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Ruhrpodcast – Von wegen Verlierer!

Apr 10, 202431 minEp. 136
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Episode description

In der neuesten Episode unseres Ruhr-Podcasts haben wir das Vergnügen, mit Yüksel Bicicci zu sprechen, der vielen als Erdal aus dem Kultfilm "Verlierer" bekannt ist. Diese Episode taucht tief ein in Yüksels persönliche Reise nach dem Erfolg des Films, beantwortet die Frage wie sich sein Leben verändert hat und wie die öffentliche Wahrnehmung seinen Alltag beeinflusst hat. Er gibt uns Einblicke in die Karrierewege seiner ehemaligen Kollegen und diskutiert die Entwicklungen, die sich seitdem ergeben haben.

Transcript

Ja, liebe Leute, ihr habt den Ruhr-Podcast. Mein Name ist Sepp Oberpichler. Wir haben heute Folge 136. Ich schaue über meine Schulter. Wetter ist top, die Sonne scheint. Mir gegenüber sitzt auch ein sonniges Gemüte heute. Der Jüchsel BGG, besser bekannt als Erdahl aus dem Film "Vollierer". Hallo Freunde, Hallo Sepp. Eine Ehre für mich hier zu sein. Eine Ehre für mich, die ich heute hier zu haben. Ich sag Erdahl, oder? Das ist in Ordnung. Für mich bist du Erdahl.

Ich habe dich vor 35 Jahren quasi als Erdahl kennengelernt, als ich nämlich den Film gesehen habe "Vollierer". "Vollierer" war für mich, muss ich sagen, in den 80er Jahren wirklich so ein, ja, war damals schon Kultfilm. Der kam irgendwie, wurde gezeigt und war für mich sofort kult. Wie hast du das erlebt damals? Du warst ja Schauspieler. Ja, das war eigentlich ganz interessant. Vor allen Dingen, nachdem der Film ausgestrahlt wurde, konnte ich gar nicht mehr vor die Tür gehen.

Ich denke mal, meine Filmkollegen auch nicht. Weil das war so ein Knaller in Deutschland erst mal. Ja. Also ich wurde sogar in der Schule von der Rektorin empfangen. Die ganze Schule wurde... Mit dem Klippel alschneid. Nein, nein, habe ich erst gedacht. Weil sie so eine große Amazon, eine große Muske. Okay. Ja, ja, da wurde ich auch da empfangen, hochgelobt dafür. Und es war eigentlich damals für mich ein Abenteuer. Ich meine, ich bin gerade 16 geworden.

Da nimmt man sowas in einem anderen Bild wahr. Das waren ja größtenteils Leindarsteller, ne? Aus Aral Frichter, den kannte man schon. Campino war damals gerade so auf dem Weg nach oben, klar, mit seinen Hosen. Aber ansonsten waren es ja hauptsächlich Leindarsteller, oder? Ich denke mal, die Eltern von Mücke, das waren auch richtige Schauspieler. Der Vater, der die Mutter dann so immer in die Mangel genommen hat, wo der Mario dann gesagt hat, das reicht, genug geschlagen.

Ansonsten, aus einigen Leuten ist eine richtige Karriere geworden, muss man ja sagen, Mario Irreck, der den Mücke gespielt hat. Damals ja auch gerade erst 15 oder so was. Der war ein Jahr älter als ich. Ja, der war 17, genau. Na ja gut, aber den hat man dann danach in großen Filmproduktionen gesehen, im Tatort gesehen, etc. Aber der war ja auch vorher schon, der hat ja auch vorher schon in einigen Filmen mitgewirkt. So wie ich das mitgekriegt hatte.

Genau. Was ist aus den anderen Kollegen so geworden? Aus dem Hassan, was hat der gemacht? Der Hassan. Hassan ist leider nicht mehr unter uns, der ist gestorben vor einigen Jahren. Wie ist unbekannt, ich glaube, sollte auch so bleiben. Wegen der Familie und so. Da gehen wir auch nicht weiter drauf ein, denke ich. Okay, nee, da muss ja auch nicht. Ansonsten, der Pepi Dominic, der hat eine gute Karriere hingelegt hinterher. Der war, glaube ich, bei Sodom.

