#33 Denise M'Baye: Trauer und Identität - podcast episode cover

#33 Denise M'Baye: Trauer und Identität

Jun 24, 20261 hr 18 min
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Episode description

Worüber wir uns definieren und wann wir gut genug sind

Denise hat vieles bereits in ihrem Leben gemacht und mit einem letzten großen Ereignis, einer seltenen Erkrankung, konnte sie eine Zeit lang ihre Schauspielerei nicht mehr so ausüben wie bisher. Dabei definieren wir uns häufig darüber, was wir tun, und ebenso häufig über unseren Beruf. Was macht das mit uns, wenn wir diesen nicht mehr ausüben können?

Spannenderweise hat auch Denise mich gefragt, was mich aktuell traurig macht und auch ich dürfte meine Eindrücke und letzten Erfahrungen als Individuum in diesem System teilen. Wie gehen wir mit dem Anspruch um, ständig und überall funktionieren zu müssen? Sei es im Schauspiel, im Privatleben oder Woanders. Wie können wir dem gerecht werden, für uns selbst als auch für andere? Häufig müssen wir uns dem System passen. Seltener passt sich das System an.

Inspiriert von dem Song "Du bist gut genug" von Blumengarten sprechen Denise und ich darüber, wann wir uns gut genug fühlen. Und was die Gesellschaft für einen Einfluss darauf hat.

Darüber und warum wir genau so zu Deutschland dazugehören wie Miracel Whip erfahrt ihr in der neuen Folge von Trauerschatten.

✏️Shownotes:

➡️ Denise M'Bayes Website

➡️Zum Podcast "Kleine schwarze Chaospraxis" ➡️Das Buch von Alice Hasters, Anti-Opfer, erschienen bei Ullstein-Buchverlage.

➡️Denise M'Bayes Beitrag zur Stadtbilddebatte

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🎬Idee, Redaktion und Produktion: Samson Grzybek

📸Idee und Cover: Jana Rodenbusch

📸Sounddesign und Kompositionen: Gin Bali

Transcript

Hallo, ein kleiner Service-Hinweis bevor es gleich mit der Folge losgeht. Trauerschatten ist ein Podcast den ich eigenständig produziere. das heißt Ich kümmere mich eigenständige um die Einladung an die Gäste. Ich briefe sie. Ich kümmer mich um die Abwicklung danach vor der Veröffentlichung der Folge. Ich schneide jede einzelne Folge und kümmern mich über die Social Media Bewerbung als auch um die Bewerbungen über Steady Wenn ihr dieser Podcast gefällt, um die ihm unterstützen möchtest.

Dann wäre es ultra hilfreich wenn du ihn auf der Podcast-Plattform deiner Wahl bewerten könntest? Der Podcast soll einhundert Prozent Werbe frei bleiben und ich möchte auch keine Sponsoringanfragen oder sonstiges annehmen. Deshalb wäre es ultrahilfreich, wenn du mich auch über Steady unterstützen kannst. Vielen Dank! Und viel Spaß bei der Folge Trauerschatten. Hallo und herzlich willkommen bei der neuen Folge Trauerschatten. Heute mit mir dabei ist Denise im Bayer, hi schön dass du da bist!

Hallo vielen Dank für die Einladung. wir schauen gar nicht so traurig in die Kamera sondern haben beide ein Lächeln. das ist ja schon mal guter Start Das stimmt vor allem Weil die Zuhörer in uns ja nicht sehen werden, das ist ja ein reiner Audio-Podcast bisher. Also who knows? Aber erstmal zurück zu dir für die Leute da draußen, die Denise nicht kennen du bist Schauspielerin. Ich glaube auch Jugendlehrerin und Meditationslehrlerin.

also ich weiß du machst ganz viel über Instagram zumindest da seh's am direktesten was du noch darüber hinaus machst Und du hast auch einen ganz tollen Podcast mit Ninjala Grande, die kleine schwarze Chaospraxis. Die ich auch sehr gerne höre diesen Podcast. also falls ihr dann nach diesen Folgen mit Trauerschatten lieber was Lustiges hören wollt, gerne dann darüber... Wir sind auch nicht immer lustig und vielleicht werden wir ja auch lustig. Das kann natürlich sein!

Ich meine das finden wir jetzt gleich in dieser Folge raus. Anfang würde ich aber wie immer mit der Frage, was hat dich traurig gemacht, Denise? Also was mich zuletzt traurigt gemacht hat. Darüber kann ich gerne mit dir sprechen und ich frage dich das nachher auch, was dich zuletzt Traurig gemacht hat wahrscheinlich.

Zuletzt hat mich wirklich traurige gemacht dass ich meinen Beruf in den letzten Monaten nicht ausüben konnte weil mich eine Krankheit ereilt hat die sehr selten ist und die mich dazu gezwungen hat, zu Hause zu bleiben. Und die mich auch immer noch sehr einschränkt. Das ist ein bisschen so ein Verlust von einem Teil meines alten Ichs was ich mir gerade wieder zurückwünsche und wo ich sehe dass es in diese Richtung geht. Das hat mich traurig gemacht auf der einen Seite.

Auf der anderen Seite habe ich aber auch gemerkt, dass dieser Verlust, diese Identifikation über den Beruf, den ja viele Menschen haben diesen Bezug. Dass sie denken – Ich bin mein Job! Das ist auf jeden Fall gesagt in diesem Bayer Schauspielerin und dieses Yoga-Lehrerin wäre noch viel mehr. Aber das irgendwie wir hier in unserer westlichen Welt uns so identifizieren mit dem Beruf Das nimmt einem dann, wenn man ihn nicht mehr ausüben kann eine Menge von sich selbst.

Man hat so das Gefühl gerade ist ein Teil von mir gegangen und darüber war ich zuletzt traurig. aber auch durch diesen Verlust den ich eben erlebt habe hat sich ja ne Lücke aufgetan und ich konnte die Lücke aber relativ gut füllen mit anderen Dingen und sozusagen mich auch als mich selber wieder wahrnehmen.

Und ich glaube, dass ich jetzt – auch wenn ich gerade nicht spiele eine bessere Schauspielerin bin – als vor dieser Erkrankung die mich traurig gemacht hat aber die mich auch hat reifen lassen. also Trauer ist natürlich schmerzhaft und ich will das niemandem absprechen auch mir selber nicht übrigens Aber in meinem Fall war es eben auch so, dass diese Trauer sich gewandelt hat. Was ist denn da noch? Was gerade... was ist grade noch schön?

und ich glaube das man ja so viele Phasen durchläuft in so einem Moment Und das ist ein Moment eben eine Phase zu sagen Ich bin ja mehr als nur mein Job Da sprichst du etwas an. Ja es ist auch so spannend weil ich Tatsächlich, bisher alle meine Gäste so angekündigt habe mit was sie machen. Eben weil es ja ein Teil der Identifikation ist um Leute auch irgendwie miteinander zu verbinden. So ah okay die Person macht das und dass.

Und man wird ja von außen dann auch in bestimmte Schubladen gesteckt oder mit bestimmten Labels versehen. Das ist auch so krass! Weil wie du auch schon richtigerweise gesagt hast, man is ja viel mehr als das... Was in irgendwelchen Biografien stehen. Und wenn man nämlich einen Teil dessen verliert, was immer so hervorgehoben wird dann hat man das Gefühl bin ich überhaupt noch.

also Das ist denn wirklich fast eine Trauer um ein Stück seiner selbst sozusagen dass man Dann einfach nicht mehr erfüllen kann und es hat auch so ein bisschen kapitalistische Züge Dass man alles sein muss. Und wenn man dann diese Identifikation einfach nicht mehr hat oder gerade das Gefühl hat, ich kann damit gerade nicht dienen. Dann hat man auch das Gefühl... Ich habe einen großen Verlust erlitten und es hat mich eben zuletzt traurig gemacht. Aber das ist vielleicht nicht so.

was erwartet, wenn man die Frage gestellt hat, was macht dich gerade trauriger oft? Denke ich bei Trauer natürlich auch an den Verlust von Menschen. Ich denke aber auch an dem Verluste von dem Gedanken, jetzt habe ich gerade ... Ich weiß nicht wann das ausgestrahlt wird, aber jetzt ist ja das Lied Du bist gut genug vom Blumenfeld so krass angesagt. und die Trauer Darüber, dass wir oft das Gefühl haben, wir sind nicht mehr gut genug. Dass wir uns daran erinnern müssen, dass sie gut genug sind.

Die ist eben auch nichts zu unterschätzen. zum Beispiel wenn wir uns anschauen, dass AI oder KI so viel übernimmt und wie das Gefühl hat Wir müssen damit konkurrieren Dann kommt auch eine Trauer und so eine komische Nostalgie die ich mache dicke Anführungsstriche Ihr könnt es ja nicht sehen die uns suggerieren möchte, dass früher alles besser gewesen sei. Was ja nicht unbedingt stimmt.

aber wir haben eben auf das Gefühl Wir können damit gar nicht konkurrieren was alles auf uns einprasselt gerade und zum Beispiel mit AI oder KI. Aber worüber warst du denn das letzte Mal traurig? Ja, vielleicht ziehen wir das dann so von hinten nach vorne auf wie man das sagt.

