¶ 03:30) Intro
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Und als sie 20 ist, da ist Weihnachten für sie ganz anders als die Jahre davor. Im Endeffekt haben meine Geschwister und ich uns dann alleine getroffen. Milena wohnt noch bei ihren Eltern. Aber an diesem Weihnachten geht sie zu ihrem großen Bruder, der schon ausgezogen ist. Aber es war total komisch, dann ohne Mama, ohne Papa und einfach ein ganz komischer Beigeschmack.
Das Geschenkewichteln innerhalb der Familie fällt aus und es gibt auch kein gemeinsames Essen. Schuld daran ist ein Streit zwischen Milena und ihrem Vater ein Jahr zuvor an Weihnachten. Und zwar ging es darum, ich wollte eigentlich ein Video zeigen. Ich habe aber nicht hinbekommen, den DVD-Player irgendwie richtig anzustellen oder irgendwas war da auf jeden Fall. Das ist ja eigentlich echt eine Kleinigkeit.
Aber bei Milena und ihrem Vater reichen schon solche Kleinigkeiten und es eskaliert. Und dann hat mein Papa gesagt, ja, ich kriege ja nichts hin, ich bin ein bisschen zu blöd dafür. Und das hat mich dann wieder... Und dann haben wir uns gestritten und dann bin ich in mein Zimmer und habe dann den Rest des Abends in meinem Zimmer verbracht. Und ein Jahr später sagt ihr Vater, nee, dieses Jahr habe ich deswegen keine Lust auf eine Familienfeier an Weihnachten.
Ihre Mutter findet das zwar nicht gut, sagt aber auch nichts dagegen. Milena muss das hinnehmen. Und das ist schon hart. Dass es an den Feiertagen Streitereien in der Familie gibt, das kennen wahrscheinlich viele von euch auch. Das bedeutet dann zwar nicht gleich, dass Weihnachten ausfällt, aber irgendwie gibt es da einfach viel Konfliktpotenzial.
Ich esse zum Beispiel kein Fleisch und muss mir jedes Jahr aufs Neue wieder Kommentare dazu anhören. Da denke ich mir dann schon manchmal, lasse ich das jetzt auf mir sitzen oder riskiere ich eine Auseinandersetzung? Dass wir uns streiten, ist ja auch nicht nur an Weihnachten so und auch nicht nur mit der Familie, sondern auch in Beziehungen oder Freundschaften. Aber ist das eigentlich gut?
Oder zerstört Streit auf Dauer nur unsere Beziehungen und wir sollten am besten versuchen, uns nicht zu streiten? Social Media ist sich da nicht so einig. Dieses Video ist ein Reminder für jeden, der denkt, Streit in einer Beziehung ist normal und gehört dazu. Ist es nicht und tut es nicht.
Konflikte sind per se nichts Schlechtes, sie bedeuten Kommunikation. Das, was dich stört, was deinen Partner stört, wird angesprochen. Kommt mal auf den Tisch und das ist was Gutes. Wir schauen uns diese Woche also an, ob Streit was Gutes sein kann.
¶ 09:07) Teil 1: Streit: Was ist das und was ist das System dahinter?
Oder ob Harmonie doch besser ist. Und wenn wir streiten, wie geht das dann richtig? Und ich glaube, das ist auch, wenn jemand sich vielleicht vernachlässigt fühlt oder nicht gesehen fühlt, egal ob als Mensch mit seinem Thema oder dem, was ihn interessiert, dann ist Streit einfach ein Weg, da auch reinzugehen. Mein Name ist Lisa-Sophie Scheure und ihr hört Wissen Weekly. Hier liefern wir euch wissenschaftliche Fakten und räumen auf mit gefühlten Wahrheiten.
Damit seid ihr bestens vorbereitet für den nächsten Smalltalk oder auch Deeptalk, auch an den Weihnachtsfeiertagen. Wir lesen für euch Studien, sprechen mit ExpertInnen und mit den Leuten, die es wirklich betrifft. Heute Wie streiten wir richtig? Bevor wir hier richtig ans Eingemachte gehen, kann ich schon mal sagen, ich bin bei Streits eher so Team ansprechen. Also es kommt auf die Situation und auch auf mein Gegenüber an.
Aber wenn mich etwas stört, dann kann ich das nicht einfach so runterschlucken. Aber das ist nicht bei jedem so. Ich streite nicht gerne, weil Streit schon immer ein großes Thema in meinem Leben war und auch schon sehr früh angefangen hat, besonders mit meinen Eltern. Das ist Milena. Sie ist 26, wohnt in Bonn und hat sich auf einen Aufruf in der Wissen Weekly Community gemeldet. Sie merkt irgendwann, Streit, das ist ein schwieriges Thema, vor allem mit ihren Eltern.
