Ausgabe 103 des Science-Busters-Podcasts und heute heißt's Schiff Ahoi und es geht aufs Traumschiff. Leider nicht ganz, sondern eine Spielekonferenz, diesmal nicht auf hoher See, sondern bei der Moor. Herzlich Willkommen zur Ausgabe 103 des Science Masters Podcasts, wie immer produziert mit Unterstützung der Uni Graz und der TU Wien. Mein Name ist Martin Puntigam und mir gegenüber sitzt heute erstmals von der TU Graz Johanna Birker, Informatikerin und Spieleentwicklerin. Hallo.
Grüß dir und grüß dich. Ausgabe 102 haben wir live aufgezeichnet im Literaturhaus Graz. Florian Freistedt und ich haben begrüßt Nicole Streitler-Kastberger, Literaturwissenschaftlerin und Ödün von Horvath-Koryphäe und Gilbert Prilasnik, ehemaligen Fußball-Nationalspieler und Master in klinischer Linguistik.
Wir haben unter anderem gesprochen über, warum Ödün kein Mundl geworden ist, ob man über Musil promovieren sollte, wie man über Tennis zu Leo Perutz gelangen kann, Wie unterhaltsam der Mann ohne Eigenschaften tatsächlich ist, wie man eine historisch-kritische Gesamtausgabe herausgibt, warum man sich vor Pariser Ästen manchmal hüten sollte, wie gut man als Fußballer schauspielern können muss, welchen Einfluss Hannes Kartnick auf die Science-Busters gehabt hat, wie man mit der Schattenseite der
Fußballbranche umgehen soll, warum Homosexualität im Männerfußball nicht vorkommen darf, im Frauenfußball aber ganz normal ist, wieso man sogenannte Schundliteratur nicht unterschätzen sollte und wie hart man die Oma tacklen darf. Heute in Ausgabe 103 geht es um die Welt der Spiele im akademischen Kontext. Akademische Spielewelt ist es jetzt nicht das naheliegendste,
wenn man so aufgewachsen ist wie ich. Da hat man unter Akademiker eine andere Vorstellung gehabt, aber du hast dem Vernehmen nach schon sehr früh dafür interessiert. Also normalerweise ist mir Einstiegsfrage, du bist auf die Welt gekommen, an Schule gegangen und wolltest du das damals schon werden. Aber du wolltest es damals offensichtlich werden oder hast schon mit drei begonnen Computerspiele zu spielen?
Naja, eine der ersten Erfahrungen oder ersten Erinnerungen, an die ich mich erinnern kann, ist, wie an der DOS-Maschine von meinem Vater sitzt. Und da will ich sicher noch nicht gewusst, wie ich lesen oder schreiben kann, aber ich will gewusst, was ich da in diese DOS-Kommandozeile eintippen muss, dass mein Lieblingsspiel startet. Das war Prince of Persia. Warum ist es da gegangen?
Naja, das Typische. Der Prinz rettet die Prinzessin, danach habe ich Zelda gespielt, auch da rettet man die Prinzessin. Also lauter Aristokratenspiele. Super Mario, sogar der Clempton rettet die Prinzessin. Und ja, ich meine, noch nicht, irgendwann denkt man sich halt auch recht früh, wie cool wäre es, wenn ich selbst sowas gestalten würde und wie verrückt wäre das, wenn einmal eine Prinzessin den Prinzen zum Beispiel rettet. Oder überhaupt republikanischer Zugang ohne Aristokratie.
Ui, ja, aber das war sehr früh einfach, einfach diese bunte Welt, die ich geliebt habe. Und fairerweise, also wenn du an dieser DOS-Maschine sitzt und da mal diese schwarze Welt vor dir sitzt. Aber DOS-Maschine, früher Computer war das, oder? Genau, genau. Und du hast dann halt quasi kein User-Interface gehabt, so wie wir es erst auf Windows kennen, wo ich dann draufklicken kann, sondern ich habe das alles händisch eintippen müssen.
Und ich glaube, da verlierst du halt sehr früh die Scheu vor den Computern, vor der Informatik. Das waren diese Kommandozeilen C, Doppelpunkt, Slash, irgendwas und so ist das gegangen. Genau, was man in irgendwelchen Matrix-Filmen vielleicht noch irgendwie sieht.
Oder wenn man sich einen typischen, absichtlich nicht gegendert Informatiker vorstellt, dann ist es doch immer jemand, der irgendwo im Keller sitzt und vor so einer schwarzen Konsole sitzt und irgendwas in grüner Schrift reinheckt, oder?
Ja, ja, in Filmen ist das ganz oft so. Übergewichtige Menschen, wo der Polo zu kurz ist und überall links Chipsbackel herum und meistens im Keller, was ja eigentlich absurd ist, weil man kann ja sehr viel Geld damit verdienen mittlerweile, wenn man spezielle Sachen programmieren kann. Da kann man sich ja eigentlich ein Dach der Rassenwohnung leisten und muss nicht im Keller sitzen. Ja, ich glaube, es ist auch dieses Klischee von den Gamern selbst.
Also, dass man sich immer diesen, das ist das typische Bild von allen Gamern. Und wenn man sich als Statistiken betrachtet, fast die Hälfte der Spielenden sind aber weiblich. Und das Durchschnittsalter ist, was glaubst du? Unter 20. 36. 36. Das heißt, ich bin eine ganz, ganz typische Gamerin. Erstaunlich. Ja, vom Stereotyp her war das ganz anders, weil viele Frauen in dem Alter sind ja... Gezwungen, Beruf und Familie unter den Hut zu kriegen, da fragt man Sie,
wann spielen die noch? Aber offensichtlich gibt es genug die? Mit der Familie. Also wenn man an die Statistiken weiterschaut, die meisten von den Gamer spielen gern gemeinsam mit anderen. Ganz viele mit Familie, mit Partnern, viele haben auch Freunde oder Partner durch Spiele kennengelernt. Aber die meisten spielen, also ich würde mich schon als Gamerin bezeichnen, die meisten von uns Gamer spielen voll gerne gemeinsam mit anderen.
Vielleicht auch gegen andere, aber für viele von uns ist das einfach total soziale Erfahrung. Man denkt ja auch nur an die Top-Spiele, die bekannt sind, World of Warcraft und Co. Und alle Spiele, wo ich andere mit anderen spiele. Aber es ist eigentlich, wenn man kleine Kinder hat, kein Spiel, das man gemeinsam mit der Familie spielt, oder? Und dann sind wir mit Minecraft und Co.
Ja, aber das ist ja für viele Eltern zu kompliziert. Also allein die Richtungswechsel dort, wenn da die Hunde über die Achterbahnen und die unterirdischen Schienen fahren, also mein Sohn hat mir das vor vielen Jahren gezeigt, was er da gebaut hat und wo er hinfährt und ich habe nicht einmal die Himmelsrichtungen gescheit ausrichten können und er hat immer gewusst, wo er ist.
Aha, aber ich werde es ganz kurz, also Minecraft kann man sich mal vorstellen und für die Zuhörenden, die es vielleicht gar nicht kennen, das ist halt wie Lego bauen, aber halt mit dem Computer und in einer 3D-Welt. Also super komplex und ich liebe Minecraft extrem als Lehrende, weil ich es nutzen kann als Tool, dass ich die Informatik näher bringe. Also man kann extrem viel cooler, ja, also gerade im Bereich Mint Sachen in Minecraft bauen und lehren.
Ja, da kann man ja ganz viele Welten bauen, aber man muss hauptsächlich mit irgendeiner Hacke wo draufhauen und halt Bergbau betreiben und dann kriegt man das Material und kann woanders was bauen, oder? Oder es wird teilweise schon als Bibliothek verwendet für Länder, die vielleicht nicht auf alle Dokumente oder Nachrichten Zugriff haben dürfen. Und dann werden Minecraft-Bibliotheken oder andere In-Spiele, Medien benutzt, dass ich doch Zugang zu solchen Medien kriegen kann. Ja.
Stichwort Pressefreiheit. Ich meine, das ist jetzt eine Pandora-Box, die wir vielleicht noch nicht gleich aufmachen. Also ja, da kann man schon drüber reden. Das ist mir natürlich völlig neu. Ich kenne das nur von verborgenen Botschaften oder von verschleierten Botschaften in TikTok-Videos, wie man versucht, politisch aktiv zu sein. Und das funktioniert auch über Computerspiele weltweit. Das funktioniert auch über Computerspiele. Also fairerweise leider in beide Richtungen.
Also Computerspiele werden sehr positiv verwendet, dass man eben Zugänge schafft. Auf der anderen Seite, das hören wir halt auch, werden sowohl TikTok und auch andere Medien verwendet, zum Beispiel auch Recruiting, Extremismus und Co. Also da muss man am Ende des Tages immer überlegen, okay, das ist ein Medium, wo Menschen sich online treffen, anonym agieren können. Das kann natürlich in beide Richtungen gehen.
Aber ja, also ich setze mich immer sehr für dieses positive Potenzial von Videospielen, für die unterschiedlichsten Bereiche ein, weil eben, wir haben es eh vorher geredet, Und dieser soziale Aspekt, dass ich einfach mit so vielen Menschen auf der ganzen Welt austauschen kann, mich befreunden kann oder wir leben halt global.
Also ich selbst habe auch sehr viele Freundschaften einfach im Laufe meines Lebens in verschiedensten Stationen getroffen, die ich dann irgendwie durchs Spiel am Leben halten kann. Also du lernst Menschen kennen und dann trifft man sie in der Spielewelt oder du lernst sie in der Spielewelt kennen und trifft sie dann in echt? Beides. Und was ist besser? Ist man dann enttäuscht, wenn man den echten Menschen trifft, den man aus der Spielewelt kennt?
Und ist es besser, wenn man den echten Menschen kennengelernt hat und dann in der Spielewelt am Leben hält oder umgekehrt? Nein, ich glaube, es klingt lustig, aber ich glaube, es ist wirklich immer total schön, weil man hat sich dann ja eigentlich auf den Charakter auch extrem fokussiert. Also wie immer gemeinsam online.
Und wenn man dann so ein Online-Battle einmal gemeinsam geschafft hat, so einen kleinen Online-Super-Wettkampf und die ärgsten Drachen gemeinsam oder den ärgsten Raid gemeinsam geschafft hat, das prägt fürs Leben. Dann kann real fast nichts mehr schief gehen. Jetzt sind wir direkt in die Spielewelt eingetaucht. Machen wir es vielleicht ein bisschen grundsätzlicher, wie du da hingekommen bist.
Also schon über den Computer deines Vaters und dann war aber noch die ganze Schulzeit und Studienzeit dazwischen und studiert hast du Informatik, oder? Genau, also Softwareentwicklung Wirtschaft hat es auf der Theokratsk heißen. Damals 2006 habe ich angefangen. Bei mir war es aber eben gar nicht selbstverständlich, in die Informatik zu gehen. Das ist ja so ein bisschen dieser typische Übergang, wir sind doch recht wenig rauen in dem Bereich, immer noch.
Und wenn ich auch nachträglich, also ich habe nachträglich auch oft reflektiert, warum bin ich eigentlich dann doch in die Informatik gegangen oder was hat mich auch davon abgehalten und auch nachträglich, wenn man ein bisschen überlegt, waren sehr viele Stimmen bevor, obwohl ich schon früh Wiederspiele gespielt habe, obwohl ich mich fürs Programmieren interessiert gehabt habe und obwohl ich, Eigentlich, ja, ich bin in ein normales Gymnasium gegangen.
