Herzlich Willkommen zu Somie, die interessantesten Weinkennner unserer Zeit. Achter auf diesen einen Ton. Es ist nur ein Ton, aber am Anfang ist er ganz leise und dann wird er flehend und nachher wird er klagend und immer durchdringender. Dann nimmst du das nachher im Konzert ganz anders wahr. Unser heutiger Gast ist eine Sommiere, die die Weinwelt über Jahrzehnte nicht nur begleitet, sondern geprägt hat. Es ist niemand Geringeres als Natalie Lumm.
Und dann fing er an, was ist so, sag mal, welche Rebsorte ist in einem Song sehr und hatte mich so getestet. Und mir hat es natürlich auch Freude bereitet. Und dann, nachher war es so begeistert, dass er ein großer Wegbereiter für mich war. Ja, ich kann da jetzt nicht so den Unterschied wahrmachen zwischen einem 500 Wein und einem 5 Euro Wein. Oder ist ein teurer Wein, nein, ein teurer Wein muss nicht per se gut sein.
Aber wenn du diesen tollen Wein zum richtigen Zeitpunkt hast und nicht mal eine Güte des Beines, bis ja, wenn er langlebig sein kann, also wenn ein Wein nach 30 Jahren perfekt ist, dann spricht es ja auch für die Güte eines Beines. Und sowas dann zu erleben, zu zelebrieren, sowas bleibt für mich ein Leben lang. Und das ist mir lieber als eine Handtasche von blibblablupfen.
Aber es gibt dann andere Menschen, die schließen die Augen und fließen dahin und lassen sich einfach treiben von der Musik und sie spüren es und sie können es ausdrücken. Und das gleiche ist, glaube ich, mit Wein, weißt du, du kannst natürlich sagen, "Oh ja, der hat Barreco, aber einfach den Wein wirklich so zu spüren, genießen, dass du dich regelrecht in ihn hineinfallen lässt." Und sagst, "Wow, ist das gut. Ist das ein schöner Moment, ne? Und so ein Moment bleibt ein Leben lang."
Ich habe ja diesen Beruf gewählt, weil ich ganz früh erkannt habe, du kommst nie an ein Ende. Also das war für mich die Faszination, dass ich dachte, oh, wenn du 60 Jahre alt bist, es ist noch jedes Jahr neu. Wenn man weiß, es sind Freunde und es ist jetzt die Situation, wir wissen, es schlimmste, was die meisten Menschen machen, ist, wenn sie einen guten Wein haben, sie sagen, "Oh, ich trink zum Geburtstag, oh, zu Weihnachten, oh."
Und dann tragen sie ihn als Leiche aus dem Keller, das ist das Allerschlimmste. Und die Erfahrungen haben wir auch schon gemacht. Also da kriegt man schon nicht nur so, oh, wunderbar, weiß ich sonst, weil sonst kennen mich die Leute für meine Weinexpertise und das sind die alle glücklich. Aber das war jetzt ein anderes Format. Und das sind die schon manchmal, dass die Leute sehr direkt unter dem Netz irgendwas über die Schreiben, wo du denkst, echt, ne?
Also der Magensäure ist ja ziemlich wurscht, egal, ob jetzt ein Prozent mehr Säure oder nicht. Das Thema ist ja nur die Balance, dass die Säure gepuffert ist. Also bei der Salatsose macht sich auch keiner Gedanken, hat der Essig 6 Gramm Säure oder nur 5 Gramm Säure, wenn es zu sauer ist, macht es halt Zucker oder Honig dran. Und ich denke, wenn du 30 Jahre Erfahrung hast, dann kann das nicht so verkehrt sein.
Und wenn man sein ganzes Leben lang nichts anderes macht, wie nur bei den Trinken und probieren, dann darf man ruhig auch selbstbewusst aus dem Nähkästchen Blaudern oder Erfahrungen weitergeben. Ich bin überzeugt, dass in der Zukunft die alkoholfreie Rotweine einen großen Erfolg haben werden. Da bin ich überzeugt. Also bisher war es schwierig, Rotweine zu entalkollisieren. Und damals die Weine nicht gespuckt. Es war, weißt du, immer so ein durchgehender guter Level gewesen.
Es war eine unfassbar schöne Zeit. Aber so wusste ich eben schon, ja, ganz, ganz früh, Wein ist, ist Wein ist mein Leben. Ja, aber schau, das ist halt das Spiel mit Öffentlichkeit. Also das ist einfach halt der Deal. Wenn du in der Öffentlichkeit stehst, dann gehört das eine oder andere auch dazu. Das war er. Silvio, ja, mein geheimster Wunsch. Aber wer weiß? Du, ich hab grad wieder neun Lebensabschnitt und wer weiß, was noch alles kommt.
