Guten Tag, mein Name ist Jutta Förster und ich kenne diese Bille Bultmann aus der Sommerly-Schule Koblenz, die wir ja mittlerweile vor mehr als 20 Jahren gemeinsam besucht haben. Und aus dieser Verbindung Wein-Gassonomie ist eine wertvolle Freundschaft entstanden. Mich freut es und ich finde es wirklich schön, dass sie Bille und ihr Mann ihren Weg gefunden haben mit ihrem eigenen Hotelrestaurant in der
Fals und wo sie sich auch wirklich sehr sehr wohl fühlen. Diese Bille ist sehr gewissenhaft, wissbegierig und lebt ihren Job als Gastgeberin und Sommerly. Wirklich auffällig ist der persönliche Kontakt von ihr in die Weinbranche, den sie auch sehr pflegt und was auch ganz wichtig ist, ist, dass sie wirklich auch immer sehr sehr gute Tipps hat und auf die man sich auch wirklich
immer verlassen kann, weil sie eine exzellente Spionase hat. Wenn man diese Bille dann mal nicht an der Rezeption antrifft oder im Restaurant, auf einer Weinmesse oder in einem Weingut, dann findet man diese Bille in ihrem Garten, wo sie liebevoll immer mal wieder zwischendurch ein, zwei Stunden ihre Pflanzen pflegt und das als nötigen Ausgleich betrachtet. Und noch viel seltener, ja ganz selten eigentlich, liegt sie denn auch schon mal auf ihrer Liege in ihrem Garten und
liest ein Buch, aber auch das ist manchmal nicht überweiten. Ich wünsche euch auf jeden Fall viel Spaß beim Podcast und vielen Dank. Ein herzliches Willkommen zu einer neuen Ausgabe von Sommelier, die interessantesten Weinkänner unserer Zeit. Meine heutige Gäste ist ein der fundiertesten und etabliertesten Sommiere unserer Republik, The Bille Bultmann, ist zusammen mit ihr Mann Sven Bultmann im Restaurant Ahtable selbstständig
tätig. Acht Jahre lebten sie ihren Restaurant Traum in Ludwigshafen, bevor sie 2021 das Restaurant Ahtable im Hotel Amthaus in Freiensheim wieder eröffneten und es sie noch ein kleines Stückchen weiter in ihre Leidenschaft in die Falske tragen hat. Zuvor war sie neben vieler Erfolge bei verschiedenen Wettbewerben im Restaurant Lavis in Osnabrück als Sommiere und Restaurantleiterin tätig.
Er eröffnete als Sommiere den Ketschauer Hof in Deidesheim mit und war als Sommiere und Restaurantleiterin in der Villa Leonat angestellt und ich bin gespannt, was sie uns über ihren
Lebensweg und über ihre Leidenschaft die Falske zu berichten hat. Und bevor wir ins Gespräch einsteigen, möchte ich mich aufs allerherzlichste bei unserem Partner der Schlumberger Gruppe mit den Handelshäusern Konziowini, Segnetz, Schlumberger und dem Privatkundenportal Bremer Weinkolleg aufs allerherzlichste für die händische und auch für die wirtschaftliche Unterstützung bedanken. Dank ihnen ist dieses Projekt möglich und dank ihnen ist sie heute hier. Herzlich willkommen,
liebe Siebille Bultmann! Zum Wohl die Fals. Ja genau. Sagt man ja so, ne? Das ist ja... Genau, ist der, zum Wohl die Fals, ist so der Werbeslogan für die Region und ja, spiegelt schon ein bisschen die Lebenslust wieder. Es gibt ja, glaube ich, keine Weinbauregion in Deutschland, die so lebensfroh nach außen wirkt und das irgendwie transportiert mit den gesamten Weinfesten. Es gibt keinen Wochenende im Sommerherbst,
wo kein Weinfest in der Fals ist, oder? Genau, also das geht wirklich los mit dem Mandelblütenfest, zum Mandelblüte eben meist so im März und das geht dann bis zum Wurstmarkt. Das ist eigentlich so das große Finale Mitte September und dann gibt es aber natürlich immer noch ein paar Gemeinden oder so, die sich noch was Lustiges ausdenken. Weinwanderungen haben wir hier in Freienzheim ja auch, zwei Stück auch im Winter dann wirklich, um auch außerhalb der Weinfestsaison noch ein
Weinfest bieten zu können. Also das, das ist wirklich die DNA der Fals. Total, es gibt kein Gebiet, wo Wein eine so zentrale Rolle spielt. Ja, also die Weinstraße ist da schon sehr, sehr aktiv und ja, es ist auch ein wahnsinnig schönes Lebensgefühl dadurch. Also das hat uns auch ab dem Moment, wie wir in die Fals kamen, das war ja 2006, hat uns das sofort gepackt, dieses die Lust, gut zu essen, gut zu trinken, Geselligkeit, so haben, das ist schon wirklich, wirklich toll.
Ist es eher Freude oder Leid, wenn man so Sachen wie Weinfeste hat? Weil Wein da ja anders getrunken wird, als du es im Restaurant zelebriest, wie es teilweise auch Wein proben haben, sondern Wein wird da ja nicht in 0, 2, sondern in 2,0 getrunken. Ja, also es gibt keinen Maßgroke, aber es gibt ja das Pferdster Dubeglas. Das musste ich auch erst lernen mit paar kuriosen Erfahrungen auch. Und es ist
Fluch und Segen zugleich, sagen wir mal so. Also es ist super schön, dieses Miteinander, was dann auch entsteht und das sind ja auch oft wirklich noch die guten Winzerbetriebe, auch bei den Festen dabei. Also wenn man selber hingeht, hat man immer die Chance, auch guten Wein zu trinken. Es nimmt uns natürlich im Sommer, im Restaurant schon ein bisschen die Gäste weg, weil die Gäste wirklich
super verplant sind. Also da muss man hierhin, da muss man dorthin. Da hat der Winzer hochfest, da ist hier eine Veranstaltung, das ist schon, aber auf der anderen Seite, es ist seit weh natürlich auch noch ein Hotel haben, bringt zu uns ja auch wieder Gäste, die extra für die Feste kommen und die dann auch im Hotel übernachten und ja sich über dieses Lebensgefühl freuen. Aber nimmst
dem Wein wenig die Ernsthaftigkeit oder nimmst du ihm mehr die Verbissenheit oder? Ja, ich wollte gerade sagen, also Ernsthaftigkeit, das ist ja immer so ein relativ, ich glaube, das ist immer was, was wir vielleicht auch ein bisschen konstruieren manchmal diese Verbissenheit dann eher oder dieses, das, den heiligen Gral. Also es gibt ja auch genug Weine und ich glaube mehr als die,
mit denen wir uns beschäftigen, die einfach nur zum Trinken gemacht sind. Und deswegen ist das, glaube ich, auch für manche vielleicht ein etwas unverkampfterer Zugang zu dem Thema Wein. Und die Winzer leben ja auch vom Wein verkaufen, also mal ein paar Flaschen mehr rauszugeben als nur
sechs Flaschen großes Gewächs ist vielleicht auch nicht so immer verkehrt. Kann es passieren, dass wenn man in so einem Gebiet wie du wohnst, also in der Fals, dass man anfängt, eine gewisse Arroganz zu leben, gegen Warnereingebieten, weil ihr macht ja schon durchaus interessante Weine. Nee, das glaube ich nicht. Aber dafür bin ich vielleicht auch in meiner Weinlaufbahn ja immer wieder in andere Gebiete gekommen und habe natürlich da auch noch einen persönlichen
Bezug zu, wie an die Mosel zum Beispiel, wo ich mit Wein wirklich intensiv angefangen habe. Da schlägt mein Herz immer, immer ein bisschen für. Aber natürlich hat man natürlich so ein bisschen die Rosa Brille auf, weil man natürlich mittendrin steckt, lebt, mitleidet sich, mit Freut, wenn was gut ist und natürlich schlägt da das Herz für. Aber arrogant hoffe ich zumindest nicht,
dass das nicht so rüber kommt, sondern dass man da schon eine gewisse Offenheit behält. Aber natürlich vergleicht man schon immer ein bisschen mit dem, was man so vor der Tür hat oder mit, was man natürlich sehr vertraut ist. Ich glaube, das geht dir aber ähnlich, wenn du ja dann in Dresden dein Umfeld hattest, dass du da einfach, auch weil du die Winzer öfter siehst, weil du mehr persönliche Begegnungen hast. Also, ja, dein Herz für schlägt. Man hat eine andere Vertrautheit.
Bei uns war es, glaube ich, anders als bei euch, bei uns in der Weinbar, weil wir kaum sächsische Weine hatten. Das fand ich total schade und bedauerlich. Wir hatten es am Anfang aufgebaut, gepflegt, aber zu uns sind die Leute dann mehr gekommen, um den Rest der Welt zu probieren, und den Rest von Deutschland. Und gar nicht so sehr die regionalen Weine, die sie dann mehr in den Weingütern oder teilweise dann auch in Restaurants genossen getrunken haben. Bei euch ist es anders.
Ihr habt ja schon einen starken Schwerpunkt, falls auf der Karte. Ja, aber ich habe verschiedene Gästegruppen. Das ist eigentlich auch das total Schöne. Also, ich habe viele Leute, die ja hierher kommen, um die Pfalz zu erleben, auch die Pfälzer Weine kennen zu lernen. Und die muss ich natürlich auch
bedienen. Ich muss manchmal ein bisschen aufpassen, weil wir in der Weinbegleitung zum Menü schon gehen wechseln, weil wir ja auch viele Gäste aus der Region haben und da eine schöne Abwechslung drin haben. Und das ist so natürlich manchmal vielleicht dann für Gäste, die in die Pfalz kommen und hier übernachten und die Pfalz kennenlernen wollen, dann vielleicht ein bisschen blöd, wenn die mal, wir haben gerade einen fränkischen Silber, einer zum Beispiel in der Weinbegleitung, wenn die
dann ein Wein aus Franken oder Baden oder natürlich aus Frankreich bekommen. Da bieten wir aber auch immer an, mal eine reine Pfälzer Weinbegleitung zu machen. Und das sind eben die, die in die Region kommen, die wollen natürlich Pfalz pur. Aber ich habe ja auch ganz viele Stammgäste schon bedingt, dadurch, dass wir ja mit einem reinen Restaurant in der Gegend angefangen haben,
in unserer Selbstständigkeit. Dadurch habe ich ganz viele Gäste, die auch hier aus der Region kommen und die eher die Pfalz jeden Tag haben in jeder guten Weinstube Pfälzer auf Hände bekommen und sich dann über die Abwechslung freuen und dann mal Lust auf was anderes haben. Von daher bin ich total froh, dass das bei uns wirklich in beide Richtungen geht. Wenn ich so ein Diebteif in Richtung Pfalz unternehmen möchte, was muss ich wissen? Nimm dir einen guten Sommelier an die Hand,
der das zeigt. Ich denke, das ist schon wichtig. Die Pfalz ist ein großes Gebiet und ich glaube, das muss einem erst mal so ein bisschen bewusst sein, dass man natürlich dadurch verschiedene Unterregionen hat, die man dadurch auch kennenlernen muss und sollte, weil ich finde jede Ecke in der Pfalz ist irgendwo spannend und es gibt so oder gab vielleicht in der Geschichte so Wellen, wie es sich das so entwickelt hat. Alle haben irgendwie im Hinterkopf schon mal die drei großen
B's gehört, mit Bassermann, mit Reißrad von Buhl, mit Bückeln Wolf. Das waren so die Weingüter an der Mittelhard, die vielleicht so, ja, die waren die wirklich auch schon im Fokus standen, als jetzt die Südpfalz noch gar nicht so in aller Munde war. Und da hat man praktisch so den ersten Schritt gehabt. Die großen Weingüter, die herrschaftlichen Anwesen an der Mittelhard, die die tollen Rieslinge aus den verschiedenen Lagen machen, die auch so ein bisschen die Motoren waren für die
großen Gewechse in der Pfalz dann in den 90er Jahren. Und dann die Südpfalz, die sich so mega gut entwickelt hat, wo die fünf Freunde, also Top Winzer wie Rehpholz, wie Bäcker, Münzberg, Wehrheim und Siegrist, die hatten sich damals zusammen getan, um sich auszutauschen, um ihre Region die Südpfalz nach vorne zu bringen. Und das ist denen ja mega gut gelungen. Also heute kommt glaube ich keiner mehr um die Südpfalz rum, egal ob kleine oder große Winzer oder
namhafte oder jung aufstrebende. Und dann ja, so der Bereich, in dem wir jetzt sind, das fing, ich denke ich, mit dem Weingut Knipser an, die sich schon auch schon frühen Namen gemacht haben, natürlich auch mit ihren Brick ausgebauten Weinen, also eher im Norden der Pfalz, so in unserer Ecke, Freiensheim, Laumersheim, was jetzt noch weiter geht, Richtung Zellertal. Ja und das ist glaube ich das, wo man sich Zeit nehmen sollte, um wirklich alle Bereiche kennen zu lernen. Ich meine, das
musst du mal überlegen, das sind 80 Kilometer Distanz, das von Nord nach Süd geht. Da gibt es ein paar schöne Weinenorte, da gibt es ein paar tolle Winzerbetriebe zu entdecken. Und die Vielfalt, das ist das, was ich so spannend finde, auch die Vielfalt am Böden, dadurch die Vielfalt an Rebsorten. Also ja, man kommt schon ein bisschen ins Schwärmen, wenn es um die Pfalz geht. Fand ich auch so interessant, also diese 80 Kilometer zu betrachten, das ist ja eine
richtige Entfernung. Es ist ja das zweitgrößte Weinamborgobiet in Deutschland nach Rheinhessen und da ist die Vielfalt dann entsprechend gegeben. Trotzdem gibt es ja eine Rebsorte, die davor herrscht, der Rieslings, die größte geschlossene Weinanbaufläche für Riesling in der Welt. Macht 10 Prozent der Rieslingproduktion weltweit aus, was enorm ist. Absolut, absolut. Ja, wie du sagst, gerade auch durch die Distanz und die Fläche und das ist die wichtigste weiße
Sorte, wobei natürlich die Bugunder-Sorten schon auch auf dem Vormarsch sind. Also
weiß Bugunde schon immer, deswegen ist der ja auch für das große Gewecks klassifiziert. Aber Schadoni ist wirklich auf dem Vormarsch, also wenn du dich mit den jungen Winzern unterhältst, da setzen ganz, ganz viele auf das Thema Schadoni und da wird auch, ich bin jetzt nicht so der Zahlenreiter, der ständig irgendwelche Statistiken anguckt, aber da haben wir wirklich jedes Jahr einen Flächenzuwachs, aber das mit dem Riesling ist natürlich schon toll und das ist halt auch die
Rebsorte, die einfach so dieses ganze Thema Terroir super widerspiegelt. Wenn man so die Kahlstadterecke zum Beispiel anguckt mit dem Saumagen, eine tolle Lage, die halt eher auf Kalkböden steht, wir haben dann an der Mitte Hard-Erd in Sandstein mit den Pechstein, der vielleicht da eine bekannte Lage ist, die auf Basal des vulkanischen Böden steht und dann Richtung Südpfeiz auch vom Kalkmärkel wieder über Muschelkalk, über ein paar einzelne Sprengel-Schiefer, das ist da
die Lagerschäfer, die da so eine Ausnahme macht, aber dadurch kann der Riesling sich natürlich wirklich seinen absoluten Joker ausspielen, wo er einfach diese Vielfältigkeit, diese Bodenarten
super widerspiegelt. Deswegen ja, es macht einfach Spaß dann. Wenn du Zahlen nicht so magst, ich finde Zahlen manchmal ganz interessant, weil es ein Gebiet irgendwo greifbar macht und so Zahlen wie 23.500 Hektar in der Fals, 3.500 Weinbaubetriebe spiegelt für mich so eine ganz andere Dimension wieder, dass man manchmal auch die Komplexität eines Gebietes ganz ganz anders greifen und spiegeln
kann. Was ist denn außer Zahlen für dich interessant? Das kam vielleicht ein bisschen falsch rüber. Also ich bin kein Zahlenreiter, was jetzt anbelangt, dass ich unbedingt jetzt wissen muss. Die aktuellen Zahlen immer wissen muss, der wiedergeben muss, wie viel Gramm Restzucker der Wein jetzt hat oder eben gerade die Statistik im Kopf hat. Ich glaube, meine Mitarbeiter finden es manchmal sogar schlimm,
weil ich eigentlich schon Zahlen sehr gern mag. Also ich habe auch mal, ich hatte mal Mathe-Leistungskurs und so, also mit Zahlen von, ich sage schon immer ganz gut, und jetzt bin ich natürlich auch als Selbstständiger auch für die Zahlen verantwortlich, denn deswegen Zahlen sind schon wichtig, aber mir sind zum Beispiel beim Wein Analysewerte nicht wichtig. Also ich mich interessieren,
die manchmal für mich selber, um das richtig eingeschätzt zu haben. Aber ich finde es zum Beispiel ganz schlimm, wenn ein Gast kommt und sagt, er möchte keinen Wein, der 13,5% Alkohol hat, weil das ist zum Beispiel eine Zahl. Natürlich ist ein Wein mit einem hohen Alkohol wert anders, wie ein leichter Wein, der vielleicht nur 11 Volumen prozent hat. Aber das ist ja nur eine ganz
kleine Facette von Wein und Wein ist so komplex. Und wenn du jetzt sagst, beim Thema Alkohol bleiben, wenn der Wein eine tolle Konzentration, eine tolle Dichte hat, dann wird er den Alkohol auch wunderbar einpacken und mir kann niemand erzählen, dass er den Unterschied zwischen 13 und 13,5% schmeckt. Also deswegen finde ich es manchmal, wenn dann Weine so auf diese Zahlen reduziert werden oder
Säurewerte oder ich gebe dir dann noch verschiedene Säuren, die verschieden wahrnehmbar sind. Also so eine Zahl auf dem Papier sagt halt über das Thema Wein, das so komplex ist manchmal gar nichts aus. Deswegen ist das vielleicht dann falsch ausgedrückt gewesen, also was mein Verhältnis zu Wein und Zahlen anbelangt. Aber nee, ganz klar spielt es eine Riesenrolle. Also die Größe
von dem Gebiet auf jeden Fall natürlich schon allein in der Wahrnehmung nach draußen. Und ja, wenn du ein ganz kleines Gebiet bist und noch dazu in einer Rebsorte vielleicht ganz wenig hast, wie sollst du dir dann dafür auch einen Namen machen können? Weil das verschwindet ja auf dem Weltmarkt, sag ich mal, oder das verschwindet in der Wahrnehmung des Weintrinkers, des Konsumenten, das Weinhändlers. Also von daher auch da sind die Zahlen schon interessant und für mich gucke ich
