Romana Echensperger MW – Exclusive Preview - podcast episode cover

Romana Echensperger MW – Exclusive Preview

Jan 22, 202510 min
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Episode description

Unsere Folgen sind nicht selten ungewöhnlich lang. Das hat seinen Grund: Wir möchten den Tiefsinn fließen lassen und Euch unsere Gesprächspartner so präsentieren, wie Ihr sie sonst nie – und vielleicht nie wieder – kennenlernen könnt. Und um Euch die Scheu zu nehmen, die man verspürt, wenn man einen über drei Stunden langen Zeitstempel sieht, aber auch, um Euch so richtig Lust auf den Kandidaten zu machen, präsentieren wir Euch immer einen Tag vor dem Release einen exklusiven Sneak in die neue Folge. Viel Spaß beim Hören, und wir freuen uns auf Euch mit einem herzlichen „Welcome back“ am Freitag. Das Format: SOMMELIER – Die interessantesten Weinkellner unserer Zeit wird produziert und verantwortet von der: Weinklang GmbH Silvio Nitzsche Bergahornweg 10 01328 Dresden silvio@sommelier.website und wird freundlichst unterstützt und begleitet von der Schlumberger-Gruppe mit den Handelshäusern: Schlumberger Segnitz Consigliovini sowie dem Privatkundenportal Bremer Weinkolleg

Transcript

Herzlich Willkommen zu Sommelier, die interessantesten Weinkenner unserer Zeit. Ich habe es sehr, sehr geliebt, im Restaurant zu stehen. Ich sage wie eine Bühne. Ich bin auch eine Rampensau. Also ich bin einfach... Vielleicht sag mal, ich bin eine Rampenpfau. Ich würde sich vielleicht irgendwie netter an. Unsere Gästin ist Romana Echensberger. Maastau Boine. Chefredakteure der Weinsparte des Pfahlstaff und eine der renommiertesten Weinexperten für Biodynamie.

Also im Prinzip ist die Biodynamie eine Frage, ob die Erkenntnistheorie, wie wir sie heute haben, wie wir Wissenschaft betreiben, sagt, es ist total wichtig. Das brauchen wir auch. Aber es braucht auch immer noch den Menschen, der das Ganze in ein Verhältnis bringt und anwendet. Da gibt es drei Gründe dafür. Einmal, wenn im Weinberg was schief gelaufen ist, dass du halt irgendwas korrigieren musst.

Wenn du Prozesse beschleunigen willst, weil man jetzt schon den neuesten Wein auf den Markt bringen will. Und wenn du den Stil in eine Richtung drücken möchtest. Ich beschäftige mich schon seit über 13 oder fast schon 15 Jahren mit dem Thema Biodynamie. Wollte da übrigens auch meine Maastau Boine Abschlussarbeiter drüber schreiben. Das ist aber leider, hat das nicht geklappt, weil damals das Thema noch total kontrovers und auch im Institut sehr negativ behaftet war.

Heute kommt man ja auch nicht mehr daran vorbei. Und in dem Zusammenhang bin ich dann auf die Agrarhistorie gestoßen. Und das ist für mich so ein Schlüssel, um die Biodynamie zu verstehen und auch warum das heute so aktuell ist. Wenn es die Menschen nicht geben würde, wäre die Welt eine bessere. Und das ist ja Bullshit. Weil wenn keine Menschen da wären, könnte niemand sagen, dass die Welt ist. Hey Leute, weniger Dirigismus wagen und Kontrolle ist gut.

Wir könnten uns aber auch mehr Vertrauen jetzt mal leisten. Unfassbar, es hat alles auch verschüttgegangen. Und diese Leute sind nicht durchgedrungen mit Bodenbiologie, Bodenphysik, Bodenaufbau. Weil die nichts hatten, was sie kommerzialisieren konnten. Der Grund, warum die Agrarchemie, die Hegemonialwissenschaft in der Landwirtschaft ist, ist, dass man mit Kunststünger im Produkt hatte, das man verkaufen konnte.