Und es war für mich so, also ich meine, ich war vorher schon Weinfreak. Also ich hab schon sehr früh meine Liebe für Wein entdeckt. Das Feld und das Jugendschutzgesetz. Aber das, das war wirklich so das Erlebnis, wo ich dachte, ja, Wein ist mein Ding. Und es ist bis heute so, wenn Weihnachten ist, am liebsten trinke ich einen rote Bocken. Also es geht natürlich schon auch mit anderen Getränken. Aber ich glaube, ja, Wein ist doch noch irgendwie so das E-Tüpfelchen.
Ich hatte meinen 18. Geburtstag und wir waren in der Traubatombach im Gourmet-Restaurant zum Essen. Und damals war der Christoph von Dirksen, war Somelier. Und er hatte uns damals zu einer Ente, ein 83er jiffrischem Bertin von Trappé empfohlen. Und ich weiß noch, wie heute er hat ihn damals dekantiert. Und ich dachte schon, also ich saß neben dran und dachte schon beim beim Dekantieren, was für ein Geruch.
Ja, was die Leute, finde ich, vergessen ist, dass Wein ja aus was verbindendes ist. Und das siehst du den Leuten ja heute an. Also gerade diese Leute, die heute Ängste haben und unsicher sind. Und ich weiß nicht, Probleme haben ihr einen persönlichen Coach. Ich denke immer, wenn die mit den Freunden eine gute Flasche Wein trinken würden, so viele Probleme würden sich von selber lösen.
Also es ist doch oft, dass wenn du mit anderen sprichst, bei einer guten Flasche Wein, auf einmal merkst du, du stehst gar nicht alleine da oder es ist nichts Ungewöhnliches. Oder dieses Problem gab es schon immer. Oder so diese selbstverständlichen Sachen, die finde ich, kann man am besten bei einer Flasche Wein. Was ich gelernt habe, ist auch so, wie du anfängst, Wein zu trinken. Also die ersten Aha-Erlebnisse. Also jeder braucht ja mal so ein Weinaha-Erlebnis.
Wo ich sage, oh, in dem Moment war der Wein so gut. Ich hätte mich reinlegen können. Ich merke, es bricht für ein Leben. Also man geht immer wieder doch dahin zurück. Ich kann mich auch noch erinnern, als vor 25 Jahren ein French Paradox Schlagzeilenmachter und auf einmal tranken alle wie verrückt Rotwein, weil man wusste, der Rotwein ist so gesund. Jetzt ist halt gerade so ein bisschen unsexi Zeit, aber ich glaube, es wird sich auch wieder ändern.
Dass irgendwann weiß man wieder, dass es ja gut entspannend ist für das Nervensystem. Und ich weiß nicht, schlechter Skolesterin wird im Positivskolesterin umgewandt. Und dennoch bin ich immer aufgerückt, bis der erste Satz mal draußen ist und dann weiß ich, jetzt läuft es. Ich wollte eigentlich eher so in die Fußstapfe meines Vaters treten, aber dann war wirklich die Faszination Wein, wo ich dachte, was ist das für ein tolles Thema?
Ich finde das ja auch schön, weißt du, wenn du junge Menschen hast und dann weißt du ja, sie sind vielleicht noch unsicher oder haben vielleicht auch ein bisschen Respekt davor oder haben nicht so viel Geld und das man dann sagt, hey, gar kein Problem. Also du bist dir genau so willkommen und ich verwöhn' ich genauso. Und das komplette Gespräch findet ihr ab morgen bei Sommli, die interessantesten Weinkenner unserer Zeit auf dieser Plattform oder überall, wo es Podcast gibt.
Wir leben in der schönsten Zeit, die es jemals gab, weil wir heute alles bereisen können, weil wir alles erleben dürfen, weil es immer wieder weitergeht, weil also dieser Fortschritt auch, oh, das macht mir einfach Spaß. Diese Ausgabe von Sommli, die interessantesten Weinkenner unserer Zeit, wird begleitet von den Weingütern. Kontadi Castaldi aus der Lombardy, Bordecais Taran aus der Riocha und der Bordecais Lustau aus dem Herres sowie unserem Partner der Schlumbergergruppe.
Vielen lieben Dank dafür. Also es geht natürlich schon auch mit anderen Getränken, aber ich glaube, Wein ist doch noch irgendwie das E-Tüpfelchen.
