¶ Intro
[Musik]
Nodesignal, deine Bitcoin-Frequenz. [Musik]
¶ Intro Collage
Mein Name ist Ed Snowden, ich bin 29 Jahre alt. Ich arbeite für Booz Allen Hamilton als Infrastrukturanalyst für NSA in Hawaii. [Musik] Die NSA spezifisch zielt auf die Kommunikation von jedem. Sie vermittelt sie von Anfang an. Sie sammelt sie in ihr System, filtert sie, analysiert sie, meistert sie und besorgt sie für Zeitperioden. Einfach weil das der einfachste, effizienteste und wertvollste Weg ist, diese Enden zu erreichen. [Musik]
Mit einem Prisma kann man Licht brechen und die Lichtstrahlen umlenken. Das war wohl die Idee, als die NSA, die Nationale Sicherheitsbehörde der USA, ihr gigantisches Telefon- und Internetüberwachungsprogramm Prism, also Prisma, taufte. Millionen von Daten, auch viele aus Deutschland, wurden auf die Server der NSA in gewisser Weise umgelenkt. Doch ans Licht der Öffentlichkeit sollte das Programm mit Sicherheit nicht.
Genau da ist es gelandet, weil ein kleiner Angestellter namens Edward Snowden die weltweite Datenspionage enthüllte, die ein äußerst schlechtes Licht auf die Regierung Obama wirft. [Musik] Nach dem Lauschangriff auf ihr Handy hat Bundeskanzlerin Angela Merkel Aufklärung von den USA gefordert. Der Bundestag debattierte über Konsequenzen aus der Spähaktion, die mit den Enthüllungen Edwards Snowdens ins Rollen gebracht wurden. [Musik] Wir sind in der goldenen Zeit der Überwachung.
Und es gibt ein paar Faktoren. Es ist ein Faktor der Unerwartung. Es ist generell ein Nebenfaktor der Dinge, die wir tun wollen. Wir nehmen nicht unseren Handy morgens an und sagen, ich werde mein Überwachungsgerät heute in meine Tasche legen. Aber es muss so sein, sonst kann es nicht als Handysystem funktionieren. Es ist komplex, wir sehen es nicht. Wenn es 50 Leute auf dem Schuh hätte, während du auf der Web surfst, würdest du das bemerken. Du würdest sagen, hey, geh weg, ich mache etwas.
Aber wenn es 50 Kuchen sind, die dich auf den Weg bringen, dann bemerkst du es nicht. Es ist schwer, davon auszupassen. Ich werde immer gefragt, was man tun kann, um die Überwachung zu vermeiden. Und das Beweis, nicht ein Handysystem zu tragen und eine E-Mail-Adresse zu haben, ist ein dummes Beweis. Keine Kreditkarte, keine Facebook-Account. Das sind die Dinge, die du brauchst, um ein vollständiges Mitglied der Gesellschaft zu sein. Und das sind Dinge, die wir nicht einfach ohne tun können.
[Musik]
Ich denke, das größte Problem sind die beiden zusammen. Dass es keinen Sinn macht, sie zu separieren. Das ist die öffentlich-private-Sicherheitspartnerschaft, über die ich mich kümmer. Es sind Regierungen, die Corporate-Data nutzen. Es sind Firmen, die Regierungskontrakte bekommen und Lobby für Regierungsüberwachung. Dass diese Dinge zusammenarbeiten, ist das, was das Problem verursacht. Und sie zu separieren, macht keinen Sinn mehr.
Denn es geht um Macht, Daten zu nutzen gegen die weniger Machtfrauen. [Musik]
¶ Einleitung - Why privacy matters?
Herzlich willkommen bei Nodesignal. Deine Bitcoin-Frequenz. Es ist die Blogzeit 8.71.167 und hier spricht der Chris. Heute seid ihr alleine mit mir. Keine weiteren Nodes im Netz. Es wird also eine ganz private Session. Und genau darum geht es in dieser Folge auch. Privatsphäre. Edward Snowden und Bruce Schneier haben euch im Intro vielleicht schon darauf eingestimmt. Habt ihr sie erkannt?
Am Ende der zweiten Nodesignal-Staffel und zu Beginn dieser Staffel habe ich in der Teamrunde gesagt, dass es mich auf meiner Bitcoin-Reise immer mehr zum Thema Privacy, insbesondere der digitalen Privacy, hinzieht. [Musik] Warum, konnte ich damals noch gar nicht so auf den Punkt bringen. Ohne tiefer darüber nachgedacht zu haben, habe ich nun Bücher zu dem Thema gelesen, viele Stunden Podcasts dazu gehört und selber einige Sachen, insbesondere technischen Nerdkram, dazu ausprobiert.
Irgendwas ist an dem Thema dran, dass ich mich immer weiter damit beschäftigen und immer weiter reinnerden muss. Bei Bitcoin-Meetups und Events scheint es gerade vielen so zu gehen. Aber was ist das? Warum motiviert das Thema Privacy mich und offenbar auch viele andere Bitcoiner so? Hat das mit Bitcoin zu tun oder ist das einfach nur das nächste Rabbit Hole? Befinde ich mich damit sogar noch im Bitcoin-Kaninchenbau und ist es einfach die nächste Abzweigung?
Der Frage "Why Privacy Matters" möchte ich in dieser Folge auf den Grund gehen. Übrigens soll diese Folge ein Auftakt einer Serie zu Privacy von insgesamt drei bis vier Folgen werden. Auf die genaue Anzahl der Folgen will ich mich noch nicht festlegen. Wer weiß, welche Türchen sich im Privacy Rabbit Hole noch auftun. Also warum ist das Thema Privatsphäre, genauer gesagt digitale Privatsphäre, grundsätzlich relevant und warum ist es gerade für mich als Bitcoiner interessant?
Letztlich ist es mir persönlich wichtig, mir beantworten zu können, warum es mich gerade so in das Thema zieht. Möglicherweise ist diese Aufarbeitung aber auch für die ein oder andere oder den ein oder anderen von euch von Interesse. Vielleicht geht es euch genauso wie mir oder ihr wolltet euch ohnehin einmal mehr mit dem Thema Privatsphäre beschäftigen. Wenn euch diese Folge dabei unterstützen kann, macht mich das im Stillen glücklich. Es bleibt unter uns, ich verrate es keinem.
Apropos unterstützen. Dies ist ein Value for Value Podcast, hier gibt es keine Werbung. Der Podcast lebt von euren Spenden. Wenn euch diese Not-Signal-Folge einen Mehrwert bietet, gebt gerne etwas Wert in Form von ein paar Satoshis zurück. Hört den Podcast einfach mit einem Podcast 2.0 Player wie zum Beispiel Fountain, streamt satt beim Hören oder schickt uns einen Kommentar als Boost.
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¶ Definition Datenschutz & Privatsphäre
Privatsphäre Privatsphäre Die Privatsphäre ist ein fundamentales Menschenrecht, das die Freiheit und Unabhängigkeit eines Individuums schützt. Sie umfasst das Recht auf ein Privatleben, das Recht auf Eigenständigkeit und Kontrolle über Informationen über die eigene Person, das Recht in Ruhe gelassen zu werden und nicht von außen überwacht oder beobachtet zu werden.
Datenschutz Der Datenschutz ist ein Aspekt der Privatsphäre, der sich auf die Verarbeitung und den Schutz von personenbezogenen Daten konzentriert, er zielt darauf ab, alle Informationen, die sich auf eine bestimmte oder bestimmbare, lebende, natürliche Person beziehen, zu schützen, unter anderem Namen, Geburtsdaten, Fotos, Videoaufnahmen, E-Mail-Adressen und Telefonnummern.