mir die manchmal an. Aber ich möchte sie nicht so gern nach außen tragen. Ist Geschichte für dich wichtig? Ja, total. Ja, total. Also als wenn die Pfalz kamen, haben wir ja in Deidersheim angefangen, haben dort das große Glück gab, da Gastronomiebetrieb mit aufbauen zu können, was wirklich auch eine tolle Erfahrung für die Selbstständigkeit dann später war und praktisch das eigene Restaurant auf die
Beine zu stellen. Aber das war ja ein Schwesterbetrieb zu Bassermann Jordan und man muss ja ganz genau sagen und da spiegelt sich die Geschichte ja wieder. Also der Name heißt ja ganz genau "Geheimer Rad,
Doktor von Bassermann Jordan". Und da spiegelt sich ja dann schon viel mehr Geschichte noch mit und das fand ich total faszinierend, was dieses Weingut so geprägt hat über Jahrhunderte und habe mich dann mit Gunter Hauck, der da ein absoluter Craig war, was die Geschichte des Weingut-Budes belangt hatte, das Weingut ja geleitet hat, ganz oft ausgetauscht und hat mir von ihm Infomaterial
geben lassen und das hat mir riesig Spaß gemacht und das geht mir auch heute noch so. Also immer wieder finde ich es toll, wenn Winzer auch erzählen, was sie von ihren Vätern oder Großvätern gehört haben oder wie das in einem Weinort auch wie Freien sein wird, zum Beispiel vor 30 Jahren noch aussah oder natürlich noch viel weiter zurück. Also das ist für mich ja wirklich ganz ganz wichtig und unmittelbar mit dem Wein verbunden, weil das ist ja nicht nur ein alkoholisches
Getränk, sondern das ist ja ein Kulturgut und das ist von der Geschichte auch geprägt. Man muss halt nie aufpassen, dass man es nicht wieder so verkopft. Das ist immer wieder bei den Weinfesten, wo man vielleicht sagen muss, dann muss man mal zwischendurch einen Schluck trinken, sonst wird es vielleicht zu hoch. Die trockenen Theorie ist meistens ein wenig ernüchternd
im wahrsten Sinne des Wortes. Die Geschichte liegt dann auch weiter zurück, also über 3, 4, 500 Jahre oder ist dann für dich von relevant, dass du sagst, die Geschichte eines Weingutes soll in den letzten 100 Jahren, in der Relation zur Präsenz, gerade nachfalls gibt es ja ein wahnsinniges Auf und Ab, auch in den letzten 50 Jahren, was dort passiert ist, aber eben auch in die letzten 2, 300 Jahren, wie sich das verändert hat und Geschichte spielt da ja auch eine riesen
Rolle. Ihr habt den ältesten bestehenden Weinberg mit dem Reben von 3, 400 Jahren. Alter, wie siehst du da Geschichte? Also wie ortest du so was ein? Ich würde sagen, das kommt auf die Situation und den Moment an. Also es interessiert mich schon grundsätzlich immer, aber immer im Kontext natürlich. Also wenn ich ein Winzer in Schweigenrechtenbach besuche, da ist es glaube ich, das damals und heute ganz, ganz krass zu fassen, weil es die Winzer bis heute ja irgendwo beschäftigt,
dass man da halt in der Historie Grenzverschiebungen hatte. Also das sind wir ja direkt an der deutsch-französischen Grenze und das geht auf eine ganz, ja ganz frühe Geschichte zurück. Ich dachte zum Beispiel immer, das ist eine Geschichte von den letzten 100 Jahren, wo man dann halt über die ersten und zweiten Weltkrieg da das Thema hatte, dass die Weinberge vielleicht mal zu Deutschland und mal zu Frankreich gehört haben, aber das geht noch ein gutes Stück weiter zurück und auch in
der Historie, dass das mal Klöster gab in Wiesn-Bur, also aus Weißenburg, was heute Frankreich ist und praktisch die Wirtschaftsbetriebe zu diesen Klöstern, die ja oft Weinbau betrieben haben, eben in Schweigen waren, also was heute Deutsche Seite ist. Also das war quasi unmittelbar miteinander
verbunden. Das eine war praktisch die Besitztümer, das andere waren die Höfe, wo wirklich gearbeitet wurde, wo der Wein ja letztendlich auch ausgebaut wurde und das ist halt durch die Geschichte einfach mal auseinandergerissen worden, weil da heute eine Ländergrenze durchgeht, aber eben nicht erst seit 100 Jahren, sondern ich glaube das ging so 1870 los oder so und dass man seitdem da immer
wieder auch Sonderregelungen findet. Zum Glück jetzt auch wieder, es wird ja gerade ein neues Weingesetz gemacht, das jetzt an den Kraft tritt und auch da gibt es zum Beispiel dann extra in diesem Weingesetz einen Passus für den Ort Schweigen, weil die Winzer halt auf deutscher Seite sitzen und der Wein dort auch ausgebaut wird, aber die Reben auf französischem Boden stehen und ich glaube, wer es sich mal so ein bisschen mit EU-Recht auseinandergesetzt hat, dem stellen
sich jetzt schon die Nackenhaare auf, weil was über Ländergrenzen geht, das geht ja normal gar nicht, das ist ja dann so unterste Kategorie EU-Verschnitt und dass sie dort eben die Möglichkeit gefunden haben, praktisch ein Gesetz zu machen, zu sagen, das gehört zusammen und wenn das auf
französischem Boden wächst und in der Pfals vergohnt ist, dann ist es pelterwein. Also von daher, ja da geht die Geschichte so weit, dass es die Winzer heute betrifft, ich weiß nicht ob du mal Etiketten in letzter Zeit vom Weingutbeeren hat oder vom Weingutbecker oder Jürgen gesehen hast, die müssen sich ja auch deswegen immer noch irgendwie mit zu kürzeln auf dem Etikett behelfen, weil die ihre Lagenbezeichnungen, die praktisch die Winzer manifestiert haben und die,
die wirklich guten Parzellen abgrenzen nicht nehmen dürfen, weil es da einfach einen bürokratischen
Fallstrick gibt sozusagen. Die haben ja praktisch die Lage Sonnenberg, die dann über die Grenze geht und die aber eigentlich, ich weiß nicht wie viele eigentlich kleine Einzellagen zusammenfasst sind, wahrscheinlich 15, 20 Stück, aber ebenso berühmte Lagen wie Kammerberg oder Kostath oder St. Paul, ja und die gar nicht aufs Etikett dürfen, weil es natürlich jetzt sehr weit ausgeholt, aber die heute in eine Katastarrolle eingetragen werden müssten, damit man sie nutzen kann und
das geht natürlich über die Bundesländer und dann sagt das Land Rheinland-Pfalz, ja das kannst du bei mir nicht eintragen, weil das ist ja nicht Rheinland-Pfalz, aber wenn es nicht eingetragen ist, darfst du es nicht aus der Etikett schreiben und dann ist das natürlich dann irgendwann der bürokratische Fallstrick, der echt verrückt ist, aber aus dieser alten Geschichte halt heraus, dass es mal eine historische Fläche war, die zusammen gehört einfach, von daher,
geliebte Geschichte sozusagen. Und war das nicht spannend, interessant und das sind manchmal auch so diese kleinen Geschichten, die man im Restaurant erzählen kann, wo man den Gast mit einer kleinen Anekdote einholen kann, nochmal ganz anders fokussieren, begeistern und für den Wein interessieren kann. Genau, absolut. Das wissen darum finde ich teilweise richtig
interessant und spannend. In der Südfalt geht es los, wie unterteilst du die falls, weil es daher auch verschiedene Betrachtungsweisen gibt, die einen sagen Südfalt, Nordfalt, die anderen, also historisch war es ja unter hart, Mittel hart, Ohr hart, da war es ja dann irgendwann mal in Südfalt und Mittel hart zusammengefasst wurde. Wie siehst du das selber? Also ich finde schon, dass es drei Bereiche gibt und finde ich auch. Also ich glaube selbst an dem, ich sitze ja gerade in Freienzeiben
und ich glaube anhand von Freienzeiben könnte man schon streiten. Für mich ist Freienzeim vom Charakter her eher wie die Nordfals, ein leiniger Land und das mal bezeichnet auch nach den Fürsten,
die hier praktisch früher geherrscht haben. Vielleicht auch durch die landschaftliche Prägung, dass es hier schon wieder ein bisschen weitläufiger ist und auch mehr vom Kalk wieder dominiert, wenn die Mittel hart für mich schon dieser klassische Zug an der Hart entlang ist mit den traditionellen Weinorten auch ein bisschen durch die Weingüter geprägt, eben wie die drei großen Bees oder natürlich auch andere sehr erfolgreiche Weingüter da und dann die Südpfalz. Aber auch
da, da gibt es wirklich Diskussion oder da empfindet es, glaube ich, jeder anders. Für mich ist eigentlich schon so die Neustadt der Ecke, Maikammer schon Richtung Südpfalz, manche würden das eher noch zur Mittel hart zählen. Aber für mich ist das eher so ein Bauchgefühl, wie auch so ein bisschen die
Weinstilistik ist, wie sich die Rebsorten ein bisschen aufteilen. Also für mich die Mittel hart wirklich schon das riesigen Flaggschiff, wo ich auch manchmal finde, wenn die dann mal ein weiß begründeter Ausbau und schmeckt ja manchmal auch wie ein Riesling, ist vielleicht so, wo ich dann sage, okay, das ist vielleicht dann, wenn man, wenn man weiter in den Norden oder Süden geht, wieder breiter aufgefächert, wo die Burgundersorten eine größere Rolle mitspielen, aber der
Riesling deswegen trotzdem nicht an Bedeutung verliert, aber einen anderen Charakter schon wieder kriegt. Also für mich ist es eher so ein bisschen wie die Tübizität der Weine ist, wobei das natürlich ja auch so ein bisschen eine Falle ist, weil die Tübizität der Weine ist ja auch
manchmal so ein bisschen wie die Winzer. Das wäre meine nächste Frage gewesen, wie man solche Gebietsunterteilungen vornehmen kann, ob das auf der Geologie oder die Geografie fundiert ist oder die Klimausrichtung oder sind es in der Tat die Winzer, die ein Stil einer Region prägen und somit da auch eine Unterteilung letztlich vollziehen. Natürlich geht immer alles Hand in Hand, also
die Winzer versuchen ja Geologie auch zu interpretieren. Genau, ja wie du schon gesagt hast, die Pfalz ist ja zusammenhängend und dadurch glaube ich, wenn die Grenzen ein bisschen schwieriger zu ziehen, es gibt ganz klare Ecken, die wirklich separat sind, wie zum Beispiel das Zellertal, das ist ja im Norden der Pfalz, das geht dann eben schon Richtung Donnersberg, von Kindheim, von Grünstadt aus weg und da gibt es ja auch einen Rheinhessischen und ein Pfälzerteil, aber weil
das natürlich eine gewisse Unterbrechung zu den anderen Weinbergens ist, ist da die Abgrenzung ganz klar, das ist dann eher die Geografie. Gut, das sind ja oft auch politische Grenzen, also hier gibt es ja auch eine eigene Weinwerbung für die Südpfalz und da ist das zum Beispiel eine
politische Grenze, da geht es um Landkreise, die dann irgendwo abgegrenzt sind. Aber ich glaube schon, dass es manchmal auch so ein bisschen die Winzer sind, die vielleicht auch über Zusammenschlüsse, über Winzer Vereinigungen das so ein bisschen prägen und dadurch manchmal ja so zumindest ein Bild im Kopf besser prägen. Ich denke bei anderen Regionen ist es manchmal ja einfacher, auf der
anderen Seite schwerer für die Regionen, um sich dann gemeinsam zu vermarkten. Es war gerade eine Verkostung in Neustadt, die vom VDP Baden aus war über den Meininger Verlag, wo ich mal so überlegt habe, wo ist denn Baden überhaupt? Wenn man Baden anguckt, das ist ja ein Flicken-Teppich dann, der sich über ein ganzes Bundesland zieht, der irgendwie irre weit auseinander ist teilweise. Und das ist natürlich ganz klar, das dann abzugrenzen, die badische Bergstraße oder wo dann
das Makrefflerland ist. Aber die haben natürlich dann das Problem, dass es für die viel schwerer ist, einheitliches Bild nach außen für einen Weinmauerregion zu geben. Von daher ist immer Fluch und Segen zugleich. Aber ich würde sagen, die Geografie ist eigentlich schon das wichtigere, entscheidendere, was den Weinern prägt. Nicht wenige Winzer behaupten ja, dass die Mittelhard sehr stark mit dem Begrund vergleichbar ist. Also aufgrund der Ausrichtung der Bodendivitäten finde ich vom
Ansatz interessant. Dieses Hard, woher kommt es eigentlich? Das ist das Hard-Gebirge, also der Hard als Wald auch. Also so nennt man wirklich den, ich weiß nicht, Gebirge ist vielleicht das falsche Wort, aber es ist schon Gebirgszug, der ja dann in die Vogesen praktisch in Frankreich
übergeht. Und das bildet natürlich schon die Geografie der Region und das ist vielleicht auch das, womit man es halt dann mit dem Begrund vergleichen kann, weil es eben durch Gebirge und auch durch Wald, der dann da oben steht, praktisch abgegrenzt wird und die besten Lagen natürlich auch am Hang liegen in dem Bereich, wie du sagst in der Mittelhard, also wenn man wirklich das Stück dann von Kallstadt bis Südlich, oder bis Richtung Neustadt, also bis Königsbach,
Moosbach an und so, da sind wirklich die Top-Lagen wirklich am Hang. Die Dörfer sind unten in der Ebene und das sieht tatsächlich aus wie im Begunter oder natürlich auch wie im Elsass. Aber es gibt dann schon auch dann wieder die Regionen, die etwas sanfterwellig werden und wo man dann eben aus dieser reinen, aus Hang-Lager Richtung Hard praktisch rausgehen kann, wie zum Beispiel dann in Richtung Ilbesheim guckst, die Kall mit, was ja eine absolute Top-Lage ist, die es auch geschafft
haben, das als Einzellage wieder eintragen zu lassen, jetzt nach dem 71er Weingesetz. Das ist ja auch eine Erhebung, die aber schon in der Reinebene ist, die sich aber halt da auch gebildet hat und das sind praktisch so typisch für die Südpfalz, die dann etwas weitläufiger ist und nicht nur
dieses Dorfhang Hardrand, sondern da in dem Bereich ja auch wunderschön. Also wenn man da, ich liebe das immer, wenn man da Richtung Südpfalz fährt und das dann so weitläufig wird, so großzügig man diese ganzen Hügel sieht, ein paar Burgen zwischendrin, also schon der romantische Gegend dann auch. Gibt es den typischen Felserboden? Also ist es Kalk oder ist es Tonmergel oder ist es,
kann man nicht sagen? Nein, also das ist wirklich eben das Spannende und deswegen natürlich auch die Vielseitigkeit für die Böden, das ist glaube ich so der Unterschied natürlich auch durch die Größe. Also wenn man, ich sag mal, 5 oder 10.000 Hektar hat als Weinanbaugebiet, hat man wahrscheinlich eine größere Homogenität als bei 24.000 Hektar und das ist aber ja eigentlich das Spannende,
diese verschiedenen Bodentypen und das sieht man ja auf ganz kleinem Raum. Also da geht es wirklich in die Stehungsgeschichte der Pfalz, diese Region hat sich ja hier gebildet, als sich der Rheingraben abgesenkt hat und da hat man ja so was wie eine Bruchkante, die da entstanden ist und an dieser Bruchkante kann man sich vorstellen, sieht man ja auf einmal viele verschiedene Bodenschichten, die sonst übereinander waren, die natürlich durch so ein Bruch irgendwo durch das, was dann da über
Jahrtausende Jahr Millionen entstanden ist, hat man ja auf einmal Böden nebeneinander, die sonst halt nur in großen Tiefe übereinander waren und deswegen hat man halt in Forst eine Lage, die eben ein bisschen mehr Kalt geprägt und Bundensanstein ist und eine andere Lage, wo halt durch so ein paar Aufbrüche, so ein paar Magma-Adern hochkamen, wo man dann den Basalt hat, also dieses Vulkangestein
und das ist in der Distanz von 100 Meter und das macht es natürlich super spannend und vielseitig, also von daher ist die Vielseitigkeit der Böden, glaube ich, das, was der Joker ist. Ist dein Wein deines Lebens ein Felserwein? Ja, tatsächlich, aber auch das ein historischer Wein, ja, weil, also ich hoffe, ich habe immer
mal noch Gelegenheiten vielleicht tolle Weine des Lebens zu haben. Also ich, ich wird manchmal von Gästen gefragt, was mein Lieblingswein ist und da muss ich wirklich sagen, ich habe natürlich ne bevorzugte Weinrichtung, die ich gerne trinke, Weine, die mich abholen, aber den einen Lieblingswein, den ja dafür finde ich es viel zu faszinierend, mich ständig mit anderen Weinen zu beschäftigen oder immer wieder mit neuen Jahrgängen mit, also oder und ich habe natürlich vielleicht auch ein
bisschen zu wenig Zeit, um Wein zu trinken, dass ich immer den gleichen trinken holen würde, das wegen, aber als Weinerlebnis, was einem so wirklich ins Gedächtnis haftet, das war tatsächlich ein Felserwein, aber das war ein Wein von 1811 aus der Lage Forsterungehör. Ja, und da sind wir
jetzt wieder bei Geschichte. Von welchem Wein gut war das? Das ist von Bassa Manjordan und das hat eben auch damit zu tun, dass ich mich ja mit der Geschichte beschäftigt habe und auch dann auch immer mal wieder Kellerführungen gemacht habe und Weinproben für Gäste von uns im Restaurant damals und durfte mich allein auch im Keller bewegen in dem historischen Keller in Deidesheim und da gibt es eine Schatzkammer und da habe ich den Gästen auch immer erzählt, dass dort eben ab
so 1870 wirklich so ziemlich alle Jahrgänge geschlossen noch liegen und eben einige Flaschen von dem 1811-Riesling, der eben auch über den Goethe geschrieben hat, wo es wirklich ganz viele Dokumente gibt, wer den alles getrunken hat von Bismarck über und ich habe zum Grunde hau immer gesagt, wenn es wieder ein Ereignis gibt, wo diese 1811 aufgemacht wird, dann will ich dabei sein.
