Sie wollte nie Schokolade: Das tragische Leben der Trude Herr - podcast episode cover

Sie wollte nie Schokolade: Das tragische Leben der Trude Herr

Mar 16, 202615 min
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Summary

Diese Episode beleuchtet das bewegte und oft tragische Leben von Trude Herr, einer legendären Kölner Schauspielerin, Sängerin und Theaterleiterin. Sie kämpfte gegen das Korsett der Ulknudel, setzte sich für die Arbeiterklasse ein und erlebte trotz großer Erfolge auch persönliche Enttäuschungen und gesundheitliche Probleme. Von ihrer armen Kindheit über ihren Durchbruch als Filmstar und Theaterdirektorin bis zu ihrem einsamen Tod zeichnet das Zeitzeichen ein Bild einer authentischen und unvergesslichen Künstlerin.

Episode description

Trude Herr lässt die Nachkriegszeit lachen. Derb, kölsch und stolz auf ihre Wurzeln, hat sie die "kleinen Leute" im Blick. Am 16. März 1991 stirbt die Kölnerin in Südfrankreich.



In diesem Zeitzeichen erzählt Irene Geuer:

  • an welchem außergewöhnlichen Ort Trude Herr lernt, schlagfertig, spontan und witzig zu sein,
  • wie Trude Herr mit dem Kölner Volksschauspieler Willy Millowitsch auskommt,
  • warum der WDR Trude Herrs Dokumentarfilme über Afrika nicht senden will,
  • mit welchem Lied sich die Sängerin 1987 auf die Fidschi-Inseln verabschiedet,
  • wie Trude Herr nach Köln zurückkommt und schließlich in Südfrankreich stirbt.

Trude Herr hat es nie leicht im Leben. Ihre Familie ist arm und wohnt Ende der 1920er-Jahre in Köln-Mülheim. Der Vater arbeitet als Lokführer in der Chemischen Fabrik Kalk. Er ist Kommunist und aktiv bei den Arbeiteraufständen, später im Naziregime kommt er ins Konzentrationslager.

Im Beruf fühlt sie sich oft von Produzenten und Regisseuren zurückgesetzt. Trude Herr ist gerne mal laut und fährt den Leuten über den Mund. Immer mit dem Gefühl: Ich darf mich nicht unterkriegen lassen. 1977 pachtet sie ein Theater in der Kölner Südstadt. Das Haus ist oft ausverkauft. Ihre wenigen ernsten Stücke werden beachtet, erfolgreicher bleibt sie aber als Ulknudel.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Marina Barth (Buchautorin und Chefin des Kabarett-Theaters Klüngelpütz in Köln)
  • Uli Kievernagel (Stadtführer und Trauerredner in Köln)
  • Marina Barth: Am Kronleuchter hängen wir nicht immer. Köln 2024
  • Heike Beutel und Anna B. Hagin: Trude Herr. Ein Leben. Köln 2021

Weiterführende Links:

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Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de
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Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.

Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Irene Geuer
Redaktion: Sefa Inci Suvak

Transcript

Intro / Opening

R D Sounds Ich hatte einen Jeden Abend von meinem Publikum reich.

Trude Herr: Kindheit, Kampf und Aufstieg

16. März 1991 Todestag von Trude Herr, Schauspielerin, Sängerin und Theaterleiterin. Moin. Moin. Ausgeschlafen. Ja, da wollen wir mal. Ja, dann wollen wir mal. Trudeherr ist die Frau, die Nachkriegsdeutschland zum Lachen bringt, mit Heinz Erhard oder anderen großen Schauspielern dieser Zeit. Das ist für sie eine wunderbare Erfahrung, denn sie führt nicht. Aber gleichzeitig will sie die Biederkeit im konservativen Nachkriegsdeutschland, den braven Witz der Heimat und Musik. überwinden

Furore machen. Ich bin Gestorben. Ich hätte sie gerne. sagt der bekannte Schauspielintendant Jürgen Flimm nach ihrem Tod. Er hat sie nie engagiert, er war, wie er sagt, nie auf den Gedanken gekommen, sie könnte Interesse an ernsten Rollen haben. So bleibt sie Zeit ihres Lebens gefangen im Korsett der Ulknudel. Und doch hat sie die Menschen erreicht, die ihr wichtig waren. Ich freue mich immer, wenn es armen Leuten mal gut geht. Freue ich mich unwahrscheinlich.

