Hallo und herzlich willkommen bei Pferd und Mensch in Balance. Dein Podcast zu den Themen "Hufgesundheit, stressfreie Hufbearbeitung und dem Aufbau einer vertrauensvollen Pferd-Menschbeziehung". Ich bin Sarah Busch, Hufpflegerin, Pferdeverhaltensberaterin und Wirtschaftspsychologin und von mir erhältst du jede Woche in diesem Podcast hilfreiche Tipps und Wissen um die Hufgesundheit deines Pferdes zu stärken und eine vertrauensvolle Beziehung zu deinem Pferd auf und auszubauen.
Hallo und herzlich willkommen zur neuen Podcast-Folge. Ich habe heute wieder eine Gästin mit dabei, die Anche Wirz. Hallo Anche, schön, dass du dabei bist. Magst du dich einmal vorstellen? Ja, Halli, hallo, vielen Dank für die Einladung erst mal. Ja, ich bin Anche, ich helfe vor allen Dingen Freizeitreitern dabei, ihr Pferd gesurdem unterzuerhalten und habe mich so ein bisschen spezialisiert auf Tragfähigkeit bzw. das Gegenteil dann eben Trageerschöpfung,
Trageschwäche. Da wollen wir natürlich alle raus und arbeite zu Hause in meiner Pferderie schwerpunktmäßig mit Atemwegserkrankten Pferden, weil das mein Standort so ein bisschen veranlasst hat. Ich bin ja an der Nordsee und so hat sich das ergeben, dass ich nicht nur selbst betroffene bin, ja, das auch. Ich habe schon mein erstes Atemwegspony, hatte ich mit 13, also die Erfahrungsliste ist lang. Ja, und so bin ich bei meinen Spezialisierungen gelandet.
Ja, sehr spannend, Anche. Hast du das schon immer gemacht mit Pferden oder bist du da im Laufe deiner eigenen Pferdekarriere draufgekommen? Wie war so dein Werdegang? Ja, so ein bisschen sowohl als auch, ne? Also es ist ja so, als Kind träumt man ja eigentlich immer davon,
hauptberuflich was mit Pferden zu machen. Und wie das denn so ist, die Verwandtschaft dachte immer, nee, mach bloß nichts mit Pferden, dann kannst du kein Geld mit verdienen, lernen lieber was Anständiges, also habe ich nichts Anständiges gelernt, sondern Bio studiert. Hab dann nach dem Studium aber tatsächlich einen ganz regulären Job sozusagen angefangen und auch zehn Jahre lang gemacht und habe die Pferde nebenberuflich gemacht. Und ich weiß noch,
ich war mit dem Studium fertig, war gerade so in Lohn und Brot, so sagt man das, ne? Ja. Und habe direkt mein erst verdientes Geld investiert in eine Ausbildung zur Osteopathin damals. Also das war schon immer so, dass ich nebenberuflich mit Pferden gearbeitet habe und mich immer weiterbilden wollte und da im Laufe der Jahre auch wirklich einen kleinen Wagen mindestens in Ausbildungen investiert habe. Und kleiner Fun fact, ich habe angefangen damals als Pferdefaltesterapeuten.
Das war die allererste Ausbildung, die ich gemacht habe in dem Bereich und bin damals noch rumgezogen als Klickertrainerin. Ich habe Klickerkurse gegeben, Zirkuslektion, sowas habe ich alles gemacht. Und wenn man als Verhaltenberaterin unterwegs ist, dann merkt man relativ schnell, dass das Problem meist nicht zwischen den Ohren sitzt. Und so ging das dann eben weiter. Konntest du denn da nach dem Bio-Studium überhaupt noch was lernen in so einer Ausbildung? Das ist
doch eigentlich das Bio-Studium. Beschäftigt sich doch auch viel mit Verhalten, oder? Ja, aber nicht so viel mit Pferden. Aber ja, ich war tatsächlich also in dem, dieses Modul, was wir da gemacht haben, es gab einen Modul, wo es eben speziell um Lernverhalten ging. Also ich sage mal so, die Dozenten konnten mir jetzt nicht ganz so gut das Wasser rein, also es soll nicht so arrogant klingen, aber also aus meiner Warte betrachte ich halt echt keinen Plan. Also es war ganz
traurig. Ich habe jetzt gesagt, die musste hinterher noch die Prüfung abnehmen. Aber andere Sachen, also sie war auch zum anderen auch ausgebildete Physiotherapeutin, ist natürlich auch viel auf die körperlichen Geschichten eingegangen. Also da konnte ich schon noch jede Menge mitnehmen, oder das ist eine Passformkontrolle, was man alles angeschnitten hat. Aber rein zum Thema Lernverhalten, ich will mal sagen, ich war etwas vorgebildet. Sehr gut. Vorgeschädigt, wollte ich schon sagen.
Und wie kam dann bei dir der Switch hin zu dem Thema Trageerschöpfung? Hast du selber einen Trageerschöpf des Pferd? Wie bist du dazu gekommen? Ja, das hat sich einfach durch meine berufliche Laufbahn ergeben. Also das war auch überhaupt nicht so, dass ich das forciert hätte, sondern wenn du anfängst als Osteopathin zu arbeiten und dann liest du mal das eine oder andere Buch, also zum Beispiel Illusion Pferde Osteopathie von Tania Richter kann ich dir empfehlen.
Das war so mein erster Berührungspunkt, damit das jetzt auch schon wieder über zehn Jahre her. Das ist also eigentlich ein alter Hut. Und ich bin dann rumgelaufen, ganz so als Osteopathin, so komplett motiviert und habe gedacht, verdammt, die Pferde sind alle Trageerschöpfung. Und dann habe ich das auch als fleißig erzählt. Und dann wurde ich aber irgendwann nicht mehr angerufen,
weil dann hieß das ja, die sagt sowieso nur, dein Pferd ist trageerschöpf. Nun muss man dazu aber sagen, ich hatte damals auch noch kein Patentrezept, wie ich den Pferden jetzt helfe, da wieder rauszukommen. Das ist heute anders, zehn Jahre später, um einiges an Erfahrung auch im Trainingsbereich reicher, einige Ausbildungen später. Habe ich da viel, viel bessere Möglichkeiten den Pferden auch zu helfen.
