¶ Gesellschaftliche Ängste und Prepper-Phänomen
Und das ist so für mich immer so, da muss doch klar sein, dass da zwei Menschen so sehr verschmolzen sind, dass sie die Welt so gleich haben, dass sie selbst in den gleichen Schuhen gehen. Das ist doch geteilte Realität, oder nicht? Ich will das auch.
Und ich will diesen Mann und ich will diese ganze Beziehung. Aber es ist mir zu nah. Ich kriege keine Luft mehr. Eigentlich fühlen wir uns doch total close. Und jetzt kommt hier so ein Forschungsteam und sagt, wir sind überhaupt nicht close. Wir haben überhaupt nicht die geteilte Realität. Ja, natürlich springt jetzt unser Hirn an und versucht sich dagegen zu wehren und biegt das wieder zurecht. Das heißt, man muss sich reden und fair abreden.
Und ich beobachte um mich herum auch Paare, denen das gelingt, sich zu fair abreden, dass die dann leichter es schaffen, in die gleiche Richtung zu schauen. Der Podcast mit Atze Schröder und Leon Windscheid. Ich würde jetzt gerne ein Liebeslied singen. Du bist richtig gut drauf. Mir strahlt es aus allen Poren. Aber wirklich. Wir kennen uns ja jetzt auch schon eine ganze Weile.
Passt schon fast zum Thema, dass wir ja wenigstens jede Woche einmal miteinander sprechen. Das unterscheidet uns von vielen anderen Paaren. Aber ja, es ist schön, dich in dieser Verfassung zu erleben. Mir geht es fantastisch, auch wenn viel los ist, aber ich treffe gerade einfach viele spannende Menschen, weil wir sieben Folgen Terra Explore drehen. Und das so ein bisschen fühle ich mich wie bei GZSZ, wo ich mal im Rahmen von Bertelsmann...
Praktikum oder so bei einem Dreh dabei sein durfte. Und die drehen irgendwie auch zig Folgen parallel. Ist ja klar. Die wollen nicht immer, dass die eine Wohnung neu aufbauen und dann die andere Straßenszene dekorieren, sondern die drehen mehrere so parallel.
Und das habe ich auch gerade. Und das heißt, dass viel los ist, aber es heißt auch gleichzeitig so viel lernen und so viel... Wollte ich gerade sagen, du musst das ja auch im Kopf hintereinander kriegen. Also wenn ihr jetzt mehrere Sachen... Das springt ja von einer Folge auch mal in die andere. Genau. Es macht einfach total viel Spaß. Letzte Woche habe ich mit einem Forscher zum Thema Prepper. gesprochen. Prepper, falls dir das nichts sagt, wobei ich bei dir davon ausgehe, dass du ...
Kurz davor, bis selber den Keller auszubauen zum Bunker. Nee, nee, nee. Da bin ich weit von entfernt. Ich habe auch weniger als drei Liter Trinkwasser im Haus. Ja. Soll man aber übrigens nicht. Also man soll, glaube ich, zehn Tage überleben können. Autark, wenn ich es richtig im Kopf habe. Und interessant, was die sich dann alles für Ideen überlegen. Zum Beispiel, wenn jetzt eine Katastrophe käme, habe ich auch nicht drüber nachgedacht. Erstmal Stöpsel in die Badewanne.
Und komplett volllaufen lassen, dass du schon mal so 200, 300 Liter Frischwasser hast. Und da ging es mir jetzt mehr so um die Psyche der Prepper. Wer ist Prepper? Und der hat mit über 100 gesprochen, war bei so Netzwerktreffen und hat so nachgeguckt. Und das war doch interessant zu sehen, dass du oft so ein Muster hast von wegen, ich traue im Notfall dem Staat und der Gemeinschaft und den Expertinnen und der Wissenschaft nicht.
Und glaub deswegen, dass ich das alleine machen muss. Und man hat aber auch so ein bisschen Bock auf die Katastrophe, weil wenn die dann kommt, dann ist man nachher der Held. Ich wusste es, ich hab's überlebt. Ich war schlauer, ihr Tünniffs da draußen.
Und das ist einfach sehr, sehr spannend, weil ja gerade viel so diskutiert wird. Wie viele Bunker haben wir eigentlich in Deutschland? Spiegel hat einen großen Artikel über Prepper gemacht. Ich glaube, die Süddeutsche hat mal alle Bunker so fotografiert, was da zum Teil jetzt draus geworden ist. Der eine war mit Lidl-Werbung drauf.
wo du so dachtest, das wird der Russe sofort sehen, dass das ein Bunker ist. Und ich einfach auch so selber gedacht habe, es hat sich viel verändert, so ein Sicherheitsgefühl. Weil früher war so, als ich in den 90ern Kind war, Krieg und so und Bunker, das war alles so weit weg. Und jetzt denkt man ja schon manchmal, naja, vorbereitet sein. Naja, was ich interessant finde daran und in diesen Tagen hat man es ja in verschiedenen Runden, wo es auch immer mal angesprochen wird.
eben auch dieses Prepper sein und diese deutsche Angst, German Angst. Und da habe ich jetzt schon gedacht, da müssen wir wirklich bald mal dringend was zu machen. Woher ist das gespeist? Das ist ja auch ein sehr... Also Prepper gibt es überall auf der Welt, aber es ist ein sehr deutsches Phänomen, dass viele Handlungen aus der Angst gespeist sind. Aus dieser Vorsicht, aus diesem Sicherheitsdenken, was speziell wir Deutschen haben.
irgendwelche Berichte von anderen Völkern siehst, wo vielleicht auch Armut herrscht und so. Die machen sich nicht so viel Zukunftshocken als wir, die wir alles haben. Und das finde ich so ein spannendes Thema. Das müssen wir unbedingt mal beleuchten, was in uns allen noch drin ist von den Kriegen, die wir erlebt haben. Jetzt habe ich ja schon öfter darüber gesprochen, mein Vater hat es ja voll erlebt. Er war jahrelang im Krieg, kam dann noch sechseinhalb Jahre in Gefangenschaft.
was davon in mir auch noch drin ist. Also ich habe ja auch dieses Sicherheitsdenken, bin zwar kein Prepper, aber da habe ich ja hier schon mal zugegeben, dass ich immer denke, ich stehe zwei Monatsmieten vor der Armut. Und was das mit uns allen macht, diese Angst, weil Angst ist ja oft ein schlechter Berater, also ist notwendig manchmal, aber oft ein schlechter Berater, weil wenn man es überwindet, da liegt ja auch sehr viel Freiheit drin.
Und das kommt mir in diesen Tagen so richtig wieder entgegen, wo alle denken, naja okay, der dritte Weltkrieg ist fast unabwendbar, ich bereite mich schon mal vor. Und da spüre ich überall so eine totale Verunsicherung. Das macht was mit mir, muss ich schon zugeben. Ja, es geht mir ganz genauso. Dieses Gefühl von so ist ja alles weit weg. Also es ist ja klar, dass die Welt früher nicht einfach viel besser war.
Und auch in den 90er Jahren war auf dieser Welt schon verdammt viel echt im Argen. Aber weißt du, ich hatte so das Gefühl, auch Nuller noch, Nuller Jahre, 2006, WM im eigenen Land, wie wir in Solingen am Schlagbaum. Aus dem Burger King wurde ein Stuhl geklaut und dann haben wir den da so trophäenhaft über diese komplett volle, riesenhafte Kreuzung und Soling mit Menschen getragen, die einfach dieses Fußballfest gefeiert haben und es wurde so dieser Burger King Stuhl hochgehalten.
danach zum Leidwesen meines Vaters bei uns im Partykeller stand, weil ein Vater will natürlich einen aufgeräumten Keller haben. Und es war so Fußball-WM, Corona war noch ein Bier, Klimakatastrophe war so, nee, wir sind zum Taxipreis fliegen. Das war ja damals so die Werbung. Stimmt. Und jetzt hast du hier Rartal und Klimakatastrophe ist...
Voll da. Und Krieg in Europa und Pandemie als Ausnahmezustand. Und ich finde so, du sagst einerseits, Angst ist ein schlechter Berater. Aber man muss ja auch klar sagen, Angst vor Gefahr. Ist das richtige Gefühl, ist ein gutes Gefühl. Und ist dann eben nicht immer ein schlechter Berater. Und ich finde schon, dass sich was verändert hat in unserem...
Angstgefühl, also dass da Milliarden für Waffen ausgegeben werden, das hättest du vor zehn Jahren, hätte man hier in Deutschland den Vogel gezeigt. Vor fünf Jahren noch. Bei konservativen Parteien vor fünf Jahren noch. Und jetzt ist es so, wir müssen wehrhaft sein und natürlich und das geht alles so schnell. Dass es jetzt so vernünftig erscheint, das meine ich ja eben. Und das trifft dann eben noch auf diese German Angst.
Und dieses Phänomen, ich weiß gar nicht, ob du, ich merke, dass du so still bist, wenn ich das sage. Ist das eine Begrifflichkeit, mit der du nichts anfangen kannst? Doch, total. Nein, nein, das ist ja interessant. Das heißt ja German Angst, weil man das auch im amerikanischen... Also weil das ein internationaler Begriff ist. Diese Angst, dieses vielleicht auch ein bisschen diffuse Angstgefühl, dem will man einen Namen geben.
Und ich finde das total spannend. Ich denke gerade die ganze Zeit schon über nach, weil ich einfach an so vielen Stellen merke, unsere Gesellschaft ist verunsichert und man weiß nicht mehr. Und ich habe mich in letzter Zeit oft gefragt, ist denn... Ist es denn aber wirklich so?
dass wir so verunsichert sein müssen. Und es ist auch wirklich so, dass wir so polarisiert sind. Weißt du, als wir letztens über Social Media hier gesprochen haben, manchmal habe ich das Gefühl, die, die am lauesten schreien und die das krasseste Angstszenario aufmachen und die die furchtbarsten Nachrichten oder die polarisieren.
Meinungen hinballern, die werden von unserer Medienwelt, von diesen Algorithmen am meisten gepusht. Und dabei wird übersehen, dass vielleicht 80% immer noch sagen, und ich habe, also auf Krieg hat keiner Bock, aber ich bin vielleicht eher pazifistisch. Oder ich weiß, dass da Gefahren sind.
Die waren aber schon immer da. Und dann ist in meinem Kopf natürlich auch immer noch mit der Muttermilch aufgesogen, das Kölsche Grundgesetz. Das sind auch so Sachen, wo ich manchmal mir wünschen würde, können wir auch wieder darüber reden? Können wir auch mal Szenarien aufmachen? Eine Welt, in der wir in fünf Jahren sagen, wisst ihr noch, damals AfD 20 Prozent?
Jetzt ist überall Wien Münster unter 5 irrelevant, interessiert keinen. Wisst ihr noch damals Klimakatastrophe, als wir uns nicht gekümmert haben und dann haben wir uns gekümmert und es wurde besser. Also sowas fehlt mir oft. Als Erzählung. Ja, und vielleicht auch dann tatsächlich ein bisschen Leichtigkeit, um den Sack hier zuzumachen bei dem Thema.