Ich habe so oft über diesen Wein erzählt, ich möchte das auch einmal erleben und es gab dann das 300-jährige Weingutzjubiläum und 2018 und dann gab es eine Verkostung, zu der natürlich auch viele Journalisten eingeladen waren, aber auch Someliers Wegbegleiter und da wurden einige Weinraritäten aufgemacht, also da könnte man noch ein paar Weine aufzählen, die einem Gänsehaut gemacht haben und dann kam es irgendwann zu diesem Zeitpunkt, wo der 1811 ausgeschenkt wurde
und da hat man eigentlich, das bestimmt auch schon, einige Weinraritäten probiert, da hat man keine so große Erwartungshaltung mehr, wenn es mal um ein Wein geht, der über 200 Jahre alt ist und deswegen hat man sich schon so ein bisschen zurückgelähen und gesagt, okay, wird jetzt ein tolles Erlebnis, aber man muss ja da Abstriche machen, wahrscheinlich wird es nicht mehr der große Genuss sein und das war eben das Verplüffende und ich glaube, du wirst das selbst wahrscheinlich im
Internet finden, wenn du das nachschaust, weil es haben auch ein paar Journalisten drüber geschrieben, ich glaube der Wein hat uns alle geflasht, weil es wirklich noch Wein war, also du konntest das wirklich als Wein probieren, du konntest sagen, ja ich kann das noch erahnen, ich kann auch den Riesling irgendwo noch erahnen, natürlich in seiner ganz, ganz reifen Form, aber es war immer noch Wein und das war halt wirklich ein Zeitzeugnis in Flaschen und es ist ein Lebensmittel, wir
müssen uns das ja auch immer noch bewusst machen, es ist ja was, was dann und was über so eine Zeit bedauern kann und ja auch so eine Geschichte hat wirklich, also das war wirklich ein Gänsehautmoment und ja einer der oder bis jetzt der Wein meines Lebens kann man den Wein beschreiben, wie er geschmeckt hat, also die wenigsten von uns allen haben in 200 Jahre alten Wein jemals auf der Zunge
oder können sowas überhaupt erahnen? Ja, manchmal ist man in den Genuss eines sehr alten Madeira gekommen oder so, das hast du bestimmt auch schon mal verkosten dürfen, alten Madeira oder Portwein, aber die sind natürlich schon in ihrer Struktur ein bisschen anders, also du hast bei so einem gereiften Riesling ja schon, also auch wenn der, ich sage mal 70, 80 Jahre alt ist, du kannst ja manchmal doch noch oder wenn man jetzt so aus dem 20er-Jahrendag ab so ein paar große Jahrgänge,
wenn man da vielleicht noch was hat, das war natürlich zu der damaligen Zeit Süßweine oder Weine, die mit Restsüße ausgebaut waren und die ist aber oft so gut wie verschwunden wahrnehmbar, also das schmeckt eigentlich eher trocken und du hast oft Aromen, die so Richtung Kaffee, Kräuter, Würze gehen, also hast du jetzt nicht mehr so dieses grüne Apfel-Zitrus, was man mal für Riesling lernt, sondern wirklich so balsamische Noten und so, aber ja eben auch vom
Mundgefühl her immer noch mal ein, du hast Säure da, du hast eine gewisse Frische da, also von daher ist das schon schon so beeindruckend, wenn man das machen kann und davon, ich durfte das zum Glück einige Male in meiner Weinlaufbahn und das hat mich schon geprägt. Wurde der Wein
jemals neu verkorkt? Ja, ja, das musste, also so ein Korkenschaft zu 30, 40 Jahre normalerweise und dann ist auch vorbei, also die Weine wurden unter der Familie Bassermann, die haben das wirklich als Weinmuseum zu damaliger Zeit noch sehr gepflegt, die hatten, es gab ja auch einen der Bassermanns, der so um die 100-Wende, also so um 1905 ungefähr, eine Buch über die Geschichte des deutschen Weinbaus geschrieben hat, also die waren sehr belesen, die waren aber auch da sehr
umsichtig, was ihr erbeanbelangte und die haben das schon gemacht und dann auch später wieder, also ich habe das damals auch mitbekommen, wie dann in den eben da ja so 2000er Jahren da auch die Weine wieder neu verkorkt wurden, ja musste manchmal dann halt auch, wenn das ein bisschen zu spät gemacht war, dass man schon ein bisschen Verlust in den Flaschen hatten, manchmal einige opfert werden, wenn man dann das Glück hatte, dass da vielleicht noch 10, 15 Flaschen da waren,
dann hat man wirklich mal mit einer die anderen aufgefüllt, um das wieder ja für die nächsten Jahrzehnte zu konservieren. Wie geht so was, so ein Neuverkorken, wenn du schon mal mit erlebt
hast? Ja wirklich, also ganz klassisch, Flasche aufziehen und natürlich auch im besten Fall einmal probieren, weil was was ein Kork schlägt, da kann ja auch mit jedem Neuverkorken natürlich noch wieder ein Korkschmäcker reinkommen, einfach gucken, wie weit ist das und wenn ich es richtig in Erinnerung habe, wo der auch manchmal, weil man natürlich in dem Fall Sauerstoff dann rein gebracht hat durch das Öffnen, durch das Auschängen, einen Hauch von Schwefel nochmal wieder zugegeben,
ohne den Wein jetzt ja verfälschen zu wollen, sondern nur, um dieses Öffnen wieder auszugleichen. Ja und dann praktisch mit einem Neu, aber das wird dann wirklich per Hand gemacht, das sind ja dann so Miniaturmengen, da wird jetzt keine Füllstraße mit Korkstationen gemacht, aber das ist natürlich eine sehr ehrfürchtige Aufgabe dann auch. Wenn du so einen Wein hast, findest du, man sollte den Wein dann eher singulär genießen oder würde eine entsprechende Speise
diesem Wein doch mal bereichern und anders fordern oder diese Art von Wein? Ja, wollte ich gerade sagen, ich glaube so einen Wein wie jetzt den 1800 11, das kann man dann nur so probieren, man probiert ja da auch wirklich nur einen Schluck, ja, aber gereifte Weine und auch wirklich mal, wenn jetzt ein Binzer wirklich auch, dann Weinarchiv hat mein Museum, so einen Gerichten kann man, also so einen Weinen kann man schon mit den Speisen auch helfen,
vielleicht auch gerade, wenn die Gäste mit so reifen Aromen von dem Wein auch nicht so viel Erfahrung haben, dann ist es glaube ich doppelt wichtig, dann was zu Essen daneben zu stellen, weil das dann sich schon toll ergänzen kann und da kann man ja viel dann mit auch so
erdigen Aromen arbeiten. Mit Trüffel ist das natürlich dann ein Thema, aber auch so mit Wurzelgemüse, was so manchmal so ein bisschen dieses süßlich-erdige hat, das hilft manchmal so im Reifenwein auch oder ja, also ich würde es wirklich dann in dem Fall neben den Speisesstellen um auch das Erlebnis vielleicht für den Gast zu haben, ja, man heutzutage ja doch wirklich viele Weine in ihrer allerersten Lebensphase trinkt in dieser primärfruchtigen
Phase. 95 Prozent aller Weine werden im ersten Jahr nach der Apfelung getrunken, also schon relativ krass, dass Weine eigentlich kaum noch zur Seite gelegt werden. Ja. Ein Glas Schaumwein, dessen Perlaj feiner kaum sein könnte, dass im Stroh gelb goldene Reflexe tanzen lässt und bereits beim ersten Artenzug eleganz und tief offenbart. Wie schafft es ein
Wein nicht nur in der Nase, sondern auch um Geist so lange präsent zu bleiben? Mit dem Bella Vista Reserva Vitorio Moretti extra brüht 2016 haben wir ein dieser Weine vor uns, ein Meisterwerk der Franche Korte, das nicht einfach produziert, sondern mit Präzisionen erschaffen wurde. Dieser Wein ist ein Paradebeispiel dafür, wie Tradition und Technik harmonieren. Er besteht aus 60 Prozent Chardonnay und 40 Prozent Pinonero, zwei Rebsorten, die im Franche
Korte gebietiv verwurzelt sind. Die Trauben für diesen Jahrgang stammen aus dem besten Parzellen der Bella Vista Weinberge, die sich auf Höhen zwischen 200 und 350 Meter bewegen. Die Bodenvierfalt, dominiert von Morena-Plagerung mit hohen Mineralgehalt, verleihen diesem Wein eine besondere Mineralität und Struktur. Und was auch euch als Experten und als Weinliebhaber interessiert, ist vielleicht die Methode der Verarbeitung nach einer sanften Pressung, die nur den reinsten
Most extrahiert, erfolgt die erste Gehrung in kleinen gebrauchten Eichenholzfässern. Warum Holz? Nicht um den Wein die Holznote aufzuzwingen. Diese bleibt dazu unsichtbar, sondern um durch Mikrooxidation Tiefe und Stabilität zu schaffen. Nach der zweiten Gehrung reift der Wein mehrere Jahre auf der Hefe, mindestens 36 Monate bei einem normalen Franche Korte. Hier haben wir eine Reserve, also es heißt mindestens 60 Monate, gelegentlich länger, um die charakteristische
Cremigkeit in Finesse zu entwickeln. Dieser Wein ist ein extra Brüt mit geringer Dosage. Es bedeutet, dass wir uns hier auf die Reinheit der Trauben verlassen, ein Wein, der nicht geschönt wird, sondern der Natur und der Technik gleichermaßen vertraut. Lassen wir dem Wein vor einem Moment stehen und widmen uns der Frage, was steckt hinter Bella Vista? 1977 gründete Vittorio Moretti das Weingut, getrieben von einer Version. Die Franche
Korte sollte zu Heimat der feinsten Schaumwein Italiens werden. Der Name Bella Vista bedeutet "schöne Aussicht" und stammt von den sanften Hügeln seines ersten Weinberges mit Blick auf den Iseo-Seen die Alpen. Moretti begann mit wenigen Hektar, konzentrierte sich jedoch von Anfang an auf das wesentliche. Qualität. Heute unter der Leitung seiner Tochter Francesca Moretti bewirtschaftet das Weingut über 190 Hektar, verteilt auf mehr als 100 Parzellen. Die Weimberge
sind wie ein Musseig und jedes Stück trägt zum Gesamtbild bei. Interessant ist der Fokus auf biologischen Anbau und traditionelle Methoden wie die Nutzung der Maronierpresse oder das manuelle Rüttel der Flaschen vor dem Degaschieren. Warum macht man sich all diesen Aufwand, wenn es einfacher und kostengünstiger ginge? Ganz einfach. Wer Bella Vista nicht nur Wein produziert, sie erschaffen Kunst. Moretti selbst sagte einmal, der Wein ist wie eine Symphonie in der Natur
und Mensch perfekt harmonieren müssen. Aber kein großer Wein ohne ein großartiges Terror, oder? Francia Corte, ein Name, der euch als Experten und Weinliebhaber sicher ein Begriff ist. Doch, wie gut kennt ihr diese Region wirklich? Francia Corte liegt südlich des Iseosees in der Lombardai. Die sanften Hüge geformt durch die Eiszeit bestehen aus Morinenböden. Die Böden sind mineralreich,
durchlässig und bieten den Reben optimale Bedingungen. Das Klima? Einzigartig. Die Alpineinflüsse und die Nähe zum See schaffen ein Mikro-Klima, das mild aber präzise ist. Die Tage sind warm, die Nächte kühl. Eine ideale Kombination für eine langsame und gleichmäßige Traubenreife. Francia Corte ist die Wiege und die Heimat der Metodo-Klassikot, die ihr als traditionelle Flaschengierung kennt. Seit 1995 kriegt Francia Corte die DOCG-Status und ist damit die erste
Schaumweinregion Italiens, die diese Auszeichnung erhielt. Die Region bewirtschaftet knapp 3.000 Hektar Weinberg und jede Parzelle erzählt ihre eigene Geschichte. Lassen wir uns zurück zum Jahrgang 2016 für ein Jahr, das geprägt war von ausgeglichenen Bedingungen. Keine extremen Wetterlagen, keine Überraschung. Einfach perfekte Reife Bedingungen. Die Schaden-Nee-Trauben entwickeln ihre lebendige
Säure und subtile Fruchtaromen. Pionero entgegen, brachten Kraft und Strukturen die Kühe ein. Das Ergebnis? Ein Wein, der wie ein präzises Urwerk funktioniert. Frische, finesse und eleganz im perfekten Balance. Wenn wir über Bella Vista und die Francia Corte sprechen, dann sprechen wir nicht nur über Wein, wir sprechen über Philosophie, über Handwerkskunst, über den Dialog zwischen Menschennatur und vor allem sprechen wir über ein Vermechnis, das in jedem Schluck spürbar ist.
Also was denkt ihr? Ist die Francia Corte auf Augenhöhe mit der Champagne? Nein, denn sie ist eigenständig, sie hat eine eigene Interpretation für Schaumwein gefunden und ein Francia Corte, ein Bella Vista und gerade der Reserver 2016 ist so einzigartig, dass er unvergleichlich ist. Vielen Dank für dieses Schaumweinkunstwerk und ein großes Dankeschön dem deutschen Importeur dem Handelthaus Korn Siovini.
Ich bin da ein bisschen wie Don Quichott. Ich mein, du bist ja auch so ein Weinsammler, sag ich mal,
oder ich glaube so muss ich mich auch noch ein bisschen sehen und wir machen das wirklich. Also wir konnten uns zum Glück in den letzten zehn, ja jetzt wenn es bei 12 Jahre Selbstständigkeit auch wirklich zum Glück höher aufbauen und wir legen wirklich viele hin, also wir haben locker nochmal die Hälfte, wahrscheinlich ist es nochmal eins zu eins, so viel wie auf der Weinkarte steht, was wir wirklich einlagern erst mal, keine 20, 30 Jahre, das schaffen auch wir wieder finanziell
noch von der Lagerkapazität, aber zumindest mal zwei, drei Jahre, um vielleicht auch ein anderes Erlebnis mit dem Essen zu schaffen. Nicht bei allen Weinen natürlich, es gibt natürlich auch
frische leichte Weine. Ich möchte auch einen Gast, ja, ich muss auf der Terrasse ein Sovignon blortrinken möchte ich nicht sagen, ja da habe ich einen von 21 oder so, das ist klar, da geht es um frische und da geht es um was anderes, da geht es dann eher um das Thema wieder einfach Wein trinken, aber ich möchte ja im Restaurant ein anderes Erlebnis bieten und dann gerne auch mit Weinen, die ja schon etwas entwickelt, das sind auf der Flasche. Wie sagst du dann, dass die auf die
Karte kommen? Da ist es bei dir pauschal irgendwie, Riesling Großgewecks mindestens vier Jahre oder probierst du die sukzessive und oder wenn ihr ein bestimmtes Menü-Element neu kreiert, dass du sagst, Orte brauche ich einen fünfjährigen oder wie gehst du mit den Lagerweinen dann um? Ja, ich muss mal mal lachen, weil manchmal ist das Prinzip Chaos oder Zufall dann schon auch der
vorgibt. Also manchmal ist es dann wirklich so, dass er sagt, okay jetzt geht ein anderer Jahrgang auf aus und dann nimmt man neun Jahrgang drauf, aber manchmal nicht zwangsläufig dann den nächsten, sondern man sagt dann vielleicht okay, ich finde zum Beispiel jetzt gerade die 20er fangen gerade an sich so ein bisschen zu verschließen die Weine, also würde ich jetzt nicht gerade ein 20er, vielleicht würde ich jetzt sogar eher zu einem 22er gehen und was wir jetzt in letzter Zeit öfter
versucht haben, dann auch Weine wieder runterzunehmen zwischendurch von der Karte. Also ein Wein hat ja ein Leben doch irgendwo in einem gewissen, das sind wir wieder bei Mathe in so einer Sinuskurve, ja, also es gibt halt so Höhen und Tiefen und wenn ein Wein dann mal in so ein Loch kommt und so eine Phase hat von dieser ersten eher fruchtigen, charmanten, offenen Phase und in dieser reife Phase übergeht, in dem Moment will man manche Weine wirklich nicht trinken und dann in dem Moment wo
man merkt, oh bei einem Jahrgang wird es jetzt langsam kritisch, das ist natürlich durch das, dass man verkostet die Weine natürlich auch öffnet und da regelmäßig mit zu tun hat, dass man dann sagt okay jetzt Achtung mit dem Jahrgang müssen wir jetzt aufpassen, wir müssen jetzt runternehmen und dafür bringen wir jetzt einen Jüngeren und den dann später wieder deutlich gereift, also da versuchen wir jetzt so Pöpö ein bisschen mehr zu spielen, das geht natürlich jetzt aber auch
erst, wo man mal 4-5 Jahrgänge im Keller hat, das ging natürlich am Anfang nicht, da kam es auf die Karte und wenn dann der Wein noch drauf stand, dann hat man den neuen nachgekauft, aber nun nicht gleich auf die Karte geschrieben, das ist dann wirklich so was, was jetzt gewachsen ist in den letzten Jahren. Was macht so ein Wein dann, wenn du sagst, der ist gerade nicht präsent oder nicht
trinkbar? Also du hast manchmal das Gefühl finde ich dann, dass der sich gerade so in seine Einstellteile zerlegt, also auch dann manchmal so die Frucht auf der einen Seite, Säure manchmal die irgendwie so daneben steht oder du riechst in das Glas rein und denkst, der zeigt gerade gar nichts oder also es äußert sich unterschiedlich, aber manche sind wirklich wie so ein Baukasten manchmal nebeneinander oder sagst jetzt ist der eine Bestandteil des Weins sogar nicht beim anderen,
also das ist dann ja ich glaube also das Gefühl, wenn man den Wein anverkostet, ist irgendwie das ist total unrund gerade, da stimmt gerade irgendwas überhaupt nicht und man probiert so ein Wein ja öfter, also man verfolgt es ja schon ein bisschen oder man kennt ja ungefähr so die die Charakteristik wie eine Lage zeigt oder so und wenn man dann sagt, boah, ist jetzt auf einmal völlig untypisch oder so, dann würde ich sagen nicht die nächste aufmachen,
sondern zulassen und erst mal wegpacken, aber es ist natürlich ja eine gewisse Erfahrung, würde ich schon notwendig, also wenn man gerade angefangen hat sich mit Wein zu beschäftigen, das fragen mich auch oft Gäste, ja woher wissen sie das, wie lange Wein kann oder so sag ich, wissen, wissen tu ich gar nichts, also ich kann anhand meiner Erfahrung so ein bisschen einschätzen und auch dann passiert es manchmal, dass man im positiven wie im schlechten negativen, dass
man sagt, oha, dem Jahrgang hätte ich jetzt viel weniger zugetraut und er entwickelt sich jetzt toll und andere Weine, wo man dachte, oha, die muss jetzt schnell trinken und umgekehrt andere Weine, wo so viel geschrieben wurde, dass es so ein mega Jahrgang ist und dann ist man manchmal auch enttäuscht, wenn man sagt, oh irgendwie, jetzt wird der Wein langsam müde. Wie fing das bei dir an, dass du deine Erfahrungen aufgebaut hast, also wann wurdest du vom Wein infiziert oder überwandt?
Ja infiziert, glaube ich, das war so ein schleichender Prozess, das haben glaube ich manche angetrieben. Den Tag xy, okay, okay. Nee, also ich muss schon sagen, es hat mich fasziniert, ich war, wir waren mit, mit einem Freund der Familie, waren wir als Teenager, also wo man schon ein bisschen Wein trinken durfte, so mit, ich glaube ich war 16 oder so, mit einem Hausboot
durch die Champagner und dann waren ein paar Champagnerhäuser besucht. Ich fand es völlig faszinierend, was für ein Aufwand betrieben wird, um da so 0,75 Liter Inhalt auf die Flasche zu bringen, sage ich mal. Also völlig fasziniert von dieser Kultur und von dem, was da dahinter steht. Und Wein hat mich interessiert und auch dann so Richtung Abitur und so und ich bin dann ja ins Hotel, ich habe Hotelfach vor gelernt und wollte eigentlich so eine internationale Karriere
im Hotelbusiness reisen, hat mich interessiert. Ich fand so große Hotels faszinierend, deswegen habe zum Glück aber in einem Hotel, in einem damals, ich komme aus Franken, muss ich mein R wieder rausholen. Ich habe in Nürnberg meine Ausbildung noch gemacht und zum Glück in einem Haus, also bei der Familie Rotner, die damals ein ganz neues Hotel gebaut haben, also auch im Hotelbusiness eher neu waren, aber ein ganz tolles Restaurant hatten, die damals auch einen Stern hatten.
Jetzt der Junior der Valentin hat den jetzt seit ein paar Jahren wieder, also auch da ganz, ganz tolles Haus und da wurde ich mit dem Restaurantvirus infiziert. Also ich bin zum Glück da reingerutscht, sage ich mal, das hat mich dann letztendlich noch mehr fasziniert als das Hotelthema, um jetzt nur irgendwo als Hoteldirektor zu enden sozusagen. Und ja, und dann waren da zum Glück
immer Leute, die ein so bisschen an die Hand genommen haben. Da war damals jemand, der dort Restaurantleitungen in einem Bereich gemacht hat, der ist auch auf Wein messen und weil er wusste, er hat dann Febelförder mich mitgenommen und ja, da hat irgendwann mal auch eine Mitauszubildende zu mir gesagt, oh ja, du machst das eh mal wieder Andre und gehst auf die Sommel, die Schule,
da hatte ich über das Thema Sommel, die überhaupt noch nie nachgedacht, also ja. Und dann hat es mich an die Mosel verschlagen, auch durch ja einen glücklichen Zufall, ich hatte eigentlich andere Pläne und das hat sich zerschlagen und mein Ausbildungsbetrieb hat dann gesagt, ah ja, und die haben einen Weingut und die suchen gerade in der Familie und die suchen gerade jemanden auch im Restaurant, da gehst immer hin und stellst dich mal vor, so nach dem und dann
habe ich mal geguckt, wo den Trier ungefähr auf der Landkarte ist und bin da mal hingefahren und auch da habe ich wieder witzigerweise wieder eine Begegnung mit einem gereiften Riesling, weil da wurde ich dann erst mal ins Restaurant gesetzt und man hat mir erst mal nach der Fahrt und alles bekocht und siehst wir, unterhalten uns dann später und da wurden mir zu einer Vorspeise
eine 76er-Tanich-Ritz-Riesling-Ausliese eingeschenkt. Also das ist ja schon ein paar Jahre her, aber auch da war der Wein und der Wein war ja trotzdem zwei Jahre älter als ich und wenn man das mit so Anfang 20 bekommt, dann ist das schon, ja, also es war auf jeden Fall auch da ein markantes Erlebnis, wo ich gedacht habe, jetzt unterschreibe ich alles, hier bleibe ich jetzt erst mal,
das ist mehr. Ja, und da warst du in dem Weintiemer drin? Und ab dann war ich da als Kommisomitier und bin dann mit dem Weingut vom Nick Weiß, also mit den Leuten dann immer mal wieder in den Weinberg und was ich heute weiß gar nicht mehr, ich könnte in so eine Steillage anders sagen, glaube ich, gar nicht mehr rein, da habe ich mittlerweile ein bisschen höhener Angst entwickelt, das war da echt krass und da ziehe ich immer meinen Hut vor, was da für eine Arbeit
geleistet wird, weil das ist schon verrückt, wenn man das mal versucht hat nur in so einem Hang zu laufen, dann ist das schon irre. Ja, und ab dann ging es weiter. Der Nacht kam dann Deidesheim? Nee, noch lange nicht, da kam Wiesbaden, die Inthe. Ach stimmt, ja. Kommisomitier bei den Katschakner.
