ZDF, Wollen Sie diese Frau zu Ihrer rechtmäßig angetrauten Ehefrau nehmen? Te hastam Gribnami Kabil tu, Kabil tu, Kabil tu, Ich erkläre, dass sie nunmehr kraftgesetzesrechtmäßig verbundene Eheleute sind. Sie dürfen sich jetzt küssen. Und genau da enden sie alle, die schönen Märchen und die Hollywoodstreifen. Bei glücklich verheirateten Ehepaaren, bis dass der Tod sie scheidet. Ich bin Mirko Drotschmann, ihr hört Terra X History, der Podcast. Und in dieser Folge geht es um die Geschichte der Ehe.
Übrigens ein Themenvorschlag von euch. Fast jede Kultur der Welt kennt sie. Egal welche Religion, egal in welcher Epoche der Geschichte, die Ehe ist immer dabei. Sie scheint bis heute so etwas wie die Basis von Gesellschaften zu sein. In unserem Grundgesetz in der Verfassung der Bundesrepublik Deutschland steht in Artikel 6. Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutz der staatlichen Ordnung. Für viele Menschen ist die Ehe immer noch eines der großen Lebensziele.
Mit einem einzigen Menschen in Liebe bis zum Lebensende verbunden sein. Das klingt ziemlich romantisch, ist es aber teilweise nur für kurze Zeit. Denn Romantik trifft auf Realität und harte Fakten. Im Jahr 2024 wurden in Deutschland rund 349.000 Ehen geschlossen. Der niedrigste Stand seit Jahrzehnten. Und davon halten viele nicht. Auch wenn absolut gesehen 2024 einer der niedrigsten Stände an Scheidungen seit der deutschen Wiedervereinigung verzeichnet wurde.
Werden nach den derzeitigen Scheidungsverhältnissen etwa ein Drittel aller in einem Jahr geschlossenen Ehen im Laufe der nächsten 25 Jahre wieder geschieden. Die Menschen heiraten auch immer später. Das durchschnittliche Alter bei der ersten Heirat ist seit Mitte der 1970er Jahre in der Bundesrepublik kontinuierlich gestiegen. In der DDR hat man noch bis zu ihrem Ende 1989 eher jung geheiratet.
Heute sind in Ost und West bei der ersten Hochzeit die Männer im Schnitt rund 35, Frauen fast 33 Jahre alt. Unter anderem darüber sprechen wir am Ende dieser Folge ausführlicher mit der Soziologin Rosemarie Nabe-Herz. Aber warum brauchen wir überhaupt einen Vertrag, ein Ritual, einen Festakt, um vor aller Welt zu bekunden, dass wir von nun an gemeinsam durchs Leben gehen wollen? Und warum wird gerade die Ehe bei uns vom Gesetz besonders geschützt?
Wann fing das in der Menschheitsgeschichte möglicherweise an mit dem Heiraten? In dieser Folge geht es um die monogame Ehe, also mit nur einem Partner oder einer Partnerin. Viel Ehe oder Polygamie ist in Deutschland verboten, in anderen Teilen der Erde dagegen nicht. In einigen afrikanischen und asiatischen Ländern ist es durchaus erlaubt, mehr als einen Mann oder eine Frau zu heiraten.
Der Polterabend Einen der ältesten Hochzeitsbräuche überhaupt soll es schon in vorchristlicher Zeit gegeben haben. Am Abend vor der Heirat darf alles zerschlagen werden, außer Glas und Spiegel. Der Lärm soll böse Geister vertreiben. Das Zerbrechen von etwas Altem gilt auch als Übergangsritus, das Ende eines alten Lebensabschnitts. Die älteste bisher bekannte Quelle, die uns etwas über die Anfänge des Heiratens und Scheidens erzählt, stammt aus dem Ende des dritten Jahrtausends vor Christus.
Im Kodex Ur-Namu aus dem sumerischen Mesopotamien finden sich auch einige rechtliche Regelungen zu Eheschließung oder Ehebruch. Da heißt es zum Beispiel, wenn ein Mann sich von seiner ersten Frau scheiden lässt, muss er ihr eine Mina, also etwa 500 Gramm Silber zahlen. Die Ehe war also damals schon eine zentrale Form des Zusammenlebens der Menschen und es gab strikte Regeln.
Im Kodex Urnamo steht ebenfalls, wenn die Frau eines Mannes einem anderen Mann nachging und dieser mit ihr schlief, soll man diese Frau töten, aber den Mann freilassen. Was mit untreuen Männern geschah, darüber erzählt uns dieser alte Text nichts. Wir kennen heute noch ein weiteres wichtiges Dokument aus dem antiken Mesopotamien, das die Ehe regelte. Nämlich den Kodex Hammurabi. Er entstand um 1760 v. Chr. in Babylon.
Ohne einen schriftlichen Vertrag ist die Ehe nicht gültig. Auch andere Dinge wurden vertraglich geregelt. Brautgaben, Mitgift, Scheidung. Alles in Keilschrift. Über die Ehe wurde also schon in der ältesten bekannten Schrift der Geschichte geschrieben. Und sie hatte offenbar von Anfang an vor allem eine Funktion. Eigentum sichern, Abstammung klären, Bündnisse schließen. Liebe? Davon ist zumindest in keiner dieser frühen Quellen die Rede.
Wie das dann in der griechischen Antike aussah, genau dazu forscht der Althistoriker Julian Gabriel Schneider an der Universität Zürich. Ja, die Ehe war schon in der griechischen Philosophie, beispielsweise bei Aristoteles, die natürlichste Verbindung zwischen Mann und Frau zur Schaffung einer Gemeinschaft.
Sie wurde verglichen mit dem Naturrecht und mit dem Verhalten von Tieren, aber durch die Eheschliessung zwischen Menschen entstand eben mehr als nur eine temporäre Gemeinschaft zur Erzeugung von Nachkommen, sondern eben auch eine dauerhafte Verbindung, die sozusagen die kleinste religiöse, wirtschaftliche und auch soziale Einheit der antiken Gesellschaft bildete. Insgesamt muss man von einer eher pragmatischen Sichtweise auf die Ehe ausgehen in der Antike.
Also dass es vor allem darum ging, zwischen zwei Familien oder eben zwischen dem Brautvater und dem Bräutigam eben eine Abmachung zu treffen, um eine Ehe zu schliessen. Da spielen wirtschaftliche Aspekte eine große Rolle, beispielsweise die Stellung einer Mitgift durch den Brautvater. und es spielen eben politische Aspekte eine wesentliche Rolle. Das will aber nicht heissen, dass Liebe und Zuneigung gar keine Rolle gespielt haben.
Also wir reden immer wieder, vor allem in Grabinschriften, für verstorbene Ehepartner, dass wirklich eine große Zuneigung zwischen den Personen bestanden, dass ein Verlust eines Ehepartners eine persönliche Tragödie war. Aber reine Heirat aus Liebe der anderen Person gegenüber, das gab es wohl eher selten. Er ist frisch verheiratet. Sage mir, Frau, hast du schon darüber nachgedacht, weswegen ich dich eigentlich zur Frau genommen und deine Eltern dich mir gegeben haben?
Der Name seiner Frau kommt in den Quellen nicht vor. Was wir aber wissen, sie ist jung. Wenn Gott uns einst Kinder schenkt, dann wollen wir uns Gedanken machen, wie wir sie möglichst gut erziehen. Denn auch das ist für uns ein gemeinsames Gut, dass wir möglichst tüchtige Helfer und Pfleger für das Alter bekommen.
Ja, das klingt jetzt nicht unbedingt nach einem Liebesgeständnis, sondern eher nach einer Geschäftseröffnung, bei der die Frau, nach unserem heutigen Verständnis noch nicht mal volljährig, so gut wie gar kein Mitspracherecht hatte. Übrigens, in der griechischen Antike kamen Frauen etwa mit zwölf Jahren in das heiratsfähige Alter. Mit dem Heiratsversprechen, der Engüesis, war die Tochter versprochen, die Mitgift festgelegt. Und erst dann begannen die Vorbereitungen für die eigentliche Hochzeit.
Es gab kein Standesamt, wo man dann irgendein Dokument einreichen musste oder vorstellig werden musste, sondern es war ein rein privater Akt der aber eben sozial und rituell sehr stark eingebettet war Das heisst, bei dem Hochzeitsversprechen, jetzt beispielsweise im griechischen Bereich da waren Zeugen anwesend, falls es da Streitigkeiten gab in der Zukunft aber eben auch beim ganzen Ablauf der Hochzeit, beim Festmahl, bei der Prozession. Das konnte nicht im Verborgenen gefeiert werden.
Der Hochzeitstag selber beginnt mit Ritualen im Haus des Brautvaters, also sozusagen zu Hause bei der Braut. Es werden wieder Opfer an die Götter dargebracht. Es wird ein Festmahl abgehalten, Geschenke werden vom Ehemann überbracht und es werden Hochzeitslieder gesungen und Tänze vorgeführt. Nach dem Festmahl wird die Braut rituell und offiziell entschleiert. Das heißt, sie zeigt sich erst mal offiziell ihrem Mann und wird dann von ihrem Vater dem zukünftigen Ehemann übergeben.
Im abendlichen Fackelschein zieht die Hochzeitsgesellschaft vom Haus der Braut zum Haus des Bräutigams. Dort wird die Braut feierlich empfangen. Das Haus ist geschmückt, der Braut werden Honigkuchen, Datteln und Quitten überreicht. Symbole der Fruchtbarkeit. Die Braut wird durch diese Hochzeit in eine völlig neue Rolle gebracht. In die einer Ehefrau, die sexuell aktiv ist, in einem sehr jungen Alter, mit einem deutlich älteren Mann in der Regel.