Nach Bruce Schneier "Secrets and Lies" 2000 Diese Definitionen von Privatsphäre und Datenschutz sind jetzt über 20 Jahre alt. Sie stammen aus dem Buch "Secrets and Lies" von Bruce Schneier, das er im Jahr 2000 veröffentlicht hat. Bruce Schneier ist ein recht renommierter Kryptograf und Cybersecurity-Experte, der viele Bücher zu Datensicherheit veröffentlicht hat und sich insbesondere bei der Aufarbeitung der Snowden-Enthüllungen eingebracht hat.
Also Privatsphäre ist sowas wie ein fundamentales Menschenrecht. Der Datenschutz ist ein Teil der Privatsphäre. Oft werden die Wörter synonym benutzt, aber eigentlich sind sie das gar nicht. Die Privatsphäre ist in der Europäischen Menschenrechtskonvention, EMRK und in der Schweizerischen Bundesverfassung garantiert. Also wir haben im Grunde ein staatlich verbrieftes Recht auf Privatsphäre. Und der Datenschutz ist zum Beispiel in Deutschland durch die DSGVO bzw. in Europa EU-weit geregelt.
Und hier wird die Verarbeitung personenbezogener Daten geregelt und die Datenschutzrechte von EU-Bürgern sollen sichergestellt werden. In Deutschland ist der Datenschutz als Grundrecht im Grundgesetz verankert. Also eigentlich ist damit doch alles geregelt und die Folge könnte hier enden. Die Privatsphäre ist ein grundlegendes Menschenrecht. Und Datenschutzgrundverordnungen oder Datenschutzverordnungen regeln die Verarbeitung personenbezogener Daten.
¶ Die Snowden Enthüllungen
Anfang Juni 2013 gab es dann allerdings Nachrichten. Die massive Datensammlung der US-Regierung hat ein früherer CIA-Mitarbeiter aufgedeckt. Edward Snowden gab sich in einem Interview mit der britischen Zeitung The Guardian als Informant zu erkennen. Den Kontrollapparat des Geheimdienstes NSA beschreibt er als nahezu allmächtig. Derzeit hält sich der 29-Jährige in Hongkong auf. Er hofft auf politisches Asyl, um einer Strafverfolgung zu entgehen.
Nach dem Aufdecken der Ausspähprogramme könnte ihm eine lange Haftstrafe wegen Geheimnisverrats drohen. Er ist das Gesicht hinter den Enttölungen. Edward Snowden, 29, Computerspezialist bei der NSA. Auf Hawaii hatte er für die IT-Sicherheit des Geheimdienstes gearbeitet, bevor er die streng vertraulichen Informationen über abgeschöpfte Internetverbindungen und gespeicherte Telefondaten öffentlich machte.
Seitdem versteckt sich der Informant in einem Hotel in Hongkong und hofft auf politisches Asyl. Snowden ist sich bewusst, dass er alles riskiert hat, doch dies sei eine Gewissensfrage gewesen. Die NSA und der Geheimdienst sammeln so viel Informationen wie möglich und glauben dabei an Selbstbeschränkung. Ich denke, sie schulden der Öffentlichkeit eine Erklärung über die Hintergründe des Programms, denn mit Demokratie hat das nichts zu tun.
Führende Republikaner fordern nun seine sofortige Auslieferung. Snowden sei eine Gefahr für die nationale Sicherheit. Er hat sensible Informationen über Ausländer auf ausländischem Boden öffentlich gemacht. Das ist gefährlich. Bis zu 30 Milliarden Daten pro Monat sollen geheim gespeichert worden sein. Zum zweiten Mal werden in Obamas Präsidentschaft streng geheime Informationen an die Öffentlichkeit gespielt, die dem Ansehen der USA schaden.
Aber auch ausländische Regierungen könnten in Erklärungsnot geraten, denn aus den Dokumenten geht hervor, dass auch andere Geheimdienste Informationen genutzt und geliefert haben könnten. Obama muss sich erklären, nicht nur im eigenen Land, auch auf dem Deutschlandbesuch wird das Thema auf der Agenda stehen. Also ganz so sichergestellt scheinen Datenschutz und Privatsphäre durch die staatlichen Institutionen doch nicht zu sein.
¶ Es braucht mehr als Datenschutz-Gesetze
Die Snowden-Enthüllungen beziehen sich auf die Offenlegung von geheimen Dokumenten und Informationen durch den US-amerikanischen Whistleblower Edward Snowden im Jahr 2013. Diese Enthüllungen betrafen die weltweiten Überwachungs- und Spionagepraktiken von Geheimdiensten, insbesondere der US-amerikanischen National Security Agency, NSA, und des britischen Geheimdienstes Government Communications Headquarters, GCHQ.
Die Hauptpunkte der Snowden-Enthüllungen waren Massenüberwachung, die NSA und andere Geheimdienste sammelten und überwachten weltweit Telefongespräche, E-Mails, Chats und andere Kommunikationsdaten von Millionen von Menschen. Die NSA hatte ein Programm namens PRISM, das es ermöglichte, Daten von großen Tech-Firmen wie Google, Facebook und Apple abzugreifen. Das britische GCHQ hatte ein Programm namens TEMPORA, das es ermöglichte, Daten von Glasfaserkabeln und Routern abzugreifen.
Die NSA und andere Geheimdienste überwachten auch Regierungen und Staatsführer, einschließlich der deutschen Kanzlerin Angela Merkel. Das haben wir im Einspieler gehört. Die NSA und andere Geheimdienste arbeiteten eng zusammen, um Informationen auszutauschen und Überwachungsmaßnahmen durchzuführen.
¶ Tagesschau 23.06.2013
Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit der Tagesschau. Guten Abend, meine Damen und Herren, ich begrüße Sie zur Tagesschau. Nach den Enthüllungen über die Internetüberwachung durch westliche Geheimdienste ist der Informant Snowden von Hongkong nach Moskau geflogen. Von dort aus soll seine Reise offenbar nach Ecuador weitergehen, wo er politisches Asyl sucht. Ecuador bietet auch dem Gründer der Internetplattform Wikileaks Assange Zuflucht in seiner Londoner Botschaft.
Hongkong hatte Snowden ausreisen lassen, obwohl ein Auslieferungsantrag der USA vorlag. Sie werfen dem Computerspezialisten Spionage und Datendiebstahl vor.
¶ Snwoden - Permanent Record
Edward Snowden lebt seit 2013 im Exil in Moskau. Er floh nach Hongkong und veröffentlichte dort seine Enthüllungen über die Überwachungspraktiken der US-amerikanischen Geheimdienste. Als er jedoch nach Ecuador reisen wollte, wurde sein Reisepass annulliert und er strandete auf dem Moskauer Flughafen. Russland gewährte ihm daraufhin Asyl und er lebt seither in Moskau. 2019 fasst er in seiner Autobiografie "Permanent Record" die Geschichte seines Lebens zusammen.
Das Buch ist eine persönliche und politische Reflexion über die Rolle des Internets in unserer Gesellschaft und die Notwendigkeit, die Privatsphäre zu schützen. Ich kann das Buch absolut empfehlen. Es liest sich wie ein Thriller und es gibt auch ein wunderbares Audiobook dazu.