Was mich zuletzt traurig gemacht hat... Also ich mache ja auch sehr viele Sachen neben Queermed den Podcast und was auch immer und Buch schreiben Und ich glaube die letzte Traurigkeit war auch in Verbindung mit dem Job Den ich noch bis Anfang diesen Monats hatte Und es war immer so.

meine Lohnarbeit und ich habe das tatsächlich... Ich glaube anders wahrgenommen, weil ich halt meinen Job nie als sowas in Anführungszeichen wertvolles gesehen habe wie Menschen in der Kunst oder Menschen die wirklich dafür sorgen dass wir irgendwie einkaufen gehen können. Dass sie Lebensmittel da sind, die wir dir brauchen, dass Menschen aus der Gesundheitsversorgung dafür da sind im besten Fall und uns unterstützen, dass es uns besser geht.

Also das ist ein einfacher Bürojob und ich habe jetzt gemerkt nach knapp neun Jahren insgesamt generell in so einer Branche oder generell im angestellten Verhältnis, dass sich wirklich so hart versucht habe da rein zu passen in dieses System was Menschen wie mich... also Menschen, die neuere Divergenz sind.

ADHS, Autismus und bei mir kommen sehr viele Dinge gleichzeitig zusammen was noch mal glaube ich das eine andere Herausforderung ist Und Ich hatte es dass ich gestern Gespräche mit meiner Therapeutin wo ich gemerkt habe und ich bin schon sehr lange bei meiner Therapeute und sehr auch sehr vieles schon miterlebt Direkt Dass sich gesagt hab ich bin so müde und erschöpft davon dass ich immer wieder das Gefühl habe dieses System und alle, die in diesem System bleiben wollen.

Die wollen dass das System weiter bestehen bleibt! Die wollen, dass Leute halt darunter zusammenbrechen aber solange es sie selber nicht sind. Und... Dass ich immer wieder vor solchen Situationen gestellt werde wo ich das Gefühl habe irgendwas stimmt nicht mit mir oder Ich habe mich nicht genug angeschränkt. Ich hab' mich nicht genug maskiert. wenn wir jetzt so Begriffe eben, die viele neurodivergenten Menschen kennen.

Ich hab nicht so das Wissen wie man sich verhält in zwischen menschlichen Beziehungen. ich verstehe viele Dinge nicht und... ...ich muss mir das halt erlernen. auch diese unausgesprochenen Codes wie man miteinander zu tun hat sei es auf der im Arbeitsverhältnis sei es im privaten Verhältnis. Und es gibt Leute, die Geduld haben. Aber es gibt auch viele, die keine Geduld hatten gerade im kapitalistischen System.

und da hat eben jetzt so eine aktuelle tiefe Traurigkeit eingesetzt weil ich dann gemerkt habe Ich will das eigentlich alles gar nicht und ich hab's aber trotzdem irgendwie versucht Weil ich dachte dass wäre die Erwartung an mich Dass sich alles was ich mache mach ich bis zur Perfektion hin und alle sind zufrieden und glücklich. Ich hab ein Dach über den Kopf, kann mir alleine ohne Familie finanzielle Sicherheit bieten.

Gemischt war diese Trauer auch mit sehr viel Wut und Frustration gegenüber diesen Erfahrungen. Und jetzt ist es halt wirklich so... Zulassen von Emotionen, weil ich gemerkt habe so dass sich diese letzte Woche das gar nicht so zulassen konnte.

Also das wurde mir auch gespiegelt von sehr engen Menschen Dass ich da wieder versucht habe in einem funktionalen Modus zu sein und Angst hatte zu fühlen Wenn man auch ständig so Das Gefühl hat es wird einem zurückgespiegelt dass das was man wie man reagiert also sozusagen was kommt, ohne dass du es steuerst um in das System zu passen. Dass das falsch sein kann. Also das ist ja das was Du vielleicht abgespeichert hast oder was Menschen nivegente Menschen abspeichern.

Die Reaktion die so kommt, dass die nicht gewünscht ist oder dass sie nicht normal ist. Das man in Anführungsstrichen habe ich das auch gesagt also dass die sich selbstverständlich ist weil Der Begriff normal ist auch super schwierig. Und das gibt eben so eine Verunsicherung, die glaube ich macht dass man relativ versteift wird. also ich kenne das auch dieses Gefühl hinein passen zu wollen und irgendwie unterbewusst sich immer zu fragen Ist es was ich jetzt mache? Richtig!

Es werde ich so anerkannt. Und das ist das Schöne am Künstlerinnen da sein, dass Leute – egal ob neurodivergent oder eben nicht diagnostiziert – immer sagen, ah sie ist Künstlerin. Das ist auch so ein bisschen ein Ausweg, den man sich nehmen kann weil die sind halt ein bisschen verschroben und die machen halt so Sachen. Die ist Kündlerin! Ich glaube bei mir in der Familie gibt es sehr viele Menschen mit diagnostiziert mit der ADHS.

Meine Tochter hat auch ADHS und Autismus, ich habe mich nie diagnostizieren lassen. Ich weiß es nicht aber bei mir in der Familie gibt's das häufig und es gibt eine Person die eben diesen Weg des Künstlers gegangen ist, bildender Künstler geworden ist und sich so damit quasi geflüchtet hat. auch glaube ich manchmal Welt in der das Funktionieren nicht so sehr gefordert wird. Natürlich muss man als Schauspielerin komplett funktionieren, ne? Man muss ja irgendwie die... vom Spielen ganz abgesehen.

Man muss pünktlich zum Drehen kommen zu den Kostümproben. Man muß mit vielen Menschen reden und ist geforderd zu Zeiten Wo andere schlafen. Man ist dazu aufgefordert, auch die ganze Zeit Dinge zu tun. Man muss Abläufe wissen wie zum Beispiel wo Marken gelegt werden auf die man treten muss wenn man spielt. Man kann nicht einfach aus dem Licht tanzen! Man muss so viele Dinge beachten ganz abseits vom Spiel. aber man hat eben auch die Möglichkeit dass Stranger auf den Beruf zu schieben oder ja.

und man hat auch die Möglichkeit eben verschiedene Dinge zu machen. was neurodivergenten Menschen. Auch manchmal kommt darauf an, was man hat. aber bei ADHS ist es manchmal so dass ein das entgegenkommt und ich verstehe das total den Verlust und diese Trauer und es ist natürlich auch wenn das sein Brotjob war Wie das ja bei mir mit der Schauspielerei auch.

Es ist natürlich auch eine Präkäre, wird dann auch vielleicht manchmal zu einer präkären Situation dass man einfach denkt wo kommt jetzt die nächste Kohle her? Das ist ja auch nicht so unterschätzen. So ganz abseits davon Dass man bestimmte tiefe Trauer empfindet Nicht dazu zu passen, weil wir sind eben soziale Wesen und wir wollen ja von anderen geliebt werden. Ich glaube dafür sind wir auch auf der Welt egal.

wie komisch für uns verhalten ist das bestreben dass man gesehen wird, dass man geliebt wird. und da machen manche komische Sachen. aber ich glaube das wünschen wir uns alle wenn man so merkt, okay jetzt bin ich daran gescheitert weil ich das nicht mehr kann oder weil die mich nicht mehr wollen oder weil ich es nicht mehr will. Das ist natürlich nicht nur die Trauer um den Verlust des Berufes sondern dass auch die Trauern um den verlust der Gemeinschaft und das dazugehörens.

Dass man erstmal so wahrnimmt. also glaube ich Ich sehe das bei vielen Punkten sehr ähnlich, wie du es beschrieben hast mit dieser Thematik von ADS-Autismus generell Neurodivergenz und diesen Wunsch dazu zu gehören. Ich glaube auch dass ist ein bisschen resoniert mit dem was du vorhin gesagt hast und das wollte ich eigentlich ergänzen weil du das so aufgeteilt hattest diese Trauer die du jetzt hast im Vergleich zur Trauer der Verluste eines Menschen.

Aber du bist ja auch ein Mensch und du hast ja auch darüber gesprochen, dass er ein Verlust ist. Zu deinem früheren ich war es ja auch einen Teil von dir ist zu dem du jetzt einen anderen oder einen neuen Zugang hast. Und ich glaube das ist vielleicht auch ähnlich bei mir Dass sich irgendwie so Auch durch diese Jahre die Ich jetzt verbracht habe mit Queermed Also das war ja auch so vor einem Knappen Monat ist ja die Organisation, die ich gegründ habe fünf Jahre alt geworden.

Und in der Zwischenzeit ist so viel passiert neben dieser eigentlichen Lohnarbeit oder Brotjob oder wie auch immer und dass ich irgendwie jetzt nochmal realisiert habe, wie lange ich versucht habe, diesen System zu funktionieren. Und mir selber glaube ich nie ehrlich genug war das ich es eigentlich nicht machen wollte sondern immer dachte so Ich muss das machen weil Meine Familie dachte, ich muss irgendwas Anständiges machen.

