Rentnerrepublik in Chemnitz - podcast episode cover

Rentnerrepublik in Chemnitz

Sep 05, 201854 minEp. 3
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Mittwoch, 5. September 2018, 13:56 Uhr

Aus Sicht der naiven und rebellischen Jugend sind die Eltern natürlich kritisch und konservativ. So sagt es das Naturgesetz. Eltern sind, wie sie sind. Aber was ist, wenn #Chemnitz (als Chiffre für die Rentnerrepublik) darunter leidet, dass den Alten ihre jungen – aber geliebten – Widersacher fehlen? Wohin mit dem Geltungsdrang und der Rechthaberei der Alten, wenn die Jungen schon 12 Stunden am Tag im biografischen Fitnesscenter festhängen und im Hotel Mama oder tief im #Westen und schon in der #Zukunft nie auf die Idee kommen, ihren Eltern zu widersprechen?

Rebel Queen

Ich folge heute sehr interessiert einer Empfehlung zum Deutschlandfunk, der am 16. August das von der Bundesregierung begutachtete „Verschwinden der Jugend“ thematisierte. Und ich setze es mit Hilfe von Wolfgang Thierse, der bei Anne Will interessant gegen Serdar Somuncu argumentierte, in ein Verhältnis zur Rentnerrepublik. (Von Frieda korrigiertes Transkript)

Transcript

Ich

Wenn ihr das jetzt gerade hört und euer Smartphone in der Hand habt dann müsst ihr das jetzt weglegen. Die Argumentation wird kompliziert ihr müsst mir helfen. Ich habe zwar hier ein paar Notizen aber entfaltet ist hier noch nichts. Also lets go drittes Talk Radio und jetzt ist schon September 2018. Mal gucken wie lange es eigentlich so insgesamt braucht alles.

Wir beginnen mal wieder mit kleinen Danksagungen zum ein zweiter Käufer meines Buches Frank für 50 Euro. Sehr gut. Willkommen im Bücher Club. Clemens hat einen Dauerauftrag mit 3 Euro gemacht. Das ist natürlich auch eine gute Wahl denn so kann ich das hier tatsächlich machen bis das Buch geschrieben ist vielleicht na mal gucken.

Besonderer Dank Frieda. Frieda hat mir geschrieben Es gibt ja auf der Seite das Transkript von diesem Podcast. Das ist allerdings automatisch erstellt und hat entsprechend Fehler. Man kann es aber anklicken und lesen. Und es gibt sogar schon ein Editor. Also man kann tatsächlich in den Text eingreifen da wo die Erkennungswahrscheinlichkeit als besonders mies angesehen wurde von der Software selbst

ist eine rote Markierung im Text. Man kann dann in dem Moment dieses Wort anklicken sich von mir nochmal vorlesen lassen so wie ich es gesagt habe und dann einfach die korrekte Version reinschreiben. Allerdings ist dieser Editor noch nicht so auf einem technischem Stand dass man einfach sich zu zehnt dran setzt und jeder klickt ein Wort an das kommt vielleicht noch. Die Entwicklung ist auf jeden Fall da man sieht in welche Richtung es geht.

Bis dahin gilt jeder der möchte und Zeit hat und Lust kann gerne da eingreifen. Man muss dann allerdings oben auf Exportieren gehen und mir das Zuschicken ist ein komplizierter Weg. Na mal gucken. Frieda jedenfalls ist das ganze zweite Talk Radio durchgegangen und hat es wortgetreu korrigiert. Also wir haben jetzt ein Transkript vom zweiten Talk Radio daliegen das einfach absolut funktioniert. Die Frage ist Wofür funktioniert es.

Es wird ein Player Update geben in dem der Text wie er gesprochen ist als Text mitläuft also lesbarer Text und dann eben auch durchsuchbar Text. Die Podcast-Landschaft entwickelt sich hier rasant. Ich versuche an diesem Punkt immer auf dem neuesten Stand zu sein. Transkriptionen kosten auch so ein bisschen was so ganz frei von Kosten ist die Automatisierung nicht. Aber das ist auf jeden Fall ein Service den ich sehr gerne annehme. Denn schon jetzt zahlt sich die Suchfunktion tatsächlich aus.

Bei Eigennamen ist es dann ein bisschen schwierig das hat man dann auch gesehen. Da ist dann solche Arbeit wie die von Frieda Gold wert. Marc, der erste Buchkäufer hat sich auch noch mal im Kommentar gemeldet. Den hab ich sehr gern gelesen. Er hat absolut recht. Auge und Ohr essen mit beim Informationskonsum. Bücher verschlingen ist nicht so weit weg von vielen anderen. Konsumangelegenheiten die mit verschlingen zu tun haben. Inkorporation von materiellem in dem Falle geistigen Nährwerten.

Na wie auch immer diese Idee hat mir immer gut gefallen jeder Anschluss daran gefällt mir auch Marc. Herzlichen Dank für Deinen Kommentar. Frucht Oase schließt inhaltlich an den letzten Podcast an und zwar kritisch, also ohne große Berücksichtigung fundamentaler kultureller Unterschiede einen Bogen von Juvenilisierung europäischer Rentner zu Hikikomori spannen zu wollen halte ich für fragwürdig.

Das ist nicht die logisch stringente Folge einer demographischen Entwicklung sondern eine Eigenart einer aus unserer Sicht kulturell doch äußerst fremden Gesellschaft. Selbiges gilt für die Selbstmordrate auch da Selbstmord dort kulturell tief verwurzelt und nicht wie bei uns verteufelt ist. Stimmt soweit allerdings ist es ja hier bewusst gewählt.

Der soziologische Kniff zu sagen Ja wir haben hier zwei Länder auf den entgegengesetzten Seiten der Welt Deutschland und Japan die sich in sehr viel unterscheiden außer in einem beide Gesellschaften sind alt. Die eine ist die älteste der Welt im Durchschnitt was die Bevölkerung in Jahren gemessen angeht. Deutschland ist das zweitälteste Land der Welt.

Kann man trotz aller kulturellen Unterschiede die wir kennen und die in verschiedenen kulturellen Ausprägungen uns auch präsent gehalten werden, trotzdem einen Vergleich oder eine Gleichsetzung hinbekommen, also einen funktionalen, funktionale Äquivalente suchen einen funktionalen Vergleich machen bei dem eben bewusst sehr viel weggelassen und weg abstrahiert wird und man sich auf Weniges konzentriert.

Das ist ja hier der Versuch und jetzt hat Fruchtoase ein Gegenargument gemacht indem er das nochmal betont. Nein die kulturellen Unterschiede sind zu bedeutend. Sie mischen sich sozusagen zu viel ein in die Effekte nach denen ich suche. Was hat es mit dem Alter alles zu tun. Und wennman dem nachgeht also so wie er dasnennt Hikikomori ist eine Japan eigeneSache und der Selbstmord als kulturell tief verwurzelt

auch, das stimmt also. Wir können die Liste durchgehen in Japan Seppuku ist der Selbstmord Harakiri, ein extra Wort für einen speziell durchgeführten Selbstmord nämlich das Bauch aufschneiden. Es geht dann weiter. Kappuku, Tofuku, Isame Fuku, Junshi, Keikei, alles Begriffe für Selbstmord auf die eine oder andere Weise rituell hinzu kommen dann noch solche historischen Sachen die wir auch kennen. Kamikaze Man tötet sich für andere im Krieg.

