¶ Intro
Herzlich willkommen bei Nodesignal, eurer Bitcoin-Frequenz und momentan auch eurem Reisebuch.
¶ Begrüßung & Blockzeit
Wir sind heute und wir heißt an der Stelle Thorsten, Jud'n Dach und Jan-Paul, GM, sind heute wieder dabei uns schöne Reiseberichte von anderen Orten der Welt, die irgendeine Bitcoin-Relevanz haben, anzuhören. Und zwar dieses Mal vom lieben Jan-Paul. Der war in Suriname oder Suriname, ich bin nicht ganz sicher, wie man das jetzt wo ausspricht. Das ist ja vielleicht direkt die erste Frage. Wie ist denn der richtige Name für Suriname?
Also nach meinem Verständnis ist es tatsächlich im Deutschen heißt es einfach Suriname. Genau, aber ich glaube, wie das halt bei manchen Begriffen so ist, kannst du auch Suriname im Deutschen sagen. Aber ich glaube, die Surinamesen selber und auch die Niederländer sagen Suriname. Suriname, sehr schön. Gut, die eigentlich erste Frage wäre aber, bevor es weiter ins Detail geht, hat jemand die Blockzeit für unsere Hörer? Juhu, 8, 9, 1, 2, 2, 9.
Ein schöner, leerer Block, der nur so zu dreiviertel gefüllt ist. Ja, in der Tat. Gut, dann Jan-Paul, erzähl uns doch mal.
¶ Anreise, Geographie und Bevölkerung
Du warst in Suriname oder Suriname. Ja. Wie kam das und wie war das? Ja, wie kam das? Ich glaube, die Antwort ist darauf ziemlich simpel. Es gibt eine junge Unternehmerin und jetzt auch angehende Politikerin namens Maya Parbu und die hat ja irgendwie im Sinn, Suriname zu einem Bitcoin-Land zu machen. Ich habe auch einen O-Ton mitgebracht, vielleicht können wir den einmal kurz abspielen. Das ist hier Maya, wie sie erzählt, auf der Konsensus 2017 in New York. Los geht's.
Und dann habe ich für Suriname lobbyiert, um zu sein, naja, ich habe es damals nicht Bitcoin-Land genannt, ich habe nur gesagt, hey, wir müssen das Regierungsteil übertreiben und wir müssen das System bauen, das Satoshi vorgestellt hat, wir müssen es hier bauen. Genau, also sie hat sich diese Idee schon länger in den Kopf gesetzt.
Ich habe ja eben schon gesagt, sie hat das bei der Konsensus in New York 2017, bei so einem Abendessen mit anderen Bitcoin-Maxis hat sie diese Idee bereits geäußert und jetzt fast acht Jahre später ist es tatsächlich soweit. Sie tritt an, also bei den anstehenden Parlamentswahlen und das hat natürlich in Bitcoin-Kreisen hat das natürlich Welle gemacht. Das ist auch der einzige Grund, warum ich da überhaupt auf die Idee gekommen wäre, nach Suriname zu reisen.
Wenn du mich vor einem Jahr oder so oder zwei Jahren gefragt hättest, also wo liegt Suriname? Ich glaube, ich hätte es dir nicht sagen können. Genau, und so ist es halt bei mir auf den Radar gerutscht und dann hat der Jeff, aka Fulmo, hat mal wieder so eine Reisegruppe zusammengestellt. Also vielen Dank nochmal, viele Grüße an den Jeff, Shoutout. Genau, und hatte unter anderem mich gefragt, ob ich Interesse hätte, mit nach Suriname zu reisen.
Und das hat irgendwie gepasst und habe gesagt, okay, dann bin ich dabei. Ich fliege auch mal mit nach Suriname. Ja, sehr spannend. Also Suriname ist ja ein relativ kleines Land in Südamerika, für die, die auch wie ich vorher auch nicht wussten, wo Suriname eigentlich liegt und was das ist. Ich glaube, 600.000 Einwohner, nicht superreich.
Es ist ein niederländisch sprechendes Land in Südamerika, hat einige Bodenschätze, was für Länder manchmal gar nicht so gut ist, wenn man die hat und in einigermaßen in der Nähe zu anderen amerikanischen Großmächten liegt. Und auch jetzt, glaube ich, neu gefunden und es gibt einiges an Umsturz. Aber erzähl doch mal, was ist das für ein Land? Das ist eine sehr weit gefasste Frage. Ich weiß gar nicht, wo ich da anfangen soll. Vielleicht mal fange ich einfach mal mit dem Anreiserlebnis an.
Es gibt glücklicherweise aufgrund der kolonialen Vergangenheit gibt es noch enge Verbindungen zu den Niederlanden, zwischen Suriname und den Niederlanden. Und es gibt einen Direktflug von Amsterdam. Etwa, ich weiß nicht, so acht, neun Stunden fliegst du da hin und nachdem du acht Stunden über den Atlantik geflogen bist, kommst du dann halt endlich an die Küste und dann siehst du eigentlich nur Grün. Es ist einfach grün. Das ganze Land ist einfach übersät von einem einzigen Dschungel.
Man sieht kaum Straßen, kaum Dörfer, also jetzt im Flug, über die paar Kilometer, die man über das Land reinfliegt. Genau, und dafür ist das Land auch bekannt. Also die werben auch selber damit, dass sie das am reichsten bewaldete Land der Welt sind. Also 95 Prozent der Landesfläche sind tatsächlich Wald. Und das ist auch wirklich, also das kann man, glaube ich, für bare Münze nehmen. Es ist so, der Küstenstreifen Surinam ist besiedelt.
Genau, also nicht direkt an der Küste, aber so ein paar Kilometer landeinwärts, da sind so die meisten Siedlungen. Das alles konzentriert sich vor allem auf die Hauptstadt Paramaribo. Da lebt fast die Hälfte der Bevölkerung, also 300.000 Menschen ungefähr. Und dann gibt es halt noch so ein paar kleine Städtchen und vor allem viele kleine Dörfer. Aber im Landesinneren hört das halt schon sehr schnell auf.
Du kannst halt von Paramaribo, das haben wir auch gemacht, so zwei, drei Stunden in den Süden, also ins Landesinnere reinfahren. Aber dann hört auch ziemlich schnell alles auf, was irgendwie Transportwege angeht. Also da gibt es dann keine richtigen Straßen mehr. Wenn man bei Google Maps mal drüber fliegt über Surinam, dann sieht man schon, das ist halt alles unzugänglicher Dschungel im Grunde. Genau. Ja, so viel zu Geografie vielleicht.
Du hast gerade gesagt, es gehört eine ehemalige Kolonie von den Niederlanden. Dementsprechend ist da auch Landessprache immer noch niederländisch oder ist das durchaus da quasi divers, dass das dann auch, dass die ihre eigene Landessprache da mittlerweile etabliert haben? Also ja, es gibt tatsächlich eine Umgangssprache. Aber du hast im Grunde recht, also aufgrund der kolonialen Vergangenheit ist Niederländisch tatsächlich die Amtssprache.
Das heißt, also das Parlament tagt quasi auf Niederländisch, die Gesetze sind in Niederländisch geschrieben. Genau. Es gibt daneben noch eine eigene Sprache, so eine Umgangssprache, nennt sich Sranantonga. Und das ist so ein wilder Mix aus Englisch, Niederländisch, indigenen Spracheinflüssen, afrikanischen Spracheinflüssen.
Also alles das, was halt so die Bevölkerung von Surinam zusammengebracht hat, ist da irgendwie so zusammen gemixt worden und da ist eine eigene Umgangssprache draus entstanden. Aber das ist tatsächlich nur eine Umgangssprache. Du wirst keine offiziellen Verlautbarungen und auch keine offiziellen Anschläge und so wirst du nicht in Sranantonga. Das wäre jetzt meine Frage, wie sind so Straßenschilder? Ist da alles in Englisch irgendwie oder auch wirklich in Niederländisch?
Also genau, die Straßen heißen auch alle, haben alle niederländische Namen. Genau, das ist schon sehr prägend. Aber vielleicht kann man dann kurz noch mal darüber sprechen, wie die Bevölkerung von Surinam zusammengesetzt ist, weil das etwas ist, was wirklich bemerkenswert ist. In meinen Augen zumindest. Man muss sich das so vorstellen, natürlich ein Großteil der Bevölkerung, was heißt natürlich, aber ein Großteil der Bevölkerung sind afrikanische Abstammungen.
Das sind in allergrößten Teilen, also weit über 95 Prozent würde ich mal schätzen, sind das Afrikaner, die halt als Sklaven zur Arbeit auf den Plantagen in Surinam dort hingebracht wurden. Innerhalb dieser Gruppe der Sklaven oder der afrikanischstämmigen Menschen gibt es dann wieder eine Unterteilung, gibt es nämlich zwei Gruppen. Da sind auf der einen Seite die sogenannten Maroons, das sind Sklaven, die halt von den Plantagen geflohen sind und sich im Urwald verschanzt haben.
Und die konnten sich dort auch über mehrere Jahrzehnte und Jahrhunderte halten. Die gibt es halt heute noch, da gibt es heute noch wohl Dörfer, die halt wirklich von diesen entflohenen Sklaven, also von den Maroons, belebt und bevölkert sind. Die zweite Gruppe sind dann die sogenannten Kreolen, das sind all diejenigen Sklaven, die bis zum Ende der Sklaverei auf den Plantagen waren, also als Sklaven natürlich. Und da gibt es wohl auch bemerkenswerte Unterschiede.
Ich habe das jetzt selber so nicht feststellen können, das sieht man den Leuten jetzt nicht von außen an, ob sie jetzt Kreolen oder Maroons sind. Aber es ist wohl recht wichtig, diese Unterscheidung, ob man ein Maroon ist oder ein Kreole.
Also wahrscheinlich dann auch, dass es sich kulturell dann da herausdifferenziert an irgendeiner Stelle, weil die werden ja wahrscheinlich alle aus vielen unterschiedlichen ursprünglichen afrikanischen Ländern gekommen sein und dann wird es irgendwie, dass es da eine Angleichung im Laufe der Jahrhunderte gegeben hat, dann in diesen zwei Kulturstämmen, nenne ich es vielleicht jetzt mal.
Absolut, ich glaube, also einer der wesentlichen kulturellen Unterschiede ist, dass die meisten Kreolen den christlichen Glauben angenommen haben und bei den Maroons gibt es ja noch so Überreste afrikanischer Religion, so Naturreligion.
Habe ich mir vorher auch so ein bisschen, sehr interessiert, habe ich mir das ein bisschen vorher angelesen gehabt, da gibt es eine eigene Religionsform, nennt sich Winti, setzt sich halt nur wirklich aus diesen alten afrikanischen Traditionen zusammen und dann halt, was sie halt über die Jahrzehnte und Jahrhunderte im Urwald halt noch dazu hinzugefügt haben. Es ist eine ganz eigene Form von einer Naturreligion.
Ich habe parallel mal kurz recherchiert, das sind zwei Gruppen, die machen irgendwie, also die Maroons machen 21 Prozent der Bevölkerung und die Kreolen 15 Prozent aus. Genau. Fast 30 Prozent sind ansonsten noch indischer Abstimmung, wenn ich das richtig gelesen habe. 30 Prozent sind, also da habe ich eine andere Zahl gesehen, aber das ist ganz gut, dass du das ansprichst.
Also es ist tatsächlich so etwa, also es ist schon deutlich im Straßenbild, so 50, 60 Prozent der Bevölkerung sind tatsächlich afrikanischstämmig. Daneben gibt es eine große Anzahl von indischstämmigen Menschen, chinesischstämmigen Menschen und indonesischstämmigen Menschen und zwar ist es so, dass nach dem Ende der Sklaverei 1865 die Niederländer sich halt überlegt haben, dass sie auf ihren Plantagen ja weiterhin Arbeiter benötigen und dann haben sie sich halt Vertragsarbeiter geholt.
Ich weiß gar nicht mehr, wie die Reihenfolge war. Erst die Chinesen, dann die Inder und dann die Indonesier, vor allem von der Insel Java. Und diese drei Bevölkerungsgruppen stellen tatsächlich heute noch signifikante Anteile der Bevölkerungsgruppen. Also das, was ich jetzt im Kopf habe, ist etwa 17, 18 Prozent der Bevölkerung sind indischstämmig. Und das Ganze prägt auch das gesamte Gesellschaftsbild.
Also du siehst es auch den Leuten tatsächlich an, ob sie afrikanischstämmig oder indischstämmig oder chinesisch sind oder auch jabanesisch sind. Du siehst es an den unterschiedlichen Vierteln. Also wenn man aus dem Stadtzentrum Richtung Flughafen fährt, dann fährt man eine Zeit lang, kann man da auch so durch ein Gebiet fahren. Das ist halt von den Indern belegt. Da gibt es dann indische Restaurants, indische Geschäfte, indische Händler, indische Tempel. Es ist alles auch indisch geschmückt.