Und meine Familie hatte so eine sehr starke Meinung gegenüber Künstlern und alles was in diesem Bereich dazugehört. Dass es nicht sicher ist dass die Leute komisch sind, dass man eine Familie damit nicht ernähren könnte und sowas... Sie haben recht! Das werden wir eh niemals hören. aber ich würde das auch ein bisschen bestreiten. Wir wollen noch den angehenden Schauspielerinnen und Künstlerinnen natürlich die Hoffnung dabehalten, dass es bestimmt möglich ist.

Nur eben in diesem kapitalistischen System wo sich natürlich Künstlern auch bewegen ist das ist ja nicht so als würden sie sich abseits des Kapitalismus bewegen. aber ja dass ich halt mir selber dieses Künstler in sein nie zugetraut habe und das jetzt in den letzten Jahren immer stärker ausgebrochen ist, dass ich das halt auch zeigen wollte. Und mich auch ausprobieren wollte in der Lyrik im Schreiben von Prosa-Texten, in der Fotografie und so vielen anderen Sachen.

Ich meine, jetzt schreibe ich ja ein Sachbuch was er nicht unbedingt sofort künstlerisch eingeordnet werden würde Aber dass ich da halt auch irgendwie so um mich irgendwie auch trauere und merke, okay das war eine alte Version von mir die halt wirklich dachte. So wenn sich einfach nur sich hart genug anstrengt dann wird es irgendwie klappen. Und das ist auch irgendwie... Dann wird es klappen sozusagen in dieser Gesellschaft, in dieser Kapitalistengesellschaft.

Keines Wort noch nicht mehr sagen kapitalistischen Gesellschaft zu funktionieren meinst du? Genau, aber dann ist es halt auch so mit diesen Labels dafür haben. Mit dieser Neurodivergence, dass wir irgendwelche Kategorisierungen haben, Pathologisierung von Menschen die jetzt anders sind und natürlich Medien auch versuchen zu sagen hey das sind super Power und wie kann man das verwenden für die Arbeit oder wie Personaler irgendwie darauf achten sollen.

Ich lese manche solche Artikel, oder zuletzt war es ja auch irgendwie Heidi Klum, die natürlich auch mit so einer Aussage wie Soja ADH ist das meine Superpower da natürlich halt auch vieles nicht aufdecken lässt wo halt eben Leute wie ich halt verzweifeln im System Sei es halt eben diese starren Strukturen, ne? Es wird vorgegeben wie du zu arbeiten hast.

Wannst du zuarbeiten hast das deine Performance immer die gleiche Art und Weise ist dass du... Gesichter lesen kannst, dass du Emotionen lesen kannst, dass auch du hast es mit diesem Pünktlichsein erwähnt. Dazu kommen ja noch viele andere Sachen an anderen Lebensrealitäten. Das ist nicht nur meine Neurodivergenz. ich mein ich hatte hier auch diese Anforderung im Aufwachsen hier, wo mir immer wieder gesagt wurde so okay, wo kommst du eigentlich her? Aber dafür kannst ja gut Deutsch.

Sobald Leute meinen Namen kannten und gerade im Schulsystem war es halt noch mal was anderes, wo dieser starke Fokus darauf war... Das kann man auch nicht komplett ablegen. das ist ja auch alles hat irgendwie wie man aufgewachsen ist unter welchen Voraussetzungen wie man das aufwachsen vielleicht der Eltern miterlebt hat oder dass das Leben hier mit erlebt hat.

Das sind ja auch alles Spuren, die in einem drinnen stecken und ich merke immer wieder, dass sich mich auch selber pausieren muss und merken muss okay wenn ich jetzt irgendwelche Sorgen oder Ängste habe zu etwas, was jetzt gerade passiert. Dass ich mich dann auch selber hinterfragen muss okay hat es jetzt was damit zu tun? Was jetzt aktiv passiert?

oder sind das vielleicht doch irgendwie Spuren und Nachwirkungen von früher weil ich irgendwie bestimmte Sachen gelernt habe wie Du hast den Song erwähnt, den ich auch schon ein paar mal rauf und runter gehört hatte. Du bist gut genug dass ich ihn nicht sehe du bist gut genug. Genau, dass man ja auch damit aufwächst und das prägt ja auch einen sehr häufig ob man sich für Jobs bewirbt. Ob man selbst bei Social Media, ob man irgendwelche Sachen postet oder nicht?

Oder ob man dann verzweifelt weil da könnten Tippfehler sein oder die Leute könnten das schräg finden oder nicht gut genug. Und Ja, das sind halt alles so wie Schade das eigentlich ist So wie viel wir auf uns draufladen Ja und wie viel auch auf uns drauf geladen wird, wenn du jetzt Social Media ansprichst. Wir werden ja so oft mit wirklich Boßhaftigkeit überschüttet, wenn wir uns zeigen Und das ist natürlich das Internet und aber auch mittlerweile ist es auf der Straße so.

und dann Du mich fragst abseits von meinem persönlichen. worüber ich sehr traure Ist halt auch die Tendenzen, die sich in Deutschland gerade zeigen der EU-Beschluss, wo Leute im Parlament da im EU-Parlament aufstehen und rufen Center back. Und sich freuen darüber, dass wirklich diese Abschiebungsgesetze nochmal verschärft wurden. dann das man sieht, dass Menschen auf der Straße angepöbelt werden.

Diese ganzen Schritte die mir auch so zeigen ich bin weniger noch weniger behütet gerade als in den neunzig Jahren. und du hast vorhin gesagt, du bist so erschöpft davon performen zu müssen.

Und ich habe in so einer Rede ... die können wir auch verlinken wenn du willst, ich hab dir irgendwann mal gepostet auf Instagram da ging es um diese Startbilddebatte und die habe ich begonnen mit den Worten Ich bin so erschöfft und ich bin wirklich erschöpf von dieser Weltlage der gefühlten Machtlosigkeit, die wir haben. und ich bin nicht nur erschöpft.

Ich bin auch traurig darüber wenn du mich fragst wie Leute so voller Abwertung anderen Menschen gegenüber sind also ob auf Social Media oder im öffentlichen Raum dass wir einfach und dauernd aber gespiegelt bekommen, auch wenn wir dieses Video jetzt schon wieder zitieren, dass wir nicht gut genug sind.

Und zwar nur aufgrund unseres Namens oder aufgrund unserer Hautfarbe oder auf Grund unserer Behinderung oder auf grund irgendeines äußeren Merkmals niemals gut genug sein können für diese von hasserfüllten Menschen. Dass es diese Menschen gibt... Das macht mich super traurig. und dass da Leute aufstehen, die wichtige Ämter haben. Und sich freuen darüber das Kinder und ihre Familien zurückgeschickt werden sollen in Ländern, in denen sie eventuell ihr Leben verlieren.

Das ist was ich überhaupt nicht verstehen kann und was mich auch tief traurigt macht so eine Entwicklung zu sehen weil eigentlich immer gedacht habe, wir können auf das Gute im Menschen vertrauen. Aber zum Beispiel ich hab ja dazu aufgerufen und auch da weiß ich nicht wann wird wenn ihr das hier hören werdet aber die WM zu bulkortieren.

mir war klar dass niemand das machen wird aber dass so menschen die man schätzt die auch politisch wertvolle Dinge sagen so dass sie ganz selbstverständlich Fußball gucken über die Spiele sprechen und über die Spieler ohne ein Wort, über die Situation, die natürlich auch in Katar, natürlich auch im Russland stattgefunden haben.

Und jetzt aber in den USA aktuell – wir reden ja über aktuelle Sachen – stattfinden und sich die Chance entgehen lassen einen Exempel zu statuieren und zu sagen ich gucke da einfach nicht und uns als Gemeinschaft zusammenwachsen lassen können in so einem Moment uns sagen, wir haben halt eine Power und die einzige Power, die wir im Kapitalismus haben ist unser Konsumverhalten.

Wenn wir dann aber trotzdem weiter die Dinge konsumieren ohne ab und zu mal einen Mac-Up-Post auf Social Media hinterlassen und es nicht aushalten eben mal nicht über Fußball zu reden oder das mal nicht zu gucken und zu sagen hey ich boykottier das jetzt Mögen alle Spieler da hingehen. Mir ist egal, ob Schiedsrichter irgendwie dann nicht das Spiel pfeifen dürfen? Mir ist es egal wie die Arbeitsbedingungen, mir ist es auch egal wie viele Tickets. Keine Ahnung!

All diese Dinge zu ignorieren und sich selber nicht mal für diesen kleinen Verlust über den man ja traurig sein kann was ich verstehe. Menschen unter anderem mein Bruder, die riesige Fußball-Fans sind. Wenn man das noch nicht mal schafft zu sagen ich verzichte jetzt darauf um wirklich mal was zu verändern dann habe ich irgendwann denke ich so wo sollen wir anfangen?

also das macht mich sehr traurig dass es so keine Konsequenzen gibt für uns als... Also es gibt Konsequenten von uns als Gesellschaft aber dass wir keine Koncequencen ziehen In solchen Situationen. Da sprichst du auch so viele Punkte wieder an, wo ich versuche anzuknüpfen.

