Die Höhle der Löwen: Ritter Friedrich (#6) - podcast episode cover

Die Höhle der Löwen: Ritter Friedrich (#6)

Sep 16, 20241 hr 4 min
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Episode description

Jochen Schweizer verlässt die Show – und Frank Thelen findet sich im Zentrum einer öffentlichen Schlammschlacht wieder

Jochen Schweizer gibt eigenmächtig sein Aus bei "Die Höhle der Löwen" bekannt. Die Verantwortlichen werden davon kalt erwischt. Was damals keiner weiß: Schweizer wird wenig später einen Deal verkünden, der ihn auf einen Schlag sehr reich machen wird, den er rückblickend aber als größten Fehler seines Lebens bezeichnet. Und auch ein anderer Löwe trifft eine falsche Entscheidung: Frank Thelen. Denn er muss nach seinem Investment in Von Floerke erkennen, dass gute Kleidung nicht automatisch gute Manieren bedeutet – und Fehler aus der Vergangenheit einen irgendwann wieder einholen.

"OMR Rabbit Hole: Die Höhle der Löwen" ist eine Produktion von Podstars by OMR.

Redaktion und Recherche: Tanja Karrasch und Florian Rinke Projektmanagement: Florian Severin Postproduktion und Sounddesign: Ignaz Engelmann, Hardy Haufe und Lilly Huynh Coverdesign: Simon Badt Foto & Video: Luisa Wurl Executive Producer Constantin Buer und Vincent Kittmann

Vielen Dank an alle aus dem OMR-Kosmos, die das Projekt unterstützt und möglich gemacht haben.

Transcript

Es war einmal ein sehr junger Ritter. Friedrichs Sein Name, der so vieles in der Welt nicht verstand. Er war aber sehr neugierig und wollte alles lernen. So beginnt ein Startup-Märchen. Und das meine ich nicht im übertragenen Sinne, sondern ganz wörtlich. Ein Startup-Märchen heißt das Buch, das ein Gründer geschrieben hat und in dem es um den jungen Ritter Friedrich geht, von dem ich euch jetzt erzählen möchte. Also.

Es war einmal ein junger Ritter. Friedrichs Sein Name. Friedrich lebt in Handelsstadt, einer der ältesten Handelsstädte des Landes. Doch als er älter wird, zieht es ihnen die weite Welt hinaus. Auf seinen Reisen lernt er andere Ritter in prächtigen Gewändern kennen. Er sieht so viel Schönheit und Eleganz, dass er seine Rüstung irgendwann selbst gegen ein prunkvolles Gewand tauscht und sich fragt, könnte ich nicht auch anderen dabei helfen,

sich besser zu kleiden? Ritter Friedrich besucht Märkte und Werkstätten, er feilscht mit Händlern und Handwerkern und irgendwann beginnt er selbst damit, seine Warenpfeil zu bieten. Es ist ein mühseliges Geschäft, der natürlich kennt niemand den jungen Ritter. Wie soll man wissen, dass seine Tuche wirklich aus dem Orient stammen? Wie soll man prüfen, ob die Schnellen seiner Gürtel wirklich von Meisterhand gefertigt sind? Der junge Ritter

merkt, dass er jemanden braucht, der für ihn birgt und ihn unterstützt. Also reißt er zu einem Turnier, um sich einen Namen zu machen. Er buhlt um die Gunst von Burgfrolleins und Edeläuten und tatsächlich erfindet einen Leumund. Der Löwenritter Franz Melem bietet ihm seine Hilfe an. Die beiden verstehen sich gut und hegen große Ambitionen. Sie wollen ihre Ritterrüstung, Roben und Gewänder im ganzen Königreich

verkaufen und weit darüber hinaus. Die Kunde ihres Bündnisses verbreitet sich schnell im Königreich. Überall versuchen Männer, die Waren von Friedrich und dem Löwenritter zu erwerben. Und so leben sie glücklich bis an ihr Lebensende. Ja, so könnte dieses Märchen enden. Denn so enden Märchen doch oder nicht. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute. Ist das nicht immer die Formel, mit der am Ende alles gut wird? Egal wie viele Drachen, Wölfe und böse Stiefmütter zuvor

versucht haben, dem Held oder der Held in das Leben schwer zu machen? Aber dieses Märchen hat kein Happy End. In diesem Märchen gibt es in Wahrheit auch keine strahlenden Ritter und erst recht keine Freundschaft zwischen Franz Mehlem und Ritter Friedrich. Dieses Märchen ist gar kein Märchen, sondern ein Albtraum. Und um den geht es in dieser Folge. Mein Name ist Florian Rinke und das ist OMR Rabbit Hole, die Höhle der Löwen.

Nehmt den Rat an. Ich sage wirklich, ihr seid die ersten Unternehmer, die ich das so klar sage. Hört auf. Diese Idee wird nicht fliegen. Wir machen deswegen richtig, richtig groß. Tu dein Bestes. Glaube an dich selbst. Du hast ganz viel in Gib. . OMR Rabbit Hole, die Höhle der Löwen. Ich habe euch ja schon in der dritten Folge erzählt, dass es hinter den Kulissen von Höhle der Löwen immer wieder Spannungen zwischen den Löwen gibt. Und die wurden durch

den Erfolg der Sendung auch nicht kleiner, sondern eher größer. Speziell Frank Thelen und Judith Williams gratten offenbar immer wieder mit Jochen Schweizer aneinander. In dieser Folge geht es um Konflikte. In dieser Folge geht es um Streit, enttäuschte Erwartungen, es geht um Eitelkeiten und um sehr viel Geld. Aber am Anfang, da geht es erst mal um einen riesigen Erfolg. Im Januar 2016 wird die Sendung mit dem deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet.

Für Bestes Factual Entertainment. Und die dritte Staffel von Höhle der Löwen bricht an alle Rekorde. Mehr als eine Million Menschen schalten mehr ein. Rund drei Millionen sind es insgesamt. Der Marktanteil liegt bei mehr als 10 Prozent. Die neuen Löwen Karsten Maschmeyer und Ralf Dümmel schlagen voll ein und heben gemeinsam mit den alten Löwen Frank Thelen, Judith Williams und Jochen Schweizer das Format auf das nächste Level. Auch inhaltlich

ist vieles verbessert. Es gibt mehr Deals, bessere Gründer*innen. Kurzum ab der dritten Staffel, HDHDL die Phase des Startups verlassen. Die Showmaschine läuft jetzt. Bis zum 1. November 2016. Es ist ein Dienstag. Um 20.15 Uhr zeigt Vox die letzte Folge von Höhle der Löwen in diesem Jahr. Es soll der krönende Abschluss der bislang erfolgreichsten

Staffel sein. Ein Abend, an dem alle voller Stolz zurückblicken können. Doch wenige Stunden, bevor die letzte Folge der dritten Staffel läuft, überschattet eine Meldung das Finale. Und dann ging die Pressemeldung raus. Und die hat eigentlich eingeschlagen wie eine Bombe. Jochen Schweizer gibt sein Aus bei Höhle der Löwen bekannt. In einer Pressemitteilung, die er auf seiner eigenen Internetseite veröffentlicht. Die Nachricht von seinem Ausstieg garniert er

mit der Info, dass er laut einer Umfrage der beliebteste Löwe sei. Wie valide diese Daten sind, ist in diesem Moment zweitrangig. Der König der Löwen geht. Das ist das Narrativ, das Jochen Schweizer mit dieser Mitteilung verbreitet. Um 14.35 Uhr teilt er die Nachricht auch über seinen Kanal bei Twitter. Sonychefin Astrid Quentell und die Verantwortlichen bei Vox werden davon kalt erwischt. Denn abgesprochen hatte Jochen Schweizer diesen Schritt nicht.

Stink sauer sollen die Verantwortlichen damals gewesen sein, ist zu hören. Speziell beim Fernsehsender Vox ist man verärgert, dass Jochen Schweizer seinen Ausstieg aus der Sendung abseits der offiziellen Kanäle bekannt gegeben hat. Dennoch bevor die letzte Show abends auf Sendung geht, kann man in den Medien quer durchs Land von Schweizers Abschied lesen. Der Sender hätte die Kommunikation vermutlich gerne selbst gesteuert. Nun läuft er der

Entwicklung hinterher. Erst einen Tag später wird Vox eine kurze Pressemitteilung veröffentlichen. Vox-Chef Redakteur Kai Sturm wird darin mit zwei Sätzen zitiert. Wir danken Jochen Schweizer ganz herzlich dafür, dass er über drei extrem erfolgreiche Staffeln Teil des Investorenteams bei die Hüte der Löwen war. Mit seinen neuen Projekten wünschen wir ihm viel Erfolg. Es ist das Minimum dessen, was man sagen muss, um nicht unhöflich zu

wirken. Und auch heute, mehr als acht Jahre später, wird Kai Sturm beim Thema Jochen Schweizer deutlich. Er war im Grunde nicht positiv für die ganze Gemeinschaft. Weil er war immer ein Solist, aber kein Teamplayer. Und darum war ich eigentlich ganz froh, dass er nicht mehr dabei war. Obwohl ich ihn professionell vermisst habe, weil er auch immer ein Überraschungsfaktor war und man sagt, dass man Tiere und kleine Kinder auf der Bühne funktionieren immer,

weil die Unvorhergesehenes machen. Und Jochen ist auch jemand, der Unvorhergesehenes gemacht hat. Und darum habe ich ihn vermisst als ein radikaler Faktor. Aber die Störgeräusche waren am Ende größer, als das, was er gemacht hat. Ich habe mich während der Recherchen gefragt, warum Jochen Schweizer so vorgegangen ist. Warum er so viel verbrannte Erde hinterlassen hat. Der Bildzeitung sagte er 2016, er habe

der Sendung nochmal zusätzliche Aufmerksamkeit bescheren wollen. Bei unserem Treffen in München sagt er, es sei ein Versehen gewesen, dass die Pressemitteilung verschickt worden ist, ohne dass er die Vox verantwortlichen und Sony-Chefin Astrid Quentel informieren konnte. Er habe morgens versucht sie zu erreichen, habe jedoch keinen Erfolg gehabt. Sein Team sei jedoch davon ausgegangen, dass alle informiert seien und habe die Nachricht daher wie geplant versendet.

