Maximilian Riedel – Exclusive Preview - podcast episode cover

Maximilian Riedel – Exclusive Preview

Apr 30, 202510 min
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Episode description

Unsere Folgen sind nicht selten ungewöhnlich lang. Das hat seinen Grund: Wir möchten den Tiefsinn fließen lassen und Euch unsere Gesprächspartner so präsentieren, wie Ihr sie sonst nie – und vielleicht nie wieder – kennenlernen könnt. Und um Euch die Scheu zu nehmen, die man verspürt, wenn man einen über drei Stunden langen Zeitstempel sieht, aber auch, um Euch so richtig Lust auf den Kandidaten zu machen, präsentieren wir Euch immer einen Tag vor dem Release einen exklusiven Sneak in die neue Folge. Viel Spaß beim Hören, und wir freuen uns auf Euch mit einem herzlichen „Welcome back“ am Freitag. Das Format: SOMMELIER – Die interessantesten Weinkellner unserer Zeit wird produziert und verantwortet von der: Weinklang GmbH Silvio Nitzsche Bergahornweg 10 01328 Dresden silvio@sommelier.website und wird freundlichst unterstützt und begleitet von der Schlumberger-Gruppe mit den Handelshäusern: Schlumberger Segnitz Consigliovini sowie dem Privatkundenportal Bremer Weinkolleg

Transcript

Herzlich willkommen zu Somie, die interessantesten Weinkähler unserer Zeit. Es gab aber auch einen Herrn Robert Parker, den ich persönlich gut kennengelernt habe, geschätzt habe, der mich sicher geprägt hat. Einen James Sackling, den jeder kennt, der mich geprägt hat. Robert Mondavi, Angelo Gaya. Also ich komme hier aus einer ganz anderen Situation, weil diese Leute sind bei uns ein- und ausgegangen. Unser heutiger Gast ist niemand Geringeres als Maximilian Riedl.

Sie können kochen, ich kann backen, ich habe einen tiefen Weinkähler, worum gehe ich dann ins Gasthaus oder ins Restaurant, weil ich ein Erlebnis haben möchte. Und das fängt beim Somelje an. Je mehr man Zeit am Gast verbringt, umso wohler fühlt man sich. Je mehr man erlebt, nicht nur dem Gast den Rücken zuneigt, den Korken zieht, einschenkt und gut bei, sondern bleiben sie bei mir, bleiben sie beim Gast.

Belüften sie den Wein, kühlen sie den Wein, schenken sie immer wieder gerne ein, suchen sie das Gespräch. Genau das will ich als Gast haben. Das machen wir jetzt in der elften Generation. Wir sind die ältesten Glashersteller der Welt. Und die Formengabe, die mein Großvater in den 50er Jahren entwickelt hat, wird ja weltweit von allen Konkurrenten mittlerweile kopiert bzw. zelebriert. Entre Nus ist es ja sehr selten, dass der Somelje in einem Restaurant mit Sprache recht hat.

Ich glaube, da verstehen wir uns. Es ist meistens der Eigentümer oder die Gattin des Eigentümers, die vielleicht die Gläser selektiert, was schlecht ist. Es sollte der Somelje selbstständig entscheiden dürfen, welches Werkzeug er oder sie einsetzen möchte und darf. Sensorik, Geschmack hängt ausschließlich ab von der Architektur des Glases bzw. vom Fließverhalten. Das ist ja genau das, was die Riedels vorgegeben haben und die ganze Glasindustrie mittlerweile verfolgt.

Das ist unsere Philosophie. Gibt für mich keinen, wie sagt man dazu, dry month, January oder März? Schauen Sie, ich betreibe jeden Tag Sport. Die Zeit nehme ich mir. Ich bin dadurch ein gesunder Mensch. Ich ernähre mich nur gesund und dazu gehört das Glaswein. Das Glas bzw. die Funktion ist einzigartig und abhängig von der Formengabe und nicht von der Leichtigkeit und/oder ob das Glas einen Stil hat oder keinen Stil. Also, das ist das Schöne am Wein.

