Sag, machst du auch mal sowas wie eine Sommerpause, hitzefrei, Handy aus, ich bin da mal weg oder sendest du, wenn ich das so richtig beobachte, in Wahrheit immer? Also ich strebe eine Sommerpause an und ich kann das auch. Lediglich aus dem Hitzefrei wird bei dem deutschen Sommer zumindest ein frei, so wie die Dinge gerade liegen. Aber ja, ja, also man möchte ja meinen, dass ich so viel Geld daran habe, dass ich also keine ungesendete Minute ertrage, aber so ist es gar nicht. Also ich
habe auch wirklich es gerne einfach irgendwo zu sitzen, zu lesen und gar nichts zu machen. Das kann ich auch. Also das Konzept Pause ist dir nicht fern? Das Konzept Pause ist mir nicht fern, kann aber dann sein, dass so nach zwei Wochen mal ganz kurz das Fell juckt und ich dann denke, auch so eine kleine Sonderfolge aus der Sommerpause könnte man doch aufnehmen. Also so viel Mitteilungsbedürfnis ist dann schon vorhanden. Politik mit Anne Will.
Hallo, Tag zusammen und willkommen zu einem unserer Sommerspecials. Sowas haben wir jetzt also auch schon in der noch sehr jungen Geschichte unseres Politik-Podcasts, aber das macht man so. Diesmal ist Sommerspecial mit einem Mann, von dem ich tatsächlich nicht sicher war und bin, ob er überhaupt jemals runterfährt. Einer, der schneller als alle anderen in meinem Empfinden kaum ist, was passiert. Man hat es noch nicht verstanden, so fort die Punchline den besten Gag dazu raushaut,
der alles auf einmal ist. Moderator, Podcast, Autorkolumnist, noch mal Podcast, aber weil er natürlich nicht nur einen Podcast macht. Talkshow host, noch mal Talkshow host, weil er nicht nur eine Talkshow moderiert. Influencer, Autofahrer, Vater, Partner und im Moment ganz oft mein Eindruck, neues Trikot ausprobieren. Hier ist Mickey Beisenherz. Herzlich willkommen. Ich fühle mich da voll umfänglich und lückenlos beschrieben. Übrigens, das, was du da sagst, ist natürlich
absolut zutreffend mit dem kleinen Zusatz. Ich habe es auch noch nicht verstanden, habe aber trotzdem schon getwittert. Das ist vielleicht... Aber du lösst gerne nie. Nee, da muss ich sagen, das ist dann die Dokumentation, dass ich sage, dann lasse ich mir halt einfach bei der Blötheit auch zusehen. Dann bin ich in dem Falle, es ist ein bisschen die Chronistenpflicht, dass ich sage, guck mal, ich war genauso doof wie ihr, aber im Gegensatz zu euch
habe ich schon geschrieben. Das ist dann so. Aber dennoch, ich will sagen, also ich verhehr das, ich bewundere das auch und ich staune. Ich habe dich gefragt, als wir uns begegnet sind, du hattest mich freundlicherweise eingeladen zu deinem Podcast Apokalypse und Filtercafe, Apophika, wie wir Kennerinnen kurz sagen. Da habe ich dich auch gefragt, wie kriegst du das eigentlich
organisiert? Wie schaffst du das so viel auf einmal zu machen? Selbst ja bei der Anmord hier wird mir selber schwindelig, wenn ich alles aufzuzählen versuche, was du in einer Woche sonst wie unterkriegst. Wie kriegst du es hin, dass du dich nicht verzettelst oder dass du durchdrehst? Ja, ich weiß auch nicht. Also ich habe immer so... Es gibt dann diese Leute, diese Teller immer in der Luft bewegen auf diesen Stäbchen und ich habe immer das Gefühl,
ich krieg das alles ja so, fühle ich mich manchmal wirklich. Ich krieg es irgendwie ganz gut hin. Ich glaube, ich kann relativ schnell hoch und sehr schnell auch wieder runterfahren. Das hilft, also ich brauche wenig Anlaufzeit für die Sachen, die ich mache und was natürlich ein Riesenvorteil ist, die Dinge, die ich tue. Sie zahlen ja alle irgendwie aufeinander ein. Also das, was ich bei NTV mache, das ist ja dann angeeignetes Wissen, dass ich wiederum für den Podcast
benutzen kann. Der Podcast wiederum hilft mir beim Kölner Treff oder beim Schreiben eines Textes. Diese Dinge, die haben mir alle miteinander zu tun und ich glaube, das ist schon mal der Wesenskern dessen, dass man es irgendwie ganz gut geschissen kriegt. Und ich... Klar, also ich... Und naja, und ich beschäftige mich halt den ganzen Tag mit dem Zeug. Also das, was ich beruflich mache und das kennst du ja selber auch, ist etwas, was mich privat interessiert.
Also wäre es jetzt so... Das heißt, du liest den ganzen Tag auch? Ja, letzten Endes schon. Ich lese und ich höre und so vervollständigen sich die Gedanken ja zunehmend und so Podcast folgen, die sind ja nie unabhängig voneinander. Also das, was du am Mittwoch besprichst, hat ja mit dem zu tun, was du am Montag auch schon besprochen hast oder die Woche davor. Das baut ja alles aufeinander auf. Diese Dinge sind ja nicht abgeschlossen und das hilft natürlich.