Ob das so stimmt? Davon ist nicht jeder überzeugt, mit dem wir für den Podcast gesprochen haben. Denn Kai Sturm ist damals nicht der einzige, der Jochen Schweizer als Solisten wahrgenommen hat, als jemanden, der sich schwer damit tut, unter den fünf Löwen nicht der erste untergleichend zu sein. Für das Sony-Team ist die Organisation der Dreharbeiten damals eine Mammutaufgabe. Immerhin müssen zahlreiche Produktionstage in den Kalendern von vielbeschäftigten

Menschen geblockt werden. Die Zeit im Studio ist kostbar, je weniger Pitches man an einem Drehtag schafft, umso schwieriger ist der Zeitplan zu halten. Produktionsmitarbeitende erzählen, dass die Löwen damals ständig telefoniert haben während der Drehpausen. Speziell Jochen Schweizer soll mit dem Bau seiner Arena sehr beschäftigt gewesen sein. Die Erlebniswelt, die er in der Nähe von München errichtet, wird auch in der Pressemitteilung als Grund für

den Rückzug genannt. Aber das war offenbar nicht alles. Als wir Jochen Schweizer in Taufkirchen in seiner Arena besuchen, wollen wir von ihm wissen, warum er damals wirklich ausgestiegen ist. "Ja, die Frage wurde mir schon oft gestellt und ich habe sie ehrlich gesagt noch nie noch nie öffentlich beantwortet. Aber ich bin bereits sie heute öffentlich zu beantworten."

Am 27. September 2016 kommt es zu einem Treffen in München. Das Sophie-Tale liegt nahe des Hauptbahnhofs, aber Jochen Schweizer wird zu dem Treffen nicht mit der Bahn, sondern mit einer Ducati kommen. Und für die Reise zum nächsten Termin nimmt er dann den Helikopter. Sein Sohn ist Pilot. Die Quoten sind damals so hoch wie noch nie. Die dritte Staffel übertrifft alle Erwartungen. Trotzdem hat Sony-Chefin Astrid Quentel zu einer Art Krisengipfel geladen.

1,5 Stunden sind für das Meeting in einem Konferenzraum des Hotels angesetzt. Sie will mit den Löwen sprechen und nur mit den Löwen. Selbst Judith Williams Ehemann, ansonsten nahezu überall dabei, muss dieses Mal draußen bleiben. Sie will über Grundsätzliches sprechen, denn damit die Show erfolgreich ist, müssen alle mitziehen. Das heißt zum Beispiel auch, an den Drehtagen sollte der Fokus auf den Drehtagen liegen. Darauf, dass man möglichst viele

Start-up-Pitches schafft. Da geht es nicht, dass ständig irgendwelche Telefonate dazwischen kommen. Die Show ist größer als jeder einzelne. Das hat uns Bernd Reichardt gesagt, der damalige Vox-Chef. Aber Astrid Quentel dürfte das genauso sehen. Hinzu kommt, die Spannungen zwischen Frank-Telen, Judith Williams und Jochen Schweizer haben von Staffel zu Staffel zugenommen. Und manches fängt auch die Kamera sogar ein, weil es auf offener Bühne passiert.

"Wenn wir Freunde wären, dann würdest du so einen Scheiß überhaupt nicht machen. Du machst uns alles kaputt, dann spätst du!" Okay, das ist die Sängerin Lee von Tic Tac Toe bei einer sehr legendären Pressekonferenz. Ganz so schlimm wie bei der Band ist es bei Hülle der Löwen nicht. Aber auch dort werden die Gräben im Laufe der ersten drei Staffeln immer tiefer. Wir sind bei unseren Recherchen zum Beispiel auf ein Video von einem Auftritt bei der Tech-Konferenz Bits

und Pretzels gestoßen. Da sitzen 2016, kurz vor dem Treffen im Sofitel, mit Carsten Maschmeyer, Frank-Telen, Judith Williams und Jochen Schweizer gleich vier Löwen auf der Bühne. Jochen Schweizer wird damals vom Moderator gefragt, warum er bei DHDL mitgemacht hat und hält anschließend einen fast zwei Minuten langen Monolog. Judith Williams reagiert darauf mit Humor, aber ich hatte nicht den Eindruck, dass sie es auch ironisch meint. "I got no investment and I still made it,

um jetzt mit meinen Worten zu sagen wie der Hand am Arm." "I hear that sentence about 50 times." "How can you translate that, Judith?" "I mean sometimes I even repeat his speeches while I'm sleeping because I hear them so often." Judith Williams' Körpersprache ist eindeutig. Sie ist genervt, weil er diesen Satz wohl ständig

bei den Rearbeiten sagt. Wenke Wischhosen reagiert zum Beispiel ganz anders als ein Gründerpaar in der zweiten Staffel selbstgenähte Kissen zeigt, auf denen unter anderem dieser "zugegeben etwas ungewöhnliche Spruch zu sehen" ist. "Also du brauchst doch das Jochen mit der Hand am Arm, das ist doch dein Jochenkissen." "Ja, das stimmt, aber ihr verletzt ein Copyright, das ist ja mein Wahlspruch." "Das ist mein Wahlspruch. Haben sie gut gemacht, haben sie gut aufgepasst, haben sie schon mal

Höhe der Löwen geguckt vorher, oder?" "Ja natürlich." "Was bedeutet demnach mit der Hand am Arm?" "Das man selber macht und vor allem selber die Höhen und Tiefen durchlebt." "Also sie sind mein Mann, sie sind mein Mann, weil das ist ja genau meine Philosophie." Ihr könnt das hier bei diesem Gespräch zwischen Linke Wischhosen, Jochen Schweizer und dem MyPillow Factory-Gründer nicht sehen,

aber Judith Williams guckt auch damals schon leicht genervt aus meiner Sicht. Und der Gründer von MyDoc365, Eike Adler hat uns erzählt, dass er bei den Aufzeichnungen im Frühjahr 2015 auch die Spannung zwischen Frank Thelen und Jochen Schweizer live erlebt hat. "Ab einem bestimmten Zeitpunkt, als dann klar wurde, dass so zwei Investoren relativ großes Interesse an uns hatten, einmal war das Frank Thelen und eben Jochen Schweizer, fingen die beiden an sich auf eine etwas befremdliche Art und

Weise zu battle. Also das hat man also in der Sendung nicht gesehen, das wurde rausgeschnitten, aber die beiden haben sich da also wirklich schon auf einer sehr persönlichen Ebene angefangen zu bekriegen." Frank Thelen hatte irgendwann genug. Ihr wisst ja noch, was er uns gesagt hat. "Es gab auch Personen, wo ich einfach danach auch an die Produktionsformer angetreten bin und gesagt habe, wenn diese Personen der nächsten Staffel dabei ist, ist das super cool, aber dann bin ich nicht dabei."

Mit einem Ultimatum ist das aus meiner Sicht immer so eine Sache. Ich würde mal sagen, man sollte sich im Vorfeld schon sehr, sehr sicher sein, dass die Antwort auch wirklich die ist, die man hören will. Frank Thelen konnte sich damals nicht sicher sein, denn eigentlich hätte Astrid Quentel grundsätzlich gerne mit allen Löwen weitergemacht, heißt es im Umfeld der Produktion. Doch bei diesem Treffen im Herbst 2016 im Sophitellen München muss sie gespürt haben,

dass Jochen Schweizer ins Grübeln geraten ist. "Die fragte dann Rei um, seid ihr dabei? Die war schon eine gute Psychologin. Und da kam die Reihe an mich und alle gucken mich an und ich sagte dann, Astrid um ehrlich zu sein, ich befinde mich gerade in einem Meinungsbildungsprozess und dann haben bei der Astrid schon die Alarmglocken geklingelt." 35 Tage später erscheint die Pressemitteilung. In der heißt es, Jochen Schweizer wolle sich auf seine Arena konzentrieren, die 2017 parallel zu

den Dreharbeiten von Hülle der Löwen eröffnen soll. Doch bei unserem Treffen sagt Jochen Schweizer, das sei nicht der wahre Grund für sein Ausgewesen. Denn hinter den Kulissen führt er damals Gespräche über einen Deal abseits der Löwenhöhle. Einen Deal, der sein Leben für immer verändern würde. Und am Ende zu seinem vielleicht größten Fehler als Unternehmer werden sollte. "Der Medienkonzern