Das ist natürlich auch, finde ich noch mal eine Sache gerade mit Menschen in der Öffentlichkeit, wo jetzt uns beide sehen würde und auch viele andere die dann auch zeigen, hey ich gucke mir jetzt irgendwie Fußball an oder habe eher einen positiven Bezug dazu dass es, glaube ich, vielen Menschen in der Öffentlichkeit nicht klar ist. Dass das natürlich halt auch andere Leute beeinflussen kann.

Gerade wenn man irgendwie nur auf Social Media... Das ist ja nun mal auch ein Ort wo sich Leute beeinflussen lassen und dann natürlich halt hat es einen Einfluss. ob wir jetzt irgendwie kritisch sagen so hey! Mit der WM mit der FIFA das ist ultraproblematisch und das ist schon seit Jahrzehnten ultraprobematisch Und wir können das in der Gesamtheit von diesem konkreten Beispiel Können wir da nicht drüber hinwegsehen?

Oder was heißt das, wenn Leute dann darüber hinweg sehen und dann sagen sie ja ich will das aber gucken. Und ich glaube dass es so... Das erinnert mich auch an so viele andere Themen sei es jetzt irgendwie Fleischkonsum, dass da Leute... Also ich nehme es wahr als sehr forsch, dass sie dann eher forsch vielleicht schon aggressiv oder genervt reagieren.

Wenn man dann sagt so ja okay es geht ja vielleicht nicht nur direkt um den Fleischkonsum sondern unter den Bedingungen wie das alles stattfindet diese ganze dieses ganze System und das ist ja auch bei Fußball ist ja nicht Fußball das Problem sondern eben das ganze System ist das Problem. Und ja, ich meine. Ich kenne es halt auch von mir selber und halt auch das ist ein häufiges Thema in bestimmten.

Es wären der queeren Community eine bestimmte Autorin mit transfeindlichen Aussagen die immer noch einen Buch hat und Filme an den Film verdient und was auch immer da mit produziert wird Wo ich immer noch so viele Leute sehe, die das teilen. Die irgendwie da zu diesen Parks hinfahren... ...die sich die Filme immer weiterhin angucken. Produkte Merchandise konsumieren und ich mich dann auch frage, wie kann es halt in dieser Gleichzeitigkeit passieren? Und warum sich Leute dann halt entscheiden?

Zu sagen ne, mir ist mein Wohl- und meine Freude gerade am allerwichtigsten Und ich sehe darüber hinweg, wie vielen Leuten das Leid bringt. Oder ich sehe darüber hinweg dass eine bestimmte Autorin ihr Geld was sie verdient dann halt für transfeindliche Politiker einsetzt. und das gleich ist natürlich auch wo wir bei wo du Politik auch angesprochen hast so Ich frage mich wirklich so Auch was so am Anfang gesagt hat es mit Das Leute immer wieder sagen so früher war alles besser.

Vielleicht gab es früher auch nicht Social Media und wir waren nicht immer wieder in der Lage, alles innerhalb weniger Klicks rauszufinden was alles gleichzeitig passiert. Wir waren anders informiert einfach. Ja. Verzögert einfach auch was wo passiert und wie wir davon erfahren? Das hat ja auch zwei Seiten. Dafür haben wir verschiedene Perspektiven auf Dinge, die sich aber wieder verwirren und da bin ich jetzt schon wieder bei KI. Ich will ja gar nicht so dagegen wettern.

Ich glaube das ist immer noch ein Moment wo man das mal so beobachten kann obwohl Leute in der Branche arbeiten auch so sagen Wir müssen wirklich vorsichtig damit sein. Aber dass wir zum Beispiel sehen also in der Kunst oder in der Musik Echte Künstlerinnen, irgendwelche KI-Künstler featuren jetzt. Und weil die halt so abgehen und dass diese KI- Künstlern ... Nee, die muss ich glaube nicht... Also diese KI Dinger! Dass sie unter Vertrag genommen werden von Plattenlabels und so.

Das ist eben auch eine Trauer um den Verlust der Kunst eigentlich. Um den Verluß der menschlichen Kunst. Wenn wir jetzt über Fußball sprechen oder über Fleischkonsum, wie du gerade gesagt hast und du sagst den Leuten. Ich nehme die jetzt... Die haben das Gefühl, wir nehmen ihnen jetzt das Day Quech oder den gemeinsamen Fußballabend mit ihren Jungs und so.

Dann haben sie auch glaube ich das Gefühl von Trauer und auch dieses Nostalgiegefühl was ich auch habe, was irgendwie ja so eine Traurigkeit auch mit sich bringt. Wir haben uns früher keine Gedanken über solche Sachen gemacht, so. Und ich glaube das ist ein bisschen ... Wogegen wir auch gerade ein bisschen kämpfen? Dass Menschen verstehen dass es nicht darum geht ihnen etwas wegzunehmen sondern ihnen etwas dazu zu geben durch das Wissen was wir erlangt haben.

Dass wir ihnen nicht zum Beispiel Worte wegnehmen sondern dass sie ihnen dazugeben Empathischer mit Menschen sind, dass sie verstehen was die Worte bedeuten. Dass man lernen kann. okay ich habe kann Fehler machen aber ich kann den auch wieder ausbügeln und ich kann ein anderes Wort zum Beispiel benutzen wenn ich jemanden ausversehen beschimpft habe. das kann ich ja alles lernen.

Aber alle haben immer Angst es wird ihnen etwas weggenommen Und Ich glaube dass da so eine große eigentlich Trauer dann auch drin liegen kann für diese Menschen, was ich irgendwie nachvollziehen kann und dass sie so das Gefühl haben Sie seien jetzt die Opfer. da müssen wir... Alice war ja bei dir im Podcast auch ihr neues Buch mal empfehlen. Die ja auch übers Opfer über den Begriff Opfer nachdenkt. Genau!

Und das ist das irgendwas, was wir vielleicht sehen müssen und vielleicht dann auch einen besseren oder anderen Umgang damit finden, mit Menschen zu sprechen. Also wir sind halt alle auf einem anderen Stand was irgendwie so die Awareness für verschiedene Dinge mit sich bringt. aber Wir haben alle gemeinsam dass wir gerne an Dingen festhalten die mal so waren und die mal schön waren, wo wir schöne Erinnerungen dran hatten.

Wie zum Beispiel, keine Ahnung, Cola-Kracher oder brauner Bär das Eis oder so. Und dann wenn es das da nicht mehr gibt oder den gemeinsamen Fußballabend mit den Chips irgendwie oder keine Ahnung in der Kneipe, in der wie immer sitzen? Und auf einmal ist da irgendwie so ein Despot der Gastgeber. traurig auch für die Leute, dass sie das nicht mehr so genießen können. Ich glaube, das ist das Problem.

Deshalb sind viele so aggressiv weil Sie diese Trauer in Aggression verwandeln gegen diejenigen, die Sie darauf aufmerksam machen, dass das was Sie tun eigentlich nicht in Ordnung ist. also ich möchte aber noch mein Buch Ich möchte meinen Harry Potter jetzt aber noch lesen, weil ich fand das als Kind immer so toll und keine Ahnung. Ich möchte auch mal als Hermine Granger verkleidet sein und deshalb kaufe ich mir den ganzen Merch.

Und dann haben sie nicht das Gefühl dass ... Sie haben da einfach das Gefühl, dass wir denen das wegnehmen wollen. Aber... Wir wollen das ja nicht wecken. Wir wollen diese Erfahrung, die wir gemacht haben, nicht wegnehmen, sondern wir wollen halt in dem Moment einfach mal kurz eine Person, die das Ganze eigentlich weggenommen hat. Weil nicht wir haben Harry Potter weggennommen, sondern die Autoren selbst hat eigentlich das Gefühl dazu zerstört.

Nicht wir haben Fußball wegggenommen, sondern Die FIFA und Donald Trump haben das Gefühl zerstörter gerade Und das ist traurig. Darüber kann man trauriger sein, aber man kann es auch einfach annehmen und sagen okay wir holen uns das Gefühl zurück indem wir einfach mal sagen hier ist Stopp und ich kann ja meine alten Harry Potter Bücher die ich eh schon habe noch lesen und in der Geschichte bleiben oder ich kann auch sogar meine alten Michael Jackson Platten noch hören.

Aber ich will jetzt immer noch supportive sein für dieses System, weil das sind ja auch große, große Systeme eigentlich. Das sind nicht mehr nur noch Menschen einzelne sondern große Systemen die man damit unterstützt was mir auch noch dazu einfällt auch wieder so zurückblicken zu dem was du eingangs gesagt hast. Ich glaube dass es vielleicht auch Deshalb ist das Leute so gerne daran festhalten an die WM, an Harry Potter. An was weiß ich?