¶ Bruce Schneier - Data & Goliath
Ein weiteres spannendes Buch zu Datenschutz und Privatsphäre ist das Buch "Data and Goliath - The Hidden Battles to Collect Your Data and Control Your World" von Bruce Schneier. Bruce Schneier habe ich eben schon erwähnt und ich vermute mal, dass dieses Buch aus dem Jahr 2015 auf die Eindrücke der Snowden-Revelations hin geschrieben wurde. Es ist zwar jetzt schon fast 10 Jahre alt, aber ich habe es im Sommer 2024 gelesen und kann nur sagen, dass es an Aktualität überhaupt nichts eingebüßt hat.
Im Gegenteil, also das was dort beschrieben ist, ist eigentlich noch aktueller denn je. Bruce Schneier beschäftigt sich mit den Auswirkungen der massenhaften Datensammlung und Überwachung auf die Gesellschaft. Er beschreibt, wie Regierungen und Unternehmen weltweit Daten über Einzelpersonen sammeln, um Macht auszuüben, sei es zur Kontrolle, zum Gewinn oder zur Manipulation.
Schneier untersucht die technologische Infrastruktur, die die Praktiken ermöglicht und beleuchtet die Folgen für die Privatsphäre und die Freiheit. Er beschreibt, wie sowohl Regierungen als auch Unternehmen Daten über Individuen sammeln. Unternehmen nutzen diese Daten, um personalisierte Werbung zu schalten und das Verhalten der Konsumenten zu steuern, während Regierungen Überwachungsprogramme einsetzen, um das Verhalten von Bürgern und Feinden zu überwachen.
Ich denke, da haben wir wahrscheinlich jetzt alle das Bild aus China vor Augen. Viele Menschen sind sich nicht bewusst, wie tief die Datensammlung in ihr Leben eingreift. Schneier zeigt auf, wie Unternehmen und Regierungen mit Techniken wie Datenaggregation, Tracking und Profiling Informationen über jeden von uns sammeln. Diese Daten können genutzt werden, um unser Verhalten vorherzusagen und sogar zu beeinflussen. Ein zentrales Thema des Buches ist der Verlust der Privatsphäre.
Schneier argumentiert, dass wir durch die Sammlung und den Missbrauch unserer Daten unsere Fähigkeit verlieren, anonym zu handeln und unsere Privatsphäre zu wahren. Die Veränderungen haben Auswirkungen auf die persönliche Freiheit und die Demokratie, schreibt er. Schneier kritisiert auch die mangelnde Sicherheit, die oft mit der Datensammlung einhergeht. Datenbanken werden regelmäßig gehackt und persönliche Informationen geraten in die falschen Hände.
Er warnt davor, dass die zunehmende Sammlung von Daten auch das Risiko von Identitätsdiebstahl und anderen Sicherheitsbedrohungen erhöht. Ein weiterführender wichtiger Punkt des Buches ist, dass die Sammlung von Daten nicht nur eine Frage von Sicherheit ist, sondern auch eine Frage von Macht. Regierungen und Unternehmen, die über unsere Daten verfügen, können uns auf verschiedene Weise kontrollieren, sei es durch Überwachung, Manipulation oder den Zugang zu wichtigen Ressourcen.
Am Ende schlägt Schneier Wege vor, wie Individuen und Gesellschaften dem wachsenden Problem der Datensammlung begegnen können. Dazu gehört unter anderem der Schutz der Privatsphäre durch technische Mittel wie Verschlüsselung oder aber auch politische und gesetzliche Veränderungen, um den Missbrauch von Daten zu verhindern. Schneier betont die Notwendigkeit einer breiteren öffentlichen Diskussion und gesetzlichen Regelungen, um die Macht, die durch Daten erzeugt wird, zu kontrollieren.
Es gibt auf YouTube eine Rede von Bruce Schneier, die er bei den Google Talks gehalten hat. Passenderweise bei den Google Talks. Und die heißt "The Hidden Battles to Collect Your Data". Und ich habe euch da ganz am Anfang in dem Einspieler was rausgespielt. Das würde ich gerne nochmal abspielen. Lasst uns das nochmal anhören. Weil da bringt Bruce Schneier eigentlich ganz gut auf den Punkt, was die ganze Zeit passiert.
¶ Bruce Schneier - Google Talks
Wir sind in der goldenen Zeit der Überwachung. Und es gibt ein paar Charakteristiken. Es ist eine Chance. Es ist generell ein Nebeneffekt der Dinge, die wir tun wollen. Wir nehmen nicht unser Handy am Morgen und sagen, ich werde mein Überwachungsgerät heute in meine Tasche legen. Aber es muss so sein, sonst kann es nicht als Handy funktionieren. Es ist covert. Wir sehen es nicht. Wenn es 50 Leute auf dem Schuh hätte, während du auf der Web surfst, würdest du das bemerken.
Du würdest sagen, hey, geh weg, ich mache was. Aber wenn es 50 Kekse sind, die dich auf dem Schuh halten, bemerkst du es nicht. Es ist schwer, davon auszupassen. Ich werde immer gefragt, was man tun kann, um die Überwachung zu vermeiden. Und das Beweis, dass man kein Handy mit E-Mail-Adressen hat, ist ein bisschen dummes Beweis. Keine Kreditkarte, keine Facebook-Account. Das sind die Dinge, die man braucht, um ein vollständiges Mitglied der Gesellschaft zu sein.
Und das sind Dinge, die wir nicht einfach ohne tun können. Schneier betont, dass die Massenüberwachung mittlerweile ein alltägliches Phänomen ist, das von Unternehmen und Regierungen durchgeführt wird. Diese Überwachung passiert oft unsichtbar und unbemerkt, was dazu führt, dass die Öffentlichkeit nicht vollständig versteht, wie umfassend ihre Daten gesammelt und analysiert werden.
¶ Warum Telefone?
Interessant finde ich, dass er das Telefon besonders erwähnt. Warum das so interessant ist, das können wir uns wieder bei Edward Snowden anhören. Und zwar dieses Mal ein Interview aus dem Jahr 2019, das er bei Joe Rogan gegeben hat. Und wo Joe Rogan ihn fragt, was hat sich denn jetzt eigentlich alles geändert seit deinen Revelations 2013? Hören wir mal rein.
¶ Snowden - Was hat sich seit 2013 geändert?
Bist du dir bewusst, was die aktuelle Situation der Überwachung ist? Und was, wenn etwas, seit deinen Revelations verändert hat? Ja, das große, was sich verändert hat, seit ich 2013 da war, ist, dass es jetzt mobile-erst alles ist. Mobile war immer noch ein großes Problem, richtig? Und die Intelligenz-Community war sehr stark dabei, ihre Hände um sie herum zu nehmen und damit zu handeln.
Aber jetzt sind die Leute viel weniger vermutlich, ein Laptop zu benutzen, als ein Desktop, als, Gott sei Dank, eine Art wirkende Handy, als sie bereits ein Smartphone benutzen. Und beide Apple- und Android-Handys, leider, sind nicht besonders gut, um eure Privatsphäre zu schützen. Denke gerade jetzt. Snowden betont also, dass sich die Überwachungsmaßnahmen im Wesentlichen auf mobile Geräte geändert haben. "It's mobile first", sagt er.
Laut Snowden sind Smartphones in der Lage, umfangreiche Informationen über ihre Nutzer zu sammeln, die weit über das hinausgehen, was viele Menschen sich bewusst machen. Sie können Standortdaten, Sprachaufnahmen, Textnachrichten und sogar Informationen über unsere Umgebung sammeln, durch Mikrofone, Sensoren und Kameras, die ständig aktiv sind.
Snowden betonte, dass es für Regierungen und Unternehmen relativ einfach sei, diese Geräte zu nutzen, um Menschen zu überwachen, sei es durch Abhören von Gesprächen oder durch das Verfolgen von Bewegungen. Er sprach auch darüber, wie wenig Kontrollenutzer über die Daten haben, die von ihren Geräten gesammelt werden.
