Schule oder Skole? Unterschiede im deutsch-norwegischen Bildungssystem - podcast episode cover

Schule oder Skole? Unterschiede im deutsch-norwegischen Bildungssystem

Oct 11, 20251 hr 21 minSeason 1Ep. 43
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Summary

In dieser Live-Folge an der Deutsch-Norwegischen Schule in Oslo diskutieren Laura und Tori mit einer Lehrerin und einem Schulleiter die Unterschiede zwischen dem deutschen und norwegischen Bildungssystem. Sie beleuchten zentrale Werte, den Umgang mit Noten und Digitalisierung, sowie die Herausforderungen und Chancen einer doppelten kulturellen Identität der Schüler. Das Gespräch bietet einen tiefen Einblick in die Bildungsphilosophien beider Länder und die einzigartige Position einer binationalen Schule.

Episode description

In dieser Live-Folge an der Deutsch-Norwegischen Schule in Oslo sprechen Laura und Tori mit einer Lehrerin und einem Schulleiter, die sowohl das deutsche als auch das norwegische Schulsystem kennen, schätzen und manchmal hinterfragen. Welche zentralen Werte prägen die beiden Systeme und wie werden sie vermittelt? Wie sieht es mit der Bildschirm-Nutzung im Unterricht aus? Und wie erleben die Schüler:innen der Deutsch-Norwegischen Schule ihre Doppelidentität?


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Transcript

Willkommen und Vorstellung der Gäste

Ja, herzlich willkommen zum Nesken-Norwege-Stimmen inoffiziellen Norwegen-Podcast mit mir, Viktoria, und mir, Laura. Schön, dass ihr heute wieder eingeschaltet habt und dass ihr heute da seid. Wie ihr wahrscheinlich jetzt alle schon gehört habt, sind wir nämlich heute nicht in einem Studio oder in einem unserer Büros. Oder unter der Bettdecke, ein bisschen weit weg. Sondern wir sitzen heute in der Aula.

deutsch-norwegischen Schule in Oslo und machen heute eine Aufnahme vor Publikum. Aber ganz kurz für diejenigen, die vielleicht zum allerersten Mal einschalten, wer sind wir überhaupt, Laura?

Hintergrund der Gastgeber und Gäste

Also meine Lieblingskategorie, wer sind wir eigentlich? Wir sind zwei eingewanderte Deutsche, die seit über zehn Jahren in Norwegen leben und hier regelmäßig, so oft wir es schaffen, über Banalitäten des Alltags oder große historische, philosophische Fragen plaudern. Das Ganze machen wir nicht als Fachpodcast, wir sind keine Journalisten, sondern wir erzählen von unseren persönlichen eigenen Erfahrungen und das gilt eben auch heute für unsere Gäste.

Genau, wir haben nämlich heute zwei Gäste eingeladen zu dem Thema, weil wir ja selber keine Expertinnen in dem Bereich sind. Wir haben hier Dominik Schöneberg und Britt Elin Sanblors sitzen. Vielleicht könnt ihr euch beide einmal kurz vorstellen. Vielleicht fängst du an, Dominik. Ja. Dominik Schöneberg, ich bin der deutsche stellvertretende Schulleiter, deswegen deutsch, weil wir auch eine norwegische stellvertretende Schulleiterin haben. Das zeigt schon...

Wir als deutsche, deutsch-norwegische Schule sind irgendwie beides gleichzeitig. Und ich bin seit einem Jahr hier an der Schule und auch in Norwegen. Also auch noch nicht so lange. Du bist entsandt aus Deutschland sozusagen. Ja, diese deutschen Auslandsschulen, die sind so ein Sonderfall. Also wir sind auch dafür da.

die deutsche kulturelle Bildung, so ähnlich wie die Goethe-Institute, nach vorne zu bringen. Dafür gibt es in ganz vielen Ländern in der Welt deutsche Auslandsschulen und die werden eben auch gefördert aus Deutschland. Unter anderem, wir kriegen auch Geld vom norwegischen Staat, aber eben auch aus Deutschland. Unter anderem, mein Gehalt wird aus Deutschland bezahlt. Also ich bin sozusagen im Dienst des Auswärtigen Amtes hier.

Hast ja Glück, dass die Krone gerade so schwach ist, ne? Also Kollegen, die länger da sind, haben mir das auch gesagt. Das ist, genau, ich kriege einen Euro Gehalt und das ist gerade wahrscheinlich ganz gut, ja.

Britt Elins Rolle und Norwegischunterricht

Und Britt Elin, du bist ja heute unsere norwegische Vertreter. Du arbeitest zwar an der deutsch-norwegischen Schule, aber hast ja auch einige Jahre an der norwegischen Schule gearbeitet. Möchtest du dich auch kurz vorstellen? Ja, also ich bin Britt Elin. Ich arbeite in der Grundschule hier und in der Klasse 5. und ich unterrichte der norwegischen Samfundsfag. Ich bin hier seit 2011, also schon lange. Und früher, also insgesamt acht, neun Jahre in norwegischen Schulen. Und dann Wiedergründe.

Also Gymnasisch sagen wir eigentlich, aber auch 1-10 Schule. Müssen alle Kinder in der deutschen Schule Norwegisch lernen im Unterricht? Oder ist das ein Wahlfach? Man kann es nicht wählen. Alle müssen es lernen. Aber wir teilen es dann in Norwegisch als Fremdsprache. Und das sind dann für die Neu...

Neulinge, also die, die neu angekommen sind oder die nicht so gut sprechen und dann haben wir dann Norwegisch Muttersprache. Am meisten sind die Schüler in Muttersprachunterricht eingeteilt. Spannend.

Warum das Thema Schulsysteme?

Ja, aber warum überhaupt das Thema Schule? Bevor wir zu unserer Lieblingskategorie kommen, dem Norwegen-Check, einmal ganz kurz ein bisschen Hintergrund zu dem Gespräch, das wir heute führen wollen. Das Thema Schule wurde an uns...

viel herangetragen. Wir machen seit über drei Jahren diesen Podcast und ich glaube, wir haben mindestens zehn E-Mails bekommen mit dem Thema, macht doch mal was zur Schule. Aber es gibt ja so ein paar Themen, gesellschaftliche Themen, dazu gezählt für mich zumindest das Gesundheitssystem, Schulsystem, die so an den Kern der Substanz gehen. man nicht einfach mal eben so.

plaudern kann, wie wir das manchmal gerne tun, sondern wo man irgendwie auch mit Vorteil die Menschen einbeziehen sollte, die in diesen Systemen täglich zu Hause sind. Warum das? Ich finde oft, bei diesen Themen geht es darum, dass jeder eine Meinung hat. Jeder meint er ganz besser.

hat eine persönliche Beziehung zu diesen Themen und dementsprechend ist es nicht so einfach, das mal eben so abzufrühstücken. Deswegen freuen wir uns, dass wir das eben mit euch zusammen machen können und so ein bisschen in den, also nicht in den Vergleich im Sinne von was ist besser, aber schon ein bisschen in den Vergleich zu gehen.

wie ist das deutsche System aufgebaut, wie ist das norwegische System aufgebaut und was sagt uns das eigentlich auch über die Gesellschaft und wie die Menschen ticken und was wir für Werte vermitteln. Also es geht schon ein bisschen in die Tiefe, das wollen wir auch gerne, aber soweit es geht, das Ganze ein bisschen wertfrei. behandeln, sondern einfach mal vergleichen. Neutral ist keiner, aber das ist die Ambition. Ich habe mir zwei Fakten zur Deutschen Norwegischen Schule aufgeschrieben.

Fakten zur Deutsch-Norwegischen Schule

die ich noch vorweggreifen möchte. Und zwar gibt es euch hier in Oslo seit 1980. Ist also kein neues Phänomen. Das ist ein gut etabliertes, lang existierendes Schulsystem, was hier nach wie vor besteht und gewachsen ist, wie du erklärt hast. Inzwischen seid ihr bei fast 320. Schülern und deckt alles von Kindergarten mit, was hast du eben gesagt? 99 Kinder sind gerade im Kindergarten. Wow, das finde ich ja schon ganz... Die kommen nochmal drauf.

Das ist eine große Anzahl von Kleinkindern, deutsch-norwegischen Kleinkindern, die sich hier tummeln. Und dazu kommen 320 Schüler, die die Klassen 1 bis 12, also eigentlich das komplette Pensum, belegen. Genau, das ist der Rahmen.

Norwegen-Check: Feiertage und Dialekte

in dem wir uns hier heute befinden. Aber bevor wir ins Eingemachte gehen, möchten wir einmal kurz den Norwegen-Check einführen. Ihr wisst inzwischen, was es ist. Woran habt ihr in letzter Zeit gemerkt, dass ihr in Norwegen lebt? Dominik, du nickst schon so aktiv, dann fang nochmal an.

Tatsächlich ist zum Beispiel unser Schulleiter heute nicht hier, der ist gerade in der Deutschen Botschaft. Und warum in der Deutschen Botschaft, das haben wir leider zu spät erfahren, dadurch gibt es diese Termine durchschneiden, ist heute der Empfang anlässlich des Tages der Deutschen Einheit, also wird nachgefeiert. Und da ist mir nochmal klar geworden, hier an der Schule haben wir gar keine Tradition, wie wir das feiern. Es gab wohl mal welche.