Die Kamikaze Jäger die sich da die sich selbst und ihre Flugzeuge als Waffe eingesetzt haben anstatt nur Bomben fernzusteuern. Im Christentum das uns abendländisch hier prägt egal wie sehr wir Anhänger sind aber die kulturelle Prägung kann man ja nicht abstreiten.

Der Suizid gilt im Grunde auch wenn man die Bibel schon lange nicht mehr so streng auslegt als Gotteslästerung, weil nur Gott darf über Leben und Tod entscheiden und wenn er sich entscheidet nimmt man die Hilfe Gottes dankend an und schlägt sie ihm nicht aus der Hand indem man selbst darüber befindet wann das eigene Leben endet. Und das ist natürlich das stimmt da ist das Vorzeichen umgedreht das ist eine ganz andere Herangehensweise.

Und das wird auch wenn man in aktuelle Literatur noch rein schaut bestätigt. Frieda hat uns auch einen Kommentar geschrieben. Ich habe mal ein Jugendbuch gelesen das im Japan der Samurai spielte. Da rettet der Held seinen Mentor aus dem Gefängnis und enthauptet ihn dann auf dessen eigenen Wunsch da dass der ehrenvolle Tod ist, nachdem er seine Ehre beziehungsweise seiner Familie durchs sich gefangennehmen lassen (oder so weiß nicht mehr genau) verwirkt hatte.

Dann schreibt sie laut wie die Wikipedia heißt das Seppuku eine ritualisierte Art des männlichen Suizids. Ich fand das damals verrückt jemand zu retten nur um ihn dann ehrenvoll umzubringen. Man sieht an solchen Sachen die Frage inwieweit sich die Samurai Kultur und religiöse Traditionen bis ins Heute schleppen. Sie findet sich halt in solchen Jugendbüchern wieder.

Und sei esnur dass man sie wie Frieda liest und dann so eine Art KulturschockMoment hat weil man einfach auf einkulturelles Phänomentrifft das einem nicht so ganz verständlichvorkommt gerade wenn man es in jüngeren Jahren liest.

Ich will jetzt aber das Gegenargument bringen und wir behalten mal im Hinterkopf, diese Phänomene die wir hier aus Japan kennen sind im Grunde so eine Art Narzissmus Schuld auf sich nehmen um sich dann aus der Welt zu schaffen und die Probleme mitzunehmen um die Probleme aus der Welt zu schaffen, sich Selbst töten. Es müssen nicht die eigenen Probleme sein, es können auch die Probleme von anderen sein, es ist sozusagen ein überladen des Schicksals der Welt auf das eigene Schicksal.

Ich habe eben schon gesagt Narzissmus. Vielleicht steckt darin so eine besondere Form moderner Narzissmus vielleicht hat jemand gerade die Serie Jack Ryan gesehen die bei Amazon gerade läuft. Da gibt's auch diesen Moment in dem - istkein Spoiler sondern nur eine kurze Wiedergabe einerSzene - Jack fragt sich ob eran einem Vorfall in dieser Welt schuld trägt weil er ihn, obwohl es seine Dienstpflicht istnicht verhindert hat.

Und dann kann man ihn natürlich in den Arm nehmen und sagen Nein du hast dein Bestes getan Du bist nicht dran Schuld Sachen passieren einfach. Menschen wollen Böses und nur weil du es nicht verhindert hast bist du nicht dran schuld. Aber anstatt so fürsorglich in den Arm genommen zu werden sagt sein Chef zu ihm einfach das ist krass narzistisch wie du dich hier aufführst.

Nein es hat nichts in diesem Maße mit dir zu tun dass wir dir hier die Schuld geben können sondern Sachen passieren und man konnte sie nicht verhindern. Und das behalten wir im Hinterkopf und jetzt lesen wir Wolfgangs Kommentar. Wolfgang schreibt Hikikomori ist ein Phänomen das besonders junge Männer betrifft die rund um die Uhr Computer Games spielen. In Japan ist das auch ein krasses Phänomen mit den Computerspielen aber nicht nur dort.

Vielleicht kennst du den Roman Hikikomory von Kevin Kuhn. Er spielt nicht in Japan sondern in Deutschland. Ein sehr kluges Buch. Der junge Protagonist schafft das Abi nicht schließt sich im Zimmer ein und baut sich eine virtuelle Gegenwelt. Die Eltern die dem grünen Bürger Milieu angehören sind ratlos. Das ist ein kultureller Brückenschlag nach Deutschland den ich gerne annehme.

Wolfgang schreibt weiter Es gibt auch einen japanischen Roman über das Hikikomori Phänomen Dornröschenschlaf von Banana Yoshimoto. Was du über die Selbstmordrate in Japan sagst ist interessant.

Gerade habe ich von Emmanuel Todd Traurige Moderne, das ist auch ein interessanter Titel, traurige Moderne gelesen. In einem Unterkapitel geht Todd auf die steigende Suizidrate unter relativ jungen Männern in den USA ein aus den Zahlen leitet er auch Trumps Sieg ab, so Hikikomori und Seppuku sind japanische Phänomene wir haben ihnen japanische Namengegeben weil sie sind dort zuerst aufgetaucht und wir wollten keine eigenenBegriffe für diese Art Phänomene findenalso haben wir sie übernommen.

Okay aber vielleicht ist es tatsächlich mehr. Ein Brückenschlag bis zu Trump den heute wieder rückläufigen Lebenserwartungen in Amerika. Nicht weil die Kindersterblichkeit hoch gegangen ist was eigentlich diese Phänomene verursacht sondern weil sich junge Männer häufiger umbringen und dann nochmal der Bogenschlag Hikikomori von Kevin Kuhn: Computerspiele. In Japan spielt man viel auf seinem Handy man gibt zehnmal mehr Geld für Computerspiele auf dem Handy aus als in Europa.

Aber das es in Europa das Phänomen Computerspiel gibt und wie weitreichend es ist das haben jetzt erst wieder an Gamescom gesehen. Also hier ist doch, hier sind doch einige Brückenschläge möglich die uns von dem Phänomen Samurai und allem was wir uns darunter vorstellen,

doch ein bisschen abstrahieren lassen. Sebastian auch nochmal zur Juvenilisierung, Wir erinnern uns dass es dieses beibehalten von Jugendlichkeit im Verhalten, auch eine Ausprägung von Wünschen in der Art von Beziehungsgestaltung die man früher eher bei der Jugend fand und heute eben auch in höheren Altern bei 40 und 50 jährigen. Sebastian zum Thema Juvenilisierung Precht beschrieb 2009 in seinem Liebe- Buch die individualisierte Gesellschaft.

Ein Gedanke daraus zur alternden Gesellschaft ist meiner Meinung nach ganz interessant. So behauptet Precht dass sich die sogenannte Midlife-Crisis von über 40, also ü40 nach vorne verschoben hat und der Mensch sich spätestens ab der Adoleszenz in einem Zustand der kulturellen Neotenie befindet. Den Begriff entlehnt Precht aus der Neurobiologie. Er beschreibt wenn ich das nur richtig zusammen bekomme. Eine Entwicklung die erst nach der Geburt oder sogar niemals abgeschlossen wird.