Und am Ende ist es, glaube ich, wirklich einfach gutes Zeitmanagement, schon mal zu wissen, wann man wo, an welchem Platz ist und dass man da nochmal drei Stunden Bahnfahrt dazwischen hat, die man dann nutzen kann, um etwas zu schreiben oder schon mal etwas vorzubereiten und machen uns nichts vor. Aus drei Stunden Bahnfahrt werden gerne auch mal sechs und so haben
wir einfach deutlich mehr Vorbereitungszeit. Zeitmanagement. Hast du dafür ein Kalender, in dem du dir Zeit blockst, schreibst du es dir auf, nimmst du es dir erst am Morgen vor, dass du sagst, okay fuck, ich muss noch den Podcast machen, muss hier noch. Ich muss noch können sein, dass ich nicht nur drei Stunden, sondern fünf, sechs Stunden brauche nach Köln, zum Kölner Treffi kriege ich es alles hin oder hast du das in einer Art von Wochenplanung schon,
Bums, alles vorbereitet? Ja, es gibt schon eine Woche oder eine Monatsplanung, aber die ist in einem Kalender, also in so einem Moleskinen eingetragen, also auf Papier eingetragen. Du schreibst es selber
auf? Ja, ich schreib es mir dann selber auf und hab dann immer schon mal die Woche grob im Blick, ich bin ja auch Vater, das heißt, da gibt es ja nun auch noch mal so Sachen wie, wann holt man das Kind von der Schule ab, bringt es zum Tennis oder zum Klavierunterricht oder was weiß ich und all das will ja irgendwie schon wohl überlegt sein und also die Verzettelungsgefahr ist stetig wie eine treuende Wolke über mir, aber es klappt dann doch in 95 Prozent der Fälle ziemlich
gut und ich kann recht gut antizipieren, wie lange etwas dauern wird. Also wenn ich mit der Bahn von Hamburg nach Köln muss, dann nehme ich jetzt nicht unbedingt die, die also genau auf den Punkt passt, sondern im Zweifel auch schon mal eine oder zwei früher Bahnreisende wissen, was ich meine, aber so im Großen und Ganzen funktioniert es eigentlich und ich habe dann immer noch im Laufe eines Tages immer noch mal Zeit, mich eine halbe Stunde kurz auf die Couch zu legen und zu
dösen. Das ist auch die absolute Superkraft, ich kann überall pennen, das ist wirklich das allergrößte. Sehr gut. Kölner Treff und deine NTV Sendung Beisenherz heißt die #BeisenHerz,
die pausieren im Moment, oder? Der Kölner Treff pausiert bereits während der Europameisterschaft, was ich als ein großes Glück empfinde, also ich mache die Sendung wahnsinnig gerne, das macht viel Freude, aber diese Europameisterschaft begreife ich wie eine einzige große Klassenfahrt und ich gucke so ziemlich jedes Spiel und lasse mich ja und lasse mich jetzt schon so aus diesem Alltag so ein bisschen raustragen, also dieser Termin, der Spielplan, der Kalender der Europameisterschaft
mit diesen Spielen von 15, 18, 21 Uhr ist für mich wie so ein Exoskelett, das meinem Leben Halt gibt und woran ich mich orientiere und NTV geht noch bis Mitte Juli und dann gehen wir noch mal in eine Sommerpause bis Mitte August. Wir kommen mit Jens Spahn aus der Sommerpause zurück und jeder weiß, wenn du erstmal Jens Spahn im Studio hast, danach bist du wieder wach und zurückgekommen.
Das weißt du jetzt schon welcher Gaster kommt, das zeugt ja auch eine guten Vorbereitung, sehr gut Kompliment, soweit bin ich noch nicht, wer nach der Sommerpause bei uns kommt, weiß ich überhaupt noch nicht. Man passt es ja als Profi auch an ein bisschen auf die Gegebenheiten und Ereignisse, muss man dazu ja auch sagen. Das heißt Jens Spahn hat dich angerufen,
hat uns angefangen, ich kann nicht kommen und du hast gesagt... Nein, deswegen weißt du es noch nicht und sagst wir lassen das mal einigermaßen auf uns zukommen, weil man weiß ja nicht, was im August passiert. Wenn du jetzt aber mehr Zeit hast, darauf will ich hinaus, weil der Kölner Treff nicht pausiert, haben wir schon gehört, dann machst du viel Europameisterschaft, müssen wir sagen, zum Zeitpunkt der Aufzeichnung ist auch die deutsche Mannschaft noch im Turnier. Das ist
wirklich alles gerade aufregend und lässt uns Anteil nehmen. So, ein Beisenherz geht dann auch in die Pause. Wenn du mehr Zeit hast, ballerst du dir die dann gleich voll oder nicht? Nee, ich baller mir die höchstens voll mit Büchern, die ich zu Lesen gedenke. Also ich bin, wie ich auch auf Papier schreibe, so lese ich auch auf Papier und habe dann eigentlich im Handgepäck immer so
drei Bücher dabei. Leider oft auch dickere, weshalb dann so der Physio sagt, du musst noch langsam mal ein bisschen auf deine Schulter achten, die hängt ja schon so ein bisschen runter. Nee, ich habe, also leider, also der deutsche Sommer, der ist sehr teuer für mich, weil ich, also wenn ich dann an so einem dritten Juli aus dem Fenster gucke und du hast dann so muckelig 14 Grad und Regen in Hamburg, dann habe ich wirklich einfach das tief sitzende Bedürfnis zu
flüchten. Will ich weg? Ich hasse ja auch diesen super deutschen Satz, es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung. Das ist für mich der allerschlimmste deutsche Satz noch vor, sie können ja nicht parken und deswegen, wenn ich mir das Vollballer dann wirklich nur mit mit Fluchtplänen, so da will ich noch hin und hier will ich noch hin und da möchte ich weg, aber dass ich jetzt, worauf du vielleicht anspielst, so etwas plane wie Aktivurlaub, also irgendwie
Mountainbiken oder irgendwie keine Ahnung, Safari, also nichts dergleichen. Bin kein Aktivurlauber. Nee, ich war ganz anders unterwegs, ich versuche ja zu lernen, mir was abzugucken von
dir, von der Fülle, wenn wir den in die Nummer haben. Und ich war auf einer anderen Spur, ich wollte wissen, ob du ein sicheres Sensorium dafür hast, wann es zu viel wird und wann du auch wirklich das, so jetzt kann ich nicht mehr, denn meine Überzeugung ist, weiß ich, sehr genau für mich selber, ich werde nicht besser je mehr ich mache, sondern ich lasse irgendwann nach und ich habe für mich ein klares Zeichen, wenn ich zum Beispiel jeden Satz dreimal lesen muss,