Lieblich duftenden Majoransblüten, Schlinge um deine Stirn. Nimm den Schleier, komm frohen Sins, komm, Den goldenen, leichten Schuh an dem schneeweißen Fuße. Heißt es in Katuls berühmtem Hochzeitsgedicht aus dem 1. Jahrhundert vor Christus. Auch in der römischen Antike gehörte die Hochzeitsnacht zum festen Ritual. Spielet, wie es euch gefällt. Und bald schenkt einander auch Kinder. Solch ein altes Geschlecht darf nicht ohne Nachkommen sein. Von der Frau wurde absolute Monogamie erwartet.
Von Mann hingegen nicht. Also es gab die Möglichkeit, auch im Konkubinat mit anderen Frauen zu leben, auch mit Prostituierten zu verkehren, solange eben kein Anspruch dann entstand, dass die Nachkommen irgendwie erbberechtigt werden sollen oder eben dass ein Bürgerstatus weitergegeben wurde. Scheidungen waren grundsätzlich möglich, sowohl im Griechischen wie auch im Römischen. Beispielsweise bei Kinderlosigkeit war das ein ziemlich unproblematischer Akt.
Dann wurde er einfach neu geheiratet, in der Hoffnung, dass man dann Nachkommen schaffen kann. Und insofern war die emotionale Vorstellung, dass man für immer ein Paar bleibt und ewig zusammenbleibt, in der griechischen Vorstellung nicht sehr präsent. Es war eher eine pragmatische Gemeinschaft, die auch auf ähnlich pragmatischem Weg wieder geschieden werden konnte. Es gab im antiken Rom aber einen entscheidenden Unterschied. Die Rechtsgrundlage.
Während in Griechenland die Hochzeit vor allem ein ritueller, gesellschaftlicher Akt war, kannte Rom den Begriff des Justum Matrimonium, der rechtmäßigen Ehe. Nur aus ihr entstanden legitime Kinder, die den Rechtsstatus des Vaters erbten und das römische Bürgerrecht bekamen. Auch die Stellung der Frau veränderte sich. Das ältere römische Recht kannte die sogenannte Manusehe. Dabei ordnete sich die Frau dem Ehemann unter. Ihr Besitz wurde zu seinem.
Ab der späten römischen Republik setzte sich zunehmend die manusfreie Ehe durch. Die Frau blieb rechtlich ihrer eigenen Familie zugehörig. Unter Kaiser Augustus gab es dann noch eine ziemlich radikale Änderung. Es wurde per Gesetz versucht, Ehe und Elternschaft zu forcieren. Männer zwischen 25 und 60 Jahren, Frauen zwischen 20 und 50 Jahren mussten beispielsweise heiraten, wollten sie nicht auf bestimmte Erbrechte verzichten.
Der Ehering Bekannt schon seit der Antike. Ein Symbol der Unendlichkeit, getragen am Ringfinger. Lange glaubte man, eine der Venen sei direkt mit dem Herzen verbunden, der Vena Amoris. Ringtausch bei der Geschlechter bei der Hochzeit gibt es erst seit dem Mittelalter. Während sich im antiken Rom Politiker und Juristen über das Erbrecht stritten, nahm am östlichen Rand des Römischen Reichs ein völlig anderes Konzept der Ehe seinen Anfang. Und zwar durch die Geburt eines besonderen Kindes.
Zugetragen haben soll sich alles in Galiläa und einer Siedlung namens Nazareth, damals Teil des von Rom abhängigen Klientelkönigreichs von Herodes dem Großen. Mit der Geburt Jesu Christi war es so. Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt. Noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete, durch das Wirken des Heiligen Geistes. Die Ehe wurde im Christentum etwas Heiliges, unauflöslich und von Gott gegeben.
Schon Adam und Eva habe Gott einst zusammengeführt. Ihre lebenslange Verbindung galt für die christliche Kirche als eine Art Urehe. Zum Zeitpunkt von Jesu Geburt waren Maria und Josef noch nicht verheiratet, aber nach jüdischem Recht als Verlobte bereits fest miteinander verbunden. Die Bibel erzählt uns, dass Josef Maria eigentlich verlassen wollte. Aber nach den Worten des Evangelisten Matthäus erschien ihm im Traum ein Engel, der ihn zum Bleiben und zur Ehe mit Maria aufforderte.
Für die katholische Kirche wird die Ehe zum Sakrament, also zu einer heiligen Handlung. So heißt es in Matthäus 19, Vers 6. So sind sie nun nicht zwei, sondern ein Fleisch. Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden. Offiziell geregelt wurde das für Christen und Christinnen in mehreren Schritten über Jahrhunderte hinweg. Um 1150 hat der Theologe Petrus Lombardus in Paris das wichtigste theologische Lehrbuch des Mittelalters veröffentlicht.
In den Sentenzen zählte er als einer der ersten systematisch sieben Sakramente auf und eines davon war die Ehe. 1215 schrieb das Vierte Laterankonzil dann vor, dass eine Ehe öffentlich vor der Gemeinde angekündigt werden musste. Damit sollten heimliche Ehen verhindert werden. Zum verbindlich festgelegten Kirchendogma wurde die Ehe als Sakrament dann im 16. Jahrhundert.
Auslöser waren unter anderem die Äußerungen des Reformators Martin Luther, der die Ehe vor allem als eine weltliche Angelegenheit verstand. Beim Konzil von Trient, das zwischen 1545 und 1563 tagte, legte die katholische Kirche dann verbindlich fest, dass die Ehe ein Sakrament ist. Und damit unauflöslich. Scheidungen waren nicht vorgesehen. In der katholischen Kirche kann man eine Ehe bis heute nur annullieren lassen, also erklären, dass sie von Anfang an ungültig war.
Das Frankenreich im 9. Jahrhundert, König Lothar II. wünscht sich Nachwuchs, doch seine Ehe mit Teutberger bleibt kinderlos. Er will nun seine Mätresse Waldrade heiraten, aber eine Scheidung von Teutberger ist nach der katholischen Lehre unmöglich. Lothar kann die Ehe nur annullieren lassen, doch dafür braucht er triftige Gründe. Kinderlosigkeit in der Ehe reicht nicht aus. Im Jahr 860 muss Teutberger vor der Kirchensynode in Aachen ein Geständnis ablegen.
Vermutlich hat König Lothar sie dazu gezwungen. Ich bekenne, dass ich vor meiner Ehe von meinem Bruder Huckbert zum Beischlaf gezwungen wurde. Und zwar auf jene Art, wie Männer es mit Männern tun. Und dass ich dabei ein Kind empfange und es abgetrieben habe. Im Mittelalter gilt das als Sodomie. Inzest, Analverkehr und Abtreibung sind nach damaligem Verständnis schwere Sünden. Die Kirche zweifelt Teutbergers Geständnis jedoch an. Der Papst lässt die Beschlüsse der Synode aufheben.
Lothar und Teutberger müssen verheiratet bleiben. König Lothar stirbt 869, ohne legitimen Erben. Sein Reich wird aufgeteilt und seine Herrschaftslinie der lothringischen Karolinger stirbt aus. Jahrhundertelang heiraten Frauen in ihrem besten Kleid, egal welche Farbe es hat. Erst 1840 ändert sich das. Königin Victoria von England heiratet in weiß. Sie setzt damit einen neuen Standard. Zuvor gilt Rot in vielen Kulturen als die Brautfarbe. Fruchtfarbe. Symbol für Glück und Fruchtbarkeit.
Fruchtbarkeit ist ein gutes Stichwort, denn das Zeugen von Nachkommen war oft einer der wichtigsten Gründe, dass Ehen überhaupt geschlossen wurden. Manchmal gab es auch taktische Gründe, vor allem in Adelskreisen, etwa um Herrschaftsgebiete zu erweitern, Bündnisse zu stärken oder Kriege zu verhindern. Hier spielte auch immer die besondere Anerkennung ehelicher Kinder eine Rolle. Aber es gibt ein Beispiel in der Geschichte, wo sich eine Prinzessin erfolgreich dieser Heiratspolitik widersetzt hat.
Die Rede ist von Isabella von Kastilien, die im ausgehenden Spätmittelalter eine der mächtigsten Herrscherinnen der Welt war. 1469 war davon allerdings noch nicht die Rede. Ihr Halbbruder war Heinrich IV., damals König von Kastilien und Leon. Er wollte Isabella mit einer ganzen Reihe von älteren, standesgemäßen Adligen verheiraten. Zwei davon sind allerdings gestorben, bevor es zur Hochzeit kommen konnte. Alle anderen Bewerber lehnte Isabella ab.
Und dann nahm die Geschichte ihren ganz eigenen Lauf. Herbst 1469, irgendwo in Kastilien. Die 18-jährige Isabella ist auf dem Weg in das nördlich gelegene Valladolid. Angeblich will sie dort ihre Mutter besuchen. Ein Vorwand. Die junge, hochgewachsene, dunkelblonde Frau hat ein ganz anderes Ziel. Sie will zum ersten Mal ihren Bräutigam treffen. Zeitgleich an der Grenze zwischen Aragon und Kastilien. Ein Maultiertreiber ist auf dem Weg nach Valladolid.
Auch das ein Vorwand. Denn es handelt sich um den Erbprinzen von Aragon, Ferdinand. Er will in der kastilischen Stadt zum ersten Mal seine Braut treffen. Ich heirate Ferdinand oder ich heirate niemanden, soll Isabella gesagt haben. Sie schreibt Ferdinand einen Brief und bittet ihn, sie zu heiraten. Er hat mit einer Mätresse bereits zwei Kinder, doch er willigt ein. 19. Oktober 1469. Valladolid.
