¶ Intro
[Musik]
Herzlich willkommen bei "Nodesignal - Deine Bitcoin-Frequenz". Heute mit deinen Nodes dem Thorsten. Hallo, guten Abend. Hi, hi, grüß dich. Und wir haben zum ersten Mal bei uns im Netzwerk gefunden den Johannes. Hi, Johannes. GMGM. Ja, GMGM. Vielleicht habt ihr ihn schon an der Stimme erkannt. Der Johannes hat einen YouTube-Kanal, der heißt "Bitcoin durchgespielt", wo er, ja, so ziemlich Bitcoin durchspielt. Der Titel des Kanals sagt eigentlich schon alles. Schaut auf jeden Fall mal rein.
Also Johannes macht da wirklich sehr, sehr gute Videos zu allen möglichen Themen. Auch natürlich auch zu Themen rund um das Thema Privacy, worum wir uns auch heute mal wieder kümmern wollen. Johannes, vielleicht magst du mal dich kurz noch ein bisschen selber vorstellen. Was dürfen wir noch über dich wissen? Ich glaube, das werden wir heute erfahren. Ich beschäftige mich schon eine ganze Weile mit dem Thema Privacy. Ich habe, ja, als Kind mich schon für Computer fasziniert.
Und für mich war das immer eine faszinierende Welt. Ich kann schon mal den Podcast "Darknet Diaries" empfehlen, wenn mal jemand was außerhalb der Bitcoin-Bubble erfahren möchte. Ein wunderschöner Podcast zu ganz vielen tollen Geschichten zu dem Thema Privacy aus unterschiedlichen Betrachtungsweisen. Ja, das hat mich sehr begeistert. Und ja, Technik war immer ein Thema. Und so bin ich auch bei Privacy irgendwie gelandet.
Und ich finde es auch schön, dass man diese, ja, menschenrechtliche und auch moralische Frage, dass man die dafür sich auch bei dem Thema ein bisschen besser einordnen kann. Sehr schön. Dann sind wir schon voll beim Thema. Es wird nämlich mal wieder um das Thema Privacy gehen. Aber ich glaube, heute mit einem etwas anderen Blickwinkel drauf, als wir das in den bisherigen Folgen gemacht haben. Bevor wir da aber einsteigen, Johannes, hast du einmal die Blogzeit für uns?
Tatsächlich nicht. Da muss ich mich einmal synchronisieren. Habt ihr die? Oder sonst schaue ich nochmal? Ich könnte einen Vorschlag machen. Mach mal einen Vorschlag. Ich bestätige ihn. Also bei mir ist 847516. Ja, sehr schön. Das habe ich auch. Sehr schön. Dann sind wir synchron. Top. Sehr gut. Großartig. Ja, dann mache ich noch ganz kurz. Auch hier ist wieder Value for Value ist bei Nodesignal natürlich wie immer an der Tagesordnung, auch jetzt heute, wenn der Johannes mit dabei ist.
Wenn das, was wir uns von heute oder das, was wir uns heute besprechen werden, einen Mehrwert für euch bietet, dann denkt mal darüber nach, was für eine kleine Spende da lasst oder den Satoshi Stream pro Minute in eurem Podcast Player eurer Wahl aktiviert, damit wir eine kleine Kompensation für das, was wir hier machen, bekommen und ihr das in irgendeiner Form dann halt damit auch wertschätzen könnt. Das würde uns auf jeden Fall super helfen. Dankeschön.
¶ Einführung ins Thema
Cool. Dann lass uns mal ins Thema einsteigen, Johannes. Wir wollen einmal, glaube ich, besprechen, was eigentlich Privacy bedeutet. Was heißt das eigentlich? Das ist ein Begriff, den wir sehr oft verwenden, in bisherigen Folgen haben wir viele Themen unter dem groben Deckmantel Privacy behandelt, aber da ging es meistens um irgendwelche Tools oder Verfahren, die man einsetzen kann, um Privatsphäre im Bitcoin, also in der transaktionalen Sphäre, zu gewinnen.
Und heute wollen wir so ein bisschen, ich glaube, eher etwas Metadiskussion führen, was ist denn eigentlich dieses Privacy überhaupt? Was bedeutet das eigentlich für uns? Was sind unsere Gefahren, die wir irgendwie sehen? Warum bemühen wir uns so sehr um dieses Thema Privatsphäre? Johannes, vielleicht die erste Frage an dich. Was denkst du denn, wenn der Begriff Privacy fällt, an was denkst du denn da als erstes?
Ja, also das erste Mal, glaube ich, mir auch wirklich Gedanken zu dem Thema, was ist Privacy und ist das überhaupt ein Thema, war, wenn ich mich jetzt so recht erinnere, meine erste Erinnerung war das Cypher-Punk-Money-Festum, wo quasi drinsteht, dass Privatsphäre das freiwillige Veröffentlichen
der eigenen Informationen ist. Also nicht unbedingt nur, dass meine Informationen öffentlich oder gar nicht zu öffnen sind, sondern sie sollen immer privat bei mir sein und ich kann das freiwillig entscheiden. Also es geht auch um diesen freien Willen. Und das war schon mal für mich so ein sehr grundlegendes Konzept, dass meine Daten oder die Informationen, die ich mache, die muss ich nicht unbedingt jedem sagen. Da ist es gut,
wenn ich vielleicht auch welche für mich geheim halte. Zum Beispiel, wenn ich eine Seed-Phrase irgendwo verwahrt habe, dann will ich das nicht jedem direkt sagen. Genau. Und das war dann so das erste Konzept und daraus ergeben sich natürlich ganz viele Fragen. Wie ordne ich das für mich dann ein?
Da ist ja dann auch insbesondere das Thema Kontrolle ja davon, dass ich das selber auch wirklich kontrollieren kann, was veröffentlicht werden soll und was nicht und dass ich das halt quasi so weit wie möglich auch selber dann und quasi selbstbestimmt dann halt auch kontrollieren kann.
Ich finde, dass es gerade mit dem Kontext fällt mir gerade das ein, dass es halt sehr, sehr wichtig ist, dass man das halt auch selber steuern kann und nicht fremdbestimmt beeinflusst wird, okay, das musst du jetzt veröffentlichen, weil das Steuergesetz oder sonst irgendwie sowas das jetzt gerne will.
Genau und ich glaube auch, da kann man dann auch wieder eine sehr gute Brücke schlagen, wenn ich mir über meine eigene Privacy Gedanken mache, dann weiß ich ja, dass ich Mauern aufbaue, um meine Geheimnisse stärker zu schützen und muss mir natürlich auch die Gedanken machen, wie hoch müssen meine Mauern sein und findet da ein Wettrüsten statt und wie sehr verrenne ich mich in dem Thema, ich muss mehr Mauern aufbauen, weil das kann mich dann ja auch wieder sehr packen
zu hin, wie wichtig ist mir eigentlich das Thema und ich finde es halt so wunderschön, wie Bitcoin dieses Thema gelöst hat. Ich habe zwölf Wörter für mich und das kann ich sehr gut geheim halten. Da haben wir auch ganz viel Technik schon drum herum gebaut, da kann man auch sehr tief in die Materie einsteigen, wie man die zwölf Wörter noch besser löst, aber das ist für mich schon mal erstmal grundsätzlich in dem Konzept Privacy
sehr gut gelöst. Wir haben natürlich dann wieder andere Faktoren, wenn wir dann gucken, dass wir trotzdem wieder einen Bezug zur Realwelt herstellen können, dann gibt es da wieder andere Probleme raus, aber das ist erstmal so eine grundsätzliche Einordnung, glaube ich, um sich dem Thema zu nähern. Ich finde, das berührt einen Punkt, der glaube ich nicht oft genug gestresst werden kann.
Also diese Seed-Wörter, deine Seed-Phrase, deine Private Keys, das ist quasi das Geheimnis, das du bewahren musst, um Transaktionen zu autorisieren. Also das gibt dir überhaupt das Recht, Bitcoins zu bewegen.
Es gibt allerdings noch einen anderen Faktor, wenn wir Bitcoins bewegen, dann tun wir das öffentlich, also wenn wir jetzt über die On-Chain-Transaktionen sprechen, das ist halt ein öffentliches Kassenbuch, darin können wir jederzeit nachverfolgen, welche Transaktionen hat stattgefunden, von welchem UTXO, wohin. Und da eröffnet sich natürlich nochmal ein ganz anderes Privatsphäre-Feld, als nur seine eigenen Keys zu schützen.
Also ohne jetzt nochmal, ich glaube, ich möchte die Diskussion jetzt, was ist On-Chain-Privacy, was ist da irgendwie alles möglich, da will ich gar nicht so sehr reingehen, sondern eher die Frage eröffnen,
¶ Welche Angriffsvektoren sind relevant?
welche Angriffsvektoren wollen wir eigentlich betrachten, wenn wir über Privatsphäre sprechen. Du hast ja gerade schon gesagt, wir scheinen ja irgendwie dann Mauern aufbauen zu müssen, aber welche Mauern muss man jetzt alle bauen? Muss ich jetzt nur rund um meine Bitcoin eine hohe Mauer bauen, oder muss ich auch um mein Haus und Garten eine hohe Mauer bauen, oder um mein Online-Shopping-Verhalten eine hohe Mauer bauen? Was kommt dir da so in den Sinn?
