Hallo und herzlich willkommen zu einem neuen Vinyl Talk. Wir sind wieder über den Dächern der Landeshauptstadt im Überwegs und ich freue mich über einen ganz besonderen Gast heute, denn heute wird es kreativ, heute wird es nachhaltig, heute wird es international und ich freue mich über einen Gast, der so zwischen Tradition und Transformation sich bewegt. Sie ist Unternehmerin, sie ist Gründerin, sie ist Repräsentantin, sie ist vor allen Dingen Architektin und sie ist
auch eine tolle Frau, die seit vielen Jahren auch für Gleichberechtigung kämpft. Ich freue mich auf den Talk mit Dilek Ruf. Herzlich willkommen. Dankeschön Uwe. Vielen Dank für die Einladung. Ja, schön, dass du da bist. Ich habe schon gerade gesagt, du bist Architektin, so eine kleine Einstiegsfrage. Wir sprechen nachher noch über strategische Stadtentwicklung, über Bauen im Bestand oder Bauern in der Zukunft. Wann hast du für dich entdeckt, das wird mein Thema? Hast
du als Schülerin schon gedacht, ich will mal Architektin werden? Hast du schon mit Bauklötzen gespielt? Wo kommt das her? Ja, ich wollte tatsächlich als Schülerin immer Journalistin werden und das war eigentlich auch klar. Also das war meine große Leidenschaft. Ich schreibe einfach gerne und ich mag es, um Dinge zu verstehen, warum die Dinge so sind, wie sie sind, zu hinterfragen und es
war ein totaler Zufall, dass ich in die Architektur geraten bin und also wirklich Zufall, Zufall. Ich glaube, das erste Mal bewusst sein darüber, was Architektur bedeutet, das war tatsächlich in Rom, als ich im Petersdom war und das ist ja schon ein mächtiges Bauwerk und man versteht aber an diesen Gebäuden auch natürlich was Raumwirkung ist, was das auch auslösen kann und das Architektur natürlich nicht nur einfach das Gebäude ist, sondern auch letztendlich immer eine Botschaft hat.
Also da ist zum Beispiel auch hartes Fremd Macht zu tun, aber es hat natürlich auch das Spirituelle und so weiter. Also lange Rede und kompakt zusammengefasst. Nein, das wusste ich nicht, es war tatsächlich ein Schlüsselmoment, ein Zufall. Ich habe dann eine Freundin, einer Freundin getroffen, die in Darmstadt damals an der TU angefangen hatte, Architektur zu studieren, die war so begeistert, dass ich dachte, ich schau mir das an und dann habe ich mich für den Weg
entdeckt. Hast du alles richtig gemacht, will ich mal sagen. So, jetzt wurde ich ein bisschen kennenlernen. Du hast natürlich auch vier Platten mitgebracht. Wenn man in den Vinyltor kommt, muss man sich mit Musik ein bisschen kennzeichnen. Welche Platte möchtest du denn als erstes mal uns so ein bisschen mit auf den Weg geben, um nicht ein bisschen kennenzulernen? Also wir haben ja angefangen mit der Frage, warum Architektur. Ich würde gerne mit Mozarts Requiem empfangen. Das ist ja schon
richtig schwere Kost, ehrlich gesagt. Aber ist eigentlich mit einer total leichten Zeit verbunden, weil es mit der Studienzeit verbunden ist und dort ist es besondere mit der Phase des Diplom. Und es ist ja so, das hat es vielleicht auch etwas mit diesem spezifischen Beruf zu tun,
das wirst du aber aus deiner kreativen Arbeit aufwissen. Es gibt eben nicht die eine richtige Lösung und du kannst immer weiter forschen, immer weiter machen und und und und und und und und und das ist aber vielleicht auch das, was so herausfordernd und gut ist und auf der anderen Seite manchmal auch aufreibend ist. Für mich war es die Platte, die mich durch mein Diplomienbeck begleitet
hat. Zwar eine sehr, sehr intensive Zeit. Es war natürlich auch die Zeit, die eine Phase im Leben beendet hat, die einfach so ganz ganz besonders war, wo man wahnsinnig viel gelernt hat, viel erlebt hat, maximal frei war und und all das, was auch Studien bedeutet und natürlich auch Einstieg in ein Thema gefunden hat, was jetzt für mich nicht so selbstredend aus meiner Biografie heraus Teil unseres Weges war. Es ist ja auch zeitlos, weil ich habe nochmal recherchiert 1791.
Also jetzt liegt diese Platte. Das ist ja auch tatsächlich sehr zeitlos. Das heißt also Kreativität hat alle Zeiten immer wieder da, man kann immer wieder anhören und ich habe es mir auch tatsächlich nochmal extra angehört oder so. Ich fand es auch ganz inspirativ. Es war so ein
schöner musikalischer Raum, der flutet, habe ich so gefühlt. Ich finde auch, da gibt es vielleicht auch eine Analogie zum Bauen, zur Architektur, wo man sagen muss, es gibt so die breite Masse dessen, was wir bauen, ist Alltagsarchitektur und im besten Falle ist die wirklich auch mit großer Sorgfalt gemacht und dann gibt es aber wiederum diese Leuchttürme, die genau wie dieses Werk einfach nochmal etwas darstellen machen, auch mit uns machen, was dieses viele andere, was aber auch
gut sein gut ist und uns auch begleitet, was eben auch nochmal eine andere Rolle, eine Stüsselrolle
einnimmt. So das ganz besondere. Ja genau, also so gibt es eben auch Bauwerke, wo man sagen kann, eine Stadt wie Rom ist ja einfach in sich erstmal ein unfassbar tolles Konstrukt, was ja auch über Jahrtausende gewachsen ist und dennoch gibt es auch dort in diesem großen schönen auch die Meilensteine auch in der Architektur, die einfach besonders herausstechen sind und die von auch wirklich muss man sagen einfach von besonderen Genies und Ausnahmeltalenten auch entwickeln.
Muss man sagen, jetzt kommen wir von Rom, mal langsam wieder zurück nach Niedersachsen. Jetzt muss man dich nochmal ein bisschen vorstellen, bis du ja Landesvorsitzenden des BDA Niedersachsen, also bist sozusagen auch in einer Repräsentationsfunktion, Führungsfunktion, also deine Kolleginnen, die alle sich sozusagen darin entsprechend zusammenfinden, gucken und haben
vielleicht auch eine gewisse Erwartungshaltung. Du bist am Ende des Tages ja auch Gründerin, hast ja dein eigenes Büro mit 17 Architektinnen, 15, aber jede zweite ist wahrscheinlich auch eine Frau, das ist dir glaube ich auch richtig so, also bist mittendrin in der Szene und jetzt so ein bisschen mal um so auf das Thema zu kommen, Smart City, habe ich gedacht, wir fangen mal mit Smart City an, weil du sagst ja strategische Stadtentwicklung, ich glaube für viele ist das
gerade eine Strategie, wir machen unsere Stadt zur Smart City, was würdest du eigentlich als strategische Stadtentwicklerin als eine Smart City empfinden, was ist deine Definition?
