Fachkräftemangel oder Jobflaute - Was stimmt denn jetzt? - podcast episode cover

Fachkräftemangel oder Jobflaute - Was stimmt denn jetzt?

May 20, 202622 min
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Summary

Die Episode analysiert den scheinbaren Widerspruch zwischen Fachkräftemangel und individueller Jobsuche, erklärt strukturelle Veränderungen am Arbeitsmarkt durch Digitalisierung und KI und bietet Strategien für Jobsuchende, um ihre Chancen zu verbessern. Ein weiterer Teil widmet sich dem Partyrauchen: Es werden die psychische Abhängigkeit, die soziale Funktion und die erheblichen Gesundheitsrisiken des gelegentlichen Rauchens beleuchtet. Abschließend wird betont, dass ein Rauchstopp dem Körper stets zur Erholung verhilft, und zwar unabhängig von der Dauer des Rauchens.

Episode description

Außerdem: Party-Rauchen - Kein Problem, oder? (10:10) //Mehr spannende Themen wissenschaftlich eingeordnet findet ihr hier: www.quarks.de // Habt ihr Feedback, Anregungen oder Fragen, die wir wissenschaftlich einordnen sollen? Dann meldet euch über Whatsapp oder Signal unter 0162 344 86 48 oder per Mail: quarksdaily@wdr.de.



Host in dieser Folge ist Ina Plodroch.
Und hier kommen noch die wichtigsten Infos für Euch:

FACHKRÄFTEMANGEL ODER JOBFLAUTE - WAS STIMMT DENN JETZT?
Mit der eigenen Jobsuche läuft es nicht so richtig, und das, obwohl immer wieder das Wort „Fachkräftemangel“ auftaucht. Wie passt das zusammen und wie angespannt ist der Arbeitsmarkt gerade wirklich?
Autorin: Sarah Heintz

Die Zusammenfassung der Ergebnisse der aktuellsten Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit zeigt unter anderem, in welchen Berufsbereichen Fachkräfte fehlen:
https://www.arbeitsagentur.de/presse/2025-25-qualifizierte-fachkraefte-weiterhin-gesucht

Diese IAB-Stellenerhebung zeigt, dass die Zahl der offenen Stellen im ersten Quartal 2025 zurückgegangen ist:
https://iab.de/presseinfo/iab-stellenerhebung-fuer-das-erste-quartal-2025-zahl-der-offenen-stellen-sinkt-auf-12-millionen/

Matching-Prozesse, Mismatches und warum Skills im Job zunehmend wichtiger werden – der aktuellste Employment Outlook der OECD:
https://www.oecd.org/content/dam/oecd/en/publications/reports/2025/07/oecd-employment-outlook-2025_5345f034/194a947b-en.pdf


PARTY-RAUCHEN - KEIN PROBLEM, ODER?
Party-Rauchen schafft bei vielen ein Zugehörigkeitsgefühl und hat eine soziale Funktion. Gleichzeitig entsteht dadurch eine psychische Abhängigkeit und eine Verknüpfung mit Alkohol. Welches Gesundheitsrisiko nimmt man dabei in Kauf nimmt?
Autorin: Sophie Kuhlmann

Auch Gelegenheitsrauchen erhöht das Sterberisiko signifikant: https://jamanetwork.com/journals/jamanetworkopen/fullarticle/2766667

Von 3 „Erst-Rauchern“ werden 2 zu regelmäßigen Rauchern: https://academic.oup.com/ntr/article-abstract/20/12/1427/4591649?redirectedFrom=fulltext

Wie Jugendliche das Gesundheitsrisiko einschätzen: https://publications.aap.org/pediatrics/article-abstract/135/2/246/33448/Adolescents-Perceptions-of-Light-and-Intermittent?redirectedFrom=fulltext

Transcript

Fachkräftemangel und Jobsuche: Der Widerspruch

C

ARD Sounds Ständig heißt es Fachkräftemangel. Und dann schickt ihr Bewerbung nach Bewerbung raus und nichts passiert. Nach Wochen immer noch keine Zusage, immer noch keine Ahnung. Wie passt das zusammen? Das überprüfen wir wissenschaftlich in diesem Podcast Quarks Daily. Und ja, rauchen ist ungesund, klar, aber Party rauchen. Also wirklich nur so ab und zu mal, kann ja nicht so schlimm sein, oder? Wir erklären, wie ungesund das Rauchen ist für Leute.