Ja, also was ich so interessant bei der Frage finde, dass ich im Alltag einen sehr guten Blick auf die Dinge habe, und meine sozialen Antennen mir irgendwie so sagen, wem kann ich vertrauen oder nicht. Und ich auch weiß, dass ich nicht jedem sofort alles von mir erzählen muss, und ich eben auch, und das finde ich bei dem Thema Privacy auch wieder super spannend, wenn wir über so Enkeltrikot oder so Themen sprechen.
Also da ist es auch gut, wenn ich einfach mal Nein sagen kann und sage, ich möchte nicht mit Ihnen reden, bitte gehen Sie, gehen Sie weg von meiner Haustür. Und ja, dass ich den Leuten unbedingt vertrauen muss und nett und höflich sein muss, gerade ältere Leute haben das oft noch, dass sie da denken, sie müssten jetzt auch nett zu den Leuten sein.
Und das kann auch nicht unbedingt, also das ist so in meinem direkten Umfeld etwas, aber wenn wir dann über Online-Privacy sprechen, dann ist das so noch so ein verschleiertes, verzerrtes Bild. Also da weiß ich ja nicht unbedingt, wer spioniert mich aus. Und da ein bisschen mehr Klarheit reinzubringen, was könnte das alles sein, das ist glaube ich ganz gut. Aber ich finde es auch immer spannend, dann einmal zu betrachten, vor was habe ich denn überhaupt konkret jetzt Angst?
Und wie kann ich mich dann von dieser Angst wieder ein bisschen mehr befreien? Okay, aber lass uns doch mal ein bisschen konkreter werden. Also wovor könnte man denn oder sollte man vielleicht auch Angst haben, deiner Meinung nach? Also ich kann das jetzt nur mal so einordnen mit Themen, die ich mich beschäftigt habe. Also man kann einmal ja so Digital Privacy Act, da weiß man, dass auf der EU-Ebene Dinge besprochen werden, dass Chat-Kontrollen stattfinden.
Man kann sich auch dem Thema nennen, vor was wird gewarnt? Also Terrorismusfinanzierung oder Kinderpornografie, das ist ja oft etwas, womit ja Privacy-mindernde Gesetze irgendwie argumentiert werden. Wir sehen, dass bei großen, wir nennen die oft Datenkraken, also Facebook, Amazon, Twitter, solche Plattformen, die nutzen natürlich ihre Daten, um damit auch die Benutzerfreundlichkeit zu erhöhen.
Aber die Frage ist immer, ob das ja auch da, wenn wir uns aus der Finanzmathematik oder aus dieser finanzökonomischen Sichtweise auf die Dinge prücken, müssen wir halt gucken, ob das ein Fehler aufgrund des Fiat-Systems dann wieder ist, dass sich sehr große Unternehmen gebildet haben, die jetzt zu Amazon zum Beispiel geworden sind. Und dann diese Daten auch sehr, also diese Marktmacht eben sehr gut aufbauen können.
Und wir haben natürlich den Gegenspieler mit Nostrad zum Beispiel, so wie wir das jetzt gerade sehen, als einen, der versucht, auch da vielleicht ein bisschen Marktmacht zu übernehmen. Und ja, das finde ich halt dann sehr schwierig für mich erst mal, das so einzuordnen, weil es da so viele Abzweigungen gibt und so viele Fragen, die sich nur aufgrund diesem Thema Privacy wieder ergeben.
Ja, dass es manchmal schwierig ist, einen guten Blick auf die Dinge zu bekommen, gerade weil es so verschleiert ist. Aber ist das nicht ein allgemeines Problem? Das ist so ein bisschen die Schwierigkeit, die ich gerade habe. Also du warst jetzt gerade nicht in der Lage, so richtig zu benennen, was ist denn jetzt der konkrete Angriffsvektor? Es ist halt sehr allgemein gewesen, was auch vielleicht in der Natur der Sache liegt.
Das war jetzt keine Kritik an dir, sondern es lief dir an der Natur der Sache, dass wir uns gegenüber allen möglichen Formen oder allen möglichen Dritten offenbaren müssen, in der einen oder anderen Weise. Sei es nun jetzt der Staat, keine Ahnung, ich habe einen Personalausweis und ich muss bestimmte Nachweise erbringen, wie zum Beispiel, dass ich, wenn ich ein Auto kaufe, dann muss ich das irgendwie anmelden bei der Kommune. Das ist so das eine.
Dann aber auch Offenbarung gegenüber Unternehmen, du hast jetzt Amazon genannt und vielleicht auch noch Google und Twitter und wie sie alle heißen, also diese Großunternehmen. Aber dann müsste man ja auch sagen, ja, aber ich offenbare mich ja auch gegenüber meinen Nachbarn. Also meine Nachbarn, die hier mit mir in der Nachbarschaft wohnen, die bekommen ja auch relativ viel über mich mit. Also muss ich da jetzt auch für mich eine gewisse Privatsphäre schaffen?
Ist da auch irgendwie, lauert da eine Gefahr, vielleicht um es mal so zu fragen? Also noch mal konkreter, wenn wir über Privacy so ganz allgemein nachdenken, ist da nicht irgendwie alles, was um uns herum ist, quasi eine Gefährdung meiner Privacy, um es jetzt mal ein bisschen überspitzt zu sagen?
Ja, ich glaube, man sollte sich eher das Thema von der anderen Seite aus annähern und zu sagen, was kann ich denn so tun für mich pragmatisch in meiner individuellen Situation, um in die richtige Richtung zu laufen.
Und ich glaube nicht, dass die richtige Richtung unbedingt die Angst ist und zu sagen, ich muss jetzt das noch machen und hier mich noch weiter schützen und hier noch höhere Mauern bauen, sondern ich muss wirklich auch für mich lernen, das klarer benennen zu können, bevor ich mir Sorge mache. Und dann gucken, vielleicht kann ich da recherchieren, ist das eine begründete Angst und auch wieder mit Leuten ins Gespräch kommen.
Und das finde ich, da bietet der Bitcoin Space auch eine super Plattform erstmal, um auch mal diese Ängste wieder ein bisschen konkreter zu benennen und sich mal zu synchronisieren, ob die noch synchron sind. Weil oft wird da von der Angst und der Privatsphäre und davor muss ich mich schützen dann so oft Angst gemacht und dann kann man sich halt auch im Thema wieder verrennen.
Aber ich weiß gar nicht, ob da so eine unbedingt so eine ernstzunehmende Angst ist, die man dann so einfach lösen kann oder ob nicht die Lösung heißt, wir müssen Nostr da weiter aufbauen und wir müssen uns für die Privatsphäre entscheiden und sagen, wo können wir mithelfen, wo können wir Proof of Work leisten, wo können wir Leute weiterbilden, wo können wir konkret darüber aufklären. Aber die Angst ist nicht unbedingt die richtige Lösung.
Das würde ich mal so als Grundausrichtung in der Frage irgendwie mal so sagen. Ich würde mal die Frage ganz gerne nochmal an dich auch abspielen. Wo machst du dir denn konkret Sorgen in deiner Privatsphäre? Wo hast du denn vielleicht auch Ängste? Wer jetzt? Jan-Paul. Achso. Oder gerne auch beide, Entschuldigung. Also gerne. Genau. Sorry. Wir wussten jetzt nicht, wen du angesprochen hast. Thorsten, vielleicht magst du mal loslegen.
Ich meine grundsätzlich, dadurch, dass wir uns im Bitcoin-Umfeld bewegen, sind wir, glaube ich, massiv gebiased, glaube ich, in unserer Art und Weise. Ich glaube, wir haben eine Wahrnehmung von Privatsphäre, die jetzt, um jetzt irgendjemandem zu nahe zu treten, irgendwelchen Leuten, die sich nicht so intensiv mit diesen Themen auseinandersetzen, nun, denen ist das vollkommen egal.
Die gehen ja auch total unsorgsam, die melden sich überall an, um dann, um mal so ein Beispiel zu nennen, ja, hier gibt es irgendwie wieder 15 Euro, weiß ich nicht, Werbebonus für meine Freunde und so weiter. Klar melde ich mich da an, damit ich da irgendwie noch dieses Startguthaben irgendwie kriege für 15 Euro oder so was. Aber dann verteile ich natürlich meine Daten wieder überall in der Weltgeschichte.
Und ich glaube, um nochmal darauf zu kommen, wir sind halt total gebiased, in dem Sinne, dass durch, dass wir uns da halt die ganze Zeit damit beschäftigen. Deswegen fokussieren wir uns wahrscheinlich bei uns primär auf unsere Privatsphäre, die sich auf die finanzielle Privatsphäre bezieht und alles andere. Deswegen sieht man jetzt zum Beispiel auch bei Manu vom Münzweg, der jetzt gerade, finde ich, da eine sehr öffentliche Entwicklung halt hin macht.
Der baut jetzt genau diese Mauern, von denen wir gerade eben gesprochen haben, mit immer mehr weiteren Layern, um sich halt auf, um dieses Thema Privatsphäre immer noch quasi größer und weiter zu denken. Ja, und ich weiß halt nicht genau, ob man sich damit halt das nächste Problem dann ans Bein bindet. Und dann hat man auf der einen Seite was geschafft und ist dann aber irgendwie ein bisschen falsch abgebogen, wenn die eigentliche Ausrichtung sein sollte. Hey Leute, wo kann ich mithelfen?