Laut Wikipedia ist Neotenie die Beibehaltung von Jugendmerkmalen eventuell meint Juvenilisierung auch genau diese Entwicklung als, Erklärungsmodell finde ich Prechts Gedanke gar nicht mal so schlecht. Fraglich ist für mich ein bisschen wie allgemeingültig kulturelle Neotenie, Hikikomori und Juvenilisierung sind.

Vielleicht ermöglicht auch gerade die Gesellschaft der Singularitäten von Andreas Reckwitz eine Koexistenz der individuellen Lebensverläufe. Ja das sind diese, genau diese Fragen die wir uns hier eben auch stellen. Juvenilisierung. Das neue Wort Neotenie. In wie weit kann man Verallgemeinerung machen.

Auch ich meine wenn Bücher geschrieben werden wie das was Wolfgang empfiehlt Hikikomori von Kevin Kuhn entspricht das dann einer Privaterfahrung des Autors der sich hinsetzt und literarisch darüber schreibt. Oder ist das Recherchearbeit gesellschaftlicher Phänomene dieman dann in erzählbare Form also an Einzelschicksalen runterbricht die man dann beschreibt, immer kommen Bücherraus man weiß man nicht so genau wo sie herkommen.

Und deswegen gehen wir dem mal nach. Pascal hat ganz kurz geschrieben Deutschlandfunk hat auch etwas zum Thema gemacht. Und da interessiert uns natürlich was denn eigentlich. Und es passt auch zum Kommentar von Partizipator Konsument über die 68er Eltern an denen sich die Kinder nicht mehr reiben konnten.

So also haben wir es jetzt mit einer Ausprägung von Jugendkultur einem Übermaß an Jugendkultur vom Kindesalter, man macht sein Smartphone aus, verstrickt sich in diesenkulturellen Seilschaften undkommt dann nie wieder raus bis man ins Rentenaltergeht oder haben wir es vielleicht mit einem Gegenmodell zu tun das nämlich Jugendkultur verschwand und wirjetzt so ein komisches, vielleicht sollten wir nochmal ein neues Wort dafür finden, in welchem Zustand kulturell leben wir eigentlich.

Wenn wir uns so individuell über unsere Lebensplanung und unser tägliches Verhalten Gedanken machen. Da hören wir doch einfach mal in diese Deutschlandfunksendung rein. Ich war wieder ganz hin und hergerissen bzw. hin und weg. Am 16. August also noch nicht lange her und die Sendung hieß aus Kultur und Sozialwissenschaften hörenwir jetzt insgesamtsieben Clips aus einer insgesamt nur 15 minütigen Sendung 16 Minuten v ielleicht weil es einfach ein Goldschatz war.

Pascal hat mich darauf hingewiesen. Ich hatte die Sendung schon irgendwo in meinen Listen weil der Titel natürlich auch entsprechend war. Aber wie kommt man denn darauf das dann raus zu holen wenn nicht in so Kommentaren drauf hingewiesen wird. Also Pascal herzlichen Dank für diesen Hinweis.

Er passt hier ganz wunderbar und wir fangen mal an mit einer Erinnerung vor 40 Jahren vielleicht der letzte Moment in dem es eine Jugendkultur gab, also hier das entfaltet sich ganz wunderbar wir können jeden Clip einzeln einfach dranhängen an die vorher gespielten ohne vorher schon Erwartung schüren zu müssen. Es wird zurückgeblickt auf den TUNIX-Kongress.

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hier. Sie haben uns lange genug kommandiert die Gedanken kontrolliert die Ideen die Wohnung die Pässe die Fresse poliert. Wir lassen uns nicht mehr einmachen und klein machen. Kommen wir also zusammen segeln wir alle gemeinsam zum Strand von Tunix. Rund 25000 junge Leute folgten vor 40 Jahren dem Aufruf aus der undogmatischen linken Szene mit so großem Echo hatte keiner gerechnet. Drei Tage war der Campus der Technischen Hochschule Berlin von jungen Besuchern des TUNIX-Kongresses belagert.

Kein Treffen von Faulenzern sondern der Start in eine aktive Alternativszene die kollektive Bäckereien genossenschaftliche Kneipen Fahrradläden Verlage Druckereien und Kinderläden gründete, in den drei Tagen im Januar 1978 entstanden so langlebige Kollektive wie die Tageszeitung taz. Und auch die Partei der Grünen nahm hier ihren Anfang.

Ich

Ja, die taz Die Grünen viele andere Sachen nahmen ihren Anfang vor 40 Jahren als sich die deutschsprachige Jugend, wenn auch nur ein kleiner Teil von ihr zum TUNIX-Kongress zusammenfand und Tunix heißt ja tatsächlich mach nichts, also tu nichts tun nix. Der Gegenentwurf hat man jetzt beim 34C3 gesehen letztes Jahr in Leipzig tu wat wird es nicht Zeit jetzt mal was zu machen.

Ein bisschen explizitererinnert mich ein bisschen an die Idee die die Loveparade Damalshatte ein bisschen späteraber ich würde mal sagen so ähnliche Zeit. Also wirklich ein bisschen späteraber nicht heute näher an dem TUNIX-Kongress dran als an heute. Und da war ja auch die Frage Ist das jetzt eigentlich eine große Veranstaltung bei der irgendwer Verantwortung übernehmen muss.

Oder ist das eine Demonstration bei der zum Beispiel die Stadt dafür verantwortlich ist für Sicherheit zu sorgen und den Müll wegzuräumen. Natürlich sehr viel kostengünstiger für die Veranstalter die in diesem Falle dann nur Anmelder sind. Und dann muss man ja argumentieren warum sind wir eigentlich keine Veranstaltung im kommerziellen Sinne.

Und dann war die Antwort Wir sind eine politische Demonstration und da war die Frage, und welche politische Botschaft ist eure. Und dann war die Antwort der Loveparade. Wir sind unpolitisch. Die politische Botschaft unpolitisch zu sein. War natürlich dahin geschoben so ein bisschen wie Tunix wir machen hier nichts, nein wir sind unpolitisch aber da trafen sich sehr viele Menschen unter dem Vorwand Wir sind hier unpolitisch und haben gesehen.

Wenn wir aber politische wären könnten wir einiges machen denn wir sind eine Million Menschen. Was kann man mit einer Million Menschen machen. Diese Effekte die sieht man heute alle gar nicht mehr. Trotzdem bleiben wir noch mal kurz in der Vergangenheit. Jugendkongresse, Initiativen die von Jugendlichen getragen sind. Das kann man natürlich positiv sehen wenn man sagt Na da kann die taz raus und die Grünen. Hier wird nochmal kurz an eine andere Jugendbewegung erinnert.

Inwieweit das jetzt hingebogen ist historisch vermag ich gar nicht richtig zu sagen. Interessant fand ich den Hinweis aber schon.

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Weg mit der alten Generation weg mit den alten also diese Vorstellung wir überwinden das alte wir überwinden die alte Politik Wir schaffen was Neues darauf setzten aber historisch gesehen, die radikale Linke ebenso wie die radikale Rechte auch die SA verstand sich als solche junge Generation.