Wir hatten keinen bewussten, extremen Informatikunterricht. Aber ich habe mich in der Freizeit auch schon dafür interessiert, kleine Homepages zu basteln oder kleine Spiele oder Programme zu basteln. Und trotzdem haben mir so viele abgeraten, dass die Informatik nichts für mich ist. Weil zu viele Männer oder zu viel Mathematik? Ich glaube, weil niemand wusste, was die Informatik genau ist. Also ich habe einfach dann gesagt, mich würde es interessieren und das ist nichts für dich.
Haben dir Leute gesagt, die selber keine Ahnung von Informatik gesagt haben, haben gesagt, das ist nichts für dich? Ich glaube, nachträglich gesehen war einfach das Verständnis für den Informatikers Wissen, gerade damals 2006 oder die Jahre davor, was ist das genau, was kann man damit tun, das war ja noch viel abstrakter als jetzt. Und auch für mich, also fairerweise habe ich es mir auch nicht vorstellen können, was es genau ist.
Und erst im Laufe des Studiums, weil was wollte ich gerne studieren, also Musik hat mich interessiert, Psychologie hat mich interessiert, Physik, das ist aber ein ganz anderes Thema. Das waren ganz andere Themen, die mich interessiert hätten. Und dann bin ich erst drauf gekommen, dass die Informatik für mich selbst ganz was anderes ist, als ich mir vorgestellt hätte.
Und die Informatik, und deswegen vergleiche ich es eigentlich immer auch gern, wenn ich selbst darüber rede, was ist das, wie funktioniert das mit dieser Welt der Spiele. Weil was kann ich durch Coding schaffen? Ich hätte eigentlich immer gerne irgendwie kreativ arbeiten können oder wollen. Also, dass ich jetzt gut schreibe oder gut musiziere oder gut zeichne. Ich kann das alles nicht besonders gut. Ich wollte mich aber immer kreativ ausdrücken.
Und wenn man klischee-mäßig an die Informatik denkt, denkt man nicht an Kreativität. Für mich ist jetzt aber nachträglich gesehen, die Informatik das kreativste Medium, das ich mir vorstellen kann. Also nur um das zu verbildlichen, eine Codezeile, die ich schreibe, mit diesen Codezeilen, die ich da entwickle, kann ich diese bunten Welten gestalten.
Man denkt an ein Spiel, da stehen meine Codezeilen dahinter, meine Informatikausbildung und ich erstelle total bunte Welten, wo wir zwei uns zum Beispiel treffen könnten. Du kannst dann in meiner Welt sogar noch Chaos machen und dich selbst irgendwie ausdrücken.
Kann in der echten Welt auch hervorragend. Bitte nicht, Wobei die echte Welt ist immer so ein blöder Begriff weil das ist ja die echte Welt in Wirklichkeit man tut immer so als würde die Spielewelt in der echten Welt nicht stattfinden und sagt dann ganz viel zu Kindern hör auf zum Spielen, geh raus in die echte Welt aber das ist ja Teil der echten Welt.
Teil der echten Welt, ja, Ja, und das war dann halt für mich so die absolute Krönung der Kreativität, weil man sich jetzt auch ein Videospiel vorstellt, das ist das Nächste, wie ich gerade vorgesagt habe, Musik und Kunst und Interesse für Geschichten und Interesse für, was weiß ich, das Rätsellösen. Und das alles ist in einem Wiederspiel. Ich stelle ein Wiederspiel vor wie Assassin's Creed. Da bin ich dieser Assassine und laufe im alten Rom herum. Ich habe eine total spannende 3D-Welt.
Alles, was interaktiv ist, das ist jemand, der wie ich das programmiert hat. Das heißt, ich programmiere diese lustigen Interaktionen. Auf der anderen Seite habe ich diese wunderschönen Kunstwerke, also die 3D-Gebäude, wo Notre Dame ja ein bisschen abgebrannt ist. Da hat es ja Ideen gegeben, ob die Modelle aus Assassin's Creed, diesem historischen Videospiel, verwendet werden für die Nach... Also es ist nicht verwendet worden. Aber... Aber wäre es so detailliert, dass man sowas abschauen kann?
Es war sehr detailliert. Also es war nicht detailliert genug am Schluss, aber es waren tatsächlich Überlegungen, ob das dann als Inspiration für den Nachbau verwendet wird. Das heißt, wir haben da 3D-Modelle, wir haben eben Künstler, Künstlerinnen, die das Ganze gestaltet haben, sei es 2D oder 3D-dimensional. Inzwischen gibt es auch endlich ein Grammy für Videospiele und für interaktive Medien. Das heißt, alles was wir im Hintergrund hören, wir haben ja Kompositionen, die irrsinnig komplex sind.
Das heißt, wenn ich jetzt für einen Film eine Komposition mache, dann weiß ich, oh mein Gott, diese traurige Szene dauert eine Minute zwölf und genau so lange muss das traurige Stück sein. Für ein Videospiel kann diese traurige Szene oder der finale Bosskampf, je nachdem wie gut du spielst, kann drei Minuten dauern oder kann 15 Minuten dauern, wenn du jetzt noch nicht so viel Erfahrung da hast. Oder tagelang, wenn man scheitert dran.
Oder tagelang. Und diese Musik muss sich aber dann automatisch anpassen und muss trotzdem gleich spannend sein, egal ob du das eine Minute oder deine nächsten Monate damit verbringst. Also da gibt es total spannende technische Herausforderungen, künstlerische Herausforderungen. Das gilt als...
Als Adelung, wenn man aus der Welt, die eigentlich nichts von einem wissen möchte, dann einen Preis überreicht bekommt und da denkt man sich nicht, das altmodische Zeug, das lasse ich links liegen, weil ich bin eigentlich ein alternatives Konzept? Ich glaube, wir kämpfen sehr stark darum, dass Spiele endlich, man sagt ständig, Spiele sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Und egal, es ist sehr abhängig davon, wo ich bin und wo ich hinschaue.
Also in Österreich würde ich es auf jeden Fall nicht unterstreichen. Da habe ich nicht das Gefühl, ich möchte eine Zeitung aufschlagen, in den Kunst- und Kulturbereich gehen und dort Spiele sehen. Weil für mich sind so viele von den Spielen Kunst- und Kulturgut. Und ich glaube gerade in Österreich, wir haben voll coole österreichische Produktionen und das sieht man auch bei den österreichischen Produktionen, Österreich ist das Land von Kunst und Kultur.
Wir haben total spannende Ideen, Inspirationen aus der Geschichte und wir haben aber auch Leute, die extrem viel Innovations-Know-how haben, technisches Know-how. Das heißt, wir hätten eigentlich wirklich so viele Möglichkeiten, dass wir das zusammenführen und die coolsten Spiele generieren. Aber irgendwie ist es in Österreich leider noch nicht so ankommen, wie vielleicht in anderen Ländern. Wir kämpfen darum.
Also wenn jemand für österreichische Ohren eine absurde Idee hätte, ein Spielministerium zu besetzen und zu finanzieren, dann wärst du dafür? Ja, also ich glaube, es klingt immer ein bisschen cheesy, sie ein bisschen, aber ich glaube, die Welt der Spiele wird immer noch so stark unterschätzt, hätte aber so viel Potenzial für die unterschiedlichsten Bereiche.
Ich meine, wir haben ja vorher den Einstieg auch gehabt, dass gerade eine Konferenz stattfindet zum Thema, was für einen Einfluss eigentlich die Welt der Spieler auf unsere Gesamtgesellschaft haben kann, welche positiven Einflüsse.
Erzähl einmal, was das für eine Konferenz ist. Die war früher, das war der Einstieg, immer auf einem Kreuzfahrtschiff und die Kreuzfahrtschiffe sind aber mittlerweile alle von Seniorengruppen belegt und ihr müsst jetzt an die TU Graz gehen oder warum seid ihr jetzt da gelandet? Ja, it is what it is. Es ist tatsächlich so, die Konferenz gibt es seit 20 Jahren, ist ursprünglich von Microsoft ins Leben gerufen worden. Wie heißt sie?
Foundation of Digital Games. Und es geht eigentlich wirklich darum, dass man zeigt, was Spiele und Spieltechnologien, welche Innovationen es gerade gibt, welche Forschung es über das Medium gibt, innerhalb des Mediums, wie wir das Medium auch für andere Bereiche als Entertainment nutzen können, zum Beispiel für die Lehre oder für Aufklärung über Klima, Gesundheit und so weiter.
Und ja, früher, es klingt absurd, macht aber irgendwie Sinn, die Konferenz hatte den Ursprung auf einem Kreuzfahrtschiff. Aber warum Kreuzfahrtschiff? Warum nicht? Weil es klimatechnisch eine Katastrophe ist? Ja, vor 20 Jahren. War es auch eine Katastrophe?
Die Idee war wirklich, dass man Forschende und Menschen aus der Industrie für einen kurzen Zeitraum dazu bewegt, also es waren auch teilweise Star-Forschende und sehr, sehr bekannte Leute in der Industrie, dass man sie einladet und mehrere Tage hintereinander intensiv an einem Thema arbeitet. Also klassische Exerzitien eigentlich? Ja, klassisch, einmal für ein paar Tage eingesperrt sein und arbeiten, arbeiten, arbeiten.
Ach so, da hat man die Leute auf ein Schiff verfrachtet, damit sie nicht dazwischen irgendwas anderes machen können, sondern sie sich wirklich auf diese Konferenz konzentrieren können. Und ich glaube, fairerweise muss man auch sagen, war es halt auch ein bisschen ein Schmankel, unter Anführungszeichen, dass man weiß, man kann die Familie mitnehmen. Fast wie in der Pharma-Welt. Oh je, das klingt so negativ. Auf jeden Fall sind wir inzwischen in Graz gehandelt.
Es hat sich doch einiges verändert in den Jahren. Also so hat es ihren Anfang gehabt und da war vermutlich auch mehr finanzielle Möglichkeiten dahinter. Also da war Microsoft eben einer von den Hauptorganisatoren und es ist dahinter gestanden. Disney war auch dabei, das wird vielleicht auch die Kreuzfahne ein bisschen erklären. Und inzwischen sind wir jetzt halt hier in der Mur im Regen. Aber die Familie darf man nach wie vor mitnehmen?
Man versucht es so familienfreundlich wie möglich zu gestalten. Aber wer kommt denn auf diese Konferenz jetzt? Wer sind denn die Teilnehmer und Teilnehmerinnen oder ist das eine öffentliche Konferenz und es gibt Publikumstage?
Es ist tatsächlich eine akademische Konferenz, wo es darum geht, dass Forscherinnen aus unterschiedlichsten Bereichen sich treffen und austauschen, ihre Publikationen, also wir haben immer wissenschaftliche Publikationen, wo die neuesten Forschungsergebnisse präsentiert werden. Und genau diese Sachen werden hier präsentiert. Das heißt, was ist erst im letzten Jahr in dem Bereich erforscht worden?
Spannende genau an der Konferenz. Es gibt Game-Tech-Konferenzen, die sich um die technischen Schmankerl quasi konzentrieren. Es gibt Game-Studies-Konferenzen, wo man Spiele als Medium analysiert. Und das ist eine Konferenz, die so interdisziplinär wie möglich Forschende aus unterschiedlichsten Bereichen zusammenbringen möchte. Und jedes Jahr gibt es ein Schwerpunktthema und heuer ist es Accessibility und United Through Play.
Das heißt, wir möchten dieses Thema der Zugänglichkeit, Barrierefreiheit von Spielen auf der einen Seite, aber auf der anderen Seite, wie es auch genutzt werden kann, Spiele als Medium, um Menschen zusammenzubringen. Weil das ist ja das Gegenteil dessen, was Spiele gemeinhin, auch in Ländern wie Österreich, aber woanders wird es nicht viel anders sein, außer vielleicht, ich weiß nicht, in Japan oder Südkorea, im asiatischen Raum ist das alles ein bisschen anders angesehen vermutlich.
