Valentine Mühlberger – Im zweiten Leben: Sommelière - podcast episode cover

Valentine Mühlberger – Im zweiten Leben: Sommelière

Jun 26, 20252 hr 26 min
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Episode description

Klar ist sie Quereinsteigerin. Natürlich ist sie keine Sommelière im klassischen Sinne – und doch trägt Valentine Mühlenberger so viel mehr Weinleben und Weinliebe in sich als neun von zehn ihrer Kollegen. Warum? Weil bei ihr keine Flasche einfach nur geöffnet wird. Weil sie mit jeder Geste, jedem Wort und jedem Glas eine ganze Beziehung aufmacht – zwischen Winzer und Genießer, zwischen Rebstock und Tisch. Weil sie mit allem, was sie ist, inszeniert, serviert, doziert – und dabei Wein nicht nur erklärt, sondern verkörpert. Man kann über Wein sprechen – oder man kann Wein sprechen. Über 300 Veranstaltungen in sieben Jahren sind die Kräuter und der Pfeffer in ihrem bewegten Weinleben. Die Brühe ist ihre Bar RIX, das Salz ihre unfassbare Gastfreundschaft – und vor allem: ihre Liebe zu Essen und Trinken als Kultur, als Erfahrung, als gelebter Genuss. Was ihr wahrscherinlich durch ihre französische Mutter sprichwörtlich in die Wiege gelegt wurde. Mit der Bar RIX hat sie einen Ort geschaffen, der nicht um Authentizität bettelt, sondern sie atmet. Kein Schickimicki-Lifestyle, kein Verkaufsdruck, sondern ein Restaurant, das wie eine Schule funktioniert, eine Bar, die wie ein Zuhause klingt. Traditionell im Herzen, modern im Auftritt. Hier begegnet man nicht dem Sommelier-Pathos, sondern der gelebten Freude am Wein, an der echten Beziehung zwischen Menschen und Flaschen, an Momenten, die nicht wiederholbar sind. Ach so – warum neun von zehn? Weil die Liste ihrer Abschlüsse sich liest wie das internationale Who’s Who des Wein-Business: WSET Diploma, Weinakademikerin, Sud de France Master Level Certificate. Berufsbegleitende Studiengänge in Dijon und Beaune, Lesebeteiligungen bei großen Winzern Frankreichs – Château Latour, Domaine Leroy – um nur zwei zu nennen. Und dann war da noch das Praktikum an der Ahr – freiwillig im Weinberg, während der Pandemie. Kein Geld, kein Glanz – nur Erde, Reben, Rückgrat. Valentine hat nicht studiert, um zu glänzen, sondern um zu verstehen. Sie hat nicht gegründet, um zu besitzen, sondern um zu geben. Und sie hat nicht ausgeschenkt, um zu beeindrucken – sondern um zu berühren. Was man mit Geld nicht kaufen kann: Herz, Haltung, Tiefe. Was man bei Valentine immer bekommt: all das – in flüssiger Form, in Flaschenform, im Gespräch. Wer mit ihr reist, reist durch Welten. Wer bei ihr trinkt, reist durch Zeit.

Transcript

Hallo, mein Name ist Karo Maurer, ich bin Master of Wine und ich unterrichte das WSET Diplom

in vielen Ländern Europas. Das heißt, in vielen Kursen über das Jahr und dann habe ich meistens 20 bis 30 Menschen vor mir sitzen und es bleiben nicht viele in meiner Erinnerung, vor allen Dingen nicht mit Namen, aber Valentine mit Namen und mit Gesicht, denn sie war eine der Studentinnen oder Kandidatinnen, die hervorstachen durch ihre Kompetenz, durch ihren Ehrgeiz und vor allen Dingen deshalb, weil sie tatsächlich den Muri von Banyuls blind unterscheiden konnte.

Viele von Kandidaten, Studenten träumen davon ihren Beruf als IT-Spezialist oder als Banker aufzugeben und für den Rest des Lebens nur noch mit Wein zu arbeiten, aber nur ganz wenige schaffen das und Valentine ist eine von denen, sie hat es geschafft mit ihrer Bariks in Köln und dafür verdient sie alle Respekt. Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe von Sommelier, die interessantesten Weinkenner

unserer Zeit. Unsere heutige Gäste kommt aus Köln, nein eigentlich kommt ihr aus Marburg, aber sie hat ihre Weinbar in Köln, ein der großartigsten Weinbars in Deutschland, die

Bariks Weinbar. Valentin Mühberger ist über einige Umwege in die Weinbranche eingestiegen, hat ganz viele Bereiche bespielt und viele, die ich total gerne bespielt hätte, ich hätte gerne mal eine Weinlesauchschattelatur gemacht, ein Praktikum bei Leroy, sie hat viele Verkostungen begleitet unter anderem mit Markus de Monego, bei seinem Unternehmen Kavon Kowa im Kölner Weinkeller tätig, bevor sie ihren Traum eines absolut perfekten Weinortes ja eigentlich sich selber erfüllte.

Und wie es dazu kam, warum ihre Gäste sie lieben, warum sie so unfassbar viele Weinveranstaltungen sieben Jahre an 300 durchgeführt hat, initiiert hat, neu definiert hat, das erzählt sie uns

gleich selber. Bevor wir ins Gespräch einsteigen, möchte ich mich natürlich auch gerne diese Woche bei der Schlumberger Gruppe, mit den Handelshäusern Segnetz, Conzio Vini, Schlumberger und ihr Privatkundenporter Bremer Weinkollekt dafür bedanken, dass sie endes Projekt glauben, dass sie mich unterstützen, dass sie die Branche damit unterstützen, dass sie diese besonderen Persönlichkeiten zu Wort kommen lassen und dass sie einfach meiner Seite sind. Vielen

lieben Dank dafür. Danke Ihnen, ist sie heute hier. Herzlich Willkommen, liebe Valentin Mülleberger! Hast du die Bar gefunden oder hat die Bar dich gefunden? Ja, das ist interessant. Also ich wollte schon 100 Prozent Wein machen und habe dann auch ein bisschen überlegt, was es dafür berufliche Optionen gibt und das mit der Weinbar hatte

mich immer gereiht. Das war jetzt nicht so 100 Prozent, ich mache das jetzt 2, 18. Aber ich habe dann immer ein bisschen nach Immobilien geguckt und das eine hatte ich dann gesehen, das war mir zu groß und dann sagt der Markler, er hat noch was um die Ecke und gut und dann habe ich das gesehen und dann darf ich mir kommen, mach das so, jetzt oder nie. Aber es ist ja ein der prominentesten gegen Köln, also Friesenwald ist ja, es ist ja Tausender im Lotto, oder? Also wenn

man da, dann ist man ja ganz dicht an allem. Nee, das ist richtig. Auf der anderen Seite, da gibt es ja auch so ein paar Trashicke-Ecken, also ich hätte mir das dann schon ein bisschen überlegt, ist es das richtig? Ja, was ich auch fand, also leider ist ja Köln dramatisch nach einem Krieg oder im Krieg zerstört worden, du hast ja kaum alte Bausubstanz, du hast kaum schöne Ecken, du hast kaum schöne Häuser und das habe ich da alles und insofern war das dann für mich

klar. Also das Gebäude ist schön, die Bar hat Atmosphäre, die Innenräumlichkeiten und dann war es schon so 100%ig klar, aber so gesehen hat mich dann die Bar eher gefunden als umgekehrt. Hattest du ein Konzept vorher? Also hattest du mal eine Weinbar gesehen, während deiner Zeit in Paris, dass du gesagt hast, so möchte ich meine Bar haben oder hast du das Objekt gesehen und hast gesagt,

jetzt fühle ich die Bar da drin und möchte die Bar da rein wachsen lassen? Nee, es war schon so, dass ich gut in diverse Bars kannte, auch kleinere Bars, wo man halt auch immer super schönes

Gespräch kommt, also das hatte mir schon vorgeschwebt. Richtiges Vorbild hatte ich nicht, aber was witzig ist, ich hatte mir überlegt sogar eine ganz, also rein französische Weinbar zu machen und dass damals aber fast keine Weinbars in Köln gab, dachte mir, das ist vielleicht doch ein bisschen blöd, nur französisch, dann machst du eben französisch und deutsch und gut, wenn man dann Wein zu sehr liebt, kann man da immer noch nicht die Tür zu machen und nimmt dann natürlich

noch andere Sachen mit auf, aber das hat sich letztendlich als total richtig erwiesen, weil natürlich der enge Kontakt zu den deutschen, also Winzern, Winzerinnen, natürlich auch Anbaugebiete und die Gäste kennen natürlich auch Deutschland am besten, insofern war das sehr gut, das so zu gestalten. Hast du auf irgendwas geachtet? Also war dir irgendwas wichtig? War die Wandfarbe wichtig?

War dir, wie es da drin riecht, also eine aromatische Grundatmosphäre wichtig? War Musik wichtig oder oder war es einfach, dass du gesagt hast, okay, ich kaufe mal ein paar Gläser, ein paar Flaschen und auf Weinbar? Nee, da habe ich schon ein paar Gedanken dran verschwindet. Also was mir wichtig war auch farblich und von den Materialien her ein bisschen den Wein oder auch den Weinbau

darzustellen. Insofern war nicht mein Gut natürlich rot, rot und rot Wein, aber ich hatte anfänglich, hatte ich so eine Saalbeifarbe, also eher was Grünes, was auch die Pflanze darstellen sollte. Dann habe ich auch nur also Eichen, Tische und Regale, also auch wirklich hochwertiges Holz und natürlich auch das Holz für das Weinfass, paar Exzellents. Das habe ich alle schon so bewusst ausgewählt. Wie lange hat die Planung gedauert, um eine Weinbar aufzumachen, also

bei manchen? Ja, ich bin dafür, dass es so klein ist, hat es dann doch sehr lang gedauert. Nee, also witzigerweise, das habe ich das erste Mal gesehen am 10.11. und das erste Mal drin war ich am 11.11. Wer Köln kennt, weiß, was los war. Das war total irrsinnig, weil ich bin mit einer Freundin da reingegangen und dann waren dann diese Leute da mit ihren Teddybeer-Kostümen und Kölschglas in der Hand und deshalb weiß ich natürlich auch ganz genau diesen Tag und

angemietet habe ich es dann erst Mitte Januar und dann erst im Jahrgut mit Mai. 18. Mai. Ja, genau, 18. Mai, 18. Und dann fünf Monate Vorbereitungsplanungsphase. Jetzt muss man ja dann doch wissen, ich bin ja dann schon ein bisschen wie die Jungfrau zum Kinder zu dieser Weinbar gekommen oder zu dieser Immobilie und ich hatte natürlich keinen konkreten Plan, wie das ganze funktioniert und auch Wein-Einkauf und ich hatte natürlich auch keinen Schreiner an der Hand und noch keine Handwerker

an der Hand. Insofern hat das natürlich alles ein bisschen länger gedauert als gedacht. Aber letztlich hast du trotzdem ein anderes Gefühl für Wein als viele, viele andere. Also auch wenn du ein mehrjährigen oder langjährigens Umweg genommen hast, ist Wein ja etwas, was für dich ja trotz allem vertraut ist. Also du hast ja mehr Weinkontakt, mehr Weinerfahrung als viele,

viele auch deiner Kollegen. Nicht nur, dass du schon eine fundierte wissnstechnische Ausbildung hast, WSIT, die ganzen Praktik hast, die du in wirklich sehr renommierten Weingütern absolviert hast. Das gibt ja manchmal mehr mit auf dem Weg als irgendwie, wenn ich 15 Jahre als Kellendarbeiter, auch deine Zeit, also deine vielen Jahre in Paris, da geht man ja noch mal anders aus als in Deutschland, sowas prägt und fundiert ein Jahr und dann mit dem Bewusstsein. Also ich würde nicht

sagen, dass du gar keine Ahnung hattest. Ein Wein-Einkauf, wenn ich irgendwo meine Ausbildung als Hotelfachmann gemacht habe und sage, okay, jetzt möchte ich ja eine Weinbar aufmachen, habe ich auch nicht so viel Ahnung von Wein einkauft. Klar, das ist richtig, aber dieses, wirklich die Vorstellung, ich werde dieses Weingut haben und ich möchte diesen Winster

repräsentiert wissen oder dieses Anbaugebiet, das war bei mir natürlich nicht so konkret. Und klar, Wein hat bei mir immer eine Rolle gespielt, also wir sind ja, da ich meine Mutter Französin ist, wir sind ja sämtliche Ferien, waren wir natürlich nur in Frankreich, also da ist ja Wein schon um die Präsent, das ist, das ist richtig. Habt ihr zu Hause anders Wein getrunken als keine

Ahnung, deine Freundin in Marburg? Ja, so klar. Also Wein war immer da, ich muss ja zu sagen, dass meine Eltern keine großen Weinliebhaber sind, aber das hat man ja auch oft in Frankreich, ich meine, die trinken halt immer hier gläslein Wein zum Essen, das heißt natürlich nicht, dass die alle ganz riesige Weinliebhaber sind, insofern den, ja den Umgang und natürlich, dass man immer Wein trinkt, wenn man, wenn man ist, vor allen Dingen wenn man schön ist. Das,

das war für mich was völlig normales. Und war das dann für die Bar auch ganz wichtig, dass du, weil du gerade das Essen erwähnt hast, dass du auf die Kulinarik achtest oder war für dich Grundthema Bar und wir schenken Wein aus und ich brauche Wein und brauche ein tolles

Lokal und Gläser. Ja, bei mir ist ganz klar Wein. Also bei mir kommt Wein auch vor Essen. Und was ich mir natürlich auch gedacht habe, ich, ich, ich komme ja nicht aus der Gastronomie und ich habe mir irgendwie in meinem Kopf immer vorgestellt, okay, wenn alles schief geht, dann muss ich jede Position in meinem Laden selber machen können. Und gut, ich kann nicht in der Küche stehen und da irgendwie fachmännisch kochen. Insofern war das, war das für mich sowieso ein Kaukriterium. Dann

wollte ich es natürlich auch nicht allzu groß haben. Erst mal ein bisschen kleiner starten. Warum nicht groß? Also, weil das nicht zum Wein passt. Weil grundsätzlich groß ist ja nicht selten. Im, im Denken mancher Anfänger mehr Geld. Und im Prinzip, also im kleinen und großen stimmt es auch, weil du die Grundkosten ja hast, also sprich Miete, Blabberblastrom. Und beim Großen ist es ja zwar

multipliziert mehr, also an Strom, keine Ahnung, aber eventuell ist das Einkommen auch mehr. Also warum hast du da gedacht, ich möchte es klein haben, um eine Atmosphäre zu erzeugen oder? Das und für mich war das auch klar, wenn es größer ist, dann muss ich Küche mit anbieten. Und diese kleinere Art, also jetzt wirklich auch im Sinne von französischen Weinenbistros oder Inoteka in Italien, wo man wirklich hingeht, ein schönes Glas Wein trinkt, zum Apparativ, ein paar

Gläschen und dann weiterzieht. Das schwebt mir halt schon vor. Ich mag auch total dieser Atmosphäre in diesen Ländern jetzt auch irgendwo rein gehen, Kaffee trinken und wieder raus und nicht diese Stunden lang sich irgendwie hinsetzen. Das schwebt mir schon eindeutig vor und klar, die Bar ist im Prinzip auch ein Ticken zu klein, aber dieser eierliegende Wollmilchsauer ist dann natürlich auch schwierig zu finden. Insofern war es so für mich wirklich eine kleine Perle und da

musste ich zugreifen. Würdest du es jetzt größer machen? Also jetzt nach sechs Jahren Erfahrung? Ja schon, würde ich schon machen. Also ein paar Quadratmeter fehlen mir schon, aber dann wie gesagt finden wir eine entsprechende Location, wo du wirklich auch Charme hast. Das ist in anderen Städten mit Sicherheit einfacher. Dann auch der Standort, das ist gut, dann schon ein Challenge,

da was passendes zu finden. Worauf würdest du jetzt mehr achten? Mehr auf die Glasauswahl, also wäre es für dich jetzt besser einfacher oder hochwertigere Gläser zu haben, eine Grundausstattung, gibt es irgendwas, was du so als typischen Anfangsfehler für dich selber beschreiben würdest? Also ich bin ja langsam da rein gewachsen und ich sage mal so, mein Service ist immer noch

ein bisschen salopp, es hat auch ein bisschen diese Wohnzimmeratmosphäre. Also was ich denke, was schön wäre, wenn man halt noch ein bisschen mehr Kleinigkeiten auch zum Essen anbieten könnte. Was ich stelle mir das immer vor, so ähnlich ein bisschen wie in diesen Yasushi-Läden oder auch schwarzes Kamele in Wien, wo da die Häppchen liegen, so hinter so einer Vitrine und wo du dir halt oder natürlich auch die ganzen Tapas-Bas in Spanien, wo du dir dann hier und da was aussuchen

kannst. Also das finde ich auch immer super schön und dann trinkt sich natürlich auch das eine oder andere Glas Wein mehr und das Thema Food-Pairing findet bei mir praktisch nicht statt und das finde ich natürlich spannend, weil du dann vielleicht auch ein bisschen außergewöhnliche

Weine ja auch präsentieren kannst und empfehlen kannst. Also ich mache das natürlich so auch in der Bar, aber wenn es um eine Flasche geht, eine Flasche zu trinken von einem Wein, also ein Anführungsstrichen, den man nicht kennt, dann merke ich halt schon, dass die Leute bei der Flasche dann doch lieber bei den Klassiker bleiben. Im offenen Ausschank ist es natürlich anders, aber das finde ich halt schön, wenn man halt dieses Thema Food-Pairing mit ein bisschen mehr Essen

oder Snacks noch anbinden könnte. Wie hast du dann deine Weine ausgewählt, als du gesagt hast, das war so eine der Hürden, dass du zwar den Laden hast und dann langsam eben auch die Tische reinstellen konntest, aber das Ganze mit wie noch vielem Leben zu füllen, hast du dir bestimmt der Händler gesucht, hast du dich auf Freunde berufen, hast du Sommys angerufen oder wie? Wie

hast du dahin gefunden, dass du sagst, okay, jetzt wirklich eine Weinbar? Also was für mich klar war, dass ich halt Bio- und Biodynamische Weine hab, das schränkt dir aus, weil er schon ein bisschen ein, aber das ist ja heutzutage so ein riesiger, so einen riesigen Marktanteil, dass man natürlich absolut glücklich wird. Müssen die bei dir zertifiziert sein? Also es ist für dich ein Kredo, dass du hinten Label drauf hast oder sagst du, wenn ich den Winzer vertraue und der schwört mir beim