Naja ich glaube, also wir neigen ja manchmal dazu Dinge, die so, wie soll ich sagen, die so die Basis des Zusammenlebens des Zusammenwirkens, Dinge und Fragen über Ressourcen, über Zukunft, über Perspektive neu zu etikettieren und manchmal etikettieren wir sie so, dass wir eigentlich nur einen kleinen Auszug nehmen und meinen, das ist die Halsformel und Smart City wird ja oftmals mit einer Technologie verbunden, aber eigentlich ist Smart City viel, viel, viel mehr
als jetzt zu sagen, wir haben ein intelligentes Park-Light System zum Beispiel. Es muss nicht digital sein, also viele denken, man smart immer wegen Smartphones, das muss immer digital sein. Aber das ist glaube ich dieses Etikett, was dann auch dazu führt, dass man im Grunde genommen eine Verengung im Denken durchführt oder dass eine Verengung im Denken stattfindet und beim Smart City Thema ist es ja tatsächlich so, dass es eigentlich eine, eine hohe technische Belegung auch tatsächlich
ja hat. Bei Smart City denkt niemand oder denkt man nicht darüber nach, so erlebe ich die Debatten. Was ist eigentlich so mit so ganz banalen Dingen? Also wir kommen ja, wenn wir uns mit Stadt entwickeln, spielt ja das Planungsrecht eine ganz große Rolle. Das ist natürlich ein trockener Begriff, wenn ich jetzt erzähle, Bau, Nutzungsverordnung. Ja klingt auch sehr politisch irgendwie. Ist es, bauen ist politisch und insofern ist auch Stadt politisch und das ist,
ich bin politisch. Oder musst du unpolitisch sagen? Nee, ich bin, ich bin parteiunabhängig in dem, was ich beruhspolitisch und baupolitisch vertrete.
Ich bin aber generell einfach ein politischer Mensch, ich komme aus einem politischen Haushalt, ich bin sicherlich auch so sozialisiert und es ist schon so, dass mich gesellschaftspolitische Fragen extrem beschäftigen und mit dem, was wir machen und das ist tatsächlich etwas so, muss ich sagen, ich habe das zu Studienzeiten noch nicht so verstanden, vielleicht, weil es auch in der Zeit, als wir studiert haben oder als ich auch studiert habe, noch nicht ein dieses Bewusstsein mitgegeben
wurde, wie weitreichend eigentlich die ökologischen, ökonomischen sozialen Folgen dessen sind, was wir da tun. Heute ist es zum Beispiel ganz anders. Also sofern, um nochmal darauf zurückzukommen, ich bin ein politischer Mensch und sehe unsere Rolle auch als Verband, natürlich schon auch darin, dass wir im Sinne der Gesellschaft die Dinge auch zum Besseren bewegen. Smart City, wie würde ich
das eingrenzen? Für mich wäre es natürlich so, dass sie sagen, wir müssen die technologischen Möglichkeiten, wie heute haben und die uns in unseren Prozessen besser machen, die müssen wir nutzen, weil es letztendlich auch Strukturen zu begreifen, Strömen zu begreifen und solche Dinge uns natürlich dabei hilft, schneller zur Entscheidung zu gelangen. Es bedeutet aber nicht, dass wir diese Themen, die einfach relevant sind, also ein Thema zum Beispiel Flächennutzung, wir klagen
alle darüber, dass es keine Flächen mehr in der Stadt gibt. Fahr bitte die Farmwalder Straße hoch und schau dir die Gebiete links und rechts an. Da kann man sagen, ist es richtig, dass entlang einer an den ÖPNV unmittelbar angebundenen Straße, reihenweise sich Gebäude aneinander rein, die maximal eingeschossig sind, große Flächen zu Verfügung gestellt werden, wo Autos parken und
so weiter und so fort. Und ist es richtig, im Grunde genommen eine Stadt, die maßgeblich in den Nachkriegsjahren auf einer auch anderen städtebraulichen Idee basierend, weil auch die Gesellschaft anders war, weil man anders produziert hat und all diese Parameter, das wirkt ja immer ein. Auf statt ist es aber richtig, das so zu lassen oder brauchen wir im Grunde genommen in unseren Städten nicht dann doch eine Reform, dass wir mit dieser Ressour zu Boden besser umgehen, dass wir unsere
Quartiere wieder besser durchmischen, dass wir Flächenzuweisungen neu gestalten. Das sind natürlich Projekte, wo man sagen muss, du wirst da keine schnellen, schnelle Sichtbarkeit haben, dennoch sind das Dinge, wo du einfach eine Leitplanke um die setzen zu können, einfach langfristig und strategisch so eine Stadt entwickeln musst. Das ist für mich Smart City. Und wenn du so von wir sprichst, muss das dann die Politik lösen oder ist in diesem wir eine neue Idee des Gemeinsam
versteckt? Also wer muss sich eigentlich engagieren für diese Stadt? Also ich glaube, dass wir, das ist gar nicht so neu, also wir als BDA und ich auch in meiner Rolle als BDA-Vorsitzende vor des BDA Hannover, bin ja schon lange im Grunde genommen auch eben Austausch mit der Politik, mit der Ratspolitik und auch mit der Verwaltung, mit Unternehmen, mit anderen Verbänden, mit der
Architektenkammer. Insofern, dass wir es nicht neu, würde ich nicht sagen und ich glaube, dass wir es auch notwendig, damit man zu Lösungen kommt und wir stellen fest, jetzt spreche ich wieder für den BDA in unserer langjährigen politischen Arbeit, dass letztendlich der, wie soll ich sagen, dass die Politik auch uns als Sparring-Partner will und auch braucht. Also dass es da eine sehr konstruktive Zusammenarbeit gibt und das Gleiche kann ich sagen, ist auch
auf Landesebene so. Wir sind ja auch mit dem Ministerium eng im Austausch, fast diese N-Bau-Ohn-Novellierung angeht haben wir eng mit, gemeinsam auch mit der Landeshauschatanova, mit der Architektenkammer, mit befreundeten Verbänden auch mit dem Ministerium gearbeitet. Ich glaube, die Idee ist nicht neu.
