#158 Gregor Gysi rechnet mit Altparteien ab - podcast episode cover

#158 Gregor Gysi rechnet mit Altparteien ab

Jan 25, 20251 hr 9 min
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Episode description

Ein Mann, der die deutsche Politik geprägt hat wie kaum ein anderer – Gregor Gysi. Über 20 Jahre im Bundestag, eine Schlüsselfigur der Wiedervereinigung und jemand, der immer gesagt hat, was er denkt.

Warum verlieren die Altparteien immer mehr ihre Glaubwürdigkeit?

Welche Fehler haben das Vertrauen in die Politik zerstört?

Und welche historischen Warnzeichen im Bezug auf die aktuelle Entwicklung der Demokratie, können wir nicht länger ignorieren?


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KAPITEL:


(00:00:00) - Intro

(00:01:22) - Wie war es damals mit 40 in den Bundestag einzuziehen?

(00:09:49) - Was von früher könnte uns heute helfen?

(00:20:10) - Die Fehler unserer Politik

(00:37:25) - Wie kommen wir politisch da jetzt raus?

(00:51:37) - Kurz zurück in die Hitler Thematik

(01:02:30) - Eine letzte Frage


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Transcript

Intro

A

Die Etablierten machen sich keine Gedanken darüber, dass ihr Ansehen in der Bevölkerung permanent sinkt. Die klauen mal irgendwas von der AfD und hoffen dadurch, die Wählerinnen und Wähler zu überhaupt. Das ist falsch. Müssten sich mal überlegen, was sie falsch sind.

🎵 Music

A

Hitler hat den Satz gesagt, die Demokratie hat mich an die Macht gebracht und ich habe sie abgeschafft. Darüber müssen wir auch nachdenken. Wir haben eine andere Geschichte als andere Länder. Dieses lasst sie doch mal und dann wirtschaften sie sich ab. Ist genauso gesagt worden bei Hitler.

B

Was läuft eigentlich so falsch in der Politik? Gregor Gyisi kenne ich schon aus dem Fernsehen, seitdem ich ein kleiner Junge war. Er war eine maßgebliche Kraft. Von Ost- und Westdeutschland damals erfolgreich gemacht hat. Seit fast 20 Jahren wird dann per Direktmandat in seinem Wahlkreis direkt in den Bundestag gewählt. Da gibt es nur ganz wenige andere, die das ebenfalls geschafft haben und Größen wie Konrad Adenauer, Helmut Korb.

🎵 Music

Ahnung und Erfahrung.

B

Und ich wollte von ihm wissen, wie läuft das Spiel denn wirklich und was ist anders als noch das?

A

Und wenn es jetzt immer mehr Menschen gibt, eine starke Frau oder ein starker Mann, der was durchsetzt, ist viel besser als dieses Gelaberte am Bundestag, so, dann müssen wir doch wieder Freiheit und Demokratie im Ansehen der Bevölkerung stärken.

🎵 Music

Wie war es damals mit 40 in den Bundestag einzuziehen?

B

Ich habe gegoogelt und ich bin 40. Und als sie ungefähr in meinem Alter waren, da war Wiedervereinigung und sind in den Bundestag eingezogen. Ich glaube, sie waren 42, wenn mich nicht alles täuscht. Wie war das damals für Sie, als Sie so alt waren wie ich?

A

Also als ich vierzig wurde, das war ein besonderes Datum für mich. weil ich wie aller oder wie fast alle anderen Bürgerinnen und Bürger der DDR genauso eingesperrt war und ich in den Westen konnte. Und das Kulturzentrum der DDR in Paris beantragte meinen Besuch in Paris für Januar neunzehnhundertsiebenundachtzig, da war ich neununddreißig, und zwar sollte ich sprechen über den Grad der Verwirklichung der Menschenrechte in der DDR, auch ein blödes Thema, ehrlich gesagt, ist aber auch ganz egal.

Aber die Reise wurde abgelehnt. Dann beantragten die das wieder für Januar 88 und da wurde sie plötzlich genehmigt. Und so war ich das erste Mal nach dem 13. August 61 im Westen, das heißt in Paris, und war überwältigt von dem Erlebnis und kam dann wieder, und das hat mich sehr beeindruckt. Dann war ich ein Stück freier in der DDR. Weil ich zum Abteilungsleiter für Staat und Recht bei der Bezirksleitung der SED in Berlin sagen konnte,

Ihr könnt den Frauen nicht sagen, ernsthaft, sie müssen 60 Jahre alt werden und den Männern, sie müssen 65 Jahre alt werden, um das erste Mal in ihrem Leben Paris zu sehen. Das geht einfach nicht. Da ich wiedergekommen war, konnte ich mir das leisten zu sagen. Vorher wäre es ein Grund gewesen, mich nicht reisen zu lassen. So, und das hat mein Leben verändert, weil seitdem, also mit vierzig Jahren, konnte ich, wenn es einen dienstlichen Grund gab, in den Westenreisen vorher nicht.

Die ganze Wendezeit war für mich insofern aufregend, weil jeden Tag in der DDR etwas passierte, was du am Vortrag für ausgeschlossen gehalten hast, dass es je passieren kann. Es passiert aber trotzdem. Und dann bin ich durch Zufall in die Politik geraten.

B

Können Sie denn mal ein Beispiel geben, für was, was man nicht für möglich gehalten hat, aber es ist trotzdem am nächsten Tag passiert?

A

Naja, das größte Beispiel ist natürlich die Maueröffnung. Aber das Beispiel ist auch zum Beispiel, es gab ja so einen blöden Tatbestand der Hetze. Es wurde ja nicht weniger, sondern mehr gehetzt, aber es gab keine einzige Anklage mehr dafür. Das heißt, sie waren völlig verunsichert. Die politischen Strafverfahren nahmen plötzlich ab, und zwar, weil sie gar nicht mehr damit umgehen konnten. Und die Parteiführung schwieg. Ich habe später festgestellt, als ich dann Parteivorsitzender wurde.

Zum Beispiel die Protokolle der Politbüro-Sitzung, da gehen ging es um die Herstellung von Zellulose und anderen Sachen. Über die besetzten Botschaften und sowas haben die nicht besprochen. Oder die besetzten Botschaften in Prag und in Warschau und plötzlich konnten die alle mit dem Zucht durch die DDR ausreißen. Sogar ein Offizier der NVA, was eigentlich schwer verboten war. Also es passierten ständig irgendwelche Sachen,

die du am Vortag nicht geglaubt hast, dass sie in dieser Form je passieren können. Und dann die Demonstration, dass die Leute sich plötzlich trauten zu demonstrieren, auch das war spannend.

B

Das heißt, es gab damals im ostdeutschen Recht den Tatbestand der Hetze. Ja. Und Hetze war quasi, ich bringe das Volk irgendwie in Aufruhe gegen das Regime oder was wie war das definiert? Sie sind ja Anwalt in dem Rechtssystem gewesen.

A

Ja, das hieß, dass man sozusagen verleumderisch über die DDR herzieht und dadurch auch die Verfassungsgrundlagen angreift. Das mit den Verfassungsgrundlagen haben sie erst gemacht, nachdem Robert Havemann ein Bürgerrechtler kritisiert hat, die Hetze, weil der in der Verfassung die Meinungsfreiheit steht. Daraufhin haben sie aufgenommen, dass die verfassungsmäßigen Grundlagen

Durch die Hetze beeinträchtigt werden muss. Also so nahm sich habe Leute auch wegen Hetze verteidigt, aber es gab plötzlich keine Verfahren mehr. Was auch merkwürdig war, wenn man die Strukturen der DDR kannte. Das heißt

Wir haben auch im Rechtsanwaltskollegium Sachen gesagt, die gingen auch ins Protokoll. Früher hätte sich eine Kommission gebildet, plötzlich bildete sich nichts mehr. Also zum Beispiel habe ich gesagt, dass man Als sie die Demonstranten im Januar 88, glaube ich, festgenommen haben, da habe ich gesagt, Eigentlich, achso, und dann haben sie sie alle entlassen in den Westen, und zwar vorübergehen, für ein Jahr und so weiter.

Und da habe ich gesagt, das ist interessant. Ein Regime funktioniert, wenn es etwas verbietet oder wenn es etwas erlaubt. Interessant ist, die DDR kann beides nicht. Sie kriegt es nicht mehr verboten, sie muss die Leute daraufhin ausreisen lassen, woraufhin alle, die nicht sowas begangen haben, gesagt haben: Also so muss ich es machen, wenn ich mal nach Italien und England reisen will.

Aber sie kriegt es auch nicht erlaubt. Also beides nicht. Und dann habe ich gesagt, ist ein Regime eigentlich am Ende? Das habe ich im Rechtsanwaltskollegium gesagt. Da wäre früher eine Kommission gegen mich gebildet worden. Es passierte gar nichts.

B

Es passierte gar nichts. Was hätte denn passieren müssen, damit die DDR nicht scheitert?

A

Na, das war zu spät. Khrushchev hätte nach der Aufklärung der Stadienverbrechen die Strukturen grundsätzlich ändern müssen. Es blieb ja alles bei dem Kult der ersten Person, der Partei etc. Die ganzen Strukturen wurden nicht verändert. Natürlich, bestimmte stalinistische Methoden fanden nicht mehr statt, aber das war völlig unzureichend.

Und dann hat Walter Ulbricht zu einer bestimmten Zeit erkannt, dass er wirtschaftlich ja mit der Bundesrepublik nicht mithalten kann. Und deshalb wollte er marktwirtschaftliche Elemente einführen. Da wurde dann. Wurden moderne Wissenschaften gefördert, und das hat dann Honecker alles wieder rückgängig gemacht. Ähm.

Weil Brezhnev es nicht wollte, habe ich auch nicht gewusst. Da gab es zum Beispiel einen Geheimbesuch von Brezhnev in der DDR, bevor er das erste Mal offiziell kam, nachdem Ruschow abgesetzt war. Und dann sagt er, an drei Dingen ist nicht zu rütteln. Es gibt keine Alternative zur Planwirtschaft, damit macht er den Plan von Ulrich kaputt. Ähm.