Glas Wein, dass er so und so arbeitet, ist es für mich okay? Das ist eine sehr schöne Frage und Anregung. Ich persönlich finde es immer schwierig, also mit Sicherheit auch durch meine Zeit im

Kölner Weinkeller. Man muss sich ja an die Haut des Kundenversetzens oder Gastes, der steht von der Flasche Wein, eine Flasche Wein sieht im Prinzip immer gleich aus, der Inhalt sieht auch gleich aus und du hast letztendlich nur diese paar Logos mitten drauf und dann natürlich noch Appellation etc., aber der weißte, ich finde das irgendwie unglaubwürdig, wenn ich bei jedem Wein wunderns das Biologe drauf steht, sage ja gut, der ist nicht zertifiziert, aber er arbeitet

biologisch. Das finde ich nicht schön, also ich finde das halt schon besser, dass das eindeutig auch kommuniziert wird und der Kunde letztendlich sich darauf auch verlassen kann. Das ist mir halt schon wichtig. Ich habe natürlich auch welche, die das Logo nicht mit drauf haben, aber ich versuche da schon drauf zu achten. Und das andere ist natürlich auch, das darf man auch nicht vergessen, je mehr zertifiziert sind, desto größer ist natürlich auch die Biolobby. Also das hat

schon auch einen Wert. Ich bin ganz dabei, und ich finde es auch ganz wichtig, auch wenn ich den Arbeitsaufwand dahinter sehe, der nicht unerheblich ist, der teilweise bis zu fünf Prozent der Gesamtarbeitzeit in Anspruch nehmen kann. Also rein die Regularien einzuhalten, sprich die ganzen Formularer auszufüllen,

die ganzen Begängnisse und so weiter. Das ist schon enorm und natürlich auch für einen kleinen Betrieb dann teilweise enorm, gerade wenn du in der Self-Man Show bist, dann irgendwo mit vielleicht auch mit ein, zwei Angestellten, dann auch darüber hinaus diese ganzen, dann auch separaten Messen, die man bespielen kann, da muss man hat ja in vielen Bereichen einen ganz anderen Aufwand. Für mich selber ist es dann eigentlich auch nur immer diese Verständnisfrage, welcher eben auch sagen

könnte, du bist ja auch nicht zertifiziert und sagst, ich arbeite nur mit biologischem. Also dir glaubt man es ja auch, sollte man es glauben, du erwartest auch diese Glaubwürdigkeit dabei. Und wenn Winzer dann irgendwo sagt, du dann kauf mein Wein nicht, wenn du mir nicht glaubst, dann kauf es

nicht. Ja, Ndi, aber ich sehe das halt, ich sehe das genauso. Also ich meine, es gibt ja so ja in Spanien viele, viele Winzer, die, weißt du, wo die Weinreben noch nie irgendwas gesehen haben, weil, weil die das auch einfach so teuer war, irgendwelche Düngemittel und Spritzmittel zu kaufen. Weil die das auch nicht brauchen, also bei dem Klima da brauchen die keine... Ja, das

stimmt. Also weißt du, ich mein, ich glaub, dass diesen Winzern auch, dass sie so arbeiten, aber ich finde es halt ganz einfach eindeutig und dieser Logismus ist ganz einfach auch wichtig. Enorm wichtig, weil gerade wenn die Verbände gestärkt werden, durch viele Mitglieder, durch Mitgliedsbeiträge haben die eine andere Möglichkeit eben doch anders aufzutreten, sich anders zu präsentieren, andere Messen zu veranstalten, anders in die, ins Marketing zu gehen und so

weiter. Und das lebt ja letztlich von Geld. Absolut. Ja, ja, insofern finde ich, muss man das halt schon fördern und durchaus auch, also jetzt von unserer Seite Gastronomen oder auch Händler, dass sie auch einfordern. Ich meine, es gibt ja viele große, die das ja auch machen, die dann auch nur noch Bio-Weine-Listen. Und man hört das ja, finde ich, auch oft von Winzern aus Südeuropa,

die die Augen verdrehen und sagen ja, gut, wir arbeiten doch eh Bio, was wollt ihr denn? Aber ich denke mir, das ist halt ganz einfach wichtig für viele Märkte in Nordeuropa, dass das Logo

mit drauf ist. Ist aber manchmal gewisse Regionen vorbehalten und bei anderen ist es halt schwieriger, wobei dies mittlerweile ja auch, also früher war es ein fassen Nogo, das ist eine Champagne oder keine Ahnung, um Schobli, Bio drauf steht, weil halt die klimatischen Bedingungen nicht so optimal sind oder dass alles ein wenig intensiver und schwerer geliebt werden kann, darf muss als in Südeuropa. Aber mittlerweile ist dort das Champagne ja ein ganz, ganz perfektes Beispiel oder die Loire

dafür, dass es eben auch dann realisierbar ist. Ja, ja, ich finde das auch immer sehr erstaunlich. Ich mein, klar haben die Leute das im Süden einfacher, aber man sieht es ja, also das ist bei uns ja auch, das funktioniert ja dennoch Bio, vielleicht mit nochmal ein bisschen mehr Aufwand und vielleicht auch mit noch ein bisschen mehr Ernteverlust als in Südeuropa, wo die Sonne

alles heilt und regelt, aber es geht eindeutig. Jetzt ist es so, ich finde man muss das ja auch nicht schwarz-weiß sehen, also jede Anbau Methode hat ja ihre Stärken und Schwächen und es gibt sicherlich ja auch nicht zertifizierte Winzer, die die auch sehr sorgfältig mit ihrem Boden

arbeiten. Es gibt ja auch Argumente, ich mein, gut Achillesverse ist natürlich kopfvoll zum einen, zum anderen auch die Problematik, gerade bei diesen feuchten Witterungsbedingungen, weißt du, wenn du dann X-fach öfters mit deinem Traktor in die Weinberge fahren musst, das ist natürlich auch nicht schön ist für die Umweltbilanz, aber ich finde, es ist doch immer ein Ansatz, wo du einfach, also gedanklich, auch näher an der Pflanze an deinem Boden dran bist und dich ganz, die du

beobachtest auch stärker, was im Weinberg passiert und das Ganze ist mir dann sympathischer. Und wann kam dieses Bewusstsein dafür, dass du gesagt hast, okay, wenn ich eine Weinbar irgendwann mal aufmache, dann möchte ich, klar, Frankreich ist begründet, aber woher kommt der Biodrang? Ist es aus der Erkenntnis deiner Praktik hast, die du hattest, die teilweise sehr bewundernswert finde, also was du da auf der Liste stehen hast, ist schon großartig und damit mach ich nur mal

da ein bisschen Roir in Oxtair, sondern bei Fijac hast du mitgelesen. Ja, das war auch so. Dann, ich glaube, die Initialzündung war 2001 im Centre Mio. Genau, es war nicht Fijac selbst, also das Nachbargut Latour Fijac, das ist gegenüber auf der anderen Straße. Also Fijac wäre auch schön gewesen, um nochmal einen ganz großen Namen aus Baudot zu netten. Ich habe mir die

Weinlese mal im Chateau Latour gemacht in Foyac. Das habe ich auch gemacht. Und gut, was natürlich toll war bei Latour Fijac, ist, dass der Stéphane de Rononcourt da Berater war und seine Frau da auch mitgearbeitet hat. Also die waren bio, die waren nicht biodynamisch, aber da hat man natürlich auch einen großen, ja, das war so die erste Anknüpfungspunkte natürlich, also zum einen natürlich Faszination Wein. Also ich weiß, wir haben damals noch auf dem Weingut übernachten

können, also wir haben weniger gekämmt, das war auch total urig alles. Aber was für uns natürlich toll war, wir waren natürlich jeden Abend im Weinkeller und haben auch die ganzen großen

Geburt, die ich gesehen habe, auch gesehen, wie der Wein sich entwickelt hat. Jetzt aus meiner Perspektive, wo man das ja kennt, findet man das vielleicht nicht mehr so auf Frieden, aber für mich war das damals halt eine total neue Welt und total faszinierend, einfach auch zu sehen, was für diese offenen Eichengeer-Bottiche, wie das da oben brodelt, diese Farbe finde ich ja schon mal so unglaublich faszinierend, dieses, weißt du, dieses leicht Lieder. Und ja, fast

teilweise hat es ja dann auch so eine pinke Farbe, Violette, das fand ich absolut irre. Und dann ließen wir uns auch mal jeden Tag so ein bisschen probiert, dann haben wir das natürlich immer irgendwelche Wasserflaschen getan. Und weißt du, so wie du das ein paar Stunden später aufmachtest,

dann halt so der große Knall, weil dann natürlich der Most weitergegärt war. Also das war, das war wirklich der Geruch, wenn man in so einen Keller, in so einen Gergkeller reinkommt und dann jeden Tag riecht es ein bisschen anders, man spürt so richtig, wie der Wein immer kompletter wird. Und wie am Anfang Matschigen dann irgendwann, dann kommt so ein anderes Geruchselement hinzu, wo man sagt, wow, ja, das könnte Wein sein und so wächst und wächst der und das einmal über

eine gewisse Zeit mitzubegleiten, finde ich, ist fast emotional. Total. Und ich meine, diese alkoholische Gehrung hat ja auch was Magisches, dass sie wieder die lieben kleinen Hefen für uns arbeiten. Das ist schon irre, halt auch mit dieser Dynamik der Kohlensäure, die da entweicht und es blubbert überall. Das Geruch ist so herrlich. Ja, finde ich auch. Und ich muss sagen, ich wein so nach ein paar Tage Weinlese, wenn du diese Weindürfer fährst,

dann riecht es ja nicht mehr so lecker. Aber ich hab mich triggert das total. Also ich riecht das total gerne. Wie kamst du 2001 dahin? Also du hast in Paris gewohnt zu der Zeit, oder?

Nee, ich bin da, das war auch so eine Phase, wo ich dann von Deutschland wieder mich intensiver nach Frankreich gesettelt habe und dann halt auch einfach gut Arbeit gesucht habe und dann habe ich halt, das war wirklich zufällig, dann ploppten da auf meinem Rechner immer Arbeitsangebote an, eben Weinlese in Bordeaux und weiß ich wo überall und dann darf ich mir kommen, dann machst du das jetzt einfach mal zwischenzeiglich und das war zufällig, aber halt eine total

geniale Begebenheit, die viel verändert hat. Also du fragst das eben auch, wie das mit dem Bio war. Genau wie du dann von dieser ersten Inspiration dann irgendwie in Richtung überhaupt Wein, Weinbegeisterung ernsthaft, also nicht nur wir trinken zu Hause Wein, sondern ich möchte mich mit dem Thema auch beschäftigen, bis hin dann, dass du deine eigene Philosophie hast. Also

sprich dich natürlich orientierst und Bio-Wahnen liebst. Ja was auf Bio-Wahnen ist so, ich bin halt eine Biotante, also ich ernähre mich auch nur Bio und dann ist das relativ naheliegend, wobei ich auch dazusagen muss, ich habe gerade Schneebio, also Bio-Wahnen im Bioladen gekauft, weil das also wie die gelagert sind, macht sehr schon keine Komusgelust und ich sage mal, da hast du ja auch viel Massenware, wo Bio drauf steht und da vergnügst du dich ja nicht unbedingt so sehr

damit, also insofern war das für mich eine totale Selbstverständlichkeit, dass das so seinen Lauf nimmt und gut wird, Wein war allgegenwärtig, aber diese Weinleser in 2, 1 in Zentimillionen,

das hat dann wirklich alles verändert. Ich weiß, ich war danach dann in einem Weinladen, also in Frankreich auch und habe dann auch natürlich geschwärmt von dieser tollen Erfahrung und dann hat mir die Frau gesagt, ja, sie hätte dann super gutes Weinbuch, ich mein Brunet hieß der Typ, das war ein Weinbuch, so ein Ausbildungsbuch, weißt du, für den Hotel- und Gastettenbetrieb und das habe ich mir dann natürlich bestellt und das war super gut gemacht, also das war jetzt nicht

so ein Riesenwälzer, da war aber wirklich alles drin, was sich jedes Anbau gebiet und gut, natürlich auch das ganze Food-Pairing-Speisen, die ganzen klassischen Weine und was man mit welchen Wein dann klassischerweise auch zusammenfügt und da habe ich dann irgendwann mal auf den letzten Seiten so Ausbildungswege gefunden und dann habe ich eben gesehen, dass du halt diese Winzer-Ausbildung in Bohnen machen kannst und zwar im Fernstudium und zwischenzeitlich hatte ich

dann auch eine feste Einstellung in Paris und dann dachte ich, komm, mach das doch mal und jetzt muss man mal wissen, das ist ja für uns deutsche total widersprüchig, schwer nachvollziehbar, aber das heiß gelobte duale System in Deutschland gibt es ja sonst nirgends, also das heißt eine Winzer-Ausbildung findet rein am Schreibtisch statt, insofern kannst du das natürlich berufsbegleitend auch machen, wir mussten zwar Praktiko-AK machen, aber ich fand, das waren glaube ich nur vier

oder sechs Wochen und dann sonst habe ich diese Winzer-Ausbildung abgeschlossen, aber ohne jemals wirklich einem Weingut gearbeitet zu haben. Interessant. Ja, also für mich war das natürlich toll, sehr praktisch, auf der anderen Seite finde ich gegen Wertigt einem das natürlich auch toll, wie genial halt dieses duale System in Deutschland ist, wo du ja die Theorien natürlich lernst, aber auch die Praxis hast und dann nach der Ausbildung natürlich auch sofort einsatzfähig

bist. Fühlt es dich als Winzerin? Nee, das tue ich nicht. Aufgrund der praktischen, der praktischen nicht vorhandenen Erfahrung oder? Ja, weil ich finde als Winzerin wäre das schon so hier, ich stelle ich jetzt in den Weinberg, jetzt mach du mal, also ich kümmere dich mal um die Leseannahme, ich verstehe natürlich viele Sachen gut und wieso und weshalb man das macht und habe ja auch diverse Prozesse dann nochmal wieder gesehen, aber ich würde mir jetzt nicht den Weinkeller

überlassen. Wie lange gibt es in der Ausbildung dann im Fernstudium in Frankreich? Na gut, das kannst du natürlich ein bisschen selber bestimmen, das ist klar, aber was ist so die Regelnorm, welche Vorstellung hat man da, ist das auch drei Jahre, ist das, wenn ich fleißig bin

in sechs Monaten oder? Achso, nee, ich glaube, das waren zwei Jahre, du hattest dann auch so eine kleine Abschlussarbeit und ich glaube, ich habe das dann in drei Jahren gemacht und wie gesagt, du musst jetzt auch ein bisschen Praktika machen, also dann wurden mir natürlich diese Weinlesen anerkannt und so bin ich dann auch zu diesen, das waren nur zwei Wochen, tatsächlich zu dem Weingut von der Lubis Loroa gegangen, zu ihrem älterlichen Weingut, was ja aus der Düresse ist

und dann, das war glaube ich im Juni, weil es ja da waren halt viele im Weinweg draußen und haben halt die Reben gewickelt und nicht gegipfelt und ich erinnere mich auch, einmal war ich im Weinweg, da hatten die frisch gespritzt, also Schäfe und Kupfer und das ist ein sehr unangenehmer Geruch, da wird hier ja ein regelrecht übel, aber das war natürlich toller auf diesem ja heiligen Boden des Burgunds rumzuwandeln und dann war es ja auch dann in Cronkrüllagen,

also Kochtung, Charlemagne erinnere ich mich zu arbeiten, das das war schon ja absolut irre. Da haben wir schon Bewusstsein dafür, also für die Besonderheit der Lagen, für den Cronkrüllagen, du warst ja dann auch ziemlich am Anfang deiner, deiner Winzerlaufbahn, deiner Weinkarriere, deines Weinbewusstseins. Ja, das finde ich klasse, dass du das fragst, weil ich muss

leider gestehen, dass ich mir das nicht bewusst war. Also ich wusste nicht, wenn du weißt natürlich, dass Burgund ein tolles Anbaugebiet ist, aber wenn du dann, du dich in der Welt umhörst und ich meine natürlich jetzt auch in Deutschland, wenn du dann merkst, dass eigentlich das Burgund Vorbild für alles ist und diesen totalen Kultstatus hat, das war ich mir nicht bewusst. Hattest du dann ein Vorbild jemals, der jemand, der dich an die Hand genommen hat, wo du sagst, es ist so mein

Winofilazifahrter? Nein, also ich hatte natürlich besondere Weinerlebnisse. Was war so ein Weinerlebnis, was dich geprägt hat? Du, das war ein Bohnen und ich kann, also gut, es ist natürlich ewig her,

aber ich kann das gar nicht genau zeitlich festhalten. Auf der anderen Seite war ich ein Bohnen, also wahrscheinlich hatte ich dann schon mit dieser Ausbildung angefangen und dann gab es irgendwo so eine freie Verkostung, also in der Innenstadt, in so einem alten Keller und ich habe da so gemütlich vor mir hinverkostet und das war ein Premier-Cruis aus Volnais, Cloudichaine, war auch ein bisschen gereifderer Jahrgang und das habe ich halt probiert und da bin ich,

das hat mich echt weggehauen. Also das war einfach himmlisch und das war für mich halt eine ganz tolle Erfahrung, einfach um zu sehen, was gut was Wein kann und dass das einfach dieses, ich finde halt wirklich dieses göttliche Getränk ist, der hat ja mitreißt und natürlich auch total berührt. Das war wirklich ein Schlüsselerlebnis, also ich war ja schon auf der richtigen Bahn, aber diese Größe von Wein zu erleben und die Vollkommenheit von einem großen Wein,

das ist mir da dann widerfahren. War es eine bestimmte Aromatik, jetzt auch wenn es ein paar Jahre her ist, hat man ja doch das eine oder andere, woran man sich erinnern kann, eine bestimmte Aromatik, wo du sagst, so was habe ich noch nicht gerochen, war es eine bestimmte Struktur, ein kraftvoller Ausdruck oder war es irgendwas, was man nicht erklären konnte, dass du sagst, der Wein hat dich auf eine Art berührt, wie es manchmal Musik macht, wo man sagt, keine Ahnung,

wer das ist, keine Ahnung, wer das spielt, aber wow. Das ist für mich letztendlich auch das Entscheidende, weil ich glaube, das war die perfekte Harmonie. Gut, es war natürlich ein Pinot Noir, also gereift, ich war sicherlich immer dieser, diese sehr feine, delikate Frucht, also dieses, was ist, sauer Kashimbiere wird er schon gehabt haben, aber das, dass ich erinnere mich nicht an die Einzel, einzelne Aspekte des Weins, es war wirklich dieser, dieser, dieser Gesamteindruck von,

ja, wir hat diese Finesse und Perfektionen und gut, diese totale Ausgewogenheit. Weißt du, wo alles passt, wo alles sich zusammenfühlt in einem Wein? Natürlich gibt es Weingüter, die Geschichte schreiben, aber es gibt auch solche, die sind in der Geschichte verankert. Das klingt richtig pathetisch, ich weiß. Aber Kavalkina, gelegen in dem kleinen Örtchen Kustose und spätestens jetzt klingelt es bei dem einen oder anderen, gehört zu den

