Verwalter als Proto-Messias - podcast episode cover

Verwalter als Proto-Messias

Jan 10, 20192 hr 37 minEp. 38
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Summary

Stefan und Marc tauchen tief in die biblische Erzählung von Josef ein, dem Sohn Jakobs, dessen prophetische Träume und Talente zum Neid seiner Brüder führen. Sie untersuchen Josefs Weg vom Verstoßenen und Sklaven zum einflussreichen Verwalter Ägyptens und Traumdeuter des Pharaos, der sein Volk vor einer drohenden Hungersnot rettet. Die Episode diskutiert theologische Interpretationen, literarische Motive wie die Self-Fulfilling Prophecy und messianische Aspekte sowie die kulturelle Rezeption dieser zeitlosen Geschichte.

Episode description

In Folge 38 nehme ich mir gemeinsam mit Mark die Geschichtes des wichtigsten Sohnes Jakobs vor: Joseph. Viel Spaß beim Hören!

Transcript

Begrüßung

Herzlich willkommen zu Troja Alert, dem Erzähl Podcast um Sagen und Mythen. Ich bin Stefan und mein Gesprächspartner ist der Marc. Hallo Marc. Hallo, Stefan. Ja, lang ist her, dass wir zu biblischen Themen zusammensaßen, aber das überrascht ja. von unseren Hörerinnen und Hörern niemand mehr, dass es hier l wie soll ich sagen, in langsamer Frequenz vor sich geht.

Vermutlich nicht, nein. Da muss ich auch gerade einmal das Ich musste, also ich gucke ja alle Jubeljahre mal in diese iTunes-Kommentare rein und da ist so ein Ein schöner Kommentar zu genau diesem Phänomen ist da irgendwie mit drin und zwar ein Kommentar von Privatsprache. Da steht, also letztlich ist der Kommentar, worum es wirklich bei Sagen und Mythen geht. Der Tro-Alert ist so gut, ich freue mich jedes Jahr ganz doll auf die neue Folge.

Das das fand ich ja so ja, das ist also A, vielen Dank fürs Lob und B es ist eine sehr treffende sehr treffende Bezeichnung. Also ich Ja. Obwohl, ja, ich überlege gerade, ob ich, ob ich die darin versteckte Kritik irgendwie aushebeln kann, aber ich fürchte, er hat recht.

Ja, keine Ahnung. Tats also tatsächlich sind im Jahr zwei tausend achtzehn zwei Treuer Alert Folgen erschienen, eine mit dir und eine mit Daniel, also eine biblische und eine griechische sozusagen. Also das ist Das haut schon ungefähr hin.

Genau, Grund mehr einfach weiterzumachen und uns um diesen ganzen Kram gar nicht zu kümmern. Es ist so ein bisschen wie so Binge-Watching beim Fernsehen, weißt du, dass man da nicht Also ich bin ja inzwischen angenervt, wenn ich eine Serie, die ich verfolgen möchte.

wenn es da tatsächlich so ist die Folge gelaufen und ich denke, oh ja geil, mehr und dann heißt sie ja, nächste Folge erscheint erst nächste Woche. Wenn ich denke, was soll denn die Scheiße? Also ich bin da inzwischen dann ja doch sehr so auf so, auf so Bingewatching eingestellt und Dementsprechend ist dann ja unterm Strich eigentlich auch egal, wann die Folge erscheint, muss man halt einfach warten, bis genug da ist, und dann hört man wieder mal eine Weile lang was. So.

Kontext Jakobs Söhne

Wir haben ja uns bisher in diesen biblischen Dingen vor allem mit all diesen Stammvätern da so rumgeschlagen, also ne, logischerweise mit Adam und Eva angefangen und kamen dann über. Wie sie alle hießen, so Noah und Abraham und so weiter, irgendwann bei Jakob an. Und den hatten wir ja auch beim letzten Mal und haben so ein Stück weit mit so einem Ausblick auf seine Söhne geendet, die zwölf. die dann Stammvater oder St nee, Stammväter der berühmten zwölf Stämme Israels werden.

Und mit einem davon, der auch so ich will jetzt nicht sagen, der wichtigste ist, aber dessen, dessen Story so mit die geilste ist, mit dem machen wir jetzt weiter und der spielt schon auch eine besondere Rolle. Also ich Würde auch sagen, die Geschichte von keinem der anderen wird irgendwie so umfänglich erzählt wie die von Josef. Um denen geht es nämlich. Stimmt das so oder erzähle ich da Quark?

Ähm, das kommt auf deinen persönlichen Eindruck an. Also, wenn du den wenn du der Ansicht bist, dass das eine intensive Geschichte ist. Ich meine, die Jusos-Geschichte. Ist intensiv jetzt in den Kapiteln, die wir behandeln, werden jetzt gleich. So. Die anderen sind ja jetzt nicht weniger. Also Jakob haben wir jetzt auch über, wenn du das nachst. Ich meine jetzt von seinen im Vergleich zu seinen Brüdern.

Ach so, ja doch, doch, natürlich, ja klar, weil da geht die Ja, ja, nee, Entschuldigung, ich war jetzt gerade ja okay. Weiter gibt es dann ja auch schon mit mit den Generationen danach schon wieder, genau. Ja, genau. Nein, im Vergleich zu seinen Brüdern ist das die interessante Geschichte. Weil er halt auch der Grund für den weiteren Verlauf des Volkes Israel ist. Genau. Und genau spricht, das erzählen wir jetzt. Genau. Ich bin ruhig.

Nee, nee, du darfst ruhig schon mal schon mal vorgreifen, aber wahrscheinlich macht es Sinn, ich erzähle einfach mal drauf los und dann kannst du nachher Vollgas geben. Theolog theologisches Vollgas gewissermaßen. Gut, also wir haben da also diese zwölf Herren am Start.

Die Namen haben wir beim letzten Mal so ein bisschen angerissen. Ich habe sie auch damals in den Shownotes, ich habe sie gar nicht abgedruckt. Ich habe einfach nur den Wikipedia erlebt, da Artikel verlinkt, wo die alle drinstehen, weil es bringt ja auch niemandem was, irgendwie zwölf. zwölf Namen da in den Raum zu werfen. Aber eben nochmal so zur Erinnerung, also zwölf Stück an der Zahl, die werden auch nicht so ganz im im im in so einem klassischen äh

neun Monats- oder Jahresrhythmus geboren, sondern da gibt es also deutliche Altersunterschiede auch, ne? Also der Der eine ist schon längst erwachsen, als der der Jüngste zur Welt kommt, also der Älteste ist schon längst erwachsen, als der Jüngste zur Welt kommt und so. Also da ist natürlich eine große Altersspanne in diesen in diesen Brüdern mit drin. Und wichtig, was so das Gesamte angeht, ist eigentlich nur.

dass man halt hinterher zwölf Stämme Israels hat, die dann irgendwie auf diese zwölf Söhne Jakobs zurückgehen. Und wie die dann alle im Einzelnen heißen, das müssen wir jetzt zumindest hier nicht podcast-artig. Durchziehen, sondern das kann man dann gegebenenfalls nachlesen. Die Namen, die dann jetzt für diese Geschichte hier, für die Josefs Geschichte spannend sind, die kommen dann auch schon vor da, weil da muss man sich keine Sorgen machen. So.

Wir fangen also mit unserem Jakob an, der sich da eben jetzt niedergelassen hat in Kanaan und eben seine Söhne bekommen hat. Und einer davon, nämlich Josef, um den es jetzt auch heute geht, das ist Einer der jüngsten, ist er sogar der Zweitjüngste? Ich weiß, weiß es gerade nicht. Weißt du das aus dem Kopf? Hoffentlich. Das sind also so ich gestehe tatsächlich, dass Theologe ja oder nein.

Mir so, wer kam nach wem und wer, ne, ist Schwester oder Bruder von wem? Da brauche ich auch mal Tabellen für und hier Flipcharts, sonst ähm, merke ich mir das nie. Ja, na, es ist ja auch so für die, wie soll ich sagen, für die für den theologischen Bezug gerne mal herzlich wurscht. So wer da jetzt genau in welcher Reihenfolge geboren worden ist. Ja, also d d das das ähm das Recht des Erstgeborenen ist schon nicht ganz unwichtig an der Stelle. Aber danach ist halt.

Ja, also die Reihen die Reihenfolge ist wurscht, ja, das stimmt, genau. Und das das mit dem Erstgeboren ist schon mal spannend, wobei da ja insbesondere Jakob, den hatten wir ja schon im Ja, es dann auch mal wurscht, ist, wer dann dann doch als erster geboren ist. Aber egal, wenn ich das richtig sehe, ist Josef tatsächlich der Zweitjüngste.

6, 8, 10, 12, ja, genau. Also er ist der Vorletzte, der auf die Welt kommt, wenn ich das hier richtig sehe. Aber ja, auf jeden Fall, was der Josef ist, er ist der Lieblingssohn von seinem Vater. Und um Ich glaube, er ist auch Das hängt auch so ein bisschen mit so erzähle ich es jetzt zumindest mal, auch wenn es womöglich dann im Text irgendwo anders steht, aber ich erzähle es jetzt mal so.

Dass er sozusagen lange auch so das Nesthäkchen ist. Also dass die lange zu elf sind, die, die Brüder und er ist halt so der Jüngste und der Kleinste und der Junior so. Und dann kommt irgendwann Als als Josef schon so fast im Teenager-Alter ist, da kommt dann noch der Benjamin hinterher, der dann wirklich so mit Abstand der jüngste ist.

So, in so einer Größenordnung kann man das, glaube ich, bauen. Und irgendwie hat Josef aber sozusagen halt einfach so eine Art nicht wirklich Lieblingssohnstatus, wobei das da so steht, aber so fühlt es sich für mich nicht an, sondern es ist eher so ein, er hat halt so einen, so einen. So ein Nesthäkchenstatus. Ich glaube, das passt eher so am besten. Das ist halt so der.

Der Kleinste, weißt du, und wenn die anderen schon alle irgendwie längst auf dem Feld arbeiten müssen und so, dann wird mit dem Jüngsten noch irgendwie rumgetüdelt und so. Und naja. Auf jeden Fall ergeben sich durchaus so ein bisschen. ergibt sich eine seltsame Stimmung oder ein seltsames Verhältnis zwischen Josef und seinen älteren Brüdern. Den jüngeren Bruder, den Benjamin, den kann man wirklich noch vernachlässigen, weil der da echt noch so im Kleinkindalter unterwegs ist, als das hier alles

So abläuft. Aber wir sind jetzt im Prinzip so in Josefs Teenager-Alter. Und da fängt der an, eine seltsame Fähigkeit zu zeigen. Und zwar. Der Wahrsager ist ein großes Wort, aber also er hat halt so, so er hat es halt so prophetische Träume, kann man sagen. Oder er glaubt das zumindest. Also, er selber. weist seinen Träumen relativ viel Bedeutung zu. Und seine Brüder tun das eigentlich immer alles als Quatsch ab. Und irgendwann wird es ihnen echt zu bunt, nämlich als er ihn irgendwann von.

von einem Traum erzählt, wo sich sozusagen seine Brüder vor ihm verneigen. Und so, und da, also beziehungsweise es ist alles so in In Metaphern ausgedrückt. Also er erzählt davon so Also sie sind irgendwie auf dem Feld und da machen sie so Getreidebündel, so Garben zusammen und dann die Garben um umringen sich und umringen ihn und verneigen sich vor ihm und so weiter. Und es ist aber relativ deutlich, dass das mit Metaphern für die Brüder sind, also dass das so Bilder sind,

wo die anderen Brüder sich sozusagen ihm unterwerfen und sich vor ihm verneigen, solche Dinge. Und das passt halt immer auch gerade so von dieser, von dieser Zahlensymbolik passt das immer ziemlich gut. Und die älteren Brüder sind halt total angenervt auf ihn und auch neidisch drauf, dass er so einen hohen Status bei dem Vater hat. Der schenkt ihm auch irgendwann noch so einen Mantel, der ist eigentlich.

so wie ich das wahrnehme von der Story her nicht so ganz wichtig. Ich erwähne ihn hier aber jetzt trotzdem nochmal, weil es dieses schöne Musical gibt von Andrew Lloyd Webber, ähm Joseph and the Amazing Technicolor Dreamcode, da machen sie sozusagen diesem, da schreiben sie diesen Mantel nochmal eine deutlich größere Bedeutung zu. Und im Prinzip ist dieses Musical tatsächlich eine Ja, wie man das halt so gemacht hat in der Zeit, also eine

Eine Andrew Lloyd Webber-artige Vermusicalung von der Josefs-Geschichte. Also es ist halt aus den späten 60ern, als auch so hier so Jesus Christ Superstar und so weiter entstanden ist. Es ist alles so ein bisschen bisschen durchgeknallt, bisschen abgefahren und so weiter. Und da wird diesem Mantel jedenfalls nochmal eine besondere Bedeutung zugeschrieben. Das nur so als Deutung. So, auf jeden Fall langer Rede, kurzer Sinn. Die anderen Brüder sind.

irgendwie nicht gut auf ihn zu sprechen. Und dann gibt es irgendwann so eine Situation, wo die im Prinzip, also die sind ja größtenteils Viehzüchter, Viehhirten sind dann auch gerne mal mit irgendwie ihren Viehherden unterwegs, verkaufen die auf irgendwelchen Märkten oder treiben die von einer Weide auf die andere.

Und irgendwann, als dieses Teenager-Alter eben ist, da ist dann auch diese Schonzeit für Josef, dass er irgendwie nicht großartig mitarbeiten muss, weil er ja der Kleinste ist und so. Die ist dann auch irgendwann vorbei, aber so wie es aussieht, Zieht sich diese Schonzeit bei ihm länger als seine älteren Brüder, das zumindest bei sich in Erinnerung haben. Und die sind einfach angenervt und tatsächlich beschließen sie irgendwann, weißt du was, der geht uns so auf den Sack, den bringen wir um.

So, und als er dann da mit soll auf irgendeinen Viehzug, ähm, haben sie erst vor, ihn zu umzubringen. Ruben, der älteste Bruder, der redet da immer dagegen und sagt: Nee, nee, nee, das Leute, also so geht's ja nicht, das machen wir nicht und so weiter. Und die anderen sind aber so auf mordlust, dass das dann irgendwie so eine Weile hin und her geht. Und sie einigen sich dann, dass sie ihn in eine Zisterne schmeißen, also in so einen Brunnen unterm Strich.

Und da wird er dann irgendwie runtergeschmissen, vorher nicht totgehauen, aber sie lassen ihn da halt im Prinzip. Man kann sich das wahrscheinlich so ungefähr so vorstellen wie sie kommen an so einer Oase an, schmeißen ihn da in das Wasserloch und ziehen weiter. So, und da kommt man halt nicht so ohne weiteres raus, und da kommt auch nicht so häufig jemand vorbei. Ist also fies, was sie da macht. Und dann sind sie unterwegs und ähnliches.

Und Ruben redet da noch die ganze Zeit dagegen und er beschließt dann auch, dass er, dass er den Kleinen da irgendwie rausretten will aus dieser, dieser Zisterne, und zwar ohne dass seine Brüder das mitkriegen, weil die ihn da sonst womöglich dran hindern und so weiter. Und die trennen sich dann auch voneinander und und Ruben hat irgendwie vor, Josef zu retten.

Und die Brüder überlegen dann aber auch nochmal, sag mal, jetzt wo wir ihn doch nicht totgeschlagen haben, sondern ihn dann nur in die Zisterne geschmissen haben und so. Eigentlich ist das doch Quatsch. Also wenn wir schon von dem von dem Plan, ihn unbedingt umbringen zu müssen, abrücken. Dann können wir doch auch so ein bisschen profitorientierter agieren. Und zwar an dem nächsten Ort, wo wir da hinkommen, da sind doch immer die Ismailiter unterwegs, die sind Sklavenhändler.

Wir können den Josef doch auch einfach als Sklaven verkaufen, da haben wir dasselbe Phänomen erreicht, wie als wir ihn da in die Zisterne geschmissen haben, nämlich wir haben ihn los, ohne ihn umgebracht zu haben, aber wir ziehen noch so ein bisschen Kohle aus der Nummer. Ist doch geil.

Und dann drehen sie tatsächlich um, kurz nachdem sie sich davon Rupen getrennt haben und ziehen ihn wieder aus der aus der Zisterne und verkaufen ihn dann tatsächlich an diese Sklavenhändler. Und als Ruben kommt und ihn da aus der

Aus der Zisterne ziehen will, da ist er schon längst weg und Ruben denkt dann erst, hä, wo ist denn der jetzt und so und macht sich schon irgendwie Sorgen und so weiter. Und also sprich, als er dann irgendwie wieder mit den anderen Brüdern zusammenkommt, ist es Ist es zu spät, da haben sie ihn schon längst verkauft und er kann da nichts mehr an der ganzen Geschichte drehen.

überhaupt seinen Widerstand nur aufgegeben, weil er irgendwie dachte, vielleicht kriege ich das noch irgendwie gerade gebogen, aber naja, jetzt kann er nichts mehr dran machen. Und jetzt müssen sie irgendwie überlegen, wie sie das dem Jakob beibringen das Ganze. Also natürlich erzählen sie ihm nicht, was sie da getan haben. Und sie nehmen sich diesen Mantel, den Jakob ihm geschenkt hat, und dann schlachten sie einen Ziegenbock.

und spritzen ganz viel Blut von diesem Ziegenbock auf diesen Mantel und den bringen sie dann Jakob mit und sagen hier, was ganz Schlimmes ist, passiert, ein wildes Tier hat den Josef angegriffen und hat ihn zerfetzt und so, und das Einzige, was hier übrig geblieben ist, ist ist dieser dieser Mantel, dieser Rock. Und ja, Josef ist natürlich sehr geknickt und und trauert und

Ja, so ist es dann halt. Also soweit die die Söhne und Jakob betroffen sind, ist das dann erstmal für viele Jahre lang so der Status quo. Jakob und Benjamin, also so heißt der jüngste Bruder, und die ganzen anderen Angehörigen denken, Josef ist tot. Bei einem tragischen Unfall ums Leben gekommen und die anderen Brüder wissen, nee, den haben wir als Sklaven verkauft. Und das ist also so die Ausgangslage. So, jetzt springen wir zu dieser Sklavenkarawane und sind bei Josef.

Josef wird also tatsächlich als Sklave verkauft, und zwar bringen ihn diese Ismailiter nach Ägypten. ja durchaus damals so die Großmacht in der, in der Region und auch vermutlich so das wohlhabendste Land. Wir hatten ja schon bei den Vorfahren von Jakob schon so diverse Dinge.

Wo man irgendwie festgestellt hat, dass es sich offenbar lohnt, mit den Ägyptern Geschäfte zu machen, insbesondere wenn man so Dinge tut, äh, mit irgendwelchen Tricksereien, mit der eigenen Ehefrau. Da kann man hinterher als reicher Mann rausgehen. Das hat in der Familie hier ja gute Traditionen, verweise hierbei auf die letzten paar Folgen, die wir dazu gemacht haben.

Und also offenbar ist bei den Ägyptern Geld zu holen und dementsprechend wird der gute Josef dort als Sklave verkauft. Und zwar kauft ihn ein hoher ägyptischer Beamter. Tatsächlich scheint das so der Boss der Palastwache zu sein, also ein militärischer Beamter, der wirklich so im direkten Umfeld des Pharao zu. zuständig ist. Potifar heißt der Gute. Und ähm, der kauft ihn eben als

Als Sklave und lässt ihn da erstmal arbeiten. Und der merkt relativ schnell, dass Josef ein pfiffiger Kerl ist. Der hat. Der hat einfach viele Talente. Das wird natürlich hier in meiner Einheitsübersetzung steht.

Dass der Herr mit Josef war und dass der Herr alles, was er unternahm, unter seinen Händen gelingen ließ. Also hier ist es natürlich so gebaut, dass Dass das natürlich nicht Josefs Verdienst ist, sondern Gottes Verdienst, aber wie auch immer man das ausdrückt, der Junge ist mit zahlreichen Gaben gesegnet, ist ein talentierter junger Mann und der tut sich da irgendwie hervor und dieser Potifar merkt relativ schnell, dass er sich nicht mehr so gut ist.

Boah, das ist mit Abstand der pfiffigste Kerl, den ich hier irgendwie in meinem Haushalt habe. Der hat was drauf. Und ähm dann macht Josef da relativ schnell so Karriere und wird so eine Art Gutsverwalter. Und ist also dafür zuständig, diesen ganzen Haushalt von diesem Potiphar zu managen. Und das funktioniert viel besser als alles, was bisher war. Also auf einmal kommt dieser, dieses ganze Diese ganze Unternehmen äh

Haushalt eines hohen ägyptischen Würdenträgers und Adligen, das wird auf einmal ein gewinnorientiertes Unternehmen, da kommt richtig was bei rum, ne? Also so mit der Viehzucht und der Landwirtschaft und was die da noch so alles haben. An Einnahmen im Gegensatz zu den Kosten, die da so entstehen. Auf einmal funktioniert dieser Haushalt und zahlt schwarze Zähre schwarze Zahlen. Und das ist eine feine Sache und Potiphar ist ganz begeistert von diesem Fang, den er da gemacht hat mit diesem Sklaven.