Ich habe auch schon sehr früh gemerkt, dass es keine normalen Streit sind, also wie sie zum Beispiel meine Freundinnen mit ihren Eltern haben, sondern dass es immer sehr extrem ist und ich da sehr darunter leide. Als Milena noch zu Hause wohnt, schreien sie und ihre Eltern sich richtig oft an. Ganz oft wegen Kleinigkeiten wie Sachen im Haushalt oder sowas.
Die Streits wurden nie wirklich gelöst. Ab einem bestimmten Punkt geht eine Person weg. Meistens waren es dann meine Eltern und möchten das dann auch nicht weiter klären. Dann habe ich oft so dieses Silent Treatment bekommen. Milena lernt nie so wirklich Konflikte zu lösen. Bei ihr läuft das eigentlich immer gleich ab. Es gibt einen Konflikt, sie spricht das nicht an, weil sie keine Lust auf Streit hat und zieht sich zurück.
Irgendwann geht es aber dann nicht mehr und es bricht aus ihr heraus. Dafür umso krasser und der Streit eskaliert. Ein bisschen, als ob ich Kontrolle verliere. Das ist dann wirklich oft, dass ich mich auch schäme danach. Die Streits mit ihren Eltern klären sich nie richtig. Nach einer Weile spricht einfach keiner mehr drüber. Also Milena vermeidet Streits.
Ich kenne aber auch Leute, die mitten im Streit erstmal eine Pause brauchen, um wieder runterzukommen. Oder solche, die sofort anfangen zu weinen, sobald es zu einem Konflikt kommt. Gefühlt gibt es also schon sowas wie unterschiedliche Streittypen. Aber... Stimmt das überhaupt? Das würde ich so nicht sagen.
Das ist Doris Klappenbach-Lenz. Sie ist an der Evangelischen Hochschule Berlin Professorin für Psychologie und Beratung und ist seit 25 Jahren im Bereich Konfliktmanagement und Mediation unterwegs. Mir würde etwas fehlen, wenn ich nicht... streiten könnte. Ich finde, das gehört dazu. Das ist für mich ein Alltag. Ganz ehrlich, wenn jemand sagen kann, Streit ist für mich Alltag und dabei dann auch noch so fröhlich klingt, dann hat sie das Streit-Game auf jeden Fall durchgespielt.
Bevor wir uns anschauen, ob es wirklich Streittypen gibt, klären wir aber erstmal kurz, was ist denn Streit überhaupt? Ein Streit ist eine Alltagsvariante von einem sozialen Konflikt mit zwei Beteiligten oder mehr Beteiligten. Und es geht um eine Auseinandersetzung zu einem Thema, wo oft Gefühle beteiligt sind.
Ein Streit ist also grundsätzlich eine alltägliche Auseinandersetzung. Zum Beispiel, wenn ihr anderer Meinung seid als euer Gegenüber. Oder wenn ihr ein Bedürfnis habt, was der andere gerade nicht erfüllt. Ab wann ein Streit ein Streit ist, das kann sich allerdings für jeden anders anfühlen.
Ich finde, dass jeder anders empfindet, was jetzt schon ein Streit ist oder was halt noch eine Diskussion oder so. Das macht es ja gerade so spannend. Ich würde das einfach genauso belassen und genießen, weil das ist charakteristisch für einen Streit. Wenn euch zum Beispiel eure Mitbewohnerin etwas genervt sagt, dass ihr vergessen habt, das Bad zu putzen und ihr dann etwas genervt antwortet, dann ist das für manche schon ein Streit.
Für andere ist das aber nicht mal eine Situation, an die sie sich kurz danach noch erinnern. Unsere ganz persönlichen Erfahrungen und Empfindungen sind also entscheidend, ob wir etwas als Streit einschätzen. Aber es gibt schon auch Streits, die aus Sicht von unserer Streitexpertin richtig ungesund werden können.
Wenn es so Muster sind, die sich so einspielen, dass da überhaupt nichts mehr an Veränderung möglich ist, dann ist es, würde ich sagen, statisch und statische Muster sind oft etwas, was zu Krankheit führen kann oder was also belastend in hohem Maß. ist, weil man ist nicht mehr im Kontakt miteinander. Bei Milena und ihren Eltern gibt es diese Muster ja auch. Aber ihr merkt schon, beim Streiten spielen einfach super viele Faktoren eine Rolle.
Deswegen unterteilt die Wissenschaft uns auch nicht mehr in Streittypen. Einfach weil Typisierung, die Menschen in Schubladen einteilen, die Komplexität des Themas nicht auffassen können. Man kann höchstens sagen, dass Menschen halt in Streit, in Konflikten verschiedene Umgangsvarianten haben. Wie wir im Streit reagieren, hängt oft davon ab, wie wir Streits in unserer Kindheit mitbekommen haben oder mit wem und in welchem Setting wir gerade diskutieren.