Dass es vielleicht auch ein Identitätsverlust heißen könnte. also wenn man jetzt so krasser Fußball-Fan oder ein krasser Harry Potter Fan ist und ich meine als Kind bin auch mit Harry Potter aufgewachsen. Mein erstes damals noch in Mainz mein Fastnachtskostüm war Hermine Granger Also ich hab das ja auch geliebt und dann habe ich irgendwann festgestellt, okay aber kann ich das jetzt noch gut heißen? Vor allem weil das was die Autorin ja macht mich persönlich auch trifft.

Und das ist natürlich halt nochmal etwas anderes glaube ich Wenn's Leute halt nicht direkt trifft. Also die ganzen Fans, die dann vielleicht eben nicht queer sind oder darüber hinwegsehen können wie bestimmte Stellen in dem Buch ja auch problematisch sind da das wird aber noch mal so ein anderes rabbit hole gehen wenn wir das nochmal im Detail durchgehen.

und worauf ich eigentlich zurück wollte ist dass sich manche den Eindruck habe Vielleicht Menschen dann Angst haben, wenn andere Menschen das jetzt kritisieren. Was sie konsumieren was aber ein Teil ihrer Identität ist dass es vielleicht auch zu sehr dafür sorgen würde dass Sie sich selber hinterfragen müssten und sich dann fragen Bin ich ein schlechter Mensch oder was ist falsch mit mir?

Und Wer bin ich überhaupt da noch wenn diese Sachen dann fehlen halt ähnlich so auch zu dem Thema Beruf oder KünstlerInnen sein. Dass es ja auch etwas ist, was wir konsumieren und uns ausmachen. Und dass ich mir vorstellen könnte, das es dann dazu auch mit sorgen kann, dass Leute so aggressiv reagieren weil sie sich in ihrer selbst angegriffen fühlen.

Und es vielleicht auch deswegen dazu sorgt, dass die Leute eben in dieser Aggression reagieren weil es aus ihrer Perspektive auch viel Dame zu tun hat und sie deshalb eher das Gefühl haben, nicht nur ein Wort wird ihnen weggenommen sondern einen Teil ihrer selbst oder halt. Sie werden dann auf einmal vielleicht doch ein schlechter Mensch sein. wenn sie dann dachten die ganze Zeit oder von der Überzeugung sind dass man bestimmte Wörter benutzen kann.

Dass man das ja gar nicht diskriminierend rassistisch queerfeindlich oder so gemeint hat Und dass sie in dieser Überzeugungen sind, dass sie richtig sind weil wer stellt sich denn gerne freiwillig als böser Mensch da? Und das macht ja auch noch viel trauriger, dass man gar nicht so die Menschen erreichen kann. Die man eigentlich erreichen möchte wenn man sagt hey, die WM ist problematisch und wir sollten das kritisch unterfragen, wir sollten es bulkotieren.

Das mit dem Fleischkonsum sollte mir kurz Streckenflüge usw. dass es vielleicht aber auch die Schwierigkeit gibt in bestimmten Themen oder bestimmten Bereichen nach guten Alternativen zu schauen. Also sei es jetzt irgendwie beim Konsum, aber sei es auch beispielsweise mit Berufen oder mit dem was wir halt machen um halt auch Geld zu verdienen und das ist ja dann vielleicht schöner wäre wenn wir wüssten nicht so heftige Konsequenzen hat.

Ich meine, du bist ja mit der Thematik deines gesundheitlichen Zustands auch in die Öffentlichkeit gegangen was dann auch eine bewusste Entscheidung ist mache ich das, mache ich es nicht und du erzählst jetzt sehr viel auf Instagram darüber, dass du arbeiten möchtest und wie's mit den Jobs aussieht. Und ich krieg' das halt durch Friends mit wie Schauspieler ihre Jobs bekommen.

Das ist ja auch schön wäre, wenn es Alternativen gäbe oder wenn es schön wäre dass dieses System nicht darauf so fokussiert wäre. Alle müssen sich diesem System beugen und alle müssen funktionieren und sobald du aus irgendwelchen Gründen auch immer nicht funktionierst bist du eigentlich im Grunde auf dich alleine gestellt Wenn du dich nicht darum vorgekümmert hast, wenn du nicht irgendwie genug Geld hattest für Rücklagen Oder ein familiäres Netz hast was dich auffängt oder oder oder.

Und das ist ja Ja, wieder zurückführend ist auf das System. Was einen wütend macht aber auch traurig zugleich finde ich. Ich find zwei Sachen total interessant. Das eine ist die Identität, die wir uns selber als Konsumentinnen geben. also du hättest mich ja auch ankündigen können Denise der Fußballfan was jetzt in diesem Sinne nicht stimmen würde. doch zu Großereignissen, gucke ich auch gerne Fußball.

Und ich würde auch gerne gucken wie Senegal oder so spielen und es interessiert mich auch und ich lese mir die Ergebnisse durch aber ich halte mich halt dran und guck das jetzt eben mal nicht und dann mache ich stattdessen was anderes und habe jetzt einmal diesen Verlust Fällt mir aber relativ leicht, wie gesagt so Hardcore-Fußballfans klar. Das ist Teil ihrer Identität die wir ihnen nehmen wollen und mit dem Fleischkonsum ist es genauso.

Und das kann ich sogar nachvollziehen weil ich esse gerade wieder Fleisch. Ich war ja ewig vegan und auch Vegetarierin Und jetzt manchmal, wenn mein Sohn kocht dann esse ich was davon und da kenne ich dieses Gefühl von guilty. Also ich kenn noch das Gefühl von... Ich mag das gar nicht so aber ich kenn auch das Gefühl oh ich mache jetzt gerade etwas Schlimmes dass erzähle ich lieber niemandem.

Und dann habe ich aber gelernt auch jetzt irgendwie damit umzugehen also zu sagen okay das mach' ich jetzt dann auch mit einem Gefühl von, das ist jetzt gerade okay. und trotzdem kommt das was ich als Kind schon hatte. Ich habe auch als Kind kein Fleisch gegessen. Kommt mein Brain durch und sagt so, dass es ein totes Wesen ist. Dieser Fisch, meinen Sohn hat gestern einen Gericht aus Mali gekocht glaube ich mit Fischfrikadellen.

Diese Frikadelle war mal ein lebendiges Wesen und das essen wir jetzt in einem Sandwich, irgendwie mit scharfer Soße. Das ist komisch! Und diesen Gedanken hatte ich schon als Kind... ...und ich kann mir auch vorstellen dass man so reagiert, dass man sagt Ich will den Gedanken nicht haben und du gibst ihn mir jetzt mit deinem Lass mal das Fleisch essen weg Und ich werde total sauer und aggressiv.

Ich baue mir eine Hülle, um diesen Schmerz nicht fühlen zu müssen, den ich gerade erlebe mit dem Bewusstsein, dass sich ein totes Wesen esse.". Das ist ja total absurd eigentlich! Es ist nicht eigentlich... das ist total absurd, dass wir das machen. Dass wir töten und das dann essen. kommt mir nicht mit Biologismen und Frühjahr. Und die Uhr ... Nee, wirklich nicht! Weil wir leben nicht mehr im Mittelalter oder noch früher in der Steinzeit sondern wir leben jetzt und haben viele Optionen.

Wir haben viel Wissen über den Körper erlangt und damit können wir auch arbeiten. Aber für manche ist das halt Teil ihrer Identität. Ich bin zum Beispiel Köchin. ich muss mein Fleisch probieren also ich bin keine Köchin. Aber wenn man Köchin ist, muss man das gleich probieren was man zubereitet oder man muss irgendwie sich auskennen mit den verschiedenen Zubereitungszeiten. Und das ist dann auch Teil der Identität.

und auch wenn man als Konsument eben das immer so gemacht hat und es auch zum Beispiel das Essen ist was die Oma immer gekocht hat, dann ist das Teil meiner Identität. Das hergeben zu müssen ist halt schmerzhaft. Dann hast du noch einmal diesen Beruf, den Beruf angesprochen. Ich bin so stolz auf mich dass ich mich daran erinnern kann. Wow!

Und ja also das ist wirklich nicht ohne gewesen dieses Outing weil das ja bedeutet, dass ich erstmal in der Branche als diejenige die nicht arbeiten kann aufgrund einer Krankheit abgestempelt bin. Früher hat auch niemals eine Schauspielerin gesagt, dass sie schwanger war. Die haben sich versteckt wenn der Bauch sichtbar wurde oder so weil dann ist man immer die Schwangere und es dauert erst mal Monate bis die Leute checken, dass man nicht mehr die Schwangers ist.

aber ich hatte so viele Anfragen in den letzten Monaten von vielen tollen Karsterinnen für viele tolle Projekte und auch Angebote nicht nur anfragen. Und ich musste die dann immer absagen, und habe dann irgendwann keine Energie mehr gehabt, irgendwas zu erzählen. Also ich hab' nicht gelogen, sondern ich hab einfach gesagt Ich kann nicht! Dann wurde aber noch mal gefragt Warum denn nicht? Das ist doch ein tolles Projekt.