dann weiß ich so jetzt reiz, ich kann jetzt nicht mehr, ich muss jetzt mal aufhören und dann höre ich auch wirklich auf, also dann mache ich Urlaub und auch übrigens nicht aktiv, sondern ja, ich jogge da vielleicht mal eine Runde und mache meine üblichen Sachen, aber ich mache jetzt nicht irgendwie so Dingsbums rafting oder wie der Kampel halt weiß überhaupt noch nicht mal, aber ich weiß,
wann es gut ist, das weiß ich. Das würde ich für mich auch in Anspruch nehmen, letzten Endes, man ist ja, was sich selber angeht ja immer doch an stückweit Betriebsblind und glaubt immer zu
wissen, dass man da irgendwie klug agiert. Ich meine aber ein feines Sensorium dafür zu haben, wann es zu viel ist, das merke ich im Alltag, es gibt immer mal die eine oder andere Situation zum Glück nicht so häufig, in der ich merke, dass ich jetzt gestresst werde, dass ich wahrscheinlich erhöhten Blutdruck habe, ich messe es ja nicht, habe ja keine Apple Watch, wo ich an da meine Daten tracken, aber wenn man so ein bisschen mit sich selbst im Dialog steht, dann merkt man es
in der Regel ja schon und so on the long run weiß ich auch ziemlich genau, wie viel ich leisten kann und wie viel nicht und ich kenne das auch von ein zwei Situationen, wo dann mal Jobs, ich entweder selber aufgehört habe oder sie wurden für mich aufgehört und wenn ich die dann als erleichtere Empfinde, dass ich sie nicht mehr habe, was weiß ich, so was wie eine regelmäßige Kolumne oder ein wöchentlicher Podcast oder so und ich habe das Gefühl, ach, wie schön, ich
habe eine Stunde mehr Zeit, daran merkst du ja schon, dass du schon an der Obergrenze gekratzt hast und das kann ich schon ganz gut ermessen und ich würde jetzt in der Situation, in der ich mich jetzt befinde, sagen, das ist jetzt ziemlich nah am oberen Limit, also mehr darf es jetzt nicht sein und das beeinflusst dann auch berufliche Entscheidung, hatte jetzt zuletzt eine Situation, in der ich das Angebot hatte, wirklich etwas sehr, sehr schönes zu machen in Zukunft, habe mich dann
aber dagegen entschieden, weil das bedeutet hätte, dass das Wochenende, was für mich in erster Linie für die Regeneration da ist, dass das dann auch weg gewesen wäre und da war mir klar, das hört sich erst mal toll an und die ersten zwei Sendungen machen unglaublich viel Spaß und ab der dritten fängt schon an zu nerven und Absendungen 6 bis 20 will man sich gegenseitig an die Gurge gehen, weil das alles nicht zu leistend ist und es ist alles dann auch nicht auf einem guten Leistungsniveau
und das zu antizipieren und schon zu wissen, also wie man über Angela Merkel mal sagte, die Dinge vom Ende her zu denken, das ist in einer solchen Situation natürlich sehr hilfreich, wenn man mal so ein bisschen aus dem Zauber und der Euphorie des ersten Momentes hinaus schon mal weiter denkt und sagt, wie wird es denn in der Praxis aussehen? Da kann man sich selber einen großen Gefallen tun, wenn man da schon mal das mitdenkt. Du hast also die Dinge vom Wochenende her gedacht. Genau,
exakt, genau so ist es. Lass mich raten, warst du eine Sonntagabend-Politik-Talkshow, die du hättest machen können oder so, ist das im Skat? Nein, nein, nein, nein. Rata, Rata, Rata, was war das? Nein, das war es nicht, aber es war durchaus von Renommee, aber eine Sonntagabend-Politik-Talkshow, niemand wäre so wahnsinnig mehr das anzubieten. Niemand wäre so wahnsinnig das zu machen, kann ich aus meiner Perspektive nochmal kurz beisteuern. Bei allem was zum Marsmicki, was bist
du im Kern? Wo bist du am meisten bei dir, was ist gleichsam so dein sicheres Herkunftsland? Die Autorenschaft, das Moderieren, das sprechen über Politik oder sprechen über Fußball? Es ist eine gute Frage, da denke ich auch dann und war mal drüber nach, also es ist mal ganz flapsig formuliert, wäre ich wahrscheinlich in erster Linie Unterhalter. Weil das was man macht,
ist ja gleichermaßen zu unterhalten und sich zu unterhalten. Also ist Unterhalter wahrscheinlich das, was unter dem Strich am naheliegendsten ist, worüber man sich unterhält, banale Dinge oder substanzielles, das ist ja bis zum Gewissengrad erst mal wurscht, weil ja irgendwie alles dann doch auch zusammenhängt. Aber gelernt in dem Sinne habe ich ja erst mal das Redakteurswesen und bin Autor. Das werde ich ja mutmaßlich auch immer bleiben, wenn alles gut läuft. Da komme ich her.
Das willst du bleiben. Ja, finde ich schon. Ich finde ja schon. Ich finde das ist auch so mit das Attraktivste, was man sein kann. Ich finde Autor, das Autoren da sein, eigentlich immer noch das substanziellste und schönste. Und als solcher würde ich auch gerne wahrgenommen werden, wenn man das Glück hat. Alles andere klingt immer so wahnsinnig hochtrahmend, aber das bin ich. Das ist auch das,
was ich am meisten gemacht habe und doch das, was ich gerne bleiben würde. Und wenn das mit dem Fernsehen oder dem Podcast oder irgendwas nicht mehr weitergeht, Autor sein, das wird bis auf weiteres Jahr möglicherweise immer noch machen dürfen. Unterhalter sagst du, wenn du Apokalypse und Filtercafe machst, dann habt ihr ja auch, ich nehme dein Wort auf, ernsten substanziellen
Stoff. Legst du dann immer ein Geländer, das unterhaltend ist, nutzt du Ironie, Humor, sonst wieder für, dass man selbst schlechteste und auch tiefgreifendste Nachrichten irgendwie an sich ranlässt oder wie machst du es? Ja, im besten Falle ist das so. Im besten Falle hat man immer etwas Unterhaltendes drin, Humor, Ironie, Witz, also ganz doofel so als Abluftventil, bevor dann irgendwie der Druck
auf dem Kessel zu groß ist, dass man auch eine gewisse Erleichterung schafft. Die besten britischen Komödien funktionieren immer so, dass es zwischenzeitlich traurig und tragisch ist und dass es dann einen humoristischen, so genannten Comic Relief gibt, das man das Gefühl hat, ah, sodass du ganz kurz Erleichterung hast und dich dann wieder einlassen kannst auf das Schwere.