Aber die sind so eingeschlafen. Ich bin jetzt noch nicht so lange da. Also jetzt dieses Jahr hatten wir, das wurde teilweise im Unterricht so thematisiert, aber wir hatten nicht so. Ja, das machen wir da, so Traditionen. Und das steht natürlich im totalen Widerspruch zum Nationalfeiertag hier in Norwegen, weil da ist diese Schule auch... glaube ich, sehr norwegisch. Da gibt es Pölze und Eis und hier treffen sich alle und unsere Kinder laufen auch.

bei dem Schulumzug mit und winken dem Königspaar zu. Also da ist ja ganz klar die Tradition da im Umgang mit dem Nationalfeiertag. Das habe ich jetzt wieder gemerkt, der fällt hier auch immer in die Herbstferien. Also der 3. Oktober ist hier immer Herbstferien. Das ist dann natürlich auch eine Herausforderung. Aber da haben wir schon dieses Jahr gedacht, naja, da müssen wir dann vielleicht Traditionen hier auch schaffen. Aber es ist ja auch in deutschen Schulen eher...

Ungewöhnlich, so dieses Nationalfeiertag, das ist ja in Deutschland ganz anders, tut man sich etwas schwerer mit. Und ich glaube, hier an der Schule ist das auch ein bisschen so, dass wir da noch nicht genau wissen, wie wir mit diesem Tag umgehen.

Es gibt keine Anleitung sozusagen. Genau. Das ist mir auch aufgefallen. Also auch in Deutschland. Also ja, meine Mutter war zu Besuch und ich sagte noch so herzlichen Glückwunsch. Und sie konnte da gar nicht mit umgehen. Das ist wirklich keine. Ja, ich will immer das Wort. Markierung benutzt, das ist ja auch so ein norwegisches Wort, aber es wird einfach nicht markiert.

Hast du einen Norwegen mitgebracht? Ja, ich denke so, in Norwegen sind Dialekten wichtig und ich habe einfach so eine Einkaufstasche mitgebracht und mit vielen Dialektwörtern aus meiner Heimat. In Norwegen findet man so viele unterschiedliche Sachen. Ich denke, jeder, jedes Ort und jede Stadt mit Selbstrespekt muss irgend so was anbieten. Verlor sehe ich jetzt hier, weiß ich gar nicht, was das heißt. Verlor, also das ist, ja, kann ich...

Ich kann es gar nicht übersetzen. Das ist nicht das Einfachste. Ich natürlich, also ich wäre auf einem Dialekt, Molde ist ja eigentlich ein Ort. Ja, Kleinstadt, klein aber fein. Ja, wurde nicht so fein. In Oslo sind ja auch viele... viele Leute, die eingezogen sind. Also Oslo ist eigentlich sehr gemischt und in Oslo hört man ja auch super viele Dialekte und also Dialekte ist ja wirklich so ein Teil der norwegischen Identität auch.

Dass man in Deutschland eher versucht zu verstecken. In Deutschland sind es immer nur die Bayern, die ihren Dialekt ungestraft in die Welt tragen dürfen und alle anderen werden irgendwie schräg angeguckt. Das finde ich auch eine sehr schöne norwegische Eigenart. Sollen wir dürfen ja auch, oder? Ja, haben wir zwei schnelle? Ja. Ja, dann fangen wir an.

Norwegen-Check: Essen und pragmatische Erziehung

Meine Tochter, wir saßen heute am Frühstückstisch und meine eine Tochter, es gibt es gerade drei geworden, und die aß ihr Müsli und sagte nur so, irgendwas riecht dir komisch, Mama, und hat immer in ihrer Nase und irgendwas war in ihrer Nase drin, ich wusste auch nicht was. Und dann gehe ich so rum und sehe das dann noch von gestern Abend. Macré in Tomatenflecken auf diesem Set waren.

Gestern haben die mit Genuss meine zwei Kinder diese eingeboxten Makrel in so einer fetten Tomatensauce verschlungen. Und das ist ja wirklich so für Leute, die damit nicht aufgewachsen sind. Also es ist im Prinzip... Ja, ein sehr stark riechender Fisch. Und die leckten ihn ab und haben da mit Genuss reingebissen. Und ich, dieser Geruch, der ist so stark und so für mich schon irgendwie eklig. Und das fand ich dann doch sehr, ja, sehr norwegisch, dass meine kleinen Kinder da diese...

Diese Makrelen so verspeisen. Das Makrelentomatensoße ist sehr, sehr beliebt bei Kindern. Ich habe das heute auch. Ich habe einen anderen Check. Aber ich hatte genau die Situation heute wieder auf der Arbeit, die ich so oft habe, wo ich denke, ach, wie rücksichtslos. Wir hatten so ein Lunchmeeting. mit Obleck, also du lockst dich ein über Teams und dabei darf man halt essen. Und dann bringt da jemand sein Knäckebrot mit dieser Makrelbox rein.

Und der ganze Gestank in den mietigen Ruhm deckte für eine Stunde Lagorres nach Fisch in Makrelentomaten. Ich weiß noch, als ich schwanger war, musste ich echt mal rausgehen. Mir kam es wieder hoch. Aber ich mag es auch ganz gerne essen. Aber den Beruf im Meeting rum finde ich schon eine Zumutung, wenn man ein Gemeinschafts-Lunch hat. Vielleicht kann man dann doch auf...

Leberpustrei zurückgreifen. Das riecht wie Hundefutter. Aber ich nehme auch die Tum inzwischen mit auf Tum. Also das wird mir wirklich fehlen. Tum gibt es ja auch in der Tum. Vielleicht kann man es ja in Deutschland einführen. Eben, brauner Käse ist ja jetzt auch überall erhältlich.

Ja, ich habe auch noch einen kurzen zum Hinterherschicken. Ich fand den sehr bezeichnend. Und zwar ist es ja, wir nehmen im Oktober auf, kommt ja auch relativ zeitig raus. Im Oktober ist ja hier doch wirklich dann der Herbsteinbruch. Der Sommer ist offiziell vorbei, es wird kalt. Und dann kommt ihr im Kindergarten. Ich habe Kinder im Kindergarten. Im Kindergartenalter kommt immer diese gnadenlose Liste, die man zugeschickt bekommt.

10.000 Sachen von Öl in der Töy und Vlies und und ich erbe ja immer auch viele Klamotten von meiner Schwester, die aber in Deutschland wohnt und in Deutschland Kinder hatte. Und ich hatte dann die ganzen Kisten hier mit einer Norwegen geschleppt und hatte die, wie sagt man das denn nochmal auf Deutsch?

Ich war so frech und gab meinen Kindern deutsche Gummistiefel mit, die gefüttert waren. Die kriegte ich halt wirklich, kam in den Kindergarten und kriegte ich die wirklich wieder so in die Hand gedrückt. Es waren zwei verschiedene Paar Schuhe. Diese Gummistiefel kriegte ich zurückgeliefert.

Das ist nicht die Qualität, von der wir reden. Wir brauchen Chevrox, sonst frieren die Füße ein. Okay, das ist eine Ansage. Es gibt keine Abweichung vom Schäber. Es gibt diese krassen Chevrox, die auch wirklich nochmal anders gefüttert sind und eine hartere Schale haben. Wahrscheinlich sind die aus...

dreifach Metall, Aluminium draußen rumgeklebt und irgendwie nochmal eine Thermosole drunter. Und auf jeden Fall, die sind das Einzige, was die Kinder hier am Leben hält anscheinend, laut unseres Kindergartens. Und das andere war, das fand ich dann auch irgendwie lustig, das waren Schnürschuhe, was ja auch so typisch deutsch ist.

in Deutschland vielleicht eher so nach den, was sind die ergonomisch perfektesten Schuhe für Kleinkinder. Unsere Tochter so anderthalb lernt gerade laufen, man guckt nach Barfußschuhen, keine Ahnung. Es gibt so verschiedene Konzepte, denen man sich hingibt als Deutscher, um die Fußformung zu fördern. Das hat in Norwegen alles kein Problem.

Hier wird im Pragmatismus alles geschlachtet. Der Kommentar war, wir haben keine Zeit, dem Kind die Schuhe zu schnüren. Kauf welche mit Plettverschluss. Und dann stand ich wieder mit meinen ganzen Schuhen und dachte, gut, dann.

Gehe ich nochmal einkaufen. Ich finde das so herrlich hier teilweise, wie halt... pragmatisch und gleichzeitig eben auch so kompromisslos halt die Dinge gestaltet werden und es gibt halt so einen Einheitsmatch, der aber einen Sinn hat, also da ist ein Gedanke dahinter und dann soll das aber eben auch einfach so durchgeführt werden und so viel Raum für...

individualistische Gedanken und Bedürfnisse ist halt dann, zumindest bei unserem Kindergarten, der auch sehr groß ist, nicht gegeben. Vielleicht ist das hier anders im deutsch-norwegischen Kindergarten, das weiß ich nicht.

Ich würde sagen, es ist auch ein Bärencheck, dass sie da wieder eine Marke nennen von den Kumpelstiefeln. Nee, das ist keine Marke. Das ist eine Art von Schuh. Nee, nee, Shave Rock ist einfach diese fetten, dicken Stiefel mit dem dicken Futter. Die können aber von egal welcher Marke sein. Das ist einfach nur, ich kannte den Begriff auch nicht.

Ich habe die Augen geguckt wie ein Auto und dachte, Google. Ich freue mich auf jeden Fall auch nicht auf die An- und Auszieh-Geschichten jetzt im Herbst und im Winter. Das war so schön einfach im Sommer. Aber ja, das ist jetzt der Herbst, dann müssen wir durch und wir hören uns im Frühling wieder.

