GENIUS Act und EZB: Wer gestaltet den Kryptomarkt? - podcast episode cover

GENIUS Act und EZB: Wer gestaltet den Kryptomarkt?

Aug 26, 202513 minEp. 341
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Episode description

Die USA wollen mit dem „GENIUS Act“ die fragmentierte Kryptoregulierung vereinheitlichen – mit klaren Regeln für Stablecoins und digitale US-Dollar-Alternativen. Gleichzeitig beschleunigt die EU ihre Pläne für einen digitalen Euro. Wer setzt die Standards im globalen Kryptomarkt? Dr. Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank, und Finanzjournalistin Jessica Schwarzer analysieren die Aussichten für den Kryptomarkt.

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Ein Transkript dieser Episode finden Sie hier: https://perspektiventogo.podigee.io/341-genius-act-und-ezb-wer-gestaltet-den-kryptomarkt/transcript

Quelle für Wert- und Preisentwicklungen sowie Zinsprognosen: Bloomberg. Quelle für Erwartungen der Unternehmensgewinne: LSEG Datastream.

Sofern nicht anders gekennzeichnet, ist die Quelle für alle getroffenen Aussagen die Deutsche Bank und alle Meinungsaussagen geben die aktuelle Einschätzung der Deutschen Bank wieder, die sich jederzeit ändern kann.

Soweit hier von Deutsche Bank die Rede ist, bezieht sich dies auf die Angebote der Deutsche Bank AG. Wir weisen darauf hin, dass die in dieser Publikation enthaltenen Angaben keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung darstellen, sondern ausschließlich der Information dienen. Die Information ist mit größter Sorgfalt erstellt worden. Bei Prognosen über Finanzmärkte oder ähnlichen Aussagen handelt es sich um unverbindliche Informationen. Soweit hier konkrete Produkte genannt werden, sollte eine Anlageentscheidung allein auf Grundlage der verbindlichen Verkaufsunterlagen getroffen werden. Aus der Wertentwicklung in der Vergangenheit kann nicht auf zukünftige Erträge geschlossen werden.

HINWEIS: BEI DIESEN INFORMATIONEN HANDELT ES SICH UM WERBUNG. Die Inhalte sind nicht nach den Vorschriften zur Förderung der Unabhängigkeit von Anlage- oder Anlagestrategieempfehlungen (vormals Finanzanalysen) erstellt. Es besteht kein Verbot für den Ersteller oder für das für die Erstellung verantwortliche Unternehmen, vor bzw. nach Veröffentlichung dieser Unterlagen mit den entsprechenden Finanzinstrumenten zu handeln. Die Deutsche Bank AG unterliegt der Aufsicht der Europäischen Zentralbank und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

Transcript

Die Krypto-Begeisterung an der Wall Street wird immer größer. Nach dem institutionelle Investoren im vergangenen Jahr, vor allem auf den Bitcoin setzten, investieren sie nun zunehmend in Ether. Über die Faszination der Kryptos, über die Auslöser der jüngsten Rally und über die Chancen und Risiken für Investoren spreche ich mit Uli Stephan von der Deutschen Bank. Mein Name ist Jessica Schwarzer und damit herzlich willkommen zu einer neuen Folge der PERSPEKTIVEN To Go.

Uli, institutionelle Investoren entdecken Kryptos, sind Bitcoin, Ether und Co mittlerweile wirklich so ganz normale Anlageklassen neben Aktien und Anleihen? Da bin ich mir noch nicht so ganz sicher, ob sie das sind. Sie können aber sicherlich eine Konvention werden, ob sie das heute schon sind, wie gesagt, da hätte ich Fragezeichen.

Aber sie sind natürlich noch mal stärker in den Fokus gerückt worden durch den amerikanischen Präsidenten, der ja immer wieder betont, dass er ein großer Fan davon ist und eben auch entsprechende Gesetze Richtung Kryptowährungen erlassen hat oder erlassen will. Hat er nicht sogar noch einen eigenen Coin und Melania auch? Da gab es doch mal was kurz nach der Wahl oder im Wahlkampf gab es da Schlagzeilen? Das weiß ich gar nicht, ist aber möglich. Es gibt ja über Genau.

Es gibt ja über 10.000, also man schätzt so 10.000 bis 15.000, verschiedene Kryptowährungen. Man muss auch hier ehrlich sein, Kryptowährung ist natürlich nicht Kryptowährung. Es gibt dann diejenigen, die aus meiner Sicht so will, sie den Namen wirklich verdient haben, sowas eben wie Bitcoin, die dann auch über ein dezentrales Netzwerk laufen, also eine Blockchain. Es gibt dann Stablecoins.