Bei der Stalin-Auseinandersetzung bleibt der Ist-Stand. Wir nehmen nicht zurück, aber wir gehen auch nicht mehr tiefer. Das dritte habe ich vergessen. Und auf jeden Fall hat er übrigens ein Wirtschaftsplenum vor. mit dem ZK der SED und da sollte also die Marktwirtschaften alles besprochen werden. Dann nahm er das zurück und machte ein Kulturplenum.

und zog über alle modernen Musikrichtungen der Jugend her, also Beatmusik und so, was es schon alles gab in der DDR, wurde dann wieder alles unterbunden, auch die entsprechenden Fernsehsendungen. Und dann anstand Der Begriff der ODFler. Das muss man wissen. Es gab die Opfer des Faschismus, das waren die ODFler. Und machten sie plötzlich daraus ODEFler, das waren die Oftbar des elften Plenums, das ist aber natürlich auch wieder typisch so die Begriffswahl, die da entsteht.

B

Das heißt, die DDR war eigentlich schon tot, bevor sie gestorben ist, wenn ich das so sagen darf.

A

Das haben wir natürlich nicht eingesehen, ich auch nicht, aber so im Nachhinein sage ich mir: Die Weichen hätten Anfang der 50er Jahre gestellt werden müssen.

B

Oder das ist eine lange Zeit. Also das heißt in den fünfzigern was in den fünfziger Jahren versäumt wurde Quasi nach oben gekocht und war für alle sichtbar.

A

Es gibt trotzdem noch eine Besonderheit, meine damalige Lebensgefährtin rief mich an. als die Mauer geöffnet wurde, ich wollte ja das gar nicht glauben, dass die Mauer offen ist und so und wollte dann mit mir rübergehen. Aber das konnte ich nicht, weil ich am nächsten Morgen eine Strafverhandlung hatte. Ich verteidigte einen des Mordes Angeklagten.

Und das war interessant. Ich kenne ja deutsche Justiz, wegen Weltereignissen fällt die ja nicht aus. Und genauso war es auch das Gericht, sagte, er musste sich ja einigermaßen. Fähig sein, ihn auch zu verteidigen. Und das interessante war, dass ich zu ihr sagte, dass es der Anfang vom Ende der DDR-Ausband ist. Und auf dem Plenum der Partei der SED im Dezember 1989, wo wir uns dann in SED PDS umbenannt haben und später nur in PDS etc., da habe ich

Erklärt, wie eine reformierte DDR aussehen könnte. Und da hat sie zu mir gesagt: Du hast mir doch damals gesagt, das ist schon der Anfang vom Ende der DDR, wieso willst du das nicht wahrhaben? Da habe ich gesagt, Doch ich wollte Ihnen nur zeigen, wie eine DDR hätte funktionieren können. Das ist jetzt nicht mehr drin, aber das wollte ich in dieser Rede aufzeigen.

Was von früher könnte uns heute helfen?

B

Sie haben mal, ich glaube auch mehrmals gesagt, dass bei der Wiedervereinigung der Fehler gemacht worden ist, dass man nicht geguckt hat, was hätte man denn von der DDR übernehmen können, sondern einfach gesagt hat, okay, wir gliedern jetzt mal den Osten an den Westen an und mehr oder weniger so friss oder stirbt. Wenn sie da jetzt zurückgehen könnten.

und Sachen aus der, ich sag mal, der Zeit vor 1990 in die heutige Zeit holen. Es gibt ja diese berühmten Beispiele von Kita, was ja heute noch nicht funktioniert. Gibt es was, was uns heute in unserem West oder Vereinigten Mindset Helfen würde, was damals in 70er, 18 einfach selbstverständlich war.

A

Also sie haben in der DDR, der früheren DDR sehr gut saniert, die Kirchen, die Schlösser, die Stadtzentren, auch Wohnungen. Aber sie haben sich für das Leben in der DDR nicht interessiert. Und deshalb haben sie nur übernommen, das Ampelmännchen, das Sandmännchen und den grünen Abbege gefeilt. Und damit haben sie aber den Ostdeutschen gesagt, dass sie nichts geleistet haben.

Und hätte man was übernommen, ich sage Ihnen gleich Beispiele, dann hätten die Ostdeutschen gesagt, wir hatten zwar das falsche System, aber immerhin haben wir doch vieles geleistet, was jetzt für ganz Deutschland gilt. Und die Westdeutschen Hätten gesagt, Mensch, dank des Ostens habe ich jetzt diese Lebensqualitätsverbesserung und jene. Welche? Also erstens, ähm,

waren wir in der Gleichstellung der Geschlechter noch nicht am Ziel, aber deutlich weiter als die Bundesrepublik, und das sollte alles wieder zurückgedreht werden. Zweitens gab es, wie jetzt die Wissenschaft feststellt, sehr gute Kindereinrichtungen, abgesehen von einer Ausnahme.

Das hätte man übernehmen können. Drittens hätte man einen Teil der Schulstrukturen, nicht die ganzen, aber einen Teil der Schulstrukturen übernehmen können, wie es zum Beispiel Finnland gemacht hat, hat sie aber auch nicht interessiert. Und dann war die DDR damals schon eine Behaltegesellschaft, die Bundesrepublik war noch eine Wegwerfgesellschaft.

war bei der DDR nicht aus ökologischen Gründen bei alter Gesellschaft, sondern aus ökonomischen, aber sie hat alles wiederverwendet Knochen, Metall, Kleidung, Papier, Glas etc. Und das war auch ganz gut organisiert. Dann waren die Polikliniken effiziente Einrichtung, eine Hausärztin und drumherum lauter Fachärztinnen und Fachärzte, sodass du sehr kurze Wege hattest, um das zu erledigen.

So, das hätte man sich ansehen können. Auch in der Landwirtschaft gab es einen beachtlichen Fortschritt. Diese landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften hatten ja eine andere Form von Arbeitsteilung. Einer war zuständig fürs Feld, einer für die Kühe, einer für die Schweine. Und sie konnten immer im Wechsel Weihnachten feiern oder Silvester feiern oder Ostern feiern.

Manche hatten eben Dienst und die anderen nicht, und das wechselte dann von Jahr zu Jahr. Diese Einzelbauernhöfe, ich habe sie mir angesehen in Baden-Württemberg, die arbeiten sich ja zu Tode. Und haben nie frei, weil du kannst ja nicht sagen, ja, jetzt ist Weihnachten, jetzt kriegen die Kühe nichts zu fressen. Also, das geht ja logischerweise nicht. Und so weiter. Das, also es gab so ein paar Sachen, wenn man die übernommen hätte, äh,

B

In diesen verrückten Zeiten fragen sich viele von euch absolut zu Recht, wie kann ich denn für mich vorsorgen oder für meine Familie vorsorgen? Und das haben die meisten oder fast alle von uns in der Schule nicht gelernt.

Nämlich, wie geht man mit Geld um, wie geht man mit Aktien um und wie handelt man richtig, ohne dass man sehr, sehr dumme Sachen macht. Und wenn du diese Wissenslücke schließen willst und endlich verstehen willst, wie das mit dem Aktienhandel funktioniert, dann empfehle ich dir einen absoluten Superdeal.

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A

hätten wir schon längst die innere Einheit. Und deshalb habe ich gesagt, das muss jetzt mal eine Regierung sagen und sagen, dass es falsch war und sich dafür entschuldigen. Und dann kriegen wir vielleicht einen Schub wieder, was die innere Einheit betrifft. Denn im Augenblick entwickelt sich das ja wieder auseinander.

B

Aber woran liegt das, dass sich das auseinanderentwickelt? Sind denn nicht die Konflikte von neunzunter und neunzig so jetzt beigelegt und man weiß, okay.

A

Dachte ich auch. Aber erstens überträgt die ältere Generation das auf die jüngere Generation. Das ist auch interessant. Zweitens, äh, war die Demütigung zu tief. Sehen Sie mal, das waren richtig Arbeiterinnen und Arbeiter oder Ingenieurinnen und Ingenieure, die mussten plötzlich so Blumenblätter kleben und solche Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen machen.

Ich habe einen Offizier der NVA gesehen, der verkaufte Töpfe so auf dem Marktplatz und so. Man muss immer dabei sehen, wie demütigend das für die betreffende Person ist. Das ist das eine, was tief sitzt. Zum zweiten. Dadurch, dass die westdeutsche Bevölkerung von der Einheit nichts hatte, ist gar keine Neugier auf den Osten entstanden. Also wenn die Statistik stimmt, mir ist erzählt worden, vierzig Prozent der Bevölkerung der alten Bundesländer war noch nie in den neuen Bundesländern.

Das heißt, es gibt keine Neugierde, weil ja nichts übernommen wurde, was sich gelohnt hätte. Dann hat sich die Einstellung dort verfestigt, was ich gut verstehen kann. Der Osten ist teuer. Er nörgelt rum und wild komisch. So, das ist so die Einstellung. Was ich verstehen kann, weil man ja nichts davon hatte, dass der Ostne hinzugekommen ist. So.

Daraufhin bildet sich wieder eine Abwehrhaltung. Hochinteressant ist das unterschiedliche Verhältnis zu Russland. In der Bundesrepublik Deutschland war die Sowjetunion immer der Feind Nummer eins. Und das änderte sich ein bisschen unter Gorbatschow.

And

A

In der DDR war es in den Fünfzigerjahren, als ich ein Kind war genauso die Sowerts wurden abgelehnt. Volle Kante, entweder waren die Väter gefallen in der Sowjetunion oder dort in Kriegsgefangenschaft, was nun auch nicht berauschend war, etc. Also, es kam so alles zusammen. Dann hat sich das so in der DDR so schrittweise von Jahrzehnt zu Jahrzehnt verändert, weil viele Jugendweihreisen, das war sozusagen Der Ersatz für Konfirmation und Kommunion für Leute, die nicht kirchlich gebunden waren.