So weit, so gut. Das Problem ist, auch Potephars Frau ist ziemlich begeistert von diesem Sklaven, allerdings nicht aufgrund seiner handwerklichen und Wirtschaftlichen und überhaupt Fähigkeiten, sondern weil der gute Mann auch noch ein ganz schmucker Kerl ist. Also der Josef scheint ein recht gut aussehender Jüngling zu sein und Potiphars Frau ist also scharf auf ihn.

Also, wie soll ich sagen, die geht ihm ziemlich direkt an die Wäsche. Also, er muss sich der so echt erwehren. Die macht ihm also nicht nur irgendwie indirekt irgendwie Avancen, sondern die wird immer zudringlicher und immer zudringlicher. Und irgendwann gibt es so eine Situation, da. Ja, im Prinzip lauert sie ihm auf, also sie fängt ihn ab und wird nochmal so richtig zudringlich.

Und und er f er versucht dann die Flucht zu ergreifen und sie packt ihn so an seinem an seinem Gewand, so eine Art Übermantel, so wie so eine Toga, muss man sich das wahrscheinlich vorstellen. Und er entwindet sich dann ihrem Griff und läuft raus. Und diese Toga bleibt aber zurück. Und dann, ja, also es wird jetzt hier nicht so ganz genau berichtet, wie die Wie die Motivation von dieser Frau des Putifar ist, aber ich vermute, es ist so eine Mischung aus.

Dass sie einerseits sauer ist, weil sie hier ihre Avancen hier zurückgewiesen worden sind, und weil sie andererseits befürchtet, dass sie jetzt zu weit gegangen ist und womöglich Josef, der bisher nie jemandem was gesagt hat, wenn sie zudringlich geworden ist. dass das jetzt sein könnte, dass der jetzt tatsächlich irgendjemandem was davon erzählt, womöglich ihrem Mann davon erzählt und so weiter. Und jetzt tritt sie die Flucht nach vorne an.

klagt Josef im Prinzip der der versuchten Vergewaltigung an. Ja, so, so. Oder zumindest, dass er ihr unsittliche Avancen gemacht hat, gewissermaßen. Und dieses Kleidungsstück, was sie ihm da entrissen hat, als er abgehauen ist, das legt sie als Als Beweisstück vor und sagt Hier, dieser dieser dieser Sklave da, der hat versucht Es wird hier auch wiederum so schön geschrieben in meiner Einheitsübersetzung, der wollte mit mir seinen Mutwillen treiben, wollte der, jawohl.

Und als ich, als ich laut aufschrief aufschrie, da hat er dann irgendwie die Flucht ergriffen und ich habe aber eben sein Gewand entrissen und das blieb bei mir liegen und so. Naja, wie das so ist. So, also wenn dann irgendwie Aussage gegen Aussage steht und dann insbesondere natürlich so die Herrin des Hauses und ein Sklave da irgendwie einander als

Zeugen gegenüberstehen, ja, da zieht Josef den Kürzeren und er wird tatsächlich ins Gefängnis geworfen. So, jetzt sieht es da erstmal nicht so gut aus, aber tatsächlich. Also, ich weiß nicht genau, wie das so zustande gekommen sein mag, aber irgendwie kriegt auch der Verwalter dieses Gefängnisses relativ schnell mit, Alter Schwede, der Junge hat was drauf. So, und

Fängt an, nach und nach so Verwaltungsaufgaben an Josef zu übertragen. Ich weiß nicht, wie man sich das so vorstellen mag. Vielleicht hatten die damals schon so eine Art Jobtraining-Rehabilitationsprogramm im Knast. So wie das heute ja auch gerne mal in Gefängnissen ist und dann

arbeitet man da irgendwie mit, fängt erst irgendwie als Küchenhilfe an oder als Putzkraft und so weiter. Und wenn man da irgendwie irgendwie gut anstellt, dann darf man irgendwann so in so Hausmeistertätigkeiten und irgendwann womöglich sogar Verwaltung aufsteigen und so. Auf jeden Fall

Früher oder später managt Josef, obwohl er selbst Insasse dieses Gefängnis ist, managt er das ganze Gefängnis. Ja, und äh Macht auch das irgendwie ziemlich gut, also formal weiterhin Insasse, aber er ist so eine Art Verwalter des Ganzen. So, und dann, ja, ist jetzt nicht die schönste Lebenssituation, aber zumindest kommt er da einigermaßen klar, wird irgendwie einigermaßen gut behandelt und dieser Gefängnis.

Direktor, der weiß, was er an ihm hat, und dementsprechend wird er da einigermaßen gut behandelt. Und jetzt kommt wieder ein Zufall. Und zwar geht es jetzt um zwei wiederum ranghohe Beamte bei Hoch. Ähm, die beide ich würde mal sagen, so Korruptionsvorwürfe bekommen und die dementsprechend beim Pharao in Ungnade fallen. Und die werden dann für eine Zeit lang tatsächlich inhaftiert. Nicht lange, es scheint eher so eine Art Denkzettelhaft zu sein.

Und Josef gerät mit den beiden auch dann durchaus in Kontakt, ne? Also Kann man sich wahrscheinlich so vorstellen, dass das so eine Art, ne, so privilegierte Häftlinge untereinander und so, wobei er schon natürlich als als nicht mal ägyptischer Staatsbürger, so, so und als, als ehemaliger Sklave oder als, als, als Sklave natürlich immer noch auf einer anderen Ebene steht, als hier diese Denkzettelinhaftierten korrupten Beamten, aber dennoch kommt er mit denen in Kontakt und so weiter.

Dann gibt es so eine Szene, dass die beide von Träumen berichten, die sie, die sie hatten, und dass sie irgendwie sagen: Mensch. Ich kann mit diesen Träumen gar nichts anfangen, was soll das denn sein? Und so, wenn man doch nur jemanden kennen würde, der sich mit Traumdeutung auskennt.

Und Josef hat ja selber nur diese Klarträume bzw. diese prophetischen Träume und so und ist tatsächlich ein einigermaßen geübter Traumdeuter und sagt dann irgendwann zu den beiden: Ja, erzählt mir doch mal eure Träume, vielleicht fällt mir was dazu ein. und legt ihnen ihre Träume dann aus. Und im Prinzip ist das so, dass der der eine kriegt irgendwie Prophezeit, dass er bald wieder beim Pharao in, in, in Gnade fällt und der andere kriegt die

Kriegt die gegenteilige Deutung sozusagen. Und genau so findet das Ganze dann auch statt. Und dieser eine Beamte, dem, der dann also auch bald wieder in der Gunst des Pharaos steht, der ähm ähm

Der ist ihm da durchaus dankbar, aber denkt da dann bald nicht mehr dran, sondern freut sich einfach nur, dass er wieder beim Pharao in hoher Gunst steht. Und Dann gehen wieder so ein paar Jahre ins Land und dann passiert etwas, das zufällig als gerade dieser Würdenträger wiederum, also ich glaube, der ist irgendwie ich glaube er ist Munschenk oder sowas, also er er ist irgendwie Teil des, Teil des Hofes jedenfalls.

Als der gerade zugegen ist, da erzählt der Pharao, dass er einen immer wiederkehrenden Albtraum hat. und so, und ha, wenn es doch nur jemanden gäbe, der irgendwie gut Träume deuten kann, weil die ganzen Traumdeuter, die ich so bei Hof habe, all meine weisen Leute, die sind alle nicht in der Lage, mir diese Träume auseinanderzusetzen.

Diesem Munschenk-Schrägstrich-Beamten-Schrägstrich-Würdenträger, irgendwie Hofmitglied, da fällt dem ein, Mensch, damals, als ich im Knast saß, da war doch dieser hebräische Traumdeuter am Start, der, der konnte das doch. Und erzählt das dem Pharao. Und der Pharao lässt ihn tatsächlich kommen und erzählt Josef seinen Traum. Ich glaube, den Traum muss ich ja doch den muss ich auch erzählen, sonst macht das alles keinen Sinn.

war gerade am überlegen, ob ich das noch anders mache. Aber wir bleiben also dabei. Nein, nein, den musst du schon, der muss schon. Genau, und der muss auch jetzt, äh, der muss auch jetzt kommen. Genau. Ähm Auf jeden Fall sagt der er, erzählt ihm der Pharao den Traum und er sagt: pass auf, es ist folgendes: Ich hab folgenden Traum. Der Nil, ne, kennt man ja hier, Ägypten, Nil und so. Aus dem Wasser.

kommen sieben Kühe, und zwar so richtig leckere, fette Kühe und so, ne, wie man das so haben würde, so ganz wohlgenäherte Viecher. Und ähm, Und die weiden da und alles ist irgendwie ganz beschaulich und ich freue mich darüber über mein Reich so. Und dann kommen aber hinter denen her, kommen nochmal sieben Kühe aus dem Nil gestiegen, und zwar ganz furchtbar ausgemagerte, nahezu verhungerte Kühe, und die fressen dann meine sieben schönen, fetten, wohlgenäherten Kühe auf. Und ich weiß, ähm

weiß gar nicht so recht, was das sein soll. Das ist der eine Traum, den ich immer habe. Und der andere Traum ist, dass. Dass ich sozusagen eine, eine, ein Feld vor mir habe, so eine Art Wiese, und da ist ein einziger So ein Weizenhalm und der hat sieben Ähren und die sind ganz wunderbar und ganz, ganz toll, und tragen schön Korn und ganz wunderbar. Und dann kommen nochmal sieben. Oder kommt noch so ein Halm und da sind ganz kümmerliche Ähren dran, die völlig ausgedauert sind. Und dann

Ja, springen diese kümmerlichen Ähren gewissermaßen auf die prallvoll schön ausgefüllten Ähren über und die verrotten gewissermaßen gemeinsam. Und es sieht so aus, als würde quasi dieser Dieser karge Weizen den vollen Weizen verschlingen und auffressen. Und ich habe keine Ahnung, wie ich das deuten soll. Hast du eine Idee? Und...

Josef sagt, ja, pass auf, das ist im Prinzip ein und derselbe Traum. Das ist tatsächlich ein prophetischer Traum, den du hast. Und zwar bedeutet das, dass wir jetzt die nächsten sieben Jahre hier in Ägypten. total wunderbare Ausgangslage haben werden. Wir werden fette Ernten haben, wir werden fette Weiden haben, wir werden ganz tolle Viecher haben und so weiter. Also uns wird es jetzt sieben Jahre lang so gut gehen wie lange nicht.

Und danach werden sieben Dürrejahre mit Hungersnot und so weiter kommen. Und ähm... Und das wird Alles, was in diesen sieben Jahren sozusagen entstanden ist, an Wohlstand und so weiter, wieder auffressen, wenn du jetzt nicht richtig handelst. Und der Pharao sagt: Aha, und was heißt das? Wie muss man richtig handeln? Und Josef sagt: Naja, ist ganz einfach. Muss man anständige Haushaltsführung machen, kenne ich mich auch mit aus übrigens.

Und dann legt man einfach sozusagen in diesen sieben Jahren, in denen man fett im Überfluss lebt, da legt man einfach, da schnallt man den Gürtel etwas enger, legt anständig Vorräte an, legt immer die Hälfte zur Seite und so weiter. Und dann haben wir genug, um über diese sieben Dürrejahre und Hungersnotjahre hinwegzukommen.

Das heißt, wenn wir den Gürtel eng genug schnallen und uns in diesen sieben Jahren Wohlstand zusammenreißen, sodass wir da gerade überleben und immer die Hälfte zur Seite legen, dann werden wir diese sieben Hungersnotjahre genauso überlegen und dann überleben und dann haben wir nach 14 Jahren überlebt und es ist alles Tuttigkeit. Und der Pharao sagt, ja, das klingt ja irgendwie super, aber ich habe gar keine.

gar keine anständigen Verwalter, die irgendwie so ein Projekt irgendwie wirklich über einen Zeitraum von 14 Jahren gestalten könnten. Da bräuchte ich mal irgendwie einen anständigen Verwalter und so weiter. Und tatsächlich, ähm, wird letztlich Josef, der hat ja auch durchaus einen Lebenslauf, der sich irgendwie sehen lässt, der wird dann nach und nach dazu bestimmt, genau dieses, dieses Amt zu überleben.

Und im Prinzip bekommt er, also er wird aus diesem Sklavenstatus erhoben und er wird selber zu einem hohen, also er wird zu so einer Art Kanzler gemacht, kann man sagen. Also er kriegt eigentlich die komplette Verwaltung des des Landes in die Hand, so eine Art Krisenmanager. Und man kann fast sagen, der Fahrerohr ist zwar das Staatsoberhaupt, aber der Regierungschef ist ein Stück weit.

Is is Joseph oder oder eher so er ja Krisenmanager. Also er er fällt alle wichtigen Entscheidungen im Land, weil er den Haushalt sozusagen in den Händen hat. Und Josef wird sozusagen Ja, er bekommt sozusagen ägyptische Staatsbürgerschaft und so weiter. Und ähm, er bekommt auch eine Ägypterin zur Frau und zwar die Tochter eines ähm eines Hohenpriesters und ähm

Dessen Namen muss ich gerade mal nennen, einfach nur damit wir dann nachher auf die Namensähnlichkeit einmal eingehen können. Der heißt jetzt nämlich nicht Potifar wie der andere, bei dem er vorher war, sondern der heißt Potifera. Wenn wir nachher nochmal überlegen, was das wohl so zu bedeuten hat, dass die beiden so ähnlich heißen. Und dessen Tochter bekommt er jedenfalls zur Frau und wird also ein reicher und mächtiger Mann.

Und tatsächlich läuft das dann auch so ab, wie das in dem in dem Traum abgelaufen ist. Sieben Jahre lang ist echt hier fetter Überfluss, die, die Kornkammern quellen fast über und so weiter. Und ähm Josef zieht jetzt so eine knallharte Sparpolitik durch, also dass trotz dieses irren Wohlstandes jetzt eben nicht irgendwie im Überfluss gelebt wird, sondern ganz eisern gespart wird und immer konsequent die Hälfte weggelegt wird in so.

ähm in so Getreidekammern und und so weiter. Er lässt da also auch extra riesige so Silos bauen, wo man das Getreide lagern und haltbar machen kann und so weiter. Ähm Und zieht das irgendwie durch. Und dann kommt tatsächlich irgendwann diese Hungersnot. Und es kommt also oder es kommt eine dürre Periode, die also auch tatsächlich lange anhält und die krasse Hungersnöte in dieser ganzen Region auslöst.

Und eigentlich das einzige Land, das einigermaßen gut damit umgehen kann, ist Ägypten, a, weil sie die reichsten sind und b, weil sie eben in weiser Voraussicht diese unheimlichen Vorräte da angelegt haben. Und Naja, gut, wie das dann so ist, ne? Jetzt haben wir also eine Situation in dieser gesamten Region der Erde oder in diesem ganzen Erdteil da.

Ähm, ist Hungersnot und nur Ägypten geht's gut. Ja, natürlich rufen da die Nachbarländer um Hilfe. Natürlich gibt es Flüchtlingsströme, die irgendwie vor Hunger versuchen, da irgendwie hinzukommen und irgendwie... ne, mit der Idee, da gibt es noch was zu essen, die da irgendwie hinkommen, und das wird also noch eine weitere große Verwaltungsaufgabe, die Josef da stemmen muss.

So, jetzt springen wir zurück zu unserem Jakob und den Brüdern von Josef. Es sind also jetzt inzwischen einige Jahre vergangen, also zumindest diese sieben Jahre des Überflusses, plus noch so ein paar Jahre davor, äh, Bis Josef diesen Status da erreicht hat und jetzt auch schon einige Jahre dieser Hungersnot. Also wir können mal so von so bummelig, also auf jeden Fall über zehn, irgendwo so, sagen wir mal so, zwölf, fünf Jahre irgendwie ausgehen.

Das heißt, der kleine Bruder der Benjamin, der ist jetzt im Prinzip in so einem ähnlichen Alter wie Josef damals war, als sie ihn in die Zisterne geschmissen haben, der ist jetzt ein Teenager.

Und ähm, genau in der Zeit ist jetzt also natürlich massiv Hungersnot auch in Kanaan und also das Volk Israel oder die Söhne Israels wird hier immer nur genannt, ähm, die sind also auch am Hungern und ähm Die, also Jakob schickt jetzt seine Söhne los, um nach Ägypten zu ziehen und da irgendwie zu gucken, ob man da irgendwie an Getreide kommen kann, also ob man da irgendwie Nahrungsmittel, irgendeinen Deal machen kann, damit die da nicht verhungern müssen.

Und die ziehen los, aber den Benjamin, den jüngsten, den behalten sie da. Das hat unter anderem was, oder den behält Jakob da, das hat unter anderem was damit zu tun, dass der diesen diesen Tod Josefs, den er ja der der d von dem er ja glaubt, dass das passiert ist, den hat er nie verwunden. Und diese Vorstellung, dass er jetzt sozusagen im selben Alter den, den Benjamin auch mit losschickt auf so eine.

So eine Karawanenmission und dass der dann womöglich auch von einem wilden Tier angefallen werden könnte. Das findet er so furchtbar, dass er sagt: Nee, der Benjamin bleibt hier. Und er schickt dann also die anderen zehn Brüder. alleine los, die gehen dann nach Ägypten und sprechen da dann vor und sagen, ja, hier, wir würden uns gerne uns mal beim Wirtschafts- und Entwicklungshilfeministerium vorstellen wollen, weil wir haben da irgendwie einen Entwicklungshilfegesuch und so weiter.

Und als Josef hört, dass da Leute aus Kana ankommen. Lässt er die sich selber höchstpersönlich vorführen. Es lässt er also nicht einen seiner Verwaltungslakaien machen, sondern die will er selber sehen. Und er stellt tatsächlich fest: aha, das sind meine Brüder. Also er erkennt die sofort. Die erkennen ihn aber nicht.

Also A ist er ja nur durchaus etwas älter geworden und B ist er da, kann man sich so vorstellen, in so wie man so Bilder von so Pharaonen und hohen ägyptischen Beamten, ne, also der ist da in prächtiger Kleidung und mit jeder Menge Schminke und so weiter am Start, die erkennen ihn einfach nicht. And um Er ergibt sich auch nicht zu erkennen und

Geht relativ barsch mit denen um. Also er fragt halt, was sie wollen und so weiter. Und als sie dann sagen: Ja, hier, wir wollen irgendwie Handel treiben und irgendwie wir brauchen dringend Nahrungsmittel und so weiter, sonst verhungern wir alle und können wir nicht irgendwie einen Deal machen und so weiter, sagt er, ach, ihr seid doch.

Betrüger, ihr seid in Wirklichkeit Spione, ihr habt vor mit mit den Armeen hier in Ägypten einzufallen und diese Krisenzeit mit der, mit der Hungersnot zu nutzen, um irgendwie ähm Ägypten zu erobern und ihr wollt doch in in Wirklichkeit nur eine Schwachstelle in unserer Verteidigung rausfinden und so. Und

die sind irgend natürlich sind die Brüder völlig vor den Kopf gestoßen und sagen, nein, da würden wir im Leben nicht drauf kommen, wir könnten auch im Moment alles Mögliche machen, aber keinen Krieg führen. Wir sind wirklich am Verhungern, wir brauchen echt einfach nur was zu essen und so weiter. Und Josef lässt sie eine Weile zappeln. und fängt sie dann an auszuquetschen und sagt, wer seid ihr denn eigentlich alle? Und so und erzählt mal und so, und dann erzählen die das Ganze eben.

Und dann sagen, ja, also wir waren ursprünglich zwölf zwölf Brüder, einer von uns ist leider verstorben und der Jüngste, der ist noch zu Hause und so und Josef fängt an, an dieser Story rumzukritteln und sagt: Ihr lügt doch, ihr seid doch, ihr seid doch Spione und Betrüger und irgendwas stimmt doch damit eurer Story nicht und so weiter. Und dann lässt er sie erstmal in Haft nehmen.

Also in so einer Art Untersuchungshaft, wegen, keine Ahnung, weißt du, so Gefährder vorbeugend, ne, so ungefähr. Und sagt dann, Irgendwann, also er lässt sie dann irgendwann raus aus dem Knast und sagt: So, pass auf, folgender Deal, ich behalte einen von euch als Geiseln hier. Und die anderen, die reisen zurück und kommen wieder und bringen mir den jüngsten Bruder mit, damit ich eure Story überprüfen kann, ob das so stimmt, was ihr mir da erzählt habt.

