ein Ausbildungsraum. Und ah ja, das muss das Haus gewesen sein, in dem deine Eltern dann wahrscheinlich mit dir gewohnt haben. Das gibt es auch noch.

Und dann dachte ich so, boah, okay, das gibt es alles Und das Krankenhaus gab es ja auch noch, in dem ich geboren wurde. Das war auf dem Gelände selbst, gab es so ein kleines Krankenhaus und das stand auch noch. Das ist aber jetzt auch kein Krankenhaus mehr. Und das haben sie vorher alles gesagt und dann konnte ich es gar nicht abwarten, das alles zu sehen. Und dann habe ich gefragt, ob das okay ist, wenn wir uns das einmal angucken.

Und dann ist eine Schwester mit uns mitgegangen und hat uns dann alles gezeigt und ist dann mit uns durch dieses komplette Gelände gelaufen, was auch kleiner war, als ich mir das vorgestellt habe.

Also es war ganz süß irgendwie, ganz schnuckelig, auch dieses Krankenhaus, das war viel kleiner, als man sich Krankenhäuser so vorstellt und dann sind wir da rumgelaufen und sie hat dann gesagt, ja und hier, das ist der Raum, den du mir eben gezeigt hast, das mit dem Waschbecken und dann sind wir da reingekommen und dann, das war so, das war ergreifend, weil.

Ich habe mir dann versucht, mir das selbst zu sagen, du stehst jetzt hier gerade in diesem Raum vor dem Waschbecken, in dem du selbst gebadet wurdest und habe dann parallel immer diese Fotos auf meinem Handy offen gehabt und habe mir die dann angeguckt und habe dann wieder auf dieses Waschbecken geguckt zum Beispiel und dann wieder auf dieses Foto, in dem ich in dem Waschbecken selbst saß und gewaschen wurde. Und ich habe es, aber in dem Moment konnte ich es gar nicht fassen.

Das kam dann erst, nachdem wir dann diese Tour mit der Schwester gemacht haben und wir haben uns das Haus von außen angeguckt, in dem meine Eltern mit mir gewohnt haben. Das haben sie dann identifizieren können, weil da draußen so Fliesen waren und die haben gesagt, ja, ach ja, die Fliesen, das muss dieses Haus sein und dann sind wir da rumgelaufen und dann standen wir plötzlich vor dem Haus, dann hat sie gesagt, das war das Haus, in dem deine Eltern mit dir gewohnt haben.

Und dann steht man davor und denkt, weiß gar nicht so genau, was man überhaupt denken soll, weil das der Moment ist, auf den man so lange gewartet hat und dann steht man davor und weiß gar nichts mehr. Weiß nur, dass das sich alles richtig anfühlt und dass sich das richtig schön anfühlt und dass man sich so aufgehoben fühlt.

Das muss sich erstmal ein bisschen sacken lassen. Was würdest du sagen, war das Alleremotionalste, also gab es einen besonders emotionalen Moment oder Gegenstand oder Ort dann da? Was schon emotional war zum Beispiel, war so ein Raum, in dem ich auf dem Foto mit anderen kleinen Kindern auf dem Boden spiele und da waren ganz viele Betten aufgereiht, aber halt so kleine Betten.

Und da haben wir geschlafen und anscheinend auch gespielt. und den Raum gab es auch noch und den hat sie dann auch wieder an den Fliesen, an den Wänden identifizieren können, hat sie mich dann dahin geführt und dann standen wir da und dann war der Raum aber nur noch voll mit Nähmaschinen, und dann habe ich wieder auf das Foto geguckt und dann sitzt meine Mutter, also meine Adoptivmutter sitzt mit mir auf dem Boden vor diesen Fliesen und hat mit mir gespielt,

und das war ein emotionaler Moment, weil ich praktisch in dem Raum stand mit Anfang 30, als meine Mutter mit Anfang 30 mit mir in dem gleichen Raum saß und gespielt hat.

Was auch noch, also wo es dann wo es dann auch so ein bisschen aus mir rausgebrochen ist, war dann nach dieser Begehung, sag ich mal, wir haben uns beiden alles gezeigt und danach sind wir an den Strand gegangen, weil es da auch also da haben meine Adoptiveltern Fotos gemacht mit mir, wie sie irgendwie da im Sonnenuntergang am Strand sitzen und ich irgendwie in deren Armen liege und die mich dann da tragen und Fotos mit mir machen und so.