Einführung in den Schulsystemvergleich

Aber passt ja perfekt, dass wir heute in der Aula sitzen, eigentlich als schöne Überleitung. Übrigens eine sehr schöne Aula und auch die Schule ist ja relativ neu. Die ist ja letztes Jahr erst hier in Zagene, also wirklich sehr zentral in Austria, eröffnet worden. Und hier sitzen wir heute in der schönen Aula und dürfen mit euch. sprechen. Ich wollte eigentlich mal ganz kurz das erste Thema einleiten und zwar haben wir uns als ersten Themenblock vorgenommen

zum leichten, sanften Einstieg, der eigentlich gar nicht so sanft ist bei diesem Thema, die Systeme mal ein bisschen gegenüberzustellen. Weil ich glaube, das ist ein wichtiger Hintergrund, den zu haben, auch für Leute, die uns aus Deutschland hören, die weder in Norwegen leben, noch wissen, wie das norwegische System aufgebaut ist. Ich reise mal ganz kurz ab, wie das in Norwegen ist.

Britt Elin, du darfst mich gerne korrigieren, wenn ich was Falsches sage. Und dann wollen wir so ein bisschen im Dialog darauf eingehen, was sind denn die unterschiedlichen Herangehensweisen und wie schnell merkt man eigentlich, dass diese Systeme anders sind. Und was ist daran vielleicht ein bisschen positiv, negativ, auf jeden Fall anders.

Norwegisches Schulsystem und Besonderheiten

Und zwar ist es in Norwegen ja so, dass das Schulsystem generell auch in vier Stufen eingeteilt ist. Also man hat den Kindergarten von eins bis fünf Jahre, das ist ja in Deutschland sehr ähnlich. Ab sechs Jahren geht es dann in die Grundschule, erste bis siebte Klasse. bis 13 Jahre alt ungefähr, bevor es weitergeht in die, das ist ein schönes deutsches Wort, Sekundarstufe 1.

In Norwegisch heißt das Ungdomsskule und das ist dann die Alterskategorie 13 bis 16 Jahre, bevor es in die Sekundarstufe 2 geht, Viedregornsskule, für die 16 bis 19 oder eben auch noch... älteren Kinder, je nachdem wie man sich da spezialisiert und welche Programme man verfolgt. Insgesamt also ein bisschen vergleichbar mit den deutschen Kategorien und der deutschen Herangehensweise.

Zwei zentrale Unterschiede, auf die wir vielleicht als erstes mal ein bisschen eingehen können und dann würde ich gerne mal hören, wie es bei euch eigentlich ist, weil ihr seid ja ein Hybrid. Hier wird nicht sortiert, in Norwegen wird nicht sortiert nach der vierten Klasse. Das heißt, diese Einteilung nach der vierten Klasse bekommst du eine Bewertung und kommst auf die...

Hauptschule, Gesamtschule, Realschule, Gymnasium, das existiert nicht. In Norwegen gehen alle auf die gleiche Schulform. Das heißt, es gibt eine größere Durchmischung. Und die Kinder bleiben zusammen. Der andere wichtige Unterschied ist, hier gibt es ganz, ganz lange keine Noten, wenn ich das richtig verstanden habe. Ich glaube, bis zur achten Klasse gibt es eigentlich keine Noten. Die Kinder werden anders bewertet.

Und ein anderer Einstieg, und dann darfst du direkt darauf antworten. Ich glaube, in Norwegen kann man auch gar nicht sitzen bleiben, wenn man sich leistungsmäßig nicht dem Level entspricht, was eigentlich angebracht ist. Nein, das stimmt. Man kann ein Jahr überspringen, das geht, aber normalerweise bleibt man nicht sitzen. Man denkt eher, man soll anpassen.

Also wenn man fertig im Kindergarten ist, kann man eventuell so, dass man ein Jahr länger im Kindergarten bleibt und dann ein Jahr später startet. Aber da ist eigentlich... Also normalerweise bleibt man sonst nicht sitzen. Das ist eigentlich die einzige Möglichkeit, noch ein Jahr später anzufangen. Und das ist ja übrigens auch...

Deshalb, weil in Norwegen ja die Schüler dann in der Schule anfangen, in dem Jahr, in dem sie sechs werden. Also alle Kinder, die erst nach August sechs werden, fangen sozusagen mit fünf in der Schule an. Also da gibt es dann große Diskrepanzen zwischen denen, die im Januar sechs geworden sind und dann mit sechseinhalb. anfangen und die, die erst im Dezember sechs werden und mit fünfeinhalb. Teilweise ja, ein Jahrunterschied.

Ist das die Wahl der Eltern, zu sagen, ich möchte, dass mein Kind noch länger im Kindergarten bleibt? Nein, es ist eine gemeinsame Absprache. Die Eltern können es nicht unbedingt alleine entscheiden, aber man diskutiert es normalerweise gemeinsam mit der Schule. aber auch Kindergartenleitung oder Angestellte, sodass man so eine gemeinsame Entscheidung treffen kann. Kann man bei euch sitzen bleiben, Dominik, auf der deutschen Schule? Wie deutsch oder norwegisch seid ihr da?

Das deutsche System an der D-N-Schule

Ich sag mal, Schulstrukturen angeht, sind wir schon sehr deutsch und müssen das auch bis zum gewissen Grad sein als deutsche Auslandsschule. klare Vorgaben. Das heißt, wir haben schon die klassische deutsche Trennung Grundschule 1 bis 4. Aber wir haben natürlich hier nicht... ein ganz gegliedertes System. Das heißt, wir haben zwei fünfte Klassen, aber da ist nicht in dem Sinne sortiert. Ich glaube, dass man...

Dementsprechend gibt es bei uns auch eine Versetzungsordnung und man kann bei uns auch sitzen bleiben. Aber ich glaube, wir versuchen das schon auch zu vermeiden. Ich glaube, dass dieser Trend aber auch in Deutschland eigentlich... In manchen Bundesländern so ist. Wenn ich jetzt die deutsche Perspektive annehme, ich komme ursprünglich aus Nordrhein-Westfalen, das ist ja schon wieder ganz anders. In Berlin zum Beispiel ist ja auch die Grundschule 1 bis 6, bleiben die Kinder zusammen.

Zum Beispiel. Das ist vielleicht auch ein entscheidender Unterschied. In Norwegen hat man ein System quasi, da wird das national vorgegeben und der Föderalismus in Deutschland bedeutet automatisch auch. dass es eigentlich 16 Schulsysteme gibt. Gerade an Gesamtschulen, in NRW gibt es auch Gesamtschulen, die sind schon in vielerlei Hinsicht ähnlicher dem norwegischen System, weil da auch sehr oft eigentlich...

kein Sitzenbleiben, noch viel stärker vermieden wird. Ich komme vom Gymnasium, da ist das viel üblicher zum Beispiel, dass das noch wiederholt wird. Also ich erinnere mich auch, in meiner Schulzeit war das mit dem Sitzenbleiben durchaus

Praxis. Also es gab irgendwie schon sehr früh auch die Methode, man muss eine Klasse wiederholen oder überspringen. Es gibt es in beide Richtungen. Aber mein Eindruck ist halt generell, und das ist vielleicht mein Einstieg auch zu ein bisschen Reflexion, dass man in Deutschland Schule...

Leistungsförderung vs. soziale Entwicklung

doch sehr viel mehr als noch in Norwegen als Werkzeug zur Leistungsförderung ansieht. Also es geht in, Schule ist da um, das sind meine Worte, ich weiß, jeder hat da seine eigene Meinung zu, Schule ist da, um eine Gesellschaft möglichst

weit in eine leistungsstarke Richtung zu prügeln. Und dafür nutzen wir die richtigen Schrauben, damit die Leute verstehen, ihr müsst euch anstrengen, ihr müsst besser werden, hier habt ihr Schwächen, ihr müsst euch ausbessern und alle sollen möglichst weit auf dieser Leiter nach vorne getrieben werden. Aber da Leistung im Sinne von...

Fachwissen von Fähigkeiten, die sich in... Fähigkeiten sind auch soziale Fähigkeiten, aber schon so dieses, was gibt es denn da für ein besseres Wort für? Messbar, auch einfach messbar, also an Noten oder an Leistungen messbar sozusagen. fluffigen oder sozialen Kompetenzen sozusagen eher.

Und das hier in Norwegen, da kannst du vielleicht was zu sagen, aber allein, dass man halt keine Noten hat, an denen man sich messen kann, an denen man sagen kann, du bist besser oder schlechter oder hier hast du Schwächen oder andere Ausbesserungsbedürfnisse. werden die Schrauben ja gar nicht so eng angedreht, dass man quasi in Versuchung kommt, die Leute so früh in einem so jungen Alter schon gegeneinander...

aufzuwiegen oder so einzukategorisieren in die guten und die schlechteren, in die Leistungsstärkeren, in die Leistungsschwächeren, sondern man versucht relativ lange da so eine breitere Masse nach vorne zu treiben. Siehst du da einen wesentlichen Unterschied, auch jetzt basierend auf den Erfahrungen, die du hast in beiden Systemen? Ja, also ich denke ja, in das deutsche System sieht man es deutlicher. Also man hat die Noten ab dritter Klasse hier.