Stoney and Stab, das war der schlanken Blonde, mit dem er durch diesen Einkaufscenter gerast sind, der dann auf der Coach gelegen hat. Einige sind leider schon verstorben. Ich habe auch Kontakt aufgenommen mit den Jungs, die halt bei den Sharks waren. Habe ich auch Kontakt zu dem einen oder anderen. Das sind ziemlich... Naja, nicht mehr so bekannt, weil sie sich zurückgezogen haben. Ansonsten sind schon einige noch dabei, denn von früher, die kommen auch wieder.

Wie ist denn mit dir verlaufen? Also, nach dem Film, du hattest ja dann eine besondere Aufmerksamkeit, hast ja auch gerade gesagt, auch in der Schule und so weiter, und sofort, konntest du dich kaum vor die Tür trauen, man hat dich erkannt? Ja, so wollte man mich erkannt hat, direkt im Arm genommen. Der ein oder andere hat mich sogar abgeküsst. Ja, lecker. Aber na ja, das war toll. Aber wenn du so 16 bist, und das in den 80ern, ist ja eine ganz andere Welt als heute.

Heute tun viele alles um berühmt zu sein. Und ich habe mich eher zurückgezogen. Hab dann noch in der einen oder anderen Produktion zwar mitgewirkt. Aber... Habest du nicht professioneller Schauspieler geworden? Nein, nein, bin ich nicht. Hattest du die Ambition denn mal? Das Leben ist irgendwie ein Schauspiel, findest du nicht sehr... Allerdings. Du bist ja ein Philosoph.

Ich habe wirklich in meinem Leben, habe ich Dinge erlebt, die kannst du in keinem Film wiedergeben, auf keinen Fall. Ja, und hat wie gesagt, mit der Zeit, so habe ich überlegt, Familie gegründet. Ich habe die Familie erst mal vorgezogen. Ja, okay. Wie es Südländer halt meistens machen. Ja, ist auch schön. Ja, dann habe ich halt bei einer Produktion von Adolf Winkel mal mitgewirkt und dann irgendwann... War das Nordkurve? Genau, genau. Aber war nicht so der Renner.

Ich hätte eher absagen sollen, als das ich zugesagt habe. Nee, und danach habe ich erst mal mich ganz zurückgezogen. Hab dann zwischendurch mal in so ein paar Doku-Sofs mitgewirkt aus langer Weile. Aber ansonsten hatte ich gar kein Interesse mehr danach. Ja. Die Sache ist die, der Grund ist die, dass ich jetzt an dem zweiten Teil arbeite, dass Verlierer eine ziemliche Reichweite hat. Da wollte ich drauf zu sprechen kommen. Also der Film ist ja in den letzten 35 Jahren.

Also der Film selbst ist ja von 87 berichtige mich, wenn ich jetzt Quatsch schlage. Mein ich, ne? 87 kam da, glaube ich, raus. Und wurde im Fernsehen ausgestrahlt. Ich habe den damals dann auch gesehen, wurde in der Zwischenzeit, glaube ich, auch noch zwei, drei Mal im Fernsehen wieder... Ja, sogar noch öfter. Oder noch öfter, genau. Neben Kanälen, ja, ja. Ja. Und ist dann, glaube ich, sofort zehn, zwölf Jahren noch mal als DVD-Sammel-Edition rausgekommen. Ja, finde ich fantastisch.

Bei Sunny Bustards. Genau. Ich habe da auch ein besonderes Verhältnis zu, weil der Chris seinerzeit ja mit Mario Irrecks so eine Berlin-Reise gemacht, wo dann auch nochmal so bestimmte Plattenläden vorgestellt worden sind. Und am Ende dieser Dokumentation steht Mario Irrecks, also Mücke, steht dann im Wild at Heart. Und wer ist auf der Bühne? Ich mit Jeff Dahl. Genau, richtig. Bravo. Da begann die Karriere eines Großundmannes. Ach, na ja, Quatsch.

Also, wir waren damals gerade mal wieder auf Tournee. Und das war halt totaler Zufall, dass die da drehen wollten. Und wir gerade an dem Abend das Konzert haben. Und dann haben die halt gesagt, komm, dann machen wir so als Special-Ding irgendwie, filmen wir noch so ein bisschen, wie ihr spielt. War ganz lustig. Tut nichts zur Sache, aber von daher gibt's auch bei mir diverse Überschneidungen. So was ich ganz lustig finde.