Letzteren. Nicht laut, nicht medienwirksam, aber tief ergreifend. Ich glaube, ihr stimmt mir zu, wenn ihr am Ende dieser kleinen Einblendung erfahren habt, welche eigentlich großartige Aufgabe, welche Leistung Kavalkina dort verbracht hat. Denn ohne Kavalkina gäbe es keine kontrollierte Herkunftsbezeichnung Kustose, DOC. Es gäbe kein Profil für einen der unterschätztesten Weiswein Italiens. Klingt interessant? Dann hör gerne zu, ich fange ganz von vorne an. Die Ursprünge reichen bis

ins frühe 20. Jahrhundert zurück. Dann merkt man schon, es gibt was zu lernen. Die Familie Piona, er warb erste Rehflächen in den Moränenhügeln südlich des Gardasees. Doch es war Giulietto Piona, was für ein toller Name, Giulietto, der in den 1960er Jahren mit einem kühnen Schritt die Richtung vorgab. 1962 war es nämlich, als er das erste Mal ein Weiswein mit den Namen Kustosa auf die Flasche brachte. Acht Jahre später, 1970, wurde er als offizieller Antragsteller der Region in das

Verfahren zur DOC Anerkennung eingebunden. Und 1971 wurde es Realität. Wie gigantisch muss das sein, man hat einen Weiswein erfunden. Wow! Also im Prinzip, was biornti santi für Brunello ist, ist Giulietto für Kustosa. Und Kivalkina war damit nicht nur Pionier, sondern Fundament dieser Appellation. Giulietto setzte Standards von der Rehbsortenzusammensetzung bis hin zur Lesezeit und er definierte, was Kustosa nicht sein sollte. Kein belangloser Massenwein,

sondern ein strukturierter, floraler, spannungsvoller Weiswein. Und heute? Heute führen Franco und Luciano Piona. Also immer noch ein Familienbetrieb, ist das nicht schön? Und er stützt von bereits der dritten Generation des Weingut, mit denselben Grundsätzen. Lieber eine Nuance zu wenig als eine Geste zu viel. Und gerade bei frischen Weisweinen ist das so wichtig. Die

Betriebsfläche umfasst rund 30 Hektar, was eigentlich großartig ist. Ich meine, Italien wächst normalerweise alles ins Unermessliche und sich auf 30 Hektar einfach so zu beschränken, spricht für das Qualitätsbewusstsein. Diese 30 Hektar sind verteilt auf die besten Parzellen der DOC. In Nordlage auf lemigkalkigen Böden mit Morenstrukturen. Wenn man die Philosophie erklärt, das klingt immer wie aus einem Werbeprospekt. Ökologische Zurückhaltung, vinifikativer

Klarheit, bodengebundene Eleganz. Aber wer, Kawakina besucht, merkt schnell, hier geht es nicht um Stilexperimente, sondern darum, dem Boden und dem Jahrgang mit minimalen Mitteln eine Stimme zu geben. Also das, was wir eigentlich vom Wein haben wollen, was wir erwarten, wird hier gelebt. Das Michroklima ist maritime beeinflusst durch den Nahengardersee, dem seinen Thermaleffekten Nachtkühle bringt und Tagestemperaturen abpuffert. Ja, das habe ich abgelesen. Kustosa liegt auf

100 bis 150 Meter Höhe in exponentierten Lagen mit Ost- und Nordausrichtung. Also damals schon Richtung Norden zu denken, war großartig. Klar, könnte ich noch über Niederschlag reden, über vielleicht Entwicklung der letzten 50 Jahre, aber wir haben keine Zeiten. Daher lasst uns lieber einen der typischsten Kustosa eigentlich der Geschichte nehmen und diesen exemplarisch hier darstellen und von meiner Seite her empfehlen. 2023 Amedeeo. Natürlich von Kawakina. Warum den?

Der Amedeeo ist das spitzen Produkt des Hauses, der Top Wein. Ein Kustosa Superiore DOC, dessen Struktur, Tiefe und Lagerfähigkeit seit Jahrzehnten Marschdiebesitz. Es ist eine Kombination, ein Blend aus 40 Prozent Garanega und stellt dir ruhig die einzelnen Aufgaben der Komponenten schon auf der Zunge Form das ganze nachher zu schmecken. Denn der Garanega sorgt für die Grundstruktur, die leicht floralen Noten und dieses zart und sehr typische Mandelaroma. Wir

haben 30 Prozent Bianca Fernanda. Es ist eine lokale Spielart des Cortese, der für die Duftigkeit, die Frisch- und Zitrus-Aromatik zuständig ist. 15 Prozent Trebianello. Wiederum ein Spielart des Tokai Friolano. Texturgebergelbe Frucht, kann man sich denken, wenn man Tokai Friolano kennt. 15 Prozent Trebiano Toscano. Für die Säure, die Linealität und die Länge. Klar von Hand gelesen, Kühlvergoren. Interessanterweise, das finde ich ganz spannend. Teilweise spontan vergoren,

teilweise mit Reinstochthäfen. Also man spiert eben auch mit diesen verschiedenen Elementen. Edelstahl, Feinhefe, fünf Monate, keine Badonnage, keine Holz, keine Malo, damit das Maximum an Klarheit, Spannung und Herkunft erhalten bleibt. Ich überspringe mal den sensorischen Teil, wer den könnt ihr selber erleben und würde dir lieber diese besondere Art des Amedeo herausarbeiten. Denn das ist auf der einen Seite ein Weimelalltagsfrische, auf der anderen Seite einer mit vinologischer

Tiefenschärfe, also ein richtiger Grenzgänger. Denn da, wo viele Weißweine aus Norditalien auf frühzeitige Frucht niedrigen Alkohol und unkompliziertes Trinkenzieren, geht der Amedeo bewusst einen anderen Weg. Selektion statt Menge, Länge statt Lautstärke. Bis heute agiere dieses Weingut nicht als Marktführer. Finde ich ganz wichtig, aber als dillistische Referenz. Wenn man einen richtigen typischen Custoser probieren möchte,

Verkostmöchte kennenlernen möchte, gibt es keine Alternative. Andere Produzenten mögen mehr Fläche, eine höhere Exportquote haben. Noch Kavalkinasweine sind die Benchmark. Ich weiß wiederholen mich, aber das ist das Markenzeichen. Oft deutlich langlebiger als das Segment erwarten lässt. Und das hört sich aus, allein im Gamberer Ross, um nur diesen Einführer zu nennen,

verzeichnet das Weingut seit über 15 Jahren kontinuierlich Höchstbewertung. Vielen Dank dafür für die Geschichte, für die Innovation, für diesen Wein, für die Beständigkeit. Diesem großartigen Weingut-Kavalkiner und natürlich den deutschen Porteur, dem Handelshaus Segnetz. Siehst du Weine unterschiedlich, wenn du sie für dich beschreibst, wenn du sie dir selber erklärst, als wenn du sie einem Kunden erklärst? Oder ist deine Weinsprache immer gleich?

Nee, das unterscheide ich schon. Zumal du auf dem offenen Außchank sind, ist ja nicht unbedingt die Weine, die einen vollends verzaubern. Also natürlich immer schöne Weine, aber auch zugänglichere, einfache Weine. Bei dir in der Bau oder allgemein, wenn du unterwegs bist? Also ich meine jetzt bei mir in der Bau, wenn ich da das dem Gast näher bringen soll.

Gut, ich gucke natürlich mal ein bisschen, was deren Wein Know-how ist oder auch deren Weinsprache viel mehr, inwiefern die das gut artikulieren können und dann versuche ich mit wenigen Worten den Wein zu beschreiben. Was ich eigentlich immer total schön finde, wenn man so eine Wein-Auch-Charaktereigenschaften zuordnen kann, weil das natürlich sehr schön spricht und dann ist ja auch oft immer Säure, Gerbstoffen, Thema. Das würde ich dann auch

kurz anschneiden. Und wenn du es anschneidest, bist du dann eher kritisch oder bist du wohlwollend, wenn du es im Gast beschreibst? Also oftmals ist es ja so, dass man nicht sauer sagt, sondern man brennt es als frisch zum Beispiel. Manche empfinden es als, okay, dass du immer versuchst den Wein in einem positiven Licht erscheinen zu lassen und versuchst schöne Attribute für ein Wein zu finden und gar nicht so dieses kritische oder dieses Objektive in dem Wein zu

machen. Ja, absolut. Das ist ja auch ein Genussmoment. Das ist aber auch ganz schlimm, dass du dieses Wort Säure bei Weinig sagen kannst. Ich meine, jeder Wein hat Tourent viel Säure, auch Graubag und hat dir total viel Säure und deutlich mehr als Wasser. Und ich finde es so schade, dass es so ein Unenwort ist, dass bei Säure besser der Zucker alle zusammen und bloß nicht.

Hat sich das aber nicht relativiert in den letzten Jahren? Also ich habe die Erfahrung gemacht, dass Säure sogar gesucht wird und dass man Säure teilweise eben doch recht smart einsetzen kann und dann vielleicht sogar dann ein AHA-Erlebnis mit erschaffen kann, wenn man sagt, okay, der hat vielleicht Säure, aber man sollte vielleicht mal auf die Säure achten. Man sollte vielleicht gucken, ist das Gerbsäure, ist das Apfelsäure, ist das Weinsäure und allein auf

seinen Mund zu achten. Wenn ich den Wein trinke, mache ich einen Knutschmund oder mache ich einen Grinsenmund, kann ich ja schon selber erkennen, ob ich jetzt Apfelsäure oder Weinsäure habe und allein diese kleinen Gimmicks machen die Leute neugierig und lassen sie Säure durch die Beobachtung, die das bewusste wahrnehmen, noch mal anders empfinden. Das stimmt absolut. Sag mal so, unter Weinliebhabern ist es ja auch kein Geheimnis, dass es Säure gibt und das ja

durchaus auch was Schönes ist. Also man denke an die große deutsche weißere Absurde, aber dennoch finde ich so bei den Gästen, die noch nicht so im Weintema ist, da ist, finde ich, hast du das schon noch so, dass Säuren Schimpf fort ist? Und das umgehe ich dann auch. Das würde ich zum Beispiel auch nie in eine Weinbeschreibung schreiben. Bei Rieseling kann man es natürlich machen. Da

wissen die Leute irgendwie, okay, da ist Säure drin. Aber ich finde das dann auch schöner, wenn du schreibst irgendwie ein schöner Säure-Nerv oder der Wein hat Zug, das kann das ja auch beinhalten und gut klar frische oder ist zitrisch. Also da würde ich das doch eigentlich immer umschreiben wollen. Und eine reife Säure geht natürlich auch. Und ich finde, das ist ja auch, wenn Säure gut eingebunden ist und da auch ein bisschen Fleisch und Extrakt bei den Weinen ist, dann das ist ja

traumhaft. Ich meine, letztendlich haben alle großen Rebsorten viel Säure. Also ich meine auch bei den ganzen großen Roten, ich weiß nicht ob du jetzt Sanjuvisel nimmst oder Cabernet. Das sind Säure, lastige Weine. Ja, das ist aber, denke ich mir, da sind wir noch ein bisschen von entfernt, dass wir da das wirklich gut im Wein positioniert haben. Dann hattest du, um zu dem Thema Weinbad zurückzukommen? Ja, da finde ich das Objekt. Du wusstest, ich möchte ganz gerne natürliche

Weine in irgendeiner Form pflegen. Vielleicht oder sehr wahrscheinlich Frankreich, Bier. Später kam vielleicht Deutschland hinzu. Wie ging es dann weiter? Weil du warst ja dann auch recht stark in Sachen Weinproben. War das schon für dich von vornherein Thema, dass du über Wein berichten möchtest, dass du Wein vermitteln möchtest? Ist dir diese Kommunikation in die Wiege gelegt oder musstest du dir selber irgendwie anlernen, über Wein zu reden, dass sie vermitteln,

das überhaupt interessant zu machen? Ich glaube, über 300 Weinproben hast du mittlerweile schon gemacht. Ja, das ist Wahnsinn. Nee, ich habe das Revue passieren lassen zum siebenjährigen Jubiläum jetzt im Mai und da war ich auch total überrascht und natürlich auch total erfreut, dass das derart angenommen wird und so Interesse besteht. Nee, noch mal zur Weinauswahl. Ich

habe San Giovese ja schon mal fallen lassen gerade eben. Das ist halt eine Rebsorte, die ich unglaublich gerne mag und dann dachte ich mir, wenn du nur Deutschland und Frankreich machst, dann ist wohl nix mit San Giovese und zum anderen hatte ich ja auch an der Weinakademie studiert. Also das fand in Zusammenarbeit mit Geisenheim statt, mit der Uni Geisenheim. Aber wir waren natürlich auch viel in Russ und dann hat man ja auch schon eine Verbundenheit, also eine enge, vino-lorische

Verbundenheit zu Österreich. Dann fand ich das auch ein bisschen schade, dann auch keine österreichischen Weine zu haben und so kam das dann natürlich auch, dass ich mir gedacht habe, okay, dann nimmst du halt noch ich hier und da was auf und ich war natürlich auch große Weinländer wie Portugal und Griechenland, die immer so ein bisschen unter so einem Radar sind, aber auch so Exoten wie Georgien, hatte ich einfach auch Lust und Freude daran, das zu präsentieren und das tue ich natürlich

auch extrem in den Weinproben. Das ist ja eine ganz fantastische Spiegelwiese, weil ich da eigentlich alles mache, wozu ich Lust und Blau habe. Also irgendein Thema, was mir im Herzen liegt, zum Beispiel jetzt nicht mal die Kurt Chalonese machen, die geht ja auch immer ein bisschen unter. Man denkt ja immer nur an das große Burgund, an die Kurt Dorch, aber halt auch durchaus solche Anbaugebiete,

was wie Württemberg, das mal vorzustellen. Dann habe ich auch Zypern gemacht, was oder Armenien, also ganz verrückte Gegenden und gut, der natürlich auch solche schöne Vergleiche, wie was ja die deutschen Spitzensekte gegen Champagner oder bei Champagner auch, was ja David gegen Goliath, da ist auch immer ein großes Interesse. Wie sind dann die großen Marken gegen die kleinen

Winzerhäuser? Und am meisten gewagt habe ich mich eigentlich bei dem Thema die Sehrepublik Venedig, weil da finde ich musste erstmal Leute hinzulocken, zu so einer Weinprobe zu kommen, aber die Sehrepublik, das war ja eine der größten Mächsten neben dem Papst und dem deutschen

Kaiser, so im 10., 11., 12. Jahrhundert und den gehört ja im Prinzip die ganze Küste gegen der Adria, also Korfu, Kreta waren 400 lang, gehörte das zur Venedig und die hatten sogar Niederlassung bis rauf ins Schwarze Meer und dann habe ich halt einfach eine Weinprobe gemacht mit diesen

verschiedenen Ecken dieses wahnsinnigen Reis. Wie kommst du auf die Idee? Suchst du nur die Anderdocs oder versuchst du dort auch zu mischen oder ist das je nach Interesse, was kommt da gut an, was weniger gut oder wie stellt sich dein Programm zusammen und wie umfangreich ist dein Programm? Also da muss ich ja sagen, ich habe mir das WCT Diploma gemacht und da reist und

studierst du ja auch mal durch die ganze Welt. Insofern kennt man natürlich alle wesentlichen Weingegenen jetzt natürlich nicht absolutes Detail, aber ich meine auch sowas wie Libadon oder Bulgarien steht da ja auch im Studienplan. Insofern habe ich da natürlich einen sehr großen Überblick. Nee, es ist schon immer so was, was mich reizt oder gerade anspricht, was ich noch mal vertiefen möchte. Klar, dann habe ich halt auch ein Gefühl, was auf Interesse stoßen kann,

was sich halt besser oder konkreter auch anhört. Ich habe auch so einführende Proben, wie man halt Wein richtig verkostet und kleine Rebsortenkunde, aber das war zum Beispiel auch so eine Sache,

die mich ein bisschen störte. Weißt du, wenn du halt so Weinproben einteilst, das ist so ein Anfänger und Fortgeschrittener, ich finde nämlich, dass das ein falscher Ansatz ist, was ich, wie du das siehst, weil ich finde, also jemand, der gerne Wein trinkt und zu einer Weinprobe kommen, der macht dir schon alles richtig und es gibt ja viele vermeintliche Weinkänner, die dir dann doch gar nicht so viel Weinwissen haben, die sich vielleicht mit dieser oder jener Rebsort oder