Was für eine Logik das Ganze ergeben soll, habe ich nie so recht verstanden, aber geht ja auch nicht um Logik hier. So, und dann reisen die also zurück, außer Simeon, den behält er als äh ja, als Pfand, so als als Geisel da. Und er gibt denen aber durchaus sozusagen schon eine Menge Getreide mit, damit sie sozusagen erstmal ihr Volk durchfüttern können. Und das lässt er sich auch bezahlen. Aber

Er zahlt dann sozusagen den Kaufpreis dieses Getreides selber nochmal aus eigener Tasche in die Staatskasse. Also er ist ja durchaus ein reicher Mann, er kann sich das leisten. Und in jedem Getreidesack den die Brüder mit zurück nach Kana annehmen, den lässt er einmal aufmachen und steckt dann sozusagen den Beutel mit dem Geld, mit dem dieser Sack eigentlich bezahlt worden ist, wieder oben rein.

Und dann reisen also die Brüder zurück, die merken nichts davon, dass da die, äh, äh, die Kohle drin ist und irgendwann unterwegs bei einer Rast macht einer der Brüder seinen Getreidesack auf und stellt fest, dass da die Kohle drin liegt, mit der der Sack eigentlich bezahlt werden sollte.

Und er denkt sich, boah Scheiße, was ist denn jetzt hier los? So und so. Und dann wird es ihnen so ein bisschen gruselig und sie haben so ein bisschen Angst davor, dass da jetzt womöglich irgendein Trick ablaufen soll, also dass man ihnen irgendwas was unterjubeln oder irgendwas, was unterschieben könnte, dass man irgendwie anfängt, so ein Betrüger

Case gegen sie aufzumachen und so. Und na, sie sind da irgendwie, sie haben da kein gutes Gefühl dabei. Und als sie dann zu Hause in Kanaan ankommen, Und feststellen, dass tatsächlich in jedem Einzelnen dieser Säcke das Geld wieder drin liegt, da haben sie wirklich gar kein gutes Gefühl bei dieser Geschichte.

Josef ist äh Jakob, also der Vater, der ist natürlich erstmal froh, dass die meisten seiner Söhne zurückgekommen sind und vor allem, dass sie was zu essen mitbringen. Aber dass einer der Söhne fehlt. Da dreht er fast bei durch. Weil, ne, das ist sozusagen das Trauma, das er hat. So, seine Söhne ziehen los auf so eine Karawanentour.

und kommen mit einem zu wenig mit und er hat schon Angst, dass es, dass Simeon auch irgendwas passiert ist. Und dann sagen sie: Nee, nee, das ist alles ganz anders. Die haben uns da irgendwie für Spione gehalten und als Geiseln genommen und so und bla bla bla und Wir müssen da jetzt hin und wir müssen den Benjamin mitnehmen, sonst lässt er den Simeon nicht frei.

Und Jakob weigert sich erstmal, den Benjamin rauszugeben, weil er sagt Auf keinen Fall, das ist also der ist mein An und alles, der ist alles, was ich habe, nicht, dass mit dem das Gleiche passiert wie mit dem Josef und so. Das kommt überhaupt nicht in die Tüte. Und er weigert sich also relativ lange. tatsächlich lange genug, dass so langsam diese Getreidevorräte, die sie da aus Ägypten mitgebracht haben, wieder aufgebraucht sind.

Und dann lässt er sich irgendwann erweichen, aber einer der Brüder, nämlich Ruben, wenn ich es recht erinnere, also der Älteste, der sagt: So pass auf, du musst mir ähm Du musst mir die Verantwortung dafür übernehmen, dass der Benjamin Hai wieder zurückkommt. Und er gibt den Jungs auch noch einen guten Rat mit und er sagt: pass auf, nehmt alles an Geschenken und so weiter mit. Also hier, was man halt so mitnimmt, so Weihrauch und Honig und Zeug. Um nehmt auf jeden Fall die Kohle mit.

Die ihr eigentlich hättet bezahlen müssen und nochmal dieselbe Menge Geld, damit ihr sozusagen, wenn ihr ankommt, direkt sagen könnt: hier, hier ist irgendein Missverständnis passiert, wir haben die Kohle aus Versehen wieder mitgenommen, wir wussten das gar nicht, dass die in den Getreidesäcken drin sind, wir zahlen das jetzt auf jeden Fall mal nach. Nicht, dass die irgendwie denken, ihr hättet da irgendwie das Getreide geklaut.

Also, man kann Jakobs Überlegungen so zusammenfassen, dass der sagt, wir, wir müssen das Das Misstrauenspotenzial, was die Ägypter uns gegenüber haben, das müssen wir minimieren. Das Aller, Aller, Aller, Allerwichtigste ist, dass ich meine Söhne alle wieder bekomme. Ja. So, und dann ziehen die also auf jeden Fall los. Und um Und kommen dann irgendwann wieder in Ägypten an und werden auch wieder kommen auch wieder bei werden auch wieder zu Josef vorgeführt.

der hat ein für sie überraschendes Interesse an, also und sehr wohlwollendes Interesse an diesem, an diesem Benjamin, also an dem jüngsten Sohnemann. Er lässt dann auch den Simeon frei und bewirtet die und so und lädt die irgendwie zum Essen ein. Scheint aber so das ganze Essen über erstaunlich emotional zu sein und irgendwann schmeißt er sie danach raus und fängt irgendwie an zu heulen, was das Zeug hält. Und ähm, ja. Ähm.

Und dann macht er wieder eine ganz seltsame Nummer, also er lässt dann wieder die Getreidesäcke seiner Brüder alle mit Getreide füllen und ähm lässt da wieder das Geld oben reinlegen. Und bei dem, bei dem jüngsten, bei dem Benjamin, da legt er noch einen Silberbecher, so ein wertvollen Pokal oben rein. Und dann wartet er, bis seine Brüder alle zusammen ein Stück des Weges nach Kanaan zurückgelegt haben, schickt ihnen dann die Armee hinterher oder so ein paar Soldaten hinterher.

Und sagt, ja, hier von euch hat irgendjemand diesen Silberbecher geklaut. Dann lässt er das Gepäck durchsuchen, da finden sie dann auch tatsächlich diesen Silberbecher. Und ähm, im Prinzip sagt er so, äh, der Dieb hier, der Jüngste, der Benjamin, der muss irgendwie mit nach Ägypten zurück und muss da ja sozusagen eingekerkert, beziehungsweise... Sklavendienst tun, weil der ja hier ein Diebel. Und da stellt sich dann jetzt Ruben hin und sagt Nee.

Das geht nicht, und zwar aus folgenden Gründen, und so weiter und so weiter und so weiter. Ich habe für ihn gebirgt und hab' hab versprochen, dass er auf jeden Fall Heil zurückkommt und dass ich dafür mit meinem Leben einstehe. Und deswegen nehmt lieber mich als Sklaven und nicht jemand anderen. Und das ist so der Punkt, wo, wo Josef zum Schluss kommt, aha, meine äh Meine Brüder sind also offenbar irgendwie einigermaßen geläutert und so weiter. Und dann ergibt er sich zu erkennen.

Und sagt, pass auf, hier ist alles nicht so schlimm, ich bin euer Bruder, ich lebe noch und so weiter. Ja, ich bin jetzt im Prinzip einer der mächtigsten Männer in Ägypten und ja, ich habe euch die Kohle da wieder reingelegt und das ist auch ein Geschenk und so weiter. Und jetzt machen wir folgendes. ihr nehmt das ganze Getreide mit. Das war alles nur ein Test, um zu gucken, ob ihr wieder okay seid. Und ihr nehmt das jetzt ganz das alles jetzt mit und dann.

Kommt ihr hierher nach Ägypten? Wir haben ihr Platz für euch, wir nehmen das ganze Volk auf, ihr kommt so und wir kümmern uns darum, dass ihr alle was zu essen habt. Und so geschieht es dann unterm Strich auch. Die ziehen wieder zurück nach Kanaan, sagen Jakob Bescheid hier, der Josef lebt noch und so und so weiter und Jakob kann es kaum glauben.

Also beziehungsweise er glaubt ihnen das am Anfang gar nicht, aber trotzdem lässt er sich auf diese Nummer ein, weil er einfach sieht, dass das irgendwie eine. eine sinnvolle Sache ist. Er hat zwar immer noch das Gefühl, dass das irgendein Trick der Ägypter sein könnte, aber er lässt sich auf die ganze Geschichte ein, weil er sagt so Wir sind ohnehin von den Ägyptern abhängig.

Sonst verhungern wir hier. Und dann ziehen sie also nach Ägypten zurück und lassen sich da nieder. Und tatsächlich kriegt er dann irgendwie also auch seinen Josef wieder zu sehen und so weiter. Und Ja, letztlich Lässt sich das Volk Israel in Ägypten nieder, Jakob stirbt dann auch irgendwann noch in Ägypten und Josef bleibt eigentlich bis zu seinem Lebensende ein. ein eine wichtige Verwaltungsperson in Ägypten.

Und unterm Strich werden die Nachkommen Jakobs, also ich nenne sie jetzt schon mal Israeliten, die werden im Prinzip so eine Art So eine Art Arbeiterkaste in Ägypten, die vor allem für Hirtenarbeiten zuständig sind. Das können sie. Die waren ja vorher nomadisch unterwegs, haben vor allem irgendwelche Viehherden durch die Gegend getrieben und die werden jetzt sozusagen in Ägypten aufgenommen, da auch so ein bisschen durch diese Hungersnot gefüttert, aber.

Werden halt so eine Art niedere Kaste, die vor allem so Hirtenaufgaben machen. Aber erstmal ist es so Win-Win-Win für alle, weil zumindest verhungert man so. Genau. Und wie das dann jetzt sozusagen sich so in sozialen Verwerfungen und so weiter nach und nach niederschlägt, das machen wir dann lieber beim nächsten Mal für die. Für diesen Geschichtenbogen mit dem Josef ist die Geschichte jetzt erstmal zu Ende erzählt.

Beginn Spekulation

Du lachst immer, wenn ich fertig erzählt habe. Ja, weil ich dir unglaublich gerne zuhöre. Also es ist noch eine Sache, sowas zu lesen. Das sollten wir vielleicht nochmal irgendwie.

Nochmal irgendwie sagen, wir haben, bevor wir mit der Aufnahme gestartet sind, nochmal darüber gesprochen, wie unterschiedlich du und ich diese Geschichten lesen. Weil für Stefan ist das Ein Geschichtsbogen, ist das eine Story, die da erzählt wird, eine Mythologie, die erzählt wird, und für mich sind das Kapitel, Verse.

Mit jeweils eigenen Bedeutungen, mit historischen Geschichten, also welcher Abschnitt ist wo reingekommen und welcher Abschnitt war noch nicht da und welche Bedeutung hat der und welche Aussage hat der? Und das sind zwei sehr, sehr unterschiedliche Herangehensweisen. Das ist ja auch einfach Arbeitsmaterial, ne? Ja, natürlich. Aber ich, mir ist das vorher nochmal eingefallen, als du das erzählt hast. Du hast gesagt, jetzt muss ich mit dem Namen aufpassen, Jakob Weint, ne?

Nee, Quatsch, Josef weint, ich rede Unsinn. Josef weint. Als er Benjamin wieder sieht. So. Und ähm.

Emotionen

Ich halte ja die These, dass Emotions Erwähnungen in der gesamten Bibel total selten sind. Also, wie oft erinnerst du dich, ich glaube, ich habe das auch schon mal gesagt, wie oft erinnerst du dich daran, dass das irgendwo mal steht und er lachte? Mhm. Also, sowieso positive Emotionen sind meistens so etwas wie Liebesumarmungen und Sex.

Und Negative Emotionen sind gerne mal Trauer und Wut. Genau, also die meisten, ich würde sagen, die am häufigsten explizit erwähnte Emotion ist der Zauber. Ja. Möglicherweise. Und ähm Also, was ich noch nie gelesen habe, woran ich mich zumindest nicht erinnern kann, ist, und er erzählte einen Witz, und das Publikum hat angefangen zu lachen. So versteht er nicht. Nee. Ja? So. Hm.

Und ich halte also auch die anderen Emotionen. Also möglicherweise ist Zorn die häufigste, das weiß ich nicht, das müsste ich jetzt einmal nachgucken, ob das mal gezählt worden ist. Also, ist auf jeden Fall so ein Gefühl von mir. Ich war gezählt. Ja, also da gibt es Konkordanzen, da steht das drin. So und so taucht dieses, so und so oft dieses Wort auf und so. Aber Grundsätzlich sind solche Emotionen eher selten. Und ähm

Ja, mit dem Faden anfangen und dann auch zu Ende finden mag. Und ähm Ich finde halt immer hochinteressant, dann von dir eine solche Geschichte zu hören, denn ich glaube, so war es mal gedacht. Also ich b ich weiß nicht, irgendwann hast du das mal erzählt. Ich bin mir aber nicht sicher wann. Und in welcher Troja-Elertfolge ob das auch über die Griechen ging, damals. Ich meine, du hättest erzählt, man muss sich das so vorstellen.

Wenn eine solche Geschichte erzählt wird, ein solcher Mythos erzählt wird, dann steht da also irgendein Geschichtenerzähler vor einer Gruppe Menschen auf einem Marktplatz und erzählt diese Geschichte. Und er fügt die Emotionen, die in der Story selber nicht auftauchen. Es sei denn, sie sind unabdingbar wichtig. Und das machst du. Wenn du solche Geschichten so erzählst, dann kommt das ein bisschen mit raus. Verstehst du? Und das ist eine Dimension, die in der Theologie nicht so häufig rauskommt.

Und um die sehr, sehr wichtig ist, weil sie die Story wieder lebendig werden lässt. Und das finde ich übrigens auch gut, wenn im Gottesdienst solche Stellen vorgelesen werden und sie werden nicht so vorgelesen, wie das lange, lange Zeit beigebracht worden ist. Nämlich möglichst monoton. Also, falls sich von euch hörern mal irgendwer wundert, warum in Gottesdiensten monoton Geschichten vorgelesen werden. Das haben die Lektorinnen und Lektoren früher mal so beigebracht bekommen.

Ich dachte, also ich hab ja nun nur so schwäbische Kircherfahrung und Wie soll ich sagen, wenn wenn Schwaben Dinge vorlesen, dann wird es gerne mal recht monoton, weil die lesen ja eine Fremdsprache, ne? Also Da gibt es dann ja so diese Tendenz, hinten raus die Endungen überzubetonen. Und Josef sprach zu seinen Brüdern und so. Also, das klingt dann alles schon ziemlich bescheuert.

Und ich dachte immer, das ist so ein Phänomen, schwäbische Dialektsprecher lesen einen hochdeutschen Text in der Kirche vor. Aber wenn das auch tatsächlich so gelehrt wird, dass man das Monoton macht, dann. Ich kann, ich kann nichts dazu sagen, ähm

was das Verhältnis von Schwaben zur Heiligen Schrift und zum dazu war das, da lehne ich mich nicht aus dem Fenster jetzt, aber grundsätzlich gab es tatsächlich mal eine Zeit, in der in der folgende Theorie galt, nämlich, Die Heilige Schrift spricht für sich selbst. Der hat nur die Aufgabe, die Worte zu überbringen, die Wirkung aber hat er nicht zu beeinflussen.

Verstehst du? Gottes Amen. Ja, und an dem Punkt laufen Alttestamenter natürlich Amok, weil sie sagen: Nein, das ist ein Missverständnis, so ist es nicht gedacht gewesen, liebe Leute. Ihr müsst das schon richtig machen.

Und da kannst du aber, wenn, wenn da, wenn das einmal festgelegt ist in Ausbildungskursen, dann versuch da mal gegen anzukommen. Das ist schon nicht einfach. Und deswegen sind heute immer noch So viele, so monoton, weil die das irgendwie in dem Jugendalter beigebracht bekommen haben und sich fragen, was die letzten vierzig Jahre richtig war, warum soll das jetzt falsch sein?

Und deswegen ist das manchmal ganz, ganz schwer. Und wenn wir jetzt anfangen, was ja tatsächlich der Fall ist, Mit Schauspielern zu arbeiten, die Bibeltexte vorlesen, mit dir üben und liturgische Präsenz und solche Dinge, hatte ich in der Ausbildung zum Beispiel auch, dann ist das halt ein. Ein relativ neuer Trend und ist auch der Erkenntnis geschuldet, dass diese Geschichten vom Vortragen leben. So. Daher kommt jetzt auch diese. Ist dann ja schon auch schwierig, ist irgendwie.

Also wie soll ich sagen, ist bei mir generell auch bei, also auch beim Vorlesen, nicht nur beim Nacherzählen, ist das bei mir manchmal so eine Tendenz, dass ich das Gefühl habe, ich muss hier auch durchaus, gerade bei direkter Rede und so weiter, muss ich manchmal so Dinge hinzufügen, weil nur so ergibt das gesagte für mich so richtig Sinn. Aber ja natürlich. Also lustig, weil das gerade heute Abend passiert ist. Ich habe meinen meinen meinen Söhnen aus Winnetour vorgelesen.

Und der Kleine, der kann zwar so langsam einigermaßen lesen, aber dass der jetzt irgendwie mitlesen würde, was ich da gerade vorlese, dass Tut er nicht, so weit ist es noch nicht. Aber der Große, der liest, der liest richtig gut, ne? Und der weist mich dann auch ständig darauf hin, dass ich da irgendwie Sachen vorgelesen habe, die da gar nicht stehen. Und ich so, ja.

Muss mir schon, wenn ich hier vorlesen soll, dann muss ich das auch performen können. So, dann muss ich auch mal ein paar Phrasen hinzuichten, die da gar nicht stehen, aber die diese Szene rund machen. Das muss dann auch nicht sein. Ich hab auf meinem Nachtisch Den es so nicht gibt, aber ich nenne ihn mal Nachtisch: ein Buch liegen, das von einem Chinesen geschrieben worden ist. Die drei Sonnen.

Also die Buchhändlerin hat mir das in die Hand gedrückt, mit der räumt momentan alle Preise ab. Lesen Sie den. Ja, dann habe ich es als Hörspiel empfohlen bekommen, kam aber bisher noch nicht dazu, es zu lesen. Aber es scheint gut zu sein, habe ich auch gemacht. Ja, vielleicht ist es als Hörspiel besser als als Buch. Okay. Also ich bin mir sicher, dass die Übersetzerin. Alles gegeben hat. Ja, also ich bin mir ganz sicher, dass das eine tolle Übersetzung aus dem Chinesischen ist.

Und ich habe die ganze Zeit beim Lesen das Gefühl gehabt, die lassen doch Sachen aus. Also da, da, da sind doch komische Sprünge drin. Ich verstehe, die also ähm. Die Dialoge machten keinen Sinn. Verstehst du? Also, da kommt ein Schauspieler, oder Quatsch, ein Schauspieler, eine Figur kommt in die Szene und gesteht einer anderen die Liebe. Oder am besten noch, also gefühlt ist es für mich so.

Und keine Ahnung, Xi oder Xi oder wie auch immer chinesische Namen so sind, ne? Sah Seine Angebetete, also da wird also erzählt, wie er eine Frau anguckt, die er ganz toll findet, und die nächste Szene ist, wie sie von ihm ein Kind kriegt.

Ich glaube, ganz so krass ist es nicht, aber es ist schon so, dann wird, dann diese Frau stirbt an irgendeinem Punkt und dann wird halt irgendwie erzählt, dass es seine große Liebe gewesen ist und so, und du schnallst nicht, weil die ganze Story der Beziehung wird außen vor gelassen. Also du musst dir quasi aus diesem verliebten Blick. Den er mit ihr ausgetauscht hat, und es wird übrigens nicht erzählt, dass sie den erwidert, musst du dir denken, ah, da hat wohl eine Beziehung stattgefunden.

Und dann habe ich mit meinem Cousin gesprochen, der ist Sprachwissenschaftler, und der sagte zu mir: Ja, das Chinesische lebt genau davon. Also du musst dir im Chinesischen immer. Sachen dazudenken, die für einen Chinesen total klar sind. Also für den ist völlig klar, was da passiert ist. Das muss man nicht weiter erwähnen, weil weiß ja jeder.

Das jetzt dahin zu schreiben, ist für einen Chinesen redundant. Das braucht er nicht wissen. Da denkt sich auch, warum schreibt er das? Der verbraucht nur Papier und Tinte, was soll das? Und ähm Es gibt, ich glaube, mein Hebräischlehrer früher hat hat das versucht auszudrücken, als er uns mal versuchte zu erklären, wie die hebräische Sprache funktioniert. Okay.

Und er sagte, es gibt einfach Dinge, die sich aus der Umgebung heraus automatisch ergeben. Wenn du in einem Beduinen, also in einem umherziehenden Wüstenvolk lebst, bestimmte Wörter sagst und bestimmte Dinge von dir gibst, dann Qua Kontext, klar, was du sagen willst. Er hatte das etwas unglückliche Beispiel, dass jemand auf dich zugekrochen kommt mit irgendwie zerfetzten Kleidern aus der Wüste und dir Majem Mayem entgegenbrüllt.