Das ist leider sehr tragisch komisch, was ich letztens gehört habe in der Runde, dass jemand sagte, so halb im Ernst, Mensch, wir haben jetzt zwei Weltkriege verloren. Das wäre ja an der Zeit, dass wir mal einen gewinnen. Den nächsten müssen wir aber mal gewinnen.
Da muss ich an, passt bedingt, aber das kommt mir sofort in den Kopf. Harald Schmidt, letztens ein Reel, wurde mir ausgespielt in meinem versifften Algorithmus, wo der sagt, er wäre jahrelang im Kabarett sehr gut durchgekommen mit der Nummer. Treffen sich zwei Grüne, sagt der eine. Das mit Hitler, das wäre ja alles nicht so schlimm gewesen.
Hätte der die Autobahn nicht erfunden. Ja, ja. Ja, Oliver Polak hat das als jüdischer Komiker natürlich auch im Programm, dass er sagt, ja Hitler, es war nicht alles.
¶ Die Kernfrage des Verschmelzens
Schlecht, was er gemacht hat. Nur die Autobahnen waren scheiße. Ja, das ist dieselbe Thematik. Ach Mann, lass uns zur Liebe gehen. Weg mit Hitler, weg mit Krieg. Weg von der Angst, hin zur Liebe. Als Hobbyphilosoph und gebürtiger Philosoph muss ich hier auch ganz klar sagen, das sind die zwei Grundfragen im Leben. Angst oder Liebe?
Ja und heute, deswegen habe ich hier auch so strahlend in die Folge blicken können, schon am Anfang. Ich bin sehr, sehr, sehr heiß auf das, was wir gleich vorhaben. Die vier Elemente. Der Zweisamkeit, die vier Elemente der Liebe, die vier Elemente des Verschmelzens. Aus zwei wird eins, man wird ein Liebespaar.
Das ist, glaube ich, für alle interessant. Gerade auch für die, die sagen, ich habe gerade keinen, hätte aber vielleicht gerne wen. Oder für welche, die sagen, ich habe mich gerade frisch getennt, eigentlich alles super. Aber irgendwann ist man ja vielleicht wieder an dem Punkt, dass man sich fragt, mit wem möchte ich eigentlich verliebt sein?
Und was macht das dann mit mir? Und die große Frage zu Anfang, in Sachen Liebe klingt Verschmelzen für dich positiv oder negativ? Das ist jetzt genau der Startpunkt. Also wenn Menschen in eine romantische Beziehung eingehen, So die Übersichtsarbeit, die wir uns heute angucken von Lydia Emery, die das gerade veröffentlicht hat mit ihrem Team. Dann gibt es die These in der Psychologie, dass man so ein Stück weit Merged nennen die das. Mergen kennen wir sonst vielleicht von...
Das eine Startup wird mit der anderen Firma gemerged und zusammengebracht. Aber gibt es das auch bei der Liebe? Und du stellst schon eigentlich die wichtigste Frage, die ich mir auch gestellt habe. Ist das was Schönes mit jemand anderem zu? Ich benutze jetzt noch einmal das Wort. Also zu verschmelzen. Da darf ich vielleicht mal direkt eine Geschichte, die mir vorgestern passiert ist. Und zwar eine...
Freundin von mir, junge Freundin, ist gerade 40 geworden. Aus meiner Sicht sehr jung. Aus deiner Sicht fast gleich alt. Hat eine tolle Ehe. Sie selber kommt aus München. Sie hat einen ganz tollen Mann. Ihr Mann sieht wirklich... vielleicht noch ein bisschen besser aus als David Beckham. Ist ein unheimlich kluger Kopf, einer der klugen Köpfe in unserem Land. Ganz kurz, ist David Beckham für dich so der schönste Mann oder nimmst du den jetzt, weil die sich ähnlich sehen?
Die sehen sich ein bisschen ähnlich und ich finde David Beckham auch tatsächlich schön. Okay, dann google mal bitte Fred Rabe. Das ist der aus meiner Sicht schönste Mann. Okay, auf jeden Fall diese Richtung. Mach das nachher. Guck mal bitte, wie du den findest. Sie ist auch eine unheimlich attraktive Frau. Das ist eigentlich so ein Bilderbuchbärchen. Die haben zwei Kinder.
Sie arbeitet auch ein bisschen im Marketing und er ist in der Wirtschaft eine sehr erfolgreiche Nummer. Und sie hat mich letztens besucht und meinte, ich muss mal raus. Weil mir ist das alles zu nah. Ich weiß, mein Mann ist toll. Ich habe den tollsten Mann. Der kümmert sich, der ist ein voll überzeugter Familienvater. Wie gesagt, der sieht gut aus, der ist witzig, der ist unternehmungslustig. Einfach alles angekreuzt in der Aufpreisliste. Und sie sagt, mir wird das alles zu nah.
Mein Mann will alles mit mir zusammen machen. Der will auch, wenn wir zu seinen Freunden gehen, dass ich dabei bin, der will einfach 24-7 mit mir alles zusammen machen. Und ich ersticke fast. Mir kommt die Spannung abhanden. Ich habe keine Fallhöhe mehr. Also diese klassische Symbiose. Und dann sagt sie, mich macht das fertig. Sie hat mich deshalb besucht, weil sie sagt, ich muss mal was anderes sehen, ich muss da raus. Aber so, also verliebt, ja? Ja.
Bist du über beide Ohren auch oder schon so? Schon. Doch, richtig verliebt. Ich will das auch und ich will diesen Mann und ich will diese ganze Beziehung, aber es ist mir zu nah. Ich kriege keine Luft mehr. Okay. Und das ist ja genau das, worum es heute gehen soll. Wann ist die Symbiose erstrebenswert oder führt die Symbiose sogar mittellangfristig in die Katastrophe?
¶ Nähe, Distanz und Paardynamik
Das gucken wir uns gleich an. Ich habe vier große Elemente dabei, die man auf dieser Übersichtsarbeit braucht, wenn man verschmelzen möchte oder die das erklären können. Und noch ein fünftes, das ich so ein bisschen selber dazufügen möchte, ganz zum Schluss, wo nämlich eine Riesengefahr drin besteht. Ich bin sehr gespannt. Zurecht. Ich will jetzt auch von dir noch erstmal wissen, weil du das gerade so schön beschreibst. Diese Freundin hat das erlebt.
Ich muss da jetzt auch mal raus, mal wieder atmen. Hast du das selber denn auch schon mal erlebt in einer Beziehung, dass du so für dich gemerkt hast, boah, mir fällt dir die Decke auf den Kopf? So klang das jetzt ein bisschen. Ich habe das auch schon erlebt. Ich bin aber ein Typ, der tatsächlich auch nach Symbiose strebt. Das will ich hier gerne zugeben. Schuldig im Sinne der Anklage.
Ich finde schon, das waren ja meine vier Punkte, meine Tipps für eine gute Beziehung. Sich gegenseitig toll finden, zusammenleben, labern ohne Ende und kuscheln. Und auch das eine mehr. Da bin ich schon ein Typ für, muss ich sagen. Und trotzdem stelle ich fest, wenn ich jetzt mein ganz persönliches Schicksal hier mal ausbreiten darf, dass wenn ich mal so ein paar Tage unterwegs war, so wie ich es jetzt bin, und ich komme zu Hause wieder rein,
dann bin ich noch mal so extra mehr verliebt. Also wenn ich so ein bisschen Abstand mal wieder gewonnen habe. Das tut uns als Paar gut. Also schon, dass es dieser Tanz ist. Ich habe immer das Bild vor Augen von dem Kind im Park, das mit seinen Eltern spazieren geht.
Und das losläuft und irgendwie hinter den Busch kommt und in die nächste Ecke und wissen will, wie es da vorne bei den Klettergerüsten. Aber wenn es zu weit weggelaufen ist, kommt es wieder zurück und versichert sich kurz, sind Mama und Papa noch da. Und dieses... dieses Abwägen, dieser Tanz aus Nähe und Distanz, das ist was, was mir total einleuchtet, dass wir das auch in der Liebe
immer wieder brauchen und unser Leben lang so ein Stück weit tanzen. So nehme ich das zumindest wahr. Ja, aber das lässt sich eben nicht so mit dem rechten Winkel planen. Wie du schon sagst, es ist ja ein Tanz. Wir beide als gerne, aber schlecht Tänzer. wissen ja, dass Tanz ja auch eine Faszination hat. Dieses Gleichgewicht muss man ja hinkriegen. Und was ist, wenn der eine gerade wegläuft?
Weil er immer wieder Abstand braucht und du rennst ihm aber eigentlich gerade hinterher, weil du zu weit zum Kletterröst gelatscht bist und jetzt mal wieder den sicheren Hafen fühlen willst. Ja, gestern für die Bühne noch eine sehr lustige Nummer darüber geschrieben. Wie man sowas herstellen kann, wenn Vati sagt, Schatz, wir müssen es jetzt mal anders machen. Du bist jetzt nicht mehr für mich Jutta, du bist jetzt für mich Manfred.
Mach mal was. Lauf mal gebückt. Zieh mal ein Bein nach. Um so ein bisschen Fremdheit wieder zu erzeugen. Um das Knistern zurückzuholen, heißt du ab jetzt Manfred. Okay, das ist geil. Fühl dich sehr. Da wäre vielleicht so ein bisschen dann, wenn man dann so nach ein paar Jahren sich dann bei Eis.de den Sexkalender bestellt und an Heiligabend immer so richtig mit so einem Tischtennisschläger mit Löchern drin den Arsch versohlt und er sich einfach nur fragt.
was ist aus meiner Jutta geworden. Genau, oder in der Boutique Bizarre auf der Reeperbahn, das hat mich schon seit Jahren fasziniert, vielleicht kaufe ich den wirklich mal, den Pferdekopf kauft für 2.800 Euro. Ja. Und ich habe in Japan gesehen, so Sex-Eier für Männer. Viele Sex-Toys für Frauen. Ja.
Aber sagte mir ein Freund, auf den großen Pornoportalen werden jetzt zunehmend auch für Männer Sachen angeboten. Irgendwelche Abspritzvorrichtungen mit Massagefunktionen. Diese Sexeier in Tokio zum ersten Mal habe ich die gesehen. sind so eine Art Glibber, den du wie so ein Überraschungsei drin hast. Das kannst du dann aufmachen, entsprechend überstülpen. Ach so. Und dann machst du da rein in so ein Glibber.
Wer das schön findet, ja. Aber es gibt viele Möglichkeiten, das Verschmelzen vielleicht wieder so ein bisschen aufzulockern. Aber es geht ja darum, wie erhalte ich die Spannung auch. Die Anziehung. Aber wir wittern ja beide schon so ein bisschen die Gefahr, dass man dann irgendwann beide in der Jack-Wolfskin-Jacke vorm Wohnmobil sitzt und du sagst das so wunderschön. Wie war der Urlaub?