Und dann sind wir nachher zu zweit dann zu dem Strand gegangen, der ja direkt dahinter lag und haben uns dann da auf so einen Baumstamm gesetzt und waren dann halt zu zweit, waren dann alleine. Und dann ging die Sonne unter und da ist es so langsam dann gesackt. Und dann ist es so ein bisschen aus mir rausgebrochen, weil ich dachte, jetzt bin ich hier.

Und ich habe dann auch innerlich so ein bisschen versucht, eine Verbindung aufzubauen zu Sini und habe ihr dann innerlich gesagt, dass ich jetzt hier bin und dass sie das macht. Ja, wenn sie das wüsste, saß dann da und habe mir vorgestellt, dass sie die gleichen Dinge ja auch gesehen hat, dass sie ja auch da an dem Strand war vielleicht und mit mir dann vielleicht schon da war. Das war ergreifend und da habe ich mich dann auch nochmal näher gefühlt.

Das wäre jetzt meine Frage gewesen, fühlst du dich deiner leiblichen Mutter durch diese Reise näher? Ja, wahrscheinlich schon, oder? Ja, also ich fühle mich ihr auf eine Art näher, weil ich jetzt schon da war, wo sie selber ja auch da war, weil ich mir das besser vorstellen kann, wie das da gewesen sein muss, mich da auf die Welt zu bringen und da ja auch Zeit mit mir zu verbringen.

Und durch diese Rundreise in Kerala davor kann ich mir auch besser vorstellen, wie das ist, wo sie hergekommen ist oder wie die Kultur, wie ihre Kultur gewesen sein muss oder wie sie vielleicht ja auch ist, menschlich, weil ich da ja auch Menschen kennengelernt habe und dementsprechend fühle ich mich dem ihr da auf jeden Fall jetzt nochmal anders verbunden. Du würdest sie wahrscheinlich sehr gerne treffen, höre ich jetzt so raus von dem, was du erzählst, oder?

Ja, wobei das glaube ich auch wieder, das ist auch so ein Kapitel, so dieses nach Indien fahren, das war so der erste Schritt und sie mal zu treffen, das ist wieder wie so ein anderes großes Kapitel. Ich würde sie gerne mal treffen, um sie in erster Linie zu sehen, weil sie, Ich niemanden kenne, der so aussieht wie ich.

Deswegen gucke ich zum Beispiel auch immer super gerne Fotos von anderen Leuten, so Familienfotos zum Beispiel, weil ich das super gerne mag, irgendwie zu sehen, wie Leute sich ähnlich sehen können, weil ich das ja selber irgendwie nie hatte. Ich habe niemanden, wo ich sagen kann, ich habe die Nase von ihr oder ich habe die Augen von dem Opa oder so, weil ich da ja niemanden oder keinen kenne. Und da bin ich schon neugierig, das würde ich gerne mal sehen.

Und natürlich auch, jetzt finde ich, wo man erwachsen ist, kann man klarer Fragen formulieren.

Also ich würde Fragen stellen, warum was jetzt genau die Beweggründe waren warum sie mich, warum sie diese Entscheidung getroffen hat und wie das für sie selber auch war diese Entscheidung zu treffen und wie das vielleicht auch war mit mir weil ich weiß, das weiß ich auch, die ist nach meiner Geburt ist sie noch zwei Wochen in einem Kinderheim geblieben mit mir also die war noch zwei Wochen mit mir, zusammen, bevor sie dann weggegangen ist und wie das gewesen sein muss.

Das kann ich ja nur erahnen. Das sind viele Fragen, die du hast und die du ihr wahrscheinlich dann gerne stellen würdest. Was würdest du sagen für dich mit deiner persönlichen Entwicklung, weil du gerade schon so von Schritten geredet hast, die du jetzt gemacht hast, was hat dir diese Reise nach Indien zu deinem Geburtsort für dich und deine Entwicklung gebracht? Also, Ich glaube, in erster Linie hat mir das super viel innerliche Ruhe gebracht.