Es gibt eine große muslimische Minderheit. Das kommt halt vor allem durch die Indonesier. Die haben halt den Islam mitgebracht. Die Christen hatte ich genannt. Genau, die afrikanische, diese Winti-Region gibt es da noch. Und es gibt auch noch, das ist eigentlich ganz interessant, das haben wir leider nicht so sehr besuchen können. In Surinam gibt es eine kleine jüdische Sklave.
Das waren Juden, die aus Brasilien mal entflohen sind aus politischen Gründen und dann aber im Urwald, also wirklich tief im Urwald, zwei, drei Stunden den Suriname-Fluss, das ist der Hauptfluss in Surinam. Diesen Fluss aufwärts haben sie eine eigene Synagoge gebaut. Von daher gibt es noch Juden in Surinam. Ich hatte ja eben erzählt, dass man es am Straßenbild auch sieht und das ist wirklich interessant.
In der Hauptstadt Paramaribo steht die jüdische Synagoge direkt neben einer Moschee, neben einer islamischen Moschee. Und sie teilen sich einen Parkplatz. Und unser Guide, mit dem wir damals durch Paramaribo gelaufen sind, der hat uns erklärt, die existieren da friedlich nebeneinander, die helfen sich auch gegenseitig. Wenn die einen einen großen Feiertag haben, dann hilft die andere Gemeinde beim Essen aufbereiten und verteilen.
Ich finde ja bei so einer Bevölkerung, die ja so multikulturell aus allem möglichen zusammengewürfelt wurde, kann das ja auch gar nicht funktionieren, außer dass man dauerhaft irgendwie Bürgerkrieg dann hätte, wenn sowas nicht funktionieren würde an der Stelle. Aber es ist mich eine Frage, da du jetzt gerade von ganz vielen Leuten, die ja von externen Surinamer reingekommen sind, gibt es auch noch irgendwelche Indigenen, die da ursprünglich gelebt haben, die es da noch heute noch gibt?
Oder ist das wirklich reine Migrationsbevölkerung? Also quasi eine Immigration? Ja. Ja. Also ja, es gibt noch eine indigene Bevölkerung. Wir hatten auch das Glück, dass wir einmal in so ein Dorf gefahren sind, wo noch indigene Bevölkerung vom Stamm der Arawak lebten. Die hatten dort ihr Dorf. Genau, die haben wir auch besucht. Vielleicht kann ich da später noch ein bisschen mehr zu erzählen. Da habe ich einen eigenen Abschnitt drauf vorbereitet. Aber ja, es gibt auch noch.
Aber das ist halt wirklich nur ein ganz kleiner Teil der Bevölkerung. Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, sind das insgesamt vielleicht zwei, drei Prozent der Gesamtbevölkerung von Surinam, die wirklich indigenisch stämmig ist.
Das ist ja viel generell in den auch in Mittel- und Südamerika, da wo jetzt ja dann die quasi die ganzen Kolonialländer waren, dass da ja überwiegend ja dann, sage ich mal, die Siedler aus Spanien, Portugal, was auch immer, dann halt jetzt die größte Bevölkerungsschicht stellen dann über Jahrhunderte. Und die eigentlich indigene Bevölkerung ist ja nicht mehr wirklich oder wie sehr sehr wenig Existenz ist ja quasi in den USA ja genau das Gleiche.
Genau, Existenz ja, aber wenig Präsenz im öffentlichen Bewusstsein. Ich glaube auch, dass ja, aber das ist halt, ich glaube, wenn du nur einen sehr kleinen Bevölkerungsanteil darstellst, dann verlierst du halt automatisch auch an Bedeutung in der Öffentlichkeit und in der medialen Präsenz heutzutage. Ja, es gibt ja auch das, ne, die, es gibt wohl ne, früher war es wohl so, dass die
¶ Politik in Surinam
unterschiedlichen Parteien des Landes mehr ethnische Wahlmuster aufzuweisen hatten. Und es gibt wohl von 2018, habe ich gerade recherchiert in einem Bericht, dass diese ethnischen Wahlmuster stark zurückgehen und quasi die ethische Herkunft, die nicht mehr so sehr wohl bestimmt, wer gewählt wird. Genau, das ist jetzt auch mein Eindruck, ne, also das ist da weniger um, also wenn man sich die Parteienlandschaft in Surinam anschaut, scheint das weniger aufgrund der Herkunft bestimmt zu sein.
Also es gibt keine irgendwie genuin indische Partei und keine genuin, keine, keine kreolische Partei und keine genuin weiße Partei zum Beispiel. Es gibt ja natürlich auch noch ein paar niederländische Nachfahren, also tatsächlich weiße Bewohner Surinams.
Was man dazu vielleicht einschränkend sagen muss, es gibt tatsächlich einen Politiker, Ronny Brunswick, Ronny Brunswick heißt der, genau und der gibt sich halt auch so ein bisschen, weiß nicht, sieht halt aus wie so ein afrikanischer Militärdiktator, ne, so gibt er sich auch so ein bisschen in Militärklamotten immer und so diese komischen Militärmützen da auf, ich weiß nicht, wie die heißen.
So gibt er sich auch und er hat tatsächlich auch innerhalb des aktuell amtierenden Parlamentes, ist die Partei, der er vorsteht, ist halt vor allem deswegen so stark, weil sie halt in diesen ehemaligen Maroon-Gebieten sich als Interessenvertretung der Maroons positioniert hat. Ja, sagen wir es mal ganz neutral.
Also und damit hat er wohl in der vergangenen Wahl, ich weiß nicht, wie es davor war, ich weiß es jetzt nur im aktuellen Parlament, da konnte er sich mit dieser Positionierung als Vertreter oder als Stimme der Maroons, konnte er relativ viele Sitze im Parlament gewinnen und ist derzeit auch der Vizepräsident.
Das heißt, der Vizepräsident ist eine sehr mächtige Position in syrenamesischen, ja, in der syrenamesischen Politik, weil der quasi der Leiter des Kabinetts, also der Runde der Minister ist, also ist sowas wie die rechte Hand des Präsidenten und eine sehr wichtige, sehr hohe politische Persönlichkeit. Das Interessante an Ronny Bronswijk ist, dass er in den 80er Jahren, ja genau, in den 80er Jahren einer der beiden Parteiführer war im Bürgerkrieg in Surinam.
Genau, da hat er sich mit dem damaligen Diktator Buterze, ich komme jetzt gerade nicht auf den Vornamen, genau, hat er sich angelegt gehabt und dann gab es in Surinam ein paar Jahre einen Bürgerkrieg, wo es auch schwere Vorwürfe gibt, natürlich Menschenrechtsverletzungen, die ich gar nicht aufzählen möchte. Genau, aber der hat es halt irgendwie dann doch geschafft, zumindest im aktuellen Parlament, ja immerhin der Vizepräsident zu werden.
Du hattest gerade vom Bürgerkrieg gesprochen, gab es, da war der Bürgerkrieg damals auch in dem Sinne politisch quasi angestachelt, wie wir es jetzt auch in El Salvador bei der letzten Folge besprochen hatten. Da ist der Bürgerkrieg ja explizit durch den, sage ich mal, Ostblock versus Westblock in dem Sinne entstanden, dass da ja dann mehr oder weniger ein Stellvertreter-Bürgerkrieg entstanden ist in El Salvador. War das da in Surinam auch so politisch?
Also ich muss sagen, ich habe mich nicht so sehr mit den politischen Hintergründen dieses Bürgerkrieges beschäftigt, aber soweit ich das verstehe, ging es da vor allem um Verteilungskämpfe der wenigen verfügbaren Ressourcen, hier vor allem halt Gold. Also das ist halt einer der wichtigsten Rohstoffe, die Surinam hat derzeit, also der Goldabbau im surinamischen Regenwald ist halt eine der wichtigsten Einnahmenquellen und auch eines der wichtigsten Exportgüter.
Und so wie ich das verstehe, haben die Fraktionen, die da im Bürgerkrieg gegeneinander standen, haben die vor allem halt versucht, ihre Herrschaft über die verschiedenen Abbaugebiete und damit natürlich über die Kontrolle über den Goldgewinn des Landes gekämpft. Einer der Gründe, warum du hingefahren bist, oder eigentlich der Grund und der Grund, warum
¶ Ökonomie in Surinam
die, ich würde mal sagen, internationale Bitcoin-Community überdurchschnittlich stark auf dieses doch sehr kleine Land schaut, ist ja die Frage, ist das das nächste Bitcoin-Land? Ist das das nächste El Salvador, das nächste Bhutan, das nächste whatever?
Und ist das quasi so ein bisschen ein weiterer Indiz für diesen, zumindest beginnenden Trend, dass kleine Länder Bitcoin als strategisches Element nehmen, um in die Lage zu sein, quasi aus einer kleinen Position in eine sehr relevante Position zu kommen, wie wir das bei El Salvador, glaube ich, kann man sagen, gesehen haben.
Magst du mal so ein bisschen beleuchten, wo das auf diesem Spektrum von, naja, es gibt jetzt jemanden, der irgendwie sagt, ich werde hier Präsidentin, ist aber noch nicht Präsidentin und führt auch soweit ich weiß noch nicht die Umfragen, hat aber aufgeholt, aber führt sie noch nicht und dann mache ich ganz viel mit Bitcoin und das so ein bisschen als Teil der Plattform nutzt versus, naja, viel wird da am Ende nicht passieren. Also wie stehen da diese Chancen?
Wie schätzt du das ein, dass sich dieses Land tatsächlich zu einem Bitcoin-Land entwickelt? Welche Rolle spielt das dort überhaupt? Okay, das ist eine sehr weit gefasste Frage. Ich glaube, die braucht eine sehr lange Antwort. Deswegen wird wahrscheinlich die finale Antwort am Ende, nachdem ich so ein bisschen noch erzählt habe, wahrscheinlich kommen.
Ich würde ganz gerne auf ein, zwei Dinge, sagen wir mal ökonomischer Art, vielleicht vorher noch mal hinweisen wollen, bevor wir tatsächlich jetzt uns dann Maya zuwenden und schauen, was hat sie eigentlich vor und dann können wir sicherlich am Ende die Frage beantworten. Also wie stehen eigentlich die Chancen, dass Bitcoin das nächste Surinam-Land wird? Nein, Surinam natürlich das nächste Bitcoin-Land wird.
Genau, also was man glaube ich sagen kann, also die wirtschaftliche Situation in Surinam ist eher mäßig. Das Land hat relativ wenige natürliche Reserven, also natürliche Vorkommen. Es hat früher mal vom Bauxit-Abbau gelebt.
Bauxit ist quasi das Grundelement, um Aluminium herzustellen und das hat tatsächlich Surinam vor allem in Zeiten des Zweiten Weltkrieges und auch danach noch große Einnahmen verschafft, weil Aluminium vor allem im Zweiten Weltkrieg zur Fertigung von Kriegsmaterial, vor allem von Flugzeugen gebraucht wurde und Surinam hatte da halt schon eine ganz gute Position und hat halt jahrelang im Grunde davon gelebt, dass sie Aluminium abgebaut haben und das exportiert haben.
Dieser Wirtschaftszweig ist allerdings über die Jahrzehnte da niedergegangen. Die Gründe sind vor allem glaube ich darin zu sehen, dass der internationale Wettbewerb um Aluminium halt Surinam quasi rausgekehlt hat. Es gab halt andere Anbieter, die das günstiger anbieten konnten, die das vielleicht auch schon direkt vor Ort verarbeiten konnten, also quasi die Wertschöpfung schon im Land stattfinden konnte. Das ist auch ganz beeindruckend, wenn man vom Flughafen nach Paramaribo einfährt.
Also der Flughafen liegt etwa eine Stunde Busfahrt südlich von der Hauptstadt. Dann kommt man an einer Stelle, an einer riesigen, also es fällt einfach auf, weil man sonst nie so große Industrieanlagen sieht, da ist eine riesige Aluminiumfabrik, die allerdings jetzt halt stillgelegt ist, vollkommen tot ist, da passiert nichts mehr. Das rostet da so vor sich hin. Das ist so ein bisschen auch ein Sinnbild dafür, für diesen Wirtschaftszweig, der halt in Surinam dann niedergegangen ist.
Ist halt auch super energieintensiv, die Aluminiumproduktion an der Stelle, das heißt man, damit kann man es ja wettbewerbsfertig produzieren, braucht man eine günstige, stabile Energiequelle, die ja wahrscheinlich da auch fraglich ist. Ja, aber das haben sie tatsächlich für sich lösen können und zwar haben sie einen großen Staudamm gebaut. Das ist der Brokopondo-Stausee in der gleichnamigen Provinz, nenne ich das jetzt mal Brokopondo.