Ich kenne mich nicht gut aus, bin dort nicht zu Hause und war dort nie, aber Spiele gelten ja bei uns eher als Tore. Also Beschäftigungen, die zur Vereinsamung führen und die Welt sozial öffnen. Aber du bist ganz gegenteiliger Meinung. Genau. Und mit mir die Statistiken und die Studien. Naja, es ist natürlich, wir kämpfen immer noch mit so vielen Vorurteilen gegenüber der Welt der Spiele. Die Klassiker sind Sucht, die Klassiker sind Gewalt, die Klassiker sind Vereinsamung.
Aber ganz falsch ist das ja nicht, aber nur ein Teil davon, oder? Genau, also es wäre das Gleiche, wenn du jetzt nicht eine Game-Designerin gegenüber von dir hättest, sondern zum Beispiel eine Regisseurin. Und dann würden wir nicht über meine Dokumentarfilme reden, sondern über die Pornografie sucht. Das wäre quasi, jedes Medium, sei es das Buch, sei es der Film oder sei es auch das Videospiel, ist geprägt von einer kompletten Diversität an verschiedenen Erfahrungen.
Und da gibt es immer sowohl im Buch als auch im Film als auch im Videospiel Erfahrungen, die problematisch sein können, die schwierig sein können, die vielleicht nicht gut sein sind, die vielleicht nicht diesen Mehrwert haben. Und auf der anderen Seite, was sehen wir, wenn wir diesen Teil, der glücklicherweise nicht der einzige Teil ist, wenn wir uns auf das konzentrieren, sehen wir die ganzen positiven Erfahrungen.
Das heißt, genauso wie beim Medium Film gibt es nicht nur Pornos und super Splatter-Action, sondern gibt es ja auch Dokumentar, Komödien, komplett bunt. Das gleiche ist im Videospiel. Da gibt es auch total lustige kleine Erfahrungen. Erfahrungen, die ein, zwei Stunden lang dauern. Erfahrungen. Ich verwende vor allem auch, weil so eine österreichische Produktion ist, immer gern Path Out als eines dieser Beispiele. Was ist das?
Das ist ein Spiel entwickelt von einem syrischen Flüchtling Abdullah Karum, der ist also 2014 von Syrien nach Österreich geflüchtet und hat dann gemeinsam mit einem österreichischen Team ein Spiel entwickelt, wo es darum geht, dass man über seine Flucht erzählt. Also in dem Spiel erlebst du quasi Welt und seine Reise, seine Erfahrung durch seine Augen. Und das ist halt eine Teil, Ich sage mal so eine Erfahrung, die du sonst kaum durch ein anderes Medium machen kannst.
Weil wenn du jetzt wirklich in die Fußstapfen von jemandem trittst und diese Welt durch andere Augen siehst, ist das eine ganz andere Lernerfahrung, gerade für das Thema Empathie lernen, was wir glaube ich in unserer Gesellschaft aktuell ganz gut brauchen könnten. Andere Menschen kennenlernen, andere Perspektiven sehen. Wenn ich mir das als Dokumentarfilm anschaue, sitze ich halt da, erst mal Popcorn, denke ich, boah, meine Arme, so schwierig.
Wenn ich das aber auf eigener, ja, selbst erfahre, selbst Entscheidungen treffen muss, selbst in dieser Situation bin, das ist eine ganz andere Erfahrung, ganz andere Lernerfahrung. Aber wie dezidiert ist dieses Spiel dann in seinen Welten und in seinen Stufen? Weil auf der Flucht zu sein, ist ja furchtbar in Wirklichkeit und endet oft in Krankheit und Tod. Das Spiel ist so programmiert. Das Spiel erzählt genau seine Geschichte.
Und er hat es ihm geschafft und dadurch gibt es quasi im Rahmen dessen, was möglich ist, ein Happy End. Genau, und er erklärt halt, ich finde es extrem smart designt. Du hast auf der einen Seite diese Welt, die so pixellig ist, vielleicht ein bisschen an Pokémon erinnert, alles in 2D und schaut total süß aus. Und da siehst du halt diesen Jungen im gelben Pullover, der durch die Welt läuft und gleich am Anfang sieht man einfach so ein total schönes Zuhause und da möchte man selbst auch nie weg.
Und dann kommt halt der Krieg näher und näher und näher und man ist gezwungen, dieses tolle Zuhause und die Familie zu verlassen, einfach um zu überleben. Und jedes Mal, wenn ein tragisches oder ein prägendes oder ein informatives Event ist, das finde ich super smart, poppt ein Real-Video von Abdullah auf, wo du ihn dann halt siehst, wie er erklärt, wie es für ihn diese Situation war, was er da gefühlt und er erklärt halt recht neutral.
Weil, ja, zum Beispiel, das ist ein bisschen ein Spoiler, ist aber gleich am Anfang, wenn ich ganz am Anfang komme, ich in ein bisschen eine unangenehme Situation. Ich bin im Wald und dann merke ich, okay, da ist ja ein Mann mit einer Waffe, ich glaube, ich sollte mich verstecken. Die Person findet mich aber und erschießt mich.
Und in dem Moment kommt halt ein Realvideo von Abdullah, wo er sagt, wenn ich es ungeschickt wäre, im echten Leben, wie du in diesem Videospiel, wäre ich im echten Leben halt tot. Und das ist halt schon ganz eine mächtige Nachricht, die da geschickt wird. Also das ist ein Spiel, das man... Dem Innenminister und seinen RedenschreiberInnen anempfehlen kann, wenn sie die ganze Zeit von Rückschickung und Rückführung von Menschen nach Syrien sprechen?
Das Spiel meines Wissens nach wird auch teilweise schon in Schulen verwendet, mit Begleitmaterial natürlich. Also es gibt, das ist halt das, was ich immer ein bisschen erzählen möchte. Es gibt extrem viele Erfahrungen. Das ist zum Beispiel auch gratis, auch auf Steam verfügbar. Steam? Steam ist die Plattform, die man verwendet, die meistverwendeste Plattform, wo ich Spiele downloaden kann am PC. Und dann, vielleicht kann ich noch ein anderes Beispiel nennen,
was ich sehe, wenn wir gerade bei Kriegsspielen sind. Und das ist das Spiel This War of Mine. Das ist eine polnische Produktion. This War of Mine. Mein Krieg. This War of Mine. Dieser Krieg von mir. Und es fühlt sich an wie Sims. Sims ist das Spiel, das kennen wahrscheinlich viele, wo ich einfach nur ein kleinen Menschen habe und man muss halt schauen, dass dem, der gut geht, und man braucht einfach nur Essen und Getränke und gesund muss man bleiben.
Und die sprechen in dieser absurden Sprache miteinander, in diesem Fantasie- Idiom, das aber doch ein bisschen klingt wie eine Sprache, die man nicht spricht. Bei Sims, genau, das ist total lustig. Aber bei This War of Mine bin ich dann halt nicht in dieser lustigen Fantasiewelt, sondern habe meine Charaktere in einem Bunker und muss einfach schauen, dass sie in diesem Bunker überleben. Wasser, essen, gesund bleiben. Klingt leicht, ja.
Aber es ist ein Kriegsspiel. Und anders als bei anderen Kriegsspielen spiele ich nicht den amerikanischen Superhelden, der die Welt vor allen Terroristen befreit, sondern ich spiele diesen Zivilisten. Und ich muss einfach nur im Krieg überleben. Ja, es klingt leicht, ist es nicht. Und als ich das Spiel gespielt habe, habe ich dann einen männlichen Charakter gespielt und war mit meiner Frau in diesem Bunker. Und es ist eigentlich alles gut gegangen, wir waren sicher.
Aber dann ist meine Frau krank geworden und hat Medizin gebraucht, um zu überleben. Und ich habe gewusst, ich muss jetzt aus dem Bunker raus, muss irgendwo plündern oder diese Medizin suchen, damit ich das Leben meiner Frau rette. Und in dem Spiel suche ich und suche ich und finde nichts und gehe raus und dann finde ich in einem anderen Haus dieses alte Ehepaar. Und die haben diese Medizin, brauchen sie aber auch zum Überleben.
Also das ist diese, wie nennt man das, es gibt so bei Management-Trainings diese Entscheidungsspiele, wen würdest du vom Zug überfahren lassen, so sind die programmiert? Genau. Und das ist tatsächlich so designed, dass ich in dem Fall extrem, also diese philosophischen Entscheidungen oft, dass ich diese Entscheidungen treffen muss. Weil so wie du es gerade beschrieben hast, wir kennen das vielleicht aus Büchern oder haben das erzählt gekriegt und dann fangen wir zum Denken an.
Aber in dem Fall, in einem Wiederspiel, ich muss in diesem Moment diese Entscheidung treffen. Das heißt, ich fange so viel zum Denken an und werde so lange darüber nachdenken, gehe ich jetzt zu meiner Frau und schaue ich beim Sterben zu oder nehme ich denen die Medizin weg und rette das Leben meiner Frau.
Und dadurch, dass ich die Entscheidung treffen muss, und das ist halt das, was Wiederspiele können, also auf der einen Seite mich erfahren lassen, wie es ist, die Welt aus einer anderen Perspektive zu sehen, aber auch mich extrem zum Denken zu bringen, weil ich verschiedene Entscheidungen treffen muss. Wofür hast du die entschieden? Sag ich nicht. Wie würdest du dich entscheiden?
Schwierig. Gibt es noch eine dritte Möglichkeit? Man kann nicht mit den alten Menschen oben gemeinsam leben und die Medikamente aufbrauchen, sondern es gibt, aber dann sterben die ja sowieso, wenn es nur so wenig Medikamente gibt. Dann müssen ja die irgendwann einmal blühen, dann gehen sie später oder sterben. Ja. Also was tust du? Sag ich nicht. Sehr gut. Wir haben schon zwei mit einem dunklen Geheimnis, das wir nie teilen werden. Ja. Ja, jetzt habe ich die Stimmung ein bisschen kilter.
Das sind ja sehr pädagogische Spiele. Das war kommerziell extrem voll erfolgreich. Das Spiel ist entwickelt worden von einem Studio namens 11-Bit Studios. Die haben jetzt ein zweites Spiel rausgebracht, da würdest du Spaß haben. Das heißt Frostpunk und da geht es sehr stark auch um das Thema Demokratie. Das heißt auch für, ich habe ein Volk und unter extremen Bedingungen, Deswegen den Namen Frostpunk, beziehungsweise er ist Frostpunk 2 inzwischen.
Das heißt, wir haben extrem harte Bedingungen, es sind Überlebende im Jahr XXX und die Welt ist schon lang untergangen. Und wir haben regelmäßig mit extremer Kälte zu tun und müssen bis zu diesem Punkt, wenn die Kälte kommt, geschaut haben, dass es allen recht gut geht oder dass wir es zumindest überleben. Dann den Kälteeinbruch. Den Kälteeinbruch. Also es ist kein Weltuntergang, sondern Zivilisation ist zusammengebrochen in Wirklichkeit und das Klima hat sich entschieden, kalt zu werden.
Und es ist ja sehr kalt und wir müssen einfach überleben. Und wir haben inzwischen im zweiten Teil, im ersten Teil waren wir noch so ein kleines Volk, im zweiten Teil haben wir so eine Zivilisation, haben inzwischen auch eine Art Parlament und da müssen wir dann natürlich vielleicht Kompromisse finden. Was ist eine Art Parlament? Ich würde dir das Spiel echt voll gern ansehen.
