Ausgabe 104 des Seins Wassers Podcasts und heute geht es um die Farbe des Mars und er ist rot. Nee, bist braun. Herzlich willkommen zur Ausgabe 104 des Science-Bassens-Podcasts, wie immer produziert mit Unterstützung der Uni Graz und der TU Wien. Mein Name ist Martin Puntigam, mir gegenüber sitzt heute Florian Freistädter, Astronom, hallo. Hallo. Und Sarah Winkenstätte, Regisseurin des famosen Kinofilms Größe vom Mars. Hallo.
Hallo. In der letzten Ausgabe Nummer 103 haben Johanna Birka, Informatikerin und Spieleentwicklerin an der TU Graz und ich unter anderem gesprochen Wir haben gesprochen über die Welt der Computerspiele im akademischen Kontext, wie man Entgegner beforscht, wie man eine DOS-Maschine bedient, wie alttypische GamerInnen sind, warum es bei Minecraft geht, ob man Videospiele verwenden kann, um reale Gebäude zu restaurieren, wie sexistisch die Gaming-Welt ist, wie sozial die Gaming-Welt ist,
wie lange ein Bosskampf dauern kann, warum Computerspiele im Kulturteil von Zeitungen kaum vorkommen, was man auf Kreuzfahrtschiffen über Computerspiele lernen kann. Heute geht es in die andere Richtung, nicht aufs Meer, auf der Erde, sondern in den Himmel, ins Universum. Heute geht es unter anderem um Himmelsmechanik, Asteroiden, Kometen, Astronomie, aber auch um Verluste, Liebe und Leben im Spektrum. Was es damit genau auf sich hat, werden wir heute besprechen.
Hallo Sarah, freue mich sehr, dass es funktioniert hat. Du bist Regisseurin des Films Größe vom Mars. Warum ausgerechnet Mars? Ja, also erstmal freue ich mich auch sehr, dass das geklappt hat mit uns heute. Warum der Mars? Unsere Hauptfigur, Tom, ist zehn Jahre alt und hat das hehre Ziel, der erste Mensch auf dem Mars zu sein. Und deshalb der Mars.
Es kommt ja diese obskure Figur in der US-amerikanischen Wirklichkeit, nämlich Elon Musk, überhaupt nicht vor, der ja auch gern der erste Mensch am Mars wäre. Tom ist auch speziell, aber nicht so drogensüchtig und mit einem verlorenen Verstand wie der US-amerikanische Milliardär, sondern er hat eine ganz spezielle, wie soll man sagen, weil in Wirklichkeit ist es ja ein Film über Astronomie, bei dem es nebenbei um Autismus geht oder ein Film über Spektrum,
bei dem es eigentlich über Astronomie geht. Wie würdest du das beschreiben? Ich würde das Zweite sagen. Es ist ein Film über einen Jungen, der ein bisschen anders ist als andere Kinder in seinem Alter und der eben sich wahnsinnig fürs Weltall interessiert und Astronaut werden möchte.
Genau, so habe ich den Film übrigens auch empfunden, denn ich bin ja Astronom und habe den Film auch übrigens sehr großartig gefunden, wirklich ein absolut toller Film und ich habe mich auch über die Astronomie im Film gefreut, aber ich habe es auch als Film gesehen, der über einen Jungen mit Autismus handelt und wo die Astronomie ein Teil ist, um dieses Leben dieses Kindes zu erzählen, aber es war jetzt kein Astronomiefilm.
Aber ich war erstaunt, wie akkurat und präzise über Mathematik, über Naturwissenschaften und auch über Himmelsmechanik referiert worden ist. Es kommt sogar das Minor Planet Center vor, das in unserer aktuellen Show auch vorkommt, wo wir auch entsprechend auch Witze darüber machen, nämlich wie kann man Außerirdische entdecken, die sich der Erde nähern würden.
Und bin deshalb so ein bisschen eingeschult gewesen von Florian in unserer Show und habe gefunden, das ist doch ein erstaunlich detaillierter Zugang dafür, dass es in dem Film eben um Tom geht, um seine ganze Familie, auch sehr filigran eingeflochten um den Verlust des Vaters, der gleichzeitig auch der Verlust des Sohns, also der Großeltern ist.
Aber die Astronomie und vor allem die Himmelsmechanik spielt da schon eine ziemlich große Rolle, vor allem wenn es dann aufs Land geht, in den Ort mit dem schönen Namen Lunau. Ja, wir haben uns große Mühe gegeben, weil mir das wahnsinnig wichtig ist, authentisch zu erzählen. Also Kino und Kinofilm und der Stoff selber, natürlich gibt es da Stellen, die sind larger than life. Das muss auch ein bisschen sein in einem Kinofilm, finde ich. Aber mir ist es einfach wichtig, dass die Basis stimmt.
Ja, also und wir haben uns da, ich habe da wirklich eine Art Crashkurs gemacht und haben uns ein paar Tage mit einem Astronomen eingeschlossen, also die Szenenbildnerin, der Kameramann und ich und der hat uns wirklich erstmal nochmal Grundlagen erklärt und wir haben tatsächlich das Buch ein bisschen mit ihm nochmal fast umgeschrieben.
Also die Teile, wo es eben um die Flugbahn des Asteroiden geht und dass es dann am Ende eigentlich ein Komet ist, das kam tatsächlich von dem Michael Büker aus Hamburg. Ein ganz toller Kollege, der eben viel auch für Kinder, der schreibt Kinderbücher unter anderem und hat eben eine gute Art Laien, das zu erklären. Und das hat uns wahnsinnig geholfen.
Und dann hat tatsächlich unsere Ausstattung, also die Szenenbildnerin und die Außenrequisiteurin und so, die haben sich richtig reingekniet und haben von Sternwarten und von Planetarien und noch anderen Experten, haben die tatsächlich sich die Programme besorgt und ein Teleskop, dass das alles auch für Menschen, die eben Ahnung von der Thematik haben, auch guckbar ist.
Weil das, ja, also ich bin Reiterin und wenn beim Film, wenn da jemand von der falschen Seite aufs Pferd steigt, dann mache ich aus. Also das kann ich einfach nicht angucken. Und das wollte ich einfach, also ja, das wollte ich eben Menschen, die sich mit Astronomie auskennen, nicht antun. Das war mir einfach wichtig. Und man muss ja auch sagen, es steht und fällt ja auch die ganze Geschichte damit, ob man es glaubt, dass Tom es schafft, diesen Asteroiden bzw.
Dann am Ende den Kometen zu finden. Und hätten wir das nicht glaubwürdig erzählt, dann wäre der ganze Film in sich zusammengefallen. Florian, ist der Film von der richtigen Seite auf die Astronomie aufgestiegen? Ja, es kommt aber darauf an. Also es ist auf jeden Fall deutlich weniger Quatsch zu sehen, als in Filmen zu sehen ist, wenn man Astronomie in Filmen sieht.
Da habe ich schon die allerärgsten Sachen gesehen. Also man merkt, dass sich in dem Film Menschen sehr viele Gedanken darüber gemacht haben, wie man die Astronomie richtig darstellen kann. Aber natürlich ist ein Film immer ein Film und keine Dokumentation, weil sonst wäre es eine Dokumentation.
Also natürlich ist da auch einiges, wo ich jetzt sage, als jetzt jemand als Spezialist für Himmelsmechanik und Asteroiden, wo ich sage, okay, das ist in der Realität dann doch ein bisschen anders, als es da in dem Film ist, aber man merkt ja, dass es im Film eine Rolle spielt, warum das so ist. Also da habe ich jetzt als Astronom kein Problem, das in dem Film als Film zu akzeptieren, weil ich weiß, das ist jetzt nicht die Wirklichkeit.
Wie wird denn die Entdeckung eines Asteroiden vor sich gehen? Du bist ja selber Asteroidenbesitzer, wenn man so möchte. Also es gibt einen Asteroiden, der im Universum herumsaust, der deinen Namen trägt. Wie entdeckt man den Asteroiden oder gibt es da viele Möglichkeiten, Asteroiden zu entdecken? Naja, so viele gibt es nicht. Man muss halt schauen und man muss ihn sehen. Aber es ist durchaus, naja, im Prinzip kann das schon so laufen, wie es im Film gezeigt worden ist.
Also man kann ein Teleskop nehmen und das muss jetzt nicht unbedingt ein dramatisch großes Teleskop sein. Das Teleskop aus dem Film ist vermutlich ein bisschen zu klein dimensioniert, wenn man wirklich einen Asteroiden, der da noch irgendwo so, ja, weiß nicht, wo der genau rumgeflogen ist, aber doch irgendwo bei Jupiter, Mars, irgendwo so da in der Nähe, wenn man das so versteht, wie es da erzählt wurde, also dann ist der wahrscheinlich zu klein.