Anbaugebiet auskennen, aber dann doch nicht so ein profites Wissen haben und andere, die gerne Wein trinken, die sind teilweise viel treffsicherer mit ihren Weinschreibungen und Einschätzungen,

als die, die sich für die großen Weinkenner halten. Insofern habe ich das eben nicht gemacht, aber aufgrund des Themas ist es natürlich immer sichtlich, was sich für Leute mir empfiehlt, die halt noch so reinschnuppern oder weißt du, wenn du jetzt ein einzelnes Dorf nimmst, wie Wohner Romanie, wo die Proben natürlich danach kostspieliger sind, das macht ja nicht

jemand, der sich als so ein Anführungsstrichen Weinanfänger einschätzt. Und bei den Weinproben selber sind das für dich Events, wo du sagst, die kalkuliere ich ganz normal durch oder sind es für dich Verkaufselemente, wo du einfach zu vermitteln versuchst, wenn ihr den Wein hier probiert, ich gebe euch das Wissen mit, dann könnt ihr da 6 oder 12 Flaschen mitnehmen oder wie

gehst du rein vom wirtschaftlichen an so eine Geschichte ran? Ist das eher oder weniger eine subventionierte Geschichte oder was, was du richtig knallhart durchkalkulierst, also knallhart klingt mal negativ, aber was du recht objektiv durchkalkulierst und sagst, das kostet das und das was kostet? Nein, das ist bei mir natürlich ganz anders als wenn das ein Weinhündler macht. Ich habe ja nicht ein volles Lager, wo ich nach Weine danach verkaufe, also das ist eindeutig keine

Verkaufsveranstaltung. Bei mir steht halt ganz klar die, also ich würde auch durchaus sagen die

Wissensvermittlung im Vordergrund. Mir ist das total wichtig, dass die Leute ihre AHA-Erlebnisse haben und auch was mitnehmen und dass sie natürlich auch sehr, sehr schöne und gut ich sage mal außergekräftige Weine verkosten, also weißt du, dass du dieses AHA-Erlebnisse nicht nur durch den Inhalt hast, sondern natürlich auch über den Wein und das ist auch klasse, weil die Leute haben dann auch einen tollen Austausch, was am Ende diskutieren, die alle miteinander und

sprechen halt auch ihre Weinerfahrung oder Weinreisen und Restauranterfahrung. Das ist wirklich toll, was da entsteht. Kalkulierst du dich da auch mit ein? Oder nimmst du rein die Weine und versuchst die nach Barpreis dann irgendwie hoch zu kalkulieren, zu sagen mal drei Stunden oder wie auch immer? Weil oftmals ist man ja auch ungerecht sich selber gegenüber und sagt okay, aber ich verbringe damit ja auch sieben, acht, neun Stunden und was verdienen Kfz-Meister

in NRW 75 Euro die Stunde? Das müsste ich dann auch mit ein Rechnen umlegen und oder vergisst du dich da oftmals? Ja, das wäre dann richtig sportlich, wenn ich so was mit einrechnen. Ne, ich habe, sagen wir so, dass diese ganzen Weinproben aufzuhilfern, das war schon extrem arbeitsintensiv. Jetzt habe

ich natürlich, also weißt du wo ich wahrscheinlich eine Stunde und fünf Euro hatte. Jetzt ist es natürlich so, dass ich eine gewisse Erfahrung habe und natürlich auch einen gewissen Fundus an ein Weingutsbeschreibung oder auch an Beschreibung von Anbaugebieten, dass ich da jetzt natürlich viel weniger Arbeitsaufwand habe. Aber so richtig denke ich mir, kalkuliert man sich ja immer nicht

mit rein. Ist das dann in der Mischkalkulation dann trotzdem okay? Also wo man sagt, dann dadurch generiere ich letztlich Stammgäste und es ist auf eine gewisse Weise auch ein Marketing-Tool und somit kalkuliere ich es dann irgendwie quer oder ist es eine unfaire Geschichte dir gegenüber? Nur weil du halt einen Eventcharakter als Standbein nutzen möchtest? Also nee, überhaupt gar nicht. Also ich würde sogar sagen, das ist eher umgekehrt. Das ist eher die Bar, die mir Teilnehmer für die

Weinproben generiert. Also das ist schon ganz klar auch erträglich die Weinproben und das funktioniert auch fantastisch. Also letztendlich befruchtet sich das gegenseitig. Wobei ich habe natürlich Leute, die wirklich immer nur zu den Weinproben kommen und natürlich welche, die halt super regelmäßig zur Bar kommen, aber praktisch nicht das Weinprobenangebot annehmen. Ich habe es ja auch immer so schön bei mir beschreiben. Also Bar rix, also Bar, Laden, Schule, also diese Schule oder diese

Weinseminare sind halt ganz klar ein eigenes Standbein. Ist das nur Wein bei dir? Also hast du eine Weinseminare oder gibt es da irgendetwas anderes, wo du eine ähnliche Leidenschaft lebst? Ist es ähnlich interessant, spannend finde, ähnlich vielschichtig findest oder kann nur Wein was

weihen kann? Also witzigerweise, ich habe jetzt am Mittwoch eine Probe, ihr prügeln das Vergnügen, weil es vom Petten hat bis zum Champagner und da nehme ich diesmal jetzt ein Ziedre mit rein, weil da gibt es ja halt auch hervorragende, weil sie zweite Flaschen gehören, das finde ich auch

total großartig. Doch ich hatte auch mal Ziedre im offenen Ausschank, aber ansonsten ist es bei mir tatsächlich nur Wein, das ist auch, ja gut, ich habe dann, ich habe dann auch manchmal da so eine Krapa oder Armanjagd stehen, weil viele Leute doch nach dem Essen dann auch zu mir kommen und der eine oder andere fragt dann schon mal was, aber dadurch, dass die Bar wirklich winzig ist, ich kann einfach nicht weißte noch irgendwelche Bio oder sonst was Gläser und auch diese Getränke

dann bereit halten und Wein ist mir auch mit Abstand am liebsten. Ziedre ist ein wahnsinnig spannendes Thema, ich finde es total interessant, dass es eigentlich kaum gelebt wird, dass es auch kaum in dem Aufwand irgendwie umgelegt wird, also dass man sagt, okay, von Ziedre akzeptiert der Konsument wirklich 20, 30, 40 Euro, obwohl vielleicht ist die Arbeit im Wein beziehungsweise dann in der Obstplantage nicht ganz, ganz so aufwendig wie im Weingarten, aber das Handling,

das Treatment ist im Nachhinein ja nicht minder aufwendig und nicht wenige Ziedre müssen dann einfach auch einen zweistelligen Betrag aufrufen, aber wenige Kunden akzeptieren, also obwohl das manchmal total spannend ist, was dabei rauskommt oder was eher gerade, also hier in Frankreich, ich zähle dich da einfach jetzt gleicherweise mal mit zu, in der Normandie in der Britannien teilweise auf die Flasche ziehen ist ja großartig. Ja, ja, total, ich finde das auch fantastisch.

Ja, das denke ich mir liegt auch ein bisschen da dran, dass es ja ein altes Getränk ist, aber in der Qualität sicherlich neu, das müsste man halt auch so sukzessiv einführen. Ganz anderes Thema wäre da zum Beispiel auch Sake, das ist ja auch ein hervorragendes Getränk, die denke ich mir sind ein bisschen weiter, aber ich denke mir, das muss dann einfach präsenter werden, also durch ein paar Sintische Gastronomie und doch handeln, damit das auch so ins Bewusstsein kommt, dass man eben

auch aus Äpfeln ganz großes kältern kann. Hast du da selber ein Bewusstsein für einen vernünftigen Preis, dass du sagst, ein guter Zitre sollte mindestens so und so viel kosten und maximal, ich würde selber niemals mehr als XY ausgeben? Also das ist ja auch ein Problem, ich mein Zitre ist ja auch total billig, also ich glaube das Frankreich kriegst, das ist ja schon nicht für 3 Euro im Supermarkt und das ist auch immer so das bisschen Image vom Zitre und irgendwie als Urlaubs getränkt

in der Botanie und in Normandie. Also ich sage mal so, ich sehe das ja auch in Deutschland, da gibt es ja auch so ein paar Weinhindler, die auch Zitre am Gebot haben für so mit 20er.

Ich finde auf jeden Fall, dass es das Wert ist, aber weißt du, wenn ich mir das überlege, ich würde das offen ausschenken, also ich finde Zitre, das geht bei mir auch, wenn es halt so richtig heiß ist, weil die Leute dann doch ein bisschen diesen Erfrischungsaspekt haben, aber wenn ich jetzt eine Flasche Zitre auf der Karte hätte, ich weiß nicht, für 48 Euro, das halte ich dann doch für schwer, schwer verkäuflich. Okay, weil der Weinhard es nicht hergibt, weil die Leute

die Akzeptanz nicht haben oder? Ja, weil sie es nicht genug kennen und auch in dieser Hochwertigkeit noch nicht kennen. Ist es da nicht aber so ein bisschen wie mit dem Rose, wo man immer das Gefühl hatte, Terrasse und dann Eiswürfel, vielleicht noch irgendwie eine Erdbeere rein und lecker und dann für 5 Euro das ganze pro Flasche laufen lassen und so nach und nach eigentlich ersten

Rosebewusstsein aufkommt. Man erkennt, es kann ja ganz eigenklasse sein, hätte da Apfel oder Birnwein ein eigenliches Potential für oder ist es da dann doch nicht so weit her mit der Potenz, mit der Qualität, mit der Kraft, mit der Entwicklungsfähigkeit? Doch mit der Qualität auf jeden Fall. Ich überleg gerade, Roseh schmeckt eindeutig noch sehr wie ein Wein. Du bist ja aromatisch dann auch in einer anderen Welt. Weißt du, vielleicht lässt sich das dann leichter ja wirklich im

Sommer als operativ platzieren. Aber siehst du, ich habe das mal gehabt, aber ich habe es jetzt auch lange nicht mehr gemacht, aber jetzt kommen ja die heißen Tage. Sollte ich vielleicht einfach noch mal probieren und gucken, wie das da ist. Es ist ja der Schöne, dass sich ja, es entwickelt sich ja

auch immer und es gibt ja auch immer Moden und Trends. Man sich einer sagt auch, dass die Qualität eines Getränkes allgemein pauschal gesprochen an seiner reife Fähigkeit erkennbar ist, also wie lange so etwas lagerbar ist, was man auch ein Zeit lang beim Bier gemessen hat, wo man gesagt hat, okay, wenn ich die Art von Handcrafted Beer habe, dann sollte das mindestens und dann wird es

richtig spannend oder beim Weinen natürlich ja ohnehin. Bei Brandweinen, bei Spiritosen ist es ja nicht selten auch so, dass man sagt, so und so lange sollte der reifen können und immer noch sich in der gewissen Weise entwickeln. Wie ist das bei Zitre? Hat der eine Reife Fähigkeit? Hast du mal was Altes probiert, was vielleicht irgendwie 5 oder 10 oder 15 Jahre alt ist? Nein, habe ich es noch nicht.

Ich habe noch keinen gereiften Zitre getrunken. Das wird mich jetzt gerade, wo wir darüber reden, halt wahnsinnig interessieren. Ja, ja, nicht total. Also, ich meine, es gibt natürlich, also, die sind ja in der Regel so, dass sie auch Jahrgangs Zitre, die machen. Ich meine, das hat Gerbscha, das hat Kohlensäure, ich meine, das müsste eigentlich ohne weiteres reifen können. Ja, ja, ja. Können wir ja mal probieren. Was hat der gedacht? Ja. Machen wir uns mal auf die Suche.

Das ist, glaube ich, ein sehr, sehr spannendes Thema und ich glaube dann auch, wenn die eine gewisse Reife haben, wenn die vielleicht gerne mal 20 Jahre auf dem Buckel haben, das gut wegstecken können, dann haben die etwas, weil dann wahrscheinlich die die Primäraromatik, die ihnen an Zitre erinnern lässt, verloren geht und das sind eine entweder Sekundär- oder Tärzearomatik, dann

mündet, endet, die dann wiederum recht spannend ist. Ich hatte das mal mit einem Kürschlikörwein, den ich geschenkt bekommen habe, der, wir haben es versucht, das ist statt kein Jahrgang drauf, nachzurechnen und der war, glaube ich, dann 15 Jahre alt oder sogar 20 Jahre alt. Den hat der liebe Freundin Bekannte mir aus Berlin von Billy Wagner mitgebracht und ich habe es dann im Kühlschrank gelassen und im Chambräer gelassen und dann irgendwie, irgendwann haben wir ihn aufgemacht

und probiert und waren begeistert, dass es dann geworden ist. Also richtig, richtig interessant.

Da entstand dann bei mir auch der Wunsch, irgendwie auch Fruchtweine mal gereift zu probieren, von, es gibt ja teilweise großartige Produzenten, die sehr hochklassige Sachen, dann produzieren nach oben und unten, jetzt beim, beim Zitre, da hatte ich es ja versucht zu entlocken, aber beim Wein gibt es dafür die Grenzen, wo du sagst, Wein sollte mindestens das kosten für mich und dürfte eigentlich auch für die Bar, ich will keinen Wein für mit fünf Nullen hinter dem,

hinter der ersten Zahl bei mir auf der Karte haben. Nee, also sagen wir so, ich hatte schon Lust auch 100 Punkte Wein zu haben, also Ponte Canet 2 10, den habe ich tatsächlich auf der Karte, aber ansonsten, ja ich sage mal so in meiner Bar ist das jetzt nicht so, dass die Leute kommen und dann, was sie sich, eine 1000 Euro Flasche erwarten, das wäre auch nicht ganz so das Publikum, was mir Spaß machen würde, glaube ich. Und meinst du mit den Preisen auch für mich privat?

Genau, wenn du Wein kaufst, also gar nicht so dieses Bartechnische, sondern selber rein aus diesem emotionalen, mentalen, wenn du selber ausgehst, wenn du selber Wein kaufst, wo du sagst, ich würde mir niemals allein aus ethischen Gründen, aus Naturschutz, warum auch immer, eine Flasche unter 150 Euro kaufen und niemals über 28.000 Euro, weil dein Kopf nicht mehr auf ist

dafür. Ja, nee, so mehrere Tausende nicht unbedingt. Also ich muss ja sagen, dadurch, dass man in der Weinbranche auch arbeitet seit einer längeren Zeit, man verliert ja total dieses Preisgefüge, weil ich sage mal so, wenn du halt einen schönen Burgunder kaufen willst, ja gut, den musst du halt auch zahlen. Und ich sage mal, wenn du Petrischzahlen geträngen wirst, dann musst du mindestens, oder kaufen wirst, mindestens, der kostet halt 4000 Euro Punkt.

Also so einfach sehe ich das Ganze. Nee, jetzt ist es natürlich schon so, wenn du halt schöne Sachen auf der Karte siehst, dass man dann, wie gesagt, du weißt, diese Sachen haben halt ihren Preis und du bist ja dann auch irgendwie bereit, das zu zahlen, wenn du halt unbedingt jetzt in diesem Moment diese Flasche Wein trinken möchtest, wobei ich natürlich sagen muss, dass ich in meinem

Alltag sind wir da immer, also ich würde sogar sagen, deutlich unter 100 Euro. Also da brauch ich jetzt nicht unbedingt die großen Namen und was ich auch toll finde, du hast dir heutzutage so eine irrsinnig hohe Weinqualität, also weißt du, es gibt ja auch meine für 15 Euro, total viel Spaß machen. Für mich ist es auch so, wenn ich jetzt so einen ganz besonderen Wein trinke, da brauche ich auch eine entsprechende Atmosphäre und auch, ja, ich finde auch irgendwie so eine Konzentration oder

Zeit und Aufmerksamkeit, die man den Wein schenken kann. Weißt du, wenn das jetzt irgendwie, oder zum Beispiel, wenn es 30 Grad warm ist und ich irgendwie lustig mit Freunden zusammensitze, dann bin ich viel mehr auf dem Easy Drinking eingestellt, als jetzt dann ganz groß im Wein aufzumachen. Also das ist natürlich auch situationsabhängig.