Die ja eigentlich gar nicht rauchen, aber dann doch immer mal eine Zigarette in der Hand haben auf einer Party. Ich bin Ina Plotroch. Hi!

🎵 Music

C

Ich habe echt so eine Handvoll Freunde, die suchen seit einer ganz schön langen Zeit schon nach einem neuen Job. Und irgendwie kommt da nichts, und wir haben uns schon so oft gefragt, wie kann das denn sein, dass ständig von Fachkräftemangeln die Rede ist und davon, dass die Boomer-Generation in Rente geht und trotzdem so viele einen Job suchen und keinen finden?

Sarah Heinz hat sich das Ganze wissenschaftlich angesehen. Sarah aus dem Quarks-Team. Du, das klingt ja erstmal alles nach einem totalen Widerspruch.

D

Ja, und dieses Gefühl an sich, das ist auch auf jeden Fall real. Damit beschäftigt sich die Arbeitsmarktforschung auch stark, zum Beispiel damit, wie sich Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt zueinander verhalten.

Fachkräftemangel heißt nämlich nicht, dass automatisch überall Leute fehlen oder dass jede Bewerbung gute Chancen hat. Es ist eher so, dass sich das gerade sehr ungleich verteilt. Also in manchen Branchen fehlen gerade wirklich Leute, in anderen bewerben sich dafür dann viele auf weniger Stellen.

Engpassberufe und die Struktur des Arbeitsmarkts

C

Okay, also das heißt, es gibt offene Stellen, das schon, aber eben nicht in allen Bereichen. Wie lässt sich das denn aber überhaupt feststellen, also dass es an Fachkräften in manchen Bereichen mangelt?

A

Mm.

D

Also einen eindeutigen Messwert gibt es da nicht. Forschende arbeiten deswegen mit verschiedenen Indikatoren, um das besser einzuschätzen. Zum Beispiel wird darauf geschaut, wie lange Stellen umbesetzt bleiben, oder die Unternehmen selbst werden auch gefragt, wie schwierig sie die Suche nach Personal im Moment finden.

Es gibt auch Analysen zu sogenannten Engpassberufen, also Jobs in Bereichen, die besonders Probleme haben, Leute zu finden. Und die Methoden liefern zusammengenommen dann Trends, die man sich genauer anschauen kann.

C

Ich hätte ja jetzt gesagt, also Handwerk, Pflege, das sind so die Klassikerbereiche, oder? Wo das besonders auffällt.

D

Genau, das sind so Bereiche, die da immer wieder auftauchen. Besonders deutlich wird das durch die aktuelle Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit. Nach der gelten 163 Jobs der 1200 Analysierten als Engpassberufe. Das ist so ungefähr jeder achte Beruf.

Und in manchen Bereichen bleiben die Stellen teilweise mehr als einhundert Tage umbesetzt, weil keine passenden BewerberInnen nachkommen. Und das passiert unter anderem oft im sozialen und erzieherischen Bereich und im Handwerk. Ja, das stimmt auf jeden Fall. Die Analyse zeigt aber auch, dass Fachkräftemangel eben kein flächendeckendes Problem über die gesamte Berufslandschaft ist.

Die Arbeitsmarktforschung spricht hier von einem sogenannten Missmatch. Damit ist die Situation gemeint, dass Angebot und Nachfrage bzw. hier offene Stellen und BewerberInnen nicht immer gut zusammenpassen.

C

Also das heißt, es gibt einfach wenige Handwerkerinnen und Handwerker oder gibt es einfach auch zu viele Leute gleichzeitig, die zum Beispiel eben in weiß ich nicht, Medien oder Marktbereichen arbeiten wollen?

D

Ja, teilweise schon, aber oft passt es auch fachlich vom Ort oder auch von den Erwartungen her nicht zusammen. Also nicht jeder will ja vielleicht von Hamburg nach München ziehen, nur weil da gerade ein Job offen ist, der passt. Manchmal sind es aber auch ganz andere Faktoren. Nicht jede Programmiererin kann jede Programmiersprache und nicht jeder Übersetzer spricht alle Sprachen. Deshalb existiert eben beides parallel zueinander Engpässe in bestimmten Branchen und Frust bei der Jobsuche.