Aber es wurde auch nicht gesagt, wie groß der Asteroid sein soll. Also wenn es ein sehr, sehr großer ist, dann kann man vielleicht auch mit dem kleinen Teleskop sehen. Also das könnte schon gehen. Was ich einmal kurz so aufgemerkt habe, wo ich mir gedacht habe.
So wird es wahrscheinlich nur unter sehr, sehr speziellen Umständen gehen, ist die Szene, wo Tom den Dachboden in seinem privates Refugium und Observatorium umbaut, dann das Dachfenster sieht und aus diesem Dachfenster raus dann den Himmel beobachtet. Da denke ich mir ja, wenn man einen Asteroiden suchen will, also wenn ich jetzt nicht doch eine Zufallsentdeckung mache, weil ich halt irgendwo hinschaue mit dem Teleskop und dann sehe ich da was, was da nicht hingehört und weiß,
aha, okay, ist ein Asteroid. Wenn ich jetzt wirklich speziell danach suche, dann muss ich natürlich den gesamten Himmel absuchen, weil der Asteroid ist ja verloren, wie es im Film erzählt wird. Das heißt, es weiß keiner, wo er genau ist.
Das heißt, ich muss den ganzen Himmel absuchen und dann ist ein Dachfenster mit einem kleinen Ausschnitt, einem kleinen Blick auf den Himmel halt sehr, sehr ungünstig, um einen Asteroid wirklich gezielt zu suchen, weil da kann man immer nur in eine Richtung schauen und muss hoffen, dass er da gerade vorbeikommt. Also das, gut, aber dann weiß ich nicht, hätte er das ganze Dach abreißen müssen. Das hätte der Bruder wahrscheinlich gern gemacht. Das hätte der Bruder gemacht.
Aber das wird ja nicht funktionieren. Und das ist eben im Film auch schön gezeigt worden, dass Tom da durchaus auch viel Mathematik getrieben hat. Aber normalerweise ist es, will ich sagen, dass es unmöglich ist, aber es ist heutzutage fast unmöglich, jetzt einen Asteroid zu finden, den man wirklich einfach nur mit dem Auge durchs Teleskop schaut.
Also eigentlich hätte Tom da noch eine Astro-Kamera irgendwie dran basteln müssen und Digitalaufnahmen machen müssen, um dann wirklich sicher sein zu können. Ja, ja, es hat vor allem das Ding, ich habe mich dann gefreut, dass über den Twist, ich weiß nicht, sollen wir den Film jetzt spoilern hier oder wollen wir das machen?
Also alle, die den Film noch nicht gesehen haben, das sind ja vermutlich sehr viele, die den Podcast hören und den Film noch nicht gesehen haben, weil er erst seit ein paar Tagen im Kino ist. Der Florian wird jetzt kurz was er verraten, was man nicht wissen sollte, wenn man sich den Film anschaut, also kurz vorstieb. Aber vielleicht verrate ich es auch nicht, ich kann es auch ohne verraten machen. Er verrät es doch nicht, Also ich kann es verraten, er verrät es nicht.
Nein, aber die Auflösung der Asteroidensuche, die war sehr, sehr schön. Das ist auch tatsächlich etwas, was in der Realität passieren kann. So wie dann am Ende das Objekt entdeckt wurde, was entdeckt wurde, das geht in dem Fall. Aber wenn man jetzt quasi real wirklich einen Asteroiden entdecken will, dann muss man eigentlich mehrere Beobachtungen, man muss erstmal das Objekt finden. Man muss ein Objekt finden, das man anhand von Sternkarten identifizieren kann
als, das ist kein Stern. Also man muss irgendwie schauen, okay, da ist ein Stern, da ist ein Stern, da ist ein Stern und dann weiß ich, okay, da ist etwas, das ist nicht dabei. Das ist sehr, sehr schwierig, deswegen macht man es meistens anders, nämlich man... Man fotografiert dasselbe Stück Himmel über mehrere Stunden oder idealerweise auch mehrere Nächte hinweg und schaut, ist da ein Objekt, das sich bewegt.
Weil die Sterne tun das nicht, die bleiben da, wo sie sind, wenn man die Erdrotation entsprechend berücksichtigt. Aber ein Asteroid, der bewegt sich vom Hintergrund der Sterne. Und wenn ich da jetzt auf meinen zeitversetzten Aufnahmen ein Objekt habe, das sich bewegt, dann weiß ich, okay, das könnte ein Asteroid sein.
Dann kann ich eben mit ausreichend viel Mathematik, die man im Film auch gesehen hat, da ist sehr viel Mathematik, also zumindest in Bildern vorgekommen, es wurde jetzt nie im Text vorgerechnet. Das nicht, aber große Begeisterung für Mathematik ist gezeigt worden.
Genau, die ist gezeigt worden. Und mit viel Mathematik kann man dann eben aus diesen Bildern, die man gemacht hat, die Bahn berechnen und dann kann man schauen, das macht man dann tatsächlich beim Minor Planet Center, der internationalen Verwaltungsstelle für Asteroidenentdeckungen, wenn man so will, kann man das dann eingehen und schauen, gibt es das schon? Ist das einer von den Asteroiden, die wir schon kennen? Oder wenn nicht, dann kann man sich Hoffnungen machen, dass man einen neuen
entdeckt hat. Also so wird das quasi in echt laufen, wenn man einen Asteroid findet. Sarah, hast du eigentlich so eine Schlagseite gehabt, eine Schwäche für Astronomie und Asteroiden und Himmelsmechaniker oder warst du da verhältnismäßig blank und hast dir erst von, nicht von Null, aber von wenig einlesen müssen?
Nee, doch von Null, tatsächlich. Also ich hatte wirklich, das war auch, ich habe das Buch gelesen, habe gedacht, ich würde es so gerne machen, weil mich dieses, also ich wollte so gerne die Perspektive eines Kindes mit Autismus-Spektrum-Störung zeigen.
Und dann war es eben ja direkt verknüpft mit diesem Weltall und es war für mich wirklich, ich habe gedacht, hei, hei, hei, ich muss mich in zwei Themen einarbeiten, also weil Autismus natürlich auch gut recherchiert sein wollte und genau, aber natürlich auch die Astronomie und das war tatsächlich, also ich bin wirklich mehr oder weniger bei Null angefangen, ja.
Und hat es dich interessiert dann oder nur in Bezug auf den Film, weil du den Film machen wolltest, du hast gesagt, jetzt muss ich das halt machen, aber danach lass ich es wieder bleiben oder bist du jetzt angefixt? Nee, ich war schon angefixt. Also gerade so diese Woche, wo wir sehr viel mit dem Martin Büker zu tun haben und gesprochen haben. Und dann ist es mehr in die Ausstattung gegangen, weil die auch für die Animationen zuständig sind, für die ganzen Requisiten.
Wie die, die haben mir dann die Computer dahingestellt und deshalb bin ich irgendwann so ein bisschen, habe mich wieder um andere Dinge gekümmert und bin wieder mehr in dieses Autismusfeld gegangen sozusagen und habe mich um die Schauspieler gekümmert und so. Aber ich habe, seitdem kriege ich oft von meiner Szenenbildnerin, die ist immer noch sehr, die ist immer noch in verschiedenen Foren und Podcasts und auf Insta und so mit ganz viel damit beschäftigt.
Also die ist so richtig angefixt und ich bin so, also ich weiß auf jeden Fall deutlich mehr jetzt und das ist schon toll, auf jeden Fall. Aber es ist natürlich auch ein Riesenthema, wo man, ja, also es ist ja sehr komplex, ich wüsste, Atomphysik vielleicht noch, aber ansonsten finde ich, ist das schon einfach sehr komplex, um das jetzt mal so ein bisschen nebenbei zu machen. Also da bin ich jetzt tatsächlich dann raus sozusagen.
Was mich interessiert, ich meine, die astronomische Seite, die hätte jetzt kein Problem damit gehabt, das in dem Film darzustellen, weil ich habe Astronomie studiert, aber der Autismus hat mich interessiert, weil das ist etwas, wo man ja gerade bei der medialen Darstellung, wenn es jetzt um so Dinge wie Autismus oder auch ADHS geht, was medial in der Vergangenheit sehr oft sehr schlecht dargestellt worden ist und wo in der Gesellschaft und von der Gesellschaft bis zu den Ärztinnen und
Ärzten hinein immer noch sehr, sehr viele Vorurteile herrschen. Also wie hat das funktioniert, dass man das Phänomen des Autismus und das Leben eines autistischen Kindes so darstellt, dass es dann eben ja nicht die klassischen Vorurteile so a la Rain Man oder irgendwie sowas bedient. Also wie ist das gelaufen? Das hat mich interessiert.