Und das war auch toll, weil das vorher war ja sozusagen klein und überschaubar bei der Somitier dort, die mich da unter die Fittiche genommen hatte an der Mosel und natürlich mit dem Weingut als Bezug und dann praktisch in ein Haus wie die Inthe, auch da natürlich mit einer Wahnsinnsjahrgangstiefe, da gab es Weine, die manchmal fast man sich heute noch an
Kopf, weil man das damals gar nicht gecheckt hat, was da alles lag. Was auch getrunken wurde, also das war ja ein Stairhäuser, die extrem aktiv diese wirklich sehr hochklassigen Weine ausgeschenkt haben. Absolut, absolut. Und damals mit zwei Chefsomitiers und zwei Kommisomitiers.
Also das war dann 2003 und ja, das war auch eine ganz tolle Zeit, eine sehr intensive, schon auch eine harte Zeit, weil ich habe dann berufsbegleitend dann ja den Somitier in Koblenz gemacht zu der Zeit und gleichzeitig meinen Mann schon gekannt, den ich ja an der Mosel kennengelernt hatte, der aber dann zum Stein heuer ist, weil wir beide halt uns ja auch noch shopmäßig ein bisschen weiterentwickeln wollten und dann sind wir immer gependelt und die Schule
und das und natürlich mit einem Chefsomitier, mit dem Kaischatner, der auch einen super guten Kontakt zu den ganzen Winzern hatte. Das heißt, man ist da auch wirklich regelmäßig zu den Winzern, hat so mal schnell zwischen Mittag und Amtservice irgendwo den neuen Jahrgang probiert und das war wirklich auch eine sehr prägende Zeit und ich glaube, deswegen musste ich auch wieder eine
Wein gegen, aber manchmal muss man ja weg, um das zu erkennen, was man so schätzt. Denn nach der Endte, als ich dann Somitier war, war man eine erste eigene Somitiestelle als in Anführungszeichen
fertiger Somitier, weil da könnte man es auch streiten, wann mal Somitier fertig ist. Auf jeden Fall bin ich dann nach Osnabrück und das war gut, weil das war dann mal außerhalb einer Weinregion und da habe ich erkannt, nee, das ist zwar schön, weil man auf einmal nicht an der Region gebunden ist, man kann sich so aus dem völlig Austoben mit deutschen Wein, mit
internationalem Wein, man kann alles machen, aber man ist auch so weit weg davon. Man kann eben nicht mehr zwischen Mittag und Amtservice schnell man Winzer besuchen oder man muss das mit einer langen Tour planen. Man ist auch nicht mehr so nah dran, man kriegt nicht mehr so viel mit und
dann, ich gedacht, nee, das ist nicht meins. Also die nächste Station, die sollte wieder in der Weinregion sein und dann haben wir über ein Weinhindler erfahren, dass da in Deidessheim was entsteht und haben praktisch schon letztendlich ein Jahr vor der Eröffnung des Ketschauer Hofs haben wir quasi da alles fix gemacht und ich habe auch angefangen bei den Pfälzer Winzern wirklich fast ein Jahr vor Eröffnung, Weine zu reservieren, was die auch echt gemacht haben.
Das war auch wirklich ja damals ein toller Zug von denen das Vertrauen auch zu haben, da da entsteht was und da wollen wir mit dabei sein und Vertrauen da auch zu sagen, wir packen da mal ein paar Weine auf die Seite. Was ja eine Riesenkunst auch ist, so eine Karte neu aufzubauen,
dann nicht nur die aktuellen Sachen zu haben bzw. auch, also es klingt ja immer wie eine tolle Chance, wenn man sagt man kann 3, 4, 500 oder mehr Positionen zusammenschreiben, aber allein das alles zu bestellen, einzukaufen, auf die Karte zu bringen, alle Fehler raus zu korrigieren, dass dann die Logistik dann irgendwo auch stimmen muss. Das ist also kein Tagewerk von acht Stunden.
Nein, nein, also und das war eben das Schöne, also es hatte sich die Eröffnung des Ketschauer Hofs auch noch rausgezögert, also das war nicht schön, aber das hat natürlich in dem Fall da auch ein bisschen Zeit verschafft, weil wir dann schon ab Anfang 2006 oder ab Frühjahr 2006 in Deidesheim waren und los ging es dann tatsächlich erst im Juli und in der Zeit konnte man natürlich da noch viel machen, da konnte man noch die Winzer besuchen, aber es passieren dann auch Sachen,
ich hatte zum Beispiel vergessen, dass ich noch ein Rosip brauchte, ich hatte auf dem Entwurf, der so kurz vor der Eröffnung stand, dann irgendwann festgestellt, scheiß ich habe
keinen einzigen Rosé. Also irgendwie war es ein Thema, weil es vielleicht selber nicht so bei mir manifestiert war, dass das irgendwie untergegangen war, das war dann noch so, oh jetzt noch schnell, weil so ganz ohne können wir ja nicht starten und auch die Logistik am Anfang, weil es wurde dann ja alles wie das bei so Baustellen und so, es war ja auch eine Restaurierung, es war ja wirklich was ganz neu gemacht wurde mit viel Denkmalschutz und so, das wird natürlich auf dem letzten
Drücker fertig und man konnte manche Sachen gar nicht wirklich rechtzeitig und in Ruhe machen, also der Weinkeller, der dann fürs Restaurant sein sollte, da wurden Glasscheiben reingebracht, die wurden mit Silikon verklebt und es hat so gestunken, dass ich gesagt habe, ich kann hier noch keinen Wein reinlegen, also haben wir das noch in einem Nebengebäude, noch professorisch in einem Raum drin stehen gehabt und haben dann aber schon die Eröffnung gemacht,
ohne dass der Keller überhaupt eingeräumt war, also es war ein Riesenkaus und auch den Wein-Klimashrank, den konnte man auch so kurz vor Eröffnung erst bestücken, dass wir, wie wir den Tag der offiziellen Eröffnungsfeier vorbereitet haben, da hat damals der Thorsten Schmidt, der zu der Zeit bei Rebholz im Praktikum gemacht hat, als Hommelier, der hat uns geholfen an dem Tag und ich habe gesagt, Thorsten, räume einfach diesen Schrank irgendwie ein, dass das schön
aussieht, weil es musste drei Stunden später alles fertig sein. Ich glaube, das, was der Thorsten eingeräumt hat, war dann drei Jahre, so im Prinzip von der Ordnung her, weil wenn das mal drin ist, dann räumst du das nicht wieder alles aus und ja, da gibt es ein paar verrückte Erlebnisse. Aber ja, um nochmal auf das Thema weißes Blatt Papier zurückzukommen, das ist schon eine Aufgabe,
es ist aber auch eine Verantwortung. Also ich wollte das nie, das war vielleicht auch so ein bisschen die Lehre aus Osnabrück, das war ein Unternehmen, was halt eine Metzene gehört hat, das jetzt nicht unbedingt gewinnbrinnig arbeiten musste und es auch nicht gemacht hat und ich fand es eher frustrierend und das war vielleicht auch eine gute Schule für die Selbstständigkeit, wenn man über, wenn man ein ganzes Jahr harte Arbeit irgendwo reinsteckt und weiß am Ende des Jahres,
das war eigentlich, also wir haben hier nur Verlust gemacht eigentlich, das ist irgendwie so eine Sache und dementsprechend ist es bei einer Weinkarte auch, es ist ja auch in dem Moment, wo du zwar, wo dir zwar jemand sagt, hier du hast und du kannst und du hast jetzt auch kein festes Budget, das habe ich schon auch als Aufgabe auch als Verantwortung gesehen, das jetzt nicht ins Uferlose gehen lassen, sondern dass das schon, man sich schon Gedanken macht, was kann man auch
verkaufen, was ist der Schwerpunkt? Was war die größte und kleinste Weinkarte mit der du je gearbeitet
hast? Also die größte war bestimmt in der Ente, vor allem weil es da auch viele Karten gab, damals war das noch eine fest gedruckte, gebundene Karte, das heißt, wenn man jetzt von einem Wein nur noch zwei, drei Flaschen hatte und die Weinkarte wurde neu gedruckt, dann hat man das gar nicht mehr mit draufgenommen, also da gab es immer noch so einen Riesenüberhang in sämtliche Richtungen, der gar nicht da drauf stand, also das war bestimmt die größte, aber ich kann dir gar
nicht mehr sagen, was da drauf habe, ich glaube so 1500 Positionen waren das vielleicht und die kleinste, gut das war dann eher so wahrscheinlich immer ein Ausbildungsbetrieb oder dann auch später mit vielleicht 100 Weinen oder so. Findest du es spannend eine kleine Karte zu haben oder eine
große? Naja dadurch, dass ich eher Sammler bin, ist das ja eine große. Aber im Verhältnis, also wir haben auch gemerkt, wir haben jetzt vielleicht so 500 Positionen, aber wir sind da logistisch am Ende, also mehr könnten wir technisch einfach nicht machen, dass wir es vernünftig temperieren können und das macht auch keinen Sinn bei einem Restaurant mit 35 Plätzen und bei uns geht natürlich schon auch trotzdem sehr viel Weinbegleitung, also das heißt in dem Flaschenbereich
dreht sich gar nicht so viel und das macht dann irgendwann keinen Sinn mehr, noch 100 Positionen mehr zu haben, weil das heißt einfach, es liegen noch 100 mehr Weine, aber drehen tut sich ja deswegen nicht unbedingt viel mehr. Wenn du selber Wein trinkst, dann eher möglichst viele in möglichst kurzer Zeit oder lieber eine Flasche sich darauf einlassen und naja, also bist du ein eher der.
Es gab neulich eine tolle Veranstaltung mit genau dem Thema, da wurden so viele tolle Sachen ausgeschenkt und so viele besondere, die man eigentlich natürlich auch alle probieren wollte, am besten, dass man ständig sein Glas leer gemacht hat, also mal hat man es ausgeschüttet, mal hat man es aber auch schnell getrunken, weil es so was tolles war und das muss ich leider dann immer sehr büßen, also von daher, nein, das was ich an meinem Job am meisten vermisse
manchmal ist in Ruhe eine Flasche Wein trinken, also von daher natürlich wenn man mit Freunden zusammensitzt und das schönste ist ja Wein zu teilen, dann werden das auch ein paar Flaschen mehr, aber wirklich diesen Wein zu sehen, wie das sich im Glas entwickelt, wie das sich entfaltet, das ist glaube ich doch das, was wirklich unglaublich viel Spaß macht und das ist das, was wir halt diese vielen, vielen Schlücke, das haben wir eher oft, wir gehen auf Messen,
das kennst du auch, das ist einfach hier und dort und möglichst viele in möglichst kurzer Zeit und trotzdem versuchen das irgendwie zu manifestieren, dass man den Wein hinterher im Kopf hat oder sagen kann, ja der Jahrgang ist so oder von dem will ich jetzt den, den und den Wein, weil die sind irgendwie rausgestochen oder er passt auf meine Karte, ist ja auch ein Thema, genau deswegen, also in Ruhe, in Ruhe Wein trinken, das ist das, was ich dann am
liebsten mache. Es war für dich dann eher das singuläre Element oder hast du dann Parallelrat an, welche Speise dazu passen könnte oder wie magst du es selber lieber,
Wein allein trinken oder Wein mit irgendwas kombinieren? Schon, schon beides, aber ich finde es mit Essen immer toll, also aber jetzt nicht unbedingt, also ich bin jetzt auch nicht jemand, der unbedingt sagt, ich gehe jetzt in ein Restaurant und ich kann jetzt nur eine Begleitung, weil ich weiß ja nicht, was passt und ich muss mir jetzt eine Glasweise zu jedem Gang empfehlen lassen, weil ich ja auch dann in dem Moment, das wie ich es gerade
gesagt habe, diese Entwicklung von diesem Wein im Glas sehen will und deswegen, da Spaß dran hat, eine Flasche dann zusammen zu trinken, wie die sich im Glas entwickelt, aber das ist ja dann auch manchmal ganz spannend, wie sich ein Wein zu verschiedenen Speisen zeigt und da lernt man jedes Mal, also ich lerne da immer noch von was doch für Parameter, was man jetzt gar nicht gedacht hätte, dann gut funktionieren oder auch mal nicht funktionieren,
aber auch das ist ja lernen, dann zu sagen, oh nee, da muss man aufpassen, bei den nur mit dem Wein oder bei der Speise, die bestimmte Bitterstoffe oder Säure hat oder so oder vielleicht einfach ein bisschen extremes Aroma, ich finde zum Beispiel, ich weiß nicht ob du eine Idee für Chitake Pilze hast, aber ich finde Chitake Pilze zum Beispiel, das kommt zum Glück bei meinem französisch geprägten Mann von der Küche her nicht so oft vor,
aber ich finde es wahnsinnig schwierig da ein Wein dazu auszusuchen, ich finde es ist so ein markantes Aroma am Gaumen, dass das viel zerschlägt. Intuitiv hätte ich gesagt, greif der Vionier, dass das ganz gut passen könnte und dass suchst du die Spiegelung der Aromen der Strukturen oder versuchst du, wenn du einen Wein für ein Gericht aussuchst, das Gericht zu undermahlen oder nur zu das Gericht um den Wein aufzuspalten, wie gehst du davor?
Beides, also ich finde, man kann oft beides machen, man muss manchmal schauen, was passt, ich muss ja auch, wenn ich so eine Weinbegleitung mache, ja auch so ein bisschen auf die Reihenfolge dann gucken, auch da muss ich sagen, ich habe das Glück, wenn ich mal sage, oh, zu dem Gericht will es ein viel leichterer Wein passen, ich weiß aber nicht, ob der nach dem oder dem Wein noch eine Chance hat, dass mein Mann dann doch auch mal bereit ist zu sagen, okay,
dann machen wir doch den Zwischengang vor dem, was von den Speisen jetzt nicht so ist, dass er sich völlig widerspricht, dass man auch sagen kann, man dreht auch mal eine Menüfolge, um, weil es vom Wein her besser passt, um da ein bisschen mehr Dramaturgie drin zu haben oder Steigerung und ich finde, es gibt Gerichte, da wäre es einfach too much, wenn man in den Gleichklang reingeht, weil man sage ich sage mal laut und laut, das wird irgendwann vielleicht
so anstrengend, da muss man vielleicht mal so ein bisschen den Gegenpart nehmen, ich finde so, ja wie, wie so eine, ich denke vielleicht so eine Stopflieberteriene oder so krasse Sachen wie natürlich auch so ein Blauchimmelkäse oder so, da ist man ja mal gerne beim Gegenpart, weil man das ja irgendwie wieder auch den Gaumen wieder frei kriegen muss, sich da runterholen muss, aber bei anderen Sachen ist dann die Harmonie einfach schön, aber von daher würde
ich sagen, geht beides, kommt beides vor und auch je nachdem, manchmal worauf der Gast dann Lust hat, manche werden ja aufgeschreckt, wenn es so eine Konstrast gibt und manche finden vielleicht genau das Spannend. Kann das nur weinen, was weinen kann oder gibt es auch andere Getränke oder Elemente, die Speisen in einer anderen Form begleiten können oder Menschen ähnlich faszinieren können oder eine ähnliche Geschmackstiefe bieten?
Ja, also ich glaube schon, also ich glaube Saki zum Beispiel ist schon ein Thema, mit dem ich mich leider noch nicht, erstens nur ganz am Rande mal beschäftigt habe, aber wo ich wirklich keine Ahnung habe, ich denke, man braucht halt schon eine Ebene ähnlich wie bei Wein, die halt durch eine Fermentation, durch eine Gärung, durch eine anderen aromenen Ebene ist.
Deswegen tue ich mich mit diesen alkoholfreien Begleitungen oft schwer, wo jetzt vielleicht nur verschiedene Säfte oder so gemischt wurden oder auch nur einfach in Saft genommen wird oder so, weil ich finde, da fehlt dann oft vielleicht die Komplexität, die Aromenvielfalt, weil es dann halt diese eine Richtung ist. Und das kann mal ein Schluck sein, der dann passt, aber ich glaube, das wäre mir dann too much für einen ganzen Abend oder so.
Aber ich glaube, Tee wäre mit Sicherheit ein Thema, aber das ist halt, sag ich mal, jetzt in unserem Kulturkreis oder so, jetzt auch nicht das, was man auch klassisch zum Essen serviert. Sollen wir probieren? Ja. Magst du mit dem Rot und dem Weißen beginnen? Fangen wir mit dem Weißen an. Findest du, man sollte immer mit dem Weißen beginnen oder?
Ja, wobei ich bei großen Wein proben, also wenn man jetzt zum Beispiel die großen Gewächsvorpremiere nimmt oder so, wo man wirklich sehr viel probiert, dann probiere ich wirklich auch Rot lieber vorher, weil ich finde, wenn man dann viel Riesling probiert hat oder viel Weißwein, was natürlich von der Weinzäure her noch höher ist, dann ist das irgendwann auch schwer, das Thema Tannin einzustufen, weil man so technisch schon ein bisschen fertig ist, einfach vom Gaumen her.
Ist ja was, was ich mir glaube, echt ungeschätzt habe. Ja, Mütte ist dann letztlich. Ja, Mütte aber, weil einfach auch, vielleicht auch Zahn, Hälse, Zunge, alles schon ein bisschen sensibler ist und man dann manchmal Tannin stärker einstuft, dass es eigentlich ist, weil man so empfindlich schon darauf reagiert. Ja, stimmt. Interessanter Punkt. Kein Felser rein haben wir da.
Also ich dachte, dass ich dir ganz bewusst was anderes, aber ich finde was extrem restaurant freundliches, zuschieblich zieles, weil ich mich auch empfehlen würde. Du hast sozusagen was, wo ich mich eher in der Komfortzone befinde mit dem spanischen Rotwein und mit dem italienischen Weißwein eher was, was mich wirklich so eher in der Grauzone erwischt, wo ich nicht so fit bin. Ich weiß nicht, ob jemand überhaupt in Umbrien fit ist. Das ist ja...
Umbrien ist ja so, es gilt zwar als grüne Herz-Italiens, aber ich wüsste nicht mal eine Weinkarte, die ich gesehen hätte, wo Umbrien intensiv bespielt wird. Vielleicht, wenn jemand wirklich einen großen Schwerpunkt auf Italien hat und dann wirklich alles spielt. Ja, dann sollte es mit dabei sein natürlich. Total spannend. Ich wüsste ich jetzt auch niemanden, aber das ist ja auch immer wieder spannend, was neu ist zu probieren und da sowohl geschmacklich wie auch vom Wissen her.
Also es ist ja dann immer neu gerede da. Also man hat ja dann immer sofort das "Oh, was sind das für Rebsharten?" oder "Was ist das jetzt für ein Weingut?" Und von daher ist das immer gut, ja, mal was Neues zu probieren. Ich habe jetzt mal Gabriel-Glas für den weißen ausgesucht, weil ich glaube, man kann schon sowohl die Textur wie auch die Aromatik da ganz gut rüberbringen. Ich habe interessantesweise zwei verschiedene Gliese.
Einmal Zwieel-Pirsten, dann Zier-Wischen nebeneinander, ein relativ kleines und ein recht großes Glas, welchen ich dem Weiner mit fordern wollte. Also ein mal das Intenz. Hast du das "The First" das Degustrationsglas, also dass das hier oben relativ eng wird? Nein, ich habe da das Rosé-Glas genommen, was eine ganz, ganz atypische Form hat. Ich finde aber, die Fruchtigkeit betont und die Säure ganz interessanterweise abmildert von dem Wein.
Ich finde, der hat auch nicht so viel Säure, aber ich wollte dieses Gegenüberstellen einfach so wenig intensiv mit erleben und würde dann auch beide Gliese für beide Weine nehmen. Beim Kratmen im Zweiten hat mich das in der Kombination ganz interessanterweise neugierig gemacht. Also ich finde mit Gabriel hat man den großen Vorteil, dass man etwas Unbekanntes präsentieren kann, dann auch mit Fermentino, mit der Rebsort, die ja hauptsächlich vertreten ist.
Etwas Spannendes, was aber nicht zu schräg oder zu atypisch ist oder was die Leute als befremdlich empfinden oder wo sie glauben. War ein nochmal komplett neu lernen zu müssen, also auch mit der Nähe zu magen und Toskana. So ein etwas vertrauterer Geschmack auf der einen Seite, aber trotzdem hat man was Neues und was Überraschendes. Mhm, ja, ja.