Aktuelle Herausforderungen und neue Job-Anforderungen

C

Das ist ja aber irgendwie alles auch an sich nicht neu, würde ich sagen. Warum haben denn trotzdem jetzt gerade so viele Leute das Gefühl, dass das irgendwie schwieriger geworden ist? Also hat sich da auch wirklich was verändert?

D

Ja, auf dem Arbeitsmarkt laufen gerade mehrere Entwicklungen gleichzeitig. Also, erstmal haben wir eine große wirtschaftliche Unsicherheit. Dadurch stellen viele Unternehmen vorsichtiger neue Leute ein oder verschieben Neueinstellungen auch komplett. Das zeigen auch Daten des Instituts für Arbeits, Markt und Berufsforschung, kurz IAB. Die befragen regelmäßig Unternehmen und werten offene Stellen aus. Und da sieht man eben, dass die Zahl der offenen Stellen zurückgegangen ist.

Im ersten Quartal zwei tausend fünfundzwanzig gab es demnach knapp. 1,18 Millionen offene Stellen. Ein Jahr davor waren es noch 1,57 Millionen. Also es ist schon ein ziemlicher Rückgang von knapp 25 Prozent tatsächlich. Und diese Entwicklung zieht sich inzwischen mehrere Jahre durch. Das liegt teilweise aber auch an strukturellen Veränderungen.

C

Also schon sowas wie KI?

D

Ja genau, zum Beispiel. Also viele Jobs werden ja auch digitaler oder stärker automatisiert und das trägt eben dazu bei, ne, dass der Arbeitsmarkt gerade ja sehr in Bewegung ist, viele Anforderungen sich an Stellen auch verändern und spezieller werden. Grundlegende digitale technologische Skills werden in vielen Jobs inzwischen vorausgesetzt und sollen laut ExpertInnen des Stifterverbands in den nächsten Jahren auch immer wichtiger werden.

Und ähnlich ist es auch beim Punkt KI. Nach einem Bericht der OECD, also der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, spielt KI eine immer größere Rolle, ganz konkret zum Beispiel in der Fertigungsbranche oder auch im Finanzwesen.

Erfolgreiche Jobsuche: Flexibilität und Netzwerk

C

Was heißt denn das jetzt alles für alle, die gerade einen Job suchen und vor allem für alle, die gerade total frustriert davon sind und keinen finden?

D

Also ganz praktisch heißt das vor allem, wer länger sucht, der is not automatisch schlecht qualifiziert. The arbeitsmarkt is einfach selektiver geworden. Wichtiger is heute, wie gut the eigenfähigkeiten zu dem passen, was ein Unternehmen konkret sucht.

C

Aber weißt du, wer jetzt schon super viele Bewerbungen geschrieben hat, abgeschickt, hat es versucht hat, gibt es denn irgendwelche wissenschaftlichen Erkenntnisse dazu, wie wir die eigenen Chancen wirklich verbessern können?

D

Ja, also da gibt es auch Untersuchungen aus dem Bereich der Arbeitsmarktforschung. Also es gibt Möglichkeiten, die eigenen Chancen zu verbessern. Zum Beispiel gibt es dazu Studien der OECD. Super wichtig ist demnach vor allem, dass man flexibel ist und bleibt.

Das kann zum Beispiel heißen, auch in anderen Regionen zu suchen. Also wer die Möglichkeit hat zu pendeln oder umzuziehen, der hat oft bessere Chancen, weil Arbeitsmärkte sich regional ja auch sehr unterscheiden können. Aber klar, das ist natürlich nicht für jeden eine Option. Was auch helfen kann, ist, die Suche generell breiter aufzufächern, also nicht nur nach einem bestimmten Jobtitel zu suchen, sondern auch nach verwandten Tätigkeiten.