Ich war viele Jahre innerlich super unruhig und wusste gar nicht so genau, woher das vielleicht kommt. Ich konnte ganz viele Fragen schon beantworten, die ich mir so gestellt habe, so einfach was Indien betrifft. Wie ist es da? Wie sind die Menschen? Wie ist das Essen? Wie ist die Kultur? Wie riecht es da? Oder wie fühlt sich die Temperatur an? Und das sind alles so sehr heilsame Momente für mich gewesen.

Das Thema Auslandsadoption, was ja jetzt sozusagen das große Oberthema dieser Folge ist, das ist ja heute im Gegensatz zu damals, als du adoptiert wurdest, nicht mehr unumstritten. Also es gibt durchaus Stimmen, die sagen, das ist keine gute Idee, das tut den Kindern nicht unbedingt gut, einfach weil die kulturellen Unterschiede so groß sind und so weiter und so fort. Wie stehst du denn dazu als jemand, der es selbst erlebt hat?

Also es ist ein großes Thema, finde ich. Und es ist auch ein sehr schwieriges Thema. Und ich kann das gut nachvollziehen, wenn Leute sagen, dass sie irgendwie vielleicht einer Kultur beraubt wurden, dass sie nicht die Möglichkeit hatten, ihre eigene Kultur kennenzulernen. Kann ich nachvollziehen. Aber auf der anderen Seite kann ich meinen Adoptiveltern zum Beispiel gar keinen Vorwurf machen.

Also ich würde denen nie den Vorwurf machen, dass sie mich irgendwie eines anderen Lebens in dem Sinne irgendwie beraubt haben, weil sie das in der Zeit damals, in den 90ern ja irgendwie, es war eine andere Zeit. Die waren anders aufgeklärt über dieses Thema. So Begriffe wie White Saviorism gab es vielleicht früher schon, aber waren nicht so verbreitet oder nicht so bekannt in der Gesellschaft. Deswegen zu einem Teil kann ich würde ich da mitgehen, klar, irgendwie ist es,

ist es das auch auf eine Art. Aber wenn man da selber drin steckt und wenn man selber adoptiert wurde und du in einer weißen Familie aufgewachsen bist und die Familie dir aber so viel Liebe gegeben hat. Ich persönlich finde das schwierig, dann meinen Eltern da irgendwie einen Vorwurf rauszumachen und zu sagen, dass das irgendwie egoistisch war von ihnen. Weil Kinder zu bekommen ist irgendwie immer auf eine Art auch egoistisch. Total.

Also werden vielleicht jetzt Leute anders sehen, aber es hat ja immer irgendwelche persönlichen Beweggründe, aus denen man Kinder haben will und das sind nicht unbedingt immer die Kinder selbst als Grund. Wir reden hier im Gespräch über den Begriff White Saviorism. Das würde ich gerne kurz einordnen, auch wenn das Phänomen nicht direkt mit Prasanas Adoption in Verbindung steht.

Wahrscheinlich kennt ihr alle diese Bilder. Eine Schulklasse fröhlich winkender schwarzer Kinder nimmt dankbar einen weißen Gast in Empfang, der Spenden oder anderweitige Unterstützung in den globalen Süden bringt. Ein sogenannter White Savior, also auf Deutsch ein weißer Heiland.

In der öffentlichen Darstellung sehen wir nämlich häufig weiße Menschen, nicht selten auch Promis, die sich dem Thema Armut annehmen möchten und dann ganz gerührt und nicht selten auch schockiert vor der Kamera posieren. Was natürlich ohne Zweifel aus ethischen Motiven entstanden sein kann, verkennt aber oft die Realität von Menschen im globalen Süden.

Denn häufig wird suggeriert, dass nicht-weiße Menschen ohne die Hilfe von Weißen hilflos sind, weil in ihrem Leben nichts als Armut, Hunger und Korruption herrscht. Wird aber ein ganz wichtiger Faktor ignoriert, nämlich, dass die bestehenden soziopolitischen Probleme im globalen Süden eine direkte Folge von Kolonialismus, Versklavung, kapitalistischer und kultureller Ausbeutung durch den globalen Norden, also durch uns sind.

Diese Machtverhältnisse, die dadurch entstanden sind, werden dann durch die sogenannten White Saviors, die den armen Menschen helfen wollen, nicht wirklich bekämpft, sondern eigentlich eher reproduziert. Den Menschen im globalen Süden wird nämlich die Eigenständigkeit abgesprochen und die Abhängigkeit wird weiter verstärkt. Der Fokus liegt dabei oft auf den vermeintlichen Rettern, während die Personen, um die es eigentlich geht, als hilflos, passiv oder sogar als minderwertig dargestellt werden.