Ich sehe, hier wird zum Thema Privacy an Open Source Projekten gearbeitet. Ich kann vielleicht Tutorials dazu machen. Ich kann mithelfen. Weil sonst baut man sich auf genau der gegenüberliegenden Seite vielleicht wieder die nächste Angst auf, von der man sich eigentlich, oder die nächste Hürde oder Zeitverschwendung, weil man sich jetzt eine Mauer aufbaut vor etwas, was es hoffentlich zukünftig nicht mehr geben wird.
Also ich möchte eigentlich nicht, dass wir im Bitcoin Space, wenn wir unter Bitcoinern sind, dass das ein Thema wird, dass ich ausgespäht werde. Also da würde ich lieber den Leuten vertrauen wollen. Das heißt, du meinst, Bitcoiner oder generell Leute in unserem Umfeld neigen dazu, Mauern zu bauen für potenzielle Gefahren, die es vielleicht gar nicht gibt. Also die gar nicht irgendwie, vielleicht gar nicht eintreten werden. Nee, eher die, die zukünftig vielleicht nicht mehr so relevant sind.
Und dann könnte man die Mauern wieder abbauen bzw. sich dann irgendwann unentscheidend sagen, cool, wir haben ein Protokoll gefunden, was Mauern by Default hat, wo Privacy einfach schon implementiert ist. Und ich denke mir dann später, wäre doch vielleicht schade, wenn ich dann sage, ach, jetzt habe ich die ganze Zeit umsonst investiert.
Ich lerne natürlich immer was dabei und deswegen bin ich da auch so begeistert drin und sehe da eine Stärke von mir, mich da in so ein Thema auch wirklich rein zu fuchsen und lerne dafür ganz viele andere Bereiche auch super viel.
Aber jemand, der jetzt neu anfangen will und sagt, ich muss da mich auch so reinbeißen, der ist vielleicht besser damit beraten, sich schon mal direkt so auszurichten, Richtung wo sind denn die guten Protokolle, wo sind denn die guten Konzepte, die das Problem an der Wurzel packen und wie kann ich da vielleicht schon ein bisschen mehr mitarbeiten und auch mithelfen. Denn das müssen wir auch ganz klar sagen, die bauen sich nicht von alleine. Also wir sind das Netzwerk und wir bauen diese Systeme.
Und wenn wir unseren Fokus daherin ausrichten und auch mit guten Tutorials und auch erstmal diese grundlegenden Fragen da wieder erklären. Ich habe das, Jan-Paul, wir hatten uns ja gesehen beim Technik-Workshop hier. Ich habe da gemerkt, wir hätten eigentlich auch mal erklären müssen, wie man überhaupt auf GitHub ein Feature-Request reinschreibt. Wo ist die Support-Hotline von den Nostr Open Source-Projekten? Also wo kann ich überhaupt mal hinschreiben, wenn ich mithelfen will?
Oder wie finde ich das? Wie finde ich den Zugang zu vielleicht auch einer etwas gesunderen Ausrichtung, wenn ich mir Sorgen mache, dass ich mich da vielleicht im nächsten Rabbit Hole zu tief einkrabe?
¶ Gibt es alternative Ansätze?
Es sind halt, glaube ich, zwei Dinge, die wichtig sind bei dem Thema, aber die wir doch auseinanderhalten müssen. Das erste ist, was wir jetzt mit dem Bild des Mauernbaus beschrieben haben. Ich glaube, das muss man lernen. Und das ist auch so ein Punkt, um jetzt noch mal meine Privatperspektive da reinzubringen. Das ist halt meine große Schwierigkeit mit Privacy, sowohl in Bitcoin als auch in meinem anderen privaten Leben. Es ist für mich mit sehr hohen Kosten verbunden.
Also nicht nur monetärer Art, sondern halt auch, es ist sehr anstrengend, überhaupt die ersten Schritte zu gehen und da die richtigen Maßnahmen zu treffen und irgendwie auch nicht alles Hals über Kopf zu machen, sondern da auch besonnen vorzugehen und sich auch die Zeit zu nehmen, um zu verstehen, was brauche ich eigentlich, was möchte ich eigentlich tun?
Das ist der eine Teil. Der andere Teil ist, dieses nach vorne zu schauen, was können wir denn tun, um den Status Quo, also quasi die Privatsphärebedrohung, die wir heute sehen, die Ängste, vor denen wir heute stehen, und jetzt meine ich das ganz individuell, ganz persönlich, was ist das, was ich am meisten befürchte oder was ich nicht haben möchte? Und dann den Schritt zu wagen, zu sagen, okay, was kann ich jetzt dazu beitragen?
Und ich glaube, das ist der Punkt, Johannes, den du ja auch unbedingt stark machen möchtest. Wenn du ein Problem erkannt hast, sprich es an, sprich mit den Leuten darüber, tu etwas dafür, wie auch immer das aussieht. Richtig. Also mir ist vor allem einmal der Pragmatismus wichtig. Nicht jede Angst kann man, also für viele wäre es vielleicht einfach auch mal gut, das Handy wegzulegen, als es immer dabei zu haben und sich zu sorgen, wie sie das hermetisch abriegeln können.
Oder vielleicht auch mal wieder sich mit Leuten persönlich zu treffen und so Gespräche auszutauschen. Da kann man auch mal was im Privaten vielleicht besser geheim erzählen, wenn man sich gerade Gedanken macht oder sowas. Und auch, ich finde das schön, im Bitcoin-Space kann man auch so Sorgen um die Privatsphäre mal ein bisschen konkreter wieder benennen. Und das fällt vielen auch schon leicht.
Also ich glaube, da sollten wir uns auch ein bisschen den Pragmatismus wieder ein bisschen besinnen und gucken, wie wir da ein bisschen wieder uns mit einfachen Hilfsmitteln, gibt es da ja manchmal, wir haben Handy, das angesprochen, man kann das auch in so Temper-Bags packen. Wir haben über diverse Self-Custody-Möglichkeiten gesprochen.
Wir haben über eigene Nodes, also es ist sehr viel schon da, aber wie tief man einsteigen will und ja, ich denke vor allem die Ausrichtung ist das Wichtige und dann zu gucken, wie kann ich mich da langsam wieder ein bisschen mehr selbst ermächtigen und wieder ein bisschen mehr mit kleinen Dingen was Gutes tun.
¶ WIe gehen wir persönlich damit um?
Ich hätte mal eine Frage an den Thorsten. Thorsten, hast du gerade ganz konkrete Projekte oder Vorhaben, wo du sagst, mit denen möchte ich meine Privacy verbessern? Gibt es da was, was du gerade versuchst? Ich bin vielleicht auch so ein bisschen auf dem Niveau, wo das ich sage, okay, so wie es jetzt halt für mich ist, ich habe das vor ein, zwei Jahren, habe ich dann viel mich damit beschäftigt, auch nochmal den Verweis darauf.
Wir haben damals auch schon mit Orange Mike vor zwei Jahren, glaube ich, gesprochen, über das Thema natürlich primär auch auf Bitcoin, aber es gab auch, ich glaube im ersten Teil von unserem Gespräch, haben wir auch über allgemeine Dinge gesprochen, halt welchen Einfluss hat der Browser, was ist mit VPN, was ist mit Thor Browser und so weiter und so fort, all diese Techniken. Da sind wir wieder bei den Tools.
Aber ich finde, ich habe für mich jetzt mittlerweile ein akzeptables Niveau aufgebaut, wo dann aber auch wieder genau das, was du gerade beschrieben hast, Jan-Paul, dieser Trade-Offs zwischen, ich habe unglaublich viele Kosten in der Arbeit, die ich da reinstecken muss, um mich da umzustellen oder neue Dinge auszuprobieren oder neue Dinge zu lernen. Und auf der anderen Seite, ich habe ja trotzdem auch immer noch ein Leben.
Und das ist vielleicht auch immer noch genau das, Johannes, was du, glaube ich, auch einen Appell haben musst. Man kann sich natürlich mit diesen Privacy-Themen 24/7 beschäftigen und sich da wirklich in seinen Bunker einbuddeln. Aber ist das der Lebensinhalt? Also für mich persönlich eigentlich nicht. Mein Lebensinhalt sieht eigentlich anders aus. Das ist ja eigentlich nur so ein Thema. Also das sollte nicht Hauptinhalt des Lebens sein aus meiner Perspektive.
Richtig. Ich habe das für mich auch so erkannt, weil ich hatte mich da, glaube ich, auch ein bisschen tief verrannt. Und es ist ja auch manchmal, ja, findet man da ja dann auch, denkt man, man findet da die Lösung drin. Aber ich habe für mich gemerkt jetzt auch, da kann ich wieder vom Blog in Köln nochmal berichten, wie gut das getan hat, einfach den Leuten was über Privacy beizubringen. Das ist dann vielleicht mein Beitrag, wie ich dann ein Signal
aussenden kann. Und da mache ich mir natürlich auch Gedanken, wie man das noch ein bisschen weiter ausweiten kann, weil ich auch gemerkt habe, dass das auf Interesse gestoßen hat. Aber mir ist natürlich dann auch wichtig, wenn ich so etwas mache, zu hinterfragen, wo stehen die Leute an ihrem aktuellen Punkt und wo können die mit pragmatischen Schritten weiterkommen?