¶ 16:24) Teil 2: So sind Streits aufgebaut
Wenn ich mir sicher bin, mein Schatzi-Hasimausi-Bärchen liebt mich auf jeden Fall, dann bin ich ja vielleicht weniger unsicher und mutiger und streite vielleicht heftiger, wenn mir Streiten auch liegt. Und wenn ich aber sowieso das Gefühl habe, ich bin da irgendwie so unsicher im Kontakt, dann bin ich vielleicht vorsichtiger und halte mich eher zurück. Aber der Konflikt an sich lässt sich schon in unterschiedliche Typen einteilen.
Wenn man jetzt auf die Konfliktarten guckt, dann würde man überlegen, handelt es sich um einen Zielkonflikt oder um einen Bewertungskonflikt oder um einen Verteilungskonflikt oder so etwas. Ja genau, es gibt unterschiedliche Konfliktarten, sogar noch mehr als Doris Klappenbach-Lenz hier aufzählt. Aber keine Sorge Leute, die müsst ihr euch nicht alle merken, denn diesen ganzen verschiedenen Konflikten liegt häufig ein ziemlich... ähnliches Muster zugrunde. Und das schauen wir uns jetzt mal an.
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Um zu erklären, wie ein Streit abläuft, hat der Konfliktforscher Friedrich Glasel in den 1980er Jahren ein Eskalationsstufenmodell geschaffen. Das passt natürlich nicht immer auf jeden Konflikt eins zu eins. Aber das hat so eingeschlagen, dass es sich bis heute in der Wissenschaft durchgesetzt hat. Und ich finde, diese Stufen sind eine ganz gute Einschätzung, um in so einer Situation auch zu entscheiden, wo bewegen wir uns hier gerade noch.
Quasi wie eine Streittreppe. Die wird auch die Treppe in den Abgrund genannt. Ja, dramatisch. Das Modell unterteilt einen Konflikt in neun kleine Schritte, die sich in drei große Hauptstufen zusammenfassen lassen. Befindet ihr euch im Streit auf der ersten Hauptstufe, dann habt ihr ziemlich gute Chancen, versöhnlich und zufrieden aus dem Streit rauszugehen. Hier habt ihr noch offene Ohren für die Punkte des anderen und ihr seid auch noch kompromissbereit.
Und ihr seid vor allem beide noch der Überzeugung, dass eure Standpunkte durch rationale Argumente irgendwie zusammenfinden können. Bei Milena sieht diese erste Stufe des Streits oft so aus. Ich ziehe mich dann eher zurück und sage auch oft nichts dazu. Am Anfang eines Konflikts spricht sie das Problem lieber nicht an. Das schiebt aber häufig den Streit einfach nur auf. Da sie so auch gar nicht erst in den Austausch geht mit der anderen Partei.
gibt es für sie an der Stelle auch kaum oder nur selten die Möglichkeit, dass Streits ruhig und zufriedenstellend für beide ausgehen. Und tatsächlich hatte ich auch so eine ähnliche Situation dieses Jahr, die sich sehr lange aufgebaut hat. Den Streit gucken wir uns jetzt mal genauer an und gehen mit Milena gemeinsam die Streittreppe runter.
Und zwar hatte ich einen Freundeskreis schon seit der Schulzeit und es war schon immer so ein bisschen in dem großen Freundeskreis diese Dynamik, dass viele hinter dem Rücken reden und dann hört man immer dieses Hörensagen. Milena bekommt mit, dass eine Freundin von ihr sich mit anderen in der Gruppe über Milenas neue Beziehung beschwert. Sie ziehe sich total zurück und wäre gar nicht mehr für ihre Freundinnen da. Kein schönes Gefühl für Milena.
Aber statt das anzusprechen, sagt sie erstmal nichts und schluckt es runter. Das Problem geht dadurch ja aber nicht weg. In ihrem Kopf beginnt jetzt das Gedankenkarussell. Sie kann nicht vergessen, dass ihre Freundinnen hinter ihrem Rücken über sie reden. Die Wut in ihrem Bauch wächst. Dadurch geht ihr Konflikt eine Stufe tiefer auf der Streittreppe Richtung Abgrund. Auf Stufe 2. Die 2. Ebene wäre das ...
Die Steigerung der Eskalation in Richtung, wir kämpfen jetzt um was. Es gibt Gewinner, Verlierer und ich will jetzt nicht der Verlierer sein, also bin ich dabei, ordentlich da Energie in den Konflikt zu geben. Auf dieser Ebene wird es schon brenzliger und auch unfair. Kompromisse sind kein Thema mehr und der andere soll eurer Meinung nach nachgeben. Ihr seid dann überzeugt davon, dass ihr Recht habt und die andere Person nicht.
Ihr wollt auf jeden Fall aus diesem Streit rausgehen und Recht haben. Andernfalls fühlt es sich für euch so an, als hättet ihr den Streit verloren. Milenas Streit mit ihren Freundinnen erreicht diesen Punkt, als sie sich persönlich treffen. Und mir wurde auch tatsächlich ins Gesicht gesagt, ja, dauert ja nicht mehr lange, dann wirst du ja eh wegziehen und dann sind wir egal. Milena will klarstellen, dass das so nicht stimmt und dass ihre Freundinnen im Unrecht sind.