Ähm, also zum Beispiel Jobs, die ähnliche Aufgaben und Anforderungen haben. Im Medienbereich kann das zum Beispiel bedeuten, dass man sich nicht nur in Redaktionen bewirbt, sondern auch in der Öffentlichkeitsarbeit oder im Marketing. Hauptsache man schaut nicht zu eng auf einen einzelnen Berufsbegriff, sondern vielmehr auf so ein ganzes Berufsfeld. Was in der Bewerbung selbst auch die Chancen verbessern kann, ist es, die Fähigkeiten mit konkreten Beispielen zu belegen.

Laut Studien aus dem Bereich der Arbeitspsychologie fragen Recruiter oft gezielt nach diesen Beispielen, um so einzuschätzen, ob man als BewerberI zum Unternehmen passt.

C

Aber weißt du, das legt die Verantwortung ja irgendwie auch ganz schön auf so die Bewerberseite, oder? Also da kriege ich manchmal so den Eindruck, dass Unternehmen, die dann ja eben so ganz spezialisierte Fachkräfte suchen, jetzt gar nicht so viel dafür tun, ihre Leute auch weiterzubilden. oder neue Teammitglieder dann so richtig gut einzuarbeiten da.

B

Mm.

D

Ja, die Kritik gibt es auch ziemlich oft, auch aus der Forschung, die sich mit dem Thema befasst. Wir haben es ja eben auch schon besprochen. Dadurch, dass vieles zum Beispiel immer digitaler wird und es immer mehr neue Technologien gibt. Verändern sich auch die Jobs und die Anforderungen an die Beschäftigten. Deswegen sagt zum Beispiel die OECD, dass Weiterbildungen in Zukunft ein immer wichtigerer Faktor in der Arbeitswelt sein werden.

Eine Studie aus der Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie hat gezeigt, dass geförderte Weiterbildungen die Chancen auf eine Beschäftigung erhöhen können, teilweise um 10 bis 15 Prozent. Und das zeigt ja auch, dass das Unternehmen selbst eigentlich nutzen würde, wenn sie solche Weiterbildungen ermöglichen würden. Also gerade auch für Menschen, die neu ins Team kommen und neues lernen möchten.

C

Also das würde was helfen. Aber es muss doch irgendwie auch noch andere Wege geben, als jetzt nur so, also ich bin jetzt wieder auf der Bewerberseite, also als nur jetzt den eigenen Lebenslauf immer weiter zu pimpen und die Anschreiben immer weiter zu verbessern. Ich höre von vielen auch, es. kommen gar nicht so viele Ausschreibungen rein, die wo sie sehen, ja, das könnte ein Job sein. Also was wären noch mal ganz andere Wege?

D

Ja, ein Punkt, der ziemlich oft unterschätzt wird oder an dem nicht so viel gedacht wird, ist tatsächlich das eigene Netzwerk. Also viele Stellen, wie du gesagt hast, die werden gar nicht öffentlich ausgeschrieben. Da eine eindeutige Zahl zu finden, wie viele das sind, das ist ziemlich schwierig. Es gibt aber verschiedene Schätzungen, zum Beispiel die einer Expertin von der Bundesagentur für Arbeit.

Sie hatte in einem Interview mit dem Deutschlandfunk darüber gesprochen, und nach ihrer Einschätzung werden knapp zwei Drittel der Jobs über den sogenannten verdeckten Arbeitsmarkt vergeben, also ohne eine öffentliche Ausschreibung vorher. Ja und persönliche Kontakte können natürlich dabei helfen, überhaupt von diesen Stellen zu erfahren.

C

Also, das heißt, der Arbeitsmarkt wandelt sich gerade enorm. Es gibt schon Unternehmen, die nach Leuten suchen, aber sie stellen so ein bisschen vorsichtiger ein als früher. Für Jobsuchende heißt das oft. Mehr Konkurrenz, längere Bewerbungsprozesse, und das kann total frustrierend sein.

D

Genau, und wie schon gesagt, viele Absagen haben weniger damit zu tun, dass die eigenen Skills nicht ausreichen oder so, sondern dass es zwischen Profil und Stelle einfach nicht komplett matcht. Also vielleicht kann das auch dabei helfen, Absagen nicht so persönlich zu nehmen und dran zu bleiben.