Und wie können wir auch gemeinsam Konzepte finden, um das ein bisschen mehr zu pushen und nicht die Angst weiter aufzubauen und sagen, das muss ich jetzt auch noch holen. Und dann fangen wir an, mit der Angst, Firmen zu machen, die Privacy in Bitcoin unter verschlossenen Türen irgendwas machen oder bieten ein Privacy-ETF an. Ich weiß nicht, was sich die Leute ausdenken, um Bitcoin irgendwie anders zu verwahren als der wahre Weg. Also ich glaube, da habe ich
für mich die bessere Ausrichtung drin gefunden. Das hat mir viel geholfen. Mir fällt da gerade auch noch in dem Kontext noch was ein, gerade wenn wir mit irgendwelchen Podcasts über irgendwelche krassen Tools oder so, was die Leute immer weiter verleiten, immer tiefer in die Materie reinzugehen, wird das Gefahrenpotenzial
Fehler zu machen. Also quasi in so einer gefühlten Sicherheit, die vielleicht dann aber aufgrund von kleinen Fehlern die Leute vielleicht dann aufgrund von nicht hundertprozentiger Wissenheit dann halt dann begehen, aber denken dann trotzdem, sie sind super privat unterwegs irgendwie.
Ja und es findet ja auch ein Wettrüsten statt. Also es macht jetzt auch nicht unbedingt für dich Sinn, den Lebensinhalt dafür hinzufinden, die Mauern auf der einen Seite höher zu bauen und dann sind wir, der technologische Fortschritt spielt gegen dich. Dann kämpfst du nicht mehr gegen die Inflation, sondern dann kämpfst du gegen AI. Und dann musst du das noch absichern und hier noch was dran rumbauen. Ja und dann ist deine Ausrichtung ja auch nicht mehr so gut. Ja, absolut.
Ich glaube, das was der Thorsten meinte war mehr, also in dem Versuch, diese Mauern hochzuziehen, machst du halt einen Fehler. Keine Ahnung, hast du einen Schwachstand innerhalb dieser Mauer, irgendwie da ist dann trotzdem irgendwie ein Loch, das du nicht geplant hast, aber es ist da drin. Ich glaube, die Gefahr könnte bestehen, wenn man sich halt etwas zu... Ja, vielleicht können wir das Bild der Mauer noch ein bisschen...
Sorry, Entschuldigung, dass ich unterbrochen habe. Vielleicht können wir das Bild der Mauer noch mal ein bisschen anders zeichnen, weil es ja nicht unbedingt eine Mauer ist, sondern es unterschiedliche Akteure gibt, die versuchen reinzukommen und manche lässt man einfach sehr gerne rein und macht die Tür auf und da ist es sehr einfach reinzukommen und auch für meine persönlichen, was ich persönlich in meinem Umfeld sage, da weiß ich noch relativ gut, wie ich mich zu schützen
kann, aber gerade online gibt es ja verschiedene Akteure, die auch unterschiedlich Druck aufüben können auf mich oder auch manche Sachen muss man ja auch unter Zwang rausgeben dann. Also da werde ich dazu gezwungen, dass ich das öffentlich mache, da kann ich mich dann vielleicht gar nicht so gut vor
schützen. Ja und dann ist es nicht mehr unbedingt eine starre Mauer, sondern ich kann immer noch höher machen, ich kann mein Handy dann wegwerfen und dann finden die da drauf nichts, aber mit genügend Geld könnte jeder wahrscheinlich auch in dieses Handy wieder rein und genau da denke ich, da könnte man sich wieder auch dann verrennen, wenn man sich auch zu große Gegner, also vor wem muss man denn seine Daten wirklich absichern, was hat man denn zu verbergen, das muss man sich
auch fragen und je nachdem, was man zu verbergen hat, sollte man die Mauer natürlich auch entsprechend stabil bauen. Ich weiß nicht, ob ich jetzt noch einen Nebengleis aufmache, aber der Gedanke ist
¶ Wie ist das mit der Selbstbestimmung?
mir gerade durch den Kopf geschossen, den würde ich auch ganz gerne mal einbringen, mal hören, was ihr dazu denkt. Also eine der Nachteile, die wir haben, dadurch, dass wir uns gegenüber Dritten irgendwie auch so offenbaren, ist, dass wir einen Teil unserer Selbstbestimmung verlieren. Was ich damit konkret meine ist Siehst du das so? Oder also, weil du von mir sprichst?
Ja, ja, also lass mich kurz das Beispiel bringen, also ich bin gerade dabei, mich von von X Twitter zu verabschieden, weil ich halt mich des Eindrucks nicht erwehren kann, dass mir X Inhalte in die Timeline spielt, die wollen, dass ich da dranbleibe, die wollen meine Aufmerksamkeit haben, damit ich die ganzen Werbungen sehe, die da kommen. Aber das tun sie natürlich, indem sie bestimmte Dinge in mir einfach anfachen und mich auch in eine bestimmte Richtung drücken.
Ein anderes Beispiel wäre, dass du bei Amazon, manchmal ist es merkwürdig, also du kaufst einen Toilettendeckel und dann kriegst du wochenlang Werbung für Toilettendeckel, als ob das mit einem Toilettendeckel nicht getan wäre. Aber ihr wisst, was ich, ich glaube, ihr versteht, worauf ich hinaus will. Du wirst quasi aufgrund deines bisherigen Kaufverhaltens, wirst du quasi mit Werbung, auch mit Dingen, die vielleicht nicht direkt Werbung sind, sondern eher
suggestiv sind, wirst du in eine bestimmte Richtung gedrückt. Und da habe ich halt den Eindruck, dass halt einer der Schäden, die wir erleiden, weil wir halt weniger Privat-, also wenig Privatsphäre haben gegenüber bestimmten Akteuren, insbesondere privaten Unternehmen wie X oder Amazon, dass wir einen Teil unserer
Selbstbestimmtheit verlieren. Und das sollte man sich vielleicht auch noch mal bewusst machen, dass man sich einen anderen Weg suchen könnte, nicht muss, aber könnte, um halt dieser Fremdbestimmung zu entweichen. Ja, also da kann ich vielleicht mal, auch wenn das mit Privacy gar nichts zu tun
hat, aber auch einen sehr aktuellen Fall von mir erzählen. Ich war, vor zehn Jahren hatte ich Probleme mit Bluthochdruck und habe dann nach Lösungen gesucht und habe das in der veganen Ernährungsweise gefunden und hatte tatsächlich dadurch die Möglichkeit, meinen Blutdruck zu senken und war jetzt zehn Jahre lang Veganer und habe da wirklich auch die Lösung drin gesehen, aber habe dieses Konzept jetzt auch mal hinterfragt und bin mal wieder in den Supermarkt oder in den
Bio-Supermarkt hier um die Ecke gegangen und habe mal wieder meine Sinne wahrgenommen und auch mal mit anderen Leuten, das fand ich sehr schön, auch im Bitcoin-Space sich zu synchronisieren, dass es da andere Ernährungskonzepte gibt und habe auch mal, habe schon für mich, also es gibt anscheinend offensichtlich etwas in dieser Ernährungsweise, die meinen Blutdruck zumindest gesund macht, aber das heißt noch nicht, dass es die endgültige
Ernährungsweise ist für mich und dass es nicht noch eine bessere gibt und sich da auch mal wieder auszurichten, weil da habe ich nämlich auch gemerkt, früher war das ganz einfach, da hieß, wenn man vegan ist, da gab es noch diese ganzen Sojasachen und diese ganzen Industrie-inflationierten Produkte, sage ich mal, nicht, aber ja, dann habe ich das nie wieder gelernt, mich da zum Ordentlichen zurückzuführen und habe mich in dem Veganen verrannt und das hat mir auch
jetzt sehr gut getan, mich da wieder mal selber für mich entscheiden zu können, was ich denn eigentlich essen will und was vielleicht auch nicht und mich nicht von diesem Konzept Vegan so sehr einnehmen zu lassen.
Kannst du da folgen, dass das ähnlich passieren kann, wenn man in Privacy sich zu sehr verliert und dann denkt man, man muss jetzt alles privat und alle Informationen müssen und so habe ich mich da auch ein bisschen verrannt und das war jetzt sehr aktuell, deswegen dachte ich, dass das interessant ist.
Ja, ja, absolut, absolut, also kann ich gut nachvollziehen, also die Gefahr besteht natürlich, dass man da, ich weiß gar nicht, was da der richtige Ausdruck wäre, aber dass man im Grunde Scheuklappen aufhat und dann nur noch auf ein Ziel rennt und das nur noch auf einer Strecke, ohne irgendwie nochmal zu schauen, ob es vielleicht Alternativen gibt, irgendwie sowas in der Richtung ist das.
Ja, wir haben ja da auch einfach, das wird einfach primär durch die Algorithmen gesteuert, die prinzipiell ja dann jetzt, bei Beispiel von X Mal oder Twitter zu bleiben, man ist in irgendeinem Bereich unterwegs, in irgendeiner Bubble und man kriegt da ja im Endeffekt dann nur noch Zeug aus der Bubble und das ist ja dann, wie du es gerade vielleicht auch beschrieben hast, dass es halt so eine Echo-Kammer dann auch für dich dann automatisch wird und du dann halt dann
nur noch dann halt dann Themen zu diesen Inhalten halt siehst.