2012 hat der britisch-nigerianische Schriftsteller Teju Cole einen Tweet abgesetzt, der viral ging und erstmals eine richtig große Diskussion um das Thema ausgelöst hat. Darin stand, der weiße Retter unterstützt morgens brutale Politik, gründet nachmittags Wohltätigkeitsorganisationen und erhält abends dafür Auszeichnungen. Das ist natürlich sehr überspitzt formuliert, aber ich finde, dass es ein spannender Aspekt ist, über den man durchaus mal nachdenken kann.

Und auch ich, der häufig für bestimmte Sachen spendet, habe mich dabei erwischt, dass ich mich gefragt habe, mache ich das eigentlich richtig und will ich das auch in Zukunft so machen? machen. Die Lösung kann nämlich natürlich nicht sein, in Zukunft einfach wegzuschauen und nicht mehr zu helfen, denn das will diese Kritik natürlich auch nicht bewirken. Es geht vielmehr darum, Betroffene selbst zu Wort kommen zu lassen.

Wie wäre es, ihnen zuzuhören, sie einzubinden und sie ihre eigenen Projekte und Lösungen gestalten zu lassen? Man könnte ja mal reflektieren, warum man helfen will und wie man das auf eine respektvolle Art und Weise tun kann, ohne die Eigenständigkeit der Menschen zu untergraben. Aber es ist ja gut, dass du für dich eine Versöhnlichkeit damit gefunden hast und auch für das Verhältnis mit dir und deinen Adoptiveltern. Ja, also genau.

Ich würde auch nicht sagen, dass das, ich weiß nicht, ob das sich vielleicht irgendwann auch nochmal ändern wird. Das weiß ich nicht. Das habe ich ja jetzt auch gesehen, wie dieses ganze Thema überhaupt so in mir gewachsen ist und wie sich das auch entwickelt hat. So mein Standpunkt dazu. Deswegen klar, kann sich das natürlich immer noch ändern im Laufe der Zeit. Vielleicht werde ich da irgendwann noch kritischer drauf schauen.

Ich finde das klar, schade auf eine Art, dass ich die Kultur, aus der ich ja biologisch irgendwie, von der ich stamme und von der ich ja irgendwie auch Teil bin, dass ich die nie so richtig kennenlernen konnte. Aber ich kann ja umso mehr jetzt als erwachsene Person versuchen, mich irgendwie damit auseinanderzusetzen und dieser Kultur irgendwie auch näher zu kommen. Und das habe ich ja zum Beispiel auch damals schon mit den Bekannten in meinem Dorf irgendwie auf eine Art schon angefangen.

Und ich habe jetzt auch Kontakte zu Menschen aus Kerala und ich weiß, dass ich da bestimmt noch ganz viel lernen werde. Das heißt, es war definitiv nicht deine letzte Reise nach Indien, höre ich mal so aus. Nee, das auf jeden Fall nicht. Das wusste ich schon. Als ich da war, dachte ich, das wird bestimmt nicht das letzte Mal werden, dass ich da war.

Wir kommen so langsam zum Ende des Gesprächs und bei dir war es ja so, dass du wirklich eine Lebensentscheidung hattest, die du lange oder länger vor dir hergeschoben hast. Was würdest du Menschen mitgeben, die vielleicht in einer ähnlichen oder vielleicht auch in einer ganz anderen Situation sind, die also irgendwie ein großes Thema in ihrem Leben haben, was sie sich noch nicht so richtig trauen anzugehen? Was würdest du so einer Person raten?

Also in erster Linie würde ich erstmal sagen, ich würde der Person sagen, dass sie sich. Die Zeit nehmen soll, die für sie die richtige ist, dass man nichts überstürzen muss, dass man da wirklich gucken muss, dass man auf sich und sein eigenes Gefühl hören sollte.

Dass wenn man das Gefühl hat, dass man da noch nicht bereit für ist, dass es vielleicht auch nicht der richtige Moment ist oder dass man das dann vielleicht auch nochmal überdenken sollte oder sich da einfach ein bisschen mehr Zeit lassen sollte mit so Entscheidungen, weil das wichtige Sachen sind und wichtige Entscheidungen, die man da trifft. Und dass das alles so zu seiner Zeit kommt. Und wenn das kommen soll, dann kommt das auch so.