Und weil ich einfach gesehen habe, dass dieses Thema zentral ist für ganz, ganz, ganz viele Symptome, also sei es Hufrollen, Probleme, sei es Sehenschaden, sei es Gusten, also auch Atemwegserkrankungen hängen mit Trageerschöpfung zusammen. Habe ich eben halt gesagt, wir müssen irgendwie an das Pudels Kern heran und so hat sich das ergeben. Ja, super spannend. Das Thema Trageerschöpfung ist ja auch so ein bisschen zum Modebegriff geworden bzw. du hast es gerade schon angesprochen,
irgendwie will keiner mehr so richtig was davon hören. Wie kommt diese Entwicklung? Haben wir einfach grundsätzlich ein Problem, dass die Pferde alle so falsch ausgebildet werden? Wo siehst du da das Ursprungsproblem dieser Trageerschöpfung? Das Ursprungsproblem der Trageerschöpfung liegt
im Pferd, weil das Pferd ist kein Tragetierübergrauschung. Und wenn man jetzt ein Pferd zum Tragen benutzen möchte, ich sage das ganz bewusst so provokant, dann muss man sich eben halt überlegen, wie befege ich denn dieses Pferd das zu tun. Und wir bilden die Pferde ganz, ganz toll aus und die lernen ganz, ganz viele klasse Sachen. Häufig habe ich die Erfahrung gemacht, die Pferde lernen, den Menschen zu ertragen und auf Signale zu reagieren, rechts vom links rum, anhalten schneller,
so was in der Richtung. Aber die Basis, wo es darum geht, wie das Pferd seinen Körper einsetzen muss,
damit es eben einen Reiter tragen kann, die fällt häufig hinten runter. Ich will es auch nicht sagen immer, aber in dem Bereich, wo ich mich aufhalte und gerade, ich sage mal im Freizeitreiterbereich, wo es jetzt auch nicht darum geht, wir wollen jetzt was weiß ich, was für wilde Lektionen erreiten, sondern wir wollen vielleicht einfach mit unserem Freizeitpartner Pferd eine schöne Zeit haben und wollen es gesund erhalten bewegen, ohne dass wir jetzt ein Diplom da drin im Reiten
machen müssen. Also ich persönlich bin auch keine gute Reiterin. Und da liegt eben häufig der Kern darin, dass du die Wurzel nicht krissst, weil diese Basis in der Ausbildung Lücken hat. Und ich fülle einfach nur die Lücken mit den ganz stumpfesten Basics, die man sich vorstellen kann. Und das ist so unfassbar wirksam, dass man damit Probleme in Griff kriegt. Ich habe gerade eben einen Call gehabt mit einer langjährigen Kundin, die hat das Intensivprogramm bei mir gemacht,
das 1 zu 1 Mentoring. Und die hat gesagt, sie hat ein Pferd, da hat sie schon ewig viele Ossiopathen dran. Und das Pferd hat Hatshaking gehabt, das hat immer mit dem Fleißig mit dem Kopf geschlagen, auch auf dem Paddock beim Arbeiten sowieso. Und sie hat das wegbekommen. Einfach dadurch, dass sie mit dem Pferd so trainiert hat, dass sie eben diese Lücke geschlossen hat. Und die größte Lücke liegt im Anheben des Torachs. Und dass man dem Pferd erklärt, wie das funktioniert. Also was man
mit seinem Torach so machen kann. Ich nenne das immer Rumpf Tragekompetenz, habe ich mir irgendwie so das Wort kam irgendwann mal in meinen Kopf. Und seitdem nenne ich das so. Ja und da liegt wahrscheinlich auch die Fehlernahme, dass wir denken, ach das Pferd weiß schon, wie es den Körper einsetzt, aber wenn es natürlich nicht zum Tragen gemacht ist, dann muss man es dem Pferd wahrscheinlich erst mal beibringen, wie man diese Körperpartien entsprechend anspricht und die nötigen Reize
setzt. Genau, das sind ja auch wirklich tiefe Muskeln. Also ich meine, wenn du überlegst, was für eine schlechte Connection wir Menschen schon manchmal zu unserer tiefen Muskulatur haben, geht es den Pferden ja auch nicht an was. Und das muss eben halt geübt werden. Und wichtig ist, dass man als Pferd auch die Möglichkeit hat, das zunächst einmal ohne Reiter zu üben, um dieses
Skills dann später eben mit Gewicht, also mit Reitergewicht auch anwenden zu können. Und die Basis, also die Kernbasis beschäftigt sich eigentlich damit, was macht das Pferd mit seinem Brustkorb in Bewegung, in der Anhebung nach oben, in der Kurve, also in der Rotation. Und wie kann
man das als Freizeitreiter schaffen, also als ganz normaler Mensch, das dem Pferd beizubringen? Und ich habe das soweit auseinander gedröselt und so einfach gemacht, dass es halt auch jeder Nacht turnen kann, so dass ich mittlerweile der Meinung bin, es kann deutlich mehr trage kompetente Pferde auf diesem Planeten geben. Die müssen halt nur an der Basis einmal kurz abgeholt werden. Dauert meistens so vier, fünf Monate und dann sieht das Ganze schon gleich ganz anders aus.