Plus dann natürlich vielleicht auch noch das, was gerade irgendwie trendet dann und da kommen da vielleicht auch noch Faktoren dann dazu, die vielleicht dann jetzt auch, vielleicht auch noch von extern dann auch noch, also sage ich mal von der Politik dann auf diese privaten Unternehmen drauf kommen, dass da halt irgendwie dieses Thema Fake News und so weiter, dass da die Algorithmen dann auch noch in irgendeine Richtung dann auch noch angepasst werden sollen, weil halt
so und so irgendwelche Meinungen da vertreten werden, die nicht gut sind, who knows, keine Ahnung, aber das ist ja auch alles dann, was da runterfällt.
¶ Welche Rolle spielt der staatliche Bereich?
Das wäre jetzt so ein Punkt, den wir immer noch gar nicht so richtig beleuchtet. Also was passiert eigentlich gerade von staatlicher Seite, also wir haben jetzt sehr die privatunternehmerische Seite beleuchtet, aber was passiert eigentlich gerade auch von staatlicher Seite bezüglich Bedrohung unserer Privatsphäre?
Du hast es mal kurz angedeutet, Johannes, da gibt es das Thema Chat-Kontrolle, das im Raum steht, beziehungsweise fast schon beschlossen ist, Bargeld, Obergrenzen, die uns auch einen Teil unserer Privatsphäre einschränken, zumindest oder stark einschränken. Können wir das ein bisschen, also hast du eine Theorie, Johannes, wo das herkommt, diese zunehmende Überwachung, um es jetzt mal ganz platt hinzubringen? Ja, also ich könnte mir schon gut vorstellen, dass man auch da die Kontrolle
der Daten irgendwie haben möchte. Die Frage ist nur, wer genau welche Daten haben möchte und was die damit machen wollen und wieso. Also das ist ein bisschen auch wieder eine sehr, sehr große Frage, weil nicht so ganz so klar ist, wer ist jetzt eigentlich da mein Gegner? Und auch ich so viele unterschiedliche Punkte habe. Also ich finde da wieder auch in meinem normalen Umfeld, wenn ich mich an die Zeit ohne Handys erinnere, war das sehr einfach für mich,
das zu entscheiden. Aber dadurch, dass wir so viel Komplexität auch in unser demokratisches System reingebracht haben, mit so vielen unterschiedlichen Stellen, wo wir unsere Daten abgeben, mit dem Meldestellen, also da sind ja überall sehr viele Anknüpfungspunkte, wo wir erstmal unsere Daten abgeben müssen und unsere Daten auch quasi, ja weiß ich nicht, freiwillig abgeben. Oder aber es gibt Sachen, wo wir gar nicht wissen, ob uns die Daten von staatlicher
Seite weggenommen werden. Also zum Beispiel bei Handys oder so was oder Internet. Da ist, glaube ich, von Seiten der Polizei, dass die Zugriff drauf bekommen können, wenn sie da irgendwie einen Verdacht haben oder so was. Oder weißt du das besser, Jan-Paul, wie ab wann Polizei oder öffentliche Behörden da... Ne, so richtig, also juristisch handfest kann ich es nicht sagen. Thorsten, du weißt nicht, was du für einen Blick da drauf hast.
Also ich würde mal behaupten, das hängt ja wahrscheinlich von jedem Recht, von jeder Juristik, von jeder Juristik-Restriktion ja wahrscheinlich dann auch noch, dass das einfach unterschiedlich ist. Dass wir vielleicht hier in Deutschland das vielleicht noch anders gehandhabt haben, als jetzt innerhalb der EU, vielleicht in Ungarn zum Beispiel. Oder halt je nachdem, welche Regierungsform
in den jeweiligen Ländern halt ist. Und jetzt, sag ich mal, außerhalb von der EU, außerhalb von Europa ist es vielleicht nochmal was komplett anderes dann halt. Mir geht es auch gar nicht, mir geht es gar nicht so sehr um die konkreten Bedrohungen, sondern eher irgendwie ein Gespür dafür zu bekommen oder eine Theorie darüber zu entwickeln, warum es eigentlich so weit kommen musste. Also Johannes hat da, glaube ich,
gerade schon einen Punkt gebracht. Es ist zum einen diese ganzen Datenverfügbarkeit überhaupt. Unser Leben ist halt mit sehr vielen Daten mittlerweile verknüpft. Hier stehen halt vielen Dritten Parteien zur Verfügung und da ist natürlich eine gewisse Nützlichkeit für wen auch immer. Also für wer auch immer da ein Interesse dran hat. Aber er hat da einen gewissen Nutzen in diesen Daten, die vorhanden sind.
Das ist, glaube ich, der eine Punkt. Der andere Punkt ist natürlich, man könnte ja auch erwarten, dass man sagt, so ja, okay, das sind natürlich private Daten, die da von den Bürgern vorliegen. Da sollten wir uns irgendwie vielleicht
möglichst darum kümmern, dass die möglichst geschützt sind. Aber der Eindruck ist ja, vielleicht auch nur in unserer Bitcoin-Bubble, aber ich glaube, das geht auch über diese Bubble hinaus, dass wir uns zunehmend in einem Staat befinden, der zu Überwachung neigt, also zu einer stärkeren Kontrolle oder zu was auch, ihr wisst, was ich meine. Die Frage ist für mich halt, wo kommt das her? Warum ist das so? Ist es nur, weil die Daten verfügbar sind, deswegen nutzen das halt viele
oder liegt da noch was Tieferes dahinter? Johannes, vielleicht hast du da einen Blick drauf. Ja, ich glaube, es wird halt versucht, in den Daten Lösungsansätze zu finden, wie wir uns da verbessern können. Also die Politik will wissen, wie sie ihre Politik ausrichten soll. Was hatten wir noch für Datenflüsse gesagt? Also die Parteien, die haben Interesse daran. Wir haben Gesundheitsdaten, die statistisch erfasst werden sollen. Die wollen unser Gesundheitssystem wissen.
Die ganzen Banker wollen wissen, wie sich der Finanzmarkt entwickelt. Aber für mich sind das alles eher Informationsflüsse, die ja eigentlich auch wieder den wahren Wert und das wahre Marktwirtschaften, den wahren Handel irgendwie so ein bisschen verschleiern. Denn eigentlich könnte ich einfach meine Daten selber entscheiden, über welche Daten ich verfügen möchte, zu welchem Preis und wäre bereit, die einer Firma, einer anderen Firma zu geben, die dafür mit einem Service für mich macht,
also Krankenversicherung oder so was. Das könnte man ja auch privat organisieren. Man könnte auch viele der staatlichen Konstrukte, die wir haben, auch privat organisieren. Und dann wäre ich eben mit der individuellen Dienstleistung, die die mir geben, könnte ich dann entscheiden, ob ich für diese Dienstleistung meine Daten hergeben will.
Und dann fällt es mir erst mal wieder so ein bisschen einfacher, weil ich dann weiß, welches Unternehmen, da kann ich recherchieren, da kann ich vielleicht mal anrufen. Da ist es für mich einfach einfacher, auch wieder Herr meiner Daten zu werden, als wenn ich jetzt irgendeine Amt stelle, die dann die Daten, dann kriege ich auf einmal einen Brief, dass ich jetzt GEZ bezahlen soll. Da wusste ich nichts von. Ja, wo haben die meine Daten her?
Also da gibt es ja dann schon immer so logische, also unlogische Dinge, wo man sich dann fragt, wer hat denn jetzt eigentlich meine Daten? Und das wäre natürlich in einem privatwirtschaftlichen System, auch mit einem harten Geldstandard, wesentlich einfacher zu überblicken. Und dann hätte man vielleicht auch diese Ängste nicht mehr so sehr.
Und das finde ich halt ganz, ganz schön, wie man den jetzt vielleicht, diesen Zustand, auch wenn er noch nicht da ist, mit Ausweitung von Open Source, mit Nostr oder so was, also auch Dingen, die sich vielleicht in einer privaten Wirtschaft ergeben würden. Ja, weil ich weiß nicht, ob ich euch jetzt verloren habe in meiner Argumentation. Nee, nee, nee, alles gut.
Okay, also meine Annahme ist, dass wir in einer Privatwirtschaft wesentlich weniger Intellectual Property haben, weil es einfach wesentlich schwieriger ist, unsere Informationen zu monetarisieren, weil wir sie natürlich, weil wir selber entscheiden, wem wir sie geben können. Und damit monetarisieren wir sie selber. Also wir entscheiden, wem verkaufen wir unsere Daten. Und dann kann mit unseren Daten kein anderer mehr Geld machen.
Und damit ist es natürlich für uns viel einfacher herauszufinden, wer hat meine Daten und bin ich bereit, diesen Preis zu zahlen. Das ist aber schon ein sehr, sehr weiter Schritt, weil man müsste ja da eigentlich Hoheit über seine persönlichen und privaten Daten erlangen. Und das ist, glaube ich, stattdessen sehr, sehr schwierig. Genau, das ist ja richtig. Aber die Frage ist ja nach der Ausrichtung.
Also soll ich jetzt in die Sorge, ich bin sowieso meine Daten am Verlieren und ich weiß gar nicht, wo sie so richtig hingehen und ich schaffe es auch irgendwie nicht, weil es zu komplex ist, Herr der Lage zu werden. Also gehe ich lieber mit einer ordentlichen Grundausrichtung in Richtung Open Source. Das wird ein neues System sein, wo wir selber entscheiden können, wo wir unsere Daten hinbringen wollen oder nicht.