Während es technische Schutzmaßnahmen gibt, wie zum Beispiel Verschlüsselungen oder das Ausschalten von Funktionen wie Standortdiensten, warnt Snowden, dass es schwer ist, sich vollständig vor Überwachung zu schützen, wenn man ein Smartphone verwendet. Laut einer Veröffentlichung von Tensa aus dem Jahr 24 wurden die folgenden Zahlen für die Smartphone-Nutzer für das Jahr 2023 ermittelt. Jugendliche 14 bis 19 Jahre verbringen im Durchschnitt täglich rund 5 bis 6 Stunden am Smartphone.
Erwachsene zwischen 20 und 29 Jahren verwenden das Smartphone durchschnittlich 4 bis 5 Stunden am Tag. Bei Erwachsenen zwischen 30 und 39 liegt die tägliche Nutzungsdauer bei etwa 3 Stunden. Diese Werte spiegeln generelle Trends wider, wobei jüngere Altersgruppen deutlich mehr Zeit mit ihrem Smartphone verbringen als ältere.
Es zeigt sich auch, dass Smartphones zunehmend als zentrales Kommunikations- und Informationsmedium genutzt werden, was vor allem in der jüngeren Bevölkerung stark ausgeprägt ist. Aber was bedeutet dies nun für die Daten, die wir über unser Smartphone abgeben? Wo werden diese genau erfasst? Heute werde ich über mich und mein Smartphone sprechen und wie es mein Leben verändert hat.
¶ TED Talk Malte Spitz
Und ich werde über diese Daten sprechen. Dies sind 35.830 Linien von Informationen, das sind rote Daten. Und warum sind diese Informationen da? Weil im Sommer 2006 die EU-Kommission eine Direktive eingebaut hat. Diese Direktive heißt "Datenverhältnis-Direktiv".
Diese Direktive sagt, dass jede Telefonfirma in Europa, jede Internet-Servicefirma in Europa, eine breite Menge Informationen über ihre Nutzer aufbauen muss, wer Zoom klingelt, wer eine E-Mail schickt, wer eine Textmessage schickt und wer, wenn man sein Smartphone benutzt, wo man ist. All diese Informationen werden mindestens sechs Monate bis zwei Jahre von Ihrem Telefonfirma oder Ihrem Internet-Service-Provider aufbaut. Dieser Ausschnitt war aus dem TED-Talk von Malte Spitz.
Malte Spitz ist ein deutscher Politiker und Datenschutzaktivist. Er machte 2011 auf die Problematik der Telefonüberwachung aufmerksam, indem er die Mobildaten, die die Deutsche Telekom über ihn gespeichert hatte, öffentlich machte. Er hatte die Telekom verklagt, um Einsicht in seine Daten zu erhalten und zeigte, wie detailliert Informationen über seine Gespräche, Standorte und SMS über Monate hinweg gesammelt wurden, ohne dass er selber darüber informiert war.
Spitz setzte sich daraufhin für mehr Sicherheit und Transparenz ein und kritisierte die Vorratsdatenspeicherung sowie die mögliche Nutzung dieser Daten für Überwachung und kommerzielle Zwecke. Seine Enthüllung führte zu einer breiten Debatte über den Schutz der Privatsphäre. Aber wie genau tracken Telefone denn die Daten technisch? Die genaue Betrachtung dessen würde ich mir gerne für eine spätere Folge aufheben. Es soll aber auch in dieser Folge nicht unangesprochen bleiben.
Der Telefon ist ausgeschaltet, oder zumindest das Bildschirm ist ausgeschaltet.
¶ Snwoden bei JRE über Telefon-Überwachung
Es sitzt da, es ist angekümmert. Und wenn jemand dir eine Nachricht schickt, blinkt das Bildschirm zu Leben. Wie passiert das? Wie ist es, wenn jemand aus jedem Umfeld ein Nummer auf die Telefonie klingelt, und keiner andere klingelt? Wie ist es, wenn du jemand anderes' Nummer auf die Telefonie klingelst, und nur der Telefon klingelt? Jedes Smartphone, jedes Telefon überall, ist stets an der nächsten Zellulär-Tower verbunden.
Jedes Telefon, selbst wenn das Bildschirm aus ist, und du denkst, es tut nichts, du siehst es nicht, weil Radiofrequenz-Emissionen unbesetzt sind, klingelt es in der Luft, sagt "Hier bin ich, hier bin ich." Hier ist mein IMEI, ich glaube, das ist das Identitätsnummer der individuellen Hersteller, und IMEI, Individualmanufacturer-Abonnenten-Identität. Ich könnte falsch sein, aber die Akronymen sind IMEI und IMSI. Und man kann sich für diese Dinge suchen.
Das sind zwei weltweit einzigartige Identifiziere, die nur in einem Ort im Weltraum existieren. Das macht dein Telefon anders als alle anderen. Das IMEI ist in die Handtasche deines Telefons gebrannt. Egal, welches SIM-Kart du zu wechseln hast, es wird immer derselbe sein, und es wird immer das Telefonnetz sagen, es ist dieses physische Handtaschen. Das IMEI ist in deinem SIM-Kart, und das ist das, was dein Telefonnummer hält, das ist die Schlüssel, das Recht, das Telefonnummer zu benutzen.
Dein Telefon sitzt da und tut nichts, du denkst, aber es klingelt ständig und sagt "Ich bin hier." Wer ist näher an mir? Das ist die Telefon-Tower. Und jede Telefon-Tower mit ihren großen Hörern hört diese kleinen Schreie für Hilfe.
Und sagt "Okay, ich sehe Joe Rogans Telefon, ich sehe Jamies Telefon, ich sehe all diese Telefone, die hier sind, und es vergleicht Noten mit den anderen Netzwerktowern, und dein Smartphone vergleicht Noten mit ihnen, um zu fragen "Wer höre ich am lautesten?" Und wer hört am lautesten, ist eine Proxie für die Nähe, für die Nähe, die Entfernung, richtig? Sie sagen "Werde ich höre, höre ich mehr laut als jemand anderes, das ist nahe an mir."
Also bist du an diese Telefon-Tower verabschiedet, und diese Telefon-Tower wird einen Noten, einen permanenten Rekord machen, und sagen "Dieser Telefon, dieser Telefon..." Was Ed Snowden hier im Joe Rogan Podcast erklärt, ist das Telefon-Tracking über die E-Mail und die SIM-Karte in Kombination mit den BTS, Base Transceiver Stations, auf Deutsch den Telefonmasten, die ein Teil des Telefon- bzw. Mobilfunknetzes sind.
¶ Wie funktioniert Telefon Überwachung
Im Wesentlichen funktioniert das so. Wenn ein Gerät eine Verbindung zum Netz herstellt, sendet es regelmäßig Signale an die nächstgelegenen Telefonmasten. Diese Signale können verwendet werden, um die Position des Geräts zu bestimmen. Wie das im Detail funktioniert und warum man diesem Tracking, so wie es Malte Spitz aufgedeckt hat, mit einem Telefon mit SIM-Karte eigentlich nicht entkommen kann, werde ich in der nächsten Privacy-Folge genauer beleuchten.
Auch werden wir einmal genauer hinschauen, wie das Tracking über das mobile Betriebssystem, wie z.B. Google Android oder Apple iOS, funktioniert. Mit diesem bedenklichen Zitat aus dem Jahre 2010 möchte ich euch schon einmal einstimmen. * Telefonklingeln * Ich verrate euch eines.