Pro7sat1 will die Mehrheit übernehmen am Erlebnisanbieter Jochen Schweizer. Die Jochen Schweizer GmbH wird damit bewertet mit etwa 108 Millionen Euro und Pro7sat1 will Jochen Schweizer mit dem eigenen Unternehmen mit Maideis zusammenlegen und dann entsprechende Synergie nehmen." Das ist ein Beitrag, den die Börse Stuttgart am 21. Juni 2017 veröffentlicht. Per Pressemitteilung hatte der Konzern an diesem Tag die geplante Übernahme öffentlich gemacht,

durch die Jochen Schweizer auf einen Schlag sehr sehr viel Geld erhalten wird. Bei Pro7sat1 ist damals Thomas Ebeling CEO. Als er 2009 als Vorstandschef bei Medienkonzern übernimmt, liegt dessen Aktienkurs bei unter einem Euro je Aktie. Das Unternehmen steckt in der Krise. Thomas Ebeling ist kein Medienmann. Er hat keine Fernseherfahrung. Vor seinem Wechsel zu Pro7sat1 war er Manager in der Tabakindustrie, arbeitete für den Getränkehersteller Pepsi und für den

Pharmakonzern Novartis. Thomas Ebeling ändert bei Pro7sat1 den Kurs. Unverkaufte Werbeplätze überlässt er Startups wie Zalando. Mit solchen Media for Equity Deals tauscht er Fernseherreichweite gegen Firmenanteile an den Startups. Mit Erfolg. Parallel steigt der Konzern groß bei E-Commerce und Digitalunternehmen wie Amorelie, Flakoni, My Days, Elite Partner und Paar Ship ein. Das Ziel ist klar. Egal ob Online-Sex-Shop, Online-Paffel-Merie, Erlebnisgutschein oder Dating-Portal. Durch

die Reichweiten der Medienmarken des Konzerns sollen die Unternehmen noch stärker werden. Pro7sat1 wiederum soll dadurch unabhängiger von den reinen Werbeumsetzen im Fernsehen werden. Thomas Ebeling denkt damals sogar darüber nach, mit Pro7sat1 eigene Produkte auf den Markt zu bringen. Bei einer Kapitaleerhöhung besorgt sich das Unternehmen im November 2016 nochmal rund 500 Millionen Euro, um noch stärker in Digitalunternehmen investieren zu können. Jochen Schweizer sagt, damals sei

er bereits in Gesprächen mit Thomas Ebeling bezüglich der Übernahme gewesen. "Und ich war dann 2016 noch während der dritte Staffel lief, war ich in Gesprächen, ich wusste, ich werde 60 im nächsten Jahr und ich dachte mir, heiliger Bimber, es ist ja alles gelungen, es ist nicht auf Anhieb gelungen, es gab Rückschläge, aber ich bin den ganzen Weg gegangen und der Thomas Ebeling hatte echt

eine Lampe an dem Kopf. Der hat auch komplett meine Strategie verstanden, wie macht man aus der Firma Unicorn und mir war klar, mit 50 Millionen Euro Botomedia TV Unterstützung pro Jahr geht es deutlich schneller, als wenn ich mich durch den Markt kämpfe." Immer wieder habe er sich mit

dem Pro7-Sat 1-CEO zu Gesprächen getroffen und den Deal diskutiert. "Und der Thomas Ebeling hat mich dann relativ lange bearbeitet, ist immer wieder hier vorgefahren mit seinem Schoffhör, manchmal haben wir uns bis vier Uhr nachts unterhalten, der Schoffhörer um Rücks ist gepennt, vor allem von seinem S-Klasse, Stretch, Mercedes, mit dem er da unterwegs war." Am Ende der Gespräche habe man eine gemeinsame Vision gehabt, sagt Jochen Schweizer. Die Erlebnisportale

My Days und Jochen Schweizer sollen in einem gemeinsamen Unternehmen gebündelt werden. Rund 90 Prozent an dieser neuen Firma sollen pro 7-Sat 1 gehören, rund 10 Prozent gründer Jochen Schweizer. Gemeinsam will man das Gutschein-Business groß machen. Für Jochen Schweizer macht der Deal

auf den ersten Blick gleich dreifach Sinn. Einerseits verbindet er sich mit dem schärfsten Wettbewerber My Days, andererseits profitiert er von der Reichweite von pro 7-Sat 1 und dann wird er dafür nicht nur mit einem Haufen Geld belohnt, sondern bekommt durch den Anteil am neuen Unternehmen auch noch die Chance, am zukünftigen Wertzuwachs zu partizipieren. Und Thomas Ebeling? Der kann Monate nach der Kapitalerhöhung endlich öffentlich den ersten

großen Namen verkünden. Wie ein Fußballverein, der einen neuen Starspieler verpflichtet. Denn Jochen Schweizer ist damals der Marktführer im Erlebnisbereich. Laut einer Studie der Marktforschung GFK kennen 70 Prozent der 20- bis 59-Jährigen die Marke. My Days ist hingegen viel unbekannter. Der Deal macht für beide Seiten Sinn. Thomas Ebeling stellt damals laut Jochen Schweizer aber eine Bedingung. Dann haben wir uns noch während die dritte Staffel lief,

haben wir uns auf die Rahmenbedingungen verständigt. Und eine der Rahmenbedingungen war, dann musst du aber bei der RTL-Gruppe raus als Fernsehgesicht und kommst zu uns als Fernsehgesicht. Und dann hatten wir ein Handshake. Mit dem Verkauf an Pro701 hat Jochen Schweizer Millionen verdient. Sein Name dürfte noch bekannter werden. Immerhin will der Medienkonzern das Geschäft unter beiden Marken, also My Days und Jochen Schweizer, fortführen. Und davon dürfte natürlich auch seine Arena

profitieren, die nicht Teil des Deals ist und 2017 eröffnet. Doch es kommt anders. Aus Jochen Schweizer My Days wird kein Unicorn, sondern ein Problemfall. Und Thomas Ebeling wird bei Pro701 schon wenige Monate nach dem Deal gar nichts mehr vorantreiben, sondern vor die Tür gesetzt. In einer Telefonkonferenz soll der TV-Zuschauer als "ein bisschen fettleibig und ein bisschen arm" bezeichnet haben. Als dann auch noch die Geschäftszahlen schlecht sind, muss Ebeling frühzeitig

gehen. Und auch bei Jochen Schweizer My Days läuft danach wenig nach Plan. Die ständigen Führungswechsel sind dabei das geringste Problem. Denn 2023 muss Pro7 die Präsentation seiner Bilanz für das Vorjahr verschieben, nachdem ein Hinweisgebner auf massive Probleme bei dem Gutscheingeschäft hingewiesen hatte. Das Problem ist, für Gutscheine ab 250 Euro, zum Beispiel für Hotelwochenenden, hätte das Unternehmen offenbar eine Lizenz von der

Finanzaufsicht Barfin benötigt. Doch die hat Jochen Schweizer My Days nicht. Pro7 stoppt dann den Verkauf solcher Gutscheine. Doch damit bricht auch jede Menge Umsatz weg. Denn damals entfallen etwa 1/5 der Umsätze von rund 72 Millionen Euro auf diese hochpreisigen Gutscheine. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft München 1 wegen Verstößen gegen das Zahlungsdienste-Aufsichtsgesetz. Pro7 prüft, ob man Schadenersatz von früheren und aktuellen Mitarbeitenden verlangen kann. Inzwischen

will der angeschlagene Konzern nur noch raus aus dem Digitalgeschäft. Und auch das Geschäft mit den Gutscheinen selbst bereitet Probleme. Ich hatte euch ja erzählt, dass sowohl My Days als auch Jochen Schweizer jahrelang davon profitiert haben, dass Gutscheine nicht eingelöst wurden und sie das komplette Geld behalten konnten. Während der Corona-Pandemie haben dann jedoch weniger Leute Gutscheine gekauft und gleichzeitig wurden viele der Gutscheine auch erst nach dem Ende

der Einschränkungen eingelöst. Dafür aber auf einen Schlag deutlich mehr als üblich. Weil vielen Veranstaltern gab es dadurch nicht nur Terminprobleme, sondern Jochen Schweizer My Days hatte auch sehr viel höhere Kosten. Viele schlechte Nachrichten, viel schlechte Presse und immer wieder der Name Jochen Schweizer in den Medien, obwohl der ja nur noch einen kleinen Teil am Gutschein- Business besitzt. Für den Unternehmer Jochen Schweizer ist das ein Problem, weil viele Menschen

alles mit allem in Verbindung bringen könnten. Ein schlechtes Erlebnis beim Gutscheinkauf bei JochenSchweizer.de? Hm, dann sparen wir uns lieber den Besuch in der Jochen Schweizer Arena, das wird dann bestimmt genauso. Jochen Schweizer hat schon häufiger gesagt, dass der Verkauf des Gutschein-Business, der ihn sehr reich gemacht hat, ein Fehler war. Er sagt es auch bei unserem Besuch in seiner Arena. Das habe weniger mit dem Geld als mehr mit seinen Werten zu tun,

die ihm wichtig sein. Unabhängigkeit zum Beispiel. Der Verkauf sollte die Krönung seines Lebenswerkes sein. Aber es fühlt sich im Nachhinein anders für ihn an. Sieben Tage die Woche, 14, 16 Stunden am Tag habe ich das Unternehmen vom Cratch aufgebaut und nach 12 Jahren habe ich es dann verkauft und dann steht der Deal im Geschäftsbericht. Das weiß es jeder und jeder sagt, das ist ja der Gründertraum, der große Erfolg. Und dann habe ich herausgefunden, es ist ein großer

Unterschied zwischen erfolgreich zu sein und sich erfolgreich zu fühlen. Das ist ein fucking Difference. Weil erfolgreich zu sein ist das was andere über dich denken. Sich erfolgreich zu fühlen ist das was du selbst über dich denkst. Es mag sein, dass ich Frank Telen und Jochen Schweizer persönlich nicht besonders gerne mögen. Aber sie teilen eine Erfahrung, nämlich dass eine Entscheidung einen auch Jahre später noch verfolgt und dass man dabei irgendwann an einen

Punkt kommt, an dem man selbst kaum noch reagieren kann, weil man die Kontrolle verloren hat. Bei Jochen Schweizer beginnt diese Entwicklung mit dem Verkauf seines Unternehmens. Bei Frank Telen mit einem freundlichen jungen Mann mit roter Hose, dunklem Sacco, Krawatte und Einstecktuch im DHDL Studio in Köln. Guten Tag, mein Name ist David Schirmacher und ich bin Inhaber des Modehaus von Flöcke.

