¶ McDonald's Scheitern in Tunesien
Thank you.
Hungry now.
Amen. Amen.
Now What about now? Whenever it hits you, wherever you are, grab and open. To satisfy your hunger. It's delicious combination of big crumples.
Covered in creamy peanut.
🎵 Music
decoding
Rio Henry.
Es ist der 17. Juli 2009 in einer Luxusvilla in der Stadt Hammermetz am Mittelmeer. Hier wohnen Sachher El-Matari und seine Frau Nizrine, die Tochter des tunesischen Präsidenten. Heute Abend hat Gastgeber El Materi den US-Botschafter und seine Frau eingeladen. Der Hausherr führt seine Gäste durch das frisch renovierte Gebäude. Durch riesige Räume mit modernen Möbeln, entlang römischer Säulen und Fresken, bis zu einer ca. 50 Meter langen Terrasse mit Infinity Pool.
Ein steinerner Löwe speit Wasser ins Becken. Hier im Garten lebt auch El-Matri's Haustier, Pascha. Ein großer Tiger, der vier Hühner pro Tag frisst. Das Botschafterpaar setzt sich an die gedeckte Tafel. Es gibt Fisch, Steaks, Oktopus, Truthahn und Kiwisaft, den es in Tunesien normalerweise nicht gibt. Natharina tells how much she lives in Disney World. El Matary hates Obama's politics.
Doch der Botschafter ist nicht für Smalltalk da. Er beklagt sich, dass die tunesische Presse seine Projekte ignoriere. El Matri bietet ihm an, ein paar Reporter vorbeizuschicken. Ihm gehört der größte private Zeitungsverlag des Landes. Aber alles hat seinen Preis. Er will etwas im Gegenzug. McDonald. Die Franchise-Rechte in Tunesien sollen ihm gehören. Dem Botschafter sagt er,
Es wäre mir natürlich eine Freude, McDonalds beim Markteintritt in Tunesien zu unterstützen.
Schon in den 90ern versuchte seine Familie die Lizenz zu bekommen. Doch McDonalds entschied sich für einen konkurrierenden Partner. El Matteris Familie wollte das nicht hinnehmen und drohte: entweder ihr nehmt uns oder rechnet mit den Konsequenzen. Aber McDonalds akzeptiert diese korrupten Bedingungen nicht. Jahrelang passiert nichts, bis zu diesem Abendessen mit dem Botschafter. Da wittert El Materi seine Chance. Aber auch dieser Versuch scheitert.
Fieberträume von Freiheit ergreifen die arabischen
Die Menschen protestieren gegen Staatspräsident Ben Ali, der das Land seit mehr als zwei Jahrzehnten mit aller Härte regiert.
Ein Jahr später beginnt in Tunesien der Arabische Frühling. Kurz darauf flüchtet die Herrscherfamilie ins Exil. Politische Instabilität und ungeklärte Lizenzrechte. McDonalds kann in Tunesien einfach nicht Fuß fassen. Bis heute hat der Konzern keine einzige Filiale dort eröffnet.
¶ Warum McDonald's Afrika meidet
Diese Geschichte ist kein Einzelfall. Denn wenn man in Afrika ein Big Mac essen will, muss man sehr lange suchen. Fast jeder Mensch kennt das goldene M und die Pommes aus den roten Pappschachteln. Aber ausgerechnet in Afrika, auf dem zweitgrößten Kontinent, scheitert der fast. Über anderthalb Milliarden Menschen leben hier. Und doch gibt es in 50 von 54 afrikanischen Ländern kein einziges McDonalds-Restaurant.
Weder in Tunisia noch in wirtschaftlich bedeutenden Staaten wie Nigeria, Kenia or Ethiopia. Wir reisen in dieser Folge virtuell durch Afrika. 30.000 Kilometer, quer durch den Kontinent. Die Suche nach McDonalds in Afrika führt uns nach Zimbabwe, wo Menschen Schubkarren voller Geld brauchen, um Lebensmittel zu kaufen.
Von Ghana und Nigeria bis nach Kenia, wo ein gewaltiger Shitstorm ausbricht, weil es keine Pommes gibt. In den Norden des Kontinents. Wo Proteste entflammen, wegen Gratis-MEC-Menüs für Soldaten. Bis nach Äthiopien. Wo so gut wie niemand einen Big Mac anfassen würde. Warum scheitert ausgerechnet die weltweit bekannteste Fastfood-Kette auf einem Kontinent, der so groß und vielversprechend ist?
🎵 Music
has made it to Sarbach.
The opening of the country.
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¶ Simbabwes Wirtschaftliche Turbulenzen
In den 1990er Jahren. Noch gilt das Land im Süden Afrikas als eines der wirtschaftlich stärksten und produktivsten des Kontinents. McDonalds will hier, kurz vor der Jahrtausendwende, die erste Filiale des Landes eröffnen. Die Bedingungen sind ideal. Das Straßen- und Bahnnetz ist gut ausgebaut. Der Großteil des Landes ist mit Strom versorgt. Und die lokale Landwirtschaft bietet alles, was nötig ist. Mais, Weizen, Kartoffeln und Rinder. Denn ohne Lieferketten kein McDonalds.