Ja, irgendwie ist der Ruhm dieses Films in meiner Wahrnehmung eigentlich immer weiter gewachsen. Und du hast mir ja eben auch erzählt, selbst international hat der Wellen geschlagen. Ganz genau. Erzähl mal. Also, wie gesagt, durch ein Zufall wurde ich wieder entdeckt von einem Kumpel von mir. Maddin, Schachtvier, ich grüße dich von hier aus. Und nachdem das bekannt wurde, war das wie ein Fegefeuer. Also erst in Deutschland, dann Europa.

Und auf einmal bekam ich aus fast allen Nändern dieser Welt Zuschriften. Dein Film ist cool, das ist unsere Bibel. Und du bist... Ja, wirklich. Ja, solche Sachen haben sie geschrieben. Ach, ja, vor allem aber auch in Ländern, wo die Jugendlichen relativ sozial schwach leben müssen. Wo der Staat sie eigentlich im Stich gelassen hat. Dort ist das ziemlich aufgeflammt. Ja, ja, Amerika und sonst... Brasilien, Argentinien. Brasilien, Argentinien, vor allem Ecuador, Kolumbien.

Ach, auf echt? Ist das auch mal was aus Myanmar bekommen? Nein, Myanmar nicht. Aber doch, doch, eigentlich schon in asiatischen Ländern habe ich auch Zuschriften bekommen. Ja, ja, doch. Weil da flammt gerade der Heavy Metal richtig aus. Deswegen frage ich, weil es gibt ja diese Dokumentation "Punk" in Myanmar und das fand ich auch sehr eindrucksvoll. Und deswegen dachte ich mir, da müsste der wirklich auf offene Ohren treffende Film... Ja, nicht nur Punk, auch Metal.

Auch Metal ist voll im Kommen Punk sowieso. Also Punk ist da schon in diesen Ländern ziemlich lange. Gibt es schon lange, glaube ich. Also so, bestimmt schon seit 20 Jahren sind die schon dran, die junge Menschen da. Ja, cool. Das ist doch gut, es besteht also Hoffnung für die Welt. Auf jeden Fall. Und nach dem Film noch viel mehr. Okay, jetzt ist der Ruf des Films oder ich sage mal, das Image immer weiter gewachsen, hat Anerkennung bekommen.

Wobei auch, ich habe mal so ein paar Filmkritiken von damals aufgeschrieben. Also der deutsche Filmdienst zum Beispiel hat geschrieben, ein Film über die Ziellosigkeit einer orientierungslosen Generation über gesellschaftliche Außenseiter, die ihre Gefühle nur noch in Hass, Gewalt und Brutalität ausdrücken können. Das natürlich... Also wenn man den Film wirklich kennt, sieht man ja auch diese Szenen, also wie ihr euch dagegen seitig fertig macht und so.

Aber man sieht ja auch so diese beginnende Freundschaft zwischen dir und Mücke, die dann hinterher natürlich tragischerweise, weil ihr... Weil er der Bruder ist vom Ritschchen. Weil er der Bruder vom Ritschchen ist. Ja, aber das weiß ich ja am Anfang. Weiß ich ja am Anfang. Aber das ist ja schön. Das ist ja auch schon fast so ein bisschen philosophisch. Also die Unwissenheit macht euch zu Freunden.

Ja. Und wenn dann hinterher die familiären Bekanntheits gerade rauskommen, müsst ihr plötzlich Feinde sein. Das ist ja schon fast so wie Romeo und Julia oder so. So ein Ding, finde ich sehr spannend. Kino.de schrieb, beeindruckendes Drama, dass das Lokalkolorit und die Null-Bockstimmung der 80er-Jahre tadellos einfängt. Für sein Regie-Debüt holte sich Bernhard Schadewald, ne, Bernd, nicht Bernd.

Bernd Schadewald, Lokalgrößen wie Ralph Richter und Toto Hosensänger Campino vor die Kamera, die sehr authentisch ihre Figuren mit Leben füllen. Da muss ich sagen, stimmt. Also ich kenne tatsächlich, ich bin ja in Meidrich, Düsseldorf-Meidrich war ja auch ziemlich hinten groß geworden. Und ich kenne diese Typen irgendwie alle. Also... Sie sind um dich herum, oder? Absolut. Du guckst dahin, dann siehst du den Regie, da siehst du den Campino, da siehst du den... Hille.