Genau, da haben sie im Grunde ja einfach mal das Land geflutet und aufgestaut. Belassen wir es erstmal da, sie haben auf jeden Fall diesen Stausee Anfang der 60er Jahre gebaut, ich glaube das ist 1965, so um den Dreh ist er fertig geworden und der war tatsächlich gebaut worden, um halt dieses Aluminiumwerk mit Energie zu versorgen.
Heute ist dieser Brokopondo-Stausee quasi immer noch die einzige Energiequelle des Landes, der einzige Energieproduzent und versorgt das Land quasi zu 90 Prozent mit Strom, auch die Hauptstadt. Eine der großen Probleme, die sie gerade haben, so hat es uns zumindest unser Guide erzählt, das sieht man auch sehr deutlich, wenn man auf diesen Brokopondo-Stausee drauf fährt, dass der tatsächlich um vier, fünf Meter abgesunken zu sein scheint.
Also die Wassergrenze, das sieht man ganz deutlich, müsste eigentlich vier, fünf Meter höher gewesen sein über die letzten Jahre. Unser Guide sagte, das liegt am Klimawandel.
Ich habe versucht das zu recherchieren, ich konnte dazu keine Quellen finden, also ich kann das jetzt auch nur so wiedergeben, dass aufgrund des Klimawandels halt nicht mehr genug Wasser in den Brokopondo-Stausee hineinläuft und dass halt das auch dazu geführt hat, dass dieser Staudamm nicht mehr auf voller Kapazität läuft und nicht mehr das gesamte Land im Grunde mit Energie, mit Strom versorgen kann, sodass halt häufig der Einsatz von Dieselgeneratoren zum Einsatz kommt.
Wir hatten quasi einen ersten Wirtschaftszweig, das war der Bauxit-Abbau. Der zweite Wirtschaftszweig, der auch heute noch da ist, ist der Goldabbau. Ist auch sehr erträglich für Surinam, bestreitet glaube ich 80 Prozent der Exporte von Surinam. Das dritte, was jetzt langsam kommt, ist die Entdeckung von Erdölvorkommen vor der Küste von Surinam. Das ist tatsächlich eine signifikante Veränderung. Ich glaube, das können wir uns gar nicht vorstellen, was das für dieses Land bedeutet. Nur so viel.
Es gab ein paar Jahre Streitigkeiten, vor allem der Grenzziehung zwischen Guyana und Surinam. Welches Gebiet darf jetzt quasi Surinam explorieren? Da hat man sich aber vor ein paar Jahren einigen können und jetzt sind halt die ersten großen Unternehmen auf dem Weg und schauen, wo sie denn jetzt tatsächlich Erdöl fördern können. Das ist gar nicht so einfach. Du kannst da jetzt nicht einfach irgendwo raus aufs Meer fahren und quasi eine Röhre runterstecken und dann sprudelt da das Öl.
Das ist ein recht umfangreiches Unternehmen, das auch wirklich mehrere Millionen Dollar Investitionen erfordert. So kommt es halt, dass Unternehmen wie Total, das französische Unternehmen, dort die Lizenz bekommen haben von Surinam, um nach Erdöl zu suchen und dann, wenn sie geeignete Stellen gefunden haben, dort eine Plattform aufzubauen und dann zu fördern.
Diese Förderung soll 2028 losgehen und Surinam erwartet dann allein aus diesen Lizenzen für die Erdölförderung Einnahmen von 2,8 Milliarden US-Dollar. Um das mal in eine Relation zu setzen, das gesamte BIP von Surinam beträgt so ungefähr 11, 12, 13 Milliarden US-Dollar. Also das ist ein gewaltiger Finanzschub, ein gewaltiger Cash-Schub, der da reinkommt in das Land. Ich habe da auch, glaube ich, nochmal einen O-Ton von Maya, könnte ich vielleicht einmal kurz abspielen. Das ist El Dorado, oder?
Das ist, wo das Gold ist. Und wir haben das Öl. Wir werden einer der Top-5 Produzenten des Öls weltweit sein. Wir sind zweitgängig, neben, glaube ich, war es Norwegen? Nein, wir hatten weniger. Ist es Venezuela? Ich glaube nicht, dass es Venezuela war. Ich muss das Chart-Reichstätt rechtzeitig kontrollieren. Wir haben ein Chart geöffnet, wo wir zweitgängig sind, in Bezug auf Öldiskoverie. Und dieses Entwicklung ist nur das erste Wellen.
Also Total ist 11 Billionen Euro investiert, um ein diverses Wellen zu entwickeln. Wir erwarten dieses Jahr noch eine weitere FID. Und dann werden wir weiterhin mehr bekommen, weil es nicht die einzigen Wellen sind, die entwickelt werden. Also werden wir ein signifikanter Ölproduzent sein. Wir bekommen also viele Öl-Royalties.
2,8 Billionen Euro, Anfang 2028. Also das ist ja schon, finde ich, ein starkes Wort, wenn Sie da irgendwie denken, dass Sie da quasi in die Top 5 der Erdölproduzenten kommen. Das kann ich mir gar nicht vorstellen. Nein, ich glaube, so ganz sicher bin ich mir da auch nicht. Das hat man ja auch gehört an Ihrem O-Ton. Es geht glaube ich nicht darum, dass Sie das Land mit den fünf größten Erdöl-Vollkommen sind, sondern quasi... Nein, nein, nein, mir geht es gerade um die Förderung.
Weil ich kann mir vorstellen, dass die USA, Russland und die ganzen Emirate, alles was in Arabien ist, das wird ja alles viel größer sein, als was Suriname erreichen kann. Ja, also was ich bei meinen Recherchen gefunden habe, ist tatsächlich, dass Suriname tatsächlich auch in der Öl-Community dafür Schlagzeilen gesorgt hat, weil es tatsächlich eines der größten Gebiete ist, wo neues Öl quasi zugänglich wurde oder neues Öl entdeckt wurde. Das meinte sie, glaube ich, eher.
Also da gehören Sie zu den Ländern, die da irgendwie noch die größten Vorkommen haben. Ich glaube auch nicht, dass Sie da zu dem größten Erdölexplorateur der Welt werden. Aber was sie natürlich gesagt hat, diese 2,8 Milliarden, die kommen werden, das ist nur der Anfang, das ist nur das allererste Abbaugebiet. Sie explorieren noch weiter, Sie haben noch weitere Gebiete ausgewiesen, die jetzt exploriert werden. Also da scheinen noch eine ganze Menge an Einnahmen reinzukommen.
Also ich habe parallel mal recherchiert, habe das jetzt nicht ausreichend Quellen checken können, aber parallele Recherche war, geplante Förderung soll auf 220.000, ich glaube das ist Barrel per Day. Genau, Barrel ist immer quasi die Einheit, die das angegeben wird. Genau, Barrel per Day steigen und das wäre weniger als 1% der Produktion der größten Förderländer.
Und zum Vergleich, also Brasilien hat 3 Millionen Barrel per Day, USA 11 Millionen Barrel per Day, Saudi-Arabien 10 Millionen Barrel per Day. Also von daher… Also ich glaube auch nicht, ich wollte nicht den falschen Eindruck erwecken, dass Suriname jetzt hier zu einem nächsten Erdöl-Staat wird, so wie es Venezuela oder die arabischen Länder oder vielleicht auch die USA sind. Aber sie sind massiv für das Land halt.
Genau, in der Relation, wenn man sieht, was ist das Bruttoinlandsprodukt des Landes, was kommt da jetzt an Einnahmen rein. Also das ist ja quasi Cash, das sie direkt reinbekommen und das sie frei verwenden können erstmal. Klar, weil es einfach neu ist, noch nie quasi vorhanden war, das ist auch theoretisch, also vielleicht natürlich jetzt schon irgendwie, weil damit jetzt schon gerechnet wird irgendwie, aber sonst ist es halt in keinem Haushalten in irgendeiner Form dann halt drin.
Naja, man muss ja jetzt schon sagen, also jetzt im Mai 2025 finden Präsidentschaftswahlen statt, beziehungsweise es finden Parlamentswahlen statt und aus dem Parlament heraus wird der Präsident gewählt. Also jeder ambitionierte Politiker weiß, dass er in der zweiten Hälfte seiner Amtszeit Unmengen an Geld bekommen wird, dass er natürlich, also in seinem Sinne investieren, verteilen, anlegen, was auch immer, was er da auch immer vor hat, jetzt machen kann.
¶ Wer ist Maya Parbhoe?
Aber vielleicht wäre es hier mal ganz interessant, mal drauf zu schauen, was Maya dazu zu sagen hat. Ich habe zwei O-Töne mitgebracht, ich hoffe, das kriege ich jetzt hin. Das erste geht hier. Die ganze Reserve-Dinge sind das dummste, was jemals von Bitcoinern erarbeitet wurde. Ja, eine strategische Bitcoin-Reserve, also okay, lass uns die Regierung stärker machen, geben sie mehr Kapazität, um zu printen. Ich denke, was für ein Genie kam damit vor?
Genau, also sie ist kein Freund der strategischen Bitcoin-Reserve. Sie sieht das, oder hält das, was die USA und auch El Salvador machen, hält sie für keine kluge Idee. Ihre Vorstellung ist eine etwas andere, nächster O-Ton. Für uns, zum Beispiel, würde ich einen Staatspfund auflegen, von den Menschen, für die Menschen. Genau, also sie möchte einen Staatsfonds auflegen, und zwar nach norwegischem Vorbild.
Die machen das ja auch ähnlich, dass sie mit den Einnahmen aus ihren, ich glaube Erdgas und Erdoil vor allem, dass sie damit einen Staatsfonds eingerichtet haben.
Der Unterschied ist, dass dieser Staatsfonds jedes Jahr in Norwegen, zumindest ist das der Fall, bis zu drei Prozent aus diesem Staatsfonds kann in den norwegischen Haushalt hineingegeben werden und sorgt damit natürlich für Entlastungen des Staatshaushalts, beziehungsweise kann dann Dinge finanzieren, ohne zusätzliche Besteuerung der Bürger zu verursachen. Und so etwas ähnliches schreibt auch Maya hier vor.
Das finde ich schon mal ganz interessant, das einfach mal deutlich zu machen, dass es auch eine andere Möglichkeit gibt, anders als es El Salvador gemacht hat zum Beispiel, statt einer strategischen Bitcoin-Reserve, tatsächlich zu schauen, wie können wir denn das Vermögen dieses Landes auch den Bürgern zugutekommen. Und ich glaube, das ist das, was Maya hier zum Ausdruck bringen wollte.
Wir wollen halt diesen Sovereign Wealth Fund nach norwegischem Vorbild, der halt den surinamisischen Haushalt entlasten kann. Das wäre, glaube ich, für Deutschland auch eine ziemlich gute Idee, so etwas noch dazu überlegen. Aber das wäre ein Herangehenswert. Da fehlt nur das Öl, das haben wir noch nicht. Ja, wir haben ja nichts. Aber ist ja gut, vielleicht kann man das ja aus Luft und Liebe machen oder aus Bürokratie belettern. Also Verordnungen. Na anyway, finde ich interessant.
Wobei man theoretisch ja bei El Salvador das auch nochmal sagen könnte, dass diese Bitcoin, die das Land in irgendeiner Form oder der Staat akkumuliert, ja irgendwann theoretisch dann auch mal, ob das jemals passiert, einmal dahingestellt, aber auch in so einen Staatsfonds überführt werden könnte. Also ein juristisches Konstrukt, was dann diese Bitcoin hält für quasi erdweigige, prosperierende Bevölkerung. Absolut.
Also das wäre natürlich eine Möglichkeit, dass du das Geld aus der strategischen Bitcoin-Reserve irgendwann überführst. Keine Ahnung, dass du es investierst oder irgendwelche Ausgaben damit bestreitest. Bei El Salvador habe ich zumindest bisher noch nie mitbekommen, was für einen Zweck die damit verfolgen. Also was dieses Ziel von diesen Bitcoin-Käufen eigentlich ist. Investiert da irgendwas? Haben die das irgendwie mal deklariert? Damit wollen wir das und das machen?
Ich kann da nur spekulieren, muss ich ehrlich sein. Also so wie ich das verstehe, geht es eher darum, einen Vermögenswert aufzubauen und damit quasi nachzuweisen, okay, ich habe doch hier eine Sicherheit. Bitte lieber EWF oder liebe Bank oder lieber hier ist eine Staatsanleihung, magst du die nicht vielleicht zeichnen? Sodass du dadurch quasi indirekten Effekt hast, indem du sagst, ich habe ein collateral, was heißt collateral auf Deutsch? Vermögenswert. Ja, eine Sicherheit, das ist ja das Ding.