Da gab es eben Jugendweihereisen nach Leningrad, also heute St. Petersburg oder nach Moskau etc. Dann wurde die berühmte Duschbattrasse für Erdöl gebaut. Und da war die ganze, also große Teile der Jugend der DDR und bauten mit, lernten sie die Herzlichkeit der Russen kennen, wenn gefeiert wird und wenn man da zum Essen war.

Und so entstand schrittweise eine andere Beziehung. Es kam hinzu, dass sie sehr strenge Regeln hatten. Die sowjetischen Soldaten in der DDR durften ja die Kasernen nicht verlassen. Nur an Ausnahmefällen, wenn das ein kulturelles Ereignis war. Die Offiziere ab und zu, und dadurch gab es kaum noch Verbrechen. Durch sie an der DDR-Bevölkerung im Unterschied zu 45. Das war eben auch beachtlich. So, und dadurch lernte man sie eigentlich anders kennen, nett kennen und

Dadurch entstand ein anderes Verhältnis. Und jetzt gibt es so die Verwechslung, als ob Russland immer so noch der Nachfolger der Sowjetunion wäre, was in der Form gar nicht stimmt. Aber das ist trotzdem interessant. Dadurch gibt es eine andere Beziehung als im Westen. Und da niemand versucht hat, das auszugleichen, mal darüber zu reden, Gespräche zu führen, befestigt sich das auf beiden Seiten.

B

Wäre das nicht ihre Rolle damals tatsächlich gewesen als Anführer der oder in der Spitze der damaligen PDS oder SED zu sagen, okay, wir sind das ostdeutsche Volk und liebes westdeutsche Volk, also folgendes. Wir haben ein paar Dinge, die wir von euch wollen.

A

Das habe ich in der Volkskammer gesagt, das habe ich natürlich auch den westlichen Parteien gesagt, aber die waren ja klüger und haben das natürlich nicht angenommen und akzeptiert. Der Punkt war, meine historische Aufgabe war eine ganz andere. Es gab ja in der DDR Gegner der Einheit. Und Gegnerinnen. Dann gab es die, die wussten, dass aus ihnen nichts wird, und dann gab es eine große Gruppe, die dachte, dass aus ihnen etwas wird, aus denen aber nichts wurde. Das waren die Enttäuschten.

Die Interessen dieser drei Gruppen hatte ich und hatte die PDS zu vertreten, und trotzdem mussten wir ihnen dabei einen Weg in die deutsche Einheit aufzeigen, ohne dass ein Schuss fällt. Das war die Voraussetzung. Denn es gab ja viele, wie das so schön hieß, bewaffnete Organe in der DDR. Das war die Armee. Also die NVA, das war die Polizei, das war die Zollverwaltung, das war das Ministerium für Staatssicherheit.

Dann die Transportpolizei, die gehörte nicht zu der anderen Polizei und die Kampfgruppen. Die waren ja alle bewaffnet. Und es ist nicht ein einziger Schuss gefallen, das müssen sie erstmal hinkriegen, kann ich nur sagen. Das hat übrigens Schäuble. Im Dezember 91, da war ich bei ihm wegen des Parteiarchivs der Wahl Bundesinnenminister.

Da hat er zu mir gesagt, am Schluss übrigens sagt er, Herr Kohl und ich wissen, dass wir in erster Linie Hans Motro und ihn zu verdanken haben, dass kein Schuss im Osten gefallen ist. Ich wollte nur, dass sie wissen, dass wir das wissen. Und dann sagte ich zu ihm Darf ich das den zwei Journalisten erzählen, wenn ich rausgehe? sagte er auf gar keinen Fall.

Und später hat das mir erlaubt, sonst ist für mich ein vier Augen gespräch, ein vier Augengespräch, darüber wird nicht geredet. Wissen Sie, was ich beiden ein bisschen übel nehme, dass es nie ihrer Fraktion gesagt hat. Sie wussten es, aber haben es nicht gesagt. Und erst als einer aus unseren Reihen, der im BundestagsNAS Professor Riege Selbstmord beging, haben sie ein bisschen erschreckt und plötzlich ging der Ton der Union uns gegenüber so eine Stufe.

B

Das wollte man also nicht.

A

Das wollte man nur auch wieder nicht. Das ging insoweit. Ja.

B

Wie haben Sie das geschafft, dass dir die Kritiker der Wiedervereinigung im Osten sich quasi gewaltfrei nicht ergeben haben, sondern freiwillig der Bundesrepublik angeschlossen?

Die Fehler unserer Politik

A

Naja, das war nur dadurch zu schaffen, dass sich selbstbewusst im Bundestag und in den Medien auftrat, sodass die denken, wir haben ja einen Vertreter, der nimmt es mit denen auf. Das war ganz wichtig. Und zum zweiten, indem ich ihnen gesagt habe, yeah, ihr müsst euch eben neu qualifizieren, er müsst eben andere Wege gehen, ihr könnt euch auch selbstständig machen.

Dabei fliegt er auch mal auf die Fresse, aber dann müsst ihr wieder aufstehen. Also, es läuft nicht alles so geordnet und strukturiert wie in der DDR. Ihr müsst jetzt andere Qualitäten an den Tag legen. Und was mich erstaunt hat, ist, Wenn das stimmt, dass die meisten Ehen hielten, also sowohl ich dachte, der Staatssicherheitsoffizier mit seiner Frau, dass die sich dann trennt, weil plötzlich.

Davor war er ja sozusagen ein wichtiger Bestandteil des Staates, nun ist er plötzlich das Gegenteil davon und so. Die meisten haben das irgendwie durchgestanden, wahrscheinlich, weil aus ihr auch nüchts wurde. Also, das kann ich Ihnen auch nicht so richtig erklären. Das fand ich immer spannend. Aber jetzt hat sich natürlich mit der AfD etwas verfestigt, was ich nun überhaupt nicht gut finde. Aber ich kann eben erklären, wie es dazu gekommen ist.

B

Wie ist es dazu gekommen?

A

Dadurch, dass die PDS sich mit der WSG zur Bundespartei vereinigt hat, haben bei uns viele gedacht, jetzt kommt ihre große Stunde im Freistaat Bayern. Die fiel zwar aus, aber daraufhin wurde der Osten etwas vernachlässigt. Und diese Leerstellen, die wir da geboten haben, die hat sich die AfD gegriffen. Das ist das eine. Und zweitens merken Sie,

Oder zweitens kommt das großes Problem hinzu, das gilt für die gesamte deutsche Bevölkerung, aber für die ostdeutsche mehr als für die westdeutsche, Angst vor der Globalisierung und vor Flüchtlingen. Und die AfD nutzt beides.

Die will ja eigentlich auch die EU abschaffen und weiß ich was alles so. Wobei das natürlich eine völlige Illusion ist, zu glauben, die ökologische Frage, die soziale Frage, die Frage von Krieg und Frieden kannst du alles national klären, das ist ja Alban. Aber Und das Dritte ist.

Ich nenne das immer DAF-Gehaltung. Also, so wie sie erst gemerkt haben, die ärgern sich besonders über die Wahl der PDS, was dann einem Teil der Bevölkerung eben auch Freude machte, merken sie jetzt, die ärgern sich besonders über die Wahl der AfD. Und das macht ihnen auch Freude, dass sie sich ärgern, weil die Etablierten aus ihrer Sicht ausgedient haben. Und die Etablierten

Machen sich keine Gedanken darüber, dass ihr Ansehen in der Bevölkerung permanent sinkt. Permanent. Bei der letzten Bundestagswahl haben 38,5 Prozent der erwachsenen deutschen Bevölkerung gesagt, interessiert uns nicht mehr. Die etablierte Politik von der CSU bis einschließlich der Linken interessiert uns nicht mehr.

Verstehen Sie, ich schaffe es noch nicht. Ich versuche jetzt immer mit Politikern, die ausgeschieden sind, die eine andere Autorität haben, darüber zu reden, dass wir mal einen Gesprächskreis bekommen von der CSU bis zur Linken, wo man ganz offen Natürlich in einem geschlossenen Raum darüber diskutiert, was wir alles falsch machen. Die die klauen mal irgendwas von der AfD und hoffen dadurch, die Wählerinnen und Wähler zu bekommen. Das ist falsch. Damit legitimierst du ja nur die Wahl der AfD.

Sie müssten sich mal überlegen, was sie falsch machen, was dazu führte, dass die AfD gewählt wird. Die falsche Sprache, die Wiedergabe falscher Beweggründe. Nicht die Wahrheit siegen. Weil es um Mehrheiten und nicht um Wahrheiten geht, verstehen Sie, in der Demokratie. Das ist zwar schon ein großer Vorteil, aber es hat auch seine Nachteile. Und das alles darüber machen Sie sich kaum Gedanken und das bedaure ich sehr.

Denn ich sehe das ja in den USA, ich sehe es in Ungarn, ich sehe es in Italien, ich sehe es auch in Polen. Wenn ich an Duda denke, ich sehe es auch In Frankreich, wenn ich an Le Pen denke, bei uns an AfD, überall geht die Entwicklung ziemlich stark nach rechts und das müsste bis hin zur CSU eigentlich allen Sorge bereiten.

B

Wenn ich jetzt an meine Zeit denke, so der in den Neunzigern, da war ich zehn, zwölf Jugendlicher, da waren sie schon damals im Fernsehen. Und ich habe sie wahrgenommen als eine sehr, sehr streitbare, eloquente, kluge, nicht Figur, sondern als Mensch. Und da waren sie aber nicht alleine mit eloquenten, klugen Menschen, und sondern das war quasi ein Diskurs, eine Diskussion. Und jetzt, und ich weiß nicht, und da können sie mir vielleicht helfen.