Genau. Da ist der Junge, der vom Campino da im Hinterhof diese Treppe runtergezogen wurde. Und er hat mir vor Kurzem berichtet, dass er sich da am Kiefer richtig verletzt hat. Ach, ja, ja, ja. Und dann hat Campino den noch ins Krankenhaus gefahren, nach Hause gebracht. Gott. Fand ich richtig sozial von Campino. Ja, klar. Ja, ja. Guck mal, das sind so die kleinen... Kleine Backstage-Dinge. Die waren gar nicht weiß, ne? Die waren gar nicht weiß, ja. Ganz genau.

Aber der Film hat ja auch so was Großmännisches irgendwie, ne? Allein die Eröffnungsszene, wie Ritschi da steht, mit dem Stilett und auf der Karte rumfuchtelt, jede Grenzüberschreitung bedeutet Krieg. Auch diese sonore Stimme von diesem Mann und diese stahlblauen Augen. Ja, ja. Ich hab da gestanden und war so fasziniert vom Ralle, ne? Das war schon... Aber wirklich witzig ist ja dann auch, wenn er sagt, "Fangen wir einen von euch in unserem Reveal, muss er abjacken."

Abjacken, Kutte weg. Das Wort abjacken ist da schon großartig. Das gibt so dieser total profanen Geste, also dass man dem anderen die Jacke klaut, plötzlich sowas wertvolles. Du musst ja deine Kutte, musst du mit deinem Leben verteidigen. Es geht nur um die Kutte. Aber es ist eigentlich totaler Schwachsinn, oder? Nein, es ist heute auch so. Also in großem Gings ja natürlich auch so. Sobald du deine Kutte verlierst, ist deine Ehre weg. Ja, okay.

Und da musst du halt Rache ausüben, dir die Kutte wiederholen. Oder zumindest die Kuten der Gechner holen, um zu zeigen, nicht ohne Konsequenzen, Leute. Ja, aber dieses Motiv der Kutte oder der Jacke, das kennen wir ja zum Beispiel auch aus dem Film von David Lynch, "Wild at Heart", wo Niklas Cage sagt, diese Jacke ist ein Ausdruck meiner Individualität, wie er ständig mit seiner Schlangeleder gesteckt. Genau, genau. Ja, also es ist ein echtes Symbol.

Hast du damals auch privat Kutte oder Jacke getragen? Also damals, ich komme aus einem gutbürgerlichen, in Anführungsstrichen Haus. Meine Eltern waren immer darauf bedacht, dass ich ja, kein Unsinn mache, also genau das Gegenteil bin, was im Fernsehen ist. Aber das treibt ja dann das Interesse, um es selber dann auf der Straße zu entdecken und durch den, sage ich mal, durch den Ruhm des Filmes, waren für mich die Türen fast in alle Welt geöffnet.

Ob es jetzt die Rocker waren, ob es jetzt, ich sage mal, andere Gruppierungen waren, ich war sozusagen das Bindeglied zu allen, selbst sämmerweise und das bis heute noch. Also wenn ich... Warst du denn aktiv dann in irgendeiner Gruppe? Nein, nein, nein. Also ich habe mich niemals in irgendwas festgesetzt oder habe, ich bin an die Grenze gegangen, aber habe sie nie überschritten, weil die Zeiten haben sich geändert. Absolut.

Sie sind härter geworden und dazu überstehen, dass es unmöglich praktisch, wenn du nicht dein Leben dafür hingibst. Okay. Na ja. Also bist du durch den Film quasi auch in Kontakt mit solchen Gruppen gekommen? Also mit Rockergruppen etc.? Mit diesem Gesicht, wenn ich durch die Straße gegangen bin, oh, das ist der Erdahl, den kennen wir. Als Erdahl kannst du nicht, du kannst dich nicht binden, weil du gehst zu der Gruppierung und sind auf einmal deine anderen Fans Feinde von dir.

Und diese Fans sagen, kannst du nicht machen. Inwiefern hat denn deine TV-Rolle damals dein weiteres Leben dann bestimmt? Also wenn du sagst, dass das schon dazu geführt hat, dass du dich jetzt nicht eindeutig zu irgendeiner Gruppierung dazu gehörig zeigen konntest? Ja, ich musste halt eine Persönlichkeit entwickeln, die offen ist für jeden Menschen. Die, es geht nicht, kannst du nicht machen.

