Sascha Speicher  – Exclusive Preview - podcast episode cover

Sascha Speicher – Exclusive Preview

Mar 12, 202510 min
--:--
--:--
Download Metacast podcast app
Listen to this episode in Metacast mobile app
Don't just listen to podcasts. Learn from them with transcripts, summaries, and chapters for every episode. Skim, search, and bookmark insights. Learn more

Episode description

Unsere Folgen sind nicht selten ungewöhnlich lang. Das hat seinen Grund: Wir möchten den Tiefsinn fließen lassen und Euch unsere Gesprächspartner so präsentieren, wie Ihr sie sonst nie – und vielleicht nie wieder – kennenlernen könnt. Und um Euch die Scheu zu nehmen, die man verspürt, wenn man einen über drei Stunden langen Zeitstempel sieht, aber auch, um Euch so richtig Lust auf den Kandidaten zu machen, präsentieren wir Euch immer einen Tag vor dem Release einen exklusiven Sneak in die neue Folge. Viel Spaß beim Hören, und wir freuen uns auf Euch mit einem herzlichen „Welcome back“ am Freitag. Das Format: SOMMELIER – Die interessantesten Weinkellner unserer Zeit wird produziert und verantwortet von der: Weinklang GmbH Silvio Nitzsche Bergahornweg 10 01328 Dresden silvio@sommelier.website und wird freundlichst unterstützt und begleitet von der Schlumberger-Gruppe mit den Handelshäusern: Schlumberger Segnitz Consigliovini sowie dem Privatkundenportal Bremer Weinkolleg

Transcript

Herzlich willkommen zu Sommie, die interessantesten Weinkähler unserer Zeit. Im Norden Deutschlands gibt es sicher ein paar sehr spannende Ecken. Man muss halt gucken, passen die Böden, passt das Mikroklima und dann hat natürlich der Norden Deutschlands irgendwann auch tolle Perspektiven. Also wenn es in Schweden irgendwann erfolgreich beeinflusst, dann gibt es auch in Norddeutschland erfolgreich beeinflusst.

Unser heutiger Gast bei Sommie & Friends ist Sascha Speicher, Chefredakteur des Sommie Magazins und einer der absoluten Matchplayer der deutschsprachigen Sommie Szene. Sobald ich den ersten Pivi probiere, den ich als weltklasse Wein empfinde, werde ich den feiern. Solange das nicht der Fall ist, werde ich das mit Interesse beobachten, aber es eben beobachten. Das Thema Pivi wird kommen, aber noch nicht mit den Rebsorten, die es bis heute gibt.

Also wenn der Gast einen Wein von der Weinkarte bestellt, dann würde ich ihn auf Fragen wählen haben. Wenn ich ein Wein in der Weinbegleitung habe, dann muss ich ihn so servieren, wie ich das versinnvoll halte, weil dann das Pairing soll ja funktionieren. Also in dem Moment muss er so serviert werden, wie es Sommie sich gedacht hat. Aber wenn ich jetzt als Gast ein Wein von der Karte bestelle, dann kann ich natürlich fragen, ja, wollen sie den Wein gerne dekantiert oder bla bla bla.

Gerne auch mit einer Empfehlung. Billy ist ja auch so ein Beispiel, Billy Wagner, der immer schon diesen missionarischen Eifer hatte, Dinge aus dem Umland nicht nur zu finden und aufzustöbern, sondern wenn er gemerkt hat, das ist auch noch nicht vorhanden, es auch selber zu entwickeln. Das beste Essen mit einem bescheidenen Service und nicht guten Weinen ergibt keinen schönen Abend und umgekehrt natürlich auch nicht.

Die die schönsten Weine können über ein schlechtes Essen auch nicht hinweg trösten. Also beides muss halt Hand in Hand gehen. Klaas ist ein Höllenthema, weil das so entscheidenden Einfluss hat. Also das kann man gar nicht wichtig genug einschätzen. Ich erinnere mich noch gut an den ersten Sommilisammet, damals war Peter Müller noch im Lehrbach und der ist extra nach Paris gefahren, um einen Eiswein aus Kanada in Paris abzuholen, weil die erste Lieferung mit der Post zu Bruch ging.

Aber dann müsste ich bei jedem Wein, den ich vorstelle, dazuschreiben, verkostet aus diesem Klaas. Das wäre eigentlich die Konsequenz aus dem Ganzen. Ja, gang 21, da haben einfach viele Winzer in Deutschland das Mitterseure übertrieben. Nach Jahren mit wenig Säure haben es alle gefeiert und gesagt, jetzt endlich kann ich mal wieder aus den Vollen schöpfen und haben Staubtrockeneries-Singer mit neun Volumenprozenten Säure erzeugt. Das ist beeindruckend, das zu probieren.