Ich habe eine Sicherheit, die ich hinterlegen kann, um halt zum Beispiel Anleihen auszugeben oder oder oder oder. Okay, also ist El Salvador bald der größte Kunde von Firefish? Ich meine, was wir haben, ist das große Thema Bitcoin City nach wie vor, wenn ich das richtig verstanden habe und das entsprechend aufzubauen. Das ist, glaube ich, tot tatsächlich. Ich weiß nicht, ist es das schon? Ja, also da redet, glaube ich, niemand mehr darüber.
Das war zumindest ursprünglich mal das Ziel, vielleicht haben sie dann einfach weiter akkumuliert. Na gut, lassen wir uns doch mal zurück zu Surinam kommen, wir wollten nicht über El Salvador sprechen. Aber nochmal, um da kurz nachzufragen, du hast gesagt, das heißt, sie hat eigentlich den Plan, da kommt jetzt dieses ganze Geld, was irgendwie, keine Ahnung, ein Drittel, ein Viertel des derzeitigen BIPs zusätzlich ausmacht, massive Steigerung, möchte davon aber keine Bitcoin kaufen.
Wie sieht denn dann ihre Bitcoin-Strategie aus? Weil von dem, was ich gelesen habe, ist es ja jetzt nicht so, dass in der breiten Bevölkerung das Thema Bitcoin jetzt irgendwie massive Resonanz irgendwie schon vorher hat. Das heißt, also wenn sie das Thema Bitcoin irgendwie fördern will, was sind denn dann ihre Ideen, was sind denn dann ihre Pläne dazu? Sehr gute Frage, Martin. Das führt mich auch gleich zu meinem nächsten Punkt. Vielleicht nochmal zu dem ersten.
Also es ist nicht gesagt, dass in dem Sovereign Wealth Fund, also in dem Nationalfonds, keine Bitcoin enthalten sein können. Der Unterschied ist halt wirklich, dass du aus diesem Fonds halt Auszahlungen vornehmen kannst. Also es ist nicht gesagt, dass sie keine Bitcoin darin aufnehmen möchte. Kann auch sein, dass sie da, keine Ahnung, Aktien, Staatsanleihen, Bitcoin, Gold, was auch immer, einiges halt an Vermögenswerten dort versammeln wird.
Ja, was das nächste Thema angeht, da hat sie sehr radikale Vorstellungen. Ich spiele nochmal ein O-Ton ab. Bitcoin ist eine Währung. Also, mach es einfach eine de facto Währung. Entferne Geld vom Staat. Keine zentralisierte Institution, die die Erzeugung unserer Währungen kontrolliert. Du benutzt einfach Mathe. Wir wissen, was es sein wird, wann es sein wird, wie es sein wird. In den nächsten 120 Jahren. Okay, in den nächsten 120, 114, 116 Jahren. Also, mach es einfach eine de facto Währung.
Ja, also das ist tatsächlich ihr Plan. Sie möchte in Surinam den Bitcoin zur Währung machen. Sie möchte ganz radikal den Surinam-Dollar abschaffen und stattdessen Bitcoin einführen. Das ist ihre politische Idee. Das wäre jetzt meine nächste Frage gewesen. Da hat man bisher noch gar nicht darüber gesprochen, wie die Währungssituation in Surinam überhaupt ist. Haben die selber eine Zentralbank? Sind die irgendwie abhängig von den Niederlanden in irgendeiner Form?
Wie es ja teilweise in afrikanischen Staaten mit diesem CFA-Fonds ist. Oder, ja, kannst du da nochmal was ergänzen? Das ist eine super Frage. Genau, also Surinam hat tatsächlich ihre eigene Währung. Sie haben eine unabhängige Zentralbank. Also unabhängig, anders als in Frankreich. Wie heißt das nochmal? Der CFA-Fonds. Also so ein Konstrukt gibt es nicht zwischen den Niederlanden und Surinam. Sondern Surinam hat tatsächlich eine eigene Zentralbank, die auch den Surinam-Dollar ausgibt.
Der Surinam-Dollar ist tatsächlich schwach. Ich glaube, ich habe sogar einen O-Ton. Das können wir direkt reinhören. Wir haben eine Währung, die infliert. Die ist grundsätzlich nutzlos. Unsere Zentralbank funktioniert nicht wie eine Zentralbank, weil sie keine öffentliche Marktoperationen durchführen. Wir hatten Währungen, die drei Nulls hatten. Und dann wurden die drei Nulls zerstört. Wir haben die Währung drei Mal geändert. Wir hatten in den letzten zehn Jahren 900% Inflation.
Und in den letzten drei Jahren waren es 50%, 60%. Jetzt ist es "nach unten" - vermutlich. Maya hat es schon ein bisschen erzählt. Der Surinam-Dollar hat mehrfach schon entwertet. Diese Story, dass man da einfach Nullen vom Geldschein gestrichen hat. Die Inflation in den letzten Jahren war horrend. Also gerade 2021, 2022, 2023. Das kann man auch nachschauen.
Tatsächlich bei der surinamischen Zentralbank, da kann man sich dann ein Excel-Dokument herunterladen, wo dann drinsteht, wie die Inflationszahlen sind. Und das waren wirklich 50, 60% pro Jahr. Jetzt 2024 verkauft es die Regierung als Erfolg, dass die Inflation auf nur noch 11% gesunken ist. Man kann sich natürlich jetzt vorstellen, die Surinamesen haben recht wenig Vertrauen in ihre eigene Währung. Das merkt man auch sofort. Es wird halt überall der US-Dollar genommen.
Also es ist eine bevorzugte Währung. Alle, glaube ich, sparen auch im US-Dollar. Der Surinam-Dollar ist vielleicht noch Tauschmittel. Aber eigentlich, wenn du in einem Hotel bist, haben wir ja immer mit US-Dollar ... Ich konnte sogar mit Euro bezahlen. Ich musste so eine Kaution hinterlegen für mein Zimmer. Die habe ich einfach in Euro hinterlegt. Genau. Also Surinam hat seine eigene Währung, was in meinen Augen auch einen der wesentlichen Unterschiede zu El Salvador ausmacht.
El Salvador war ja bereits dollarisiert. Das heißt, die hatten keine eigene Währung mehr, sondern waren komplett dollarisiert. Und man muss halt auch sagen, dass der Dollar, wenn man ihn mal mit dem surinamischen Dollar vergleicht, natürlich eine stabile Währung ist. Vielleicht mal 2, 3, 4 Prozent. In schlimmsten Zeiten auch mal 10, 11 Prozent Inflation. Aber das ist natürlich nicht zu vergleichen mit einer Inflation über 900 Prozent über die letzten zehn Jahre.
Insofern kann man sich schon vorstellen, dass ... Oder nein, was heißt vorstellen? So weit würde ich mir auch nicht gehen. Aber es ist natürlich ein Unterschied, wenn du eine stabile Währung hast wie den US-Dollar, dann auf den Bitcoin zu wechseln, ist vielleicht nicht immer die positivste Erfahrung.
Wenn du allerdings einen Surinam-Dollar hast, der 50, 60 Prozent im Jahr inflationiert, da ist es dann schon attraktiver, einen Bitcoin zu haben, der vielleicht mal ein bisschen runtergeht, aber nicht ganz so wild ist wie der Surinam-Dollar. Jetzt habe ich auch hier noch mal ... Das haben Sie ja, 21 bis 24, 36 Monate,
¶ Bitcoin als Landeswährung
gab es ja ein relativ heftiges Programm vom IWF, die den, wenn ich das richtig sehe, 688 Millionen US-Dollar über den Zeitraum gegeben haben, unter anderem, um genau das Problem zu beheben. Surinam liegt jetzt bei einer Staatsverschuldung von 90 Prozent. El Salvador lag bei 50 Prozent, bevor Bukele angefangen hat. Und der IWF hat sich ja in El Salvador ... Das ist so ein bisschen natürlich, wenn man die Parallele immer zieht.
... dafür eingesetzt, Bitcoin als Zahlungsmittel wieder rückgängig zu machen. Vielleicht auch da so ein bisschen wie ... Vielleicht einfach ein Gefühl, eine Einschätzung. Ich höre das jetzt so und denke so, okay, es ist ein Staat mit einer gefühlt ... Also mit einer höheren Staatsverschuldung, als das El Salvador hatte, noch bevor Bukele angefangen hat. Und so wie ich es verstanden habe, ging es ihnen während Bukele dann mit der Zeit besser.
Und mit einer höheren Staatsverschuldung als vielleicht andere vergleichbare Staaten. Eine hohe Abhängigkeit vom IWF. Und der primäre Bitcoin-Plan ist, Bitcoin als Zahlungsmittel, wo sich der IWF eventuell dagegenstellen könnte. Je nachdem, weiß man nicht. Wie siehst du das? Also ich würde mich da mit einer Bewertung sehr zurückhalten. Worüber sprechen wir denn hier eigentlich? Wir sprechen über eine junge Frau. Sie ist gerade mal 36 Jahre alt. Die bisher noch nicht politisch aktiv war.
Zwar unternehmerisch relativ erfolgreich war in ihrem bisherigen Leben. Aber als Politikerin quasi völlig unbelenkt ist. Und die jetzt sehr mutig in meinen Augen einfach mal ihren Hut in den Ring geworfen hat und gesagt hat, ich möchte Präsidentin werden. Und jetzt geht es natürlich darum, jetzt muss sie natürlich auch ein bisschen Schlagzeilen produzieren. Also ich will jetzt nicht in Abrede stellen, dass sie tatsächlich diese Vorstellung hat, dass man Bitcoin als Währung einführen könnte.
Aber sicherlich taktiert sie hier auch mit dem politischen Wahlkampf, den sie zu führen hat jetzt. Aber ich nehme ihr das durchaus ab. Also sie ist durch alle Gespräche, die wir mit ihr geführt haben, da spürt man das einfach an allen Ecken und Enden. Sie ist eine toxische Bitcoin-Maximalistin. Auch eine Selbstbezeichnete. Also sie hat da schon die Vorstellung, hey, wir müssen Bitcoin zu einer Währung machen. Das muss halt unser Geld werden.
Und das schlägt sie halt hier vor, dass man das in Surinam gut machen könnte. Insofern, ob das möglich ist, wie darauf ein IWF reagieren könnte, ob das die Bevölkerung annimmt, würde ich mich nur sehr vorsichtig zu äußern wollen. Aber ist das nicht ein bisschen widersprüchlich?
Auf der einen Seite sagt sie, sie will irgendwie dann in Suriname das zentralisierte Geld loswerden, aber dann trotzdem, in Anführungszeichen, wird ja dann trotzdem per Gesetz veranlasst, okay, ihr müsst eine dezentrale Währung verwenden, in dem Fall von Bitcoin. Beißt sich die Katze da ein bisschen in den Schwanz, dass man gleichzeitig sagt, hier quasi "fuck the state" und gleichzeitig, ihr müsst jetzt trotzdem das benutzen, weil ich das cool finde.
Also klar, die Implikationen, die daraus entstehen, mögen vielleicht dann besser sein, weil sie es nicht kontrollieren können, weil es halt rein von dem Algorithmus kontrolliert wird. Ja, aber trotzdem ist es ja wieder ein Dekret von oben, was dann wieder das von Top-Down reindrückt. Ähnlich wie es dann in El Salvador der Fall ist.
Absolut. Also ich glaube auch, dass wir alle, auch vor allem jetzt nach der Erfahrung mit El Salvador, auch ziemlich genau wissen, dass so von Top-Down eingeführte Währung Bitcoin nicht immer gut funktioniert. Der Weg andersrum scheint besser zu funktionieren, wenn quasi die Plebs, die einfachen Leute, anfangen Bitcoin zu adaptieren und das in ihren Alltag einzubauen.
Ein Argument, das von ihrer Seite kam, war, wir dürfen nicht vergessen, Suriname ist quasi aus internationalen Zahlungsdienstleistungen komplett ausgeschlossen. So was wie Paypal oder so, das kennen die alles gar nicht. Insofern ist es halt sehr viel noch Bargeldverkehr, der dort abläuft. Also gerade wenn du halt raus aus Paramaribo fährst, da gibt es keine Kreditkarten-Terminals mehr. Da musst du dann tatsächlich mit Bargeld bezahlen.
Und da verspricht sie sich dann schon davon, wenn du halt ein Zahlungsmittel hast, das du halt einfach auf einem Handy installieren kannst. Und ich meine, jeder hat ein Handy. Und dann quasi eine digitale Zahlungsinfrastruktur hättest. Das hat sie so quasi noch als eines der Vorteile mit vorgebracht. Kaufe ich ihr auch in gewissem Sinne ab, dass das einen Vorteil bringen könnte?