Und da das weiterzuentwickeln und mehr zu schauen, dass ich meine Daten in gesunde Systeme reinpacke, wo ich verstehe, wo sie hingehe, wo ich vielleicht auch einen Ansprechpartner habe. Den haben wir jetzt vielleicht bei Nostar noch nicht so ganz, aber wo zumindest irgendwie ein bisschen mehr, wo es öffentlich ist, wo ich das einsehen kann, was da passiert.
¶ Metadiskussion DSGVo
Mir fällt gerade in dem Kontext auch nochmal was ein, auch nochmal ein ganz anderes Thema.
Aber wir haben ja quasi das, wahrscheinlich wie die hier EU-Datengrundschutzverordnung, die ist jetzt ja bestimmt auch schon 15, 20 Jahre bald alt, wo ja auch dann dieser Begriff Datensparsamkeit ja eigentlich allen, zumindest innerhalb von der EU, allen Unternehmen quasi aufgedrückt wurde, dass die Unternehmen so wenig Daten wie möglich erheben und speichern sollte von ihren, sag ich mal, Kunden oder von wem auch immer, auf jeden Fall von dem, die halt die Daten erheben.
Und das war ja eigentlich zu dem Zeitpunkt, wo das Ding entstanden ist, eigentlich vom Grundprinzip her eigentlich so das, was wir heutzutage ja eigentlich total befürworten würden. Aber vielleicht umso ein bisschen das, was Jan-Paul eben auch nochmal sagte, das wird ja momentan irgendwie gefühlt immer mehr aufgeweicht dann, weil wir hier noch eine Ausnahme haben und da noch irgendwelche Notwendigkeiten haben, dass dagegen, dass diese Daten trotzdem erhoben werden müssen, weil XY oder so.
Ich weiß nicht, habt ihr da einen Take zu? Ich fand das jetzt auch sehr unkonkret. Also kannst du da nochmal, also konkret, welche Daten gehen wohin? Das weiß man ja auch wieder nicht. Also das verstehe ich jetzt noch nicht so komplett. Nee, mir ging es eher darum, dass das Grundkonzept von der Datengrundschutzverordnung, wo ja prinzipiell von auf EU-Ebene ein Thema quasi rausgebracht wurde, dass Unternehmen so wenig wie möglich Daten erheben sollten.
Aber die Wirklichkeit sieht komplett anders aus. Und das ist halt das. Also das wäre auf der Gesetzebene, die jetzt halt mittlerweile schon diese 15, 20 Jahre alt ist, das eine halt, die eine Entwicklung haben. Aber die tatsächliche Entwicklung, wie wir sie jetzt aktualisieren, ist halt eine komplett andere. Aber da wäre ja eher die Frage zu stellen, warum jetzt die Unternehmen mehr Daten sparsam sein sollen oder warum nicht? Also was ist denn an dem?
Nee, der Punkt ist, mit der Datenschutzgrundverordnung wollte man ja den Nutzern oder Kunden oder Bürgern die Möglichkeit geben, die Unternehmen darin zu beschränken, welche Daten sie über dich erheben. Deswegen kommen ja immer diese Pop-ups, wo du dann zustimmen musst, welche Cookies erlaubt sind und was irgendwie getrackt werden darf und was nicht. Ja, aber ist das die effizienteste Lösung, die die freie Marktwirtschaft im Wettkampf der Ideen schenkt? Nein, absolut nicht. Absolut nicht, genau.
Du siehst es ja, das Gegenteil passiert ja. Die Webseiten machen es ja irgendwie schwierig, an die Inhalte zu kommen, ohne irgendwie allem zuzustimmen. Genau, aber warum soll ich dann jetzt meine Zeit damit verschwenden, mir zu diesem Thema eine Meinung zu bilden, wenn ich sowieso nicht Herr dieser Logik werde und lieber schaue, wo kann ich mich einbringen, um auch voranzukommen.
¶ Lasst uns Proaktiv werden!
Ich glaube, der Punkt schließt, also der Thorsten, den ihr jetzt macht, schließt nochmal an den vorherigen Diskussionen, die wir hatten, an. Also was für Beispiele haben wir dafür, wie irgendwie mit unseren Daten umgegangen wird. Und du hast ja jetzt, glaube ich, so, wenn ich dich richtig verstanden habe, wolltest du jetzt eher nochmal darauf hinaus, okay, was sollten wir denn jetzt selber tun? Und du hast jetzt mehrmals schon Nostr genannt. Das würde mich jetzt nochmal interessieren.
Also warum siehst du gerade in Nostr so eine exzellente Möglichkeit, da mehr Pragmatismus, mit Pragmatismus, ja, pauschal seine Privatsphäre besser herzustellen oder mehr Datenhoheit zu erlangen? Warum ist Nostr da so eine gute Lösung in deinen Augen?
Ja, eigentlich nur, weil es Grassroot ist, weil es Open Source ist und weil es aus einer Community heraus entstanden ist, aus dem Wunsch, die richtige Lösung zu finden und nicht irgendwie aus der Angst getrieben, ein anderes System zu verbessern und das zu monetarisieren, also quasi ein VPN-Anbieter zu sein.
In diesen Projekten sehe ich, dass da die Lösung dran liegt, weil sie anpassungsfähig sind und weil dort aktuell noch zumindest noch keine Monetarisierung drin sind, dass der Wettkampf der besten Ideen dort gespielt wird und diese freie Marktwirtschaft, ohne dass man leider aktuell da wirklich Geld verdienen kann, deswegen ist das noch nicht so einfach, da voranzukommen und deswegen sollten wir da vielleicht unseren Fokus auch mehr drauflegen. Aber da findet das eben noch so statt.
Also ob sich Nostr jetzt perfekt als die ultimative Lösung herausstellt, das weiß ich nicht, aber es ist eben von den Grundpfeilern, dass es aus einer Community herauskommt und wir sehen und wir den Code einsehen können und wir Vorschläge geben können und diese Vorschläge auch so unterschiedlich aufgenommen werden von verschiedenen Clients. Es ist nur ein Protokoll.
Das Protokoll hat auch wieder Bips, da könnte man auch wieder gute Prozesse einfügen, dass man selber auf seinem Relay, welche Bips hat man, also da können wir das ganze Spiel, was wir gespielt haben, indem wir das Geldsystem für uns klarer definiert haben und uns auf die Frage besonnen haben,
was ist eigentlich ein guter Wert. Können wir uns auch die Frage annähern, was ist gute Kommunikation und ich sehe da einen sehr guten Lösungsansatz in Nostr, den ich mir gerne weiter anschaue und wo ich auch immer mehr schauen möchte, dass ich dahin wechseln kann, denn sonst gehe ich in die falsche Richtung und baue mir dann wieder da irgendwas auf.
Also ich verstehe deinen Ansatz, Johannes. Ich finde den auch richtig gut, dass du sagst, okay, lass uns doch lieber proaktiv werden, lass uns doch lieber die Dinge selber in die Hand nehmen, statt uns irgendwie gegen Windmühlen zu kämpfen oder irgendwie zu versuchen, jetzt irgendwie höchste Mauern zu bauen gegen irgendwelche Bedrohungen, seien sie akut oder seien sie in weiter Ferne liegend. Ja, wenn man natürlich akut Angst hat, dann muss man eine Lösung
für diese Angst finden. Dann sollte man pragmatisch gucken, was mache ich, dann bringt es nichts, jetzt zu sagen, ja, mir sind meine Daten total egal, Privatsphäre ist ein sehr wichtiges Thema, aber wo richte ich mich aus? Und da fehlt manchmal mir so ein bisschen eine gesunde Richtung. Können wir das vielleicht noch ein bisschen konkreter machen?
Wir sind jetzt schon fast eine Dreiviertelstunde unterwegs, lass uns nochmal versuchen, vielleicht mal zwei, drei Punkte rauszuarbeiten, die wir unseren Zuhörern jetzt mitgeben können. Also wir haben das jetzt sehr auf einer Meta-Ebene besprochen, aber vielleicht gibt es nochmal was, wo wir den Zuhörern nochmal konkret was an die Hand geben können, was wäre dein Vorschlag, Johannes? Genau, also ich glaube, ich habe ja so ein bisschen verfolgt,
was die letzten Debatten waren. Ihr habt über diverse Tools gesprochen, die sind unterschiedlich komplex, je nachdem Preis-Leistungs-Verhältnis. Bei den einen gibt man ein bisschen mehr aus, bei den anderen hat man ein bisschen mehr Komfort vielleicht. Da werdet ihr genug Sachen finden. Ich habe, glaube ich, auf meinem Kanal einige Videos zu so GraffinOS, das finde ich zum Beispiel toll als Handy, weil das ein sehr großer Hebel ist
in Richtung Privacy. Im Bereich Self-Custody ist Privacy natürlich wieder ein riesengroßes Thema, aber ich glaube, in dieser Frage nach der Kommunikation, also wie wollen wir miteinander reden, wie können wir das auf ein gutes Level bringen mit Nostr und wie können wir uns aber in Nostr auch irgendwie Strukturen schaffen, dass wir da mehr an dem Thema dabei sind und mehr von dem Bitcoin-Space auch in den Space reinbringen und auch die Ansätze und was wir aus Bitcoin heraus gelernt haben,
da hinbringen. Und ich glaube, da sollten wir uns auch mal überlegen, ob wir vielleicht auf den Meetups oder so etwas ein bisschen mehr zum Thema Nostr auch mal Bildung machen. Ich finde, da sehe ich viel zu wenig Vorträge. Es gibt manchmal so eine eigene Nostr, aber wieso bringen wir die Netzwerke nicht ein bisschen mehr zusammen und gucken, dass wir uns da ein bisschen verbinden, weil die Ansatzideen sind ja die gleichen und beide verfolgen
etwas Gutes mit der Privatsphäre. Und ich glaube, da kann man gucken, wie man da wirklich für sich konkret auch mehr sich einbringen kann. Also das wäre so auch mein Wunsch, dass ich mich da ein bisschen mehr mit einbringen kann in Zukunft. Also mein Takeaway ist so ein bisschen jetzt nach diesem Gespräch, dass wir, wenn wir Bitconner sind, schon einen sehr, sehr großen Schritt
gemacht haben. Du hast dich zumindest aus dem ganzen Gefahrenbereich, Überwachung deiner finanziellen Transaktionen, deiner finanziellen Freiheit, so ein bisschen, du hast ein bisschen, ich will nicht sagen, dass du damit schon, weil du Bitconner bist, deine Privatsphäre gewonnen hast, aber du hast einen richtigen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Was war der Schritt vorher?
