Ärger runterschlucken? Oder rauslassen? Wie wäre es mit der Lincoln-Methode? - podcast episode cover

Ärger runterschlucken? Oder rauslassen? Wie wäre es mit der Lincoln-Methode?

Jun 15, 202613 minEp. 262
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Transcript

Souveränität hat auch manchmal mit dem zu tun, was wir nicht tun. Indem wir uns zurückhalten zum Beispiel wenn wir wütend sind die Wut sofort rauszulassen. Impulsiv für Menschen wirken manchmal authentisch aber erstaunlich selten souverän. Machen wir uns das fest an einem Beispiel und einem Vergleich dass ich dir heute vorstellen möchte Und zwar vergleichen wir und die Fallhöhe könnte nicht höher sein Abraham Lincoln und Donald Trump.

Krasser geht es wirklich nicht, aber damit herzlich willkommen zu einer neuen Folge Souverän. Dein Podcast für Souveranität, Schlagfertigkeit und überzeugende Wirkung. Mein Name ist Oliver Walter und ich darf Dich durch diese Folge führen als Retro-Trainer & Coach für Schlagfertigkeit und Souveränesauftrieb. Legen wir direkt los! Was macht Abram Lincoln so? Zu einem Beispiel für Soveranität das Du kennen solltest.

Nun... Lincoln war US-Präsident gerade in der Zeit des amerikanischen Bürgerkriegs. Eine unglaublich herausfordernde Zeit, in der sich quasi das Schicksal dieser Nation für lange lange Zeit entschieden hat. und er war dann natürlich auch vielen Angriffen vorwürfen ausgesetzt wie es für einen Anführer in Kriegszeiten wahrscheinlich relativ normal ist. Und nun gibt es eine ganz wunderbare Anekdote die zeigt wie souverän Lincoln wirklich war.

Nämlich Es geht in dem Fall um die Fähigkeit nicht sofort zu reagieren. Das klingt vielleicht erst mal komisch, denn eigentlich denkt man ja gerade bei einem Präsidenten in Kriegszeiten. Geht es darum möglich schnell zu reagiern und oft stimmt das. aber es gibt eben diese speziellen Situationen. da ist es besser nicht so fortzureagieren.

Und bei Lincoln war es so dass es diese wunderbare historisch verbückte Anekdote dass seine Truppen bei Gettysburg einen großen entscheidenden Siegerungen haben, aber der berühmte Südstaaten-General Robert E. Lee ist entkommen und zwar weil der Nordstaaten General George Mead nicht so nachgesetzt hat wie sich Lincoln das gewünscht hätte. Und Lincoln war wütend, er war richtig wütent auf seinen General! Was hat er getan? Er hat ihm ein Brief geschrieben.

Er hat an General George Mead einen Brief geschrieben, ein bitter bösen Brief voller Enttäuschung Ärger und Frustration und vielen Vorwürfen. Woher wird das wissen? Weil dieser Brief später nach Linklens Ableben in seinen persönlichen Unterlagen aufgetaucht ist abgeschickt hat. Er hat ihn auch nicht mal unterschrieben, das heißt er hatte nicht einmal vor ihm abzuschicken!

Er hat diesen Brief einfach nur geschrieben... Er hat sich sein ganzen Ärger, seine Wut, seine Frustration aus der Säle geschrieben wie man so schön sagt. alles in diesem Brief ohne irgendeinen Filter wirklich alle Vorwürfe und so weiter da reingepackt Und dann hat er das Ding in eine Schublade gelegt. Ende der Geschichte Oder besser gesagt fängt damit ja unsere Geschichte erst an.

In diesem Moment sagt unglaublich viel aus über Führung und persönliche Souveränität, weil Lincoln verstanden hat dass Souveranität nicht bedeutet das ich andere Leute kontrolliere. also nicht nur das muss der Lincoln ja auch gerade als Präsident. gerade in Kriegszeiten musste er als oberste Anführer der Nordstaaten natürlich Kontrolle ausüben. aber noch entscheidende war tatsächlich die Kontrolle über sich selbst.

Und das ist wirklich der entscheidende Punkt, der Souveränität sehr häufig ausmacht. Also jeder Mensch kann ruhig und sachlich sein wenn alles okay ist oder auch freundlich und nett, weil man gute Laune hat. Jeder kann vernünftig sein, wenn er gewinnt. Die eigentliche Prüfung ist eben was passiert, wenn man enttäuscht wird? Wenn man sich ärgert... ...wenn die Wut so übereinen kommt und so ein bisschen die Macht überein bekommt und so die inneren Zensoren ausschaltet.