Auch wenn man so reinricht, du hast den ersten Moment so diese schon eher fruchtigen, aber eher zurückhaltenden Aromen, was so fast so in Richtung Karambol, so Sternfrucht geht oder so. Mhm. Was so zwischen Frucht und Gemüse ist irgendwie so. Ich finde das ist so diese erste eher schon ein bisschen zurückhaltende Eindruck mit so ein paar feinen Röstaromen mit drin. Also dass der Wein im Holzmacher kann man so erahnen, ohne dass das jetzt zu maskiert wäre.
Ja, vielleicht auch aufgrund der Reife, also bewusst auch in etwas Reiferinnen als 2020er. Mhm. Ich mag die Textur von dem Wein. Ja, für mich war es so cremig schon irgendwo, ne? Also ohne dieses butrisch sattmachende, was du dann manchmal hast, wenn du halt Holzausbau mit Zauberabbau hast, was dann manchmal so ein bisschen dieses Mundfüllende, aber dann schon manchmal fast sattmachende hat. Und das finde ich auch so hier eine schöne Balance.
Du hast eine gute Textur am Gaumen, etwas Cremigkeit und dann aber dann trotzdem vielleicht auch durch die anderen Rebsorten bedingt, die so ein bisschen was ja erfrischendes im Nachhalt geben. Ja, Säure ist aber schon eher gepuffert, ne? Also weil du sagst auch Säure, aber die gibt eine Frische, aber ich würde den Wein jetzt als sehr ausgewogen mit einer eher milderen Säure wahrnehmen. Mhm, empfinde ich genauso, es kommt vielleicht falsch rüber.
Und ich finde auch das in der Tat die anderen Rebsorten, also Griccetto und Tribiano, das kann sie unterstützen und so ganz angenehm strukturieren. Ich weiß nicht, ob man sie jetzt wirklich rausschmecken kann, aber man hat das Gefühl, dass der Wein eine zweite und dritte Ebene dadurch bekommt. Ja, das ist so einfach ein bisschen komplexer, ne? Und das ist zum Beispiel, kann ich mir jetzt super zu Essen vorstellen.
Ja, also auch durch diese gelbfruchtige Art, durch diese Textur, auch dass jetzt keine da hast du ihn, sondern dass er wirklich sehr ausgewogen ist am Gaumen. Ich meine, das ist heute ja in der Küche auch so, dass Gemüse zum Glück eine viel größere Rolle widerspielt und das kann ich mir super gut auch so zu Gemüsegerichten vorstellen.
Also wo man wirklich sagt, dass jetzt Gemüse mal die Hauptrolle und nicht die Nebenrolle auch, wenn man hier mit so gelbe Bete oder so was leichterdigem arbeiten könnte, könnte ich mir sehr sehr gut vorstellen. Ein bisschen von Beziehungskäse oder so. Vielleicht sogar zu deinen Shtitaki Pilzen. Ja, vielleicht auch das. Um das Thema nochmal zu holen, weil ich finde genauso, dass der so eine gewisse, leichte Ehrlichkeit auf der einen Seite hat.
Ich finde, er hat erstaunlicherweise noch eine gewisse Frische, aber wirkt schon gesetzt. Für mich ist es nicht wie jemand in der Midlife Crisis, der unbedingt noch mal jugendlich sein muss, sondern es wirkt ausgewogen. Genau, also ich würde sagen, das hat auf jeden Fall einen sehr, sehr schönes Trinkfenster. Also würde ich jetzt auf jeden Fall, wenn ich ihn im Rest auch jetzt einsetzen würde, jetzt auf jeden Fall auch einsetzen.
Und vielleicht, wenn man so die Parallele zu einem hiesigen Wein ziehen möchte, vielleicht mit einem Silvaner im hochwertigeren Bereich, der auch so etwas mit der Wienerinnen herum hat.
Also das hat jetzt überhaupt nichts mit einem Bugunderrebsort zu tun oder überhaupt nichts mit einem Riesling, aber eher so in die Richtung könnte ich mir das dann, also wenn jemand sich um das Ganze, sich den Wein ein bisschen vorzustellen oder ein bisschen greifbarer zu machen, würde ich dann eher in die Richtung den Vergleich suchen. Toller Vergleich, finde ich auch, wäre ich jetzt gar nicht drauf gekommen, aber kann ich absolut bestätigen und...
Das ist ja jetzt wieder Wascheramondorzeit, so ein richtig toller Kartoffeln, weil das kann ja auch so, wenn du da wirklich Kartoffeln hast, die ein tolles Aroma hat, die fast schon fruchtig wirkt und da mit dem geschmolzenen Wascheramondor drauf, dann könnte ich mir auch gut vorstellen. Großartig, toll, super. Interessant dabei mit einem ganz erspannenen Alleinstellungsmerkmal, finde ich. Auf jeden Fall, ja.
Bist du eher Rot- oder Weintrinker? Ich weiß, also lässt sich probieren, wir alles, aber so, gibt es keine Ausrichtung, dass du sagst, wenn ich mit Freunden zusammensitze, finde ich, weißweinspannender oder... Es ist oft schon mehr weiß, aber ich finde auch manchmal halt, weil du es halt vom Essen her vielleicht oft dann eher zu weiß greifst.
Also, aber gerade jetzt, wo es so in die Kühlerei-Aberszeit geht, oder ich habe gerade abends, wenn es mal darum geht, wirklich noch ein Glas zu trinken, oft wirklich Lust auf Rotwein, aber das ist vielleicht dann, weil es so manchmal dann schon ein bisschen mehr in sich ruhen ist.
Und weißwein ist doch oft ein bisschen belebender und, wenn du sagst so, für die Gemütlichkeit, ist dann für mich so ein Rotwein, der natürlich auch durch den Ausbau vielleicht auch schon ein bisschen mehr, ja, schon ein bisschen gesetzter in sich ruhen, da vielleicht ist dann manchmal sehr, sehr schön. [Musik] Einigen von euch mag der Columbia Crest Reserve Zyra 2017 bekannt sein. Ein Wein, der ein Lehrbuchbeispiel dafür ist.
Eine präzise Technik, geologische Vielfalt und klimatische Besonderheiten aufeinandertreffen. Dieses Zyra ist ein Paradebeispiel für kontrollierte Perfektionen der Weinherstellung. Die Rebsortenszusammensetzung? 95% Zyra, ergänzt durch einen 5%-degen Antivionier, der mitvergohnt wurde. Die Trauben? Stamm aus dem Coyote Canyon Vineyard? Im Horse Heaven Hills AVA, einer der prästischsträchtigsten Subregionen des Columbia Valley.
Eine Auswahl der besten Trauben, die anschließend in kleinen Chargen vinifiziert werden, um den Prozess präzise zu steuern. Wusstet ihr, dass die Gehrung sowohl in Edelstalltanks als auch im Beton-Tank-Stadt fand? Diese Technik maximiert den Terrorausdruck. Der Ausbau erfolgte in einer Kombination aus neuen und gebrauchten französischen und amerikanischen Eichenfässern. Und das für 12 Monate. Der Holzeinfluss subtil, komplex und hervorragend integriert.
Mit einem Alkoholgehalt von durchaus präsent, aber perfekt integrierten 5-volumen Prozent hat dieser Wein Kraft, hat Ausdruck, hat Obbulenz, hat breite Schultern und wird strukturiert von 6 Gramm Säure und einem Restzockelgehalt von 1,9 Gramm Geliter, die diesem Wein einen herrlich weichen Schmelz verleihen. Warum ist 2017 so bemerkenswert? Weil dieses Jahr war wie kein anderes. Es begann mit einem kühlen, feuchten Winter, der den Austrieb verzögerte.
Ein mäßiger Frühling und ein heißer Sommer führten die Trauben, die langsam reifende und intensive Fruchtaromen entwickelten. Im September kürden die Nächte ab, wodurch die Säure bewahrt und die Aromen verstärkt wurden. Ein stabiler Herbst erlaubte eine entspannte Ernte ohne Eile, aber mit höchster Präzision. Die Ternile des Jahrgangs?
Perfekt ausgreifend, fein und gespeidig. Die Kombination aus intensiver Frucht und lebendiger Säure macht diesen Jahrgang zu einem der ausgewohnsten im Columbia Valley. Columbia Crest wurde 1982 gegründet, mitten im Herzen des Columbia Valley, nahe des Columbia River. Bereits 1978 pflanze das Weingut seine ersten Weinberge im späteren Horsehaven Hills EWA, das heute für seine exzellenten Böden und klimatischen Bedingungen bekannt ist.
Columbia Crest war eines der ersten Weingüter in Washington, das präzise Bewässerungssysteme einsetzte, um dem Wasserverbrauch zu optimieren. Was enorm nötig, wichtig und weitsichtig ist. Denn wir haben hier nur eine Jahresniederschlagsmenge von 150 bis 250 Millimeter. Zum Vergleich, in Deutschland haben wir 700 Millimeter. Also, Bewässerung ist notwendig, aber diese sollte sehr weitsichtig und sehr umweltbewusst durchgeführt werden.
Diese Kombination aus traditionellem Handwerk und modernster Technologie zeigt sich in jedem Detail. Angefangen bei der natürlichen Sedimentation der Weine bis hin zur computergesteuerten Gärung. Das Weingut arbeitet mit einer Kombination aus neuen und gebrauchten Holzfässern. Hier wird jedes Fasseinzel bewertet und verkostet, bevor es in die Asamplage aufgenommen wird. Klingt erstmal wie Spaß, aber man sich überlegt, dass 10.000 Fässer dauerhaft lagern, ist das richtig Arbeit.
Doch nun zur Grundlage des Erfolgs, dem Columbia Valley. Was macht diese Region so besonders? Geologisch liegt das Columbia Valley auf Basaltböden, die durch massive Lavaausbrüche vor Millionen von Jahren entstanden. Diese Böden sind reicher mit einer Reihe wie Magnesium und Kalzium und somit ideal für ein Weinbau. Die Böden sind durchsetzt mit Lösch, Sand und Kies, relikte aus Eiszeiten katastrophalen Fluten vor 12.000 Jahren.
Diese Vielfalt schafft die Grundlage für komplexe und terroirbetonte Weine. Das Klima? Meister weg der Natur. Über 300 Sonnentage im Jahr. Und es sind die kühlen Nächte, die die Säure der Trauben bewahren, während die heißen Tage für optimale Reife sorgen. Die Cascade Mountains bieten Schutz vor westlichen Regenfronten, während die Columbia George stark gewinnt in die Region leitet. Diese Sorge für gesunde, widerstandsfähige Reben. Was kann man von diesem Wein lernen?
Er zeigt wie technologische Präzision nachhaltige Praktiken und ein tiefes Verständnis für das Tyroir zu Weine führen, die nicht nur schmecken, sondern Geschichten erzählen. Der Columbia Crest Reserves-Jurad 2017 ist ein solches Beispiel, ein Beispiel, der die Landschaft, die Natur und die Innovation des Columbia Welle widerspiegelt. Ich lade euch ein, mit diesem Wein, eure Vorstellung und euer Wissen über Washington und über das Columbia Welle zu aktualisieren.
Vielen Dank für diesen Lehrbuchwein. Noch ein großes Dankeschön dem deutschen Importeur, dem Handelshaus Schlumberger. Was ist Wein für dich? Ich bin ein Kulturgut-Begleiter. Das ist das, was ich für ein Kulturgut-Begleiter bin. Das ist das, was ich für ein Kulturgut-Begleiter bin. Das ist das, was ich für ein Kulturgut-Begleiter bin. Das ist das, was ich für ein Kulturgut-Begleiter bin. Das ist das, was ich für ein Kulturgut-Begleiter bin.
Das ist das, was ich für ein Kulturgut-Begleiter bin. Hättest du einen Wort, was weitspiegelt? Nein, ich glaube nicht. Kann man nicht? Nein. Könntest du dir noch ein Leben ohne Wein vorstellen? Ich glaube, das ist ja eine Fähigkeit, die Menschen zum Glück haben. Man kann sich immer auf Situationen einstellen, wenn man sich die muss. Wenn ich jetzt ohne Wein leben müsste, würde das mit Sicherheit irgendwo gehen. Ich kann es mir jetzt gerade nicht vorstellen.
Und vielleicht umgekehrt, auch deswegen, weil mir Wein halt einfach viel in der Vergangenheit gegeben hat, persönlich auch, auch durch die Begegnungen mit den Menschen, sei es jetzt mit anderen Sommeliers, die mir auf meine Laufbahn begegnet sind, aus den Freundschaften entstanden sind, sei es Winzer, durch gemeinsame Arbeit, sei es Gäste, die immer was vermitteln kann oder denen man einfach helfen kann, die dann dadurch ein tolleres Erlebnis haben.
Also diese vielen unzähllichen Begegnungen und schönen Momente, die man durch Wein teilt, also die machen es für mich aus. Ohne die kann ich es mir gerade nicht vorstellen. Aber ja, zum Glück, wie schon gesagt, muss man sich da nicht vorstellen. Wenn eine Situation käme, wo man das so müsste, dann geht das Leben mit jetzt Sicherheit weiter. Aber ja, ich möchte es nicht wissen, missen, was ich bis jetzt mit Wein erlebt habe.
Bei den vielen Menschen hattest du da ein Vorbild einer, der dich ganz massiv geprägt hat? Ne, ich glaube, es sind immer wieder Menschen begegnet, die einen dann irgendwo fasziniert haben oder wo man sagt, Mensch, das prägt, ist es, haben sicher viele auf meiner Laufbahn mich geprägt.
Also ich denke, wie vorhin schon erwähnt, der Kai Schattner durch die Zusammenarbeit mit den Winzern, aber auch die Station, die mein Mann bei Steinheuer gemacht hat, wo man sieht, was hat er auch als Koch für eine Passion für Wein, die sich dann ja auch im Essen und in der Weinkarte widerspiegelt und auch, wo man sagt, Mensch, da ist auch dieses Gefühl für Essen und Wein da, auch wenn ich sozusagen nur vom Rande aus mitgekriegt habe, aber auch das sehr fasziniert.
Also ich glaube, das sind Puzzlesteine, die zusammen am Schluss das eine ergeben. Also einer Person nach Eifern zu sagen, so wie der will ich werden, das nicht, aber mit Sicherheit die verschiedenen Stationen, die meine Gastronomie gemacht hat und die ich auch ganz, ganz wichtig finde. Also ich glaube, man muss seine Erfahrungen sammeln, um dann aus jedem Betrieb zu sagen, woher das ist, was mir was gegeben hat, das nehme ich mit.
Und auch anderes vielleicht, was mir nicht so gut gefallen hat, was ich jetzt aber auch weiß, dass es mir nicht gefällt. Also die Erfahrung muss man einfach machen und die prägen einen. Also im besten Fall lernt man daraus. Ja und das ist wahrscheinlich auch der Mix aus den Menschen, die einem begleiten, also sowohl Kollegen als auch Winzer als auch Gäste, wo man dann letztlich sein eigenes Bild heraus vornet, was man dann letztlich ist oder wie man Wein darstellt.
Wenn du noch einmal die Chance hättest irgendwo Wein zu empfehlen, du bist jetzt relativ festgesetzt durch die Selbstständigkeit, aber sei es für einen Tag, eine Woche, ein Monat, in welchem Lokal, entweder aktuell oder historisch, würdest du gerne mal Wein empfehlen? Gute Frage. Vielleicht eher historisch mit dem Wissen von heute, wo die Weinwelt zu hingeht, von daher vielleicht eher historisch.
Also zu meiner Zeit gab es nicht mehr in der Form, aber aus vielen Erzählungen, so vielleicht wie in den Schweizer Stuben oder so, also wo man die große Klassik hatte und alles da hatte, was heute natürlich auch zu großen Klassik zählt und was man sich heute einfach nicht mehr leisten kann, was da natürlich zu damaligen Zeiten von Verständnis ja auch viel Geld war, aber aus heutiger Sicht war da sich mal so richtig, die Kante mit so ein paar Kultweinen geben könnte wahrscheinlich.
Für dich die nächste Entwicklung wäre das Winze. Also hat es immer den Wunsch oder den Traum, selber ein Wein zu produzieren, eigenes Weingut zu haben oder ist es einfach nebenher wenig zu spielen oder ist das für dich kein Thema, kein Option? Nein, eigentlich nicht. Also natürlich da dabei zu sein und immer mal wieder mit in den Weinkeller zu gucken, das finde ich super spannend, ich glaube, das ist eine völlig andere Welt und wir haben hier einen sehr, sehr großen Garten.
Also ich habe ziemlich viel Ausgleich dadurch, ich muss es nicht nur in Weinberg. Nee, aber das Wissen darum und da mal gerne dabei zu sein, das bin ich schon gerne, aber ich habe jetzt nicht das Bedürfnis, dass selber zu machen. Ich weiß auch nicht, ob wirklich Wein dabei rauskommen würde. Also dafür habe ich echt viel Respekt vor dem, was da passiert.
Man stellt sich es immer so einfach vor, dass man sagt, irgendwie ein bisschen Traubenquetschen, den Mostern, ein Behältnis und gucken, dass er agiert wie der Apfels auf Zuhause und dann wird es natürlich der große Wein und ich glaube, man ist ein bisschen blauäugig. Wenn du sagst, dass begleitend hast, du da einen festen Winzer mit dem, du dich austauschst, wo du teilweise hospitierst oder versuchst du da möglichst viele Eindrücke von verschiedenen Winzer mitzunehmen?
Nee, ich versuche schon verschiedene Eindrücke mitzunehmen, aber natürlich ist es eine örtliche Geschichte.
Also es passiert ja hier automatisch, dass man irgendwo hingeht, weil man sagt, Mensch, da muss ich noch schnell was abholen und wenn man mitkriegt, der ist gerade im Keller, dann guckt man da mal kurz vorbei oder jetzt im Herbst, wenn man da sonntags mal durch die Weinberge unterwegs ist oder kriegt über ein Winzer mit, menschlich wir kriegen gleich den und den Wein auf die Presse, dass man mal kurz rein guckt und das ist auch dann schön, dass man da auch einfach rein kann,
das ist auch ein großer Vertrauensbeweis dann, dass man mal sagen kann, also, mal guckt mal über die Schulter und sieht, oh, da kommen gerade die Spätbogunder-Trauben aus dem Saumagen rein und das sieht aber verdammt gut aus.
Oder auch sieht, wie viele Mann dann zum Sortierparten stehen und ja, das ist schon top und es ist auch schön, dass man das Vertrauen genießt da rein kann, weil das ist trotzdem ja ein sensibler Bereich, also auch wieder da, was die Hygiene anbelangt und ja, was auch vielleicht, manchmal haben die Leute glaube ich, einfach einen falschen Eindruck davon, aber das ist auch wie in der Küche, ne? Also ich glaube, es wäre auch nicht gut, wenn jeder in der Küche im Herbst steht und...
Ich finde das total interessant, was du gerade sagst, ist, dass man ein Wein mal von der Wiege aufprobieren kann, dass man die Trauben im Weinberg dann den Most und dann später den Wein oder auch den gernden Wein und zu sehen, was da passiert und wie dann trotzdem gewisse Gleichnisse bleiben, wie man eine gewisse Wiedererkennung dann letztlich auch hat und was dann aber dann aus dem Weinwürttem, wie er sich entwickelt, etwas, was mich immer wieder wird.
Ja, aber auch einmal das, aber auch in dem Moment Entscheidungen treffen zu müssen. Also ich weiß nicht, ob du schon mal ein Rotwein vom BSA probiert hast oder so, also da oder auch eben so Moster zu probieren, dass der Winzer dann in dem Moment eine Entscheidung ableiten kann. Ja, wie vergehe ich den oder lasse ich den noch oder gebe ich den ins Holz oder da. Also wo ich auch denk, Wahnsinn, also... Für mich schmeckt es jetzt nach Most.
Ich kann nur so vielleicht so das ein oder andere nachvollziehen, aber da eine Entscheidung draus, also das ist schon... Deswegen großen Respekt davor. Wie intensiv schaust du die Betriebe dann rein, also auch mit ins Labor? Allgemein Analyse, auch wenn ich so der Analyse Typ ist, nein, das nicht, aber so einmal umpumpen oder einmal das Gebinde wechseln, solche Sachen, das dann schon, oder ist das auch nicht so interessant?
Ja, oder das kriegt man halt mit, dass die Winzer gerade erzählt haben. Also das ist ja eben das, was ich da vorhin mal sagte, deswegen bin ich so gerne da dran.