Deswegen habe ich ja gesagt, habe ich nicht mehr auf die Familie versteift, habe mich zurückgezogen. Ich wurde natürlich von einigen Leuten, die haben versucht mich zu überreden, dass ich mitmache, aber das geht nicht. Als Erdahl kannst du das nicht machen. Also ist Erdahl, also die Filmfigur, für dich schon auch wegbestimmend gewesen. Genau, genau, ja. Ist so eine Symbolfigur, die für alle da steht. Für gegen Ungerechtigkeit steht.

Gegen... Also Erdahl ist ja auch so eine gewisse tragische Figur in dem Film. Also es hätte diese tolle Freundschaft mit Mücke geben können. Aber weil Mücke halt der Bruder vom Präsi der Scharks war, ging das nicht. nicht. Also ja, schon auch tragisch. Ja, natürlich. Ich meine, der Junge hat mich ja vor den angeblichen Rechtsradikalen sozusagen beschützt, indem er mit mir gelaufen ist. Er hat sein Leben sozusagen riskiert.

An dieser Stelle will ich sagen, dass die Jungs auf keinen Fall Rechtsradikal waren. Die die Jungs empfüllen. Die Psycobilis. Ja, in den Pausen haben sie cool gesungen und das war echt interessant. Mit einem war ich sogar auf der Schule, aber leider ist dann nach dem Film, haben die Jungs halt ein etwas erlebt, was sie hätten nicht erleben sollen. Okay. Ja, einige Fans haben wirklich geglaubt, dass diese Jungs halt Rechtsradikale sind. Absolut.

Ja, und die wurden dann angegriffen und mussten sich dann ziemlich verteidigen. Okay. Nein, nein, das sind keine Rechtsradikalen. Im nächsten Film werde ich das auch groß dran schreiben. So, jetzt hast du schon zum zweiten Mal gesagt im nächsten Film. Oh ja. Jetzt erzählt doch mal, was kommen soll. Also, der Film "Ferlierer 2" "Revert in Flammen". Ich habe die, ich bin die Story am Schreiben, bin fast durch, bin schon händeringend nach einem Produzenten am Suchen.

Und dieser Film wird detaillierter, wird mehr auf die Darstelle eingehen. Ihre Situationen, ihr Leben, so. Natürlich werden Rückblinden gemacht, damit man auch weiß, wer war jetzt wer, ne. So wird zusammengeschnitten dann. Ich kann das hier sagen, die Rads und die Sharks bekriegen sich natürlich wieder um die Reviere. Aber spielt der Film denn dann jetzt auch im Jahr 2024 oder wie wird es sein? Es wird traditionell aufgezogen, aber schon etwas zeitgemäßer.

Aber wie gesagt, es wird die Musik, die Handlungen, die Art der Jungs, der Mädels, wird natürlich zum alten Pod gehören. Und wann spielt der Film dann in 90ern oder so? Also, ich meine, er muss ja irgendwie später sein als 87, sag ich mal. 2000, geben wir mal so auf den Punkt. Aber das wird sich erst noch so richtig herauskristallisieren, wenn wir damit anfangen. Okay. Werden auch einige von den alten Schauspielern wieder dabei sein? Auf jeden Fall. Auf jeden Fall.

Ich habe Zusagen bekommen von Jungs, die dabei waren, die heute ziemlich bekannt sind. Durch ihre Musik vor allem, durch ihre Aktivitäten im Netz. Sie werden dabei sein, wie gesagt, Ralle. Ich habe ihn getroffen. Wir haben gesprochen darüber, er hat sich darüber gefreut. Ich habe seine Telefonnummer, aber ich rufe ihn erst an, wenn es soweit ist. Ich texte ihn zwischendurch. Ich bin gespannt, ob du Campino überreden kannst. Das werden wir sehen.

Wenn Campino wirklich noch dafür einsteht, wie damals, dann wird er mitmachen. Zumindest eine kurze Szene mit ihm würde auch reichen. Okay. Und was ist jetzt dein Ziel? Du hast einen Skript geschrieben, hast einen Drehbuch geschrieben. Suchst du jetzt eigentlich einen Produzenten und jemanden, der das realisieren kann? Genau. Ich habe sehr viele Produzenten angeschrieben. Einige haben mich auch besucht, aber das ist ein großes Projekt. Das heißt, sehr zeitintensiv, auch kostspielig.