Es ist nicht wie eine Flasche Bier oder gar ein Champagner, der vielleicht verraucht, sondern Wein ohne Probleme zu stöpseln, zurück in den Kühlschrank und in Übertage zu genießen. Ich habe im Alter zwischen 10 und 15 Jahren – ich muss es so bezeichnen – leiden dürfen, weil mich meine Eltern mitgenommen haben in diese Tempel des Genusses und Abendessen bis zu fünf Stunden gedauert haben.

Wir fertigen ja Werkzeuge des Trinkgenusses und die Weinglese, die wir auf den Markt bringen, die hier die Industrie unterstützen, da kommt keiner meiner Konkurrenten hin. Das sind ja fein getunte Instrumente, die das Maximum aus einem Wein herausholen, ihn vielleicht sogar verschönern.

Marketing im Bereich Wein gibt es sehr selten bis keines, aufgrund der örtlichen Gesetze, das Bewerben von Alkohol ist verboten, aber auch das Marketing des Restaurants, meiner Meinung nach wird diesbezüglich viel zu wenig getan. Und wenn man schon eine schöne Flasche Wein öffnet, sollte das dokumentiert werden.

Heutzutage ist ja jeder zum Journalisten gereift, jeder hat ein Instagram-Account und dadurch bin ich auch bekannt geworden, weil ich eben diesen Weinmoment gerne zelebriere, weil ich den Sommelierfrage darf, ich sie dabei filmen, wenn sie meinen Wein dekantieren und dann wird natürlich der Sommelier positioniert, es wird der Wein positioniert, es wird das Ambiente, das Restaurant positioniert, also auch das, meiner Meinung nach sollte in der Gastronomie viel mehr gefördert werden.

Ich glaube bis heute gibt es keinen Glashersteller, der hier separiert zwischen Konsument und Gastronomie. Der Hubertushof ist ein Hotel, es hat 600.000 Followers. Ja wie ist denn das möglich? Ja, weil sie dem Gast genau vorgeben. Hier gibt es Bereiche im Menü des Hotels, wo sie gerne filmen können. Da wird das extra zelebriert und das ist großartiges Marketing, da wird viel zu wenig drauf geachtet.

Wenn wir bei Weißwein anfangen, Sauvignon Blanc, ein Riesling-Glas, ein Chardonnay-Glas, dann gibt es ein moderne Champagner-Glas, keine Flöte mehr und bei Rotwein gibt es drei Gläser. Es gibt ein Glas für die dünne Schale, Medium und die dicke Schale. Man kann das kurz zusammenfassen, es gibt ein Glas für Pinot Noir, da steht für die dünne Schale dann das Glas für Syrah, da steht für die Medium dicke Schale und dann gibt es für die roten Trauben.

aus Bordeaux, das sind alles dicke, dicke Schalen bei der Rotweintraube, das ist das Cabernis Sauvignon Glas und ich glaube mit diesen sieben Gläsern ist man schon einmal gut ausgestattet, wenn man natürlich dann in die Tiefe gehen möchte, dann gibt es die Serie Sommelier, Vinnum und Veritas, da glaube ich gibt es dann 25 bis 30 unterschiedliche Gläser, abgestimmt auf die individuelle Traube. Ich möchte Wein und Essen innerhalb von zwei Stunden zelebrieren bis zum Maximum,

aber dann muss es ein Ende geben. Ich weiß, dass der Wein in dieser Dormant Face fallen kann, das heißt der Wein kann heute gut sein, morgen vielleicht nicht mehr so gut, wie kann das sein, weil er eben in diese Schlafphase verfällt und die muss man abwarten und deswegen kauft man sich eine Zwölferkiste als Konsument, um eben

diesen Zyklus des Weines mitzuverfolgen. Nur weil er heute nicht gut ist, kann er sein, dass er in einem Jahr oder drei Jahren plötzlich seinen Peak hat, das ist die Faszination des Weines, es ist ein natürliches Produkt und das schätze ich und das ist das, was mich bei Wein fasziniert. Es ist ein Lebensmittel und es ist das einzige Lebensmittel, das mir bekannt ist,

dass kein Ablaufdatum hat. Aber natürlich wenn wir hier über die Super-Tester sprechen und viele sommeliers würde ich in diese Kategorie Super-Tester eingliedern, die würden meiner Meinung nach schon einen Unterschied erkennen.