Und wenn man das dann immer wieder zurückhält und es auch nicht anspricht, dann kommt es irgendwann raus und dann explodiert es. Und es endet dann meistens nicht so schön. Dadurch, dass sie ihre Wut so lange runtergeschluckt hat, lässt sie jetzt alles auf einmal raus. Da bin ich dann auch einfach ein bisschen ausgebrochen und habe dann auch gesagt, dass ich das nicht...
okay finde und dass ich das total gemein finde und auch, dass sie halt so hinter meinen Rücken reden. Milena will auf jeden Fall, dass sich die anderen jetzt entschuldigen, was aber nicht passiert. Die Gespräche sind aber nicht nur persönlich, es geht nach dem Treffen auf WhatsApp weiter, wo der Streit dann auch die dritte und letzte Stufe erreicht. erzählt Professor Doris Klappenbach-Lenz. Und beim Point of No Return ist der Name Programm.
Wenn wir diesen Punkt im Streit erreicht haben, dann ist unser einziges Ziel, dass der andere irgendwie Schaden nimmt. Selbst wenn wir uns dabei selbst schaden. Das klingt ganz schön dramatisch. Fakt ist aber, dass der Streit an diesem Punkt nichts Konstruktives mehr hat und beide als Verlierer aus diesem Konflikt rausgehen. Es geht nur noch darum, wer von beiden mehr verliert und mehr zurückstecken muss.
Der Point of No Return kann sein, dass man sich von der Person distanziert oder ihr Gegenüber grundsätzlich misstrauisch ist. Aber es kann auch zu einem richtig harten Cut kommen. Wie bei Milena. Also, dass ich dann auch gesagt habe, ich möchte das nicht mehr. Ich möchte auch mich jetzt gerade nicht mit euch aussprechen. Wenn sich das nochmal ändert, dann werde ich mich melden. Und ich habe mich nicht mehr gemeldet, weil es sich auch einfach nicht geändert hat.
Milena bricht den Kontakt zu ihren Freundinnen ab. Hier ist ganz klar, momentan wird es da keinen Kompromiss und keine Aussprache geben. Beide Seiten wollen nicht nachgeben. Auch wenn das bedeutet, dass ihre Freundschaft zerbricht. Mit ein bisschen Abstand kann Milena die Situation jetzt auch noch von einer anderen Seite sehen.
Das ist auch einfach super ärgerlich, weil das vielleicht von beiden Seiten aus nicht immer so ganz gut lief. Aber ich glaube, wenn man früh genug richtig kommuniziert hätte, hätte man vieles vermeiden können. Und genau da hakt Doris Klappenbach-Lenz wieder ein. Denn auch wenn man den Point of No Return in einer Streitrunde erreicht, muss das nicht für immer das Ende einer Freundschaft oder Beziehung bedeuten.
Dann, finde ich, ist es gut, eine Pause zu machen und eben zu sagen, okay, ich nehme das jetzt erstmal mit, ich muss da jetzt erstmal drüber nachdenken. Das macht auch Milena momentan. Noch fühlt sie sich nicht bereit für eine Aussprache, aber vielleicht kommt das irgendwann.
¶ 20:22) Teil 3: Was macht ein Streit mit uns?
Zu der Pause gehört, dass ich nicht sage, ich bin da jetzt weg, ich rede da jetzt nie wieder drüber, sondern dass ich dann auch die Perspektive aufmache, das dann in absehbarer Zeit weiterhin zu tun. Jeder hat also auch ein Recht darauf, einen Streit auch zu pausieren. wenn es gerade einfach nicht mehr weitergeht. Okay, das war jetzt richtig viel Input. Ich fasse das mal kurz für euch zusammen.
Was ein Streit ist, das empfindet jeder Mensch ein bisschen anders. Grundsätzlich liegt aber allen Streits ein gewisses Muster zugrunde, was sich in Eskalationsstufen einteilen lässt. Im besten Fall kommt es natürlich gar nicht erst zur Rieseneskalation. Aber selbst wenn es ganz schlecht läuft, könnt ihr immer noch den Pauseknopf drücken und ein anderes Mal weiter streiten. Sogar nach einem Kontaktabbruch. Das können wir uns also schon mal merken für unseren nächsten Streit.
Milena hat sich ja für den Kontaktabbruch zu ihren Freundinnen entschieden. Aber der ist ganz schön hart für sie. auch angefangen sehr viel davon zu träumen. Also wenn ich mich richtig streite, dann geht es mir auch oft nicht gut damit. Unser Körper scheint auf Zoff zu reagieren. Und wie genau?
Das gucken wir uns jetzt mal an. Das Stresshormon Cortisol wird ausgeschüttet, das Herz schlägt schneller und dir wird heiß. Das ist meine Kollegin Anna Maybaum, die diese Folge recherchiert hat. Bei einem Streit geht's in unserem Körper also richtig ab.