Auch wenn du der Meinung bist, dass Riesling unbedingt Deutsch sprechen muss und mir vielleicht nicht zustimmen möchtest, dass auch großartige Rieslinge aus dem englischsprachigen Raum stammen können, wirst du mir definitiv beiflichten, dass man mindestens einmal im Leben einen Riesling aus dem Claire Valley in Australien probiert haben muss. Einfach um die Rebsorte zu verstehen, um dessen ganz eigene Spielart dessen Interpretation zu greifen und nicht zuletzt um Jeffrey Grussett

kennenzulernen. Denn wer Claire Valley verstehen möchte, wer Rieslinge aus der neuen Welt verstehen möchte, muss Jeffrey Grussett kennen. Nicht weil sein Name in allen australischen Weinführern irgendwo auftaucht, sondern weil er die Region und den Riesling mitgeformt hat, wie kaum ein anderer. Was für ein Leben, was für ein prägendes Leben, also wohl für eine Rebsorte, für eine Region, eigentlich für die gesamte Weinwelt. Wusstest du, dass die Geschichte

eigentlich gar nicht so alt ist? 1981, mein, das sind 45 Jahre. Echt? Nur 45 Jahre? Na, jedenfalls 1981 begann er mit nichts anderem als ein gebrauchten Tank und eine alten Nichtstation in Auburn. Riesling war zwar vorhanden, aber eine absolute Nischenkategorie. Claire Valley, kaum international irgendwie verortet. Doch Jeffrey Grussett hat eine andere Vorstellung, dass aus diesem kallhaltigen Hochland Rieslinge entstehen können, die mit den großen Weißweinen

der Welt konkurrieren können. Trocken, präzise, Herkunftstreu. Er hat es geschafft. Grosses Philosophie war von Anfang an radikal. Statt technologischen Tricks setzte er auf wie die kulturelle Stränge. Handlese, niedrige Erträge, konsequente Selektion. Und sag jetzt bitte nicht, na und? Macht doch jeder,

wir reden von 1981, wir reden nicht von 2020. Darüber hinaus, statt den damals üblichen Verschnitt mit süßen Moss zur Restzuckeranhebung, verfolgt er eine stylistische Linie Trockenheit, inspiriert von deutschen und österreichischen Vorbildern, aber mit dem Selbstverständnis eines Australias. Selbstständig unerschrocken modern. Und wenn das kein Visionär ist. Okay, haken dran, ich glaube ihr stimmt mir zu, großartig. Der zweite revolutionäre Schritt war die öffentliche,

kompromisslose Einführung des Schraubverschlusses. Selbst für Premiumweine, 1981 undenkbar. Was heute selbstverständlich wirkt, war in den 90er Jahren ein Risiko, nicht nur für das Image, sondern auch für den Export. Und heute ist das Glärwellen synonym für korgfreie Weißweine, ein Status, der ohne Grosset nicht denkbar wäre. Ich glaube, sein entscheidender Beitrag liegt in der Definition von Einzellagen. Mit Springvale und Paula Schill brachte er als erste australischer

Winzer den Begriff der Lagentypizität in Rieslingbelange. Und dies nicht als Dealmittel, sondern als geologisches und klimatisches Argument. Und seit 2010 arbeitet Grosset komplett biodynamisch mit Demeterzertifizierung und allem drum und dran. Die Motivation, ich glaube, es braucht ihr nicht erzählen, ist hierbei nicht Marketing orientiert, sondern das tiefe Verständnis von ökologischer Balance und ein Ausdruck seines Grundsatzes. Herkunft muss schmeckbar sein,

nicht nur etikettierbar. Starker Satz? Hab ich so noch gar nicht gehört, aber ja, stimmt. Lass mich einfach einen rauspecken und dir was von dem Springvale-Vignat in Watervale erzählen. Auf 460 Meter Seehöhe am südlichen Rand von Watervale ist dies definitiv eines der klimatisch begünstigsten Subregionen des Klärwelli. Die Bodenstruktur, das Herzstück. Rote Terra Rossa durchzogen von keigigen Grundgestein. Diese Bodenkonfinations bekannt für Weine mit präziser Säure, Reiferfrucht

und mineralischem Unterbau. Und dem Riesling nutzt das unglaublich komplexe Arom und für ihn halt so wichtig, eine Säurestabilität aufzubauen. Wie schmeckt sowas? Also klar bitte ich dich, den selber zu entdecken. Man muss diesen Riesling einmal probiert haben, aber allein schon von der Beschreibung eine extreme Klarheit, Straffesäure. Man spürt richtig die Spannung in dem Wein,

die Aromen wirken messerscharf. Limette, grüne Mango, so ein bisschen dieser typische Granny Smith und dann kommt dieser weiße Tee und fast eine kreidige Aromatik, so als wird man an dieser Tafelkreide riechen. Geschmacklich, mineralig, linear, ohne Breite aber mit Tiefgang. Und dann kommt eine ganz leichte Cremigkeit. Entstanden durch den sehr langen Hefekontakt, aber ohne Batonage. Die Fakten, 12,9 Volumenprozent, 12,9 für Australien. Jetzt wird einem klar, was genau dieses

Klärwelle ist. Der pH wird mit 2,9 analytisch niedrig, 7 Gramm Säure, wodurch du dir vorstellen kannst, dass dieser Riesling spiel in 15 Jahre reifen kann und was teilweise Verkostungen von 20 Jahre alte Riesling mehr als bewiesen haben. Und letztlich findest du im Glas einen Riesling, der weder kart noch reich ist, kristallinpräzise, pulsierend, mit zurückhaltender Frucht, mit einer energetischen Säurestruktur und da merkst du eigentlich schon,

dass es eine Art von Riesling ist, die man nicht in Worte kleiden kann. Man muss es probieren. Viel Freude damit. Danke Jeffrey Grossel für dieses Lebenswerk und ein großes Dankeschön dem deutschen Importeur, dem Handelshaus Segnetz. Warum gibt es eigentlich noch Weinkarten, wo Grossel nicht draufsteht. Ich verstehe es nicht. Was ist die Atmosphäre für dich, die du dann brauchst, um einen großen Wein zu trinken?

Ist das temperaturmäßig, luftfeuchtigkeitmäßig, lichtmäßig geprägt, oder woran machst du das fest? Also für mich... Sollst du das jetzt trinken bei dem Petrös für 4.000 Euro und jetzt braucht das Setting dafür? Genau. Den Petrös, den ich nicht habe. Nee, also auf jeden Fall ein gutes Essen und ich finde das sogar fast netter, wenn man das dann auch selber kocht, aber im Restaurant ginge dann auch, aber dass man das auch wirklich auch zelebriert und wirklich auch aufmerksam genießt.

Also das ist für mich schon wichtig, dass man den Wein dann halt auch immer Raum und Zeit einräumt. Also das Setting selber und das Essen wäre für dich dann in dem Augenblick wichtiger als die Umgebung, in der du das Ganze verköstigst? Ja. Wobei es... Es ist ja kein Anspruch an irgendwie Helligkeit oder an Musik oder...

Nee, was mir aufgefallen ist, also so schön das ist im Sommer, ich z.B. auf so einer draußen Essen ist für mich nicht so das große Vergnügen, wenn wir, wir sprechen jetzt mal von den besonderen Essen. Ja, finde ich auch nicht. Also man nimmt ja auch nur 60% jetzt bei Wein, 60% des Weines war, wenn du außen Wein probierst oder eine Weinprobe draußen hast und beim Essen ist es teilweise sogar noch krasser, dass du noch weniger von dem Essen selber wahrnimmst, wenn du draußen sitzt.

Also das ist ja doch... Das ist zum einen der Umgebung, also der Vielzahl an mehr Gerüchen, die du hast, der Wandelgerüchen durch die Luftströmung, die du hast, das sind die vielen Eindrücke, die sich ständig verändern im Außenbereich, mehr verändern als drin, wenn du draußen sitzt, wo du visuell viel stärker abgelenkt bist und so weiter, es sind ganz, ganz viele Faktoren, die halt gravierend unterschiedlich sind, eben auch diese Neuausrichtung, Neueinordung auf die

verschiedenen Situationen, Luftdruck, Luftfeuchtigkeit, die eine andere draußen ist als im Raum und dadurch kann man Wein eigentlich niemals im Außenbereich wirklich objektiv beurteilen, das ist immer nur Gefühl trinken, also wenn du jetzt mit, mit Wintern im Weinberg bist und trinkst eine Flasche Wein dort oder probierst eine Flasche Wein, weil du die unbedingt dort im Weinberg probieren möchtest, kannst du es eigentlich niemals objektiv beurteilen,

solltest dich dann einen geschlossenen Raum bewegen und begeben und den Wein dann richtig analysierend in dem Sinn, also wenn es rein ums Analysieren geht, aber 30 Prozent sind ja oftmals Gefühl, was man beim Wein mittrinkt.

Ja, total, aber ich meine klar, du hast natürlich die klassischen und sehr neutralen Bedingungen für, für, für Weinanalysen, aber das mit dem Essers ist mir aufgefallen, so schön das ist draußen, ich kann das dann nicht wirklich genießen, also etwas jetzt für so ein, für ein normales, schönes Essen ja alles okay ist und es ist ja auch wunderschön draußen auf der Terrasse zu sitzen, aber es geht was, es geht wirklich was verloren, also ich finde

du kannst dich halt besser konzentrieren, wenn halt in Räumlichkeiten, das ist halt irgendwie so fokussierter. Total, aber nochmal von den Werten her, also was ist für dich ein Mindestpreis, was ein Wein kosten sollte, wo du sagst, dank, unter dem Gesichtspunkten kann er natürlich, kann er biologisch, biodynamisch produziert werden und haben alle was davon, also der mit die Flasche liefert, der die Flasche produziert und der das Marketing für die Flasche macht.

Ja, ich finde schon, das geht ja 15 Euro los.

Okay. Heutzutage, dass man da was kriegen kann, ich meine klar, das ist jetzt alles hochgerutscht, sehr preislich, aber ich finde da fängt das an und so ab 20, 30 Euro finde ich, hast dir dann auch schon richtig Spaß, weil wenn das kleine Appellationen sind, die weltweit ja nicht so gefragt sind, dann ist ja finde ich oft schon bei 30 Euro Schluss, das sind ja dann sozusagen die teuren Weinen, ja von gewissen Appellationen, das muss man ja auch

mal sehen und das kriegt man noch schon sehr schön. Ich finde das total witzig beim Wein, wenn man genau diese Frage gestellt bekommt, da zögern ganz viele und auch wenn sie sagen, irgendwie, eine Flasche Wein sollte 10 Euro kosten, sollte 15 Euro kosten, aber wenn man es in Relation setzt, was kostet die Gerättengrad? Keine Ahnung, ich auch nicht, wahrscheinlich sehr viel. Ich glaube die 7 Euro oder 10 Euro oder so, dazu keiner. Ja, aber das...

Ich finde auch eine Schastel am Tag und da sagt keiner, ich meine es ist auch nur ein Sucht, eine Droge oder wie auch immer was ja Wein, manchmal auch ist, aber eigentlich ein Genussmittel, nennt man es eher so und beim Wein hat man oftmals ein Gefühl, ein negatives Gefühl, wenn man sagt, es kostet 10 auf 15 oder 20 Euro bei der Schastelig-Zigaretten. Ich habe noch nie jemanden sich beschweren hören.

Stimmt, nie, da hast du dir ein Recht, aber das ist halt auch mal so ein Punkt, das hat mich dann auch dazu geführt, mich jetzt auch nicht unbedingt dafür zu scheuen, gut dreistellige Preise für Wein zu zahlen, weil ich finde, bei allem ist ja trotzdem bleibt Wein ein bezahlbares Luxusprodukt.

Also ich sage mal so, selbst wenn wir jetzt von 500 Euro sprechen, das kann man sich ja dann doch vielleicht mal leisten, das ist ja das schicke Auto kostet ja deutlich mehr und insofern relativiert das dann noch einiges.

Gut, wer es natürlich schade ist, du hast ja ganz viele spekulative Preise, die natürlich auch mitnichten, die Qualität des Weines widerspiegeln, sondern einfach die Nachfrage und die Knappheit des Weines und das gut, finde ich dann auch ein bisschen lästig, dafür muss man ja auch nicht alles mitmachen.

Aber manche Sachen haben dann trotzdem einen besonderen, also es ist begründbar, warum dieser Wein, der spekulativ etwas höher eingepreist ist als ein Wein, der nicht so stark spekuliert wird, hat nicht selten was Besonderes, was der andere Wein ihm nicht hat und ihn dann zu probieren und sich damit selbst im besonderen Moment zu schaffen, wenn dem denn so ist, man kann es selber auflösen.

Es liegt ja letztlich eben auch an demjenigen, der es probieren sollte, ob er es dann greifen kann, das Besondere, finde ich gar nicht so verkehrt. Das Beispiel mit dem Auto ist natürlich auch kein verkehrt, es kostet oftmals die Tankfüllung für dieses besondere Auto, mehr als so mancher Wein, der eben auch besonder ist.

An der Tank, da steht keiner und sagt, jetzt habe ich 150 Euro bezahlt und fahre damit ich keine Ahnung, zwei Wochen, also dann sollte er lieber zwei Wochen Fahrrad fahren und sich so eine schöne Flasche Wein trinken und nicht darüber, wenn man das Jahr 150 Euro kostet. Apropos. Jetzt haben wir es. Wollen wir eine schöne Flasche Wein trinken? 150 Euro. Total gerne. Wir haben uns ja, wir haben uns ja gegenseitig etwas zugeschickt, Trikothausch. Genau.

Mit bist du zuerst mit mir zusammen, den ich für dich angedacht habe probieren oder möchtest du, dass wir zuerst den von dir angedachten probieren? Ich glaube, ich würde lieber mit deinem anfangen, weil den habe ich auch gerade schön gekühlt, wie du sagtest. Und das scheint mir, denke ich, mir ist dann besser in der Reihenfolge. Ja gut, ich habe jetzt einen Wein aufgemacht.

Super gerne, ich habe beide gestern Abend schon aufgemacht und wir haben uns als kleines Gimmick mehr oder weniger überlegt, das war uns nicht verraten, was war uns gegenseitig zu schicken. Ja. Und jeder hat natürlich versucht, glaube ich doch, hoffe ich doch, auf seine Art und Weise kreativ zu sein. Da ist dann natürlich die Frage, wird es von angesprochen hast, muss man Petrus getrunken haben?

Also findest du, man braucht gewisse Weine in seiner persönlichen Triggerkarriere, die man unbedingt getrunken haben muss, wenn man sagt, ich möchte ein kompetenter Fachmann sein. Ja, absolut nicht. Ich habe noch kein Petrus getrunken und ich muss sagen, das ist mir auch herzlich egal, also wenn sich das mal die Gelegenheit bietet, dann werde ich ihn nicht ablehnen, aber also ich finde schon, du musst große Weine getrunken. Ein direkter Einladung, dich einzuladen.

Das musst du ja kundigen, wohl im Weinkeller liegt es ja rum, im Kölner Weinkeller. Ne, was ich schon wichtig finde, du musst natürlich schon diese große Weine und Benchmarkweine getrunken haben. Sonst versteht man das ja nicht, was den ganzen Wein zauber ausmacht, aber ich finde nicht, dass du Namen XY getrunken haben musst. Das stimmt, aber wer sagt zum Beispiel, was ein Benchmarkwein ist und das ist, also ich habe dir zum Beispiel ein Benchmarkwein zugeschickt.

Ah ja, sehr gut, dann schenke ich sie nochmal an. Aber wer sagt, jetzt ist es einer der Top 100er Weinen, nur weil sie entsprechend klassifiziert wurden, weil sie irgendwelche Punkte bekommen haben, weil sie irgendwelche Preise erzielen oder warum ist das ein Benchmarkwein. Manchmal ist es schwierig, finde ich das irgendwo einzuorden.

Aber ich finde zum Beispiel, wenn man dieses Gebiet, was ich jetzt für dich angedacht habe, wenn man diese Rebsorte nimmt, wenn man da etwas Benchmarkiges probieren möchte, dann sollte man den Produzenten, sollte diesen Wein zumindest einmal probiert haben. Ja, okay, nee, du hast das. Ich habe noch nicht dran, ich finde es ja witzig, dass wir beide Rotweiner ausgesucht haben. Das stand für mich gar nicht in Frage, keinen Rotwein zu nehmen witzigerweise. Lustig. Ich weiß nicht warum.

Ja, ich hatte den anderen ersten nach Hand, dann dachte ich aber, es ist totaler Quatsch, es wäre interessant, den zu probieren, aber es waren beides Rotweiner, eigentlich ist es witzig, stimmt. Ich gehöre ja zu den Leuten, die durchaus provokativ sagen, dass Rotwein der größere Wein ist. Ah, wow. Und insofern finde ich es ja total witzig, dass ich das jetzt praktisch fast widerspiegelt. Du würdest einen, woa, was wäre jetzt ein Beispiel? Jetzt würdest du meinen?

Nee, gar nicht, also du würdest einen Schamscharmata über Montreuxches stellen. Ja, ich sage, jetzt wird es gemein. Ja, es ist ja gar nichts, manchmal auch Vorliebe oder Verständnis oder was auch immer, also da. Nee, ich meine, also für mich hat Rotwein dann oft noch mal diesen Tick mehr an Komplexität und Tiefe.

Manche denke ich mir auch immer, man kann Rot und Weißwein gar nicht miteinander vergleichen, weil dadurch, dass man Weißwein eher kalt trinkt, hast du ja immer diesen erfrischen Moment, den hast du ja nie bei Rotweinen, also bis auf die wenigen gekühlten Rotweine. Insofern ist es immer schwierig und dann seh ich es halt in der Gesamtheit, also wenn du mal drüber nachdenkst, was die großen Weine dieser Welt sind, da fallen aber sofort deutlich mehr rote Weine an und Anbaugebiete als weiße.

Also Gordo, Jocha, Piedmont, Tianti, weißt du, das spielt sich ja dann schon alles in dieser roten Liga ab und mag vielleicht auch an der Lagerfähigkeit von Rotweinen liegen, die ja in der Regel über den Weißen sind und gut und bei Weiß, klar, hast du dann das so begund, den Riesling, aber dann, finde ich, zählt man ja nicht mehr so viele auf.

Ja, wir reden ja nur über trockene Weine, wir reden ja kein Rest oder Edelzüßchen, das sind wir, sind da ja bei den trocken schmeckenden Weinen, aber warum nimmt niemand die Rone reingedanklich mit ins Spiel, weil ich finde, ein Kontriöl, ein Ermentage-Blanc, kann durchaus einem Kotroti, einem Ermentage-Rusch, ein Weißer-Schatten auf die Pap, gereift, wow, riesig, kann einem roten Schatten auf die Pap, finde ich, durchaus das Wasser reichen, weil man nicht die Loire,

also teilweise ein Wufre, hat keiner auf den Schirm, warum hast du mir kein Wufre geschickt? Du wollt ich, aber was macht das? Nein, aber es ist ja so, also schon lieb ich natürlich auch, aber das, davon sprechen zu viele Leute. Okay, das ist ja okay. Oh, oh wow. Jetzt machst du mich neugieriger auf deinen, als ich mich auf mal...

Jetzt muss ich erst mal deinen nochmal beschnuppern, also ich finde, du hast eine irre, dunkle, satte Fruch, sehr, sehr fein dabei, aber ich finde auch so ein bisschen was, also fast ein bisschen, so wie Rote Paprika, also fast... Und sehr viele Gewürzmelven, ich probier mal, ordentlich Gerbstoffe. Und weißt du, was der auch hat, da muss ich auch dran denken, man sagt das doch auch oft bei reifer Syran, dass das so nach Eisen und sogar Blut schmeckt und jetzt hab ich jetzt bei dem auch.

Kennst du es nachvollziehend mit dem Eisen? Ich weiß, was du meinst und dieses Gefühl, dieses Kaumgefühl, auch diese Struktur, die man da durchhakt und dieses, ja, steht sehr füllige, aber bei dem Wein kann ich es nicht nachvollziehen. Also nicht Syrah vergleichen im Allgemeinen, nur dieses Aroma mit diesem Wirkung des Eisens.

Ja, auch so richtig schöne, also dunkle Flauen, die Gerbstoffe finde ich schön, ist auch fein kraftvoll, aber dann auch wieder mit einer sehr schönen Reife, hat doch eine irre Länge, das ganze. Sehr dunkle Farbe, also gut du siehst natürlich, siehst und schmeckst und riechst, dass er auch ein bisschen, schon ein bisschen gereifter ist, älter.

Also Rebsortenmäßig hab ich jetzt noch nicht so den Hinweis, es geht mir oftmals auch gar nicht so sehr darum, als man fühlt sich selber genötigt, den Wein immer erkennen zu müssen. Ja, stimmt.