Entweder man hat eine Vertretung, dann ist es ein Parlament oder es ist eh nur zum Diskutieren, aber die Entscheidungen fallen wohl an. Also tatsächlich, wer weiß nicht mehr, wie viele Gruppen drinnen sitzen, aber es sitzen x Personen drinnen, die teilweise eben verschiedenen Gruppierungen angehören. Lustigerweise kann man das mit einem Twitch-Chat verbinden. Das bedeutet, das macht jetzt wahrscheinlich mehr Fragen auf, als dass es hilft.
Erklär einfach, was ein Twitch-Chat ist für all die Menschen, die es noch nie gesehen haben. Das ist, inzwischen spielt man ja nicht mehr nur Spiele selbst und es gibt ja extrem viele Spiele. Und ich habe schon vorher erzählt, Spielen ist auf unterschiedlichste Arten und Weisen was sehr Soziales. Und eine Variante davon ist Twitch. Twitch ist eine Video-Streaming-Plattform, wo ich anderen zuschaue, wie sie Video spielen.
Und ich bin in einem Chat und interagiere halt mit den Streamenden oder und oder mit den anderen Personen im Chat. Wie machst du das? Du hast dann Kopfhörer auf und ein Mikrofon und sprichst mit denen und das wird in Sprache transkribiert, nehme ich an, weil sonst kannst du nicht spielen und gleichzeitig tippen. Oder geht sich das aus, das Spiel ordentlich zu spielen und ordentlich mit den Menschen zu reden?
Das geht sich schon aus. Also ich stream selbst und bei mir schaut es so aus, Also ich spiele und kommentiere währenddessen regelmäßig, was gerade im Spiel passiert. Und wenn dann zum Beispiel irgendwas, wenn die Möglichkeit ist, dass ich das Spiel pausiere oder wenn es irgendeine spannende Entscheidung zum Treffen ist, dann interagiere ich auch regelmäßig mit dem Chat. Der Chat läuft nebenbei mit. Aber dann spielst du ja nicht, sondern dann stehst du herum wie ein non-playable Charakter.
Jetzt kommt eine Fans-Site wie ein NPC. Genau, da komme ich dann später dazu, wie diese Wörter im echten Leben Platz genommen haben, ohne dass die Menschen eigentlich genau wissen, wo es herkommt und was es bedeutet.
Aber wenn man ein Spiel spielt, spielt man es ja. Und diese Streams kenne ich nur vom Zuschauen, die sind dann auf YouTube irgendwann einmal gestanden, Und ganz viele von diesen jungen Männern hauptsächlich haben dann irgendwie zum Schreien angefangen, um Internet-Nimmst zu werden, weil je mehr sie schreien, desto populärer sind sie dann geworden. Aber wenn du spielst, dann kannst du ja nicht gleichzeitig kommunizieren, sodass die andere das Gefühl hat, du nimmst sie ernst.
Ich glaube schon. Also wie gesagt, wenn ich selbst streame, ist es für mich so, gleichzeitig in das Spielerlebnis eintauchen, aber währenddessen auch im Chat mitlesen, was gerade diskutiert wird. In einem Affentempo kommen da die neuen Meldungen hinein, wenn das ein erfolgreicher Stream ist.
Manchmal ist ja fast nichts los, da kann man das in Ruhe mitlesen oder nebenbei, aber wenn da wirklich viele Leute interagieren, da kommen ja so viele Meldungen, da rattert das ja runter wie die Fernschreiber früher. Wie soll man das dann alles lesen, geschweige denn kommentieren oder dann ist das alles schon wieder irgendwo, was man eigentlich gerade kommentieren wollte? Es gibt verschiedene Arten von Streams. Wir machen tatsächlich auch Forschung dazu. Das ist ganz spannend.
Es gibt verschiedene Arten von Streams. Es gibt tatsächlich Streams, wo diese Riesen-Communities, wo gleichzeitig 10.000, 20.000, 30.000 Menschen zuschauen und schreiben. Und da wird dann meistens auf eine Art Emote-Sprache gewechselt. Das heißt, wenn irgendwas Positives passiert, dann schicken alle irgendwelche lustigen, positiven Emotes und dann gibt es dann auch so kleine Insider. Zum Beispiel, worin unterscheiden Sie die von den Emojis, die wir auf den Messenger verwenden?
Zum Beispiel ein lustiges kleines Foto, eine Zeichnung von der streamenden Person. Also das sind dann oft so, deswegen Insider von den Communities um die streamenden Personen, das vielleicht in der Vergangenheit lustiger ist passiert. Also bei mir gibt es so einen kleinen Skelettarm, weil es in einem meiner Lieblingsspieler gibt es ein Puzzle, was man nur lösen kann, wenn man mit einem Skelettarm arbeitet. Ich kläre das gar nicht auf für alle, die dieses Spiel kennen.
Du sollst einfach mal zuschauen. Wenn du spielst. Ja, ich glaube, die, die das Spiel kennen, für die war das ein sehr lustiges Insiderschmankerl. Ja, es sind Point-and-Click-Adventures, die ich so liebe. Ich weiß nicht, ob du die kennst, die waren früher da in Point-and-Click-Adventures. Das war Day of the Tentacle oder Indiana Jones, Fate of the Atlantis, da hat es einen Teil gegeben von Diana Jones, der ist nie als Film rausgekommen, sondern nur als kleines Point-and-Click-Videospiel.
Das sind oft so 2D-Grafiken, ich sehe den Screen und dann kann ich halt mit verschiedenen Objekten auf diesem Screen, auf dieser Grafik interagieren. Hier liegt eine Seife, nimm die Seife und wasch jetzt das Auto damit. Oder hier ist ein Hamster und hier ist eine Mikrowelle, was möchtest du tun? Also diese klassische Urban Legend ausprobieren, dass Leute den Hamster in die Mikrowelle getan hätten, wofür es keinen Beleg gibt, aber es ist sehr berühmt, solche Sachen.
Solche Sachen, solche Sachen. Das ist die Variante, wie ich halt aufgewachsen bin, diese Point-and-Kick-Adventures. Also das gibt es eh in vielen Spielen, bevor die Computerkonsolen und die Computerspiele so geworden sind, hat es ja Bücher gegeben, die ganz ähnlich funktioniert haben.
Da hat man durchgeblättert, dann hat es Kennzahlen gegeben, da hat man hinten nachgeklagen, was die Kennzahl bedeutet hat und dann hat man sich zwischen verschiedenen Spieleverläufen entscheiden können, weil wenn man dahin abgebogen ist oder wenn man aus der Tonne was rausgenommen hat und nicht aus der Kiste, dann ist das Spiel anders weitergegangen. So kann man sich diese Spiele vorstellen.
Genau, genau. Oder man kann verschiedene Objekte miteinander kombinieren, dass ich auch zwei Objekte miteinander kombinieren kann, dass ich dann einen Schlüssel baue. Die habe ich immer total geliebt, eben dieses Rätselartige mitbringen. Das sind die größeren Communities. Es geht darum, wie die Emojis oder wie das ausschaut, wie man miteinander kommuniziert, wenn es so viele Menschen sind, dass das Spiel nicht unterbrochen wird, aber trotzdem kommentieren kann und wahrgenommen wird.
Und umgekehrt gibt es aber, und die sind auch sehr beliebt und haben dann ganz einen anderen Einfluss, deswegen sagt man auch Communities. Es ist halt, als würdest du, früher ist man halt ins Beisel gegangen und hat die gleiche Runde zum Kartenspielen getroffen. Und jetzt gibt es halt ganz viele Communities und verschiedene Streamender, die sich für ein Thema interessieren oder für eine bestimmte Art von einem Spiel.
Und die treffen sich dann wahrscheinlich regelmäßig in diesem Chat, plaudern dann, wie geht es deiner Katze, wie geht es deinem Hund, sind wieder alle gesund, wie ist er bei der Prüfung gegangen. Und es ist tatsächlich einfach eine soziale Austauschplattform, während man über das Lieblingsspiel reden kann und sich austauscht. Und sehr viele, sehr beliebte Streams, sondern eben oft kleinere Communities, dass man sich so austauschen kann.
Aber wie kommt man in diese Community hinein? Da kann jeder hinein und wenn man Pech hat, kann man irgendwelche Arschlöcher und dann ist die Community am Ende? Aber es gibt inzwischen schon gerne eine Science- und Tech-Szene auf Twitch. Also man kann sich ja sehr gut, man kriegt glaube ich sehr gut schnell ein Gefühl, was eine Community oder ein Stream ist, der für einen selbst passt.
Und natürlich gibt es jetzt, dass du Sucksack hast, die super laut jubeln und schreien versus mich, die dann dort sitzt und dir über Grafentheorie eine Vorlesung präsentiert. Es gibt schon Kontraste. Ich glaube, da kann man sich einfach ein bisschen durchklicken durch die verschiedenen Kategorien.
Ich glaube, als Informatikerin, was ich halt immer versuche mitzugeben, egal was ich rede, viele Gespräche und viele Vorurteile, was du auch angesprochen hast, passieren deswegen, weil man sich mit etwas nicht beschäftigt. Das kennt man ja aus den Gegenden, wo am wenigsten Flüchtlinge sind. Gibt es oft die größte Ausländerfeindlichkeit, die sogenannte Ausländerfeindlichkeit. Also den Zusammenhang gibt es, was Computerspiele und Computerspielcommunities betrifft genauso?
Genau, also ich würde sagen, egal was es geht, dass man sich traut, Sachen auszuprobieren. Wenn man nicht weiß, was Twitch ist, sich einfach mal hinsetzt, browset. Es gibt Musik auf Twitch, es gibt Educational Content, also Lehrinhalte auf Twitch. Es gibt eben Science-Experimente. Die NASA hat einen Twitch-Account. Es passiert da extrem viel. Es gibt sehr viel, aber es gibt auch sehr viel positiver
Inhalte. Und das Gleiche zum Beispiel in der Welt der Videospiele, weil die konstante Frage ist natürlich immer, mein Kind spielt, bla bla bla bla bla, was tue ich? Ja, habt ihr schon mal zusammengespielt? Wie in was?
Aber das glaubt man ja oft nicht. Ich habe es eh schon erzählt, ich habe einmal den FIFA-Account von meinem Sohn versaut, weil ich so schlecht gespielt habe, dass ich dann das Verbot verhängt bekommen habe, dort zu spielen, damit die Saison nicht für ihn vorbei ist und er keine Chance mehr auf die Meisterschaft hat. Und dort kann man dann auch noch so ein Wunder-Team zusammenstellen,
weil man einen besonders guten Score hat. Da bin ich dann ausgeschlossen worden und habe noch ab und zu zuschauen dürfen. Das ist echt blöd, glaube ich. Da werden alle sehr wütend. Ja, aber gerade bei FIFA, das wäre ein super Beispiel, wo man sich mit zwei Controllern hinsetzen kann, nebeneinander sitzt und du spielst Bayern und ich spiele Barca und wir spielen halt miteinander gegeneinander. Aber ein Unterligaspiel wäre zum Beispiel viel lustiger, Dondorf gegen Unterbremsstädten.
Also zumindest Sturm Graz kann man sicher spielen, also ich würde da jetzt keine Schleichwerbung reinbringen, aber ja, FIFA habe ich sogar teilweise mitgearbeitet. Da kommen wir eh schon auf das, weil wir reden jetzt viel über... Mich als Dreijähriges am Abbogen. Nein, nein, nein, wir reden viel über das, was in der Öffentlichkeit, also das, was Outreach quasi genannt wird, wenn du einen Twitch-Stream machst, aber du bist ja Forscherin, sogar Professorin.