Aber es ist nicht schön, eine ganze Flasche davon zu trinken. Ich bin der Meinung, nur Klassiker, fünf Stück in der Reihe ist vielleicht auch zu langweilig. Ich will aber auch nicht aus dem Restaurant rausgehen, selbst ich und sagen, jetzt habe ich nur Weine getrunken, die von denen ich in meinem Leben noch nichts gehört habe.

Also, das ist ne Dramaturgie, die man da aufbauen muss und die das beherrschen dieses Spiel auch jung und alt, also junge Jahre ginge, alte Jahre ginge, das macht es einfach aus. Ich bin ganz klarer Verfechter von offen. Inzwischen. Früher blind, also das war so ein Tanz auf der Rasierklinge und das war perfekt. In der Champagne funktioniert das nicht, weil die Traubenpreise so hoch sind.

Dadurch, dass der Traubenpreis über 7 Euro teilweise ja über 8 Euro liegt, gibt es diese einfache Produktion nicht. Weil das Produkt, selbst wenn man es einfachst produziert, dann 25 Euro kostet oder mindestens 20 und die Leute, die ein ganz einfach gestricktes Produkt kaufen wollen, wollen keine 20 Euro ausgeben. Also, ich glaube nicht, dass man Wein unter 8 Euro produzieren kann, bei dem niemand drauf zahlt.

Und wenn es nicht der Traubenproduzent und nicht die Kellerei ist, die drauf zahlt, dann zahlt die Ressource Natur drauf, indem Raubbau am Boden betrieben wird mit großem maschinellen Einsatz, mit dauerhaften Düngereinsatz. Das sind dann Kosten, die im ersten Moment niemandem auffallen, aber die sind vorhanden und die zahlen wir alle. Und dann haben wir natürlich noch einen ganz wichtigen Bereich, das ist dieses Food- und Wein-Pairing.

Also dieses Gefühl für die Kombination von Speisen, Aromen, Texturen mit bestimmten Weinen. Das ist natürlich was, was man tatsächlich nicht lernen kann, sondern das hast du oder hast du nicht. Das kannst du verbessern, aber du kannst es nicht lernen, wenn du es nicht in dir hast. Ein Weinhändler, der jetzt einen Winzer aus Italien oder aus Frankreich importiert, der sehr handwerkliche, sehr handschriftliche Weine produziert.

Diese Weine dann auf dem Markt zu vertreiben, ohne die Hilfe der Gastronomie, wird immer in einem kleinen Rahmen bleiben. Selbst wenn es ein engagierter Händler ist, nehmen wir mal ein Beispiel, wie du es auch gemacht hast. Du hattest natürlich auch Gastronomie dabei, aber du hast auch Wein verkauft. Du wirst das Regional abdecken können. Du wirst eine Menge verkaufen können, die als regionaler Händler top ist, aber du wirst den Winzer nicht jetzt bundesweit vertreten können.

Das geht nur, indem du auch dann die Gastronomie mit an Bord nimmst und den Wein auch in Gastronomie verkauft. Bei Riesling bin ich inzwischen jemand der jung, zwar Riesling jung ist super sexy. Ist vielleicht das sexieste was es im Weißweinbereich jung gibt. Es ist aber auch fordernd. Also wenn man zu viel jungen Riesling am Abend getrunken hat, spürt man das. Die wirklich sehr, sehr guten Weinhändler arbeiten ja oft

auch mit Someliers zusammen in meinen Augen. Ich liebe Wein, aber ich weiß auch, dass zu viel Wein trinken jetzt nicht gesund ist. Und ich trinke nur Wein, wenn er mich fasziniert, wenn er mich anregt, wenn ich ihn wirklich großartig finde. Ich würde nie einfach so Wein trinken, ohne nachzudenken. Wein ist die Leidenschaft Nummer eins bei mir, Gastronomie die Leidenschaft Nummer zwei.