Jetzt, wenn ich mal eine politische Talkshow ansehe, dann stelle ich mir immer die Frage, würde ich irgendwen von denen in meinem Unternehmen, was so zehn Mitarbeiter hat, einstellen in eine Führungsposition? Und dann ist häufig meine Antwort, wahrscheinlich eher nicht. Das heißt, mein Eindruck ist, dass sich die Menschen in den etablierten Verteilen. Früher waren das Leuchttürme und ich sag mal rhetorische und intellektuelle Schwergewichte, die sich

nicht bekriegt haben, sondern im Diskurs ausgetauscht. Und heute hat man zwar die etablierten Parteien, also eine CDU mit einer starken Marke oder eine SPD mit eigentlich einer starken Marke, aber die

Menschen, die die repräsentieren, scheinen mir irgendwie doch noch nicht mal durchschnittlich, sondern eher unterdurchschnittlich zu sein dafür, dass sie Spitzenämter bekleiden. Habe ich das falsch wahrgenommen oder bin ich jetzt einfach vielleicht Erwachsener geworden oder arrogant geworden oder sehen Sie das ähnlich?

A

Naja, wahrscheinlich sind sie erstens Erwachsener geworden. Arrogant wirken sie auf mich noch nicht, oder wenn dann in einem so bescheidenen Maße wie die Arroganz selten in der Politik vorherrscht. Aber nein, es ist folgendes. Es gibt eine andere Strukturentwicklung. Sehen Sie mal, nach 45 kamen Biografien wie Kiesinger und Brand, Behner und Strauß aufeinander.

Also die einen haben gegen die Nazis gekämpft, Hiesinger war Mitglied der NSDRP und arbeitete in einem Naziministerium. Also die ganzen Widersprüche in der deutschen Bevölkerung spiegelte sich wider. Und da konntest du nur was werden. wenn du irgendwelche herausragenden Eigenschaften hattest. Und Herbert Wehner war derjenige,

Der konnte 18 Relativsätze bilden anders Schlussverbot. Also ich hätte gar keine Chance gehabt. Und manchmal saß ich da sein, Du findest keinen Schlussverbot. Aber er fand es doch mit einer Verzögerungssekunde. So, und die begegneten sich, das waren natürlich Herausforderungen. Dann hat sich das später, es war schon geschwächt zu der Zeit, aber Kohl, Schäuble, das waren natürlich noch andere Geister, genauso wie Vogel und andere in der SPD erinnert.

Als man das heute festzeichnet. Und das hat damit zu tun, wissen Sie, dass wir jetzt über Jahrzehnte normale Strukturen haben. Es gibt nicht mehr so unterschiedliche Biografien. Das Einzige, und deshalb war das für das Fernsehen, Und den Rundfunk so interessant war bei der Vereinigung, man hat ja den Osten zwar nicht ernst genommen, aber dann kamen so ein paar Persönlichkeiten, auch wie ich,

die Widerworte anboten, die ein anderes Leben hatten, die andere Erfahrungen hatten. Und das führte wieder zu einer Zuspitzung, weil die das ja nicht gelten lassen wollten. Und ich ja immer halb verteidigend, halb anklagend, also das war ja auch so eine komische Mischung. Nun bin ich natürlich geschult als Rechtsanwalt und hab da argumentieren und auch übersetzen gelernt. Und ähm Verstehen Sie, da das war eine andere Herausforderung als heute. Heute sind eben Jüngere da.

Die einen ähnlichen Lebensweg hatten, und deshalb sind die Unterschiede in der Sicht da. Und sie neigen alle, auch die Linken zur Rechtshaberei. Also, aber das war früher auch so. Und ich habe mich, ich kann Ihnen sagen, was ich mir vorgenommen habe, als ich in den Bundestag kam. Das erste war, ich hasse nicht zurück. Ich wurde ja zum Teil gehasst, aber ich habe mir gesagt: du darfst nicht zurückhassen. Wenn du zurückhassst, verlierst du deine Souveränität. Wie schafft man das?

Durch einen Weg, dass du sagst, diese Frau kennt dich ja überhaupt nicht. Die hat nur das über dich gelesen, die hat das über dich gehört, so kommt ihre Meinung zustande, deshalb hasst sie dich. In dem Moment, wo du erklärst, beurteilst du es schon etwas milder. Das zweite, was ich mir vorgenommen habe, ich lasse mir meinen Humor nicht nehmen. Auch in zugespitztester Situation nicht. Und das Dritte ist, dass ich.

selbstironisch war und bin. Und das ist selten in der Politik. Also viele sind gerne ironisch, aber nicht selbstironisch. Selbstironie, wie ich sie an den Tag lege, ist natürlich aber nur unter uns, ne, unter drei. Die höchste Form Warroganz, denn eigentlich, hoffe ich ja, die Leute denken, der wird es schon verstanden haben. Aber dann fange ich eben zu einer Debatte an also nochmal ganz langsam, damit einer wie ich auch versteht, worum es hier geht.

Und das hat einen Grund, dass ich das sage. Also da ging es zum Beispiel um die Veräußerungserlös-Gewinnsteuer. Ja, wer soll denn überhaupt wissen, was das ist? Aber die quatschen die ganze Zeit nur, benutzen diesen Begriff und übersetzen es nicht. Ich darf ja nicht sagen, damit Sie es verstehen, übersetze ich es, sondern ich muss mich nehmen. Also sage ich nochmal ganz langsam, damit einer wie ich auch versteht, worum es hier geht. So, und dann kommt meine Übersetzung.

Und die bestand darin, dass ich erst mal nicht übersetzt, dass es unter Kohl so war, dass die Veräußerungserlösgewinnsteuer von Kapitalgesellschaften in voller Höhe zu bezahlen war, von Inhaberunternehmen zur Hälfte. Und SPD und Grüne änderten das, befreiten die Kapitalgesellschaften, während die Inhaberunternehmen das Doppelte bezahlen müssen. So, jetzt kommt meine Übersetzung. Ich habe gesagt, also da kriegt ein Unternehmen Kaufpreis und macht damit einen Gewinn.

Und auf diesen Gewinn aus dem Kaufpreis muss man eine Steuer bezahlen. Und bei Kohl war es so, dass die Deutsche Bank, Klammern, das ist eine Kapitalgesellschaft, die Steuern voller Höhe bezahlen musste, während der Bäckermeister die Steuern nur zur Hälfte bezahlen musste. Und heute erleben wir eine sozialökologische Reform, und die besteht darin, dass die Deutsche Bank nichts mehr zu bezahlen braucht und der Bäckermeister das Doppelte bezahlen muss.

Das verstehen alle. Und wissen Sie, was nach meiner Rede wirklich passierte? Fünfzehn SPD-Bundestagsabgeordnete rannten nach vorne zum damaligen Fraktionsvorsitzenden Struck und fragten, ob das stimmt, ob das das ist, was sie nach halben Stunde entscheiden. Zu ihrer Verteidigung sage ich, bei Veräußerungserlös Gewinnsteuer gehen Ihre Ohren auch zu. Aber wenn ich eine halbe Stunde später, es waren ja Regierungsveränderungen,

Ein neues geltendes Recht der Bundesrepublik Deutschland beschließe, muss ich doch wenigstens wissen, was ich beschließe. Und Sie wussten es nur durch meine Übersetzung, aber ich kann ja nicht jedes Mal übersetzen. Glauben Sie mir, die falsche Sprache richtet viel Schaden an.

B

Ich würde aber eigentlich denken, also ich war mein Bundestag als Besucher vor, keine Ahnung, 15 Jahren oder so. Und da war der große Bundestag und halt die Mitglieder des Bundestags. Und da würde ich denken, da haben wir als Gesellschaft unsere besten Köpfe hingeschickt. Und da versteht jeder, was eine Veräußerungserlösgewinnsteuer ist. Und der versteht auch einen Unterschied zwischen einer Kapitalgesellschaft und einer Inhabergewinnung.

Unternehmung. Jetzt braucht es jemanden wie Sie, der sozusagen auf bürgerlichem Level nicht dem Bürger, sondern dem gewählten Bundestagsabgeordneten erklärt, über was die entscheiden. Das ist doch tief ironisch.

A

Wenn es jetzt mein Ziel war, natürlich die Bürgerinnen und Bürger. Ich bin ja auch nicht darauf gekommen, aber dann stellte ich fest, wie die nach vorne sturm und den Struck bearbeitet haben. Der hob immer die Hände und sagte, alles entschieden, alles entschieden. Der war wütend auf mich, ja. Und die Übersetzung, was ich verstehen kann.

B

Aber das muss ja dann auch eine Zeit gewesen sein, in der Bundestagsabgeordnete einen Vortrag hörten, dann sich überlegt haben, was sie darüber denken und sie haben ihre Höre, ihre Rede also quasi vom politischen Gegner gehört. und haben gedacht, Momentchen, in der Sache hat der Gysi recht, der ist zwar der Gegner, aber ach scheiße, jetzt kann ich ja nicht mit meiner Fraktion wählen und das findet doch heute, wenn ich das richtig so aus der Distanz sehe.

Eigentlich nicht mehr statt, sondern wenn ich SPD bin, dann frage ich kurz, ist nicht, also ich frage nach meiner Parteilinie, was wir wählen wir zu dem, dem, dem, dann mache ich das, dann muss ich auch gar nicht mehr selbst den Bundestag. Das heißt, heute ist ja der Bundestag quasi leer, wenn man da hingeht. Das war dann früher anders, dass die Leute da wirklich waren.

A

Naja, es ist heute auch noch anders. Bei bestimmten Debatten ist der Saal immer voll. Dann ist er voll, wenn namentliche Abstimmung stattfindet. Denn wenn du an einer namentlichen Abstimmung nicht dein nimmst, kriege Geldabzug, also kommen dann alle, zumindest die da sind. Aber das ist gar nicht so schlimm, weil wenn es, weiß ich was, über irgendein Biologiegesetz geht, da haben die meisten eh keine Ahnung von, dann sitzen da die Experten und diskutieren miteinander.

Und wenn die in der Zeit die Briefe und vor allen Dingen die E-Mails der Bürgerinnen und Bürger beantworten oder andere Sachen machen, ist das in Ordnung. Die eigentliche Arbeit der Abgeordneten kriegt ja keiner mit, die wird in den Ausschüssen geleistet. Da haben Sie auch als Oppositionspolitiker eine andere Chance. Also, weil die geschlossen ist. Da dürfen keine Medien rein. Wissen Sie, dass der Haushaltsausschuss manchmal elf, zwölf Stunden Tag?