Ich

Ja SA, vielleicht kann man darauf hinweisen auf Jennys Podcast. Sie hat ja mit der Jungen Alternativen Aussteigerin Franziska Schreiber gesprochen. Die Jugend fehlt überall nicht nur in der Kirche nicht nur in den Parteien sondern auch so neue eher soziale Bewegungen wie Pegida, AfD. Alles in einem Konglomerat Pro Chemnitz und was man noch alles dazuzählen muss fehlt es vielleicht an Jugend.

Wenn es anders wäre wären vielleicht auch andere Potenziale da wie damals weil das Stichwort SA führt natürlich an eine andere Erinnerung. Nun wird hier in dieser Sendung ein Bogen geschlagen der für meine Fragestellung essenziell ist. Verlust von Jugendkultur habenwir es jetzt mitJuvenilisierung einer Ausdehnung vonso einer Vulgärjugendkultur zu tun verdrängt diedann echte Jugendkultur also wie das hier diskutiert wurdefand ich spektakulär interessant.

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Diese langhaarigen Gestalten in den übergroßen Oberhemden und lila Latzhosen waren wichtige Motoren für eine tiefgreifende Liberalisierung und Demokratisierung der Bundesrepublik Deutschland. Das hat zuletzt der Zeithistoriker Sven Reichhardt in seiner ausführlichen Studie der linksalternativen Szene der siebziger und frühen achtziger Jahre aufgezeigt. Dieser lebensreformerische Aufbruch eines Teils der Jugend, könnte er der vorläufig letzte gewesen sein?

Sämtliche großen Jugendstudie der letzten Jahre sehen vor allem eine zunehmend angepasste Generation, Eltern und Kinder verstehen sich einfach heute zu gut meint der analytische Kinder- und Jugend -Psychotherapeut Holger Salge aus Stuttgart provokant. Diese Konfrontation mit der Elterngeneration, mit den Autoritäten. Genau das findet nicht mehr statt. Dieser Generationsgegensatz der nach meiner Einschätzung schon das Wichtige ist.

Freud hat das mal gesagt dass der Gegensatz der Generationen Motor gesellschaftlicher Entwicklung ist. Und da droht zumindest partiell was verlorenzugehen.

Ich

Vielleicht hatte Freud recht. Das Argument wird ja bis heute in der Philosophie mitgeschleppt vomEros der in der Jugend drin steckt. Wir kennen das aus vielenSprüchen mit 15 wirst duLinks mit 30 wirst du so langsam konservativ. Innovation geht dadurch verloren und Variation in der Gesellschaft wenn die Alten unter sich sind und so tun als wären sie jung, die jungen aber gleichzeitig an diesem Phänomen, ich will nicht sagen leiden oder so. Aber es schon Abnabelungsprobleme gibt.

Dadurch dass wie Precht auch sagte man jetzt die ersten beiden Generationen hat, die unter der Prämisse Liebe in Familie aufgewachsen sind, anstatt Du übernimmst mal den Hof und streng dich frühzeitig an oder erwirtschafte schon mit zehn Jahren die Grundlagen dieser Familie mit, all das haben wir überwunden. Einer der Nebeneffekte ist das Ausbleiben oder das Verdrängen der Verlust von Jugendkultur der nun die Gesellschaft wiederum in Mitleidenschaft zieht.

Eine Folge wird hier beschrieben. Konzentration auf die Familie.

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Der Schweizer Ethnologe und Psychoanalytiker Mario Erdheim hat diesen gestaltenden revoltierenden Aspekt von Jugend, den Freud in seiner kulturtheoretischen Schriften skizziert wieder aufgegriffen. Er schrieb 1984 die Adoleszenz steht zwischen diesen progressiven auf Veränderungen drängenden und den Konservativen die Familie reproduzierenden Bereichen der Gesellschaft.

Ihr Verlauf entscheidet ob die Distanzierung von der Familie gelingt und die progressiven Tendenzen weiter vorangetrieben und subjektiv angeeignet werden können.

Ohne Zweifel würde ich sagen dass die Jugend insbesondere, die dynamische Kraft in einer Gesellschaft, mal so wie man es gerne haben möchte, mal sowie man es nicht gerne haben möchte, aber in jedem Fall ist das die Jugendphase, in der Innovation undDynamik und Neuerung in eine Gesellschaft hineinkommt, nicht in einem engen Sinne, nicht in einem rein wirtschaftlich oder technischen Sinne sondern generell in einem kulturellen sozialen Sinne.

Ich

Nja, die progressive Kraft der Jugend na gut Innovation Dynamik und Neuerung für die Gesellschaft finde ich total schlüssig. Ja du kannst dich gerne so und so verhalten aber nicht mit den deinen Füßen unter meinem Tisch. Wenn du das machen willst dann außerhalb dieser Familie aber innerhalb der Gesellschaft. Wenn nun Jugendkultur in diesem Maße ausbleibt bleibt man natürlich in der Familie und ordnet sich unter Man ist natürlich dann eine angepasste Generation.

Die Shell-Jugendstudie Jugendstudie habe ich ausführlich gelesen. Die gibts ja nun nicht jedes Jahr leider die 2015 war wirklich hochinteressant, auf der einen Seite mehr politisches Bewusstsein gleichzeitig weniger Zeit für politisches Engagement. Und natürlich die Unterordnung unter ökonomische Zwänge.

Also man sieht noch so in Ansätzen in welche Richtunges eigentlich gehenkönnte und bisher auch immer ging aber eben nicht mehr in der Rentnrrepublik und das hat Effekte und wir erinnern uns jetztan allem eben Gesagten zum Selbstmord in Japan. Also diese besondere Form von Narzissmus die da mit drinne hängt. Das Schicksal der Welt auf sich selbst zu münzen, es an eigene Erwartung zu binden und Enttäuschungen dann auch als eigenes Scheitern wahrzunehmen.

Statt einfach die Umstände dafür schuldig zu erklären, das nimmt doch jetzt und zwar würde ich dann schon sagen in Japanisch kulturellem Ausmaß auch in Deutschland, nimmt sich das den Raum.

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In welche Richtung die Dynamik geht das bestimmen die sozialen Bedingungen der Zeit, und die Erwachsenen, erklärt der Soziologe und Jugendforscher Helmut Willems von der Universität Luxemburg, in den letzten 20 Jahren habe die Gesellschaft für Jugend vor allem eins im Blick: Bildung eine fatale Engführung von Entwicklung, kritisiert der Soziologe.

Wenn man die Jugend heute mit der Jugend in den Sechzigern, auch noch in den 70ern vielleicht sogar in den frühen 80ern vergleicht, dann stellt man nicht nur eine durchgehende Kommerzialisierung fest, die heute die Jugend ja doch sehr stark prägt, sondern man stellt vor allem auch eine pädagogische Belagerung fest. Eigentlich gibt es kaum noch Räume die nicht pädagogisch überformt sind und pädagogisch kontrolliert werden.

Ja ich habe wenig Zeit für Freundschaftsaktivität weil es einen strengen Zeitplan gibt den nicht befolge. Jedes Semester mache ich mir einen Lernplan und zieh das dann halt auch durch. Ich glaube das ist bei mir der größteStressfaktor dass man sich sehr viele Gedanken darüber machtwo man später reinkommen kann mit dem Abschluss und wie eben auch die Chancenstehen oder wie gut sie eben nicht stehen.

