Hören – Aufgabentyp 2 – Kostenfreier ÖPNV - podcast episode cover

Hören – Aufgabentyp 2 – Kostenfreier ÖPNV

Jun 11, 20256 min
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AUFGABE

  1. Prof Dr. Mara Vogel – Forderung: ________ – Argument: ________

  2. Patrick Albrecht – Forderung: ________ – Argument: ________

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LÖSUNG
Hier siehst du mögliche Lösungen. Eine Lösung reicht.

  1. Prof Dr. Mara Vogel – Forderung: ÖPNV ticketlos / Nulltarif einführen – Argument: Fahrten steigen ca. 25 %; Autoverkehr & CO₂ sinken; Beispiel Tallinn zeigt weniger Stau, bessere Luft

  2. Patrick Albrecht – Forderung: Qualitätsausbau + Sozial gestaffelte Preise – Argument: Nulltarif verursacht ~100 Mio. € Defizit; gezielte Vergünstigungen & dichter Takt motivieren nachhaltiger, halten Haushalt stabil

Transcript

Dies ist eine Beispielaufgabe für den digitalen Test darf Prüfungsteil hören Aufgabentyp 2 Textstellen zu Begriffspaar notieren. Sie hören eine Podiumsdiskussion zum Thema Kostenfreier ÖPNV in Großstädten? Sie hören das Gespräch einmal? Notieren Sie für jede Person auf der linken Seite, welche Forderung die Person hat und auf der rechten Seite ein dazugehöriges Argument. In Stichpunkten wie in der Podcast Beschreibung angegeben. Nach dem Hören haben sie 3 Minuten Zeit, um ihre Antworten

zu kontrollieren. Guten Tag und herzlich Willkommen. Seit Jahren wird in deutschen Städten darüber diskutiert, ob Bus und Bahnfahrten für alle Passagiere kostenlos sein sollten. 2 Gäste möchten heute ihre Standpunkte vorstellen. Professor Dr. Mara Vogel, Verkehrssoziologin an der Tu Rhein Main, und Herr Patrick Albrecht, Leiter Finanzen und Tarifwesen bei den Stadtwerken Nordstadt, Frau Professor Vogel, sie plädieren für eine radikale Änderung, worauf zielt ihr Vorschlag ab?

Es braucht einen grundlegenden Wandel im Denken. Der städtische ÖPNV muss komplett fahrscheinlos werden. Finanzieren ließe er sich über eine pauschale Nahverkehrsabgabe, die alle Einwohnerinnen und Einwohner sowie ansässige Unternehmen zahlen. Warum Ticketpreise sind eine psychologische Barriere, wenn keine Fahrscheine mehr gelöst werden müssen, steigen laut internationalen Studien die Fahrgastzahlen um bis zu 25%, während der Autoverkehr signifikant sinkt.

Weniger Stau senkt nicht nur Emissionen, sondern spart auch Zeitkosten der Pendler sowie Instandhaltungskosten der Straßen. Die Stadt Tallinn verzeichnet seit der Einführung ihres Modells einen Rückgang der Pkw Fahrten um fast 20% das beweist, dass gratis ÖPNV ein wirksames Instrument gegen Verkehrslärm und Klimabelastung ist. Das klingt verlockend, aber ich sehe eine andere Priorität.

Statt eines Nulltarifs brauchen wir sozial gestaffelte Preise plus massiven Qualitätsausbau, denn ein gratis Angebot reißt bei uns jedes Jahr eine Finanzierungslücke von über 100000000€. Bezahlt würden dann indirekt auch Vielfahrer, die sich den heutigen Ticketpreis leisten

können. Viel sinnvoller ist ein differenziertes Modell, Schüler, Studierende und Transferleistungsbeziehende erhalten weiterhin sehr günstige Sozialtickets. Während Gelegenheitsfahrer moderate Einzelfahrpreise zahlen, die gesicherten Einnahmen investieren wir konsequent in dichtere Takte, neue E Buße und barrierefreie Haltestellen. Denn verbesserter Service motiviert die Menschen stärker als ein Nulltarif, weil Zuverlässigkeit und Komfort im

Alltag entscheiden. In Wien wuchs der Marktanteil des ÖPNV vor allem durch den Ausbau des Netzes. Nicht durch gratis Tickets. Zudem schützt ein sozialer Staffelpreis den städtischen Haushalt vor Defiziten, die sonst zu Lasten anderer kommunaler Aufgaben gingen. Oh.

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