David Schirmacher ist damals 22 Jahre alt. Er hat an der privaten Hochschule EBS studiert, der European Business School, einer der Elite Unis in Deutschland und mit von Flöcke hat er einen Herrenausstatter gegründet, der Einstecktücher, Manschettenknöpfe, Fliegen und Streckkrawatten anbietet. 2012 hat er während des Studiums mit dem Verkauf von Fliegen zum selber binden begonnen. Pardon, ich meine Schleifen, das ist nämlich der Fachbegriff und den Online-Shop

A Gentleman's One ins Leben gerufen. Unter diesem Namen betreibt er mehrere Jahre einen Online-Shop. In der Höhle der Löwen präsentierte seine Idee, dann geht auch unter der Marke von Flöcke. Denn natürlich klingt die Geschichte der Entstehung der Marke von Flöcke viel besser im Fernsehen. Von Flöcke ist der Namen von Vorfahren von mir, also die Familie hat das wirklich gegeben, 600 Jahre lang und daher kommt auch unser Logo, wie Sie sehen, das hier oben bin ich,

das ist ein Scherenschnitt von mir. Den habe ich in demselben Stil anfertigen lassen, wie Scherenschnitte in unserem Wohnzimmer von der Familie von Flöcke. David Schirmacher will eine Marke aufbauen im Modebereich und dafür sucht er in der Sendung frisches Kapital. 100.000 Euro für 20% an seinem Unternehmen bietet er den Löwen. Die Idee ist ähnlich wie bei Little Lunch und den Suppen sehr weit weg von dem,

was Frank-Tehlen normalerweise so an Investments macht. Geografisch sind sie sich aber nah. Genau wie Frank-Tehlen kommen von Flöcke und David Schirmacher aus Bonn. Und dann sind dann noch die Margen, die David Schirmacher in der Show verkündet. Sie klingen eher nach Software-Business, als nach Textilhandel. Bis zu 70 bis 90% vom Verkaufspreis eines Produkts blieben als

Gewinn beim Unternehmen, verrät der Gründer im Studio. Wurral Öger, Frank-Tehlen und Judith Williams wollen investieren, aber auch Jochen Schweizer und Linke Wischhosen können sich ein Angebot vorstellen. Am Ende bekommt trotzdem das Löwen Trio den Zuschlag und 33% der Anteile an der Schirmacher Moden GmbH. Die Ziele von David Schirmacher sind damals groß. In einem Interview hat er mal erklärt, in welcher Liga er von Flöcke langfristig sieht.

Also ich habe immer gesagt, dass genauso wie man für hochwertige Anzüge hat, man hoge Boss im Kopf, wenn man daran denkt, wenn man an Sportschuhe denkt, denkt man Adidas oder Nike, nach dem was man bevorzucht. Und mein Ziel für die nächsten fünf Jahres auf jeden Fall ist, wenn man an hochwertige Herrenachsiss war, schleifen zum Selbstbinden, einstecken Tücher, coole Gürtel. All das denkt, dass man sofort von Flöcke am Kopf hat. Das ist mein Ziel für die nächsten fünf Jahre.

Erinnert ihr euch an den Tamm, über den ich in der Folge mit Little Lunch gesprochen habe, den Total Addressable Market? Genau wie bei Suppen kann man sich natürlich auch bei Herrenachsiss war, als die Frage stellen, wie groß dieser adressierbare Markt am Ende wirklich ist. Überspitzt gesagt, reicht die Grundausstattung für Mitglieder von Studentenverbindungen wirklich aus, um ein Millionenbusiness zu bauen? Ich glaube, auch hier muss man wieder den

historischen Kontext sehen. Wir reden vom Jahr 2015. Zalando hatte erst wenige Monate zuvor bewiesen, dass man als Online-Schuhhändler starten und als Modeplattform an die Börse gehen kann. Und gleichzeitig ist das Potenzial im Onlinehandel damals immer noch riesig. Allein im Modebereich wächst der Onlineumsetz damals laut Zahlen des Bundesverbands eCommerce und Versandhandel jährlich im Schnitt um rund 15 Prozentpunkte. Ich bin damals Ende 20 und viele in meinem

Freundeskreis heiraten. Ich kann mich noch gut erinnern, dass ich sehr viel im Internet nach Anzügen, Hemden, Schuhen und Krawatten geguckt habe. Und am Ende bin ich dann doch wieder bei Pick und Kloppenburg in den Filialen gelandet. Für Herrenbusiness-Mode sind solche Unternehmen damals die Anlaufstelle in den Innenstädten. Aber im Netz gibt es diese Anlaufstelle bislang nicht so richtig, finde ich. Ich kann schon verstehen, dass jemand wie David Schirmacher

in diesem Umfeld große Chancen sieht, eine starke Marke im Netz aufzubauen. Zumal es ja auch noch andere Start-ups gibt, die damals für Schlagzeilen sorgen. In den USA kann der Dollar-Shave-Club mit einem Nischenprodukt-Virasierklingen Millionen von Investor*innen einsammeln. Und in Deutschland kann im Herbst 2015 Windeln.de seinen Online-Shop für, naja, Windeln und andere Babyartikel sogar

zu einer Bewertung von rund 500 Millionen Euro an die Börse bringen. Und wenn das mit solchen Produkten geht, wieso soll man da nicht auch aus einem Fliegenverkäufer ein Multimillionen-Business machen können? Die Frage ist 2015 also nicht, wie viele Männer wirklich regelmäßig Fliegen zum selber Binden kaufen werden. Die Frage ist eher, ob es von Flöcke gelingen kann, zu der Anlaufstelle für alle Produkte im Bereich Männermode im Internet zu werden. Und dann vielleicht sogar

international zu expandieren. Jemand bei Zalando hat mir vor vielen Jahren mal sinngemäß gesagt, dass sich die Menschen gerne im Online-Shop die bunten, auffälligen Sachen anschauen und dann am Ende das schwarze T-Shirt kaufen. Und auch David Schirmacher soll damals sehr viel größer gedacht haben, hat mir jemand erzählt, der damals mit ihm gesprochen hat. Freinach dem Motto, die Fliegen sorgen für die Aufmerksamkeit, die Socken für die Umsätze. Denn da gibt es auf jeden Fall einen

Markt im Online-Bereich mit vielen Interessenten. Nach dem Auftritt bei Hülle der Löwen hat David Schirmacher mit Wurral Öger, Judith Williams und Frank Thelen drei neue Investor*innen und drei Models, die seine Marke schnell bekannter machen können. Wer nach seinem Auftritt bei DHD Internetseite von von Flöcke aufruft, sieht die drei Löwen dort in von Flöckeprodukten. Vom Einstecktuch bis zur Armbanduhr. Selbst Frank Thelen, bekannt er für einen legeren Look, hat sich für die Fotos

eine Schleife um den Hals gebunden oder binden lassen. Diese Einigkeit besteht allerdings nicht lange. Schon nach wenigen Monaten verkauft Wurral Öger seine Anteile an einen Textilunternehmer aus dem Großraum Düsseldorf. Wenig später steigt auch Judith Williams aus. In einem Interview erzählt sie später, David Schirmacher habe sie darum gebeten. Geld habe sie mit dem Investment nicht verdient. Der Gründer hat sich später in der Bildzeitung darüber beschwert, dass ich Wurral

Öger so wenig gekümmert habe. Er habe ihn nur einmal bei dem Fotoshooting gesehen. Mich wundert das ehrlich gesagt nicht, immerhin kämpft Wurral Öger damals um das Überleben seiner Firmen. Wir hätten darüber gerne nochmal mit David Schirmacher selbst gesprochen. Genauso wie über die weitere Entwicklung. Auf Anfragen über verschiedene Kanäle hat er aber nicht reagiert. Beziehungsweise die einzige Reaktion war, dass er mich bei LinkedIn blockiert hat. Wir respektieren natürlich,

dass ich David Schirmacher nicht äußern will. Ein Stück weit kann ich es auch nachvollziehen. Denn ein Happy End gibt es in dieser Geschichte nach dem Ausstieg der beiden Löwen nicht. Im Gegenteil. Auch Frank Thelen dürfte sich rückblickend vermutlich einige Male gewünscht haben, später nicht mehr an Bord gewesen zu sein. Denn rund um von Flirke wird ein Wirtschaftskrimi entstehen, wie ihn sich selbst die Drehbuchautor*innen beim Fernsehen nicht besser hätten ausdenken

können. Es geht um einen Haufen Geld, fragwürdige Deals mit zwielichtigen Personen und einen öffentlich ausgetragenen Machtkampf, auf dessen Höhepunkt David Schirmacher in einem Livestream bei Facebook sogar eine Waffe zieht. Der Fall von Flirke wird zu einem Spektakel, das selbst erfahrene Journalist*innen wie Delfine Sachsenröder kaum glauben können.