Es gibt Kryptowährungen, die sich so nennen, aber doch kein dezentrales Netzwerk haben, sondern von der Institution gesteuert werden. Die Notenbanken arbeiten ja daran, die Europäische Zentralbank wird wohl im Oktober wahrscheinlich einen genauen Zeitplan ausgeben, wann man denn mit eigenen sogenannten Kryptowährungen herauskommen will, was dann im Grunde ein elektronischer Euro sein wird.

Also man muss ein bisschen aufpassen, will ich damit nur sagen, Kryptow ist nicht gleich Kryptow, sondern es gibt ganz viele unterschiedliche Varianten. Bitcoin ist sicherlich, wie du ja auch gerade schon gesagt hast, die älteste und bekannteste Kryptowährung. Ich glaube, wer davor Jahrzehnten, oder so lange gibt es ihn noch nicht, vor Jahren, so muss es heißen, vor Jahren investiert hat, der hat 10.000 Prozent Gewinn gemacht.

Das ist ja schon krass, aber die Schwankung waren eben auch immer extrem, die man da ertragen musste. Ja, deswegen bin ich auch nicht sicher, ob man sie als Währung ansehen kann. Ja, es gibt verschiedene Definitionen eben einfach für Geld und dazu gehört Stabilität und Wertaufbewahren, Recheneinheit und so weiter. Und wenn du solche extremen Schwankungen drin hast, dann ist das eben nicht so ganz einfach, was man denn wirklich bezahlt bzw. empfängt.

Aber du hast völlig recht, der Bitcoin steht mittlerweile bei knapp 120.000 Euro. Wer hätte das gedacht? Also das ist schon gewaltig, auch von der Marktkapitalisierung mittlerweile wirklich sehr hohes Niveau. Ob das weitergeht, weiß man nicht. Die Fans würden sicherlich sagen, ja, die Kritiker sagen, und ich gehöre ja ausgewissener Maßen dazu, dass da am Ende nichts hintersteht, weder ein offizielles Zahlungsmittel, eine Regierung oder sonst was.

Insofern ist es das Wert, was jemand bereit ist dafür zu bezahlen und deswegen haben wir aus meiner Sicht eben auch diese hohen Schwankungen. Also ein bisschen auch ein Fantasiewert hoch emotional. Ja, aber das ist Gold ja auch ein Stück weit. Also da sagt man ja immer, wer so eine Goldmünze in der Hand hat. Das würde dann auch Emotionen wecken.

Wie dem auch sei, es will das gar nicht ausschließen, dass diese Kryptowährungen irgendwann eine Konvention werden, dass wir sie also auch als Reserve-Wertanlage oder ähnliches ansehen werden. Gold hat ja auch die erstaunliche Eigenschaft, dass wir es mit viel Mühe aus der Erde ausgraben und dann in irgendwelchen Trisoren, also zwischendurch reinigen wir es und gießen es noch in Münzen oder Barren und dann graben wir es wieder in der Erde in Trisoren ein. Aber es ist eben Konvention.

Man sagt, wenn es irgendwie hakelig wird, dann ist Gold doch eine gewisse Sicherheit. Ich glaube, da stehen wir heute mit Kryptowährungen noch nicht. Aber es will das nicht ausschließen, dass das irgendwann kommt. Dann ist aber die Frage und ich hatte ja erwähnt zwischen 10.000 und 15.000 Kryptowährungen, welche es denn dann sein wird.

Das ist dann eben diese auf Distribution Ledgers Technologie basierenden dezentralen Kryptowährungen sein, die über der Blockchain laufen oder werden es doch diejenigen sein, die von Zentralbanken ausgegeben und überwacht werden oder werden es eben die sein. In die Richtung schaut die USA ja jetzt, die dann mit echten Werten in Anführungsstrichen hinterlegt werden, also mit US Treasury, so man sich als echte Werte ansieht, also Papiergeld sicherlich wieder.

Also sie sind mit etwas hinterlegt und orientieren sich im Wert dann sicherlich daran, was eben die Grundlage dieses entsprechenden oder dieser entsprechende Kryptowährung ist. Zu den Stablecoins, so heißen die ja, kommen wir gleich. Ein neun Star am Kryptohimmel gibt es seit einigen Monaten und das ist Ether. Wie kam es zu dem Favoritenwechsel und eben genau was haben Stablecoins und der sogenannte Genius Act von Präsident Donald Trump damit zu tun?