Und ich finde, dadurch biegt man sowieso immer falsch ab und sagt keine Ahnung, könnte der sein, er erinnert mich daran, sondern manchmal hilft es mir persönlich, den Wein hier mehr zu genießen und mich vertraut hat, mit dem Wein zu fühlen, ihn wohlwollender zu betrachten und auch kritischer zu betrachten, wenn ich einfach den Wein betrachte und ich versuche zu erraten, könnte es das oder das sein.

Nee, das stimmt, das ist ja auch immer ein Fehler, den man macht, weil man schießt irgendwas aus dir raus, sondern ist man happy, wenn es richtig liegt und niedergeschlagen wenn daneben liegt, aber klar, die aufmerksame Analyse des Weines, also macht dir zum einen mehr Spaß. Aber gut, dann ist natürlich auch immer diese Ungeduld dabei, das wirklich schnell aufzudecken.

Was schade ist, dass man sich da nicht lang genug die Zeit schenkt und die Ruhe gibt, dass man ihn versucht in diesem Unbewussten, also dieses unter im Nebel fahren, dann einfach genießt und guckt, wo man aneckt, was das Widerwein sich entwickelt und ihn öfters mal ein bisschen blind probiert und die Neugier dann einfach überwiegt oder eben auch sehr Erfolgsdruck ihn unbedingt erkennen zu müssen oder sich selber bestätigen zu müssen.

Ja, wenn man mal ehrlich ist, ich meine weiß, welche Rebsorten erkennt man zuverlässig, das sind ja dann doch sehr weniger und danach wird es ja doch sehr schwierig oder für den Profis haben ja in Deutschland einen Zommel die Welt meist, da sogar zwei, denen ist das ja gegeben. Aber ich habe jetzt auch solche, so ein bisschen schwarze Oliven und Kräuterwürze mit dem Glas. Was halt finde ich insgesamt dann halt schon für ein wärmeres Anbaugebiet spricht?

Gibt es für dich eine Abfolge, wo du sagst, das ist für mich persönlich, wenn ich Wein aussuche am wichtigsten, also ist es für dich die Aromatik, ist es das Visuelle, ist es die Gostatorik, ist es die Kombinationsfreude oder gibt es da irgendwas, was für dich ausschlaggebend ist oder ist es wirklich das Allgemeine, das Gesamterlebnis dabei? Auswählen für was? Für mich jetzt für heute Abend oder für jetzt?

Genau, wenn wir zusammen eine Flasche Wein trinken möchten und gar nicht so diese analytische, sondern einfach das Wohlfühlen, ich setze mich hin trink eine Flasche Wein.

Ich bin ja so ein Apparativtrinker, also apparativ im Sinne, also durchaus Wein, aber vorne weg, da isst man dir dann oft auch eher bei leichten, anregenden Wein, da würde ich nicht unbedingt den schweren Rotweinen nehmen, ja schon, dass das irgendwie gute Stimmung macht und gleich ja auch einen einnehmend ist, das hört sich jetzt an einem unkomplizierten Wein, das muss aber nicht unbedingt sein.

Gar nicht, finde ich gar nicht, also weil wir vorhin Schenakin blau gesagt haben, das ist für mich so ein Wein, der selbst in der komplizierten Artform und Weise eine gute Laune macht. Ich finde, Wein kann Stimmung ganz stark beeinflussen und kann Stimmung ganz, ganz stark prägen.

Also ich bin natürlich großer, ich bin natürlich großer, große Schaumweintrinkerin, das finde ich geht ja in der Tat immer und das ist ja, finde ich, auch so ziemlich das Schönste, womit man in den Abend starten kann, also ich meine, es hat halt einfach dieses beschwingende Wassensinn des Wortes und festliche.

Und eine andere Stimmung, finde ich auch, also wenn man Schaumwein trinkt, man kriegt einer dann selten keine lebensfrohe Stimmung, dass man anfängt zu lachen, zu giggern, zu scherzen, lustig zu sein. Ja, aber ist das nicht witzig, ich meine, jeder freut sich darüber.

Ja, verstehe ich auch nicht so gut, also ich könnte es auch, es kann auch keiner erklären, es gibt keine chemische Verbindung im Schaumwein, die anders ist als im Weißwein, die eine Stimmung auslöst, die positiv, die lebensfrohe, die lustig ist, es kann ja nicht die Kohlensohre sein, weil dann wäre es ja bei anderen Getränken auch so. Doch, nee, aber was du dir tatsächlich hast, dass durch die Kohlensohre geht der Alkohol schneller ins Blut.

Also du wirst halt in der Tat schneller beschwipst vom Schaumwein und dadurch halt auch dieses festliche Gefühl, was sich gleich einstellt, ist tatsächlich da. Dass man schneller entspannt und damit viel schneller in bereit ist fürs nächste Glas. Ja, genau, weil der Alkohol wird schneller ins Blut gehst. Ist doch gut. Ah, interessant. Alles richtig.

Gut, aber was machen wir, bei Süßwein macht es ja Zucker, der den Alkohol schneller ins Blut transportiert, da ist ja nicht so, dass man da dann wiederum schneller in der Feierlaune ist und tanzen möchte. Ja. Ja, siehst du, das geht dann doch besser mit dem Kurs. Ja, witzig, ne? Stark.

Ich finde es auch total spannend, dass die Sachen eigentlich kaum erforscht sind, also dass sich kaum jemand um die Guestaturik im wissenschaftlichen Sinne gedankt macht und das dann irgendwie tiefen analysiert. Das stimmt, aber wahrscheinlich ist es ja auch so ein Aspekt. Nee, das sind ja wahrscheinlich Spien ja so viele Einflussfaktoren mit rein, dass es auch sehr schwierig zu erfassen ist.

Und das finde ich ja wiederum toll, dass jeder Mensch völlig anders ist und andere Riechzellen hat und andere Geschmacksknospen hat. Das heißt, dass ja jeder wirklich individuell ein Wein oder ein Speise anders wahrnimmt. Da eigentlich haben wir alles gleiche. Wir haben alles gleich, wir sind manchmal sozial und geschmacklich sozial anders vorgeprägt und haben dadurch eine andere Sensibilität oder eine andere Wertigkeit, aber die Grunderfolge sind alle gleich.

Ja, aber weißt du, nee, aber wir haben eine andere Anzahl an Riechzellen und Geschmacksknus. Also ich vergleiche das immer gerne damit, wir sind ja beide Prämienträger. Ich mein, an dem Sesen siehst du ja auch, dass jeder eine andere Seefähigkeit hat und mit dem Riechen und Schmecken ist es auch so. Und gut und klein natürlich, das Kulturelle kommt noch hinzu und wie du dich im Allgemeinen näherst, das finde ich, merkt man ja auch, dass sich das bei einem selber ja auch verschiebt.

Das ist halt schon ja sehr vielseitig. Das stimmt, aber in Geschmacksinn kann man reaktivieren. Also wir bauen ja die Schuhe unseres Alters, bauen wir Geschmacksprioritäten ab und das kann ich reaktivieren, kann das wieder sensibilisieren, wenn mir das persönlich sehr wichtig ist. Ja, ja und Schulen ja auch.

Beim Riechen ist es ja ähnlich, beim Sehen zum Beispiel, nicht oder beim Hören, wenn ich da einen Defekt habe, dann ist das ein Defekt, was ja oftmals der Grund ist, warum wir eine Prille tragen. Ja und Gott sei Dank gibt es die. Und so würde ich nicht mal das Mikro finden und wir können das Glas, was noch schlimmer wäre. Also ich lasse es mal zu dem Meinen kochen. Du hast es zurück zum Glas ermahnt, genau. Genau, so, jetzt aber.

Ja, ich finde, du hast halt diese wunderbare, also dunkle, zatte Frucht, das finde ich schon fantastisch und dann, du hast schon, finde ich, diesen mediterranen Touch, aber was ich halt fantastisch finde, oft hast du ja bei diesen Weinen dann auch ein bisschen zu viel Kraft und Power und das finde ich, hat er am Gaumen überhaupt gar nicht.

Da ist er, hat er einen sehr schönen, ich fand persönlich, dass er schon Struktur hat, aber er wirkt nicht sättigend und überladend, er wirkt nicht zu fett, nicht zu opulent, nicht zu erschlagend, nicht zu erdrückend mit seiner Wucht, mit seiner Opulent. Ist es für dich ein Wein, wo du automatisch an Speisen denkst oder ist das ein Wein, wo du einfach in dem Wein bist, in dem Wein, als solches genießen möchtest?

Nein, ich bräuchte dafür eine Speise, ist jetzt auch der erste Wein am Tag, ich bin keine große Fleischesserin, aber das wäre ich jetzt bei dem schonen, aufgrund der Gerbstoffe, das denke ich mir, dass man da natürlich schön mit, ja, also durchaus was Schaf angebratenes, Douglas oder ja, Douglas Fleisch, ja. Natürlich ist das eine Werbeeinblendung, aber ich würde dir gerne von einem Wein erzählen, der mich wirklich gepackt hat, Douglas, Grossermitage, Domäne de Grangema, 2021.

Kennst du de la Frère, ein Haus mit Geschichte gegründet 1835 in Thanelemitage, die sind echt fast zwei Jahrhunderte, eine feste Größe im nördlichen Rodenthal und ich finde man kann die fast als ein Rückgrat dieser Region bezeichnen. Und das wirklich Spannende ist, seitdem Jack Grange übrigens ein Begünder, das Ruder dort übernommen hat, hat sich dort stilistisch einiges getan.

Eigentlich richtig zeitgemäß, ich meine das, wonach alle rufen weniger Schwere mehr Eleganz, kein Show off zu ra, sondern einer mit Charakter, mit Tiefe, mit Komplexität, mit Trinkfreude, mit Lebendigkeit und was ich besonders finde, Douglas hält über 30 Hektar in Grossermitage, eine der größten Appellationen des nördlichen Rodenthals, fast 1700 Hektar, somit fast die Hälfte der gesamten nördlichen Rohen und bei Douglas ist das nicht irgendein Sammelsorium,

sondern eine gezielte Auswahl von Lagen und 2006 haben sie dann die Domäne der Grange mal geschaffen und das mit dem Anspruch nur die besten Parzellen für diesen Wein zu verwenden, denn genau bei diesem Projekt geht es nicht um Masse, sondern um Herkunft und ganz ehrlich, der Name ist Programm, woran wörtlich übersetzt die großen Wege, weil es um Tiefe geht und nicht um Tempo, nicht um Kraft, nicht um ausladende Opulenz, sondern um die Feinheit des Syrarheber.

Die Reben stehen auf diesen uralten Terrassen, die mal von Rohen und Isär geformt wurden. Wenn ihr das mal bildlich und live seht, wie imposant diese Terrassen angelegt wurden, versteht man dem Wein in seine ganz eigene Dimension. Ganz oben im Norden findest du Granit wie ein Ermitage, unten geht es in Kies über mit etwas Löst rüber und das ergibt ein wunderschönes Mosaik von

Böden. Was das bringt? Eine Frucht mit Biss, also nicht dieses labrige Fruchtfleisch, sondern richtig Substanzstruktur Tiefe, eine Mineralität, die nicht aufdringlich ist, sondern wie ein feiner kühler Strom auf der Zunge. Und Syrah, der sich nicht aufblasen muss, wie manche Australier oder manche Weine aus dem südlichen Ronentau oder aus dem Südwesten, nur um Eindruck zu machen. Und klar, nicht unwichtig, das Klima. Also wie ist das Klima dort? Klassisch kontinental, aber mit einer

Militeranprägung und legendär für die Region der Mistral. Der pustet kräftig durch und hält die Trauben gesund. Das ist nahezu einmalig. Und dann diese Spannung. Warme, tagekühle Nächte, perfekt für Balance, perfekt für die Reife bis hin zur Ernte, die hier extrem selektiv stattfindet, im bis zu acht Durchgängen, damit wirklich nur das Beste in den Korb kommt. Und die Reben sind teilweise so um die 30 Jahre alt, ab 25 Jahren spricht man von alten Reben, aber mit 30 sind sie

genau in dem absolut perfekten Alter, Charakter, unalterstar sind. Und es ist erstaunlich, was die Lade rausmacht. Wie? Die Trauben werden zuerst entrannt, sanft angequetscht und dann kühl vergoren, bei 25 Grad. Der Ausbau 50/50, also zur Hälfte alte Bariks, zur Hälfte Edelstahl. Das heißt man bekommt Struktur, aber eben nicht dieses Holzbrett, feingliedrig, nicht überladen. Stellt ihr das auf der Zunge vor, diese ganz sarten, feine Tanine, diese frische, diese feine Frucht,

diese Lebendigkeit. Keine Schönung, keine Filterexzesse. Der Wein darf sein, wie er ist. Und das in einem Jahrgang wie 2021. Ein absolut perfektes Jahr für Grossermitage für die nördliche Rohnphysiographie de la. Nicht zu heiß, nicht zu trocken, einfach perfekt ausgewogen. Geerntet wurde in der zweiten September Hälfte, also in voller Reife, aber ohne Hitzoffer. Im Glas. Da wo der Wein liefern muss. Tiefes Granatrotes leuchten. Unglaublich, wie er allein farblich

beeindruckt. Klar, ohne zu protzen. Und schon an der Farbe sieht man, dass hier er mit Präzision gearbeitet wurde. Nicht mit Muskelkram. Also diese ganz feine Transparenz in dem Wein beeindruckt. Die Nase, dunkle Beeren, Prombär, Sauerkirche. Vielleicht ein wenig Holunder, wenn ich diese schwere, saftige Holunder, sondern dieses ganz feine, animierende, seure Frische. Und an dieser ganz feine Rauch, nicht Vordergrund. Ich denke, der kommt vom Granit. Fast wie ein Lagerfeuer im

Hintergrund. Wenig Lackritzen, wenig Oliven und ganz fein mit ein wenig Luft. Vielleicht nach fünf Minuten im Glas. Feichen. Wenn du einmal reingerochen hast, wirst du es nicht mehr loslassen, es macht süchtig. Man muss ihn trinken. Die Frische, die Zugänglichkeit, diese ganz feine Dichte, die samtige Struktur, die reifen Tanine, das feinmaschige. Kein Pelz, kein Widerstand. Aber eine lebendige Säure. Ja, Säure kann toll sein, wenn die so in dem Wein implantiert ist. Und ja, dieser

Großermitage zeigt dir, was in dieser Applation wirklich drinsteckt. Und obgleich oft ein Großermitage als Einsteigerron gehandelt wird, mag das für andere Häuser gelten. Dieser hier ist eher der stille Meister oder den Ziras. Er muss nicht laut sein, aber er macht Eindruck. Also nochmal die Eckdaken. Hundertprozent Jorah. Hand gelesen natürlich. 14 Monate Ausbau. 50 Prozent Holz. Welches ein bis zwei Jahre alt ist. Und 50 Prozent Edelstahl. 13,5

Volumenprozent Alkohol. Perfekt eingebunden. Der Wein wirkt nicht alkoholisch. Sondern erhält dadurch das Fundament mindestens zehn Jahre. Vielleicht sogar 20, 25 Jahre zu reifen. Und das zu einem Preis der seinesgleichen Sucht. Vielen lieben Dank dafür dem Hausidealer und dem deutschen Porteur, dem Handelshaus Schlummbäger. Und denkst du dann einen einfachen Segmenten? Also keine Ahnung. Ein Rinderfilet oder ein Outlook oder so was? Oder denkst du noch einfacher,

dass du halt dann sehr bodenständig denkst? Oder bist du dann eher Utkvisin? Und wenn du besondere Weinen hast, dann muss das Essen mindestens genauso feinsinnig, feingeltrich, feingeschmacklich sein? Nee, ich denke nicht Utkvisin. Ganz einfach auch, weil ich das nicht selber zubereiten kann. Also auch nicht andersweise. Insofern dann eher bodenständig. Also natürlich

Top-Nahrungsmittel. Aber wo halt dann wirklich das Stück Fleisch oder Stück Fisch oder das Gemüse im Vordergrund steht und nicht zicktausend Söschen und Schäumchen und Balsamico auch noch einmal drüber. Also das ist nicht. Ich finde du, du hast trotzdem hier, da ich jetzt auch diese Kräuterwürze da drin hast, könnte ich mir auch sowas retatouillartiges dazu vorstellen. Weißt du, was Gemüse oder auch gegrillte Paprika ist. Ja, weil du vorhin auch rote Paprika erwähnt hast,

kann das durchaus. Ja, genau. Allein von der Arom, Ausrichtung von der Expressivität durchaus das ganz gut auffangen und begleiten. Aber du hattest Würse erwähnten, ich hab deinen Wein daneben eingeschenkt. Ja. Und das ist für mich eigentlich Würze. Das ist für mich noch mehr Würze. Das ist keine so expressiv intensive Frucht. Ich weiß nicht, ob du auch ein zweites Glas um die danach daneben hattest oder ob ich nicht, aber ich würde mir jetzt gerade ein zweites Glas holen.