Und ohne dass es das, also es ist nicht konzeptionell verankert bei uns, aber das ist ein, wie so viele Dinge, ein Bauchgefühl, dass es in diesem Moment jetzt irgendein Erleichterungsmoment geben muss. Und so machen wir das. Und was ich schon sagen kann, ist, dass wir nach dem 7. Oktober beispielsweise, als die viel zitierten Poly-Krisen wieder besonders schwer auf uns lagen, dass ich schon darauf geachtet habe, dass wir im Rahmen dieses Podcast am Anfang noch mal ein bisschen leichter
einsteigen oder nenn es mal Shit Sandwich. Ja, du hast jetzt halt einfach so die obersten und die untersten Lagen, die sind etwas leichteres und der dicke Brocken, der schwerverdauliche, der liegt irgendwo in der Mitte, weil du echt nicht an einem 10. Oktober, an einem 11. November 2023 einstaaten kannst mit den, also willst einfach nicht in Minute einst hören, Gasa oder Bomben auf Hakef oder was weiß ich, sondern du musst erst mal ein bisschen leicht einsteigen. Du
kannst nicht, du kannst nicht die Weltlage ins Gesicht geschmettert bekommen. Du musst da wie bei dem Gleichnis von dem Frosch, wo die Temperatur langsam hoch gedreht wird, du musst erst mal langsam einstaaten, bevor du die ganz schweren Sachen um die Ohren gehauen bekommst. Das ist schon etwas, da achten wir drauf, aber klar, es ist das, was es ist. Die Menschen verlassen sich dann mittlerweile, das stellen wir im Laufe der Jahre fest, gibt dann doch einen
Guteil der Leute, die sich einfach über uns auch informieren. Die wollen dann nicht einfach nur unterhalten werden, sondern die haben das als eine Art Presseschau und die wollen wissen, was den Tag über passiert und was ist denn gerade substanziell und dann kannst du ihnen natürlich die schweren Dinge auch nicht vorenthalten, weil sie wollen schon wissen,
was gerade so läuft. Aber was man schon auch machen kann, ist, dass man ein Gefühl vermittelt im Sinne von, wenn ich morgens aufstehen kann und Niki kann morgens aufstehen und wir bleiben einigermaßen gut gelaunt, dann kann euch das möglicherweise auch gelingen. Also so ein Hauch,
Therapietalk ist da sogar auch noch mit drin. Lass mal rüber gucken nach Frankreich. Emanuel Macron, der geht am Abend der Europawahl hin, offensichtlich ohne sich mit irgendwem abzustimmen, selbst sein eigener Premierminister, staunt nicht schlecht, also dem Präsidenten im Fernsehen
sieht und sagt, guck mal, der sagt jetzt, lass mal schnell Neuwahlen machen. Wie wohl Frankreich irgendwie auch ein bisschen beschäftigt ist, nicht nur dass die auch Europameisterschaft gucken, haben die auch noch olympische Spiele vor der Tür, bauen überall Tribünen auf,
alles ist im Stress, dann sagt er, lass nochmal schnell Neuwahlen machen. Mit dem Ziel in meinem Verständnis, dass er sagt, kann ja nicht euer Ernst gewesen sein, wie ihr bei der Europawahl gewählt habt, dass ihr da gesagt habt, ihr wollt nicht nicht, sondern ihr bringt den Rassemblement national in die erste Position. Schnell nochmal neu gemacht, boom, selbst Ergebnis sogar noch
besser für den Rassemblement national. So was ist das denn jetzt? Ja, auch da natürlich wieder Eitelkeit und Hybris, er macht da so ein bisschen den David Cameron, den Französischen, also du machst dann, also du wirfst im Grunde das gesamte Land unter dem Bus, weil du es zu einer Wahl um deine eigene Person machst und gehst davon aus, dass wenn es spitz auf Knopf kommt, dass die Franzosen dann schon so vernünftig sein werden und sich für dich beziehungsweise deine Bewegung
und deine Partei entscheiden. Aber die Erkenntnis, die wir gerade gewinnen ist, so ist das nicht. Du hast gar nicht so viele Fans und immer dieses Argument nur gegen rechts bzw. gegen rechtsextremen oder rechtsradikal oder im Verständnis übrigens vieler, einfach nur konservativ, weil der Begriff des Konservatismus hat sich für andere halt einfach nur verschoben,
immer nur zu sagen, ja wir gegen die, das hat sich natürlich auch total abgeschliffen. Das zieht für viele gar nicht mehr, das erleben wir in Deutschland ja auch und so kommst du dann in
eine Situation in Frankreich. Das halt einfach ganz viele sagen, ihr habt uns jahrelang immer voll dem bösen Rassentiment national gewarnt und ihr habt immer gesagt nein, auf keinen Fall die, aber wir finden die jetzt vielleicht doch mal die und die ganzen Warnungen die ziehen halt einfach nicht, weil es so viele Probleme gibt, die nicht gelöst sind, die wahrscheinlich auch nicht von Genannte Pennen gelöst werden, aber dass die Leute zumindest nicht mehr verbelastet werden.
ist, ihr mal mal sagen, ganz ehrlich, ihr liegt uns jetzt seit 30 Jahren in den Ohren damit, dass auf keinen Fall und um Gott das Willen und das Recht ist schreckgespenst, die sind doch eigentlich recht konservativ. Möle Penn kommt doch irgendwie, kommt doch eigentlich ganz konservativ daher, die will auch mit diesen komischen Ekelfiguren von der AfD, da im Europaparlament auch nicht. Das ist doch eine ehrenhafte Frau, die hat ihren Vater sogar aus der Partei geschmissen.