Gibt es neue Akteure vielleicht heutzutage? Also müsste man vielleicht so unter dieser neuen Gesellschaft vielleicht auch andere Menschen noch mit partizipieren lassen in diesen Entwicklungsprozess? Also welche Rolle spielt die Wirtschaft, der Handel oder vielleicht so die Bildung? Also vieles kommt ja auch ein bisschen neu in eine neue Sortierung. Du warst ja in dem Innenstadt-Dialog auch beteiligt.
Das war ja ein Beirat, der extrem breit aufgestellt war und ich würde wagen zu behaupten, dass dort eigentlich alle relevanten Akteure oder alles Spaten der Gesellschaft durch Akteure, die für diese Interessen einstehen, beteiligt waren. Dass ich dort mitgewirkt habe, weil ich in dem Fall die Interessen oder die Haltung aus unserer Plana sich vertritt, ist ja klar. Ich war da nicht als die Leckruf-Privatperson und würde vielleicht in manchen Dingen auch als Privatpersonen
möglicherweise die Dinge anders sehen. Aber insofern glaube ich, diese breite Beteiligung gibt es. Und da würde ich sagen, ja, also ich tue mich da manchmal so schwer. Also die müsste eigentlich ja immer noch besser werden. Ich glaube, das war ein Anfang. Vielleicht ist das auch für uns ungewohnt, weil man hat dann vielleicht auch mal gesagt, ja, dann soll die Politik sich darum kümmern
oder die Politik und die Architecken. Vielleicht muss man das einfach größer machen. Also vielleicht ist Smart City sogar auch der Versuch, größtmögliche Mengen, größtmögliche interdisziplinäre Meinungen auch miteinander zu verbinden, um das Beste für alle rauszuholen. Also Stichwort, welche Stimme haben die Kinder und Jugendlichen vielleicht in der Stadtentwicklung oder welche Stimme haben Senioren, die auch immer mehr werden und Barrierefreiheit immer mehr eine Rolle spielen.
Also ich glaube, das ist auch ein großer Moderationsprozess, der da stattfindet. Ja, ich glaube dennoch, es ist auch so, dass wir ja gewählte Vertreterinnen und Vertreter haben. Also wir haben diese Diskussion an anderer Stelle vor einigen Tagen geführt, ob es zum Beispiel einen Bürgerrat nochmal zusätzlich zum gewählten Rat braucht. Und wenn man sich die Struktur des Rats anguckt, sind es ja wirklich auch aus allen Gesellschaftskreisen Menschen, die wir in dieses
Parlament gewählt haben, die eigentlich unsere Interessen vertreten müssen. Und jetzt kann man sagen, ja, aber das ist Politik. Also ich glaube, diese Abstraktion und diese Loslösung vom Politik aus dem, was es ist, ist kein abstrakter Begriff. Es sind Menschen dieser Stadt oder Menschen dieses
Landes, die dort aktiv sind. Nichtsdestotrotz ist es sicherlich richtig zu sagen, es gibt auch Bereiche, wo wir eine breite Beteiligung brauchen, wo diejenigen, die das Ganze dann in Bebauungspläne zum Beispiel übersetzen müssen oder in politische Beschlüsse übersetzen müssen, auch genau
dieses Sparrow-Partner sich suchen müssen. Das halte ich schon für richtig. Wir haben jetzt als BDR in unserer Arbeit festgestellt, das im Grunde genommen und das ist völlig egal, ob ich jetzt die NBO betrachte, die Novellierung, die hoffentlich in der Art und Weise auch vorne, also Niedersächsische Bauordnung. Wir haben jetzt das Jahr im Grunde genommen wirklich sehr
intensiv daran gearbeitet. Wir reden ja viel darüber, dass Bauern immer teurer wird, woran nicht, dass es liegt natürlich auch unter anderem an unserer Gesetzgebung und aus der Praxis kommend. Und das ist, glaube ich, der Mehrwert, den dann Politik und Verwaltung draus ziehen kann. Aus der Praxis kommen können wir schon ziemlich klar benennen, welche Maßnahmen
gut sind und welche Maßnahmen schlichtweg schädlich sind. Also wenn wir über so was wie bezahlbares Wohnen gehen, dann können wir nicht ausblenden, dass eine Gesetzgebung gibt, die mittlerweile beispielsweise den Bestand im Falle einer Nutzungsänderung mit einem Neubau gleich
setzt. Und dann kann man sagen, wenn wir die Gesetze nicht ändern, dann müssen wir aufhören, diese Debatte zu führen, weil Bauen im Bestand und auch Bestandsanhalt auch mit Blick auf Abbruch, auch auf Nachhaltigkeitsfragen, auch auf Baukulturfragen einfach anders nicht beantwortet werden kann, als das Ergebnis zu sagen, es ist teurer. Sehr gut, du hast gerade schon so ein paar Stichworte gegeben. Ich gucke auch immer ein bisschen auf die Zeit, denn wir haben ja tatsächlich noch so
schöne viele Themen. Aber jetzt müssen wir erst nochmal eine neue Platte auflegen. Lass noch mal was Neues hören, was hast du noch mitgebracht. So, ich hole mal jetzt die, schau mal, Carlos Santana. Carlos Santana, das ist ja auch ein... Super-natural. Eine auch wirklich wunderschöne Platte. Ja, auch eine ganz besondere, weil es war so ein bisschen so ein Comeback auch bei der Platte. Ja, das stimmt. Ja. Er war nämlich schon so ein bisschen verschollen, dann kam auf einmal
diese Platte. Also ich kann dir sagen, was die Platte, ich war ja in meinem Studium für eine Weile in LA und habe dann einen großen Architekturjuro gearbeitet und habe dann auch die Möglichkeit gehabt, so ein paar Dinge zu besuchen und so weiter und bin dann mit meinem Volvo durch die müsste quasi gefahren Richtung Vegas und habe diese Platte gehört. Also was man von LA oder die habe ich auch tatsächlich auch viel in LA gehört, während ich durch die Stadt gefahren bin.