Und für beide reicht so ein Grunzen. Fahren wir nicht wieder hin. Und alles ist besprochen. Kann man auch sehr schön beobachten. Samstags morgens Münster, Marktplatz, der große Markt da am Dom.
was du beschrieben hast. Die gleichfarbige Jack-Wilfskin-Jacke. Und er, wilder Hund, wie er ist, darf den Korb tragen. Ja. Und gerne beide in beige mit so einer Barbour, verschiedene Beige-Töne, die Hose ein bisschen heller, die Jacke gerne so eine Steppjacke, vielleicht jetzt Richtung Sommer eher eine Weste, weil man bei der Sohn von Armin Laschet, Joe Laschet heißt er glaube ich, auf dem Instagram-Kanal gesehen hat, die ich auch sehr empfehle, das Layering.
Ein Trick ist, das war mir als Wort unbekannt, bei Mode gerne Layering, also eine Weste ist eine Ebene, ein Layer, darunter ein Hemdchen, darunter noch ein Shirt, was vielleicht durchblitzt, alles natürlich in Beige und dann aber über den Korb, wobei Korb ist ungeeignet, eher über so eine Umhängetasche. und deren Gurt noch so ein pinker Farbakzent. Dass man sich so ein bisschen keck was traut. Ja, ich merke schon, es macht Blutdruck.
¶ Element 1: Selbsterweiterung in Beziehungen
Absolut. Und deswegen gucken wir uns jetzt mal an, was denn die Wissenschaft sagt, was diese Übersichtsarbeit vorschlägt. Du bist heute sehr gut drauf, trotzdem brauchen wir Wissenschaft. Wir haben hier eine Analyse dessen, was es bisher so an Ansätzen in der Forschung gibt, die versuchen zu beschreiben, wie wird denn jetzt aus zwei in eins. Also nicht, dass man eine Person wird, sondern das ist so ein Verschmelzen.
im Sinne der Liebe stattfindet. Und die erste Ebene, das erste Element, was wir uns angucken, heißt Selbsterweiterung. Wer ja schon länger dabei ist, Hat von dem Begriff schon mal was gehört. Ich habe mir gedacht, wir starten immer mit einem Zitat rein, was in die Richtung geht und was ich passend fand. Und das erste ist von Perel, die sagt, Erotik sprießt in dem Raum zwischen deinem Selbst und dem Anderen.
Und sie braucht Trennung, damit die Leidenschaft reinkommt. Sie braucht aber auch Nähe, damit die Verbindung entsteht. Das passt zu dem Tanz, den wir eben schon beschrieben haben. Und ich fand, das muss man kurz sacken lassen, total schön, sich zu fragen. Wo entsteht eigentlich das Knistern, die Erotik in meiner Liebesbeziehung? Und dann zu sagen, da gibt es einen Raum zwischen hier bin ich selbst und dort ist der andere.
Und da ist aber ein Raum, der eine bestimmte Größe braucht, damit die Lust entstehen kann. Und gleichzeitig aber auch eine Verbindung da ist. Also siehst du, hast du das auch so bildlich vor Augen? Absolut. Als Bildgefühl. Ja, ich sehe das ganz genau. Ich glaube, da kann auch jeder folgen. Und wenn wir jetzt Selbsterweiterung als erstes Element nehmen, muss ich das ein bisschen erklären. Was ist damit gemeint? Wir fangen an mit einem Klassiker.
Der Psychologie-Experiment steht bis heute in Lehrbüchern, hat eine sehr kleine Stichprobe, 13 Paare. Sowas würde ich hier normalerweise nicht vorstellen. Aber es ist eben ein Klassiker, mehr als 3000 Mal zitiert und es gibt neuere Studien, die zu ähnlichen Ergebnissen kommen.
Elaine und Arthur Aaron, zwei Stars der Liebesforschung, haben damals diese 13 Liebespaare ins Labor eingeladen. Und dann haben die den Fragebögen gegeben. Die Paare mussten dann 90 Eigenschaften angeben, wie sehr die auf... Jeweils einen selber zutreffen auf den Partner und welche Eigenschaften auf beide zutreffen. Also beziehungsweise, die haben es ein bisschen um die Ecke gemacht. Ich gebe dir ein Beispiel, du kriegst 90 Eigenschaften hingelegt.
kreativ steht auf dem Zettel oder introvertiert. Und jetzt sollst du angeben, wie sehr trifft das auf dich zu von 1 bis 7 und wie sehr trifft es auf deine Partnerin zu von 1 bis 7 und wenn beide einen Wert größer als 4 haben, dann hieß es, es trifft auf beide zu. Soweit klar? Ja. Jetzt kommt der zweite Teil und da wird es total interessant. Die Leute kriegen jetzt diese Eigenschaft nochmal vorgelegt, aber anders.
Die ploppen quasi auf so einem Computermonitor auf. Und jetzt sollst du so schnell wie möglich und so richtig wie möglich entscheiden, die Eigenschaft, die da steht, trifft die auf mich zu? Oder nicht? Und da hast du zwei Knöpfe vor dir, ja oder nein, trifft auf mich zu oder nicht? Was kommt raus?
Die Versuchspersonen reagieren jetzt im Schnitt unterschiedlich und zwar je nachdem, ob eine Eigenschaft auf beide zutrifft oder nur auf einen. Wenn die Eigenschaft auf beide zutrifft, sind die Leute sehr viel schneller und im Schnitt auch eher richtig.
Wenn die Eigenschaft jetzt aber nur auf mich oder auf meinen Partner zutrifft, dann sind die Leute deutlich langsamer. Also hier waren sie jetzt nicht so sicher, bin ich das jetzt oder ist das mein Partner? Man muss also quasi kurz überlegen. Die machen dabei mehr Fehler.
Drücken also öfter Ja bei einer Eigenschaft, die eigentlich auf den Partner zutrifft. Du verwechselst dich quasi mit deinem Partner. Und jetzt kommt die Schlussfolgerung von Elaine und Arthur Aaron, diesem Pärchen, was eben auch Forschung betreibt. Nämlich, in diesem Moment habe ich den anderen so ein Stück weit in mir selber aufgenommen. Wir sind eins geworden. Und deswegen muss ich erstmal überlegen, warte mal, bin ich das jetzt oder ist das mein Partner?
Und das ist die Idee der Selbsterweiterung. Ein Selbst. Ich habe hier schon mal erzählt, dass ich mir das immer so als einen Kreis vorstelle, mein Selbst mit bestimmten Eigenschaften. Ich bin Leon und ich würde schon sagen, ich bin kreativ, ich bin aber auch chaotisch, ich kann nicht so gut tanzen und jetzt kannst du ganz viele Sachen aufzählen.
Und dann hätte ich eine Partnerin und die ist auch so ein Kreis. Und im Moment der Liebe oder des Beziehungsaufbaus, vor allem wenn wir länger zusammen sind, würden unsere Kreise ein Stück weit überlappen. Und vielleicht irgendwann immer mehr. Und immer mehr diese Eigenschaften, die eigentlich meine Partnerin hat. werden plötzlich auch ein Teil von mir. Ich erweitere mein Selbst. Und deswegen habe ich auch dieses Zitat am Anfang gewählt. Ich bin hier und da ist der andere.
Und selbst wenn unsere Kreise überlappen, gibt es ja immer noch ein Stück weit, was nicht Schnittmenge ist. Und das ist dann der Raum, in dem vielleicht Erotik entstehen kann und gleichzeitig durch dieses Überlappen entsteht aber die Verbindung. Und das fand ich deswegen so eindrücklich als Bild. Diese Idee also, ich lerne jetzt zum Beispiel, dass meine neue Freundin total gut kochen kann.
Und zwar explizit indische Küche, das konnte ich bisher gar nicht, aber dadurch, dass ich jetzt mit ihr zusammen bin und vielleicht ein paar Jahre ins Land gehe und ich auch immer mehr das Gefühl habe, wir sind wirklich ein Herz und eine Seele, wird diese Eigenschaft indisch kochen zu können, selbst wenn ich das nicht kann.
Vielleicht ein Stück weit auch Teil von meinem Selbst, wie ich mich betrachte. Ich fand das erstmal einen schönen Gedanken. Sagt man vielleicht nicht mehr irgendwann, weil man das wohl auch in der Sprache merkt, sagen die Forschenden, dass man nicht mehr sagt, ich liebe dieses Kaffee da vorne, sondern...
Wir lieben dieses Kaffee an der Ecke. Meine Freundin und ich lieben es, indisch zu kochen. Obwohl eigentlich nur sie kocht. Ja, das kenne ich ganz konkret. Dass wir sagen, wie finden wir den? Oder wie finden wir das? Genau. Sind wir Fans? Ja. Oder auch, was du schon mal gesagt hast, man sitzt sich zusammen in den Café und tratscht über Leute und taxiert ja auch so ein bisschen aus, über wen macht man sich gerne zusammen lustig.
Also im Sinne von so ein bisschen lästern, jetzt nicht nett gemeint. Du weißt, was ich meine. Wobei ja ein Herz und eine Seele seien eigentlich fast durchweg positiv aufgefasst wird.
¶ Element 2: Gemeinsame Ziele
Da steckt ja ganz viel drin, ein Herz und eine Seele, ja. Total, ich mag auch dieses Bild der Selbsterweiterung richtig gerne, weil ich immer daran denke, was macht so Menschsein aus und dann denke ich schon. Auch so ein kleiner Wurm oder von mir aus auch ein Eichhörnchen hat...
Gefühle, wenn du die stresst oder wenn du die unter Druck setzt. Und die haben auch Motivation. Wenn du den Essen hinlegst, schwimmt selbst der einfachste Einzellerwurm in die Richtung von so einem Essen von mir aus oder kann sich dahin bewegen. Aber du hast so ein kleines Lebewesen.
Eichhörnchen ist ja schon mal deutlich komplexer, das versteckt sogar seine Nüsse. Die haben ja ein Ziel, wie wir Menschen auch, zu überleben. Ich bin gar kein Freund davon, dass wir den Menschen jetzt zum besseren Tier machen als den Wurm oder das Eichhörnchen. Aber was bei uns anders ist,
Als bei anderen Tieren ist diese Komplexität und dieses ich habe ein Selbst und ich bin irgendwie eine Person und diese Person will sich weiterentwickeln und will wachsen und will vorwärts kommen und dann zu sagen. Liebe ist der Wunsch, das eigene Selbst zu erweitern, indem man einen wünschenswerten anderen in sein Selbst aufnimmt. Das finde ich total schön als Gedanken.
Und das ist für mich das erste Element, nicht für mich, sondern für dieses Forschungs- Die Selbsterweiterung. Und so ein bisschen auch, wir sind ja bei diesem Tanz da reingekommen, zwischen Nähe und vielleicht doch nicht ganz überlappen lassen, die Kreise. Das zweite Element heißt geteilte Ziele. Und da habe ich ein Zitat gefunden von Antoine de Saint-Exupery. Kennst du bestimmt sofort vom kleinen Prinzen.