Manchmal ist es ja gar nicht, dass man in dem Moment daneben steht, aber dass zum Beispiel, es sei es ein Winzer zum Essen kommt oder gerade Wein vorbeibringt oder man trifft sich auf der Straße irgendwo und dann fragt man natürlich automatisch, was macht der gerade oder wo es dann darum geht, ja, wir gehen jetzt dann in die Reben und schneiden und... Oder wir sind gerade dabei abzufüllen, morgen kommen die große Gewächse auf die Flasche oder so.
Also einfach dieses Hautnah mit dran sein, das mag ich unheimlich gerne. Also das gibt mir halt ein gutes Gefühl, da mittendrin zu sein. Der Rotwein, den wir haben, ist ja so ein richtiger Restaurantprimus, finde ich, weil du den eigentlich immer einsetzen kannst und dann als Wegwaffe. Ja, da ist es wirklich so, also bei Roda war ich tatsächlich auch mal gewesen. Ach so, schön, toll. Das ist so ein Weingut in der Reocha auch.
Also wenn man ein Weingut, glaube ich, beschreiben will, die so nach Perfektion streben, dann ist es, glaube ich, ist Roda wirklich ein gutes Beispiel dafür. Das ist von einem perfekten Killer mit entsprechend oder ist es ja neu gebaut, das ist Meingut. Aber wo man dann natürlich versucht, für alles die perfekten Bedingungen zu schaffen, die perfekten Trauben zu lesen, in den besten Fässern und also wo man wirklich nach Perfektion strebt, ja.
Das ist jetzt vielleicht für den ein oder anderen, der sagt, er braucht irgendwie was Ursprünglicheres oder Wilderes, vielleicht im Wein, würde ich das jetzt vielleicht nicht empfehlen, aber für jemand, der einfach was Klares, was Nachvollziehbares irgendwie sucht und ja, oder auch so ein, wie du sagst, ein guter Allrounder, Multi-Talent, da ist sowas natürlich toll, was einfach perfekt gemacht ist. Wenn man so Weingüter sieht, dann schon auch oft beeindruckend.
Die Suche nach der Perfektion, finde ich, hat auch einen gewissen Charme und Reiz.
Ich würde es gar nicht negieren, wenn man ja oftmals hingeht und sagt, Wein ist Ursprung, ist Natur und darf auch gerne richtig dreckig sein und richtig schmutzig, ist halt so eine komplette andere Herangehensweise, mit der man viele Weinsuchenden oder Weintrinker auch auf eine ganz eigene Weise faszinieren kann und ich finde, diese Weine haben oftmals auch etwas, was man beschreiben kann und was daher herausresortierend nachvollziehbar ist. Ja, absolut.
Und ich glaube eigentlich auch nur, dass man in diesem, dass man vielleicht mehr Natur oder Wein oder Abweichung zulässt, eigentlich auch was richtig gut werden kann, wenn man Perfektion gelernt hat. Also weißt du, was ich meine? Also, wenn man weiß, wie es technisch am besten funktioniert, vielleicht dann auch wieder zurückschrauben kann und ist es vielleicht auch eine ganz spannende Entwicklung, um nochmal den Bogen zu Pfalz zu schaffen, was man hier in der Gegenteil toll sieht.
Also, zum einen gibt es natürlich einen Nebenanter von allen Weingütern, es gibt die wirklich eher den Bedienen, der einfach sein Easy-Going-Wein braucht. Es gibt die, die halt eben diesen 100-Punkte-Wein suchen und es gibt vielleicht die, die dann schon wieder einen Schritt weiter sind und Sachen hin zu mehr Individualität. Und ich glaube, das ist aber auch eine Entwicklung, die dann so ein Gebiet zulässt, wenn es mal an eine gewisse Ebene erreicht hat.
Also, wenn man sich diese Perfektion schon mal erarbeitet hat und ich glaube, das hat man hier in den 90er- und 2000er-Jahren sehr gut angefangen und wo man vielleicht zu die Pfalz ein bisschen Fokus gebracht hat, aber wenn man heute rückblickend so die Weine probieren würde, würde es einem vielleicht auch ganz schön langweilig erscheinen.
Wenn man sagt, okay, das ist auch eher nach Perfektion, wo ist die Balance zwischen Süße und Zäure und wie ist das richtige Rezept für einen guten Riesling? Und irgendwann zu sagen, ja, Rezept braucht man eigentlich keins, sondern natürlich muss man sein Handwerk beherrschen, aber man lässt sich die Lage zu oder man lässt den Weinstil zu. Ich glaube, das kann man da auch sehr schön sehen, wie sich das so entwickelt.
Und ich glaube, die Rioja ist dann ein sehr ähnliches Gebiet, wo man auch da alle Weingüter hat, von Riesig, die fast so, wie immer, das Industrieklingel mal blöd, oder? Wie willst du das beschreiben? Im Englischen sagt man ja, Wine Industry. Also da negiert man den Begriff gar nicht. Ich finde es manchmal gar nicht. Eigentlich ist es ja eine Industrie. Und man ist jetzt Industrieweine, also die Industrie- Ja, also das ist ja technisch gemachte Weine aus großen Weingütern.
Die große Markenweine produzieren genauso wie kleine Spitzenweingüter oder auch große Spitzenweingüter, die aber Topweine oder Einzellagenweine machen oder in Lagen gehen, die vielleicht hochgelegen sind, die früher vielleicht belächelt wurden, die heute im Fokus stehen und von Traditionen bis ganz modern alles. Und ich glaube, das ist da ein schöner Parallel. Ich finde die Parallel sehr gut.
Ich finde den Ansatz auch sehr gut, dass es Phasen gibt in einem Gebiet, manchmal auch in einem Weingut, wenn man kann und nicht mehr muss. Also erstmal muss man ja oftmals was erreichen oder muss irgendein Stil haben, man muss sich verwirklichen und irgendwann kann oder darf man dann und dann werden die Weine auch losgelöst oder werden eigenständiger.
Ich glaube, hier in der Pfalz hat der Tourismus auch gut getan, dass man durch das gute Lebensgefühl, durch die schöne Landschaft, aber natürlich auch so vorbereiter wie ich glaube, jeder weiß, dass Kohl mit Staatsgästen Saumagen im Deidichsheim Hof gegessen hat. Und das ist nicht unwichtig und das Gute ist, dass es sich weiterentwickelt hat.
Es ist nicht da stehen geblieben und es gibt die Klassiker noch, aber es gibt viele Alternativen und das macht es, glaube ich, attraktiv für ganz viele und dadurch, glaube ich, hat sich alles gut entwickeln können. Ich bin immer mal in Gesprächen mit manchen Winzern aus Rheinhessen, die gerne manchmal Pfeilzerbedingungen hätten, was das Rohr und Hotel angebot hätte. Ja, ja, ja, ja, das stimmt. Es geht jetzt nicht um Weinqualität, sondern die Infrastruktur drumrum, also die halt.
Ja. Aber da gibt es kein Gebiet, was wie die Pfalz ist, wo das so geliebt wird und wo man diese Genussfreude einfach ausstrahlt. Wie war das in der Rioche? Also hat man da eine ähnliche Struktur, Liebensfreude gespielt? Ja, du hast ja einmal diese Geschichte, das ist ja schon auch eine Wahnsinnslandschaft. Wenn du da gerade mal so in der Riochala-Wetter bei Remy Jury oder so, wenn du das mal gesehen hast, das ist beeindruckend, wunderschön.
Aber teilweise auch sehr streng schon wieder von allem, aber dann hast du ja auch die Städte und du hast ja auch, ich glaube, der Jacobsweg geht auch durch oder? Ich war noch nicht auf solchen Pfaden unterwegs, aber und dann hast du ja auch wie in Lukren, ja, also die Tabas-Bas und so, und hast du doch schon spanisches Nachtleben wieder und das ist schon auch eine gute Mischung, also finde ich schon auch sehr, sehr gut. Wann warst du da bei Rota? Auch schon viele Jahre her.
Manchmal mit einem Weinhändler, aber ja, also vor zehn Jahren mindestens. Ich glaube, da gab es den Seeler noch nicht. Die gibt es jetzt vor acht? Ja, dann könntest du sogar vorher gewesen oder so in dem Zeitraum gewesen sein. Und damit das Selektion mit Rota und Rota 1 und dann in SIRSION als die Distel, die ja auf dem Etikett ist. Und ich finde es sehr schön, jetzt hat der Wein auch ein bisschen Luft im Glas, wo wir wieder ein bisschen auf die Pfalz abgeschweifelt sind.
Und jetzt kommen noch so ein bisschen mehr, die sind ganz dunkle Frucht. Also da ist schon... Finde ich ganz prägnal zu Brombeere ganz viel? Ja, genau, diese Waldbänder war auch so eine ganz dunkle, so eine sehr dunkle Süßkirsche, so richtig schwarze Kirsche, so, ganz gut und so ein bisschen was Schokoladiges mit drin, also auch da. Aber wirklich ein Wein, der jetzt durch seine Jugend und seine Frucht besticht, hat schon fast so eine peteurnde Aromatik, finde ich.
Wie wichtig ist für dich die Farbe bei dem Wein? Im Allgemeinen, also werdest du Wein über die Farbe? Ich mag später Brombeere, das beantwortet doch schon alles, oder? Also ich finde es manchmal... Ich bin manchmal genervt von dem Farbthema, sagen wir mal so, weil dieser Ausdruck kommt ja im Restaurant ganz oft zu sagen, "Oh, der hat eine tolle Farbe." Und ja, Farbe ist ja auch von so vielen Faktoren beeinflusst, aber natürlich auch erstmal die Rebsorte.
Und welche Klone hast du zum Beispiel beim Pino? Da gibt es ja dann auch wieder welche, die doch schon ein bisschen dunkler sind, durch kleinjährigere Traum, aber du kannst einen hellen oder den ganz piaen Mund. Ich meine, du hast manchmal ganz helle Weine und das steckt da wahnsinnig viel hinter. Und es wird immer über die Farbe schon so viel in den Weinintern reininterpretiert, was man eigentlich überhaupt nicht sagen kann. Also ich möchte jetzt auch keine schwarzen Gläser haben.
Ich mag schon die Farbe des Weines zu sehen im Glas und ob der hier zum Beispiel beim Weißwein eher grüne Reflexe hat oder ob du da eher eine sattere Farbe hast. Aber es wird meiner Meinung nach ein bisschen zu viel in die Farbe reininterpretiert und das hören wir halt im Restaurant ganz oft, wenn du ein Wein einschängst und dann heißt sofort, oh, der hat aber eine schöne Farbe.
Manchmal ist es ja auch so eine gewisse Hilflosigkeit, also dass der Gast oder der Kunde das einfach kommentieren möchte und das visuelle, was uns ja auch zu 80 Prozent prägt, ist ja meistens das Einfachste, das irgendwie darzustellen.
Aber letztlich hast du es gefragt, sollt du eher in die Richtung, nein, ich kann das total verstehen, was du dort weinst, weil es oftmals in dieser Kategorisierung ganz viele Weine ausschließt, weil man da natürlich immer, nach dem Parameter geht, genau ja, und kräftig und wenn der keine kräftige Farbe hat, dann hat er keine Qualität und sonstige, es ist ja manchmal auch so ein Learning aus den 90ern, dann irgendwo gewesen.
Ich wollte eigentlich mehr so in die Richtung gehen, was du aber auch beantwortet hast, ob die Farbe für dich immer ein prägnanter Informationsgeber ist, was ich oftmals unterschätzt finde, denn du kriegst sehr viel Information über die Reihe, über die Rebsorte, wie du sagst, Klonenvariation, ob er filtriert ist, nicht filtriert ist und was man dann eben doch erwarten kann.
Genau, weil ich habe jetzt zum Beispiel ja den Weißwein auch noch daneben im Glas stehen und da siehst du dann schon, der hat ja wirklich noch so, also der hat schon eine, es hatte Farbe, aber der hat immer noch auch so grüne Reflexe und das spricht ja auch einmal, auch dafür, dass der Wein in seiner ganzen, in seinem ganzen Ausbau im Keller trotzdem auch sehr schonend sehr vorsichtig verarbeitet wurde, um diese Frische auch zu bewahren, also weil sonst hätte man ja irgendwo,
wenn da mehr Oxidation im Spiel wäre, wäre das einfach noch satter, goldener von der Farbe oder dunkler einfach und das natürlich als Hinweisgeber auf jeden Fall, also das bin ich völlig bei dir, dass ja auch bei einem Rotwein, sofort natürlich ein Indiz, das ist eher ein jugendlicherer Rotwein oder haben wir wirklich schon eine deutliche Flaschenreife, wo man dann einfach diese, ja, mehr ins Rötlich, Orange, bis hin braune Reflexe
bei einem ganz alten Wein, dann kriegen kann oder wie du sagst, wieder ausgebaut ist und so, das ist schon, ja, Hinweisgeber völlig, völlig, bin ich völlig bei dir. Wenn du so ein Wein bierst, den Zähler zum Beispiel probierst, rastest du für dich oder rastest du für den Gast? Also für wen denkst du dort?
Also nimmst du die Informationen für dich auf und nimmst das in deiner Weinbibliothek dann letztlich auf oder hast du automatisch vor Augen den und den Gästekreise, der und der Speise, bist du im Restaurant?
Schon beides, also ich könnte kein Wein verkaufen, hinter dem ich jetzt nicht stehen würde, wo ich jetzt, aber natürlich hat man persönliche Vorlieben und natürlich, wie schon erwähnt die Zeit des Weintrinkens, es ist ja dann doch immer ein bisschen knapp bemessen, dass man wirklich Zeit dafür hat, dementsprechend selektiert man für sich selber dann natürlich schon stark.
Aber ich habe tatsächlich auch Weine, ich habe ja viele Stammgäste, was ich wunderschön finde, weil man da natürlich auch im Weinbereich nochmal ganz anders arbeiten kann, wenn man weiß, Mensch, den konnte ich schon mal mit dem und dem Wein überraschen oder ich weiß, der mag einfach richtig knackig trockene Rieslinge, wo ich dann mal wieder so ein richtig trockene Rieslinge habe, der so ein richtig herzhaftes Hörer auch hat, wo ich weiß, okay,
das wird jetzt nicht vieler Mann Geschmack treffen, aber ich weiß, ich habe so ein paar Gäste und die werden sich total freuen, wenn ich den Wein für die da habe und das wegen beides, also natürlich für die eigene, wie nennt man das dann, Memographie, die eigene Gedächtnis an mag ich jetzt Rohda oder nicht für mich persönlich oder wie stuf ich das Weingut ein, natürlich ist jeder Wein dann damit drin, aber auch auf meine Weinkarte passt es zu unserem Restaurants-Stil.
Ich würde das zum Beispiel halt, wir können bei einem Pfälzer-Restaurant mit einer französischen Prägung, ich weiß, wenn wir das umbrähen auf die Karte nehmen, das wird keinen Sinn machen. Deswegen ist das dann, den probiere ich dann für mich, um auch was zu lernen, um weiterzukommen, um auch Erfahrung zu sammeln. Ich habe jetzt nicht vorher irgendwelche Wettbewerbe nochmal anzutreten, das wäre dann der nächste Part.
Man muss ja sowas für sich auch abspeichern, um es wiedererkennen zu können. In der Blindprobe kann man letztendlich auch nur was erkennen, was man schon mal irgendwo probiert hat. Oder zumindest ein Stil, den man schon mal hat oder eine Rebsorte, die man kennengelernt hat. Aber für mich persönlich, natürlich für meinen Wissen und meine Neugier, der auf alles, was mit der Weinwelt zu tun hat, immer.
Wer der Sela für dich für ein Reifelkeller oder würdest du den jetzt auch schenken, wenn du ihn sehr viel würdest? Nein, den würde ich eher. Also magst du diese jüngliche Ausstrahlung? Genau, ich finde, der ist wirklich charmant und zugänglich so jetzt. Und ich glaube, so ist er auch als Wein gedacht. Ich denke, dafür gibt es ja dann andere Selektionen.
Ich weiß nicht, ob ich es richtig abgespeichert habe über Sela, glaube ich schon eher auch aus den jungen Reben, die diese Fruchtigkeit transportieren. Es muss nicht jeder Wein zum Lagern gemacht sein. Die Reben sind 10 bis 30 Jahre, ganz so jung sind die nicht. Aber ich denke auch, da geht es um die primäre Aromatik bei dem Wein. Ich denke, er könnte Reifen. Ich finde auch den Alkohol ganz großartig, um 3,5% Volumen, obwohl der Wein so kräftig und so intensiv erscheint.
Ich finde auch die Kustatur nicht massiv, aber durchaus prägt. Er hat eine gute Tarninstruktur. Das ist ein gutes Gerüst da, aber das ist eben nicht so, dass man sagt, das Gerüst ist doch so fest, dass du ihn zerreifen lassen musst. Aber ich bin bei dir. Der hat Potenzial, der Wein auf jeden Fall. Wenn den jemand in seinen privaten Keller legen möchte, ich finde es immer schön, wenn man so ein Sechserkistchen hat und anfängt es zu trinken.
Die nächste Flasche dann ja meinem Vierteljahr vielleicht aufmacht. Die letzten vielleicht, das sind zwei Jahren, aber das ist ja auch das, was schön ist, das zu sehen, die Entwicklung, die dann macht. Und das ist das, was ich auch mit dem Wein ausfinde. Da bin ich bei dir, da haben wir da kein Problem. Mit dem Wein auch lebt, also dem Wein auch er lebt in seiner Entwicklung. Und dann einfach auch sieht, was Wein kann. Das ist halt anders als Limonade sich entwickeln kann.
Ja. Wann ist für dich der perfekte Moment für Wein? Ja, es kommt ja auch auf den Wein drauf an. Also ich finde, es macht immer unglaublich Spaß, Wein zu teilen, gerade wenn es ein besonderer Wein ist. Also da hat man wirklich dann auch manchmal Flaschen, die man so in seinem privaten Klimaschrank liegen hat. Und wo man sagt, woher habe ich jetzt Lust drauf, den zu dem Essen, wenn man mal dann wirklich in Ruhe am freien Tag in das Restaurateur zum Essen zusammensitzt.
Und sagt, das machen wir jetzt, weil da habe ich jetzt Bock drauf zum Essen. Oder wirklich auch sagt, wow, das ist so eine besondere Flasche. Da warten wir bis noch ein paar andere Weinbecke-Eister damit da sind die dann zusammen auf, weil dann so ein Wein zusammen zu probieren und drüber zu philosophieren. Das ist natürlich dann das, ja, und dann einfach, weil die Sonne scheint, wenn man gerade im Garten fleißig war. Und dann auch mal was Prägien des aufmachen kann zur Belohnung.
Das ist dann auch schön. Also das ist ja wieder die Vielseitigkeit von dem Thema, dass eigentlich fast jede Gelegenheit was gibt. Also geht eigentlich fast immer, oder gibt es auch Situationen, wo du sagst, da passt Wein überhaupt nicht? Ein Stress. Also wenn man so wirklich mit dem Kopf völlig woanders ist und so richtig unter Strom steht. Also da habe ich überhaupt keinen Bock auf Wein.
Aber finde ich eigentlich auch ganz gut, weil in unserem Job ist ja die Verfügbarkeit von Wein, sprich, Alkohol auch immer da. Und dass ich mir den jetzt nicht runterkippen muss, um zu kommen, also das ist für mich dann so der ganz falsche Moment. Da habe ich dann gar keine Lust. Was macht einen Wein zu einem Meisterwerk? Ist es die chemische Zusammensetzung der Böden? Ist das Zusammenspiel von Sonne und Wind? Ist es die Arbeit eines Gärtners mit seiner Liebe zur Natur?
Oder ist es doch die akribische Arbeit eines Winzers, der seinen Handwerk wie ein Wissenschaftler betreibt? Der Markowicz M1 2021, eine Küwe aus 80% Merlot und 20% Blaufränkisch, liefert auf faszinierendste Weise Antworten auf diese Fragen. Der M1 2021 ist mehr als eine Küwe. Dieser Wein stammt aus der Ried, Obhür, der wärmsten Lage des Abestaler Hügelandes im Kanuntum. Die Böden dort sind keiksandig und leicht lemig. Sie bieten eine ausgezeichnete Fähigkeit zur Wärmespeicherung.