Also ist es auf jeden Fall anspruchsvoll und dass man auch wirklich immer daran denkt man muss besser sein als alle anderen. Die drei sind Anfang 20 und studieren in Köln Jura oder Volkswirtschaft. Repräsentativ sind sie nicht aber ihre Sorge findet sich in vielen Studien wieder. Pragmatisch und angepasst. War das die Jugendlabel der letzten Shell-Studie, der fünfzehnte Kinder- und Jugendbericht der Bundesregierung von 2017,

der seit vielen Jahren erstmals wieder ein reiner Jugendgbericht ist spricht sogar vom Verschwinden der Jugend. Schon Teenager spürten einen so heißt es darin wörtlich Druck zur biografischen Selbstoptimierung.

Ich

Die letzten beiden Zitate waren im Grunde der Bundesregierung zuzurechnen. Sie hat im Jugendbericht postuliert, es gibt ein Verschwinden der Jugend, hängt natürlich eng mit dem Appell zusammen Verschwende deine Jugend nicht sondern nutze sie, nutze sie als Investment. Alles wird auf Bildung gesetzt. Es gibt einen Druck zur biografischen Selbstoptimierung.

Im Grunde könnten wir davon sprechen dass die Jugend bis zum Ende des durchschnittlichen Studienalters, also 23 Jahre bis man dann Beitragseinzahler in den Sozialversicherungssystem wird, betreibt man im Grunde kognitives Bodybuilding. Wir haben uns ja immer gefragt was passiert, nachdem wir das Phänomen jetzt einmal beobachtet haben ja die körperliche Arbeit ist aus der Welt aus der westlichen Welt verdrängt.

Es wurden Fitnessstudio gegründet und eine Fitnesswelle schwappte auf uns über. Das betrifft zwar nur einige Menschen nicht alle. Die Gesundheitswerte nehmen weiter ab. Die Studie gab es kürzlich auch aber diejenigen die Ausgleich suchen. Die gehen dann halt in die Vollen, fünfmal Sport die Woche ist nicht zu selten. Und was passiert eigentlich wenn die Arbeitswelt die übrigblieb nämlich die geistige Arbeit, so den Wirrungen der Modernität ausgesetzt ist wie wir es heute haben.

#Unsicherheit, dann investiert man genau da rein. Man hat einen strengen Lernplan, an den man sich dann auch hält. Man hält sich an die eigene Herkunftsfamilie. Nichts ist wichtiger als die eigene Herkunftsfamilie. Das war ein Ergebnis der Shell-Studie damals, zweitwichtigstes Ergebnis eine eigene Familie gründen traue ich mir nicht zu. Man begibt sich in diese materielle Abhängigkeit der eigenen Familie um den Kopf frei zu haben für alles andere.

Man stopft aber dann nur Bildung rein als Investment und betreibt da kognitives Bodybuilding ja man könnte am Ende wenn es körperliches Bodybuilding wäre gut aussehen aber man fragtsich ein bisschen wofür. Für was sind die Resultate dann tatsächlich die die man wollte oder steuert man da nicht in die nächste Enttäuschung rein, wenn man sich keine Zeit mehr für anderes nimmt und den Kopf nicht mehr frei hat für anderes außer ihn vollzustopfen mit allem möglichen Investitionsgut für später.

In der weiteren Sendung wurde das jetzt mal auf diesen Punkt gebracht den ich vorhin schon nannte. Narzissmus hier wird es wirklich sehr gut beschrieben.

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Das hat meines Erachtens damit zu tun dass sehr viele junge Leute das Gefühl haben, es hängt alles sowohl Erfolg wie auch Misserfolg nur von mir ab, also dass wir gut, das es vielleicht noch die Reste der 68er Zeit früher noch auch im Blick hatten dass auch Umstände dazu führen dass bestimmte Dinge nicht zu leisten sind.

Das gibt es heutzutage so gut wie nicht mehr sondern bin ich sowohl für Erfolg wie auch Misserfolg ausschließlich alleine verantwortlich und das heißt eben Ich muss noch mehr tun ich muss noch mehr arbeiten.

Ich

Ja das ist eine traurige Form von Narzissmus. Die Definition ist da nicht so weit weg dass man jetzt nicht diesen Bogenschlag machen könnte. Einfach dieses etwas anders konnotierte Wort zu benutzen. Für die Beschreibung dieser eigentlichen Opferrollen die wir hier dargestellt bekommen, Opferrolle auch deswegen das wird hier nochmal auf den Punkt gebracht. Das große Problem unter Studenten ist heute die Depression.

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Mit der freieren Entscheidung über den eigenen Lebenslauf kommen junge Leute wohl schlechter zurecht, meint der Psychologe Michael Egerer. Er bietet seit 40 Jahren an der Ruhr-Uni Bochum Beratungsgespräche an. Im Laufe der Zeit sei die Nachfrage stark gestiegen. Früher seien die Studenten vor allem mit Fragen zu ihrer Identität, ihren Lebensentwürfen gekommen. Heutzutage haben wir es in erster Linie mit Ängsten mit Depressionen zu tun.

Burn out als Teil einer depressiven Erkrankung und das ist einfach den sich verschlimmernden Umweltbedingungen und Umweltanforderungen, Arbeitsmarktanforderungen, geschuldet. In Deutschland wurden zwischen 2005 und 2016 38% mehr psychische Erkrankungen bei den 18- bis 26-Jährigen diagnostiziert. Zu diesem Ergebnis kommt der diesjährige Ärzte-Report der Barmer Ersatzkasse. Dabei galten Studierende bislang immer als die psychisch stabilste Gruppe.

Ich

Die Krankenkassen machen solche Untersuchungen hier die Barmer, die AOK hat auch eine Studie ganz spezifisch zum Stress der Jugend oder Jugendlichen. Stress, das ist so ein Argument das habe ich mir schon mal rausgeschrieben, Stress der unter 40-Jährigen ist ein ähnliches Tabu in Deutschland wie Schmerz von über 70-Jährigen also ganz dieser körperlicheSchmerz.

Man hat nur, keine Ahnung, körperliche - die Zimperleins nehmen zu in der ganzen restlichen westlichen Welt ist Schmerz mittlerweile ein eigenes medizinisches Themengebiet. Man geht zum Arzt und sagt Ich hab Schmerzen und dann bekommt man etwas gegen diese Schmerzen. Entweder therapeutisch oder eben materiell, tatsächlich Medikamente also therapeutisch meine ich auch mit Bewegungstherapie. Was es alles gibt. Der Schmerz ist eine Diagnose für sich und wird auch ernst genommen.

In Deutschland geht man zum Arzt als Älterer sagt Ich habe Schmerzen und dann macht sich der Arzt auf die Suche und findet er vielleicht nichts. Es ist eine ewige Hin und Her und man kriegt Verweisungen und Schmerz ist ein ausgeblendetes Problem in Deutschland und genauso vielleicht der Stress.

Und vielleicht ist es einrentnerrepublikanisches Argument was da drin liegt, wennman einmal sich die AOK-Studie anguckt oder hier die eben erwähnteauch von der Barmer eigentlich doch die Studenten immer die, die so locker ins Leben hinein und so das sind jetzt die gestresstesten überhaupt. Weil eben nicht nur der Alltagsstress sondern auch der biografische Stress dazu kommt und das mal kontrastieren mit dem nicht ganz ernst nehmen von Schmerz unter Älteren.