Also Maria, Maria, oder Smoothie oder Black Magical Men oder es sind ja wirklich wunderschöne Lieder und was man in LA lernen muss, es gibt auch tatsächlich ein für die Architektenschaft ein relevantes Buch, das sich damit auseinandersetzt auf viele. Aber was man von LA lernen kann, ist im Grunde genommen wie gesellschaftliche Haltung auch über Stadt prägt. Also LA ist ja im Grunde genommen im Gegensatz zu New York ja aus einer Idee entstanden, man ist dahin gekommen in
die totale Lehre und mit einem ganz anderen Gesellschaftsmodell. Jeder hat seine Parzelle, wenn du durch diese Stadt fährst, du fährst und fährst und fährst. Geodrahek gemacht. Genau, mit dem Geodrahek. Jeder hat seinen Grundstück, also das Maß an allen Familienhäusern ist ja wirklich Wahnsinn. Also es gibt im Grunde genommen Downtown LA, das hat so eine stetische Dichte, das hat im Grunde genommen diesen Gedanken der europäischen Stadt und der rest der Stadt ist
dieses der amerikanische Traum. Und es ist so, dass man sagen kann, so Stadt ist auch immer ein Abbild, ein gebautes Abbild dessen wie eine Gesellschaft auch funktioniert. Ja, das ist schon spannend. Von daher, das ist eine Platte, die ich einfach nach wie vor aus sehr gerne höre,
wie man auch und genau diese Phase begleitet hat. Dich begleitet ja auch, dass die Frage die Zukunft des Bauerns, ich will aber gerne nochmal auch so ein bisschen vielleicht mit dem Blick auf die eigene Stadt oder vielleicht auf Deutschland, was waren eigentlich die großen Fehler in der
Vergangenheit? Ist das erlaubt, die Frage zu stellen? Also bevor wir über die Zukunft sprechen, man sagt ja immer, man lernt ja aus der Vergangenheit, damit die Zukunft besser wird, was sind eigentlich die großen Sünden oder vielleicht Fehler von Bauern in der Vergangenheit gewesen? Ja, ich glaube also genau da ist die Diskussion, wo man sagen muss, ist nicht ein
Aburteilen. Also es muss man einfach klar sagen, dass es natürlich aus der heutigen Perspektive natürlich sehr, sehr einfach ist zu sagen, ach, das haben die falsch gemacht und das und das und das und das ist glaube ich falsch. Also es ist so wie du sagst, wir können davon lernen ohne dort Richter oder Anwalt zu spielen und letztendlich einfach uns damit auseinanderzusetzen. Nichts ist ja aus einer schlechten, wie soll ich sagen, aus einer schlechten Absicht heraus entstanden.
Das Immetent nun nicht, andere Dinge nicht, Stadtentwicklungen. Die sogenannten Betonbauten. Ja, wobei also genau, also da kann man nochmal eine separate Diskussion zu führen, aber was ich sagen möchte ist, es ist in all dem Thema, in all den Themen des Bounds sind die, sind viele Dinge nicht aus einer schlechten Absicht entstanden, sondern eigentlich auch immer für Knüfft mit einer Vision von Gesellschaft. Und wenn man beispielsweise die Dokumentation aussieht zur Errichtung des
Krabbgen, das war ja wirklich Zukunft. Also man hat da Zukunft gebaut, dass auch das, was Hilleprecht nach dem Krieg hier mit dieser Stadt gemacht hat, wie er die Bürgerinnen und Bürger überzeugt hat, der Landeshauptstadt, Fläche zu geben mit seinem, man spricht ja von der autogerechten Stadt, was ja aber nicht ganz stimmt, weil Hilleprecht der Zeit, wie ich gesagt hat, die Masse an Verkehr wird so zuliehen, dass wir im Grunde genommen ein leistungsfähiges System
brauchen und darüber hinaus den öffentlichen Nahverkehr stärken müssen. Und Hannover hat ja schon damals im Grunde genommen mit eines der leistungsfähigen U-Bahn-Systemen aufgebaut. Also es war ja wirklich so ein Megaprojekt. Und das war auch nur möglich, weil es von einer breiten Gesellschaft getragen wurde, von der Bürgerschaft getragen wurde, von der Wirtschaft getragen wurde. Und dennoch stellen wir fest, dass manche Dinge sich eben durchaus zum Negativen
auswirken. Also wenn man jetzt den City-Ring entlang fährt, gibt es ja einfach mehrere Punkte, wo man sagen kann, die Stadt zerfällt, weil du einfach riesige Lehrräume hast. Du hast natürlich eine ganz klare Priorisierung des Autos. Man hat auch, wie soll ich sagen, eine Vereinzelung von Architektoren, die da folgen. Man hat ein anderes Bild der Stadt. Man hat die nutzungsgeteilte Stadt, auch das ist ja das Ergebnis, was wir heute hier in der Innenstadt
diskutieren. Und so gibt es ja viele Dinge, wo man sagen kann, das war im Ergebnis, hat es einfach auch auch auch negative auswirken. Und dennoch war es aus der Zeit heraus gesehen total nachverziehbar. Also insofern glaube ich, es geht gar nicht darum, ist es natürlich schon auch ein Stück weit ein hartes Erbe. Aber man muss auch in die Zeit zurückblicken, in der diese Stadt hier nahezu zerstört war. Also 90 Prozent der Stadt waren einfach nicht mehr extent. Wie würdest du denn
mit dieser Erfahrung jetzt ins Heute springen oder vielleicht sogar schon ins Morgen? Was ist denn jetzt die Innovation, die jetzt kommen muss mit dem, was wir wahrscheinlich selber antizipieren oder was wir erwarten oder was wir unseren Enkeln hinterlassen müssen? Welchen Scheiter müssen wir denn jetzt bedienen, um diese Zukunft der Stadt oder Zukunft des Bauens auch in die Realität zu bringen? Ich würde sagen, wir müssten eigentlich Stadt als das verstehen,
was sie ist. Also vielleicht ein Schritt sogar zurückgehen. Jetzt gar nicht in dem Sinne, dass wir historisierend bauen, sondern dass wir einfach zur Kenntnis nehmen müssen, dass Stadträume folgen gewissen Prinzipien und die sind an vielen Stellen in der Nachkriegszeit
aufgebrochen, weil man eben auch ein anderes Bild von Stadt formuliert hat. Aber wir sehen einfach, dass letztendlich, wenn diese schädliche Gefüge nicht stimmen, wenn zum Beispiel die Hierarchie zwischen Gebäuden und Straßen nicht stimmen, wenn Plätze, Platzfolgen, Straßenbreiten und so was und auch die Sorgfalt der Gestaltung der Architektur nicht stimmt, dann ist es wahnsinnig schwierig, dort einen Umfeld zu bieten, was zukunftsfähig ist. Das ist die eine