Wir beginnen zu schwitzen. So, kennst du das, wenn dir so die Zornosröte ins Gesicht steckt? Ja, wir haben das Gefühl, sie sind nur so in Cartoons, aber wahrscheinlich in echt dann auch. Ja, also ich werde sofort immer rot. Wenn der Streit nur kurz andauert, dann erholt sich der Körper davon auch recht schnell wieder. Streit aktiviert unser sympathisches Nervensystem. Das ist der Teil des Nervensystems, der uns bei Gefahr sagt, Achtung Körper, du musst jetzt körperlich und geistig was leisten.
In unserem Fall ist die Gefahr der Streit und für den begeben wir uns sozusagen in Kampfhaltung. Unsere Atmung wird schneller und dadurch kann der Körper mehr Sauerstoff aufnehmen und ist leistungsfähiger. Daneben weiten sich auch die Blutgefäße, auch die im Gesicht. Und schon haben wir rote Wangen. Und auch das Herz hat echt zu tun. Normalerweise schlägt unser Herz so 60 bis 80 Mal pro Minute.
In einem Streit kann die Herzfrequenz um etwa 20 Schläge pro Minute steigen. Wenn du dauerhaft Streit hast, also immer wieder Konflikte und dich mit sozialen Kontakten umgibst, die dir nicht gut tun, dann ... steigt nachweislich der Blutdruck und das führt halt auch dazu, dass Herz-Kreislauf-Krankheiten wahrscheinlicher werden. Krass, oder? Streit kann uns auf Dauer also richtig krank machen.
Sich jetzt aber nie wieder zu streiten, würde ich euch auch nicht unbedingt empfehlen, denn eine Studie der Universität Hohenheim aus diesem Jahr zeigt, dass das auch ziemlich ungesund ist, wenn wir nie sagen, wenn uns etwas stört. Also die Leute, die an der Studie teilgenommen haben, die mussten täglich beantworten, wie wütend oder verärgert sie im Job gerade waren und wie sie dann mit ihrer Wut umgegangen sind. Wer aber halt ab und an mal gesagt hat, Leute.
Das und das passt mir jetzt gar nicht. Der war sogar produktiver im Team. Streit kann also auch gute Seiten haben, sagt auch unsere Streitexpertin Doris Klappenbach-Lenz. Man sagt in Beziehungen immer dieses Reibung, Konflikte oder Streit ist ja Reibung und Reibung erzeugt Wärme und Wärme ist wiederum kuschelig. Kuschelig, das klingt ja schon mal ganz gut. Wenn wir miteinander streiten, dann ist das ja etwas, wo wir uns miteinander beschäftigen.
Also auch wenn es hitzig und unangenehm wird, wir stehen im Austausch miteinander und das ist wichtig, damit wir eine Lösung finden.
¶ 29:06) Teil 4: How To "Richtig zoffen"
Wenn jemand sich vielleicht vernachlässigt fühlt oder nicht gesehen fühlt, egal ob als Mensch oder mit seinem Thema oder dem, was ihn interessiert, dann ist Streit einfach ein Weg, da auch reinzugehen. Streit kann uns also im besten Fall wieder näher zusammenbringen. Wenn es Menschen wirklich um etwas geht.
Dann ist es ja auch die Frage, wie bekommt man, was man möchte? Und da ist Streit natürlich ein klassischer Weg, das in Gang zu bringen, dass über ein Thema, was einem wichtig ist, diskutiert wird. Ich kann durch einen Streit also auch für mich und meine Überzeugung einstehen. Ein ziemlich wichtiger Alltagsskill, finde ich. Also streiten kann uns echt krank machen. Nicht streiten, aber auch.
Deswegen ist es nicht so gut, seine Gefühle die ganze Zeit zu unterdrücken. Denn in einem Streit können wir auch dem Gegenüber vermitteln, was uns wichtig ist. Aber es kommt halt auch immer darauf an, wie wir uns streiten. Wenn wir richtig gut im Streiten sind, dann kann uns ein Streit sogar produktiver machen und nach vorne bringen. So ein Streit kann uns im besten Fall also sogar näher zusammenbringen.
Höchste Zeit also, sich mal anzuschauen, wie wir das denn am besten hinkriegen mit dem Streiten. Deswegen gibt es jetzt unser Wissen Weekly How to richtig streiten. This message may be shocking to many millennials. If you are one, you might want to sit down. Right now, loads of people are searching the following on Depop. Low-rise jeans, halter top, velour tracksuit, puka shell necklace.
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Und dann wäre für mich ideal, tatsächlich so eine Ruhe und Verlangsamung des Gesprächs hineinzubringen, um einfach in Ruhe nochmal nachzufragen, worum geht es dir gerade wirklich? Also erstens durchatmen. Sich wirklich Zeit dafür nehmen, mal kurz runterzukommen. Keine Eile. Zweitens. Dann würde ich versuchen, als allererstes nochmal zusammenzufassen, was ich jetzt von meinem Gegenüber verstanden habe.