Isabella und Ferdinand werden nur fünf Tage nach ihrer ersten Begegnung vom Erzbischof von Toledo getraut. Ihr Halbbruder Heinrich sieht dadurch seine Heiratspolitik durchkreuzt. Er lässt Isabella von der Erbfolge ausschließen. Madrid, 13. Dezember 1474. Zwei Tage nach dem Tod ihres Halbbruders Heinrich lässt sich Isabella zur Königin von Kastilien proklamieren. Sie entscheidet damit den Erbfolgestreit mit ihrer Cousine Johanna für sich. Sie soll eine illegitime Tochter Heinrichs gewesen sein.
Isabella hat weite Teile des Klerus, der Adeligen und des Kronrates hinter sich. Saragossa, 20. Januar 1479. Ferdinand wird nach dem Tod seines Vaters König von Aragon. Isabella und Ferdinand werden einige Jahre später vom Papst mit dem Titel »Katholische Könige« geehrt. Sie vereinen fast ganz Spanien und werden im anbrechenden Zeitalter der Entdeckungen zum mächtigsten Herrscherpaar der Geschichte. Es ist ein und dasselbe, ganz gleich, ob es sich um Isabella oder Ferdinand
handelt. Mit diesem Leitspruch Gehen die beiden in die Geschichte ein. Aber diese gleichberechtigte Ehe von Isabella von Kastilien und Ferdinand von Aragon war eine Ausnahme im 15. Jahrhundert. Genauso wie Mitte des 18. Jahrhunderts die von Habsburger Kaiserin Maria Theresia und ihrem Mann Franz Stephan. Beide sollen sich innig geliebt haben. Aber der Kaiser starb überraschend 1765.
Mein Unglück ist übergroß. Ich bin so niedergeschlagen, dass nur die Religion, so wie ihr, meine teuren Kinder mir das Leben noch erträglich machen können. Franz Stephan wurde wie üblich in der Kapuzinergruft in Wien bestattet. Zum Sarkophag ihres geliebten Mannes im Mausoleum soll die korpulente Maria Theresia am Seil in eine Art Aufzug heruntergelassen worden sein, um dort trotz fortgeschrittenen Alters trauern zu können.
Es mag außerdem auch noch viele weitere Fälle von echter Liebe in den Fürstenhäusern seit dem ausgehenden Mittelalter gegeben haben, aber üblich war das nicht. Denn persönliches Glück oder vielleicht sogar Liebe, darum ging es weder im Mittelalter noch in der frühen Neuzeit.
Der Adel unterschied sich darin kaum vom gemeinen Volk, denn bei den Bauern ging es vielleicht darum, durch die geschickte Partnerwahl mit einer reichen Mitgift die eigenen Ländereien oder den Viehbestand vergrößern zu können. Beim Adel waren es sehr oft politische Gründe. Es ging um die Erbfolge oder darum, dass man durch die richtige Heirat seine Macht ausdehnen konnte. Bella Gerand Ali, tu Felix Austria Nube. Kriege mögen andere führen. Du glückliches Österreich.
Und genau das haben die mächtigen Habsburger seit dem Mittelalter gemacht. Habsburgische Prinzen oder Prinzessinnen saßen auf fast jedem Thron Europas. Da war es auch egal, wie Altbraut oder Bräutigam gewesen sind. 1515 wurde zum Beispiel die damals erst neunjährige Maria von Ungarn mit dem gleichaltrigen Ludwig von Böhmen vermählt. Solche Beispiele gibt es viele. Manchmal wurde sogar die Hochzeitsnacht zum Politikum. Denn mit einer solchen Hochzeitsnacht sollten Ludwig XIV.
Und Maria Teresa von Spanien den Pyrenäenfrieden besiegeln. Und zwar im Juni 1660. Angeblich war die Hochzeitsnacht selbst Teil des strengen Hofzeremoniels, bei dem das Paar vor zahlreichen Zeugen in die Schlafkammer begleitet wurde. Nicht immer hatten die Habsburger bei ihrer Heiratspolitik allerdings eine glückliche Hand. Marie-Antoinette, eine der Töchter der Habsburger Kaiserin Maria Theresia, endete, wie ihr Mann Ludwig XVI., in den Wirren der französischen Revolution 1793 auf dem Schafott.
Ihn gibt es seit der Antike. Bestand meist aus stark riechenden Kräutern. In der Renaissance kamen duftende Blumen dazu. Angeblich diente er dazu, Weihrauchgeruch in Kirchen zu übertünchen. Übel riechende Ausdünstungen wegen mangelnder Körperhygiene. Sollte verhindern, dass die Braut Ohnmachtsanfälle vor dem Altar bekam. Das Werfen des Brautstrauses ist ein modernes Phänomen. Wer ihn fängt, hat angeblich Glück und heiratet bald.
Eine geschickte Heiratspolitik war übrigens nicht nur bei den Habsburgern an der Tagesordnung, sondern in allen europäischen Fürstenhäusern war das Gang und Gäbe. Der seit 1700 in Spanien als erster Bourbonne auf dem spanischen Thron sitzende Philipp V. Versprach im Jahr 1722 seine erst vierjährige Tochter Maria Anna Victoria dem französischen König Ludwig XV. Der war damals auch erst zwölf Jahre alt. Damit wollten Spanien und Frankreich einen gerade erst geschlossenen Frieden sichern.
Zu einer Heirat kam es dann allerdings nicht, denn der deutlich ältere Bräutigam war not amused darüber, noch viele Jahre warten zu müssen, bis die Ehe vollzogen werden konnte. Maria war sieben, als man sie zurück nach Spanien schickte. Wenn eine Hochzeit dann aber zustande kam, dann musste sie gerade in Adelskreisen möglichst prunkvoll gefeiert werden. Eine der wohl berühmtesten und aufwendigsten Hochzeiten der Geschichte fand 1475 in einer bayerischen Kleinstadt an der Isar statt.
Und zwar in Landshut. Ein Fest, das alles in den Schatten stellte, wie der Historiker Roman Deuttinger weiß. Also geheiratet haben damals der Sohn des bayerischen Herzogs Ludwig mit Namen Georg. Das war der Brötigam. Die Braut war Edwig oder Jadwiga, die Tochter des polnischen Königs Kasimir. Es ging damals natürlich nicht um Liebe, sondern um Politik, um große europäische Politik sogar. Der Dreh- und Angelpunkt, worum sich alles gedreht hat, das war das Königreich Böhmen.
Die Stadt in der Isar zählt in diesen Tagen mehr als doppelt so viele Menschen wie sonst. Herolde rufen die Namen der Gäste aus, Spielleute füllen die Straßen, Wappenschilder säumen die Altstadt. Schätzungen zufolge sind bis zu 10.000 Gäste vor Ort. Aus Bayern, Polen, Österreich, dem ganzen Reich. Braut und Bräutigam lernen sich erst am Tag der Hochzeit kennen. Der Kaiser Friedrich III. War anwesend. Er hat die Braut als Erster empfangen und an der Hand genommen und dem Bräutigam zugeführt.
Nur dann etwas später ist tatsächlich bezeugt, dass es eben einen Gesprächsaustausch gibt über Dolmetscher natürlich. Die Braut konnte nur polnisch, also dass für einen wirklich persönlichen Austausch im Rahmen dieser Hochzeitsfeierlichkeit überhaupt kein Raum blieb. An diesem kalten 14. November 1475 traut der Erzbischof von Salzburg das Paar in der örtlichen Pfarrkirche. Der Kaiser höchstpersönlich führt die Braut zum ersten Tanz. Dann wird opulent gefeiert und aufgetischt.
323 Ochsen, 285 Brühschweine, 1133 ungarische Schafe, 40.000 Hühner, 194.345 Eier und 5.616 Eimer Speisewein. 700 Tonnen Hafer allein für die Pferde der Gäste. Ein Ritterturnier auf den eigens aufgesandeten Plätzen der Altstadt. Freies Essen und Trinken für alle Bürger der Stadt. Je größer, je aufwändiger das Fest ist, je länger es dauert, desto höher ist der Rang des Fürsten, der das ausrichtet.
Und wenn er diese Hochzeit so aufwendig feiert, so viele Gäste einlädt, damit beweist er, dass er eben die finanzielle Potenz hat und damit auch die politische Potenz hat und einen entsprechenden Rang höher als die übrigen deutschen Fürsten damit beweisen kann. Die Hochzeit als Machtdemonstration. Damals wie heute. Wenn man sich fragt, was die Landshuter Hochzeit von 1475 mit der Gegenwart verbindet, dann braucht man nur ins Jahr 1981 zu schauen.
London, St. Paul's Cathedral, 3500 Gäste in der Kirche, 2 Millionen Menschen auf der Straße und 750 Millionen Fernsehzuschauer weltweit. Es gibt keine offiziellen Zahlen, aber neueren Schätzungen zufolge soll die Hochzeit von Charles und Diana mindestens 40 Millionen US-Dollar gekostet haben. Das entspräche heute rund 140 Millionen US-Dollar.
Und was die Landshuter Hochzeit als Mega-Event des ausgehenden Mittelalters anbelangt, seit 1903 spielen mit Unterbrechungen in regelmäßigen Abständen Landshuter Bürgerinnen und Bürger die Hochzeit von 1475 nach. Mittlerweile sind es rund 2500 Menschen, die alle vier Jahre die Landshuter Hochzeit wieder zum Leben erwecken. Sie gehört zum immateriellen Kulturerbe Deutschlands. Auf ewig dein. Das schworen sich Paare also schon seit Jahrhunderten.