She wanted theater for these little machines, they kept chance had a gross building to have. For these walk to theater machen, Space machine, derbe space out there. Aber auch

Engagiertes Theater. Marina Barth hat das Leben der Trude Herr aufgeschrieben, aus Sicht der Schauspielerin und Sängerin. Sie hat auch ein Theater in Köln, Kabarett im Klüngelpütz. Ähnlich dem der Trude Herr damals in der Kölner Südstadt. Marina Barth war Anstrengend der Job ist, und sie bewundert diese kleine Frau, die über Jahrzehnte viele Menschen ins Theater und auch ins Kino, in Karneval-Sitzungen oder vor den Fernseher locker. Trudeher hatte es nie leicht im Leben.

Sich oft von Produzenten oder Regisseuren zurückgesetzt gefühlt. Nach dem Motto, die ist nicht wichtig. Sie ist schon so auf die Welt gekommen. Also, ihre Mutter wollte kein drittes Kind. Aber die haben sie sehr geliebt, sicher zu Hause, und nicht vernachlässigt oder so. Das auf keinen Fall. Aber dennoch ist sie in dem Bewusstsein groß geworden.

Sie wäre eigentlich nicht nötig gewesen. Familie Herr wohnt Ende der 1920er Jahre in Köln-Mülheim. Der Vater arbeitet als Lokführer in der chemischen Fabrik Kalk. Er ist Kommunist und aktiv bei den Arbeiteraufständen. Später im Naziregime kommt er ins Konzentrationslager. Die Familie kämpft mit der Armut. Gertrude oder kurz Trude geht zur Volksschule. Danach will sie nur eins: Schauspielerin werden. Die Eltern sind nicht bekannt.

Die große Schwester Aki hatte schon zu etwas gebracht. Sie eröffnet, Krieg eine Spedition mit Fahrschulen. So, denn damit hilft sie Trode, wo sie kann. Die kleine Schwester soll im Film, natürlich die Autofahrer, eine Fahrlehrerin spielen. Trude hat keinen Führerschein und keine Ahnung vor. Im Film ist sie dank Aggie Profi. So, Herr Dubermann, jetzt kommen Sie mal ganz genau zu what I didn't say. And nun lassen Sie das linken Pedal langsam los anders langsam ja. Ganz langsam. Ganz langsam.

Welchen Wagen nehmen wir jetzt? Der Film wird 1959 ein Kassenschlager. Da ist Trude Herr schon gut im Geschäft. Die jugendliche Trude tingelt erst einmal nach dem Krieg mit einer Schauspieltruppe über die Dörfer für einen Apfel und ein Ei. Im wahrsten Sinne. Dann landet sie im Kölner Volkstheater von Willi Milovic. Und hat offensichtlich mit ihrer Frechheit und Chutzpe den Melovic zumindest erst mal überrumpelt. So da ist er ihr eine kleine.

gegeben hat. Aber die beiden, die als die Kölschen Originale in die Geschichte der Volkstheater eingehen werden, verstehen sich nicht. Sie fand die Stücke doof und langweilig und von übergestern und er fand sie unverschämt. Was sie sicher auch wahr. Tode Herr ist oft laut und fährt den Leuten über den Mund. Immer mit dem Gefühl, ich darf mich nicht unterkriegen lassen.

Als Milovic seine Schauspielerinnen und Schauspieler in den Nachkriegsjahren nicht mehr bezahlen kann, versucht es Trude mit einem eigenen Theater und scheitert an den Kosten. Ihr Vater, der die KZ der Nazis überlebt hat, drängt sie unerbittlich, Arbeit zu finden. Und sie findet. That's kinda. Da waren ihre politischen und sicherlich sehr weltoffenen Eltern auch wirklich schockiert, dass sie in ein Schwulen-Lokal ging.

Aber sie lernt dort Schlagfertigkeit, spontan und witzig zu sein. Die illustren Kunden sind ihre Lehrer. Und dann meldet sie ihr damals bester Freund und Mentor, Gustl, Gustav Schellhardt, zu einem Karnevalswettbewerb des WDR an. Das kannste, soll er gesagt haben, und recht behalten. Sie gewinnt und wird vom Kölner Karneval entdeckt. Aber das geht nicht gut. Der Sitzungskarneval ist mit Albert. Hofenaren haben im Karneval keine Freiheit mehr.