Das ist wirklich eine harte Arbeit, die die da leisten. Und da geht es um die Millionen und die Millionen und die Hunderttausend oder auch mal eine Milliarde, etc., etc. Und ähm Dann kommen von der Opposition Ideen, also zum Beispiel, dass ich sage, ihr könnt doch nicht im Absatz eins das sagen und im Absatz drei, das widerspricht sich ja, das müssen sie da wenigstens so formulieren. Nicht, dass ich das Gesetz will, aber wenn, und dann sagen sie, da hat der Gesicht, das machen wir.

Das würde im Plenum nie passieren. Das passiert nur in den Ausschüssen.

B

Das ist interessant. Das heißt, die eigentliche Arbeit findet hinter verschlossenen Türen.

Und jetzt hat Frau Weidel mal vor ein paar Wochen gesagt, dass sie nicht gegrüßt wird im Bundestag, selbst von ihrer, dass Friedrich Merz sie nicht grüßt. So, jetzt stelle ich mir vor, Dass da Leute sind, die sich derartig muss man hassen, muss man ja wirklich sagen, dass sie sich auf der Straße oder nicht mal auf der Straße, sondern nicht grüßen und dann gehen die in einen Raum und diskutieren konstruktiv miteinander, kann ich mir irgendwie nicht vorstellen.

A

Die AfD hat da natürlich auch ihre Redezeiten und ihre Vortragszeiten und kann auch Vorschläge machen, aber von der kommt ja nie so ein Vorschlag, wie ich ihn gerade gezählt habe. Ihr müsst im Absatz drei wenigstens das mal sowas kommt nur zu Leuten wie mir. Und deshalb Berücksichtigt man das? Die halten ja dann ihre.

Prinzipiellen Vortrage, dass das alles Falsch ist, alle Ausländer müssen Deutschland verlassen und so weiter, dass dann das Gesundheitswesen, die Restaurants, die Hotels zusammenbrechen. Das vergessen sie zwar, aber das macht ja nichts. Ja, das machen die so, und zwar das liegt daran, dass sie sich erstens ausgegrenzt fühlen, zweitens finden sie das gut.

weil dadurch alle Ausgegrenzten sie wählen. Deshalb gehen sie ja auch damit hausieren. Ich sage immer, in Wirklichkeit stimmt das gar nicht, die haben viel längere Redezeiten als wir im Bundestag und auch in den Ausschüssen. Nur zwei Dinge gelingen ihnen. Sie kriegen keine Vizepräsidentin bzw. keinen Vizepräsidenten des Bundestages gewählt.

weil das muss eine Mehrheit entscheiden und sie kriegen kein Mitglied vom Geheimdienstausschuss gewählt. Das muss auch eine Mehrheit entscheiden. Das hat übrigens auch bei uns lange gedauert. Aber dann wurde.

äh, der André Hahn reingewählt in diesen Ausschuss. Jetzt ist er natürlich rausgeflogen, weil wir ja keine Fraktion mehr sind. Aber das ist wieder ein anderes Thema, ein anderes Kapitel. Äh, Aber ich sage Ihnen, das stimmt, die Kultur des Bundestages hat sich verändert, seitdem die AfD drin ist. Äh, ich will Ihnen mal ein Beispiel nennen. Ich hatte folgende Angewohnheit im Fahrstuhl. Männer tragen ja immer Anzüge und die Seitenklappen.

Äh, bei der Jacke stehen immer zur Hälfte drin, zur Hälfte draußen. Und dann bin ich in meinen Schritt auf sie zugegangen, habe die Klappe genommen und sie ordentlich rausgemacht. Bei Abgeordneten, die ich gar nicht kannte. Die haben sich immer erschreckt, weil die gar nicht wussten. Und dann mussten sie immer lachen darüber. Kann ich heute nicht mehr. Könnte ja ein AfD-Abgeordneter sein. Aber er ist völlig unpassend. Und da ich das nicht mehr weiß, mache ich es nicht mehr.

Das ist keine Weltveränderung, das verstehe ich. Aber ich will Ihnen nur zeigen, wie sich die Kultur verändert.

B

Ist das das, was uns als Land weiterbringt, wenn sich die Kultur bei der politischen Spitze so verändert, dass die noch nicht mal mehr ein bisschen Spaß zusammen machen können? keine menschliche Basis haben.

A

Ich erzähle dir noch, weil es gibt da eine Gaststätte, die ist ganz nett, die ist im Keller, so ein bisschen kneipenartig. Und da gibt es einen großen Raum und einen kleineren. Ohne dass es jemand gesagt hat, setzt sich die AfD immer in den kleineren und alle anderen in den größeren. Und keiner geht dorthin und die gehen nicht dorthin.

B

Aber die immerhin schaffen die das in einer Gaststätte zu sein, ohne sich an die Wäschschäften.

A

Ja, das natürlich, ja. Das kannst du auch gar nicht verhindern.

Wie kommen wir politisch da jetzt raus?

B

Ja, also es gab jetzt in Köln ja vor ein paar Wochen mal irgendwie so einen Fall, wo ein einzelner, ich glaube, CDU, SPD-Politiker, einen AfD-Politiker angegriffen hat, aus meiner Sicht ein Einzelfall, also sche scheint mir so, sei.

A

Das stimmt. Aber wissen Sie, was der Bruch war bei Corona, als Sie mit den Demonstranten das Reichstagsgebirge versucht haben, ein bisschen zu stürmen, auch Abgeordnete der AfD. Und das ist deshalb interessant, weil die haben dann auch Besucher mitgebracht, die nicht mehr gingen, das verändert die Kultur für mich.

Ich werde Ihnen folgendes Beispiel sagen. Als ehemaliger Bundestagsabgeordneter, wenn ich das dann mal bin, kriegt man einen Ausweis, dass man ehemaliger Bundestag, da durftest du immer den Bundestag mit Besuchern betreten, mit bis zu fünf Besuchern. Heute nicht mehr. musst du anmelden wegen der AfD, weil die das missbraucht haben. Und wenn es einmal missbraucht wird, dann werden die Regeln geändert.

B

Haben die sich mal dafür entschuldigt?

A

Das ist nicht ihre Art.

B

Ja, jetzt haben wir natürlich zwei Parteien, die sich gegenseitig, die einen sagen, ihr seid am Anfang doof gewesen, ihr habt angefangen und das ist so ein bisschen wie. In allen Kriegsgebieten dieser Welt, man sagt: pass auf, ihr, wir haben so eine lange Historie und ihr da drüben habt diese bösen Sachen gemacht, dann sage ich, ja, ja, aber ihr habt diese bösen Sachen gemacht. Also

Den anderen, die im Krieg sind, sagt man immer, versucht eine friedliche Lösung zu finden, aber beim selbst ist es immer ein bisschen schwieriger. So, wie kommen wir denn jetzt heraus? Weil die AfD, insbesondere in ihrer Osten, ist ja sehr, sehr stark. Ja.

A

Zunächst müssen wir mal versuchen. Im Kalten Krieg hätte ein Trump hätte ein Erdogan, hätte eine Le Pen, eine AfD überhaupt keine reale Chance gehabt. Wissen Sie auch warum? Weil die führenden westlichen kapitalistischen Staaten drei große Vorteile gegenüber den sozialistischen Ländern hatten.

Sie hatten erstens eine bessere Waren und Dienstleistungsdecke, sie hatten zweitens eine frei konvertierbare Währung, mit der du weltweit einkaufen konntest, und sie hatten deutlich mehr Freiheit und Demokratie. Die sozialistischen Länder hatten nach 1945 den Vorteil, sie waren sozial gerechter.

Aber das hielt nicht. Und in dem Maße, wie sich dort die Waren- und Dienstleistungsdecke verbesserte, wuchs auch der Wunsch nach Freiheit und Demokratie. Dem wurde aber nicht stattgegeben, sodass die sozialistischen Länder implodiert sind.

Damals im Kalten Krieg Wenn jemand die AfD Richtung versucht hätte, und so hätten alle anderen gesagt, das ist völlig indiskutabel, eine Einschränkung von Freiheit und Demokratie kommt gar nicht in Frage, denn das ist unser Herzstück im Kampf gegen die sozialistischen Länder. Jetzt sind wir in einer anderen Zeit. Es gibt keine sozialistischen Länder mehr. Der Kalte Krieg ist vorbei. Und plötzlich gibt es immer mehr Menschen.

sagen, zumindest leicht autoritärere Strukturen sind effizienter als die Demokratie. Warum? Ich habe mit drei Türken gesprochen, die Erdogan gewählt haben. Da habe ich gesagt, warum habt ihr den denn gewählt? Und dann sagt Ja, in eurer Demokratie, er quatscht zwei Jahre und dann ist immer noch nichts passiert, was ja zum Teil auch stimmt. Und dann sagt er, und der sagt etwas, und das ist sechs Wochen später Realität. Ah, sage ich, und das, was er sagt, wollt ihr aber, ja.

Was macht ihr denn, wenn er plötzlich lauter Dinge sagt, die ihr nicht wollt, die sind ja sechs Wochen später auch Realität? Damit hatten sie nicht gerechnet. So hatten sie auch noch nicht überlegt. Und ich erkläre das nur, um die Vorteile der Demokratie zu erzeugen. Und wenn es jetzt immer Menschen, mehr Menschen gibt, die so eine, sagen, eine starke Frau oder ein starker Mann, der was durchsetzt, ist viel besser als dieses Gelaber da im Bundestag, so?

Dann müssen wir doch wieder Freiheit und Demokratie im Ansehen der Bevölkerung stärken. Das fängt in den Schulen an, wo diesbezüglich zu wenig geschieht. Da hat die Politik einen Auftrag, den sie nicht erfüllt. Aber auch die Kunst und Kultur, auch die Medien und auch die Wissenschaft haben da einen Auftrag. Und da gibt es im Augenblick noch keine gemeinsamen Anstrengungen. wirklich eine andere Haltung zu Demokratie und Freiheit zu erziehen. Dabei darf man die Mängel nicht leugnen.