Ja. Du hast ja dann, wir hatten in der Costa Rica und El Salvador voll gehört, wir haben darüber geredet, du hast halt wieder immer das Bildungsproblem an der Stelle, dass du das Geld runterlegst. Und wenn die Leute nicht wissen, was sie damit machen, wie sie damit überhaupt arbeiten können, dann entziehst du denen ja dann in dem Sinne dann Teil ihrer Zahlungsgewohnheiten und so weiter.
Da musst du ja trotzdem dann schon wieder ein Bildungsprogramm schaffen, musst du wieder eine Wallet bereitstellen in irgendeiner Form. Also ich stelle mir das sehr, sehr schwierig vor. Also da gar keine Frage. Aber wie gesagt, ich kann hier nur so ein bisschen referieren, was sie als politisches Programm aufgelegt hat, über die Erfolgschancen. Lass uns das vielleicht nochmal zurückstellen, weil ich glaube, ich habe da schon noch ein Take dazu, was ihre Erfolgschancen angeht.
Vielleicht eins, was mich auch sehr überrascht hat, ich spiele nochmal ein O-Ton ab, was sie sich davon verspricht, wenn wir Bitcoin als Währung in Suriname einführen. Die Regierung muss effizienter sein. Wir reduzieren die Größe der Regierung, um die Regierung effizienter zu machen. Weil die Währung Bitcoin ist, macht sie die Regierung automatisch transparent. Weil jetzt alle Finanzierungen der Regierung die einzige öffentliche Leitlinie sind. Also zwei Punkte.
Ich glaube, der letzte ist ganz klar geworden. Sie erwartet sich natürlich Transparenz über die Geldströme. Das muss man vielleicht erläutert dazu sagen, egal mit wem man gesprochen hat in Suriname. Viele haben das Problem der Korruption angesprochen, dass es ein großes Problem ist. Und sie verspricht sich tatsächlich mit der Einführung von Bitcoin und dem öffentlichen Ledger mehr Transparenz in die Wege, die die öffentlichen Gelder halt so nehmen.
Und dass das halt auch etwas an der Korruption vielleicht bekämpfen könnte. Ja, ich weiß nicht, was denkt ihr da? Da wäre ich da hart. Also wir machen jetzt wirklich genug Privacy-Folgen, womit ich sagen würde, also, keine Ahnung, mein Sinnbild einer Korruption ist ein korrupter Polizist oder ein korrupter Politiker. Das sind so die beiden ersten Dinge, die mir normalerweise in den Kopf kommen.
Und ich sehe überhaupt kein Problem damit, warum irgendwelche Bestechungsgelder auf separate Wallets fließen sollen, die wunderbar verschleiert sein können. Und auch dann noch zusätzlich vollkommen jeglichen Zugriff entzogen. Also, ich weiß nicht, wenn ich Schmiergelder annehmen würde, würde ich das viel eher in Bitcoin tun, als ich das in Euro oder Dollar oder sonst irgendwas machen würde.
Du hast ja trotzdem wieder ein Oracle-Problem in dem Sinne, dass du quasi sagst, du veröffentlicht deine Adressen in irgendeiner Form dann. Aber sind das alle? Ist da nicht doch irgendwie was noch, wie du gerade gesagt hast, dass die Bürger der Regierung vertrauen in dem Sinne, dass die auch wirklich alle Informationen gibt? Also einen großen Mehrwert. Klar, okay, kann man halt vielleicht sagen, da liegen jetzt irgendwie fünf Bitcoin, die gehören sowohl in Namen als auch toll.
Aber okay, was ziehst du dann jetzt als Information für dich daraus, quasi als Bürger dieses Landes? Naja, ich glaube nicht, dass es um Informationen des Bürger geht, sondern eher, dass man halt die ... Aber das sind ja die, die es betrifft. Also die Transparenz der Regierung gegenüber den Bürgern. Ob die jetzt Transparenz gegenüber uns Deutschen sind, ist doch kackegal. Die es betrifft, weil das Geld versickert im korrupten Staatshaushalt, sind die Bürger. Absolut.
Ich glaube, es geht nicht darum, quasi alles öffentlich zu machen, zu sagen, hier sind unsere Finanzen. Da könnt ihr genau gucken, wo jetzt Gelder hin verschwunden sind, sondern einfach eine Möglichkeit zu haben, sehr schnell offen zu legen, wo denn Korruption stattgefunden hat. Also wenn jetzt zum Beispiel Gelder in falsche Kanäle abgeflossen sind, dann kannst du es zumindest ...
Die ich jetzt natürlich sehr wohlwollend interpretiere, weil ihr zu Recht harsche Kritik daran angebracht habt, die ich glaube, ich auch im Grunde teile. Aber um mit ein bisschen Wohlwollen entgegenzukommen, würde ich schon sagen, na gut, du kannst zumindest sehen, wann von wem Gelder abgezweigt wurden, in falsche Kanäle, und kannst damit quasi das Aufarbeiten der Korruption, kannst damit quasi dem entgegenwirken.
Ich wäre jetzt nicht ganz so grundskeptisch, ob man das nicht doch irgendwie implementieren kann, also Systeme, in denen, keine Ahnung, Vier-Augen-Acht-Augen-Prinzipien herrschen, in denen bestimmte Gelder einfach nur irgendwie gelockt sind, dass du sagst, du kannst dieses Budget, kannst du nur an folgende Adressen oder so überweisen, oder nur, wenn irgendwie drei signiert haben.
Also ich kann mir schon vorstellen, dass man da auch mit Bitcoin ein transparenteres und vielleicht auch etwas korruptionsresistenteres System bauen kann, aber ja, natürlich. Also es ändert nichts daran, wenn du ein landvoller korrupter Politiker bist, dann werden sie auch Wege finden, mit Bitcoin Korruption zu betreiben und das Geld verschwinden zu lassen.
Also da bin ich auch ein bisschen skeptisch, aber wie gesagt, Maya hat diese Vorstellung, dass man mit Bitcoin mehr Transparenz in die korrupte Regierung und die korrupte Politik und Verwaltung hineinbekommen könnte.
Jetzt muss man ja sagen, mit Daedalus Labs, was ja eines ihrer Unternehmen ist, was sich ja, wenn ich das richtig so sehe, sehr zentral auf Bitcoin Solution Development fokussiert, unter anderem auf, wie kann ich Immobilien mit Bitcoin kaufbar machen und so, hat sie ja zumindest eine gewisse technische Ressource an der Hand, falls man entsprechende IT-Lösungen für den Staat dann bauen will.
Genau, also sie hat, vielleicht kann ich das noch dazu sagen, wir hatten Gelegenheit, ungefähr zwei Stunden mit ihr zusammenzusitzen und da hat, also ich hatte gedacht, ich könnte ein Interview führen, aber es war so, dass wir die erste Frage gestellt haben und dann hat sie quasi eine Stunde und 45 Minuten durchgeredet. Ich bin kaum dazu gekommen, also ich saß da auch noch mit zwei, drei weiteren, wir sind kaum dazu gekommen, mal eine Zwischenfrage zu stellen.
Aber genau, wir haben relativ lange mit ihr sprechen können und sie hat uns sehr häufig darum gebeten, oh, das könnt ihr bitte jetzt aber nicht senden, also weil sie da einfach Dinge schon ausgesprochen hat, die sie, glaube ich, noch nicht veröffentlicht sehen möchte. Aus dem heraus würde ich sagen, da gibt es, also sie hat ganz gute Berater, glaube ich, an der Hand.
Es ist jetzt nicht so, dass sie da völlig wild loszieht, das ist jetzt nicht mein Eindruck, dass sie jetzt völlig wild loszieht und sagt so, ich mache das jetzt alles, weil ich halt einfach die toxische Bitcoin-Maximalistin bin und das wird jetzt alles gut werden, sondern da kümmert sie sich auch darum, dass sie sagt, okay, wir schauen uns zum Beispiel Programme an von anderen Staaten, die halt Systeme implementiert haben, die halt stark auf Kontrolle vor allem oder auf Transparenz
und Kampf der Korruption gesetzt haben. Genau, also so viel kann ich vielleicht verraten. Also da ist sie auch im engen Austausch. Ich würde es noch nicht so ganz abschreiben.
¶ Erfolgschancen von Maya
Dann lass uns doch mal, bevor wir gleich mal wirklich zu einem relevanten Thema gehen, wie sieht denn wirklich so die Bitcoin-Adoption so wirklich dann in der Lokal, also quasi von bottom up an der Stelle, das ist ja, glaube ich, das, was die Leute wirklich interessiert. Vielleicht nochmal kurz einen Abschluss. Was ist deine Erwartungshaltung?
Wie realistisch sind denn die Chancen von der Maya, dass sie da jetzt im Mai da jetzt die erste, weiß ich nicht, Bitcoin-Präsidentin werden kann in Surinam? Das ist ja sonst alles immer noch super hypothetisch, was wir hier quasi... Absolut, absolut. Also pass auf, der Prozess ist mindestens zweistufig. Als erstes stehen jetzt am 25. Mai die Parlamentswahlen an und das ist die Voraussetzung dafür, um Präsident zu werden, denn der Präsident wird aus der Mitte des Parlaments gewählt.
Das heißt, er muss Parlamentsmitglied sein. Die Chancen darauf stehen für Maya nach eigener Aussage nicht schlecht. Sie braucht tatsächlich irgendwie 5.300, 5.400, irgendwie so in der Größenordnung, Stimmen, also Wahlzettelstimmen, Leute, die ihr Kreuz bei Maya gemacht haben, um sicher einen Platz im Parlament zu haben. Da geht sie davon aus, und das fand ich jetzt auch nicht unrealistisch, dass sie das schaffen wird. Also sie wird wohl im Parlament Platz nehmen dürfen.
Sie gehört zu einer Partei, die eine der ältesten Parteien des Landes ist, also schon vor der Unabhängigkeit von Surinam bereits in der Politik aktiv war und auch lange Verantwortung getragen hat. Das ist die Nationale Partei Surinams. Also ich habe keine richtigen Umfragen gefunden. Ich habe zwar versucht, das ein bisschen zu recherchieren, aber sie hat gesagt, okay, wir gehen davon aus, dass wir etwa 20 Sitze gewinnen können bei einem Parlament von 51 Parlamentariern.
Also das ist schon eine recht starke Partei, aber sie braucht natürlich einen Koalitionspartner. Gut, also das heißt, sie muss zum einen ins Parlament gewählt werden. Dann kommt es darauf an, wie stark wird ihre Partei, wie stark ist der Koalitionspartner, den sie brauchen, und wie viele Leute noch werfen halt ihren Hut in den Ring, um das Präsidentschaftsamt anzustreben.
Und mit dem Wissen, dass da wirklich enorme Cashflow ab 2028 ins Haus steht, kann ich mir vorstellen, dass die Ambitionen auf dieses Amt dieses Mal besonders hoch sein werden. Also sie wird sich einem sehr, sehr hohen Konkurrenzkampf ausgesetzt sehen. Das Beste, was ihr passieren kann, wenn sie eine realistische Chance haben möchte, Präsidentin von Surinam zu werden, und zwar schon jetzt 2025, wäre, dass sie einfach Unmengen, vielen an direkten Stimmen hat.
Wenn sie 70.000, 80.000 Stimmen hat, dann ist sie einfach eine der stärksten Kandidatinnen, die überhaupt in dem Parlament drin sind. Und dann kommt man schwieriger an ihr vorbei. Das heißt noch nicht, dass sie dann notwendigerweise Präsidentin wird, aber dann erhöhen sich ihre Chancen. Mit all dem im Hintergrund, dem, was ich jetzt gesagt habe, halte ich trotzdem die Chancen für nicht sehr hoch. Da sind einfach noch viele Hürden, die sie überwinden muss.
Aber jetzt gibt es natürlich etwas, was man machen kann, um das Ganze zu unterstützen. Ich sage mal, Maya ist eine junge Unternehmerin. Die hat das Social-Media-Game, das hat sie drauf. Da hat sie auch ein kompetentes Team, das sie da unterstützt und berät. Sie fährt jetzt schon Facebook und Social-Media-Kampagnen, um auf sich aufmerksam zu machen. Das kostet natürlich Geld. Und das kaufe ich auch tatsächlich ab.
Wenn man mit ordentlich Budget ausgestattet ist und wirklich einen breiten Wahlkampf führen kann, ihren Namen überall platzieren kann, dann kann es tatsächlich sein, dass Maya über viele Stimmen verfügen kann nach der Wahl. Wenn ihr da draußen das für eine gute Idee haltet, ich packe mal den Geyserfonds von Maya in die Show Nodes. Da könnt ihr sehen, wie das unterstützt ist, das Projekt. Dann könnt ihr es euch selber überlegen. Ich würde es tatsächlich für realistisch halten.