Nur war bei diesem Schwur normalerweise keine Liebe im Spiel. Ehen wurden aus unterschiedlichen Gründen arrangiert. Die Familien und auch die Gesellschaftsschicht, der mal angehörte, bestimmten über Jahrhunderte, wer wen heiraten durfte und wer auf gar keinen Fall in Frage kam. Verheiratet zu sein war in Mitteleuropa gesellschaftliche Pflicht. Aber manche blieben trotzdem unverheiratet. Und das war jahrhundertelang ein großer Makel. Vor allem, wenn man dann auch noch ledig starb.
2011 fanden Archäologen in Norddeutschland bei Ausgrabungen auf einem alten Friedhof seltsame Grabbeigaben. Schädel mit Diademen und aus Metall gefertigten Kränzen oder Kronen. Zeugnisse eines Rituals, das in manchen Regionen Deutschlands noch bis ins 20.
Jahrhundert praktiziert wurde, nämlich die Totenhochzeit. Es ging darum, einen Menschen, der zu Lebzeiten sich nicht vermehlt hatte, also die Ehe eingegangen ist, dass man ihm einen Kranz oder eine Krone ähnlich eines Brautkranzes oder einer Brautkrone so etwas mitgegeben hat, um eine Art himmlische Hochzeit zu vermitteln. Nachtodliche Hochzeit, zu symbolisieren. Ulrike Neurath ist Kustodin des Museums für Sepulchralkultur in Kassel, in dem sich alles um das Thema Tod dreht.
Die Totenhochzeit habe es vermutlich auch schon in vorchristlicher Zeit gegeben, sagt sie. Was man dann aber mit dem Christentum auch allmählich umgedeutet hat. Also umgedeutet dahingehend, dass man sozusagen eine Art himmlische Hochzeit mit dem Herrn eingeht. Also wenn die Hochzeit eben zu Lebzeiten nicht vollzogen werden konnte, aus welchen Gründen auch immer, weil kein Partner da war, dann musste das sozusagen spätestens mit dem Tod eingelöst, also nachgeholt werden.
Es gibt etliche Funde, die tatsächlich darauf hinweisen, dass das auch ledige Männer, also ledig verstorbene Männer erhalten haben. Also es betrifft tatsächlich beide Geschlechter. Die Blütezeit dieser Totenhochzeiten war im 18. Und 19. Jahrhundert. Im Laufe der Zeit wurden dann nicht mehr die Toten geschmückt und damit bestattet, sondern ihnen wurden Heiratssymbole bei der Aufbahrung in den Sarg gelegt und nachher wieder eingesammelt.
In manchen Kirchen kann man diese Symbole der Totenhochzeit noch heute an den Wänden sehen. Es gibt tatsächlich auch noch Ausläufer ins 20. Jahrhundert hinein, sogar Mitte des 20. Jahrhunderts hinein und dann löst es sich aber tatsächlich komplett auf. Verliebt, verlobt, verheiratet. Das war jahrhundertelang in mitteleuropäischen Gesellschaften der natürliche Kreislauf des Lebens. Noch bis in die 1960er Jahre hinein galt das auch bei uns als gesellschaftlicher Standard-Lebensentwurf.
Heute gibt es diese Vorstellungen nicht mehr so weit verbreitet. Ein Leben gilt auch dann als vollendet, wenn man nicht verheiratet war. Die Lebensentwürfe der Menschen sind inzwischen sehr individuell. Verheiratet mit Kind, verheiratet ohne Kind oder gar nicht verheiratet, Single oder in einer Partnerschaft lebend. Gesellschaftlich ist alles möglich und vor allem anerkannt. Im 18. Jahrhundert war das natürlich noch ganz anders. Die Ehe war fest verankert in der sozialen Ordnung.
Jahrhundertelang ging es auch darum, Treue Untertanen zu vermehren. Noch Ende des 18. Jahrhunderts hieß es zum Beispiel im allgemeinen Landrecht für die preußischen Staaten, Der Hauptzweck der Ehe ist die Erzeugung und Erziehung von Kindern. Vollkommen unromantisch also. Aber wie kam die Liebe dann in die Ehe? Vermutlich haben wir das den Dichterinnen und Denkern der Romantik zu verdanken. Ein Vorreiter unter ihnen war der deutsche Philosoph Friedrich Schlegel.
Er lebte 1799 in einer Wohngemeinschaft in Jena mit Dorothea Veit, seinem Bruder und dessen Ehefrau zusammen. Dort schrieb er an einem Skandalroman. Darin fleht der männliche Protagonist Julius seine Lucinde an. Umarme mich fester. Kuss gegen Kuss. Nein, nicht mehrere. Einen ewigen. Nimm die Seele ganz und gib mir deine. Als Schlegel seinen Roman Lucinde im Mai 1799 veröffentlicht, sind die meisten Zeitgenossen empört. Vor allem seine Philosophen und Dichterkollegen.
Für Friedrich Schiller ist es der Gipfel moderner Unform und Unnatur. Friedrich Hegel ätzt über die Liederlichkeit. Andere wiederum sprechen von schamloser Sinnlichkeit. Oder sogar von einer Metaphysik des Beischlafs. Schlegel verarbeitet in dem Roman seine wilde Ehe mit der gerade frisch geschiedenen Dorothea Veit. Für Schlegel ist die Liebesehe der einzige wahre Lebensbund. Es war Licht in seinem Inneren. Er fühlte, dass er die Einheit nie verlieren könne. Das Rätsel seines Daseins war gelöst.
Friedrich Schlegel ist nicht der Erste, der von der Liebe in der Ehe schreibt, aber sein Roman Lucinde wird so etwas wie das Manifest der romantischen Liebe. Schlegel philosophiert über das Ideal der Ehe, spricht von ewiger Einheit und geistiger Verbindung von Braut und Bräutigam. Es ist alles in Liebe. Freundschaft, schöner Umgang, Sinnlichkeit und auch Leidenschaft. Und es muss alles drin sein und eins das andere verstärken, lindern, beleben und erhöhen.
Und genau diese Vorstellung von einer romantischen Liebesehe wirkt bis heute nach. Warum das so ist, darüber spreche ich jetzt mit Monika Wienfort. Sie ist Neuzeithistorikerin und hat sich mit der Geschichte der Ehe seit der Zeit der Romantik beschäftigt. Und ich freue mich, dass wir heute miteinander sprechen können hier im Podcast. Hallo Monika, grüß dich. Hallo. Wir haben in diesem Podcast hier schon etwas gehört über die Ehe in der Antike und im Mittelalter.
Da muss man sagen, da ging es um gesellschaftlichen Aufstieg, aber vor allem auch um handfeste ökonomische Interessen, die durch Eheverträge festgehalten worden sind. Das war also ziemlich unromantisch. Das ändert sich dann aber im ausgehenden 18. Jahrhundert grundlegend. Warum genau und was ändert sich da? Die Gesellschaft ändert sich. Das, was in der Frühneuzeit bestimmt ist.
Eine Ordnung, die auf Ständen basiert, das heißt auf Gruppen, denen qua Geburt bestimmte Rechte, bestimmte Pflichten, bestimmte Welten zugewiesen worden sind. Diese Ordnung löst sich so langsam auf. Es bilden sich, man würde soziologisch sagen, funktional differenzierte Welten, in denen Menschen auf- und absteigen können.
Also die Gesellschaft wird offener und gleichzeitig wird das Ehemodell, was bis dahin existiert hat, also eines, das Ehe im Wesentlichen als Familiending, könnte man sagen, organisiert. Familien beschließen, wir verheiraten unsere Kinder miteinander, wir passen gut zusammen, wir haben ökonomische Interessen, wir entspringen derselben sozialen Schicht, wir haben vielleicht in der Oberschicht sogar gemeinsame politische Interessen und können durch diese Verbindung diese Interessen fördern.
Das alles wird zweifelhafter. Es verschwindet nicht, aber es wird zweifelhafter. Und damit kommt ein neuer Grund für Ehen ins Spiel. Diejenigen, die wir am Ende des 18. Jahrhunderts als Romantiker begreifen, als Erfinder und Erfinderinnen von romantischer Ehe und auch romantischer Liebe vorab, die sagen, nein, wir wollen nicht mehr diese Vorplanung, wir wollen nicht mehr dieses rationale Kalkül. Wir wollen Subjektivität, wir wollen Individualität und wir wollen selbst entscheiden.
Wir wollen selbst entscheiden, wen wir heiraten. Und wir wählen jemanden, dem wir ein Gefühl entgegenbringen und dieses Gefühl nennen wir Liebe. Das ist im Wesentlichen der Anfang von einer neuen Ehevorstellung. Liebe muss zuerst da sein. Also vom 19. Jahrhundert an nur noch Liebesheiraten? Wahrscheinlich nicht, oder? Wie sah denn die Realität aus? In der Praxis existieren viele Gründe, die auch schon vor 1800 für Ehen verantwortlich waren, weiter.
Also es geht weiter um ökonomische Passgenauigkeit, um soziale Ziele. Wer will was in der Gesellschaft sein und glaubt, das durch eine Ehe fördern zu können? Oder wer hat politische Ziele und möchte, sagen wir, gerne in den Stadtrat aufgenommen werden oder in die Universität und heiratet deshalb die Tochter eines Professors? All diese Gründe existieren weiter, man kann sagen, bis in die Gegenwart.
Sie können im 19. und 20. Jahrhundert nicht mehr so offen sagen, ich heirate jemanden nur aus ökonomischen, aus sozialen, als politischen Gründen. Sie müssen wenigstens vor der Welt so ein bisschen sagen, da ist auch Neigung dabei.