Und mir ist auch ganz wichtig, dass nicht immer so jetzt, das kann sich jetzt schnell so anhören, oh, das ist jetzt so eine Lobbykacke und so. Ich finde, man muss diese Sachen kritisch beleuchten, ohne zu urteilen. Weil wir können nicht mit dem Blick von heute Sachen von vor 100 Jahren schlecht oder sagen, das waren alles Deppen und so weiter. Man muss immer sehen, vor 100 Jahren, wir hatten noch mit Hungersnöten zu kämpfen.

Die Leute wollten was essen, die wollten nicht mehr so hart arbeiten. Auch wenn es um die Thema Mechanisierung geht. Kein Mensch will heute noch mit dem Ochsenfuhrwerk irgendwie ein Acker beackern. Die Leute probieren was, die machen was, aber sie haben oft das Problem, dass sich die Leute nicht dafür interessieren.

Und dann hängt man oft auch immer so ein Image nach, dann wird halt ein, Warngut ist geheibt und jetzt laufen alle dahinterher, dass man da mal ein bisschen neugieriger bleibt. Das würde ich mir ein bisschen wünschen. Dieses Wissen, auch dieses Praktikerwissen, was diesem Prinzip entgegengestellt war, hat man marginalisiert und dann Tisch gekehrt, ins lächerliche gezogen, als man drüber gerannt und ist damit voll gegen die Wand gefahren.

Es geht nur darum, dass der Mensch in dieser Dynamik eine positive Rolle einnimmt. Und wie die positive Rolle aussieht, da wird ständig daran verhandelt und gearbeitet. Und das wird sich immer weiterentwickeln. Und diese Entwicklung kann man auch nicht einfrieren und stark machen, weil dann geht es total in die falsche Richtung, weil der Mensch nicht so ist. Und dann war dann der Sommelier weg und dann konnte ich die Sommelierstelle übernehmen und dann ging es halt los.

Es war aber allerdings im Rückblick zu früh. Das war schon eine wahnsinnige Überforderung auch. Da hast du ja dann auch die ganzen fetten Bordeaux und dann liest du immer den Parker da rauf und runter und hast eigentlich keine Ahnung. Aber trotzdem irgendwie, ich habe mich da durchgebissen, wirklich. Und dann war ich ja in Berlin.

Ich muss ja immer ein bisschen lachen, wenn ich mir Leute sagen, die Biodynamie ist ja nicht wissenschaftlich, dann ergege ich nicht immer, ja die Agrarwissenschaft war auch nicht sonderlich wissenschaftlich die letzten 100 Jahre. Weil sonst hätte man zum Beispiel in der Mechanisierung nicht 30 Zentimeter durch den Boden geackert, einfach ohne zu wissen, was man damit anrichtet zum Beispiel. Da gibt es 100.000 Beispiele.

Ich finde, da muss man sich hinstellen, da muss man sagen, hör mal zu. Wein ist ein soziales Schmiermittel. Es geht darum, verantwortlich damit umzugehen. Da kann die Walmrosche auch immer noch besser werden, dass man mehr Aufklärungskampagnen hat und so weiter und so fort. Aber ein Glas Wein zum Essen beim guten Gespräch ist Kultur. Und wenn das fehlt, dann haben wir ein Riesenproblem auch gesellschaftlich. Und dann sagt er, nee, das Steiner ist gibt Natur.

In der Natur, dann kannst du einfach so ja Bohnen aus Brasilien, der Kuh füttern, weil es scheißegal ist, die sie dann trotzdem mit Nährstoffen versorgt. Und dann sagt der Steiner, nein, es gibt Naturintime Wechselwirkungen. Die wissen wir oft noch gar nicht. Die haben wir noch gar nicht wissenschaftlich erkundet. Und das ist schon die Stärke auch von der Biodänomie, dass man mit dieser Sichtweise auf die Natur aufs Ganze den Dingen Raum gibt, die man noch nicht weiß. Und es aber gibt.