Wenn du sagst, du bist Informatikerin, können sich die Menschen vielleicht noch ein bisschen was darunter vorstellen und weil vielleicht auch nicht, aber Spieleentwicklerin an einer Universität... Glauben doch viele Menschen, die Welt geht unter, wenn das jetzt eine Professorin ist. Aber wie schaut denn die Forschung aus? Also die Welt geht hoffentlich nicht unter. Also im Gegenteil, alle unsere Forschungsprojekte sind an die SDGs, an die Sustainability Development Goals ausgerichtet.
Das sind diese 17 Ziele, wo es einfach darum geht, okay, wenn man ein bisschen in die Zukunft schaut, was wäre wichtig zu erarbeiten, zu erforschen. Sei es im Bereich Klima, Energie, sei es im Bereich Gesundheit, sei es im Bereich Lehre, Lernen, Education. Und wir sind, die Forschungsgruppe, die ich da gegründet habe, das ist das sogenannte Game Lab. Das heißt, das klingt halt immer alles nach Spielerei. Es ist dasselbe Problem, wie der Zeichentrickfilm gehabt hat oder die Comics.
Das hat immer als Kinderkram gegolten. Es sind Animationsserien wie die Simpsons oder Southparks sind überhaupt nicht für Kinder designt. Es sind viel zu ordinär und zu arg und teilweise unverständlich, wobei man da gut reinwachsen kann. Aber es gilt, wenn es gezeichnet und animiert ist, nach wie vor bei vielen Menschen als Kinderkram. Und das ähnliche Problem haben ja Spiele. Ja, und das ist extrem. Du hast genau die perfekte Historie erbracht.
Es gibt ja auch ganz viel Forschung. Da war ich sogar auf einem Workshop in Harvard, wo es darum geht, wie man Comics verwenden kann für die Lehre. Da gibt es ja auch extrem viel, so viele nützliche Beispiele. Und was uns am meisten tangiert, ist Spieltechnologie. Also da rede ich jetzt wirklich auch die technologischen Hintergründe, wie Spiele eigentlich gebaut werden, haben so viel Potenzial für die unterschiedlichsten Anwendungstenarien.
Also sei es jetzt zum Beispiel im Bereich Gesundheit. Wir haben ein kleines Spiel entwickelt, gemeinsam mit einem Team und einer sehr bekannten Mikrobiomsforscherin, dass wir über das Mikrobiom aufklären. Weil die wenigsten wissen, was das eigentlich ist, warum das wichtig ist, was es tut, wie es funktioniert und dass jede Entscheidung, die wir am Tag treffen, einen Einfluss drauf hat.
Und da haben wir einfach ein kleines Minispiel, was einfach öffentlich für alle zugänglich ist, wenn man gebastelt, wo man einfach aufklärt, hey, du hast gerade das getan oder das getrunken, das gegessen, die Person geküsst oder keine Ahnung was. Und das wird nicht bewertet, ob es gut ist oder schlecht ist, sondern einfach nur aufzeigen. Und diese Interaktion hat diese Auswirkung auf dein Mikrobiom.
Und das ist einfach, wie gesagt, diese Methoden, die ich vorher erwähnt habe, dieses interaktive Selbstentscheidungen treffen und das versuchen wir einfach dann als Medium zu verwenden, in dem Fall über Lehre zu verbessern, Lernen zu verbessern, interaktiver zu machen, more hands-on, dass ich Sachen angreifen kann, selbst tun kann.
Oder das hat erst dann mit Spiel ein bisschen weniger zu tun, aber wir verwenden zum Beispiel die Spieltechnologie, haben ganz bekannt sind die sogenannten Game Engines. Das sind die Tools, die Software Tools, die im Hintergrund stehen, um Spiele zu entwickeln. So wie Word verwendet wird, um einen Text zu produzieren, wird eine Game Engine verwendet, um ein Spiel zu entwickeln. Und da gibt es verschiedene Engines, die bekanntesten aktuellen Engines sind Unity oder Unreal.
Und die waren inzwischen verwendet, weil. Die geben mir die Möglichkeit, dass ich automatisch schon die Physik verwenden kann, dass ich diese 3D-Bilder sehen kann, dass ich vielleicht ohne viel Aufwand diese Gravitation gleich simulieren kann. Die kommen einfach mit irrsinnig vielen Möglichkeiten schon daher.
Nonanet bietet es dann irrsinnig schöne Möglichkeiten, um simpler Lehrerfahrungen zu machen oder Therapieanwendungen zu designen, wo ich dann so kleine Spieldesign, wo ich dann so kleine Therapieübungen machen kann. Oder diese Technologie, die Game Engines, wird auch verwendet für die Filmindustrie. Ich glaube, Star Wars war ein ganz bekanntes Beispiel, wo sie dann so Live-Anpassungen von Hintergründen etc. Damit entwickeln konnten. Oder digitale Zwillinge.
Digitale Zwillinge kann man sich so vorstellen, ich habe jetzt zum Beispiel eine reale Maschine und dann eine digitale Abbildung davor. Dadurch kann ich zum Beispiel simulieren, wie sich diese Maschine verhält, wenn ich Änderungen mache. Ich kann vielleicht das sogar synchron machen, wenn ich was bei der digitalen Variante von dieser Maschine verändere. Dann verändern sich vielleicht auch die Werte von der realen Maschine. Ich kann Schulungen dadurch viel kostengünstiger machen.
Wir selbst haben es zum Beispiel für ein Physiklabor verwendet. Das heißt, dass ich in so einer spielischen Welt lauter Physikexperimente zugänglich mache. Weil Physikexperimente kennt man. Sie misslingern ja oft oder die Lehrerin haben keine Lust dazu oder es fehlt irgendein Teil. Genau. Oder die Kinder sind zu unruhig und dann schaut niemand zu und dann. Und dann war es schon wieder umsonst. Das heißt, sie sind oft zu teuer,
sie sind oft unzugänglich, sie sind oft. Manche sind gar nicht möglich. Und wenn wir das Ganze virtualisieren, können wir sogar Sachen sichtbar machen, die sonst nicht sichtbar sind. Zum Beispiel die Feldlinien, was oft ein Konzept ist, was ich sonst nicht so gut verstehe. Aber ich kann dann zum Beispiel zwei Magneten direkt angreifen. Ich kann in einer Tesla-Spule marschieren, was halt sonst auch recht unangenehm wäre.
Aber ich kann halt Sachen ausprobieren, die sonst nicht möglich sind, aus unterschiedlichsten Gründen, weil ich es mir nicht leisten kann, weil ich keine motivierten Lehrenden habe oder weil es einfach ein zu teures oder unmögliches Experiment wäre. Jetzt kann man über Spiele und Simulationen, man kann viele Teile der Haptik über Vibrationen kriegen, man hat das visuelle System beschäftigt, möglicherweise das Sprachsystem, aber die Olfaktorik, die bleibt immer außen vor.
In der echten Welt riecht man sehr viele Dinge, man nimmt geruchlich viele Dinge wahr, die man gar nicht bewusst riecht und die aber wichtig sind in der Interaktion. Das ist ein Problem, an dem man arbeitet, um das zu lösen oder das lasst man außen vor, weil man es nie so lösen wird können, dass es befriedigend gelöst wird und deshalb konzentriert man sich auf andere Parameter. Also wir arbeiten nicht konkret daran, aber es wird daran geforscht und gearbeitet.
Das ist tatsächlich was, so wie du sagst, das ist auch im Bereich der Virtuality-Forschung. Virtuality ist diese Idee, dass ich diese Brille aufsetze und dann tatsächlich in diese Welten eintauche. Also unser Physiklabor zum Beispiel, ich setze die Brille auf und habe das Gefühl, ich bin in diesem Physiklabor. Das nennt man Immersion. dass ich eingetaucht, Immersion in diese Welt bin.
Und je mehr Elemente das begünstigen, also ich sehe dann in der Virtual Reality Brille, wenn ich raufschaue, sehe ich oben die Decke. Ich höre schon extrem das Knistern zum Beispiel von diesen Experimenten. Aber so wie du sagst, manche Sachen, vor allem die Haptik, wie sich was anfühlt oder wie was riecht, das fehlt teilweise noch. Und das wird aber ganz stark erforscht auf unterschiedlichsten Bereichen.
Da gibt es sehr skurrile Varianten, wo ich dann zum Beispiel so einen kleinen Gürtel oder so eine kleine Halskette trage, wo verschiedene Geruchspatronen einbaut sind. Ich weiß nicht, ob ich das erzählen soll, aber bei meinen Anfangsstudien habe ich dann selbst so einen Ventilator gehabt, wo ich dann so einen Orangen-Spray rein gesprayt habe und geschaut habe, was passiert.
Aber eben, das ist das, was wir eigentlich so, dieser heilige Grad, den wir erreichen möchten, das Gefühl der vollen Immersion, dass die Person wirklich das Gefühl hat, in dieser digitalen Welt zu sein. Weil im Kino hat es das ja in den 60er Jahren schon gegeben, da hat man schon versucht mit Rubbelkarten, wenn Kennzahlen im Film erschienen sind, dass man jetzt rubbeln muss, damit man das und das riecht.
Und die Geruchswelt ist ja gar nicht aus so vielen verschiedenen Komponenten zusammengesetzt, wie man glaubt. Also da geht es ja offensichtlich sehr viel um die Dosierung, wie ein Körpergeruch zusammengesetzt ist. Ob das gut riecht oder neutral oder übel riecht, sind ganz ähnliche Moleküle offenbar am Arbeiten. Das Neutralisieren ist oft schwierig noch, also dass man dann zwischen den Gerüchen, wenn ihr so einen intensiven Geruch dann ausgeschüttet habt, dann plötzlich dann wieder neutralisiert.
Lüften ist virtuell extrem schwierig. Ja, nein, aber da gibt es schon, also Forschungsschmankerl gibt es in dem Bereich schon viele. Jetzt gilt, Computerspiele gelten gemeinhin unter anderem auch, ich habe es schon kurz angesprochen, als Beschäftigungen, wo man vereinsamt.
Aber wenn man jetzt, ich habe das selber bei meinen Kindern beobachtet, die sie mit Freunden und dann teilweise aber auch unbekannten Menschen getroffen haben, das hat man, glaube ich, sogar Sitzungen genannt oder so, oder wie ist der Begriff, wenn man sich gemeinsam einwählt in ein Spiel und das dann gemeinsam spielt und über Kopfhörer und Mikrofon kommuniziert. Also da hat der Freundeskreis miteinander geplaudert und sie haben verschiedene Charaktere gehabt und spielen miteinander.
Das noch dazu, wenn man in der Großstadt lebt, Wien ist jetzt eine kleine Großstadt, aber wenn man zum Beispiel in London lebt oder noch in einer größeren Stadt und man lebt in verschiedenen Stadtteilen, dann bedeutet das, dass man nicht sagen kann, ich schaue kurz einmal zu meinem Freund, zu meiner Freundin, weil das wären zwei Stunden öffentlicher Verkehr. Also da kann man sich sehr gut miteinander verbinden.
Das gibt es ja noch nicht seit immer, dass sie Menschen tatsächlich treffen können, wie am Spielplatz, im Wirtshaus oder wo auch immer, im Hobbykeller, um gemeinsam miteinander Zeit zu verbringen und dann aber in die echte Welt wieder zurückkommen, weil das Abendessen am Tisch steht. Wie lange gibt es diese Form von Interaktion bei Spielen schon? Boah, ich meine, ich selbst habe, also wir sagen da auch oft diese virtuellen Welten.
Also virtuelle Welten wäre die Idee, dass wir einen gemeinsamen persistenten Raum haben, in dem wir uns treffen können, den wir teilen, wo dann vielleicht auch Veränderungen sichtbar sind. Und ich habe das damals, 2011, 2012, habe ich damit angefangen, damit wissenschaftlich zu beschäftigen, mit diesen Arten von Räumen. World of Warcraft gibt es inzwischen seit 20 Jahren. Ich glaube, das ist so dieses typische Beispiel, an das wir als erstes denken, was die ersten dieser virtuellen Welten waren.