Doch was stabil scheint, gerät bald ins Wanken. 1998 bricht im Kongo ein Krieg aus. Ein Jahr später schickt Simbabwes Präsident Robert Mugabe seinem Verbündeten, der Demokratischen Republik Kongo, Soldaten zur Unterstützung. Der Militäreinsatz zieht sich, und er ist teuer. Kurz darauf lässt Mugabe zehntausende weiße Großfarmer enteignen. Die hatten das fruchtbare Land zu Kolonialzeiten gewaltsam erlangt.
Er überträgt einen Teil der Höfe an seine Parteigenossen und Freunde, die sich mit Ackerbau und Viehzucht nicht auskennen. Deswegen bricht unter anderem die Landwirtschaft in den 2000ern ein und die Exporte versiegen. Ausländische Investoren ziehen sich zurück. Die USA und die EU sanktionieren das Land zusätzlich, wegen Menschenrechtsverletzungen und Korruption. Der Grund? Mugabe und sein innerster Kreis gehen brutal gegen die Opposition vor und veruntreuen öffentliche Gelder.
Um die Haushaltslöcher zu stopfen, druckt die Regierung Geld. Und Druck. Innerhalb der nächsten Jahre explodieren die Preise. 2008 liegt die Inflation bei fast 80 Milliarden Prozent pro Monat. Am Ende kostet ein Brot in Simbabwe hunderte Milliarden. Bis heute hat sich Simbabwe nicht komplett stabilisiert. Weil die Inflation immer noch hoch ist, verlassen sich die meisten lieber auf den US-Dollar als auf die landeseigene Währung. Außerdem ist die Infrastruktur.
Und die Arbeitslosigkeit hoch. Burger King zog 2018 nach und hat mittlerweile sechs Restaurants.
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McDonald's war all this wahrscheinlich zu heikel. Es setzt seine Pläne in Zimbabwe nicht um. Irgendwie auch logisch unter solchen Bedingungen. Gäste hätten eine Schubkarre voller Geldscheine in den Drive-In schieben müssen, nur um ein Big Mac zu bezahlen.
¶ Ghanas Wirtschaft und McDonald's Strategie
Dabei gibt es in Afrika Länder, die als deutlich krisenfester gelten, mit Volkswirtschaften, die in den letzten Jahren extrem gewachsen sind. Ein Beispiel dafür ist Ghana.
This is Makola Market, right?
where everything happens and it's so busy if you come to Ghana and you don't visit Marco. You didn't see what the central part of Ghana is all about.
Der Makola Market in der Stadt Accra, der größte Markt des Landes. Ein Labyrinth aus Straßenküchen, Textilständen, Schneidereien und Kleingeschäften. Es riecht nach gegrilltem Fleisch, zerstampften Erdnüssen und Zwiebeln. Ein YouTuber und Foodblogger aus den USA trifft hier auf eine ganache Influencerin und Restaurantbesitzerin.
Teaming with energy.
Colour.
Sie machen Halt an verschiedenen Ständen und essen sich für umgerechnet wenige US-Dollar durch den gesamten Markt. Ein Boden-Eintopf für ein paar Pennies. Ein Porridge mit dem Namen Thu Zafi für 1,50 Dollar. Und ein Skibomb, so eine Art Sandwich, für gerade mal 75 Cent. Auf dem Markt findet man überall günstiges Essen. Und nicht nur hier. Für ein paar Sedi, das ist die ghanaische Währung, kann man an den meisten Straßenecken im Land papesack werden.
Ghana gehört zu den politisch und wirtschaftlich stabilen Ländern Westafrikas. In den vergangenen Jahren ist die Mittelschicht stark gewachsen. Die Weltbank zählt 2017 fast die Hälfte der Bevölkerung dazu. Trotzdem verdienen die meisten Menschen in Ghana zu wenig für ein Menü bei McDonalds. Das Bruttoinlandsprodukt BIP pro Kopf liegt 2023 bei wenigen tausend Dollar im Jahr. In Deutschland ist das BIP pro Kopf fast zehnmal so groß.
Ob sich jemand einen Big Mac leisten kann und wie lange man dafür arbeiten muss, zeigt ein kleines Rechenspiel. Dazu kann man den sogenannten Big Mac-Index heranziehen. Weil der Burger überall auf der Welt aus den gleichen Zutaten besteht, also Patty, Salat, Cheddar, Sesambrötchen, kann man vergleichen, wie viel er in verschiedenen Ländern kostet.
In der Schweiz ist er am teuersten, mit fast 8 US-Dollar. In Taiwan kriegt man ihn schon für rund 2,40 Dollar. Und in Ägypten, eines der vier Länder in Afrika, wo es McDonalds gibt, sind es rund 2,70 Dollar. In Ghana gibt es zwar kein McDonalds, aber surprise! Da kostet ein ähnlicher Burger umgerechnet rund 4 Dollar. Das ist nicht nur teurer als ein Big Mac in Ägypten. So viel verdient eine ganache Frau mit einem kleinen Marktstand an einem ganzen Tag.
In Deutschland dagegen dauert es selbst mit Mindestlohn nicht mal eine Stunde, um das Geld für ein Big Mac zu erarbeiten. Trotz der geringen Kaufkraft gibt es in Ghana aber Fast Food von internationalen Ketten. Das ist vor allem ein Statussymbol und Luxusprodukt für die Mittel- und Oberschicht. Zum Beispiel für Angestellte von Banken, Start-ups und internationalen Firmen.