Ebene, also die strukturell gestalterische Ebene. Die andere Ebene ist natürlich die funktionale Ebene, wo man sagen muss, die erkennt es hat sich ja nun glücklicherweise ja schon auch, weit durchgesetzt, dass die Idee der nutzungsgeteilten Stadt keine gute ist. Also, dass die Städte, ob das jetzt Paris ist oder andere kleine Städte oder auch Hannover, die Stadt der kurzen Wege, das haben wir festgestellt, ist eigentlich das, was idealerweise passieren sollte. Wir haben das hier
in Hannover ja zum Beispiel am hohen Ufer umgesetzt. Das ist ja diese Neubebauung, wo man sagen kann, das ist ein Stück 24/7 Stadt, zwar am Rang des Stadtkerns. Aber es ist etwas, wo man sagen kann, warum ist es besser oder warum funktioniert es besser? Weil dort im Grunde genommen zu jeder Tages- und Nachtzeit Funktion auch da sind. Und das hat was dazu, dass man auch Wohnen drin hat, dass man Bildungseinrichtungen, Gastronomie und und und und nicht diese Stadt so eindimensional
denke ich. Dieses 24/7, also "The City That Never Sleeps", das ist so auch ein Urtraum für Stadtentwickler. Ich würde sagen, dass es eigentlich so die, also zumindest für die europäische Stadt, ist es ein Leitbild, was schon immer existent war. Also es ist so ein bisschen vielleicht auch in sofern so ein Stück weit back to the roots, was so diese generelle, diesen generellen Umgang mit Nutzungen angeht, als jetzt etwas, was man sagen kann, dass es jetzt eine neue Erfindung und dennoch
ist das ein leistungsfähiges System, wie wir ja feststellen. Auf der anderen Seite muss man auch sagen, jetzt die Problemstellung, mit dem wir uns auch hier in Hannover auseinandersetzen und nicht nur wir, sondern alle steht in Deutschland und darüber hinaus, ist ja genau und das meine ich mit diesen Wechselwirkungen. Das Stadt natürlich auch mal ein Abbild der Zeit ist, auch Architektur, ein Abbild der Zeit ist und natürlich all die wirtschaftlichen, sociologischen Auswirkungen
sich dann in Baumanifestieren. Also insofern ist es vielleicht ein Stück weit back to the roots, dennoch wird sich das vielleicht ein Stück weit anders abbilden, weil wir sicherlich heute noch mal andere Anforderungen haben und vor allem schnellere Veränderungen haben. Kommen wir gleich zu, weil ich glaube, es ist ein schönes Stichwort für das Thema Nachhaltigkeit, die neuen Herausforderungen und andere Anforderungen, aber vorher müssen wir noch mal wieder in die Plattenkiste
gerade und deine dritte, deinen dritten Sound mitbringen. Das ist der Senaxo, Gülümsen, also eine wunderschöne Platte. Musst du ein bisschen erklären, weil ich glaube, dass es in der Türkei ein richtiger Superstar, ein Megastar, zu Recht, ja, also ist wahrscheinlich bei uns jetzt relativ unbekannt, also behaupt ich jetzt einfach mal, aber wo hast du sie das erste mal kennengelernt oder hast du
Kassette gehört oder 90er Jahre ist das glaube ich das allwählende Wissen. Ja, genau, das Anzelsenachso kommst du nicht vorbei, also das ist so eine der Megastimmen, ich weiß nicht ob du die Platte gehört hast und ich kann auch gar nicht verurteilen, wie das so für Deutsche Ohren klingt, so für mich. Das muss man einfach feststellen, sie gilt ja als eine der modernen Künstlerinnen, die dennoch
auch tradierte Musik neu interpretiert hat und so weiter, absolut starke Frau. Ja, genau, genau, also sofern ist es schon etwas, wo man sagen kann, sie ist auch ein Frauentypus, der in der Türkei einfach eine ganz andere Präsenz entfaltet hat, weil sie einfach eine sehr emanzipierte Frau ist, eine sehr, sehr kluge Frau, eine sehr politische Frau, also insofern, das ist aber nicht der Grund, warum man sich zu ihrer Musik hingezogen fühlt oder nicht,
also für meine ursprünglich türkischen Ohren ist es einfach etwas, ich bin in der Türkei
geboren und bin dann hier eingeschult worden. Also bist du als kleines Mädchen nach Bayern, nach Bayern, nach Bayern, ja, ja, genau und das ist auch tatsächlich eine Musik, die mich einfach so mit diesen beiden Welten verbindet, unsere Urlaubszeiten dann auch in der Türkei, wo wir dann irgendwie, weil sie vier oder sechs Wochen am Meer waren und einfach diese Sprache wieder zuhören und sofern ist es etwas, was so ein bisschen weniger präsent ist in meinem Alltag, aber was
eigentlich immer da ist und was einfach... - So zeitloser Weg begleitet. - Genau und auch immer andere Emotionen und Erinnerungen auslöstet und ich glaube, um nochmal auf dieses Thema stattzukommen, es ist natürlich auch eine Summe der Biografien, die uns begleiten und die natürlich auch Einfluss auf Stadt haben und hier in Hannover, die Stadt, wie wir sie heute kennen, ist ja von jenen gebaut worden, die ganz, ganz stark vom Ersten Weltkrieg und dessen Folgen, gesellschaftlichen
Folgen geprägt waren und die auch ein neues Zukunftsbild aufbauen wollten und dann natürlich ganz, ganz wesentlich vom Zweiten Weltkrieg. Also auch Hilleprecht gehörte ja zum Stab von Speer, dem quasi Reichsarchitekten und hat die Zerstörung der Städte kartiert und also sofern, die, ich glaube, die Biografie, die auch wir Plahnden haben, haben natürlich massiven Einfluss auch auf das,
wie wir, welche Visionen wir entwickeln können oder eben auch nicht. - Das heißt, Menschen machen Zukunft, Menschen sind diejenigen, die gestalten und jetzt müssen wir ja tatsächlich, weil ich hatte den Begriff ja auch schon gesagt, dieses Wort Enkelfähigkeit ist ja gerade so in aller Grunde. Wir machen uns ja viele Gedanken zum Thema Nachhaltigkeit. Eigentlich wollen ja eigentlich auch alle nachhaltig werden und Schritt für Schritt. Jetzt geht es um dieses Thema Bauen oder