Da gibt es dann schon einige davor noch, aber ich glaube, dass gerade Spiele wie World of Warcraft das wirklich auch technologisch ein bisschen in den Mainstream gebracht haben, aus unterschiedlichen Gründen.
Also es gibt schon sehr viel Zeit davor, viele Experimente, viele coole Spiele, die in die Richtung gegangen sind, aber es gab immer sehr viele technische Einschränkungen, weil wenn wir uns das überlegen, auch zu meiner Zeit, wo ich daran geforscht habe, 2011, 2012, habe ich versucht, so eine Art World of Warcraft für Physik zu machen, dass es kläglich gescheitert. Und zwar, weil damals einfach erstens ganz viele Menschen noch keine passende Internetverbindung gehabt haben.
Und du brauchst doch eine große Bandbreite, dass du so viele Informationen hin und her schicken kannst. Und auf der anderen Seite hat man damals noch wirklich sehr starke Gaming-PCs braucht für die damaligen Verhältnisse. Jetzt ist, glaube ich, fast jedes Smartphone stärker als mal krasser Gaming-PC von damals.
Und auch das Internet ist, wenn wir jetzt keine deutschen Zuhörer bei uns haben, aber in den meisten Ecken dieser Welt schon, oder in vielen Ecken dieser Welt, gerade Western World, besser ausgebaut als es damals war. Das heißt, wir haben sehr viele von diesen Einschränkungen nicht mehr, aber das waren halt früher doch große Einschränkungen, warum gerade diese Art von Spielen ein bisschen elitärer war, weil es eben diese Herausforderungen und diese Anforderungen gehabt hat.
Aber hat sich das nicht gemeinsam verändert, weil die Grafik ist ja immer aufwendiger geworden und da braucht man immer noch eine stabilere Internetleitung, um das auch aufzulösen und der Arbeitsspeicher muss noch mehr können. Genau, also dieses Rennen, welche Grafiken noch realistischer sind, das ist jetzt in zwei Richtungen gegangen, würde ich sagen.
Du reißt, glaube ich, gerade wieder eine weitere Pandoras-Box auf, die wir in der Spieleindustrie gerade sehr stark diskutieren, diskutieren, weil Spiele sind eigentlich fast exponentiell komplexer worden, länger worden, teurer worden, also teurer in der Produktion, aber nicht teurer in der Anschaffung. Und das wirft gerade aktuell sehr viele Fragen auf. Weil früher ein AAA-Spiel, das kann man vergleichen mit einem Blockbuster-Film, hat halt ein paar Millionen gekostet.
Jetzt sind wir halt wirklich im dreistelligen Bereich teilweise, im zweidreistelligen Bereich. Das sind irrsinnig teure Produktionen. wesentlich teurer als Filmproduktionen. Im besten Fall nehmen sie halt auch dementsprechend viel ein. Also Seiten hat jetzt für Games-Industrie selbst ist ja größer als die Musik-Industrie, als die Filmindustrie und als die Buchindustrie zusammen.
Das ist schon ein recht großer Brock, Und jetzt gibt es aber einen ganz großen Drang in Richtung wieder kleinere Spiele. Also leichter nicht im Sinne von Schwierigkeit, sondern dass sie jetzt nicht so groß sind, dass sie sich vielleicht auf coole Game-Mechaniken konzentrieren und dafür nicht 100 Stunden an Gameplay mit super fotorealistischer Grafik, sondern dass sie wieder ein bisschen simpler werden.
Gerade Indie-Spiele nennt man das. Indie wie Independent, so wie Independent Music oder Independent Film, also Independent Games, auch Spiele, die relativ unabhängig agieren können. Das heißt, ein kleines, agiles Entwicklungsteam, vielleicht drei, vier Personen, vielleicht eine Person, die mit einer coolen Idee etwas entwickelt.
Also die Spiele, die ich vorgenannt habe, also Path Out ist auf jeden Fall eine von diesen Spielen, das sich einfach traut, außerhalb von dem, was Mainstream sicher erfolgreich werden kann, also sei das jetzt FIFA 250, also darf man nicht mehr so nennen, aber oder sei es jetzt Assassin's Creed, dann super Zukunftsversion, sondern einfach ganz ein neues Konzept, neues, junges, agiles Team, kleines Team, kleinere Kosten und ganz eine andere
Art von Spiel wieder. Da sieht man sehr viele Trends in die Richtung. Alles, was du schilderst, bedeutet, dass sie Menschen jeden Alters eigentlich Ich, Auch wenn bei fortschreitendem Lebensalter viele Menschen sagen, ich setze mich mit dem nicht mehr auseinander, das brauche ich für mein Leben nicht mehr, was oft ein Irrtum ist, weil erstens braucht man es dann vielleicht doch schneller als man glaubt und zweitens lebt man vielleicht viel länger als man gedacht hat und dann wäre es
günstig, wenn man es doch vor zehn Jahren begriffen hätte und nicht nur darauf angewiesen ist, dass andere Menschen so freundlich und gnädig sind, nicht auflaufen zu lassen. Gleichzeitig wird in Österreich mit großem Schwung und großer Begeisterung Handyverbot in den Schulklassen diskutiert. Und zwar so, also man kann schon verstehen, dass es schwierig ist, einen Unterricht durchzuführen, wenn die ganze Zeit Leute sich mit dem Handy beschäftigen.
Aber besprochen wird es ein bisschen so, als ob das Handy der Gott sei bei uns sei. Und das Hauptproblem, warum der Unterricht unattraktiv ist für viele junge Menschen, Gleichzeitig ist es natürlich ein Werkzeug, das man sehr gut einsetzen könnte, weil die Handys ja derartig viele Dinge können, dass es ja ein praktischer Lehrbehelf wäre. Ich glaube, du hast mir die Antwort auf die Frage schon irgendwie vorweggenommen.
Also natürlich habe ich als Informatikerin vermutlich ein bisschen einen anderen Zugang, auch die Art und Weise, wie ich selbst meine Welt für mich geprägt habe. Also wenn man ein bisschen bei mir schaut, also mir hat halt die frühe Zugänglichkeit einfach diese Angst genommen.
Und die Möglichkeit, dass ich mich mehr mit dem Tool beschäftige und egal, bei welcher Biografie wir reinschauen, früher Zugang zu verschiedenen, keine Ahnung, also zum Beispiel auch, wenn man bei Begit schaut, früher Zugang zum PC, hat extrem viel geschaffen, in dem Sinn sehr viele Ängste genommen bei vielen und. Ich stehe dem irgendwie auch zwiegespalten entgegen, aber so wie du es beschrieben hast, es wäre halt wirklich ein gutes Werkzeug.
Ich glaube, es ist ganz wichtig, dass man darüber aufklärt, wie es verwendet werden kann, wie es nicht verwendet werden soll und dass man vor allem auch den richtigen Umgang, weil am Ende des Tages müssen wir dann doch auch selbst irgendwann lernen, uns selbst auch zu kontrollieren und einzuschränken. Also ich kriege die Frage auch oft im Zusammenhang mit Videospielen.
Also für mich ist zum Beispiel das Spielen von einem Videospielern am Abend gleich wertvoll, das auch basierend auf den Beispielen, die ich vorhin genannt habe, als würde ich jetzt ein Buch lesen. Also ich lese es nicht gerne. Jeden zweiten Abend lese ich dann ein Buch und dann spiele ich wieder ein Videospiel bzw. Gehe auch viel raus und mache viel Sport. Das heißt, ich habe einfach diese Diversität der Welt und Aktivitäten für mich gefunden.
Was ich halt oft schad finde, ist, dass diese Diversität dann oft nicht mehr gezeigt wird, nicht mehr gelebt wird. Das heißt, auf der einen Seite spricht man vom Handyverbot in den Schulen, wo es eben natürlich eine Berechtigung hat, dass man den richtigen Umgang damit lehrt, beziehungsweise den Fokus vielleicht auf andere Sachen bringt. Aber auf der anderen Seite wäre es halt auch wichtig, dass man es als Werkzeug und als Tool, weil wir sind halt umgeben damit, dass man es schon früh lernt.
Und auf der anderen Seite sieht man dann halt oft, dass es dann gleich nach der Schule wieder schnell in die Hand geben wird oder Tablet schon drei Monate altem Kind vorgesetzt wird, damit es halt aufhört zu schreien. Das heißt, ich glaube, wir müssen uns allgemein nicht nur alles auf die Schule schieben, sondern mal überlegen, was ist ein sinnvoller Umgang. Aber ich bin vermutlich nicht die Beste, um solche Fragen zu beantworten.
Da wäre Erwachsenenschulung in Wirklichkeit mindestens genauso wichtig wie die Schulung der Kinder und Jugendlichen, weil damit Erwachsene mit ihren Kindern darüber reden können, was ein sinnvoller Umgang mit dem Telefon ist, müssen sie ja selber einigermaßen damit umgehen können, was ja sehr viele Menschen, die den jungen Menschen vorwerfen, dass sie nur noch wischen, wischen, wischen, bewusst ist nämlich, dass sie das selber die ganze Zeit machen.
So ist es. Wie gesagt, ich möchte niemandem Schuld oder einen Auftrag mitgeben, sondern im Gegenteil, also ich sehe, dass alles, was wir jetzt gerade tun und die Digitalisierung, also ein ganz, ganz großer Teil davon, unsere Gesellschaft noch mehr spaltet. Und Digitalisierung schafft etwas, was ich extrem traurig und kritisch finde, ist nämlich auch diese Spaltung im Grunde. Das heißt, wir sehen einen äußeren Altersgap und da sehe ich aber extrem für Möglichkeiten.
Das heißt, wie nehmen wir die Eltern, die Großeltern und Co. Wieder mit, indem vielleicht auch die jungen Menschen dann vielleicht sogar geschult werden, wie sie selbst wieder zum Multiplikator werden, wie sie selbst geschult werden, wie sie selbst daheim lernen können. Oder eben, wie du vorher schon gesagt hast, dass man sich dann überlegt. Welche Schulungs- oder Lifelong Learning ist ja dieses Thema, was wir ewig haben.
Aber wie schaffen wir es, dass man jetzt so viele Menschen wieder aufklärt darüber, wie funktioniert diese neue digitale Welt? Und wir schaffen halt einfach weiter Bubbles, die sich dann natürlich aus Ängsten gegen die eine oder andere Technologie wehren. Einfach weil man nicht versteht, was es ist, was es tut. Und das KI-Thema, das ist ja auch ganz, ganz, ganz on top. Ja, nur noch nicht habe ich Angst vor einer Technologie, wenn ich nicht weiß,
wie es funktioniert, was es tut, was es mit mir tun wird. Und dann werde ich mich immer dagegen werden. Und dann werde ich halt vergessen werden. Und dann ist es eine selbst erfüllende Prophezeiung.
Es kann ja nicht nur für Menschen, die den Anschluss an technologische Entwicklungen versäumen, und man muss ja nicht programmieren können, so wie du, sondern es reicht ja oft nur, wenn man grundlegend versteht, was mit einer Technologie oder was mit einem neuen Endgerät zu machen ist und was man nicht davon brauchen kann.
Das ist oft eh schon schwierig genug, das so in den Alltag hineinzubringen, dass man es regelmäßig verwendet und nur dann kann man es ja einigermaßen begreifen, weil wenn man es nur erklärt kriegt, das ist ja der große Nachteil bei der grundsätzlich begrüßenswerten Schulung, nämlich Computerführerschein.