Aber wie ist das Thema so lange abgehakt, da rede ich mich nicht mehr drüber ab. So organisierte Freude und so da. Sie hatte sich Ende der 1950er Jahre ganz gehörig mit der organisierten Kölner Fröhlichkeit angelegt. Sie zeigt ein großes Herz für diejenigen, die in der Nachkriegszeit besonders schikaniert werden. Sie spricht in breitestem Kölsch als Besatzungskind und thematisiert die stigmatisierten dunkelhäutigen Kinder deutscher Frauen und amerikanischer GIs.

Komm her, Maritze Bill, auf der Kellertreppe sitzt ein Tier, das wollen wir mit dir erschrecken. Ich bin gerade wieder von der Straße laufe, Jange, da haben sie hier Rufe. Come and see for Brand Maritze Bill. Because of the Keller Trap, that's it's a rose dealer. That will meet you for schreck ma. Da hat man mir damals gesagt, I would my heimatstadt in the schmutz ziehen.

Ich soll doch lieber so Köschchen machen, da hatte ich keine Lust zu. Und als sie als Festkomiteesgattin auftreten will, ziehen die Karnevalisten die Reißleine. Schluss damit.

Künstlerische Vielfalt und persönlicher Schmerz

Trude kann es egal sein. Sie wird gerade Ende der 1950er Jahre vom Film entdeckt und eine glorreiche Zeit beginnt, finanziell. Sie kann sich Urlaube mit der ganzen Familie in Griechenland leisten oder mit Gustel, dem guten Freund, ihr angeblicher Partner, der aber seine Liebe heimlich mit einem Mann lebt. Für ihn ist sie Alibi. Für sie ist er ein Vorzeigemann. Ich bin kein...

Einer ihrer größten Schlagererfolge als Sängerin. Obwohl sie immer sagt, Es ist die Tragik ihres Lebens, dass sich ihre Sehnsucht nach dem einen Partner nie wirklich erfüllt. Das überspielt sie oft mit Humor und Selbstbewusstsein. Ich will keine Schokolade hätte aus ihrer Feder stammen können. Sehr wahr, obwohl sie den Text nicht geschrieben hat. In diesem Lied geht es eigentlich um eine Kaffeemaschine. Perculator heißt das Lied in Amerika.

Und der Text ist für sie draufgedichtet worden, and sie hat da mit Sicherheit keinen Einfluss drauf gehabt. Hat eine eigene Maskenbildnerin. Sie kann sich kaufen, was sie will und legt ordentlich in Hüftgold an. Aber sie war halt auch nicht doof. Sie hat ja sehr schnell mitbekommen, welche Rollen sie da spielen muss und welche sie nicht spielen darf.

Und das waren immer die gleichen. Es war immer die Dicke, die in die Torte plums, die nicht durchs Fenster passt, die rückwärts in die Badewanne fällt voller Schaum oder so, immer. Das hat sie verletzt. Ernste Rollen bleiben ihr verwertet. Nur ein einziges Mal wird sie für eine politische Botschaft gefragt. In dem Film Sing aber spiel nicht mit mir tanzt sie 1962 vor dem Spiegel einen Twist. Und just im selben Jahr erschüttert die sogenannte Spiegelaffäre die Bundesrepublik.

Das Nachrichtenmagazin erklärt die Bundeswehr für nur bedingt einsatzbereit. Und plötzlich bekam der Spiegel-Twist einen anderen Twist. Nämlich den, dass er mit dieser Spiegelaffäre und mit der politischen Aussage, die dahinter arbeitet. steckte, zusammenhing. Und auf einmal war sie auf der richtigen Seite mit dem richtigen Song. Das hat sie, glaube ich, Mal für eine Zeit lang sehr glücklich gemacht.

Und als die deutschen Heimat- und Spaßfilme immer unbeliebter werden, amerikanische Streifen, die Kinos erobern, und Trude kaum noch Aufträge bekommt, da erklärt sie sich zur Produzentin und will Dokumentationen über dieses Film. wunderbare Afrika drin. Das ist leider nicht unser. David Allen. tief enttäuscht. Nein! Sie ist tödlich beleidigt.