Ja, und dass dann ja wohl klar wäre, dass Majem Wasser heißt, weil das braucht er jetzt gerade. So. Mag ein Beispiel sein. Kann Mayem denn noch was anderes bedeuten? Nee, weil die weil die Wortwurzel MJM immer irgendwas mit Feuchtigkeit oder Wasser zu tun hat. Ja, okay. Also eigentlich ein doofes Beispiel, aber trotzdem weiß man ungefähr, was er meint. Also Kontext Kontext mit.

Es ist völlig egal, was er sagen will. Ähm, es wird immer irgendwas mit dieser Situation zu tun haben. Und so muss man das Hebräische als Ganzes verstehen, das heißt immer kontext gebunden. Und wenn man den rausnimmt, dann tut man der Sprache und auch der Erzählung nichts Gutes. Mhm.

Also ich glaube, das kann man stehen lassen. Das mit dem Majem. Und wenn jetzt irgendjemand, der Hebräisch kann, mir jetzt sagt, MJM kann, also MJM kann auch was anderes heißen, dann sei das so. Ich spiele mich hier nicht als Hebräisch Crack auf. Ich müsste selber nachgucken, ob die Wortwurzeln auch andere Bedeutung hat und das Buch habe ich gerade nicht hier. Ja, naja gut, aber von den jetzt hier in diesem Podcast beteiligten Personen bist du definitiv der hebräische Experte.

Okay, das heißt, im Prinzip, nur um die Kurve jetzt mal wieder zu kriegen, das heißt, der Punkt, auf den du raus willst, ist ähm das sozusagen Jetzt auch so ein Text, so wie er dann manchmal so von Emotionen entleert. Hier scheint so im Geschriebenen, dass der genau dafür gedacht war, dass man ihn sozusagen im Nachhinein wieder mit Emotionen auffüllt, beziehungsweise dass das zumindest in jener Zeit ohnehin jeder automatisch getan hätte.

Weil der kulturelle, kulturelle Kontext eindeutig ist, sozusagen. Also, wenn die Erzählkraistheorie stimmt und es entstehen die ersten biblischen Geschichten, bevor sie aufgeschrieben werden, in Erzähltraditionen, dann ist das so. Und dann kommen diese Schriften ja aus einer Tradition, die davon lebt, dass sie erzählt wird. Und die Schrift dient nur dazu, dass die Erzählung keine weiteren Veränderungen mehr durchläuft. So. Und ähm

Und ich meine, wie soll denn jemand anders schreiben, als so, wie seine Umgebung spricht? Ja, klar. Du bist ja geprägt von deiner Umwelt. Und das würde ich an der Stelle auf jeden Fall annehmen, an dem Punkt. So, und deswegen ist es einfach wichtig, dass man solche Geschichten, also weil das Deutsch immer so seltsam ist und weil die Sprache immer so komisch ist, ja. Du hast es ja gerade gesagt und wollte seinen Mutwillen mit mir treiben.

So spricht halt heute keiner mehr. Ne, ich weiß auch nicht, ob damals, also ich, ich, also, das ist ja auch schon ein Versuch. Sozusagen eine züchtige Umschreibung dessen, was da passiert, irgendwie zu machen. Also, ich weiß auch nicht, ob damals irgendwie jemand tatsächlich so gesprochen hat, sondern ne, also. Naja, also man muss sich, glaube ich, schon vor Augen führen, dass es eben gewisse Ausdrucksweisen gibt, die wir heute auf eine bestimmte Art und Weise übersetzen.

Ähm, die aber in der in der Zeit der Heiligen Schrift tatsächlich genau so gemeint waren, wie sie da stehen, weil sie eben eine andere Bedeutungsebene haben. Ein schönes Beispiel ist immer das Erkennen, ne? Das also und er erkannte sie, ist ja ein Beispiel für Sex. Und um aber der dahinterstehende Gedanke ist tatsächlich, wenn zwei Leute Sex haben, dann erkennen sie sich auf eine Art und Weise, wie es eben nur diese beiden können.

Ja, das das haben wir haben wir ja sch haben wir ja auch durchaus nochmal besprochen. Das sehe ich anders, aber gut. Das passt machen wir jetzt nicht nochmal auf. Nein, nein, nein, nein. Genau. Und ähm So, also ich will einfach auch nur darauf hinaus, dass eben Umschreibungen auch eine andere Bedeutungsebene eröffnen können.

Darüber können wir diskutieren, aber dass sie eben eine andere Bedeutungsebene haben. Und deswegen wird es ein bisschen holprig an der Stelle. Manche Sachen muss man sich halt eben nochmal neu zusammen puzzeln. Ähm. So, aber weil eben die Sprache so komisch ist, ist es eben auch schwer, daraus einen fließenden Text zu machen, den du gut erzählen kannst. So, ne? Oder den man gut lesen kann. Das liest sich eben nicht runter wie ein Buch. An manchen Stellen ja, an manchen Stellen nicht.

Irgendwann kommen wieder diese von uns so häufig erwähnten Dubletten rein, weil da zwei ähnliche Texte zusammengefasst worden sind. Und dann wird das alles so komisch holprig.

Ja, also genau, also zum Lesen wie ein Roman ist es auch wirklich nicht gedacht. Nee, so. Genau. Also ich frage mich auch manchmal, ob diese Herangehensweise an An diese Texte jetzt, also jetzt auch genau an diesen Textkorpus hier, ob ich den nicht auch abbekommen habe, weil ich s also die, die beiden, also A hatte ich so eine Kinderbibel, weißt du, die äh und es war auch tatsächlich, also wie soll ich sagen, Meine Eltern waren beide nicht so die passionierten Vorleser.

Und und ich wollte aber furchtbar gerne vorgelesen haben. Also ich rede jetzt um so ein Lebensalter wie so Vier, fünf, sechs rum. Meine primäre Motivation in die Schule zu gehen, war auch, dass ich endlich das mit dem Lesen selber erledigen kann, weil ich einfach so einen Geschichtenhunger hatte. Ich brauchte da mehr, die

gab ja kein Spotify und so weiter. Das heißt, was man sich so an Hörspielkassetten so zusammen überspielen konnte, das war ein begrenzter ein begrenzter Korpus an Geschichten und dann stand da aber so ein Bücherregal voller Zeug, was meine Eltern da hatten.

Nur brauchte ich jemanden, der mir das vorlesen kann und mein großer Bruder hatte da keinen Bock drauf und meine Eltern waren da beide nicht so sonderlich gut drin oder hatten da auch nicht so die Energie für und so. Wozu man sie immer gekriegt hat. war so Bibelkram vorlesen. Das ging. Da waren meine Eltern irgendwie religiös genug für, so dafür haben sie eine Ausnahme gemacht, weißt du? Und dann hat sich mein Papa abends mit mir hingesetzt und hat mir aus der Kinderbibel vorgelesen. Und naja,

Viel von den Geschichten kannte ich in und auswendig und fand sie auch nicht so spannend. Also dieser ganze Jesus Zeug, das hatte man ja alles irgendwie, ich war ja auch in so einem katholischen Kindergarten, das hatte man alles irgendwie abgekriegt. Aber dann waren da diese ganzen alttestamentarischen Geschichten drin, wo es ja auch echt gerne mal rund geht, so mit Sex Crime und und vollem Programm und so.

Und da war also gerade diese Josefs Geschichte, ich kann mich daran erinnern, wie mich das schockiert hat, dass die den da in den Brunnen schmeißen und dann als Sklaven verkaufen und so und so. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass das schon in so einen sauberen Erzählbogen gebaut war in dieser Kinderbibel. Und dann hatte ich später...

noch so ein Buch, das war tatsächlich eine Romanfassung, ich weiß den Titel nicht mehr, aber also auf jeden Fall ging es um ab, also der der der Titel war Abschalom. Also das ist ein Sohn von König David, den werden wir auch bestimmt nochmal nochmal abbekommen. Und das waren lauter so Geschichten größten, teils so aus dem Buch der Richter, also wo es ja auch wirklich kriegerisch und also wo die Bibel ja am ehesten Ähnlichkeit mit so klassischen griechischen Heldensagen bekommt.

Ähm und das war so in Romanform gepresst und auch wirklich gut und und und sauber gemacht. Und das habe ich. mit gen mit der gleichen Begeisterung weggelesen, wie ich dann auch so die, die griechischen und römischen sagen und so gelesen habe. Ähm.

Also ja, man kann das schon so bearbeiten, aber aufgrund des religiösen Status dieses Textes macht man es halt nicht so viel, beziehungsweise immer eher so als, also so mit so der vorgehaltenen Begründung, so, naja, so für Kinder und Jugendliche muss man da ja mal so einen Zugang schaffen.

Aber ich wüsste jetzt, also wüsstest du von irgendeiner Fassung, wo sich irgendjemand hinsetzt und sagt, passt mal auf, für Erwachsene nehme ich mir jetzt mal ob nun nur das Alte Testament oder tatsächlich das ganze Ding irgendwie vor und schreibt das in einer Form, die einfach nur versucht, die Geschichte zu erzählen. In irgendeiner sauber lesbaren Form auf. Also, ich wüsste nicht, dass es sowas gibt. Nein, aber die neue Einheitsübersetzung ist ein genau solcher Versuch. Okay

Da muss man nochmal unterscheiden. Also im Judentum Wie lösen die dann dieses Emotionslosigkeitsproblem? Also Moment, Moment, Moment. Also im Im Judentum hast du die Schwierigkeit, das Ding ist eine heilige Schrift, an der nicht mehr verändert werden darf. Also wird ja auch auf Originalhebräisch dann gelesen. Also althebräisch

Und im Koran auch so, ne? Da ist ja eigentlich Übersetzung ist okay, aber es ist halt dann eben nicht die heilige Schrift, die dient nur zu informatorischen Zwecken, so eine Übersetzung. Genau, richtig. Übersicht kriegen oder wie auch immer.

Genau, und ähm, also deswegen, also wenn, wenn ähm eine Tora-Rolle, wenn die irgendwie abgeschrieben wird und du verschreibst dich, darfst du von vorne anfangen und der ganze Sermon, also das ist schon schon, das wird schon sehr, sehr weit hoch aufgehängt, ne, an der Stelle. Das ist im Christentum nicht so. Das glauben immer alle, aber das ist im Christentum nicht so.

Deswegen darf es bei uns auch Diskussionen darüber geben, die natürlich öffentlich im Prinzip keiner führt, weil es nicht so wirklich viele Leute interessiert, aber unter Theologen passiert das schon mal oder unter Pastoralmitarbeitern passiert das.

Ähm, so auch bei uns in der Ausbildung, wurde darüber offen diskutiert, bevorzugt ihr, wenn ihr mit mit euren Zielgruppen arbeitet, da ging es jetzt um Kinder und Jugendliche tatsächlich, lieber eine Fassung, die leichter zu verstehen ist, oder eine, die näher im Originaltext ist. Mhm.

Und es gibt ja beides. Also, Kinderbibeln sind genauso ein Beispiel, ne? Das Ding so glätten, dass es verstehbar und lesbar ist. Und die werden ja auch genutzt zur ähm zur religiösen Erziehung. Bei Erwachsenen sagt man sich, nee, Erwachsenen können wir zutrauen,

Dass sie etwas verarbeiten können, was näher am Originaltext ist und damit komplizierter. Aber die neue Einheitsübersetzung zum Beispiel war genau der Versuch zu gucken, können wir das Ding nicht so übersetzen, dass es in heutiger Sprache besser verstehbar ist. Ist genau das Ding. Und nur um das mal so zu erklären, wir waren

Oh Gott, vor zwei Jahren waren zwei Kolleginnen und ich, wir waren auf einer Einführungsveranstaltung eben zur neuen Einheitsübersetzung. Da haben sich dann also teilweise auch die Professoren, die daran mitgearbeitet haben, hingestellt und erklärt, wie sie das dann dann gemacht haben und wie sie dann damit umgegangen sind, auch mit dem Originaltext.

Und ein Beispiel ist, dass an, ich weiß gar nicht, ob das die komplette neue Einheitsübersetzung durchzieht, aber ein Punkt ist, dass jetzt nicht mehr von Wundern, sondern von Machttaten gesprochen wird. So. Einfach um dem ähm modernen naturwissenschaftlichen Verständnis ähm und der humanistischen Zentrierung der Gesellschaft gerecht zu werden. So.

Ein anderes Beispiel sind die Psalmen. Bei dem Psalm hätte man das auch tun können. Bei dem Psalm hätte man eine andere, modernere Übersetzung wählen können. Hat man an vielen Fällen aber nicht getan. Warum? Weil sie sich dann schlechter singen lassen. Die Psalmen sind ja auch einfach eine andere Textsorte. Ja, aber man hätte sie ja immer noch lyrisch schön übersetzen können. Nur dann lassen sie sich nicht mehr in einen bestimmten musikalischen Takt bringen.

Und dann können Mönche sie schlechter singen, und das ist also tatsächlich für die gregorianische Gesangstradition relativ zentral. Und deswegen hat man das dann so gebaut, dass sich das nach wie vor vernünftig singen lässt und hat also solche Übersetzungsworte genommen an der Stelle. Singen die den Text aus der Einheitsübersetzung? Da wäre ich jetzt ja, da bin ich ja extrem überrascht von. Ich hätte ja gedacht, die singen da ohnehin.

irgendwelche älteren Textfassungen. Also wenn sie Latein singen, singen sie natürlich auch Sektor Winter. Ja. Ja, klar, natürlich. Aber wenn deutsche Texte gesungen werden, Ähm, nee, Moment, ach Quatsch, nee, die singen nicht aus der Bibel, so musst du das sich vorstellen, sondern die ganzen liturgischen Bücher, also die, die in Gottesdiensten eingesetzt werden, werden jetzt auch der neuen Einheitsübersetzung angepasst.

Ah, okay. Und da ist das. Genau, das Lektionar und ähm Das Messbuch, was du dann, äh, ne, also diesen dicken Wälzer, den dann der Priester immer vorne liegen hat und so, was er dann da hat, wird dementsprechend jetzt abgebracht.

Es ist, glaube ich, letzten Winter losgegangen, jetzt also irgendwie Winter 2018, mit dem ersten Lesejahr. Und das wird jetzt sukzessive in den nächsten drei Jahre, wird das jetzt weitergeführt, und dann gibt es da eben auch da neue Texte. Und da ist das wiederum relevant, weil Psalmen in Teilen Bestandteil sind.

Zum Beispiel nach dem, also zwischen den beiden Lesungen, Antwort Psalm, ne? Der wird dann immer gesungen und das ist fester Bestandteil der Liturgie. Okay. Und nur damit ich da jetzt mal so grob verstehe, war Wovon du jetzt genau redest, das ist jetzt also sozusagen ein Phänomen, was jetzt in der katholischen Kirche Deutschland

Oder also im deutschen Teil der katholischen Kirche so abläuft oder im gesamten deutschsprachigen Raum? Also, ist das jetzt was, was ich über den Katholizismus der Bundesrepublik Deutschland erstreckt oder geht das auch nach Österreich und in den deutschsprachigen Teil der Schweiz rüber? Also die Einheitsübersetzung ist eine Übersetzung des gesamten deutschsprachigen Raums. Okay. Und diese Regelung, die da jetzt kommt.

sozusagen, dass diese Messbücher und so weiter, das, das betrifft dann auch sozusagen alle, die irgendwie auf Deutsch einen katholischen Gottesdienst halten, oder wie? Mhm. Hm, okay. Gut, das ist tatsächlich spannend. Also und ich glaube auch, es ist nochmal gut, dass wir hier sozusagen diese ganze Frage von von Metaebene aufgemacht haben und auch nochmal klargemacht haben.

zwischen der Art und Weise, wie ich so einen Text erzähle und dem wir dann sozusagen in auch so in in mit den entsprechenden Versfassungen und so weiter oder Zählungen und so in der Bibel steht. Da gibt es einen erheblichen Unterschied. Ich packe da sowohl irgendwie so, wie soll ich sagen, so plausibilitätsleitende Dinge wie Emotionen hinein.

Also, ne, da fängt eben Potiphars Frau nicht einfach so an an Josef rumzuschrauben, sondern sie findet ihn erstmal toll und fängt dann an, an ihm rumzuschrauben. Also so eine Sorte von erzählerischer Freiheit nehme ich mir da. Ähm, genau das ist also richtig und es ist, glaube ich, auch tatsächlich Auf der Meta-Ebene insofern nochmal spannend: diese ganze Frage von okay, das war offenbar auch von vornherein so gedacht, so erzählt zu werden. Das ist ja auch erstmal gut.

Aber ich würde dann jetzt, glaube ich, trotzdem die Meta-Ebene gerne verlassen wollen und mir mal die Geschichte als solche angucken und was da so Dinge sind, die dir durch den Kopf gehen, wenn es da was gibt, was dir durch den Kopf geht.

Weisheit und Tun-Ergehen-Zusammenhang

Ja, einiges. Ich würde eine Korrektur gerne einbauen. Nicht die Brüder verkaufen Josef, sondern der wird im Brunnen gefunden von Sklavenhändlern. Ja, das habe ich anders in der Richtung. Aber okay, dann ist. Nein, nein, also der wird, der wird tatsächlich, der wird, also die, die senken den in den Brunnen, dann kommen. Ich und Namen, ne? Medita, lass mich mir eben schauen. Ja, also auf jeden Fall so ein Ismailiterstamm ist das im Wesentlichen. Ja, ja, ja. Also Sklavenhändler halt, ne? Und die.

Midianita, so rum. Die kommen und verkaufen Josef nach Ägypten und Benjamin kommt zu dem Brunnen und stellt fest, der ist nicht mehr da. Und er Ruben kommt zu dem Brunnen und stellt fest, er ist nicht mehr da und dann war es das. So, nur um das, um das Ding zu haben. Ja, also für mich ist diese gesamte Erzählung

Ein, also folgt folgt einer einzigen, also im Grunde genommen zwei Botschaften. Nee, ich muss das gerade nochmal korrigieren. Nee, das stimmt nicht, was du da sagst. Das sind die Brüder, die sich das anders überlegen. Also zumindest hier Einheitsübersetzung, da steht dann Da schlug Judah seinen Brüdern vor Was haben wir davon, wenn wir unseren Bruder erschlagen und sein Blut zudecken? verkaufen wir ihn den Ismailitern.

Wir wollen aber nicht Hand an ihn legen, denn er ist doch unser Bruder und unser Verwandter, und seine Brüder waren einverstanden. Medianitische Kaufleute kamen vorbei, da zogen sie Z Josef aus der Zisterne und so weiter. Also da klar kommen auch medianitische Kaufleute vorbei, aber nicht die ziehen ihn aus der Zisterne, sondern die Brüder ziehen ihn aus der Zisterne, weil sie sich weil sie beschließen, ihn doch doch noch mal zu verkaufen. Also

I stand corrected. Gut, da hätte ich mich nämlich gewundert, wenn ich das mir so falsch gemerkt hätte. Alles klar, okay. Ich weiß ja nicht, ob es so relevant. Ich hatte angenommen, dass es tatsächlich möglicherweise relevant ist, aber vielleicht ist es auch einfach nur nicht so wichtig. Ähm, aber du hast vollkommen recht, Entschuldigung, dann habe ich das überlesen. Okay. Ähm. So, ähm, ich glaube, dass das Ganze ähm... Im Prinzip zwei Sachen.

Also diese ganze Erzählung läuft auf zwei Hauptaussagen raus. Das eine ist ich sehe nämlich bisher immer nur eine. Aber ja, mach mal. Das finde ich cool. Also ich glaube, das eine ist das Lob der Weisheit. So es gibt ja im Allen Testament die Tradition der Weisheitsliteratur, die ziemlich genau das ist, wonach sie klingt. Also zur Weisheitsliteratur gehören unter anderem die Bücher der Sprüche. So, ne? Also, einmal das Buch der Weisheit, logischerweise, ähm, Teile der Psalmen und eben aber auch.

Das Buch Sprüche, so, ne? Und Kohallap und äh und Jop und so. Aber ähm So, diese ganze Weisheitsliteratur hat so ein Ding, das ist, wenn du so möchtest, eine Ansammlung aus Sachen, die man so aus dem Leben gelernt hat. So gerade das Buch der Sprüche. Ist einfach so. Was weiß ich, ne? Wenn deine Frau zornig ist, komm nicht nach Hause. Sowas in der Richtung, ne? Oder ist kein Fisch, der schlecht riecht.

So, bau dein Haus nicht auf Sand, sondern bitte auf irgendwie festem Untergrund, sonst wird es halt, sonst sackt es halt ab. Also so grundsätzliche Dinge, die man aus dem Leben mal irgendwie raushören könnte. Und im Grunde genommen geht es darum. Dummheiten oder schlechte Konsequenzen zu vermeiden, die man hätte vorhersehen können. Mhm. Und nichts anderes passierte ja, als als Josef anfängt, diese Träume zu deuten. War da. Also, ja, klar ist das Ganze.