Empfiehlst du Pferdebesitzer*innen da in dieser Zeit wirklich auch nicht aufs Pferd zu steigen? Ich weiß noch in meiner Zeit, wo ich mein erstes eigenes Pferd gekauft habe, da bin ich munter losgeritten, habe gedacht, euch hat mir jetzt ja ein fertiges Pferd gekauft. Und dann hat mir das Pferdchen mal schön einmal den Mittelfinger gezeigt und gesagt, so wie ich das bisher aus dem
Rheidschulbetrieb kannte, möchte ich das leider nicht mehr. Und wir müssen jetzt bitte noch mal bei Null anfangen und ich zeig dir jetzt mal, wie so ein Pferd eigentlich kommuniziert und funktioniert. Und bin dann tatsächlich dahin gegangen, dass ich für mich entschieden habe, ich reite dieses Pferd jetzt ein Jahr nicht, sondern gucke erstmal, dass ich mich weiterbilde, wie denn eigentlich Pferde-
ausbildung richtig funktioniert. Gucke mir an, was ist in der vorherigen Zeit im Rheidschulbetrieb falsch gelaufen und wie kann ich diesem Pferd jetzt helfen, dass es mit mir gemeinsam wieder Freude an der gemeinsamen Arbeit findet. Und das hat wirklich ein Jahr gedauert, bis ich dann tatsächlich wieder
in den Sattel gestiegen bin. Wie ist da deine Erfahrung? Empfehle ich definitiv. Also es ist ja so, bei den Tragfähigkeit darf man ja auch nicht vergessen oder Trage-Erschöpfung im Allgemeinen, das bezieht sich ja nicht auf das Tragen eines Reiters, sondern es geht erst mal um das Tragen des eigenen Rumpfes, also Pferde-eigenen Rumpfes. Und wenn das Pferd seinen eigenen Rumpf schon nicht
kontrollieren oder heben kann, dann brauchst du nicht auch noch Gewicht draufpacken. Das ist so, wie wenn du zu mir sagst, mach mal eine Kniebeuge, das kriege ich mit mir alleine vielleicht gerade noch hin. Soll ich dann aber eine Langhalterhandel auf dem Rücken packen oder so ein 20 Kilo Rucksack, dann ja dann sitzt ich da unten und kommt leider nicht wieder hoch. Es geht den Pferden dann
auch nicht anders. Die kriegen das einfach nicht, gehandelt das Gewicht. Und das müssen sie halt erstmal quasi als Trockenübung auf die Reihe kriegen, bevor man dann wieder langsam anfängt, die zu belasten. Und dann ist es ja auch noch Pferde individuell, wie schnell kannst du vorgehen. Wenn die Basiskommunikation gut klappt und du hast ein Pferd, was auch noch für sich
gut gestellt ist und noch kein Traumata in der Vergangenheit hat, dann geht das auch fix. Das dauert nicht lange, vier Monate, dann haben die das raus und dann kannst du schon wieder anfangen, an der Kraft ausdauer zu arbeiten. Aber wenn du jetzt ein Pferd, das was auch traumatisiert ist, aufgrund von "Ich hatte lange Schmerzen", "Mein Sattel hat lange nicht gepasst", "Frauchen versteht mich einfach seit fünf Jahren nicht". Dann dauert das natürlich auch mal länger.
Wie wichtig würdest du denn gerade diese mentale Komponente einstufen? Wie viele Pferde betrifft das so aus dem Kundenkreis, die du so betreust oder in deinem Programm hast? Sind da viele Pferde dabei, die auch gerade diese mentale traumatisierte Komponente mit sich tragen? Ja und gar nicht unbedingt absichtlich. Es ist ja so, wir alle handeln nach unserem besten Wissen und Gewissen und ich schließe mich damit ein. Ich mache auch meine Fehler, ich habe in der Vergangenheit auch Fehler
gemacht. Das ist auch alles nicht schick. Ich habe mein erstes eigenes Kinderpornier, habe ich halt kaputt geritten. Ich bin immer fleißig mit dem ins Gelände, gebe ihm gerade aus und dann hatte ich dann irgendwann den Sehen geschaden. Heute weiß ich, das lag daran, dass er mich nicht tragen konnte. Der wurde Pö ab Pö, kam der in eine Rückständigkeit, kam in eine untergeschobene
Hinderst, hat mir aber damals keiner gesagt, ich wusste das nicht. Und so geht es ja den meisten Pferdebesitzern, dass die auch so ein Bauchgefühl haben, sagen, irgendwas stimmt, irgendwas ist nicht gut. Und dann kommt aber die Stallgemeinschaft und sagt, ach, der stellt sich nur an, da musst du drüber weg reiten. Trageerschöpfung ist so ein Mode-Ding, das sagen nur Reiter, die Angst haben.
Ja, es gibt ja die wildesten Geschichten, ich denke so ja. Aber wenn man sich so ein bisschen mit der Statik beschäftigt und sich so ein bisschen anguckt, wohin entwickelt sich das Pferd im Laufe des Trainings, dann kann man auch noch die Kurve kriegen, bevor das Pferd arg geschmerzen hat. Weil wir dürfen immer nicht vergessen Pferde, die sagen nicht sofort beschalt, wenn es irgendwo
zwickt und zwackt, weil das halt Fluchttiere sind. Und die mentale Komponente ist ja ein Riesenfass, also die mentale Komponente und das, was man an, na ja, ich würde es nicht sagen, Schaden anrichtet, aber was man dem Pferd zumutet, unwissentlich selbstverständlich, spielt selbstverständlich eine Rolle. Und manche Pferde sind solide, die stecken das schnell weg und sagen, okay, jetzt ist alles anders, wir gucken gerade aus und andere hängen da drin. Und da muss man mental
auch ein bisschen arbeiten und denen erstmal wieder Sicherheit und Vertrauen geben. Und das ist ja wie bei uns Menschen, die einen nehmen sich mehr zu, herzt die anderen weniger. Aber du kriegst dir aus dieser mentalen Geschichte nicht raus, wenn du den Körper nicht behandeln willst. Den muss das erstmal körperlich wieder gut gehen und dann kann auch der Geist wieder mitkommen. Ja, woran erkenne ich denn als Pferdebesitzerin, ob mein Pferd betroffen ist von der Trageerschöpfung?