Ja, fangen wir mal mit dem Genius Act von Präsident Trump an. Wenn ich richtig informiert bin, ist es noch nicht abschließend verabschiedet worden. Soll aber so kommen, würde dann in einem Bundesgesetz wirklich mal den Flickenteppich an Regelungen zu verschiedenen Kryptowährungen regeln. Man hätte da nur zugelassene Institutionen, die diese Stablecoins dann ausgeben dürften, die dann wie gesagt wie ein digitales Geld funktionieren würden.

Es wäre eine 1 zu 1 Deckung eben mit wahrscheinlich US-Staatspapieren, also US-Tregeries. Sie hätten Vorrang bei Insolvenzen. Ich glaube, dass es durchaus auch nochmal entscheidend. Wir haben ja schon einige Pleiten von solchen Plattformen gerade gesehen und das bringt dann natürlich immer riesige Verluste mit sich, wenn man dort engagiert ist. Also insofern hätten sie Vorrang und wie gesagt werden ja auch besichert.

Insofern kann man sagen, das ist eine gute Maßnahme, dass man es überhaupt wie gesagt reguliert und organisiert. Wir werden aber sehen, wie es dann am Ende kommen wird und zu deiner zweiten Teil deiner Frage zurückkommen. Diese Stablecoins müssen dann natürlich über irgendwelche Plattformen abgewickelt werden. Also das ist ja eben weiterhin elektronisches Geld.

Auch wenn es gedeckt ist, von demjenigen, der es herausgibt, wird es trotzdem über elektronische Netzwerke zur Verfügung gestellt und übertragbar sein und das muss jemand organisieren. Und dann ist eben die Frage, wie es organisiert wird und nach allem, was ich so gelesen habe, bin da aber ganz vorsichtig, weil ich da technisch sicherlich nicht auf den besten Wege bin, scheint die Ethereum-Plattform deutlich effizienter zu sein, als es beispielsweise die Bitcoin-Plattform ist.

Und wenn die dann so gelesen werden, sind es wahrscheinlich solche moderneren Plattformen, die dann zur Abwicklung auch dieser Stablecoins beitragen werden. Und da dann die Transaktionskosten in Ether bezahlt werden, hat man natürlich entsprechend dann die Nachfrage über so eine Plattform. So habe ich es gelesen, zumindest ja. So haben wir es gesehen, wie sie dann bezahlt werden.

Aber ja, also irgendeiner muss natürlich für die Organisation des Netzwerkes dann sorgen und wird das sicherlich nicht völlig kostenfrei machen. Und derjenige, der es anbietet, kann natürlich dann auch bestimmen, in welcher Währung bezahlt wird und nochmal die Ethereum-Plattform scheint eine sehr effiziente zu sein. Deswegen bietet sich das an, ja, natürlich nicht widersprechen wollen.

Was ich ganz spannend fand, das sind ja, du hast ja auch gesagt, wer die herausgibt, dieses Stablecoins und das soll ja künftig unternehmen, erlaubt sein, ihre eigenen digitalen Dollar-Alternativen auszugeben, also der Wallmarts und Amazons der Welt. Und das können sie dann tun, ohne Banklizenz. Aber fehlt dann nicht irgendwie wieder die Regulierung oder sind die Stablecoins durch das Gesetz soweit reguliert, dass das kein Problem wäre?

Ja, das muss man jetzt mal sehen, wie das genau dann ausformuliert wird. Ich habe die Eckpunkte gesehen und danach heißt es eben, dass es zugelassene Institutionen sein müssen. Also man braucht dann schon eine Zulassung von den amerikanischen Aufsichtsbehörden. Man muss auch hinterlegen mit US-Tregeries, dass dann die Frage, wo und wie macht man das? Also möglicherweise muss man dann, wie Banken das ja typischerweise haben.

Sicherheiten bei der Notenbank halten oder sie zumindest in anderer Form in irgendeiner Weise sichtbar und transparent und liquide verfügbar machen. Also ich glaube, da ist noch nicht das letzte Wort gesprochen, aber dass man sich insgesamt darum kümmert, wie dieser Markt, der ja ohne Frage in den letzten Jahren deutlich gewachsen ist, wie man den organisiert, das ist glaube ich schon eine gute Sache.