Was habt ihr denn eigentlich gegen die? Und selbst als ihr Paar Glasfeld sagt doch, die sind zumindest keine Antisemiten. Also bitte, also da merkt man halt eben auch, dass immer nur dieses Argument, ihr Hauptsache gegen rechts, zieht halt einfach gar nicht. Ist auch viel zu wenig, finde ich, so denkt Paul. Viel zu wenig.
Beobacht dich hier auch, du kannst auch nicht Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg damit gewinnen wollen, dass du für deine Parteien sagst, wir sind aber die Guten und ihr werdet uns schon wählen, um die anderen zu verhindern. Das ist echt denkfauld. Funktioniert gar nicht und wir stellen, oder wir werden es dann in Frankreich feststellen, dass es natürlich auch ganz schwer wird, sich dann zu formieren, nur gegen rechts.
Also dass du dann am Ende Bündnisse schließt aus ganz links und links extrem und Mitte, nur damit man rechts verhindert. Das ist dann so ein bisschen so das Thüringer Modell, was dann, das werden wir ja dann auch im September erleben, dass das auch für die Demokratie dann auch noch mal eine absolute Belastungsprobe wird, wenn man dann irgendwelche wilden Bündnisse schmiedet, nur um rechtsextrem zu verhindern.
Also ob man der Demokratie da dauerhaft eingefallen tut, das wird sich dann auch noch zeigen.
Ich verstehe natürlich wo es herkommt und ich begrüße das, weil es immer eine rechtsextreme Regierung oder nicht immer, zumindest zwischenzeitlich eine rechtsextreme Regierung verhindert, aber das wird natürlich kein Konzept auf Dauer sein, weil du dann doch, ich will jetzt nicht sagen, am Wählerwilden vorbei regierst, denn der Wählerwille bedeutet ja zumindest noch, dass die Mehrheit irgendwie nicht rechtsextrem wählt, aber es ist eine derartige große Menge
von Menschen, die einer rechtsextremen Regierung zusprechen, dass es schwer wird, immer an deren Interessen vorbeizuregieren. Schwierig. Ja, Polen ist vielleicht das gute Gegenbeispiel, die haben es hinbekommen. Das Bündnis um Donald Tusk hat ja immerhin geschafft, die Pies dann zurückzudrängen, noch nicht mal Krachen zu besiegen, aber immerhin, auch bei der Europawahl liegt dann das Bündnis von Donald Tusk ja knapp vorn, aber immerhin vorn.
Traust du unserer Bundesregierung zu, die Lücke zu füllen, die vielleicht die USA und Frankreich, was wir uns jetzt gerade so ein bisschen genauer angeschaut haben, lassen werden, die aber ja die Melonis und Le Pens, die sich so enttäufelt, wie sie das selber bezeichnen, zeigen auf eine andere Art, dann auch die Orbans dieser Welt füllen wollen?
Du meinst jetzt, dass also die Bundesregierung angeführt von Kanzler Scholz die deutsche Öffentlichkeit, die deutsche Öffentlichkeit so einnimmt, dass es diesen Rechtsruck, wie man so schön satir zu Lande nicht gibt, meinst du das?
Nein, das meine ich noch nicht, sondern ich meine, dass die Bundesregierung genau unterführung jenes Olaf Scholz ja dann in besonderer Weise gefordert werden sein wird, wenn die USA und Frankreich zum Beispiel in der Ukraine Unterstützung ausfallen, also bei der Truppe um Le Pen weiß man noch nicht genau, wie sehr die die Hilfe für die Ukraine reduzieren wollen, aber dass sie sie reduzieren wollen, scheint irgendwie ausgemacht, ohnehin wissen wir zum Zeitpunkt,
da wir aufzeichnen nicht, ob die Le Pen-Truppe dem Premierminister stellen wird, das mutmaßen wir jetzt hier alles gerade so ein bisschen, aber versuchen uns einzustellen auf eine Situation X. Und dann wäre Deutschland ja gefordert. Ich frage, können die die Lücke füllen, so auch, dass nicht die anderen sagen, ja, da ist jetzt richtig viel Platz und dann jumpen wir mit Karachorein. Ja, ich glaube, das wird vom reinen Volumen gar nicht gehen.
Also ich meine, es ist ja ganz schön, wenn man sieht, dass dann Olaf Scholz jetzt engere Bande wieder knüpft mit Polen beispielsweise, also da merkt man, da ist man schon bemüht, neue Allianzen zu schmieden mit Partnern, die es in den letzten Jahren in der Form so nicht gab mit der PIS-Regierung, war es halt schwer. Das wird jetzt mit Tusk einfacher.
Da wird man natürlich innerhalb der EU, wird Olaf Scholz sich ganz schön strecken müssen, andere Leute zu finden, die dann mit ihm zusammen diese Bündnisse eingehen, dass man die Ukraine weiterhin unterstützt, zumal ja in der Öffentlichkeit und bei Laibe nicht nur in der deutschen Öffentlichkeit sich diese Ermüdungseffekte ja, glaube ich, noch verstärken werden.
Also ich glaube, dieses Volumen dessen es bedarf, die Ukraine substanziell zu unterstützen, ich habe da mal eine Zweifel, dass das gelingen kann.
Es ist ja übrigens auch immer ein bisschen Zeitenwende und Ambiguitätstoleranz, wenn plötzlich die Postfaschistin Meloni zu den stärksten Partnern in Europa gehört und man fast ein bisschen erleichtert aufatmet, wenn man sie sieht und sagt, na wenigstens noch eine vernünftige Person in der EU und man dann ein bisschen außer Acht lässt, was da so innenpolitisch alles getrieben wird, Stichwort Abtreibung und Co.
Also das ist schon richtig dickes Brett und dann sind wir ja schon relativ kurz vor den Bundestagswahlen. Und da bin ich mir auch nicht ganz sicher, welchen Kurs der Friedenskanzler da fahren will.