"Das war wirklich wie so ein Fortsetzungsroman, wo dann in einer gewissen Zeit wirklich jede Woche irgendwas Neues passierte und man konnte immer sicher sein, irgendwas passierte, aber man konnte sich im keisterweise vorstellen, was noch alles passieren würde. Das war schon sehr unterhaltsam. Aber das ist dann völlig etaliert und ich habe auch aus seiner Kontrolle geraten." Delfine Sachsenröder hat lange für den Bonner Generalanzeiger gearbeitet.

Daher kenne ich sie auch. Ich war damals bei der Rheinischen Post, die zum gleichen Mutterkonzern gehört. Als sich das Drama um von Flirke zuspitzt, haben wir teilweise Texte von ihr auch in der Rheinischen Post gebracht. Denn wie gesagt, so einen Wirtschaftskrimi erlebt man selten. Der Fall von Flirke ist damals eine Art sehr skurriles Popcornkino. Dabei hatte alles so vielversprechend begonnen. Fast wie im Märchen. Also…

"Es war einmal ein sehr junger Ritter. Friedrichs Sein Name, der so vieles in der Welt nicht verstand. Er war aber sehr neugierig und wollte alles lernen." So beginnt ein Startup-Märchen. Es ist das Buch, das David Schirmacher 2019 veröffentlicht hat. Es erzählt die Geschichte von Ritter Friedrich, der das Unternehmen zur Bluse gründet und damit Damenblusen verkaufen will.

Es erzählt die Geschichte von der Sendung "Das große Ding", in der der Ritter den Tech-Investor Franz Mehlem kennenlernt, den Unternehmer Bilal Emüyü und die Teleshopping Queen Martha Edwards. Und das Buch erzählt die Geschichte von einem rasanten Aufstieg und einem noch tieferen Absturz. David Schirmacher schreibt auf dem Umschlag des Buches "Ähnlichkeiten mit real existierenden Personen oder realen Ereignissen der Jahre 2013 bis 2019 seien rein zufällig und nicht beabsichtigt.

Das Buch ist demnach einfach nur ein Märchen, mehr nicht. Aha. Der Bonner Generalanzeiger berichtet das erste Mal im Januar 2016 über von Flöcke. David Schirmacher hat damals seinen Büro im Herzen von Bonn in unmittelbarer Nähe zu Gebäuden der Universität und dem alten Bonner Rathaus. Wenige Monate zuvor wurde sein Auftritt bei DHDL ausgestrahlt. Seitdem geht es offenbar rasant bergauf.

David Schirmacher erzählt laut Artikel, dass er inzwischen ein Geschäft in Wien eröffnet habe, um international zu expandieren. Auch in neuen Filialen des Warenhauskonzerns Kaufhof sollen von Flöckeprodukte damals erhältlich sein und allein in der ersten Woche nach der Ausstrahlung rund 20.000 Euro Umsatz gebracht haben. Sogar über neue Produkte denkt David Schirmacher damals nach. Er spricht von Handy und Tablet-Höhlen.

Es wäre der zweite Versuch von Investor Frank Thelen mit diesen Produkten im DHDL-Kontext Geld zu verdienen. In der ersten Staffel hatte er gemeinsam mit Linke Wischhosen in Krispy Wallet investiert. Davon hatte ich euch ja erzählt. Doch 2015 musste das Start-up Insolvenz anmelden, weil sich die Handyhöhlen und Co. einfach zu schlecht verkauft haben. Aber genau wie die Socken könnten solche Assessoires von Flöcke helfen.

Sie kosten wenig im Einkauf, können gute Margen erzielen und werden im Idealfall auch nicht besonders oft retouriert. Kurzum, sie können helfen das Unternehmen auf gesündere Füße zu stellen. Denn der Auftritt bei DHDL hat zwar einen Push gebracht, aber ewig hält der Fernsehturbo natürlich nicht an. Hinzu kommt, von Flöcke hat zwar im Jahr vor DHDL bei rund 30.000 Euro Umsatz fast 9.000 Euro Gewinn gemacht. Damals hat Gründer David Schirmacher aber auch kaum Gehälter bezahlen müssen.

Auch Mieten für Lager oder Filialen gab es damals noch nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung. Doch nun, nach dem Erfolg bei DHDL, wird alles etwas größer gedacht, wodurch auch die Kosten rasant steigen. Im Märchen über das Start-up zur Bluse passiert so etwas auch. Und dort klingt es so. Franz erzählt, dass während der Show so viel im Shop bestellt werden wird, dass die Start-ups aus der ersten Staffel nicht genug Lagerbestand gehabt hätten und ihnen viel Umsatz entgangen sei.

Der junge Ritter soll deshalb für mindestens 100.000 Ritter mark Waren einkaufen und genug liefern zu können. Franz bittet den Ritter zudem ein Büro anzumieten, das repräsentativ ist. Schließlich werde zur Bluse sein Vorzeige Investment und das der ganzen Stadt Ritterhausen. Neben dem CTO soll eine Chefdesignerin eingestellt werden. Sie soll mit der besten Software und allen nötigen Programmen ausgestattet werden.

Der junge Ritter wirft ein, dass er erstens das Investment noch gar nicht auf dem Konto hat, zweitens keine Reserve gebildet werden könne und drittens in das Garten. Das Ganze in dieser Dimension nicht geheuer sei. Franz schlägt das alles in den Wind. Will der junge Ritter nun ein großer stolzer Ritter werden oder nicht? Und wenn die Firma abhebe, sei Geld sowieso kein Problem mehr. Das werde man überall bekommen.

Diesen Satz wird Franz im Laufe der kommenden Wochen, Monate und Jahre ständig wiederholen. So hat es sich im Märchen zugetragen. Wie es bei von Flöcke war, wissen wir natürlich nicht. Wie gesagt, David Schirmacher antwortet nicht und Frank Thelen wollte mit uns nicht über von Flöcke sprechen. Wie es weitergeht, lässt sich trotzdem rekonstruieren. Anfangs wirkt, von außen betrachtet, alles wie eine Erfolgsgeschichte.

Und David Schirmacher mit seinen nicht mal 25 Jahren wie der Prototyp des erfolgreichen Gründers. Als eine Journalistin des Starter Portals Gründerszene im Sommer 2016 von einem Besuch bei von Flöcke berichtet, schreibt sie von 2000 Filialen von Modehäusern wie Bräuninger oder Sennleffers, in denen es von Flöcke Produkte bereits im Handel gäbe. Monatlich mache das Unternehmen angeblich 200.000 Euro Umsatz. Aufs Jahr gerechnet wären das Millionen Umsätze.

Ein neuer Investor sei auch mit an Bord. Außerdem bereite Schirmacher damals laut eigener Aussage eine Finanzierungsrunde im Millionenbereich vor. Es klingt wie ein Startup-Märchen. Und genau das ist es auch. Ein Märchen. Das ist seine Vater Morgana, eine Verzerrung der Realität. Es ist das Marketing Mindset, das damals auch seinen Investor Frank Thielen auszeichnet. Ihr erinnert euch.

Du musst halt auf den einen Seite den Gründern sagen, hey, think bigger und mach dich größer, als du bist, jeder praktikantes Mitarbeiter. So, da gibts natürlich Grauzonen und da gibts Off und ja, da würde ich sagen, dass ich auf jeden Fall eher immer auf der progressiven Seite bin und deswegen versuchte hab die Gründer da größer zu machen. Im Fernsehen gehört die Show zum Geschäft.

Da wird aus einem unbekannten Investor wie Frank Thielen schnell mal der Mann gemacht, dem auch Bundeskanzlerin Angela Merkel zuhört. Da werden von den Gründer*innen Erfolgsgeschichten erzählt, ohne so genau hinzuschauen, ob da wirklich jede Zahl stimmt. Und da sagen die Löwen Investments von 100.000 Euro nach wenigen Minuten Pitch zu und besiegeln das einfach per Handschlag.

Traumfabrik wird Hollywood oft genannt, weil die Menschen hier mit ihren Filmen und Produktionen Geschichten von Gut und Böse erzählen können, in die Zuschauer abtauchen können, um die Realität für ein paar Stunden hinter sich zu lassen. Und natürlich sind auch die MMC-Studios in Köln-Ossendorf, in einem Industriegebiet direkt am Kreuz-Köln-Nord ein kleines bisschen Traumfabrik. Hier werden Shows produziert wie Let's Dance. Es sind oft Produktionen mit realen Teilnehmenden.

Aber es sind trotzdem Shows und im Fall von DHDL eben eine Show über Wirtschaft. Das Problem ist nur, DHDL wirkt über den Fernseher hinaus. Denn die Zuschauer*innen sehen ja hier nicht nur einen Unterhaltungsformat, sondern auch Produkte, die sie anschließend im Handel kaufen wollen. Sie sehen Investor*innen, die gewieft und erfolgreich wirken und gründer*innen mit äußerst vielversprechenden Ideen. Und irgendwann passiert das, was eigentlich nicht hätte passieren dürfen.

Die Show setzt sich abseits des Bildschirms im echten Leben fort. Und ab Juni 2017 können bei von Flöhrke die Zuschauer*innen zum ersten Mal auch Selbstlöwen spielen. Und investieren. Gatekeeper. Das ist ein Wort, das ich das erste Mal gehört habe, als es um die Zukunft meines eigenen Jobs geht. Da wurde dann gerne gesagt, dass Journalist*innen früher das Meinungsmonopol gehabt hätten. Und nun durch Social Media als Gatekeeper verschwenden.

Denn bei Facebook und Co. kann Ende der Nullerjahre plötzlich jeder schreiben und teilen, was ihm so in den Sinn kommt. In den 20 Zehnerjahren verändert sich durch das Internet aber auch die Finanzwelt. Oder zumindest glauben viele damals an die Revolution. Der Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers und die anschließende Weltfinanzkrise werken vielerorts nicht nur Zweifel an der Wall Street, sondern auch am Finanzsystem generell.