Man merkt schon, die Schüler kümmern sich schon ein bisschen darum. In der norwegischen Schule ist das ganz anders. Also klar, wir benutzen so das Ampelsystem mehr. Also man wird irgendwie bewertet oder man kann sich selbst einschätzen. Es ist nicht so krass wie das deutsche System. Und ich denke, für Lehrer oder für Eltern, man sieht es ja unterschiedlich. Also man...

Man weiß, man hat mehr Möglichkeiten, sich anzupassen und in eine Rolle zu wachsen. Man kann sich entwickeln, also man ist nicht fertig nach der vierten Klasse irgendwie. Also man weiß, man hat die Entwicklungsmöglichkeiten. Und ich denke, ich glaube, das ist entspannter für viele und gibt mehr Ruhe in der Schule auch.

Noten, PISA und das Janteloven

Also nicht im Klassenraum, aber mehr so dieser, man hat mehr Ruhe über die Entwicklungsmöglichkeiten in der Schule. Ja, das ist ja sowieso etwas sehr Spannendes, was immer viele aus Deutschland bewundern. So, oh wow, ihr habt keine Noten. Das ist ja jetzt etwas, was man auch als positiv aufnehmen dürfte. Wie viel von diesen norwegischen positiven Werten, die es zum Beispiel in der Richtung gibt, steckt denn in der deutsch-norwegischen Schule, Dominik? Also ich glaube schon, dass wir noch...

eher noch Potenzial haben, noch ein bisschen norwegischer zu werden. Dadurch, dass wir halt so stark reglementiert sind von der deutschen Seite, also da gibt es einfach ganz klare Paragraphen. Wir müssen... Zum Beispiel, wir könnten jetzt nicht sagen, wir machen auch erst Noten ab der achten Klasse oder sowas. Da müssen wir halt bestimmte Sachen einhalten. Aber ich glaube, es gibt da schon die Spielräume, gerade diesen Gedanken des...

sozialen Lernens, diese Kompetenzen mehr in den Mittelpunkt zu rücken, da denke ich, das wäre schon so ein Ziel. Ich glaube, da vielleicht den Mittelweg besonders gut zu finden. Das ist, glaube ich, schon auch unser Zukunftsanspruch. Deutsch sind wir alleine schon durch die ganzen Regeln, denen wir befolgen müssen. Also die Gefahr besteht, befürchte ich nicht, dass wir zu wenig...

Deutsch sind, weil das ist durch die Prüfungsordnung und so weiter vorgegeben. Ich meine, was ich toll finde, ist hier wirklich die Zweisprachigkeit, die bei uns ist. Das leben die Schüler auch. Also ich habe noch nicht ganz verstanden, wann auch die Schüler, die hinten zum Beispiel ihren Kuchen verkaufen, wann sie norwegisch...

sprechen und wann. Deutsch hängt auch von den Schülern ab, aber hängt auch vom Thema ab. Hängt vielleicht auch davon ab, ob der Lehrer, der noch nicht so richtig gut norwegisch spricht, das verstehen soll. Aber ich verstehe es immer besser. Passt auf. Passt auf, genau. um Ja, also das ist schon toll, diese Zweisprachigkeit. Und ich glaube, dass das ja auch ein ganz wichtiger Teil der Kultur ist, der hier dann eben auch gelebt kann über Lieder und Feste und so weiter. Und das ist schon so.

insbesondere auch bei den Kollegen und Kolleginnen in der Grundschule, wo das sehr gelebt wird. Ja, weil ihr habt ganz offiziell ungefähr 50-50, ne? Ihr habt die Hälfte des Unterrichts, das ist ungefähr auf Norwegisch, die Hälfte des Unterrichts? Ne, das ist schon mehr Deutsch. Ja, genau. Wir haben Norwegisch als Fach in allen Stufen und dann noch... Sam Fünsfack, also Gesellschaftskunde, haben wir auch. Auf Norwegisch beides. In beiden machen die Schüler auch ganz am Schluss...

Widnemall-Prüfung, also wenn unsere Schüler fertig sind, kriegen sie sowohl das deutsche Abitur als auch das norwegische Widnemall. Und norwegisch wird dann auch für das deutsche Abitur auch als Prüfungsfach angerechnet, also in beide Richtungen wird angerechnet. Aber der Großteil des Unterrichts, 80, 20, könnte so, ich weiß es jetzt nicht genau, von den Stunden so grob hinkommen. Je nach Klassenstufe aber auch.

Es ist unterschiedlich. Ja, wir haben weniger norwegisch, zumal unsanfalls in der Grundschule. Also man hat etwa mehr Wochenstunden, wenn man älter wird. Also in der 8. Klasse ungefähr. Gleichzeitig, glaube ich, hast du gerade einen ganz wichtigen Stichpunkt gesagt und das ist vielleicht der Mittelweg. Weil ich habe, also mein Eindruck ist, du sagst es gerade, vielleicht werden wir da auch gar nicht so norwegisch.

Vielleicht ist das ja aber auch ganz gut, weil ich glaube, viele Leute, die sich an die deutsche Schule wenden und die sich hierhin suchen, wollen ja ganz gezielt was anderes oder haben auch das Gefühl, dass man vielleicht mit einem anderen Umgang mit dieser Art von Lernen auch noch andere Ziele erreichen kann. Und mein Eindruck in Norwegen ist zumindest, dass es schon auch diskutiert wird, dass noch viele sagen, ja, mit den Nicht-Benoten ist ja auch...

Zweischneidiges Schwert, weil die Noten kommen ja. Also bis zur achten Klasse bist du verschont und lebst in der schönen Illusion wie mein Vierjähriger gerade. Ich beherrsche die Welt und ich kann alles und auf einmal kommt das so.

auf dich eingeschmettert, wenn du eigentlich in einem Alter bist, in dem du eh sehr verletzlich bist. Also es ist ja nicht, als ob es dir erspart bleibt oder das ganze Leben auf so einer Welle der Exzellenz surfst, sondern es wird dich ja einholen. Und dann wird ja auch die norwegische Gesellschaft, ich habe hier studiert, ich habe es selber als durchaus ein hohes Niveau empfunden, aber auch in...

Holland, in Frankreich und in Kanada studiert. Ich habe also ein bisschen internationale Vergleiche. Ich fand jetzt die Norweger. ging dem im Nichts nach und hatte aber schon den Eindruck, dass das meine Mitstudenten teilweise mehr unter Druck gesetzt habe, wo ich dachte, ja, vielleicht bin ich schon so durch andere Systeme geprügelt worden, vor Gott so wund und bin das mehr gewohnt. Ich glaube, ein richtig oder falsch gibt es ja.

Wie gesagt, sowieso nicht. Aber ich glaube, dieser Mittelweg und dass man sich anschaut, wie gehen denn die anderen damit um? Und welche Anreize kann man sich davon mitnehmen? Wie kann man vielleicht ein Notensystem nutzen und gleichzeitig damit nicht so... harte Linien ziehen, wie das eben in diesen Charakteren schon vorgegeben ist. Kann man das anders anwenden? Kann man da anders drüber kommunizieren? Kann man das vielleicht auch unter den Schülern anders?

sich formen lassen, als dass es immer so ein direkter Vergleich ist, weiß ich nicht. Aber in Norwegen lässt man es erstmal weg. Was ich super spannend finde, ist ja eigentlich, dass eine Gesellschaft, die ja... so unfassbar schlechtes im Feedback geben. Acht Jahre lang eine Feedback-Kultur etabliert, um den Kindern eine Richtlinie zu geben, wo sie sich hinorientieren wollen. Ich kann mir keine schlechtere Gesellschaft vorstellen, die sich auf Feedback beruft, acht Jahre lang, als die Norweger.

nach Feedback fragst auf der Arbeit, auf jeden Fall mal sagen, Ja, nein, Alter. Der war brav, der war flink. Also viel mehr habe ich, glaube ich, bei meinen 14 Jahren hier noch nicht bekommen als Feedback. Vor allem nichts konstruktiv-kritisches. Das ist ja wirklich immer so.

Finde ich spannend. Ich freue mich auf die Zeit, wo mein Kind mit Feedback nach Hause kommt. Ich glaube, ich werde sehr viel Spaß haben in diesen Elterngesprächen. Ich freue mich schon jetzt drauf, diese Verlegenheit herbeizuführen. Aber ja, ich rede mich in Schwall. Ja, ich glaube halt, es ist nicht unbedingt die Noten. Also ich persönlich, vielleicht wird das einige überraschen, das vom Lehrer zu hören, glaube nicht, dass das unbedingt...

hohe Leistung unbedingt Noten erfordern, gerade auch bei den jüngeren Schülern. Also in Deutschland, wenn ich das erlebe, also in meinem Umfeld, wie schon in der Grundschule, dann mit Blick auf die Segregation, da kann mein Kind aufs Gymnasium nachher gehen.

Und was da für ein Leistungsdruck ist, ja, vielleicht kommt da auch dadurch mehr Leistung rum. Aber ich glaube, man kann auch gerade auch als Lehrer auch auf anderen Wegen Leistung fördern, indem man die richtigen Herausforderungen den Schülern gibt. indem man auch individuell fördert. Also ich glaube, ich persönlich würde sagen, später Noten, das ist schon okay. Ich glaube schon, dass Norwegen ist ja eines der...

Da gibt es ja gar nicht mehr so viele Länder, die tatsächlich bei den PISA-Studien noch eher noch etwas schwächer abschneiden als Deutschland. Und ich glaube... Und Deutschland ist ja, also da wissen alle, dass Deutschland jetzt da nicht so weit vorne ist. Und das denken ja immer alle die skandinavischen Länder. Das sind ja Riesenunterschiede. Ganz genau. Also Finnland zum Beispiel liegt immer ganz weit oben.