Da muss auch ein bisschen was fließen. Der erste Teil vom Verlierer hat über 3,5 Millionen Mark gekostet damals. Was ja schon? Für die D-Mark ist das ordentlich. Ich denke, eine Million muss schon für diesen Film drin sein heute. Das ist ja dann schon minimal Budget, denke ich. Also minimal, wie du sagtest, mindestens eine Million. Ich habe einige Freunde, die sich interessieren dafür, in dem Bereich Filmproduktion, habe Termine mal schauen, was daraus wird.

Aber dafür gibt es auch so Filmförderung und so, die könnten so was doch mit unterstützen, oder? Ja, deswegen. Ich bin gerade am Schreiben-Drehbuch und da musst du ja auch solche bestimmten kurzseitigen Dinge schreiben. Wie können wir uns das denn vorstellen? Also sagen wir mal, der Teil 2, so er denn realisiert wird, spielt dann im Jahr 2000. Wir nehmen das mal als Ansatzpunkt. Wir nehmen das mal als Ansatzpunkt.

Nein, Ralle wären wir ja gar nicht mehr großartig sehen, weil Ralle ist ja erstochen worden. Er liegt zwar mit offenen Augen, aber der beweist, dass er wirklich tot ist in dem Jahr. Ist ja nicht gegeben wirklich. Wird es denn auch wieder ordentlich Musik geben im Film? Oh ja, das spielt eine sehr große Rolle. Musik ist ein gutes Mittel, um das an die nächsten Generation weiterzutragen. Also der Film, die Medien, aber auch die Musik, spielt eine sehr große Rolle.

Hast du da auch schon entsprechende Kontakte aufgebaut? Oder von damals? Wer war damals eigentlich im Film drin? Creator Sodom? Genau, P.P. Dominic von Sodom. Stoney war dabei. Der Stab wird an die nächste Generation durch diesen Film weitergegeben. Ich habe eine Band im Auge, zu denen bin ich auch durch Zufall gestoßen, als ich gesehen habe, dass sie "Wild and Force" Musik gemacht haben, "Dead City".

Und dann habe ich halt geschrieben, "Hey, ich bin der originale Erdahl", dann haben wir Kontakt aufgebaut. Und ja, Hiller hat gesagt, die Band ist schon ganz gut. Deswegen wird in dem Film sozusagen der Stab an die weitergegeben. Na mal schauen, aber es steht noch nicht ganz fest. Okay, bin sehr gespannt, aber du darfst jetzt auch nicht zu viel verraten, muss ja noch alles spannend bleiben. Wo wird der Film denn dann auch wieder spielen?

Ich glaube, letzte Mal habt ihr viel auch in Zeche Karl gedreht. Und in Essen viel insgesamt. Wird es auch wieder wirklich der Pod sein? Oder wird es so sein, wie man das mittlerweile von modernen Produktionen kennt, dass irgendwo in Babelsberg gedreht wird und so getan, oder in München gedreht wird und so getan wird, als wenn es im Ruhrgebiet wäre? Nein, nein, auf keinen Fall. Auf jeden Fall bleibt das Ruhrgebiet bestehen. Von hier ist das Feuer ausgebrochen.

Und hier wird es wieder beginnen. Im Ruhrgebiet natürlich. Oberhausen, Essen. Also an Original-Schauplätzen. Auf jeden Fall. Also originale neue Schauplätze, aber im Ruhrgebiet. Also wir versteifen uns nicht nur auf Zeche Karl oder sonstiges. Ich habe schon einige Bereiche ausgekundschaftet, die mir zusagen. Darüber mehr im Film. Ja, natürlich. Absolut, absolut. Was ist denn jetzt dein Ziel?

Also möchtest du dann mit dem zweiten Film, klar, möchtest du natürlich einen Erfolg landen, meint wegen an den Kinokassen? Oder wäre auch so was interessant, wenn jetzt Netflix auf dich zukämen und sagen würde, komm, wir machen das Ding. Und wir machen da aber eine Serie draus, oder so. Wer sowas auch denkbar? Also ich habe das so überlegt, dass wir den Pivotfilm starten und vielleicht eine Serie mit den Rats und den Sharks. Netflix, mal schauen, was sich halt ergibt.