Und auch da geht es wieder um die Beseitigung der vermeintlichen Gatekeeper. Hatten die Banken nicht durch schlechte Investments erst die Finanzkrise heraufbeschworen? Hatten sie nicht fragwürdige Immobilienkredite finanziert und immer wieder hin und hergeschoben bis keiner mehr wusste, wie groß das Risiko von Ausfällen überhaupt ist? Und wäre es nicht viel sinnvoller, wenn man gute Ideen selbst unterstützen könnte, mit seinem eigenen Geld?

2009 ist in den USA die Plattform Kickstarter gegründet worden. Auf der Plattform werden damals verschiedene Projekte veröffentlicht, in die man investieren kann. Viele Menschen sind fasziniert. 2014 kommt beispielsweise ein Film zur Serie Veronica Mars in die Kinos, den Fans zuvor über Kickstarter mit mehreren Millionen US-Dollar Investment finanziert hatten.

Und im gleichen Jahr übernimmt Meta für rund 2 Milliarden US-Dollar den Hersteller von VR-Brillen Oculus, der zuvor ebenfalls der erfolgreich Geld für seine VR-Brille über Kickstarter eingesammelt hatte. Und ich weiß noch, dass ich Anfang 2014 ein Buch in meinem Briefkasten hatte. Die Freien Bibel. Ich hatte damals über das Crowdfunding-Portal Crowdreporter ein Projekt unterstützt, bei dem es darum ging, ein Handbuch für freie Journalist*innen zu produzieren.

Ich war damals noch volontär und dachte, wer weiß, ob ich die Tipps nicht irgendwann selbst mal brauche. Das Thema Crowdfunding ist damals, im Jahr des Staats von Hülle der Löwen, jedenfalls ziemlich heiß. Das sieht man auch daran, dass damals auch in Deutschland viele Plattformen entstehen, über die man in Ideen oder eben auch in Unternehmen investieren kann.

2010 geht die Kickstarter-Variante Start Next an den Start, 2011 Seat Match, 2012 ein Kompanisto und die Crowdfunding-Plattform für Journalismus Crowdreporter. Und 2015 folgt dann noch Capilendo. Zu Beginn ist die Situation speziell für die Crowdinvesting-Startups schwierig. Kompanisto-Gründer David Rotert hat das mal in einem Firmenporträt so beschrieben. Ich glaube, ich kann das am besten mit so einem Bild beschreiben.

Die Situation, wenn man eingeladen ist zu einer Party und der Gastgeber sagt, die Party beginnt um 22 Uhr und ich glaube, wir waren um 22 Uhr auf dieser Party, um dann festzustellen, dass die ganze Tanzfläche noch leer ist. Denn natürlich müssen die Gründer*innen der Plattformen zunächst mal Startups davon überzeugen, sich auf diese Weise kapital zu besorgen. Und umgekehrt müssen sie auch Menschen davon überzeugen, über die Plattformen in diese Startups und Unternehmen zu investieren.

Hüte der Löwen-Startups haben es da leichter. Denn sie sind durch die Sendung ja schon eine Million Publikum bekannt. Ihre Produkte sind schnell verständlich und sie haben durch ein Investment der Löwen eine Art Erfolgsstempel aufgedrückt bekommen. Meine Spielzeugkiste wird zum Beispiel mehrmals Geld über Kompanisto einsammeln. Vor DHDL, aber auch danach nochmal.

Auch andere wie die Food-Startups Foodist oder Littel-Lunch, der Erlebnissportanbieter X-Lattics, damals noch Krasfit, oder das Unternehmen hinter der Kinder-Snack-Marke freche Freunde, Erdbeer, sammeln über Kompanisto, Kapilände oder Seedmatch erfolgreich Geld von Privatleuten ein. Für die Startups gibt es neben dem frischen Kapital auch einen Marketing-Effekt, weil über die Kampagne mitunter auch berichtet wird.

Und meine Spielzeugkistegründer Florian Spartelf hat mir gesagt, man habe aus der Community auch sehr gute Anregungen zum Produkt bekommen. Unumstritten ist Crowdinvesting damals dennoch nicht. 2013 wäre das Modell sogar fast mal verboten worden, als die Bundesregierung das Kleinanlegerschutzgesetz überarbeitet hat. Und 2015 mahnt die Finanzaufsicht Barfin zur Vorsicht bei Crowdinvesting an geboten.

Speziell bei solchen, bei denen man eben nicht Anteilseignerin des Unternehmens wird, sondern diesem lediglich einen sogenannten Nachrangdarlehen gibt. Denn wie der Name schon sagt, bekommt man sein Geld im Falle einer Insolvenz dann auch tatsächlich erst später als alle anderen Investor*innen zurück. Wir haben bei den Plattformen nachgefragt, ob sie damals aktiv um DHDL-Startups geworben hätten.

Sie haben das verneint und tatsächlich haben bis 2017 auch gar nicht so viele Startups aus der Sendung diesen Finanzierungsweg gewählt. Allerdings gleich drei Startups, an denen Frank Thelen beteiligt ist. Meine Spielzeugkiste, Little Lunch und dann 2017 auch von Flöcke. Die Idee kam immer von den Startups. Wir selber haben nie gesagt, wach doch mal Crowdfunding.

Und wir sind Minderheitsgesellschaften, jetzt kommt einer hin und sagt, hey, ich habe gehört, mein Kumpel macht das und so weiter. Und es war natürlich auch passend für DHDL, weil diese Unternehmen ja überdurchschnittlich bekannt waren und überdurchschnittlich viele Kunden auch in der Datenbank hat, weil die so schnell gewachsen sind. Die Fälle sind tatsächlich sehr unterschiedlich.

Meine Spielzeugkiste hat schon vor dem Investment von Frank Thelen über Kompanist-so-Geld von der Crowd eingesammelt. Insgesamt drei Mal wird man diesen Weg wählen. Nach dem Auftritt bei die Hüte der Löwen wird die Summe des gesammelten Geldes bei mehr als einer Million Euro liegen. Ein Erfolg wird das Startup trotzdem nicht. 2019, fünf Jahre nach dem Auftritt bei DHDL, muss meine Spielzeugkiste Insolvenz anmelden.

Little Lunch wiederum sammelt zweimal mehr als eine Million Euro über die Plattform Capilendo ein. Es dauert jeweils nur knapp einen Tag, bis die Summe zusammen kommt. Die beiden Gründer zahlen die Dalien dann auch später vorzeitig zurück. Ein Erfolg. Und 2020 gelingt dann auch noch der Exit. Little Lunch wird an einen Lebensmittelhersteller verkauft, angeblich für einen Millionenbetrag. Für Capilendo sind Beispiele wie Little Lunch wichtig.

Erst 2016 hat man überhaupt angefangen, auch Startup-Finanzierungen über die Plattform anzubieten. Entsprechend wichtig sind dann eben auch diese Erfolgsgeschichten. Von Flirke hingegen wird sich weniger gut entwickeln und Capilendo am Ende dazu bewegen, sogar juristisch gegen Gründer David Schirmacher vorzugehen. Als die Kampagne im Sommer 2017 bei Capilendo startet, ist die Berliner Fashion Week seit wenigen Tagen vorbei.

In einem Call mit potenziellen Investor*innen ist David Schirmacher sehr zufrieden mit der Teilnahme. Er sieht von Flirke im Wachstumsmodus. Und die Crowd soll dabei helfen. Wir setzen Geburt darauf, unsere Patrizkanäle zu erweitern. Das heißt, wir als ein neues Dorf, als ein Mehrpunkt auf das selbste Großhandel gleichzeitig internationalisieren. Wir das heißt, wir gehen europäische Auslands und erweitern unsere Produktgruppen sehr deutlich. Von Flirke ist damals knapp 3,5 Jahre alt.

Gründer David Schirmacher hat kaum Erfahrung im Handel, genauso wenig wie sein wichtigster Investor Frank Thelen. Trotzdem soll alles gleichzeitig passieren. In Köln hat von Flirke erst Ende Juni 2017 den ersten Laden eröffnet. Nun sollen weitere in Düsseldorf und Münster folgen. Wie sich die Umsätze im ersten Laden langfristig entwickeln, ist noch nicht absehbar. Erfahrungswerte gibt es also nicht.

Denn den Laden in Wien, über den ein Jahr zuvor der Bonner Generalanzeiger geschrieben hat, den gibt es wohl doch nicht, wird in dem Gespräch mit den potenziellen Investor*innen deutlich. Ins Ausland will David Schirmacher aber trotzdem. Belgien, Österreich, die Niederlande, auch skandinavische Länder stehen auf seinem Zettel. Parallel soll das Sortiment massiv erweitert werden. Von Flirke will Lederassistoires wie Portmonnaies und Gürtel auf den Markt bringen.

Eigene Hemden gibt es schon. Es sollen Polohemden folgen, dann Polova, Unterwäsche, Sakos, Schuhe, sogar eine Badehose ist schon in Planung. Bis 2021, so die Vision, soll von Flirke der führende Anbieter im Herrenmodebereich sein. Die Pläne sind so ambitioniert, dass sie selbst ein Großunternehmen vor Herausforderungen stellen würden. Wie muss es dann erst bei einem Start-up sein, bei dem der Gründer selbst Teile des Online-Marketing noch selbst betreut?