Und was mir auch unglaublich hilft, ist diese Menschenkenntnis. Also wenn du 13 Jahre in der Gastronomie gearbeitet hast, dann kann dich nichts mehr schocken. Und du hockst Leuten gegenüber und du redest drei Sätze und du weißt genau, wie du den zu nehmen hast. Und die Weinwelt ist nicht nur, wir trinken jetzt 60 Euro Barolo, der biodynamisch erzeugt worden ist, sondern die Weinwelt ist riesengroß und da hängen ganz, ganz viele Existenzen daran.

Also du könntest, viele Leute in so einem drei-Sterne-Restaurant, da geht es ja nicht immer lustig zu und es ist ja auch viel Druck, der da auch ausgeübt wird, seitens der Gäste, seitens der Tester, dieser Druck, der da ist. Manche brechen da auch daran, die ist einfach zu viel. Das geht dann, die schaffen das nicht. Es ist auch völlig okay, kann ich verstehen. Ich habe unglaublich viel Resilienz entwickelt.

Und die bringt mich, das ist für mich, empfinde ich als große Stärke für mich jetzt. Die bringt mich unglaublich weiter. Ich kann sehr gut organisieren, ich kann gut mit Stress umgehen und überhaupt nicht so ein Schwarz-Weiß denken. Das lehne ich absolut ab. Wir müssen einfach gemeinsam gucken, wie wir weiterkommen. Das sind nicht auch wahnsinnig schwierig, weil einfach so viel Quatsch erzählt wird. Da muss man auch immer durch dieses Marketinggedöns erst mal durchkommen.

Zum Beispiel ein großes Thema ist, wenn die Gastronomie stirbt. Was passiert denn dann? Gerade auf dem Dorf, ich komme vom kleinen Dorf. Wenn da die Gastronomie stirbt, wo man sich trifft und jetzt bin ich in Bayern, da trinkt man kein Wein, da trinkt man halt ein Bier zusammen und dann redet man, dann gibt es keine Gastronomie, dann hat jeder zu Hause vor seinem Schachtal in seiner politischen Blase und versteift total auf seine Ansichten.

Und dann heißt die Gesellschaft ist gespalten und bla bla bla und alle drehen nur noch durch und wählen irgendeinen Scheißdreck. Wo kommt es denn her? Gastronomie und auch zusammensitzen beim Glaswein und sich auch mal die Meinung zu sagen und das auszuhalten und das auszudeskutieren, das ist doch elementar wichtig für uns als Gesellschaft. Und wir müssen halt auch gucken, dass wir junge Leute und Wein-Einsteiger für Wein begeistern.

Und ich weiß nicht, das ist eine Frage, die ich mir da stelle und da habe ich auch noch keine abschließende Antwort gefunden. Wenn wir jetzt das alles so auf die Spitze treiben und sagen, ja nur Natural Wine und nur Organic und nur wenn es irgendwie, können wir da Leute ansprechen, die sich noch nie mit Wein beschäftigt haben oder müssen wir vielleicht auch eher so Crowd-Bleasing-Weine auch machen, um Leute für das Thema Wein zu begeistern.

Und das komplette Gespräch findet ihr ab morgen bei Sommelier, die interessantesten Wein-Känner unserer Zeit, auf dieser Plattform oder überall, wo es Podcast gibt. Das sind nicht auch wahnsinnig schwierig, weil dann auch so viel Quatsch erzählt wird, da wird der auch echt... Da muss man auch immer durch dieses Marketinggedöns erstmal durchkommen.

Also... Diese Ausgabe von Sommelier, die interessantesten Wein-Känner unserer Zeit, wird unterstützt und begleitet von der Schlumberger-Gruppe, sowie den Häusern Otbert aus Schweden, der Heaven Store Distillery aus Kentucky und dem spanischen Weingut Perilada. Vielen lieben Dank dafür. Also wenn du schreibst, der Wein hat alle haben biologischen Säureabbau, der Wein 2 und 3 wurden kräftig im französische Eiche ausgebaut. Das ist bestimmt ein Riesling, dann ja... Ah, der hat verloren.

Hast du das Thema nicht verstanden? Hast du das Thema nicht verstanden? Ja, genau. Dann bist du zwar Master, aber nicht auf Wein. Ja, genau, dann bist du Master auf irgendwie Bullshit-Digger. Ja, ja, genau. Schön.

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