Wenn so eine Bewerbungsphase super anstrengend sein kann, wichtig ist vor allem flexibel zu bleiben, sich breit aufzustellen und das eigene Netzwerk gut abzuklopfen, dann steigen auch die Chancen, dass es am Ende klappt.

C

Ja, und es muss halt am Ende auch matchen. Also es muss passen auf beiden Seiten, damit das Ganze dann auch irgendwie langfristig funktioniert und nicht beide Seiten nach ein paar Monaten oder Wochen merken, so boah, das klappt hier irgendwie vorne und hinten nicht. Sarah Heinz, hast du uns erzählt? Aus dem Quarksteam. Danke dir.

D

Yeah no.

🎵 Music

Partyrauchen: Definition und psychische Abhängigkeit

C

Wisst ihr, das Ding ist ja, wir wissen ja eigentlich, wie das geht mit dem gesunden Leben. Also regelmäßiger Schlaf, viel Bewegung, ausgewogene Ernährung. Und ihr wollt ja mit Sicherheit, genau wie ich, auch gesund leben. Ich bemerke bei mir manchmal so kleine Lügen, die ich mir selber erzähle. Ich rauche zum Beispiel nicht, weil ich weiß, ist total ungesund.

Nur halt manchmal auf einer Party, kann ja nicht so arg sein, denke ich mir dann und erzähle mir weiter, ja, ich rauche ja nicht. Sophie, wie ist denn das bei dir? Mhm.

B

Also ich hatte so Anfang der Zwanziger auf jeden Fall auch mal so eine Partyraucherphase. Aber irgendwie war die dann tatsächlich auch von dem einen auf den anderen Tag wieder vorbei. Ich weiß nicht, vielleicht liegt es auch einfach daran, dass ich mich durch meinen Job hier natürlich sehr viel mit Gesundheitsthemen auseinandersetze und die Risiken sehr gut kenne.

Aber ich muss schon sagen, in meinem Freundeskreis bin ich auf jeden Fall eher die Ausnahme. Also wenn ich jetzt zum Beispiel am Wochenende unterwegs bin, dann würde ich schon sagen, dass die meisten Leute um mich herum zumindest mal eine Zigarette rauchen.

C

Sagst du, Sophie Kuhlmann, aus dem Quarks-Team, und du hast das mal wissenschaftlich für uns geprüft. wie das ist mit diesem, ob das stimmt, wenn Leute sagen, nee, ich rauche nicht, ich bin nur Partyraucher, ob das vielleicht doch für die Gesundheit halt eigentlich nicht so gut ist. Das Ding ist, du sagst, du hast das aufgehört, weil du dich viel mit Gesundheitsthemen beschäftigst. Wenn du jetzt deinen Freunden sagst, Äh, Rauchen ist total ungesund. Ich meine, das wissen die ja, oder?

B

Ja, ich glaube, ich würde jetzt auch mal sagen, die meisten wissen das. Also die meisten sozialen Raucher, so nennt man die Partyraucher auf jeden Fall in der Wissenschaft. Die sehen sich ja selber eigentlich gar nicht als Raucher, weil es ja eben nur ab und zu vorkommt und auch nur in bestimmten Kontexten. Das heißt, man assoziiert auch so diese typischen Gesundheitsschäden von Rauchern nicht mit sich selbst.

Und es kommt einfach vor, dass die Leute dann oft in Kombination mit Alkohol trinken, nur abends oder nur mit Freunden, also ist es irgendwie so sehr abgegrenzt vom Alltag. Würde man aber jetzt mal alle Zigaretten zusammenzählen, dann sind das meistens gar nicht mal so wenige, die da geraucht werden.

C

Ist das denn eigentlich fest definiert? Also als wann gilt man wissenschaftlich gesehen als sozialer Raucher?

B

Ja, das ist eine sehr gute Frage, weil die Spanne, die ist tatsächlich relativ groß. Man kann sagen, soziale Raucher lassen sich grob in drei Gruppen aufteilen. Also es gibt einmal Menschen, die rauchen wirklich immer nur, wenn die Leute um sie herum rauchen, und die rauchen halt nicht alleine. Dann gibt es aber auch Menschen, die so überwiegend mit Freunden rauchen, aber die sich auch ab und zu mal alleine eine Zigarette anstecken.