Außerdem kommen viele Expats oder Menschen, die auf Heimatbesuch sind, aber in Großbritannien oder in den USA leben. Auch Eltern feiern dort mit ihren Kindern den Geburtstag oder den Schulabschluss. So hat Kentucky Fried Chicken in Ghana bereits 2011 seine erste Filiale eröffnet. Heute sind es laut Angaben des Franchise-Partners 34. Burger King zog 2018 nach. Hat mittlerweile sechs Restaurants.
Burger King und McDonald's sind wie ein Eige-Zwillinge. Rein äußerlich unterscheiden sie sich zwar ein wenig, aber die DNA ist identisch. Beide verkaufen Burger, Pommes und Cola. Warum schafft es dann Burger King in Ghana und McDonalds nicht? Burger Kings Strategie, Klein Anfang und Testen, zum Beispiel in Städten wie Accra. Mit Läden, die auf lokale Zulieferer setzen und auf Partnerschaften mit anderen Unternehmen.
Für den Burger King in der Nähe des Flughafens Accra holt man ein lokales Energieunternehmen mit ins Boot. Bei McDonalds dagegen gibt es weniger Kompromisse. Wenn McDonalds eine Filiale bauen lässt, dann ist die meistens groß und teuer. Franchise-Partner zu werden, ist teurer als beim Konkurrenten Burger King.
Gleichzeitig setzt McDonalds sehr viel stärker auf Standardisierung, beim Aussehen der Filialen, bei den Arbeitsabläufen, auch bei Küchengeräten und Lieferanten, damit der Big Mac überall identisch schmeckt. Und genau dieses starre und teure System wird in einem Land wie Ghana für McDonalds zum Problem.
Es rechnet sich nämlich nur, wenn die Läden jeden Tag richtig voll sind und genug Leute da sind, die sich regelmäßig ein Menü kaufen können. Und das ist für die allermeisten Menschen in Ghana einfach noch nicht drin.
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Der amerikanische Soziologe Miguel Centeno fasst es so zusammen: Du zählst zur reichen Welt, wenn du ein McDonalds im Land hast. Ghana gehört zumindest laut dieser Definition noch nicht dazu. Das muss nicht immer so bleiben. In Vietnam zum Beispiel zählte in den 2000ern nur etwa jeder Zehnte zur Mittelschicht. Heute sind es laut McKinsey schon 40 Prozent. Auf dem Weg dorthin eröffnete 2014 McDonald's seine erste Filiale in dem Land.
Für McDonalds scheint Ghana also noch nicht die geeigneten wirtschaftlichen Bedingungen zu haben. Doch die Gründe für das Scheitern in Afrika sind noch vielfältiger. Denn auch lokale Geschäftsleute machen es McDonalds schwer.
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¶ Nigerias Markt und McDonald's Zögern
Port Hakord in Nigeria, 2004. Vor dem einzigen Fastfood-Restaurant der Stadt hat sich eine lange Schlange gebildet. Sie reicht bis auf den Parkplatz. Mittendrin der junge Investmentbanker Ebele Inunva. Der Laden ist ständig voll, besonders an den Festtagen. Er dreht genervt um. Da kommt ihm eine Idee. Warum nicht einen eigenen Laden in Porta Card eröffnen?
So erzählt das später dem US-Sender CNN. Heute hat seine Fast-Food-Kette Kili Manjaro nach eigenen Angaben 84 Filialen in ganz Nigeria. Von der Hauptstadt Abuja bis zur Metropole Lagos am Atlantik. Ähnlich wie Kili Manjaro haben sich im ganzen Land nigerianische Fastfoodmarken etabliert, wie Chicken Republic, Sweet Sensation oder Mr. Biggs. Die Läden sind klein. Die Speisekarten unterscheiden sich von Ort zu Ort und sind auf den Geschmack der Leute abgestimmt.
Der Fastfood-Markt in Nigeria war in den letzten Jahren hart umkämpft. Etwa 80 Prozent der Restaurants, die 2014 gegründet wurden, überlebten nicht länger als fünf Jahre. Gleichzeitig ist das Potenzial groß. Nigeria ist gemessen am BIP die viertgrößte Volkswirtschaft Afrikas und hat eine Bevölkerung von mehr als 230 Millionen. In Lagos und Abuja boomt der Immobiliensektor. Es entstehen immer mehr Shopping-Malls. Wirtschaftsanalysten sprechen von einem konsumfreudigen und aufstrebenden Markt.
Das hören internationale Fastfood-Ketten natürlich gerne. In Nigeria gibt es KFC, Domino's und Burger King. Aber McDonalds sucht man hier mal wieder vergebens. Wie kann das sein? Der McDonald's CEO Greg Solomon hat es auf einem Kongress in Cape Town so ausgedrückt.
Wenn man ein neues Land betritt, sei es ein globales oder afrikanisches, dann muss man entweder der Erste oder der Beste sein.
Das Management wägt also ganz genau ab, wo es einsteigt. Im Vergleich mit anderen internationalen Marken fährt McDonald's eine zögerliche Strategie bei neuen Standorten. Und das, obwohl es in Afrika viele riesige Städte gibt. Die Metropolregion Lagos in Nigeria hat laut Schätzungen etwa 26 Millionen Einwohner. Dort reizt sich Start-up an Shopping Mall, Business District an Slum, Wolkenkratzer an Wellblechdach. Die Stadt ist laut, dicht, widersprüchlich.