Also es ist auf jeden Fall ein super spannendes Thema und begeistert ja auch viele Privatanleger. Wie investieren Anleger denn in Kryptowährung? Das ist ja längst nicht mehr nur die klassische Kryptobörse mit einer Wallet, sondern es gibt mittlerweile auch andere Instrumente. Ja, es gibt ja Forst, vor allen Dingen ETFs, die dann Kryptowährungen verbriefen oder die Plattformen verbriefen, die Unternehmen, die mit Blockchain zu tun haben, verbriefen.

Also ich glaube, da gibt es eine ähnliche Breite aus, weil wie ist das mittlerweile bei den sogenannten Kryptowährungen gibt, die ja wie gesagt zum Teil auch gar keine richtigen Kryptowährungen mehr sind. Und insofern gibt es da ja ganz unterschiedliche Möglichkeiten, wo in der Wertschöpfungskette man denn beteiligt sein möchte und wo man denn die größten Chancen sieht für diese ganze Entwicklung, die wahrscheinlich auch weitergehen wird. Ich fand das ja ganz spannend.

Ich glaube, es war im vergangenen Jahr dieser Hype um den Bitcoin ETF, den ersten, der an der New Yorker Wall Street imitiert wurde. Das gab ja auch hierzulande extrem viele Schlagzeilen, aber konnte man bei uns schon vorher über die Börse in Bitcoin investieren, nur eben nicht über ETFs, weil die brauchen bei uns eine bestimmte Risikostreuung, sondern eben über exchange traded nodes, die ATNs.

Also da habe ich ja auch schon längst die Möglichkeit, einfach über die Börse mir diese Papiere in mein Depot zu legen. Ja, absolut. Und das wird wahrscheinlich weiter zunehmen, gerade auch wenn man dann an Stablecoins denkt, die wie gesagt mit US-Treasuries unterlegt sind, da wird man dann sicherlich mehr Zutrauen haben, weil man sagt, na ja, im Zweifelsfalle habe ich eben die Trascheries, die dann zum Zuge kommen, wenn hier irgendwas anbrennen sollte.

Und deswegen glaube ich schon, dass diese ganze Entwicklung auch dieses genius Gesetz, also der Name ist ja schon fast Programm, dass es eben diesen Kryptowährungen im weitesten Sinn weiter auftrieb geben wird. Also sprich, die Rally der vergangenen Monate könnte, wenn auch vielleicht unter Schwankungen weitergehen. Das ist zu erwarten, glaube ich. Die Schwankungen sind sicherlich immer sehr hoch.

Da kommt da ja auf einzelne Äußerungen an von den entscheidenden Personen, gerade auch in der Politik. Der amerikanische Präsident hatte beispielsweise erwähnt, dass er die Notenbank doch eher bremsen möchte, also die amerikanische Fed eigene, wie heißt das so schön, Central Bank Digital Currencies auszugeben, die Europäische Zentralbank, wie fast alle anderen Zentralbanken auf der Welt sind, auf dem Wege das zu tun. Die Chinesen ja auch? Oder sind, glaube ich, sogar schon so weit?

Genau, da gibt es schon, wenn ich auch einige kleinere Länder haben, das schon gemacht. Insofern wird das sicherlich einen weiteren Schub bringen. Man muss dann natürlich gucken, was der Regulator mit sozusagen unregulierten Kryptowährungen machen wird, ob dann in Europa es irgendwann heißt, ihr habt jetzt die Möglichkeit hier über unsere Zentralbank-Euros digital direkt ohne Banken Geld euch zu überweisen, hin und her zu schicken.

Dann braucht es möglicherweise, was weiß ich, was an anderen Möglichkeiten nicht mehr. Und insofern muss man mal gucken, wie da die Entwicklung weitergeht, aber dass man diesen Geist wieder in die Flasche kriegt und dass es ganz verschwinden wird, das glaube ich mit Sicherheit nicht. Aber nochmal, es bleibt sicherlich spannend zu sehen, wie die Entwicklungen hier voranschreiten. Ich würde vorschlagen, wir bleiben weiter dran, schauen uns das alle paar Monate mal wieder an, bis Sie hin.

Lass mich noch einen sagen. Bitte. Der ja immer wieder auch diskutiert wird, wie sicher sind denn die Wallets? Also ich glaube, das sind diese ganzen Zuge, gerade auch der Digitalisierung von Geld, die Kryptosicherheit, also Cybersecurity, eine ganz, ganz wichtige Rolle spielen wird. Und insofern ist das sicherlich auch ein Thema, mit dem man sich dann noch weiter beschäftigen wird müssen. So, jetzt aber endgültig. Vielen Dank. Und jetzt Schluss für heute. Danke dir. Tschüss.

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