Ich gehe nicht auf den kleinen Prinzen ein. Okay. Warum? Ich mag es nicht. Ach, wirklich nicht? Nein. Dann lasse ich das mal so stehen. Da kann ich dich auch beruhigen. Das Zitat, das nämlich kommt, ist nicht aus dem kleinen Prinzen, was fälschlicherweise oft behauptet wird. Aber mit dir Zitats habe ich ja gelernt. Genau sein bei Zitaten, außer vielleicht mal bei Viktor Frankl zwischendurch. Und das Zitat lautet so. Liebe besteht nicht darin, dass man einander ansieht, sondern ...
dass man gemeinsam in die gleiche Richtung blickt. Ja. Was sagen wir? Ich glaube, die Blickrichtung ist wirklich wichtig, dass man tatsächlich in die gleiche Richtung blickt. Es geht ja darum und es gilt ja einen gemeinsamen Weg zu beschreiten und da ist glaube ich dieselbe Blickrichtung schon sehr hilfreich.
Nimmst du das denn so wahr, dass man sich dann irgendwann im Laufe der Liebe am besten mal hinsetzt und fragt, was haben wir eigentlich so vor im Leben? Also wie steckst du das ab, dass man die gleiche Blickrichtung hat? Ich glaube, der Abgleich ist ganz wichtig. wäre das halt reden, reden, reden. Das meine ich eben damit. Und reden, reden, reden heißt ja auch, sich immer wieder abgleichen. Je realistischer, desto besser.
Also Romantik ohne Realismus hat kein gutes Fundament. Das heißt, man muss sich reden und fair abreden. Und ich beobachte um mich herum auch Paare, denen das gelingt, sich zu fair abreden. dass die dann leichter es schaffen, in die gleiche Richtung zu schauen. Ah ja. Ich muss gerade noch ein bisschen mitdenken, weil mein Hirn hängt noch am Wort Katalog. Das ist für mich ganz neu im Lexikon der Wahnsinns-Aussprache des Atze Schröders. Katalog. Wo ist denn dein CH?
Sagst du immer Katalog? Ne, ich sag eigentlich immer Katalog, aber wir haben tatsächlich heute Morgen eine komplette Nummer übers Ruhrgebiet geschrieben. Da kam unter anderem drin vor, Ruhrgebiet und Gendern. Tja. Hast du Todessehnsucht oder was? Ich bin leider in dieser Ruhrgebietssprache noch drin, deswegen bleibe ich bei Katalog. Ich verstehe, was du sagst, diese sich verabreden, um darüber zu sprechen.
Und ich möchte da direkt noch einen Gedanken mit dazu geben. Ich erlebe die Paare als Erfolgreicher, die das machen. Das ist jetzt eine persönliche Beobachtung. Und aber bitte mit einer ganz wichtigen Einschränkung, wenn man sich dann so Pläne macht und sich überlegt, was sind unsere geteilten Ziele.
Wo geht es so hin? Da haben wir so einen gewissen gemeinsamen Horizont, wo man drauf zublickt. Bitte nicht betrachten wie eine Rakete, die man dann einmal abschießt und die dann bitte 30 Tage später auf dem Mond landet oder sowas. Sondern. Ich gestehe dir zu, dass das eher wie so ein Flugzeug ist, was mal losgeschickt wurde und man hat sich vielleicht gedacht, das soll in San Francisco landen, aber wenn es auf dem Weg dahin... doch schöner ist, an den Nordpol abzubiegen oder runter nach Afrika.
dann ist das auch okay. Also ich bin immer ganz großer Freund davon, dass man sich bei allen Plänen und allen Zielen, die man sich setzt, so eine Flexibilität behält. Wollte ich gerade sagen, die Flexibilität, die ist da, glaube ich, sehr angebracht. Und da hilft es natürlich auch, wenn man sich dann weiter verabredet. Also auch bei den Zwischenstationen, die man macht. Es gilt ja nicht, dass man irgendwann ein Ziel definiert und sagt, egal was kommt.
Und das ist es doch. Stell dir mal vor, man kann gemeinsam flexibel sein. Wie schön ist das? Ja. Und trotzdem sagen die Forschenden auch, das fand ich einen interessanten Gedanken, dass im Laufe von so einer Beziehung die Partner oft so ein immer dichter verwobenes gemeinsames Netzwerk von Zielen entwickeln. Geben dann immer so auch anekdotische Beispiele. Celine ist total passioniert für ihren politischen Aktivismus und Jesse guckt sich das Ganze an und hilft ihr jetzt Events zu organisieren.
Und vielleicht Flyer zu verteilen und startet dann irgendwann ihre eigene. politische Initiative. Und plötzlich ist aus dem Ziel meines Partners ein Stück weit auch mein Ziel geworden. Und daraus ergibt sich dann, dass man vielleicht irgendwann sogar sagt, und jetzt gründen wir, ich mache es jetzt mal ganz groß, unsere eigene Partei. Oder von mir aus, wir machen eine Webseite, wo wir jetzt darüber...
aufklären, wie unser politischer Aktivismus aussieht. Und das denke ich zum Beispiel meinen Eltern, die dann, das war vor der letzten Bundestagswahl, losgezogen sind und Da gibt es ja so oft diesen Vorwurf an die ältere Generation, ja ihr seid ja jetzt hier die Klimasünder und ihr seid das alles schuld und ihr wollt ja eh nichts mehr ändern, ist euch doch egal und wir Jungen müssen das ausbaden.
Und die beiden sind so aktiv, also von Solaranlage über, wie können wir noch Energie sparen, wie können wir weniger Müll fabrizieren, wie können wir mit den Ressourcenschonend umgehen. Und dann sind die zusammen losgezogen und haben so...
gab es eine Umweltinitiative, haben sich da von Flyer besorgt, jetzt gar nicht an eine Partei gebunden und sind von Haustür zu Haustür gegangen und haben das an die Nachbarn verteilt und mit denen so ein bisschen da, jetzt nicht Gespräch gesucht, aber halt den Austausch, denen so einen Impuls mitzugeben. Und ich dachte, guck mal, wie geil.
Eltern, voll das gemeinsame Ziel. Also bei denen sehe ich das total, dass sich so im Laufe des Lebens so ein Netzwerk aus gemeinsamen Zielen vielleicht so einen Horizont gebildet hat. Und auch wenn der ein Jumbo vielleicht, weil die jetzt natürlich älter sind, irgendwann landet. So habe ich das Gefühl, die passen sich auch immer noch an. Ja, du hast ja jetzt, ohne es zu beabsichtigen, hast du jetzt einen ganz großen Fall.
Liebesgeschichte in Deutschland gestreift. Und zwar hast du gesagt, man gründet dann vielleicht sogar eine Partei. Und ich weiß nicht, ob du dich noch an Petra Kelly und Gerd Bastian erinnern kannst. die sich in den 90er Jahren gemeinsam umgebracht haben. Und die waren ja die ersten richtigen Umweltaktivisten in Deutschland und Gründungsmitglieder der Grünen.
Ach, aber doch, die Petra Kelly habe ich in der Doku gesehen, meine ich. Ja, und sie haben sich gemeinsam umgebracht. Also sie hatten das gleiche Ziel, aber hatten wohl auch wahrscheinlich dieselbe Frustration und haben dann... diesen Weg gewählt. Wie, wie, tragisch. Wahnsinn, das passt so zu unserem Thema, das ist so verrückt. Weil die sich so aus deiner Sicht dann irgendwann, also sie waren Liebespaar, ja? Sie waren Liebespaar, ja.
Und hatten dann dieses geteilte Ziel. Sie waren als Paar schon absolut ungewöhnlich, weil er Ex-General, sie als Straßenkämpferin letztendlich. Und die kommen zusammen, lieben sich. Gründungselemente der Grünen in Deutschland und bringen sich dann Anfang der 90er gemeinsam um. Wahnsinn. Krass. Aber...
Das ist auch genau das, was die Forscher nochmal unterstreichen. Wenn man Ziele teilt, dann wird es natürlich erstmal leichter, die zu erreichen. Man hat so einen gemeinsamen Horizont, das ist alles schön. Wir sind ja gerade bei dem Punkt geteilte Ziele und haben gesagt. Antoine de Saint-Exupéry, so ein bisschen eine gemeinsame Blickrichtung zu haben, das ist vielleicht das, was wichtig ist. Aber man teilt natürlich nicht nur die guten Ziele.
Man kann sich auch gegenseitig, jetzt mache ich es wieder ein bisschen kleiner, in sehr schlechten Sachen bestätigen oder Gewohnheiten beibehalten. Du rauchst ja auch immer nach dem Essen deine Zigarette, dann mache ich das halt auch. Und auch wie oft sehe ich.
so dieses gemeinsam trinken. Und dass du bei Paaren auch oft so Verhaltensweisen siehst, ja, das ist dann deren gemeinsames Ziel, auf eine bestimmte Art Spaß zu haben. Und du weißt eigentlich, ey Leute, das ist echt, sind wir ehrlich, und ihr wisst es auch, tut euch nicht gut. Aber man bleibt dann so in diesem Trott drin. Ja, ich glaube, das ist wirklich sehr verbreitet, das gemeinsame Trinken. Und eben auch, dass das der Platz ist oft, wo man sich trifft. Ja.
Also das Fass können wir jetzt hier nicht aufmachen, aber es ist ein gutes Beispiel. Ja, dass Paare sich zusammen auch, also dass das auch total destruktiv werden kann und man sich dann auch so ein Stück weit zusammen zerstört. Ja. Da ist dann gemeinsam einsam ja noch so tot auf Raten, aber da gibt es ja auch wirklich Paare, die sich einfach nur kaputt machen und wo du wirklich das Gefühl hast, ey, das ist euer geteiltes Ziel geworden. Ja, dann sagt man, das ist nicht gesund, aber ...
¶ Element 3: Geteilte Wahrnehmung
Tja, deswegen ganz zu Anfang, dass die Symbiose halt nicht immer zu was Gutem führt. Das dritte Element, geteilte Wahrnehmung. Und da hat Anais Nin einen schönen Satz geschrieben. Wir sehen die Welt nicht so, wie sie ist, sondern wie wir sind. Ja, da ist ja eigentlich alles drin. Dass wir natürlich die Welt...
für uns immer auch eine Projektion ist. Wie viele Abende habe ich damit schon verbracht mit dieser Diskussion? Ist die Liebe jetzt eine Projektion, eine Illusion? Aber für uns alle kann es ja immer alles nur eine... Projektion sein. Was meinst du dann mit Projektion? Es geht ja darum, dass wir erstmal unsere Werte, dass wir, was wir sehen, erstmal durch unser Wertekarussell laufen lassen oder Wertefilter. Das ist wahrscheinlich noch genauer.
dann, wie kommt es bei uns an? Das Einfachste wäre schon, werden wir das positiv oder negativ bewerten, was wir da erleben? Der eine sagt, ach, das ist ja mit das Schönste, was ich je gesehen habe. Der andere sagt, Einfach nur grässlich die Situation. Ja, der kleine Prinz zum Beispiel. Du findest es toll, ich nicht so. Ja, nee, ich hab gedacht, ich hab's lange nicht gelesen. Ich weiß gar nicht, wie toll ich das finde.