Zwischen Baustellen und Bauruinen. Beton- und Mangobäume, SUV-Karawanen und Straßenhändlerinnen schieben sich Millionen Menschen durch den Alltag. So wie in Lagos funktioniert auch in anderen Megacities nicht alles nach Schema F. This can with a ground sein, where McDonald's auf dem Continent schwer. Vor allem aber ist das Problem, dass McDonalds selbst keine Filialen eröffnet. Sie sind auf Partner angewiesen.
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Weltweit gehören aktuell 93 Prozent der Filialen von McDonalds unabhängigen Franchise-Unternehmern. Einen Teil ihres Umsatzes geben die dann wieder an die Konzernzentrale ab. Zusätzlich zahlen Sie Gebühren für die Lizenz, also dafür, dass Sie überhaupt das goldene M als Logo und den Namen benutzen dürfen. Das Management in der Zentrale kümmert sich um die Arbeitsprozesse, das Marketing, die Produkte und wie viel sie kosten.
Die Franchise-Modelle funktionieren ganz unterschiedlich, je nachdem, wo auf der Welt man hinschaut. Aber meistens läuft es so. McDonald's selbst besitzt oder mietet das Grundstück und das Gebäude. Die Franchisenehmer kaufen den Rest. Also die Küchengeräte, Möbel, Deko, sowas eben. Aber in Regionen wie Südamerika, Teilen von Asien und eben auch in Afrika ist das anders. Dort müssen die Franchise-Unternehmer alles selbst kaufen oder mieten.
McDonald's will so das Risiko klein halten. Es konzentriert sich auf die Märkte, die ein kleines Risiko haben und richtig viel Geld bringen. Auf Nigeria hat das McDonald's-Management schon lange ein Auge geworfen. Das sagt der damalige CEO Don Thomson, zumindest noch im Jahr 2014.
Es gibt eine ganze Reihe von Ländern in Afrika, die wir uns ansehen wollen. Aber Nigeria ist eindeutig ein großes Land mit Möglichkeiten.
Ein Jahr später legt sein Kollege CEO Greg Solomon noch einmal nach und macht deutlich.
Die Frage ist nicht ob, sondern wann, wie. Einsteigen.
Doch dann wird es still. Seit Mitte der 2010er hört man nichts mehr von der Idee. Und das liegt nicht nur an der Konkurrenz und der Strategie, sondern auch an Pommes.
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¶ Kenias Pommes-Problem und Lieferketten
Wir sind in einem KFC in Nairobi, Kenia. An der Theke wartet eine kleine Schlange. Gäste bestellen, Hähnchenteile, Chicken Wings, Cola, das übliche eben. Als eine Kundin Pommes will, schüttelt der Verkäufer den Kopf. Eine Frau in der Schlange ärgert sich. Das passiere jedes Mal, wenn sie herkomme.
Der Verkäufer bietet stattdessen Ugali an, einen traditionellen Maisprei. Das ist nett gemeint, aber die Kundschaft kommt für frittiertes Hühnchen und Pommes her. Seit Wochen müssen die Mitarbeitenden ihre Gäste vertrösten. Die Szene beschreibt der Spiegel 2022. Titel Pomescate. Was wie ein Witz klingt, wird zu einem nationalen Aufreger.
Kentucky Fried Chicken, an American fast food restaurant chain, announced that it's run out of potatoes fries.
KFC sind die Kartoffeln für ihre Pommes ausgegangen. Auf Social Media versucht KFC, die Lage mit Humor zu nehmen.
Oh chips, you love our chips a little too much and we've run out.
Sorry! Sorry, schreibt der Konzern in einem Post. Doch der Witz geht nach hinten los. Er heizt die Enttäuschung über die fehlenden Pommes weiter an. In Kenia trendet der Hashtag Boycott KFC. Aber warum hat der Fastfood-Riese überhaupt dieses Pommesproblem? Dafür müssen wir uns anschauen, woher KFC seine Kartoffeln bezieht.
These potatoes, these beautiful African potatoes, these beautiful Kenyan potatoes are not considered as potatoes to KFC.
Diese schönen kenianischen Kartoffeln werden von KFC nicht als Kartoffeln angesehen, regt er sich vor der Kamera auf. Dahinter steckt eine simple, aber globale Logik. Denn die Kartoffeln, die bei KFC zu Pommes verarbeitet werden, Stammen nicht etwa aus der Region, sondern werden tiefgefroren per Containerschiff aus Ägypten geliefert. Doch 2022 stecken wegen der Corona-Krise die Containerschiffe fest und die Friteusen bleiben leer.
Die Kritik der Kunden wird lauter. Der Druck auf KFC wächst. Der Konzern muss reagieren und meldet sich öffentlich zu Wort.
Der Grund dafür, dass wir derzeit nicht lokal einkaufen können, ist, dass alle Lieferanten das globale Qualitätszulassungsverfahren durchlaufen müssen. Und das können wir nicht umgehen.
Demnach erfüllen die kenianischen Bauern, so KFC, die globalen Qualitäts- und Sicherheitsstandards nicht. Nachmais sind Kartoffeln das beliebteste Nahrungsmittel im Land. Die Knolle wird an jeder Ecke verkauft, frittiert, gebraten, gekocht und gegessen. Kenia ist der fünftgrößte Kartoffelproduzent Afrikas. Viele Bauern sitzen buchstäblich auf ihren Kartoffelsäcken. Viele können es offenbar einfach nicht verstehen.
I don't get it.