Nun gut, in all dem was wirhier gehört haben im Radio zum Thema Generationenkonflikt, Verschwinden von Jugendkultur, dem angewiesensein auf Jugendkultur, weils InnovationDynamik usw. in dieGesellschaft bringt. In Chemnitz also Chemnitz. Die Vorfälle in Chemnitz kann man auch rentnerrepublikanisch, glaub ich, beobachten. Denn wenn wir uns Chemnitz als Stadt angucken ist das ein vielleicht die Hauptstadt der Rentnerrepublik, mitten drin in einer Region in der es keine Jugend mehr gibt.

Wer dort Abitur macht bleibt nicht in Chemnitz. Vielleicht der eine oder andere einer Klasse. Aber das allgemeine Phänomen ist, wenn man seine Eltern ein Jahr nach dem Abitur besuchen fährt ist man der einzige Schüler vor Ort. Man kann da nicht einfach zum ehemaligen Klassenkameraden um die Ecke gehen und ihn auch besuchen weil der lebt. genauso 300-400 Kilometer weit weg.

Und ich glaube es steckt sehr viel Rentnerrepublik in diesen aktuellen Chemnitz-Sachen die wir jetzt sehen, kontrastiert mit dem was wir eben gehört haben. Man will sich abnabeln. Man weiß aber nicht genau wie, viele dieser Ideen die wir der Jugend hier zugeschrieben haben eben auch durch die Deutschlandfunk-Sendung sind eben diese Phänomene von Abnabelung, Kontrastsuche, mal was Neues probieren. Widerstand leisten gegen die älteren und so weiter.

Vieles davon sehen wir in Chemnitz aber eben nicht von der Jugend sondern so vulgär vorgebracht von orientierungslosen Älteren meist männlichen vielleicht auch irgendwie, kann man es so sagen, zurückgebliebenen wie auch immer. Und vielleicht muss man auch über Chemnitz noch mal selbst sprechen. Ich habe es gestern im Aufwachen!Podcast schon kurz angesprochen in der Wikipedia steht der Satz an der Wende vom 19.

zum 20. Jahrhundert verzeichnete die Stadt Chemnitz das höchste Pro-Kopf-Steueraufkommen und die höchste Pro-Kopf-Wertschöpfung aller deutschen Städte. Man sprach vom sächsischen Manchester dann kamen die Nazis 80 Prozent der Stadt wurden zerstört und dann planwirtschaftlich, in der DDR als Karl-Marx-Stadt wiederaufgebaut. Als ich das auf Twitter kurz nannte hat Sascha reagiert mit einem Blick in diese alten ostdeutschen Bücher die sehr viel Beliebtheit Immer noch haben.

Ich kenne sie gar nicht, also jedenfalls ein Dokument denn 1977 lebten in Chemnitz 65.000 mehr Menschen als heute. Das sind nun nicht mal vierzig Jahre und in dieser Zeit hat Chemnitz 65 000 Menschen also allein die Wegzüge das sind eben nicht nur Sterbefälle sondern das sind vor allem Wegzüge. Und dann eben auch. Es ziehen die Jungen weg die dann ihre Kinder woanders bekommen.

Aus diesen 65000 Menschen allein könnte man eine eigene Stadt machen die von bundesdeutscher Bedeutung manchmal wäre ja in der einen oder anderen Sache. Marcel hat noch ergänzt. Heute gibt es Stadtteile in denen das Hartz-IV-Niveau bei 28% liegt. Solche Sachen gibt's nicht mal in Berlin auf Stadtteilebene sondern das sind dann Straßenzüge und so. Aber das ganze Stadtteile zu über einem Viertel von Hartz IV abhängig sind.

Das ist ebenChemnitz undvielleicht könnte man sagen nach sozioökonomischer Faktenlage istdas vielleichteinfach Rentnerrepublik pur, man hat eine Geschichtedie natürlich auch noch präsent ist vor Ort an die nicht angeschlossenwurde. Und man hat diesen großen großen Verlust von Jugendkultur und das ist allerdings ein sehr spezifisches ostdeutsches Phänomen.

Da können, also wenn man das so strapaziert, Nachrichtenmedien in Köln Hamburg München Stuttgart noch so lange überlegen was hat es denn da mit sich auf. Da kommt man dann auf keinen grünen Zweig wenn man sich nicht von den gängigen Erklärungsmustern löst. Wir haben hier Landstriche ohne Jugend Landstriche ohne redaktionelle Medien Landstriche ohne Grundversorgung und sehen da jetzt was aufbrechen. Und ich würde sagen das ist die Rentnerrepublik.

Vielleicht ist Chemnitz einfach nur der Beginn. Vielleicht sind das die Phänomene die wir da sehen die wir demnächst auch in anderen Städten in anderen Regionen haben weil das Phänomen nimmt ja zu. Alle Landkreise außer drei oder vier in Deutschland altern und die Tendenz ist so seit Jahren und wird auch so bleiben.

Die Anne Will Sendung war nun von herausragender Qualität. Wir können sie richtig ausbeuten für ein rentnerrepublikanisches Argument denn es waren Serdar Somuncu und Wolfgang Thierse unter anderem da. Und wir hören es jetzt mal 3:54 in dieser Zeit fällt überhaupt nur ein Wortwechsel von Relevanz. Zuerst spricht Serdar Somuncu und dann Wolfgang Thierse. Und vielleicht ist es selbsterklärend wenn man da zuhört. Der eine. Serdar Somuncu ist Kosmopolit heute 50 Jahre alt Geburt in Istanbul.

Studium in Maastricht dann Theaterregisseur und viel Schauspiel in Wuppertal Frankfurt Bochum Bremen Mailand Oberhausen Münster. Dann natürlich seine mehr als 1000 Auftritte mit dem Vorlesen von Mein Kampf. Das ist im Grunde, also ich würd sagen, das ist Standard Kosmopolit wie wir es heute haben und schätzen.

Ihm gegenüber sitzt dann der ostdeutsche Wolfgang Thierse 74 Jahre alt also noch mal 25 Jahre älter als Serdar Somuncu, und 25 Jahre 24 Jahre da kann man schon von einer Generation im ostdeutschen in der ostdeutschen Tradition hatte man mit 24 Jahren schon drei Kinder oder vier. Das ist einfach. Da liegt eine Generation dazwischen. Wolfgang Thierse ist geboren in Breslau Studium in Berlin. Dann gebrochene Biografie im Staatsdienst der DDR politische Karriere in der Bundesrepublik.

Das haben wir ja alle vor Augen wie er Bundespräsident war, Bundestagspräsident war unter Rot-Grün und wie die beiden auf der einen Seite zuerst Serdar Somuncu noch mal die gängigen Erklärungen mobilisiert und Wolfgang Thierse dann, für die gängige Diskussion ein völlig neues Argument macht finde ich,

beeindruckendweil ich von Wolfgang Thierse eigentlich immer nur noch erwartedass er sagt ja die Demokratie das sind halt dicke Bretter und das Bohren dauert lange und da soll man seineEnttäuschung mal ein bisschen im Zaum halten und sich halt engagieren. Diesmal, glaub ich, hat er irgendwie nachgedacht und hat auch gesehen nee das ist da irgendwie anders. Ich mache mir mal andere Gedanken. Und mein Eindruck ist ein bisschen.