Romantik spielt auf jeden Fall eine Rolle, das haben wir jetzt schon gehört. Jetzt ist die Frage, ob Liebe und Ehe für die Romantiker damals dasselbe sind, denn ich erinnere mich daran, in deinem Buch, da zitierst du aus dem Roman Lucinde von Friedrich Schlegel, da haben wir auch gerade einen Ausschnitt gehört und da geht es tatsächlich um eine sehr romantische Vorstellung von Liebe und Ehe, so wie man das heute auch kennt. Also sind Liebe und Ehe damals das Gleiche für die Romantiker?
Nein, sie sind nicht das Gleiche. Sie wissen ja, was Ehe ist. Also sie haben ja eine Ehevorstellung, gegen die sie sich wehren, gegen die sie kämpfen wollen. Und deshalb ist dieses Buch auch aus heutiger Sicht doch sehr pathetisch, sehr übersteigert. Und selbst für uns mit unserer latenten Romantik Neigung, glaube ich, harter Tobak in mancher Hinsicht. Und ihr Motto wäre dann eben, keine Ehe ohne Liebe, Liebe zuerst. Und das alleine ist schon Revolution genug.
Wo wir gerade über Revolution sprechen, wir haben natürlich in diesem Zeitraum auch die französische Revolution ab 1789. Welchen Einfluss hatte denn diese Revolution auf die Ehe in Deutschland? Sie hat einen großen Einfluss, nicht so früh und nicht so schnell. Also es dauert im Grunde viele Jahrzehnte, bis sich einige Vorstellungen, die in der französischen Revolution entwickelt worden sind, durchgesetzt haben.
Das Allerwichtigste, und das kann man wirklich nicht hoch genug bewerten, ist die sogenannte Zivilehe. Also die Ehe, die vor staatlichen Instanzen geschlossen wird und nicht durch die Kirche. Also jahrhundertelang hat die Kirche eben bestimmt, wer heiraten kann, wer wen heiraten kann und unter welchen Bedingungen. Und die Kirche hat auch ganz viele Partnerschaften abgelehnt und eine Eheschließung verweigert aus ganz unterschiedlichen Gründen.
Die Französische Revolution setzt zunächst und als erstes fest, der Staat kann Ehen schließen. Es dauert einige Jahrzehnte bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts, dann in die 1860er und 1870er Jahre, bis sich dann auch in Deutschland durchsetzt. Der Staat gibt den Ton an bei der Eheschließung. Wir gehen aufs Standesamt, das wird dann neu gegründet und nicht mehr in die Kirche.
Und sehr lange Zeit heiraten die Menschen, dann jedenfalls in deutschen Zusammenhängen, zunächst aus dem Standesamt und dann in der Kirche. Aber zivilrechtlich, rechtlich entscheidend mit allem, was da dran hängt. Von Unterhaltspflichten bis zu Sorgerechten für die Kinder und so weiter und so weiter, dafür ist alleine die zivile Eheschließung verantwortlich.
Und der letzte Punkt, zivile Ehen lassen sich auch wieder scheiden, während religiöse Ehen im Großen und Ganzen relativ schwierig zu trennen sind. Durfte denn im 19. Jahrhundert überhaupt jeder heiraten, der wollte oder gab es da bestimmte Einschränkungen? Historisch gesehen ist Ehe eher ein Privileg. Aus heutiger Sicht, wo weite Teile der jungen Bevölkerung von Eheschließungen zunächst mal jedenfalls nichts wissen wollen. Klingt das, glaube ich, ziemlich verwunderlich und ziemlich erstaunlich.
Aber historisch gesehen werden viele Gruppen der Bevölkerung von Eheschließungen abgehalten. Vielfach aus ökonomischen Gründen. Also arme Menschen sollen möglichst nicht heiraten, damit sie keinen Nachwuchs bekommen und damit nicht diese Familien, die dann sich begründet hätten. Damit die nicht der Armenfürsorge und damit den jeweils in der Gemeinde tonangebenden Steuerzahlern auf der Tasche liegen.
Also es gibt in vielen Bereichen Europas massive Versuche, Menschen an der Eheschließung zu hindern. In anderen Zusammenhängen sind die Lebenssituationen nicht so, dass geheiratet werden kann. Lange Zeit können zum Beispiel Knechte und Mägde auf Bauernhöfen oder auf Gutshöfen in den preußischen Gebieten im Grunde eben auch aus ökonomischen Gründen nicht heiraten. Sie haben weder genügend Einkommen, noch haben sie eine Chance auf eine Wohnmöglichkeit. Also erst im 19.
Jahrhundert nehmen die Möglichkeiten zu heiraten für weite Teile der Bevölkerung zu. Man muss auch sagen, diese Zunahme oder die Liberalisierung der Ehegesetzgebung hatten nicht etwa Gründe in der Menschenliebe oder in den Vorstellungen, dass die Staaten nun finden. Ihre Untertanen oder Staatsbürger sollen glücklicher werden, sondern es hat oft ganz pragmatische Gründe. Der Einfluss der mittleren und großen Staaten ist an eine große Bevölkerungszahl gebunden.
Die braucht man als Arbeitende, man braucht sie natürlich auch als Soldaten. Das heißt, man will Bevölkerungswachstum erreichen und wie erreicht man das? Indem man eben zulässt und nicht versucht. Sie zu verhindern. Wie haben sich denn die Paare überhaupt gefunden? Gab es schon sowas wie Heiratsannoncen oder Heiratsvermittler, Verkuppler? Tatsächlich entsteht das ziemlich früh. Also es gibt schon Beispiele aus dem 18.
Jahrhundert, aus England, aus Frankreich, wo in Zeitungsannoncen mehr oder in kleinen Inseraten mehr oder weniger offen nach einem passenden Partner, Partnerin gesucht wird. Das ist nicht der Normalfall. Also vor Tinder hätte ich gesagt, man findet seinen Partner, Partnerin in einem sozialen Nahbereich, in der Schule, in der Universität, im Beruf. Bei Freizeitveranstaltungen, in Vereinen. Also all diese Wege sind üblich und im späten 19.
Jahrhundert und im 20. Jahrhundert vor allen Dingen in der breiten Bevölkerung sicherlich die wichtigsten Orte, wo man jemanden findet.
Aber tatsächlich gibt es auch Inserate und an den frühen Inseraten ist vor allen Dingen interessant, dass die noch so relativ unvorstellt das Idealbild, also da wird nicht groß von Liebe geredet, weil alleine die Tatsache, dass man ein Inserat aufgibt, sagt ja schon, dass man bisher mit Liebe nicht weit gekommen ist, so ungefähr wie es beim Daten in der Gegenwart auch ist. Und deshalb steht dann da mehr so drin, wie man sich den idealen Partner oder die ideale Partnerin vorstellt.
Es suchen mehr Frauen als Männer, in Seraten jedenfalls. Und es ist immer interessant zu beobachten, wie lang oder wie umfangreich der Katalog ausfällt mit Kriterien, die dieser erstrebenswerte Mensch dann erfüllen soll. Und damit müssen wir jetzt zum Schluss zu einem sehr unromantischen Thema kommen, das aber auch eng verbunden ist mit der Heirat, nämlich die Scheidung.
Ab wann ist es denn überhaupt üblich, dass Menschen sich wieder scheiden lassen und ab wann ist es vor allem auch für Frauen möglich, sich selbstbestimmt von ihrem Mann trennen zu lassen? Also im Grunde gibt es da jedenfalls rechtlich keine Geschlechterdifferenz. Im Grunde können Frauen wie Männer, jedenfalls in Mitteleuropa, in den meisten Staaten, sich scheiden lassen, wenn sie sich denn überhaupt scheiden lassen können.
Und das ist tatsächlich etwas, was in vielen Regionen, vor allen Dingen in den katholisch geprägten Regionen und Staaten praktisch unmöglich bleibt, solange die Kirche bestimmt über Eheschließung und gegebenenfalls dann eben auch über Ehetrennung, gibt es keine Ehescheidung. Im Katholizismus gilt das ja bis heute. Im katholischen Kirchenrecht heißt das so wunderbar ausgedrückt die Trennung von Tisch und Bett.
Das ist eine Trennung. Also sie können auseinandergehen, aber es bleiben Unterhaltspflichten bestehen. Und vor allem, was für die Menschen des 19. Jahrhunderts immer das Wichtigste war, die dürfen nicht wieder heiraten. Mit anderen Worten, Ehescheidung will man eigentlich immer dann, wenn man wieder heiraten will. Sonst gibt es verschiedene Möglichkeiten, getrennt zu leben und sich irgendwie zu arrangieren. Das können auch die Menschen im 19.
Jahrhundert gut. Tatsächlich ist Preußen ein Land, ein Staat, in dem protestantisch geprägt keine katholische Ehelehre, Scheidungen ziemlich früh und, wenn man so will, ziemlich liberal möglich werden. In Preußen können sich auch arme Leute scheiden lassen und das kann man, wenn man so will, als ziemliche Errungenschaft ansehen. Allerdings, es gibt einen Katalog von Scheidungsgründen. Es gibt das, was wir das Schuldprinzip nennen.
Ehetrennung findet vor Gericht statt. Man muss Auskunft geben und das Gericht spricht die eine oder die andere Seite schuldig. Ehescheidung wird im Laufe des 19. Jahrhunderts, wenn man so will, in den preußischen Großstädten, aber auch in Hamburg, in München, dann später im Ruhrgebiet. ja, man kann schon sagen, schon im 19. Jahrhundert zum Massenphänomen. Vielleicht noch die letzte Frage. Ein Drittel aller Ehen wird inzwischen in
Deutschland geschieden. Trotzdem ist die Hochzeit, ist die Heirat immer noch mit sehr viel Romantik verbunden. Ist dieses Bild denn in der Zeit damals begründet, Ende 18. Jahrhundert, Anfang 19. Jahrhundert, der Gedanke der Romantiker, hat sich das bis heute transportiert oder woher kommt unser romantisches Gefühl in Verbindung mit der Hochzeit? Also ein Teil, glaube ich, kommt tatsächlich aus dieser Zeit.