Also was ich schon ganz gut finde und auch durchaus ehrenhaft, dass der Bundeskanzler und die SPD mitten im Europawahlkampf sie im Grunde fast ein bisschen ihre eigene Werbelinie gebrochen haben, als klar war, dass sie die Ukraine nochmal mit Waffen unterstützen und es nochmal ein neues Milliardenpaket gibt, das widersprach ja ein bisschen dem, wofür man eigentlich so geworben hat in der Europawahl.
Da merkt man, es gibt offensichtlich doch noch ein paar tiefe Überzeugungen, denen man anhängt und die dann ein bisschen widerstreben zu den eigenen Eroberungszielgruppen sind. Das finde ich schon ganz gut, aber ob das in der Bundestagswahl dann immer noch so kommen wird, da habe ich dann schon meine Zweifel, denn dann ist es nochmal ein Jahr weiter und ich weiß nicht, wenn man also, ich bin da einigermaßen ratlos, also ohne Frankreich, ohne die USA, wird das wirklich nochmal richtig eng.
So, guck mal jetzt, wenn wir dein schönes Bild des Sandwichs nehmen, haben wir jetzt den harten Mittelteil gemacht, jetzt würde ich gerne mit dir wieder daraus finden und nehme Olaf Scholz als die tolle Brücke. Mir ist nämlich was aufgefallen. Für Unterhaltung. Nee, fass auf, für die Unterhaltung, die es mir war, also ich, was war das, das Dänemark-Spiel, Deutschland, Dänemark, Dänemark Deutschland, weiß ich wie die Spielansetzung hier rum war.
Dänemark gegen den VAR, umstrengend nochmal, Dänemark gegen den VAR. Da wollte ich jetzt auch gleich drauf kommen, pass auf. Aber erstmal kieke ich dieses Spiel und denke, guck mal, der Bundeskanzler ist im Stadion, warum sieht man den eigentlich neben Zwischenschritt? Also, weißt du, du hast, legendär, den merkwischen Armhochreis. Ja, super, super, ja, ja, jetzt tritt den Brassi, ja, ah, super, wie geil ist das denn, legt mich am Senkel, super. Ja, man erinnert sich, ne?
Ja, der Typ, der versteckt. Warum ist das so? Ich glaube, ich glaube, äh... Du bist vom Fernsehen, sag mal das.
Ja, ich weiß, wahrscheinlich will man die Leute nicht zusätzlich runterziehen, ne, wenn das irgendwie sowieso gerade so, so spitz auf Knopf ist und du hast das Gefühl, oh Scheiße, gegen Dänemark scheiden wir am Ende im Achtelfinale aus, dann ist das letzte, was du als deutscher Fan möchtest, dass du noch einen Zwischenschnitt auf Olaf Scholz hast, der im Grunde genommen ja rein optisch schon so das Gefühl, den 0 zu 2 ist, dass du sagst, also jetzt bitte
jetzt für die Moral auch das Zuschauer auf der Fanmeile, da hat er, man hat sich, die UEFA, die UEFA liefert ja die Bilder, die wissen aber natürlich auch, wir wollen Euphorisierungsmaterial und da ist der Bundeskanzler der Deutschen natürlich das hinterletzte, deswegen bitte keinen Schnitt auf Olaf Scholz. Lieber nochmal zweimal Regenguss in Dortmund, aber bitte keinen Zwischenschnitt auf Olaf Scholz. Mach nochmal die zwei tanzenenden Dänen unter dem Wasserfall in Dortmund.
Ja, das war großartig, das Dämpel. Ja toll, oder? Ja, Wahnsinn. Hast du diese Statistik gelesen, das ist übrigens dann nochmal das gute Twitter, als es noch nicht völlig dämlich wurde, dass irgendein User errechnet hat, dass das Dach des Dortmunder Westfalenstadion 67 Meter hoch ist und damit waren die Wasserfälle, die vom Dortmunder Stadion dach hinab vielen, sind die siebthöchsten Wasserfälle in Deutschland, wenn man die Alpen nicht mitrechnet. Das war nicht toll.
Wart die siebthöchsten Wasserfälle, haben wir überhaupt Wasserfälle? Ja, es gibt in Deutschland außerhalb der Alpen auch Wasserfälle und da ist dann der Wasserfall vom Dortmunder Westfalenstadion, also vom Dach runter auf die Ränge, sind die siebthöchsten in Deutschland. Das fand ich toll, das war so eine Statistik, die hat mich wirklich begeistert. Da dachte ich mir, guck mal, siehst du das Internet, es kann auch noch lustig und interessant sein.
Und Olaf Scholz, um nochmal darauf zurückzukommen, also Deutschland könnte während dieser Europameisterschaft, was technisch nicht möglich ist, überraschend sogar Weltmeister werden und trotzdem würde es Olaf Scholz in seinen Beliebtheitswerten nicht im Geringsten helfen. So weit sind wir schon. Warn, nicht mal der Gang in die Kabine, das würde er auch nicht mehr helfen. Nein, null, nein.
Ich glaube, Olaf Scholz würde in der Kabine der deutschen Nationalmannschaft als noch störender empfunden werden, als wenn, weiß ich nicht, sag mal einen. Steinmeier, Warte. Steinmeier, so. So, ja, der Auftauchte. Oder irgendein Spieler von, weiß ich nicht, Thomas Tuchel, als wenn Thomas Tuchel da auftauchen würde. Er hätte die Kabine, Olaf Scholz hätte die Kabine schon verloren, bevor er da reingegangen ist. Heute Abend ist Spanien gegen Deutschland.
Wenn wir den Podcast öffentlichen, wissen wir natürlich längst, wie das Ding ausgegangen ist. Du stehst jetzt unter einem wahnsinnigen Druck, Mickey, weil du jetzt natürlich irgendwie mutmaßen musst, was passiert und alle, die es hören, wissen schon, was passiert ist. Also eine irrsinnige Zeitreise, die wir hier gemeinsam lostreten. Ist es Toni Kroos letzte Spiel oder ist es das nicht? Es ist nicht Toni Kroos letzte Spiel.