städtische Nachhaltigkeitsentwicklung. Ich weiß, du bist ein großer Kritiker vom Thema Abriss. Also viele sagen ja immer, "Bei so, das reißen wir erst mal ab und dann machen wir das schön neu." Aber jetzt kommst du und erklärst uns vielleicht, warum der Abriss eigentlich gegenüber dem Klimaschutz oder gegenüber der sogenannten grauen Energie, vielleicht kannst du das ein bisschen auffächern. Warum das eigentlich so kritisch gebeut werden müsste und wie Nachnutzung im Bestand eigentlich
besser aussehen könnte. Erzähl es ein bisschen was dazu. - Ja, also man muss sagen, dass natürlich nicht jede Architektur oder jedes Gebäude sich für eine Nachnutzung eignet. Es gibt auch Gebäude, da muss zum Beispiel, wenn man ein innerstädtisches Grundstück hat und da ist ein Eingeschosser drauf, muss man natürlich darüber nachdenken, dieses zu ersetzen, weil der Nutzung, also der Nachhaltigkeitsfaktor, darin besteht, dass du einfach mehr Fläche in einer infrastrukturell
gut gewundenen Umgebung erschließt. Also du gibst einfach mehr Wohnraum, mehr Flächen für Büros und so weiter. Also insofern diesen Abwägungsprozess, den wird man nicht abstellen können und es gibt in der Tat auch Gebäude, die strukturell wirklich schwierig sind und nicht nachgenutzt werden können. Aber was man einfach feststellen muss, das ist so eine Tendenz der letzten Jahre oder auch schon lange, dass die Architektur Gebäude so ein Stück weit zu Wegwerfprodukten
erklärt wurden. Dass man das auch oftmals damit begründet hat, guck mal, jetzt reisen wir diese Schule ab und ersetzen sie gegen einen, ich sag mal, Holzhybridbau und da ist noch eine PIV Anlage drauf und so weiter, ganz nachhaltig. Und da muss man sagen, das ist einfach schlicht falsch. Also oftmals ist es schon so, dass man, wenn man auch gerade die Schulgebäude der 70er Jahre anschaut oder Bürogebäude und so weiter, dass die Hochleistungsfähigkeit durchaus
sind, weil es oftmals starke Gelettsstrukturen sind. Also du hast eine wirklich strukturell intelligente Geschichte da, genau, könntest du die weiterentwickeln und sagst, ja, aber die Unterrichtskonzeptungen und so weiter. Also wenn wir nicht in der Lage sind, zu sagen, die zum Beispiel auch Nutzungsanforderungen haben sich verändert, wir unterrichten heute anders als ich und ich nicht in der Lage bin, das in Gebäude zu übersetzen, dann muss man
davon ausgehen, dass du alle 10, 15, 20 Jahre Gebäude beiseite schiebst. Das kann es einfach nicht sein, also das ist kein Grund und letztendlich auch die Frage der grauen Energien, wenn man sich ein Bestandsgebäude anschaut, steckt im Grunde genommen der Wert dieses Gebäudes darin, dass es schon 50 Jahre, 100 Jahre, 200 Jahre besteht. Also gut gebaut Gebäude, gut gestaltete Gebäude, die auch anpassungsfähig sind.
Gutes Energieinvestment sozusagen. Ja, also es gibt einfach nichts besseres als ein Beitrag zur Nachhaltigkeit durch gute, braukulturell wertvolle Gebäude, die ihren Beitrag auch noch in 200er Jahren leisten können, wenn wir schon längst weg sind. Das ist im Grunde noch mehr etwas, wo man sagen kann, das ist eine Engeltauglichkeit. Und natürlich hat es auch etwas damit zu tun, dass dieses ganze Thema bei uns weiter auch zum, in den Fokus
der Investoren gerückt ist. Das ist auch gut so, weil es letztendlich ja auch positive Entwicklungen gibt und gar, aber dass natürlich auch die Bewertung von Gebäuden ein Stück weit aus kurzen Perspektiven sich entwickelt hat. Und das ist schädlich. Also ich glaube noch mal vielleicht eingedanke zur Engeltauglichkeit. Ich glaube, das eine ist wirklich dieses rein bauliche Thema. Also wenn man sagen kann, wir diskutieren da über das Einzelne Gebäude.
Das andere ist in der Tat, was mich einfach extrem beschäftigt. Engeltauglichkeit im Sinne dessen das Gebäude ja auch ein Wert darstellen. Und wenn wir uns momentan anschauen, was passiert da in dem Spektrum? Wir diskutieren ja heute ganz massiv die Frage dessen, was ist bezahlbarer Wohnraum? Seit den 2000ern hat sich die Anzahl der sozial geförderten Wohnungen von etwa zwei Millionen auf etwa eine Million halbiert und die Kommunen stehen vor riesigen Herausforderungen.
Allein in der Region Hanova werden 2025, ich meine etwa 23.000 Wohnungen aus der sozialen Mischung rausfallen und eigentlich wissen wir gar nicht, als Gesellschaft, also wenn ich von wie sagen, als Gesellschaft, wie gehen wir damit um? Und du wirst ja immer Wohnungen brauchen für Menschen, die sich diese Mietpreise nicht leisten können.
Ist das nicht ein Entwicklungsdilemma, dass man einerseits den Menschen den möglichst günstigen, bezahlbaren sozialen Wohnraum geben muss und dem gleichen Moment aber natürlich auch Städte so gestalten will, dass sie für alle Anspruchsgruppen die Armen und die Reichen, also die Konsumierenden, die Wenigkommunismierenden so attraktive Punkte sind. Ist das ein Dilemma,
was man irgendwie auflösen kann? Ich glaube, das ist kein Dilemma. Also wenn man sich die Stadt Wien anschaut, Wien hat aber auch ein 100 Jahre werdenden Gesellschaftsvertrag und das ist ganz beeindruckend, weil in den 2000ern, als wir zum Beispiel unsere Wohnungsbestände abverkauft haben hier in Deutschland ganz massiv, die Nilek ist ja damals auch veräußert.
Ja, ja, das war die Land-Bau-Gesellschaft. Man hat damit dann die Haushalte kurzzeitig refinanziert und die Ergebnisse kennen wir heute und die eine oder andere Immobilie ist auch ziemlich runtergewirtschaftet worden, nicht alle, also auch das ist klar und jetzt
wird wieder zurück erworben. Also die Auswirkungen sind einfach enorm und wenn man sich jetzt Wien anschaut, finde ich, zeigt es einfach, dass die Tragweite dessen, wenn du eine gute Bodenpolitik machst und auch als öffentliche Hand einfach ein anderes Interesse hast, als 10 Jahres Investitionszyklen oder 30 Jahre, sondern es ist ein Ewigkeitsprojekt.