Und dann gibt's die, die zwar sagen würden, sie sind soziale Raucher, aber die eigentlich genauso viel alleine rauchen, wie sie im sozialen Kontext rauchen. Und eigentlich sind das schon auch richtige Raucher, weil die eben de facto dann doch jeden Tag eine Zigarette rauchen.

Es ist bei allen drei Gruppen gibt es auf jeden Fall eine Gemeinsamkeit, und das ist, dass sie eigentlich alle sagen würden, dass sie jederzeit mit dem Rauchen noch wieder aufhören könnten, und dass die meisten auch sagen, dass sie eigentlich nicht abhängig sind. Und deshalb gibt es natürlich andersherum, dann oft auch gar nicht erst das Bedürfnis mit dem Rauchen aufzuhören, weil die meisten eben das Gefühl haben, gar nicht unbedingt süchtig zu sein.

Soziale Funktion und unterschätzte Risiken

C

Ja, aber ist das denn so? Sind die meisten wirklich nicht süchtig, so wie sie sich das selber erzählen?

B

Naja, es kommt ja immer darauf an, wie viele Zigaretten dann tatsächlich geraucht werden. Es ist schon so bei vielen, dass sie körperlich nicht unbedingt abhängig sind. Vor allem, wenn man vielleicht auch nur so eine Zigarette am Wochenende raucht.

Dann hat man eben keine starke Nikotinabhängigkeit und auch wenig Entzugsentscheidungen, wenn man dann aufhört. Aber es gibt eben so eine psychische Abhängigkeit. Also, dass diese Zigarette einfach dazugehört. Wenn ich jetzt zum Beispiel ein Bier trinke oder abends in Gruppen unterwegs bin,

Dann gibt es einfach das große Verlangen nach einer Zigarette und es fällt dann auch wirklich schwer, diesem Verlangen zu widerstehen. Und man muss ja auch sagen: Wenn man jetzt ein Bier trinkt, dann trinkt man Alkohol und diese Verbindung mit Alkohol, die ist bei vielen sehr, sehr stark. Wir sehen in Studien ganz deutlich, wo mehr getrunken wird, da wird auch mehr geraucht, weil diese Verknüpfung von Alkohol und Zigaretten ist bei vielen konditioniert.

C

Kriegen, glaube ich, total viele aus der Quarks-Community, ich meine, sowohl Alkohol als auch Zigaretten, die haben ja eine totale soziale Funktion. Und wer anfängt zu rauchen oder zu trinken, macht das ja in erster Linie dann nicht, weil das beides jetzt so gut schmeckt.

B

Total, und das muss man auf jeden Fall auch mitdenken, weil Rauchen das erleichtert es ja total, mit anderen Rauchern ins Gespräch zu kommen. Also wenn ich jetzt zum Beispiel auf einer Party bin, Oder auch in anderen neuen Gruppen, also zum Beispiel ich bin neu auf der Arbeit und will Leute kennenlernen, dann habe ich einfach eine kurze soziale Interaktion, die relativ unkompliziert ist.

Und die auch immer auf eine Zigarette begrenzt ist. Also die ist, man kann dann einfach wieder gehen. Und das macht es auch wirklich sehr leicht, neue Leute ganz locker, easy, unkompliziert kennenzulernen. Weil es einfach, sind mal ehrlich, es ist einfacher, wenn ich jetzt jemanden frage, ey, geh mir eine rauchen, als zu sagen, hey, hast du Lust raus?

C

zu gehen. Ja, wäre voll seltsam, wird total eigenartig. Ich meine, es kommt dann ja auch darauf an, wenn jetzt alle rauchen, wenn jetzt alle sagen so, ey komm, wir gehen jetzt alle von unserem Kneipentisch, stehen wir auf, gehen r draußen raus und rauchen eine, dann geht man ja vielleicht irgendwie noch mit oder nicht. Also das normalisiert das Ganze ja.

B

Ja, es ist total normalisiert und auf Partys kommt ja auch noch dazu, dass die Impulskontrolle durch den Alkohol herabgesetzt ist und dann ist einfach schnell dieser Gedanke da, ach, was ist schon eine Zigarette? Und dass dieses Risiko vom Rauchen so oft unterschätzt wird, das zeigen auch Befragungen von Jugendlichen. Also die Jugendlichen, die wissen eigentlich alle, dass starkes Rauchen, also das heißt mehr als zehn Zigaretten am Tag, dass das großen Schaden anrichtet.