Die Reben wachsen in südwestlicher Ausrichtung auf einer Höhe von 220 Metern. Diese Bedingungen garantieren eine langsam und gleichmässige Reifung. Die Trauben werden Anfang bis Mitte Oktober per Hand gelesen. Und hier beginnt der erste Schritt einer präzisen Prozesskette. Die Gärung erfolgt spontan ohne Zugabe von Hefen. Sie findet bei einer Temperatur von 30 bis 32 Grad in Holzgärstenden statt.
Diese Methode nutzt die natürliche Mikroorganismin des Weinberges und intensiviert die Aromvielfalt des Weines. Nach der Gärung folgt eine 24 bis 30-tägige Matzeration. Dieser Schritt sorgt für die maximale Extraktion von Farbe, Tannine und Arom. Der Ausbau erfolgt anschließend über 24 Monate in französischen Bariks und 500 Liter Tonnofessern. Das Ergebnis ist ein perfekt ausbalancieter Wein.
Er besitzt ein Alkoholgehalt von 14,5 Volumen pro Zettel, ein Restzucker von 1 Gramm je Liter und eine Säure von 5,2 Gramm je Liter. Doch das ist nur die halbe Geschichte. Jeder, der den M1 2021 probiert, ist fasziniert von dem salzigen Abgang. Dieser ist ein direktes Ergebnis des kalkhaltigen Bodens. Diese geologische Prägung ist ebenso entscheidend, wie die mikrobiologische Präzision in der Kellerarbeit. Gerhard Markowicz ist der Mann hinter diesem Meisterwerk.
Seine Geschichte beginnt 1990, als er den älterlichen Mischbetrieb übernahm. Damals standen Weinreben noch im Schatten von Getreide und Zuckerrüben innerhalb weniger Jahre. Transformierte Markowicz, diesen Betrieb vollständig. Er hat eine ganz klare Vision, Qualität, gefolgt von Qualität und fundamentiert von Qualität. 2001 errichtete er eines der modernsten Kellereigebäude Österreichs. Dort kombiniert er traditionelle Handarbeit mit mikrobiologischer Kontrolle.
Seine Philosophie ist tief in der Natur verwurzelt. Jede Parzelle wird individuell bewirtschaftet, jede Traube wird per Hand geprüft. Markowicz setzt auf minimalen Eingriff im Keller. Er kombiniert diese Vorgehensweise mit innovativen Techniken wie der Präzisionsweinbereitung. Das Feingut erstrickt sich heute über 43 Hektar eigene Weinberge. Zusätzlich bearbeitet er Trauben von Vertragswinstern, die strengen Qualitätsstandards folgen.
Bariks aus französischer Eiche, spontan Gärung und verlängerte Lagerung auf der Feinhefe prägen seinen Ansatz. Und diese Prozesse werden akribisch überwacht. Es ist ein intelligente, ein sehr intellektueller und vor allem ein sehr emotionaler Ansatz, der die natürlichen Eigenschaften der Reben und später der Traube verstärkt. Und so ist Gerd Markowicz nicht nur ein Produzent, er ist ein Botschafter für die Region Kanuntum.
Seine Arbeit hat zweifelsfrei dazu beigetragen, die Region international bekannt zu machen. Die Geschichte von Kanuntum reicht fast 2000 Jahre zurück. Bereits die Römer erkannten das Potenzial dieser Region. Doch es ist die geologische und klimatische Vielfalt, die Kanuntum so besonders macht. Die Böden von Kanuntum erzählen eine Geschichte, die Millionen Jahre zurückreich. Sie bestehen aus einer Mischung aus Lös, Sand und kalkhaltigem Schotter.
Diese Böden sind überresteuhurtzeitlicher, flutereignisse und tektonischer Bewegung. Sie bieten ideale Bedingungen für den Weinbau. Sie speichern Wärme, sind gut durchlässlich und vor allem reicher Mineralien. Klimatisch profitiert Kanuntum von seiner Lage im Übergangsbereich zwischen dem kontinentalen Klimamittel Europas und dem warmen Einflüssen des panonischen Beckens. Die Region erhält weniger als 500 Milliliter Niederschlag pro Jahr und es gibt 300 Sonnentage.
Und genau diese außergewöhnlichen Bedingungen fördern die Konzentration der aromenden Trauben. Die kühle Nächte sorgen dafür, dass die säure Struktur erhalten bleibt. Eine besondere Rolle spielt hierbei die Donau. Ihre kühlenden Einflüsse wirken wie ein natürlicher Klimaregulator. Sie verstärkt die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht, denn diese Unterschiede fördern die Entwicklung komplexer Aromen.
Die Einführung der Lagenklassifikation im Kanuntum hebt Spitzenstandorte wie die Ried Aubül hervor. Präzisionsweinbau ist hier keine Zukunftsvision. Gelebte Realität. Sensoren im Boden messen die Feuchtigkeit. Wetterstationen liefern Daten in Echtzeit. Drohende überwachen die Gesundheit der Reben. Auch in der Kellertechnik hat Kanuntum Marschdiebe gesetzt. Der Markowicz M1 2021 ist mehr als einer der besten Rotweine Österreichs.
Erstes Ergebnis eines Zusammenspiels aus Wissenschaft, Handwerkskunst und Natur. Gerhard Markowicz hat bewiesen, dass exzellente Weine nur durch tiefes Verständnis und unermüdlichen Qualitätsanspruch entstehen können. Vielen Dank dafür. Und vielen Dank dem deutschen Importeur, dem Handelshaus Schlumberger. Aber Feiern mit Wein geht schon, oder? Immer. Was frage ich jemanden, falls auf Feiern mit Wein geht? Ja, und Feiern geht dann aber auch mit Wein Schorle.
Das musste ich auch lernen in der Pfalz. Das waren mit sich nicht die ersten Jahre. Aber wenn hier ein Weinfest ist und man steht einfach auf der Straße und spielt gerade eine Band, dann ist so ein Schorleglas das Perfekte. Sind dann aber andere Weine, die dafür genommen werden? Oder geht da mehr oder weniger auch kein Qualitäts? Nein, man braucht also ein Schorle Wein.
Ein Schorle Riesling ist wirklich ein geradliniger, ein guter Riesling, aber wirklich was völlig anderes wie das, was man dann so ... Das muss sauber, das muss top gemacht sein. Aber das ist kein Wein, den man dann so Solo zum Essen einschenken würde. Das ist schon anders. Aber auch über die Schorle hinaus?
Ich hatte mal in der Vergangenheit, heute gibt es ja nicht mehr die trockenen Kabinett, aber ich hatte einen Gast, der wollte mal eine Kabinettschorle, also nicht aus einem Moselkabinett, aber er wollte halt unbedingt immer schon einen hochwertigeren Wein in seiner Schorle haben, wollte damit zum Ausdruck bringen. Ich fand das immer irgendwie, ja, genauso wie das falsche Wasser ist, genauso schlimm. Es geht auch nicht.
Aber jetzt über die Schorle hinaus, also könnte man mit sehr hochwertigen Wein feiern oder wäre das dann despektierlich dem Wein gegenüber? Oder ist das eine Situation, was man unter Feiern versteht?
Also man kann ja auch in einer netten Runde wirklich den Wein feiern, und dann kommen da richtig gute Sachen auf den Tisch, aber da hat man ja wieder den Austausch, dass man das zusammen ausmacht, dass man es probiert, und das läuft in eine andere Schiene, aber feiern im Sinne von wirklich auf einem Weihfest, auf der Bierbank, auch da gibt es dann Gelegenheiten, wo man noch bestimmte Sachen aufmacht und zusammenprobiert, aber da darf es dann auch mal die Schorle sein.
Aber wenn du jetzt eine Hochzeit hast, also da großes Gewächs rauf und runter, oder ist es dann, dass der Wein ein zu sehr beeinflusst, mitnimmt, fesselt, beansprucht? Also ich würde sagen, ich kann mal unsere eigene Hochzeit als Beispiel vielleicht nehmen.
Wir hatten einfach zum Menü, wir haben in Laumersheim geheiratet, also haben wir von drei Laumersheimer Weingütern die Weine zum Essen genommen und auch da eher das, was so die Trinkweine im Ortsweinbereich waren, was einfach aber auch eine Mischung aus 50 Gästen, die ja nicht alle aus dem Weinbereich kommen, dann versteht und Spaß daran hat.
Wir aber auch dann in dem Moment ein gutes Glas trinken können, weil es dann halt noch eine Weinbar gab mit Magnums, Doppelmagnums aus beeindruckenden Weinen, die uns so begleitet hatten oder die wir für einen besonderen Andersen wie die Hochzeit eben hatten. Und da, der da dann Spaß daran hat und Lust, und das haben wir dann auch natürlich alles gerne noch getrunken.
Aber von daher würde ich sagen, also alles zu seiner Gelegenheit und alles auch ohne den Gast zu überfordern, sei es den eigenen Gast bei der eigenen Party oder den Gast im Restaurant. Ist Musik für Wein wichtig? Nein. Wein ist oft wie Musik. Stimmt. Du kannst ganz viel mit Musik, eigentlich auch wenn Leute nicht so weinhaft fienen, mit Musik als Vergleich erklären.
Das funktioniert gut, das heißt die Struktur des Weins, ob das jetzt eher wie Walthier oder eher wie Rammstein ist oder ob das zum Beispiel bei Leute, die so küves gegenüber kritisch sind. Dann sage ich immer, es gibt halt Solisten und es gibt Chorsänger und manche Sachen sind halt als Chor dann perfekt und andere Sachen sind als Solisten. Also von daher kannst du das finden, aber du kannst wunderbar eine gute Flasche Wein ohne Musik trinken.
Also ich finde diese Bildsprache oder diese Metapher ganz, ganz großartig, wenn man Wein, der manchmal wenig unnahrbar scheint oder eben, wo man das Gefühl hat, man muss so viel wissen, man macht ihn damit greifbar. Man macht ihn, ja, im wahrsten Sinne des Wortes bildlich. Wenn du ein Wein wärst, welcher Wein wärst du? Keine Ahnung. Gute Frage, ich weiß nicht, ob ich so gut in Selbstanalyse bin. Ich hoffe komplex. Ich hoffe, was man gut reifen kann und dadurch auch gewinnt.
Aber von daher kein Eintagswain, der in seinem ersten Jahr gedrunken wird. Ansonsten, ich glaube, schwierig selber zu beurteilen. Müssen wir jemand anderen fragen vielleicht. Haben wir ein Telefon-Joker. Was wärst du, außer Sommi geworden? Also ein Hoteldirektorin war ja so eine Option, aber so komplett berufsfremd. Hattest du mal so im Sinn, umzuschulen? Ich habe schon gesagt, ich habe eigentlich auch so Zahlen und das toll gefunden.
Auch so Geometrie, also ich habe mal so Richtung Architektur gedacht. Ich hatte aber immer Angst vor zu viel Theorie. Ich hatte zum Beispiel Mathe und Englisch als Leistungskurse. Ich war nie auf einer Seite. Deswegen war es gar nicht so einfach, im ersten Moment sich ein Beruf vorzustellen. Und deswegen vielleicht die glückliche Fügung in meinem heutigen Beruf gelandet zu sein. Weil er ja wahnsinnig vielseitig ist. Ich muss halt selbstständiger heute mit Zahlen zu tun haben.
Das heißt, ich habe das Büro und die Buchhaltung, die ich natürlich zusammen mit dem Steuerberater machen muss. Aber die ich irgendwo im Blick haben muss. Ich habe die Arbeit am Gast, das persönliche. Ich habe meine Portion Chaos, die ich auch gerne habe. Das heißt, jeder Tag ist anders und unvorhergesehen. Ich komme mir auch viele nicht mit klar. Ich finde es toll, aber ich finde es auch toll, dass ich dann mal wieder sagen kann, jetzt habe ich eben was oder ich Weinkeller aufräumen.
Und mal herrlich, wenn man kennt es bestimmt auch. Wenn man sagt, jetzt habe ich viel geredet und habe auch viele Gespräche vielleicht führen müssen. Es ist auch mal schön, gerade nichts zu denken und einfach normal Paketons im Keller aufzuräumen und sich darüber zu freuen, dass der dann hinterher ordentlich ist. Die Balance aus beiden finde ich macht unseren Beruf so bunt, dass man einen gewissen theoretischen, aber eben auch einen praktischen Teil dann grundsätzlich hat.
Das ist eigentlich auch durch den gesamten Tag. Also bis hin zum Wine-Serviceabend ist Wine-Service für dich selber wichtig. Also zelebrierst du den oder Flasche auf und Glas voll? Ich glaube, ich bin schon sehr praktisch veranlagt. Also ich brauche jetzt keinen Föllefans, der jetzt nur Show wäre oder so. Aber natürlich ist es... Was ist Föllefans für dich? Der Kanton mit einer Kerze bei einem Wein, der nur karafiert wird zum Beispiel.
Also kann natürlich auch mal schiefgehen, wenn ein Wein dann doch Depot hat, von dem man es gar nicht gedacht hatte, weil es irgendwie so ein Mal-Back- oder so, der auf einmal war nicht Depot hat oder so. Aber der Service ist ja auch unser Job. Also das heißt wirklich, den Wein beim Gast aufmachen, auch das Vorkosten und so. Das mache ich schon viel nicht ausschließlich, weil ich habe einen super guten Junior-Sommelier, der natürlich da in dem Bereich auch viel macht.
Aber auch das in dem Moment ist es ja auch Kommunikation, in dem Moment ist es ja auch die erste Reaktion des Gastes, wo man zumindest so eine grobe Richtung schon mal mitkriegt, okay, jetzt habe ich ihn oder ah, ist vielleicht noch ein bisschen unsicher, ob es der richtige Wein war. Oder auch einfach drüber sprechen, passt die Temperatur. Soll ich den Wein gleich in den Kühler machen oder lass mir ihn erst mal draußen, weil er eigentlich so von der Temperatur gerade ganz schön ist und so.
Also diese Wein-Service, und das macht ja auch die Arbeit im Restaurant aus, und das macht ja auch das aus den Unterschied, wenn sich der Gast selber eine Flasche Wein zu Hause aufmacht. Da schon nochmal dran zu sein, aber ja, ohne vielleicht irgendwelche Show-Einlagen. Welche Tools sind für dich essentiell? Was brauchst du? Also Karaffe, Kühler? Dann ist es klar, darüber hinaus noch irgendwas, dass du sagst, das wäre für mich oder das brauchst du.
Also es ist, wenn wir jetzt bei normalen Standardweinen, nein, so eine Weinsprange quasi bei reifteren Weinen, wo man denkt, okay, der Korken könnte jetzt bröselig porös sein oder so, das ja, aber nein, sonst. Und dann ist das Glas und Karaffe. Das ist dann schon mein Glas für Rotweine, die ich jetzt so auschenke. Wir haben auch so eine Wein-Liege, aber so ein wirklich ganz puristisches Gestell, dass man wirklich ein Rotwein wird.
Ich bin zum Beispiel kein so ein Riesenfan von Spätbegunter, der kanthieren, außer er ist halt wirklich super jung und super verschlossen, sondern da wirklich dann lieber so eine Wein-Liege, wo der Wein einfach ein bisschen mehr Oberfläche hat. Großes Glas. Großes Hoch auf Weinwiegen gibt es, viel zu wenig, finde ich. Ich finde Sackbowls zum Beispiel furchtbar. Also ich weiß nicht, ob jemand schon mal mit einer Sackbowl gearbeitet hat, ohne dass ihm eine Flasche abgesoffen ist.
Wahnsinn, unglaublich, ja. Ja, also das ist zum Beispiel was, was ich überhaupt nicht brauche, haben wir auch gar keine. Aber ja, und es gibt ja so Spielereien, gab ja doch mal eine Zeit lang hier diese riesen Korkenzieher, die so halb nach Maschinen auszahlen und so, aber ich glaube das sind alles so gemäxt, was man sich mal so, was man jemandem schenkt, den man nichts schenken muss eigentlich. Nichts, was man im Restaurant braucht. Wie wichtig sind für dich die Gläser dabei?
Im Restaurant oder allgemein, wenn du probierst? Schon wichtig, schon wichtig, wobei ich kein Fan von so ultra-riesen Gläser, ich finde manchmal, wenn das Glas zu groß ist, es ist genauso verkehrt, wie wenn es zu klein ist. Also ich habe aber auch ganz unterschiedliche Gläser.
Also wir haben im Restaurant Gläser von Schottzwiesel, das heißt Schott, das heißt aber auch Zwiegel, also als es noch unterschiedlich hieß, jetzt ist es ja glaube ich eher alles unter Zwiegel, aber wir haben genauso Gabriel Gläser und wir haben genauso Riedler, also wenn ich ein Glas super finde, für eine bestimmte Art von Wein, dann kommt das Glas her. Und deswegen haben wir da so eine bunte Mischung.
Das finde ich auch schön, also ganz früher, als ich mit der Gastronomie angefangen hatte, hat man sich für ein Brand entschieden, dann wurde alles so komplett ausgestattet und ich habe das auch sehr intensiv in der Weinbar gelebt, dass wir halt ganz viele verschiedene Markenbrands hatten und die dann unterschiedlich einzusetzen, wussten oder versucht haben, dann entsprechend zu präsentieren, dem Wein entsprechend zu präsentieren. Wann wählst du welches Glas aus?
Also gibt der Wein das vor? Ja, schon ein bisschen der Weintyp natürlich. Wie ist der Wein von der Struktur? Ist das eher ein schlanker Wein mit wenig Alkohol? Da finde ich zum Beispiel oft ein supergroß Bogunderglas oder so, auch viel am Platz. Von daher die Struktur, das Wein ist der Alkohol, ist natürlich schon auch ein Thema bei Rotweinen vor allem dann, aber auch bei kräftigen Weißweinen. Und ganz ehrlich, da ist viel ausprobierender bei.
Also wenn wir ein Wein in eine Weinbegleitung nehmen, dann stellen wir uns manchmal drei verschiedene Gläser hin und probieren den da draußen sagen. Es macht viel aus. Ich finde es interessant ist, wie man sich selber immer wieder damit begeistern kann. Ich habe ganz oft diese Aha-Momente, obwohl man es natürlich theoretisch durchspielen kann und weiß, dieses Glas macht mit dem Wein, das Glas macht das mit dem Wein, wenn man es dann probiert und wieder live wahrnimmt.
Ich bin da jedes Mal so richtig euphorisch überrascht. Ja, und ich bin auch nicht so. Es gibt schon ein paar Gläserformen, die man für relativ viel nehmen kann, aber ich bin da nicht so. Es gibt ja Leute, die überhaupt nur ein Allrounderglas und das ist für alles.
Ich finde, dass es zum Beispiel, gerade Pino kommt aus einem bauchigen sogenannten Burgundaglas, oft supergut, aber wenn der Gast dann als nächstes ein Bordeaux ausgewählt hat und auch sagen würde, ich nehme das Glas noch weiter oder irgendwas, was halt einfach auch viel Alkohol hat, das bringe ich dann nicht übers Herz, das in das Burgundaglas zu schütten.
Ich sage, nee, ich biete ihm nicht die richtige Bühne, das ist einfach nicht das richtige Tool, wo der Wein richtig gut dabei rauskommt und da sage ich, nee, wir machen schon das andere.
Oder wenn man so Winzertische hat, wo man weiß, die probieren sich jetzt wild durch alles Mögliche und manchmal hat man dann auch nur noch eine Chance, wenn die dann mal so zu zehnt oder so Aufträge treten, zu sagen, ich stelle euch die Flaschen auf den Tisch weil die einfach so viel hin und her probieren wollen dann, dass glaube ich mal da auch mal einen Schritt zurücktreten muss und mal locker sein muss und sagen muss, klar,
sind wir ein Fine Dining Restaurant und normalerweise schenke ich dem Gast natürlich den Wein sehr, sehr gerne ein, aber da ist dann manchmal auch der Spaßfaktor oder da wäre das zu, also das kann ich gar nicht gewillig leisten, weil der eine hat dann noch den anderen Wein im Glas und der möchte ihn aber erst austrinken bevor er dann, aber man kann ja keine 10 Gläser irgendwann mehr hinstellen und da muss man dann glaube ich auch mal ein bisschen entspannt sein.
Die Verhältnismäßigkeit waren also mit der Situation auch, ich glaube das ist aber auch was, was man erst mit vielen, vielen Jahren dann leben kann, also auch mit einer Leichtigkeit leben kann, dass man nicht zu verkopft an die Sache rangeht, sondern einfach dann auch versucht anzuführen, wie der Gast sich am wohlsten fühlt und am besten entspannen kann, was ja letztlich das große Ziel dabei sein sollte. Sollte es, sollte es so sein, ja.