Wir haben hier Serdar Somuncu der dieses kosmopolitische und was wir immer schon wussten stimmt und wird durch Chemnitz bestätigt. Und dann antwortet Wolfgang Thierse und weist darauf hin Nee wir haben hier in Ostdeutschland ein ganz eigenes Problem und das ist das der Rentnerrepublik.

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2015 war ein besonderesJahr. Es wird sichso nicht wiederholen - und genau dahin willich zurück, zu diesem Punkt zurück.Die Ursache dieses Problems liegtmeiner Meinung nach tatsächlich darin dass wir im Jahr der Flüchtlingskrise per Dekret von Angela Merkel, dieses Gebot Wir schaffen das erst einmal annehmen muss.

Das war ein grober Fehler. Damit hat sie sich nicht nur überDublin II hinweg gesetzt sondern sie hat auch eine Gepflogenheit die es in Deutschland gibtnämlich das Parlament zu fragen bevor man Gesetzerlässt einfachignoriert. Das Problem was daraus entstanden ist ist dass nach Deutschland auch Menschen gekommen sind die keine guten Absichten haben das muss man ganz offen und ehrlich zugeben.

Wir hätten dieses Problemvielleicht anders nicht verhindern können. Ein Terrorist kommtvielleicht nicht immer ganz legal über eine Grenze, derkommt auch malillegal woanders her aber wir hätten demonstrieren können dass wir kontrollieren werin unser Land kommt.

Stattdessen gab es einen großen Common Sense in dieser Republik darüber dass Willkommenskultur jetzt en vogue ist und niemand hat sich Gedanken darüber gemacht wie wir in den nächsten Jahren mit diesen Menschen die nach Deutschland kommen umgehen. Es gab die Ereignisse in Köln Es gab viele andere Ereignisse, Terroranschläge, etc.

Wenn wir uns heute also Gedanken darüber machen wollen warum die Menschen in Chemnitz so leicht entzündbar sind und worauf sich ihre Wut richtet dann müssen wir auch über unsere eigenen Fehlernachdenken und das über die Parteigrenzen hinweg. - Herr Thierse. - Ichmuss Ihnenenergisch widersprechen. Ich habe den Eindruck wir sind genau in die Falle gegangen die die Rechtsextremisten uns gestellt haben.

Wir reden jetzt die ganze Zeit über Flüchtlinge, über Flucht als wären das die Ursachen. -Ich habe ganz viele andere Ursachen auch - Moment, lassen Sie mich doch mal ausreden. Das fehlt nur, das ist eine Engführung die ich für falsch halte. Es geht ja um. Ich sage noch einmal um in Ostdeutschland zu erklären. Da bin ich etwas kritischer. Rechtsextremismus Rassismus Antisemitismus gab es in der DDR wurde immer unter den Teppich gekehrt. Wir haben eine üble Tradition in dieser Hinsicht.

Wir haben eine schlechte Tradition in den Erwartungen gegenüber der Politik. Die soll es richten. Und da die Demokratie ihrer inneren Natur nach langsam ist erzeugt sie unablässig Unzufriedenheit in jeder, jeder konkreten Situation. Also finde ich. Ich glaube übrigens dass wir natürlich alle vernünftigen Maßnahmen treffen müssen.

Die große Herausforderung Integration zu bewältigen und ich versuche immer zu beschreiben dass Integration eine doppelte Aufgabe ist die zu uns gekommenen sollen wenn sie hierbleiben wollen und dürfen, heimisch werden können im fremden Land aber den Einheimischen soll und darf das eigene Land nicht fremd werden.

Das heißt in beide Richtungen muss man Politik machen also müssen wir fertigbringen jetzt darüber zu reden was tun wir für die Zukunft der Pflege, der Renten, der, für sichere Arbeitsplätze, angesichts verschärfter globalisierter Konkurrenz angesichts der digitalen Transformation.

Das sind nämlich alles Themen die Angst erzeugen, diese Ängste dieser, - dann haben Sie mich falsch verstanden - Moment, noch kleinen Moment, diese Ängsterichten sich jetzt gewissermaßen weil man,weil das fassbar ist gegen die Fremden aber die Fremden und das Fremde rückt nicht nur durch die Flüchtlinge nahsondern wir leben in einer offenen Welt und, diese geöffnete Welt trifft plötzlich auf Menschen, die ein Leben lang in ganz anderen Verhältnissen haben leben müssen das muss man auch wissen.

In der DDR in Ostdeutschland muss viel mehr gelernt werdenund deswegen noch einmal, integriertuns doch erst einmal, erst dageht es wo hinein denn, in die Demokratie undeine offene Gesellschaftmit ihren Härten mit ihrer Kälte, mit dem verlangen dass man selber energisch für die eigenen Interessen demokratisch einsteht. Das müssen wir, das ist unserer Integrationsaufgabe als Ostdeutsche. Die können wir nicht an die Obrigkeit oder an die im Westen oder die Politiker.

Das ist unsere eigene ostdeutsche Sache.

Ich

Ja, noch. Noch ist es die ostdeutsche Sache aber so wie ich ihn verstanden habe in Deutschland und vor allem in Ostdeutschland, muss man sich jetzt die Gedanken machen, wie bekommen wir den Streit, der Demokratie bedeutet, wieder in die Gesellschaft so dass er zum einen zivil abläuft und keine Verletzten zurücklässt und Resultate erbringt, obwohl wir keine Jugendkultur, keine Jugendbewegung, keine Jugendlichen in Aufwallung den Eros voranstellend haben, die diesen Streit führen.

Bisher konnte man immer sagen Ja klar Ihr habt ganz tolle Ideen und so. Wir belassen es aber dabei euch für blöd zu halten, euch für zu naiv darzustellen wie man halt so mit Kindern und Jugendlichen umgeht. Man konnte dabei bleiben zu sagen Wir lehnen diese Ideen erst mal ab. Jetzt gibt es gar keinen der Ideen vorträgt. Aber diese Haltung. Wir lehnen Ideen erst einmal ab. Die ist ja trotzdem noch da. Nur jetzt lehntt man halt jemand anderen ab. Wir haben ganz neue Konfliktlinien.

Statt Jung und Alt und Arm und Reich sind es eben wir und die anderen, Flüchtlinge, sozusagen hingestellt als: Und die lehnen wir jetzt ab, weil ja klar es war die Tradition der Gesellschaften: Jugendkultur entsteht, sie wird von oben abgelehnt, umso mehr Vehemenz baut sich von unten auf, plötzlich haben wir eine grüne Bewegung. Plötzlich haben wir ne taz, neues Publikationswesen, neue politische Willensbildung, all das versagt jetzt einfach fällt einfach aus, verschwinden

von Jugend bedeutet eben genau das. Und jetzt muss man sich wie Wolfgang Thierse sagt, zuerst im Osten die Frage stellen Wie führen wir denn jetzt den Streit. Wollen wir weiterhin einfach den nächstliegenden nämlich die völlig handlungsunfähige Opferschicht von Flüchtlingen die gekommen sind als diejenigen diewir ablehnen hier einfach darstellen, hinstellen, unsals Strohmänner aufbauen oder kriegenwir es hin wieder einen richtigen Streit.