Ich meine, wenn der Film rauskommt, wird der auf jeden Fall hohe Wellen schlagen und dann mal sehen, was auf uns zukommt danach. Was glaubst du denn, warum der hohe Wellen schlagen wird? Weil die Message, die der Film auch mit sich gibt, genau wie der erste Teil, im ersten Teil stehe ich wie gesagt für die jungen Menschen, sie haben mich wohl zu einer Art Ikone erhoben und sobald irgendwas schiefläuft, ist er da von den Rats.

Und das habe ich mit eingebaut, natürlich, nein, mir geht es nicht um Room oder Geld großartig, es geht mir darum, sonst hätte ich mich ja schon die letzten 35 Jahre gemeldet. Ich wäre auf diesem Wellen mitgeschwommen. Nein, nein, mir geht es darum, durch das Bitten der Fans weltweit und die Situation, die wir auch jetzt erleben um uns herum, irgendwas läuft im Moment schief in dieser Welt. Ja, eine ganze Menge. Eine ganze Menge, ne? Da siehst du auch so wie ich.

Und mit diesem Film möchte ich alles wieder irgendwie in Waage bringen. Mit dem Message, mit der Art, wie wir das drehen, ganz schöner Klimtzucht für ein Film, oder? Ich glaube selbst, du weißt bisher immer noch nicht, was Verlierer 1 für einen Effekt hat auf dieser Welt. Ja, erzähl mal. Sie ist ziemlich bekannt, ziemlich berühmt. Selbst die Jungs aus dem Film wussten das bisher nicht in dieser Form.

Und dadurch halt irgendwie, wie gesagt, der Erdahl, der steht wohl für irgendwas und die Zuschriften, die ich bekommen habe, die sind unzählbar bisher. Ich kann nicht sagen, es sind 1.000, 2.000, es war eine Menge. Ja, und dann habe ich mich halt entschlossen, das zu machen. Und ich habe die Story so geschrieben, wie sie sein muss. Um die Situation aufzuklären, um der folgenden Generationen zu zeigen, hey, was gerade läuft, ist nicht richtig. Ist nicht das, wie es laufen soll.

Und ich möchte halt mit dem Film, durch dieses große Sprachvor will ich wieder, dass die nächsten Generationen und Anfangen wieder realistisch zu sein, sich nicht von irgendwelchen Dummschwätzern beeinflussen zu lassen oder zu ängstigen, dass sie an sich selber glauben, dass sie anfangen wieder zu kämpfen. Nicht mit der Faust unbedingt, aber zumindest gegen die Ungerechtigkeiten, die jetzt entstehen und aufflammen. Du hast eben von Familie gesprochen, hast du selber Kinder auch?

Ja, ja. Und wie alt sind die jetzt? Also ich habe Kinder, ich habe alle 10 Jahre versucht, eine Familie aufzubauen, das bedeutet, ich habe vier Kinder, von drei verschiedenen Frauen, die unterschiedlich alt sind, offensichtlich. Ja, aber ich bin jetzt seit 15 Jahren verheiratet, habe zwei süße kleine Kinder, eine ist vier, der Sohnemann und die Tochter wird jetzt 9 bald und bin sehr glücklich. Ich versuche halt, diesen Kindern die Werte zu vermitteln, die ich selber in mir trage.

Hattest du deinen älteren Kindern denn den Film mal gezeigt? Kennen die den? Ja, aber nicht, wo sie klein waren, erst später. Ja, eben, dann ist da kein Film jetzt. Ich meine, sie sind ja auf der Straße, sobald sie dann irgendjemandem gesagt haben, hey, mein Papa ist der Erder, dann war klar. Dann haben sie Aufmerksamkeit erregt, natürlich. Was machst du heute, wenn man fragen darf? Ich bin auf Elternzeit. Da hat man natürlich Zeit, ein Drehbuch zu schreiben.

Ja, nur abends, wenn sie endlich im Bett sind. Ja, okay, verstehe. Wie ist denn heute noch so der Kontakt zu den alten Kollegen? Treffte euch ab und zu mal, macht er ab und zu mal so ein Rememberabend oder sowas? Also bisher wurde das gemacht, wovon ich halt nicht wusste, aber jetzt wird im nächsten Jahr in Düsseldorf, gibt es eine Veranstaltung, 40 Jahre. Warum in Düsseldorf? Der Kollege Tobias Kremer, der veranstaltet das. Ah, kenne ich auch. Kennst du den? Ja, klar.

