Sebastian Hernández Westpfahl – Exclusive Preview - podcast episode cover

Sebastian Hernández Westpfahl – Exclusive Preview

May 21, 202510 min
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Episode description

Unsere Folgen sind nicht selten ungewöhnlich lang. Das hat seinen Grund: Wir möchten den Tiefsinn fließen lassen und Euch unsere Gesprächspartner so präsentieren, wie Ihr sie sonst nie – und vielleicht nie wieder – kennenlernen könnt. Und um Euch die Scheu zu nehmen, die man verspürt, wenn man einen über drei Stunden langen Zeitstempel sieht, aber auch, um Euch so richtig Lust auf den Kandidaten zu machen, präsentieren wir Euch immer einen Tag vor dem Release einen exklusiven Sneak in die neue Folge. Viel Spaß beim Hören, und wir freuen uns auf Euch mit einem herzlichen „Welcome back“ am Freitag. Das Format: SOMMELIER – Die interessantesten Weinkellner unserer Zeit wird produziert und verantwortet von der: Weinklang GmbH Silvio Nitzsche Bergahornweg 10 01328 Dresden silvio@sommelier.website und wird freundlichst unterstützt und begleitet von der Schlumberger-Gruppe mit den Handelshäusern: Schlumberger Segnitz Consigliovini sowie dem Privatkundenportal Bremer Weinkolleg

Transcript

Herzlich willkommen zu Sommi, die interessantesten Weinkellner unserer Zeit. Aber ich finde es natürlich irgendwie auch schön, irgendwie eine Entwicklung von einer Flasche zu sehen. Wie verändert sich ein Wein mit Temperatur? Wie verändert sich ein Wein mit Zeit in der Karaffe?

Wie verändert man sich selber mit diesen Weinen? Wie fügt man sich langsam in diesen Wein rein, wenn am Anfang noch so ein bisschen sperrig ist und man selber noch nicht so ganz weiß, ob man jetzt irgendwie bei dem bleibt oder irgendwie noch nicht so ganz zufrieden ist und sich das einfach mit der Zeit irgendwie das Gefühl hat, okay, das öffnet sich und das gibt Preis, was es für Möglichkeiten hat. Unser morgiger Gast ist einer der derzeit spannenden Sommis in Deutschland.

Aus Freiburg kommt zu uns Sebastian Ernades-Westfalen. Nö, aber ich meine, Spätbegründer sollte auch, hat auch seinen Preis. Das ist sehr, sehr aufwendig zu erzeugen. Es ist sehr, sehr risikoreich. Es ist immer irgendwie, ich sage immer unseren Gästen so, das ist in anderen Regionen, ist das die Königsdisziplin. Das ist das, was so viele Winzer sehr, sehr gerne mal erzeugen würden. Und wir haben es hier direkt vor der Tür und schätzen das wirklich sehr, sehr, sehr, wie soll ich sagen, aber

also es ist wirklich sehr, sehr schade. Also da muss ich schon auch immer wieder Überzeugungsarbeit leisten und fühle mich da auch in manchen Momenten denke ich mir so, oh, das ist doch, wie kann das einem nicht schmecken? Am ersten wirklich auch am Nachmittag. So wirklich dieses, dieses, dieses Day-Drinking sich bei schönem Wetter draußen zu treffen auf eine schöne Flasche meistens wirklich erst mal Sprudel, Deutschen Sekt oder Champagner.

Das finde ich schon ein Lebensgefühl. Also ich darf mir jetzt ja auch nicht zu laut sagen, aber im Endeffekt ist es schon glaube ich eher so dieses, dieses, dieses Tagsüber, was mich mehr abholt als jetzt wirklich irgendwie spät nachts, ja und dann, ich finde, je später der Abend um so schwieriger wird es, weil es natürlich dann auch in den nächsten Tag rangeht und und und die ganzen Sachen.

Das weiß ich auch nur, weil ich, weil ich, weil ich in der Region arbeite, weil ich in der Region bin und das ist das wieder zurück zu dem Thema mit einer regionalen Weinkarte. Bist du halt, bist du halt präsent? Du bist präsent vor Ort und du bekommst mit und

dann wird halt persönlich ausgeliefert. Dann treffe ich mich halt, wenn der Wein angediefert wurde gestern halt noch eine Stunde voll mit dem Winzer auf den Kaffee und wir quatschen was, was gerade, was gerade los ist, was, was da bei ihm im Weinberg, im Vertrieb gerade los ist und und ich, wie es bei uns gerade läuft und das finde ich halt einfach, dieses anonyme Wein kaufen, das hat mich nie,

das war nie meint, sondern für mich war eigentlich immer auch der persönliche Bezug zu den, zu, zu, zu den Menschen, die den Wein machen, immer Priorität Nummer eins.

Ich möchte aber auch niemanden dann die Laune verderben, indem ich dann in der Ecke bin und denke so, warum haben sie denn kein guten Wein und warum gibt es denn hier wieder nur die, die wirklich die industriellen Weine, so das sehe ich nicht, sondern dann ist es halt für mich, dann treffe ich halt ein Bier, so ich glaube das und und auch, aber auch, dass ich mal ganz ehrlich finde, wenn, wenn es dann halt dann irgendwie hier in der Region gibt es super viel Straußen und wenn,

wenn es dann halt dem, dem Müllaturger trocken ist, dann kann ich mich damit schon auch irgendwie abfinden und ein Gläschen mal trinken als, als Getränk, aber es muss ja auch nicht immer Wein und es muss ja auch nicht immer Alkohol sein, sondern dann gibt es halt, tut sich das, das Wasser oder die Schorle auch mal in Ordnung.