Im 19. Jahrhundert sind die meisten Eheschließungen tatsächlich relativ einfach vonstatten gegangen. Also mit kleinen Festessen im Familienkreis, das war es aber auch schon. Aber im 19. Jahrhundert, zumindest im späteren 19. Jahrhundert, im Kaiserreich medial spielen Bilder, sagen wir, von Adelshochzeiten, von königlichen Hochzeiten ziemlich genau die Rolle, die sie heute spielen, würde ich sagen.
Sie werden zu Vorbildern, sie werden zu Sehnsuchtsorten, sie werden zu Bildern dessen, was man selbst erleben will am sogenannten schönsten Tag. Und das heißt in der Praxis natürlich auch, ob uns das nun gefällt oder nicht, das ist ein sehr kommerzialisiertes Bild von Eheschließung und Heiraten, das wir heute haben. Und alles, was uns so heute so sehr prächtig vorkommt, so großartig, so monumental, das stammt nicht aus der Ursprungszeit des 19. Jahrhunderts, sondern das ist 20. Jahrhundert.
Und das führt zu dieser, man kann schon sagen, übersteigerten Vorstellung von diesen Tagen, die doch bei vielen Paaren dann irgendwann in Enttäuschung führt. Wie soll es auch anders sein? Ganz herzlichen Dank Ihnen auf jeden Fall für die Einblicke in die Geschichte und vielleicht auch für das ein oder andere gerade gerückte Bild, das wir bekommen haben. Dankeschön. Sehr gern. In der Weimarer Republik gab es dann einen Gegenentwurf zu, sagen wir mal, überhöhten romantischen Liebe.
Und zwar die sachliche Liebe. In den 1920er Jahren präsentierten die Medien das Leitbild der neuen Frau. Berufstätig, selbstbestimmt. Und das sollte sich auch in der Ehe widerspiegeln. Die Idee einer sogenannten Kameradschaftsehe entstand, also eine Verbindung zweier gleichberechtigter Menschen, die zunächst bewusst keine Kinder bekamen, um in Ruhe zu prüfen, ob ihre Charaktere wirklich zusammenpassen.
War der erste Liebesrausch verflogen und hatte man sich geirrt, dann sollte die Trennung unkompliziert möglich sein. Ohne Unterhaltspflicht, weil die Frau ihren Beruf weiter ausgeübt hatte. Das ist ziemlich modern und pragmatisch, könnte man sagen. Es blieb aber damals ein Reformkonzept und wurde nie Realität, zumindest in den Gesetzen. Gelebt wurde dieses Konzept von der städtischen Intelligenz in Berlin in Künstlerkreisen.
Die Umsetzung gelang meist nur Frauen aus der Oberschicht, weil eine Voraussetzung eben auch die finanzielle Unabhängigkeit war. Erich Kästner, der bekannte Kinderbuchautor, hat den Zeitgeist dieser Jahre 1928 in einem Gedicht zusammengefasst. Mit dem Titel Sachliche Romanze. Als sie einander acht Jahre kannten, und man darf sagen, sie kannten sich gut, kam ihre Liebe plötzlich abhanden. Wie anderen Leuten ein Stock oder Hut.
Sie waren traurig, betrugen sich heiter, versuchten Küsse, als ob nichts sei, und sahen sich an und wussten nicht weiter. Da weinte sie schließlich und er stand dabei. Vom Fenster aus konnte man Schiffen winken. Er sagte, es wäre schon Viertel nach vier und Zeit, irgendwo Kaffee zu trinken. Nebenan übte ein Mensch Klavier. Sie gingen ins kleinste Café am Ort und rührten in ihren Tassen. Am Abend saßen sie immer noch dort. Sie saßen allein und sie sprachen kein Wort.
Und konnten es einfach nicht fassen. Ja, da muss man sagen, das wäre wahrscheinlich dann der Moment, in dem man die Scheidung einreicht. Neben dem Konzept der Kameradschaftsehe kursierten in den 1920er Jahren ganz praktische Tipps, um es erst gar nicht so weit kommen zu lassen wie in Erich Kästners Gedicht. Schon Anfang des 19. Jahrhunderts schrieb der französische Schriftsteller Honoré de Balzac Die Ehe ist eine Wissenschaft.
Und genau dieses Zitat hat Theodor Vandefelde an den Anfang seines Sachbuchs gestellt, das in den 1920er Jahren für viel Aufsehen gesorgt hat. Die vollkommene Ehe. Eine Studie über die Physiologie und Technik. Das Aufklärungsbuch des niederländischen Frauenarztes wurde ein Bestseller.
Gedacht war es vor allem für Ärzte und Ehemänner. An die Ehemänner, weil sie auf diesem Gebiet Führer ihrer Frauen sein sollen, leider aber oft der Kenntnisse ermangeln, die allein ein harmonisches, blühendes Eheleben gewährleisten. Zum ersten Mal erfuhren Mann und Frau alles, was es stand 1926 über die Anatomie der weiblichen und männlichen Geschlechtsorgane zu wissen gab.
Vandefelde gab sehr praktische Anleitungen über Stellungen beim Geschlechtsverkehr, über Vorspiel, Vergattung, so nannte Vandefelde den eigentlichen Geschlechtsverkehr. Nachspiel über körperliche und seelische Hygiene. Ich zeige euch den Weg zur vollkommenen Ehe. Zentrales Thema, wie ein Mann eine Frau befriedigen konnte. Denn, davon war Theodor Vandefelde überzeugt, ein harmonisch verlaufendes Geschlechtsleben beeinflusst die Psyche in besonders vorteilhafter Weise.
Es macht die Frau auch in seelischer Hinsicht reifer und schenkt ihr heitere Ruhe und Gleichgewicht. Tja, darüber werden vermutlich jetzt viele von euch nur den Kopf schütteln oder lachen. Von Gleichberechtigung war man 1926 noch weit entfernt. Aber dieses Aufklärungsbuch war damals ein Renner. Es wurde übrigens noch bis in die 1960er Jahre hinein aufgelegt und in Buchhandlungen verkauft. Gesetz zum Schutze der Erbgesundheit des deutschen Volkes.
Verlobte haben vor der Eheschließung ein Zeugnis des Gesundheitsamtes beizubringen, dass der Ehe keine Bedenken entgegenstehen. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurde die Ehe dann wieder zum Instrument der Kontrolle. Das sogenannte Ehegesundheitsgesetz von Oktober 1935 verlangte Ehetauglichkeitszeugnisse für Brautleute und schloss Menschen mit bestimmten Krankheiten von der Ehe aus.
Wer als erbkrank galt, etwa wegen einer psychischen Erkrankung, Epilepsie, einer körperlichen Behinderung, durfte nicht heiraten. In den Nürnberger Rassengesetzen vom 15. September 1935 hieß es darüber hinaus, Eheschließungen zwischen Juden und Staatsangehörigen Deutschen oder Artverwandten Blutes sind verboten. Schon bestehende sogenannte Mischehen sollten zwangsgeschieden werden. Das war auch eine Option, wenn der Zweck der Ehe nicht erfüllt wurde.
Und der bestand für das nationalsozialistische Regime hauptsächlich darin, Kinder zu bekommen. Eine kinderlose Ehe galt nach dem Ehegesetz von 1938, nämlich als sogenannte Fehlehe. Alle anderen ideologisch gewünschten Ehen wurden dagegen mit allem gefördert, was der Staat zu bieten hatte. Seit Juni 1933 gab es für Hochzeitspaare z.B. Ein großzügiges Ehestandsdarlehen. Aber nur, wenn die Braut mit der Ehe aus dem Berufsleben ausgeschieden ist.
Je mehr Kinder man bekam, desto weniger musste man zurückzahlen. Ab vier Kindern wurde es dann kostenlos gewährt. Bis Ende 1937 wurden fast 900.000 Ehestandsdarlehen erteilt, im Schnitt mehr als 600 Reichsmark für jedes Paar. Allerdings gab es kein Bargeld, sondern Gutscheine für Hausrat und Einrichtung wie Betten, Töpfe oder Geschirr. Aus deutscher Produktion. Das war auch ein Instrument, um die Wirtschaft anzukurbeln.
Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 und damit auch dem Ende des Nationalsozialismus ist dieses System natürlich zusammengebrochen. Was blieb, war ein zerstörtes Land, Millionen Verwundete und Tote, darunter allein sechs Millionen ermordete europäische Jüdinnen und Juden. Und eine Gesellschaft, in der Millionen Männer gefallen oder in Gefangenschaft waren. Auch die Einstellung zur Ehe und ihre Bedeutung in der Gesellschaft musste neu
verhandelt werden. Und wie das genau aussah, darüber spreche ich jetzt mit der Soziologin Rosemarie Nave-Herz. Und ich freue mich wirklich sehr, dass wir heute miteinander sprechen können. Herzlich willkommen hier bei uns im Podcast. Hallo. Herzlich willkommen auch von mir. Neulich haben Schlagzeilen die Runde gemacht, wonach es seit 1950 noch nie so wenige Hochzeiten gegeben habe. Da ist natürlich die Frage an Sie, ist denn die Ehe ein Auslaufmodell,
was die Lebensplanung anbelangt? Nein, das ist sie nicht. Aber ich habe gleich eine Anmerkung zu dem ersten Teil Ihres Satzes, in dem Sie sagen, dass seit 1950, so steht es auch in den Medien, die Hochzeiten zurückgegangen sind. Das stimmt nur zum Teil. Von 1950 sind Sie zwar zurückgegangen, aber Sie können damit nicht sagen, dass es in Deutschland noch nie so wie in Ihr Hochzeiten gegeben hat.