Ja, da machst du leider, weil wenn du schon sprichst von wir Bitconnern, ist das natürlich schon wieder, ich merke im Bitconspace ist das sowas von unterschiedlich und gerade die Vielfalt, die in den Bitconspace reinkommt gerade und wir wollen ja eigentlich auch schauen, dass die Vielfalt in den Bitconspace reinkommt. Also können wir das nicht nur so machen, dass nur Privacyfreaks Bitcoin benutzen können.
Also da sollten wir vielleicht auch uns ein bisschen überlegen, ob wir von uns Bitconnern da sprechen können, wenn wir auch ganz unterschiedliche Anforderungen haben eigentlich. Du, also mein Punkt ist gar nicht so sehr, dass du, wenn du schon Bitcoin benutzt hast, du dann irgendwie der Privacy-Experte bist, sondern ich glaube, dass das der erste richtige Schritt in die richtige
Richtung einfach ist. Du hast überhaupt erst eine Möglichkeit geschaffen, dich um das Thema deiner Privatsphäre, zumindest in deiner finanziellen Privatsphäre zu kümmern. Wenn du im Fiat-System verhaftet bleibst und gegebenenfalls demnächst dann CBDCs nutzen musst, weil du dich dem Bitcoin-Thema nicht zugewandt hast, dann hast du ein viel größeres Problem als die Bitconner, die heute schon da sind und zumindest mal diesen ersten Schritt gemacht haben. Natürlich gibt es da noch viele Dinge,
die dann vielleicht noch zu tun wären. Jetzt ganz individuell, ganz privat für dich musst du entscheiden, okay, welche Privatsphäre möchte ich denn eigentlich für mich haben und wie erreiche ich diese? Mir geht es nur darum, das ist der erste Schritt und das ist der richtige Schritt, um sich um das Thema deiner Privatsphäre zu kümmern. Bitcoin ist auf jeden Fall immer der erste wichtige Schritt im Leben. Den wahren Wert erkennen im Geld und der nächste wichtige Schritt ist dann
den wahren Wert in der Kommunikation zu finden. Ja, aber wie gesagt, es ist ein verzerrtes Bild. Also auch da, mir hat das sehr geholfen, wieder mit Bitcoinern in Kontakt zu kommen und dort die Gespräche zu suchen und das für mich auch einfach mal ein bisschen gesünder einzuordnen. Ja, weil wenn wir uns nicht treffen, uns nicht synchronisieren, dann schweifen wir vielleicht in irgendwelchen Ängsten ab, die uns gar nicht so weiterhelfen dann.
Thorsten, ich würde dich ganz gerne auch nach deinem Take-away fragen bis hierhin. Mehr Protokolle, weniger Plattformen. Ich meine, der Appell, glaube ich, den kennt man im Bitcoin-Umfeld, glaube ich, schon ein bisschen häufiger und das ist, glaube ich, auch so der Ansatz, den Janos da auch, jetzt bei dem Beispiel, was du jetzt gerade genannt hast, um ein bisschen zu bleiben, ist es im Endeffekt ja auch.
Wir haben die Plattformen wie Twitter, Facebook, Instagram und Co., die im Endeffekt, das sind Plattformen und Nostr ist jetzt quasi ein Gegenvorschlag davon. Wir haben ein Protokoll und was da auf diesem Protokoll gebaut wird, muss der freie Markt zeigen oder sollen dann halt findige Entwickler sich ausdenken, was damit gemacht werden kann. Dann, und das Protokoll läuft halt, wie es ist und kann prinzipiell nicht an zentraler Stelle zensiert werden.
Ja, ich glaube, das mit den findigen Entwicklern, das würde ich vielleicht ein bisschen, wir sind alle findige Entwickler und im Open Source-Space kann jeder was mitmachen und ich habe auch gar nicht gewusst, wie ich mich einbringen soll und habe auch geschafft, Videos, und ich habe mir da auch sehr viel angelesen, weil ich natürlich auch das Richtige weitergeben wollte und ich finde, da sollte man sich nicht unterschätzen, dass man bei Open Source nicht mitmachen kann.
Das Gegenteil ist der Fall. Sonst müssen wir schauen, wie wir die Projekte zugänglicher machen sollen. Es wäre schade, wenn Leute sich Mauern aufbauen gegen Gegner, gegen die sie nicht gewinnen können, obwohl sie eigentlich viel lieber mit Leuten an Open Source-Projekten arbeiten können.
Absolut. Wir sprechen über freiwillige Jahre und nach einem Jahr nach Australien gehen oder sowas, also wieso machen wir kein freiwilliges Open Source-Jahr und gucken, dass wir da irgendwie, ja, also das wäre mal ein wichtiges Projekt, finde ich. Ja, Paul, du wolltest es jetzt auch gerade sagen.
Unser Bounty-Programm ist, glaube ich, ein gutes Beispiel dafür, dass wir damit auch unsere, dass wir da versuchen, nicht nur, okay, ihr müsst diese Sache quasi umsetzen oder als neues Feature entwickeln, sondern auch Dokumentation, Anleitung schreiben, wie man Dinge umsetzen kann. Pflege von einem GitHub-Repository, das, was ihr gerade eben beschrieben habt. Ich gehe auf einen GitHub-Repository und da ist halt alles in total kryptischer Art und Weise beschrieben,
wie man halt irgendeine Software verwendet. Das hilft ja dann normalen Leuten auch nicht weiter. All diese Sachen müssten eigentlich, müsste halt irgendjemand machen und das können vielleicht dann auch Leute machen, die jetzt nicht unbedingt entwickeln müssen, aber die können vielleicht, die sind dann vielleicht didaktisch gut und können dann halt entsprechend oder wie du jetzt halt dann Videos dazu aufnehmen, also all sowas. Das ist ja auch alles Input, der halt an Open Source relevant ist.
Richtig. Also wir können auch sehr viel mehr tolle Open Source-Projekte finden, die es schon gibt. Ich finde, der C-Ziner, der hat mir irgendwie sehr guten Einblick in mal diese ganze Open Source-Community gebracht. Da ist eine sehr tolle Telekom-Community. Ich habe den englischen Kanal, da bin ich reingekommen. Jetzt gibt es mittlerweile auch einen deutschen. Da tummeln sich auch viele Leute, die Fragen stellen und sich austauschen. Und da wird auch viel an Open Source-Self-Custody gearbeitet.
Und ich frage, ich stelle mir auch die Frage, wie kann man, also wie finde ich noch einen einfachen Zugang? Wo kann ich noch mithelfen? Wo kann ich noch Videos zu machen? Wo sind die guten Projekte? Und wenn ich da noch mehr Erkenntnis zu habe oder vielleicht können wir auch mal im Anschluss noch sprechen, wie man da ein bisschen konkreter werden kann und auch die Nodesignal-Community mit reinholen kann. Warum sollen die die Bounties nur bezahlen? Warum können die selber nicht
die Projekte vorschlagen? Oder auch da vielleicht eine Gruppe entstehen, wo Open Source-Projekte ein bisschen mehr gemacht werden. Und auch in den Meetups, finde ich, sollten wir uns die Frage stellen, wie wir mehr an Open Source-Projekte bauen kommen können, um da wirklich mal wieder ein bisschen Proof of Work zu machen und nicht die ganze Zeit nur uns in theoretischen Debatten verlieren. Einen Punkt würde ich ganz gerne noch machen. Wir haben jetzt darüber gesprochen, was wir tun können.
Also Johannes, du mit deinem Kanal, wir, Thorsten und ich mit Nodesignal. Ich wollte nur nochmal vielleicht auch in den Raum stellen, ihr könnt natürlich auch was dazu beitragen, indem ihr auch einfach vielleicht eure Fragen stellt. Also kommt in eine Telegram-Gruppe, wie zum Beispiel die Sitz-Sender-Gruppe oder auch gerne bei uns in der Nodesignal-Telegram-Gruppe und fragt einfach mal. Vielleicht findet sich ja jemand, der euch hilft.