Sollte sie da 2, 3, 4, 5 Millionen US-Dollar zusammenbekommen, dann wird sie einen sehr, sehr guten Wahlkampf machen können. Einen, der vor allem für Aufmerksamkeit sorgen kann. Dann hat sie größere Chancen. So viel zumindest kann man sagen. Beantwortet das eure Frage? Ja, das passt weiter. Vielleicht ganz kurz noch, um das abzurunden. Ist sie quasi exklusive Präsidentschaftskandidatin von dieser Partei?
Oder hat sie innerhalb der Partei auch noch Konkurrenz, die ihr dann auch innerhalb dieser relativ starken und eigenesessenen Partei Konkurrenz machen wollen? In einem Gesicht quasi in den Wahlkampf? Nee, das kann ich mir nicht vorstellen. Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Auch wenn ich es nicht genau weiß. Aber ich gehe davon aus, dass selbst in ihrer eigenen Partei auch noch andere sich durchaus Hoffnung machen, das Präsidentschaftsamt zu erringen.
Wenn du die Aussicht hast, rund 30, 35, vielleicht sogar 40 % der Sitze im Parlament zu erlangen, dann weißt du, dass innerhalb dieser Partei da ist wahrscheinlich der nächste Präsident des Landes drin. Da gehe ich davon aus, dass da viele das überlegen werden. Ich gehe nicht davon aus, dass sie konkurrenzlos ist, weiß es aber ehrlich gesagt nicht, nicht zu 100 %. Bei der Geyser-Found sind jetzt knapp 100 Millionen Satoshi momentan drin, wenn ich das richtig gesehen habe.
Also kommen wahrscheinlich noch aus anderen Quellen Sachen dazu. Ich hatte mit jemand anderem, der vor einiger Zeit auch dort war, das Gespräch ist aber auch schon ein paar Monate her, der sagte, dass viele Leute im Land einfach ihren Namen noch nicht kennen. Von dem, was ich jetzt auf die Schnelle mal recherchiert habe, ist ihre Stärke eher so im, ich sage mal, jungen bürgerlichen, städtischen Milieu. Und wo es eher so ein bisschen Schwierigkeiten gibt, ist natürlich urbanere Regionen.
Und was so eine Herausforderung ist, ist auch, dass sie zumindest mal keine ethnische Heimatbasis in dem Sinne hat, wie das andere vielleicht haben. Und ich finde es aber ganz spannend. Vielleicht muss ich das auch mal einordnen, weil ich klinge die ganze Zeit super kritisch. Ich finde es auf der anderen Seite cool. Ich habe sie in Amsterdam letztes Jahr gesehen, die hat eine Menge Energie und versucht das zu machen. Und das ist auf jeden Fall cool.
Es wirkt aber, als wäre es einfach trotzdem sehr, sehr schwierig. Und was aber auch heißt, wenn sie es schafft, dass es dann gegebenenfalls umso mehr Nachahmer oder umso nachahmungswürdiger wird. Weil natürlich das, was sie auch hat, ist ein sehr großes internationales Netzwerk an Unterstützern, die sie unterstützen, nur weil sie das Thema Bitcoin pusht. Ja, das stimmt. Das hat mich ehrlich gesagt auch ein bisschen überrascht.
Also das, was ich so auf Social Media mitbekommen habe, weil ich nicht mehr auf Twitter bin, habe ich tatsächlich da nicht so viel gesehen. Aber mir sind zwei, drei Twitter-Threads zugespielt worden von Bitcoin-Accounts, irgendwelchen Amerikanern oder so, die da irgendwie groß was zusammengeschrieben haben, ellendang ein Thread geschrieben hat, wie groß denn doch die Chancen von Maya sind, Bitcoin-Präsidentin zu werden und so genannt zum Bitcoin-Country zu machen.
Als ich dann vor Ort war, muss ich ehrlich gesagt sagen, die zwei, drei Leute, mit denen wir mal gesprochen haben, ob sie sich dann vorstellen könnten, ob sie Maya kennen, die Aussage durchgingen, nee, keine Ahnung, wer ist das. Da war sie einfach nicht bekannt. Und es war egal, ob wir jetzt mit einem Guide, mit einem Kellner oder mit einem Taxifahrer gesprochen haben, ob irgendjemand Maya kannte, war zu dem Zeitpunkt einfach nicht zu sehen. Gab es halt einfach nicht.
Dazu muss man allerdings sagen, dass der syrenamesische Wahlkampf streng reglementiert ist. Das heißt, es gibt da so einen ganz fixen Prozess. Der offizielle Wahlkampf findet genau zwei Monate vor der Wahl statt. Also quasi, wir waren jetzt Mitte März da. Und in der Woche, nachdem wir wieder abgereist waren, ich glaube am 24. oder 25. März, gibt es den offiziellen Startschuss für den Wahlkampf. Erst ab diesem Tag dürfen Kandidaten für einen Sitz im Parlament persönlich für sich werben.
Das heißt, als wir in dem Land waren, hatte der personalisierte Wahlkampf noch nicht so richtig angefangen. Natürlich, die bekannten Gesichter in der Politik, die haben sich schon positioniert gehabt, da wusste man das schon. Aber wer jetzt noch alles auf einer elendlangen Liste steht, es sind, glaube ich, 11 oder 14 Parteien, die sich um Sitz im Parlament bemühen. Es gibt eine Menge Kandidaten. Maja steht zum Beispiel in ihrer Partei auf Listenplatz 21.
Das heißt, es sind noch mindestens 20 andere Personen, die auf diesem Wahlzettel stehen werden, die halt gewählt werden können, nur von dieser Partei, von der Nationalen Partei Surinams. Immerhin 21. Ja, darum hat sie sich explizit beworben, dass sie gerne diesen Platz hätte. Das war auch eine Frage, die ich ihr dann stellen konnte, weil wir das ja bei uns so kennen.
Der Listenplatz sagt ja viel darüber aus, ob du eine Chance hast, ins Parlament zu kommen, auch wenn du nicht das Direktmandat gewinnst. In Surinam ist das ganz anders. Das ist egal, wo du auf dieser Liste stehst. Dann geht es halt nur darum, wenn du auf der Liste stehst, stehst du auf dem Wahlzettel. Dann kommt es nur noch darauf an, dass du eben diese 5.300, 5.400 Stimmen, diese Kreuze bekommst, damit du ins Parlament reinkommst. Top.
¶ Bitcoin Adoption in der Bevölkerung
Dann lass uns doch mal jetzt, das ist ja schon ein bisschen gut über der Zeit, mal schauen, oder vielleicht kannst du noch ein bisschen was dazu erzählen, was gibt es denn schon für Bitcoin-Adaptionen, jetzt völlig unabhängig davon, was jetzt hier die Maya in Zukunft vielleicht machen möchte, sondern wo gab es denn schon Leute, die vielleicht sich als Bitcoiner identifiziert haben da vor Ort? Das ist eine sehr gute Frage.
Das Erste, was auffällt, ist, wir haben natürlich vorher auf BTCmaps geschaut, für Gesamtsurien haben wir 126 Einträge, davon sind 125 in Paramaribo in der Hauptstadt. Das ist gar nicht so wenig. Ja, ich habe mal den Vergleich gezogen, in unserem schönen Saarland leben fast eine Million Menschen und die haben auf BTCmaps, ich glaube, genau einen Eintrag oder vielleicht zwei Einträge. Das ist schon, wenn man vorher auf die Karte schaut, ist das schon, okay, da erscheint was zu passieren.
Ich hatte keine richtige Zeit dafür gehabt. Es gab so eine Challenge von Jeff, die er ausgerufen hatte, was ich eigentlich auch ganz cool fand, dass man quasi Punkte bekommen hat dafür, dass man bestimmte Dinge verifiziert, zum Beispiel auf BTCmaps, oder dass man unseren Fahrer so orange pillt, dass wir dem ein paar Satz als Trinkgeld oder unserem Guide ein paar Satz als Trinkgeld geben kann. Die Idee dahinter war, das ein bisschen zu validieren, stimmen diese BTCmaps-Einträge.
Wenn ich das richtig sehe, so richtig viele Einträge konnten wir nicht validieren. Ich war einmal dabei, da wollten wir kurz was Mittagessen, gingen zu Fuß von so einem Laden, von dem wir waren, und haben gesagt, okay, komm, da um die Ecke ist so ein Restaurant, da können wir essen gehen. Dann kamen wir da an und dann war da einfach nichts. Also da war zwar ein Restaurant, aber mit Bitcoin hatte das nichts zu tun und es war auch nicht das, was auf BTCmaps eingetragen war.
Also, oder, keine Ahnung, ich glaube, einer der Mitreisenden, die da mit dabei waren, ist auch mal so ein bisschen rumgelaufen und hat dann auch gesagt, so, ja, da gibt es so eine Stelle, das ist so ein Park in der Hauptstadt Paramaribo, da sind so ein paar Buden, aber da konntest du auch nirgendwo mit Bitcoin zahlen. Ich weiß nicht, ob es nicht zu war, oder du konntest es nicht verifizieren.
Also, ja, es ist so ein bisschen schwierig, das zu verifizieren, zu sagen, es gibt tatsächlich diese vielen Bitcoin-Attentanzstellen. Aber es gibt was, du kannst tatsächlich ab und zu mit Bitcoin zahlen, selten, aber es geht wohl. Wir waren irgendwie, keine Ahnung, ein, zwei Mal im Restaurant, irgendwie essen, dann konnte man da hinterher mit Bitcoin bezahlen. Ich weiß nicht, ob das extra wegen uns so war, das weiß ich nicht so genau.
Also bei einem Laden ziemlich sicher, da konnte man auch vorher schon mit Bitcoin bezahlen. Das war okay. Bei einem zweiten Laden hatten wir eher den Eindruck, so, ja, da ist jetzt vorher einer hingegangen, hat denen eine Wallet eingerichtet und dann hat er die Wallet eingeschickt, die Satoshi ist neben. Was gibt es sonst noch vor Ort? Es gibt eine Telegram-Gruppe, Bitcoinstraner nennen die sich. Das ist quasi die große Telegram-Gruppe für die surinamesischen Bitcoiner, da sind sie alle drin.
Da versammeln sie sich und diskutieren so ein bisschen miteinander. Da kriegt man dann auch mal Informationen, wenn zum Beispiel ein neuer Kurs im Bitcoin Information Center stattfindet. Das ist alles so ein, ja, so ein, das ist irgendwie im Obergeschoss von einem, na, Geschäft von Maya. Da hat sie unten, hat sie so einen Versandhandel, den sie da betreibt oder so ein Logistikunternehmen, das sie da betreibt und oben drüber hat sie ja quasi ein Bitcoin Information Center eingerichtet.
Da finden dann Schulungen statt, da wird uns so ein Premier Bitcoin-Kurs angeboten. Wir waren da mal zum Meetup eingeladen, haben so dann irgendwie Barbecue gemacht und dann konnten wir so ein bisschen, auch so ein bisschen mit ein paar von den Locals mal sprechen. Genau, das war so unsere Erfahrung mit Bitcoin und ein paar Maribos, ich weiß nicht. Achso, was vielleicht wirklich interessant ist, also wir sind häufig auf Leute getroffen, die noch nichts mit Bitcoin zu tun hatten.
Unser Guide zum Beispiel, mit der er mit uns die Stadttour gemacht hat und der mit uns auch drei Tage in den Dschungel gefahren ist, der hatte vorher mit Bitcoin irgendwie nicht so richtig was am Hut. Der hatte davon gehört und wusste irgendwie so seinen Cousin oder seinen Bruder oder so, der macht da irgendwas mit Krypto. Aber der war super offen. Der hat halt sich gleich irgendwie eine Wallet installiert und dann konnten wir ihm Trinkgeld geben in Satoshi's.
Auch irgendwie der Kellner bei uns im Hotel oder die Taxifahrer, wenn du die gefragt hast, die waren da auf jeden Fall zumindest aufgeschlossen und offen dafür, sich irgendwie dem Thema zu öffnen. Das fand ich schon sehr interessant. Es gab also nicht das, was du hier in Deutschland hast. Ich glaube, wenn du hier einen Taxifahrer fragen würdest, dann würde der wahrscheinlich eher sagen, nee, so ein Quatsch, da hab ich keinen Bock drauf. Also eher eine ablehnende Haltung.
Erfährst du da, dass es uns in Surinam nicht so begegnet, sondern eher eine sehr neugierige, offene Haltung dazu. Fand ich spannend. Sehr cool. Ich dachte vorhin, wie macht man denn das, wenn man das tatsächlich als Zahlungsmittel abdeckt und das alles Dschungel ist? Haben die überhaupt ausreichend Internet? Haben wir gerade mal geschaut. Tatsächlich haben die etwa ähnlich viel Internetabdeckung wie wir in Deutschland. Was nicht für uns spricht, aber ... Naja, so eigentlich ...