Aber ich glaube schon, dass es hier in Norwegen noch ein bisschen mehr diesen Leistungsgedanken grundsätzlich gibt. Aber es ist ja auch eine Kulturfrage. Hier ist ja auch viel diese Gleichheit zwischen allen. Man soll sich nicht unbedingt hervortun.

Begabungsförderung und soziale Kompetenzen

Jantaloven. Jantaloven, ja. Und ich glaube schon, dass das natürlich schon auch ein Teil sein kann, zu sagen, naja, wir wollen hier schon aber auch Begabungen fördern. Und das auch, wenn ein Kind... Ich bin ja Physiklehrer, naturwissenschaftlich toll ist, ihm dann Möglichkeiten zu geben. Wir haben jetzt ein Fach eingeführt, Naturwissenschaftstechnik, wo einfach ein bisschen mehr dieser Forschergeist gefördert werden soll.

hier ein bisschen vielleicht auch mehr machen als die norwegischen Schulen. Und ich glaube schon, dass das schon geht, also ein bisschen leistungsorientierter vielleicht zu sein, ohne jetzt dann den großen Notenstress. Also ich würde mir wünschen, dass man, das wäre so eine Sache, wo man vielleicht sich irgendwo mehr in der Mitte treffen kann, dass man leistungsorientiert ist, aber ohne so einen großen Druck aufzubauen.

Im Vorgespräch hast du mir erzählt, dass die deutsche Schule sehr gut abschneidet, zum Beispiel wenn wir Mathematik über den Landesweiten vergleichen. Das wäre dann schon eine interessante Theorie, ob das daran liegt, dass hier früher... Ja, es liegt aber, glaube ich, noch mehr an den Lehrplänen, dass wir einfach zum Beispiel viel früher, also es wird einfach in der Grundschule schon mehr Wert aufs fachliche Lernen gelegt.

Und ich glaube auch, dass unsere Grundschulkolleginnen, da kann man wirklich Kolleginnen sagen, denn da gibt es bei uns nur Damen, dass die sehr gute Arbeit leisten. Aber die fangen halt auch viel früher, also sind im Stoff einfach... weil die Lehrpläne einfach fachlicher orientiert sind. Und auch da denke ich...

liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte. Natürlich ist Mathematik wichtig und gute Leistung. Und natürlich freut uns auch, dass man sagen kann, wir schneiden da ganz gut ab. Das heißt ja, dass unsere Schüler hier auch was lernen. Aber natürlich...

denke ich auch, gibt, sind die sozialen Kompetenzen, persönliche Kompetenzen, auch die Klassengemeinschaft ist natürlich auch wichtig. Und da, wie gesagt, da das hinzukriegen, beides irgendwie übereinzubringen, das ist, glaube ich, auch unsere Herausforderung in der Weiterentwicklung unserer Schule.

Klassengröße, soziale Unterschiede und Notendruck

Aber ich denke auch in der Grundschule hier, die Klassen sind relativ klein im Vergleich zu norwegischen Schulen. Also 16 bis 20 Kinder. Also das ist nicht riesig. In Norwegen ist 21 schon normal. Ja, und also bis zum 28. Das ist schon ein Unterschied. Ich denke auch, wir haben privilegierte Familien und privilegierte Kinder bei uns. Und ich denke, dass so norwegische Schulen sind wahrscheinlich mehr gemischt.

Und man sieht auch in Ostlo zum Beispiel große Unterschiede zwischen Ost und West. Und klar, diese soziale Unterschiede spiegeln sich auch in der Schule. Es spielt eine Rolle, auf jeden Fall. Und ich denke, Notendruck. Also ich denke, in Norwegen hat man ja auch Notendruck. Also man fängt in der 8. Klasse an und man denkt, man muss die...

Also man muss die besten Noten kriegen, dann passiert es hier in Oslo auf jeden Fall. Also wenn man nicht ein gutes Zeugnis hat nach der 10. Klasse, dann kriegt man keinen Platz in die richtige Schule oder die beste Schule. Also wenn man in Widergründe geht. dass man wirklich, also man hat, ja, die ersten sieben Jahre in der Schule hat man keine Noten, aber dann achte Klasse. Und man denkt, die ganze Zukunft hängt davon ab, dass man gut abschneidet.

Und nochmal, um es zu erklären, die Wiedergurne ist ja die letzte Stufe, also die Oberstufe sozusagen. Und da wählen sich ja die Schüler selber eine, oder können sie zumindest wählen, in welche fachliche Richtung sie gehen. Da gibt es ja verschiedene, ob es eher in die mathematisch-physische.

Science-Richtung geht oder eher in die künstlerische Richtung oder da gibt es ja verschiedene Richtungen. Und das finde ich zum Beispiel total spannend, dass man da wirklich schon so auch ein bisschen auf die Ausbildung hinguckt oder auf die Interessen, die eventuell für das spätere Studium eine Rolle spielen.

Schülerautonomie und Bildungswahl

Das erfordert ja schon eine eigene Initiative, diese Wiedergorn auszuwählen. Ich schätze mal, dass da die Schüler eine große Rolle spielen und nicht unbedingt die Eltern. Also ich denke, in Norwegen übt man Mitbestimmung lange in der Schule und klar, man diskutiert ja mit den Eltern, aber die Schüler wählen selbstständig. Das ist mein Eindruck auch.

Viele ziehen ja dann auch schon aus, habe ich auch schon mal, also so in eigenen WGs oder schon sehr früh. Einige müssen auch früh ausziehen, also einfach, weil es gibt keine Schule in der Nähe zum Beispiel und vielleicht hat man keine richtigen Möglichkeiten, sich in der Nähe und dann, man sieht ja... Viele Schulen schließen ja auch, dass weniger Kinder geboren wurden.

werden die Klassen zu klein einfach. Es ist ja auch so eine politische Frage, gerade in Norwegen, oder eine politische Diskussion, was macht man eigentlich in der Zukunft. Und in Oslo sieht man ja, dass Kinder oder Schüler aus Oslo sieht, man pendelt vielleicht eine Stunde, um in die Schule zu kommen.

Norwegische Lehrpläne und Werte

Ich habe noch eine interessante Sache gefunden, die ich mal so in den Raum werfen wollte, auch um zu fragen, gibt es eigentlich ein Äquivalent in Deutschland oder eben auch was an der deutschen Schule auch angewendet wird, was mir nicht ganz...

bewusst war, weil ich eben, wie gesagt, mit dem Thema Schule noch gar nicht so vertraut bin, ist, dass es in Norwegen dieses Künstgabslöfter gab. Du hast eben ein wichtiges Wort angesprochen, Dominik, und das ist in Deutschland gibt es nicht ein Schulsystem, sondern wir haben Föderalismus.

Das heißt, wir haben mindestens 16 verschiedene Schulsysteme, die sich da gegenüberstehen und eben in wenig sich gleichen. In Norwegen ist Schulsystem ein nationales Thema. Das heißt, es gibt einen national gültigen Lehrplan, was ich irgendwie auch... spannend finde und die Grundpilare des Lehrplans in Norwegen.

haben eigentlich mit diesen fachlichen Kompetenzen relativ wenig zu tun. Ich lese sie mal eben vor, aber ich fand es irgendwie total interessant. Und zwar sagen sie hier, dass alles, was im was den Lehrplan so durchzieht. Das sind keine eigenen Fächer, aber so die Grundpilare, wie gesagt, auf denen Lehrpläne aufgebaut werden, sind Menschenwürde, Identität und kulturelle Vielfalt.

kritisches Denken, ethisches Bewusstsein, Kreativität und Forschungsgeist, Respekt für die Natur, Umweltbewusstsein und, was ich aus heutiger Perspektive sehr toll finde, Demokratie und Teilhabe. Das sind ja... Ganz andere Werte, muss ich jetzt mal so blöd daher sagen, als ich mit Schule aus meinen Erfahrungen so in Verbindung bringen würde. Also ich würde jetzt nicht sagen, dass in meiner Schulzeit das Thema Nachhaltigkeit, Umweltbewusstsein...

Lebensbewältigung, was auch so ein Themenkomplex ist, wie ich selber mich als Mensch zum Funktionieren bringe. Das ist ja eigentlich das, was damit schwingt, dass man den Kindern vermitteln soll, wie kommst du als Individuum in einer Gesellschaft klar? Wie kriegst du dich selber organisiert? Wie bekommst du selber hin, einen Teil einer Gemeinschaft zu sein und auch demokratisch Verantwortung zu übernehmen? Wie denkst du kritisch? Wie entwickelst du...

vielleicht auch Leidenschaften für irgendwas? Wie bringst du dich ein? Das sind so, weiß ich nicht, ich würde sagen, bei uns kann man das Ganze, es ist lange her, dass ich in der Schule war, aber bei uns kann man das reduzieren auf einen kurzen Workshop des, was war das, Arbeitsgesellschaft oder so, die dann irgendwie reinkommen in die Klasse 12 und sagen, so.

Was willst du eigentlich mal werden? Hier ist ein Test. Bist du gerne mit Menschen unterwegs? Mach was Soziales. Das ist so die Ebene, auf der ich es erfahren habe, dass man mich an die Hand genommen hat und gesagt hat, du als Mensch, nicht nur bist du gut in Mathe, Französisch oder irgendwas, sondern wie kann man diese Skills... nutzen, um sich in dieser Gesellschaft einzuführen und irgendwo gewinnbringend zu arbeiten. Das sind so Gedanken, die waren für mich im Schulsystem völlig abwesend.