Und sehr viele Leute dann irgendwas raushauen, was sie später bereuen. Das ist ja gerade heute sehr häufig der Fall dass wir das erleben im Internet. Dass Leute einfach irgendeinen Kommentar schreiben, man sich hinterher so denkt Uff! Seid ich von dem oder der jetzt aber echt nicht erwartet? Oder dass einem so ein persönlichen Gespräch irgendetwas rausrutscht? Alles was in sozialen Medien stattfindet, bekommt eben sehr schnell eine große Öffentlichkeit.

Es haben sich schon Menschen einfach grandios ruiniert wegen eines Posts oder eines Kommentars den sie da irgendwo abgesetzt haben und Lincoln hat eben schon damals gezeigt wie man damit am besten umgeht denn er war vielem ausgesetzt in seiner Zeit als Präsident. Wie gesagt es war Krieg. nicht alle waren auf seiner Seite auch nicht in den Nordstaaten. wieder. so ist Er wurde viel beleidigt und verspottet.

In Karikaturen wurde er mit Affenkopf dargestellt, in den Zeitungen wurden seine Entscheidungen ständig hinterfragt... Jetzt im Rückblick weiß man okay er hat gewonnen. von daher muss er vieles richtig gemacht haben war damals in der Situation ja nicht so direkt abzusehen! Und trotzdem hielt es sich eben zurück und schlug nicht wild um sich.

Und Lincoln war auch darüber hinaus, abgesehen von dieser Briefgeschichte ein sehr souveräner zurückhaltender Mensch, der erst mal sich genauer belegte was er tut. Zum Beispiel hat er sein Kabinett zusammengestellt und dabei auch zahlreiche politische Rivalen in die Regierung geholt Menschen die ihn kritisiert hatten, Menschen die selbst sein Boston wollten. Die Historikan Doris Cairns Goodwin Bezeichnete diese Eigenschaft später als Team of Rivals Und das ist ja bemerkenswert.

Unsichere Menschen setzen auf Loyalität und holen sich Menschen in ihr Team, egal ob im Business oder in Vereinen. Auch im Freundeskreis die hundertprozentig loyal sind bei denen du weißt wenn ich irgendwo total Mist baue diese Person wird trotzdem zu mir halten. Souveränemenschen suchen dagegen Kompetenz Menschen auf ihrem Level Menschen die auch so gut in ihrem Job sind dass man zusammen noch mehr erreichen kann.

Linkeln war der Ansicht, er muss nicht ständig beweisen dass er der glücklichste im Raum ist oder der best geeignete für seinen Job sondern er wollte Menschen um sich haben die genauso stark waren wie er und deswegen eben entsprechend viel beitragen konnten.

Und ja an der Stelle blicken wir halt aufs Gegenmodell zu linken das wir aktuell daran haben Donald Trump mit einem ganz anderen Führungsstil wenn man das so noch Stil nennen mag Und dann komplett an die Decke geht, der selbst schon irgendwie deutsche Kaparitisten, die mein Tweet über ihn gemacht haben.

Dann sofort auf seiner Plattform Truth Social oder auf X früher noch oder jetzt wieder keine Ahnung beleidigt und zurück haut er während einer Rede seiner Gegenkandidatin Kamala Harris live twittert dazu und alles kommentiert was sie sagt so fort direkte Reaktionen und alles verhöhnt und runterreißt. Und als Taylor Swift, der berühmte Popstar eine Wahlempfehlung ausgesprochen hat die nicht zu Trams Gunsten war. Hat er sich auch sofort geäußert und geschrieben I hate Taylor Swift!

Das hatte er nötig. also unabhängig davon wo man jetzt politisch steht rechts längst mittig oben unten was auch immer dieses Verhalten ist einfach so komplett daneben. Also Lincoln hat seine Impulse kontrolliert und ich kann mir vorstellen, dass Lincoln auch sauer war wenn er als Affe dargestellt wurde oder sonst irgendwie angegriffen wurde. Bei Trump reicht die kleinste Kleinigkeit damit es sofort an die Decke geht. Lincoln hat sich vielleicht gefragt muss ich darauf jetzt reagieren?

Und Trump fragt sich anscheinend warum sollte ich nicht reagieren? ja und kurzfristig scheint Trump mit diesem Ansatz sehr durchaus Erfolg zu haben weil er damit auch Aufmerksamkeit erzeugt, dass immer wieder in die Schlagzeilenschaft Kampfbereitschaft signalisiert und seine fast schon religiösen fanatischen Anhänger damit nochmal an sich bindet. Deshalb funktioniert es erstaunlich gut erschreckenderweise aber Souverän ist was anderes definitiv.