Mir ist nur noch der Elefant im Hut vor Augen, der vor der Schlange gefressen wurde. Aber ich weiß jetzt, verstehe ich, was du meinst. Ich habe meine eigenen Muster, Erfahrungen. Blickwinkel und projiziere das jetzt auf, wie ich die Welt sehe und verkenne dabei, dass du das auch hast und deswegen vielleicht das ganz anders siehst. Du findest den kleinen Prinz plötzlich furchtbar und deine Freundin findet total geil oder ich hasse so
schnulzige Liebesfilme und andere sagen vielleicht, ich finde das wunderschön. Genau. Und Objektivität kann es ja vielleicht auch gar nicht geben. Und das meint ja Anis Ninn, glaube ich, auch. Wir sehen die Dinge nicht, wie sie sind, sondern ... wie wir sind. Und ich habe das jetzt rausgesucht, weil ich dachte, sie spielt natürlich damit, dass ich als Einzelperson die Welt nicht objektiv sehen kann, sondern immer so ein bisschen gefärbt durch meine eigene Brille.
Und ich dachte, das ist aber doch auch für die Liebe zutreffend. Und die Forschenden sagen, wenn man jetzt einem Menschen sehr nahe ist, also wenn man wirklich verschmilzt, die zwei Kreise überlappen, dann können die gemeinsamen Erfahrungen... mit dieser Person beeinflussen, wie man die Welt um sich herum wahrnimmt. Und das behaupten die nicht einfach so. Es gibt eine sehr sweete Studie zum Händchenhalten vom Neurowissenschaftler James Cohen und seinem Team.
Die haben 110 Versuchspersonen, hier haben wir mal eine ordentliche Stichprobe für ein Hirnskin-Experiment und ihre jeweilige Begleitung, also Ehepartner, dann aber auch Partner, Freunde und Dates ins Labor eingeladen. Und dann haben die Forschenden einen Hirnscan durchgeführt. Also die haben die Leute in die Röhre geschoben und währenddessen kriegen diese Menschen dann dort Elektroschocks. Und dabei gibt es verschiedene Versuchsdurchläufe. Einmal...
Wir tun jetzt einfach so, als wäre es mit dir passiert. Also Atze wird reingeschoben in den Hirnscanner, kriegt jetzt den Elektroschock. Der ist schon relativ unangenehm. In der ersten Version hältst du jetzt die Hand von deiner Perle. Die gut eingecremte, liebevolle Hand. In der zweiten Version hältst du nicht die Hand von deiner Perle, sondern die von einem Fremden. Irgendwer random hält dir seine Hand hin. Und in der dritten Version ...
bist du jetzt einfach ganz allein in diesem Hirnscanner. Und nach jedem Durchgang solltest du jetzt einmal angeben, wie gut oder schlecht du dich fühlst, also so ein bisschen das Pleasure haben die das genannt, die Freude daran. Und dann auch, wie so dein Arousal ist. Also bist du jetzt total hochgefahren oder bist du tiefenentspannt? Das waren die beiden Maße. Sollst du dann quasi ankreuzen. Was kommt jetzt raus? Wenn die Versuchsperson die Hand vorm Partner hält.
dann fühlt sie sich zwar genauso angespannt, also Arousal ist im Schnitt gleich, aber wohler, also Pleasure, ist höher. Und In den Hirnen sieht es im Schnitt auch anders aus. Also diese neuronale Reaktion auf den Elektroschock, die war, wenn Atze die Hand von seiner Perle hält, deutlich abgeschwächt. Also Netzwerke im Kopf, die normalerweise jetzt auf so eine Gefahr besonders reagieren würden, die die Aufmerksamkeit vielleicht bündeln, die mit Emotionsregulationen in Verbindung gebracht werden.
Die waren bei den Leuten weniger aktiv, wenn sie die Hand ihres Partners halten durften. Das ist doch echt ein Hammer, oder? Das finde ich auch total geil. Ich habe hier, glaube ich, auch schon mal was davon erzählt. Ich fand nur das Fazit von den Forschenden so spannend, nämlich du als Individuum machst so eine Art Outsourcing.
von in dem Fall dem Problem, dem Elektroschock und gibst so ein Stück an deine Partnerin ab. Die kriegt ja den Schock nicht und die hat vielleicht auch gar nicht diesen Schmerz, aber du für dich hast das Gefühl, ja so ein bisschen geteiltes Leid ist halbes Leid.
Und warum geht es jetzt um die Wahrnehmung? Naja, der Elektroschock von außen ist ja eine Sinneserfahrung. Du nimmst etwas wahr, diesen Elektroschock, was unangenehm ist. Aber weil du Händchen hältst, ist der weniger krass. Und warum ist jetzt diese Hand da scheinbar wichtig?
Deswegen gab es auch eine neutrale Person, jemand, den du nicht kennst. Es geht ja nicht darum, einfach nur eine Hand zu halten, sondern es geht ja scheinbar darum, dass du die Hand deiner Partnerin hältst, was dir dann hilft, dich runterzufahren. Dass dein Hirn nicht so am Zeiger dreht. Ja, jetzt verstehe ich es auch noch genauer. Also ich finde es sowieso ein Hammer, aber vielleicht sogar noch größer. Man sagt ja so allgemein, das ist ja so ein bisschen abgeleitet von dem Zitat von Anais Nin.
Das, was ich über dich erzähle, sagt mehr über mich als über dich. Das ist ja auch so ein allgemeiner Ausspruch, den ich sehr zutreffend finde. Und genau so ist es dann ja auch. Also dein Erleben, es geht ja um dein Erleben. Wie du schon sagst, dein Partner hat ja nicht plötzlich den halben Schmerz, aber für dich erlebst du es anders. Ja, toll. Und das ist, glaube ich, oft so, dass wenn man jetzt für sich selber mal fragt,
Okay, da ist ein zweiter Mensch in meinem Leben. Ein Kreis, mit dem ich überlappe. Und man kann ja auch gerne mal auf Ex-Beziehungen gucken. Hat denn nicht dieses Zusammensein, dieses irgendwann mal verschmolzen sein, was mit mir gemacht, wie ich auf die Dinge gucke?
Weil diese Person mir einen neuen Blickwinkel gegeben hat, weil die mir was erklärt hat, weil die mir was erzählt hat, weil ich plötzlich eine ganz andere Art von Humor kennenlerne. Sodass ich zum Beispiel auf einen Liebesfilm gucken kann und sagen kann, ja für mich ist das jetzt nichts. Aber meine Freundin liebt das. Und vielleicht kann ich dann diese Art von Humor, von tatsächlich Liebe, plötzlich doch was abgewinnen.
Weil ich einfach verstanden habe, man kann da auch anders drauf gucken. Stimmt. Und dann habe ich eine andere Wahrnehmung. Und so dieses, wir haben eine geteilte Wahrnehmung. Das ist wieder für mich, du sitzt da und siehst den komischen Typen im Camp David-Shirt vorbeilaufen.
Nochmal, wir haben ja schon oft das Lästern kritisiert, aber in so einem Fall, da lästert man halt. Und dann macht man Witze über den und weiß genau, das ist jetzt fies und verachtend, aber es ist schön, das zusammen zu machen. Und dann ist es so diese geteilte Wahrnehmung. Vorgärten.
Das ist für mich so, du gehst mit jemandem, der dir echt nahe steht, sagen wir jetzt mal mal in seiner Liebesbeziehung, man geht an so einem gefließten Vorgarten vorbei, wo irgendwie beleuchtete Weihnachtszwerge im Mai drin stehen. Und noch so ein kleiner Brunnen, wo so ein bisschen Wasser durchläuft, plätschert. Und kein Insekt, kein Vögelchen hat irgendwie Freude an diesem Vorgarten. Und am besten weht noch so eine kleine Deutschlandfahne irgendwo. Das ist für mich immer so ...
Das will ich mir zusammen angucken und zusammen Scheiße finden. Und das ist dann für mich geteilte Wahrheit. Ja, auf der anderen Seite gibt es aber ein paar, die das zusammen gut finden. Genau, ganz genau. Die in den Baumarkt fahren und sagen, genau den Brunnen brauchen wir. Und da ist man schon fast wieder gnädig, oder? Ja, ja, ja. Das sind halt gemeinsam Scheiße.
Und das ist ja auch okay. Die gucken vielleicht auch deinen Vorgarten und sagen, was ist das denn da für ein Chaos hier mit der Wildblumenwiese da, für welche Bienen Bienen stechen. Genau so. Vielleicht noch eine Einschränkung zu dieser Hirnscan-Studie. Du weißt, ich gucke da immer gerne auch ein bisschen kritisch drauf. Ich habe mich halt gefragt, wenn ich jetzt die Hand eines Fremden halte, dann ist das ja für sich schon strange. Also das ist ja...
Etwas, was mich eh schon irritiert und dass ich dann zum Beispiel mehr Arousal empfinde, als wenn ich die Hand von meiner Perle halte. Also ich fand die Interpretation ein bisschen eine steile These, dass ich wirklich so diese Belastung des Stromshocks outsource.
aber erst als neuer Gedanke gekommen. Ich meine, ich habe schon mal irgendwo über diese Studie berichtet und merke auch so, das habe ich dir schon öfter erzählt, bei mir entwickelt sich das, hoffe ich zumindest, auch immer so ein bisschen weiter, dass man nochmal kritischer auf die Forschung guckt. Das will ich auch hier tun. Ja.
¶ Element 4: Geteilte Realität
Super. Die nächste Ebene, das nächste vierte Element. Die vierte Tür. Die vierte Tür ist dann nicht mehr die Wahrnehmung, sondern... Die geteilte Realität. Da wollte ich nämlich eben schon drauf hinaus, weil du sagst, dann sei dir doch im Klaren darüber, dass das und das und dass du den Film vielleicht immer noch nicht gut findest, aber ...
du den anders einordnest. Und da ist ja auch diese Realität. Aber deswegen wundert mich jetzt nicht, dass da der vierte Punkt, die geteilte Realität. Weil wenn alles nur Harmonie und Interpretation ist, Das kann, das fährt ja auch vor die Wand. Ja, genau. Es schließt jetzt auch so ein bisschen an das an, was wir eben schon hatten. Ich habe noch ein Zitat von C.G. Jung, Carl Gustav Jung, der sagt.