¶ Google bei Android im God-Mode
Google befindet sich, was das Tracking auf eurem Android-Phone anbelangt, im God-Mode. Non-stop. Der nächste Layer des Trackings sind die Apps auf dem Smartphone. Wie genau das Tracking funktioniert und warum wir unser Gold, unsere eigenen Daten, unsere Privatsphäre gegen Glasperlen, Apps, die uns oberflächlich, spaßig, informativ oder sinnvoll erscheinen, regelmäßig, ja besser 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr tauschen, auch das werden wir in der kommenden Privacy-Folge auseinandernehmen.
Wir werden erfahren, dass die Tagesschau-App einen Tracker namens Nielsen beinhaltet, der Informationen über unsere finanzielle Situation, unser Konsumverhalten und die Änderung dieser Parameter über die Zeit erfasst.
¶ Ausblick Meta-Daten
Das wesentliche Schlüsselwort der kommenden Folge heißt Metadaten. Was Metadaten sind, wie sie auf dem Telefon generiert werden, wer sie ausliest und wofür sie verwendet werden, werden wir uns anschauen. Warum Ende-zu-Ende-Verschlüsselung allein keine Selbstverteidigung gegen das Sammeln von Metadaten darstellt, wird am Ende der nächsten Folge deutlich werden. Um den Cliffhanger zur nächsten Folge zu kompletieren, nehme ich schon einmal folgendes Zitat vorweg. "We kill people based on metadata."
"General Hayden, former head of NSA, 2014." Gruselig, oder? Wisst ihr, was noch gruselig ist? Wir waren hier gar nicht allein.
¶ Calsos Lauschangriff
Es war keine rein private Session zwischen euch und mir. Es kam euch so vor. Ihr wart hier so privat, wie ihr denkt, dass ihr die ganze Zeit mit eurem Telefon privat seid. Jemand hat die ganze Zeit mitgehört. Habt ihr es gemerkt? Kalzo, komm, sag was. Ach, ihr seid das. Hab ich doch gehört. Da ist er. Die ins Mikrofon atmet. Ich habe auch dich gehört, du, die das gerade anhörst. Es ist verrückt, was alles möglich ist heutzutage. Wahnsinn, ne?
Ich sehe euch, wie ihr euch gerade euer Frühstücksbrötchen schmiert. Und du liegst im Bett und solltest eigentlich schlafen und hörst noch Nodesignal. Sehr gut. Verrückte Welt. Ja, mega, Kalzo, super, dass du da bist.
¶ Zusammenfassung Calso & Chris
Ich glaube, es war in Folge 200 oder so. Es war eine Jubiläumsfolge. Und einige davor. Ich wollte mich in das Thema Privatsphäre stürzen. Ich konnte auch nicht so richtig beantworten. Du hast gesagt, du würdest mal gerne erfahren, warum. Jetzt solltest du hier in der Ecke gesessen, die ganze Folge mit angelauscht. Ich habe tatsächlich Gänsehaut, ohne Mist. Einiges war mir auch bekannt. Ich hatte das Buch von Edward Snowden auch als Hörbuch gehört.
Und kann das, genau wie du es gerade auch empfohlen hast, auf jeden Fall jedem nur ans Herz legen. Ich habe mich auch mit Freunden unterhalten, die sonst nicht so einen Bezug zu Technik und IT haben, die sich das Buch durchgelesen haben und total beeindruckt waren. Du hast es gerade so beschrieben, es liest sich wie ein Föller. Und am Ende, muss man ganz ehrlich sagen, ist es das ja auch. Es ist halt wirklich.
Und mit dem Zitat, was du jetzt ganz zum Schluss gebracht hast, die Übersetzung ins Deutsche war, wir töten auf Basis von Metadaten. Ich glaube, es war ein CIA-Angestellter. Und es ist ein Föller, ohne Happy End. Das ist total erschreckend. Und hat mich wieder daran erinnert, dass ich, während ich das Buch gelesen hatte oder gehört, da hat man sich so viel vorgenommen zu verändern. Und man hat ganz oft gedacht, das musst du reduzieren.
Aber eigentlich ist die Frage, fängt die sogar noch mehr bei mir an? Ich will für mich verstehen, was dich dazu bewegt hat, aktiv zu werden. Was hat das verändert, dass du gesagt hast, jetzt ändere ich meinen E-Mail-Provider zum Beispiel. Oder mit kleinen, ich weiß nicht, was du alles veränderst. Vielleicht gehen wir da auch noch in den nächsten Folgen drauf ein. Aber was war der Auslöser, wirklich aktiv zu werden? Man nimmt es sich oft vor. Das ist genauso wie mit dem DxO-Management.
Man nimmt es sich oft vor. Und diesen Schritt zu machen, irgendwas zu verändern. Ja, ich glaube, wenn du auf einer Bitcoin-Reise bist, ist das ja auch, wenn du nicht nur hinter Fiat-Gains her bist, eine Reise in eine Selbstsouveränität, eine finanzielle Selbstsouveränität. Und mir waren die Sachen damals mit Snowden und dem Lauschangriff auf Angela Merkels Handy auch vor zehn Jahren bewusst. Aber ich habe da irgendwie nie so richtig den Bogen zu mir gekriegt.
Und wenn du so angespitzt bist auf Selbstsouveränität, dann ist das, glaube ich, ein natürlicher Schritt, den man sich auch als Bitcoiner irgendwie anbietet. Und vielleicht kommt noch eine Sache ganz besonders hinzu. Meine Kinder, die ältesten, sind jetzt so im Alter, wo die ihr digitales Leben anfangen. Die Mädels haben einen eigenen Insta-Account und wollen unbedingt WhatsApp nutzen, was ich lange unterbunden habe.
Aber ich habe halt gesagt, okay, ab 16 könnt ihr da her oder Damen eures eigenen Lebens werden oder eures digitalen Lebens. Und ich möchte ihnen aber irgendwie was mit auf den Weg geben. Weil wenn du dir die Sachen so vor Augen führst, und was jetzt auch in der Folge war, dann fängst du im Grunde an, deinen digitalen Fußabdruck jetzt zu stapfen. Also das sind die digitalen Fußstapfen, die gehen nicht mehr weg. Und die beginnen die jetzt.
Und deshalb war es mir auch noch mal wichtig, das selber bei mir aufzuräumen, eben auch als Vorbild. Obwohl sie sowieso nicht auf mich hören und irgendwelchen Social-Media-Kram machen. Aber ich hoffe, dass ich ihnen damit irgendwas auf den Weg geben kann. Das ist sehr beeindruckend, muss ich sagen. Bei mir ist es noch nicht so weit. Die Kinder sind noch weit davon entfernt.
Aber nichtsdestotrotz macht man ja auch Fehler eventuell, in dem, wie man seine Bilder verwaltet, die man mit dem Handy macht oder allein das Handy, was man benutzt, was wahrscheinlich immer wieder Metadaten schreibt über alle Fotos oder das nutzt für irgendwelche Generierungen von Kindesgesichtern, wo dann in einem Bruchteil vielleicht meine Kinder mit drin sind. Wer weiß, wofür es noch alles verwendet werden kann. Also es ist ein sehr beeindruckendes Beispiel.
Und ich glaube, spätestens da, wenn es dann nicht mehr um einen selbst geht, dann fängt man an, aktiv zu werden. Das ist ein, ja, Auffüttler. Was mich halt auch so im Nachhinein auffrüttelt, also diese ganzen Sachen, die ich jetzt gezeigt habe in der Folge, die sind ja im Wesentlichen zehn oder älter als 15 Jahre. Dieses Beispiel mit dem, wie hieß er, Malte Spitz, das ist von 2006. Wow. Data Redemption Act. Und ja, wir haben das einfach vergessen.