Das ist gar nicht mal so einfach. Es gibt ja, ganze Bücher füllen sich ja mit dem Thema, also unter anderem hat ja meine liebe Kollegin Sandra, Dr. Sandra Rutzika im Buch geschrieben, das heißt Trageerschöpfung beim Pferd, kann ich sehr, sehr empfehlen. Da sind ganz, ganz viele Anzeichen drin aufgelistet, was man sich auf jeden Fall mal anschauen kann. Ich persönlich habe eine Checkliste erstellt, die man abarbeiten kann und da kann man so Punkte
abfragen, wie zum Beispiel, wie stehen die Beine des Pferdes, ist die Vorhand rückständig? Also steht die quasi nach hinten gesetzt, also die Vorhand sollte eigentlich im Lot stehen. Dann, was macht die Hinterhand, ist die nach vorne untergeschoben, steht sie hinten raus, sind die Füße gedreht in irgendeine Richtung. Also das hat auch einen Einfluss sozusagen darauf,
wie das dann dementsprechend mit dem Torax aussieht. Wie sind die Schmerzpunkte? Also es gibt verschiedene Punkte am Pferd, die man abfühlen kann, um eben zu gucken, hat es da bestimmte Probleme, also den Rücken zum Beispiel, der CTI-Bereich, also CTI heißt Cervico-Toracala-Übergang, das ist nichts anderes als da, wo der Hals in den Rücken übergeht, ganz erlaubt. Und dieser Bereich heißt halt CTI oder CTI-Bereich und mein Rechner macht gerade komische Dinge, macht
der das bei dir auch? Mein Bild geht die ganze Zeit aus, aber keine Ahnung. Ja, meinst auch, okay, nee, dann ist ja gut, hoffen wir mal, dass das mit der Aufnahme trotzdem klappt. Ansonsten
erzähle ich das auch gerne nochmal. Also wie gesagt, auf meiner Checkliste kam man das nach, im Film eben, wie die Beine stehen, ist wichtig, wie sind die Schmerzpunkte, ist das Pferd schmerzfrei und im Idealfall beurteilt man auch noch die Bewegung, aber wenn man jetzt zum Beispiel meine Checkliste durcharbeitet, hat man schon mal einen sehr, sehr guten Anhaltspunkt dafür,
ob man gefährdet ist oder nicht. Bzw. das Pferd, man selber ja nicht immer. Und die Checkliste, die kann man bei dir ja auch kostenlos runterladen, das heißt, die können wir hier ja auch verlinken, dass sie die Zuhörer da einfach mal reingucken können und sich dafür dann auf deine E-Mail-Liste mit eintragen. Genau, wer muss drauf man landet, dann landet auf meine E-Mail-Liste, das ist ganz schlimm, ich schreibe fürchterlich langweilige E-Mails, 58 Stück die Woche,
ne, ist halb so wild. Ich habe bestätigen, dass es nicht so ist, ich lese deinen Newsletter auch mit und finde das immer sehr interessant. Bzw. dann ist ja gut, ja nein, ich gebe mir auch tolle Mühe, dass es ein bisschen unterhaltsam ist und vor allen Dingen kriegt man da ja auch mal gute Angebote, vor allen Dingen auch für die Kosnicseminare, also wo man eben die Möglichkeit hat, auch ein Bild von seinem Pferd zu mir zu schicken und dann gucken wir das im Rahmen dieser Kosnicseminare
zusammen an. Und dann kann ich auch nochmal ein bisschen differenzierter drauf einnehmen, wie sieht es aus mit Trainings-Tipps und so weiter und so fort. Am 19.08. ist das nächste, also falls einer von euch noch Bock hat, könnt ihr euch noch anmelden. Ja, sehr cool, da wird bestimmt der ein oder andere oder die ein oder andere noch mit reinspringen in das Webinar. Sehr
cool. Ja, Anja, du weißt ja, mein Lieblingsthema sind ja die Rufe der Pferde und Rückständigkeit, Trageerschöpfung und Rufbearbeitung stehen ja durchaus auch in engen Zusammenhang und das
eine lässt sich nicht ohne das andere lösen. Also ich habe sehr in meiner Arbeit als Hufflägerin ganz häufig Pferde, die rückständig stehen, dadurch überlastete Trachten haben, untergeschobene Trachten, zu plattgelaufene Trachten, eingerollte Trachten, also das sind alles so Phänomene, die ich häufig in Kombination mit Trageerschöpfung sehe, wo ich begrenzt natürlich Hufbearbeitungsmöglichkeiten
habe. Wenn die Hufbearbeitung da der Ursprungsfehler ist, dann kann ich natürlich durch die Hufbearbeitung die Situation wieder verbessern, aber ich komme manchmal nicht weiter. Da würdest du dann ja ins Spiel kommen. Ja, so ist das in der Regel und das ist total cool, weil du kannst quasi die
Aufhängung des Rumpfes so ein bisschen an den Rufen abbilden. Also es hängt wirklich so eng zusammen und ich habe so viele Kund*innen, in dem Fall sind es nur Kund*innen tatsächlich, die Hufprobleme hatten mit ihrem Pferd und wo der Hufbearbeiter gesagt hat, das tut mir leid, ich kriege es nicht besser hin, er läuft sich das halt immer wieder zurück, ich laufe gegen eine Wand und dann haben die eben mit dem Tragekurs angefangen, haben das Kraftkonzept durch,
also Tragekurs und Kraftkonzept ist das gleiche, ich verwende das manchmal Synonym, haben das durchgearbeitet und dann hat der Hufleger gesagt, hey, was hast du gemacht? So irgendwie? Ich habe dazu auch tatsächlich eine Podcast-Interview gemacht mit einer Kund*in, weil das so krass war, wie sich die Füße verändert haben dadurch, dass sie am Rumpf gearbeitet hat. Das ist echt
richtig cool, also es hängt sehr sehr eng zusammen. Gibt es da so erste Ansatzpunkte, wo die Zuhörer*innen mal drauf gucken können, was sie verändern können in der Arbeit mit
ihren Pferden, gibt es da so den einen ersten Ansatzpunkt? Also bei mir, ich fange immer mit Handarbeit an, also ganz am Anfang fange ich jetzt mit Kommunikation an, also dass das Pferd erstmal lenken kann und so davon gehen wir jetzt einmal kurz aus, der Einfachhalber und dann fange ich an mit Handarbeit, also dass ich wirklich ganz präzise das Pferd steuern kann, also dass ich ganz präzise die Stellung, die Biegung einstellen kann, das Tempo einstellen kann, die Höhe des Kopfes einstellen
kann, also dass ich das Pferd mit Tempo X laufen lassen kann und die Kopfposition ist mal oben, mal unten oder dass ich eine Kopfposition mehr aussuche und ich kann mal langsam Schritt und mal schnell Schritt und das muss alles fein und geschmeidig gehen, weil da kannst du auch schon merken, wenn du jetzt ein Pferd hast, was keine Selbsthaltung hat und du fühlst es in der Handarbeit
einfach im Schritt und lässt dann den Kopf nach vorne und nach vorne raus. Wenn die Schritte lauter werden oder länger, weißt du schon der Rumpf, der plumpst dem Kopf hinterher und so ist es in Natur auch, was völlig okay ist, ein natürliches Pferd, was nicht genutzt wird, ist vorhandlastig und läuft effizient, das heißt der Rumpf geht natürlich der Schwerkraft entsprechend der Bewegung
hinterher, das ist überhaupt gar kein Problem. Nur wenn wir das Pferd nutzen wollen, dann müssen wir die Rumpfträger so fit kriegen, dass das eben nicht mehr passieren muss, sondern das
ist Pferd die Möglichkeit hat, dagegen zu steuern. Anna Janscher hatte mal so ein cooles Bild, das verwende ich ganz oft, um das zu visualisieren, also wenn man den Kopf des Pferdes und den Hals nach vorne unten lässt, da muss man sich so ein bisschen vorstellen, das würde über so eine Stromlitze drüber fressen normales fährt kippt
nach vorne, die Brust kommt so raus und die machen eben die Kippe-Wählung nach vorne. Wenn da jetzt aber eine Stromlitze wäre, dann würden sie so drüber fressen, dass sich eben die Halsbasis trotzdem hebt. Und das ist eigentlich das, was wir haben wollen, auch in der Hand dabei. Das ist der allererste Schritt, den die Pferde erstmal lernen dürfen, bevor man weiter in die Tiefe geht. Magst du noch ein bisschen was zu deinem Programm erzählen? Wie ist so der Ablauf in deinem Programm?