Das ist sicherlich heute auch in Deutschland anders und ich hoffe auch hier in der Schule anders. Aber als ich diesen Lehrplan las, dachte ich so, gibt es so etwas Ähnliches in Deutschland oder ist das dann irgendwie auch auf Bundesebene ein bisschen individuell angepasst oder gibt es so eine Form von Grundpilare eigentlich gar nicht?

Deutsche Lehrpläne: Anspruch und Realität

Seufzgeräusch. Ich weiß nicht, ob man das im Podcast dann hört. Ich habe gerade gesäuft. Erklärung für die Zuhörer. Nein. Ich finde es immer spannend, wenn man ins Schulgesetz gucken würde. Das ist glaube ich in allen Bundesländern zumindest. Es wird unterschiedlich sein, aber da wird in allen stehen ganz oben, wir wollen, dass wir Menschen eine Bildung ermöglichen, die sie...

zu demokratischen, freien, autonomen Wesen erzieht. Das steht in den Schulgesetzen, in den Bildungsgesetzen. Und wenn man dann in die Präambel der Lehrpläne guckt, dann steht da sowas auch. Und dann guckt man aber, was man machen soll das ganze Jahr in den ganzen Inhalten und dann fragt man sich, okay, wenn das doch eigentlich unser Bildungsauftrag ist, warum steht dann da nur Optik, E-Technik, keine Ahnung.

Also im Physiklehrplan, das frage ich mich wirklich auch. Also eigentlich ist der Bildungsauftrag so definiert in Deutschland auch, aber das ist traditionell. Es geht dann doch immer um Fachinhalte, sodass es jetzt schon so ist, dass ich sage immer, wenn man einfach die Hälfte der Fach... Inhalte mal wegstreichen würde, würden meine Schüler, glaube ich, mehr lernen, weil wir mehr Zeit hätten, mal tiefer einzusteigen, gerade auch in der Oberstufe mal.

Meine Schüler interessieren sich eigentlich, habe ich den Eindruck, manchmal, ich gucke so rüber zu Emma für Physik, aber ich muss ganz schnell durchgehen. Und immer wenn ich merke, die Schüler spitzen gerade die Ohren und finden was interessant, muss schon das nächste Thema her, weil ich muss ja fürs Abitur erst vorbereiten.

Und das Gleiche ist mit Mitbestimmung. In jeder Sonntagsrede wird ja gefordert, dass wir Mitbestimmung machen sollen und es soll die Schülervertretung geben. Und dann guckt man, wie viele Ressourcen bekommen die Schüler dafür, wie viel Zeit bekommen sie dafür, in Klammern wenig. Und da ist, glaube ich, der Anspruch und die Realität gehen sehr weit auseinander. Und ich glaube, in Norwegen ist das eben zumindest in den ersten Jahren eben, wird das halt ernst genommen.

Werte leben: Praktische Bildung in Norwegen

Oder ernster genommen dazu kann aber Brett Ehlen wahrscheinlich mehr sagen. Ich denke, es ist sehr wichtig, dass die norwegische Pläne, ja, es hat eine nationale Ebene, aber man kann auch lokal anpassen. Und das ist ja auch ein großer Teil davon, wichtiger Teil. Was war die Frage? Ob das auch gelebt wird? Es wird gelebt. Also ich denke, meine ehemalige Schule haben wir...

also sehr zielorientiert gearbeitet. Wir haben unsere Werte deutlich definiert und Lokalmilieu zum Beispiel ist einen wichtigen Wert und da hat man zum Beispiel einen Tag draußen jede Woche in der Klasse oder man hat regelmäßig. aktivitetstager. Und so weiter. Und man baut das ein im Unterricht. Aktivitätstage sind in Praxis dann oder? Ja, so im Weg. Oder Mathe-Tage draußen zum Beispiel.

Ja, solche Sachen. Das ist dieses Üte-Thema auch, oder? Ja, oder Üte-Woche, Draußenwoche. Also ich denke, wir haben es zum Beispiel Triathlon gemacht. Also es waren einfach die draußen Umgebungen. ausgenutzt und dann haben wir Schüler eingeteilt in Gruppen, haben die losgeschickt mit dem Fahrrad und die sollten unterschiedliche Aufgaben lösen.

Und dazu kamen denn die Unfälle. Also ein Reifen ist geplatscht. Also wie löst man das zum Beispiel? Hält die Gruppe zusammen oder nicht? Also die müssen wirklich sehr unterschiedliche Aufgaben. Lösen, Zeit ist ein Faktor, aber nicht der wichtigste. Und man lernt unglaublich viel davon. Das merkt man auch heute noch, würde ich sagen, an den Erwachsenen. Haben wir auch schon mal in irgendeinem Podcast darüber geredet, dass du...

irgendwo liegen geblieben bist und die Norweger dann mal gleich so super Hands-On waren und wussten, wie sie den Autoreifen wechseln sollen. Schneeketten aufziehen. Das ist ja auch so ein soziales Social-Media-Thema gerade, dass immer diese jungen Abiturienten so sagen, ja, ich habe gelernt, wie ich ein Goethe schaffe.

Lebenskompetenzen und Studienabschlüsse

analysiere, aber ich weiß nicht, wie ich eine Steuererklärung schreibe. Aber ist das dann wirklich im Resultat so viel besser oder würdest du sagen, es ist anders, also norwegische Abiturienten? Sind die mehr gewappnet fürs Leben? Klar, es ist unterschiedlich. Aber ich denke, es ist wichtig, dass man die Möglichkeit hat, Also wie heißt das? Messstring. Meisterungsgefühl. Ja, das zu erleben. Und das muss variiert sein. Also man kann es nicht schmal und eng machen. Also man muss wirklich breit.

sichten und und klar diese diese praktische fähigkeiten auch also man man denkt ja dass es ist nicht so wichtig oder man kann leicht Man kann leicht ignorieren, dass das wirklich eine wichtige Rolle spielt.

In meiner Erfahrung finde ich schon, dass Leistung hier in Norwegen relativ, also auch in meinen Jobs, ich arbeite jetzt seit elf Jahren hier und dass ich zum Beispiel einen Master habe, das interessiert eigentlich fast keinen. Also es interessiert vielleicht am Anfang kurz jemanden, wenn du das Einstellungsgespräch hast und es ums Gehalt geht.

Da wirst du eingestuft so ein bisschen. Aber ansonsten, ich bin dann immer so, ich habe einen Master in Kulturwissenschaften. Also ich kenne auch viele bei uns, die gar keinen Abschluss haben oder die direkt nach der Wiedergorde irgendwie praktisch angefangen haben und dann sich weiter hochgearbeitet haben. Das finde ich schon spannend.

Und das ist aber trotzdem etwas, was sehr viel Wert immer noch für mich auch als Deutsche hat. Also ich war mal auf einer Veranstaltung über die deutsche Botschaft irgendwie und da sagte mir auch eine, schick dein Kind ruhig auf die deutsche Schule, du wirst dann schon merken, dass...

Also so der Unterschied, die Erstklässler lernen, wie du eben sagst, die lernen einfach schon nämlich viel und du denkst aber in Norwegen, jetzt noch mal lernen die denn mal das Schreiben und das Rechte. Also es ist ja schon etwas, was eine positive Konnotation immer noch hat. dass jemand schlau ist, jemand flink ist, jemand viel lernt. Aber vielleicht ändert sich das jetzt auch immer mehr mit KI und solchen anderen Werkzeugen.

Aber es ist auch ein bisschen verdreht in Deutschland. Das muss man ja auch sagen, dass dieser Fachunterricht so einen hohen Stellenwert hat. Und ganz oft wird ja auch dann gesagt, na na, die Fächer, das ist das, da lernt man wirklich was. Und so etwas wie Demokratie oder sowas wird ganz schnell oder auch, ich bin ja auch Philosophielehrer, sowas wie Ethikunterricht. Ah ja, was ist das schon? Dann denkt man so, ja, aber...

Also jetzt mal doof gesagt, Ethik zum Beispiel als Fach oder so etwas wie Schülervertretung, da würde jeder sagen, oh, das ist doch super wichtig. Also da sind wir aber wieder, an beiden ist was dran, weil natürlich ist auch fachliches Lernen. Ich will ja gar nicht sagen, dass es nicht auch wichtig ist, Mathe zu lernen. Und das ist ja auch der Schlüssel für ganz viel. Wenn ich fachliches Wissen habe, kann ich natürlich auch ganz anders argumentieren.

Und so weiter. Aber auch da sieht man wieder, an beidem ist ja was dran. Und beides ist irgendwie wichtig. Und beides ist auch das, was eigentlich Bildung ist. Sowohl das Fachliche, aber auch das Andere. Du hast das in der Einladung super gesagt, es gibt ja kein richtig oder falsch. Man muss sich auch nicht entscheiden. Aber da sind Deutschland und Norwegen schon an zwei unterschiedlichen Enden der Skala.

meiner Wahrnehmung nach, ich bin ja kein Experte für das norwegische System, aber so was ich halt so mitkriege. Und wir versuchen hier in der Deutsch-Norwegischen Schule irgendwie... Die perfekte Symbiose. Ja, perfekt ist sie sicherlich nicht und wird sie nie sein. Aber das ist zumindest schon unser Anspruch, da irgendwie einen guten Mittelweg zu finden.