Das ist total convenient, irgendwie sein Smartphone zu benutzen und digitale Dinge zu benutzen. Mittlerweile auch Internet of Things. Also alles ist mittlerweile smart. Und du gibst halt konstant Daten damit ab. Und was mich halt so wirklich richtig aufgerüttelt hat, ist, dass wir einerseits keinen Schimmer haben, wo diese Daten hingehen und wie die von Datenbrokern gehandelt und verkauft werden und wer davon profitiert und welches Profil dir daraus erstellt wird.
Was mich aber noch mehr geschockt hat, waren so ein paar Vorträge, die ich im Job gehört habe dieses Jahr, ist die Tatsache, dass vor circa zehn Jahren riesige Data Center in Utah gebaut wurden. Und das berichtet Bruce Schneier auch. Und das ist total scary, weil die eine riesen Fassungsmenge haben.
Was er in seinem Buch vermutet, ist eben, dass diese Daten auf lange Zeit dort gelagert werden und dass man im Grunde jetzt auch noch gar nicht so viel damit anfangen kann, dass du aber in der Zukunft mit AI mega viel daraus holen kannst. Das ist wie, wenn du 1970 eine Blutprobe abgibst und die einfrierst und im Jahr 2020 kannst du eigentlich alles daraus lesen. Also da gab es ja kein DNA-Sequencing und so. Und genauso wird das mit AI sein. Also wir geben unseren digitalen Fußabdruck ab.
Wir geben gerade non-stop, 24/7 Daten ab. Und die werden lagern irgendwo und werden in der Zukunft dafür genutzt werden können, krasse Dinge zu machen. Das können wir gar nicht absehen. Warum ich da drauf komme, so mit einem Fiat-Job, ist, dass ich kooperiere mit einer Firma, die so ein AI-basiertes Analysesystem macht. Und die sind 2019 an den Markt gegangen. Und der CEO hat mir jetzt im Sommer gesagt, hey, wir mussten alle Daten wegwerfen. Das ist das Supervice-Learning.
Also die müssen so Daten klicken, also so anlernen. Und die müssen im Grunde das ganze Ding noch mal neu anlernen. Weil er sagt, der Wert der Firma ist nicht der Algorithmus. Das kann jeder schreiben, sagt er. Aber der Wert der Firma sind die Daten, die zugrunde liegen. Und die waren nicht juristisch abgesichert für das, was in der Zukunft noch kommen kann.
Das hat man für Anwälte ausgegeben, um sicherzustellen, dass sie auch in zehn Jahren noch mit den Daten arbeiten können, wenn sie ganz andere Sachen daraus lesen können. Das sind Fälle, die sie jetzt gar nicht absehen können. Das hat mich auch total geschockt. Ich dachte, ich gebe gerade Daten ab und ich weiß gar nicht, was damit gemacht werden kann. Das erinnert mich ganz stark daran, wie ich immer wieder die Diskussion von Leuten höre.
Und ich habe mich auch selbst dabei, dass man dachte, na ja, ich bin ja gar nicht so wichtig. Warum sollte ich jetzt so doll auf meine Daten aufpassen? Ist doch eigentlich egal, ich mache nichts verkehrt. Das hört man ja ganz oft. Und ich habe noch nie so eine richtige, plausible Antwort dafür gefunden, was man dem entgegnen könnte. Und bis jetzt, muss ich sagen. Das Beispiel, was du gerade bringst und auch, was man selber so mitbekommt, wie gut AI mittlerweile mit diesen Daten arbeiten kann.
Man dachte immer, okay, ob jetzt irgendwer sehen kann, dass ich jetzt hier gerade die und die Webseite aufrufe, die ich nachher wieder aus dem Browser-Cache lösche. Oder nicht? Wird sich schon keiner die Mühe machen, mich da zu analysieren? Oder weiß ich nicht, was man so googelt oder kauft. Aber jetzt gibt es halt eine AI, und die müsste nur darauf eingestellt werden, Erpressungsmaterial zu finden, beispielsweise.
Und es ist überhaupt keine Schwierigkeit mehr, jeden Einzelnen, der hier zuhört, jeden Einzelnen auf der Welt, zu lokalisieren und so viele Daten zu sammeln, dass es halt wirklich unangenehm werden könnte. Jetzt kann man wieder denken, okay, wenn dann alle irgendwie was am Stecken haben, dann ist es vielleicht nicht mehr ganz so schlimm. Aber ich glaube, so einfach ist es nicht.
Das Risiko ist deutlich, deutlich höher geworden mit dem, was jetzt im letzten Jahr, muss man ja sagen, also viel länger sind diese AI-Modelle ja nicht so stark. Beziehungsweise, das ist das, was wir sehen. Und wenn du zum Beispiel bringst mit diesen Rechenzentren und auch den Fällen, die jetzt schon so alt sind, die da aufgedeckt wurden, dann kann man sich nicht im Ansatz ausmalen, was da gerade möglich ist bei denen.
Also die können noch so viel mehr als das, was wir in der breiten Masse mit diesen Modellen machen können. Ich meine, die sind ja auch schon, was da an Arbeit drin steckt, um die ethisch halbwegs gewissenhaft den Menschen an die Hand zu geben. Viele reden halt von Zensur und von Einschränkung und von Biased sein, also so eine Meinung der AI vorzugeben, dass sie bloß nicht kleinen Ärger macht.
Aber die Modelle selbst aufzusetzen, zu hosten oder eben vielleicht schon seit Jahren daran zu entwickeln und noch bessere Modelle zu haben, das macht mir gerade Sorgen.
Also wenn ich das alles so höre, dann mache ich mir wieder mehr Gedanken, um meinen Fußabdruck, den ich da hinterlasse und den meine Kinder potenziell auch hinterlassen, wenn Fotos in der Kita gemacht werden oder wenn, weiß ich nicht, wenn man mal ein Video macht, wie toll die gerade das erste Mal irgendeinen Mist machen, weiß ich nicht, was wirklich peinlich sein kann, wenn man sich selber an seine Kindheit erinnert.
Das Schlimme, das ist da auch nochmal ein spannender Fakt, wenn du über die Datensenden redest, und das sagt auch Edward Snowden im Buch relativ anfangs, dass ihn das immer beschäftigt hatte, dass das Recht auf Vergessen seit dem Internet so stark eingeschränkt ist. Und das hatte er früher nicht, das hatte er so nicht erlebt in der Schulzeit. Jeder von uns hat sehr, sehr unangenehm peinliche Sachen gemacht. Im besten Fall hat man sie selber schon wieder vergessen.
Da gibt es noch diesen einen Kumpel, der sich immer wieder daran erinnert und dich immer wieder damit aufziehen kann. Aber das ist diese eine Person.
Und wenn jetzt mein Sohn oder Tochter bei TikTok ein Video macht und das lustig findet und in fünf Jahren der ganze Schulhof darüber lacht und in zehn Jahren er sich irgendwo bewirbt und alle ihn angucken und sagen, das warst doch du, das ist vielleicht ein bisschen überspitzt formuliert, aber alleine, wenn Leute Shitstorms abkriegen für Sachen, die sie gemacht haben, egal wie schlimm die sind, muss man sich auch da ab und zu fragen,
ist das gerechtfertigt, dass die ganze Welt plötzlich eine Meinung zu dir und deiner Person hat, weil du falsch über die Straße gelaufen bist, weil dieses eine Video von dir existiert, was plötzlich komplett durch die Medien geht. Und also durch das digitale Zeitalter ist das echt extrem geworden. Ja stimmt, das Recht auf Vergessen, das sagt er ja, das habe ich gar nicht mehr daran gedacht. Das ist ein guter Punkt.