Und auch das schafft vielleicht für die Leute, die nur mitlesen, einen Mehrwert, weil sie vielleicht diese Frage, vielleicht hatten sie die selber oder wussten gar nicht, dass sich diese Frage für sie auch gestellt hat und bekommen jetzt vielleicht noch eine Antwort.
Insofern, also das ist auch eine Art von Partizipation und Mitmachen und das Ganze voranbringen, indem man einfach dabei ist und vielleicht mal Fragen stellt und auch keine Scheu hat, auch wenn es vielleicht nach einer blöden Frage klingt.
Ja und ich denke mir, gerade sind so viele Gewerbeimmobilien leerstehen und die Leute wissen nicht, der Immobilienmarkt, also da müsste es doch vielleicht mal irgendwo in einigen Städten mal auch einen Platz geben, wo man mal am Wochenende so ein Pop-Up-Repair-Café oder sowas aufbauen kann oder ein Makerspace oder sowas. Es werden nach sehr guten Bildungskonzepten aktuell gefragt.
Wir sehen, das kenne ich selber aus meinem Job, dass das Bildungssystem auch nicht mehr so funktioniert, wie man sich das eigentlich wünscht. Und auch die Eltern wissen nicht, wo sie ihre Kinder am Nachmittag mal hinbringen können, wo sie noch was ordentliches lernen können. Da wäre doch Open Source so ein schöner Ansatz und ich hoffe, dass wir da auch irgendwie Konzepte schaffen, dass wir die Bitcoin-Community ein bisschen mehr ans Basteln und ans Handwerken kriegen.
Genau und was du ganz zu Anfang eingebracht hast, also einfach mal zu zeigen, wie kann ich denn zum Beispiel ein Issue eröffnen, indem ich zum Beispiel sage, hey, ich hätte gern dieses Feature, dass man das vielleicht mal zeigt, okay, so kommst du an die entsprechenden Communities ran, um diese Frage zu stellen oder diese Bitte irgendwie mal zu äußern, okay, das ist das Feature, das ich ganz gerne hätte.
Oder zumindest wenn man einen Bug zu melden, weil es bringt ja dann halt, wenn man selber irgendwie Probleme mit einem Tool hat, man nutzt das regelmäßig, aber meldet quasi diesen Fehler bei einem Open Source-Projekt nicht und der wird nie gefixt in irgendeiner Form. Das hilft den Entwicklern dann ja auch, dass die dann wiederum ihren Teil bei der Umsetzung machen können, aber das geht halt nur mit dem Input aus der Community. Macht ihr das regelmäßig?
Habt ihr schon mal Feature-Requests gemacht? Ich habe tatsächlich bei, aber das ist jetzt nicht in der Open Source-Community, sondern bei Fountain habe ich schon zwei, drei Feature-Requests reingeschrieben, aber das ist, glaube ich, alles nicht Open Source, was sie machen.
Das ist auch, finde ich, eine sehr, sehr schöne Möglichkeit, um zu verifizieren, ob das ein gutes Projekt für einen ist, dass man mal guckt, wie viele Feature-Requests, wie viel kann ich das überhaupt forken, kann ich das auf meiner eigenen Hardware laufen lassen, muss ich das noch compilen? Also da kommen schon wieder Fachfragen, aber die stellt man sich halt sonst, wenn man Software benutzt, überhaupt gar nicht und dann wundert man sich, dass man nicht mehr weiß, wo seine Daten hingehen.
Dann muss man halt bei Open Source erstmal wieder ein bisschen lernen, was das denn eigentlich alles ist mit den Feature-Requests und so, aber dafür hat man dann ganz andere Vorteile, die man dadurch bekommt. Ich finde es sehr interessant, dass unser Gespräch gestartet ist bei, was ist eigentlich Privacy und wir enden bei, wie können wir bei Open Source-Entwicklungen beitragen oder was wären da Schritte, die wir unternehmen können? Interessanter Bogen, den das Gespräch genommen hat.
Ja, also für mich ist das tatsächlich die Erkenntnis, dass ich mich lieber in so Projekten engagiere und gucke, wie ich da meinen Beitrag zu leisten kann, als dass ich überlege, wie ich für mich noch höher Mauern aufbauen kann, weil das ist für mich die gesundere Ausrichtung.
Das heißt für dich im Endeffekt, du sagst dir, um vielleicht das nochmal irgendwie so zusammenzufassen, du hast nur eine bestimmte Zeit am Tag oder in der Woche oder im Monat zur Verfügung und die möchtest du lieber für die Aufwendung an Dingen voranzubringen, einsetzen, als jetzt irgendwie die besagten Mauern in dieser Folge dann für dir maximal hochzuziehen, die aber jetzt nur dir persönlich helfen, aber jetzt quasi keinen Mehrwert für die Gesellschaft jetzt dann in dem Sinne dann halt bietet.
Richtig, also ich habe natürlich auch Pragmatismus und ich muss natürlich auch an meine finanzielle Freiheit denken und solange die noch nicht erlangt ist, kann ich das noch nicht perfekt so machen.
Aber ich habe die Stunden bei meinem Fiat-Job reduziert, um mich halt mehr so Open-Source-Projekten zu öffnen, weil ich da einen Mehrwert für mich drin sehe, als die Zeit mit anderen Projekten, also mit Mauern aufbauen zum Beispiel zu verbringen und bin da natürlich jetzt auch auf der Suche, wie ich mich noch mit anderen Leuten verbinden kann, weil für mich muss ich tatsächlich auch sagen, wie gesagt, ich komme nicht aus der Entwicklerwelt.
Ich habe Hotelfachmann gelernt, eine Ausbildung da gemacht. Ich weiß gar nicht, wie das überhaupt geht, wie ich da jetzt mithelfen kann. Aber ich habe beim SeedSigner mal Fotos für die Webseite gemacht, habe da auch mal so ein bisschen Leute miteinander verbunden, dass der jetzt vielleicht auch mal bald auf Deutsch übersetzt wird, das finde ich ganz schön. Also da kann ich direkt mithelfen und habe halt viel mehr Wirkung für mich gesehen.
Aber das natürlich auch immer im Einklang, dass ich ja trotzdem noch mein Geld verdienen muss. Aber ich richte mich immer mehr zu so Projekten aus, wie ich es auch in Bitcoin natürlich gemacht habe. Das war auch eine Ausrichtung zum Guten. Ich finde diese Idee eines Open-Source Sabbaticals oder so, oder Freiwilliges Jahr für Open-Source, wenn ich sehe. Freiwilliges Open-Source-Jahr? Ich nehme mal an, dass wir da alle drin landen als Bitcoiner und ob wir uns dazu entscheiden oder nicht.
Ja, das ist die Lösung. Open-Source-Everything, wir sagen es, lass es uns machen. Sehr gut, finde ich ein schönes Schlusswort. Würde ich auch sagen. Johannes, ich glaube, wir verlinken auf jeden Fall deinen YouTube-Kanal. Gibt es sonst noch eine Möglichkeit, wie man dich gut kontaktieren kann?
Ja, ich glaube, ich bin in der Nodesignal Telegram-Gruppe und lese natürlich jetzt auch sehr gerne mit, wie ihr für Fragen habt und wie wir uns vernetzen können und uns miteinander helfen können, mehr für Open-Source zu tun. Und wenn ihr konkrete Fragen habt, auch zu einem Setup, wenn ihr wissen wollt, wie ihr pragmatische Lösungen finden könnt, schaut auf meinem YouTube-Kanal. Und wenn ihr da nicht die Antwort findet, dann fragt mich gerne und dann finden wir gemeinsam bestimmte Lösungen.
Also mach das auf jeden Fall. Der Johannes ist auf jeden Fall ein sehr hilfsbereiter Ansprechpartner. Das kann ich auf jeden Fall bestätigen. Das macht sehr viel Spaß mit ihm da. Und er hilft einem da sehr. Auch mein Wissen ist Open-Source und das teile ich sehr gerne mit der Community. Sehr schön. Thorsten, letzte Worte? Nochmal ein Value-for-Value-Hinweis? Den darfst du gerne machen. Ansonsten, die Schlussworte gehören unserem Gast.
Gut, dann sage ich noch einmal schnell, wir sind ein Value-for-Value-Podcast. Wir würden uns freuen, wenn ihr uns unterstützt. Also streamt uns Sats oder schickt uns einen Boost. Gerne auch mit einer kleinen Nachricht, gerne mit einer Frage zu dieser Folge oder einem Kommentar. Das hilft uns auf jeden Fall sehr. Und damit gebe ich an den Johannes. Ja, vielen Dank für die Einladung.
Es war wirklich für mich sehr interessant, das mal von einer sehr, sehr weit ausgesumten Betrachtungsweise mal sich dem Thema anzunähern. Und es hat mir aber auch gezeigt, dass ich einen ganz guten Blick auf die Dinge aktuell habe. Und auch meine Ausrichtung anscheinend ganz gut ist. Da haben wir uns ganz gut mal synchronisiert. Und ich wünsche, dass das jeder für den, der hier zuhört, das auch tun kann und dass wir gemeinsam eine gute Lösung finden in der Zukunft.
Sehr schönes Schlusswort. Dann sage ich Focus on the Signal, not on the noise. Ciao, ciao und danke. Ciao. [Musik] Nodesignal. Focus on the Signal, not on the noise. [Musik]