Ich sage immer, in der Demokratie geht es um Mehrheiten und nicht um Wahrheiten. Das ist ein beachtlicher Unterschied. Aber wenn man die Mängel nicht leugnet, kann man auch die Vorzüge erklären. Und das geht es meines Erachtens nicht, und da machen wir viel zu.

B

Aber wenn man den Demokratiebegriff nimmt, der ja, ich glaube, aus dem Griechischen die Herrschaft des Volkes bedeutet, dann müsste man eigentlich fragen: Liebes Volk, was wollt ihr denn? Das Volk sagt aktuell JafD. Und also nicht. Aber ein überwiegende, nicht kein überwiegender, ein sehr starker Teil, insbesondere im Osten.

So, und jetzt müsste man demokratisch sagen, okay, das scheint ihr zu wollen, also machen wir das mal. Was wir aber dann jetzt sagen ist, Nee, nee, das Volk will das zwar, aber das Volk ist, und dann kommen jetzt verschiedene Erklärungen, ist ein bisschen dumm, abgehängt, nicht richtig informiert. Die Partei ist böse oder die Leute verfolgen eigentlich eine andere Intention. Jetzt läuft ja gerade der Diskussion um das AfD-Verbotsverfahren. Ich verstehe nicht, wie man dieses.

die diese demokratisch gewählte Partei als quasi Demokrat kritisieren kann und sagen, wir müssen demokratischer werden, also dürfen die wenig, müssen die weniger Macht haben. Das scheint mir nicht demokratisch zu sein.

A

Also das Problem ist folgendes: Die NSDAP, wenn wir mal in die Geschichte zurückgehen, hatte als bestes Ergebnis 36 Prozent. Er hatte nie über 50%. Und dann hat der Präsident Hitler zum Reichskanzler erklärt, das erste Mal im Januar 1933, und da gab es zwei Mitglieder der NSDAP in der Regierung: ihn und noch einen zweiten Minister. Alle anderen waren aus bürgerlichen Parteien. Und Hitler hat den Satz gesagt, die Demokratie hat mich an die Macht gebracht und ich habe sie abgeschafft.

Und darüber müssen wir auch nachdenken. Wir haben eine andere Geschichte als andere Länder und da stehen wir anders in der Verantwortung und das darf man nicht zulassen. Dieses lass sie doch mal und dann wirtschaften sie sich ab. Ist genauso gesagt worden bei Hitler, lass ihn doch mal, der wirtschaftet sich ab, der hat sich aber nicht abgewirtschaftet. Dass eine große Mehrheit der Bevölkerung ihn wollte.

war erst interessant, als er zwei Dinge schaffte. Nicht als er Reichskanzler wurde, da war er noch eine Minderheit. Er hat dafür gesorgt, dass alle Familien einen Volksempfänger bekamen. Das kann man sich heute nicht vorstellen, aber das war das erste Mal, dass sie zu Hause Musik hören konnten, Nachrichten hören konnten und so weiter. Das war ein gigantischer kultureller und politischer Fortschritt.

Und das zweite war, er hat über den Bau der Autobahnen und über die Rüstungsindustrie die Arbeitslosigkeit. wenn sie sich an die Schlangen in 20er Jahren, das galt ja als Demokratie erinnern, wo Millionen ohne Arbeit waren, wo plötzlich ein Brot eine Milliarde kostete etc. Also alles aus den Fugen kriegen.

dann war das für die Leute plötzlich Stabilität. Und da haben sie gesagt, wir haben ja einen starken Führer, der regelt das alles so. Und dann siehst du darüber hinweg, dass dein jüdischer Nachbar abgeholt wird und so weiter, oder der nette Kommunist plötzlich nicht mehr da ist. Die Zeugen Jehovas und andere verschwanden. Das macht mich bei der Geschichte meiner Familie auch etwas stutzig. Ich möchte Höcke nicht an der Macht sehen, um dann nur noch mit den Folgen auseinanderzusetzen.

Das ist schwierig. Aber Sie haben recht, die AfD ist demokratisch gewählt. Das heißt aber nicht, dass sie demokratisch ist. Aber demokratisch gewählt ist sie. Und darüber muss man sich Gedanken machen. Und deshalb habe ich gesagt, die Parteien, die anderen, machen sich viel zu wenig Gedanken darüber, was sie falsch machen, dass so viel AfD gebet wird. Woher kommt denn die Abneigung in der Bevölkerung gegenüber der etablierten Politik?

Das ist eben die falsche Sprache, das ist die Angabe falscher Beweggründe, das sind gut klingende Wahlversprechen, die da nicht eingelöst werden, selbst wenn man es könnte. Du kannst natürlich in der Koalition nie alles durchsetzen, aber.

wenn man es könnte, und dann ist es auch so ein Mangel an Erklärung. Ich habe meiner Partei immer gesagt, wenn sie in einem Bundesland in einer Koalition ist, wie wir es in Brandenburg waren, jetzt in Mecklenburg-Vorpommern sind, wie wir es lange in Thüringen waren, etc., übrigens auch in Bremen sind, Dann muss man immer, wenn man von der Öffentlichkeit spricht und der Presse sagen, ich wollte das und das.

Aber die SPD wollte nur das und das. Jetzt haben wir uns so geeinigt. Naja, den Kompromiss kann ich noch so mittragen. Und die vergessen immer zu sagen, was sie wollten, weil sie nur daran denken, den Kompromiss zu verteidigen. Aber ich muss doch erstmal erklären, wie es zu dem Kompromiss gekommen ist und was ich eigentlich will. Und dass das sozusagen von mir gerade noch getragen werden kann, aus welchen Gründen auch immer. Und das passiert viel zu wenig. Es findet viel zu wenig Aufklärung.

Wenn wir die Zeit haben, erzähle ich immer ein kleines Beispiel. Also Bundesminister müssen ja keine Spezialisten.

B

Darf ich kurz I

A

Ja, Entschuldigung. Bundesminister müssen ja keine Spezialisten auf ihrem Gebiet sein. Ich kenne einen, der war Bundesinnenminister, der war dann Bundeslandwirtschaftsminister, der hätte auch noch Bundesaußenminister werden können. Sie tragen die politische Verantwortung, aber der Spezialist ist immer der Beamte des Staatssekretär, den lernst du ja nicht kennen. So, jetzt stellen Sie sich mal vor, ich wäre Bundesgesundheitsminister während Corona gewesen.

Nun bin ich kein Virologe. Glücklicherweise weiß ich das noch und denke nicht nach fünf Minuten, ich sei jetzt einer. So, da hätte ich also eine Kommission gebildet von fünf Leuten, nicht nur Virologinnen und Virologen, auch andere.

Und die hätten immer beraten müssen, was man machen sollte. Und dann wären die sich einig gewesen. Dann hätte ich immer einen mitgenommen, nicht alleine, zur Bundespressekonferenz, hätte er gesagt, ja, Sie sind von der Kommission, was schlagen Sie mir vor? Dann hätte er das erläutert, hätte ich gesagt, da ich keine Gegenargumente habe, würde ich das so machen. So, aber ich hätte nicht immer den gleichen mitgenommen, sondern immer einen anderen.

Und das zweite, dann plötzlich hätte es unterschiedliche Auffassungen gegeben in der Kommission. Da hätte ich zwei mitgenommen. Ländlich folgendes mal. Da hätte ich gesagt, bitte sprechen Sie zuerst. Er hat ja gesagt, ja, wenn er nicht das Grundrecht einschränkt und nicht das Grundrecht einschränkt, werden wir mehr als zu erwarten, nämlich weitere hunderttausend Infizierte bekommen und zwischen drei und fünftausend zusätzliche Tote, die vermieden werden können, wenn an diesem Weg.

Gut, jetzt wie. Dann hätte der zweite gesagt, nee, das hält er für völlig überzogen. Es reicht völlig, wenn man das und das macht, und weder werden die hunderttausend zusätzlichen kommen, noch die 3.000 bis 5.000 tot. Da hätte ich die Journalistinnen und Journalisten angesehen und hätte gesagt, was soll ich jetzt machen? Ich würde mich lieber nach dem letzten richten, weil ich ja dann weniger Grundrechte ein.

Aber wenn der Erste recht hat, übernehme ich die politische Verantwortung für hunderttausend Infizierte und 3.000 bis 5.000 Tote. Das kann ich einfach nicht. Deshalb muss ich mich nach ihm. Sehen Sie, und die Journalistinnen und Journalisten und die Bevölkerung würde verstehen.

unter welchem Druck ich stehe, warum ich eine bestimmte Entscheidung treffe. Warum müssen die alle vor die Kamera treten und so tun, als ob sie Experten sind, und deshalb wissen ganz genau, der Weg so ist richtig und der andere ist falsch. Das würde ich nicht machen. Ich würde es so machen und ich glaube, dass dann die Bevölkerung sagen würde: Ja, leicht hat das ja auch nicht. Was soll er denn nun entscheiden, wenn der eine Experte ihm das so schwillt hat und der andere es ihm so schwitt?

B

Könnte es sein, also Menschen, die ich kenne, die sehr klug sind, haben häufig kein Problem damit, zu sagen, davon weiß ich überhaupt gar nicht. Menschen, die weniger klug sind, sind konstant in Bemühungen, den Schein aufrechtzuhalten, dass sie wahnsinnig klug sind. Und das geht eigentlich zurück auf dann meinen meinen Punkt von vor gerade. Es mir scheint es so, als sei die Spitze der Politik drastisch weniger qualifiziert und geeignet für den Job als die Spitze der Wirtschaft.

Und irgendwie sind wir da reingekommen. So möglicherweise sagen sie auch, das sehe ich ganz falsch, aber egal ob ich

A

Nein, das ist ja gar nicht falsch. An der Spitze der Wirtschaft ist es ja so. Und wenn du da versagst, dann gehst du eben in Insolvenz. Also da gibt es ganz andere Konsequenzen als in der Politik. Aber Sie haben recht, also ich mache das ja natürlich immer ein bisschen unterhaltend und sage, es gibt Experten und Generalisten. Die Experten verstehen von einer Sache so viel, dass sie sie nie erklären können. Und zwar, weil sie keine Nebensächlichkeit auslassen können.