Das Aufeinandertreffen von zwei Persönlichkeiten ist wie der Kontakt von zwei chemischen Substanzen. Wenn es eine Reaktion gibt, werden beide transformiert. Und das ist, glaube ich, ganz, ganz wichtig. Eben haben wir über die Wahrnehmung gesprochen. Da kommt von außen vielleicht ein Stromschock oder da ist das...
schöne Gartenmännchen, was ich im Baumarkt sehe und sage, genau das finden wir doch beide schön. Jetzt geht es tatsächlich noch einen Schritt weiter, dass man sich wirklich so eine komplette Realität baut. Wir als Liebespaar. hatten eine chemische Reaktion, die verändert uns beide ein Stück weit und jetzt gucken wir anders auf die Welt. Und dieses Forschungsteam mit dem Review-Paper sagt, naja, insgesamt, wenn zwei Partner immer näher zusammenwachsen,
werden sie auch die Welt durch so eine gemeinsame Linse verarbeiten. Es ist nicht mehr meine Brille, alleine wie gucke ich auf die Welt, sondern es ist wirklich, um diese beiden überlappenden Kreise nochmal zu nehmen, so als würden wir zusammen durch das gleiche Fernrohr gucken. Brille, Fernrohr, ja, passt alles. Ja, und im Prinzip entwickle ich dann ja auch eine gemeinsame Realität. Also vielleicht hat es dann nochmal mehr Klick in meinem Kopf, wenn ich einen Song einspiele, wo man sagt ...
Boah, ich für mich alleine würde ihn eigentlich furchtbar finden. Und wenn du mich vor drei Jahren gefragt hättest, hätte ich gesagt, ist ja die Hölle. Aber jetzt habe ich diese Frau kennengelernt. Und die hat mir damals gesagt, boah, ich liebe diese Musik.
Jetzt zwei Jahre nochmal weiter, wo wir zusammen sind, spiele ich einen ähnlichen Song und merke vielleicht plötzlich, ach ja, so schlecht ist der gar nicht. Ich meine, das muss ja irgendwoher kommen, dass Paare irgendwann anfangen, sich dieselben Klamotten zu kaufen. Wie kann man das anders erklären, als dass sich dann zum Beispiel zwei Geschmäcker immer weiter angleichen? Das hast du ja so oft, dass deine eine sagt, ja, die Schuhe sind doch super.
Und dann sagt die, ja, gibt es die auch in Größe 39? Dann nehmen wir die direkt zweimal. Und das ist so für mich immer so, da muss doch klar sein, dass da zwei Menschen so sehr verschmolzen sind, dass sie die Welt so gleich haben, dass sie selbst in den gleichen Schuhen gehen. ist doch geteilte Realität, oder? Ja, total. Und das ist vielleicht das, was man im Alltag so am ehesten dieses auf einer
Auf einer Wellenlänge sein. Oder nimm unser zartes Pflänzchen, unsere Verbindung. Vor sechs Jahren hättest du tatsächlich Liebe dir nicht mal angesehen und jetzt denkst du teilweise, ach ja, wenn der Arzt den so toll findet. Da finde ich den irgendwie auch schön. Ich habe ja sogar dir zuliebe noch mehr. Letztens habe ich geguckt, ein ganzes halbes Jahr oder so ähnlich. Ja.
In dem Film bin ich aber nicht schuld. Auch nicht an dem Buch. In meinem Leben zumindest. Den hätte ich ohne deinen Impuls nie geguckt. Wie finden wir den, Leon? hart an der Grenze, aber mit viel Liebe zu dir. Ich dachte, du würdest den vielleicht mögen. Dann finden wir den okay. Ja, dann fand ich den total okay.
Ja, ich habe noch eine Studie für dich dazu, damit wir jetzt hier nicht nur über unsere eigene Meinung sprechen, sondern auch die Forschung nicht zu kurz kommt. Columbia University und University of Pennsylvania, da gab es zwei Forschungsteams oder Forschende, die haben mal 110 Paare.
Also 220 Leute ins Labor eingeladen. Und das ist total nice. Die Forschenden gingen nämlich davon aus, dass man die Realität jetzt mehr oder weniger mit seinem Partner teilen kann. Und das muss man ja auch mal dazu sagen, nicht alle Paare. kaufen sich die gleichen Schuhe. Ja. Also es gibt ja schon welche, die diesem Tod irgendwie von der Schippe springen. Ja, es gibt ja manchmal auch so Paare, die da ganz unterschiedlich sind. Genau. Man freut sich trotzdem natürlich. Man denkt, ach.
dass die beiden sich so arrangiert haben. Ja, und hier geben die dann einen Fragebogen aus, um jetzt genau das zu prüfen. Wer ist wirklich schon einheitsbrei geworden und wer eher nicht? Wer hat eine geteilte Realität? Und stellen dann so Fragen wie, wir denken oft genau die gleichen Dinge zur genau gleichen Zeit. Oder wenn wir diskutieren, dann entwickeln wir oft am Ende eine gemeinsame Perspektive.
Oder wir haben oft die gleichen Gefühle und Gedanken zu den Dingen, die man so sieht und erlebt. Also wird im Prinzip geguckt, wie sehr hat man da schon so eine geteilte Realität. Da wurden erstmal beide getrennt getestet. Und die Forschenden haben diesen Versuchspersonen dann verschiedene Stoffe, Lebensmittel, Gerüche gegeben. Kannst du dir vorstellen, kriegst du was hingehalten, sollst mal fühlen, sollst mal vielleicht was schmecken oder an irgendwas riechen.
Und die sollten Sie jetzt wieder auf verschiedenen Skalen bewerten. Also fühlt sich richtig gut an dieser Stoff oder das riecht richtig lecker. Ich vereinfache das jetzt. Und die Forscher haben dann so getan. Als könnte man jetzt darüber herausfinden, wie ähnlich eine Person und ihr Partner die Realität wahrnimmt.
Weißt du, was ich meine? Ich setze dich hin und sage, hier ist ein Stoff für euch beide, fasst mal an. Und dann füllt man den Fragebogen dazu aus. Und dann kann man sich, wenn mir jetzt ein Professor im weißen Kittel erklärt, so finden wir raus, ob ihr die Welt gleich wahrnehmt, ob ihr eine geteilte Realität habt.
Das glaube ich. Das ist natürlich völliger Bullshit. Warum sollte man jetzt über einen Stoff herausfinden können oder über irgendeinen Geruch, ob man eine gleiche Realität hat? Und es war auch alles egal, weil am Ende wurde der einen Hälfte dieser Versuchspersonen gesagt, Ihr seid komplett unterschiedlich. Ja.
Weißt du, ihr seid völlig, der eine ist da und du bist da. Ihr seid total strange. Du fandest den Stoff mega geil und dein Partner irgendwie total furchtbar, so im Durchschnitt. Und der anderen Hälfte hat man gesagt, ihr seid komplett auf einer Wellenlänge. Ihr seid ja quasi eins.
Und jetzt wird es interessant, im nächsten Schritt sollen diese Paare sich jetzt nämlich gemeinsam Bilder angucken und dann darüber reden. Wie schön waren die Bilder, wie echt sahen die aus, woran erinnern die uns? Und die Forschenden beobachten jetzt. Die Paare, also man hat dieses Verhalten von denen dann kodiert. Wie verhalten sich die Paare, während die sich das angucken? Und hat sich das auch ganz strukturiert angeguckt?
Wie oft sagen die was ähnliches? Wie oft drücken die aus, dass sie gerade das gleiche meinen? Wie oft beenden sie so den Satz vom anderen? Und jetzt zeigt sich die Paare, die laut diesem Fragebogen
total auf einer Wellenlänge liegen, den man aber gesagt hat, ihr seid mega unterschiedlich. Ja. Also die haben erstmal den Fragebogen ausgefüllt und haben gesagt, wir fühlen oft das Gleiche, wir denken oft das Gleiche und dann kommt die Nummer mit dem Stoff und den Gerüchen und den Lebensmitteln und dann sagt man diesem Paar, fälschlicherweise, ihr seid eigentlich total unterschiedlich.
Dieses Pärchen wird jetzt viel wahrscheinlicher die gleiche Bedeutung in so einem Bild sehen. Die werden im Schnitt viel öfter ausdrücken, dass sie das gleiche denken oder fühlen. Oder die sagen sich dann... Eher so ähnliche Dinge zur gleichen Zeit und beenden öfter den Satz vom anderen. Mit der Idee, eigentlich fühlen wir uns doch total close. Und jetzt kommt hier so ein Forschungsteam und sagt, wir sind überhaupt nicht close. Wir haben überhaupt nicht die geteilte Realität.
Ja natürlich springt jetzt unser Hirn an und versucht sich dagegen zu wehren und biegt das wieder zurecht. Und das fand ich total schön, wenn du so ein... Wenn du so ein Pärchen, was eigentlich mega auf derselben Wellenlänge ist, von außen kommst und denen das Gefühl wegnimmst, dass sie so eine geteilte Realität haben, dann werden die versuchen, wie unser Hirn das so oft macht, unsere Psyche, sich die Welt zurechtzubiegen.
Und dann nochmal doppelt und dreifach versuchen, den Satz des anderen zu vollenden. Und auszudrücken, dass man doch im Bild genau dasselbe sieht. Achso, weil man das möchte. Genau das, was man möchte. Genau das, was man möchte. Und das fand ich irgendwie, das fand ich so eine richtig romantische Vorstellung. Also wenn ich mir eine Liebesbeziehung malen könnte, dann würde ich mir wünschen, wenn einer von außen kommt und mir das Gefühl gibt, ey, ihr seid ja voll nicht auf einer Wellenlänge.
Wir das aber eigentlich fühlen, dass wir dann in so einem Experiment auch alles tun würden, um unsere Hirne wieder zu beruhigen. Ja. Jetzt den Punkt, dass ich denke, du liebst ja die Auseinandersetzung. Von mir aus auch liebevolle Auseinandersetzung. Aber du bist ja jetzt... auch vor dir selbst nicht dafür bekannt, dass du so Meinungen einfach so hinnimmst. Und empfindest du das nicht in Beziehung auch schön, wenn der Partner so ganz anderer Meinung ist?
Das kommt mir so in den Sinn. Da liegt ja auch eine Anziehungskraft drin. Das kann auch eine Gemeinsamkeit sein. Wenn beide sagen, ich liebe es, dass wir Dinge auch unterschiedlich bewerten. Das ist ja schon fast eine Meta-Ebene, die dazu kommt. Dass man sagt, ich liebe es auch. So geht es mir in meiner Beziehung. Ich liebe es auch, wenn wir leidenschaftlich anderer Meinung sind. Also ich liebe es auch zu streiten und ich liebe es auch in einem Streit zu merken, ich lag falsch.