So auch wie du es erzählt hast und so wie es auch in der Geschichte klingt, gibt es in Ägypten erstmal keinen großen Plan. Zur Vorbereitung auf mögliche Hungersnöte oder Dürreperioden. So, das scheint man da irgendwie nicht im Blick zu haben, dass sowas mal passieren könnte. Vielleicht hat man sowas. Es gibt ja offenbar Getreidesilos, aber so in dem unmittelbaren Denken ist das nicht verankert. Das ist aber eine dämliche Einstellung, wenn sowas kann immer mal kommen.

Und was die Geschichte hier tut, ist, sie erzählt: Ja, vielleicht ist es grundsätzlich eine gute Idee, für schlechte Zeiten Rücklagen zu bilden. Das ist einfach immer clever. Ne? So. Und also, das ist eine weisheitliche Tat, die er da beginnen tut, wenn er sagt, bereitet euch mal auf eine Dürrezeit vor. Dass die jetzt genau sieben Jahre dauert, ist eine prophetische Zahl.

Dass sieben fette Jahre kommen, ist auch eine prophetische Zahl. Genau, das sind symbolische Zahlen, das sehe ich auch. Das ist ganz klar, ne? Und dass also eine Zeit kommt, in der in der die fetten Jahre sind, in denen in denen man halt den Überschuss nehmen muss, um für dürre Perioden vorzusorgen. Das ist eine generelle Lebensweisheit, die da vermittelt wird. So Und das hast du auch im

Also so den Rest der Geschichte merkt man das dem Ganzen so ein bisschen an. Sieh mal zu, dass du auf die Zukunft hinbaust und dass du daran aufpasst, auch so ein bisschen. Ich weiß nicht, ob man da Jakobs Angst, seinen jüngsten Sohn zu verlieren, mit reinnehmen kann. Das ist eigentlich mehr ein Trauma, das er dadurch lebt. Aber halt mal lieber Leute zurück.

Von deinen, von deinen ganzen vielen Söhnen, bevor die alle draufgehen, wenn sie sich ins fremde Land begeben, ist vielleicht auch nochmal so eine Aussage. Ist jetzt ein bisschen Ein bisschen dünner das Eis, auf das ich mich da begebe, aber ich finde, das fällt so grundsätzlich da irgendwie rein. Genau, also diesen letzten Punkt, den finde ich gerade extrem spannend. Also, weil der

Der jüngste als Verwalter und Magier

Also ganz am Anfang, als man so den, den, den, die Missgunst zwischen Josef und seinen Brüdern da irgendwie sieht, ne, da so ein Stück weit hängt da ja so ein bisschen, ich hab das ja vor allem so auf dieses, diese Nesthäkchenrolle geschoben.

Aber also es könnte natürlich auch sein, dass es, also das passt zumindest zu deiner Überlegung hier gerade, dass es so ein okay, wir machen das generell, wir lassen nie alle Söhne mit auf so eine Karawane gehen, sondern halten immer einen zurück und zwar den jüngsten. um immer noch so einen Stammhalter am Start zu haben. Und wenn das Josef sozusagen über lange Jahre war,

Dann war der halt sozusagen immer das Weichei, das zu Hause saß, wenn alle anderen los mussten, und dann wird noch so ein Benjamin hinterhergeboren. Und auf einmal muss man das verwöhnte Jüngelchen jetzt doch mit auf Karawane nehmen. Und der hat aber, er ist zwar jetzt 17, aber hat irgendwie nichts gelernt, was man irgendwie normalerweise so langsam gelernt haben muss, weil er über all die Jahre immer der Jüngste war.

Und jetzt geht er uns hier auf den Geist und hält sich für was Besseres. Und so, und irgendwann geht er uns so auf den Sack, dass wir in die Zisterne schmeißen. Also, es wäre noch so eine Überlegung, dass es tatsächlich. So eine Sorte von vielleicht sogar Rollenverteilung ist, weißt du? Es gibt so die, die, die harte arbeitende Herrscher Schicht, so und es gibt die Höflings. Schicht und Josef war eigentlich vorgesehen für den Höflingsteil. So.

Also dass, dass Josef völlig unverdient Lieblingssohn von Jakob ist, ähm, ist total klar. Also, du hast ja vorhin gesagt, dieser, dieser Rock ist in dem Musical, ähm, Ist ein Rock, den er kriegt, ne? Du hast, glaube ich, einen Mantel gesagt, aber. Ja, das mag an dieser Dreamcode-Geschichte liegen. Und ich meine, Rock und Mantel sind ja auch nur in der Gebräuchlichkeit ein relativ austauschbarer Begriff.

Der hat ein Kleidungsstück gekriegt, so ein relativ prunkvolles. Und er ist ja der Einzige, der das kriegt. Also, der ist ganz klar der Lieblingssohn, aber warum? Weswegen? So, was kann er denn? Da gebe ich dir vollkommen recht. Und natürlich sind die Söhne da nicht erfreut drüber. Und übrigens ein Motiv, das ich ja immer wieder. Irgendwo in Geschichten wiederholt. Also der Sohn, dem es gut geht,

ähm, obwohl er nicht der Norm entspricht, also der Norm des hart arbeitenden Sohnes, den man sich so erwartet. Natürlich, mein Josef geht auf, der hütet die Tiere und so, und der ist ja auch nicht ganz blöde. Aber ich meine, wenn wir uns angucken, was kann er denn? Er kann erstens offenbar organisieren, kann er total gut. Etwas, das wahrscheinlich, wenn du zweitjüngster Sohn bist, keiner von dir verlangt und auch niemand zulassen würde, weil du bist zweitjüngster Sohn.

Und das zweite, was er kann, ist, er kann einen göttlichen Dienst vollbringen, er kann nämlich Träume deuten. Das ist halt auch keine Fähigkeit, mit der du irgendwie großartig was anfangen kannst. Ich kann das schon ganz gut nachvollziehen. Also, es gibt noch einen zweiten Grund, warum sie ihn wegen der Träume hassen, aber da komme ich gleich drauf. Nur, also, ich gebe dir da vollkommen recht. Das ist halt. Der ist halt und verdient irgendwie Lieblingssohn.

Und also zumindest in den Augen der Brüder, und das muss Konflikte hervorrufen. Genau, also so so klingt das im Text zunächst mal so, aber also Ich finde zumindest jetzt diese Idee, die sich aus dieser, dieser Überlegung, man hält immer den Jüngsten zurück, weil das macht er ja mit Benjamin auch.

Da ergäbe sich zumindest so eine Idee, dass man tatsächlich so ein. Also wenn man es in so einer Naja, als es selbst in so einer Herrschersöhne-Logik irgendwie baut, es gibt halt die Söhne, die man letztlich irgendwann verheizen kann und es gibt halt irgendwie so den einen, den man zurückhält und der so für höfische Aufgaben vorgesehen ist.

Und dass der dann hinten raus auch gut den Haushalt führen kann, im Sinne von Gutsverwaltung und so weiter, weil der das alles gelernt hat, aber nicht gelernt hat, irgendwie rauszugehen, die Herden zu treiben, zu kämpfen und so weiter, das würde alles zusammenpassen.

Oh, das ist spannend. Also, ne, fil also, vielleicht ist das Also, vielleicht ist das so eine Verschiebung von, eigentlich war dieser Benjamin nicht geplant, und auf einmal muss jemand, der für eine ganz andere Sorte von, ich sag jetzt mal Kastel, vorgesehen war, nämlich so eine Art Verwalter- und Priesterkaste. So, der muss jetzt auf einmal mit in die, in die in die Herden, in den Herdenbereich sozusagen rein, also ins ins operative Geschäft.

Und ist da nicht nur unfähig, sondern obendrein hält er sich auch noch für was Besseres und dann denken die irgendwann, boah, bevor wir den hier irgendwie mit schleppen, eigentlich brauchen wir den noch gar nicht. Und ein Ersatz Jüngster Sohnemann ist ja auch inzwischen geboren, den mogen wir jetzt einfach abthema durch.

Es ist total spannend, das zu überlegen. Das passt so zusammen, aber ich fürchte, wir rennen da gegen eine Wand, wenn wir uns überlegen, dass das immer noch eigentlich eine althergebracht traditionelle beduinische Gesellschaft ist. Ja, das sind vielleicht keine Nomaden mehr, aber es sind sicherlich noch eine hauptsächlich agrargetriebene Gesellschaft, von der wir da reden. Und da übernimmt das Operator, also das, das, das, ähm, dass das Management und so, ne, übernimmt der älteste Sohn.

Also du bildest halt deinen Stammhalter, den ersten und ältesten Sohn, dazu aus, später das operative Geschäft zu leiten. Ja, aber also da musst du mir jetzt nochmal weiterhelfen. Wann geht man davon aus, ist dieser Text entstanden? Wieder im babylonischen Exil? Ist das, sind wir da immer noch? Ho ho ho ho ho ho ho ho. Um...

Wage ich mich jetzt mal nicht aus der aus der aus der Deckung, ehrlich gesagt. Das müsste ich nachgucken. Also bisher hast du bei Genesis meistens immer gesagt, diese ganzen Genesis-Texte sind eigentlich durchgehend im babylonischen Exil entstanden. Also ich weiß jetzt nicht, ob das jetzt hier bei dem hier auch der Fall ist. Aber so oder so kann man ja davon ausgehen, dass sozusagen zumindest der Text, so wie er jetzt hier vorliegt, wiederum.

aus einer Zeit ist, wo, wo man es eben nicht mit einer, mit so einer nomadischen Gesellschaft zu tun hat, sondern wo sich da womöglich durchaus auch was auseinander differenziert haben könnte. Und dann kann man ja diese ganze Geschichte wiederum als so eine Art

Ja, so eine Art Rechtfertigungslehrerzählung irgendwie sehen. Also weißt du, vielleicht hast du da so ne so eine gesellschaftliche Stimmung, weißt du, so eine Art ähm Dass sich gewissermaßen, also der arbeitende Teil der Bevölkerung irgendwie gegen diese den Teil der Bevölkerung, der so administrative und klerikale und repräsentative Aufgaben übernimmt.

irgendwie auflehnt und sagt so, sagt mal, wieso sollen wir eigentlich die ganzen faulen höfischen Gecken hier irgendwie mit durchfüttern, wo doch wir die eigentliche Arbeit machen und so weiter. Und dann wäre natürlich hier so eine Sorte Geschichte von wegen Naja, ist schon ganz praktisch, solche Leute zu haben. Die können einem hinten raus den Arsch retten. Das würde sich natürlich unheimlich eignen, um auch sozusagen die Institution so einer.

Wie soll ich sagen, Priester- und Verwalterkaste irgendwie zu begründen? Es ist, es ist spannend. Es ist, ich will das ja gar nicht vom Tisch wischen. Es ist dir wieder nicht theologisch genug, was ich da. Nee, es nein, das hat gar nicht nein, nein. Ich bin komplett bei

Äh, bei Verankerung in der jeweiligen Zeit, da da hänge ich gerade. So, und bei dem, was wir, was wir quasi in im Exposé vorne angefügt haben, dass diese Texte ja Sinn machen in einer solchen Umgebung. Mhm. So. Und also mir ist mir ist da zu wenig Fleisch dran. Verstehst du? Ja, ja. Aber ich glaube, du musst es trotzdem nochmal.

Also entweder musst du es mich paraphrasieren lassen oder du musst es nochmal paraphrasieren für die Hörer, was du mit zu wenig Fleisch dran meinst. Also du meinst ganz kurz zu wenig Fleisch an meiner Hypothese hier gerade. Ist Leererzählung für Dingens. Why? Weil ich glaube, dass der geschichtliche Zusammenhang und der Logikzusammenhang den Menschen, die diese Geschichte hören, um die Zeit der Schriftwertung der Genesis, Und auch später, dass die halt

wirklich noch in dieser Logik stecken und wissen, ja, der erste Sohn wird Nachfolger des Vaters und der kriegt den Hof und der kriegt die ganzen Rinder und alles. Und dass diese Kastenfrage sich, glaube ich, an der Stelle nicht stellt, Weil das wird halt nicht weitergeführt. Also, ich glaube, ein solcher Bruch, also deine These, auch häufig vorgebrachte These, ist ja, dass hier eben auch gesellschaftliche oder auch

Ich will nicht sagen völkische Umbrüche, das ist das falsche Wort, aber du weißt, was ich meine, ne? Also so, so, so Gesellschaftsschicht entstehende oder auch ähm Untergruppen entstehende Prozesse abgebildet werden. Und ich glaube, das würden wir. als Geschichte präsentiert bekommen, wenn das so wäre.

No? Also ich lasse mich gern darauf einzusagen, ähm wenn zwei Menschen in einen Faustkampf geraten, dann kann man das lesen als einen Konflikt zweier Völker gegeneinander. Als wirklich im Krieg so. Aber hier sehe ich das nicht. Vor allen Dingen, ja, er wird später ja quasi eine Kaste. Wenn er in Ägypten aufsteigt. Stimmt, aber ich glaube, dass der Fokus tatsächlich dieser Geschichte, zumindest hörte sich für mich so an, eher darauf liegt, dass Josef in Ägypten etwas wird.

Weil Gott bei ihm ist, als dass es irgendwie eine Geschichte wäre von dem Aufstieg einer Kaste zu malen in einem völlig anderen Land. Also ich hätte, sonst hätte ich, wenn, wenn, wenn wir deine These verfolgen würden, hätte ich jetzt erwartet, dass beispielsweise Benjamin in die Fußstapfen von Josef folgt. Und das wird nirgendwo erwähnt. Genau, also dementsprechend passt das da an der Stelle auch tatsächlich nicht.

Ich war gerade so dankbar, weil das so ein bisschen eine Lücke zu meinen Überlegungen davor gefüllt hat, als du diese These mit naja, vielleicht äh Vielleicht haben sie immer den jüngsten Sohn zurückbehalten. Ich kann ja mal kurz, was mir davor durch den Kopf gegangen ist. Gerne ist, gerne, gerne. Also, ich hatte überlegt, okay.

Entweder ist das so eine Sorte Geschichte, womit man Die Zeit in Ägypten, die ja wie also ohne jetzt zu weit vorzugreifen, aber wir wir wissen ja, dass die dass die Ägypter irgendwann mal äh, dass die die Israeliten dann mit mit Mose irgendwann gegangen sind und zumindest da die Erzählung so ist, dass das nicht ganz konfliktfrei ablief, als die Israeliten Ägypten wieder verlassen haben. So, das kann man sich ja aus

Wenn man sich den heutigen Flüchtlingsdiskurs hier anhört, kann man sich das ja kaum vorstellen, dass da zum Zeitpunkt X ein großer Strom Flüchtlinge ins Land kommt und man ihn zu Zeit Y nicht wieder gehen lassen will. Das ist ja. So wie das hier so heute abläuft. Egal. Seitenhieb, ähm, Seitenhieb auf die Deppen beendet. Ähm, So, was wollte ich, worauf wollte ich eigentlich raus? Ach so, genau. So

Wenn man jetzt also diese Situation hat, dass man da irgendwie zeigen will, naja, wir kamen da aber auch nicht einfach nur als Bittsteller nach Ägypten, sondern wir haben da schon auch unseren Teil geleistet. Das war so meine erste Idee, dass es so eine Sorte von Erzählung ist. Na, weil dann würde das hier nämlich, das würde total gut passen, so nachmutz. Guck mal, wir sind da hingekommen. Erstmal, einer von uns hat denen überhaupt den Arsch gerettet.

Ja, und zweitens kamen wir dann auch noch und wurden die Arbeiterschicht und so weiter, und also dass wir dann irgendwann wieder gegangen sind, das wird ja wohl ja wohl nur recht und billig sein. Also es war so meine erste Idee, dass es so eine Sorte Geschichte ist. Aber dann habe ich überlegt,

Wir haben bisher viel von diesen Geschichten, die im babylonischen Exil entstanden sind, haben wir in so einer Form gedeutet, dass wir uns gefragt haben, was sind die Themen, die diese Leute, die da im Exil sind, Und sich irgendwie vor allem anhand von Religionen versuchen, ihre Identität als als als Bevölkerungsgruppe zu bewahren und nicht sozusagen einfach in diesen babylonischen Schmelztiegel.

Völkerstaat aufzugehen. So, da haben wir viel in diese Richtung gedeutet. So, wie kann diese Geschichte in diese Richtung gelesen werden? Und da habe ich irgendwie drüber nachgedacht. Und hab überlegt, vielleicht ist es so ein Konflikt zwischen Traditionalisten, die irgendwie sagen, wir müssen, wir müssen versuchen, jegliche Integration in dieses babylonische Reich und die zugehörige Kultur hier vermeiden.

So ähnlich wie das dann ja auch später in vielerlei Hinsicht die Juden in der Diaspora ja auch als Konfliktlinie ausgetragen haben. Da gab es ja auch immer so orthodoxe Traditionalisten, die im Prinzip gesagt haben, wir versuchen uns möglich.

vom Rest der Gesellschaft, in der wir hier gerade leben, ob das nur Polen, Deutschland oder sonst irgendwas war, irgendwie fernzuhalten und unter uns zu bleiben. Und andere, die gesagt haben, nee, wir sind Also das waren dann so traditionell so die säkularen Juden vor allem, die dann irgendwie gesagt haben, nee, wir werden ganz normal Teil der Gesellschaft hier, fertig aus. Und vielleicht ist das so eine Konfliktlinie, die da damals auch schon

Schon lief. Und dann hast du gewissermaßen die einen, die sagen, nee, auf keinen Fall. Und diesen ganzen babylonischen Magie und Priesterzinnober und so weiter, das machen wir alles nicht. So wir haben unseren Gott und fertig und aus. Und an diese ganze Astronomie, Schrägstrich, Astrologie, das war ja damals noch nicht so no ni noch nicht so klar getrennt wie heute.

So an diese ganzen Sachen trauen wir uns ran, das ist alles Hokuspokus und so und in diese Verwaltungsstruktur, da lassen wir uns auch nicht ein und all solche Sachen. Und dann kommt hier so eine Sorte Erzählung hoch. wo jemand, der genau diese... als womöglich babylonisches Teufelszeug abgetanen Kram, der genau diese Fähigkeiten zeigt. Der kann irgendwie Träume deuten, der ist irgendwie ein

Im weitesten Sinne Gelehrter, der kann irgendwie rechnen, der kann Haushaltsführung, der kann irgendwie solche Sachen. Und genau der wird jetzt dann sozusagen hier. Verworfen im wahrsten Sinne des Wortes, gegen den wendet sich der Rest, Und im Nachhinein sind sie total froh drum, dass sie den noch hatten, weil der dann nicht nur ihnen, sondern letztlich der ganzen Region da den Arsch rettet und man diese Leute durchaus. Durchaus braucht. Also, das war so meine Sorte Überlegung. Und dann

Und da kommt jetzt auch der Punkt, den du vorhin gemacht hast, mit diesem Gott ist bei ihm die ganze Zeit. Und dass das, also, dass es möglich ist, diese Sorte Leben zu führen. Auch in einer fremden Gesellschaft und völlig integriert in das Herrschaftssystem einer fremden Macht und so weiter und trotzdem seinen Kontakt zu Gott und seine Identität als

Sohn Israels nicht zu verlieren. Man könnte das als so eine Sorte Geschichte lesen, die dann Im kulturellen Kontext von babylonischem Exil so eine Art Positionierung zu, ach doch, sich so ein bisschen bei den Babyloniern integrieren geht schon, dann verlieren wir trotzdem nicht unsere Identität. Lass ich so stehen. Dagegen kann ich, das möchte ich gar nicht in Abrede stellen, wirklich nicht.

Kennst du nicht oder möchtest du nicht? Du hast jetzt beides gesagt. Ach so, richtig, stimmt. Ich habe auch beides gemeint. Nein. Vielleicht gäbe es ja so eine Situation, dass du gerne möchtest, aber nicht kannst oder so. Das wäre ja blöd. Nein, um Gottes Willen, nein. Ich hab, ähm,

Nee, ich kann das, was du sagst, ergänzen. Ich kann es um irgendwie weitere Dimensionen erweitern, aber ich will das gar nicht, ich möchte es gar nicht irgendwie gegen, weil ich glaube, dass das eine Dimension ist, die da durchaus drin steckt. Ich gebe dir da komplett recht. Also Es gibt nachher noch die Szene, wo Josef mit seinen Brüdern irgendwie isst und wo also klar wird, er setzt sich zu denen, zu den Kananitern, zu den Israeliten und nicht zu seinen Ägyptern.

Und das, was nochmal wieder deutlich macht, er gehört aber zu denen und im Herzen gehört er zu denen. Also, vielleicht ist das nicht das Hauptvergleichung. Ziel des Autoren oder der Autorin gewesen. Vielleicht ist das nicht der Hauptkern dieser Geschichte gewesen.

Aber ich kann mir unglaublich gut vorstellen, dass sie. Entschuldigung, dass ich dich unterbreche. Also was zumindest total gut passt, ist, dass, also das hat mich am Anfang so befremdet, dass diese Traumdeutung, dass das so der Stein des Anstoßes ist.