Dann kann ich nämlich in meinem Kopf auch nochmal kramen, was eigentlich davon bei mir angekommen ist. Und dann die andere Person zu bitten, dasselbe für mich dann auch zu tun. Das ist jetzt natürlich ein Bilderbuchstreit. Aber manchmal hilft es auch schon, diesen Weg im Hinterkopf zu haben und beim nächsten Streit mal kurz dran zu denken und vielleicht auch nur eine Sache davon umzusetzen.
In Milenas Familie gibt's bei Streitereien dieses Innehalten nicht. Als sie noch zu Hause wohnt, geraten sie und ihr Bruder einmal auch richtig heftig aneinander. Und an einem Tag hatten wir einen sehr belanglosen Streit. Da waren wir in der Küche und haben uns eigentlich nur ein bisschen gestritten, wer jetzt als nächstes den Toaster benutzen darf. Und es hat dann darin geendet, dass wir uns total angeschrien haben.
Kein Durchatmen, kein Zuhören, kein Nachfragen. Milenas Mutter bekommt den Streit mit und spricht sie darauf an. Sie sagt etwas, das Milena wirklich zum Grübeln bringt. Du bist aber auch sehr schwierig. Es ist ja auch sehr schwierig, mit dir zu reden. Das sitzt. Milena ist echt verletzt. Das Verhältnis zu ihren Eltern ist ja eh schon etwas angeknackst. Aber es löst auch etwas in ihr aus.
Sie beginnt, ihr Verhalten im Streit zu hinterfragen. Und das war auch ein Moment, wo ich dachte, okay, vielleicht bin ich schwierig, vielleicht kann ich nicht reden, vielleicht kann ich nicht streiten. Und vielleicht muss ich aber auch irgendwas machen, um immer wieder aus diesen Situationen rauskommen zu können, besonders mit meiner Familie. Sie beschließt, sich Hilfe zu holen und beginnt eine Therapie, um dort an ihrem Verhalten in Streits zu arbeiten.
Mit ihren Eltern über ihre ungesunde Streitdynamik zu sprechen, klappt allerdings nicht so richtig. Ich habe es versucht. Ich habe es besonders bei meiner Mama versucht, wo ich sagen würde, das funktioniert noch mehr.
als in der Dynamik mit meinem Vater. Und da kam dann halt aber auch oft, das habe ich so gar nicht gesagt oder das haben wir so gar nicht gemeint. Milena muss mit der Zeit feststellen, hier kommt sie nicht weiter. Auch weil ihre Eltern sich nicht so richtig damit auseinandersetzen wollen.
Milena lernt aber, dass sie bei jedem Streit, der abseits ihrer Eltern auf sie zukommen wird, anders reagieren kann. Und das hat auch geholfen. Und da habe ich halt besonders auch gelernt, zu meiner Familie Distanz aufzubauen. Sie zieht zu Hause aus und lernt Schritt für Schritt, wie sie sich im Streit konstruktiver verhalten kann. Zum Beispiel mit gewaltfreier Kommunikation.
Habt ihr vielleicht auch schon mal gehört. Das ist ein Konzept, das einem dabei helfen kann, besser zu streiten. Professor Doris Klappenbach-Lenz erklärt uns das nochmal genauer. Es geht eigentlich darum, bei der gewaltfreien Kommunikation, dass ich nicht Blümchensprache spreche, sondern dass ich wirklich sage, was ist statt was nicht ist. Ich gebe euch mal ein Beispiel dafür.
Ihr seid mit eurer Freundin verabredet und die kommt zu spät. Und zwar nicht nur dieses Mal, sondern bei jedem Treffen. Statt jetzt direkt mit Vorwürfen zu starten, könnt ihr erst mal sagen, es ist halb eins. Wir waren für 12 Uhr verabredet. Das ist eure Beobachtung. Dann...
füge ich hinzu, was meine Bewertung der Situation ist. Also dieses Beobachtung und Bewertung trennen. Jetzt kommt der Schritt, bei dem eure Gefühle ins Spiel kommen. Hier dürft ihr sagen, was das in euch auslöst, dass eure Freundin immer zu spät kommt. Also zum Beispiel... Das verletzt mich, weil ich das Gefühl habe, unsere Verabredungen sind hier nicht wichtig genug, um pünktlich zu sein. Und da achtet ihr dann am besten auf eure Formulierung. Das hat Milena zum Beispiel auch gelernt.
Wichtig dabei ist nämlich, in der Situation bei sich zu bleiben. Das war nämlich auch oft etwas, wenn ich sage, du hast das und das gemacht oder du machst das und dann fühle ich mich blöd oder dann fühle ich mich verletzt. Das kann auch oft als Vorwurf aufgefasst werden. Bleibt also in der Ich-Perspektive. Schildert eure Gefühle. Du, du, du führt meistens nur dazu, dass sich euer Gegenüber unnötig angegriffen fühlt.