Aber das sind wir halt noch ein bisschen von der alten Schule vielleicht, also es gibt heute schon Restaurantkonzepte und da muss ich sagen, da verabschiede ich mich dann persönlich auch von, die das Ganze halt sehr als Inszenierung sehen und dass der Gast eigentlich, der ist, der kommt um das zu konsumieren, also diese Inszenierung. Das bewundern darf. Ja, ja, genau. Und da muss ich sagen, da bin ich dann auch echt raus.
Es kann ich mal auf ganz, ganz großer Bühne, also wenn ich sage, ich gehe jetzt wirklich innen, Restaurant mit drei Sternen, wo man wirklich nicht so einen Namen hat, der irgendwo prägt und prägend ist, dann sage ich okay, aber wenn es vielleicht einfach das Restaurant in die Ecke ist, dann ist das mir echt zu much. Gab es für dich da mal das Restaurant oder das vielleicht sogar Wein-Restaurant oder Restaurant-Weinerlebnis, das dich nachhaltig beeindruckt hat?
Ja, gibt es immer mal wieder, aber manchmal sind es ja auch die Dinge, die man so gar nicht erwartet hätte, die waren zum Beispiel letztes Jahr im Bugund und für uns schon immer auch vom Essen eine tolle Adresse und falls es einfach ein schönes Restaurant ist und also wo irgendwie so die Parameter stimmen, ist das L'Homme Lois in Charny und wo wir wirklich auch dann privat schon mehrmals waren,
wenn es die Reise ins Bugund getragen hat, dann und es schon so ein bisschen so eine Herzensregion ist, dann waren wir eigentlich auch fast immer dann dort im Restaurant und gerne das dann mittags genossen, wo man ein tolles Preis-Leistungsverhältnis vom Menü dann auch noch hat.
Und wir waren da mit noch drei weiteren, also noch ein Winzer und unser Junior-Sommelier mit Freunden, die alle Weinfreaks und Wein begeistert sind und die aber noch nie im Bugund waren und so ein bisschen Begegnungsangst hatten und dann aber weil mein Mann ja so oft vom Lomno aus gesprungen hat und da auch hin wollten und der Sebastian der Sommelier, der jetzt seit ein paar Jahren schon dort ist,
ist für mich da wirklich ganz, ganz toll und das habe ich erst so richtig an diesem Tag kapiert, weil wir hatten uns natürlich zu oft zu zweit eine gute Flasche ausgesucht, die wir einfach dann erleben und trinken wollten und er als Sommelier dann natürlich schon beraten zur Seite stand, aber natürlich nicht so aktiv war und diesmal wir natürlich mit mehreren Leuten natürlich auch mehrere Flaschen gebraucht haben, aber er wusste, dass wir uns natürlich auch für die Top-Weine interessieren,
aber er wusste von noch im frühen Besuch, welchen Winzer wir besucht hatten und dass wir da auch offen für junge Talente sind und er hat uns dann wirklich zu dem Menü, zu dem Essen ein paar Weine empfohlen, die uns alle wirklich begeistert haben, die super zum Essen waren und wir sind da raus und hatten für keine Flasche Wein, die er uns empfohlen hat, mehr wie 100 Euro gezahlt und wir sprechen von einem Weinerlebnis 2023 im Bugund in einem drei-sterneren Restaurant.
Und das war für mich ein absolutes Highlighterlebnis, das war, was ich gesagt habe, der wusste, wir wollen was entdecken, wir wollen Spaß haben, wir wollen aber gute Weine trinken und ich meine, man muss natürlich ehrlich sagen, der hat mit Sicherheit genug Klientel, in denen eine Flasche Wein für 1000 Euro verkaufen kann und hat vielleicht ähnlich Freude dran, eben die aufstrebenden Winzer mal zu zeigen und aber es war ein tolles Erlebnis, das war.
Gab es da jemals eine Weinspeisenkombination, die dich nachhaltig beeindruckt hat? Also dort war zum Beispiel super, was ich mir vorher nie Gedanken gemacht hatte, weil wir dann so sagten, ja vielleicht ein chenin blanc zum Käse und was halt so eine Demiseckrichtung und dann sagt er so, ja warum nicht ein Alicotier zum Käse, sind wir ja gerade im Bugund, man achte Motto und das war super. Aber trocken dann oder? Trocken, ja trocken.
Alicotier, der aber auch ein bisschen BSA gemacht hatte, aber hat super funktioniert. Hätte ich mir nie im Leben getraut, so auszuprobieren. Das ist das Bugund relativ prominent, gibt es für dich eine Region, die unterschätzt ist?
Also wenn meinem eigenen Land bleiben wirdenberg und mit der Rebsorte Lemberger in Kombi, das ist für mich die Rebsorte, die echt am unterschätztesten ist vom Potential her, obwohl alle wissen, dass blaufränkisch super ist, aber irgendwie schafft man es trotzdem nicht, kann man Lemberger und blaufränkisch, also mir ist bewusst, dass es die gleiche Rebsorte hat, zumindest mit Variationen, die gleiche Ursprung hat, aber kann man Lemberger mit wirklich mit blaufränkisch vergleichen?
Oder sind das nicht durch zwei Welten? Also in der Pfalz wird erfolgreich Lemberger als blaufränkisch verkauft mittlerweile. Also weil die Winzer, es haben nicht viele Winzer hier, aber die, die es verkaufen, verkaufen es mittlerweile als blaufränkisch. Und natürlich war eine Zeit lang eine ganz andere Stilistik in Österreich jetzt für blaufränkisch, das was so vielleicht mal den AHA-Effekt gemacht hat, aber ich finde, das kann man sehr, sehr gut.
Und auch mit den verschiedenen Ausbaustilistiken.
Und wenn man jetzt ein paar Württemberger wie jetzt Lassack oder so anguckt, die bauen das ja heute auch mehr in der Stilistik wie blaufränkisch in Österreich aus und nicht mehr so dieses, wie die Hades Winzer am Anfang, wo es dann viel Holz und viel, endlich wie das Bachigforum hier in der Pfalz auch, als das so losging in den 90ern oder 2000ern, also das war ja, das ist völlig anderer Weinstil, als man heute ja macht oder die Top Winzer heute machen, sagen wir so.
Ich hätte es immer so als zwei grundunterschiedliche Welten betrachtet, aber vielleicht habe ich, ich habe auch nur eine andere blaufränkisch. Ja, das liegt vielleicht aber eher noch in der Struktur der Weinregion Wittenberg, ähnlich wie in Baden ist, das hat trotzdem noch sehr genossenschaftsdominiert. Und natürlich gibt es da halt auch noch viel im Mainstream, ja, und Trollinger, Lemberger, Küwesin, auch nicht von der Hand zu machen, dass es die noch Reichlichst gibt, ja.
Aber ja, also wenn man von den Top Winzern das probiert, ist großartig. Und es darf ja eine eigene Stilistik haben, also gegenteil muss vielleicht auch, oder ich glaube auch die Phase, wo sollte hoffentlich so langsam mal zu Ende gehen, wo jeder deutsche Pino überlegt wird, welcher, welches... Begründer sein könnte. Im Begründer sein könnte, muss es hier nicht, Kamerberg kann doch nach Kamerberg stehen.
Ich finde, das ist eine ganz tolle Entwicklung, ein ganz toller Schritt, dass man mittlerweile eben den deutschen Spätbegründer als eigenständiges Geschmacksmonument irgendwo sehen kann und genauso beim Sekt, also das Sekt mittlerweile so interessant geworden ist, dass man ihn nicht mehr mit Champagner vergleicht oder irgendwelche Sachen. Also die Entwicklung finde ich da ganz, ganz großartig. Richtung Entwicklung bist du eher digital oder analog? Kommt drauf an.
Beim Wein analog, in sonstigen Dingen zum Arbeiten auch schon digital. Also aber Wein ist doch... Ja, ich finde, ich finde, es gibt viele tolle Tools, aber ich bin dann vielleicht so perfektionistisch und sage, wenn ich es digital haben wollen würde, dann bräuchts für mich mehr wert.
Also eine Weinkarte nur als PDF auf einem digitalen Träger zu haben, bringt mir nicht mehr, da habe ich einfach mein Papier zum umblättern lieber, weil ich da vielleicht auch dem Gast besser über die Schulter gucken kann und gleichzeitig mit reingucken oder auch mal blättern kann, finde ich bei einem digitalen Gerät eher etwas schwieriger.
Und wenn digital dann müsste für mich so gut sein, dass ich dann wirklich eine Suchmaschine dahinter hätte und sagen könnte, ich suche jetzt eine Rebsorte oder einen bestimmten Winzer oder da nicht nur einfach scrollen oder blättern müsste. Und das weiß ich, das kann ich momentan nicht leisten, dafür fehlt mir die Zeit, das zu pflegen, das aufzusetzen.
Deswegen würde ich es jetzt nicht machen, aber deswegen ist mir meine Analogikkarte, die man dann aber auch extra so gemacht haben, dass man sie gut tauschen kann. Also das war ein Ringbuch, wo ich wie einem Ordner auf und zu machen kann und einzelne Seiten schnell tauschen kann, um das nicht, also nicht wie in der end der früheren getruckte Karte, wo ich dann alle halbe Jahre mal zum Drucker gebe, das finde ich schwachsinn.
Aber digital auf Teufel kommen raus, nur dass es dann auf dem Handy ist. Ich habe auch schon Leute erlebt, die hier eben auch sagten, Mensch, in der Zeit als über Corona dann praktisch mal versucht hat, teilweise papierlos zu arbeiten.
Und dann über ein QR-Code und dann in seinem Handy da hatte, ich habe auch Leute gehört, die eigentlich businessmäßig nur digital unterwegs sind, die sagten, ich will doch einmal an mein freien Abend mein Handy wegelegen und muss es jetzt nicht schon wieder nutzen für eine Karte. Also beim Lernen zum Beispiel, bist du da auch lieber mit einem Buch unterwegs, dass du Blättern kannst, Notiz machen kannst, oder da digital, weil du möglichst schnell in verschiedene Ebenen abbruchst?
Also ich glaube jeder, der mich kennt, kennt mich bei Weinenproben mit meinem Notizbuch. Und deswegen sehr analog, wirklich handschriftlich. Da schaut man natürlich nicht mehr in das von vor fünf Jahren rein, aber das tut meine Datei auch nicht mehr. Aber es ist eine schöne Bundesammlung an tollen Notizbüchern, die mir so ein bisschen im Regal aufzeigen, dass man schon ein paar Jahre dabei ist. Aber nee, also da auch wirklich analog.
Lernen, ja, lernen, ansonsten natürlich super, praktisch schnell was nachzuschauen. Das ist natürlich wiederum mega, das finde ich auch ganz toll heute. Also ich habe noch viele Weinbücher im Regal stehen, aber ich muss sagen, die stehen da wirklich. Also das Monat Oxford Weinlexikon, das er so wieder auspackt. Da ist dann der Griff zum Handy und zu einem Onlinelexikon, die natürlich auch wieder aktualisiert werden, dann schon der erste Griff.
Also da, um was nachzuschlagen, dann definitiv digital. Wie hältst du dich aktuell? Also ist es für dich immer noch eine Aufgabe, dass du sagst, ich einmal im Jahr arbeite ich in den Weinbaugebiet durch und versuche mich da wieder intensiv mit zu beschäftigen oder ich lese ein oder zwei oder drei Magazine. Man möchte gerne. Man würde gerne, man möchte gerne.
Manchmal legt man auch ein Urlaub mal dahin, was dann so ein bisschen, also wir waren dieses Jahr im Winter auf Sizilien und dann natürlich auch mal ein Weingut besucht. Also ich habe das auch schon runtergetrosselt, dass man nicht im Urlaub von Termin zu Termin hält. Aber trotzdem zu sagen, man hat natürlich so ein Weinanbaugebiet ganz anders im Kopf. Man kann sich Sachen ganz anders merken, wenn man einen persönlichen Bezug hat.
Wenn ich weiß, ich bin diese Straße mal lang gefahren oder eines meiner Schlüsselerlebnisse war sicher, Kalifornien war in der Somelie Schule lernte man dann diese A.V.A.s und hat aber überhaupt keine Vorstellung. Ist das groß, ist das klein und wenn man dann mal so durchs Napa Valley gefahren ist und sagt, oh, Oakville ist ein Dorf quasi, also dann zu sehen oder das ist jetzt riesig und das ist jetzt klein. Das kann man ja fast nur, wenn man es wirklich erlebt hat.
Und da habe ich natürlich schon das Ziel, immer mal mir wieder was zu erschließen. Aber die Praxis ist natürlich der eigene Betrieb, die Selbstständigkeit bindet da schon sehr, sehr stark und lässt mich natürlich auch mich manchmal das Thema Wein natürlich in die zweite Reihe stellen. Hast du denn Ausgleich oder ein Hobby, was dich aus dem Wein rausführen kann? Also definitiv unser Garten, das ist wirklich auch da ein Ausgleich. Herrlicher Ausgleich, ja.
Ja, von daher, das ist dann sehr gut und das macht den Kopf wirklich frei. Gibst du Ziele und Wünsche, die du noch anstrieb, so was du vorhast oder was dir vorstellen kannst oder was dir wünscht? Also definitiv manchmal vielleicht so ein bisschen mehr die Balance zu finden, dass man sich nicht so sehr vom Alltag einnehmen lässt und halt manche Ziele vielleicht dann auch ein bisschen besser verfolgen kann. Ja, auch das Thema meine Weinstärke vielleicht auch noch mehr zu spielen.
Also sozusagen ich mache mal wieder mehr Weinabende, biet vielleicht auch mal Weinseminare an, weil ich glaube, ich könnte das Wissen schon gut weitergeben, aber da war bis dahin doch halt oft manchmal da, ja, entweder der Schweinehund sich hinzusetzen und das mal, weil irgendwann muss man daher erstmal eine Grundstruktur für schaffen, das zu machen. Also das ist so ein heiß Ziel auf jeden Fall, was ich echt mal gerne angehen möchte jetzt.
Ja, das was die Wille ausheitend ist in der Tat ihre Ruhe, ihre Besonnenheit, ihr Tiefsinn, ihre wahnsinnige Fachkompetenz, ihre Weitsichtigkeit, ihre ganz eigene Sichtweise auf die Dinge, ihre realistische Wahrnehmung, sowohl für die Gastronomie, für die Zommelerie, für die Weine und ihre Vision. Es war einfach genügend mit ihr zu reden, es hat richtig Spaß gemacht, es war so von Ruhe geprägt. Vielen Dank liebe Siebille, dass du heute da warst.
Vielen Dank auch für die Unterstützung an unserem Partner, an die Schlumbergergruppe mit den Handelshäusern Schlumberger, Konzio Winnie, Segnetz und dem Privatkundenportal Bremer Weincolleg. Dank Ihnen ist dieses Projekt möglich, Dank Ihnen können wir dieses Projekt seit schon fast einem Jahr aktiv leben. Und Dank Ihnen können wir so großartigen Zommeler wie Siebille einen Raum und Wort schenken und vor allen ihre Erfahrungen nach außen tragen lassen.
Vielen Dank für die Begleitung, natürlich auch ein großes Dankeschön für euch. Danke für die Kommentare, für die Likes, für die Begleitung, für's Zuhören, für's Beihonssein, für's uns unterstützen und für's euch begeistern lassen. Es ist immer wieder erstaunlich und hoch erfreulich zu sehen, dass wir unsere Hörerschaft nicht nur hier in Deutschland, Österreich und der Schweiz haben, sondern auch ein nicht unerheblicher Teil aus Amerika und zuhört oder aus Frankreich, Italien.
Und daher an dieser Stelle einen ganz herzlichen Gruß in die große weite Welt. Schön, dass ihr bei uns seid. Vielen, die bedankt dafür. Und für den einen oder anderen, der uns unterstützen möchte, hilft es uns sehr, wenn ihr die kleine extra Runde über Spotify oder Apple Podcast geht, uns bewertet und somit hilft, dass wir noch sichtbarer werden. Und wie es so schön heißt, nach dem Podcast ist vor dem Podcast.
Und ich freue mich auf die kommende Woche, ich freue mich auf den kommenden Freitag und freue mich auf eine weitere hochinteressante Zauberer, auf die großartige Katrin Pfeiks. Ja, hallo Silvio, hier ist Andi Rings aus Freienzeheim, vom Weingut Rings. Und ja, ich habe mir ein paar Gedanke gemacht, zu diese Bille. Also, ich musste zu sagen, wir kennen uns schon ziemlich lange. Also, jetzt seit 2006, noch in der Zeit, wie sie dann beim Catcher-Hof war in Deidishheim.
Und die erste coole Momente und Probe hat man zusammen, wie wir, mein Bruder und ich, die Spitzen-Talente waren vom VodP und da hat man einmal im Jahr immer uns getroffen, die jungen Talente mit Philipp Kuhn zusammen und haben im Catcher-Hof eine Kultweinprobe gemacht und immer mit mo'anere Thema. Wir haben angefangen mit Spielbegründer und Begründer, dann große Rieslinge, Bordeaux.
Und diese Bille war immer feuer und flammer, dass wir das bei ihr machen und da hat uns da immer cooles Menü zusammengestellt. Und die Gage dafür war ein Schluck von jeder Flasche mitzuprobieren und das fand man, da war es schon so mega cool und sympathisch, dass es von da aus eigentlich klar war, dass wir Freunde sind. Und ja, das war einfach super sympathisch und cool und hatten da immer coole Abende und Probe zusammen.
Und die Weinbegeisterung und die Offenheit, was eigentlich für jeden Stil Winzer-Rekion immer Offer hat, das ist schon sehr ansteckend und nachzunehmlich, ja, ich muss mal sagen, auch ein bisschen beruhigend, weil sie ist immer sehr ruhig in der Beschreibung von Wein und Essen und das ist sehr, sehr angenehm einfach mit ihr über Wein und Essen zu reden.
Und auch immer sehr weizhinnig, also auch immer die Klassik im Auge, aber es darf auch immer ein bisschen interessanter und verrückter sein. Aber sie hört uns gerade mit ihrem Blick auf Wein, hat sich schon uns auch geprägt, weil wir immer sehr interessiert waren auf ihre ehrliche Meinung, wie sie unsere Weine finden zum Beispiel. Und daher ist es super, dass sie uns da immer so mitbegleitet hat. Und ja, jetzt halt einigen Jahren ist sie sogar noch in Freienzheim mit ihrem Mann.
Das werden das auch genauso cool wie die Sibilo. Und ja, seit sie in Freienzheim sind, sehen wir uns noch öfters und es ist eines meines absoluten Lieblingsrestaurants, das Etable.
Super Weinkarte, super Essen, Sibilo ist immer mega gasfreundlich und freut sich, wenn man kommt und was wirklich sehr, sehr gut ist, wo man es manchmal schon leid tut, weil wenn wir als kommen mit verschiedenen Winzer oder Freunden und jetzt gerade wieder am Finest of a Huntershirt ist es nie wirklich klar, wie viele Menschen mehr sind. Und manchmal geht die Personenzahl hoch und runter, aber Sibilo ist immer ganz entspannt und findet immer noch einen Stuhl.
Und das ist wirklich sehr, sehr gut, weil ja, manchmal ist es auch nicht so einfach zu planen, aber ich kann es noch mehr verstehen, wenn man als Gastronom sagt, Jungs, sagt man jetzt endlich mal, wie viele Leute ihr seid.
Aber ja, sie ist immer ganz entspannt und ruhig und am Ende ist es immer wieder ein schöner Abend und wir haben alle Spaß und sitzen noch lange dann zusammen bei noch einer Flasche Rotwein oder Flasche Kabinett oder noch einen Rottwein und am Schluss noch ein Bier und ganz wichtig noch ein Schattröst zum Schluss. Also es ist wirklich einfach so schön, dass die beide bei uns in Freundsam sind und es bereichert den Ort und wir haben eine absolute Lieblingsort bei uns wieder gefunden.
In Freundsam, wo man mit alle Leute hier gehen kann und Wein und Essen einfach genießen und feiern die Felser Gastfreundschaft bei Sibilo und Sven. Vielen Dank auf jeden Fall, dass ich dazu etwas sage. Bis dann, ciao! [Musik] [Musik] [Musik] [Musik] [MUSIK]