Denn wenn Sie weiter zurückgehen, dann können Sie feststellen, dass zum Beispiel von 1841 bis 1870, die Hochzeiten oder die Eheschließungen weit geringer waren als 1950. Ja, selbst als heute. Das hat natürlich andere Gründe, das ist selbstverständlich. Aber rein statistisch sind sie sehr gering. Die Hochzeiten waren natürlich auch vor dem Zweiten Weltkrieg beziehungsweise im ersten Jahr des Zweiten Weltkriegs sehr gering.
Kann man aber schon sagen, unterm Strich, dass Heiraten für viele, gerade junge Menschen, nicht mehr den Stellenwert hat, den es vielleicht noch vor einigen Jahrzehnten hatte? Nein, also das stimmt nicht. Denn viele Untersuchungen sagen immer wieder, sowohl die Jüngeren, aber mit steigendem Alter, auch alle würden lieber eine Partnerschaft vorziehen, als alleine zu wohnen. Das gilt selbst also für die Geschiedenen. Die wollen eigentlich wieder gerne in einer Partnerschaft leben,
sowohl für die, die noch nie geheiratet haben. Dass sie nicht mehr so früh heiraten, liegt natürlich an anderen Gründen. Ein Bündel von Faktoren sind dafür ausschlaggebend. Ökonomische, aber auch vor allem, dass die Ehe keine notwendige Institution mehr ist, um bestimmte elementare Bedürfnisse zu befriedigen. Also das heißt, die ökonomischen, die galten vor allem für Frauen.
Denn sie mussten ja also ökonomisch auch nach dem Zweiten Weltkrieg immer noch abgesichert werden durch den Ehemann, beziehungsweise mindestens besser gestellt werden ökonomisch. Aber auch den sexuellen Faktor dürfen wir nicht vergessen, den bleibt es natürlich bei Männern vor allem. Sie konnten damit eine legitime, sichere sexuelle Beziehung eingehen mit der Eheschließung. Denn Sie dürfen ja nicht vergessen, es gab ja noch lange Zeit den Kuppelei-Paragraf.
Und der Kuppelei-Paragraf hieß, dass man ohne Verheiratetsein nicht zusammenleben durfte. Das Strafgesetzbuch, der Paragraf 180, sah eine Strafe bis zu einem Monat Gefängnis vor. Das heißt nicht, dass es nicht voreheliche Sexualbeziehungen gab. Nur wenn diese offensichtlich wurden, zum Beispiel durch eine Schwangerschaft, dann heiratete man. Also die sogenannten, wie sie damals hießen, Mus-Ehen, waren sehr stark verbreitet.
Wir haben eine eigene Untersuchung, Befragung durchgeführt und haben nach den Gründen der Eheschließung gefragt. Da haben die, die 1950 geheiratet haben, zu 42 Prozent gesagt, sie mussten, natürlich wegen der romantischen Liebe, das ist klar. Aber vor allem wegen der Schwangerschaft jetzt heiraten. Der zweite Grund war nämlich 20 Prozent, sie mussten wegen der Zuweisung einer Wohnung heiraten. Auch das war ein Faktor, denn sie konnten in keine Wohnung zu gehen, wenn sie nicht verheiratet waren.
Aber natürlich waren die Moralvorstellungen auch ganz andere. Kann man sagen, wenn man die Ehe heute vergleicht mit der Ehe damals, also der Ehe der 1950er Jahre, dass das auch der wesentliche Unterschied ist? Sie schreiben ja auch, dass man Ehe sowieso kaum definieren kann, aber wo würden Sie sagen, liegt heute der wesentliche Unterschied im Vergleich zu damals?
In der Eheschließung vor allem, dass man die Eheschließung, also die Hochzeit, erst dann wählt, wenn man also meint, jetzt ist die Beziehung doch so stabil, dass man sie auch öffentlich kundtun will, dass man mit der Absicht der Dauer die Eheschließung jetzt öffentlich vollzieht. Denn es hat sich vor allem der Ablaufprozess bis zur Eheschließung sehr stark verändert. So hieß es damals, zunächst man ging miteinander, hieß es in den 50er bis zu den 70er Jahren.
Dann erfolgte eben der Heiratsantrag, der die Verlobung einschloss und die Verlobung verwies dann auf Heirat und die Heirat auf Kinder. Und genau diese Verweisungszusammenhängen gibt es nicht mehr, die haben sich mehr oder weniger aufgelöst. Vor allem das Miteinandergehen und Verloben und dann Eheschließung ist nicht mehr in dieser Reihenfolge gegeben. Es gibt heute die verschiedensten Ablaufprozesse, kann man sagen, die sind individualisiert geworden.
Das heißt, die Eheschließung wird in steigendem Nassen auch nach der Geburt von Kindern, also nach der Familiengründung gewählt. Sie ist vor allem zu einer Symbolfunktion geworden, die Eheschließung, die Hochzeit. Und das Ritual ist sehr wichtig. Rituale haben Ordnungsfunktionen in der Gesellschaft. Denn durch die Eheschließung wird nun wirklich auch ein Rollenpluralismus im gesamten Familienverband ausgelöst. Mit rechtlichen Folgen, nämlich der Solidarität.
Sie müssen auch Unterstützungsfunktionen wahrnehmen. Wo Sie gerade die Rollen ansprechen, bleiben wir mal in den 1950er Jahren. Welche Rollenverteilung gab es denn da in der Ehe in der Bundesrepublik? Da galt, wie wir es in der Soziologie sagen, noch das strukturelle Tauschverhältnis. Das heißt also, die Frau war für den Innenbereich, für die Kinder und so weiter zuständig und der Mann für den Außenbereich, das heißt für die ökonomische Sicherstellung der Familie.
Damit waren natürlich eigentlich beide auch abhängig voneinander. Der Gesetzgeber hatte ja dieses strukturelle Tauschverhältnis auch festgeschrieben. Also die Frau musste natürlich den Namen des Ehemannes einnehmen. Sie konnte auch nicht einen anderen Wohnsitz etwa wählen, sondern sie musste den Wohnsitz des Mannes wählen.
Dann, wenn sie erwerbstätig sein wollte, ging das nur, wenn sie das, wie es der Gesetzgeber formulierte, mit den Pflichten als Hausfrau und Mutter zu vereinbaren war und so weiter. Und lange Zeit waren verschiedene Dinge für Frauen in einer Ehe ja auch gar nicht möglich, ein Konto zu eröffnen ohne die Zustimmung des Mannes. Das hat sich dann erst in den 1960er Jahren geändert.
Da muss ich mal ganz naiv die Frage stellen, natürlich Sie haben es beschrieben, warum man geheiratet hat, gerade als Frau aus ökonomischen Gründen. Aber warum war denn die Sehnsucht nach einer Ehe, gerade nach dem Zweiten Weltkrieg so groß, wenn man sich dann doch in ein so tiefes Abhängigkeitsverhältnis gegenüber dem Mann begeben hat? Erstmal war diese besondere Wertschätzung dieser bürgerlichen Familienform nicht nur in Deutschland, sondern überall in Europa.
Das war natürlich eine Folge des Krieges, der durch Zerstörung, Vertreibung und so weiter, also sehr viele Unsicherheiten und so weiter mit sich gebracht hatte und man eine Sehnsucht nach Geborgenheit hatte. Und die Ehe und Familie verspricht auch heute noch, dem Anspruch nach jedenfalls, die Realität wollen wir jetzt gar nicht diskutieren, aber dem Anspruch nach ist Ehe und Familie noch immer die Institution bei uns, die Geborgenheit vermittelt, das Gefühl des Angenommenseins und so weiter.
Und hinzu kommt natürlich auch gesetzliche Dinge. Zum anderen natürlich auch, dass die Kirchen dieses traditionelle Modell der Frau sehr unterstützten und man muss ja bedenken, dass nach dem Versuch, im Zweiten Weltkrieg, die Kirchen eine ganz andere Rolle spielten. Und letztendlich hatten die Frauen ja auch eine andere Sozialisation durchlaufen bis zur Eheschließung. Und die traditionelle Hausfrauenrolle verspricht ja auch viel Positives.
Man braucht sich um viele Dinge nicht zu kümmern, man ist selbstbestimmt da, man hat ja im Innenbereich Macht auch. Man hat nicht gesehen, dass mit dieser Machtzuschreibung im Innenbereich, dem Machtzuschreibung im Außenbereich ausgeschlossen war. Und den wollte man damals gar nicht. In der politischen Situation und vor allem nach der politischen Situation in der nationalsozialistischen Zeit. Jetzt müssen wir dazu sagen, wir sprechen die ganze Zeit über die Bundesrepublik.
In der Deutschen Demokratischen Republik der DDR war das ein bisschen anders. Wie sah das Ehemodell denn dort aus und wie war die Rollenverteilung da? Also was ich eben sagte, dass die Menschen, das galt auch für die DDR. Erstmal in der Ehe und Familie Geborgenheit gesucht haben. Das ist allgemein und ist gleich gewesen in der DDR wie in der Bundesrepublik.