Wo ich fasziniert bin, wie sie, was sie anbieten, wie du eine, eine Sortentypicität rausarbeiten kannst, wie, was es für einen Unterschied macht, ob du mit Kern oder ohne Kern brennst, diese unterschiedlichsten Pflaumensorten noch zu verarbeiten, das finde ich schon auch sehr, sehr, sehr faszinierend. Tannine sind, sind was Positives, je trockener umso, umso besser.

Es ist aber auch eher natürlich auch so, dass es natürlich diese einigen Namen gibt und das war irgendwie auch ganz toll in der Schweiz, gab es es auf einmal dann wieder, dann hat man irgendwie angeboten bekommen, wie du gerade gesagt hast, irgendwie Huber 07 Reserve und du denkst es okay. in der Schweiz. Ja und das ist halt dann schon auch faszinierend, weil das findest du in

Deutschland natürlich nicht. Also ich finde, es ist ein Produkt, was es einfach schafft, zu spiegeln, woher es herkommt und das ist die Faszination, die für mich irgendwie Weinen ausmacht. Wenn man rein riecht, sich mit dem beschäftigt und auch vom Gefühl her. Ich meine jeder kennt das auch aus dem Urlaub. Es gibt dir ein Gefühl, wo es herkommt, wo es erzeugt wurde und was bei der Arbeit dahinter steckt. Und natürlich ist es dann in Fachkreisen und das

kennen wir ja auch, wenn du in Verkostungen bist. Ist es natürlich dann der nächste Step, das auch blind zu erkennen. Aber das würde ich schon sagen, was die meisten Winzer versuchen möchten zu greifen. Wo kommt dieser Wein her? Was ist das Besondere heran und aus welchem Jahr kommt das? Was haben wir für klimatische Bedingungen in dem Jahr gehabt? Weil ich glaube nicht, dass es viele Produkte gibt auf diesem Planeten, die speichern können, aus welchem Jahr das kommt

und wo man das wirklich auch spektbar machen kann. Das finde ich schon auch sehr faszinierend. Ich glaube, dass wir im Weißfallbereich weiter sind mit Piviräb-Sorten. Als im Rotwein, klar, es gibt auch irgendwie ein Prior und so. Es gibt was, aber da kommt es, glaube ich, vielmehr dann auf den Ausbau und auf den Winzer drauf an. Und auch der wird, glaube ich, selten eine rote Piviräb-Sorte auf die Flasche schreiben, sondern einfach den Stil, den er macht. Es ist auch Teil der Kultur hier.

Und es ist auch wichtig, wir können nicht nur Wein machen. Wein ist eine Monokultur und es braucht diese alten Streuobstände und jemand muss daraus was machen. Ich glaube, es gibt noch sehr, sehr lange oder es gibt immer noch diese Traditionen. Auf jeden Fall bei uns ist es so, dass das natürlich klassisch der Opa sich noch um die Brände kümmert und die halt dann irgendwie noch irgendwie verschärbelt. Aber das ist ja ein wahnsinniger Aufwand, das ist ein wahnsinniger

Arbeit, das zu erstellen. Und ich muss schon auch sagen, wie gesagt, jetzt in den letzten Jahren habe ich mich schon auch sehr, sehr viel damit beschäftigt. Es ist supertricky. Also ich muss auch ganz, ganz ehrlich sagen und das sollte man vielleicht nicht, aber oft bin ich dann auch wirklich auch über, nee, nicht überfordert, aber einfach auch gefordert, weil im Endeffekt natürlich, glaube ich, kannst du sehr, sehr viel der Gäste abholen, wenn du zum Beispiel auch

qualitativ hochwertigen Lemberger gehst. Bestimmt, also da tut sich ja auch schon einiges aus Franken, in Carbonne d'Orsa oder in Regent probiert. Wir haben hier auch in Baden einige Versuchsanbauflächen, die auch, wo auch was steht. Ich muss aber ehrlich sagen, dass ich bisher im Rotweinbereich da jetzt

noch nicht so wirklich was gecatcht habe. Und wo ich sagen muss, okay, ich glaube nur durch Qualität kann ein Umdenken stattfinden und nur weil wir dann vielleicht einen höheren Alkoholgehalt haben oder eine intensive Farbe oder eine peteurende Nase, glaube ich, nicht, dass du die Menschen dann dazu bekommst, darauf zu setzen. Und das komplette Gespräch findet ihr ab morgen bei Sommelier, die interessantesten Weinkälner unserer Zeit auf dieser Plattform oder überall, wo es Podcast gibt.

Ich lasse mich auf eine Weinbegleitung in einem Restaurant oft nur ein, wenn ich den Sommelier wirklich kenne und darauf vertraue, dass der irgendwie Spannung da reinbringt und nicht nur sichere Matches irgendwie mir zeigt. Diese Episode "Sommelier", die interessantesten Weinkälner unserer Zeit, wird unterstützt von den Weingütern Gusburn aus England, dem Weingut Christmann in der Falz und Frankaia aus der Toskana sowie unserem Partner der Schlumbergergruppe. Vielen

lieben Dank dafür. Ich glaube, wenn wir über Wein anfangen zu reden, dann ist das Thema und wenn man einfach Gesprächspartner, der auch Geschichten entlockt und so, dann macht es einfach großen, großen Spaß. Das ist ja das, was wir tagtäglich im Restaurant machen. Also was ich im Restaurant

natürlich gibt es zusätzlich Winzerbesuche, Einkauf, Planung, Teller tragen und und und. Aber warum ich oder warum viele Sommelier geworden sind, ist ja, weil sie der Faszination für das Produkt haben und sehr, sehr gerne auch das weitergeben. [Musik]

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