Es ist für alle etwas überraschend, nicht Toni Kroos letzte Spiel. Viel, viel witziger wäre. Also wenn die Folge ausgestrahlt wird, wissen wir ja schon, dass es anders gekommen ist. Viel witziger wäre es natürlich. Viel witziger wäre natürlich. Es ist nicht Toni Kroos letzte Spiel. Denn Toni Kroos letzte Spiel war schon gegen Dänemark, weil Julian Nagelsmann für alle etwas überraschend ihn nicht in die Stadt getrifft hat und sagt, ich habe mich völlig anders entschieden.
Und Julian Nagelsmann ist einfach das größte Schwein Deutschlands, weil er Toni Kroos sein letztes Spiel gegen Spanien verweigert. Weil er durch so einen Trainer haben ja oft immer so dieses, da sind wir übrigens wieder bei dem Ego der Männer. Große Trainer haben ja oft das tiefe Bedürfnis diesen einen genialen strategischen Schachzug zu machen, mit dem niemand gerechnet hat.
Auf diese Art und Weise ist Jogi Löw 2012 aus der EM geflogen und Pep Guardiola hat regelmäßig in der Champions League sich um Kopf und Kragen gekocht. Männer neigen ja dazu, den einen Move zu machen und zu sagen, jetzt fällt mir was ein. Da rechnet keiner mit. Total crazy. Total crazy. Und es geht ja also in der Regel immer komplett in die Buchse.
Ich hoffe und bete, dass Julian Nagelsmann das heute nicht machen wird, sondern dass er einfach auf das vertraut, was ihn zu einem, glaube ich jetzt kann man sagen, guten Bundestrainer schon gemacht hat, dass er halt einfach auf sein Spiel vertraut. Und um jetzt mal konkret zu werden, ich glaube Deutschland wird 2-1 gegen Spanien gewinnen. Ein bisschen überraschend für alle, weil wir natürlich davon ausgehen, dass Spanien einfach als Gehörzusser, der Billigstätig, der immer geht, Miki.
Ja, das stimmt. Ja, die haben wir jetzt mit deiner Kompetenz. Ein bisschen mehr Mut, ne? Ja. Ja, das stimmt schon. Soll ich sagen, pass auf, wir gewinnen etwas überraschend 2-0 gegen Spanien. So, dann haben wir 2-0. Aber wir gewinnen gegen Spanien, das ist ja das, weil alle sagen, ja, da endet heute die Reise und wir kriegen halt auf die Jacke, weil es auf dem Papier natürlich völlig klar ist. Also die Spanier haben eine brillante Offensive.
Ja. Sie haben das stärkere Mittelfeld und sie sind auch die beste Mannschaft des Turniers bislang. Und doch, und das ist ja das Geile am Fußball, weil das halt eben so ein Spiel ist, wo du so ganz häufig so einen Münzwurf einfach hast, was sie hat.
Das ist ja das Geile an einem Sport, in dem nur vergleichsweise wenig Punkte erzielt werden, anders als im Handball oder Basketball, kann dir halt der Lucky Punch gelingen und für uns alle etwas überraschend gewinnt Deutschland 2-0 gegen Spanien. Weil die Spanier etwas offensiver spielen. Sie sind auch hinten etwas offener und kontaanfälliger und plötzlich gelingt Harwitz und Musiala relativ schnell ein Tor.
Dann machen die Spanier noch mehr auf und dann fangen sie sich noch ein und wir alle stehen da am Ende der 90 Minuten. Wir gehen noch nicht mal in die Verlängerung, gucken uns unglaublich an und sagen, was das denn? Wieso haben wir den jetzt 2-0 gegen Spanien gewonnen? So. Sehr cool. Und dann war es das. Wo guckst du das? Im Stadion oder wo bist du? Nein, ich werde erst ab dem Halbfinale Stadion Besucher sein.
Ich habe also die unmöglichsten Plätze abgeklappert zum gucken, bislang so Public Viewings. Ich war in verschiedenen Städten Deutschlands. Jetzt bin ich in der Weltmetropole Kassau-Brauxel in Jawohl, in der Andreas-Baisen-Herz-Kampfbahn in Henrichenburg-Kassau-Brauxel. Ich bin der Gartenhütte meines Bruders. Da gucke ich diese Spiel und da bin ich mal gespannt.
Also ich werde dann irgendwann unter den schwitzigen Achseln meines Bruders verschwinden, wenn dann Niklas Völk guckt, das 2-0 macht und wartet, dann bist du auf weiteres auch nicht mehr gesehen. Dann kannst du mich mal hinschauen. Ich gehe gar nicht so gerne ins Stadion, muss ich sagen, weil mir dann immer gebe ich zu, die Zeitlupe fehlt. Ich bin versaut, ich werde sie kochen, ich warte drauf.
Bei dir habe ich gelernt, in einem gigantischen Rant, du bist versaut durch diesen Videoassistenten. Du hast ihn. Warum? Ja, ich finde den absolut beschissen. Was war ist, ist, dass der VIR formal den Fußball fairer und gerechter gemacht hat. Das ist absolut korrekt. Das hast du mir bei jetzt abgezwungen, den Satz. Ja, das stimmt. Da komme ich mir so ein bisschen vor wie der Ferdinand von Schierach des Fußball.
Wenn man so ganz formal juristisch sagt, ist der Fußball gerechter und fairer geworden. Denn die beiden Entscheidungen innerhalb des Regelwerbs sind ja korrekt. Also gegen Dänemark. Also das Abseits gab von Delaney und das Andersen im Ball mit der Handgespiel ist alles richtig. Aber es hat natürlich nichts mehr mit dem zu tun, wofür diese Regeln irgendwann mal eingeführt wurden.
Es war deshalb, um einen eklatanten Vorteil, einen widerrechtlichen Vorteil des Gegners, abzufyfen und zu sagen, der Gegner steht im Abseits. Deswegen ist das Tor nicht korrekt. Oder der Gegner hat einen Handspiel begangen und hat quasi sich einen ungerechtfertigten Vorteil verschafft. Das hat damit ja nichts mehr zu tun. Es ist halt die Schreckensherrschaft der Schiebiliore. Weil zu minimal war. Das ist zu wenig. Ja, natürlich.