Ja, und der veranstaltet das. Grüße an Tobias Kremer hier. Von mir auch. Jawoll. Und der hat, also ich habe ihn angeschrieben, ich dachte, er wäre halt ein Filmproduzent und dann hat sich halt ergeben, das ist Tobias. Er macht den nächsten Jahr in Düsseldorf diese 40-jährige Jubiläum. Da sind auch die alten Bands dabei. Und da hat er mich eingeladen, da gehen wir alle natürlich hin. Ich hoffe, du kommst auch selbst. Ja, wenn du mir eine Einladung gibst, ja selbstverständlich.

Ja, da musst du direkt zum Chef gehen, zum Tobias gehen. Ich lad dich auf jeden Fall an. Bei mir stehst du auf der Gästeliste, kein Thema. Das machen wir, komm einfach. Ja, ja, selbstverständlich. So, und dann gibt es ein großes Partner, ein großes Remember irgendwie. Oh, ja. Ja, wäre doch der Hammer, wenn man da dann schon verkünden könnte, Finanzierung ist gesichert, der und der Produzent ist am Start, der und der Regisseur ist am Start. Wäre cool, oder?

Ja, ich habe auch mit dem Bern Schaldewald Kontakt aufgenommen. Ich habe auch seine Telefonnummer. Aber der junge Mann macht wohl lieber Theater, mal schauen. Vielleicht kann ich ihn ja mit meinem Drehbuch doch noch überzeugen. Okay. Aber warten wir mal ab. Wenn ich fertig bin, dann ... Ich habe mir die ganze Zeit die Zeit, weil alle Daumen drücken, die ich habe. Das sind ja immerhin zwei, ne? Also, nimm die Zehen dazu, die dicken. Ja, oder so, damit es was wird.

Okay, das heißt aber, das wäre für dich nochmal so der richtige Traum, also diese Geschichte quasi zu Ende zu erzählen. Genau, genau. Auch der Mücke, und da werden auch Rückblenden sein zu unserer Freundschaft von damals. Vor einer Weile ist der kleine Bruder vom Brici natürlich aufgestiegen zum Lieder der Sharks. Erzähl nicht zu viel. Erzähl nicht zu viel. Das ist die Situation ja jetzt ganz anders, ne? Ja, genau, genau. Okay, ja, spannende Sache.

Wenn jetzt jemand zufällig diesen Podcast hört und zufällig irgendwie ein paar Mücken in der Tasche hat, die er investieren möchte, wie kann man dich denn erreichen? Überhaupt über Facebook oder was? Über Facebook, ansonsten, wie gesagt, ich habe ganz viele Freunde auf Facebook. Und wenn man mich erreichen will, erreicht man mich sofort. Also, mein Interesse liegt nicht daran, dass ich da irgendwie so ein Crowdfunding mache. Ich möchte schon eine richtige Produktionsfirma dafür.

Ich bin nicht dafür da, von den Leuten Geld zu verlangen, das ist nicht mein Ding. Ja. Ich glaube, Crowdfunding ist momentan bei solchen Projekten nicht ganz so angesagt. Da ist der Ralle da auch so ein bisschen auf die Nase mitgefallen. Keine Ahnung, ich weiß nicht davon. Alles klar. Ich habe keine Ahnung. Gut. Okay, ja, gibts auch was zu erzählen. Sharks oder Rats? Rats? Ich gebe mal ein bisschen aus dem Film, eine kleine Anekdote.

Also, wie gesagt, Sharks und Rats bekriegen sich wieder um die Reviere. Aber dann taucht eine dritte Macht auf, viel größer als die Sharks und Rats zusammen. Die natürlich zwingen, miteinander zu arbeiten, um diese dritte, brutale Macht aus dem Revier zu bekommen. Wir dürfen gespannt sein. Oh, ja. Böse. Böse. Alles klar. Okay. Ich für meinen Teil weiß alles, was ich wissen wollte. Willst du noch irgendwas loswerden? Liebe Freunde, haltet durch. Ich werde es schaffen.

Erdahl schafft das schon. Wir machen den zweiten Teil. Und ihr seid alle eingeladen, das wisst ihr. Bleibt so cool, wie ihr seid. In diesem Sinne. Das war der Robotcast 136. Ich habe mich unterhalten mit Yüxel Bcicci. Im Film als Erdahl bekannt. Mein Name ist Zeb Oberpichler und ich sage tschau. Sharks. Tschau Rats. Ruhr Podcast. [Musik]

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