Ich habe erst mal Kontakt aufgenommen zu Autismus-Therapiezentren, speziell hier bei mir in der Heimat in Gütersloh und habe erst mal Gespräche mit Therapeuten und Experten geführt, so ganz theoretisch. Ich habe, die haben auch, mehrere Experten haben auch das Drehbuch erst mal gelesen, die ersten Fassungen. Und dann haben wir auf deren Geheißes auch angepasst zum Teil. Oder nicht zum Teil, sondern haben alles umgesetzt, was die angemerkt haben sozusagen.
Und dann bin ich tatsächlich in Familien gegangen und habe, ja, habe so den Alltag mit verschiedenen Kindern verbracht. Und habe dann geguckt, wer unserer fiktionalen Figur so ein bisschen nahe kommt. Also wer so ähnliche, ja, wer die Regeln so einhalten muss, wer eine Inselbegabung hat oder ein Thema hat, wo es sich wahnsinnig für interessiert. Dieser Junge war so ein bisschen das Role Model sozusagen für Tom.
Das war ganz gut, weil selbst wenn im Drehbuch die Fakten dann richtig waren, weil es die Experten gelesen haben, braucht man ja doch eine Idee, wie inszeniere ich die Zwischentöne. Also wo guckt er hin? Wie bewegt er sich? Wie geht er auf andere Menschen zu? Also wie guckt, also so bei Menschen mit Autismus, Spektrumstörung, die gucken zum Beispiel ihren Gesprächspartner nicht unbedingt in die Augen. Die gucken so auf die Stirn, weil das weniger Informationen sind, die sie verarbeiten müssen.
Und solche Sachen, die habe ich auch von den Experten gelernt, aber eben vor allem auch von dem Jungen, den ich da begleitet habe, den ich mir dann sozusagen rausgesucht habe. Mir auch, oder die Mutter hat zum Beispiel gesagt, dass eben viele, also er jetzt selber nicht, aber dass viele Menschen mit Autismus Spektrumstörung Kopfhörer nutzen, um sich abzuschirmen. Der Junge selber hatte diesen Tick mit der Uhr, sag ich mal, weil das ist so ein Geräusch, was ihn runterbrachte.
Der hatte immer so Legosteine, mit denen er gespielt hat, die er immer so hin und her geklickt hat, die ganze Zeit. Solche Dinge. Das haben wir uns dann schon einfach abgeguckt. Wenn du sagst, du hast das Drehbuch angepasst, das Drehbuch hast du selber geschrieben oder das hat wer anderer verfasst? Die Grundidee kommt von zwei Autoren aus Hamburg. Das war ja ein Kinderbuch erstmal.
Die haben auch die ersten Fassungen geschrieben und irgendwann haben wir es sozusagen zusammen, weiter bearbeitet, weil wir, also der Kameramann und ich, uns irgendwann sehr klar dazu entschieden hatten, es wirklich ganz aus Toms Perspektive zu erzählen, damit das mit den Linien und diese Breakdowns, Shutdowns, dass das funktioniert, da musste man, haben wir einfach gemerkt, als wir das Buch bearbeitet haben, also für uns, also diese ganz normale,
man arbeitet ja dann mit dem Buch, gar nicht, dass man es umschreibt, sondern wir haben uns Szene für Szene vorgenommen und überlegt, wie lösen wir das auf, also wie stellen wir die Kamera, wohin, wo lassen wir diese Szene spielen und und und. Und dabei ist uns einfach aufgefallen, dass wir es ganz aus der Sicht von Tom erzählen müssen. Und dann haben wir nochmal ein paar Anpassungen gemacht, gemeinsam mit den Autoren zusammen. Das heißt, das Buch unterscheidet sich vom Film stark oder leicht?
Na, ich würde sagen, es gibt schon ein paar Sachen, die anders sind als im Buch. Die Großeltern haben komischerweise einen größeren Raum, obwohl wir das ja komplett aus der Sicht von Tom erzählt haben. Aber wir mussten, im Buch kann man die einfach, ja, wenn Tom als Erzähler sozusagen im Buch ist und gerade nicht über die Großeltern spricht, sozusagen dann... Können die wegfallen? Dann weiß man nicht, was die machen.
Das ist im Film ein bisschen schwierig, weil wenn man da irgendwie eine halbe Stunde das Haus sieht ohne die Großeltern, die müssen ja auch irgendwas zu tun haben dann. Deshalb haben die tatsächlich diese Trauergeschichte um den Sohn, den sie ja verloren haben und so, das ist tatsächlich erst im Nachhinein zum Beispiel reingekommen. Das ist ja tatsächlich eine sehr rührende Geschichte, weil alle haben irgendwas verloren.
Es ist ja nicht nur der Asteroid verloren gegangen, der wieder gesucht werden muss, sondern es geht ja immer um diesen Vater und Sohn, der da ist, obwohl man eigentlich nur ein Foto von ihm sieht als Kind oder ein Foto als Erwachsener, aber der dann doch eine große emotionale Aufgewühltheit schafft. Jetzt ist das alles sehr rührend und lustig und unterhaltsam und vor allem aber überzeugend gespielt. Wie hast du denn die Darsteller und Darstellerinnen gefunden und gecastet?
Genau, also bei den Erwachsenen war es so, dass ich die bereits kannte, das sind bekannte Schauspieler und eine Casterin hat sie mir vorgeschlagen und dann haben wir uns getroffen und telefoniert und über die Rollen gesprochen und haben gemerkt, dass das gut funktioniert, also dass wir die gleiche Idee haben und so. So, da wurde jetzt kein aufwendiges Casting gemacht, sondern das waren eher Gespräche.
Und bei den Kindern, Tom zum Beispiel, also der Theo, der den Tom spielt, der hat noch nie gedreht. Das war seine erste Rolle. Deshalb kann man Kinder ja auch in dem Alter fast noch gar nicht kennen aus anderen Formaten oder anderen Filmen. Da gab es wirklich eine Kindercasterin, die mir ganz viele Vorschläge gemacht hat für alle drei Kinderrollen. Dann haben wir erstmal anhand von Videos die Auswahl verkleinert, also die sie eingeschickt haben, so E-Castings sozusagen.
Und dann haben wir Live-Castings gemacht in verschiedenen Städten. Und dann haben wir sie gefunden und so zusammengestellt. Die Geschwister Ich nehme an, also die spielen so harmonisch, dass sie die, abseits der Kamera auch gut miteinander verstanden haben? Ja, die haben sich sehr gut verstanden, aber ich muss auch sagen, ich probe immer sehr viel im Vorfeld.
Das finde ich bei Kindern total wichtig, weil die sich ja wohlfühlen müssen, auch mit ihren Geschwistern, aber eben auch mit der Mutter und mit den Großeltern. Die müssen ja sehr innig irgendwie spielen und so selbstverständlich miteinander umgehen. Und wenn die sich eigentlich kaum kennen, dann habe ich immer das Gefühl, merkt man das.
Und ich probe immer gerne ein bisschen vor Dreh, also ein paar Tage, Wochen vor Dreh und dann muss es aber nochmal eine kurze Pause geben, sodass man wieder frisch ans Set kommt und dann die Szenen nochmal mit so einer ganz neuen Energie spielen kann.
Jetzt ist es ja oft nicht nur so, dass es um die Vertrautheit zwischen den Darsteller und Darstellerinnen geht, sondern um die Authentizität des aufgesagten oder des gespielten Textes, weil bei vielen Kinderfilmen im Fernsehen ist es manchmal noch ein bisschen gravierender.
Oder wirken die Kinder so, als würden sie halt den Text aufsagen, den sie aufsagen sollen und dann sind sie wieder weg und man hat oft das Gefühl nicht, dass die Kinder nicht begabt genug werden, sondern dass nicht genug Zeit ist, um mit ihnen zu arbeiten oder genug Budget, um sie die Zeit zu nehmen.
Das ist ja in dem Fall von Größe, von Maß überhaupt nicht der Fall, sondern man hat das Gefühl, die Kinder hätten das ganze Leben nichts anderes gemacht und können das aus dem FF, als ob sie jahrzehntelang auf der Bühne oder vor der Kamera gestanden sind. Wie kriegst du denn das hin? Ja, ich glaube, dass es zum einen das Proben ist, weil Proben sind aus verschiedenen Gründen wichtig.
Es ist einmal, um eine Vertrautheit, um eine Selbstverständlichkeit zu erschaffen und, Und dass die Kinder natürlich auch ein Selbstvertrauen kriegen und wissen, ah ja, so soll die Szene werden. Ich kenne den Text, ich weiß, ich fühle mich wohl, das alles. Aber es ist auch total gut für mich, um zu erfahren, was braucht welcher Schauspieler. Also auch nicht jeder Erwachsene ist gleich zu führen.