Skolevalg: Demokratie in der Praxis

Aber ich finde es, also mir fehlt eben noch ein Beispiel ein, wo ich denke, naja, da merkt man schon, dass diese Grundpilare gelebt werden in Norwegen und das ist zum Beispiel das Thema Skulewalk. Also dass das ja eine etablierte Routine ist, dass man bevor hier Parlaments war. sind, eben auch die Schüler und die Schulen wählen lässt. Und das sind Wahlen.

Zu denen wird gratuliert. Das fand ich total spannend. Weil das eine ist ja so, okay, du machst das in den Schulen, die Schüler wählen. Das hat natürlich jetzt mal für die deutschen Zuhörer, das hat jetzt keine Konsequenz. Also es ist nicht, als ob das irgendwie echte Stimmen abgeben würde fürs Parlament. Es ziehen keine Menschen ein ins norwegische Parlament, weil die Schüler...

gewählt haben, aber es ist eine Wahl, die wird ernst genommen, die wird durchgeführt, professionell auf gleicher Ebene wie die richtigen Wahlen, aber auf Schulniveau eben, auch mit Schülern, das sind jetzt nicht die Erwachsenen-Politiker, die vor den Schülern sprechen, sondern die Jungpolitiker.

die quasi ihre Mitschüler versuchen zu überzeugen. Und die Partei, die die Schulwahl gewinnt, wird abends dann in den Nachrichten auch irgendwie heranzitiert und dann wird gesagt, herzlichen Glückwunsch, gratuliere zum Gewinn der Schulwahl und so.

in dem ganzen Jahr eine Anerkennung. Man sagt ja nicht so, die Schüler, die jungen Leute, whatever. Also erstmal sowieso nicht whatever, weil die hier alle ziemlich rechts gewählt haben. Das ist schon mal schockierend genug, aber gut. Aber das wird erstmal so... Das ist ein Stimmungsbarometer, ganz klar. Und ganz oft, bis auf dieses Jahr fällt es ja auch...

relativ nah an diese Wahl heran, also die echte Wahl. An das Wahlergebnis, das war immer übereinstimmend, so die letzten 16, 17 Jahre und dieses Jahr nicht. Das war ja ganz nett, aber gut. Und so merkt man halt schon an gewissen Themen, dafür wird sich Zeit genommen. Das ist ja auch alles Zeit und Aufwand. Das ist Lernkapazität. Das geht ja ein in den Alltag. Dafür muss man Überschuss haben, wie man so schön sagt. Oder irgendwie noch was übrig haben, um es...

durchsetzen zu können. Und das hat Raum, dafür gibt es Platz. Was daraus nachher für Menschen werden, weiß ich nicht. Aber ich habe das Gefühl, an manchen Punkten merkt man schon im Schulalltag, dass anderen Dingen mehr Platz eingeräumt wird. Und ich glaube, so simpel ist es im Endeffekt. Wir haben irgendwie die Ressource Zeit. Wie verteilen wir die und welche Werte prügeln wir damit?

unsere junge Generation rein. Und ich glaube schon, wie du gerade sagtest, Tourtage draußen sein, Naturverbundenheit, dass man zusammen Skifahren geht, dass man solche Skills mit auch in den Schuleintag einbaut, hat hier generell ein bisschen mehr Platz.

Elternbeteiligung und Dugnadskultur

Aber wir wollen gerne noch ein anderes Thema übergehen, weil ich fand ein bisschen lockereres Thema. Ich finde ein Thema, was sehr schön ist, da können wir auch aus unseren Kindergarten Erfahrungen mit etwas einfließen lassen, weil das eine ist ja die Schule, die Schüler, was haben wir nachher denn für Menschen in dieser Gesellschaft?

Menschen werden ja dann irgendwann auch zu Eltern. Und Eltern gehören eben auch zur Schule dazu und auch zu Kindergarten, ob man will oder nicht. Die Schüler sind das eine, die Eltern sind das andere. Was wir uns gefragt haben, ist, inwiefern lebt ihr denn in der deutsch-norwegischen Schule das wunderbare Konzept?

der Dügnat, was für die deutschen Zuhörer wiederum eine freiwillige Veranstaltung ist, die absolut überhaupt gar nicht freiwillig ist, weil du musst da antreten und wenn nicht, dann wirst du in die soziale Schamecke gesteckt für die nächsten zehn Jahre. Ich habe es einmal vergessen, ich werde es nie... Habt ihr das auch? Im klassischen Sinne haben wir das nicht, aber unsere Eltern helfen schon sehr viel mit. Ein Einweihungsfest hier oder auch am 17. Mai.

Das könnten wir ohne die Eltern und den Einsatz vom Elternbeirat, ich gucke mal hier ins Publikum, hätten wir das nicht so stemmen können. Das habe ich schon so wahrgenommen, dass das auch... So ein bisschen auch bei den Eltern, unsere Eltern sind ja auch sehr gemischt, sind ganz viele deutsch-norwegische Elternpaare auch dabei, aber da ist das schon auch, ja, wird das auch gelebt.

Aber wir haben keine, wir haben jetzt keine Düknert-Pflichtveranstaltung, wo wir das Schulhaus putzen oder so. Es gab es wohl mal, gab es wohl früher mal, aber das ist irgendwie eingeschlafen, vielleicht auch über Corona. Eingeschlafen. Da sitzen ja einige Eltern im Publikum vielleicht. Wenn wir das demnächst reaktivieren, dann sehen wir, wie groß da die Bereitschaft ist. Aber wie gesagt, meine Warnung war schon, also solange ich hier bin, dass da eine große Bereitschaft ist, auch mitzuhelfen.

Schulgemeinschaft und Doppelidentität

Das sprach es gerade an, also gemischte Eltern, klar. Also das ist natürlich der Klassiker, deutsche Eltern, eventuell mit norwegischen oder noch anderen ausländischen Paaren. Und dann natürlich aber auch viele Kinder, die auch mit entsandt sind, die dann aus der Diplomaten-Ecke kommen.

dann teilweise auch nur für vier Jahre hier sind. Wie prägt denn das eigentlich eine Schullandschaft? Also A, das und dann B, aber auch, ich lebe immer, das können wir vielleicht in eine Frage packen, aber ich erlebe das schon in unserer Nachbarschaft jetzt schon, dass so dieses Schul- oder auch Kindergartengemeinschaft sehr...

die Nachbarschaft prägt und was eben viele Veranstaltungen in der Nachbarschaft stattfinden. Ob es der 17. Mai ist, wo schon alle mitmachen oder ob es der Sportverein ist um die Ecke oder im Park irgendwas stattfindet. Das ist sehr geprägt von der Schule, die dort stattfindet. Wie ist das? Bei euch, wo ihr ja auch einen großen, ja, eigentlich kommen ja zu euch Kinder aus ganz Oslo und nicht eben aus der Nachbarschaft.

Ja, wie kann man antworten? Also wir sind ja keine Nachbarschule, aber viele sind ja in diesen Stadtteil eingezogen, so mehr und mehr vielleicht. Sind sozusagen der deutschen Schule hinterhergezogen? Ja, also... Es ist ein Eindruck, aber ich habe die Zahlen nicht. Ich weiß nicht sicher, wie viele die wirklich so in der Nähe leben. Aber ich weiß ja auch, dass einige Schüler in anderen Kommunen wohnen. Und klar, da verliert man irgendwie eine Verbindung. Und ich denke auch andere Sachen.

wie zum Beispiel, wenn der 17. Mai an einem Freitag liegt, dann hat man ein langes Wochenende das und man feiert nicht unbedingt in der Schule zum Beispiel. Das gilt ja für norwegische Schulen. Ich denke, wir spielen vielleicht eine andere Rolle als die norwegischen Schulen. Ich kann mich vorstellen, dass die norwegischen Schulen enger feiern und auch länger.

Aber ansonsten nur so ein paar brutuelle Geschichten. Aber es ist glaube ich nicht so, dass wir jetzt, wir haben natürlich auch Fluktuationen. Es gibt auch immer natürlich auch Schüler, die von uns ins norwegische System zum Beispiel auch wechseln. Aber wir haben auch... viele Kinder, die hier, also wenn man mit den Abiturjahrgängen spricht, die wirklich vom Kindergarten bis zum, also von der Windel bis zum Wittnemall bei uns sind.

Also ich habe jetzt nicht den Eindruck, dass diese, das ist vielleicht auch je nach Standort unterschiedlich. Also ich glaube schon, dass wir nicht deswegen jetzt, weil so viele... Kinder aus der Botschaft kommen, so einen großen Wechsel haben. Also natürlich haben wir auch eine Fluktuation. Es kommen in allen Altersklassen auch Schüler auch her. Das ist natürlich eine Herausforderung, wenn dann eben Kinder kommen, die...

die kein Norwegisch sprechen. Dafür haben wir, das hat Pradehlen ja gesagt, dieses Norwegisch als Fremdsprache. Aber ich glaube, was Britta Elian sagte, das hat schon Einfluss. Wir sind halt, also wir wollen gerne auch hier mehr jetzt, wo wir jetzt hier fest verwurzelt sind, auch für die Zukunft mit dem Büdel hier kooperieren.

mit dem Sportverein jetzt, so etwas. Aber natürlich kommen unsere Kinder hier aus einem größeren Bereich der Stadt und das spielt natürlich schon auch eine Rolle und verändert natürlich auch eine Schule. Das glaube ich schon. Wie denkst du denn so, das ist auch nur eine Meinung, die man persönlich dazu haben kann, aber ich finde das Thema, ich nenne es immer so schön, Doppelidentität.