What happened? Eine Comedian drückt es auf YouTube so aus. Sind die kenianischen Kartoffeln nicht gut genug für die Menschen in Kenia? Wenn man nach dem genauen Grund sucht, geht es weniger um die Qualität der kenianischen Kartoffel an sich. KFC setzt auf Sorten, die beim Frittieren außen knusprig und innen weich werden, ohne schnell zu bräunen.
Die Sorte Shanggi, angebaut von den meisten kenianischen Bauern, eignet sich für KFC nicht zum Frittieren nach internationalen Standards. Also importiert der Fast-Food-Konzern seine Kartoffeln, ohne die lokalen Bauern einzubeziehen. Als dann im Jahr 2022
bei KFC die Pommes ausgehen, nutzt der Konkurrent, Burger King, die Krise für die eigene PR und stichelt gegen den Rivalen. Wir haben genügend Pommes für jeden, postet das Unternehmen in den sozialen Medien. Doch wie kann es sein, Sein, dass es in den Restaurants von Burger King noch Pommes gibt, bei KFC aber nicht. Burger King setzt auf einen Mittelweg. So hat der Konzern eine globale Lieferkette.
Gleichzeitig ermutigt er Franchise-Nehmer, Produkte lokal zu beziehen. Dadurch kann Burger King viel flexibler auf Lieferschwierigkeiten reagieren. KFC muss handeln, um die Kunden zurückzugewinnen. Letztlich lässt sich der Konzern vom National Potato Council, also dem kenianischen Kartoffelrat, unter die Arme greifen.
Gemeinsam finden Sie eine passende Kartoffelsorte, die von den Bauern vor Ort angebaut werden kann. Eine lokale Firma übernimmt daraufhin die Verarbeitung zu genau den Tiefkühlpommes, die KFC braucht.
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Das Pommes-Problem offenbart eine Schwachstelle, die auch für andere Fastfood-Riesen wie McDonalds gilt. Die Lieferketten. Denn die müssen funktionieren. Sobald sie ins Stocken geraten, bleibt die Friteuse kalt, der Tresen leer und die Gäste fern. Das bedeutet keinen Umsatz, aber laufende Kosten und gleichzeitig einen gewaltigen Image-Saden. Welcome to McDonald's, McDonalds, McDonald's.
Kurzer Break für unseren zweiten Sponsor. Ich weiß nicht, wie es euch geht. Ich habe beim Einsprechen dieser Folge extrem Bock auf Nuggets und Burger bekommen. Und eine große, kalte Cola, die man dann im Anschluss direkt beruhigt. Die Soft Drinks von Holi sind hier eine wirklich gute Alternative.
Sie sind zuckerfrei, enthalten dafür Mineral- und Ballaststoffe und schmecken mit 100% natürlichen Aromen extrem lecker. Auf deine erste Bestellung bekommst du mit dem Code UNFAR5, jetzt 5 Euro Rabatt. Und mit dem Code UNFA 10% Rabatt auf alles. Wir feiern besonders Holy Hydration mit Elektrolyten und Kokoswasser oder die Holy Ice Teas mit echtem Tee.
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¶ Infrastruktur-Hürden in Nigeria
Wie kompliziert das Lieferkettenproblem für McDonalds werden kann, sieht man gut in Nigeria. Denn Wirtschaftswachstum heißt noch lange nicht, dass auch die Infrastruktur mitwächst. Stromausfälle sind selbst in einer Metropole wie Lagos ganz normal. Viele Straßen sind marode und durchlöchert. Kühlketten werden immer wieder unterbrochen.
Die Durchschnittstemperatur liegt in Nigeria bei rund 34 Grad. Wenn der Strom ausfällt, dann tauen die tiefgefrorenen Burger-Patties in wenigen Stunden auf und werden dann ganz schnell zum Gesundheitsrisiko.
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Für McDonalds, wo alles genau geplant ist, sichere Kühlketten, feste Lieferzeiten, gleiche Qualität, überall, ist das ein echtes Problem. Außerdem ist Nigeria riesig, fast dreimal so groß wie Deutschland. Der Weg zum Kunden kann durch alles führen: Flüsse, Berge, Dschungel, manchmal sogar durch die Wüste.
Dürren und Überschwemmungen machen das Ganze noch schwieriger. Kurz gesagt, wenn die Infrastruktur nicht mitspielt, bricht die Lieferkette schneller zusammen, als der erste Big Mac überhaupt ausgepackt ist. Und genau deshalb scheint McDonalds auch hier zu zögern. Man sollte meinen, bei einem so riesigen Markt würde McDonalds jedes Risiko eingehen. Aber die Strategie des Konzerns ist eine andere. Und die erklärt CEO Greg Solomon so. In Nigeria, dem Big Player, liege das große Gold.
Aber McDonalds will lieber in ein kleineres, unauffälliges Land einsteigen, wo eine Sache verlässlich funktioniert.
Unsere Entscheidung beruht ausschließlich auf Faktoren der Lieferkette.
Für McDonalds heißt das Abwarten.
Mm-hmm.
Solange Nigeria keine eigene Infrastruktur aufbauen kann, insbesondere für den Nachschub an Kartoffeln, solange wird der Konzern dort auch kein Restaurant eröffnen.
¶ Äthiopiens Einzigartige Esskultur
Die Lieferkette und wirtschaftliche Faktoren sind aber nicht das einzige Problem. Es gibt etwas, das banaler ist und trotzdem viel mächtiger sein kann. Etwas, das eine Restaurantkette wie McDonald's die meisten Probleme bereiten könnte. Und zwar GESCHMACK In Äthiopien riecht's in den Küchen nicht nach Fritieröl, sondern nach frisch gerösteten Gewürzen.