Manche können mit technischen Ansagen total gut umgehen. Wenn ich sage, ach nee, mach es mal trauriger. Das schaffen manche sehr gut, weil die natürlich auch das Handwerkszeug haben. Bei Kindern oder bei anderen, auch Erwachsenen-Schauspielern, versuche ich das eigentlich anders. Und da muss man immer ein bisschen gucken, was braucht wer. Das ist jetzt gerade schwer zu erklären, so rein theoretisch.
Aber da gibt es einfach ganz verschiedene Sachen, so imaginäre Körperzentren zum Beispiel oder sie über eine Gefühlsebene. Manchmal reicht auch Atmung und Blicke. Oder ich sage ihnen auch manchmal, was sie denken sollen, während sie den Satz sagen. Also die sollen den Satz, also sagen einen Satz, aber sollen dabei was ganz anderes denken. Das ist teilweise sehr schwer. Aber es ging bei Tom zum Beispiel wahnsinnig gut, weil der sehr, sehr schlau ist. Und der konnte sich Text gut merken.
Und dann hatte er aber eigentlich immer noch einen Gedankensatz, den er sich auch noch merken musste. Und das mit manchen Kindern oder mit manchen Taschwerden geht das natürlich überhaupt nicht. Und da hat man dann wiederum ein anderes Handwerkszeug. Und das finde ich für mich beim Proben raus. Wie arbeite ich mit welchem Schauspieler? Und ich glaube, das macht es dann aus. Und eben, das kostet Zeit. Es kostet Energie.
Und es kostet natürlich auch ein bisschen Geld. Und es ist ehrlicherweise auch ein bisschen die Bereitschaft auch der Schauspieler. Also wie viel Zeit nehme ich mir dafür? Wie lange habt ihr denn an dem Film gedreht? Wir hatten 32 Drehtage, aber wir hatten natürlich eine lange Vorbereitungszeit und dann, ja, wie das, was dann alles dahinter herkommt. Schnitt durch die Animationsebene hatten wir auch noch eine sehr lange Post, also eine ziemlich lange Post.
Genau. Also insgesamt von der ersten Idee bis zum fertigen Film hat es vier Jahre gedauert. Oh, das ist eine ganz schöne Zeit. Und gedreht habt ihr ja letzten Sommer oder? Nee, 2023 haben wir schon gedreht. 2023 schon. Ja, der Film hatte Weltpremiere ziemlich genau vor einem Jahr auf einem Kinderfilmfestival in Norwegen, dem Barne-Filmfest. Ganz tolles Kinderfilmfestival. Und ist tatsächlich fast ein Jahr jetzt getourt auf vielen, vielen Festivals. Das war auch sehr schön.
Das ist für so kleine, independent Kinderkinofilme sehr wichtig, weil die da einfach auch nochmal Zuschauer in aller Welt kriegen und Preise gewinnen können, was wir auch getan haben. Und jetzt kommt er in die Kinos. Da darf ich mich noch mal kurz als Astronom einmischen, weil es darum geht, dass in der Film, ich habe auch nicht gewusst, dass der 223 gedreht worden ist.
Ich habe auch gedacht, der ist 224 gedreht worden, weil ja, und das ist jetzt kein Spoiler, der Asteroid, der die quasi nicht belebte Hauptrolle des Films spielt, hat ja die Bezeichnung 2024 NR7. Und da habe ich mich schon mal sehr, sehr gefreut, wenn ich das gehört habe, weil ganz oft in Filmen über Asteroiden oder wo Asteroiden vorkommen haben, die Asteroiden irgendwelche Namen, die tatsächlich so nicht existieren können, weil es gibt ganz klare Regeln, wie Asteroiden benannt werden können.
Und 2024 NR7 entspricht genau dieser Regel. Dieser Asteroid wird dann auch erzählt, das ist glaube ich auch noch kein großer Spoiler, dass der, ja er geht später verloren, aber davor wird noch erzählt, dass er vielleicht mit dem Mond kollidieren könnte und das interessiert den Tom natürlich sehr.
Und 2024 NR7 ist eben ein Asteroid, der im Jahr 2024 entdeckt werden muss oder entdeckt worden ist, weil sonst würde er nicht so heißen und aus dem NR7 könnte man auch ausrechnen, wann er genau entdeckt wurde. Das muss ja irgendwann so der zweiten Jahreshälfte gewesen sein, irgendwann so Juli rum und tatsächlich. Gibt es einen Asteroid, der im Jahr 2024 entdeckt worden ist und der mit dem Mond kollidieren könnte? Das ist der Asteroid 2024 YR4.
Also ihr habt fast quasi den richtigen Asteroid erwischt mit der Bezeichnung. Das ist der Asteroid, der haben wir im Podcast schon mal darüber gesprochen haben, aber der ist Ende letzten Jahres entdeckt worden. Hat zuerst so ausgesehen, als würde er mit der Erde kollidieren vielleicht mit sehr geringer Wahrscheinlichkeit. Und das kann man ausschließen. Aber es gibt noch eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass er vielleicht mit dem Mond kollidiert, allerdings erst im Jahr 2032.
Also da habe ich mich gefreut, dass zumindest mal ausnahmsweise in einem Film die Benennung von Asteroiden tatsächlich korrekt ist. Ja, da hätte ich Herrn Büker bedanken. Der hat uns nämlich sozusagen den Namen, also er sagte, wann soll er gefunden werden? Ich sage ja, ich glaube, wir hatten Ende Juli, irgendwie Juli oder August 2024. Weil uns war schon klar, wir drehen zwar 2023, aber veröffentlicht wird er frühestens 2024.
Martin hat ja auch schon, darum ist es kein Spoiler, erzählt, dass dieser Asteroid verloren ging und deswegen Tom den Asteroid suchen geht. Ich kann, wer sich jetzt Sorgen macht, beruhigen, der Asteroid ist nicht verloren, weil den Asteroid 2024 NR7 gibt es auch in der Wirklichkeit, weil die Bezeichnung ja korrekt ist und die Asteroiden werden halt eben nach ihrer Entdeckung benannt.
Also irgendwann gab es den Asteroid NR6 und davor den Asteroid NR5 und so weiter und die Buchstaben gehen alle der Reihe nach durch und so werden die im Laufe des Jahres durchbenannt und es ist tatsächlich am 6. Juli 2024 der Asteroid 2024 NR7 entdeckt worden und der ist aber nicht verloren. Also den kann man in meiner Planet Center nachschauen, was ja auch im Film vorkommt.
Da gibt es eine Seite, wo man schauen kann. Also der ist nicht verloren, der bewegt sich immer noch als braver Hauptgürtel Asteroid zwischen Mars und Jupiter rundherum und ist genau da, wo die Astronomie weiß, dass er sein soll. Also der Asteroid macht keine Schwierigkeiten. Ja, cool. Das wusste ich noch gar nicht, dass es den wirklich gibt. Das muss ich erstmal Tom als Theo erzählen. Ja, aber trotzdem, dass es den dann wirklich, dass es wirklich NR7 dann gibt.
Es hätte ja auch sein können, dass es bei NR6 aufhört und dann geht. Weil ich glaube, im nächsten Monat gibt es wieder einen Buchstaben, oder? Geht immer nach Halbmonat, aber wir finden so viele von den Dingen mittlerweile, weil das ja alles funktioniert so gut wie gar nicht mehr so. Es kommt ganz, ganz selten vor, dass Asteroiden heutzutage wirklich noch von Individuen entdeckt werden, die so privat durchs Teleskop schauen.
Die allermeisten Asteroiden werden von großen Durchmusterungsprogrammen an Sternwarten entdeckt und die sind mittlerweile so gut, dass da die Asteroiden ja wirklich quasi täglich rausfallen aus den Beobachtungen. Also es wäre sehr überraschend gewesen, wenn dieser Asteroid NR7 nicht aufgetaucht wäre. Verstehe. Na gut. Vielleicht gibt es es schon, aber gibt es eigentlich dann Asteroidenkalender, wo jeden Tag ein neu entdeckter Asteroid vorgestellt wird?
Nicht, dass ich wüsste, aber man könnte es machen, für die das interessiert. Sarah, wenn du sagst, der Film, Größe vom Mars, ist eine Runde durch Kinderfilmfestivals gedreht. Hast du diese Runde mitgedreht? Warst du da immer mit dabei? Man wird da sehr gut behandelt, wenn man in einem Film eine Rolle spielt, als Regisseurin.
Zumal es ist sehr angenehm, auf diesen Festivals zu sein. Und wenn der Film dann auch gut aufgenommen wird, ist das ja ein großes Vergnügen und eine schön verbrachte Lebenszeit. Absolut. Es ist total schön. Vor allem, man trifft einfach andere Filmemacher und das ist immer sehr bereichernd und inspirierend. Und man sieht natürlich auch nochmal andere Filme, die man so hier in Deutschland dann im Fernsehen oder im Kino einfach auch nicht sehen würde.