Aber in der DDR wurde ja ein Familiengesetzbuch verabschiedet und das beinhaltete natürlich im Gegensatz zur Bundesrepublik, dass beiden Partnern die Erwerbstätigkeit nicht nur erlaubt, sondern sie sollte unterstützt werden, also auch die mütterliche Erwerbstätigkeit. Also darin unterschieden sich natürlich beide Teile Deutschlands. Das war natürlich auch ökonomisch bedingt. Das müssen wir einfach natürlich auch mitbedenken. Im Innenbereich sah es aber sehr traditionell aus.
Das heißt, hier galten eigentlich noch die Ideale, nämlich des bürgerlichen Familienmodells, wie alle Untersuchungen auch zeigen. Denn die Arbeitsteilung war genauso gegeben. Das heißt, die Frau, auch Mutter, war allein für den Innenbereich zuständig. Jetzt haben wir vorhin auch schon gesprochen über Benachteiligung von Frauen in einer Ehe. Da ist so ein bisschen die Frage, warum gab es denn dagegen erst so spät Proteste? Es kamen ja Proteste in den 1960er Jahren, die Frauenbewegung.
Aber warum hat das nicht schon viel früher eingesetzt? Ja, die Frauenbewegung hat natürlich wirklich sehr viel geschafft, das muss man sagen, denn sie hat einen Bewusstseinsveränderungsprozess in Gang gesetzt. Und man weiß ja, von wem die Frauenbewegung ausging. Die ging natürlich von den Besserverdienenden, beziehungsweise besser gesagt von den besser ausgebildeten Frauen aus, die natürlich dann sich mit der Hausarbeit und dem Innenbereich der Beschränkung nicht mehr verhindern.
Zufrieden gaben. Hinzu kam, dass die hauswirtschaftlichen Arbeiten sich natürlich auch sehr stark verändert hatten. Es gab ja dann also die ersten technischen Geräte und die ersten Fertigprodukte und so weiter, sodass also wirklich auch die Hausarbeit, und wir haben ja immer gekoppelt die Mutterrolle mit der Hausfrauenrolle, sehr viel geringer war. Insofern sagt man natürlich, dass auch ein Pfanne eingetreten ist.
Dass sich zwar die Hausfrauentätigkeiten reduziert haben, aber dafür die Sozialisationsaufgaben zugenommen haben. Denn nie waren Kinder so Gegenstand bewusster Erziehung der Eltern wie heute. Kinder wuchsen einfach nebenbei auf, während heute natürlich sehr viel Zeit und so weiter und Beachtung auch auf die Kinder gestellt werden. Sie haben eben auch von einem Wandel gesprochen. Einiges hat sich auch zum Positiven gewandelt für Frauen, vielleicht teilweise auch für Männer.
Was waren denn bemerkenswerte Meilensteine in den vergangenen Jahrzehnten, die man in dem Zusammenhang ansprechen kann? Naja, dass die Frauen so ganz anders Teilhaber an den Bildungsinstitutionen bekommen haben, dass ihre Ausbildung sich verändert hat, das war sehr wichtig, aber natürlich auch viele Gesetzesänderungen waren wichtig und zum anderen natürlich auch der Wandel in der Einstellung und auch bei den Gesetzgebern in Bezug auf die sexuellen Beziehungen.
Denn da hat sich ja in kurzer Zeit ein enormer Sandel kundgetan. Was sich verändert hat, ist die Sicherheit der Verhütungsmittel. Und das ist auf die Frau auch übergegangen. Und das ist auch ein enormer Veränderungsprozess, weil die Frau kann bestimmen, wann sie heute Kinder bekommt. Es hat sich auf jeden Fall einiges geändert. Sie haben das angesprochen. Wir schreiben jetzt das Jahr 2026.
Es gibt gleichgeschlechtliche Ehen, es gibt eingetragene Lebenspartnerschaften und eben die Ehe, wenn Mann und Frau zusammenleben wollen. Welchen Stellenwert hat denn die Ehe heute überhaupt noch? Sie hat noch immer die Funktion der Sicherstellung. Sie wird ja auch familienpolitisch immer noch sehr stark durch das Ehegattensplitting unterstützt. Und sie hat eine Symbolfunktion. Die möchte ich also nochmal betonen.
Die Hochzeitsfeiern sind ja heute, wenn sie durchgeführt werden, ja mit enormen Kosten auch verbunden, weil man der Öffentlichkeit, einer großen Öffentlichkeit, dieses mitteilen will. Geheiratet ist schnell, aber sich scheiden zu lassen, das dauert dann doch vergleichsweise lang. Warum machen es denn die Gesetze einem immer noch so schwer, sich wieder scheiden zu lassen? Die Gesetze machen es nicht schwer. Die Gesetze versuchen, allen Parteien gerecht zu werden.
Was sich ja verändert hat mit der Eheschließung ist ja, oder mit dem Prozess des Zusammenlebens und des Zusammenwirtschaftens, dass natürlich die Strukturen sich also ganz anders verändert haben. Und bei uns gilt ja, dass bei Auseinandersetzungen alle gleichberechtigt sind. Vater, Mutter, Kind. Das war ja früher ganz einfach, kann man ja einfach ausschuldig erklären, wie in manchen afrikanischen und muslimischen Staaten auch.
Da wird dann einfach die Frau in die Wüste geschickt, im übertragenen Sinne. Das geht dann sehr schnell. Dreimal sagt man, ich lasse mich scheinen und dann ist es geschehen. Das ist bei uns Gott sei Dank nicht so, weil man eben allen gerecht werden will. Und das bedeutet natürlich häufig auch eine lange Zeit. Aber jetzt wollen wir zum Schluss nicht über Scheidung sprechen, sondern wir bleiben bei der Romantik und bleiben nochmal kurz bei der Hochzeit.
Der Plan, jemanden zu heiraten, den man liebt, würden Sie sagen, das ist auch heute noch ein guter Plan? Also die Liebe muss auf alle Fälle da sein. Denn das ist das emotionale Band, wie wir es nennen, was auch in späteren Zeiten immer noch zusammenhält. Auch wenn es Konflikte gibt und so weiter, wenn das emotionale Band hält, bleibt man auch zusammen. Das ist Voraussetzung. Aber man sollte sich sonst auch die Gesetze angucken.
Ich sagte ja schon, viele heiraten und wissen gar nicht, was für Folgen einer Heirat hat. Das würde ich raten, ihm oder ihr sehr wohl zu überlegen, ob sie zum Beispiel, das gilt nicht für alle, aber für bestimmte Gruppen, lieber einen Ehevertrag unterschreiben sollte. Das wäre jetzt tatsächlich auch meine letzte Frage gewesen. Ist es unromantisch, einen Ehevertrag zu machen zur Hochzeit oder einfach nur clever? Nein, es ist bestimmt nicht unromantisch.
Man kann sagen, es ist unromantisch, es ist aber sinnvoll. Okay, das ist auch eine gute Zusammenfassung. So halten wir es an der Stelle fest. Ganz herzlichen Dank Ihnen für die vielschichtigen Einblicke in die Geschichte der Ehe und auch für die Weisheiten, die Sie uns mit auf den Weg gegeben haben. Dankeschön. Danke, Wiedersehen. Ja, heiraten ja, aber wenn, dann mit Ehevertrag. Das ist zumindest ein Tipp von Rosemarie Nave Herz, als den man beherzigen kann, wenn man möchte.
Sofern man demnächst heiratet. Romantik hin oder her. Denn wie ihr in dieser Folge gehört habt, nichts hält ewig. Rund ein Drittel aller Paare lassen sich früher oder später wieder scheiden. Da ist es besser, man beugt vor, wie das ja auch schon zu fast allen Zeiten üblich war. Zumindest kann man das in Betracht ziehen. Nur bei uns gelten Eheverträge den Romantikern sei Dank als, ja, dann doch irgendwie ein bisschen unromantisch.
Aber man selbst kann ja entscheiden, ob man das anders angehen möchte. Und man kann natürlich auch selbst entscheiden, ob man heiraten möchte oder nicht. Ich persönlich kann es empfehlen. Ich mag die Ehe und ich freue mich sehr, darüber verheiratet zu sein. Aber andere sehen das vielleicht auch ein bisschen anders. Und das würde mich auch mal interessieren. Was meint ihr denn? Wie ist euer Blick auf die Ehe und vor allem auch auf die lange Geschichte der Ehe?
Denn wir sind jetzt schon am Ende unserer Reise durch die Geschichte der Ehe mit Jahrtausenden voller Rituale, Erwartungen, Hoffnungen und manchmal auch Enttäuschungen. Und ich bin gespannt, was ihr darüber denkt. Also schreibt das gerne in die Kommentare auf der Podcast-Plattform eures Vertrauens. Wir haben auf jeden Fall gelernt, die Ehe war vieles. Mal heiliger Bund, mal politisches Werkzeug, mal wirtschaftliche Notwendigkeit, mal romantischer Traum.
Ich hoffe, wir konnten euch zeigen, warum dieses uralte Modell bis heute so viele Menschen fasziniert. Vielen Dank an unsere Expertinnen und Experten und natürlich auch an euch fürs Zuhören und Mitdiskutieren. Und wenn ihr Feedback für uns habt, dann schreibt uns sehr gerne per Mail oder auf Terra X History bei Instagram. Wir freuen uns über eure Gedanken zur Folge, aber auch über neue Themenvorschläge. Dieser Podcast ist eine Produktion von Objektiv Media im Auftrag des ZDF.
Die Autorinnen waren wie immer Janine Funke und Andrea Kahrt. Sie sind verantwortlich für Buch und Regie. Für die technische Umsetzung und Gestaltung verantwortlich ist Sarah Fitzek. Redaktion im ZDF hatte Katharina Kolvenbach. Ich bin Mirko Drotschmann und sag bis zum nächsten Mal.