Nach Zwiebeln, Knoblauch, Berberer, dieser tiefroten scharfen Gewürzmischung. Und nach Nitakibbe, der geklärten aromatisierten Butter, die viele Mahlzeiten abrundet. Viele Gerichte brauchen hier Stunden. And when's dann endlich so weit ist, kommt alles auf eine große weiche Platte. Injeda, das Nationalbrot aus Sauerteig. Darauf kommen Linsen, Gemüse oder scharfe Eintöpfe mit Hähnchen. Und gegessen wird gemeinsam mit der Hand.
Wer in Addis Abeba unterwegs ist, merkt schnell, hier ist man nicht nur nebenbei. Man sitzt zusammen, teilt, redet. Ein Schießburger im Gehen passt da einfach nicht rein. Die meisten holen sich ihr Essen nicht bei einer Kette, sondern am Straßenstand. Oder sie kochen zu Hause. Fertigburger in Pappboxen gelten als unpersönlich, langweilig und oft einfach zu teuer.
Äthiopien ist stolz auf seine reiche Essenskultur. In Gera, Tips, Shiro, Kitfo, die Gerichte folgen jahrhunderte alten Rezepten. Sie erzählen Geschichten von Regionen, Religionen und Ritualen. Ehrt die eigene Familie. Wer isst, zeigt Respekt. Und wer teilt, gehört dazu. Außerdem verzichten viele Menschen in Äthiopien auf tierische Produkte, auch aus religiösen Gründen.
Yeah.
Die äthiopisch-orthodoxe Kirche schreibt über 200 Fastentage im Jahr vor. Ohne Fleisch, ohne Milch, ohne Eier. Und viele halten sich daran. In muslimischen Haushalten gilt zudem kein Schweinefleisch. Und wenn Fleisch, dann Halal. Was hat McDonalds dem entgegenzusetzen? Nicht viel. Der Big Mac ist hier fremd. Den Menschen in Äthiopien, die scharfes und gewürztes Essen gewohnt sind, schmeckt er wahrscheinlich nicht mal.
Die Leute kaufen Zutaten, keine fertigen Menüs. Sie wollen wissen, woher das Huhn kommt, wer das Öl gepresst hat, wie lange der Teig gegangen ist. Und sie wollen satt werden. KFC has this verstand. The Fried Chicken Kette setzt auf Hähnchen. And this is in vielen Teilen Afrika deutlich beliebter als Rinse.
McDonald's bleibt mit seinem Standardmenü zurück. Ein Chicken Burger kommt mit seinem Patty aus gepresstem Hähnchenfleisch nicht an ein Fried Chicken Hähnchenteil ran. Dabei könnte sich der Konzern anpassen. Und vereinzelt tut er das zum Beispiel auch. Zum Beispiel mit Poutine in Kanada, Double Mac Spicy in Singapur oder dem MacAlu Tiki in Indien.
Doch diese lokalen Angebote sind oft nur eine Ergänzung und ändern nichts an der grundlegenden Strategie. Die globale Linie steht, und die ist amerikanisch: das heißt: Burger, Pommes und Nuggets. Früher ließ die äthiopische Regierung solche Ketten gar nicht erst rein. Meles Zenawi, langjähriger Regierungschef und seine Nachfolger, setzten auf wirtschaftliche Eigenständigkeit. Ausländische Marken galten als Gefahr für lokale Betriebe.
Die Regierung sagte klar, Fast Food ist ungesund und es verdrängt die traditionelle Küche. Addis Abeba sollte nicht aussehen wie jede andere globalisierte Großstadt. Keine leuchtenden Logos, keine austauschbaren Menüs, sondern Kaffeehäuser, Straßenstände, Familienrestaurants.
እእእእእእእእእእእእእእእእእእእእእእእእእእእእእእእእ Boah, damit rád nádám.
Als erste internationale Fastfoodkette durfte 2018 Pizza Hut rein. Als Testlauf. Pizza hat ein paar Filialen, aber wirklich angewiesen sind die Menschen vor Ort darauf nicht.
Thank you.
Vielleicht liegt es auch daran, dass in Äthiopien gesünder gegessen wird als in vielen anderen Teilen der Welt.
Thank you.
Der Global Nutrition Report von 2018 zeigt, Ost- und Westafrika haben weltweit die ausgewogensten Ernährungsgewohnheiten. Mehr Gemüse, mehr Ballaststoffe, weniger Zucker, weniger Fett. Für viele ist das kein Diätplan, sondern einfach Alltag. McDonald's trifft in Äthiopien auf eine starke, stolze, tief verwurzelte Eskultur. Solange ein Cheeseburger den Geschmack Äthiopiens nicht trifft, bleibt McDonalds vermutlich draußen. So wie in vielen anderen Ländern Afrikas.
¶ Fast Food als Politisches Symbol
Doch die Regeln ändern sich komplett. Wenn Fastfood plötzlich zur Politik wird. wenn es nicht mehr um das Menü, sondern um die Moral geht. Vor einem Glasgebäude im Viertel Dili Ibrahim, einem Vorort der algerischen Hauptstadt Algier. Ein Mann wischt den Boden des Eingangs. Dann versammeln sich fast 50 Menschen auf einer Treppe und lächeln in eine Kamera. Mitarbeiter von KFC. Hinter ihnen hängt der Kernel, das Logo von KFC.