Definitiv, aber ich habe halt auch zwei Kinder und muss ja auch ich verdiene ja dann kein Geld also es ist ja schön, die bezahlen oft die Flüge und dann, die Hotelunterkünfte, aber ja, man kann nicht das ganze Jahr nur Urlaub machen, das wäre natürlich toll aber, Ich habe gesehen.
Dass es zu dem Film auch Schulmaterial gibt, das fand ich auch sehr schön es ist in dem Fall jetzt kein naturwissenschaftliches Schulmaterial, aber gut, das ist jetzt auch nicht unbedingt so nötig, aber es geht um Material für, wo man den Kindern in der Schule ein bisschen erklären kann, was es mit Autismus auf sich hat, wie das im Film dargestellt wird und ich fand diese, ich bin jetzt kein Experte für Schulmaterialien, ich habe da sowas in meinem
Leben glaube ich einmal gemacht und das hat mit Astronomie zu tun gehabt, aber ich fand das sehr, sehr gut eigentlich und sehr schön auch mit den Ausschnitten von den, Bildern, Ausschnitten von den Filmen, die da gezeigt worden sind, also ich fand Ob das selbst interessant, obwohl das für ab neun Jahren, glaube ich, ist für die Kinder in der Schule. Also ich kenne mich auch mit der Filmproduktion nicht aus. Ist es normal, dass man bei Kinder-Jugendfilmen dann irgendwie sowas dazu macht?
Oder ist das etwas Spezielles, was es bei diesem Film gab? Also wie habt ihr das gemacht? Also das fand ich wirklich sehr überrascht, dass ihr das gesehen habt. Also bei meinem ersten Film, Zu weit weg, gab es auch schon Schulmaterial. Ich bin da nicht so ein Experte, ob das wirklich bei jedem Kinderfilm so ist, aber bei den beiden bot es sich halt auch an, weil zu weit weg war ein Film über einen Jungen, der war ein Braunkohle-Flüchtling sozusagen.
Also sein Dorf wurde abgebaggert und er musste umziehen in eine neue Stadt und kam da zusammen mit einem syrischen Flüchtling neu an die Schule und auch in den Fußballvereinen und so. Also diese Schulmaterialien, das macht der Verleih, der kümmert sich darum. Also damit habe ich eigentlich gar nichts mehr zu tun. Ich kriege die auch nicht zu Gesicht vorher oder so.
Ich freue mich nur immer natürlich, dass es das gibt, weil ich es auch so wichtig finde, dass solche Filme auch ein bisschen nachgearbeitet werden. Also es ist ja nicht reines Popcorn-Kino, was man sich anschaut und wieder rausgeht und sagt, ah ja, es war irgendwie nett, sondern es soll ja auch was hängen bleiben. Dafür macht man sie ja. Wenn es dann in der Schule natürlich nochmal aufgearbeitet wird und es nochmal richtig Material dazu gibt, ist es natürlich großartig.
Auch für mich als Höhemacher, da freue ich mich natürlich sehr drüber. Ja, aber ich fand, das hat mich sehr gut gemacht. Also ich bin jetzt weder Experte für diese Art von Unterricht, also wenn das ein astronomisches Schulmaterial gewesen wäre, hätte ich mehr sagen können. Aber so jetzt als Laie fand ich das wirklich sehr, sehr gut. Ich fand das alles, diese ganzen Aufgaben, Blätter und so weiter, ich habe jetzt wirklich fast Lust, das selbst alles auszufüllen.
Weil das irgendwie alles spannende Fragen sind, wo man sich nochmal Gedanken über den Film machen kann. Also die man sich vielleicht vorher so nicht gemacht hat. Also wer auch immer das gemacht hat, das finde ich gut.
Ja, und der Film läuft ja auch auf Schulkinowochen. Oder wir waren ja auch auf Kinderfilmfest, Da sind halt 400 Kinder in einem Kino und das sind meistens Schulklassen oder zu 99 Prozent sind es dann Schulklassen, weil das sind Vormittagsvorstellungen und dann gehen halt die Schulen dahin und für die ist es natürlich großartig, wenn sie damit fast dann eine Woche an Unterricht auffüllen können im Nachhinein, in der Medienbildung oder in Deutschunterricht oder je nachdem, wo man das dann sagt.
Du hast ja schon kurz gesagt, der Zeitbudget ist beschränkt, aber gehst du auch in Schulen, wenn der Film vorher gezeigt worden ist und sprichst er mit den Kindern? Machst du sowas? Also ich habe es bei meinem ersten Film für die Schule meiner Kinder gemacht. Da bin ich schon dann hingegangen. Ansonsten mache ich es natürlich bei Schulkino-Wochen zum Beispiel. Ich schaffe es zeitlich ja nicht, jetzt in jede Schule zu gehen.
Wenn ich aber natürlich irgendwie eine persönliche Bindung habe, eine befreundete Lehrerin oder so mich fragt, dann mache ich das schon auch mal oder würde es machen. Aber ich kann ja nicht, also ja, wenn, dann macht es schon mehr Sinn zu sagen, okay, da ist Schulkino-Woche, geht dahin, da komme ich. Ja, das ist... Pass uns jetzt erst mit dir an, Freunden, wenn man gerne hätte, dass du in die Schule kommst und dann...
Ja, das ist ein bisschen gemein. Nein, also ich habe es, wie gesagt, ich habe es einmal für die Schule meiner Kinder, genau, da habe ich das mal gemacht. Jetzt nur ganz kurz, der Begriff Schulkino-Woche ist mir nicht geläufig. Was kann man sich darunter vorstellen? Ah, gibt es das in Österreich nicht? Möglicherweise, aber meine Schulzeit ist schon so lange her. Jedes Bundesland in Deutschland hat eine Schulkino-Woche. oder Wochen und die sind auch unterschiedlich.
Wir haben zum Beispiel in Bayern die Schulkino-Woche Ende März eröffnet mit Grüße vom Haas. Das bedeutet, dass viele Kinos in Bayern Vormittagsvorstellungen haben, speziell für Schulen. Jedes Kino bietet dann so und so viele Filme an. Da gibt es ein Schulkino-Wochenprogramm. Das stellt halt der Schulkino-Verband oder ich weiß nicht, eine Organisation ist das, die dieses Programm zusammenstellt jedes Jahr und dann können die Kinos sich die Filme aussuchen und die Schulen werden angeschrieben.
Also wie genau das läuft, ganz viel mehr weiß ich nicht, aber das sind natürlich immer ganz gut besuchte Vorstellungen. Meine Kinder sind jetzt auch schon aus der Schule heraus, aber ich kann mich nicht erinnern, dass es sowas in Österreich gegeben hätte. Wir haben Sportwoche, keine Kino-Woche.
Und Schul-Ski-Kurse. Wir sind in Kontakt gekommen, relativ schnell, nachdem ich eine Veranstaltung moderiert habe und mit dem ersten österreichischen Astronauten und bislang einzigen Astronauten Franz Fieböck nach einer Vorführung deines Films im Kino gesprochen habe.
Wir haben kurz über das Weltall gesprochen, über Raumfahrt und wie es ist, Astronaut zu sein und dann die Fragen der Kinder beantwortet und wir sind deshalb so schnell in Kontakt gekommen, weil im Internet gelesen habt, du hast beim WDR und beim Kinderprogramm vom ZDF gearbeitet und wir da einen Kontakt hingehabt haben, weil vor ein paar Jahren die Sendung mit der Maus den Heinz-Oberhummer-Award bekommen hat. So hat sie das relativ schnell deichseln lassen.
Wie schaut denn dein Werdegang aus? Also jetzt bist du Regisseurin und arbeitest vermutlich regelmäßig an Kinofilmprojekten. Aber wie ist es denn dazu gekommen? Wolltest du das schon immer machen oder hat sich das zufällig ergeben? Und wie hat dich denn deinen Weg übers Kinderfernsehen dorthin geführt? Also ich bin von Haus aus erstmal Journalistin. Ich habe hier für die örtliche Tageszeitung geschrieben während meiner Abiturzeit, meiner Oberstufenzeit.
Habe dann an der RTL-Journalistenschule eine Ausbildung gemacht. Das klingt ja jetzt für unsere Ohren noch nicht verlockend, aber es ist eine gute Schule, nehme ich an. Ja, die war gut, tatsächlich. Weil da habe ich nämlich dann auch eine Praxisstation gemacht beim WDR in der Kinderabteilung. Kinder und Familie heißt die beim WDR. Da habe ich eine Praxis stattfindet. Ich fand die Ausbildung gut, aber mir lag das Tagesaktuelle nicht.