Aber man geht dort halt hin, lernt was, versteht vielleicht die Hälfte und wenn man es dann nicht anwendet, dann ist es schade um die Zeit oder vielleicht hat man nette Menschen dort kennengelernt, dann war es eher schön verbrachte Zeit, aber dann hat man im Alltag nichts davon, wenn man keine Anwendung hat. Und dann verliert man vielleicht den Anschluss an eine Technologie oder eine Neuerung oder eine Update.
Das ist schon ein sehr alter Begriff, aber es gibt ja nicht nur die Menschen, die sich aufeinander losgehen und sie was wehren, sondern in der Spielewelt gibt es ganz andere Animositäten oder ganz andere, Die Konflikte, denen du speziell als Frau da ausgesetzt bist, weil die Gamerwelt, die Spielewelt ist eine sehr männliche Welt. Da kennen sie alle gleich gut aus, aber trotzdem sind nicht alle der Meinung, dass alle gleich berechtigt oder gleich viel wert sein sollen.
Ja, das ist ein sehr großes Thema. Natürlich, sei es die Informatik oder sei es auch die Spieleindustrie, das sind Welten, die sehr männlich geprägt sind. Und da war ich immer einfach ein bisschen ein Einhorn, egal wo ich es war, als Spieleentwicklerin oder in Informatik. Und es ist auch die Welt des Gamings an sich geprägt.
Sehr viele Spiele kennt man dadurch, dass es alle ISM vereinigen, also Sexism, Ableism, Racism und Co. Das heißt, ich logge mich ein und man hört, ich habe eine Frauenstimme und es wird gleich gesagt, was machst du da, geh doch zum Herd zurück. Immerhin wissen viele von den Gamern, um ein anderes Stereotyp zu bedienen dass es ein Herd geben kann in einer Wohnung voll schön.
Voll schön ja, erstens, ich meine, sehr viele von den Sachen stimmen glücklicherweise gar nicht mehr, also da muss man sagen auch hier als Gamerin, habe da sehr viele positive Erfahrungen gehabt, auch hier als Streamerin würde mit sehr viel mehr, Sexismus rechnen weil das eigentlich als sehr sexistische Welten auch bekannt sind, da bin ich oft sehr positiv überrascht, auf der einen Seite Aber nur. Dass es nicht so schlimm ist wie befürchtet oder dass es eh schon gut auch ist?
Das ist nicht so schlimm. Ja, ich meine, es ist auch fairerweise ein Teil von unserer Forschung. Also wir stürzen uns da halt auch sehr, sehr aktiv rein. Ich habe schon vorher erwähnt, also sehr viele von den sozialen Erfahrungen. Ja, am Ende des Tages ist es kein rechtsfreier Raum, das muss man halt auch unterstreichen, aber es ist ein Raum, den viele als rechtsfreien Raum sehen, wie das gesamte Internet, wo ich anonym interagieren kann.
Und da wird es immer Leute geben, die sich dann dort auf irgendeine Art und Weise ausleben.
Und auf der anderen Seite habe ich eben auch erlebt, auch Spiele wie League of Legends, was bekannt ist, dass es besonders talkisch sein soll, dass es gerade dort sehr, sehr viele positive Erfahrungen gibt, also für alle, weil es eben ein Community-Spiel ist und weil es, glaube ich, auch wichtig ist, dass man lernt, wie diese soziale Interaktion und das Finden von einer eigenen Community gut funktionieren kann. Und das ist auch genau das, was uns zum Beispiel forschungsmäßig bewegt.
Wie können wir Spieler, die eben eigentlich ein so inklusiver, positiver Raum sein sollen, so gestalten? Auf der einen Seite, dass er wirklich so zugänglich wie möglich ist. Und auf der anderen Seite, wie können wir toxisches Verhalten erkennen, bevor es entsteht? Das ist zum Beispiel auch eine Forschungsfrage.
Das heißt, das passiert sehr viel maschinelles Lernen, Mustererkennung, dass ich einfach sehr früh potenziell toxische Spiele erkenne und die vorher vielleicht irgendwie positiv integriere, im besten Fall. Das ist so eine typische Forschungsfrage. Und jetzt ist natürlich auch die andere Seite, was uns positiv forschungsmäßig bewegt. Aber natürlich, wenn man ein bisschen auf meine Vita blickt, war ich doch sehr oft eine Frau in Räumen, die...
Sei es die Informatik oder die Spielentwicklung, auch historisch geprägt, leider viel zu wenig Entwicklerinnen zum Beispiel inkludiert haben in der Vergangenheit. Da merkt man auch einen positiven Trend, aber es ist trotzdem noch sehr bekannt, dass gerade auch die Spielentwicklungsszene zum Beispiel mit verschiedenen tatsächlich eigentlich Angriffen gegenüber Frauen bewusst hat. Also da war sicher ich auch öfters inkludiert.
Da hat es noch sehr kontroverse Bewegungen gegeben, wie zum Beispiel Gamergate. Da war oft eigentlich die Befürchtung, ich spreche mich oft dafür aus, egal was wir entwickeln oder was wir erforschen. Umso diverser das Team ist oder zumindest auch diverse Testgruppen inkludiert werden, umso inkludierender wird das Endergebnis sein. Also wir kennen das ja in der Forschung, gibt es ja auch oft sexistische Forschung, die gar nicht absichtlich sexistisch ist.
Zum Beispiel die Crash-Test-Dummies aus der Atomobilindustrie kennt man das, dass Frauen tendenziell öfter schwere Unfälle haben oder schwere Verletzungen bei Unfällen. Weil wenn man sich die typischen Vergangenheits-Crash-Tests damals anschaut, haben die doch alle einen typisch männlichen Körper. Sowohl von der Größe als auch von der Statur. Frauen sind anatomisch anders gebaut, brauchen eventuell andere Sicherheitsvorkehrungen um Autos, damit wir keine groben Verletzungen haben.
Und ein anderes Beispiel aus der Bilderkennung in der Informatik. Also viele von den Bilderkennungen brauche ich zum Beispiel für ein selbstfahrendes Auto, das ist mir automatisch erkennt, hier geht ein Fußgänger. Und viele von den Bilderkennungsalgorithmen aus der Vergangenheit haben schwarze Menschen zum Beispiel kaum oder viel schlechter erkannt. Warum? Weil die Forschungsteams waren teilweise Teams von weißen Communities.
Die meisten Testbilder, die dann entstanden sind, waren dann auch die meisten Trainingsdaten von weißen Menschen. Das heißt, schwarze Menschen sind dann halt einfach, weil der Algorithmus hauptsächlich auf weißen Daten trainiert worden ist, ist da halt in einer ganzen Gruppe übersehen worden, was dann halt gerade beim selbstfahrenden Auto tödlich sein kann.
Also nur, um es in anderen Bereichen zu erklären, sitzt da eine schwarze Forscherin, wird sie vermutlich sagen, hey, das System erkennt mich halt nicht. Oder zumindest, es muss ja nicht im Forschungsteam sein, es gibt auch gute Guidelines inzwischen, was man da alles mit berücksichtigen kann und sollte. Oder…, Oder natürlich auch, dass ich dann im Testteam versuche, wirklich ein diverses Team aufzustellen.
Und das Gleiche gilt halt für die Spieleentwicklung. Wenn wir als viele Spieler sind, können wir ehrlich sein, doch relativ sexistisch. Also sei es in der Darstellung von einer Frau, ist ja bei Filmen auch so. Es gibt so Aufzählungen, wie viele Frauen in erfolgreichen Filmen vorkommen oder wie viele Frauen in erfolgreichen Filmen miteinander sprechen. Und das sind ganz abenteuerliche Auswertungen.
Genau, also da gibt es diese Kriterien, dass zwei Frauen dann miteinander reden sollen über irgendwas, was nicht quasi der männliche Darsteller ist. Ja, und was ähnliches gibt es dann natürlich in der Welt der Spieler auch. Also da gibt es halt dann auch Bewegungen, dass dann eben auch Menschen wie ich sagen, hey, es wäre voll cool, wenn wir keine absolut irrsinnigen Schönheitsideale wieder durch diese Medien bringen.
Oder wie cool wäre es, wenn ich auch einmal eine coole, starke Frau spielen könnte oder wenn ich mich selbst einmal in so einer Welt sehe. Es muss ja nicht alles in die Richtung gedreht werden, aber es geht einfach so um das Thema Inklusion und keine schädlichen Bilder zu verbreiten. Und das ist natürlich ein Thema, was nicht alle super finden.
Aber da wird man dann sofort mit Hass überschüttet oder kriegt sofort zumindest Gegenwind, wenn man so ein Thema aufbringt, weil man will ja nur in Ruhe spielen und lasst unser Spiel in Ruhe. Genau, also wenn ich das hart sagen darf, ich weiß nicht, was ich da sagen darf im Podcast. Im Podcast, das ist der Vorteil vom Podcast, dass man alles sagt.
Also es ist strafrechtlich relevant, dann kann es sein, dass sich jemand aufregt und dass ein Anwaltsbrief kommt, aber eigentlich sagen kann man alles. Aber in Wirklichkeit, es war dann halt auch oft diese Angst, dass wir weibliche Spieleentwicklerinnen alle riesigen Brüste aus allen Spielen entfernen wollen. Das ist halt unsere letzte große Ziel und Mission, die wir haben. Also darum geht es halt nicht. Es geht halt einfach nur um Sichtbarkeit,
um Diversität. Dass es auch Spiele gibt und das ist auch cool im Indie-Movement. Dass es dann ein Spiel gibt, wo ich einmal mich spielen kann oder wo ich ganz jemanden anderen spielen kann. Und dann müssen wir, glaube ich, einfach ein bisschen die Augen hinhalten. Aber ist das nicht das Spiel wie Fortnite der Fall, wo man ja Charaktere erstellt und sie mit Skins, glaube ich, verkleidet und ausstaffiert? Und dann ist man ganz wer anderer.
Und das ist Mann, Frau ist als Kriterium da nahezu aufgehoben, wenn man das haben möchte. Sowas ist immer sehr schön, wenn ich einfach wirklich die Möglichkeit habe, mich auf unterschiedlichste Art und Weisen auszudrücken. Also sowas ist extrem schön. Ja, und da werden auch manche Spiele dann tatsächlich auch kritisiert, wenn sie zu viele Möglichkeiten anbieten. Das ist halt dann auch schade. Also wie gesagt, es soll ja ein Raum sein, wo ich mich kreativ ausleben kann.
Ja, und auf der anderen Seite, die Spieleindustrie an sich ist natürlich auch eine Industrie, die immer sehr männlich geprägt war. Und wir haben da schon größere Fälle, wenn wir in die Industrie schauen oder auch in die Vergangenheit. Oft waren es halt reine Männer-Teams, oft waren es dann Teams, wo dann halt ganz wenige oder vielleicht nur eine Frau in einer großen Gruppe waren.
Und da gab es leider in der Vergangenheit sehr viele, sehr traurige Fälle bis hin zu Suizid, wo dann Frauen, naja, was soll man dazu sagen, entweder Hass oder keine Ahnung. Sie sind dann so gemobbt worden, dass sie depressiv worden sind und dann letztlich hat es bis zum Suizid geführt.
Es wird keine Massenbewegung gewesen sein oder Phänomen, aber es ist tatsächlich vorgekommen, dass das so massiv ausgeübt worden ist, dass das Leben außerhalb der Computerspielewelt auch nicht mehr weitergegangen ist.
Also das ist eben in der Spieleindustrie passiert und nicht nur einmal und da gibt es wirklich auch in den großen Firmen, also sei das ja Activision Blizzard zum Beispiel war sehr groß in den Nachrichten, das ist gerade die Firma, die zum Beispiel hinter World of Warcraft steht oder hinter dem Diablo-Franchise. Also ich glaube, das kann man dann selbst recherchieren, wenn man sich ein Rabbit Hole graben möchte. Ganz zum Schluss noch auf was, was ich schon erwähnt habe, zurückzukommen.