Bei der gewaltfreien Kommunikation geht es immer darum, zu gucken, was ist das Bedürfnis, was eben hinter dem aktuellen Gefühl und hinter dem Verhalten in einer Situation steht. Heißt, im dritten Schritt könnt ihr euch fragen, warum euch das stört, dass eure Freundin zu spät kommt und sagen, ich fühle so, weil du mir so wichtig bist, ich gerne Zeit mit dir verbringe und hoffe, dass es dir umgekehrt genauso geht.
Und wenn ich weiß, was ein Bedürfnis ist, dann kann ich einfach Ideen entwickeln, wie wir gemeinsam diese beteiligten Bedürfnisse auch umsetzen. Und das funktioniert laut diesem Konzept am besten, wenn ihr als letztes eine Bitte an die andere Person richtet. Wichtig, kein Wunsch, sondern eine Bitte. Eine Bitte ist etwas ganz Konkretes, das die andere Person auch sofort oder sehr bald umsetzen kann. Zum Beispiel, ich würde mich freuen, wenn du das nächste Mal pünktlich kommst.
Zugegeben, das ist jetzt sehr theoretisch und auch echt das Best-Case-Szenario. Aber im Prinzip geht es um eine Sache. Was erfüllt sich mir dadurch das? Und wenn ich da mit diesem Merksatz in ein Gespräch hineingehe, dann komme ich leichter zur Bedürfnisebene. Also immer erst mal kurz fragen, warum ich jetzt unbedingt will, dass die Freundin pünktlich kommt, dass der Partner die Spülmaschine ausräumt oder ich nicht will, dass mein Aussehen ständig kommentiert wird.
Das gilt übrigens auch, wenn euch Streiten richtig schwerfällt. Wenn euch etwas stört und ihr das eurem Gegenüber sagen wollt, dann macht euch vorher klar, warum euch was genau stört und wie ihr das dem anderen mitteilen wollt. Also ich glaube, dieses sich selber klar machen, Konflikt ist eine Form von Dialog oder Auseinandersetzung mit Themen. Und man kann sagen, also ich gehe jetzt nicht in den Konflikt hinein, sondern ich gehe in ein Gespräch hinein.
Ihr wollt in den Austausch kommen und für euch einstehen. Das endet dann nicht zwangsläufig in einem totalen Desaster und im Kontaktabbruch. Im besten Fall quatscht ihr darüber und versteht euch dann beide gegenseitig besser. bleibt also auf der ersten Stufe der Streittreppe. Und? Üben, üben, üben ist da wirklich der Schlüssel. Der Tipp von meiner Kollegin Anna klingt zwar anstrengend, aber gutes Streiten will leider echt gelernt sein.
¶ 31:53) Fazit
Ihr müsst jetzt aber nicht deswegen bis Weihnachten noch schnell ganz viele Streits anfangen. Doris Klappenbach-Lenz sagt nämlich auch, nicht jeder Streit lohnt sich über Weihnachten. Man muss nicht alles ansprechen. Manchmal hilft auch ein kleines Spiel im Kopf, um sich nicht zu schnell über seine Verwandtschaft aufzuregen.
Ich kann natürlich das Gespräch auch dadurch gut überstehen, dass ich mir mein eigenes Bullshit-Bingo bereithalte im Hinterkopf und da mir meine Häkchen setze sozusagen, um mich selber in so eine Gelassenheit zu bringen. Aber es gibt natürlich auch Themen an Weihnachten, die sich nicht so leicht weglächeln lassen und die man auch nicht weglächeln sollte. Rassismus zum Beispiel. Stellung beziehen ist dann wichtig.
Ich kann ja sagen, okay, das habe ich jetzt gehört, ich sehe das ganz anders, möchte das jetzt nicht weiter vertiefen, aber einfach nur sagen, das ist nicht meine Vorstellung von dem, wie wir miteinander umgehen wollen oder wie wir über Menschen reden. Gespräch beendet. So bricht kein Riesenstreit aus, aber ihr macht trotzdem klar, so geht das nicht.
Und klar, hört die andere Person nicht auf oder ihr wollt es nicht bei einer Stellungnahme belassen, dann ist auch eine Auseinandersetzung an Weihnachten völlig legitim. Zu Streits über politische Themen haben wir übrigens auch schon mal eine Folge gemacht, die verlinken wir euch in den Shownotes. Das war jetzt echt eine ganz schön lange Anleitung, wie ihr zu Streitprofis werdet. Ich fasse das nochmal kurz zusammen.