Was lernen die Teilnehmer*innen da? Für wen ist das Programm das Richtige? Also das Programm ist eigentlich das Richtige für jeden Freizeitreiter, der sein Pferd gesund erhalten möchte oder aber das Pferd auch in der Reha unterstützen möchte. Also wenn man jetzt schon mal irgendeinen befunden in der Vorgeschichte hatte, selbst Equines Asthma, Sehenschaden, Ruf, ist eine Runde Wurst. Und man ist in der Reha-Phase, das heißt aus der Akutenphase heraus, dann ist das in jedem Fall was. Und
natürlich jeder, der gerne möchte, dass das Pferd einen gesund trägt. Das ist ein ziemlich umfangreiches Programm. Das geht nicht wie üblich sechs Wochen, sondern es geht sechs Monate. Das ist also lang. Man braucht ein bisschen Ausdauer. Und es geht vor allen Dingen darum, dass ich das so weit runtergebrochen habe, dass du als ganz normaler Freizeitreiter das nacharbeiten kannst. Du
musst dafür nicht exakt wissen, welche Torachsrotation passiert wann. Was kippt wohin, sondern ich habe das wirklich so erklärt, dass man das vernünftig nacharbeiten und verstehen kann, ohne in die Tiefe des Pferdes einzutochen. Weil ich will, dass es praktikabel bleibt. Dass man dem Pferd erklären kann, dass man selber ungefähr versteht, worauf es ankommt und dass man hinterher mit effizienten kurzen Übungen, die einen auch in dem Alltag nicht komplett zerschießen,
greifbare Ergebnisse erreicht innerhalb von sechs Monaten. Ich sage dann immer, das Pferd in die Tragfähigkeit bringen innerhalb von sechs Monaten. Das kommt natürlich darauf an, wie stringent man das durcharbeitet. Also man hat einen Kurszugriff über drei Jahre. Das heißt, es ist überhaupt kein Problem, wenn man länger braucht. Alles zu seiner Zeit. Manche Pferde brauchen länger, manche Menschen brauchen länger, überhaupt kein Thema. Wenn man das streng durchkloppt,
dann schafft man das ganz unproblematisch in sechs Monaten das durchzuarbeiten. Ich mach das mit den Reha-Pferden hier ja auch nicht anders und habe mich auch nicht so viel Zeit. Wie viel Zeit muss man sich da pro Woche nehmen, um das durchzuarbeiten? Also das Minimum wären mit dem Pferd zu arbeiten. Also die ganzen Theorie-Teile, den kann man sich ja mal abends gemütlich vom Fernseher, vom Laptop oder wo auch immer am Handy angucken mit einer Tasse Tee. Das klammer ich mal auf. Also
die reine Übungszeit am Pferd, da sollte man sich so dreimal die Woche 20 Minuten Zeit nehmen. Das wäre das Minimum. Wenn du mehr machst, ist natürlich klasse. Wenn du ein bisschen weniger machen kannst, brauchst du länger. Dann kannst du nicht erwarten, dass das Pferd das in sechs Monaten schafft. Dann wirst du einfach länger an den einzelnen Modulen sitzen. Ja, sehr spannend, Anki. Da verlinken wir auf jeden Fall deine Warteliste, die hast du wahrscheinlich verfügbar, dass sich die
interessanten Wartelisten beeintragen können. Genau, ich wollte sagen im Moment kann man den Quors hier nicht kaufen, aber am 29.24 mache ich für die Warteliste, nur für die Warteliste, die Türen wieder auf und dann gehe ich noch, falls dann noch nicht alle Plätze wechseln, hinterher auch noch für die Öffentlichkeit. Das müssen wir dann mal sehen, ob noch Plätze da sind oder nicht. Und es lohnt sich auch wirklich, sich auf die Warteliste einzutragen, weil man dann
immer einen schicken Bonus kriegt. Ich habe dann immer noch einen netten Bonus draus für die ganzen geduldigen Menschen, die sich auf dieser Liste tummeln. Ja, sehr cool. Das verlinken wir auf jeden Fall hier in den Shownotes, dass alle Interessentinnen da einmal draufklicken und sich eintragen können. Und das ist dann ja auch in der Regel erstmal unverbündlich. Und ihr
könnt euch das dann ganz in Ruhe überlegen. Aber man verpasst es auf jeden Fall nicht, wenn es wieder losgeht, gerade wenn es ja nur irgendwie zweimal im Jahr wirst du wahrscheinlich auch deinen Fuss öffnen. Genau, im Moment zwar, ja, ich weiß auch nachher, also so in der Form, wie ich es jetzt mache, ist es auch das letzte Mal so. Das heißt, wenn deine Hörerinnen, Hörer*innen sich noch einen günstigen Preis sichern möchten, wäre jetzt September ein ganz
guter Zeitpunkt. Weil ich sage mal so, ne? Es wird nicht weniger werden. Und ich will ein bisschen umstrukturieren und dementsprechend wird das in der Form so im September auch das letzte Mal sein. Also der Tragekurs bleibt weiter bestehend, keine Frage. Nur ich werde ein bisschen die Struktur verändern. Weil ich werde dazu. Genau, auch wir als Dozent*innen entwickeln uns weiter und ja,
entwickeln uns ein Programm weiter. Du hast, als Beginn, du hast zu Beginn an das Thema Atemwegs Erkrankungen angesprochen und dass das auch eng mit dem Thema Trageerschöpfung zusammenhängt und du dich drauf spezialisiert hast. Magst du da noch mal ein bisschen drauf eingehen? Ja. Trageerschöpfung und Atemwegsproblematiken miteinander zu tun haben und hast du eine Erklärung dafür, warum die Atemwegsprobleme immer mehr zunehmen? Ja, in der Erklärung
dafür habe ich nicht. Ich glaube, da wäre ich reich, wenn ich diese Ursache abstellen könnte. Ich glaube, es ist auch so ein bisschen Umwelthaltung. Das Heu wird irgendwie immer schwieriger, Gutes zu bekommen. Also es ist ja zum Haare raufen teilweise. Ich gebe mir wirklich Mühe, Gutes Heu anzuschaffen und zu B schaffen. Ich kare das wirklich aus sehr, sehr vielen Kilometern Entfernung an. Liebe Grüße an mein Heu liefern an der Stelle. Aber das wird immer,
immer schwieriger. Und ja, ich glaube, es sind ganz, ganz viele Faktoren, die letztendlich dazu führen und man darf auch nicht vergessen, unsere Diagnostik wird auch immer besser. Also ich will jetzt auch nicht wissen, wie viele Dunkelzifferpferde vor 20 Jahren in den Stellen standen. Vielleicht sind es gar nicht so viel mehr jetzt, sondern es war damals einfach so ein bisschen unterm Radar. Ja, die Pferdebesitzer werden immer gebildeter, immer besser, immer feiner, was ihre Pferde angeht.