Jetzt sprechen wir die ganze Zeit über Dinge, die du gut sprechen kannst, wo du weißt, worüber du sprichst. Vieles, selbst was wir in den letzten eine Viertelstunden besprochen haben, war für mich neu und höre zum ersten Mal, weil ich halt in dieser Welt überhaupt nicht zu Hause bin. Aber es gibt Wörter, die es aus dieser Welt, wenn man es immer so bezeichnen möchte, schaffen.
Ganz andere Medien bis hin zu Nachrichtensendungen, wo es dann auf einmal einen Endgegner oder einen Endboss gibt oder NPC ist sehr bekannt geworden. Ich glaube, das war sogar Jugendwort des Jahres irgendwo, wenn ich mich nicht sehr täusche. Oder es hat einen Film gegeben, glaube ich, der angelehnt ist an die Mitteilung von Computerspiegeln, dass das Spiel einsatzbereit ist. Das ist, glaube ich, der heißt Ready Player One.
Das kenne ich ja eh noch von früher, von den Arkadenspielen, wo man gegeneinander gespielt hat. Das ist ja wirklich schon sehr alt, aber das wird so in den Alltag eingeflochten, so als ob das das Normalste wäre, darüber zu reden, ohne dass man die Herkunft betrachtet. Grundsätzlich ist es was Gutes, also kulturelle Aneignung ist ein sehr zwiespältiger Begriff, weil in Wirklichkeit befeuert es dann gleichzeitig so Abkapselung und Chauvinismus und so Heimatversoffenheit, wenn man Pech hat.
Auf der anderen Seite ist es natürlich sehr gut, wenn man sich gegenseitig Sachen abschaut und das durchmischt, weil dann gibt es nicht mehr mich und das andere, sondern dann ist das sehr viel vereinheitlicher. Aber wie stehst du denn dazu, wenn in einer Nachrichtensendung auf einmal das Wort Endgegner vorkommt? Ich finde es sehr lustig. Also ich mag es. Ich mag auch sowas wie ein NPC. ist ein sehr seltsamer Begriff und ist nicht sehr positiv eigentlich.
Das ist halt jemand, der nur herumsteht im Weg. Man muss draufkommen, glaube ich, beim Computerspiel, dass er nichts kann. Ja, es ist sehr, sehr... Also NPC möchte man nicht genannt werden. Ich finde es eigentlich eine, Aus dem, was ich vorher erzählt habe. Also NPCs, Non-Playable Characters.
Ja, genau. Das heißt, die NPCs, das ist halt so typisch, wenn du in deine Org-Schanke gehst und dort steht halt jemand mit seinem Org-Bier und mit ihm ein paar Gespräche führen und dann kommt halt immer, ja, Prost, schöner Tag, Prost, schöner Tag. Das ist übrigens auch was, wo ich jetzt gerade mit den aktuellen KI-Modellen extrem für gearbeitet werden, dass die doch bitte ein bisschen mehr Leben langsam kriegen und mit mir mehr plaudern können.
Das wird dann so werden wie bei Blade Runner, dass die Kunstexistenzen, die NPCs irgendwann einmal Bewusstsein entwickeln und drauf kommen, dass sie NPCs sind und daraus kann man dann eine Handlung entwickeln. Da gab es auch einen total netten Film letztens, weil ich weiß nicht mehr, dass von letztem Jahr rauskommen, aber was auch darum geht, dass ich dann, ja, dass der NPC sich endlich einmal selbstständig macht.
Naja, also das finde ich schon aus meiner Sicht schön, wenn man einfach diese Welt ein bisschen in die, ich weiß nicht, wie man sagen soll, in die reale Welt oder in die nicht virtuelle Welt bringt, weil es, glaube ich, eben immer noch so eine Welt ist, die so viel Unverständnis hat und einfach ein bisschen missinterpretiert wird von Non-Gamern.
Aber wie wir vorher gehört haben von den Statistiken, die meisten von uns kommen ja eigentlich aus der Gamer-Welt und wie ich gesagt habe, Der durchschnittliche Gamer, Gamerin ist inzwischen 36 Jahre alt. Wenn man historisch zurückblickt, sehen wir, dass es einfach jedes Jahr, so circa ein Jahr älter geworden ist. Und das ist halt total schön, weil ich kenne keine Welt ohne Videospiel. Ich bin in dieser Welt aufgewachsen.
Seit Tag, wie wir vorgehört haben, seit ich drei Jahre oder sonst irgendwas bin, bin ich regelmäßig in diesen Welten und verstehe die Welten und freue mich voll über diese Welten. Und jetzt ist die Generation einfach erwachsen geworden und bringt das an die eigenen Kinder mit und so weiter und so fort. Das heißt, ich glaube, das ist eine Generation, die halt einfach mehr und mehr erwachsen wird und einfach ihre Sprache schon mitbringt.
Und ja, deswegen finde ich das alles, was diese Welten ein bisschen mehr zusammenbringt, einfach sehr positiv. Ganz letzte Frage noch.
Oft gilt, auch wenn das Durchschnittsalter schon ein anderes ist, wie immer das dann erhoben wird, noch immer so, in der Jugend spielt man sehr viel, dann ist die Schule fertig und es beginnt die Berufsausbildung oder das weitere Studium und dann spielt man schon ein bisschen weniger und wenn man dann im Beruf ist oder die Familie startet oder man beginnt eine Existenz zu gründen, dann hört man überhaupt gern auf und redet dann sein restliches Leben darüber,
wie gut man in Spielen war, die die jungen Menschen dann gar nicht mehr können. Da gibt es das super Zitat, das glaube ich auch perfekt wäre, was dann sagt, wir hören nicht auf zu spielen, weil wir alt werden, sondern wir werden alt, weil wir aufhören zu spielen. Und ich glaube, Spielen haltet uns extrem fit. Es gibt auch Studien, dass Spiele extrem gut sind gegen Demenz, gegen Vergesslichkeit, dass sie uns aktiv halten, dass sie uns ständig zum Denken bringen.
Und viele von diesen Puzzle-Spielen, die uns so aktiv halten. Und ich glaube, ich kann nur dazu motivieren, auch wenn ich jetzt Senioren, Seniorinnen ansprechen kann in diesem Podcast, die vielleicht noch nie was mit Spielen zu tun haben. Aber Spieleabende können ja komplett schrecklich sein. Also ich bin schon vor einigen Spieleabenden geflohen, weil ich dort nicht mehr sein wollte. Damit man es im Podcast auch, ich hoffe, das wird nicht rausgeschnitten, Aber dass wir das auch haben.
Mein großes Ziel für dieses Jahr ist, nach dem Herrn Buntigam, da irgendwie zu verschiedenen Spiele, Events mitzuschleppen und das eine Spiel zu finden, was ihm gefällt. Also dass man das auch einmal zumindest, ja. Ja, ich lasse mich gerne darauf ein. Ich spiele sehr ungern, wie man daraus hören kann. Der Blick war sehr traurig. Also die Zuhörerinnen, das war der traurigste Blick. Aber wir haben eine Aufgabe.
Aber darüber hinaus eher ein vollgepacktes, reiches Leben. Also da vermisse ich nichts, aber vielleicht weiß ich nur nicht, was ich vermisse. Ja, genau. Challenge accepted. Am Ende noch immer die Parteienverkehre der Science-Busters. Von uns als Solisten und Duettisten, die neue Staffel der Science-Busters ist nahezu fertig ausgestrahlt. Morgen Abend ab 23 Uhr gibt es noch die letzte Folge der laufenden Staffel, das traditionelle Saisonfinale.
Ab 23 Uhr in ORF 1 oder schon am Montag davor ab 18 Uhr online und dann ein halbes Jahr lang auf ORF ON. Heute am 28.04. ab 13 Uhr, also wer den Podcast schon früh runtergeladen und angehört hat, für den ist es noch heute und davor, gibt es Ausgabe 43 von Frag Designs Pass das Live. Alles rund ums Klima auf Radio FM4, wie immer eine Stunde lang, 13 bis 14 Uhr, beantworten wir Fragen der Hörerschaft.
Neben mir dabei werden diesmal sein der Meteorologe und Wissenschaftskommunikator Andreas Jäger und Sigrid Stagl, sie ist Ökonomin und Österreichs amtierende Wissenschaftlerin des Jahres. Weiterhin und bis Sommer am Programm, bevor wir im Oktober mit einer neuen Showpremiere feiern werden mit dem Titel Weltuntergang für Fortgeschrittene, gibt es die aktuelle Live-Show des 1-Busters Planet B. Das nächste Mal am 30. April im Posthof Linz, dann am 16.05. im Freudenhaus Lustenau, am 17.05.
Im Theater am Kirchplatz in Scharn in Lichtenstein, am 22.05. Im Kulturzentrum Alpha in Laakirchen, am 23.05. im Stadttheater Steier und am 24. Mai im Startsaal Wien. Science Passers for Kids, unsere Show für alle. Ab 7 gibt es digital in der ORF Kids App und analog mit Martin Moder und mir. Das nächste Mal am 30.04. Im Posthof Linz, also kann man leicht zusammenrechnen. Da spielen wir am Nachmittag Kitscho und am Abend Planet B. Am 18.05. im Wien-Nomner-Saal Rangweil und am 24.05.
Im Stadtsaal Wien. Bici und die Science Busters geht in eine neue Saison mit einer neuen Show ab 6. Mai im Uranier Puppentheater Wien. Bezi möchte fliegen lernen. Der Titel lautet Bezi und die Science Busters und Fliegen lernen mit dem Bär-Nulli-Effekt. Kasperl, Bezi und die Großmutter wollen eine Weltreise machen, aber sie können selber nicht fliegen.
Und mit dem Flugzeug fliegen ist Klima ungünstig. Also erklären Helmut Jungwirth und ich den drei Herrschaften aus der Märchenstadt, wie man fliegen kann, was man dazu braucht und warum wir Menschen das ohne Flugzeug nicht so gut können. 6. bis 11. Mai im Uranier-Puppentheater in Wien. Glückskatze, mein Solo-Cabaret-Programm gibt's auch 2025 wieder vor dem Sommer, das letzte Mal am 6. Juni im Haus Impuls in Neusiedel, dann hat die Katze Sommerpause und kehrt auf Samtpfoten wieder am 26. und 27.
September ins Theatercafé Graz und am 13. und 14. November nach Wien ins Kabaret Niedermeier. Und wer schon für Herbst 2026 planen möchte, da kommt ab 10. November, also am Vorabend des Martinsfests 2026, die Premiere im Theatercafé Graz meines neuen Solos mit dem schönen und vielversprechenden Titel Der heilige Puntigam. Florian Freistädter ist auch unterwegs mit seinem Solo-Abend Sternengeschichten live. Das nächste Mal am 26. Mai im Talbahnhof Eschweiler und am 4. Juni im Schlachthof München.
Informationen und Tickets unter sciencebusters.at, unter puntigam.at und unter sternengeschichten.live. Danke an die TU Wien und die Uni Graz, die die Produktion des Podcasts unterstützen. Danke an Johanna Pirka für die umfangreichen Auskünfte. Danke fürs Zuhören, Streamen, Downloaden, Abonnieren, Bewerten, Empfehlen, Ego-Shooten, Spieler entwickeln, simulieren, NPC'n und Traumschiffen und was man sonst noch alles mit einem Podcast anstellen kann. Bis zum nächsten Mal. Tschüss und habe die Ehre.
Baba.