Aber nur ein Drittel von denen sagt, dass gelegentliches Rauchen, also bedeutet nicht jeden Tag, dass das großen Schaden anrichtet. Und wenn man eben denkt, okay, es richtet wahrscheinlich nicht so viel Schaden an, dann gibt es nicht so viele Gründe, es nicht zu tun. Dann kommt die soziale Funktion vom Partyrauchen dazu, und dann auch noch die Impulskontrolle durch den Alkohol fehlt. Und das macht das Rauchen dann einfach sehr wahrscheinlich.

C

Das geht ja, glaube ich, schon einig so.

Suchtgefahr und tödliche Konsequenzen

Wie wahrscheinlich ist es denn für Partyraucher, die eben genau dieses machen, nur am Wochenende dann, aber vielleicht auch ordentlich, dass sie durch dieses gelegentliche Rauchen irgendwann zum regelmäßigen Raucher werden?

B

Also das Risiko, das ist bei allen vorhanden, aber wie stark das ausgeprägt ist, das ist individuell sehr unterschiedlich. Also es gibt Leute Die auf Partys rauchen, die aber nie abhängig werden. And then gibt es Leute, die wirklich nur ab und zu geraucht haben, wo es dann aber super schnell in den Alltag doch übergegangen ist. Wie hoch jetzt das individuelle Suchtrisiko ist, das hängt von sehr, sehr vielen Faktoren ab, unter anderem auch von unserer Genetik.

Was man aber ganz sicher sagen kann Nikotin macht wirklich extrem süchtig, auch süchtiger als Alkohol, und je öfter man raucht, desto höher ist das Risiko, abhängig zu werden. Es gibt da eine riesige Meta-Analyse, die hat sich über 200.000 Menschen angeschaut, und die hat herausgefunden, dass von drei Menschen, die zum allerersten Mal eine Zigarette rauchen,

Zwei später täglich rauchen. Und ich fand das wirklich krass, weil das bedeutet, das größte Gesundheitsrisiko beim gelegentlichen Rauchen ist es eigentlich, ein regelmäßiger Raucher zu werden.

C

Das ist echt eine krasse Zahl. Was ist denn aber, wenn ich das jetzt schaffe, zu diesen Partyrauchern zu gehören und dabei zu bleiben? Wie ungesund ist das denn eigentlich? Weil du hast ja schon gesagt, dass viele, ich kenne das auch von mir, dass man dann denkt, ja, ist ja nicht so schlimm.

A

Mm.

B

Also angenommen, jemand raucht wirklich sein Leben lang nur sechs bis zehn Zigaretten im Monat, das sind dann so ungefähr zwei Zigaretten pro Woche, auch dann ist das Risiko zu sterben immer noch um achtzig Prozent erhöht gegenüber Nichtrauchern. Also, vielleicht muss ich das mal anschaulich machen, wenn ich jetzt zwei Gruppen nehme und in jeder Gruppe sind jeweils hundert Menschen. Und in der einen Gruppe rauchen immer am Wochenende ihre sechs bis zehn Zigaretten im Monat.

Und die andere Gruppe ist Nichtraucher. Und ich beobachte jetzt beide Gruppen über dreißig Jahre und notiere alle Todesfälle, die in diesen dreißig Jahren vorkommen. Dann sterben in der Nicht-Rauchergruppe, ich sage mal, zehn Personen. Und in der Gelegenheitsrauchergruppe wären es achtzig Prozent mehr, also achtzehn Personen.

C

Okay. Und wenn es noch weniger Zigaretten sind?

B

Also in der Studie hat man auch schon gesehen, dass bei weniger als fünf Zigaretten da einen Effekt auf die Sterblichkeit gab. Das war jetzt nicht signifikant erhöht. Muss man ein bisschen vorsichtig sein? Man muss aber sowieso bei diesen konkreten Zahlen ein bisschen vorsichtig sein, weil das ist eine Beobachtungsstudie. Das heißt, die Stärke der Studie ist, dass sie wirklich sehr, sehr, sehr, sehr viele Menschen untersucht hat.