Eine Sache, die ich auch aus dem Bruce Schneier Buch so gelernt habe, aus diesem Data and Goliath, ich weiß gar nicht, wie man es ausspricht, ist, dass er sagt, Demokratie oder liberale Gesellschaften, die brauchen Privatsphäre. Und ich habe mir da mal ein Beispiel für unsere Gesellschaft rausgesucht. Das ist der Paragraf 175. Bis 1969 war Homosexualität zwischen erwachsenen Männern über 21 Jahre in der Bundesrepublik Deutschlands strafbar. 1973 wurde das Alter auf 18 Jahre herabgesetzt.
Also es dauerte noch bis 1994, bis das überhaupt, dieser Paragraf 165, endgültig aufgehoben wurde. Ich glaube letztlich, dass das sich etabliert hat, dass man nicht nur heterosexuell sein darf, braucht das Privatsphäre. Dass sich also so ein gesellschaftlicher Fortschritt, eine Normalisierung aus dem Privaten heraus entwickeln kann. Also dass Gesellschaften sich aus dem Privaten heraus diesen Safe Space brauchen, um Fortschritt zu generieren.
Und ich werte das jetzt noch mal ganz deutlich als Fortschritt, dass Homosexualität, beziehungsweise nicht-heterosexuelle Orientierungen nun gesellschaftlich etabliert und akzeptiert sind. Also wir hatten in den, wann war das, 2010er Jahren, einen homosexuellen Außenminister. Also was für ein gesellschaftlicher Fortschritt im Vergleich zu dem, was wir in der Historie hatten. Und dafür braucht es die Privatsphäre. Klar wird Privatsphäre auch missbraucht.
Das ist ja immer das Argument von denjenigen, die sie abschaffen müssen. Natürlich, also das hat auch eine Kehrseite. Aber ich glaube, dass der Fortschritt für das Individuum und das Recht des Individuums da drüber stehen muss. Ja, das ist ein super schönes Beispiel, dass man, wie lang das nötig ist oder wie wichtig das ist, dass man auch etwas tun kann, was nicht jeder als richtig ansieht. Es ist ein schwerer Kontrast mit dem, was du machst. Deswegen wird es ja auch so gerne verwendet.
Wir müssen jetzt unbedingt alles aufdecken, weil diese Kriminalität damit verhindert werden kann. Wo alle zustimmen, wo alle sagen, okay, das muss auf jeden Fall verhindert werden. Ja, schwerer Kontrast und wird ja doch auch oft politisch ausgenutzt, um dieses Interesse umzusetzen. Du hattest einmal in der Folge über China auch gesprochen.
Da ist es ja auch, zumindest was man hört, auch sehr extrem mit der Einschränkung, wenn du da etwas Falsches sagst, dass du da nicht bloß gecancelt wirst, sondern einfach auch abgeholt werden kannst, weil du im WeChat wirklich dich kritisch geäußert hast über irgendwas Politisches beispielsweise. Da hatte ich mich auch mit jemandem unterhalten, der unseren Podcast ab und zu hört. Schöne Grüße, falls du gerade zuhörst. Und für drei, vier Jahre jetzt schon in China lebt mit seiner Frau.
Die hatte eine Freundin, die auch Deutsche war. Ich glaube, sie hatte geholfen, Haushälter zu reinigen. Das war nicht offiziell. Das kam dann über diese Chatprogramme, einfach durch die Algorithmen, ist das aufgeflogen, dass sie diese Dienstleistung anbietet. Und die musste sofort das Land verlassen. Und ich glaube, da hat sie noch Glück gehabt. Ich weiß nicht, was mit jemandem passiert, der im Land so etwas macht oder dann irgendwie erwischt wird.
Da sieht man mal, was das für ein Ausmaß annehmen kann, wenn du nur über Chatprogramme so etwas jedem zur Verfügung stellst, in erster Linie an dem Staat. Ja, zwei Kommentare dazu. Ich habe leider den Link jetzt nicht rausgesucht. Ich weiß damals, als es vor gut sechs Monaten oder bei der EU-Wahl um die Chatkontrolle ging, beziehungsweise die Piratenpartei auch noch mal ganz stark geworben hat in ihrem Programm, dass sie sich gegen die Chatkontrolle stellt.
Da haben sie auch zitiert einen Kinderschutzbund, die gesagt haben, ey Leute, das mit der Chatkontrolle bringt überhaupt nichts, zumindest nichts gegen Kindesmissbrauch. Setzt das Geld, was ihr dafür einsetzt, lieber für gezielte Maßnahmen ein, zur Prävention und zur Vermeidung von Kindesmissbrauch, als jeden Bürger unter Verdacht zu setzen und zu überwachen. Und ich suche das doch gerne noch mal raus, diese Quelle. Ich glaube, das wäre ganz hilfreich für die Show-Nodes.
Ja, spannend und interessant zu hören, dass das gar nicht so effektiv ist. Und wenn man sich mal wirklich darüber nachdenkt, dieser Prozentsatz der Leute, die damit potenziell erwischt werden können und dieser große Anteil an Leuten, die einfach nur ihr Leben leben wollen. Ich fand am beeindruckendsten von dem, was ich gerade so gehört habe, dass man überhaupt nicht einschätzen kann, was noch alles passiert, was noch möglich ist mit den Daten und was überhaupt alles über einen selbst existiert.
Und als der Angestellte von Google oder sogar CEO, ich weiß nicht, von wem das Zitat gerade war, dass wir können sehen, was du gerade machst, wo du es machst, und wir können ziemlich genau sagen, worüber du dabei nachdenkst. Das ist total, das ist nicht weit hergeholt. Ich glaube, das ist wirklich möglich. Und sie können antizipieren, was du nächste Woche tun wirst. Das ist schon beeindruckend. Interessant ist ja auch, dass man sich vor Augen halten muss. Das will ich nicht zu viel vorwegnehmen.
Die nächste Folge soll ja eben um Mobiltelefone gehen, dass eben dein Keyboard, deine Tastatur auch eine App ist. Und auf deinem Android-Telefon ist es das G-Board, das Google-Keyboard. Was genau da alles rausgeht, weiß ich nicht. Aber im Grunde kennt das alles, was du tippst. Dein Browser weiß alles, was du suchst. By the way, ich habe den Link gefunden. Das war netzpolitik.org. Kinderschutzbund fordert wirksame Maßnahmen statt Massenüberwachung. Ich packe das in die Show Nodes.
Ja, super. Ja, sehr beeindruckender Auftakt. Also man hat jetzt schon, das waren ja ein oder zwei Cliffhanger, die du da noch mitgegeben hast für die nächste Folge. I can't wait. Ich kann es nicht erwarten. Ich wollte auch eigentlich das ganze Thema Mobiltelefone schon in der ersten Folge abhandeln. Ich habe gemerkt, es ist so viel Zeug, was man dazu machen kann.
Und auch die Einleitung, obwohl das alles Sachen sind, die halt schon voll alt sind, hat so Spaß gemacht, nochmal sich damit zu beschäftigen und zu denken, hey, fuck, das ist einfach alles real. We don't give a shit. Wir machen einfach weiter und nutzen die Convenience, die unsere Geräte benutzen und geben halt einfach Daten ab. Und sie werden halt systematisch abgegriffen.