Wir sind auch viel mit dem Bus da rumgefahren. Dann fährst du über lange Landstraßen. Dann hast du zwischendurch schon mal Orte gehabt, wo du weniger Empfang hattest. Aber ich sag mal, in allen Hauptorten, in denen wir waren, hast du immer ... Das war nie ein Problem, da irgendwie Internet zu bekommen. Ich hatte eine eSIM installiert. Die hat eigentlich immer funktioniert, wenn ich sie brauchte.
¶ Alfonsdorp
Wir waren auch ... Einmal sind wir nach Alfonsdorp gefahren. Witzige Geschichte. Wir haben es am Abend vorher ... Wir waren essen, auch mit ein paar lokalen Bitcoinern. Dann habe ich meinem Tischnachbarn erzählt. "Wir fahren da morgen nach Alfonsdorp." Und er guckte mich an. "Was macht ihr?" "Nach Alfonsdorp." "Wie iPhone Store." "Hab ich noch nie gehört." Der hat es überhaupt nicht verstanden. Der wusste überhaupt nicht, dass dieses Dorf existiert. Auf Google Maps habe ich ihm das dann gezeigt.
"Guck mal, da ist Alfonsdorp." Da hat er mich wirklich angeguckt und meinte, "Keine Ahnung, was ihr da wollt. Was soll da überhaupt sein?" Auf jeden Fall sind wir dahin gefahren, nach Alfonsdorp. Das ist Richtung der Grenze zu Französisch-Guiana. Es gibt eine lange Landstraße, die einmal gerade durch den Dschungel geht. Dann kommt man irgendwann an den Grenzfluss zu Französisch-Guiana. Ein paar Kilometer davor, 30, 40 Kilometer davor, ist Alfonsdorp.
Ein sehr kleines Dorf. Ein paar hundert Einwohner. Ich glaube, 200, 300 Leute haben sie uns erzählt. Interessanterweise indigener Abstammung. Das war eben dieses Dorf mit dem Volk der Arabak. Da gibt es einen jungen Mann, Terence heißt der, der in Alfonsdorp eine Circular Economy aufbauen möchte. Das Ganze ist wirklich noch ganz am Anfang. Wir waren quasi eingeladen, wir als deutsch-niederländische Reisegruppe, zum initialen Bitcoin-Meetup in Alfonsdorp.
Wir haben am Mittwochnachmittag um 14 Uhr uns da eingefunden. Das klingt jetzt ein bisschen lustig, wie ich das erzähle. Aber das muss ich wirklich sagen. Dieser Ausflug nach Alfonsdorp, das war eine der Dinge, die mich am meisten beeindruckt haben auf der ganzen Reise in Surinam. Wir sind da angekommen und wir sind wirklich, das hast du den Leuten angemerkt, das ganze Dorf, also so weit sie konnten, das war natürlich ein normaler Arbeitstag, aber viele waren halt da.
Wir sind da mit Freude begrüßt. Wir sind da mit so Zeug behangen worden. Es gab einen Begrüßungstanz. Die Dorfschamanin hat da noch ein Tänzchen aufgeführt. Der lokale Sänger hat da noch einen Song abgespielt. Es gab eine Rede von dem Terence. Die haben sich wirklich gefreut auf uns, dass wir da hingekommen sind, um die Circular Economy in Alfonsdorp so ein bisschen mit anzustoßen. Wenn ihr schon den Honigdachs gehört habt, es gab dort ein sehr interessantes Essen.
Ich habe zum ersten Mal in meinem Leben Tapir gegessen. Das war mal, man muss sich das so vorstellen, das war quasi das Tapirfleisch einfach so klein gehackt. Da hingen noch Knorpel und Haut und auch Fell dran in der Suppe, in der das schwamm. Das war nicht so, ich habe mich sehr schwer damit getan. Aber es macht halt den Eindruck, das ist wirklich hier ein Fest. Die haben für uns gekocht und die haben uns da noch Spuckebier angeboten. Das fand ich dann wirklich cool.
Dann haben sie uns noch mit zu ihrem Lokalen, also zu so einem Tümpel mitgenommen, wo sie dann eine rituelle Waschung durchgeführt haben. Ein sogenanntes Waschi-Waschi hieß das dann. Da sind wir ein paar hundert Meter in den Dschungel rein zu diesem rot schimmernden Tümpel. Was ist das, glaube ich, eisenhaltig. Dann war da so ein Bottich, da schwamm Blumen drin und Bonbons. Aber die Bonbons waren noch in den Bonbonpapier eingepackt.
Dann hat die Schamanin blaue Lebensmittelfarbe reingeschmissen und dann erst ein Kreuzzeichen geschlagen und dann ganz wild sich eine dicke Zigarre angezündet und damit erst sich selber angepustet mit dem Rauch. Dann die Frau, an der diese erste Waschung vollzogen wurde, auch noch eingedampft mit diesem Zigarrendampf. Und dann sie quasi gewaschen mit so einer Kelle, Wasser aus diesem Bottich, und dann über sie drüber und irgendwelche Segnungen gesprochen.
Ich habe das jetzt hier so ein bisschen lustig erzählt, aber ich glaube, die haben das ernst gemeint. Das ist das, was mich beeindruckt hat. Sie haben das nicht gemacht, weil das so eine Touristenattraktion ist, weil sie das mit allen Touristen machen, die vorbeikommen, weil da kommen keine Touristen vorbei. Wir waren quasi eine der ersten Ortsfremden, die überhaupt da angehalten haben. So muss man sich das vorstellen.
Deswegen nehme ich das wirklich ab, dass sie das ernst gemeint haben, dass sie dieses Ritual mit uns durchgeführt haben. Und wir konnten dann, das habe ich mir auch nicht nehmen lassen, dann auch gewaschen werden. Dann hat man sich davor diese Frau gebeugt, T-Shirt ausgezogen, und man bekam dann irgendwie viel Glück, viel Geld, und viele Frauen und viel Sex und so. Das bekam man dann quasi gewünscht von der Schamanin. Diese Waschung sollte dazu dienen. Genau.
Also in diesem kleinen indigenen Dorf, wo sie Waschi-Waschis machen, wenn eine wichtige Entscheidung ansteht, wo ein junger Mann, der so aus dem IT-Umfeld, der dort arbeitet, schon gar nicht mehr in seinem Dorf lebt, aber jetzt halt in das Dorf zurückgekommen ist, um dieses Bitcoin-Information-Center aufzubauen. Und da steht nicht viel. Das Fundament ist da. Und dann stehen schon die Pflöcke drin. Aber es ist kein Dach da. Und es ist auch noch nicht mit Inhalt gefüllt.
Gar nichts ist da. Aber er möchte das halt. Er denkt halt, dass Bitcoin hier etwas ändern kann. Weil ich habe bestimmt auch einen O-Ton dabei. Ha, warte mal. Ich haue mal einfach hier auf die Taste und gucke mal, was ... * Musik * Ich mach es mal leiser. Das ist hier Zion, der große lokale Künstler, der uns da mit so einer Box ... * Musik * Ich weiß nicht, ist das so Reggae? * Musik * * Musik * Ich fahre jetzt mal aus. Der uns da so ein bisschen auch noch bespaßt hat.
Genau. Worauf wollte ich hinaus? Also dieser Terence ist ein wirklich junger Mann. Ich würde den auf Mitte 20 schätzen. Der möchte halt Bitcoin dort einführen. Das hat auch bestimmte Gründe. Also es gibt halt, das ist halt eine Cash-Gesellschaft. Hatten wir ja vorher schon besprochen. Du kannst im Grunde nur mit Cash bezahlen. Irgendwelche mit Kreditkarten und so. Das geht gar nicht. Das heißt, die Leute müssen irgendwie zum nächsten ATM, wenn sie ihr Geld holen wollen.
Das ist 30 Kilometer entfernt. Da bilden sich dann halt lange Schlangen. Und wenn der ATM leer ist, dann ist er leer. Dann gibt es halt kein Bargeld mehr. Das ist halt so wirklich problematisch. Das ist das eine. Zum Zweiten, also dieses Medium of Exchange, dass es halt wirklich funktioniert, als digitale Zahlungsinfrastruktur. Das ist einer der Gründe. Und natürlich der Store of Value.
Er glaubt, dass die Leute halt dann auch so ein bisschen was sich ersparen können, dass es nicht so schnell an Wert verliert. Und das möchte er halt dort in Alphons Dorf aufbauen. Ich habe mich ganz kurz mal nach dem Waschdiwaschi-Ritual mit ihm unterhalten, weil ich einfach wissen wollte, also wie er auf die CT gekommen ist, was ihn so antreibt. Und er hat gefragt, was kannst du mir denn raten? Was denkst du denn, worauf es hier ankommt?
Und ich konnte ihm nur sagen, hey, also wahrscheinlich brauchst du ganz, ganz viel Geduld. Das wird ganz, ganz lange dauern, bis hier was aufgebaut ist. Das ist halt wirklich, es ist ein kleines Dorf mitten im Nichts. Da sind 200, 300 Leute, keine Ahnung, Geschäfte. Habe ich nicht mitbekommen, habe ich keine gesehen.
Sie erhoffen sich natürlich nach dem Vorbild anderer Circular Economies oder Kreislaufwirtschaften, die es ja weltweit schon gibt, dass das Ganze auch ein bisschen Touristen anzieht. Ich wünsche es ihm, dass das passiert, dass ihnen das ein bisschen was wirtschaftlich einbringt. Aber ja, das wird wahrscheinlich ein paar Jahre dauern. Anyway, ich habe so ausführlich davon erzählt, weil es wirklich, ich kann es nur noch mal wiederholen, es hat mich, das ist nachhaltig beeindruckt.
Das war für mich eines der wesentlichen Erfahrungen, auf dieser Surinam-Reise etwas mitgemacht zu haben. Und ich packe euch auf jeden Fall auf den Geyser von Alfons Dorp in die Shownotes. Ich würde mich super freuen, wenn ihr da ein paar Satz hinschickt. Und wenn es nur 100 oder 1.000 Satz sind, ich glaube, denen hilft einfach alles, was sie bekommen können. So, jetzt höre ich aber auf, von Waschi Waschi in Alfons Dorp zu erzählen. Das ist mega geil.
Ich habe mir das gerade auch auf der Karte angeschaut. Ich hätte das nicht als Dorfer kannt. Ich kann es auch nicht. Ich bin begeistert, dass Google Maps es trotzdem findet. Aber das ist geil. Der Geyser-Fand hat ja gar nicht so wenig. Der hat ja auch schon zumindest mal 300 Dollar. Das ist für Alfons Dorp wahrscheinlich geil. Auf jeden Fall. Das ist schon nicht schlecht für die. Ich weiß auch nicht, was ich davon halten soll.
Das ist wirklich, das mal zu sehen, ich glaube, das war auch wirklich interessant, jetzt im Nachhinein, wo ich darüber nachdenke, wie wirklich jemand hingeht und auf der wirklich grünen Wiese ganz alleine versucht, Bitcoin einzuführen. Von den anderen Leuten in seinem Dorf, die wissen halt alle nichts von Bitcoin. Keine Ahnung.
Er hat dann auch erzählt, er hat dann auch die Dorfvorsteherin, das ist seine Großmutter oder Großtante oder so, so ganz kriege ich es nicht mehr zusammen, die hatte er vorher gefragt, ob es denn in Ordnung ist, wenn er die Deutschen, also die Europäer, ins Dorf einlädt, damit die kommen und damit sie sich das mal anschauen. Und sie hat das halt genehmigt. Nur deswegen konnte er das überhaupt machen, weil er überhaupt die Genehmigung von der Dorfvorsteherin hatte.
Auf dem Bild steht sogar, wo sie da zusammensitzen, dass die Stühle nur gemietet waren. Das sind irgendwie so 20 Stühle oder so, damit die Leute da sitzen können. Auf was für ein Bild guckst du? Von Kaiserpfand. Achso, okay. Das ist geil. Das ist wirklich Hardcore Grassroots. Ich versuche jetzt auch.
¶ Tourismus
Wir waren im Dschungel. Vielleicht können wir darüber noch kurz sprechen. Wir hatten ja über die wirtschaftliche Situation gesprochen. Tourismus spielt gar keine Rolle. Sie haben auch kein Weltkulturerbe wie Machu Picchu oder Angkor Wat oder das Taj Mahal. So etwas gibt es halt alles nicht in Surinam. Was das angeht, so kulturelle Highlights gibt es einfach nicht. Paramaribo, die Hauptstadt, gehört zu den UNESCO-Welterbestätten. Also ist schon anerkannt.
Das hat auch seinen eigenen Charme, muss man sagen. Die hat eine sehr eigene Bauweise dort. Man merkt, ich weiß nicht, ob man da den holländischen Einfluss merkt, aber es ist schon ganz nett. Aber das ist halt auch nichts, wo ich sagen würde, das musst du unbedingt gesehen haben. Wenn du das nicht gesehen hast, hast du was verpasst in deinem Leben. Das würde ich so nicht unterschreiben.