Und ist diese Vision überhaupt realistisch? Macht nicht Hugo Boss einen Umsatz von mehr als 2,5 Milliarden Euro, während David Schirmacher damals für das Jahr 2017 mit rund 3,6 Millionen Euro rechnet? Dass von Flirke Investor*innen 9% Zinsen bietet für einen Nachrangdarlehen, das zeigt deutlich wie groß das Risiko ist. Dennoch kommen in kürzester Zeit mehr als 1,2 Millionen Euro zusammen. Manche investieren 100 Euro, andere ein paar Tausend.

Im Investor*innen-Call wird David Schirmacher gefragt, wie das Worst Case-Szenario aussieht. Was passiert beispielsweise, wenn Frank Thelen aussteigt? Unser Worst Case-Szenario, was passieren könnte, wäre, dass wir Umsatz-Erwartungen, zum Beispiel als 30% im World Cup, verfehlen, das heißt, unser Umsatz ist dort niedriger als gedacht. Und dann würde man allerdings unser Kerngeschäft davon nicht weniger konkretieren. Er sollte sich irren, so wie Ritter Friedrich im Märchen.

In der Firma kriselt es an allen Ecken und Enden. Ohne den Ritter im Verkauf sind die Umsätze deutlich schlechter als geplant. Auch sind die hastig eingestellten Mitarbeiter*innen in den Läden teils nicht in der Lage, teils nicht willens, die Kunden ausreichend zu beraten. 50 Angestellte hat die junge Firma jetzt und kann diese kaum angemessen verwalten. Es gibt einen Spruch. Retail ist Detail. Das heißt, wer im Handelsgeschäft überleben will, muss seine Kosten unter Kontrolle halten.

Jedes Detail ist wichtig, um erfolgreich zu sein. Und das bekommt David Schirmacher immer deutlicher zu spüren. Die Probleme des Startups werden zunehmend offensichtlicher, sodass 2018 auch die Medien genauer hinschauen. Delphine Sachsenröder, damals Bonner Generalanzeiger, erinnert sich. Also es fing damit an, dass er irgendwie da in Schwierigkeiten geriet und die Filialen geschlossen haben und das ist dann ja schon interessant. Dann fragt man mal nach, was ist denn los?

Wäre diese Geschichte ein Märchen? Würde der tapfere Ritter Friedrich spätestens jetzt zum Helden werden? Er würde nicht nur seinen wunderschönen Engel retten, seine Liebste, mit der er das Geschäft von zur Bluse aufgebaut hatte. Er würde auch den Laden retten und ich könnte mit der Formel schließen, die so viele andere Märchen auch beendet. Und so lebten sie glücklich bis ans Ende ihrer Tage. Aber ich habe es ja gesagt.

Diese Geschichte ist kein Märchen und David Schirmacher ist auch kein strahlender Ritter, sondern ein unerfahrener Mitzwanziger, dem das Wasser plötzlich bis zum Hals steht. Die Läden machen Verluste, die Kosten laufen völlig aus dem Ruder, während die Umsätze längst nicht so stark steigen wie öffentlich angekündigt.

Der Umsatz im Jahr 2017 lag am Ende des Jahres nicht mal bei 1,2 Millionen Euro, also der Summe, die David Schirmacher eigentlich schon für das erste Halbjahr kommuniziert hatte. Gleichzeitig macht von Flöcke damals rund 900.000 Euro Verlust. Das zeigen interne Unterlagen, die der Block Wortfilter veröffentlicht hat. Von Flöcke braucht dringend Geld. Immerhin muss Schirmacher nicht nur das Geschäft am Laufen halten, sondern auch die hohen Zinsen an die Capilendo Anleger*innen zahlen.

David Schirmacher ist auf der Suche nach schnellen Umsätzen und erweitert sein Sortiment kurzfristig um Spirituosen. "Gentlemen Club" nennt er das Konzept, bei dem auch Kaviar und Koberind angeboten werden sollen. Über Shopping-Portale wie "My Deals" vertickt Schirmacher die Spirituosen damals in so großen Mengen, dass es schon bald zu Lieferengpästen kommt. Das Bestellvolumen ist so groß, dass Zahlungsanbieter wie PayPal aufgrund von Auffälligkeiten die Konten sperren.

40.000 Bestellungen gehen angeblich ein. Nur 15.000 kann von Flöcke abwickeln. Im Internet hagelt es Kritik von verärgerten Kund*innen. Doch schnell kommt ein ganz anderer Verdacht auf. Steckt hinter dem Problem etwa eine Methode? Denn plötzlich taucht im Zusammenhang mit von Flöcke immer wieder der Name eines Unternehmers auf, gegen den damals die Staatsanwaltschaft ermittelt und der später auch wegen Urkundenfälschung verurteilt wird.

Dieser Unternehmer soll damals Kund*innen über Webseiten wie StarDreams günstige Spirituosen verkauft haben, ohne diese anschließend zu liefern. Machen Schirmacher und der Unternehmer jetzt gemeinsame Sache? Das Startup dementiert Anfangsverbindungen zu diesem Unternehmer. Dann tauchen Mails auf, die mindestens eine Beraterrolle wahrscheinlich machen.

David Schirmacher mandatiert zwar noch den umstrittenen Medienanwalt Ralf Höcker, wohl in der Hoffnung die Berichterstattung irgendwie stoppen zu können, doch zu spät. Es ist ein PR-Supergau für das Startup und seinen prominenten Investor. 2017 war von Flöcke noch das gefeierte Startup, das eine Millionensumme von der Crowd einsammeln konnte. 2018 kämpft Gründer David Schirmacher mit allen Mitteln ums Überleben seiner Firma. Der Einstieg ins Alkoholgeschäft überfordert die Firma komplett.

Später hat er mal gesagt, er habe mit 19.000 Euro Umsatz am ersten Tag kalkuliert. Stattdessen sei es mehr als 178.000 Euro gewesen. Es ist ein unglaubliches Chaos. Frank Thelen kann all diesen Ärger überhaupt nicht gebrauchen. Seit dem Start von Hülle der Löwen hat er sich das Image eines erfolgreichen Investors aufgebaut. Der Mann, dem die Kanzlerin zuhört, dieses Image will Thelen nicht mehr verlieren.

Im Mai 2018 hat er gemeinsam mit der CSU-Politikerin Dorothe Baer das Innovation Council ins Leben gerufen, einen politischen Beirat. Es ist zwar jetzt nicht Angela Merkel, die ihm zuhört, aber immerhin ihre Staatssekretärin. Im Beirat sitzen auch die CEOs von zwei Beteiligungen seines Fonds freigeist. Thelen hat in das Flugtaxi Startup Lilium Aviation investiert und in die Kryptobörse neu fand.

Als im Sommer 2018 seine Biografie "Startup DNA" erscheint, lautet der Untertitel "Hinfallen, Aufstehen, die Welt verändern". Das klingt nach mehr Flugtaxi als Suppen aus dem Glas, nach mehr Kryptobörse als Herrenmode. Frank Thelen ist damals auf dem Weg nach ganz oben und das nicht nur in den Bestseller-Listen. Und dann zieht von Flirke ihn runter. Die Berichte über die Probleme kratzen an seinem Image.

Nach Anzeigen gegen Gründer David Schirmacher ermittelt die Bonner Staatsanwaltschaft wegen Betugsverdachts. Der viele Sachsenröder ist damals die erste Journalistin, die darüber berichtet. Viele andere Medien greifen ihre Berichterstattung auf. Die Geschichte ist irre, aber das erfallt so viel Aufmerksamkeit bekommt, hat aus meiner Sicht auch etwas mit Schirmachers Auftreten zu tun.

Der Schnöselgründer mit Einstecktuch, der sich vor seinem Porsche fotografieren lässt, während sein Startup rote Zahlen schreibt. So jemanden sieht man in Deutschland offenbar besonders gerne fallen. Und auch Frank Thelen kann sich aus dem Strudel nicht mehr befreien. Er versucht es zunächst mit Schadensbegrenzung, will die Anteile an von Flirke offenbar loswerden und kritisiert den Gründer für sein Vorgehen bei den Alkoholdeals, das angeblich nicht abgestimmt war.

Doch dann tauchen Berichte auf, dass Thelen schon zuvor versucht hatte seine Anteile loszuwerden. Für seine und andere Anteile sollen offenbar 4,5 Millionen Euro geboten worden sein. Erst als die spirituosen Probleme des Startups anfingen, gerieten die Gespräche laut damaligen Berichten ins Stocken. Und außerdem soll er sehr wohl über die Alkoholdeals informiert gewesen sein.

Noch verheerender ist, dass das Manager-Magazin wenig später berichtet, Thelen habe seine Anteile an von Flirke schon vor der Capilendo-Kampagne verkaufen wollen, während er gleichzeitig noch als Testimonial Werbung gemacht hat. Er blieb im Anschluss demnach nur auf den Anteilen sitzen, weil der neue Investor nicht zahlen konnte.

Auch das Format Steuerung F wird diesen Vorwurf Jahre später erheben und Thelen sogar mit einem Notarvertrag konfrontieren, der aufgesetzt aber wohl nie beurkundet wurde. Das Bild, das damals entsteht, ist für Frank Thelen verheerend und das Problem ist, während er damals versucht, möglichst wenig zu dem Fall zu sagen, startet David Schirmacher eine Aktion, die man wohlwollend als "Gerillermarketing" bezeichnen kann. Er geht live bei Facebook.