So, dann hast du natürlich eine andere Basis. Also Wien hat mittlerweile, wenn ich mich nicht täusche, etwa 220.000 Wohnungen, die der Stadt gehören, die vermietet werden. Der Zugang zu diesen Wohnungen ist ab einem Netto pro Kopf Einkommen, nicht Haushaltseinkommen von 5.500 Euro möglich. Warum machen die das? Weil die sagen, wir bauen nicht Armut, wir bauen Zukunft. Also sprich, diese Idee der sozial durchmischten Stadt hat natürlich
Auswirkungen. Und welche sind das? Das sind natürlich auch finanzielle Auswirkungen auf die Kommunen. Wenn man es nicht schafft, sozial zu durchmischen, ist es einfach so, dass der Zugang zum Arbeitsmarkt, also nehmen wir an, wir sagen, naja, soll doch jeder dort aufhauen, wo er es sich leisten kann. Und nun ist es ja so, dass viele Menschen in unserer Gesellschaft die Jobs machen, die notwendig sind, damit diese Gesellschaft funktioniert,
die eben nicht so hoch bezahlt sind. Und dann sagt man, ist doch okay, dass die jeden Tag eine Stunde fahren, um dann an der MAH irgendwie ihren Dienst als Krankenschwester zu tun. Das ist einfach gesellschaftspolitisch falsch aus meiner Sicht oder auch aus Perspektive des BDA. Ich glaube, dass diese soziale Durchmischung von Städten eine der Hauptsäulen ist, warum wir zum Beispiel auch so Themen wie Probleme an den Schulen und in den Quartieren usw. sofort
einfach langfristig nicht in den Griff bekommen, wenn wir das nicht tun. Und ich glaube auch, dass die öffentliche Hand neben dem Privaten, diejenige ist, die im Sinne von Daseinsvorsorge und auch Gemeimhol einfach den Auftrag hat, Vermögen, Eigentum aufzubauen und enggerichtauglich an die nächste Generation zu geben. Und wir gehen dazu über, dass eigentlich auch Schulen,
Verwaltungsgebäude, Feuerwehren usw. sofort in Form von öffentlich-privatfinanzierten Projekten von den Kommunen angemietet werden und nach 20, 30 Jahren wieder zurückfallen. Wir haben hier aktuell ein Beispiel an der Farmwalder Straße vor einigen Tagen eröffnet. Und wenn man sich das vor Augen führt und sich fragt, was ist eigentlich so enkeltauglich an diesen Systemen. Natürlich hat das auch etwas mit haushalterischen Regularien zu tun.
Das ist doch um die politische Ebene, wo die Kommunen einfach auch ein Stück weit dazu gezwungen sind. Und man sagt dann, solange wir Mietkosten nicht auch als Verschuldung betrachten, werden wir dort nicht zu besseren und enkeltauglichen Lösungen kommen. Was würdest du denn, weil wir ja in Hannover sind? Und ich glaube, das ist so ein bisschen eine Miniatur dieses gesamten Themas. Wir haben das Problem, dass der Handel sich verändert.
Wir haben zwei große Kaufhäuser. Eines davon ist jetzt zum Aufruf geworden. So ein bisschen der Bienenstock, die Hochschule, viele innovative Themen. Du hast ja eine ganze eigene Perspektive eigentlich für diese ganz konkrete Immobilien schon relativ schnell entwickelt gehabt. Erzähl
mal ganz kurz, weil wir so ein bisschen auch auf die Zeit nachbieten. Was wäre eigentlich dein Vorschlag, was aus so einem Kasten, der da mitten in der Innenstadt steht, also diesen Kaufhaus, was daraus eigentlich werden müsste und wie man daran geht? Also ich glaube, da gibt es ja viele gute Beispiele. Es gibt zum Beispiel das Core in Oldenburg.
Das haben auch Kollegen gemacht. Auch das Aufruf ist ein super Beispiel, wie man sagen kann, wie kann man solche Flächen nachnutzen und wie kann man auch die oberen Etagen weiter entwickeln zu Wohnen, Gewerbe, Hotels, whatever, was da auch immer gebraucht ist. Also das ist immer wichtig. Man könnte da oben auch Wohnraum rein schaffen. Also viele sagen, ja das muss erst mal weg und dann fangen wir an neu zu bauen, weil das wird ja genau wieder an der Discosäle.
Genau. Also ich habe mich nicht intensiv mit dem Gebäude aus der Nase gesetzt und noch muss sagen, bevor man solche Aussagen trifft, muss man das schon machen. Man muss das Gebäude verstehen, dass ich würde jetzt so mit dem Blick, mit dem ich dort durchgebe, würde ich sagen, mir leuchtet nicht ein, warum man das nicht entwickeln können sollte. Sowohl stehtebaulich, es kleinteiliger zu machen, als auch Durchstöße zu schaffen und so weiter. Also es könnte eigentlich in die Leuchttür gehen.
Ja sicherlich. Es ist am Ende des Tages natürlich auch eine immobilienwirtschaftliche Fragestellung, wo man sagen kann, wenn heute Spitzenmieten von in den Erdgeschossen 100 und mehr Euro gezahlt werden und das staffelt sich nach oben etwas ab, wirst du mit dem Thema Wohnen diese Mieten nicht erzählen. Das heißt, dass die Gebäude am Ende des Tages Verluste
erwirtschaften. Die ganze Finanzierung baut ja darauf auf, dass du in Monognenau mal eine bestimmte Miete auch einnehmen musst, damit auch diese Finanzierung abgetragen werden kann. Also insofern, das eine ist natürlich, dass wir Konzepte entwickeln müssen und da würde ich sagen, es mangelt einfach, also woran es wirklich nicht mangelt, es sind kreative
Ideen, die gibt es, es gibt auch schon realisierte Beispiele. Was einfach die große Hürde ist und insofern eigentlich keine Planungs- oder keine architektonische, keine städtebäuliche Frage, ist eben genau diese immobilienwirtschaftliche Perspektive. Und da so lange es reizvoller
ist, Gebäude leer stehen zu lassen, sie abzureißen und und und, ist natürlich falsch. Auf der anderen Seite muss man sagen, dass es jetzt keine Aufforderung noch mehr Vorschriften zu machen, sondern eine Aufforderung unsere Gesetzeslage so zu optimieren, dass es einfach auch wirtschaftlich attraktiv unmöglich ist. Also am Endes Tages muss ein solches Konstrukt auch wirtschaftlich sich tragen können. Nee, ist klar. Ökonomisch muss das alles sozusagen
die Grundlage haben. Genau. Wir kommen zu unserer vielleicht finalen sozusagen Grundlage unseres kleinen Talks. Du hast nochmal eine ganz tolle Platte mitgebracht. Erzähl ein bisschen warum die dich so geketcht hat. 2004 ist es. Genau. Pink Martini, Hang on, Little Tweet-Tour, auch eine wunderwunderschöne Platte, wie ich finde. Amerikanische Band. Ja. Ich
weiß nicht, ob die auch in LA vielleicht kennengelernt? Nee, gar nicht. Also das ist tatsächlich etwas so aus meinem Erwachsenwert nach dem Studium, das ist meine Nachstudienzeit und begleitet mich seitdem auch mit der Frage eben, als ich mein Büro eröffnet habe, meine Kinder sind zur Welt gekommen und und und. Also sofern diese Platte begleitet mich jetzt
so seit ernährend 20 Jahren und ist so eine gute Laune Platte. Also die die hören wir oft tatsächlich, ich glaube ich weiß gar nicht, ob ich meinen Gästen damit auch wirklich auf den Kicks gehe, immer wenn wir Gäste Freunde zu besuchen haben. Ja, ja, nicht. Die läuft manchmal auch abends durch. Das ist ja so launschige, jessige, sehr ästhetische Musik. Total.