Genau das. Ich bin ein ganz großer Fan davon, dass man merkt, dass man falsch lag, weil es gibt für mich kaum einen Moment, wo man größere Erkenntnisse gesehen hat. Ich checke, das habe ich bisher falsch gesehen und dank deiner... feurigen Rede oder dank dieses heftigen Streits, den wir dazu hatten, sehe ich es jetzt anders. Geil. Also mehr Transformation geht da nicht. Und das kann ja auch eine Gemeinsamkeit sein, dass man das liebt. Sich darüber zu nähern.
safe, aber da müssen wir ein bisschen philosophieren, weil ich habe das genau gedacht, was du jetzt gerade auch sagtest, ich mag das auch und ich finde es geil, wenn man gechallenged wird und natürlich finde ich auch diesen Einheitsbrei-Gedanken irgendwie total, ja, mega bedrückend so. Aber gleichzeitig, wenn wir ehrlich sind, wenn ich da jetzt jemanden habe, mit dem ich streiten kann, wenn ich jemanden habe, wo ich weiß, der hat auch mal eine ganz andere Meinung,
Und am Ende sagst du ja sofort zurecht, auf so einer Meta-Ebene ist das aber wieder eine Gemeinsamkeit. Genau, weil man eine Basis hat, auf der man das machen kann. Ja und weil man in diesem, man will auch vom anderen gechallenged werden und man will auch mal was anderes hören, man will ja seine Meinung sagen und dann freue ich mich total, wenn ich eine Gegenrede höre und mich hinterfragen muss. Aber am Ende macht uns das nicht wieder gleich.
Also würdest du wirklich mit jemandem zusammen sein können, der echt eine ganz andere Realität hat, der echt ganz anders ist? Nee, aber das meine ich ja. Das kann ja sogar sein, dass das eine Gemeinsamkeit ist, dass man das liebt. So gemeinsam zu einem, obwohl man unterschiedlicher Meinung zunächst ist und auch leidenschaftlich dafür einsteht, dass man dann wieder auf so einen Treffpunkt kommt.
Okay, aber bei so Kleinigkeiten wie, gucken wir jetzt tatsächlich Liebe oder Transformers 7? Dabei, okay. finden wir Spinat lecker oder nicht? Ist es okay, in den Urlaub zu fliegen für 19 Euro oder ist das eine Klimakatastrophe? Bei sowas finde ich das auf jeden Fall. Aber ich nehme jetzt wieder dieses ...
Ich nehme jetzt wieder die AfD-Keule raus. Wenn du mir jetzt sagst, könntest du mit jemandem zusammen sein, der die AfD wählt? Oder der einfach so eine andere Realität hat. Deswegen meine ich, am Ende muss es aber doch trotzdem noch eine sehr geteilte Realität geben. Okay, dann bleibe ich in der Parteienlandschaft. dass jemand, der die AfD wählt, in einer anderen Realität liegt als ich, weil ich davor stehe und denke, das ist menschenverachtend.
Und das ist feindlich gegenüber Minderheiten. Und all die Argumente, die ich dazu habe. Und jetzt mit jemandem zusammen zu sein, wo ich dann sage, ich finde es echt total geil, da gechallenged zu werden. Und gut, dass du das mal sagst, dass man Ausländer irgendwie auch hassen kann. Nee, jetzt. Ich liebe dich. Das geht nicht klar. Aber dann verdeutliche ich das anders. Wir sind beide, sagen wir mal, Mitglied der Grünen.
Aber der eine ist Realo, der andere eher der ideologische Flügel. Und da sind wir uns einig, schon mal über die Richtung, aber wir streiten leidenschaftlich darüber, was machbar ist und was nicht. Und das ist doch schön. Das ist schön. Ich würde sogar noch weitergehen. Du bist bei den Grünen und sie ist in der CSU und war vielleicht wie Julia Klöckner auch schon mal Weinprinzessin und mit der hast du so gute... Also ich letztens noch ein Freund von mir erzählt, der eher...
rot-grün ist, würde ich sagen, der dann auf so einem Geburtstag sich total lange mit, ich meine es war FDP oder CDU, die da auch in der jungen Organisation von der Partei, Junge Liberal oder so, aktiv war, unterhalten hat. Und der kam total begeistert zurück und meinte, ich sehe ist immer noch ganz anders, aber es war einfach ein richtig gutes Gespräch und das ist doch, das finde ich auch geil.
Aber dann bleibt die geteilte Realität, ey, wir glauben an Fakten und wir glauben an Demokratie und wir haben eine gemeinsame Realität. Und das habe ich eben oft bei Leuten, die dann so... weißt du, wenn du mit einem Schiff segelst und da hinten ist ein Norden und wir wissen beide, wo ein Norden ist. Aber mit so einem AfD-Wähler habe ich manchmal das Gefühl, dessen Norden ist da, wo bei mir Osten ist.
Oder Westen, der ist ganz woanders, auf einem ganz anderen Dampfer unterwegs. Und natürlich weiß ich auch, das hat einen Startpunkt gehabt und wir sind immer noch in einer gemeinsamen Welt und es gibt auch übrigens nur eine Realität, egal wie ich da drauf gucke, aber mit dem könnte ich nicht zusammen sein. Aber wir sehen schon, dass es eine Bandbreite hat und dass die Gemeinsamkeit vielleicht auch unterhalb einer Meinungsverschiedenheit sein kann.
Also das schrecklichste Bild ist doch im Urlaub am Nebentisch sitzen Pärchen, die reden eine Stunde gar nicht miteinander. Furchtbar. Letztens noch gesehen, ich war kurz davor rüber zu gehen, beide in den Arm zu nehmen. Und irgendwie so mal ein Gespräch zu starten. Und jetzt stell dir folgendes Bild vor. Du siehst ein Pärchen, die streiten sich leidenschaftlich über ein Thema. Du siehst sie aber drei Stunden später da irgendwo am Strand sitzen, Arm in Arm.
so die Köpfe zusammen. Das scheint mir gesünder. Ja.
¶ Die Gefahr des Verschmelzens
Ich bin total bei dir. Ich weiß auch genau, was du meinst. Das wäre für mich jetzt wichtig. Es hat Grenzen. Und deswegen finde ich es auch so spannend, dieses Forschungsteam nochmal, um das vielleicht einzuordnen. Und da können wir jetzt auch gerne ein bisschen zusammenfassen, hier Richtung Ende, bevor ich dir von der großen Gefahr zum Schluss erzähle. Wir haben uns vier Ebenen angeguckt, vier Elemente. Einmal die Selbsterweiterung.
Wo wir gesagt haben, zwei Kreise verschmelzen ein Stück weit. Ich nehme Eigenschaften des anderen auf und mache mein Selbst dadurch größer. Dann die geteilten Ziele, wo wir gerne nochmal nachjustieren, nicht die Rakete einmal abschießen. Dann die geteilte Wahrnehmung mit den Stromschock-Experimenten. Den Schmerz ein Stück weit lindern, weil ich das Händchen von meiner Freundin in der Hand halte. Und jetzt zum Schluss die geteilte Realität, wo man vielleicht sagt, gerne streiten.
Aber es wäre schon sinnvoll, wenn wir auf dem grundsätzlich selben Dampfer unterwegs wären. Genau, der gemeinsame Dampfer, der bringt es ziemlich auf den Punkt, finde ich. Und bei all diesen Sachen kann man jetzt sagen, so dieses Forschungsteam. Das sind Erklärungen, das sind Sachen, wo wir Wissenschaft zu haben, wie so ein Verschmelzen in der Beziehung stattfindet. Und die fassen dann zusammen, verschmolzene Paare sind glücklicher.
Haben sich das also angeguckt, bessere Beziehung heißt mehr verschmelzen, das heißt dann natürlich auch oft, die Beziehung wird nochmal besser, dann wird noch mehr verschmolzen, das kann so ein Kreislauf sein. Und jetzt kommt für mich ein Punkt, den wir nicht übersehen dürfen. Das birgt aber auch eine ganz große Gefahr. Und da gab es eine Studie, die heißt Don't Drag Me Down, wo man sich die...
die nennen das Valenzasymmetrie, angeguckt hat. Valenzasymmetrie ist wieder so ein typisches Psychologiefeld, was man ein bisschen auseinandernehmen muss. Die Hauptautorin ist Olga Stavrova von der Uni Lübeck. Und die haben was total Interessantes gemacht. Die hat sich mit einem Kollegen zusammen gefragt, was passiert eigentlich, wenn Paare unterschiedlich happy sind?
Das ist jetzt die Valenz, also ein bisschen die Stimmung. Ist die jetzt positiv oder negativ? Zieht die eine Person die andere runter oder hilft die andere Person dir hoch? Kannst du ja mal eine These aufstellen? Ja, ich hab ja vorher die Symbiose angezweifelt, aber da kommen wir ja fast in den Parasitismus. Das wird tatsächlich als das Gegenteil von Symbiose gehandelt. Ach wirklich? Ja, das ist so. Also das heißt, wenn nur der eine profitiert und der andere quasi ausblutet.
Das ist geil. Parasitismus. Also der Symbiose wäre, der Baum geht mit dem Pilz am Boden eine Symbiose ein und beide schieben sich Nährstoffe hin und her oder ernähren sich gegenseitig. Der Organismus wird stärker. Also gemeinsam wird man stärker und beim Parasitismus wird der eine stärker, aber der andere schwächer. Der Pilz frisst den Baum auf.
Ach wie, das ist ja total interessant. Absolut. Also wie immer bei dir passt es jetzt hier sogar. Nee, wirklich, zu dem, was ich erzählen wollte. Aber bevor ich dir das weiterberichte, was würdest du denn glauben? Also machen wir das Beispiel.
Atze ist total der miese Peter und eher so nörgelnder, eher schlecht drauf, nicht so happy mit seinem Leben. Und dann lernt er seine Perle kennen und die ist richtig gut drauf. Und eine echte Frohnatur, eine gölsche Frohnatur. Zieht die dich jetzt hoch oder ziehst du die runter? Naja, im besten Falle, also ich würde dir immer unterschreiben, zieh mich hoch. Ja, hätte ich mir auch bei dir... Da kommt ja die eigene Konditionierung dazu. Ja, und du bist ja auch...
Ein Optimist, die Daten sehen so aus. Riesige Stichprobe aus dem sogenannten sozioökonomischen Panel. Das ist eine Langzeiterhebung, die seit vielen, vielen Jahren läuft. Und in dieser Studie haben jetzt 18.782 Paare. nicht mitgemacht, sondern die wurden quasi in die Analysen einbezogen, deren Antworten zu verschiedenen Fragebögen. Und die wurden seit 1984, also im echten langen Zeitraum und einen großen Datensatz, jedes Jahr gefragt,
wie zufrieden sie mit ihrem Leben sind, von 1 bis 10. Jetzt kann man sich vorstellen, wenn man das bei 18.000 Paaren macht, über 18.000, da trennen sich natürlich auch welche im Verlauf der Zeit. Und sobald die sich jetzt getrennt hatten oder einen neuen Partner hatten, flogen die Leute quasi aus dieser Studie raus, weil die Forschenden wollten gucken, welchen Einfluss hat ein Partner auf die Lebenszufriedenheit. Und der Zeitraum der Studie war dann maximal 37 Jahre.