Und dann bin ich dazu übergegangen einzeln zu sagen Wie es bei mir aussieht, nämlich dass sich eine gerade eine seltene Erkrankung habe, die mich dazu zwingt. Zumal mal die Woche zum Arzt zu gehen Bluttransfusionen zu bekommen usw., die dann in dieser Darin endete, dass ich ne Hirnblutung hatte.

Das dazu führte, dass sich auf die Intensivstation kam und wirklich gedacht hab lustigerweise weil ich immer große Angst vor dem Tod hatte wenn ich jetzt sterbe ist das okay So, dann finde ich das nicht schlimm. Als mir gesagt wurde du bist fast gestorben Denise fand ich es ganz schlimm und habe gedacht Ich bin so froh dass ich am leben bin Dass sich da bin ich will leben ich will nicht sterben.

So als das dann vorüber war würde mir das eben gesagt ja Du bist tatsächlich fast gestorsen Und in dem moment hatte ich aber keine angst und ihr könnt mich glauben immer Angst vor dem Tod, auch jetzt wieder. Und ich finde es ein gutes Zeichen weil wir das Leben damit bejahen. aber als ich kurz vom Tod war hatte ich gar keine Angst. also das ist für mich irgendwie auch ein beruhigendes Learning gewesen dass die dann weg war. nochmal so als Sight Info.

Aber ich habe dann irgendwann eben dieses Posting gemacht und erzählt so ein bisschen wie es mir geht, weil ich keine Lust mehr hatte. Etwas das eben in dem Moment selbstverständlich zu mir gehört hat, eben dieser Verlust meiner uneingeschränkten Gesundheit was ja auch schmerzhaft sein kann. Ich wollte das nicht als Geheimnis für mich bewahren, als wäre das was Schlimmes als würde ich irgendwie was verbergen müssen. Und es war eine große Erleichterung, das zu erzählen auch mit dem Wissen.

Dann kann es sein, dass sich jetzt erst mal nicht mehr angefragt werde und dann kann es auch sein, ist das erstmal in den Köpfen der Leute so bleibt, dass ich nicht mehr angefragt werde? Ich bin auch gerade an einem Punkt wo ich schauspielerisch auch endlich gesehen wurde wo es so abgeht.

Also ich musste immer sehr viel auch strengen, auch als schwarze Schauspielerin... Ich bin jetzt auch schon über fünfzig und das ist irgendwie vom Alter und als Schwarzes Schauspielerin super schwierig in Deutschland und dann noch hatte ich super viele Anfragen und super viele Angebote und auch schöne Sachen und bin gerade an einem Punkt, wo es hätte in großen Schritten weitergehen können Und auch das habe ich damit verloren sozusagen.

Erst mal, weil es kann ja auch sein dass das wieder kommt und da will ich eben auch was bei Trauer in diesem Fall mit dazu gehört ist auch Hoffnung, dass es besser wird. Es war aber sehr erleichtern einfach zu sagen so sieht's gerade aus also... das nicht endauernd wieder zu wiederholen und einzeln zu sagen, sondern einfach mal so rau... damit es hat sich angefühlt vielleicht wie ein Outing.

Also kann man vielleicht nicht vergleichen aber es hat es sich so ein bisschen so angefühelt auch vielleicht wenn man sagt, wenn man auch mit seiner Neurodivergenz zum Beispiel rausgeht muss ich das auch ähnlich anfühlen dass man einfach sagt So sieht's aus. Das gehört eben auch alles zu mir, das ist Teil meiner Identität im Moment.

Also es kann auch wieder gehen bei mir mit dieser Erkrankung aber dieses was gesellschaftlich als Markel... Auch jetzt mache ich wieder Anführungszeichen... Als Marke gesehen wird. Das trage ich jetzt nach außen. Und dabei hilft mir auch, übrigens, Social Media und dass sich sehe, dass so viele Leute sich offen zeigen zb mit ihrer Neurodivagenz zum Beispiel mit ihrer Erkrankung oder so.

Und es ist auch irgendwie krass anzusehen das man damit einfach nicht alleine ist und es ist super hilfreich dass es Menschen gibt, die das machen damit man diesen Schritt selber auch gehen kann und nicht zusätzlich dazu noch so ein Versteckspiel spielen muss. Und das ist eben eine Realität für viele also jetzt nicht nur mal im Beruf auch in anderen Berufen, dass sie das gut maskieren müssen.

Wir hatten's vorhin bei Neurodivergents aber auch bei anderen Erkrankungen, dass man einfach ne Maske gerade spielt damit man nicht aufliegt als Mensch. Oh mein Gott, sie ist nur ein Mensch! Ja so ein bisschen fühlt sich das an und zum Menschen gehört eben die Trauer auch und all das was wir so fühlen

Aber auch was du gerade am Anfang gesagt hast, dass diese Identität als Konsument in... Da steigt mein Kopf auch schon direkt in so ein Rabbit Hole, weil viele Jahre bevor ich das alles jetzt gemacht habe was ich jetzt mache.

Habe ich auch Geschichte und Archäologie studiert und mein mündliches Prüfungsthema an der Geschichte war die Entstehung der Massenkonsumgesellschaft im Deutschen Kaiserreich Und dass wir auch tatsächlich die Zeit wo Marken entstanden sind Weil vorher war das so, du bist dann in so ein Eckladen gegangen und hast gesagt, du hättest gern eine Zweihundertfünfzig Gramm Mehl. Und dann hast du einfach Mehl bekommen oder du hattest Zigaretten gefragt?

Ja. Dann hatten die so riesige Kisten und die haben dir dann die Stückzahl an Zigaretnen gegeben, die du haben wolltest oder haben dir dein Etui vollgemacht. So wie heute im Lohseladen! Ja, vielleicht nicht Zigaretten. Also ich glaube nicht das Konzept passen würde in diese Unverpacktläden dass man da jetzt auch noch so Tabak Solose kaufen kann.

aber sind ja diese Marke entstanden weil die wollten ja herausstechen und natürlich halt in Deutschland war es dann halt auch solche Sachen selters Wasser Magiknoa wie die auch alle hießen Und diese Firmen brauchten ja diese Verbindung zu den Menschen und die mussten ja irgendwie eine Identifikationsverbindung knüpfen, dass Leute dann Produkt A kaufen, Produkt B vorziehen usw.

Und natürlich auch dieses ganze Marketing allgemein also in allen Bereichen wo du konsumierst, in welchen Läden du gehst, welche Produkte du kaufst und das ist ja natürlich so, kaufe ich jetzt Bio, kauf' ich jetzt Regional? irgendwelche exklusiven Sachen. Und dass das halt auch sehr viel damit zu tun hat, wie man gesehen wird und was es mit einem zu tun hatte.

Ich finde Social Media hat positive Aspekte aber auch vieles, was ich so ein bisschen schwierig sehe eben halt auch so mit Konsumverhalten und wie man sich beeinflussen lässt. Das resonierte auch so sehr wieder mit dem anderen Punkt den du gesagt hattest, wenn man etwas tut wo man sich guilty fühlt, wo man sich schlecht fühlt. Und ich finde das geht auch so sehr schnell einher mit Scham und Scham funktioniert ja auch nur wenn eine andere Seite einen richten würde in Anführungszeichen.

Wenn man beschämt wird? Genau genau also für Scham braucht du schäumst dich ja nicht ganz allein in deinem Kämmerchen so sondern es ist immer jemand der dafür sorgen würde dass du dich schähmst. und das kann natürlich halt auch sein mit Sachen die man tut mit Sachen, die man konsumiert und das können ja auch tausende Gründe haben. Aber dass man trotzdem dann so Gedanken hat, wie erzähle ich lieber niemandem oder das behalte ich jetzt für mich.

Weil man halt Angst hat glaube ich auch wieder dieses Gefühl zu haben, man ist nicht gut genug und man wird nur in dieser einen Version geliebt und gewertschätzt und verstanden obwohl Menschen so komplex sein können und es können tausende andere Sachen haben. Und Ich musste auch gerade daran denken als du an anderen Gedanken und ich hoffe diese Verknüpfung ergibt Auch Sinn außerhalb meines Kopfes.

Was das für dich bedeuten würde, wenn du mit deiner aktuellen gesundheitlichen Situation an die Öffentlichkeit gehst, dass du davor sehr viele Anfragen hattest und auch währenddessen bevor du damit öffentlich gegangen bist, dass dir jetzt alle weg sind und dass du hoffst, Dass es irgendwann halt wieder zurückkommt Wenn es dir dann auch besser geht. Und ich mich dann frage so Aber dann ist ja auch wieder die Hoffnung da dass man denn das System reinpasst.

Und ich mich frage, warum gibt es nicht da auch Leute im System die dann sagen so hey okay Denise du kannst es jetzt nicht aus gesundheitlichen Gründen aber warum bist du dann halt sozusagen die Person die ausgetauscht wird oder die Person der dann im Casting nicht berücksichtigt wird? Warum hinterfragt man da nicht die andere Seite? Warum sagt man da Was könnten wir denn an anderer Stelle ändern?