So, da ist das zweite Glas. Dann schenke ich mal ein. Und ich dann mal nach. Das ist sehr witzig. Die farblichsten hier liegen sehr nah bei mir. Und ich empfinde deinen aber als wesentlich Maskuliner vom Arombild. Also wesentlich würziger, wesentlich nicht rauchiger, aber es sind so eine gewisse Art von Gewürznoten, die so komplex und vierträchtig sind, dass man nicht sagen kann, irgendwie weihnachtliche Gewürze oder irgendwie ein bisschen Zedernholz ist mit drin. Ein bisschen

was rauchiges auch im Untergrund. Aber er hat diese ganz, ganz kräftige Brombeernote. Also er geht nicht so wie der andere für mich ins Kirschige, sondern so mehr in dieses valdige, erdige, wirzige. Ja, total. Und er wirkt aber auch gleich viel, viel kraftvoller und selbstbewusster im Glas. Mhm. Aber auch rustikaler, derber dumpfer, finde ich. Und das werden zu meinen,

sondern jederweil hat ja mit seiner Ausstrahlung eine gewisse Darlehtberechtigung. Und ich finde, dass er so einer, wo man das Gefühl hat, da kann man sich und muss man sich auch so ein bisschen abarbeiten aufgrund der. Aber dumpf finde ich jetzt nicht schön, als Weinbeschreibung. Stimmt, hast du recht, muss ich überarbeiten. Dumpf, dumpf war auch nicht richtig. Also dumpf kann negativ interpretiert werden, derber. Aber derber ist es eigentlich auch nicht. Also ich finde für dieses

Gefühl, was ich dabei habe, dann finde ich aber rustikal treffender, ländlicher. Aber der lässt mich total, da sind wir wieder bei dem, dass man ihn erkennen möchte. Und mein Riesenproblem ist dabei, dass ich jetzt überhaupt, ich habe keine Ahnung da, also was derwein sein könnte, wenn wir haben zwar den Vorteil, also ich habe einen eingepackt bekommen in uneleganten Alufolie, panarole weg, also wenn ich sehe die Flaschenformen, die Flaschenform passt für mich überhaupt nicht

in irgendwas, wo ich das hinstecken würde. Und das macht das für mich total schwierig, weil ich den ist für mich definitiv kein Spanier. Es wäre für mich vom Gedanken her ein Franzose, aber in die Gegend, wo ich ihn stecken würde. Also ich würde ein Gedanklich wahrscheinlich irgendwie so ja rustikal becherak, aber die haben diese Flaschenformen oder ich habe es dort nie gesehen. Das ist für mich aber mit der Flaschenform zum Beispiel, so lässt man sich manchmal blenden

und irreführen. Auch kein Lorwein, wo ich die manchmal finde, auch kein Keine Ohnewein. Also wäre es für mich rein, aus dem, dass ich ihn visuell irgendwo versuche einzuordnen. Deutschland sowieso nicht, Österreich auch nicht, Italien würde ich gar nicht sagen, also hätte ich keine Region im Sinn und würde uns Unbekannte gehen. Also wahrscheinlich irgendwie Libanon, Südamerika. Du warst schon verdammt gut, das muss ich sagen, beeindruckt mich sehr, aber da merkt man

nicht dann eine langjährige Erfahrung. Nee, wir sind tatsächlich in der, also nicht ganz, aber in der Bergerak-Ecke. Okay, mit den klassischen Rebsorten? Also haben wir da auch Kavane-Kavane-Frommerlo? Ja. Okay. Aber wir haben noch ein bisschen was anderes. Spannend. Und der ist halt auch ein bisschen gereifter. Also die sind ja nicht in Bergerak selbst und es ist halt auch ein bisschen gereifter,

was man in mir auch anmerkt und anricht. Ich finde es aber sympathisch, also gereifter fünf, sechs Jahre? Ich bin bei dir, bei deinem Wein, also ich hab das mit dieser Kräuterwürze, so wie ich sie wahrnehme, bin ich bei dir eher in Italien. Also auch nicht… Super. Also auf jeden Fall auch nicht Deutschland und Österreich und Frankreich auch nicht. Ich finde mit diesem Ausschussverfahren kommt man oftmals ganz weit, dass man einfach sagt, okay, das könnte es nicht sein. Also nicht

dahingeht und sagt, das müsste es sein, sondern einfach was könnte es nicht sein? Genau, dieses Jafane-Ling nennen die das ja. Das habe ich ja von den Master of Wine gelernt. Fand ich auch total witzigen Ausdrücke, aber klar, so geht es, Ausschussverfahren und dann kommt man der Sache

vielleicht, ja. Nee, ich habe diesen Wein auch ausgesucht, weil ich kenne das Weingut seit Kurzem, aber ich finde die Weine, alle von dem sowas von harmonisch, besser, wenn da auch diese Gerbstruktur dir anschaust, das hat mich halt total beeindruckt und das ist für mich halt auch ein

großer Winzer und dann ist es auch egal in welcher Appellation du den steckst. Du weißt halt immer, dass die halt sehr besondere und in sich stimmige Weine machen und das finde ich halt bei dem halt auch, das ist seine Top-Lage, diese kleinen Weine finde ich auch ganz toll und ja, ist er aus dem

Südwesten von Frankreich. Soll ich schon mehr verraten? Grundsätzlich muss ich ganz ehrlich gestehen, finde ich es eigentlich total super bedauerlich, dass man so wenige, also zumindest wenn ich von mir aus gehe, so wenig über den Südwesten Frankreichs weiß und das manchmal eben auch so ein bisschen stiefmittelig behandelt, also selbst über den Westen Frankreichs weiß man so wenig, wenn man sich dann oftmals auf größere Gebiete, größere Produzenten,

bekannter Produzenten irgendwo stürzt und versucht die dann mehr oder weniger mittels ihres Namens irgendwo zu präsentieren, aber es gibt ganz, ganz tolle, also selbst wenn du uns mal die Raue gehst, Tanna, eine so großartige Rehsorte, die außergewöhnend, wenn du ins Kaor gehst, das Wahnsinn, was dort abgefügt wird, dieser Berscherack, da habe ich, kürzlich habe ich eine kleine Probe mitmachen können, wo ich sowas von geflasht war und es gibt verschiedene Parallelen,

woran der mich erinnert hat, deswegen bin ich so in diese Richtung gegangen. Es wäre für mich aber kein Bordeaux, weil er für mich viel mehr Rückgrat hat als dieser klassische Bordeaux, die oftmals versuchen mit einer gewissen Feinheit daherzuschreiten und nicht, dass er die nicht hat, aber er hat sie mit einem anderen Fundament, also mit einer anderen Greifbarkeit, mit einer anderen Saftlichkeit,

mit einer anderen, so fast diese Schokoladegedichte, die du manchmal bei bitter Schokolade hast, wo du sagst, der ganze Gaumen ist voll und du arbeitest damit und arbeitest dich durch dem Wein und das vermisse ich oftmals im Bordeaux, deswegen hatte ich das für mich ausgeschossen, aber Südwest-Frankreich, ich würde total, gerade wenn du sagst, da ist noch was anderes außer Cabernet, Cabernet-France, ja, ich wüsste noch nicht mal, was an Orduktoren Rehsorten da doch zugelassen ist,

von der zu der Rehsorte, die habe ich auch noch nie gehört, nee, ich finde, also sagen wir mal so, ich liebe auch Bordeaux und ich finde dieses Bordeaux-Bashing auch total dämlich, weil es gibt auch viel schlechten Bordeaux, das ist natürlich wie überall. Ja, aber es sind mittlerweile 90.000

Hektar, es ist also ein riesen Gebiet, also da logisch gibt es da auch Schrott. Nur, was ich natürlich finde, also du hast das finde ich schon auch bei den, bei den großen oder auch höher Preisegern, ich spreche jetzt einfach mal von Wein so ab 50 Euro, manchmal ist mir das halt auch diesen Tick zu geschliffen, ich meine, da sind natürlich Weine, die halt für den Weltmarkt gemacht sind, das sind Weine für

mich Inperfektionen, aber weißt du, da fehlt halt dieses ein oder andere und ich dachte mir halt schon, weißt du, aufgrund der Rehsorten, dass du da so ein paar Marker hast, weil ich finde, der hatte auch ein bisschen diese Cassisnoten. Nee, die andere Rehsorte ist Abouru. Hast du das schon mal gehört? Nein. Darf ich es aufmachen? Darf ich es aufdecken? Ja, bitte, ja genau, mache auf, wenn es ist.

Okay, ja. Eine Appellation, die natürlich, also die, die du ja praktisch nicht kennst, die auch praktisch innexistend in Frankreich ist. Hast du von denen schon was gehört? Bin ich jetzt minder bemittelt oder? Das freut mich ja. Ich habe noch nie einen Wein daraus probiert. Ja, siehst du?

Das ist südlich von Bergerak und östlich von Bordeaux. Also es grenzt in das Bordeaux-Anbaugebiet, aber wir sind jetzt, weißt du, wenn du jetzt in Soutern bist, dann musst du nochmal 40 Kilometer Landeinwärts fahren, an der Garonne entlang und dann landest du dort und der, ja cool, ne, ich habe, weil ich habe mir eine West-Frankreich-Weinprobe gemacht und bin halt dann auf den

aufgezogen geworden. Der war fünf Jahre lang Kellermeister bei Zentrumrecht und hat da natürlich auch die Biodynamie gelernt und ist dann halt zurück zu seinem elterlichen, also Weingut war es damals noch gar nicht, er hat den Weinkeller gebaut, natürlich typischer Mischbetrieb und hat dann eben angefangen Wein zu machen und halt eben auch mit den lokanen Rebsorten, aber ich meine klar, grenzt in Bordeaux natürlich, hast du die beiden Cabernis und Merlot dort überall und ich finde,

der macht irre Weine und diesen Abouru macht er halt oft auch in, also Messeration-Karmonie, bei den einfachen Wein, die finde ich auch unglaublich trinklig und spaßig und ich finde, du hast halt diese, diese Harmonie in dem Wein, den du halt bei großen Finstern findest, das Wessel, die halt auf ihre Pflanzen auf den Boden achten, die sich auch im Weinkeller bewegen, okay, wie gehe ich das Ganze an, wie mache ich es? Ja und ich bin ja immer für die Anderdogs,

drum habe ich hier halt auch ein Anderdog ausgewählt. Wie, wie spricht man das aus? Clubacquet? Ja Clubacquet, das ist sozusagen seine, so eine Einzellage, die er hat. 2016, Côte Montmenté. Genau, 2016 habe ich halt dann auch genommen, weil halt großes Jahr in der Ecke im Allgemeinen, also Bordeaux und dort und ich meine, der kostet Infibracher 50 Euro, aber die Kleinen von ihm, das geht, glaube ich, auch so bei 12 oder 15 Euro los und das finde ich auch, finde ich halt

großartig, du hast halt echt Spaß. Toller Fall und vor allen Dingen noch mit Zukunft, also wenn der jetzt nicht schon offen wäre, könnte ich die Flasche bestimmt noch 10, 15 Jahre rein prognostiziert liegen lassen. Ihr schickt ja noch ein. Also er ist so, ja, vielen, also gerne, vielen Dank. Großartig, toll, sehr beeindruckt, also damit hat sich die Weihbibliothek, wie um eine große Seite erweitert

und eben dieses Bewusstsein mehr Südwest zu schauen. Du Kaor hat auch so einen Sprung nach vorne gemacht. Also in Richtung auch Tiefe und also weg vom Lauten und vom Banalen, vom Rustikalen. Total spannend, ja. Ja, voll, vielen Dank. Ja, schön. Und deiner? Tja, war auch so in Überlegung. Sie teilen, bist du richtig? Ja, der hat ja auch ein bisschen dieses, was was rauchiges und halt auch diese, diese bitter Schokolade am Gaumen. Aber also für San Gevesa hat er mir zu wenig, zu wenig Säure.

Ist ein San Gevesa. Also ist? Wenn ich irgendwo mal gelesen hatte oder irgendwie mal mitbekommen habe, dass die Rebsorte nicht unattraktiv findest, dachte ich wäre ein San Gevesa. Aber rein sollte ich? Mensch. 10 Prozent kann Jolo. Also das hört sich aber stark noch Toscana an. Könnte man glauben, ist das Nachbargebiet der Toscana, falls Legia im Prinzip, es wäre so einfach dann Toscana zu versenden. Deswegen dachte ich dabei an Umbrien. Grüne Herz der Italien. Ja. Und ich muss gestehen,

ich war noch nie in Umbrien. Ich möchte unbedingt mal noch Umbrien. Ich war schon mal da. Man kann leider, es muss wunderschön sein, es muss wirklich großartig, es muss sehr idyllisch sein, es muss fast für viele, viele beschreiben es so als die authentischere Toscana. Ja. Und also es steht ganz weit oben auf meiner Wunschliste, was immer so ein bisschen Problem auch in unserer Branche ist. Man möchte natürlich gerne reisen, man kann nicht überall hinreisen. Ich war bestimmt zehn Jahre

nicht im Bordeaux, war zum Glück mal wieder im Bordeaux. Also verrückt. Und habe es bedauert, aber letztlich keine Ahnung, ich habe so viele Sachen noch nicht realisieren können unter anderen Umbrien, Zizieren, um jetzt allein in Europa zu bleiben. Ja. Und ja, war es richtig immer was Neues, so dass sich zu konzentrieren und was öfters zu bereisen. Aber hier, wenn man über Umbrien redet, ist halt Lungarotti mehr oder weniger das Flaggschiff und deswegen dachte ich,

nehmen wir von Lungarotti einen Wein. Interessante Reise in der gleichen Wertebene wie deine, also was dadurch haben wir uns beide. Aber das ist ja ganz schön. Und von welchem Jahrgang ist deine? 18. Reserver. Vinyamonticio. Vinyamonticio, genau, ist so die Parade-Lagespechchen. Aber das ist ja, und die Lage selber ist auch in Umbrien.

Aber das finde ich ja schön. Der Klohde, die Einzellage ist mit dem Vinyamonticio und Lungarotti hat in 62 angefangen, also mehr oder weniger dem Torgiano eine ganze Identität zu zu sprechen und das aufgebaut, gezeigt, was dort für großartige Weine entstehen können und versucht,

dieses Gebiet einfach zu entwickeln. Das geschafft dem Gebieten eine ganz, ganz eigene Charakteristik zu verleihen und mehr oder weniger so ein Lebenswerk hingestellt und gezeigt, dass das eben San Giovese nicht aus der Toscaida stammen muss, sondern eben doch aus Umbrien Weine mit einer ganz eigenen Größe, einer ganz eigenen Klasse, einer ganz eigenen Tiefe. Du, ich habe ja mal gelesen, dass San Giovese aus der Emilia Romagna kommen soll.

Ursprünglich. Das heißt, die Toscaida. Und ich meine, das ist ja sehr verbreitet in ganz Mittelitalien. Also bis Süditalien ja auch. Im Lazio gibt es das ja auch und ich glaube noch weiter unten auch. Verirrt sich die Rebsorte. Ist ja auch die meist angebaute rote Italienz, aber dass die, dass die natürlich dann auch bestens in Umbrien zu Hause ist. Das Nachbarregion ist ja klar. Ja, ich finde ich, finde ich toll. Ja, ich hätte mir gut das Alter hast du mit dabei.

Mancher finde ich, hast du ja auch ein bisschen dieses Straffere beim San Giovese. Das hat mich da auf die falsche Pferde gelobt. Durch die slavonische Eiche finde ich, hast du auch so diese, auch ein bisschen diese Parallel, die einen so manchmal in Richtung Brunello denken lässt. Das stimmt. Der nicht selten ähnlich ausgebaut wird. Ja. Und für mich ein Wein, wo ich auch durchaus in Richtung Speisedenke.

Also, wo ich glaube, dass die Speise den Wein nochmal ganz anders bereichern und da malen, komplettieren kann und er nochmal eine ganz andere Seite zeigt und sich nochmal ganz anders nochmal ganz anders präsentieren kann. Daher also finde ich total, total interessant. Hattest du mal so ein absolutes Speisenwein oder Weinspeisenerlebnis, was dich nachhaltig beeindruckt hat, woran dich gerne erinnert oder irgendwie so ein Essen oder ein Menü, wo einweidig besonders beeindruckt hat?

Ich finde, da muss man ja immer in sich kramen, um da was zu finden. Aber ich erinnere mich an eine Szene. Das war in der Corona-Zeit. Da habe ich ja auch online Weinenproben gemacht und da habe ich auch eine Sena di Japanerin kennengelernt, die Aiko.

Und wir haben halt dann so Weine und Speisenabende gemacht. Sie hat das Essen bereitet und ich habe halt die Weine den Leuten zugeschickt und dann haben wir das halt online gemeinsam verkostet und zubereitet und das war ein Sushiabend und da hatten wir Nourish, Rotentunfisch und ich hatte dazu den 218er Spätburgunder von Bertram Baltes und großartiges Weingut, aber halt wirklich deren

Einstiegswein und das war absolut himmlisch miteinander. Das finde ich halt irre, weil es bedarf ja nicht viel, viel großen, du kannst halt auch so wunderbare rustatorische Erlebnisse haben und also gut, ich hatte mir natürlich was dabei gedacht, diesen Weinen dazu zu servieren, aber das war perfekt. Ich denke mir, das war natürlich auch der perfekte Trinkzeitpunkt für den Wein und das

war total irre. Ist bei sowas also, glaubst du, dass so ein Wein in so einer Situation für sich selbst bestehen kann oder braucht man die richtigen Gläser, muss man ihn richtig treten, braucht man die richtige Temperatur, sollte man jetzt gut Spätburgunder würde ich nicht karafieren oder würde ich nicht dekantieren, aber allgemein bei Weinen ist der Weinservice sehr wichtig für die Wahrnehmung und die Präsentation des Weines oder sollte ein guter Wein immer perfekt performen?

Also er sollte perfekt performen, aber man kann ihn natürlich schon Hilfsmittel dazugeben. Also ich bin kein Glasfetischist, ich finde das bisweilen auch also übertrieben. Inwieweit übertrieben? Also Mund geblasen ist hier schon zu viel oder? Also nee, nee, das muss sein.

Okay, nee, Mund geblasen, das muss sein. Ich finde die Ästhetik muss auch stimmen und beim Mund geblasen ist natürlich die Finesse des Glases zum einen, das finde ich erhebt das Weinvergnügen in ganz anderes Sphären und natürlich auch die Leichtigkeit des Glases.

Das finde ich extrem wichtig. Nur für jede Rebsorte, die das eigene Glas also gut, vielleicht weil ich es auch noch nicht so praktiziert habe und das natürlich jetzt bei mir in der Bar auch gar nicht möglich ist, da denke ich mir halt schon, da kommt das ja irgendwo an ein gewisses Limit. Ich meine klar, du hast halt Weine, die mehr Luft brauchen,

andere weniger. Ein interessantes Thema, finde ich auch schön zu wissen, was du davon hältst, ist ja das Thema Champagner, der wird ja standardmäßig ins Beißglas geschenkt

und ich muss sagen, ich finde das falsch. Also ich verstehe natürlich warum, also größeres Glas, aber Champagnergläser, da gibt es ja auch zutage etliche, die genauso viel Oberfläche für den Champagner bieten wie ein Weinglas und ich finde halt diesen Musikpunkt auch ganz einfach wichtig und insofern habe ich, also ist das zum Beispiel ein Thema, was ich auch wichtig finde, also Champagner aus einem guten passenden Champagnerglas zu servieren. Bist du da mehr Weißglas?