Und dann weiß man, dass der Moment gekommen ist, dass man die Entscheidung treffen kann. Das ist ein schöner Gedanke eigentlich. Wenn es so sein soll, dann passiert es und dann spürt man, dass es passieren soll. Du kennst ja den Podcast wahrscheinlich schon ein bisschen und kannst dir deswegen vorstellen, welche zwei Fragen ich dir jetzt am Ende stellen werde.

Erste Frage, wenn du heute auf diesen einen Moment zurückblickst, der ja bei dir noch wirklich nicht so lange her ist, welches Gefühl löst das in dir aus? Werbe. Schön. Und die zweite Frage, wie war es für dich heute mit mir über diesen einen Moment zu sprechen? Es war schön mit dir darüber zu sprechen.

Ich selber, dadurch, dass es ja auch noch nicht so lange her ist, merke immer wieder, wie es auch in mir selber nochmal rattert, wenn ich darüber nochmal nachdenke, wenn ich das versuche in Worte zu fassen. Weil das in Worte fassen war am Anfang ganz schwierig. Viele Leute haben immer direkt gefragt und wie war es und wie war es? Und ich habe bestimmt eine Woche gebraucht, bis ich dann Leuten erst mal.

Angefangen habe zu erzählen, wie es dann eigentlich war, weil ich das selber alles noch gar nicht ordnen konnte.

Das muss ich sagen, fand ich jetzt im Gespräch mit dir auch total spannend, weil die meisten dieser eine Momente, über die ich bisher gesprochen habe, schon um einiges in der Vergangenheit liegen, teilweise Jahre oder Jahrzehnte zurück und bei dir ist der Moment ja noch relativ frisch und ich habe so beim, Reden bei dir gemerkt, dass so Sachen manchmal ein bisschen ins Rutschen gekommen sind oder du irgendwie, ja sich Sachen verändert haben, das fand ich total spannend,

weil vielleicht, wenn wir in zwei Jahren nochmal darüber reden, Denkst du über manche Sachen anders als heute? Und das war für mich auch mal was Neues und ein Thema, mit dem ich bis jetzt ehrlich gesagt gar nicht so viele Berührungspunkte hatte. Total spannend, das mal aus deiner Sicht zu hören. Also es hat mir sehr viel gegeben und dafür möchte ich dir Danke sagen, Prasanna. Dankeschön. Ja, danke, dass ich hier sein durfte. Sehr, sehr gerne.

Ich finde, Prasanas Geschichte zeigt nochmal eindeutig, wie stark wir von Dingen geprägt werden, auf die wir gar keinen Einfluss haben. Prasana wurde als Baby adoptiert, nach Deutschland gebracht und hat hier, wie sie sagt, eine ganz tolle Familie und hatte auch eine schöne Kindheit. Dennoch ist die Frage nach ihrer Identität irgendwann zwangsläufig zu einem großen Thema ihres Lebens geworden. Ich finde es wahnsinnig mutig, dass Prasana sich diesem Thema so gestellt hat.

Vor allem aber freue ich mich für sie. Aus ihren Erzählungen ist ja ganz deutlich hervorgegangen, das hat sie auch selbst so formuliert, wie heilsam dieser Schritt für sie war. Ich habe Prasanna heute als unglaublich reflektierten und warmherzig Menschen kennengelernt, der eigentlich die ganze Zeit nur am Lächeln ist. Und ich fand es auch bezeichnet, wie viel Empathie sie für ihre leibliche Mutter mitbringt, denn das wäre wahrscheinlich nicht jedem oder jeder so leicht gefallen.

Ich wünsche Prasanna wirklich von Herzen, dass sie ihre Reise fortsetzen, uns Indien und auch ein Stück weit sich selbst besser kümmern. Das war's für diese Woche. Ich freue mich sehr, wenn ihr auch in zwei Wochen wieder Lust habt, die nächste Folge von dieser eine Moment zu hören. Und falls ihr es noch nicht getan habt, lasst gerne eine Bewertung oder ein Abo da. Das würde mich sehr freuen. Also bis dahin. Tschüss.

Dieser eine Moment, der Podcast mit Philipp Fleiter, ist eine Produktion von Philipp Fleiter.

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