Also dieses schnell Fernsehen innerhalb von ein paar, ich habe dann viel für, Regionalstudios gearbeitet. Das, Vormittags gedreht und um sechs ist es dann schon gesendet worden. Das fand ich immer, ich wollte es immer schöner machen. Das war einfach nur auf Zeit sozusagen. Und dann bin ich eben quasi zur Sendung mit der Maus und grundsätzlich zu den Kinderformaten beim WDR gekommen. Und da hatte man mal Zeit.
Da hat man durchaus auch mal ein paar Tage, teilweise Wochen mit Vorrecherchen und so für so einen Beitrag arbeiten können, dürfen. Und da habe ich tatsächlich so ein bisschen das erste Mal das Inszenieren kennengelernt eigentlich sogar. Weil im Journalismus inszeniert man ja nicht, das ist ja tunlichst verboten. Aber für die Sendung mit der Maus kann man das schon durchaus mal machen. Also in speziellen Bereichen, natürlich auch nicht überall.
Aber ich habe eine Sachgeschichte gemacht, wo man da ein bisschen anders gestalten konnte. Und das hat mich total gereizt. Und da habe ich gedacht, das hat mir einfach wahnsinnig Spaß gemacht. Und dann habe ich geguckt, wo kann ich denn eigentlich so inszenieren und Regie führen? Oder wie lerne ich das? Und dann habe ich an der Kunsthochschule für Medien nochmal ein Filmstudium draufgesetzt.
Und dann, da habe ich dann irgendwie gedacht, ich bleibe irgendwie in diesem Kinderkosmos, weil ich Kinder einfach auch ein wahnsinnig tolles Publikum finde. Also es gibt nichts Schöneres, als in so einem vollen Kino zu sitzen und wenn dann Kinder anfangen zu klatschen und zu jubeln und zu lachen. Und ich war in, also gerade im südlichen Südeuropa, ich war in Italien auf dem Kinderfilmfestival, die rasten aus. Das ist so schön, wirklich. Das ist ja das größte Lob irgendwie.
Ich kann das ganz gut nachvollziehen, weil wir letzte Woche zum dritten Mal in Wien am Orania Puppentheater eine Show gespielt haben mit Handpuppen, die es dort gibt, Kasperl und Bezi. Bezi ist ein Bär und das gibt es in Österreich seit 75 Jahren dort in der Orania und insgesamt schon eine Spur länger. und das sind die Begleiter von Generationen von Kindern.
Ab zwei, drei Jahren gehen die Kinder dort ins Puppentheater und flippen aus, wenn Pizze und Kasperl kommen und wir machen dort mit den Science Pass das Wissenschaftschoß mit diesen Handpuppen und es gibt eine Handpuppe von mir auf der Bühne und da ist es eben genauso, dass wir die Kinder auffordern zu brüllen und wenn sie dann die Lunge aus dem Leib brüllen, vor lauter Begeisterung oder weil sie am Ende doch unbedingt Eis haben wollen, das ist tatsächlich fantastisch.
Ja, das macht schon Spaß. Ich arbeite auch gerne mit Kindern, ja, gerne für Kinder. Ich arbeite aber auch gerne für und mit Erwachsenen. Also ich kann jetzt nicht sagen, dass ich ausschließlich mache, ja auch fürs Fernsehen, fürs deutsche Fernsehen, mache ja auch Krimis und,
hat auch einen ganz anderen Reiz. Das kann ich nicht anders sagen, aber ich finde Kinderfilme auch einfach total wichtig, dass die, ja, weil ich glaube, dass man denen die Welt auch nochmal, anders zeigen kann oder dass es wichtig ist, dass man ihnen eben auch so Filme wie Grüße vom Mars oder es gibt auch ganz tolle, skandinavische Kinderfilme, wo ich einfach so denke, das ist so, ja, es ist einfach wichtig, dass sie auch gute Filme sehen, die sie irgendwie bewegen und die hängen bleiben.
Ja, du hast selber Kinder, ich habe auch Kinder und das war immer große Wohltat, wenn man ins Kino oder ins Theater gegangen ist mit den Kindern und auch als Erwachsener gern zugehört hat und unterhalten war und das Gefühl gehabt hat, da wird jetzt nicht nur so getan, das müsste man sich ein bisschen dumm stellen, damit die Kinder das verstehen können, sondern weil das für Groß und Klein gleichermaßen gut geeignet war.
Absolut. Das ist ja sonst vergeudete Lebenszeit manchmal. Also da sitzt du da und denkst, oh Mann, ich muss auch 10 Euro zahlen. Also ja, es ärgert mich schon auch manchmal, weil ich so denke, also so. Und das finde ich auch wichtig und ich finde auch, Kinder werden auch manches vielleicht nicht verstehen bei Grüße vom Mars, aber...
Finde ich auch nicht so dramatisch, weil sie verstehen ja, es ist ja auch im echten Leben so, das Leben passiert und dadurch lernen sie ja, auch wenn sie vielleicht nicht jeden Satz von einem Erwachsenen verstehen, ist das ja kein Beinbruch, also so und deshalb schalten sie den Film auch nicht aus, weil wenn sie mit der Hauptfigur mitgehen, dann kann man auch manchmal Kleinigkeiten vielleicht nicht unbedingt bis ins letzte Detail verstehen, aber da gucken die dann ja auch drüber weg,
So, wenn das alles ansonsten kongruent zusammenpasst. Und ja, also ich meine, meine Erfahrung ist, dass Kinder mit Logikbrüchen zum Beispiel ein großes Problem haben. Also wenn irgendwas unlogisch ist oder so oder wenn irgendwie so große Filmfehler gemacht werden, wo sie sich wirklich veräppelt fühlen. Also das war bei meinen Kindern oft so. Wo ich dachte, ja, ihr habt total recht. Das war gerade wirklich schlampig recherchiert
oder einfach nicht gut erzählt. Also das habe ich immer das Gefühl, dass sie das viel mehr stört, als wenn da jetzt ein Witz ist, den nur Eltern zum Beispiel verstehen. Also als Kind ist man auch sehr genügsam. Ich kann das aus meiner eigenen Kindheit noch erzählen. Also ich glaube, einer der immer noch mich prägenden Filme war der Film Total Recall mit Arnold Schwarzenegger. Den habe ich gesehen als Wölf im Italienurlaub auf dem Dach vom Campingplatz, von der Campingplatz-Disco auf Italienisch.
Jenisch und ich habe genau nichts verstanden, aber ich habe die Bilder gesehen und ich war glücklich, dass da tolle Dinge passieren. Ich habe ihn mittlerweile auf Deutsch gesehen, ich weiß, worum es geht, dass er gar nicht so toll ist, der Film.
Aber allein das Erlebnis hat schon gereicht und wenn man dann noch so einen Film hat, jetzt die Grüße vom Mars, wo man ja auch als Kind selbstverständlich sehr viel verstehen kann, dann macht es auch definitiv überhaupt nichts, wenn man ein bisschen was nicht versteht. Weil der Film handelt ja auch vom Nicht-Verstehen. Also passt das ja ganz gut. Das stimmt, ja. Ich hingegen finde, dass Total Recall eigentlich ein ganz dadelloser Film ist und haben ihn sehr gerne angeschaut.
Es ist ja gut, aber er ist nicht so gut, wie ich ihn damals als Zwölfjähriger in Italien erlebt habe. Das habe ich gemeint. Naja, in Italien auf dem Disco-Tag kam ja auch wahrscheinlich das Illegale dazu. Da war ja wahrscheinlich kein Sitzplatz, oder? Das war ja wahrscheinlich so ein bisschen reingesneakt in die... Ach, das war den Italienern damals egal, wer da hinkommt. Jaja, klar.
Sag Sarah, es gibt eine Fernsehserie, Detectorists heißt die, und der Schauspielerregisseur, der gedreht hat die Serie, da gibt es so Menschen, die mit Metalldetektoren in der Gegend herumgehen, als Hobby, ganz leidenschaftlich das betreiben.
Das ist offensichtlich so eine ganz spezielle Community in Großbritannien und die Serie ist sehr liebevoll gemacht und er hat erzählt, er hat genau gewusst, wie das aufgenommen wird, ob sie die nicht denunziert fühlen, weil das natürlich auch sehr schrollige Menschen sind, die das Hobby betreiben und in Wirklichkeit war die Aufnahme sehr warm und sehr herzlich.
Wie ist das denn in deinem Fall? Weil Menschen, die mit Autismus zu tun haben, das heißt, dass es sich selber direkt betrifft oder indirekt über Verwandte, Eltern, Kinder, Geschwister, das ist ja auch ein Teil der Gesellschaft, der nicht dominant sichtbar ist. Und wenn man das in den Mittelpunkt eines Films stellt, dann kriegt man eine besondere Beachtung. Wie sind denn da die Rückmeldungen? Ja, bisher sind alle wahnsinnig glücklich über den Film.