Aber es wurden eben jetzt keine Informationen dazu erhoben, ob die Gelegenheitsraucher vielleicht weniger Sport machen, ob die sich auch ungesünder ernähren. Oder ob die vielleicht auch irgendwelche anderen Krankheiten haben. Das heißt, bei den genauen Zahlen gibt es immer so eine gewisse Unsicherheit. Das ist ganz typisch für Beobachtungsstudien.

Trotzdem sind die Zahlen relativ eindeutig, und wir wissen einfach auch aus anderen Studien, es gibt keine Zweifel an der grundlegenden Aussage, dass auch durch ein paar Zigaretten sich das Krankheitsrisiko erhöht.

Der Körper verzeiht: Aufhören lohnt sich

Das liegt ja unter anderem daran, dass sich die Partikel aus dem Rauch in unseren Blutgefäßen und der Lunge ablagern und weil durchs Rauchen ja auch die DNA geschädigt wird.

C

Was ist denn jetzt zum Beispiel, also du hast gesagt, du hattest mal so eine Phase, das ist aber vorbei. Ist dann dein Risiko für Krankheiten immer noch erhöht, obwohl du aufgehört hast damit?

B

Ja, das hat mich natürlich selber brellend interessiert. Es war ein bisschen schwierig, da Studien zuzufinden, weil sowas einfach statistisch natürlich nicht so gut erfasst wird. Also, wie würde man jetzt auch so eine Partyraucherphase definieren? Wie lang muss die sein, wann muss die gewesen sein und so weiter? Was wir auf jeden Fall wissen, ist, dass sich der Körper, wenn man aufhört zu rauchen, auch wieder erholen kann und sich Gewebe auch regeneriert.

Wenn man jetzt zum Beispiel komplett aufhört zu rauchen, dann sinkt das Krankheitsrisiko. Die Lunge reinigt sich nach einer Weile wieder, das Herz-Kreislauf-System kann sich erholen und auch das Krebsrisiko sinkt wieder. Also jemand, der seit vielen, vielen Jahren raucht,

Und dann damit aufhört, der hat zehn Jahre danach immer noch ein erhöhtes Lungenkrebsrisiko, aber nach diesen, also die zehn Jahre, nachdem er aufgehört hat, aber nach diesen zehn Jahren ist das Risiko wieder so hoch wie bei Nichtrauchern. Und das sieht man ähnliches sieht man auch beim Herzinfarktrisiko, also das ist fünfzehn Jahre später nach dem Rauchstopp ungefähr so hoch wie das bei Nichtrauchern.

C

Und das ist ja wirklich krass, weil das motiviert ja zu sagen, also es bringt halt immer was aufzuhören, weil es ist dann nie zu spät und es ist nicht so, ja, jetzt ist der Drops eh gelutscht, jetzt habe ich eh schon so viel geraucht, jetzt ist eh.

B

ที่สินกวิสนกวิสนกวิสนกวิสนกวิสนกวิสนกวิ

C

Ja, hast du uns erzählt? Sophie Kuhlmann aus dem

B

Ciao!

C

Das war Qualks Daily mit mir, Ina Blotrauch. Schön, dass ihr dabei wart und schöne Grüße an alle, die gerade mit der Bahn unterwegs sind, vielleicht hin zur Arbeit oder zurück. Oder ihr macht was ganz anderes und habt euch die Kopfhörer aufgesetzt. und hört uns dabei, dann passt ein Thema, an dem wir gerade arbeiten, auch sehr gut zu euch. Wir wollen nämlich ein Quarks Daily Spezial über die Bahn machen und wir wollen euch hören. Wir wollen eure Geschichten zur Bahn, also was mal so ruhig.

Richtig gut, es gibt es ja auch, mal so richtig gut geklappt hat. Also eine richtig gute positive Erfahrung. gemacht habt oder wenn es mal so überhaupt nicht Und total nach hinten losgegangen. Wir wollen eure Geschichte. Sprachnachricht. Unser Kontakt findet ihr weder. Wir freuen uns total von euch zu hören. Danke euch!

🎵 Music

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