Das sind Videoaufnahmen von der ersten KFC-Eröffnung in Algerien, im April 2024. Die Leute drängen sich vor dem Tresen, machen Selfies mit Chicken Buckets. Nur wenige Tage später kommt es vor der Filiale zu Protesten. Dutzende Personen rufen zum Boykott auf, tragen Plakate. Viele haben palästinensische Fahnen um die Schultern gewickelt. Sie rufen Palastin, übersetzt Palästina. Dann holen Sie einen Kran und hängen das KFC-Logo ab, bis die Polizei eingreift.
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Die Filiale macht zwei Tage später wieder auf. Das Logo, der Colonel, wird nicht wieder aufgehängt. Gerade in Algerien steht der Boykott von KFC für Solidarität mit Palästina und dem Widerstand gegen Unterdrückung. Kaum ein arabisches Land positioniert sich so klar pro-palästinensisch wie Algerien. Und was in Delhi Ibrahim passiert, könnte auch McDonalds drohen. Denn internationale Fastfood-Ketten sind in vielen Ländern zum politischen Symbol geworden.
Die anti-westliche, anti-israelische Haltung in Algerien erreicht am 7. Oktober 2023 einen neuen Höhepunkt. An diesem Tag töten Anhänger der radikal-islamistischen Hamas rund 1200 Menschen in Israel. Mehr als 250 Israelis werden als Geiseln in den Gazastreifen verschlechtert. Die israelische Armee reagiert hart. Aktuelle Bilder aus dem Gaza-Krieg laufen auf algerischen Bildschirmen in Dauerschleife. Vor allem wie die israelische Armee Wohngebäude, Krankenhäuser und Schulen bombardiert.
Seit Beginn des Krieges hat die israelische Armee mindestens 50.000 Menschen getötet, darunter Hamas-Kämpfer, aber auch viele Frauen und Kinder. Mit den Bildern der Zerstörung wächst die Wut der Menschen in Algerien. Auf Israel, auf die USA und auf amerikanische Marken. Und noch eine andere Sache heizt die Lage weiter an. Ein israelischer Franchise-Partner von McDonald's postet eine Story auf dem Instagram-Kanal von McDonalds-Israel.
McDonald's spendete und spendet weiterhin Zehntausende von Mahlzeiten an IDF-Einheiten, israelische Krankenhäuser und Rettungskräfte, die israelische Polizei und an Bewohner des Grenzgebiets zu Gaza. Außerdem gewähren wir israelischen Soldaten und Sicherheitskräften, die in unsere Filialen kommen, 50% Rabatt.
McDonald's ist plötzlich mittendrin im Konflikt. In vielen mehrheitlich muslimisch geprägten Ländern sind die Menschen sauer. Boykottaufrufe gehen viral. Vor allem in Ägypten, Malaysia und Indonesien brechen daraufhin die Umsätze ein. Das internationale Management reagiert?
McDonald's finanziert oder unterstützt keine der in diesen Konflikt verwickelten Regierungen. Alle Maßnahmen unseres lokalen Geschäftspartners wurden unabhängig und ohne Zustimmung von McDonalds getroffen.
Um den Schaden zu begrenzen, kauft der Konzern kurz darauf alle Franchise-Filialen seines israelischen Partners auf. Andere Franchis-Nehmer in Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Pakistan und Malaysia, distanzieren sich öffentlich von McDonalds-Israel und sagen Spenden für die Zivilbevölkerung in Gaza zu. Gäbe es McDonalds in Algerien, wäre auch dort ein Aufschrei wahrscheinlich. Ähnlich wie auch schon bei KFC.
Laut einer repräsentativen Studie aus 2007 gaben 60 Prozent der algerischen Studierenden an, regelmäßig US-Produkte zu boykottieren. Aus Solidarität zu Palästina und gegen die US-Außenpolitik. In Algerien ist eine anti-amerikanische Haltung Teil der nationalen Identität. Und McDonalds, diese global sichtbare Ikone der USA, könnte genau da ins Kreuzfeuer geraten.
2024 landet im algerischen Parlament sogar einen Gesetzentwurf. Er würde es Unternehmen verbieten, Geschäfte mit Firmen zu machen, die mit Israel in Verbindung stehen. Algerien zeigt, Fast Food kann zum Symbol werden. Für Zugehörigkeit oder Widerstand. Für Konsum oder Kolonialismus. Für oder gegen die USA.
¶ Südafrikas Besonderer Erfolg
Aber etwa 8000 km Luftlinie entfernt. Am anderen Ende des afrikanischen Kontinents ist McDonald's ein ganz anderes Symbol geworden. Mitte der 1990er Jahre. In Südafrika liegt Aufbruchsstimmung in der Welt. Kurz zuvor waren die Apartheidgesetze aufgehoben worden.
This is one of the most important moments. in the life of our country. I stand before you filled with deep pride and joy.
Das ist Nelson Mandela. Er hat im Untergrund gegen die Apartheid und Unterdrückung schwarzer Südafrikaner gekämpft und saß dafür 27 Jahre im Gefängnis. Seit vier Jahren ist er nun frei. Und in der Hauptstadt Pretoria hält er seine später weltberühmte Rede.
You have shown such a... Patient determination. To reclaim this country as your own and joy that we can loudly proclaim from the rooftops. Fred at last.