Und die Generalisten verstehen von nichts etwas, können aber über alles reden. Und ich bin Generalist und dafür habe ich einen Zeugen, nämlich Herrn Jauch. Als er noch seine Sonnenabentegrunde hatte. Hatte er auch mich eingeladen und ich saß schon da und andere und

Bevor die Fernsehkameras eingeschaltet werden, kommt er dann rein und spricht erstmal zu dem Publikum und entschuldigt sich beim Publikum, weil die ein anderes Thema und eine ganz andere Gästeliste gelesen haben. Und du sagst, aber vorgestern ist das passiert.

Und da mussten wir gestern das Thema und die Gästeliste vollständig ändern. Und dann sagt einer, aber der Gysi stand doch schon vorher auf der Liste. Ja, sagt er, bei Gysi ist ja auch das Thema egal. Das ist also die Bestätigung dafür, dass ich Generalist bin. In Wirklichkeit ist es natürlich so, ich verstehe schon ein bisschen was von Juristerei und von bestimmten Dingen und von anderen Dingen nicht.

Kurz zurück in die Hitler Thematik

Aber das macht mir auch nichts aus. Und das macht mir auch nichts aus, das zuzugeben. Ich weiß, noch Anfang der 90er Jahre kam die Tagesschau zu mir natürlich knallhart und stellte mir irgendeine Frage im Parteiverstand und sagte, ich weiß euch nicht.

Und dann macht er die Kamera aus und sagt: Das geht nicht, Herr Gysi. Kein Politiker darf sagen, weiß ich nicht. Sag ich, wieso? Ich weiß es nicht. Und dann sagt er: Ja, da müssen wir irgendwas sagen. Dazu war ich aber nicht bereit. Aber da habe ich festgestellt, welche Mechanismen da laufen.

B

Aber der Erfolg, genau damit gibt ihn ja recht. Ich habe ChatGPT vorhin gefragt. einer der ganz wenigen Kandidaten oder nicht Kandidaten, sondern der Bundestagsabgeordneten, die über eine Periode von ungefähr zwanzig Jahre immer wieder per Direktmandat gewählt wurden. unter anderem Konrad Adenauer beispielsweise das ebenfalls oder Helmut Kohl. So in dieser Reihe stehen sie aus aus meiner Sicht. So und dann

A

Seit 1990, muss ich sagen, bin ich immer direkt gewählt. Ich bin noch nie über Liste gewählt. Auch jetzt im Februar zwei tausend fünfundzwanzig so ist.

B

Ich würde, ich habe den Blick auf die Uhr und sie müssen ja gleich weiter. Deswegen würde ich gerne nochmal in diese Hitler-Thematik rein, weil mir die sehr, sehr präsent in der jetzigen Zeit scheint. Also, niemand möchte gerne Fehler wiederholen. Und insbesondere der Deutsche, wir wollen auf keinen Fall einen zweiten Hitler. So, das ist, ich glaube, das ist allen klar. Ganz, ja.

Ganz wenige wollen zweiten Hitler. Aber die allermeisten Leute wollen das nicht. Und jetzt ist das so, wenn man sich ein rotes Auto kaufen will, dann sieht man überall rote Autos. So, wenn man weiß, wir wollen auf jeden Fall keinen zweiten Hitler, sieht man aus einem meiner Sicht überall zweite Hitler.

Und wir sehen das in dieser Migrationsgewaltdebatte, wo die Leute, die mit dem Bus fahren, sagen, ich habe halt einfach Angst, mit dem Bus zu fahren. Und es gibt ja hunderte Gruppenvergewaltigung und so. Das sind ja hunderte Frauen, die Opfer einer Gruppenvergewaltigung werden. So, aber es war ja, mittlerweile ist das nicht mehr so, aber schon fast eine rechtsextreme Äußerung zu sagen, ich möchte gerne nicht gruppenvergewaltigt werden. Insbesondere Punkt.

Wer macht das? Welche Tätergruppe? Da gibt es ein sehr spezielles Täter-Profil. So, und dazu sagen, wir haben ja ein Problem. Und das scheint mir als Als der größte Fehler der etablierten Partei in den letzten 20 Jahren gewesen zu sein, einfach nicht angesprochen zu haben, was die Probleme sind. Nämlich, wir gucken in die Welt, wir sehen, das passiert. Was könnten wir dagegen tun? Alle hatten große Angst,

Wir wollen ja nicht Hitler sein und was gegen Ausländer sagen. Und so jetzt, wenn ich mit Leuten mit Migrationshintergrund spreche, die sagen auch, ich habe Angst vor denen. So, das sind ganz andere. Wie kommen wir aus dieser Nummer wieder raus, dass wir die Probleme ansprechen können?

A

Gut, lass nämlich sagen, die Leute, die die NSDRP gewählt haben und die, die andere Parteien gewählt haben, die dann letztlich dazu beigetragen haben, dass die NSDRP an der Macht kam, wollten nicht den Hitler, der er wurde. Die wollten einen ganz anderen. Die haben auch nicht an einen Zweiten Weltkrieg gedacht, den er dann ausgelöst hat, mit einer Lüge übrigens ausgelöst hat, was Gleiwitz betrifft, etc. Das ist das eine. Das zweite ist, sie haben aber recht.

Eine Vergewaltigung muss man eine Vergewaltigung nennen und man muss auch die Angst der Leute verstehen davor. Ich werde Ihnen sagen, welches Problem wir haben. Bis 2015 wurde bei allen Flüchtlingen, die zu uns kamen, gab es immer eine Sicherheitsüberprüfung, die funktionierte. Es gab in Deutschland keine Anschläge.

Durch Extremisten des Islam etc. In Frankreich ja, aber nicht in Deutschland. Und erst 2015 an den Grenzen wurden die Sicherheitskontrollen nicht mehr eingehalten, die kamen einfach alle. Und seitdem haben wir auch solche Probleme. die wir vorher nicht hatten.

dann muss man eben offen über Fehler sprechen. Also zum Beispiel bei Magdeburg, es muss immer einen Fluchtweg geben, der offen ist. Aber es ist eben vorgeschrieben, dass da ein Polizeifahrzeug steht, sodass keiner einfach reinfahren kann. Stand aber nicht. Warum nicht? Oder Warum sind unsere Sicherheitsprüfungen so schwach geworden und lassen sie sich nicht im Nachhinein so wiederholen, dass wir sagen können, das sind Leute, von denen Gefahren aussehen.

Warum beachten wir Informationen von Geheimdiensten anderer Länder so wenig? Ist ja auch nicht nachvollziehbar. Übrigens auch vor Nord Stream 2, vor der Sprengung. Hatten wir ja Informationen von der CIE, unserer BND und der wieder die Regierung, was hat sie gemacht? Was hast du wahrscheinlich gemacht? So, das geht alles nicht. Das muss man auch auswerten. Also, man muss dann den Leuten sagen,

Erstens habe ich Verständnis für deine Fühle, zweitens haben wir wirklich etwas falsch gemacht, und zwar das und das, und das machen wir ab jetzt anders, aber du kannst nicht wegen eines syrischen Vergewaltigers meinen, dass alle Syrer Vergewaltiger sind. So. Wir sagen ja auch, es gibt ja auch deutsche Vergewaltiger, deshalb nicht, dass alle deutschen Vergewaltiger sind. Ist mir sowieso völlig ungleich.

Ich kann die Herangehensweise gar nicht verstehen. Mit Gewalt etwas zu erzwingen, wenn eine Frau mich nicht will, wie man dazu dabei Vergnügen empfinden kann, also muss man völlig anders strukturiert sein im Denken und im Gefühlsleben. So, und dann kommen aber auch hinzu, das dürfen wir nicht vergessen, die Mängel unserer Bildungspolitik. Sehen Sie mal, außer Wald haben wir keinen Rohstoff. Aber den Wald müssen wir schützen, den können wir nicht verwerten, also zumindest nicht in dem Umfang.

Also müssen wir auf die Intelligenz und Bildung unserer Leute setzen. Wir haben sechzehn verschiedene Schulsysteme, weil wir sechzehn Bundesländer haben. Wir trennen die Kinder entweder nach der vierten oder sechsten Klasse, wie zu viel zu früh. Äh, das ist eine soziale Ausgrenzung. Manche entwickeln sich spät. Trotzdem gibt es einen hochinteressanten Unterschied. Die Länder, die erst nach der sechsten Klasse trennen, wie zum Beispiel Berlin und Brandenburg, und ich glaube auch Bremen.

Da gibt es mehr Kinder von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die das Abitur machen, also prozentual mehr, als in anderen Ländern, die schon nach der vierten Klasse trennen. Schon bei zwei Klassen ist dieser Unterschied. Wenn man Gemeinschaftsschulen wie in Frankreich hätte, oder die Strukturen wie in Finnland, die zum Teil DDR-Strukturen übernommen haben, hätte man dort ganz andere Chancen.

Verstehen Sie? Und das ist wichtig, obwohl Rechtsextremismus gibt es auch unter den sogenannten Gebildeten, also das darf man sich auch nicht zu einfach machen. Aber wir müssen das eben nutzen, um anders zur Demokratie zu erziehen. Und die Gefahren, die mit dem Leben verbunden sind, die auch von bestimmten Flüchtlingen ausgehen, auch von Deutschen ausgehen, muss man ernst nehmen, darüber muss man sprechen.

Die darf man auch nicht so wegdutschen, wie das manchmal die Linke gemacht hat, um so darüber gar nicht zu reden. Das geht auch alles nicht. Und dann müssen wir Lösungswege aufzeigen, und zwar auch Konsequenzen. Nun ist es immer so. Es gibt natürlich eine Schwierigkeit im Recht. Wenn jemand eine Gefahr hast und noch nichts gemacht hast, kannst du ihn ja nicht ernsthaft einsperren. Er hat ja noch nichts gemacht.