Souveräen ist das Verhalten von Abraham Lenkel der sich eben nicht dazu zwingen lässt auf alles was über ihn gesagt wird eine Antwort zu geben. ja man muss sich das immer vor Augen halten. Nicht jede Aktion verdient Reaktion und damit auch eine Öffentlichkeit. Manchmal denkst du dir deinen Teil? Manchmal schreibst du ihn in einen Brief oder hey, Schreibt den Kommentar an den sozialen Medien, schreibt den Post! Verfasse die Sprachnachricht aber überlegt ihr halt gut ob Du es danach abschickst.

Lass es mal ein Tag liegen. das nennt ich jetzt so'n bisschen Die Linkelen Methode. Mach dein Ärgerluft lass ihn raus. Das tut auch unglaublich gut. Hau alles raus! Ich überlege mir auch manchmal, wenn mich jemand angegriffen hat oder aus meiner Sicht unfair zu mir war. Was könnte ich dem Menschen bei nächster Gelegenheit einen Kopf werfen? Ich meine ich bin kurz für Schlagfertigkeit und habe sämtliche Techniken die es braucht. Ich kann Menschen verbal vernichten.

Wenn ich das für sinnvoll halte aber dass ist eben der Punkt im ersten Ärger würde ich nicht drüber nachdenken ob's wirklich sinnvoll ist langfristig. Dann ist es ganz wichtig, dass der innere Sensor im Anspring der inneren Abraham Lincoln sozusagen sagt Moment. Überleg dir genau wie du die Person jetzt verbal so richtig herunter machst.

Am besten unter vier Augen, am besten auch mit Leuten drum rum, die euch beide kennen und dann kannst du eine Person so richtig einzureindrücken und sie richtig herundermachen. Aber danach denkt mal drüber nach War's wirklich so schlimm? Wie ist die Beziehung dann langfristig? Wie schade ich mir selbst damit und nicht nur der anderen Person? Will ich den anderen Personen wirklich schaden, weil sie jetzt einmal einen Aussetzer hatte und was doof ist gesagt hat. Ja!

Und wenn man dann nochmal eine Nacht darüber schläft, stellt man fest okay... Vielleicht war das sogar fies und komplett unfair von einer anderen Person. da stehe ich weiterhin. dazu aber möchte ich dem jetzt so viel Macht über mich geben dass ich jetzt daher gehe und da jetzt eins raushaue und damit ja auch Nach dem Hotel von Schulz von Thun, der vier Seiten einer Nachricht auch eine Selbstoffenbarung rauslasse. Wie sehr mich das verletzt hat? Wie leicht man mich verletzen und angreifen kann?

Wie schnell man mich dazu bringt unsurvarieren impulsiv zu antworten? Nee vielleicht möchte ich ja gerade dass nicht! Der Psychologe Viktor Frankl Spannender Mann übrigens über den wir vielleicht auch mal ne Podcast vorgemachen über seine Existenzanalyse und was er alles erlebt hat. Von ihm gibt es den berühmten Satz Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum. In diesem Raum liegt unsere Macht zur Wahl unserer Reaktionen.

Also nochmal zwischen Reiz & Reaktions liegt ein Raum, in diesem Raum ist unsere Macht der Wahl unserer reaktionen, das heißt auch je kleiner du diesen Raum machst, je schneller du auf was reagierst einen Reiz der dir an Kopf geworfen wird zum Beispiel umso weniger Zeit hast Du zum Nachdenken und umso schlechter wird das Ergebnis sein. Deswegen nutze diesen Raum zwischen Reiz und Reaktion, so wie Lincoln das getan hat.

Er hat zwar direkt reagiert, indem er den Brief verfasst hat aber ihn dann eben nicht abgeschickt hat. Damit hat Lincoln schon das vorausgenommen was dieses Zitat aussagt Und das ist die wunderbare Lektion aus dieser Geschichte, aus diese historisch verbückten Anekdote von Abraham Lincoln. Es gilt nicht nur für Präsidenten und nicht noch für Führungskräfte sondern auch für jeden von uns Ob wir die Mail, wenn wir sie geschrieben haben jetzt wirklich so absenden.

Den Post-Posten, die Sprachnachricht abschicken oder ob wir an unseren inneren Abraham Lincoln denken und das Ganze in die geistige Schublade legen – und es dort auch liegen lassen! Ware so wird. Renität zeigt sich nicht darin dass man zurück schlägt sondern dass man zurückschlagen kann aber sich dann ganz genau überlegt ob man's jetzt wirklich tun möchte. Wenn ich dich dabei unterstützen kann Souveräne aufzutreten, schlagfertiger zu werden ohne den eigenen Impulzen unkontrolliert nachzugeben.

Dann kontaktier mich gerne für ein eins-zu-eins Training oder Coaching – ich freue mich darauf von dir zu hören! Gerne mehr unter walter-oliver.de. Ansonsten bis zum nächsten Mal.

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