Und dementsprechend ist es natürlich auch viel mehr in der Öffentlichkeit, als es noch vor 20 Jahren war. Wir haben damals mit unseren beiden Ponys, unseren beiden Pusenbuckelponys da hinter am Haus einen kleinen Stall gehabt. Hat keinen Haar nachgekreet. Und bis wir das dann mal gemerkt haben, dass wir Probleme haben, ist es auch einiges an Jahren ins Land gegangen. Weil wir einfach damals auch sehr schlecht informiert waren mit 13 und ohne Internet. Das muss man sich mal vorstellen.
Und ja, also wenn ich jetzt da reingehen soll in die Ursache, musst du mich vielleicht ein bisschen bremsen, damit es nicht zu ausufernd wird. Ich versuche das aber einfach mal ganz grob zu erklären. Und zwar ist es ja so, dass wenn du ein Atemproblem hast als Pferd, dann hast du immer auch den gesamten Turrax, nicht nur die Lunge, sondern den gesamten Brustkorb ist hier in Mitleidenschaft gezogen. Erst einmal natürlich wird die Muskulatur verändert, dadurch, dass du anders atmest. Also
zum Beispiel atmest du flacher. Dann musst du mal husten. Und all das hat Impact auf die Muskulatur. Und diese Veränderung der Muskulatur haben eine schlechte Wirkung auf die Funktion der Lunge. Also die Muskulatur wird zum Beispiel verspannt. Sie wird enger, sie wird weniger denfähig. Und das heißt, die Lunge kann nicht mehr so gut belüftet werden, weil der Turrax einfach
zu ist. Und das Dumme ist, wenn du jetzt ein Asmatiker bist und du hast öfter mal Probleme mit der Luft und musst immer pressen und benutzt die Muskulatur schlecht, dann verschlechtert ja das, deine Atemwegserkrankung, weil die Muskulatur leidet. Und ist es aber leider auch so, dass wenn du eine Tragelschöpfung hast, eben auch Brustkorb-Muskulatur betroffen ist. Der Brustkorb wird eng. Das heißt, das Fett kann nicht mehr gut atmen. Die Atmung wird flacher und schneller. Die Lunge
wird nicht mehr gut belüftet. Und dadurch kannst du ein Atemwegsproblem entwickeln. Alles nur, weil dein Turrax ein paar Millimeter abgesackt ist. Also, weil du eine Tragelschöpfung hast und kompensatorische Muskulatur versucht, das weitere Absinken des Turrax zu verhindern und diese kompensatorische Muskelarbeit die beeinträchtigt leider, leider die Lungenfunktion so ein bisschen, Abtransport vom Schleim und und und. Das heißt, das ist so ein bisschen zirkulär das Problem. Da
beißt sich die Katze in Schwanz. Hast du ein Atemwegsproblem, wirkt sich das negativ auf die Statik und auf die Tragfähigkeit des Pferdes aus. Andersherum eine schlechte Tragfähigkeit des Pferdes oder Tragelschwäche, Tragelschöpfung wirkt sich auch auf die Lungenfunktion aus. Also, das System fährt hängt zusammen. Und ich habe die Erfahrung gemacht, wenn ich das, also ich mache ja die Geschichte mit der Lungtherapie wirklich schon lange und ich unterstütze die Pferde mit
Laser, mit Akkupunktur, mit Osteopathie, ganz klar. Aber seitdem ich die Tragelschöpfung ganz explizit mit therapiere, habe ich viel, viel schneller, viel, viel bessere und vor allen Dingen viel nachhaltigere Erfolge. Also, ich habe ganz wenige Rückläufer in der Reha. Ja, man sagt ja immer, Jan, stell das Pferd an den Nordsee. Das ist auch erstmal eine gute Maßnahme. Blöd ist halt nur, wenn das Pferd dann zu Hause wieder symptomatisch ist. Also, es kann immer sein,
klar, dann ist es einfach die Luft. Aber ich habe wirklich Glück, dass sich viele Pferde so stabil hinbekomme, dass die eben zu Hause auch sehr gut weiter liegen können bei ihren Besitzern, wo sie hingehören. Und eben nicht alle jetzt hier, hier oben bei mir wohnen müssen. Das ist ja, dann haben wir hier ganz viele Pferde. Das wäre wieder Platz irgendwann knapp. Ja, wieder Platz irgendwann knapp. Genau. Die Kuhhöfe sind sowieso schon alle überlaufen bis ohne Ende.