Aber trotzdem irgendwie von einer ja von einer Lebensfreude getragen und so ein bisschen auch melancholisch durchaus an einer oder anderen Stelle, aber eigentlich so positiv und schön und und hat eine Leichtigkeit. Die mag ich sehr. Das hat natürlich was schon auch was damit zu tun, mit dem wie sich mein Leben einfach in den letzten auch insbesondere 15 jetzt mittlerweile fast 16 Jahren seitdem meine Kinder auf der Welt sind, einfach auch
nochmal grundlegend verändert hat. Aber du bist auch ein positiver Mensch, oder? Ja, doch. Also du hast immer gute Laune oder andersherum gesagt, du siehst immer auch das positive nicht immer aber für die nächste Frage müsste sie sie noch mal mitbringen, weil ich wollte dir nämlich fragen, was du dir eigentlich von der guten Fee also du begegnest der guten
Fee und die sagt, liebe Dilect, du kannst dir jetzt wünschen, was du möchtest. Was würdest du dir eigentlich wünschen für deine Arbeit, dass du vielleicht noch bessere Laune hast oder vielleicht die Träume noch mehr in Erfüllung gehen oder vielleicht die Ziele des BDAs? Was würdest du dir wünschen? Das ist wirklich eine anspruchsvolle Frage. Ja, danke.
Weil ich sagen muss, ich glaube, man muss einfach sagen, dieses ganze Thema bauen und statt und auch daraus die Folgen gesellschaftlicher Art, die Wechselwirkungen wirtschaftlicher Art, ökologischer Art, das ist ein Marathon und ich glaube, das ist einfach auch das. Also
was würde ich mir wünschen? Ich würde mir wünschen, dass wir uns auf diesen Marathon einlassen als Gesellschaft, uns auf diesen Marathon einlassen zu sagen, auch die Stadt Wien hat, zum Beispiel jetzt werden wir den Wohnungsbau anschauen, irgendwann mal mit einer Wohnung angefangen und nicht mit 220.000 und letztendlich ist dieser Erfolg, den wir Wien zu Recht auch beneiden können, dem geschuldet, dass man einen Gesellschaftsvertrag abgeschlossen
hat, der über Legislaturen mit kurzer Unterbrechen während des Nationalsozialismus über Legislaturen gehalten hat, über Parteiveränderungen gehalten hat und der von einer Breite der Gesellschaft getragen ist. Also insofern, wenn ich mir eines wünschen dürfte, dann wäre es, dass wir
den Mut haben, diese Megaprojekte, die absolut notwendig ist, anzustoßen. Ich würde mir wünschen, dass wir mehr Mut haben, uns als Gesellschaft mehr zuzutrauen, in dem Sinne, dass wir im Grunde genommen die Notwendigkeit einer sozialen Markwirtschaft, also auch was ist unsere Rolle als öffentlicher Hand auf der einen Seite und der auch mir als diejenige, ja der freien Wirtschaft angehört, dass wir diesen Vertrag auch von jetzt sprich ich
als Bürgerin mit letztendlich, wie soll ich es sagen, mit Durchhaltevermögen auch prüfen und dort gleich so stellen, dass die nächste Generation nicht eigentlich vor irgendwann unüberwindbaren Herausforderungen steht. Finde ich es ein wunderbarer Wunsch, wahrscheinlich ist das Schlüssel Kommunikation, also um der miteinander in die Begegnung zu kommen. Gelingende Begegnung muss man ja auch sagen, also nicht Konfrontation, sondern tatsächlich miteinander
Produktivität. Also vielleicht hat sich Hannover ja schon auf den Weg gemacht und der Innenstadtdihanok ist auch sozusagen eine erste Blüte und es kann noch viel mehr davon geben. Ja, also dem kann ich zustimmen. Wir beide werden auf jeden Fall immer daran teilnehmen, also es muss ja dann auch immer so ein bisschen Freiwilligkeit geben. So, jetzt möchte ich nochmal in die
Zukunft entführen. 2030 klingt nicht so weit weg oder ist das? Also aus meiner Profession heraus nicht, für mich als Mutter natürlich schon, 2030, hui, so eine Herausforderung, meine Kinder sind jetzt fast 13 und 15. Ja, ja, dann seht ihr schon so langsam, aber richtig. Also ich beginne mit einem Satz und du fällst ihn einfach ganz spontan. Die Stadt Hannover
wird 2030 in Verbindung gebracht mit einer gelungenen Bodenpolitik. Sehr gut. Wer 2030 an Hannover denkt, denkt zuerst an politischen Mut, gesellschaftlichen Zusammenhalt mit breiter Unterstützung aller. Das wäre super, würde ich gerne dabei. Kinder und Jugendliche werden in Hannover 2030 eine Zukunft haben, die ihnen auch enkel Tauglichkeit für ihre nachfolgenden Generationen vorsetzt. Sehr gut. Im Jahr 2030 wird unsere Innenstadt verändert sein.
Okay, klar. Ein bisschen back to the roots. Ja. Zukunftsfähig in dem Sinne, dass wir sie nicht nur im Bühnen wirtschaftlich weiterentwickelt haben, sondern auch gesellschaftlich weiterentwickelt haben, ökologisch weiterentwickelt haben. Ja, also das ist auf jeden Fall etwas, was wir alle gut gebrauchen können. Eine Innenstadt verbindet uns. In der Innenstadt trifft man Menschen, man kann einkaufen, man kann verkaufen,
man kann sich bilden. Es wartet noch vieles auf uns. Ich freue mich, dass du dabei bist, dass du in Hannover ein Teil unserer Entwicklung bist. Vielen Dank, dass du heute im Talk warst. Ich freue mich sehr. Vielen Dank. Wir sehen uns bei anderer Gelegenheit bestimmt gerne wieder. Und wenn auch Sie uns wieder sehen wollen, dann schalten Sie einfach gerne wieder ein, wenn es heißt "Venue Talk" aus dem Überwegs. [Musik] [ why are you here, why am earth don´t you see me? ]