Könnten wie das Drehbuch verändern, könnten wir das irgendwie so bauen dass wir dann sagen oder vielleicht Projekte einfach vorziehen nachziehen. Dass wir sagen so hey! Wir wollen aber ganz spezifisch dich und wir wollen das jetzt machen. Stimmt Und warum ist es dann wieder das Individuum was sich darum kümmern muss dass es wieder ins System passt?

und das frage ich mich halt und vielleicht fehlt mir da auch die Expertise und vielleicht sind das auch wieder so systemische Sachen die nicht nur von einer einzigen Produktionsforma entschieden werden können, dass man sagt hey wir drehen jetzt alles um für die Person und wie viel Geld da zusammenhängt. Und und und und aber das ist mich dann auch Frage so warum müssen wir uns dann wieder ändern? Warum geht es nicht andersrum?

Das ist irgendwie genau weil du hast grad gesagt wie viel Gelder anhängt. in so einem Nebensatz und das ist genau das Problem sind einfach ökonomische Gründe Fast immer, weil ich könnte ja drehen. Wenn man dafür sorgen würde dass irgendwie nur wenige Leute im Raum sind wenn nicht zu meinen Terminen gehen kann. Ich bin ja auch nicht alleine sozusagen in einer speziellen Situation als Schauspielerin es geht ja ganz vielen so.

Wenn die Bedingungen geschafft werden würden das ich so arbeiten kann könnte ich ja arbeiten. Das wäre ja gar kein Problem. aber kann davon ausgehen, dass diese Bedingungen nicht geschaffen werden. Aufgrund von eben davon, dass die Produktionsfirma ihr Geld zusammenhalten muss. und wir leben eben immer noch und darauf führt eigentlich immer alles zurück in diesem kapitalistischen System das uns bestimmte Dinge aufdrückt und immer das Individuum hinter den Erhalt des Kapitalismus stellt.

Also immer die Menschen eigentlich, nicht nur das Individuum sondern die Menschen stehen eigentlich immer hinter dem Erhalt, also des kapitalistischen Systems dass sie Produktionsfirmen funktionieren und so weiter. Ja und das ist, da hast du total recht. Warum ist es nicht so? Also ich bin gerade jetzt auf die Idee gekommen, dass klar, es könnte eine coole Produktionsfirma um die Ecke kommen und sagen hey wir haben hier diesen Film und wir sehen dich da!

Und ich übrigens habe auch mit einer Kasterin gesprochen, die gesagt hat was können wir tun? also... Die, die sogar gesagt hat ich gehe jetzt noch nicht aus damit was du mir jetzt hier gerade erzählst. Wir warten nochmal ein bisschen und ich habe dann aber gesagt nee Ich möchte das nicht weil ich will die auch nicht in Gefahr bringen. Und da ging es natürlich auch darum. Dass ist dass sich wollte dass die Produktionsfirma einen reibungslosen Ablauf hat. Aber die hat auch hat das genauso gesehen.

die Kastlerin. lasst uns irgendwie mal gucken wie das wie das mit dir weitergeht und so lange abwarten. Letztendlich hätte ich es nicht machen können, weil dann kam ja noch die Hirnblutung. Aber der Gedanke den du da hast ist total wertvoll! Und ich wollte noch eine Sache sagen zu deiner Läden... die es früher gab und wo sich dann Marken gebildet haben. Und natürlich auch Werbung für die Marken, die mich in meiner Kindheit total versaut hat.

Ich kann dir da noch einiges vorsingen an Liedern, die ich in der Werbung gehört habe. Aber das ist mir eingefallen, dass meine Mutter hat ihren Kartoffel, ihre Nudelsalat niemals einfach nur mit Mayonnaise gemacht, sondern mit Mirakelwipp Nicht etwa mit Miracle Whip, sondern mit Mirakel Whip und das macht einen großen Unterschied. Das ist nur die Sache was es halt ausmacht solche Marken und das ist ja auch so dazu gehört so.

Ja mein Nudelsalat mache ich nur damit nicht mit allem anderen Genau genau mit dem wundersamen Whip. Mir ist übrigens gerade erst eingefallen, dass es ja gar nicht Miracle-Whip heißen kann! Aber ich glaube in der Deutschsprachengewerbung hieß es doch das die Miracle Whip dazu gesagt haben? Glaube ich nämlich schon? Ja wahrscheinlich war das genau so und das ist sowieso interessant wie wir denn auch englische Begriffe einfach eindeutschen so ohne... Rücksicht auf Verluste.

Das ist halt unser Produkt, ne? Dem sprechen wir auch mit unserer Sprache. Aber die Deutschen lieben es ja irgendwie auch fremdsprachige Begriffe zu benutzen. das ist ja auch irgendwie schick. aber sie wollen trotzdem im Moment einfach wieder zu Deutsch sein und alles was auch noch deutsch ist wie zum Beispiel wir beide darf nicht dazugehören und das macht mich auch ganz schön traurig, aber darüber haben wir ja schon gesprochen. Wir gehören genauso zu Deutschland wie Mirake Wipp!

Das kommt so auch in die Showdowns? Wir gehören genau so zu Deutschland als Mirake Wyp. Recht bei einer unserer Reden... Ich habe bisher noch nie eine Rede auf einer Demo gemacht, aber vielleicht wenn du die nächste Demo Redemask kannst du das ja dann auch sehr gerne bringen, so ich gehör genauso zu deutern wie Mirake Wipp und vielleicht noch andere Marken. Und auch mit diesen Liedern zu den Werbungen. Ich habe das als Kind nur konsumiert. Werbeslogans und sowas.

Und das hat so schön geprikelt in mein Bauchnabel, diese ganzen Sachen kann ich einfach so alles? Ja wir alle! Da gehen gleich Bilder auf... Ich meine wir haben ja sogar Werbungsraten gespielt. Kann man mal sehen was für eine Welt wir aufgewachsen sind dass wir Werbung geraten haben, erraten haben. Wofür könnte die Werbung sein?! Ja, genau. Und dann auch das irgendwie klassische Lieder, dass wenn ich das höre, dann kommt immer sofort ... Es ist einfach versaut!

Das kann man jetzt nicht mehr hören als normales Lied und da... Genau damit sind halt unsere Realität. so sieht es nämlich aus. aber Weil du halt gesagt hast, du schreibst gerade ein Sachbuch. Ich war noch über eine Sache traurig und dann ... Nee, ist das schon... Haben wir schon ne Stunde gesprochen eigentlich? Ja so Pima-Daum! Kann ich das noch erzählen oder...? Natürlich, also ich hab jetzt keinen harten Kartel. Okay, ich war halt über eine Sachen wirklich traurige.

Ich habe nämlich auch einen Buch geschrieben über meine Erkrankung und also angefangen zu schreiben. Ich hab zweihundertachtzig tausend Zeichen, das sind glaube Hundertfünfzig Seiten bisher und suche gerade eine Literaturagent-Tour dafür. Und es ist meine Biografie, die sich... Also, oder das sind Teile meiner Bi... So eine Art Memoir. Teile der Biographie, diese sich so entlang hangeln auch an dem Krankheitsverlauf.

Wir haben überhaupt nicht über das... Ja, über medizinische Geschichten erzählt was ich ja eigentlich aufdrängt, gerade wenn wir beide uns treffen dass wir auch mal einmal ganz kurz in diesen medizinischen Sektor gehen.

Ich habe auf jeden Fall davon berichtet wie es mir damit ergeht und was für Dinge passiert sind oder aber ganz ganz viel zurück geschaut in meine Kindheit und in meinen Jugend und da sind wahnsinnig verrückte Dinge zu Tage getreten die mir wirklich zeigen das deutsche Geschichte in uns allen lebt und das ist wirklich sehr, sehr spannend geworden eigentlich. Und da habe ich eine Absage bekommen von einer Literaturagentur.

Das hat mich richtig traurig gemacht weil ich gedacht habe es geht ganz einfach. Ich hab ne ganz wertschätzende und tolle Absage bekomme aber dann werde jetzt halt Autorin. Es geht easy und schreibt lag mir liegt mir Und ich habe super viel und super schnell geschrieben. Und anscheinend auch schön, was mir auch irgendwie widerspiegelt wurde so dass man es gerne liest. gut funktioniert, aber eben nicht gut genug für eine Literaturagentur. Darüber war ich traurig dass es nicht einfach geht.

als letztes genau das sich nicht sofort weitermachen kann mit einem fetten ja mit einer tollen Literatur Agentur mit nem fetten Vorschuss von dem Verlag und so. also falls ihr in der Branche seid gemeldet euch gerne bei mir! Ich bin noch auf der Suche. Ja, das wollte ich gerade sagen. Wollte ich noch irgendwas sagen? Nee! Das wollte ich nur nochmal kurz loswerden als kleines Ding. Genau nein du schreibst ein Sachbuch unmedizinischer. darüber haben wir nicht gesprochen.

was mir noch eingefallen ist dass ich war ja drei Monate im Krankenhaus und in diesen drei Monaten habe ich natürlich enge Beziehungen zum Pflegepersonal aufgebaut. Und jetzt kürzlich, also vorgestern war ich noch mal zu einer Kontrolle. Das waren eine Kontroll-Untersuchung quasi meines Knochenmarks da.