Ich habe mir auch, weil ich das als eine Reise machen will, wie soll man sagen, ein Motiv und ein Ziel meiner Privatsphärenreise aufgeschrieben. Wenn du magst, lese ich das mal vor. Gerne. Also, mein persönliches Ziel. Ich möchte meine Privatsphäre schützen und kontrollieren können, welche Daten ich offenbare und zum welchem Zwecke diese verwendet werden.
Dabei möchte ich mich nicht ausschließlich auf Datenschutzgesetze verlassen müssen, sondern ich möchte die Maßnahmen selber in die Hand nehmen. Hierbei möchte ich Möglichkeiten und Limitationen meiner Maßnahmen kennen. Ich werde meine Datenschutzmaßnahmen über die Zeit neu bewerten und diese nach Bedarf anpassen. Ist nicht nur ein Motiv für dich, sondern ich glaube, oder ein Ziel, das motiviert auch, es nachzumachen.
Ich glaube, es braucht diese konkreten Vorhaben, dieses klare Bild, was man im Kopf haben muss, damit man aktiv wird. Weil ich hatte mir, bevor wir angefangen haben aufzunehmen, noch aufgeschrieben, was sind so die Angriffszenarien. Ein bisschen wurde schon geteast, was kann alles passieren mit den Daten. Man muss halt auch abwägen, wie realistisch ist das für einen selbst. Warum sollten sich die Leute überhaupt Gedanken machen?
Was ist der Grund, dass sich die Mehrheit der Gesellschaft darüber Gedanken macht? Weil das ist ja eben auch noch ein Faktor, je mehr Leute versuchen, etwas anonymer zu leben, desto größer wird das allgemeine Anonymitäts-Set. Das ist ja auch, je mehr Leute Tor benutzen, desto sicherer wird das Netzwerk, weil nicht bloß diese paar Knoten dann relevant sind und angreifbar. Das Gleiche gilt ja, wenn mehr Leute auf ihre Daten achten und das mehr reduzieren.
Ich glaube auch, das wird den Wettbewerb für Anbieter stärken, die sich darauf spezialisieren, deine Daten zu schützen. Ich bin froh zu sehen, jetzt überall Werbung für VPN-Anbieter und dass das ein bisschen mehr wird. Dass, glaube ich, einige Leute da so ein bisschen mit dem Thema VPN ein bisschen wärmer werden oder das für sich entdecken. Dass es auch einfacher gemacht wird, das zu aktivieren.
Aber auch da, ich muss immer wieder sagen, ich selber bin super nachlässig mit dem, wie ich mich im Netz bewege, obwohl ich vermeintlich zumindest davon gehört habe, was alles möglich ist. Es ist ja so ein bisschen wie so ein Puzzlespiel, finde ich, oder wie so ein Tetris-Spiel. Das war mir auch ganz wichtig, in meinem Leitmotiv reinzuschreiben, dass ich das Schritt für Schritt mache und dass ich mir jetzt auch nicht den Riesenwurf am Anfang als Ziel setze.
Es gibt da so ein Buch, das heißt von Michael Bezel, "Extreme Privacy - What it takes to disappear". Das ist jetzt in der 5. Edition 2024 erschienen. Ich glaube, wir sind uns darüber einig, da können und wollen wir auch nicht unbedingt hin. Ich habe auch gar nicht das Angriffsszenario dazu, dass ich das bräuchte. Wenn man bei einer Million ist, müsste ich mir Gedanken machen. Mir war wichtig zu zeigen, dass das auch in kleinen Schritten geht.
Wie du das sagst, dass man vielleicht erst mal anfängt und ein VPN benutzt oder dass man noch mal darüber nachdenkt, ist das so sinnvoll, ein Google-Android-Handy zu verwenden? Oder kann man das vielleicht parallel? Kann man sich parallel ein zweites Handy aufsetzen, auf dem zum Beispiel Grafino S läuft, wo man dann sagt, bestimmte Apps wie zum Beispiel meine Bitcoin-Apps oder meine freien Open-Source-Apps mache ich nur auf diesem Telefon und meine ganzen anderen Kram auf dem anderen.
Man macht das so in kleinen Baby-Schrittchen. Das hat mich so ein bisschen motiviert. Wenn du den einen Schritt nimmst, merkst du, was ist der nächste? Worauf habe ich denn jetzt Bock? Wir sprechen jetzt hier auf einem Rechner. Da habe ich Linux installiert. Ich will auch noch eine Folge machen zu PC-Privacy. Gerade zu dem, was bei Windows in den letzten Jahren in den AGBs passiert ist. Das ist echt mega scary. Ich finde das befreiend. Mir macht das großen Spaß.
Ich wache morgens auf und habe Bock, mich damit zu beschäftigen, wie ich das hinbekomme, selbst souveräner zu werden. Ich glaube, das ist wichtig, dass man sieht, dass es auch mit kleinen Schritten geht. Das ist ein schönes Beispiel, weil ich dachte immer, ich kann nicht von meinen Apps weg. Ich kann nicht mein Handy komplett umstellen auf Grafino S. Da würde ich wahrscheinlich viel zu viele Einschränkungen erleben.
Aber mir fehlt auch die Einsicht oder der Einblick, was alles möglich ist, was man damit schon machen kann. Eine coole Idee zu sagen, fängt man erst mal mit einem zweiten Handy an. Ich habe jetzt hier auch noch so ein altes Handy rumzulegen. Man könnte es mal ausprobieren. Ich glaube, vielen geht es so. Es ist nicht so schwierig, mal noch an ein günstiges Altgerät ranzukommen. Ich glaube, es geht auch wirklich auf Ätherin, um es mal auszuprobieren.
¶ Verabschiedung Calso & Chris
Ich sehe mich schon. Alles mitzumachen. Ja, cool, mega, dass du dabei bist auf der Reise. Ich hoffe, ich konnte dich ein bisschen packen und ich konnte dich da ein bisschen für faszinieren. Absolut. Aber es muss ja alles zum richtigen Zeit kommen. Ich will dich da auch nicht, was ist das für eine Pille? Keine Ahnung, Shadow Pillen oder so was. Das muss, wenn du Bock hast, hörst du dir an. Dann gucken wir mal, wie weit wir kommen. Das habe ich auf jeden Fall. Das hast du geschafft.
Zum Abschluss der Folge habe ich noch einen kleinen Ausschnitt aus der Serie "Mysterium Satoshi". Den finde ich mega, mega gut. Den spiele ich jetzt am Ende ab. Aber wir müssen uns erst verabschieden, oder? Das machen wir. Probieren wir es zusammen, komm. Okay, wir versuchen es zusammen. Focus on the signal, not on the noise. Yeah. Bye, bye.
¶ Ausschnitt Mysterium Satoshi
Durch die Vernetzung aller Computer wurde unser Leben digitalisiert. Reduziert auf eine Summe von Daten, die man nur sammeln und auswerten musste. Jedes Wort, jede Geste, jede Transaktion. Das Internet wandelte sich vom Fenster zur Welt zu einem Kontrollwerkzeug. Eine neue Wirtschaft entstand. Wir würden ihr Rohmaterial sein. Die neue Welt würde alles umstürzen. Unsere Kommunikation, unsere Rechte, unsere Privatsphäre.
In der Ära der Selbstdarstellung ist der Schutz der Privatsphäre ein revolutionärer Akt. Ganz egal, ob sie etwas zu verbergen haben oder nicht. Privat ist, was wir nicht mit der ganzen Welt teilen wollen. Geheim ist, was wir mit niemandem teilen wollen. Privatsphäre ist die Freiheit zu wählen, was wir preisgeben wollen. [Musik]
¶ Ende & Outro
Freiheit. [Musik]