Der ist auf TikTok und auf Instagram, der hat Millionen von Vollos und alles was der Macht ist, ein Kellner beziehungsweise ein Sommelier zu sein, aber wie er es macht, wie er sich positioniert, ist einfach cool und dann gibt es natürlich auch negative Momente, wo ein Sommelier mir sagt so und nicht anders oder eine Empfehlung ausspricht für ein Glas, den ich also gar nicht zuspreche, wie zum Beispiel für Chardonnay in Pinot Noirglas, Katastrophe oder für einen Chardonnay oder für

den Riesling ein Chardonnayglas empfiehlt, funktioniert nicht. Also gibt es dann schon Momente, wo ich dann gerne ins Gespräch komme, das sind keine Streitgespräche, aber das sind interessante Gespräche und ich möchte einem Sommelier nie auf die Nerven gehen. Jeder hat so seine Erfahrungen, es gibt aber auch Limitierungen natürlich und dieser Austausch ist immer, ist immer jedem zu raten, lasst den Sommelier aussprechen, aber natürlich auch wenn

möglich dagegen halten. Das sind also dann meistens diese Momente, wo ich persönlich aufgrund meiner Erfahrung schon abschätzen kann, in welche Richtung führt mich der Sommelier. Will er mich motivieren mehr Geld auszugeben, das passiert leider viel zu oft und Konsumenten, so wie ich, die Erfahrungen gesammelt haben, merken das sofort, ist negativ behaftet oder will der Sommelier mich in eine Richtung bewegen um mir zu sagen, trinken sie doch einen lokalen

Wein, das liebe ich, das schätze ich. Mittlerweile gibt es ja fast kein Land mehr, das nicht selbst Wein produziert, da lass ich mir gerne etwas empfehlen, weil da kenne ich mich nicht aus. Dann gibt es die Momente, wo ich dem Sommelier ein Budget gebe, finde ich auch spannend und sage zu einem Mittagessen, hier ist das Budget zu einem Abendessen, hier ist das Budget für eine oder zwei Flaschen, das ist aber auch spannend, weil dann bemerke ich auch in welche Richtung der Sommelier

tendiert. Mein Keller ist unterschiedlich gegenüber der Gastronomie. Wenn ich in die Gastronomie gehe, lass ich mir zuerst vom Sommelier die Gläser zeigen, daran orientiere ich mich und dann selektiere ich den Wein. Bei mir zuhause habe ich ja alle Glasformen, nicht alle Glasserien und da lasse ich mich eher inspirieren von dem, was ich in meinem Weinkeller finde. Und das komplette Gespräch findet ihr ab morgen bei Sommelier, die interessantesten Weinkeller unserer Zeit auf dieser

Plattform oder überall, wo es Podcast gibt. Auch ein Sommelier sollte sich die Zeit nehmen und nicht nur Weingüter bereisen, sondern sich einmal eine Glasproduktion ansehen, sollte man bei so einem Riedelworkshop mitmachen, den wir weltweit täglich zelebrieren, wo wir unter Beweis stellen, wie und warum ein Glas den Unterschied macht und es ist faszinierend. Also damit sollte man

sich einmal auseinandersetzen. Diese Ausgabe "Sobby and Friends" wird begleitet und unterstützt von dem Weingüter Petra und Björn Tisanti, beide aus der Toskana, dem Hause Falkenberg aus Rheinhessen und von unserem Partner, der Schlummbäckergruppe. Vielen lieben Dank dafür. Es gibt niemanden auf meinem Rad, der mehr Weinerfahrung hat als mein Vater, der auch blind einzigartig verkosten kann und nicht nur die Region bestimmen kann, die Traube, aber auch den Jageng und den

Winzer. Da gibt es wenige Menschen auf der Welt, die das können. Aufgrund ihrer Erfahrung, mein Vater zählt dazu und dieser Mensch, dieser Gaumen, hat mich geprägt.

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