Also, dass sie ihn deswegen so scheiße finden. Es ist gar nicht so sehr dieses, na, der hat da geträumt, dass wir uns ihm unterwerfen. Was glaubt ihr eigentlich, wer der ist, sondern sie beschimpfen ihn dann so als Träumer die ganze Zeit. Also, das fand ich nochmal. Das kann ich erklären. Also ich will das hätte ich in diesem magischen Kontext gedeutet, so nach dem Motto, eigentlich sind uns diese ganzen Magier und Traundeuter, die sind uns suspekt als

nicht gottesfürchtig oder so. Aber Entschuldigung, ich hab dich, ich hab dich unterbrochen. Nee, nee, alles gut. Also nochmal, ich würde das, ich bin mir sehr sicher oder ich kann mir sehr gut vorstellen, besser Dass man das genauso gedeutet hat. Also seht das Beispiel Josefs auch er, der ja im Prinzip Ägypter war. Ich finde das sehr schön, dass dass der dass der Echse geht, dem ich immer so ein bisschen folge vor unseren Folgen. Mhm.

bevor wir aufnehmen, dass er geschrieben hat, Josef wird ägyptisiert. Auf jeden Fall, es ist ein gut integrierter. Absolut. Und also er wird ja komplett zum Ägypter gemacht. Bis dahin, dass er am Schloss auch noch irgendwie eine ägyptische Familie gründet. Ja, ja, also das ist so der Cem Özdemir der ägyptischen Politikerklasse. Nein. Nein, ist er nicht, weil Cem Özdemir, wenn er dem Beispiel. von Josef Folgenwürde einen deutschen Namen bekäme, sowas wie Max Müller.

Denn Josef kriegt einen neuen Namen. Ne? Ich weiß also da da kommt der Schwabe in mir wieder durch. Also Jem Jem Öztemir lässt gerne mal sein Schwabentun sehr raushängen. Der hat schon in den in den Neunziger Jahren hat er manchmal, also da hat er mal so eine Kampagne mit dem Spätzlistürk gemacht und so. Also ähm

Aber gut. Ja, nein, aber ich gebe dir recht. Also bis auf den Namen, wo ich glaube, dass Josef einfach noch einen Schritt weiter geht, ist das schon sehr, sehr ähnlich. Und die sind also Um Ist er ja kompletter Ägypter und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass man irgendwann in Lehrerzählungen dann hingegangen ist und gesagt hat: guck mal, selbst der, der zum Ägypter wurde, ist im Herzen. Ein Israelit geblieben und vor allen Dingen ein Gläubiger Gottes, ne? Also ein Gläubiger an El.

Der ja noch nicht Ja-W heißt an der Stelle. Und genau. Das mit den Träumen übrigens. In der altorientalischen Welt sind Träume. Botschaften Gottes, die wahr werden. Mhm. Also, was du hier siehst, ist ein ganz alter Trope, um ein Wort zu übernehmen, das ich von dir und Daniel gelernt habe. Nämlich die Self-Fulfilling Prophecy. Also sie Sie er sieht ja im Traum, dass sie sich vor ihm niederwerfen werden.

Und weil sie wissen, dass das ein Traum ist und dass möglicherweise eine wahr werdende Botschaft von Gott ist, werden sie stinksauer, weil sie sich nicht vor ihrem zweitjüngsten Bruder niederwerfen wollen. Was in der Endkonsequenz dazu führt, dass sie sich vor ihm niederwerfen. Ja, genau. Also Schluss tun sie ja genau das.

Ganz kurz, also eine Self-Fulfilling Prophecy kann man dazu sagen, wobei es das so im engeren Sinne nochmal für einen viel profaneren Vorgang gibt, nämlich also als so einen psychologischen Mechanismus von äh da ich nicht glaube, dass ich etwas schaffen kann, prophezeie ich, ich werde scheitern und deswegen werde ich auch scheitern. Also so eine Sorte von, also mit so ganz einfachen Mechanismen wie wenn ich mir es nicht zutraue, dann klappt das auch nicht und so, also äh, so.

Aber das, was du gerade beschrieben hast, das ist ja ein Also auch in sowohl klassischen und antiken Dramen und in jede Menge Mythen ist das jetzt quasi der Effekt, der um Prophezeiungen drumherum passiert. irgendjemand versucht sie zu verhindern und löst sie damit aus oder beziehungsweise schafft damit überhaupt erst die Grundlage, dass sie wahr werden kann. Das ist ja der Dramenstoff schlechthin bis bei Shakespeare, so Macbeth und so weiter ist exakt dasselbe Ding wieder.

Genau. Und das sehen, das sehen wir hier. Und übrigens ein Doppeltraum. Bedeutet, also der Pharao träumt ja zweimal von den fetten und den dürren Jahren. Und ein Doppeltraum ist quasi die Verstärkung. Also, das wird sowas von auf jeden Fall passieren. Ja, Josef träumt ja auch doppelt, ne? Also, der hat ja den Traum mit dem Verneigen, hat er ja auch zweimal. Einmal als Garben und einmal als, was war das andere?

Weiß ich gerade nicht mehr. Ich glaube, die Sterne verneigen sich vor ihm oder so. Ich hab's schon wieder vergessen. Ja, genau. So, also das ist, das ist das. Und deswegen werden die Stingsauer. Mhm. Also, das ist sowohl. Auslöser ihrer Wut als auch literarisches Mittel, um das wahr werden zu lassen, was quasi jetzt schon prophetisch angedeutet ist. Und du brauchst ja diese Dimension des prophetischen Josef, um später zu erklären, warum er so weit aufsteigt. Also

Neben der Tatsache, dass Gott bei ihm ist. Wobei das sehr spannend ist. Also, erst ist diese Traumdeutergeschichte ganz wichtig. Dann kommt eher der Verwalterkram. Und dann kommt auf einmal wieder der, der, der, der Traumdeuter. Also es hat so eine.

Das hat so eine Scherenform. Also, Auslöser des Ganzen ist die Traumdeuterei. Dann wird er ein guter Verwalter bei Potiphar, dann wird er ein guter Verwalter im Knast und das bringt ihm dann wieder den Traumdeuter Job beim Pharao. Also, das ist so eine ganz

Ja gut, aber das kommt ja alles von Gott. Also die Träume kommen von Gott und dass er so gut ist in dem, was er macht, kommt ja alles von Gott. Kommt ja eh alles von Gott. Der hat den ganzen Laden ja geschaffen, ne? So jedes einzelne Atom und so.

Ja, richtig, aber hier ist das sehr spezifischer. Also, um um den Punkt zu Ende zu bringen, den ich den ich vorhin angefangen habe, ähm, ich hab ja gesagt, Lob der Weisheit, darum geht's hier, ne? So sei weise und hör mal auf die schlauen Dinge und hör mal auf die Sachen, die andere schon erfahren haben und Halte mal so die alten Sprüche der alten, der alten Menschen, vornehmlich der alten Männer, in Ehren. Und im Grunde genommen ist die Kernaussage dahinter wiederum

Was du tust, hat Folgen. Also Dinge haben Konsequenzen. Und das ist das Kerngeschäft der Weisheit an der Stelle. Also sei dir bewusst, welche Konsequenzen du auslöst. So, und da sind wir dann beim, das das führt tatsächlich über Ähm zum Dot Desmond. Also tun ergehen zusammenhang, den ich glaube ich auch schon mal genau öfter mal erwähnt habe. Mehrfach.

Genau, und deswegen habe ich mir übrigens als Notiz auch aufgeschrieben, ähm, bei dem, bei der Stelle, wo Josef Ägypter wird und wo die sieben, also wo seine Brüder zu ihm kommen. Und sich vor ihm verneigen, da habe ich bei mir stehen na na na na na. Also das ist. Nee, nee, nee. Ja, auf jeden Fall. Genau, es ist genau das. Ja, also, ähm, Was was was du hier siehst, ist halt d das Leben. passiert und tut mit dir schreckliche Dinge.

Das fand ich sehr großartig, die Stelle mit der Frau, ja, die sich also an ihn heranwirft und ihn unbedingt in sein Bett ziehen will. Und wo das sehr skurrile passiert, was wir, glaube ich, alle. Und ich verein, ich tue damit jetzt etwas, was man eigentlich nicht machen soll, aber ich vereinnahme jetzt mal alle Menschen, die uns zuhören, in dieser gemeinsamen Erfahrung, du willst was Gutes tun und sagen wir mal, nicht mit der Frau deines Chefs schlafen. Ähm.

Und das Gegenteil passiert, also dir passiert als Konsequenz einer guten Intention etwas unglaublich Schlechtes. Weil er mit ihr nicht schlafen wollte, ist er im Gefängnis gelandet. Das fand ich einfach spannend an der Stelle und ist eine. Darüber kann man, glaube ich, nochmal nachdenken, wie das so ist. Ähm, ob das hier eine Bewandtnis hat, aber ich möchte es erstmal so stehen lassen. Ähm, dir passieren Dinge. So, und ähm

Weil Gott bei dir ist, wird aus diesen Dingen etwas Gutes. Also weil du Vertrauen in Gott hast, wird daraus etwas Gutes. was ich behaupte, hier tatsächlich so die Lehrerzählung dahinter ist. So, habe darauf Vertrauen. Und wenn du etwas Schlechtes machst, wird dir etwas Schlechtes passieren, wenn du etwas Gutes tust, Wenn du clever bist und diese Dinge und ne, Vertrauen auf Gott wirfst, dann passiert dir wiederum etwas Gutes. Und das sehen wir ja an Josefs Beispiel.

Genau, also zumindest hier diese Szene mit Potiphars Frau und dann später irgendwie hoher ägyptischer Beamter. Da kann man schon, das kann man als so ein Dings so mit wie hast das Ding tunergien-Zusammenhang? Tunergienzusamushang, genau. Genau, also dass man das auch manchmal so ein bisschen langfristiger betrachten muss. Also, weil so kurzfristig ist ja hier der Tunergenzusammenhang total kacke, ne? Also er hat sich total

äh, ähm, wie sagt man denn, da m moralisch integer verhalten und ist dafür im Knast gelandet. Das ist ja jetzt erstmal nicht das, was man da so haben möchte für so einen Tynergienzusammenhang.

Aber langfristig kriegt es gibt es dann dafür doppelt einen Lohn, nämlich er wird ja sozusagen hier so Bundeskanzler von Ägypten. Das ist ja mal schon ziemlich cool. Das ist schon richtig. Also So wie du jetzt diesen diesen Lob der Weisheitsaspekt beschrieben hast, klingt das ja aber fast eher nach, dass das der erhobene Zeigefinger gegen alle, die sich so verhalten wollen wie die Brüder.

ist und nicht so sehr ein verhaltet euch mal so wie der wie der Josef oder würdest du sagen, das ist eine gleichwertige Behandlung von beiden Aspekten. Ja, ich würde das auf die gleiche Stufe stellen. Warum würdest du das nicht tun? Also, Zumindest, also gerade Potiphars Frau ist so ein schönes Beispiel, weil für sie hat das Ganze überhaupt gar keine Konsequenzen. Also, die, die verhält sich total daneben, ja.

Und also ne, nicht nur, dass sie da irgendwie so den jungen Sklaven ihres Mannes anbaggert in offenbar einer ähm Also zumindest einem gesellschaftlichen Setting, wo das irgendwie nicht so gedacht ist, dass die einfach mit jedem Sklaven ins Bett geht, auf den sie irgendwie Bock hat. Sondern wo es ja offenbar so eine Art monogame, treue Systematik irgendwie gibt. So, also nicht nur das Seiten Josefs.

Ja, aber also warum macht sie denn diese Nummer? Also warum warum also ist sie einfach sauer, weil er sie ablehnt oder hat sie Angst, dass ihr Mann das mitbekommen könnte? Also Weiß ich nicht. Egal. Auf jeden Fall, sie sie verhält sich nicht so nett. Also spätestens an der Stätestens an der Stelle, wo sie ihnen, äh, wo sie ihn anklagt zu Unrechten äh der der Vergewaltigung bezichtet. Also spätestens an der Stelle hat sie ja sozusagen so den Teil, der moralisch einwandfrei ist, verlassen.

So, und im Prinzip davor auch schon, also ich will jetzt gar nicht auf die ehrliche Treue eingehen, die es mir an der Stelle wurscht. Aber zumindest, also es ist ja auch sexuelle Belästigung, die sie da macht. Also er hat ja sozusagen mehrfach irgendwie gesagt: so hier, ich habe da kein Interesse und so, und dann wird sie ja auch durchaus körperlich zudringlich und so.

Also, die ist ja jetzt nicht moralisch integer und für die hat das null Konsequenz. Also daher Also ich würde jetzt nicht sagen, es ist was, wo man irgendwie sagen kann, es ist eine konsequente Verhandlung verschiedener Aspekte des Tunergehen-Zusammenhangs hier, sondern ich würde schon sagen, dass der der Fokus eher auf so einer, ja, wie gesagt, auf so einer Wertigkeit bestimmter Skills äh, liegt, nämlich diesen

Ich nenne es jetzt mal so magischen und Verwaltungsskills, die, die, die Josef da am Start hat. Also weil die sowohl Stein des Anstoßes sind, als dann auch hinten raus sich als äußerst wertvoll erweisen. Naja, es geht halt schon um so Werte wie Familienintegrität, ne? Mhm. Und und ähm

Also geh halt mit deinen Brüdern vernünftig um und. Ja, stimmt. Im Prinzip kommt ja sozusagen über Ruben auch noch so eine Art Belohnungseffekt am Ende dabei rum. Ja, du hast recht. Ja, klar. Ja, stimmt schon. Also das ist. Ich gebe dir vollkommen recht, das ist auf lange Sicht angelegt. Aber auch das ist ja wieder eine weisheitliche Aussage. Also verlier nicht den Mut.

Nur weil es dir gerade mal nicht gut geht, sondern nimm dir ein Beispiel an Josef. Wenn du auf das auf das große Bild guckst, dann ging es ihm am Ende super. Ja, so. Und die Brüder waren halt kurzsichtig. Und die haben halt nicht zurückgelegt. Also offenbar haben die Israeliten ja nicht für sieben dürre Jahre. Die Frage ist ja auch, ob die sieben fette Jahre davor hatten, ne? Also, äh,

Es hatte ja schon auch seinen Grund, dass Ägypten so wohlhabend war da unten in der Ecke. Der Nieder ist einfach schon eine praktische Angelegenheit, nicht wahr? Das stimmt, aber es ist ja anzunehmen, dass es ihnen zumindest nicht schlecht ging. Also Jakob hat ja Besitz. So, er hat ja offenbar auch genug Besitz, um so viele Söhne durchzufüttern. Das muss er auch erstmal alles haben. Und sie haben ja getreidet, dass sie verkaufen können, damit sie nicht, äh nicht hungern.

Also interessant ist es, dass sie das alles besitzen. Und wahrscheinlich, also interessant finde ich, oder zumindest ein bisschen sarkastisch finde ich die These, wenn sie Josef nicht verkauft hätten. Dann hätte er möglicherweise diese Vision nicht für den Pharao gehabt, sondern für sie und ihn wäre es besser gegangen als Ägypten an der Stelle. Mhm. Ne?

So, und das ist so, da lernt man halt auch, also ich sehe sowohl, was du gerade sagtest, die Dimension auf, das ist auf lange Sicht angelegt, als auch der erhobene Zeigefinger. Alles, was die Brüder gemacht haben, ist im Grunde falsch. Wobei sie sich natürlich am Ende ja wieder auf ihre Tugenden besinnen. Also sie werden ja zweimal geprüft.

wie sie mit dem Geld umgehen, wie sie mit dem Getreide umgehen und halten diesen Prüfungen ja stand und werden dann ja auch als Belohnung für diese gute Tat in Ägypten aufgenommen. Mhm. Also das ist schon eine ganz klare ganz klare Botschaft, verhalte dich. Also erstens, deine Handlungen haben Konsequenzen und wie kriegst du es hin, dass du gute Konsequenzen hast? Wenn du folgendermaßen handelst, lob der Weisheit, Lob auf den Tun-Agen-Zusammenhang. Yeah.

Doch, also das das geht ja eigentlich auch, das sind ja auch so zwei Deutungen, die man auch so zusammenlesen kann, ne? Also das, das, das passt ja auch tatsächlich ganz gut zusammen.

Will ich das schon sehen. Ja. Ich hab's so als Protoform dieser Babylonier-Erklärungsansatzes hatte ich tatsächlich noch überlegt, wenn man es tatsächlich versucht, in der Geschichte erklären zu wollen und wieder so diesen Ansatz nimmt, den wir ja auch schon ein paar Mal hatten, nämlich dass jede Person wiederum für eine ganze Gruppe steht. Was ja bei diesen zwölf Stammvätern ja auch durchaus hinhauen würde. Da könnte man es auch noch so lesen.

dass wir hier es nicht sozusagen mit einem Hungersnotereignis, was irgendwie zeitlich relativ begrenzt ist, was dann zu so einer Art Flüchtlingsstrom führt haben, sondern dass wir, wenn wir mal davon ausgehen, dass das so ein schleichender, langer Prozess ist. Und dass da eine Schritt für Schritt Annäherung an Ägypten irgendwie passiert. So, und dann waren wieder so eine Traditionalisten und eher so eine.

wie soll ich das sagen, so Integrationisten Bewegungen irgendwie hat, dann könnte es wiederum sein, dass man, dass man da so eine Situation hat, naja, wir haben hier diese zwölf Stämme Israels, Und die Josef-Fraktion, die sind für einen engen Kontakt zu Ägypten, die haben da auch eine weitgehende kulturelle Vermischung schon, die sind schon stark, wie hat dein Exeged das beschrieben, ägyptisiert?

Und und so weiter. Und die lassen sich da aber auch auf Sachen ein, wie hier irgendwie diesen ganzen Magiekram, den die Ägypter da machen.

und so und das schmeckt uns eigentlich, also uns Tradition Traditionalisten wiederum nicht so sehr und dann w verstoßen wir die irgendwie womöglich, gibt es so eine Art bürgerkriegsartige Scharmützel und so weiter und so weiter und dann irgendwann stellt man fest, oha, wir sind aber wirklich jetzt dann doch stark von den Ägyptern abhängig und äh müssen da tatsächlich sozusagen um Unterstützung bitten und werden dann da irgendwie ins Reich integriert.

Also, das wäre natürlich auch noch, also das war so eine so eine Protoform von dieser Überlegung mit Babylon, dann, dass man es auch als als so eine Geschichte beschreiben könnte einer einer schrittweisen Annäherung an die ägyptische Kultur mit Berührungsängsten, Abgrenzungsmechanismen und so weiter. die dann über diese Figur des Josef als eine, naja, hinten raus war es doch gut, dass wir da diese Leute hatten, die sich den Ägyptern ein wenig geöffnet haben. Darüber habe ich auch nachgedacht.

War mir aber nicht sicher, also ich bin nicht weit gekommen. Ein Gedanke, ich hätte nur einen ganz kurzen an der Stelle, und zwar, wenn Josef für einen ganzen Volksabschnitt steht, so eine ganze Bevölkerungsgruppe. Dann ist die Erzählung darüber, dass er in den Brunnen geworfen wird, eine sehr bunt ausgefaltete Form von Exil.

Also, was ich mir aufgeschrieben habe, war okay, sie bringen ihn nicht um. Das heißt also, die anderen Stämme Israels haben beschlossen, dass sie kein Genozid an diesem Stamm Israels begehen wollen. Okay.

Aber weiter bin ich nicht gekommen, weil ich nicht ganz verstanden habe, was dann also ist eine ganze Bevölkerungsgruppe deportiert worden durch Menschenhändler oder was muss ich mir da jetzt überlegen? Ja, also das weiß ich tatsächlich auch nicht so genau, wofür das steht. Also Also wenn man erstmal also erstmal kann man festhalten, dass Teile dieser Ägyptisierung

Zumindest schon passiert sind, bevor die Geschichte hier losgeht. Also ein Traumdeuter ist Josef ja schon vorher. Und das erweckt ja auch schon vorher Unwillen. Und Tatsächlich, also zumindest bilde ich mir ein, das irgendwie mal so kapiert zu haben, dass diese Traumdeuterei durchaus als als ein magischer Akt galt, der unter den den zumindest o or orthodox, orthodoxen Israeliten sozusagen eher als einen

Wie soll ich sagen, als ein des Heidentums Verdächtiger, eine des Heidentumsverdächtiger Praxis galt. Und daher Sieht mir das alles also schon so danach aus, als sei sozusagen dieser Ägyptisierungsvorgang oder was Je nachdem, vielleicht Babylonisierungsvorgang, je nachdem, wie man es deutet, der ist hier also schon angelegt, lange bevor die Zisterne und die Sklaverei da irgendwie kommt.

Warum dann die Zisterne, weiß ich auch nicht so recht. Ich bin mir auf jeden Fall ziemlich sicher, dass niemand tatsächlich in die Zisterne geworfen worden ist. Weil, mal ehrlich, so bescheuert bist du doch nicht. Also in einer Gegend, in der Wasser eine knappe Ressource ist, da schmeißt du doch niemanden in die Zisterne und lässt ihn da verrecken. So, das ist es einfach nicht schlau. So, dann hast du da eine verwesende Leiche da unten in der Zisterne liegen, das ist keine gute Idee.