Also ich habe nur positive Resonanz bekommen aus dem Autismus Spektrum. Und ich glaube auch, ich meine klar, es heißt ja, kennst du einen Autisten, kennst du einen. Also jeder ist dann doch auch immer noch wieder ganz anders. Es heißt ja auch nicht um so ein Spektrum. Wir mussten uns einen rausgreifen und ja, es ist natürlich jemand, der kann sprechen, der hat eine Inselbegabung, einfach um diese Heldenreise auch erzählen zu können.
Und ich glaube, oder was mir immer wichtig war, ich wollte ihn nie vorführen. Ich wollte nicht, dass man über ihn lacht, sondern wenn mit ihm lacht oder vor allem, also der Humor kommt ja eher durch den Bruder und durch den Opa und so rein. Aber klar, es ist natürlich auch ein Lacher, wenn er sagt, Oma hat geweint, weil sie die Kronen entdeckt hat und die sind ja auch ganz verknickt.
Natürlich lachen da vor allem Erwachsene, Kinder gar nicht so, weil es natürlich nicht um die Verknickten, die Knicke in den Kronen geht, sondern um die Emotionalität. Aber das ist natürlich für jemanden im Autismus-Spektrum nicht, also die Emotionen zu begreifen ist ja schwierig für viele. Genau, das ist natürlich ein schmaler Grat. Wann führt man vor? Ich hoffe, dass ich es nicht tue, sondern dass man mit Tom mitfiebert, mitleidet und sich einfach mitfreuen kann.
Also das war zumindest mein Ziel und vor allem wollte ich ja Kindern und auch Erwachsenen nahe bringen, wie sehen Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung die Welt? Das war mein großes Ziel und ich glaube, das haben wir ganz passabel hinbekommen.
Also soweit ich das aus Außenstehender beurteilen kann, sogar sehr gut, weil es gleichzeitig sehr charmant und unterhaltsam ist, aber halt auch in dem Maß irritierend, wie eben die Welt für den Tom kompliziert und unverständlich werden kann, ganz punktuell. Jetzt ist der Film 2023 gedreht, 2024 hat er Uraufführung erfahren, jetzt macht er seine Runde um die Kinos und dann vermutlich durch die Fernsehsender, während du aber mutmaßlich schon wieder
an einem neuen oder mehreren neuen Projekten sitzt. Ist das richtig? Was kommt denn da in Zukunft von dir? Ich habe diesen Sommer, also 2024, bereits das nächste Projekt gedreht. Das war fürs Fernsehen, fürs ZDF. Eine Krimireihe. Friesland heißt dies. Läuft abends zur Primetime im ZDF und da haben wir zwei Folgen gedreht dieses Jahr. Und nächstes Jahr ist noch nicht ganz spruchreif, aber es wird auch wieder was fürs Fernsehen und auch im Erwachsenenbereich.
Drehst du lieber fürs Fernsehen oder lieber Filme? Ich drehe schon lieber Filme, also wirklich fürs Kino, weil es ein anderer Workflow ist vor allem. Und weil man natürlich auch ein bisschen, man hat einfach das größere Bild, man hat die fettere Soundanlage. Es ist, ja, man kann einfach nochmal anders erzählen. Aber es ist eben auch beim Fernsehen, komme ich als Regisseurin oft viel später erst dazu. Dann ist das Buch schon relativ weit und es ist wirklich einfach eine Auftragsproduktion.
Was natürlich auch Vorteile hat, weil man natürlich vielleicht nur ein halbes Jahr an einem 90-Minuten-Arbeitet und nicht zwei Jahre. Hat natürlich auch Vorteile und das macht auch wahnsinnig Spaß. Also ich drehe auch total gerne fürs Fernsehen. Ich drehe einfach wahnsinnig gerne. Aber wenn ich es mir aussuchen kann, natürlich lieber fürs Kino. Ganz zum Schluss noch, und da kommt glaube ich tatsächlich ein Spoiler. Also jetzt sind wir ja schon fast am Ende des Gesprächs.
Da kann man direkt auf den Blockbuster unserer Podcasts dann rüberspringen und auf die Ankündigungen der Termine am Ende, auf die immer ja schon alle sehnsüchtigst warten. Aber ganz kurz noch ein Spoiler, nämlich geht es um die Benennung des Kometen am Ende des Films. Der kennt einen sehr charmanten Namen im Film, aber du bist, glaube ich, im Film einverstanden, aber als Astronom nur halb.
Ja, also es kommt darauf an, da müsste man jetzt tiefer in die Hintergründe eindringen und genau wissen, was sich die Leute, die das Drehbuch geschrieben haben, dabei gedacht haben. Du hast ja schon gespoilert jetzt mit dem Wort Komet, denn es stellt sich ja dann heraus, dass der Asteroid verschwunden ist, weil er in Wahrheit ein Komet war. Ganz am Anfang hat das die Sarah schon erwähnt. Echt? Ich habe auch schon mal Komet erwähnt. Dann hätte ich vorher auch einen Spoiler
können, weil das wäre der Spoiler gewesen. Aber ist egal, dann war es kein Spoiler. Aber das ist ja was, das kann tatsächlich passieren. Also die Grenzen zwischen Komet und Asteroid sind ja fließend. Also es können Objekte so ausschauen wie ein Komet und dann irgendwie aktiv werden oder inaktiv werden und so weiter. Also das ist durchaus nicht das Wahrscheinlichste, aber es ist durchaus plausibel, dass man dann eben einen Komet findet.
Und so kann man dann eben auch, da spart man sich dann auch die Arbeit, die ich vorhin erwähnt habe, die Entdeckung des Asteroiden mit dem mühsamen Bild vergleichen, weil den Komet erkennt man dann direkt im Peliskop und sieht, ach, das ist ein Komet, der schaut extra ganz anders aus wie ein Asteroid. Also so kann man einen Komet tatsächlich entdecken, so wie Tom ihn dann entdeckt
hat. Aber wenn es tatsächlich ein Komet ist und wenn er vom Minor Planet Center als Komet eingestuft wird, dann gibt es auch da bei der Benennung Regeln. Also Asteroiden, wenn ich einen Asteroid entdecke und der Asteroid dann so genau in die Bahn bestimmt ist, dass man sich sicher sein kann, dass er nicht mehr verloren geht, dann darf die Person, die den Asteroid entdeckt hat, dem Asteroid einen Namen geben.
Und das passiert tatsächlich sehr oft, dass solche Asteroiden dann auch nach relevanten Orten benannt werden. Also da hätte dann tatsächlich der Komet eben hier Lunau nach dieser Ortschaft benannt werden können, wo Tom mit seinen Großeltern seine Mission erledigt hat. Wenn es ein Komet ist, dann gibt es andere Regeln. Ein Komet wird immer zwingend nach den Entdeckern benannt. Also da hat man keine Auswahl. Wenn Tom den entdeckt hat, dann hätte dieser Komet am Ende Tom heißen müssen.
Das ist ein Nachname, ich glaube, der wird gar nicht genannt im Film. Aber eigentlich hätte der Komet nach Tom benannt werden müssen, wenn es ein Komet ist. Es kann sein, dass Gibt es in ganz ganz selten Fällen, wenn es eine Doppelbezeichnung ist. Also dass ein Himmelskörper sowohl eine Asteroiden- als auch eine Kometenbezeichnung bekommt, dann hätte das Objekt als Asteroidenbezeichnung tatsächlich den Namen Luna bekommen können und als Kometenbezeichnung dann extra dazu noch den Namen von Tom.
Also irgendwo hätte auf jeden Fall Toms Name im Himmelskörper verewigt werden müssen vom Minor Planet Center, wenn er den wirklich entdeckt hat. Meiner Kenntnis nach war es so, dass der einen Zusatz vom Entdecker bekommen kann. Und wir haben gesagt, er würde nicht Tom nehmen, sondern eher Luna, weil er sich gar nicht so in den Mitteln, also weil das ist nicht Toms Art sozusagen, da jetzt Tom hinzuschreiben.
Also für Asteroiden ist das genauso. Für Asteroiden sucht sich der Entdecker einen Namen aus, einen Zusatz. Also der hätte 2024 NR7 Lunau oder sowas geheißen oder einfach nur Lunau. Und es ist, glaube ich, ich bin mir nicht sicher, ob es erlaubt ist, aber es ist auf jeden Fall sehr, sehr schlechter Stil, wenn man als Entdecker einen Asteroid nach sich selbst benennt. Also das macht man nicht.
Es werden Asteroiden nach einem benannt, wenn man das entsprechend irgendwo von jemandem, weiß ich, Geschenk bekommt zu einem Namen. Aber man selbst, da hätte Tom dann richtig gehandelt, man selbst benennt keinen Asteroid nach sich selbst. Aber Kometen, wie gesagt, werden zwingend nach den Entdeckern benannt. Und vielleicht, wie gesagt, je nachdem, ob dann das Minor Planet Center dieses Objekt, das erfahren wir im Film ja nicht.