Und ich hasse immer diese Sätze, wenn es dann heißt, Abseits ist Abseits. Punkt ist Punkt. Die Regeln sind die Regeln. Wo du sagst, ja klar. Aber das kommt ja in der Regel auch von Leuten, die ja noch nie selber irgendwann mal Fußball gespielt haben und einfach nur da sitzen und sagen, ja das ist ja dann halt einfach so. Das ist die Regel. Ja, das ist die Regel. Aber es ist halt eine Scheißregel.
Das hat halt einfach nichts mehr mit dem zu tun, wofür man diese Regeln mal eingeführt hat. Stattdessen wird jetzt andauend das Spiel unterbrochen. Spiele drehen sich halt komplett auf den Kopf wie das Spiel gegen Dänemark. Dass eine Mannschaft die Sekunden vorher noch 1-0 geführt hat, plötzlich 0-1 zurückliegt und niemand weiß, wie ihnen geschah. Das hat doch, also das ist doch, das ist doch, klingt doch den Fußball so wie wir ihn lieben gelernt haben.
Es hätte sich doch niemand beschwert, wenn Dänemark 1-0 vorne gelegen hätte und wenn die Flanke von David Raum einfach im Orkus verschwunden wäre, hätte auch niemand gesagt, ja aber da war anders, war ja irgendwie mit dem Fingernagel da dran. Interessiert doch keinen. Also das ist doch quatsch. Und da bist du auch nicht so, dass du sagst, komm egal, war aber zu unserem Vorteil. Nee, gar nicht. Nee, gar nicht.
Also ich hab mit einem Freund in so einem Biergarten in München geguckt und als das Tor der Dänen aberkannt wurde, da muss ich es ehrlicherweise zugeben, das habe ich mit einer gewissen Erleichterung noch zur Kenntnis genommen, wobei wir da auch schon so ein bisschen mit den Augen gerollt und mit den Schultern gezuckt haben und gesagt haben, naja, okay, wenn es denn sein muss, wir nehmen das jetzt mal hin.
Aber als 120 Sekunden später ist aus einer Nullflanke von David Raum und es gab auch mit bloßem Auge, war nicht zu erkennen, dass da, das war ja nicht, dass da einer mit seiner Patsche Hand dran ist und dass die Flugkurve des Balts sich dramatisch dadurch verändert hätte, wo jeder natürlich aufgeschrien hätte und gesagt hätte, der Hand, so war es ja nicht. Und da war halt einfach eine Flanke, die ging es nix. Man sagt ja weiter, plötzlich hörst du, es gibt einen Elfmeter für Deutschland.
Ey, ich hab geflucht und ich hab gezetert, als hätte es den Elfer gegen uns gegeben und nicht für uns und wir haben auch nicht gejubelt beim 1-0, sondern wir haben uns fast geschämt, dass man für so ein Kackding dann plötzlich 1-0 vorne liegt. Wir hätten am Ende sowieso gewonnen, weil wir die bessere Mannschaft, wir, ja wir, die bessere Mannschaft waren gegen den, ja, so gefühlt, ja, weil die Deutschen definitiv die bessere Mannschaft, am Ende hätten sie das Spiel sowieso gewonnen.
Aber so willst du es natürlich nicht gewinnen. Deswegen habe ich mich echt gefreut, dass Muzyalla am Ende noch das 2-0 gemacht hat, sodass man wenigstens ein Tor hatte, über das man sich aufrichtig freuen konnte aus dem Spiel heraus. Das ist schon wirklich echt irre. Micky, letzte Frage, ganz kurze Antwort. Wer wird Europameister? Die Türken. Und dann geht, dann reißt Erdogan gar nicht mehr ab. Dann bleibt er direkt, dann bleibt er direkt im Ganzlerabend.
Und zeigt zweifelhafte Grüße, oh Gott, oh Gott. Ja, exakt, exakt. Boah, das ist eine gute, naja, also wenn die Dinge so laufen, also wenn der Fußball immer gerecht wäre, dann wäre es wahrscheinlich am Ende Spanien. Aber weil der Fußball ja einfach aufgrund dieses Münzwurf-Problems oft auch so wahnsinnig ungerecht ist, wird es am Ende wahrscheinlich England. So etwas überraschend, wo man sagt, ey, mit dem Scheißfußball wären sie am Ende auch noch Europameister.
Also es gewinnt am Ende nicht die Mannschaft, die den schönsten Fußball gespielt hat, sondern die irgendwie am effizientesten war und unter dem Schluss, unter dem Strich wird es dann wahrscheinlich entweder England oder Frankreich. Die wirklich einfach Todesödenfußball gespielt haben, aber aufgrund ihrer hochveranlagten Individualisten sich dann so durchgemogelt hat. Es wird dann am Ende weder Spanien noch Deutschland, es wird irgendwie England oder Frankreich.
Wahrscheinlich wird es dann, ach komm, es wird Frankreich. Es wird Frankreich mit so einem richtigen Kaktor und man steht da und denkt so, hoff, also so im Finale denkt man, boah, zum Glück haben wir es endlich hinter uns. Wir haben es jetzt auch hinter uns, Micky. Wer nagelt dich fest auf alles, was du jetzt da gesagt hast, wir wissen das ja in wenigen Tagen dann schon ganz genau. Danke, Micky, dass du dir die Zeit genommen hast. Hat einen riesigen Spaß gemacht.
Vielen Dank. Danke für die Einladung. Das hat mir auch sehr viel Freude gemacht und ich wiederum würde mich natürlich sehr freuen, wenn du demnächst mal wieder bei Apo Fika nach der Sommerpause zu Gast wärst. Umbedinglich, ich komme sofort.
Wer hat mitgemacht bei dieser Folge, will ich auch noch schnell sagen, Executive Producer, Sonwa Marie Schiller, Audio Produktion, Lukas Hambach und Patrick Zahn, Sound Design, Hannes Husten, die Vermarktungen, die mit Vergnügen und das Ganze ist eine Produktion der Webmedia. Danke dir, Micky. Danke, Tschüss. Danke. Danke. Danke. Danke. Danke. Danke. Danke. Danke. Danke. Was gibt es mit dem PU-T오-A tester?