Also vielleicht haben sie ihn auch deswegen rausgeholt und ihn dann doch als Sklaven drauf, als biologic klar. Warte mal, wir müssen ja auf dem Rückweg müssen auf dem Rückweg müssen wir irgendwo was trinken. Das ist nicht gut, wenn da der Bruder verwehst. Das ist vielleicht keine schlaue Idee. Also.

Also ich bin da das erste Mal drüber gestorben, als ich dachte, Moment mal, das sind doch wieder zwei Geschichten hier. Erst schmeißen sie ihn in die Zisterne und dann verkaufen sie ihn als Sklaven und dann haben sie zwischendurch festgestellt, oh, das widerspricht sich irgendwie. Naja, einfache Lösung, wir holen ihn da wieder raus.

So, okay, ich dachte erst, es ist so ein Zwei-Geschichten-Phänomen. Aber ehrlich gesagt, also wenn es tatsächlich eine Fassung dieser Geschichte gibt, wo sie ihn erstmal nur in die Zisterne geschmissen haben, äh. Dann ist das eine scheiß Geschichte. Also, ich kann mir nicht vorstellen, dass da jemand wirklich Indizister hat, sondern das muss für irgendwas stehen. Ich habe aber nicht so recht verstanden, wofür vielleicht ist das wieder so ein.

So ein Übersetzungs- und Weitererzählungsding, da könnte jetzt sozusagen so ein Hebrä Hebräisch-Crack wieder helfen, so im Sinne von, vielleicht gibt es da irgendwelche verwandten Worte, die da irgendwie was anderes sein könnten, oder whatever. Vielleicht ist es auch irgendwie einfach ein Loch und keine Zisterne oder ich keine Ahnung.

Langer Rede, kurzer Sinn, wenn man es so deutet, dass das hier die Geschichte einer, wie soll ich sagen, Legitimierung, einer schrittweisen Ägyptisierung der gesamten Kultur ist. bei der ein Stamm, nämlich der dieser Josef-Stamm, sozusagen so die Vorreiterrolle gespielt hat.

Dann wäre sozusagen, also dann könnte man entweder die Zisterne und die Sklaverei tatsächlich einfach als Geschichtenelemente in dieser Erzählung darüber abtun und sagen, naja, aber mit dem ganzen Volksstamm ist das natürlich nicht passiert. oder es sind tatsächlich schlicht Bilder für hier eine Zeit lang gab es Repressalien, welcher Art auch immer, nämlich Einkerkerung und als Sklavenverkaufung. Also ähvverkaufung ist kein Wort, aber auf jeden Fall Freiheitsberaubung.

die, die mit diesen Leuten irgendwie passiert ist, die am Anfang schon gesagt haben, hier, lasst uns irgendwie uns mehr ägyptisieren und die dann im Nachhinein Recht behalten haben. Also so könnte man es irgendwie. Deuten, dass es einfach beides Metaphern für diesen diesen frühen

Ägypten-Sympathisanten wurde am Anfang die Freiheit entzogen. Also gegen die ist man mit staatlichen Repressalien vorgegangen. Weißt du, so ein bisschen so ähnlich wie wie im Kalten Krieg, weißt du, so Berufsverbote für Sympathisanten mit der gegenüberliegenden Seite, ob nur McCarthy oder auch hier in Deutschland so nach dem Motto, ja guck mal, der will doch hier mit den Kommunisten paktieren, den sperren wir jetzt erstmal ein.

Spannungsbogen

Vielleicht ist es ja ein Bild, ähm, also vielleicht ist es tatsächlich Wirklich nur ein Bild für etwas, das ganz, ganz schrecklich war. Mhm. Und vielleicht hast du ja recht. Also möglicherweise gab es so ein Schmeiß mal nix in eine Zisterne gesetzt und umgeschriebenes, verstehst du? Also keine Tiere, kein Laub, keine Früchte nicht. Schon gar keine Toten oder Gefangene macht man nicht, ne? So.

Und vielleicht ist das tatsächlich ein Bild gewesen, für den war der Bruder so egal, die haben ihn sogar in die Sisterne geschmissen. Verstehst du? Dass man nochmal so die Niedertracht unterstreichen wollte. Ja, und dann wird er ja auch noch verkauft. Das ist ja irgendwie so zwei Schläge auf einen. Ist jetzt ein Longshot. Ich hab, also

weiß ich auch nicht, ob das Zisternbild nochmal eine große Bedeutung besitzt oder einfach nur füge hier schrecklichen Ort ein, ne? So, weil es keinen Sinn macht, dass sie ein Gefängnis haben in dem, in dem Kontext. Ja. Also ne? Also was ich erstmal auffällig finde noch, dass das da am Anfang Also wir haben ja ohnehin schon so klassisches Dramenmaterial hier festgestellt, ne? So. Aber tatsächlich, diese Szene da am Anfang, nämlich diese missglückte Rettung von Ruben. Oder durchruben.

Die funktioniert tatsächlich wie so ein Bilderbuchartiger Spannungsbogen in so einem klassischen Drama. Da hast du ja eigentlich immer diese Geschichte, dass dann sozusagen kurz vor knapp. Nochmal so eine Hoffnung auftaucht, wo man denkt, oh, es könnte doch noch gut gehen, und dann kommt aber abschließend, oh nee, geht nicht gut. Und Um so eine Sorte Geschichte zu bauen, dass man die ganze Zeit noch denkt, oh, es könnte sein, dass der doch noch aus diesem Loch gerettet wird.

So, da passt das zumindest. Du hast diesen Ruben, der die ganze Zeit dagegen redet und der sich dann nur deshalb breitschlagen lässt, da jetzt nicht dagegen zu gehen, weil er im Hinterkopf schon längst den Rettungsplan gefasst hat und so weiter und dann

Ähm, trennt er sich vom Rest, kommt da wieder hin, will den Bruder befreien und in der Zwischenzeit haben die sich dann aber anders überlegt und haben ihn inzwischen aus der Grube gezogen und als Sklaven befreit. Verkaufen wir jetzt, ist doch alles schlimm. Das hat fast so eine so eine Struktur wie so ein Spannungsbogen in einem klassischen Drama.

Und also vielleicht dient es auch tatsächlich nur dazu, dass man deshalb da diese zwei Figuren... einmal Grube, Zisterne und einmal Sklave, äh, Sklavenhalter irgendwie brauchte, damit man sozusagen diese missglückte Rettungsaktion von Ruben da irgendwie einbauen kann. Die man ja auch so ein Stück weit später nochmal braucht, weil Ruben da ja nochmal als Als derjenige, der sein eigenes Leben für Benjamin verpfändet und so weiter, also der dann ja so der

Der Aufrechte unter den älteren Brüdern ist so. Also w f also vielleicht ist dieser ganze unsinnige Kniff mit der Zisterne nur deshalb da, damit man einmal Ruben schon am Anfang als aufrechten Kerl dastehen lassen kann und Dabaton trotzdem erklären kann, wie es dann trotzdem dazu kam, dass Josef verkauft wurde. So, weil sich das alles so verwickelt hat, dass der zwar helfen wollte, aber dann zu spät kam. Weiß er nicht.

Ja, lass ich so stehe. Also, ja, dem stimme ich erstmal zu. Verzeihen, ich war gerade ganz kurz noch bei einer Kommentar, ähm, Kann es sein, dass die Zisterne trocken ist? Ja, warum denn nicht? Also im im Text steht da glaube ich nichts zu. Also, da wird jetzt nicht nochmal spezifisch gesagt, ah, war eine trockengelegte oder ausgetrocknete Zisterne, sondern das ist einfach nur von einer Zisterne, beziehungsweise ich habe aus meiner

Wie gesagt, Kinderbibel gehärteten Erfahrungen. Da habe ich ein Brunnen tatsächlich im Ohr, aber ja, hier steht Zisterne. Okay, Verzeihung, ich habe gerade versucht, zwei Sachen glattzeitlich zu denken. Ich muss das lassen. Nein, aber ich gebe dir vollkommen recht, aber das ist ja das, was immer wieder passiert, dass du die Diese, diese, diese dass die Tropes sich halt alle wiederholen, ja, und dass du im Grunde genommen ja auch

Egal, ob jetzt aus der altorientalischen Welt oder aus der griechischen Welt, dass du diese Versatzstücke immer wieder findest. Von daher, ja, ja, das ist schon in der Tat sehr, sehr klassisch. Das ist wahr. Übrigens, ein zweites Motiv, das wir noch gar nicht angesprochen haben, ist ein messianisches.

Proto-Messias

Ja, das... kriegt man immer mal wieder zu hören, dass Josef so eine Art Proto-Jesus ist. Ja, und ich, äh, darf ich mal kurz den Bogen schildern, wie man dazu kommt? Ja, also ich kann es nämlich nie so recht nachvollziehen, aber mach mal. Ja, und zwar, wir hatten ja ganz kurz darüber gesprochen, dass er der Zweitgeborene ist, ne? Der Vorletztgeborene. Äh, der, der, der, Quatsch, der Zweitletzte, so rum, genau, ist. Er ist zwar der So, was steht denn hier? So, Moment.

So. In der Reihenfolge der Geburt der Jakob Söhne war Josef der Vorletzte, nur Benjamin war nach ihm geboren. Er war nach ihm geboren. Aber er war eben der Erstgeborene von Jakobs Lieblingsfrau Rahel. Die Brüder jedoch hatten offensichtlich unter sich eine andere Hierarchie, wie die Erzählung subtil andeutet. Vers 2 lautet eigentlich. Er ward Bediensteter oder Laufbursche bei den Söhnen Bilhas und Silpas.

bei den beiden Nebenfrauen Jakobs. Das heißt, in der Hierarchie der Brüder war er auf der untersten Stufe, dass dieser kleine Bursche, der obendrein im Vater alles erzählte, von diesem Allen anderen Söhnen vorgezogen wurde, machte ihn bei diesen verständlicherweise verhasst. So, und jetzt wird dieser ganz, ganz kleine, also vom Tellerwäscher zum Millionär.

Dieser ganz Kleine, der der Letzte unter den Letzten ist, der wird später der große Retter seines Volkes. Und das ist ein messianisches Motiv. Ich weiß nicht, ob ich das nochmal erzählen muss. Die Idee des Messias kommt nicht erst mit Jesus auf, sondern die ist ganz alt. Der Retter seines Volkes. Der von Gott gesandte Retter. Und das ist hier ein messianisches Motiv an der Stelle, das da so seine Anfänge nimmt. Ist das eigentlich, wo ich das so gerade so recht überlege?

Also, weil als du gerade Gesandte gesagt hast, habe ich erwartet, dass Gesalbte kommt, weil ich irgendwann mal so im Hinterkopf habe, dass das die wörtliche Übersetzung dieses Wort Messias ist. Ist das richtig, was ich da im Kopf habe? Ja, ist richtig. Und wenn ich es weiterhin richtig im Kopf habe, wurden Könige gesalbt, richtig? Auch das ist richtig, und Priester. Und Priester. Und als sie noch keinen König hatten, dieses Richteramt da, also so die Glions und so weiter, wurden die auch gesagt.

Ich meine ja. Ach, das müsste ich jetzt nochmal nachlesen, aber ich meine ja. Also weil dann es würde dann ja so eine ganz weltliche Deutung für diesen Messias. Titel ja auch noch so geben, dass man sagt, naja, immer wenn man jemanden hat, dem man sozusagen jetzt die Verantwortung für das Für das Geschick des der Bevölkerung hier in die Hand legt. Und immer wenn man den sozusagen einmal so

In die Amtseinweihung gibt und den Salbt, so dann ist das halt jetzt unser nächster Messias hier. Und das dann erst später so eine Wandlung zu so einem metaf metaphysischen Messias durchmacht, wie wir ihn dann irgendwie bei Jesus haben, der dann ja eben keine. keine weltliche Herrschaft übernimmt oder keine weltliche Anführerschaft übernimmt, sehr zum Leidwesen mancher seiner Mitstreiter, aber äh

Ja, das ist ja eine, das ist ja eine Hinterrücks, das ist ja eine nachträgliche Deutung. Also möglicherweise, ja, ja, also die sind ja, das hast du ja vollkommen recht, die sind ja alle völlig enttäuscht, dass Jesus das eben nicht geworden ist. Die haben ja tatsächlich damit gerechnet, der Messias sei ein Herrscher. In vielen Fällen. Und dann stellt er sich da hin und sagt: Mein Reich ist nicht von dieser Welt oder so. Genau. Ja, ja, klar. And alle sind oh.

Oh that's that's rather disappointing. That's a bit unfortunate. We had quite other plans indeed. Would you reconsider, sir? Yeah. Um Vielleicht ist das auch so ein Ding, was mitschwingt, kann ich mir gut vorstellen, wenn du einen König salbst. Mhm. Dass er mit seinem Volk halt so gerecht umgeht, dass er dessen Retter ist. Ja.

Sag mal, und ich habe gerade noch eine doofe Frage. Ich hab, aber vielleicht ist das jetzt auch irgendwie Kinderkram, den ich da im Kopf habe. Ich hatte es aus, wie gesagt, Kindheitszeiten in Erinnerung, dass sozusagen.

Stämme

Im Prinzip sozusagen alle von den zwölf Brüdern Stammvater eines der Stämme werden, aber Josef nicht. Und das ergibt dann ja aber keinen Sinn, wenn man zwölf Stämme. Also gibt es einen Stamm Josef? Das ist eine ausgezeichnete Frage. Also, na klar, dass es irgendwie Judah und so weiter gibt, das ist mir klar, aber und ein Stamm Benjamin und so weiter?

Ähm, ähm, er muss Stammvater sein. Ich habe jetzt hier gerade tatsächlich Bei w ich bin jetzt auf diesem Wikipedia-Artikel zu zwölf Stämme Israels, da gibt es eine Aufteilung von Siedlungsgebieten. Lustigerweise ist die Überschrift der Karte, die hier steht, die Aufteilung des Landes unter die zwölf Stämme. Das ist wohl so eine Siedlungsgebiete in Kanaan. Und wenn man dann diese Gebiete hier mal zählt, dann ist das eins, zwei, drei, vier, fünf, sieben, neun, elf.

Und da gibt es tatsächlich keinen Josef hier. Oh Gott, das müsste ich nachgucken. Das muss ich aber nochmal antun. Moment. Aber wieso komme ich denn dann trotzdem hier auf zwölf? Also entweder zähle ich irgendwas doppelt, Also ich habe hier folgende zwölf Stämme. Tatsächlich sämtliche Namen, ne? Also Ruben, Simeon, Levi, Judah, Dan, Naftali, Gard, Ascher, Isacha, Sebulon, Josef,

Unter denen auch Ephraim und Manasse fallen. Aha. Aha, aha, aha. Also, weil hier, also Ephraim und Manasse sind hier angegeben bei den Siedlungsgebieten. لكن يجب أن يجب أن يجب أن يجب أن يجب أن يجب أن يجب أن يجب أن يجب أن يجب أن يجب أن يجب أن يجب أن يجب أن يجب أن يجب أن يجب أن يجب أن يجب أن يجب أن يجب أن يجب أن يجب Ah, okay. Ah ja. Spannend. Also, das heißt, man hat hier hinten raus sozusagen so de facto zwar zwölf Stämme.

Aber der eine, nämlich der Levi, der taucht nicht auf. Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, sind die Leviten dann ja auch so eine Art Priesterkaste später geworden, richtig? Ja, richtig. Und dessen Platz wird dann sozusagen von wie wie wie jetzt auch immer da dieses Ephraim und Manasseh dazukommen, sind das Söhne von Josef? Vermutlich, ne?

So würde ich das sehen. Ich bin, wie gesagt, bei Familienzugehörigkeiten immer auf Übersichtstafeln angewiesen. Manasse und Ephraim sind Söhne von Josef. Das heißt Also, die Leviten kriegen kein eigenes Siedlungsgebiet und dafür sozusagen bekommen die Söhne von Josef sogar zwei, die auch recht groß sind. Also ich würde sagen, Judah und Manasseh sind so ungefähr dieselbe Größenordnung. Das kann man schlecht einschätzen.

Aber das werden wir ja wahrscheinlich noch später sehen, wie das genau weitergeht in den nächsten Jahren. Ja, ich habe da auch nicht mehr so viel Erinnerung dran. Also ich kann mich noch so an die Reichsteilung und so weiter erinnern, aber wie das jetzt mit den Stämmen weitergeht. Ja, aber interessant. Das aber mit den Leviten, da stolper ich gerade nochmal drüber.

weil meine ganze, diese ganze Babylonier-These und so weiter, die ich da vorhin gebaut habe, ne, und auch die, die Josef als Speerspitze, also die Josephiten sozusagen als Speerspitze der Ägyptisierung, ähm, Das würde ja alles sehr darauf hindeuten, dass dann sozusagen so eine Art Priester- und Verwalterkaste... eher sozusagen so unter den Josephiten entsteht. Und das passiert ja aber nicht, sondern es werden ja eher die Leviten, die so eine Priester und Verwalterfunktion übernehmen hinten raus.

Also die ja dann ja auch so Gesetzeshüter werden, ne? Also dieses Levitenlesen kommt ja genau daher, oder? Diese, diese Levitha. Genau, ja, ja. Leviticus is holding. Ne, das Buch der Gesetze an der Stelle auch. Achso, das heißt, das kommt gar nicht von den Leviten, sondern vom Buch Leviticus. Dann habe ich das wiederum falsch gesagt. Okay. Aber also das müsste man sich dann echt nochmal angucken.

Ähm, also entweder ist dann meine Überlegung, die wir da gerade angestellt haben, mit irgendwie, naja, vielleicht sind die steht Josef hier für so eine ägyptisierte Priesterkaste.

Also entweder ist die Quark oder es setzt sich dann tatsächlich später dann doch sozusagen so eine Art traditionalistische Ebene durch, bei der dann eben genau diese ägyptisierten, babylonisierten, je nachdem in welchem Setting man es so denkt, die diese auf Integration setzenden Leute sich dann eben dann doch nicht durchsetzen. sondern eher die traditionalistischen, orthodoxen, die dann eher dann so den, den, den, den Priesterkastenjob übernehmen.

Sag das nochmal. Ich glaube, ich habe aber auch wirklich extrem unzusammenhängendes Zeug vor mich hingebrabbelt gebrabbelt. Also pass auf. Ähm. Was ich da vorhin sagte, mit irgendwie Okay, Josef steht für eine Gruppe der Bevölkerung, die eine Integration in eine andere Gesellschaft, ob das jetzt nur Ägypter oder Babylonier sind, sei mal dahingestellt. Irgendwie ähm bef vorschlagen.

Und die stehen gegenüber einer traditionalistischeren Gruppe und die sagen, das ist nicht okay, was ihr da macht, weil das ist nicht mehr hundertprozentig gottesfürchtig. Das ist ja sozusagen die These, mit der ich da vorhin unterwegs war. Okay, und ich habe jetzt gerade überlegt, wenn die stimmt, dann müssten doch eigentlich sozusagen die

Josefs so die Priester geworden sein. Aber das könnte natürlich Quatsch sein, sondern eher so, nee, gerade die sind nicht die Priester geworden, sondern später haben sich die Traditionalisten durchgesetzt. So eben, an der Stelle bin ich nämlich ausgehakt, weil das macht auch Sinn. Ich darf mal kurz einen Satz zitieren. Im ersten Buch Mose ist Levi der dritte Sohn Leas und Jakobs. Seine Nachkommen wurden nach Deutonomium 18.1.

bis acht allein zum Tempeldienst für alle Israeliten erwählt. Als einziger der Stämme Israels erhalten sie keinen Landbesitz. Stattdessen standen ihnen die Tempelabgaben. Stattdessen standen ihnen die Tempelabgaben zu. Das ist schon auch nochmal eine schräge Nummer, die die da damals gebaut haben, ne? Dass da so ein, also, das ist natürlich Wahrscheinlich nicht so gelaufen. Das ist ja nicht wirklich ein Bevölkerungsstamm, aber dass da sozusagen dann so man im Nachhinein die

die, die, die, den Klerus gewissermaßen zu einem eigenen Stamm deklariert. Das ist schon spannend. Ja, das ist ein bisschen wie ein Stamm, ne? Ja, als Stand haut das ja auch hin, aber dass sie es sozusagen als ein, als, ja letztlich als ein Clan organisieren, das ist schon, ich finde das schon spannend. Aber vielleicht ist das auch einfach, wenn man aus so einer.