Also mein Knochemark wurde untersucht und da habe ich nochmal eine Nacht auf der Station verbracht, auf der ich diese drei Monate war und hab auch sehr lange mit einer Pflegekraft gesprochen die wohl noch nicht so lange da ist glaube ich erst ein halbes Jahr oder so. Und sie hat gesagt, dass sie sehr traurig war.

Jetzt die ganze Zeit, weil auf der Station super viele Leute in einer Nacht gestorben sind und sie hat gesehen, dass ihren den anderen Pflegekräften eben nicht so krass ging das es ihnen nicht so stark zugesetzt hat, weil sie schon häufiger Menschen haben sterben sehen. Und ich frage mich auch, ob dieses Gefühl von Trauer, ob sich das abnutzt sowie aus Selbstschutz.

Dass man sich sozusagen einen Panzer zulegt um Sachen nicht mehr so doll zu fühlen weil man sie andauern fühlen muss und die haben glaube ich auch super Vision aber nicht so regelmäßig und auch gar keine Zeit so richtig dafür zur solchen Termin zu gehen tierische Belastung, die sie haben. Und da muss ich auch wirklich kurz mal innehalten und darüber nachdenken wie das eben für diese Pflegekräfte so ist wenn sie neu in diesen Beruf geworfen werden.

Das eben noch nicht so ist dass Sie diesen Schutzpanzer aufgebaut haben. Da hast du sehr viele Themen aufgeworfen. Gute sich immer mitspreibe, weil ich wollte auch eigentlich noch was ganz anderes sagen zu den Jingles. Ja das ist ja nicht nur mit Marken, da komme ich am Ende nochmal zu Serien und Filmen, dass wir bestimmte Filme dann auch so... Wir hatten vorhin Harry Potter gesprochen. alle kennen oder sehr viele kennen das Intro sobald es anfängt. Ah wissen direkt wo uns geht!

Das kann natürlich auch bei Serien sein. irgendwie weiß ich nicht friends how met your mother? Dazu komme ich später nochmal, diese andere Zwischen-Einschieb zu dem Thema Buch. So ging es mir ähnlich als ich nach einer Literaturagentur gesucht habe, kam auch eine sehr wohlwollende Absage mit.

so ja das ist ein tolles Thema aber nicht Mainstream genug, weil das Sachbuch was ich erschreibe... Soll ja um Trauer gehen, aber es soll halt nicht so ein heilsames wohlwollendes, oh guck mal jetzt müssen wir uns einfach alle lieb haben und du musst dich doch hart genug anstrengen. Du musst dann doch irgendwie diese altbackenden Trauerphasen durchgehen und das wird alles schon gut.

Deshalb fühle ich mit dir und ich drücke auch die Daumen dass es dazu klappen wird was das angeht Und zu diesen Erfahrungen die du geteilt hast halt eben mit dem Krankenhaus Und da kommt dann wieder der Einschieg von vorhin. Da musste ich tatsächlich daran denken... Ich hatte bisher nicht solche Gespräche, aber ich musste tatsächlich daran danken als ich dieses neue Auferleben von Scrubs gesehen habe.

Da spielt das irgendwie gefühlt zwanzig Jahre später oder sowas diese Neuaufmachung und ich hatte mir das angesehen und fand es sehr spannend so wie bestimmte Themen auch wieder aufgetaucht sind. Da war dieser alte Cass von Scrubs, die aber jetzt sozusagen eher eine lehrende Perspektive und eine Position eingenommen haben. Und es gibt so einen neuen Cass an neun jungen Ärztinnen.

Und dann gab es auch wieder eine Folge, wo es darum ging, okay, es sind verschiedene Patientinnen reingekommen... ...und das Thema der Folge war wer von diesen Patientinnen, die am Anfang der Folge aufgetaucht sind, wer wird von denen sterben? Oh mein Gott.

Und ja, Skrups ist natürlich halt witziger gelabelt aber im Grundton es war das auch, dass dann den beigebracht werden sollte so... Es kann sein, dass gar keiner stirbt und ich werde das jetzt nicht spoilern wie die Leute, die die neue Staffel noch nicht gesehen haben. Aber es kann auch sein, ne? Dass alle sterben einer stirbt Das man dann sowohl damals in der alten Skrup Serie als auch jetzt ... auch dieses Feedback bekommt von älteren oder von Leuten, die länger dabei sind.

Man muss irgendwie lernen damit klarzukommen dass der Job einen nicht zerbricht und das ist ja auch bei Ärztinnen... Das hatte ich auch anfangs gesagt würde ich als ein der Berufe sehen,... ...die sehr stark identitätsstiftend sind und es kann natürlich halt auch sehr belastend sein in welcher Macht man steht. also so plakativ gesagt, man halt über Leben und Tod mitentscheiden kann.

Und gerade auch über Tod, dass man natürlich vielleicht dann auch eher verfallen kann in diese Situation zu denken was hätte ich besser machen können? Auch wieder dieses bin nicht gut genug in meinem Job und diesen Wunsch kann ich so viele Leben retten wie möglich. Ich habe dazu ein Buch gelesen schon vor Ewigkeiten im Bezug auf meine Arbeit bei Queermit weil ... ich so viele Diskriminierungserfahrungen auch erzählt bekommen und ich halt auch gemerkt habe, dass das was mit mir macht.

Und in dem Buch ging es halt auch darum hauptsächlich eben um Therapeutinnen oder generell Praktizierende und diese mit dem Trauma der anderen leben können und arbeiten können also gerade dieses Second Hand Trauma wird das manchmal auch genannt Sachen die ein nicht spezifisch selber betreffen sondern was man mitbekommt Was andere Leute an Gewalt erfahren oder was man erzählt bekommt.

Diese Supervision ist es schön, wenn es sowas gibt aber noch schöner wäre es, wenn die Leute das halt auch wahrnehmen können und gerade in auch wieder so einem kapitalistisch orientierten System wie Krankenhäusern. Ist es ja ultimativ schwer das überhaupt zu machen? Und eine große Herausforderung auch wiederum für die einzelnen Menschen was wieder darauf zurückführt Welche anderen Unterstützungssysteme man hat, also was hat man für eine Familie?

Wie hat man Herausforderungen davor schon irgendwie meistern können. Also in dem Buch was ich auch aktuell schreibe geht es halt auch sehr viel darum so... ...was es für individuelle Wege gibt durch die Trauer zu kommen und dass man lernen kann irgendwann zu sagen hey okay das habe ich geschafft schaffe ich das halt in Zukunft weiter und dass so sich ja Resilienzen irgendwie aufbauen können nach und nach. Das ist so.

dieses Schwierige ist, was mir jetzt noch irgendwie eingefallen ist auch so Richtung Abschluss weil du ja meintest, ne? Dass es da schon eine Kastrin gab die dann halt versuchen wollte die entgegenzukommen und zu unterstützen. Da muss ich auch ganz stark daran denken, was du eigentlich selber ganz am Anfang gesagt hast. Was doch eigentlich so im Fokus aller Kasse entsein sollte.

Dass du selber von dir gesagt hast, du bist eine bessere Schauspielerin als davor bevor das alles passiert ist und... Ich finde auch dass diese Lebenserfahrungen welche auch immer designen können Das es zum einen schön ist, dass wir auf Social Media auf individueller Basis halt diese Sichtbarkeit haben und sehen können, ah, diese Person hat davon erzählt wie es ist mit dieser seltenen Erkrankung zu leben. Und lässt uns daran teilhaben, wie's ist durch dieses System zu gehen.

eine andere Person erzählt von ihrer Neurodilvergänzene dritte Personen von ihrer Behinderung usw. und so fort und das ist ja auch schön. Und gleichzeitig wäre es dann aber auch schön dass wir wirklich auch weiterhin so sein dürften ohne uns dazu zu verbiegen oder ohne zu fürchten, dass es Konsequenzen haben könnte für uns. Ja und das wäre auch schön wenn wir nicht nur die Neurodivergente oder nicht nur erkrankte Schauspielerin gerade sind sondern dass wir einfach immer noch alles sein dürfen.

Und auf meinem Social Media mache ich das ja auch so alles Poste, worauf ich gerade Lust habe. Das kann man vielleicht nicht in eine Schublade stecken und man bekommt nicht immer das Gleiche. Das sind ja die Accounts, die dann viel lieber geklickt werden weil da weiß man was man kriegt aber man weiß bei Menschen eben nicht was man bekommt und das wissen wir ja selber für unser Leben gar nicht.

Ja, es kann sich immer alles verändern in welche Richtung auch immer und das ist manchmal sehr überraschend. Und manchmal sehr traurig und manchmal ist es auch wunderschön! Das waren sehr, sehr schöne Worte. Denise ich danke dir herzlich für deine Zeit und für alles was du mit uns geteilt hast. Ich danke dir für die Einladung Samsung! und das Leben danach. In eigener Sache, dieser Podcast ist selbst produziert und finanziert!

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