Und jetzt kommt's. Zuerst finden die Forschenden eine Sache. Partner waren meist ähnlich glücklich. Also es geht zumindest in die gleiche Richtung. Es ist jetzt eher nicht der Fall, dass du totaler miese Peter... eine richtige Frohnatur abkriegst, sondern du bist dann vielleicht der totale Miese-Peter und sie ist eher so ein bisschen mies. Ja, gut, ja. Das Interessante ist jetzt die Entwicklung über die Zeit. Der von beiden, der besser drauf ist.
der ein bisschen weniger miese Peter ist, ein bisschen mehr Frohnatur, dessen Zufriedenheit mit dem Leben lässt im Laufe der Zeit nach. Während der, der eh schon schlecht drauf ist, quasi gleich bleibt. Okay, ja. Und das muss man sich mal reinziehen. Von 1 bis 10 haben wir gefragt. Also von 1 bis 10, wie zufrieden bist du mit deinem Leben? Am Ende dieser...
Periode, die sich da angeguckt wurde, bis zu 37 Jahre. Der Partner, der am Anfang besser dran war, ist am Ende im Schnitt 2,2 Punkte in dieser Lebenszufriedenheit runtergegangen. Richtig, richtig gut. Und das ging zum Teil so weit, dass dann der, der am Anfang der Zufriedenere war, am Ende dieser Zeit der Unzufriedenere in dieser Beziehung war.
Wahnsinn. Und das finde ich heftig. Die haben das Ganze dann nochmal mit 3000 Paaren also berechnet aus den Niederlanden einfach nochmal in einem anderen Land und kamen zu ähnlichen Ergebnissen. Ist das nicht krass? Der, der am Anfang glücklicher ist, wird jetzt scheinbar so runtergezogen.
Dass der am Ende der Unglücklichere ist? Ja, ich stelle mir gerade vor die Situation, man steht dann irgendwann vor dem Spiegel und sagt, ich war doch mal so voller Energie, ich hatte doch mal so tolle Pläne, ich hatte doch mal so einen Optimismus, ich war doch immer so fröhlich. Und da kommt das, was du schon vor sechs Jahren gesagt hast. Trennen! Aufhören! Krank! Ja, also ich finde das heftig. Die Forschenden sagen dann, das fand ich auch ein krasses Fazit.
Bad seems to be stronger than good. Schlecht ist stärker als das Gute. Finde ich ganz krass. Und die haben sich natürlich auch gefragt, wieso ist das so? Und sie glauben, dass dieses Runterziehen am Ende für die Beziehung, für das Verschmelzen, vielleicht sogar förderlich sein könnte. Ach du Scheiße. Nach dem Motto, wenn wir hier beide schlecht drauf sind, dann ist das natürlich so besser für die Stabilität. Oh Gott. Ich fand das alles ganz ...
ganz, ganz düster und irgendwie... Oh Gott, ja. Ja, ich finde es auch so traurig. Ja, und ich möchte aber gar nicht so traurig damit schließen. Ich finde, wir wissen jetzt um diesen Fakt. Und ich glaube, wir haben alle schon so Paare gesehen. Ich mache jetzt nochmal eine Schippe drauf, die noch viel trauriger ist. Ich habe Antje Joel vor einigen Jahren mal interviewt, eine Frau, die...
da sehr als Aktivistin arbeitet, viel auch zugeschrieben hat, die häusliche Gewalt erlebt hat. Und die mir so diese furchtbare Spirale hat. Weil Natürlich, ich hatte mich vorbereitet und damals war ich noch gar nicht in diesem Thema so drin, wie wahrscheinlich viele von uns. Man guckt so von außen fassungslos drauf und du hast so diese Fragen im Kopf, ja warum gehst du nicht nach dem ersten Schlag? Wie kannst du mit einem Typen zusammenbleiben, der dich schlägt?
Und sie meint dann auch, ja, das ist ja genau die Frage, die du dir selber stellst. Und das ist auch die Frage, die aus dem Umfeld kommt. Aber da ist diese, und das sind jetzt meine Worte, diese Verschmelzung und dieses Verwobensein und dieses auch abhängig sein, diese Angst, die dich so... weiter runterzieht und wie wird der reagieren, wenn ich mich trenne. Und vielleicht, so komisch das klingt, auch ein weiteres Verliebtheitsgefühl, dass ...
Und deswegen dachte ich, das ist uns eine Mahnungsbeschluss, die dann wieder hoffentlich Hoffnung macht und uns hier gut rausgehen lässt. Leute, das ist total schön, sich vorzustellen, mit einem anderen Menschen zu verschmelzen. Und das ist doch... Ganz fantastisch, wenn man eine geteilte Realität hat, auf demselben Dampf unterwegs ist, Selbsterweiterung, geteilte Ziele, geteilte Wahrnehmung. Aber es gibt eben auch die große Gefahr,
dass das in negativen Bereichen kommt und dass man vielleicht irgendwann nicht mehr merkt, dass man hier auf so einem sinkenden Kahn ist und runtergezogen wird im Laufe der Jahre und einem das eigentlich gar nicht gut tut. Und da war für mich so wirklich dieses, man muss vielleicht einen Mittelweg suchen. Es ist toll und schön zu verschmelzen, aber das, womit wir heute reingestartet sind, wie dieses Kind das losläuft und auch nochmal um den nächsten Busch gucken will,
und wissen will, wie wäre das da drüben, jetzt auf dieses Klettergerüst alleine zu klettern, brauchen wir auch dieses, wo unsere Kreise noch nicht ganz überlappen. Absolut. Und wo dieser Raum ist, dass ich nicht einheitsbrei in derselben Jack-Wolfskin-Jacke vorm Wohnmobil bin.
¶ Fazit: Liebe genießen, Vielfalt bewahren
und nur noch am Tisch sitze und schweige und mich von meinem miesepetrigen Partner als Frohnatur im Laufe der Jahre immer weiter runterziehen lassen. Genau, pass auf, dass du nicht erstickst. Das, was meine Freundin, die letztens bei mir war, gesagt hat, ich kriege keine Luft mehr.
Ja. Und dann, wenn es dann aber klappt, bitte auch, das ist mir auch total wichtig, weil ich manchmal das Gefühl habe, wir nehmen hier so die Gefühle auseinander und das bei mir auch manchmal selber merke. Leute, wenn ihr gerade
voll verliebt seid und verschmolzen Einheitsbrauen, da richtig drauf steht, euch die gleich Jack-Wolfsken-Jacke oder von mir aus die gesteckte beige Barberjacke mit dem pinken Gurt an eurer Tasche auf den Münsteraner Markt zu tragen. Ey, macht das und genießt das und findet das geil. Und wenn ihr...
tatsächlich Liebe liebt, dann ist das völlig fein. Und ich habe in meinem Hirn schon gemerkt, dass es auch richtig gut tun kann, wenn man da mal Differenzen hat, so einen anderen Blick zu bekommen. Die Liebe auch zu lieben, das ist mir ganz, ganz wichtig, bevor man alles zerdröselt. Wir machen das hier natürlich, weil wir uns für die Forschung interessieren.
für die Psychologie dahinter und weil das unser Podcast ist. Aber manchmal denke ich auch so, Vorsicht, macht euch mit der Analyse nichts kaputt. Ich hoffe, dass diese vier Elemente uns heute ganz viele Perspektiven mitgeben und die Warnung zum Schluss irgendwie auch mitkommt. Aber...
Lasst uns die Liebe auch genießen, wenn sie da ist. Genau, und dann kann man auch den Kopf mal wieder ausmachen und einfach nur tanzen. Ja, auch wenn man es nicht kennt. Vielleicht gerade dann. Vielleicht gerade dann. Mein lieber Leon. Maleva, ich drücke dich. Ich bin heute wieder ein ganzes Stückchen schlauer geworden und habe die ganze Zeit im Hinterkopf den Katalog.
Aber dann fiel mir auf, der Rheinländer, so wie du, sagt ja auch, du lügst. Der Dortmunder sagt aber, du lügst. Ja, Wahnsinn. Ja, oder? Ich war, gestern war ich im Schwarzwald und ich habe einen Typen gegrüßt, der hieß Mike und ich sage, so eine Viertelstunde später, bist du Australier oder so, weil er hatte nur so anderthalb Sätze zu mir gesagt und dann fing der da an.
in so einem Schwarzwälder Akzent aus Merding mit mir zu reden, so einem kleinen Dorf im Nirgendwo. Ey, du, du, und der war die deutscheste Kartoffel, die du dir vorstellen kannst. Und er hat ja noch mit so einem Kellner in seinem Akzenter Mundart geredet. Ich hab... Kein Wort verstanden. Und eigentlich, ich will mich auch nicht nur nicht drüber lustig machen, sondern will dafür werben, weil das ist mir in letzter Zeit immer wieder aufgefallen, alles wird gleich gemacht.
Du gehst in eine Innenstadt in Essen oder im Schwarzwald oder in Chemnitz und überall Zara neben Icos, neben Goldankauf. Und das gleiche ist in Spanien und Italien und selbst in Tokio hast du das Gefühl, wird alles immer wie hier oder amerikanisiert oder gleich gemacht. Und das ist unterschiedlich.
Sprachen gibt. Jeden Tag sterben glaube ich zig Sprachen aus, weil es so viele unterschiedliche Dialekte und Mundarten gibt. Das ist was Geiles. Lass uns das erhalten. Und deswegen sage ich mal lieber schöne Grüße aus dem Ruhrgebiet. Da hast du den ganzen Katalog an Gefühlen. Bam. Tschüss Arzt. Warte, ich habe es noch falsch gesagt. Da hast du den ganzen Katalog an Gefühlen. Ja.
Dann nehme ich die Liebe jetzt mit da raus und freue mich, wenn wir uns hier nächste Woche wiederhören. Und ihr alle da draußen, das wollte ich noch kurz sagen, ey, ich weiß, late to the party, aber ich habe jetzt festgestellt, dass man bei Spotify sogar zu jeder einzelnen Folge Kommentare lesen kann.
Und ich gucke mir die schon lange bei Apple Podcasts an und auch sonst, wenn ihr irgendwo unseren Podcast hört, wir freuen uns riesig über eure Rückmeldung. Und wir lesen das mit Freude, sehen da selber manchmal Inspiration drin, manchmal Kritik.
einfach nur freuen uns über das Lob. Schreibt das gerne darunter, schickt uns sonst E-Mail über post.leonwindscheid.de oder auf unseren Insta-Seiten. Das kommt hier bei uns an, das freut uns riesig, dass ihr alle hier jede Woche mit zuhört und mit uns den Katalog der Gefühle auseinandernehmt. Das ist unsere Symbiose. Symbiose. Mach's gut. Bewahr dir diese Leichtigkeit, die du gerade hast. Ich drück dich. Tschüss. Das war Betreutes Fühlen.
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