Tradition kommt, wie ich und immer so das Gefühl habe, eigentlich haben Geistliche irgendwie und Sexualität nichts miteinander zu tun. Das mag meine katholische Urprägung gewesen sein, die da irgendwie zuschlägt. So, dass ich da diesen ganzen, diese ganze Idee, eine Familie von Priestern, dass die mir irgendwie.

auf den ersten Blick als unsinnig erscheint. Also nach jüdischer Tradition haben wir den Auftrag, uns zu vermehren. Ja, ja, sicher. Ich meine, die Rabbiner, im Gegenteil, die wurden ja gerne mal Komisch angeguckt, wenn die keine Kinder hatten. Da hat man ja irgendwas nicht richtig gemacht. Ist schon klar. Das ist ja auch sinnvoll so. Ich meine sogar, dass ich das bis heute davon abhalten kann, Rabbi zu werden. Wenn du keine Kinder hast.

Also du musst erst Kinder haben und dann kannst du Rabbiner werden. Ich will mich da, wie gesagt, ich weiß das nicht ganz hundertprozentig, aber letztendlich wirst du ja Durchläufst du ja auch eine Ausbildung und so, ne? Und dann bist du ja irgendwann zum Rabbi, also zum Leiter einer Gemeinde, ernannt. Und es kann sein.

Dass dich das tatsächlich davon abhält, weil man sich fragt, na? Ja. Warum denn nicht? Du musst doch Vorbild sein. Also du brauchst halt Vorbildfunktion erfüllen an der Stelle. Und du sollst fruchtbar sein und dich vermehren. Erster Auftrag an die Menschen im in der Genesis und Das musst du schon irgendwie hinkriegen. Ja. Wo wir gerade bei Sex sind, würde ich einmal noch kurz auf Potiphars Frau eingehen wollen. In zweierlei Hinsicht. Also zum einen finde ich, also wie soll ich sagen?

Potifars Frau in Kultur

Kaum eine unwichtige Nebenfigur in einer Geschichte ist so stark von Kunst und Kultur rezipiert worden wie Potiphars Frau. Also es gibt derartig viel Gemälde und sonst irgendwas über sie. Und das finde ich einfach ein, ja, es ist total lustig. So, das ist, glaube ich, mit, also es glaube ich, die Erklärung ist ganz einfach. So. Gerade erotische Darstellungen waren ja in weiten Teilen, insbesondere im christlichen Kulturraum in der Geschichte.

Problematisch. Man konnte nicht einfach so irgendwie, ne, also man konnte keine erotische Malerei irgendwie abliefern, weil galt als nicht. Nicht sittlich, sondern sündhaft. Was anderes war es, wenn man irgendwie religiöse Motive gemalt hat. Das war erlaubt. Und ne, also die ganz, also insbesondere ganz viel so Nacktheitsdarstellungen und so weiter, sind dann ja gerne mal irgendwie als biblische oder oder ähnliche sakrale Gemälde getarnt worden.

Und da eignete sich Potiphars Frau natürlich insofern, als dass es nicht nur eine Frau ist, die man mal nackt darstellen kann, sondern obendrein eine lüsterne Frau, also eine Frau, die sich Die sich lüstern verhält, also da konnte man an pornografische Grenzgebiete vordringen und immer noch behaupten, ja, ich habe doch nur eine Szene aus der Bibel gemalt, was wollt ihr denn von mir?

Also, das ist zumindest meine Theorie, warum diese völlig unwichtige Randfigur hier einen derartigen kulturellen Impact hat. Und da also und das das also es gibt zum Beispiel so einen ganz berühmten Rennbrand, äh, Rembrandt-Kupferstich. Potifars Frau. Wo, also der ist für damalige Verhältnisse extrem explizit. Also ich meine, Rembrandt hat ja durchaus viele nackte Frauen gemalt, so, aber eine Vulva ist äußerst selten zu sehen. Und in diesem Kupferstich schon.

So, also da wird es doch deutlich deutlich expliziter und so weiter. Also da kann man sich auch gut mal bei also wenn man bei Wikimedia, das ist ja sozusagen die Treibergrundlage der Wikipedia und die haben eben diese Wikimedia Commons, wo die ganzen Bilddateien, die in irgendwelchen Wikimedia-Projekten genutzt werden, sind, die da sozusagen verdaten bankt und verschlagwortet und so weiter.

Und wenn man da mal sozusagen in der in der Bildersuche Potiphars Frau, also äh, entweder mit F oder mit PH geschrieben hinten. Wenn man das da mal suchen geht, äh, ähm, am besten irgendwie nochmal auf Englisch oder in verschiedenen Sprachen, da findest du derartig viel Kunst über, über diese Szene, wo sie da dem Josef nachstellt. Das ist, ähm, Das ist also fand ich einfach mal witzig. So, aber eigentlich wollte ich auf was anderes raus, nämlich auf diese seltsame Namensgleichheit.

Potifar und Potifera

Und zwar ist er da ja also am Anfang bei einem hohen ägyptischen Würdenträger namens Potiphar, dessen Frau ihn dann nachverhält und bla bla bla. Und dann später, als er dann sozusagen diesen, diesen, die ägyptische Staatsbürgerschaft bekommt und dann ja auch, das habe ich ja vorhin unterschlagen, das hast du dann erst nachgeliefert. auch tatsächlich einen ägyptischen Namen bekommt und da im Prinzip eine Familie gründet und so weiter.

Da kriegt er dann ja die Frau eines hohen ägyptischen Würdenträgers, nämlich um genau zu sein, eines Priesters. Also die, nee, die Tochter von dem kriegt er zur Frau. Und der heißt Potifera, was ja nun eine erstaunliche Namensgleichheit ist. Und da wollte ich mal wissen, also A, was so deine Assoziation. dazu ist und ob es da irgendwie eine Lehrmeinung zu gibt, was diese Namensähnlichkeit dieser beiden Figuren auf sich hat. Nein.

Der Meinung gibt es nicht. Du hast zu beiden meinen Nein gesagt. Okay, alles klar. Also es ist durchaus der, also grundsätzlich, wenn Namen ähnlich sind, kann es sein, dass sie vom gleichen Stamm her kommen. Dazu müsste ich jetzt allerdings wissen, was. auf ägyptisch Potifa oder ähnliche Worte und ähnlich gleichlautende Worte bedeuten. Okay. Also wenn, wenn Potiphar, ich Fantasier das jetzt mal.

bedeuten würde, äh, gottzugehörig, ne? Dann wäre Potifera vielleicht einfach nur die Gottzugehörige oder so. Verstehst du? Also das wäre dann ein entsprechender Name möglicherweise. Kann ich dir aber leider gar nicht Leider gar nichts zu sagen an der Stelle. Okay.

Ja, ist, also wir haben nur überlegt, also ich bin da erstmal drüber gestolpert und es kann natürlich auch sein, dass das tatsächlich eine so eine Art Berufsbezeichnung ist, die hier als Name verwendet wird, was ja auch durchaus In der Praxis ja auch durchaus passiert, ne, siehe so Namen wie Müller und Meier und so.

Und aber es kann auch sein, dass hier auch Dinge als Namen sozusagen verstanden worden sind, was eigentlich irgendwelche Titel waren. Also so nach dem Motto, wenn Potifar sowas wie Minister bedeutet, dann wäre es jetzt nicht mich verwunderlicht, dass hier einer, der eher so aus der militärischen und einer, der eher so aus der religiösen Ecke kommt, hier beide mit demselben Titel bezeichnet werden, weil der eine so der Verteidigungs- und der andere der

Religionsminister ist, weißt du? Also. Ich habe mal kurz nachgeguckt, der Name heißt wohl so viel, wie er dem Ra gegeben hat. Oder er, der von Ra erhalten hat. Das ist zumindest bei Potiferra, also das ist jetzt dieser ägyptische Priester, dessen Tochter Josef zur Frau bekommt. dessen Namen ist das, bei Putifar selbst finde ich nichts, was die Namen bedeutet. Ah, doch, warte mal hier. Ja, das ist tatsächlich derselbe Name. Also die Namensbedeutung wird als gleich angegeben.

Im Prinzip so ein ähnlicher Name wie also Theodor oder Dorothee, ne? Also Gottes Geschenk. Geschenk Gottes, sowas. Das wäre, das wäre tatsächlich denkbar. Also, dass es da. dass es da sowas gibt, ähm Warte mal eben, eine Sekunde. Schließlich wird der Hebräer Josef voll ägyptisiert. Er erhält einen ägyptischen Namen Zafhenat Paneach. Gott spricht, er möge leben.

Das war die Übersetzung. Und eine prominente Ägypterin als Ehefrau, Tochter des Oberpriesters des angesehenen Reichstempels von On, also Heliopolis, mit dem Namen Asenat, der Göttin Neid oder Neid, gehörig. Dann sind das alles tatsächlich Namen, die an der Stelle sich irgendwie auf die religiöse Welt Ägyptens beziehen. Und dann wäre es.

Wahrscheinlich oder denkbar, dass es diesen Namen möglicherweise einfach häufiger gab. Ja. So wie Peter und Petra. Ja. Und es passt dann aber auch total ein Stück weit zu unserer zu unserer Ägyptisierungs-Assimilationsthese, weil also wenn es dann insbesondere nicht nur einfach Ägypter sind, sondern dann auch noch Leute, die Ganz offensichtlich, und das ist ja zumindest bei dem bei seinem Schwiegervater sehr offensichtlich, wenn der da irgendwie Hohepriester in Heliopolis ist.

Dass es sich hier nicht um Leute handelt, die Josef irgendwie zum Glauben an den einen Gott bekehrt hat, sondern dass das halt ganz reguläre ägyptische Leute sind, die dann auch den entsprechenden Religionen angehören. So, das ist schon extrem spannend. Ja, gut, das wollte ich nur noch mal Nur nochmal hochnehmen. Ansonsten hätte ich es auch nochmal spannend gefunden, irgendwie zu sehen, oder wenn das tatsächlich so eine Lehrmeinung ist. Nee, nee, das ist schon derselbe Typ.

Dann wäre es natürlich nochmal spannend gewesen, so nach dem Motto, dem war das so peinlich, dass der da irgendwie mit seiner Frau und Pippapu, dass er ihm dann seine Tochter zur Frau gegeben hat. Also so eine Ebene hätte man da noch. noch aufmachen können, weil, also mal ehrlich, wenn die Frau von Potifa so, wie soll ich sagen, so rollig war, ne, dann ist, ist das ja wahrscheinlich nicht ein Einzelfall gewesen mit dem Josef. Vielleicht kannte der ja seine Pappenheimer und so.

Also, ich finde ja auch interessant, dass da für den Versuch der Vergewaltigung eines hohen Würdenträgers durch einen Sklaven dass da Gefängnis draufsteht, das hätte ich ja anders erwartet. Ich hätte ja erwartet, dass da in in im antiken Ägypten ein Sklaven, der versucht, irgendwie die Frau eines hohen Würdenträgers zu vergewaltigen und man den verschuldigt befindet.

das darüber abgibt. Also das spricht ja alles irgendwie so ein bisschen dafür, Dass der vielleicht jetzt nicht sagen konnte, nee, das stimmt alles nicht, was meine Frau gesagt hat, weil das ist eine eine eine notorische Lügnerin und und den den jungen Herren nachsteigerin. So, und deswegen lasse ich den Josef mal gehen, dass das gesch Gesichtsverlustmäßig nicht ging, aber dass der dennoch irgendwie Zweifel an dieser Nummer hatte und dementsprechend.

hier erstens nur Gefängnisstrafe ausgegeben hat und hinterher, als dann irgendwie klar war, Mensch, dieser Josef ist rehabilitiert, ihm dann noch eine Tochter zur Frau gibt, so als Entschädigung für entstandenes. Ungemach. Also in meiner kommentierten Ausgabe wird die These aufgestellt, dass möglicherweise der hohe Beamte und der Gefängnisdirektor die gleiche Person sind.

Aber, also der erste Potifarer, also dessen Frau, um dessen Frau es geht, der wird ja als Chef der Leibgarde bezeichnet. Das würde natürlich. Und wenn das so wäre, dann würde das erklären, warum Josef keine Todesstrafe bekommt, sondern Gefängnisstrafe, weil er schon weiß, wer Josef ist. Aber sonst gebe ich dir recht. Ja. Also auf der auf auf diese Tat müsste eigentlich sofort die Todesstrafe stehen.

Und ich glaube im Übrigen auch, dass gar nicht, also ich glaube nicht, dass das Schlimme ist, dass sie mit irgendwelchen Sklaven schläft. Das ist möglicherweise etwas, was ihr Mann weiß oder was er zumindest annimmt und hinnimmt. Genau, richtig. Oder die beiden haben da so ein so ein Arrangement. Ich glaube, das Problem besteht darin,

Oder er fühlt sich zum Handeln gezwungen in dem Moment, wo sie an die Öffentlichkeit tritt und das öffentlich macht. Weil das natürlich etwas ist, was der Plebst nicht wissen darf. So, und dann wird es erst spannend. Also, sie stellt sich ja irgendwie hin und brüllt und krakeelt und schreibt hier, ne, das wollte er mit mir tun, und ne, ich habe hier sein Gewand und hast sie nicht gesehen. Und da erst

fühlt er sich in seiner in seiner Ehre gekränkt oder vielleicht sogar liegt es einfach daran, dass sie ja nicht behauptet, er wollte Sex mit mir, sondern der wollte mich vergewaltigen. Mhm. Ne, so, und dann, das ist ja dann kein einvernehmlicher Sex mehr und dann muss ihr Mann sehr wohl handeln.

Das allerdings wäre dann auch wieder, also würde ja auch deiner These komplett entsprechen, dass er möglicherweise schon weiß: erstens, ja, ich weiß, wie meine Frau so drauf ist, und zweitens, Ähm, kenne ich Josef und kann jetzt schon einschätzen, wozu der gut ist, und den würde ich eigentlich ganz gerne am Leben erhalten, wer weiß, wie sinnvoll der noch wird.

Da hat er was drauf. Achso, ja gut, das wäre natürlich auch noch so eine Variante, dass er sagt. Ja, mag ja sein, dass der irgendwie ein schlimmer Bursche ist und so, aber mal ehrlich, ähm.

bevor ich hier Konkurs anmelden muss. Ich tue den jetzt mal in Knast, vielleicht kann ich den ja zumindest in ein paar Jahren sollte es irgendwie wirtschaftlich mit mir bergab gehen, so als Notretter wieder rausholen und dann sollen wir meine Frau gestohlen bleiben. Das ist natürlich auch noch so eine Variante, ja. Die ja auch Nirgendwo wieder eine Rolle spielt. Ja, genau. Also ab da, ab da ist das Thema ja wieder durch. Ja, so.

Naja, also auf jeden Fall fand ich das irgendwie noch so eine ganz Ganz lustige Option, dass das womöglich noch so eine So eine nicht nur Entschädigung, sondern sag mal, du hast doch mein Gut so gut verwaltet. Magst nicht mein Schwiegersohn werden, weil ich bräuchte da dringend jemanden, der mir mal den Computer, äh, der mir mal. So. Also. Ja, genau. Wo hab ich das gelesen? Und Jesus sprach: Geht nach Hause und löset die Computerprobleme eurer Eltern. Ja. Ja, es ist auch

Danach muss dann ja auch alle, die das können, müssen dann ja auch auf dem Chaos Communication Kongress zusammenkommen und sich ein paar Tage davon erholen. Genau, richtig. Gut, ich glaube, wir haben den Josef einigermaßen. Einigermaßen durchinterpretiert. Wenn euch da draußen noch mehr einfällt, immer her damit.

Und ansonsten kann ich aber auch einfach empfehlen, sich diese Geschichte mal durchzulesen. Wir haben jetzt zwar natürlich sehr auf der biblischen Fassung als Textsorte rumgebascht und irgendwie...

gesagt, lest das mal in anderer Form. Aber dennoch, also es ist schon eine von den stringenten Geschichten strengen, die so in der Bibel erzählt wird, es ist schon eine der coolsten. Also weil es ist schon Wie gesagt, es hat so einen Spannungsbogen, der dem klassischen Drama ähnelt, und diese ganze Idee von dem kleinen, schwachen Traumnerd, der dann irgendwie hinten raus, irgendwie nachdem er irgendwie.

von den großen Jungs in den Schulspind gesperrt wird, dann irgendwie hinten raus nochmal wichtig wird. Das ist so eine Sorte von Von Geschichte, da kann man irgendwie eine Beziehung zu entwickeln. Also ich mag diese Josefs Geschichte sehr. Ich habe auch den starken Eindruck, dass alle die Motive, die wir da jetzt gesehen haben,

Dass die uns alle wieder einholen werden. Also jeder einzelne dieser ganzen Motive, die da sind. Das kannst du gut haben. Und auch da, an dieser Stelle wird nochmal klar, das ist eine Urvätererzählung. Das ist der Beginn. Dieser ganzen Geschichte Israels an der Stelle. Und zwar von allem, der Beziehung zu Gott.

Dieser Idee, dass das Schwächste zum Stärkeren wird, dass es erst schlimmer werden muss, bevor es besser wird, dass Handlungen Konsequenzen haben und dass die richtigen Handlungen die richtigen Konsequenzen haben. Und das ist da alles drin. Also das würde ich sagen, das kommt alles, alles nochmal wieder, ja. Und natürlich die Rettung in letzter Sekunde und ne genau. Ja. Na, und das ist ja

Dann doch auch nochmal insofern spannend, also vielleicht das noch so als letzte Ebene und auch als Ausblick. Also, sagen wir es mal so: diese Idee des aufgenommen werden in Ägypten. Das war zwar zu dem Zeitpunkt, Alternativlos, beziehungsweise die Alternative wäre halt verhungern gewesen. So, aber dennoch kommen da ja hinten raus ein paar Probleme durch diesen Aufenthalt in Ägypten, zumindest, also ne, in der erzählten Fassung gibt es dann ja eben dann irgendwann diesen Auszug.

ähm unter Moseführung oder Mosesführung und wo es dann ja auch durchaus ein paar Probleme mit dieser ägyptischen, äh, mit diesem ägyptischen Exil dort gibt und ähm Dass das hier ja sozusagen durchaus auch grundgelegt wird, zwar hier noch sehr positiv, aber eben. Vielleicht auch noch mit so einer Ebene von, naja, das war ja nicht alles schlecht, dass wir da nach Ägypten gegangen sind, auch wenn es dann hinten raus irgendwann sauer wurde, das ganze Thema.

Na ja gut, aber da werden wir uns zu einem anderen Zeitpunkt mit befassen. Jetzt bleibt mir erstmal nur dir fürs Gespräch zu danken, Marc. Ich danke dir. Und euch da draußen fürs Zuhören und Runterladen und was ihr alles so tut. Übrigens auch, hier flattern auch immer mal wieder Hörergeschenke rein. Gerade heute ist hier ein Wunderbares Fachbuch gekommen, über das ich mir einen Keks freue. Ich danke euch sehr. Auch diejenigen, die hier, ohne dass ich da irgendwie

zu auffordere, irgendwie so Dinge machen wie irgendwie so Dauer, also irgendjemand hat so einen Dauerauftrag bei PayPal eingeführt und schiebt mir jetzt glaube ich so im Monat einen Euro rüber, was ich total also ich wäre da im Leben nicht drauf gekommen, ich wusste gar nicht, dass es geht. So, auf jeden Fall.

Das haben wir auch bekommen. Ich bin zutiefst beschämt, ich weiß gar nicht. Weil geht dir das auch so, dass du dann denkst, dass du dann denkst, so jetzt kriege ich Geld, jetzt muss ich auch irgendwie was liefern? Ich vermute, das ist die Absicht der entsprechenden Person dahinter. Ich liefere, was ich liefern kann. Also auf jeden Fall, ich will auch gar keine Kohle. Bleib mir mit der Kohle ruhig fern. Ich nehme die, ne, klar, so.

Also aber ich freue mich auch, wenn ich hier einfach nur podcaste und irgendwie die Serverkosten einfach selber bezahle. Das finde ich völlig in Ordnung. Mich freut es, wenn ihr irgendwie mir in welcher Form auch immer Rückmeldungen gebt und wenn euch das irgendwie Spaß macht, das hier zu hören.

und freue mich über jede Form von Rückmeldung. Und wenn das dann, ob das jetzt sozusagen irgendwie ein Stern auf Twitter oder ein Klick auf PayPal ist, das ist mir hinten raus erstmal wurscht und natürlich verstehe ich aber auch, dass es einen Unterschied macht für die Person, die das tut und dass dementsprechend so ein Euro auf PayPal

mehr bedeutet für die Person, ja, aber ich will mich jetzt ja gar nicht um Kopf und Kragen kriegen. Also auf jeden Fall langer Rede, kurzer Sinn. Macht, macht was ihr wollt, ich finde euch super und ich danke euch dafür. Und ja, bis dann bleibt uns bis zum nächsten Mal gewogen. Ich hoffe, es wird nicht 2020. Und ja, bis dahin, tschüss.

Macht's gut. Oh, das hast du schön gesagt. Shownotes und die Möglichkeit zu Kommentaren findet ihr unter troyaalert.bildungsangst.de. Bewertet uns gerne bei iTunes oder anderen Podcast-Portalen und wir freuen uns über Feedback jeglicher.

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