Wieder, so glaubt sie, wird sie nicht ernst genommen. Aber sie berappelt sich und schmiedet neue Pläne. 1977 pachtet sie ein Theater in der Kölner Südstadt. Ich hatte ein 500-Personen-Haus, zehn Jahre und zehn Jahre aus. Ohne Unterstützung der Stadt Köln. Das wird sie immer kritisieren. Die Volkstheater, das betrifft auch ihren Konkurrenten Willi Milowitsch. müssen selbst klarkommen. Ich habe also Federn gelassen, eh. Also es war nicht möglich unter vierzehn Stunden täglich.

And I must the stuff. I have some gross time in the hopefully gespielt. She is often by the probe in theater. Is it not your gusto, it's a good one. Die Schauspieler lassen es über sich erklären. Trude zahlt gut. Und das Haus ist tatsächlich oft ausverkauft. Im Publikum immer wieder auch Prominenz aus der großen Politik. Ihr Herzenspublikum bleiben die sogenannten kleinen Leute. Sie spielt für sie, die Putzfrau, die sehr höher ist als ihre Arbeitgeber.

Kölsch, eine Obdachlose, die in einer Kneipe von Männern betrunken ist. Und auf ihre Kosten sich amüsieren. Wird und alle anderen haben ihren Spaß damit, und am Ende stirbt die junge Frau. Das ist

Gesundheitlicher Niedergang, Abschied und Vermächtnis

Dreiglas Kölsch. Ihre wenigen ernsten Stücke werden beachtet. Erfolgreicher bleibt sie als Ulknudel. Aber immer öfter ist sie nicht zu Scherzen aufgelegt. Schmerzen plagen sie. Sie hat Nieren und Gallenkolliken. Mitte der 1980er werden schwere Gefäßverengungen in ihren Beinen festgestellt. Das Wort Amputation steht im Raum. Geht nach unten. Im Sommer 1977. Sie kann kaum noch laufen. Bevor sie auf die Fidschi-Inseln zieht, macht sie noch einmal Furore.

Traurig, schön. Und vielen Menschen bis heute unvergessen. Der Kölner Stadtführer und Trauerredner Uli Kiefernagel wird immer wieder darauf angesprochen. Die hat schon eine gewisse Besonderheit. Gesungen mit den köllschen Musikgrößen Tommy Engel und Wolfgang Niedecken, die aber nur schmücken des Beiwerks sind. Ihr Vermächten. Bruder Herr ist unfassbar wichtig bei jeder Göltschenbeere. In dieser Beerdigungs-DNA verankert, das ist.

Nummer 1 Hit der Gölschenbeerdungen. Nach diesem Abschied zieht sie sich auf die Fidschi-Inseln zurück. Allein. Das Thema Partnerschaft bleibt bis zum Schluss schwierig. Ahmed, den sie während ihrer Afareisen kennenlernt, wird sich nicht daran gewöhnen, dass sie die Geldverdienerin ist. Die Ehe geht in die Brüche. Samuel Auffici ist eher so etwas wie ein Betreuer und Maiordomo. 1988 wird er das Bundesverdienstkreuz verliehen. Das freut sie. Aber sie muss nach Köln zurückkehren.

Das Geld reicht nicht mehr. Und dann bringt ein ehemaliger Mitarbeiter sie auch noch um eine letzte Gage. Sie zieht mit geliehenem Geld nach Südfrankreich und stirbt. Allein. Der Presse wird erklärt, sie sei einem schweren Asthmaanfall erlegen. Auf dem Nordfriedhof in Köln wird sie im Familiengrab beigesetzt. Es gibt ein Denkmal, ein kleiner Park und eine Grundschule in Köln sind nach ihr benannt. Revuen und Theaterstücke erinnern an ihr bewegtes Leben. Bis heute hat sie einen Fanclub. Trude H.

Aber sie ist keine Ikone. Sie hat Brüche in ihrem Leben, sie hat Brüche in ihrem Lebenslauf gehabt. Und so gesehen war sie sehr authentisch. Und sie vergaß nie ihre Herkunft, die Kindheit in einer armen und stolzen Familie. Man steht sein Leben lang auf der Seite. Ich habe das Gefühl, zur Arbeiterklasse zu gehören. Und ich habe das sogenannte Lieschenmüller-Lieb. Jeden Tag ein Stück Geschichte.

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