Die Gesellschaft entwickelt sich auf jeden Fall fort. Die Entwicklung geht weiter. Die Globalisierung ist da. Die Digitalisierung ist da, alles ist da. Und jetzt muss man fragen Wie geht man mit dem kritischen Einspruch: Uns geht das zu schnell, wir wollen das nicht um, wenn die Gegenseite fehlt, die Jugendkultur fehlt. Man will Widerspruch üben. Nein sagen. Die Kritik ist da, Globalisierung, Digitalisierung, Nein nein nein nein nein das geht uns zu schnell.

Aber der Gegenpart fehlt und man baut sich einen Strohmann auf indem man einfach sagt die Flüchtlinge. Das führt ja nur zur nächsten Enttäuschung würde man alle Flüchtlinge rausschmeißen, hätte man quasi kein Problem gelöstaußer so ein Symptombeseitigt,das man sich selbst aufgebaut hat. Die Enttäuschung wär trotzdem da. Wie kommt man wieder zum Streit in der Rentnerrepublik, zum konstruktiven Streit.

Und das ist die schwierigste Aufgabe. Ich fand es sehr überraschend wie Wolfgang Thierse da argumentiert hat ganz bezaubernd eigentlich, istvielleicht das Wort wenn ich, nachdem ich ihn so, nachdem er michso genervt hat die ganzen Jahre, aberer hat in derAnne Will Sendung noch das letzte Wort zugesprochen bekommen,und hat esnochmal genau dafür genutzt.

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Demokratie ist keine Harmonieveranstaltung. Demokratie ist Streit nach Regeln der Fairness. Nur dann ist die Lebensform die politische Lebensform der Freiheit, womit es zu tun haben, weil mich das Wort Wendeverlierer immer ein bisschen irritiert, bei Pegida und AfD sind nicht die, nicht nur die Wendeverlierer. Das ist zu einfach. Aber es gibt auch einen kulturellen Konflikt. Es gibt nämlich eine Ungleichheit der Gewissheiten und der Sicherheiten in Deutschland.

Unddas ist mehr als ein ökonomischer sozialer sondernein kultureller Unterschied. - Was ist gemeint? - Ich habe das mal in einem Wort, da würde ich sofort beschimpft. Es gibt in, nicht nur in Ostdeutschlandsondern insgesamt Deutschland, eine Menge Leute die Entheimatungsbefürchtungen haben durch die Dramatik vielfacher Veränderung.

Flüchtlingesind nurdas fassbarste, was wir mit Globalisierung meinen,was wir mit der digitalen Transformation meinen, was wir mit rasanten wissenschaftlichen Entwicklungen meinen, das sind so viele Unsicherheitsfaktoren und nur ein Teil der Menschen kann sicher sein, dass sie erfolgreich in diesen Veränderungen sich behaupten können. Und viele sind zutiefst verunsichert. Und bei den Ostdeutschen kommt noch die Verunsicherung durch die Dramatik der Veränderungen der letzten 25 Jahre hinzu.

Das ist sozusagen die tiefere Schicht um die es geht. Und auf die gibt es nicht die flotte politische Antwort. Aber da bin ich wieder beim, diese kulturelle Auseinandersetzung deren Leitwort Respekt heißt, vor Unterschieden. Aber der auch die Anstrengung heißt, miteinander zu streiten was uns miteinander verbindet. Was trägt diese Demokratie.

Dieser berühmte Satz von Bundesverfassungsrichter Böckenförde Der freiheitliche säkulare Staat lebt von Voraussetzungen die er nicht selber garantieren kann. Da müssen sich die kulturellen Kräfte einer Gesellschaft darum kümmern immer wieder neu. Das ist unsere gemeinsame Aufgabe, ist die Aufgabe der Bürgergesellschaft weit über Politik hinaus.

Ich

Weit über Politik hinaus. Ich bin ein bisschen skeptisch. Ob man diese Form von demokratischem Streit unter dem light Hashtag Respect, hinbekommt wenn man die Konfliktlinien die sich bisher immer selbst eingespielt haben zwischen Jung und Alt nicht neu organisiert bekommt. Und ich frage mich bei dem Hass den wir gesehen haben in Chemnitz Wie soll man überhaupt in ein Gespräch kommen darüber wer jetzt gegen wen argumentiert.

Und ab wann ein Argument auch mal gut sein muss und man zu einer Entscheidung kommt. Weil bisher wird da nur gebrüllt. Also eine Gesellschaft ohne Jugendkultur wie im Sinne von diesem Deutschlandfunk-Beitrag beschrieben, in Beziehung gesetzt zu Chemnitz zeigt auch, dass es das eine oder andere Problem bei sich, mit sich führt.

Auf der anderen Seite muss man sagen, Die Jugend ist ja nicht weg, die Jugendkultur ist weg auch wenn gilt, das, wenn meine Tochter zum Beispiel 23 sein wird, meine älteste, mit ihr 700.000 in den Arbeitsmarkt gehen und 1,2 Millionen oben ins Rentenalteraus dem Arbeitsmarktausscheiden, ist das Zahlenverhältnis zwar krass. 'Wirklich in einer krassen Schieflage, wenn es fast 1 zu 2 ist was die Mengenverhältnisse angeht. Aber es sind ja trotzdem 700 000 pro junger Generation immer noch.

Und jetzt haben wir zum einen das Problem Die artikulieren sich nicht. Es gibt diese Wege überhaupt nicht mehr. Und sie sind trotzdem da und leiden ja auch noch darunter. Es ist ja nicht nur so dass die Älteren in einer Gesellschaft alleingelassen werden indem sie kein gegen mehr bekommen und sich dann selbst eins aufbauen und sagen die Flüchtlinge, sondern der Jugend fehlen genauso Möglichkeiten Potenziale zu nutzen. Vielleicht ist das genau der Begriff mit der Entfaltung gemeint.

Hier fehlen jetzt auf, in allen Generationen Entfaltungsmöglichkeiten, weil es diesen Generationsgegensatz einfach nicht mehr gibt, und Chemnitz. In Chemnitz hat es vielleicht einfach nur begonnen. Diese Phänomene werden wir auch in westdeutschen Landstrichen; wir haben auch die AfD in Baden-Württemberg und so bei 14%, da muss man nicht immer nur zum Osten gucken, weil die nächsten Landtagswahlen sind.

Es ist ein gesamtgesellschaftliches Problem, das Wolfgang Thierse hier erst einmal als unsere ostdeutsche Aufgabe, Sachsen war bisher immer für die Sozialdemokratie, für die Nazis, es kam immer alles aus Sachsen, dieses neue vielleicht ist ja 2018 wieder so eine Zeit in der da irgendwas Neues entsteht. Wer weiß. Sind vielleicht auch zu lange Linien um sowas einbauen zu können. Aber vielleicht kann man spekulativ bleiben und inspirativ an diesem Punkt.

Mich würde jedenfalls interessieren was ihr dazu sagt. Und da ich immer konsequent unter einer Stunde bleiben will muss ich Formatfragen zum Thema Wie druckt man eigentlich ein Buch abseits des Verlages, Was kostet so was, und auch noch ein paar gute Hörerhinweise zum Thema Wie speichert man sich gute Gedanken aus Podcasts für später ab - Screenshot ist nicht die einzige Möglichkeit, die ich vorgestellt hatte, es gibt noch weitere Möglichkeiten. Das besprechen wir dann einfach beim nächsten Mal.

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