Surinam hat auch noch das Pech, dass es, obwohl es sich zu den karibischen Staaten zählt und eine lange Küstenlinie hat, über keine Strände verfügt. Denn etwas weiter südlich mündet der Amazonas in den Atlantik. Und der Amazonas spült halt sehr viel Schlamm ins Meer. Und dieser Schlamm wird halt durch einen Guyana-Strom, der halt da quasi nach Norden fließt, an die Küsten entlanggetragen. Das heißt, das Meer ist halt vor allem schlammig.
Also in Paramaribo, das ist so die Hauptstadt von Surinam, die liegt so, ich würde mal sagen, gleich fünf Kilometer im Landesinneren von der Küste. Da sieht man das dem Wasser auch an. Das ist halt eher bräunlich. Das ist halt nicht schön. Es gibt halt keine Stranden und Palmen und so. Leider ist auch das irgendwie kein ...
Also Tourismus ist, was das angeht, dass du dich da irgendwo ein schönes Hotel einmietest und drei Tage am Strand oder eine Woche am Strand liegst, das wirst du in Surinam einfach leider nicht finden. Das Einzige, was wirklich ein touristisches Highlight ist, in meinen Augen, ist tatsächlich der Dschungel. Also das kann man sich dann ... Also wenn man so was mag. Und ich mag so was gerne. Ich gehe gerne mal in den Wald.
Wir hatten jetzt echt das Glück, dass wir da auch drei Tage in den Dschungel rein durften. Sind da mal so ein bisschen durch den Dschungel gelaufen. Wir haben eine Baby-Anaconda gesehen. Wir haben Vogelspinnen gesehen. Habt ihr auch mal bei euch übernachtet? Ja, ja, wir haben da in so einer Lodge ... In dem Afobaka-Resort hieß das. Also falls ihr mal nach Surinam reist, das Afobaka-Resort kann man empfehlen. Das liegt direkt an dem Staudamm.
Also nicht direkt, du siehst von dem Afobaka-Resort aus. Doch, das siehst du. Wenn du nach rechts schaust, siehst du tatsächlich auch den Staudamm. Genau, das ist so quasi ... Ich weiß nicht, ich habe vorher, als ich mir das angeschaut habe, ich habe mich so nach Premium-Dschungel-Lodge angeschaut. Das war aber alles sehr einfach. Also man darf sich da bitte keinen Luxus darunter vorstellen. Also es gibt Betten, es gibt eine Klimaanlage und aus der Dusche kommt kaltes Wasser.
Und in einem der drei Häuser, die wir belegt haben, mit der Reisegruppe gab es auch Internet, also WLAN. Internet gab es schon, über deine eSIM konntest du kommunizieren, aber WLAN gab es nicht. Ja, so viel zu dem Afobaka-Resort. Aber ja, genau, ich denke, das ist etwas, was man wirklich machen kann, wenn man darauf steht, wenn man auf Abenteuer steht, mal in den Dschungel reinzukommen. Das kann man, glaube ich, in sogenannten ganz fantastisch machen.
Der Guide, mit dem wir da unterwegs waren, der Sandro, der bietet tatsächlich auch so zehntägige Dschungeltouren an. Da wirst du mit dem Helikopter im Dschungel abgesetzt und dann zehn Tage später wieder abgeholt und du fährst dich dann einfach zehn Tage mit deinem Guide durch den Dschungel. Ich glaube, das ist schon eine Eigenerfahrung. So, viel über Tourismus gesprochen in Surinam. Habt ihr eine Frage dazu? Nein. - Wäre ja cool. - Super.
Jetzt aber, Waschi-Waschi, ich glaube, ich kriege es hin. Das schauen wir dann irgendwann an. Also noch ein kurzer Eindruck vom Waschi-Waschi. * Wasserrauschen * * Wasserrauschen * * Wasserrauschen * * Wasserrauschen * * Wasserrauschen * * Spricht Surinamisch * Na gut, ich fäll mal wieder so langsam aus. Ich hoffe, selbst das Tondokument gibt euch so ein bisschen was von der Stimmung mit. Wirklich mitten im Urwald, so eine, ich nenne es jetzt mal Schamanin.
Ich weiß gar nicht, ob das der richtige Ausdruck ist. Aber so wirkt sie das jetzt auf mich. Oh, jetzt wird es ein bisschen lauter. * Wasserrauschen * Genau, so lief das dann ab. Das war jetzt eine Aufnahme von der ersten Waschung, die die Schamanin an einem der Frauen da aus dem Ort, aus diesem Arawak-Dorf vorgenommen hat. Danach durften wir dann auch mal. Genau, ich lasse es einfach im Hintergrund laufen. Vielleicht hört es sich cool an. Sehr gut.
¶ Für wen lohnt sich eine Reise?
Super, ich weiß nicht, ob du noch was geplant hast. Ansonsten können wir vielleicht mal eine Klammer drum machen und einfach mal sagen, was ist dein Fazit von Surinam? Kannst du das weiterempfehlen? Sei es vielleicht, weil du hast gerade schon die Touristensicht, ein bisschen aus Abenteuersicht hat es reingegeben. Aber vielleicht jetzt mal, macht es Sinn, als Bitconner dort hinzureisen? Macht es Sinn, als Bitconner dort hinzureisen? Ich weiß es nicht genau.
Also ich muss schon sagen, ich hatte es, glaube ich, zum Anfang schon gesagt, wenn mir vor ein, zwei Jahren jemand, oder vor fünf Jahren jemand gesagt hat, du wirst mal nach Surinam reisen, hätte ich ihm wahrscheinlich ein Vogel gezeigt. Auf die Idee wäre ich gar nicht erst gekommen. Aber meine Beschäftigung mit Bitcoin und dass wir halt ein Node-Signal gegründet haben, das hat natürlich dazu geführt, dass ich dazu eingeladen wurde.
Das war schon so ein bisschen die Idee, so ein paar Podcaster und YouTuber mitzubringen. Ihr habt es ja auch schon gehört, der Honigdachs hat schon eine Folge rausgebracht. Beim Blocktrainer gibt es auch schon eine Folge. Packen wir euch in die Show Nodes. Bei Bitcon verstehen, der Jonas war mit dabei, die haben auch schon eine Folge dazu gebracht. Das war so ein bisschen die Idee, sich das mal vor Ort anzuschauen. Ja, also mit Bitcoin ist halt noch recht wenig. Aber immerhin gibt es etwas.
Es gibt auf jeden Fall eine lokale Anlaufstelle. Also wer sich das überlegen sollte, ich glaube, Bitcoin Sranan, so heißt die Telegram-Gruppe, da kann man einfach mal reingehen, mal Hallo sagen und dann sagen, hey, ich bin einfach da und vielleicht hat da jemand Bock und Zeit, sich mit mir zu treffen. Es gibt so ein paar Dinge, die du mit Bitcoin bezahlen kannst.
Wir haben zum Beispiel diesen Guide, den wir hatten, der uns da die Stadtführung gemacht hat und der mit uns im Dschungel war, den haben wir mit Bitcoin bezahlen können. Also da gibt es auch einen Reiseveranstalter, der sowas anbietet. Auch die Dschungeltour, die zehntägige, kann man, glaube ich, auch mit Bitcoin bezahlen, wenn man möchte. Ja, ansonsten Fazit. Also mir sind die Menschen dort echt ans Herz gewachsen. Das fand ich schon sehr beeindruckend.
Diese Menschen sind wirklich sehr offen, sehr freundlich meistens. Also auch dieses wirklich, wirklich multikulturelle Land, das mal zu sehen, ist schon überraschend. Also dass eine Moschee neben einer Synagoge stehen kann, kann man einfach nur sagen, schau doch, geht doch, muss doch irgendwie gehen, kann auch gehen, da funktioniert es doch. Es gab so ein paar sehr persönliche Dinge, die ich auf dieser Reise festgestellt habe.
Zum Beispiel gibt es in Paramaribo, gibt es eine der größten Holzkirchen Südamerikas. Wirklich beeindruckend. Also wenn man da reinkommt, ist komplett aus Holz gefertigt, auch von innen. Das ist wirklich ein sehr beeindruckendes Erlebnis. Und habe festgestellt, dass diese Kirche von den Redemptoristen erbaut und gepflegt wurde. Ich habe dazu einen Bezug, denn ich bin auf eine Redemptoristen-Schule gegangen.
Die Redemptoristen sind ein italienischer Orden, katholischer Priester, die vor allem Missionen betreiben. Anscheinend auch in Surinam, was ich nicht wusste. Ich kannte nur die Missionen in Afrika und in Sumatra, also in Indonesien. Also rundherum, mir hat es super gut gefallen. Ich kann mir vorstellen, dass es nicht für jeden was ist. Es ist jetzt nichts, wo du hinfährst und eine Woche oder zwei Wochen einen schönen Karibikurlaub machen kannst.
Man darf gespannt sein, ob Maya irgendwas reißen kann. Vielleicht nicht dieses Mal, aber vielleicht hat sie die Kraft, noch vier oder fünf Jahre durchzuhalten und bei der nächsten Präsidentschaftswahl nochmal ins Rennen zu gehen. Oder sie hat es vielleicht geschafft, eine politische Bewegung daraus zu machen. Oder überhaupt eine größere Bewegung daraus zu machen. Sodass mehr in Surinam bezüglich Bitcoin passiert. Sehr schön. 25. März ist die Wahl, oder? 25. Mai. Genau. 25. Mai, ja.
Also es dauert jetzt alles noch. 25. Mai ist die Wahl, dann wird natürlich ausgezählt, dann muss das Parlament erst mal zusammentreten und dann muss man sich da die Köpfe einschlagen, wer denn jetzt mit wem zusammen die Regierungskoalition bildet und wer denn daraus ein Minister oder das Präsidentenamt bekommen kann. Das dauert alles, glaube ich, noch. Ich denke, vor September, Oktober, November wird es ein finales Ergebnis haben, ob Maya es geschafft hat, Präsident zu werden.
Oh wow. Das ist ja echt lange. Das dauert noch, genau. Ja.
¶ Verabschiedung und Outro
Cool. Gut. Dann, ich habe noch ein Outro. Das habe ich vorbereitet. Nein, Quatsch. Ich habe Maya gebeten, dass sie mal "Focus on the Signal, not on the noise" auf Sranan Tonga sagt. Mal gucken, wo habe ich es hingelegt. Da habe ich es hingelegt. Ich würde gerne kurz einen Abinner machen. Dadurch, dass es jetzt quasi unsere dritte Travel oder Tourfolge ist, habe ich es jetzt genannt. Meine Frau und ich waren ja in Costa Rica und El Salvador, da haben wir eine Folge gemacht.
Das ist jetzt quasi die dritte Folge unserer Tourreihe jetzt innerhalb von kurzem, wo wir jetzt in Mittel- bzw. du jetzt in Südamerika unterwegs bist. Das heißt, wenn euch die beiden Länder interessieren, hört gerne auch nochmal rein. Können wir auch gerne verlinken. Und dann sind wir, glaube ich, jetzt erst mal in der Halb der Non-Signal-Crew. Martin, hast du noch etwas Größeres demnächst geplant? Ich glaube, die nächste Reise, die wir machen, ist zur Zitadelle.
Guter Punkt, guter Übergang tatsächlich, weil wir machen nämlich ein Non-Signal-Meetup auf der Zitadelle. Ah ja, stimmt. Das sollten wir an der Stelle nochmal erwähnen. Das war jetzt der Tag, den wir uns überlegt haben. Ich glaube, wir wollten erst mal noch abwarten, wie das Programm aussieht und dann schieben wir uns irgendwo dazwischen. Also stay tuned, Announcements in der Non-Signal-Gruppe und in weiteren Folgen. Genau, wir würden uns einfach gerne mit euch treffen.
Ganz entspannt mal zusammenkommen, mal hallo sagen. Dann schauen wir mal, was passiert. Bevor ich mich verabschiede, sage ich noch einmal vielen Dank an Jeff für die Orga, an Friedemann für die Bereitstellung von einigen Sounds, die ihr hier in der Aufnahme gehört habt und an die ganze Reisegruppe, mit der ich unterwegs war. Es war wirklich sehr, sehr cool mit euch. Shoutout an alle. Und hier ist nochmal Maya. Focus on the signal, not on the noise. Focus tap a signal, no focus tap a barbari.
Top. Dann, mach's gut. Ciao. Ciao. Ciao. [Musik] [Musik] [Musik] [Musik] [Musik] Non-Signal. Focus on the signal, not on the noise. [Musik] [Musik] [Musik] [Musik] [Musik]