Wir erfahren nur, dass Tom das ans Minor Planet Center gemeldet hat, aber wir erfahren nicht, wie das Minor Planet Center das entdeckt. Letztgültig eingestuft hat dieses Objekt als Asteroid oder als Komet oder als beides. Und wenn es als Asteroid eingestuft worden ist vom Minor Planet Center, dann ist die Bezeichnung mit Luna korrekt. Wenn es als Komet eingestuft wurde, dann hätte er Tom heißen müssen.
Und da Luna heißt, gehen wir davon aus, dass es Minor Planet Center gesagt hat, es ist ein Asteroid. Na gut. Aber nachdem alle Daten bei Minor Planet Center öffentlich sind, kann man das ja durchforsten und schauen, wie er eingestuft ist. Ja, oder wie gesagt, es ist ein Doppelname. Das kann natürlich auch sein. Kommt selten vor, aber man weiß es nicht. Es kann auch durchaus sein, dass der sowohl als Asteroid als auch als Komet benannt worden ist. Dann passt alles.
Okay, dann haben wir alle... Genau, so wird es sein. Genau, gut. Wer den Film sehen möchte, Grüße vom Mars und ich kann das nur unbedingt empfehlen zu allen Groß und Klein er ist seit 10. Mai 2025 im Kino wir verlinken auch in den Shownotes wo man den Film überall sehen kann momentan in Österreich ist es die polifilm.at-Seite, wo grüße vom Mars verlinkt ist oder natürlich hat der Film auch eine eigene Webseite.
Grüßevormarsderfilm.de, also grüßevormars-derfilm.de, ebenso verlinkt, wo man auch direkt zum Schulmaterial kommen kann und auch eine E-Mail-Adresse vorfindet, wenn man Interesse an Schulvorführungen hat. Und abseits vom Mars auf der Erde spielen wir Science Busters immer erdgebunden, leider nie im Weltall, aber immerhin. Und zwar noch einige wenige Male live vor dem Sommer und ansonsten gibt es uns digital zum Beispiel auf ORF ON.
Die aktuelle Staffel ist längst ausgestrahlt und noch ein halbes Jahr jeweils nach Ausstrahlungstermin online abrufbar unter ORF ON. Im Radio gibt es uns das nächste Mal am 26. Mai ab 13 Uhr. Da gibt es Ausgabe 44 von FragDesignsBusters live. Alles rund ums Klima. Wie immer von 13 bis 14 Uhr eine Stunde lang auf Radio FM4 mit Barbara Lahr das nächste Mal, Verkehrswissenschaftlerin an der TU Wien und Reinhard Steuerer ist wieder dabei, Professor für Klimapolitik an der BOKU Wien.
Und live gibt es uns noch einige Male. Vor dem Sommer aber nicht mehr oft mit unserem Programm Planet B, das in Pension gehen wird, bevor dann im Herbst ab 16. Oktober im Stadtsaal Wien Premiere sein wird mit unserer neuen Show mit dem Titel Weltuntergang für Fortgeschrittene. Planet B gibt es aber davor noch ein paar Mal in Österreich und auch im angrenzenden Lichtenstein zu sehen, nämlich Am 16.05.
In Dornbirn. Eigentlich hätten wir in Lustenau spielen wollen, Aber aus diversen bautechnischen Gründen ist es verlegt worden nach Dornbirn, Kulturhaus Dornbirn, 16.05. Am 17.05. Spielen wir in Lichtenstein. Lichtenstein, Premiere des Programms Planet B, kurz bevor es dann nicht mehr existieren wird. Aber wir machen noch Premiere in Lichtenstein. Am 17. Mai im Theater am Kirchplatz in Schahn. Am 22. Mai sind wir im Kulturzentrum Alpha in Laakirchen. Am 23.
Mai im Stadttheater Steier. Am 24. Mai sind wir damit im Stadtsaal und dann gibt es die letzte Vorstellung, die den Jähre am 7. Juli im Lustspielhaus Lutzmannsburg, wenn ich mich richtig erinnere. Im Burgland ist es. Das ist im Burgenland, genau. Und da wird das allerletzte Mal Planet B auf der Bühne zu sehen sein. Science Masters for Kids, unsere Show für Kinder ab 7, 5, 4 bis ca. 130, solange man halt Fernsehen schauen darf, gibt es in der ORF Kids App zu sehen.
Filetiert in Folgen zu je 10 Minuten und analog gibt es die ganze Show mit Martin Modo und mir zu sehen am 18.05. Das nächste Mal im Vinomner Saal in Rankweil. wenn wir ihm zwischen Lichtenstein und Vorarlberg hin und her pendeln und dann wieder am 24. Mai im Stadtsaal Wien. Ja, und wer Martin Puttegermone Science Buster sehen möchte, kann das tun. Im Programm Glückskatze, das am 6.6. Im Haus Impuls in Neusiedel stattfinden wird. Danach geht es im Herbst weiter, 26.
Und 27. September im Theatercafé Graz am 13. Und 14. November im Kabarett Niedermeier in Wien. Und wer den Kalender gerne weit im Voraus führt, damit nichts dazwischen kommen kann, kann sich dort den 10. November 2026 eintragen. Da wird nämlich im Theatercafé Graz die Premiere vom neuen Solo-Cabaret-Programm von Martin Puntigam stattfinden mit dem Titel Der Heilige Puntigam. Nachdem es jetzt einen neuen Papst gibt, muss man schauen, dass die Heiligen
auch mehr werden. Florian Freistetter mit Ohne Science Pass, das gibt es auch Solo mit seinem Abendsternengeschichten live das nächste Mal am 26. Mai im Dahlbahnhof Eschweiler und dann am 4. Juni im Schlachthof in München. Genau, und ich mache noch eine Zusatzankündigung passend zum Thema dieser Folge. Es findet nämlich am 30.
Juni der Asteroid Day statt. Das ist so ein jährlicher Awareness-Tag, wie man heutzutage sagt, wo die Wissenschaft und alle anderen, die es interessiert, darauf hinweisen, dass es Asteroiden gibt und dass Asteroiden unter Umständen auch die Erde treffen können und dass man da was dagegen tun kann.
Also es ist so ein weltweiter Tag, auch unter Aufsicht der UNO, wenn man so will, dass diesen Asteroid Day es gibt und da gibt es weltweit Veranstaltungen und eine Veranstaltung wird im Cinema Paradiso Kino in Baden stattfinden am 30.06.
Dem Tag des Asteroids Day, da werden Ruth Grützbauch und Eva Pech mit mir vom Podcast Das Universum auf der Bühne stehen im Cinema Paradiso gemeinsam mit Markus Moslechner der auch Wissenschaftsjournalist ist und wir werden ein bisschen was über Asteroiden und Asteroideneinschläge erzählen und danach, und das ist der beste Teil, werden wir uns alle gemeinsam den Film Armageddon anschauen. Also wer da gerne dabei sein will, entsprechende Karten kann man sich im Cinema Paradiso kaufen.
Und noch eine Verlautbarung, damit wir nicht zu schnell am Ende sind. Am 18. 6. Gibt es das nächste Mal, ohne dass wir einen runden Geburtstag feiern, einen runden Anlass, einen Live-Podcast, Live-Science-Busters-Podcast, in Zusammenhang mit dem JASA, Luxemburg, anlässlich der Veröffentlichung des Klimasachstands Sachstandsbericht, der in Zusammenarbeit mit den Forschungseinrichtungen Österreichs entstanden ist.
Da werde ich gemeinsam auf der Bühne sitzen mit Margret Keiler und Daniel Huppmann, die beide auch beteiligt waren an der Erstellung dieses Sachstandsbericht und darüber reden, wie viel Zeit uns noch bis zur Klimakatastrophe bleibt. Infos, Tickets unter sciencebusters.at, unter puntigam.at oder unter sterngeschichten. Live und wir werden uns natürlich auch bemühen, möglichst demnächst einmal in Gütersloh vorbeizuschauen, damit wir dort unsere Aufwartung machen können.
Danke an die TU Wien und die Uni Graz, die die Produktion des Podcasts unterstützen. Danke an Florian Freisteter, danke an Sarah Winkenstädte. Viel Erfolg mit dem Film und schöne Grüße an den Mars. Danke fürs Zuhören, Downloaden, Streamen, Abonnieren, Bewerten, Empfehlen, Entdecken, Asteroiden benennen, Flugbahnen berechnen, Himmel beobachten, Inseln begaben und was man sonst noch alles mit einem Podcast anstellen kann. Bis zum nächsten Mal. Tschüss und habe die Ehre.
Tschüss. Tschüss. Vielen Dank.