Ja. Bereitest du dann die Pferde entsprechend vor durch deine Arbeit oder sollten die Pferdebesitzer in sich dann auch mit der Thematik, Trageerschöpfung und deinem Kraftkonzept auseinandersetzen? Müssen sie. Also, die Pferde, die hierher kommen und mit denen ich arbeite, die werden natürlich von mir gearbeitet. Aber wenn die abgeholt werden, dann müssen die Besitzer mit mir ein bisschen
Zeit verbringen. Mein mehr mal weniger, je nachdem, wie tief das Kind schon im Grund war. Und müssen mit mir auch einige Trainingseinheiten machen, sodass ich das, was das Pferd gelernt hat, an den Besitzer weitergeben kann, damit der zu Hause weiter machen kann. Weil das nützt natürlich nichts, wenn du, das ist wie bei der Krankengenastik. Wenn du irgendwie ein Problemchen hast oder so, ich habe zum Beispiel so ein Kniegelenk, was manchmal komisch ist. Wenn ich aufhöre,
meine Übung zu machen, dann wird das auch wieder schlechter. Und genauso ist es da natürlich auch. Man sollte immer eine Erhaltungsgymnastik weiterhin machen, damit man eben die Probleme, die das Pferd ja mit der Lunge trotzdem hat. Ich kann ja die Allergien nicht wegzaubern. Ja, das heißt, das Pferd wird trotzdem immer mal wieder in einen Zustand kommen, wo zum Beispiel die Muskulatur nicht so gut mehr funktioniert oder wieder fester wird. Dann muss der Besitzer
zu Hause in der Lage sein, das wieder zu lösen. Damit das Pferd eben nicht wieder in diesen Zustand kommt, dass es in so, in seinem Konzert, in seinem Panzer hängt, dass gar nichts mehr geht. Sondern gleich, wenn die anfangen, sich zuzuziehen, kann der Besitzer intervenieren und sagen, nee, nee, nee, ich kann nicht wieder hin. Und dann hast du eben auch als Pferd mit Lungenproblem andere Kompensationsmöglichkeiten. Also die Lunge kann ich nicht wieder heile zaubern. Ich kann
auch keine Allergien wegzaubern. Ich glaube, dann wäre ich reich. Aber ich kann dem Pferd helfen, mit seinem Körper bestmöglich das vorhandene Problem zu unterstützen. Und das ist das eben, ist das auch wie bei Menschen. Mein Mann ist auch Asthmatiker, der ist Gott sei Dank viel draußen an der frischen Luft. Würde der jetzt nur am Schreibtisch sitzen und immer nur so ganz flacher atmen und sich gar nicht bewegen, dann wäre das auch allschlechter. Aber dadurch,
dass er sich halt eben auch mal öffnet, geht das alles ganz gut. Bekommen Atemwegs Pferdebesitzer*innen auch entsprechend das Know-how aus deinem Kraftkonzeptkurs oder hast du da was eigenes? Wie können Pferdebesitzer, die vielleicht nicht die Möglichkeit haben, die Pferde zu dir in die Reha zu geben, sich da das Wissen aneignen? Ja, also die, die nicht die Möglichkeit haben,
das Pferd zu mir zu geben, den leg ich immer das Kraftkonzept an den Pferd. Und selbst diejenigen, die ihr Pferd hier in der Reha hatten, kaufen sich den hinterher oft noch, weil die kriegen von mir natürlich Anleitung mit und ich schreib auch Spickzettel und wir machen auch Videos mit den Pferden, was sie dann alles mit nach Hause nehmen können. Aber es ist natürlich was ganz anderes, wenn du wirklich die ganze Theorie und alles drumherum auch noch sozusagen mit dabei hast und da immer
wieder nachschlagen kannst. Das ist einfach noch ein bisschen umfangreicher, als das halt mit dem eigenen Pferd und den eigenen Videos. Weil der Prozess des Erlernens habe ich ja dann mit den Pferden durchgearbeitet. Dann muss ich ja nur noch die Besitzer anlernen und das ist verhältnismäßig
einfach. Es geht auch recht schnell. Ja, sehr spannend. Hört sich an als wäre das ein Grund um umfangreiches Konzept um auf jeden Fall den Pferden was Gutes zu tun, wenn man da noch mal ein bisschen tiefer reingucken möchte und die Vermutung hat, dass man tragerschöpftes Pferd hat oder man fährt mit Atemwegsproblemen, was da auch die Unterstützung gebrauchen kann. Ja,
unterstützen ist das auf jeden Fall immer eine gute Sache und präventiv natürlich genauso. Also mein Traum ist immer, dass irgendwann jedes Freizeit fährt, das einfach erst mal eben macht kurz und dann so richtig angeritten wird. Das ist ja mein auch das wäre so schön, weil ich glaube,
dann könnten wir ganz ganz viele Probleme einfach umgehen. Also so Überlastungsgeschichten. Ja, ich glaube, es ist noch viel zugängig, dass die Pferde einfach mal schnell angeritten werden, bevor sie verkauft werden, dass sich da zu wenig Zeit für genommen wird und dann die Pferdebesitzer in das ausbaden müssen und wieder korrigieren müssen, was ja viel viel Geld dann im Nachhinein kostet, weil man sich die Kompetenz erstmal aneignen muss und ja auch irgendwie die Vorstellung
vermutlich dann hatte, dass man irgendwie ein fertig ausgebildetes Pferd bekommt, was bei Weiten ja auf der Druckschluss ist. Ich erlebe das gerade an vielen Ecken, wo sich Pferdebesitzer*innen, die bei mir in der Kundschaft sind, neue Pferde kaufen und dann hinterher sagen, oh, hätte ich das mal vorher gewusst oder hätte ich mal doch ein paar Euros mehr auf den Tisch gelegt, für das, was ich jetzt im Nachgang da noch alles rein investieren muss. Ja, und es ist
ja faszinierend, selbst die paar Euros mehr, die können dich ja auch nicht immer retten. Also manchmal ist es ja sogar noch schlimmer, dass du wirklich viel Geld für ein Pferd bezahlst und das ist halt einfach so, na ja, wie soll ich sagen, verschleißend geritten worden, dass das vielleicht schick aussieht, aber immer wenn das Pferd in irgendeiner Form über die Uhr geritten wird, also wenn mehr verschleiß passiert als nötig ist, das kriegt man ja hinterher doppelt und