Und das ist das Magazin, wo ich beides zusammenbringen kann. Und dann stand auf dem Nachbattisch fast ein bisschen stiefmütterlich, vielleicht ein Dutzend Pinos. Und diese Pinos haben sich in der Qualität präsentiert, wie es im Begunthold kaum noch findet, weil nämlich da wird es für Pino zu warm. Also die Zukunft, so entre loire, wird vielleicht der Spätbegrunder sein und dann wird es

ein Weltklasseanbaugebiet werden für Pino Noir. Das sind die einzigen Mittler im Markt, die in der Lage sind, diese handwerklichen, nicht so leicht verständlichen, manchmal etwas sperrigen, alles andere als charmanten, nämlich nicht mainstreamigen Beine zu vermitteln. Da braucht es auch manchmal Essen dazu, um den Leuten zu zeigen, pass auf, probieren wir den Wein so, wird der vielleicht hier und da ein bisschen zu anspruchsvoll sein oder sich irgendwas stören,

Gerbststoff beispielsweise. Und dann probierst du es zum Essen und du wirst sehen, das passt perfekt. Man hat als Haus in der Champagne auch gar keine andere Wahl. Um in der gastronomie, in der wienerfienen Gastronomie, in der von sommelier und sommelier geprägten Gastronomie mitspielen zu können, muss man diese Informationen liefern. Viele schreiben inzwischen das Datum, das Digouement, die Du sagst mit auf die Weinkarte oder die Tirage.

Also sie geben einfach Zusatzinfos. Und wenn du da nicht lieferst, bist du von der Weinkarte unten. Also, ja, das ist eine extrem positive Entwicklung, weil es wirklich nämlich auch die Qualität vom Champagner mehr zeigt und eher mehr gerecht wird.

Auch ist es ja Gott sei Dank so, dass die Szenen ein bisschen wächst gefühlt. Es gibt die Etablierten, die machen dann ein neues Projekt, dann rückt ein sommelier an die Stelle nach und so wird eigentlich die Community langsam, aber doch noch mal größer. Und es ist natürlich auch spannend, weil man kann ja dann auch eine Gemichte-Wirkleidung anbieten.

Also, wenn ich jetzt sechs Getränke anbiete und da sind dann drei Weine dabei und die wirklich knallen und dann drei andere, sehr gute Getränke, dann ist es natürlich auch von der Menge an Alkohol, die man konsumiert, absolut verträglich. Nimmt allen Kritikern den Wind aus den Segeln und ist keine große Einbuße beim Genuss. Also insofern ist das dann eine echt positive Entwicklung. Der Summit ist im Prinzip entstanden, als ich das Magazin, also meinigen Assommelier, neu aufgesetzt habe.

Mir war klar, dass das nur funktionieren kann, wenn alle Assommeliers da wirklich mitziehen, wie du es ja beschrieben hast. Und deswegen dachte ich, wir müssen bevor wir die erste Ausgabe produzieren, eine Veranstaltung kreieren, wo wir einfach die Assommeliers zusammenbringen, um da eine Art Community zu schaffen. Und so ist der erste Summit entstanden und ich habe da am Anfang natürlich die Assommeliers auch mit an Bord genommen, ein Stück weit,

die ich gut kannte. Also Billy Wagner zum Beispiel war von Tag eins an da sehr engagiert, kam sogar an Tag früher, hat mir die Weine aufgemacht und so war es dann gleich auch ein sehr familiäres Ding irgendwie für die Assommeliers-Szene und hat sich deswegen auch so gut entwickelt. Und das komplette Gespräch findet ihr ab morgen bei Summit, die interessantesten Weinkähler unserer Zeit auf dieser Plattform oder überall, wo es Podcast gibt.

So, Summit no Loa, auf Weltklasse Niveau geht heute nur noch in drei von zehn Jahren. Diese Episode Summit in Friends bzw. Summit, die interessantesten Weinkähler unserer Zeit, wird begleitet und unterstützt von der Schlumberger Gruppe. Und den Weingütern Kamakanda de Gaia aus der Marama in der Tuscana, Schaddupés aus dem soren Stéphim Bordeaux und Delheim aus Stellenbosch in Südafrika. Vielen lieben Dank dafür.

Ich finde Wein extrem wetterabhängig. Also ich kombiniere Wein mit Stimmung, Stimmung abhängig vom Wetter, also ein strahlender Frühlingstag. Ich glaube, es gibt genau eine Jahreszeit, wo ich Spaß an duftigen Weinen, z.B. einem frischen, knackigen Muskatheller habe oder jugendlichen Souvenirs, die jetzt über die Primäraromate kommen. Das ist genau an solchen Frühlingstagen, wo wahnsinnig viel Duft in der Luft ist und alles plüht.

Oder einer der ersten schönen Sommerabende. Das sind so Momente, wo ich Lust auf so aromatische Weine habe. Umgekehrt sehr gereifte 30 Jahre alte Weisweine, das würde ich jetzt nie an einem heißen Sommertag trinken. Sondern das ist was in der Phase des Rückzugs, wenn vielleicht ein Kaminfreuer an ist oder mal gemütlich zu Hause sitzt. Also ich finde, der Einfluss der Umgebung ist ganz markant.

Transcript source: Provided by creator in RSS feed: download file
For the best experience, listen in Metacast app for iOS or Android