Ich bin Weißwein sogar noch größer, also ich bin sogar berühmter Glas,

bzw. teilweise Bordeauxglas und findest du total spannend, nehmt dann da auch total gerne in Kauf, das jetzt im größeren Volumegenglas die Kursäure durchaus weniger spürbar ist, bis einfach überhaupt nicht mehr existente oder ein bisschen zeitlich mehr existent, wenn ich nicht schnell genug trinke, also der wesentlich schneller ausdampf, weil ich dann mehr in die weinige Tiefe des Schaumweines tauchen kann und ihn dann nochmal anders wahrnehme, weil ich auch eine größere und schnellere

Temperaturentwicklung habe, was ich dann großartig finde, dass ein bisschen wärmer wird und ich dann den Wein noch komplexer, noch intensiver, noch noch stoffiger in dem Sinne wahrnehmen kann und find das eingesperrt sein in zu kleinen Gläsern, was viele Champagnergläse sind eigentlich nicht schön, also jetzt zu schmal flut sowieso nicht, weil die Kursäure, die Nase schießt, die Nasenschleimen

heute verätzen und überhaupt nicht mehr riechen kannst und seinen Feinheiten gar nicht mehr riechen kannst, aber auch die etwas bauchigeren Schaumweingläser finde ich teilweise schwierig, nicht schwierig, wenn ich die Frische zelebrieren möchte und diese Kombination aus Weinsäure, Kohensäure, die sich ja nochmal multipliziert, noch eine ganz andere Knackigkeit vermittelt, das finde ich kommt da mehr zum Tragen, aber das ist dann für mich wieder Lebensgefühl und Schaumwein trinken,

aber nicht den Wein in seiner Komplexität auflösen, da würde ich eher in die Breite gehen und die Breite ist für mich dann ein Weißweinglas, das ist für mich teilweise ein Bogunderglas, gerne auch

ein Roséweinglas etc. Aber so gut, schon noch richtig breit. Nee, ich habe mir jetzt von Lehmann diese Champagnergläser bestellt, die sind wirklich groß, also wenn ich mir das anschaue, die haben, finde ich, mehr Volumen, weil es meine Weißweingläser, klar dieser Luftaspekt ist mir total wichtig, aber ich finde diesen Musikpunkt auch wichtig, aber wo ich dir total folgen kann, ich mache das auch oft bei Champagner, weißt du, dass ich da gerne noch den letzten Schluck aus der Flasche

am nächsten Tag trinke, um einfach den, ich nenne es jetzt Wein an sich nochmal wehrzuschätzen, nochmal anzuschauen und das finde ich beeindruckend, das ist ein großer Champagner, der schmeckt auch ohne Bubbles, genauso wie deren Grundweine, die durchaus schon sehr weinig sind, das klar du merkst dann auch ganz klar die Qualität des Champagners.

Natürlich ist die Kursiere auch mal ein Aromenträger in gewisser Weise, also die Weine werden dann schon weniger expressiv, aber man kommt mehr in die Seele des Champagners rein, das finde ich dann total spannend, also daher finde ich das, wenn du sagst am nächsten Tag nochmal nachprobieren, wenn er so ein bisschen ausgedampft ist, das finde ich total reizvoll und spannend und ich finde eben auch, dass ein Schaumwein nicht direkt nach dem Öffnen, da hat er einen gewissen Reiz, weil er

noch so richtig raus, unwirsch, ungeformt sich präsentieren möchte, aber wenn der so mindestens eine Stunde nach dem Öffnen sich dann langsam präsentieren kann, also nachdem so die erste, ganz, ganz zarte Oxidation stattgefunden hat und er zu sich gefunden hat und der Frischluft irgendwie klar kommt und das merkt man bei Schaumwein ganz gravierend und wird bei Schaumwein viel zu selten betrachtet. Das stimmt, auch ein Schaumwein zu karafieren, das wird der praktisch auch nie

gemacht. Ich finde das dann natürlich aber im Service schwierig, weil, weißt du, wenn du einen Gas, jetzt ein Schaumwein, der ein Champagner präsentiert ohne Kohlensau und sagt, so muss er sein und so schmeckt er noch besser, das wird dann natürlich ein bisschen heikel. Total schwierig, also ist rein nördig und irgendwie freaky oder irgendwie total abgedreht, wo man so was

irgendwie machen möchte. Also da ist, ja, also manchmal wünschte ich mir in so einem Laden zu arbeiten, wo man so was durchaus machen kann und die Leute damit, die sind ja offen eigentlich dafür bereit, aber manchmal passt es einfach auch nicht in den Laden gerade, wenn sie es auch dann irgendwo bezahlen möchte, möchte man für dieses Bezahlte genau das, was man irgendwie bestellt hat, aber so, ja, so ein schrägen Land. Gab es für dich mal ein Laden, wo du gerne arbeiten

willst? Also jetzt außer deiner eigenen Bar, wo du gesagt hast, da würde ich total gerne mal für einen Tag, also irgendwie ein Estage für einen Tag, für eine Woche, für einen Monat oder eben

dauerhaft tätig sein. Also jetzt dann, die Frage hat sich bei mir eigentlich noch nie gestellt, ich bin ja sozusagen Gastronowitzen, kenne nur meine Bar, die weiß, was ich mal machen wollte, ich wollte mal in so der Erik Werner hatte doch das Estrein, also ein Sternerestaurant hier bei uns in Köln und ich wollte mal bei dem einen Tag Spülert sein, um einfach mal zu sehen,

wie das in so einer Sterneküche funktioniert. Insofern denke ich ja, wenn ich in so einem besonders exklusiven Laden jetzt da den Wine-Service machen würde, das würde ein bisschen kompliziert werden. Nee, doch. Nee. Und sonst so als Next Step, nachdem du mehr oder weniger reingesneaked hast in diese Weinbranche und dich da richtig etabliert hast, wäre der Next Step dann irgendwie Winzerin an der A oder sonst irgendwo in Frankreich Weingut übernehmen, ist das so ein Endziel für

dich oder ist das dann doch too much? Ich meine, du bist ja ausgebildet, wer nicht, wer nicht gut und wer dann? Ich könnte loslegen. Also der Gedanke reist mich schon, ich denke mir, das hat ja dann auch irgendwie jemand, jeder, der sich intensiv mit Wein befasst, möchte ich auch mal selber machen. In der Umsetzung sehe ich es ein bisschen schwierig, aber das ist tatsächlich auch mal, ja doch irgendwie so ein Berufswunsch, den ich auch mal mal hatte, was vielleicht ein großes

französisches Weingut in Deutschland zu vertreten. Jetzt hatten wir auch letztlich mal mit ein paar Freunde eine Schnapsidee, ja komm, lass uns doch in Paris mal eine Weinbar aufmachen, was mit deutschen

Weinen, das finde ich auch nochmal toll, finde ich ja, gell? Der eine meinte dann auch, wir müssten irgendwie deutschen Wein mit Brot machen, weil das deutsche Brot international vielleicht anerkannt ist, aber ich denke mir, auch mal, ich würde dann vielleicht auch so das Ganze irgendwie Mitteleuropa nennen, weißte, wo du noch Österreich mit reinnimmst, aber halt auch solche Länder, weißte, wie Ungarn

und Slowenien, Kroatien, da geschieht ja auch so unglaublich viel, was man auch gut unter so ein Deckmännchen packen könnte. Aber verzettelt man sich dann nicht dann wieder? Also wer ja eigentlich, wenn du sagst, deutscher Wein, deutsches Brot, dann hast du ja schon so und das lieber in Perfektion

leben und Unix Sales Point irgendwie zu haben, wo man sagt, wow, nur dort. Ich denke mir halt, ich werde gut, Paris ist natürlich eine große Stadt bekanntlich, aber ich weiß nicht, ob was er dann deutscher Wein so der Burner ist, deshalb diese Idee mit dem mit dem Brot ist ganz witzig, ich mein, klar, jetzt könntest du natürlich auch noch deutsches Bier oder Craft Beer mit dazunehmen. Ja gut, aber siehst du da, haben wir was zum Nachdenken, was wir uns auch machen. Da haben

wir uns hier ja, ja. Hast du sonst irgendwie ziele Wünsche oder irgendwas, was du dir selber noch vornimmst? Also für den Laden denke ich mir auch oft, ob ich das mit den Weinproben nicht noch mehr ausbauen soll und vielleicht irgendwie so ein Nachbarladenlokal mit anbieten soll, um das ein bisschen zu... Bedarf ist da, oder? Ich finde schon, also ich finde das ja ungeheuer

schön, wie sich die Wein Szene entwickelt. Weißt du, ich sehe das ja auch in der Bar, weiß ich, wie viel Interesse und Wissen auch bei den Gästen da ist und bei den Weinproben hast du halt immer die Möglichkeit auch viele verschiedene Weine in jedem Mann dazu probieren, was ja extrem lehrreich ist, wenn du jetzt eine einzelne Lage zum Beispiel nimmst. Und da denke ich mir ist viel, viel, ja viel noch möglich, was man machen kann. Welcher Wein wärst du, wenn du ein Wein wärst?

Das finde ich auch eine herrliche Frage, da finde ich, kann man da sein, sein ganzes Leben noch nachdenken. Ja, irgendwie ja, ne? Ja, ja, ich bin stolz. Also auch wenn man von dem weggeht, dass man keine Ahnung, was, was du im Letzt leben, waren ja alle Kaiser und Päpste und Architekten und keiner war die Armeise und bei welcher Wein bist du, denn sind natürlich alle Pinot oder Riesling. Genau. Aber wer ist, wie ist die Riebse heute aus dem Südwesten?

Das ist keiner. Wo ich mir umgegegen bin, das finde ich, dass ich die nicht kennen. Ja, also wir, ich hatte davon auch nie gehört, ich bin halt mit zufällig durch die Trennprobe da drauf gekommen und es ist wirklich nur Lotte Garonnen, ich weiß gar nicht, wie viele, ich glaube es gibt 300 Hektar davon, also ist jetzt keine Schande, das nicht zu kennen.

Also was ich toll finde an dieser Zeit, die ja nun auch durch den Klimawandel geprägt ist, dass man sich ja oft auch als auf alte Riebsorten besinnt und guckt, ob die nicht vielleicht besser jetzt mit dem Klimawandel zurechtkommen und da kommt ja wieder auch einiges zu Tage und also ein Wein, der in dessen Rolle ich auch gerne schlüpfen würde und ich den ich dies

bezüglich auch noch entdeckt habe, ist Senso aus Südfrankreich. Ja, weißt ja, ich meine die oder eine der Hosee-Weintrauben, weil die natürlich auch relativ große Trauben hat, weißt du, und viel Fruchtfleisch hat und dadurch natürlich viel Saft produziert. Hier und da findet man sie natürlich auch in vielen Appellationen, aber ich habe das jetzt mal reinseutig getrunken und das hat mich total begeistert, weil es ist im Prinzip genau die Art von Rotwein,

die man jetzt trinken möchte. Weißt du, was leicht ist, was nicht so viel Gerbstoffe ist, was halt sehr einfach super viel Spaß macht zu trinken und ich weiß aber auch eher, was diskret ist, aber was dann doch finde ich so sehr, sehr, sehr charmant und gesellig ist und sich dann finde ich, also trotzdem sehr viel Freude, den den Weintrinkern bringt und ich bin da auch mal gespannt, was

dein Zukunft noch an Senso-Weinen rauskommt. Also insofern halt ein Rotwein, wie du siehst, aber halt eher ein leichter Rotwein, der halt auch super viel Spaß zum trinken macht. Aber das denke ich mir als eine Rebsorte davon, der man mehr hören wird in Zukunft und auch mehr reinseutige Weine haben wird und gut anderes Gegenbeispiel ist natürlich Pütiverdaux, in Bordeaux, weißt du von dem ja mal gesagt wurde, der wird nicht reif, da glaube ich,

findet auch nochmal eine Revaluierung statt. Anderes Bewusstsein auch für die Rebsorte und für die größere Besonderheit der Rebsorte. Was ist feind für dich als vielleicht abschließende Frage, wenn du es in einen Bord pressen müsstest? Ja, es ist natürlich sehr, sehr viel und sehr groß. Weiß ich, ich schwanke so wirklich zwischen Kunst, weil ich finde, um große Weine zu kreieren, musst du auch Künstler sein, weil die, also die Mache hat wie du großen Wein machst,

das können wir alle nachlesen. Da ist ja sozusagen kein Geheimnis drin, aber offensichtlich gibt es da ja doch was, so dass das gewisse etwas eine Sensibilität, auch den Mut zum Los lassen, den den Weinen sich selber entwickeln lassen. Also das, das insofern ist es halt schon Kunst, aber ich habe natürlich noch diesen sehr wichtigen Aspekt bei, bei Weinen ist natürlich diese gut jahrtausend alte Geschichte, diese zigtausend Länder und die Kultur, einfach die Weinkultur,

die damit drinsteckt. Das ist ja irre, ich mein, seit 8000 Jahren beschäftigt die Mensch hat sich damit Weine zu machen und weißt du, wenn du auch so bessere verschiedene Erziehungsformen siehst, wie zum Beispiel da in Santorin in diesen Körbchen, also so schwierig der Weinbau auch war, hat die Menschheit sich da dann doch immer dran gewagt und was gemacht und das zu halt auch in diesen unwirklichen Gegenden, z.B. in Armenien, das ist ja fast wüstenartig oder auch auf den Kanaren,

das ist alles Menschheitsgeschichte und ja Kultur, also insofern stecke ich es in die Kultur und auch in die lebendige Kultur von heute. Dadurch, dass ich selber mal eine Weinbar hatte,

konnte ich so viele verschiedene Elemente mitfühlen. Ich finde es toll, wie sie dieses Projekt initiiert, diesen besonderen Ort aufgebaut hat, aus dem Wunsch heraus Wein komplett zu leben, so ging es mir damals auch und deswegen, wow großartig Valentin, vielen Dank für deine Arbeit, für deine Ideen dafür, dass du ihr Mut hattest vor sieben Jahren einen solchen Ort, einen besonderen Weinort in Deutschland zu eröffnen, zu initiieren, zu implantieren, zu gestalten, deinem Weinleben,

deiner Weinliebe dort einen Raum einen Platz gegeben hast und dieses weiter Tricks mit den Wein Seminaren, Weinwissen, Weinliebe, Hintergründe und all das, was Wein eigentlich so neben dem Trinken ausmacht, einfach mit auf den Weg gibt. Vielen lieben Dank dafür. Es war ein tolles Gespräch, es hat viel Spaß gemacht, wir hätten noch Stunden ran hängen können. Danke, dass ihr unser Gast warst.

Und noch ein ganz großes Dankeschön an die Schlumbergergruppe. 70 Weinpersönlichkeiten haben wir schon und manchmal, wenn ich auf die Homepage, ich weiß gar nicht, wann ihr schon mal

auf der Homepage, das ist www.Sommelier.website und da haben wir alle Sommiers aufgelistet oder alle Weinpersönlichkeiten, also manche Änderungen sind ja nicht mehr als Sommelier tätig, aufgelistet mit den verschiedenen teilweise Weinempfehlungen, die sie hier haben, mit verschiedenen Zitaten, die wir rausgelöst haben und jetzt wird es so ein richtig wunderbar buntes Bild und man sieht eigentlich, dass es keinen so perfekten oder keinen so Sinnbild für Sommier gibt, sondern

dass diese verschiedenen Persönlichkeiten das große Ganze ausmacht und dank der Schlumbergergruppe konnten wir diese Plattform erschaffen. Vielen lieben Dank dafür. Den Handelshäusern, Segnet,

Schlumbergerkonsiowini und dem Privatkundenportal Bremer Weinkollekt. Den Dank Ihnen bis nach dem Freitag vor dem Freitag und danke Ihnen haben wir nächste Woche wieder unsere sparte Sommie and Friends und da eine ganz besondere Frau, die Geschäftsführerin einer der außergewöhnlichsten Winzervereinigungen, eigentlich nicht nur Deutschland, sondern weltweit des VDPs und wer kriegt die

Geschäftsführerin des VDPs mal für zwei Stunden zu sprechen? Daher freue ich mich auf die kommende Woche, auf ihre Ansichten und Betrachtungsweisen und ihrem Blickwinkel auf Sommies und all das darüber hinaus. Ich freue mich sehr auf Teresa Olkus. Oh, das war es schon wieder mit dem aktuellen Sommilit-Pronkast. Diesmal mit der famosen Valentin

Mühlenberger. Mein Name ist Stefan Penteck und ich lebe in Köln. Seit meiner Ausbildung in der Gastronomie beschäftige ich mich sehr viel mit Wein, habe Gastrokonzepte mitentwickelt, in Fachhandel gearbeitet und aktuell im Vertrieb für ein großes Weingut von der A. Mit Valentina habe ich in Köln in Deutschlands schönsten Weinkeller gearbeitet. Sie hat dort immer die Weinexpertisen geschrieben. Über die Zeit sind wir da zusammen auch zu Freunden geworden

und sie berichtete mir damals, dass sie gerne eine Weinbei öffnen möchte. Und verrückt, ihre Weinbar, die Barrics, gibt es jetzt schon sieben Jahre. Wahnsinn. Das Tolle an Valentine ist, dass sie Wein allen auf sehr simple Weise und mit viel Emotionalitäten näher bringt. Das ist der Erfolg ihrer Bar. Sehr so schätzen weiß ich auch, dass sie mir vertraut, obwohl wir geschmacklich ein

gehöriges Stück weit auseinander liegen. Diese gegenseitige Wertschätzung ist so groß, dass sie mir in ihren Sommer fehlen, auch mal die Schlüsse ihrer Lokalität überlässt und ich dann einfach einen Bar-Takeover machen kann. Herrlicher frischend. Generell ist der Austausch mit ihr sehr angenehm und immer auf Augenhöhe. Valentine ist ein echtes Schätzchen als Person und natürlich ihre Barrics. Besucht sie, erlebt sie und fühlt die Zuneigung, die sie ihren Gästen und auch

den Wein gegenüber hat. Also, Santé Valentine. [Musik] [Musik]

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