dreifach zurück und man wird diese Reitpause machen. Also ich habe das immer wieder das Kund*innen sagen, oh, na ja, aber dann kann ich jetzt nicht reiten und immer wie doof. Aber ganz ehrlich, man kann lieber jetzt eben einmal die Reißleine ziehen und einmal für diese relativ kurze Zeit das durchziehen und sagen, komm, ich gucke mir das jetzt mal eben vier Monate vom Boden an und gucke, dann habe ich mich wieder draufhocke, als dass man hinterher die Reitpause hat, weil wegen Sehenschaden,
weil dann ist das mitunter auch noch mal ein bisschen länger. Ja, im schlimmsten Fall habe ich dann bei den 15-16-Jährigen das Pferd im Stall stehen, was unreitbar ist, weil das eben kaputt ist. Genau. Muss an vielen Stellen, glaube ich, einfach nicht sein. Genau. Und es ist so, man ist als Freizeitreiter, wird man ja auch oft über ein bisschen, ja, wie soll ich sagen, belächelt. So nach dem Motto, ja, es kann es ja eh nicht hinkriegen oder wie willst du jemals dies,
das jenes schaffen und das stimmt einfach nicht. Wir können das alle schaffen, weil die Basics, das ist also ganz ehrlich, ich koche auch nur mit Wasser. Also ich habe es nicht da dratt noch mehr erfunden, ich habe es einfach nur einmal so schrittweise aufgedröselt, dass das halt jeder machen kann. Und das ist der ganze, der ganze Zauber der Geschichte. Ja, ja, sehr spannend, Antje. Gibt es noch irgendwas zu dem Thema aus deiner Perspektive zu sagen, was du den
Zuhörerinnen auf jeden Fall mitgeben möchtest? Ich möchte eigentlich, ich bin ja so ein bisschen so ein Aufklärungsfan, ne? Also ich versuche immer ganz, ganz viel aufzuklären, weil ich weiß, dass sehr, sehr viele Pferde durch die Gegend laufen und na ja quasi so gerade noch sich aufrecht halten und die Besitzer, die tun alles für ihre Pferde, die reißen sich in halbes Bein aus, wenn nötig, werden aber von ihren Pferdeprofis häufig nicht darauf angesprochen,
dass dieses Pferd in der Tiefe ein Problem hat, was demnächst mal angegangen werden müsste. Ja, und ich weiß nicht, woran das liegt, ob die Therapeuten das nicht sehen, ob sie es nicht sagen mögen. Ich weiß es nicht, aber zu mir kommen unheimlich viele auch in den Blickschulungsseminaren,
die mir dann sagen, wieso hat mir das denn keiner gesagt, wenn es doch so offensichtlich ist? Und das sind teilweise Pferde, wo der Brustkopf schon in den Kniekehlen hängt, also in den vorderen Knie, also wo du wirklich sagst, oh mein Gott, der ist aber nur wirklich tief, also bei aller Liebe, aber das hätte man sehen können. Und die wurden einfach nicht darauf aufmerksam gemacht. Und die
sind da natürlich immer so, dass sie sagen, so, und jetzt ändern wir da was dran. Das ist ja seltenst so, dass der Pferdebesitzer sagt, ne, ich habe total Lust, mein Pferd kaputt zu reiten, sondern die sind ja in der Regel immer so, sag mal einfach, was ich machen muss, dann mache ich das, was immer dem Pferd hilft. Und da möchte ich appellieren, dass wir uns alle immer gegenseitig aufklären und einfach helfen, dass die Leute Dinge sehen, die ihnen sonst verborgen bleiben.
Weil man kann das nicht erwarten, dass jemand durch einen Stall läuft und einen Blick hat, wie ich, der das 10, 15 Jahre macht und sieht, okay, da Problem, da Problem, da Problem, aber es gibt so ein paar Stellschrauben, die können wir erkennen. Zum Beispiel, mach alle drei Monate ein Foto von der Seite von deinem Pferd. Wird das Pferd rückständiger, hast du ein Problem im Training? Stell das Training um, wird das Pferd untergeschobener, wird das Pferd verspannter, also monitore das,
dann hast du direktes Feedback auf das Training, was du gerade machst. Und wenn das Training, was du gerade machst, dann fährt verschlechtert, musst du es ändern, punktausende. Ja, schöne Schlusswort, Antje. Magst du gerade noch Ergänzen sagen, wo man dich noch finden kann? Du bist ja sehr aktiv auf Instagram, hast deinen Newsletter grad schon angesprochen. Wo hat man die besten
Anknüpfungspunkte zu dir? Die besten Anknüpfungspunkte wahrscheinlich einfach über die Website, das ist einfach vorneinander, eine antjewirtz.de, ohne punkt.com, einfach zwischen, hintereinander weggeschrieben. Und auf TikTok bin ich auch relativ viel, da mache ich mal viele Blickschulungsfotos und da kann man auch ein bisschen was lernen, Insta, hast du es schon gesagt. Und ab und zu gibt es auch mal ein YouTube-Video.
Die tiefsten Einblicke kriegen wir meinen Newsletterabonnent, den schütt ich immer mein Herz aus, die müssen alles ertragen, was mich so beschäftigt. Also es lohnt sich, sich da einzutragen für den Newsletter und auch dann die Kostenichssachen zu verpassen.
Ich freue mich immer total, ich kriege so ganz oft E-Mails, so dass ich den Leuten, selbst wenn der Tragekurs aus verschiedenen Gründen nichts für die Leute ist, das kann ja immer sein, entweder weiß ich, die Onlinearbeit passt nicht oder der Zeitpunkt ist einfach blöd oder oder oder, oder wir haben grad keinen Pferd. Ich freue mich immer total, wenn die Leute sagen, Boah, ich habe schon so viel einfach dadurch gelernt, dass ich dir zwischendurch mal zuhöre.
Das ist ja großartig und wenn das dann in die Welt rausgetragen wird, da können wir alle nur von profitieren. Ja, sehr cool. Vielen Dank, Antje, für die Einblicke in deiner Arbeit. Ich hoffe, dass sich ganz viele für dein Tragekurs anmelden und da die Pferdewelt ein bisschen besser machen, ein bisschen gesünder. Und ja, danke dir, dass du heute dabei warst. Ja, es war mir eine Ehre, sehr, sehr gerne und vielen, vielen Dank für die Einladung. Sehr gerne, einen schönen Tag dir noch.
Gleichfalls, tschüss! Hat ihr die Podcast-Folge gefallen? Dann abonniere diesen Podcast, leite die Folge gerne an deine Pferdefreundinnen weiter und hinterlass eine fünf-Sterne-Bewertung, damit der Podcast noch mehr Reichweite bekommt und noch mehr Pferdemenschen von den Inhalten profitieren können. Und dann freue ich mich, wenn wir uns in der nächsten Podcast-Folge wieder hören und wünsche dir bis dahin eine tolle Zeit mit deinem Pferd. [Musik]