Wenn es gerade richtig Knatsch gibt, dann hilft es häufig, tief durchzuatmen und nochmal zu wiederholen, was der andere gerade gesagt hat. Wenn ihr etwas mehr Zeit habt, etwas anzusprechen, das euch stört, könnt ihr das zum Beispiel mit dem Konzept der gewaltfreien Kommunikation probieren. Ihr müsst im Eifer des Gefechts dann natürlich nicht robotermäßig das Konzept Schritt für Schritt abarbeiten.
Es hilft schon, sich zu fragen, was ist eigentlich mein Bedürfnis hinter meiner Wut und das eurem Gegenüber dann zu sagen. Streit muss per se nichts Schlechtes sein. Klar, Streit stresst unseren Körper nachweislich. Und wenn es immer nur Krach gibt, dann kann das sogar krank machen. Aber in Beziehungen muss man miteinander kommunizieren. Und dazu gehören eben manchmal auch Auseinandersetzungen. Das ist völlig okay.
Wie wir streiten, hängt dabei immer total von unseren eigenen Erfahrungen, der Situation und dem Gegenüber und so weiter ab. Ein Streit folgt häufig einem bestimmten Muster. Und wenn es einfach nicht weitergeht, dürft ihr euch auch erstmal ausklinken und zu einem späteren Zeitpunkt weiter diskutieren. Richtiges Streiten lässt sich außerdem lernen. Es kostet zwar Übung, aber das kann sich lohnen. Milena kann das mittlerweile auch schon viel besser.
Klar, das klappt noch nicht bei jedem Streit, aber sie traut sich mittlerweile, Dinge schneller anzusprechen und nicht so lange mit sich herumzutragen. Und auch wenn sie jetzt an Weihnachten denkt, ist das nicht mehr nur purer Horror für sie.
¶ 32:55) Community Q&A
Dieses Jahr feiern auch alle wieder zusammen. Ich bin ein bisschen positiver eingestellt als vielleicht noch vor ein paar Jahren. Wir haben auch tatsächlich dieses Jahr ein bisschen Familienzuwachs bekommen. Also ich bin Tante geworden und das sind so kleine Dinge, die bringen dann die Familie doch nochmal zusammen.
Wenn ihr auch die nächsten Folgen nicht verpassen wollt, dann folgt unserem Podcast auf Spotify und aktiviert die Glocke. Nach dem Abspann beantworten wir noch eure Community-Frage zum Thema Streit. Also bleibt dran! Nächste Woche geht's bei uns um... Feuerwerk und warum wir das irgendwie nicht sein lassen können. Was aber das Feuerwerk auszeichnet, ist, dass es eben unvernünftig ist, dass es vielleicht auch darum geht, Geld zu verschwenden, etwas Unnützes.
Vielleicht auch was Unvernünftiges zu tun. Wenn ihr Fragen zum Thema Feuerwerk habt, schreibt sie uns gerne in die Kommentare. Dann beantworten wir sie euch am Ende der nächsten Folge. Ich bin Lisa-Sophie Scheurel und bedanke mich bei allen, die mit uns für diese Folge gesprochen haben.
bei Milena aus unserer Community und natürlich bei Doris Klappenbach-Lenz. Wenn ihr uns Lob oder Feedback schicken wollt, dann könnt ihr das gerne per Mail tun, und zwar an hallo-at-wissen-weekly.de. Wir freuen uns auf Post von euch. Alle TikToks, die wir in dieser Folge verwendet haben, findet ihr in den Show Notes. Wissen Weekly ist eine Produktion von Spotify Studios in Zusammenarbeit mit Kugel und Niere. Executive Producers Daniel Nicolau und Michael Bartlewski.
Audio-Produktion Hammer und Amboss. Redaktion Anna Maybaum, Lea Dakowski und ich, Lisa-Sophie Scheure. Creative-Producer Nadine Raba. Lime-Producer Sarul Krause-Jentsch. Hi, hier ist Lena aus dem Wissen Weekly Team. Wie immer beantworten wir noch eine eurer Fragen zum Thema dieser Folge. Und die heutige Frage kommt von Konrad. Ist es normal, bei einem Streit zu schreien? Gehört das dazu oder ist das prinzipiell schlecht?
Laut werden in einem Streit ist erstmal eine ganz normale menschliche Reaktion. Wenn ihr wütend seid, dürft ihr das auch zeigen. Wut immer zu unterdrücken, ist langfristig keine gute Idee. Das haben wir ja auch schon gehört. Trotzdem sollte man sich fragen, ist das hier gerade noch konstruktiv? Auf welcher Streitstufe sind wir? Versuche ich den Streit gerade einfach nur zu gewinnen? Das wäre dann in der Streitstufe 2 oder vielleicht sogar 3. Oder suchen wir gemeinsam eine Lösung?
Also Streitstufe 1. Und gemeinsam eine Lösung finden ist eben viel schwieriger, wenn einer dabei schreit. Deswegen hilft in solchen Momenten oft, Pause machen, tief durchatmen, runterkommen und dann weiter streiten, wenn wir uns wieder ready für einen Kompromiss fühlen.