But then muss es other formen of control and the berücksichtigung, the forender by these men. And beim Asyl ist es ganz einfach. Wenn es wirklich ein Asylrecht geben sollte, and jemand hat.

Then have that unit.

A

Über Drittstaaten kriegst du das nicht geregelt, wenn er keinen Anspruch hat und wenn er auch als Arbeitskraft gar nicht, also hierher, sage ich mal, gelockt wurde, und er muss gehen, und das steht so im Gesetz, naja, musst du das auch durchsetzen, logischerweise. Nur ich glaube, unsere Herangehensweise ist falsch, die Integration ist falsch. Also zum Beispiel, man hat ja alle türkischen sogenannten Gastarbeiter in Berlin in Kreuzberg gesprochen.

zusammengenommen, dann wunderst du dich, dass da eine Parallelgesellschaft entsteht? Das ist völlig klar. Du hättest sagen müssen, die eine Familie dorthin, die nächste Familie dorthin, dann integriert man sich auch. Man hat ja nur deutsche Nachbarn, die nehmen die auf und gegenseitig etc. Ich habe einen Verein zum Beispiel

In meinem Wahlkreis Trepto Küppnick in Berlin, der macht folgendes: Der nimmt die Unqualifizierten, nicht die Ärzte und so, sondern die unqualifizierten syrischen Flüchtlinge und kämpft erstmal um eine Arbeitserlaubnis. Das ist ja schon mal die größte Schwierigkeit. Und wenn er sie hat, machen sie so drei, vier, fünf Wochen Deutschunterricht mit ihnen und dann schicken Sie sie zur Berliner Stadtreinigung.

95 Prozent bekommen einen unbefristeten Vertrag nach der Probezeit. Und dann habe ich mit den deutschen Kollegen dort gesprochen und habe gesagt: Ja, kommt ihr denn miteinander klar? Nein, also ihr versteht euch gut. Ja.

Oder sage ich ja, worunter worüber unterhaltet ihr euch denn beim Frühstück? Wir quatschen ja nicht so viel, sagen die. Das ist mich natürlich als Berliner amüsiert. So die Haltung. Und Da die gleich arbeiten, gleich fleißig arbeiten, die arbeiten erledigen und von denen geht auch keine Gefahr und nichts aus, kommen die gut hin, die haben eine praktische positive Arbeit.

Die wenigsten haben eine praktische positive Erfahrung und wenn sie eine praktische positive Erfahrung haben, ist das die Ausnahme. Ja, der eine Arzt, der ist nett, aber ansonsten und so weiter. Ich kenne diese Haltung. So, daran müssen wir alle arbeiten. Und ich sage mal, äh, Wir müssen auch wieder die Sicherheitsüberprüfung durchführen, so wie wir sie früher hatten. Und dann wäre uns bestimmtes nicht passiert.

B

Jetzt haben wir aber ganz viele Unsicherheitsüberprüfte im Land und es gibt ja gro ne keine wieder keine Mehrheit, aber einen großen Block der Bevölkerung, der sagt, davon geht ein Sicherheitsrisiko aus. Dann kommt die AfD und sagt, wir machen Abschiebetickets. Das Abschiebicket ist das Beste. Dann sagt ein Teil der Bevölkerung, um Gottes Willen, das war so wie Hitler, unter anderer Bevölkerung, Teil der Bevölkerung, der jubelt. Was machen wir dann jetzt mit den, das sind ja Millionen?

A

Eigentlich will er alle mit Migrationshintergrund abschieben. dann muss er sich nur damit abfinden, dass das Gesundheitswesen zusammenbricht, die Pflege zusammenbricht, wir nur Restaurantschließung und Hotelschließung haben ohne ausländische Arbeitskräfte, dort können wir gar nicht mehr existieren.

Und die Unternehmen haben ja erklärt, wir brauchen etwa jedes Jahr 300.000 Arbeitskräfte aus anderen Ländern. Was ja auch immer ein Problem ist, weil wir den anderen Ländern die Arbeitskräfte wegnehmen, darf man ja auch nicht vergessen. Also, aber Sie haben recht, was Flüchtlinge betrifft.

brauchen wir eine vernünftige Integrationspolitik, und wenn es Gründe gibt, dass sie nicht hätten fliehen dürfen, also nicht zu uns, dann muss man das natürlich auch durchsetzen. Aber das muss alles sauber und rechtsstaatlich erfolgen, und wir müssen jetzt tatsächlich anders mit Informationen umgeben, wo die Sicherheit gefährdet ist. Das stimmt. Aber deshalb muss man nicht zur Hücke werden.

B

Verstanden. Der Höcke ist ja quasi sinnbildlich für Nazi.

Eine letzte Frage

A

Yeah. extremsten Auffassung diesbezüglich.

B

Aber es gibt ja ein Spektrum, es gibt ja das Spektrum von wir wollen alle mit Migrationshintergrund abschieben, über selbst verurteilte Gruppenvergewaltiger dürfen nicht abgeschoben werden, weil die hatten eine schwere Kindheit. Bisschen überspitzt formuliert. Und dann gibt es da dazwischen Meinungen, und dass jetzt jemand wird.

A

Da kommt immer das Argument, einen deutschen Vergewalter darfst du ja auch nicht abschieben. Und dann sage ich, ja, aber da haben wir eine andere Verantwortlichkeit, eine andere Zuständigkeit. Klar. Aber deshalb ist auch wieder der Vorschlag, Leute, die schon die deutsche Staatsbürgerschaft haben, daraus wieder zu entlassen. Das geht natürlich auch nicht.

Bei der Schritt ist nicht weit, dann auch Deutschen, die als Deutsche geboren worden sind, die Staatsbürgerschaft zu entziehen. Es gibt ja Gründe, weshalb wir auf der Welt staatenlose Menschen haben. D die haben es am schwesten, weil überhaupt kein Schweiz für sie verantwortlich ist.

B

Definitiv. Mit Blick auf die Uhr, Herr Gysi, ich würde Sie gerne noch stundenlang mit diversen Fragen löchern, aber Sie müssen gleich weiter. Ich habe immer eine letzte Frage, die ich für Sie ein bisschen abwandeln würde. Und zwar.

A

Das ist ja schon mal für mich abwandeln.

B

Ich versuche sie zu verbessern für Sie. Gut, auf die speziellen Umstände des Einzigen Dann kriegen Sie die normale Frage mit einem Zusatz. Und die normale Frage ist, wenn Sie morgen aufwachen würden, das wissen Sie heute schon, dass Sie morgen Amnesie haben, Sie können sich an nichts erinnern. Dann kriegen Sie ein Post-it von mir jetzt und da könnten Sie draufschreiben, an was Sie sich morgen erinnern wollen für sich persönlich, was Sie vielleicht tendieren, manchmal zu vergessen, wo Sie wissen,

A

Bei einer vollständigen Amnesie, wenn ich nichts mehr weiß.

B

Sie wachen auf, sie wissen noch sie wissen nicht mehr ihren Namen, aber sie sie leben quasi weiter und

A

Und habe einen Wunsch, was ich unbedingt wissen will.

B

Nee, nicht einen Wunsch, was Sie wissen wollen, sondern an was Sie sich erinnern wollen, wo die Wahrscheinlichkeit aus Ihrer Sicht besteht, dass das wirklich wichtig ist und das könnte ich vergessen. Das wäre der erste Teil der Frage und wenn Sie mir den beantworten, dann würde ich Ihnen den zweiten noch geben.

A

Also ich will dann genau wissen, wie ich mit meinen Kindern zusammengelebt habe. Wenn ich das vergessen hätte, es wäre furchtbar.

B

ihre Kindernamen oder beziehungsweise

A

Die Namen und sie sehen und sie wiedererkennen und wissen, so war das und so war das.

B

Sie haben vier, glaube ich, ne? Vier, drei, pardon.

A

Männer sollen immer vorsichtig sein, bevor sie diesbezüglich genaue Angaben machen.

B

Verstanden. Dann würde ich die Frage leicht abwandeln für Sie, nämlich Sie könnten ja Alterspräsident im Bundestag werden. Das heißt, Sie dürfen ohne Beschränkung der Redezeit sprechen. Und jetzt würde ich sie fragen wollen, was sie denn auf dieses Post-it, sind sie vielleicht nicht in der Amnesie, aber sie vergessen, was sie eigentlich sagen wollten, aber Stichpunkte für sie, dass sie wissen, wenn ich jetzt diese Rede im Bundestag halte, was Was sind die Themen, die ich backern muss?

A

Also, ich möchte erstens wissen, womit ich die Mitglieder des Bundestages erfreute. Zweitens möchte ich wissen, womit ich sie verärgerte. Und drittens würde ich mich gerne. Erinnern an Friedenspolitik, Politik für soziale Gerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit in sozialer Verantwortung, Bildungspolitik, Gleichstellung von Frau und Mann und von Ost und West.

B

Herr Gysi, ganz herzlichen Dank, war mir eine große Ehre, hat mir viel Spaß gemacht und ich drücke die Daumen für das Direktmandat, das da muss man einfach schon gar nicht mehr draußen.

A

Doch doch, da muss man immer was für tun. Bloß keine falsche Arroganz an den Dach legen, hm?

B

Fantastisch. Und natürlich auch für ein vernünftiges, gutes Wahlergebnis für Ihre Gesamtpartei.

A

Thank you.

B

Danke, dass du dabei warst. Wenn du Lust hast, noch mehr spannende. zu sehen dann lass gerne ein abo da gibt dem video gerne ein like oder lass mir eine bewertung auf spotify Podcaster. Das hilft wirklich, mehr Menschen zu erreichen. Ist mir ein großes Jedes Mal, wenn ich eine Mail bekomme, wo da drin steht: Hey Ben, ich höre nur noch deinen Podcast und es ich nehme so viele.

Ich bestimme nicht mit allen Menschen überein, die du da an dem Tisch sitzen hast, aber das sind gute Inspirationen. Das bringt mir für mein Leben etwas. Ich freue mich in Loch im Bauch und ich würde gerne noch mehr Menschen erreichen. Deswegen Like, Abo und eine geile Bewertung bei Spotify.

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