Nelson Mandela wird zum ersten demokratisch gewählten Präsidenten des Landes. Es ist eine Zeit des Neuanfangs. Nicht nur für das Land und seine junge Demokratie, sondern auch für McDonald's. Der Konzern nutzt den Moment und eröffnet 1995 ein Restaurant in Johannesburg. Es ist die erste Filiale südlich der Sahara. Und es ist ein vorsichtiges Herantasten an eine Region, die sich noch finden muss.
Der richtige Durchbruch für McDonalds kommt erst 2011. Da verkauft der Konzern die Franchise-Rechte in Südafrika an Cyril Ramafosa, erst ehemaliger Unternehmer und heute Präsident des Landes.
Yeah.
Ramafosa macht das Geschäft richtig groß. Heute gibt es in keinem anderen afrikanischen Land mehr McDonald's-Filialen als in Südafrika. Aber warum klappt es ausgerechnet hier und nicht in anderen afrikanischen Ländern? Der wichtigste Grund? McDonalds kam genau im Richtung. Das ganze Land war im Aufbruch und die Türen zur Welt standen der neu gegründeten sogenannten Regenbogennation plötzlich offen. Dazu zählt auch die Eröffnung des ersten McDonalds. Das wurde sogar mit einer Parade gefeiert.
Hinzu kommt Südafrika war auch das einzige Land in der Region, das die eiserne Checkliste von McDonalds überhaupt erfüllen konnte. Die Infrastruktur hat funktioniert. Es gab große Farmen für verlässliche Lieferketten und vor allem eine Mittelschicht mit geltender Tasche.
Für sie war ein Big Mac kein unbezahlbarer Luxus, sondern ein kleines, erschwingliches Symbol für die neue Freiheit. Und genau deshalb wurde Südafrika für McDonalds zum Leitbild für den ganzen Kontinent. Es wurde zum Trainingsgelände des Burgerriesen. Einer der einzigen Orte, an dem der Konzern lernen konnte, wie das Geschäft in Afrika überhaupt funktionieren kann. Hier hat das Unternehmen auch sein erstes Ausbildungszentrum in Afrika gegründet.
Von dieser sicheren Basis aus plant das Management, wie und wann und vor allem wo es das nächste goldene M aufbauen kann. Auch wenn das nicht ganz so einfach ist, sagt CEO Greg Solomon.
Für mich geht es vor allem um das Gleichgewicht. Das Gleichgewicht zwischen unserer Arroganz, Afrika zu erobern und unserer Geduld und Beharrlichkeit.
¶ Fazit: Grenzen des Globalen Kapitalismus
McDonald's zögerliche Strategie in Afrika hat viele Gründe. Es sind nicht nur die wirtschaftlichen Faktoren wie Kaufkraft und Lieferketten. Es geht auch um die afrikanischen Esskulturen. Und zum Teil auch einfach um Politik. Dabei sind diese Hindernisse mehr als nur eine Liste von Problemen. Die Geschichte des Fast-Food-Konzerns in Afrika offenbart einen Widerstand, der viel tiefer geht.
Sie macht die Grenzen des globalen Kapitalismus sichtbar, an denen auch eine der weltweit stärksten Marken nicht einfach so vorbeikommt. Ein Big Mac ist nicht nur ein Burger, er ist das Versprechen, dass alles auf der Welt gleich sein kann. Modern, verlässlich, immer gleich im Geschmack. Aber er steht eben auch für das genaue Gegenteil von Vielfalt.
Und damit tut sich der Konzern wahrscheinlich in Afrika so schwer. Denn der Kontinent ist voller Tradition, Gegensätze und Eigensinn. Was in Nairobi ein Hit ist, spielt in Algier überhaupt keine Rolle. Was in Johannesburg ein alltäglicher Snack ist, ist in Accra ein teurer Luxus. Diese komplexen Zusammenhänge können nicht einfach durch ein globales Konzept ersetzt werden. So wird die Abwesenheit von McDonalds auf der Landkarte plötzlich selbst.
selbst zu einem Zeichnen. Ein Zeichen für Eigenständigkeit und vielleicht sogar für einen stillen Widerstand gegen eine Welt, in der alles immer gleicher wird. And that is the eigentliche Ironie. McDonald's, das Symbol für den globalen Kapitalismus, wird von den einfachen Grundsätzen Des Geschäftslebens ausgebremst. Kosten und Nutzen, Risiko und Gewinn. Diese ganz normale Rechnung hält den Konzern davon ab, sich einfach überall auszubreiten.
Und am Ende steht sich McDonalds mit seinen starren Regeln und festen Konzepten bei der weltweiten Expansion selbst im Weg. Oder der Siegeszug von McDonalds in Afrika ist gar keine Frage des obs, sondern des Wanns.
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Die neue Folge Unfassbar kommt am nächsten Freitag. Dann geht es um einen geheimen Krieg, der in der Arktis stattfindet. Unfassbar ist eine Produktion von Simplicissimus. Diese Folge wurde von Barandatli von Studio Soma recherchiert und geschrieben, mit Unterstützung von Max Stern und Chris Wager. Gesprochen habe ich, Sophia Wetzke.
Schnitt, Musik und Sounddesign kommt von Ole Zender und Benito Plüger von Studio Som, unter Regie von Max Stern und Chris Wager. Theme und Outro-Musik sind von Marcel Becker neu. Die CI ist von Mario Hunkanrin.
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