Diese Auftritte sind dann mit zunehmendem, da ging es dann auch um Alkoholkonsum etc. sind hier so ein bisschen aus dem Ruder gelaufen. Und das wurde im Prinzip dann über so ein paar Wochen immer schlimmer. Er wurde davon von seinen Followern dann immer noch weiter angestachelt. Direkt am Anfang verbreitet David Schirmacher die Nachricht bei Facebook, es habe einen SEK-Einsatz bei ihm gegeben.

Medien berichten darüber, als sich herausstellt, dass die ganze Geschichte nicht stimmt, löscht unter anderem das Handelsblatt einen entsprechenden Artikel. Der Post ist Teil von David Schirmacher's Social Media Offensive. Die Insolvenz scheint kaum noch abwendbar zu sein, doch David Schirmacher nutzt Social Media und speziell die Livestreams für Abverkäufe. Immer wieder spielt dabei auch Frank Telen gegen seinen Willen eine Rolle.

Er ist in Werbeanzeigen zu sehen mit dem Slogan "Prominenz kauft bei von Flöcke". Mit dem Gutscheinkot "Heu leise 42" bekommt man 20% auf alles verspricht Schirmacher. Später verkauft er auch noch Frank Telen muss rausboxen. Anfang März postet er ein Bild, das ihn sitzend auf einer Kanone zeigt. Ab jetzt werden die Preise abgeschossen und Frank Telen gleich mitsteht daneben. Ein anderer Post zeigt ein Foto von Schirmacher im Anzug. Auf den Kopf wurde ein Sombrero montiert.

Unser neuer Insolvenzverwalter, Senor Davidos Schirmacheros ist darunter zu lesen. Auch in den Livestreams taucht er damals mit falschem Schnurrbart und Sombrero auf. Immer wieder spricht er in den Streams über seine finanziellen und rechtlichen Probleme. Er klärt was bei ihm los ist. "Die großen Dinger, das sind die Griechenunterlagen. Völlige Zustellungen. Völlige Zustellungen. Mehr völlige Zustellungen hat nie ein Mann in seinem Scheiß leben zu kommen."

"Ich weiß nicht, dass ich das eine Zeitung in dieser Hochphase dieser Livestreams habe. Das war ja immer nachts. Und wie man sonst vielleicht spät abends was im Fernsehen guckt. Das war zwar mein Job, aber irgendwie war es auch total unterhaltsam, sich das dann anzugucken und so ein paar Notizen zu machen. Da muss man sich dann irgendwann wirklich losreißen von uns und sagen, jetzt ist Schluss, mach das Ding aus, weil es so irre war."

David Schirmacher wirft Helen damals vor, durch seine öffentlichen Aussagen und seine Kritik, dem Unternehmen zusätzlich geschadet zu haben. Frank Helen wiederum versucht, Anfang März eine einstweilige Verfügung gegen David Schirmacher zu erwirken. Denn der dreht immer weiter auf. In einem Livestream kündigte er Anfang März an, bei 1000 Bestellungen die Handynummer von Thelens Ehefrau zu veröffentlichen.

Als Frank Thelen am 8. März bei einer Veranstaltung in Köln als Vorredner des früheren US-Präsidenten Barack Obama auftritt, filmt Schirmacher das Sicherheitspersonal. Dass angeblich extra dafür abgestellt wurde, Störungen während des Thelenauftritts zu verhindern, nachdem er im Vorfeld genau solche Störungen angekündigt hatte.

Das muss man sich mal vorstellen, da kommt der ehemals mächtigste Mann der Welt nach Köln begleitet vom Secret Service und das Sicherheitspersonal muss sich darum kümmern, dass Frank Thelen aus Bonn nicht beleidigt wird. David Schirmacher ist damals unberechenbar, er veröffentlicht sogar Distracts über Frank Thelen. Um sich besser schützen zu können, meldet Frank Thelen am 17. März 2019 sogar seinen Namen als Mark beim Patent- und Markenamt an.

Das war wirklich völlig absurd und das war aber auch aufschlussreich, wie man so Gruppen auch so aufdacheln kann und wie sich so Gruppen dann auch im Internet gegenseitig hochvaukeln. Ich fand das auch unheimlich, ich bin da auch mal ins Visier geraten, weil denen natürlich die Berichterstattung da auch nicht wirklich gepasst hat.

Da wurde dann auch gegen unliebsame Journalisten, wurde da gewettert und irgendwie aufgerufen, bei denen sollten sich jetzt doch alle mal melden unter ihren Unmutkund tun und das ist dann auch ein unangenehmes Gefühl, wenn man da irgendwie selber zur Zielschweibe wird.

Aber ja gut, da muss man dann halt auch durch und das hat dann auch wieder nachgelassen, also es ist nicht mit Frank Thelen, weil schon der Haugleit tragende da und es hatte hinterher auch überhaupt nichts mehr mit irgendwie Geld verdienen oder einem Geschäftsmodell oder irgendwas zu tun. Es war einfach so ein außer Brand und Band geratene Internetmolte eigentlich. Ende März erreicht er Streit seinen Höhepunkt.

Nachdem Schirmacher in einem Facebook-Live-Stream Wein und Hochprozentiges konsumiert, handierte er auch mit einer Waffe, woraufhin kurz danach die Polizei bei ihm auf der Matte steht.

Also wie gesagt, für mich bleibt immer noch ein Rätsel und das wüsste ich eigentlich gerne, was in dessen Hirn vor sich gegangen ist, ja weil, ja war ja nicht blöd, also ich weiß gar nicht, wie alt er war Anfang 20 oder irgendwas, ja wie kann man irgendwie, wenn man nicht doof ist und gut reden kann und alles, wie kann man sich mit so einem Affen-Zirkus für immer und ewig seine Zukunft verbauen, das habe ich nicht kapiert.

Erst im Oktober 2019, mehr als ein halbes Jahr nach den Livestreams, gibt David Schirmacher die Insolvenz der Schirmacher Modengambier habekannt. Das Unternehmen hat seinen Firmensitz inzwischen nach Stadtlohn ins Münsterland verlegt. An der Pleite ändert es nichts. Auf unsere Anfrage teilt das Amtsgericht Münster mit, dass das Insolvenzverfahren noch immer nicht abgeschlossen ist. Auch in Bonn laufen weiterhin Verfahren gegen Schirmacher, dem Betrug vorgeworfen wird.

Wegen eines Videos, das dem Polizeieinsatz zeigt und in dem die Beamten nicht unkenntlich gemacht wurden, ist er außerdem 2019 zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Vor Gericht ist der Gründer nie erschienen. Er hatte seinen Wohnsitz nach Dublin verlegt und rechtfertigte sich damit, dass die Corona-Pandemie eine Reise nach Deutschland unmöglich gemacht hätte. Neben Effekt, die Privatinsolvenz, die Schirmacher dort anmelden musste, gilt in Irland bereits nach einem Jahr als abgeschlossen.

In Deutschland hätte er drei Jahre warten müssen. Inzwischen arbeitet er in Irland angeblich als Finanzberater. Keine Poante. Der Markt für Crowdinvesting hat sich inzwischen stark verändert. Vieles ist professioneller geworden, auch die Anleger*innen. Frank Thielen hat aus dem Fall von Flörke trotzdem eine Konsequenz gezogen. Er würde gar kein Crowdinvesting mehr mit seinen Startups machen und erst recht keine Werbung mehr dafür.

Aber bei Crowdfunding würde ich heutzutage sagen, auch nichts ehrliches. Ich sage da einfach gar nichts zu, weil es hat das Potenzial, dass Leute dort investieren und eben nicht die komplette Kampagne durchlesen und sagen, hey, du kannst auch dein Geld verlieren, du kannst auch verdoppeln, sondern sagen halt, ja, das ist ja total super, das habe ich im Fernsehen gesehen, da werfe ich Geld rein. Und das ist teilweise schon echt einfach scheiße gelaufen.

Der Fall von Flörke zeigt, welche Macht die Sendung "Höhle der Löwen" weit über den Fernsehbildschirm hinaus hat. Der Fall zeigt, wie viele Menschen sich blenden lassen vom Image, das von den Gründer*innen und Investor*innen kreiert wird. Die Kameras fangen die Wirklichkeit ein, aber im Schnitt wird daraus eine fernsehtaugliche Geschichte komponiert. Es wird nicht das letzte Mal sein, dass eine DHDL-Beziehung für Schlagzeilen sorgen wird.

In der nächsten Folge erzähle ich euch, wie ein Mittagessen während der Dreharbeiten eine Entwicklung einleitet, die zum größten Deal der Löwengeschichte führen wird, aber dann in einem beispiellosen Absturz mündet, der auch noch Gerichte beschäftigen könnte. Und im Vergleich dazu ist der Fall von Flörke noch gar nicht. Das war die sechste Folge von OMR Rabbit Hole, "Die Höhle der Löwen". Die siebte Folge erscheint nächsten Montag.

Abonniert den Rabbit Hole Kanal, um keine Folge mehr zu verpassen. Den Link dazu haben wir euch in die Show Notes gepackt. Und wenn euch der Podcast gefällt, empfiehlt ihn gerne weiter. Danke fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal. OMR Rabbit Hole, "Die Höhle der Löwen", ist eine Produktion von POTSTARS bei OMR. Redaktion und Recherche, Tanya Karasch und Florian Rinke. Projektmanagement Florian Severin. Postproduktion und Sounddesign Ignatz Engelmann, Hardy Haufe und Lily Hünn.

Coverdesign Simon Bart. Foto und Video Luisa Wohl. Executive Producer Konstantin Buhr und Vincent Kittmann. Vielen Dank an alle aus dem OMR Cosmos, die das Projekt unterstützt und möglich gemacht haben.

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