Irgendwie auch ganz interessant. Und wie das sich in der Schule widerspiegelt. Weil ich merke das ja bei uns oder bei mir persönlich. Jeder hat seine Geschichten. Wir haben zwischen Kinder. Diese Kinder gehen in den norwegischen Kindergarten, kommen nach Hause, plappern norwegisch, sind deutsch. Wir waren gerade eben.

die norwegische Staatsbürgerschaft zu erwerben und haben das natürlich auch mit unserem älteren Sohn besprochen und gesagt, dass etwas Positives ist. Und da gab es die witzige Situation, dass

Ich hatte einen Termin später, er und sein Vater hatten den Termin zuerst, haben also zuerst die norwegische Staatsbüroschaft bekommen. Ich und meine Tochter hatten einen Termin später, waren also noch keine Norweger, als die anderen beiden schon Norweger waren. Und da stand ein stinkwütender Vierjähriger vor mir, wegen irgendwas, ich weiß nicht, ob ich irgendwas weggeschmissen habe.

und steht vor mir und wirft mir in den Kopf und wenn du so streng bist, Mama, dann wirst du niemals Norwegerin. Nur Papa und ich. Und ich musste herzhaft lachen und dachte so, ach, wie witzig, das heißt, wir haben...

unseren Job getan. Wir haben ihm genug vermittelt, dass das was ganz, ganz Positives ist, aber dass Deutschland auch was Positives ist. Das wollten wir damit eigentlich nicht vermittelt haben. Aber für ihn war auf einmal das die schlimmste Beschimpfung, die er finden konnte, dass ich aber jetzt nur Deutsche bleibe.

jetzt haben wir es vielleicht zu weit gezogen. Das wollte ich jetzt nicht vermitteln. Ich fand schon beides irgendwie auch ganz schön. Aber ich merke schon, im Alter von vier Jahren beginnt diese... Die Suche nach, was ist denn was? Und er fragt regelmäßig, wo wohnen wir denn? Wo leben wir denn? Was reden wir jetzt? Und wo reden wir jetzt? Und ich komme in den Kindergarten und sage, Mama, jetzt ist norwegisch. Und dann nach Hause und dann ist deutsch. Also das ist ja was, was...

was mitschwingt, was sich formt und über Jahre lang immer wieder in neuen Wellen sich formen wird. Ihr in der Schule kriegt ja alles. Ihr kriegt ja ...

die, wie du gerade sagtest, komplett Deutschen, die kein Norwegisch können, das hier erst lernen. Ihr kriegt wahrscheinlich auch, stelle ich mir jetzt so vor, Norweger, die gar keinen deutschen Hintergrund haben, aber gerne hier Deutsch lernen wollen und das deutsche System toll finden, weil sie auf Leistung gebracht werden wollen. Und natürlich ganz viele, die in der Mitte sind.

schon gelebt haben und wie mein Kind seit Jahren und Jahrzehnten mit diesen Fragen aufeinandersetzen werden. Wie fangt ihr das denn auf? Auf mehreren Ebenen, das ist eine ganz schwere Frage, aber dass es da keine Unterschiede gibt, dass es da kein Mobbing gibt, dass da keiner steht und sagt, du bist nur Deutscher, du bist nur Norweger und das ist besser und das ist schlechter. Ist das Thema, geht ihr damit aktiv, proaktiv um oder ist es eher was, was man einfach halt... mit begleiten muss.

Vielsprachigkeit als großer Schatz

Du sagst schon wieder, das ist ein schöner Podcast. Ich bin jetzt nicht so lange da, kann Prit-Elin vielleicht noch fast mehr sagen. Ich habe vielleicht nur einen Satz. Also ich persönlich, da jetzt noch nicht so lange, empfinde das halt als einen riesigen Schatz. Also ich merke selber.

wie ich jetzt bestimmte, ich lerne ja auch fleißig Norwegisch, bestimmte Worte einfach auf Norwegisch benutze, weil die besser passen. Allein die Sprache, und das erlebe ich bei den Schülerinnen und Schülern auch total so, dass sie ... Die sind ja auch bei uns wahnsinnig versiert, weil sie auch beides lernen. Bei uns im Kindergarten gibt es...

Deutsch und Norwegisch parallel. Es gibt deutsche Erzieher und Norwegische und die sprechen auch nur ihre Muttersprache. Und das merkt man einfach. Und die Schüler, die wechseln teilweise in einem Satz in drei Sprachen. Also Deutsch, Englisch, Norwegisch, Französisch haben wir...

auch in der Schule, habe ich aber noch nicht so oft gehört, dann im Umgang, aber ich meine es wirklich, das ist ein riesiger Schatz und auch Das in der Schulkultur, das habe ich ja gesagt, das kann auch für uns ganz eigentlich nur toll sein, beides irgendwie zu leben. Also ich habe da noch nicht solche Konflikte wahrgenommen im Sinne von die Deutschen und die Norweger unter den Schülern. Ich weiß nicht. Ich denke auch nicht.

unbedingt Konflikte und ich merke auch, ich denke an Schüler, wenn wir üben zum Beispiel für 17. Mai oder wenn es Fußballspiele gibt zum Beispiel, also die sind im Stadion mit der Hand auf das Herz und die singen JaWL. laut und egal welchen Hintergrund die haben. Viele Schüler haben keine Verbindung zu Norwegen in dem Sinne. Also die gehören hier. Also die sind hier aufgewachsen, die haben ihre Freunde hier, die spielen Fußball hier und die haben das Leben hier.

Ich denke, man hat immer diese Beschreibungen. Einige fühlen sich so halb norwegisch, halb deutsch. Andere sagen, ich bin 100% deutsch, 100% norweger. Ich merke auch, wenn ich mit Eltern spreche, einige Eltern, wo beide deutsch sind zum Beispiel, aber die wohnen hier längerer Zeit, die sagen auch. Die Kinder können gerne nur die Staatsbürgerschaft sich dafür beantragen, wenn die Lust hätten. Diese Offenheit finde ich eigentlich super.

Ich glaube aber auch, dass das wirklich die deutschen Auslandsschulen eigentlich auch... Das ist das Tolle. Das war auch ein Grund, warum ich in den Auslandsschuldienst gegangen bin. Weil das ist schon so Teil der DNA. Das heißt natürlich nicht, dass es hier garantiert auch Konflikte gibt. Aber das zeichnet... das schon so aus, dass man glaube ich auch von beiden was mitnimmt und auch ja, hier auch durch die zwei Abschlüsse, also in beiden Systemen auch.

gelebt hat. Das ist auch eine Herausforderung. Da bewunde ich unsere Schüler auch, wie sie da auf diesen Hochzeiten tanzen. Aber ich glaube, die nehmen da auch einen großen Schatz mit. Das wäre zumindest mein Wunsch. Ich denke, es ist sehr wichtig, dass das Norwegische zum Beispiel, also weil es so klein hier ist in der Schule, dass es nicht so eine Symbolsache wird. Da müssen wir immer so bewusst sein, wenn wir unterschiedliche Aktivitäten machen.

Es hat einen Sinn, es hat einen Grund. Es ist nicht nur etwas Schönes, was wir zeigen. Es ist wichtig, dass es wirklich eine Rolle spielt, dass es einen Grund hat. Aber sonst verliert das irgendwie die Kraft oder die Bedeutung. Man muss immer diese Intention berücksichtigen oder verankern.

Ja, Laura, mein auch. Nein, aber mir fehlt es so sehr. Im Deutschen, ich habe das Gefühl, in Norwegisch nutzt man vorankringen in jedem zweiten Satz, weil es eben auch kulturell gelebt wird. Und im Deutschen so, ja, aber...

Ich muss doch irgendwie noch verankern mit irgendjemandem da oben. Muss ich den Anker auswerfen, damit ich weiß, was ich zu tun habe. Es fehlt mir im Deutschen. Aber du wolltest was anderes? Ich wollte was fragen. Ein großes Thema. Ich habe zwei Fragen eigentlich. Aber die erste Frage geht auf Digitalisierung zurück.

Digitalisierung und Bildschirmzeiten in Schulen

In den letzten Monaten, Jahren war ja das Thema iPad und Schernbrück, also Bildschirmnutzung im Unterricht, ein großes Thema. Und auch Handys und Schulen, also Handy und Gesetze oder Regeln an Schulen. Hört man jetzt in Norwegen, dass sie auch verstanden haben oder viele norwegische Schulen, dass das Lernen am iPad nicht so sinnvoll ist wie am Papier und mit Stift. Und viele ziehen auch wieder zurück. Und dann gab es immer das Gerücht, jeder in Norwegen kriegt ein iPad.

Wie macht ihr das an der Deutschen-Norwegischen Schule? Grundschule? Also wir sind fast nur analog. Also wir müssen ja zum Beispiel, also wir haben ja einen so digitalen Medienplan und es geht ja um Grundfähigkeiten, aber es ist, also... wenig Computer in der Grundschule. Also ja, wir müssen was machen und auch weil wir haben diese Nationale Card-Legend-Programm zum Beispiel ab dritter Klasse.

Wir sind wirklich sehr, sehr analog. Analoger als die norwegische. Auf jeden Fall. Auf jeden Fall. Das wäre für mich schon mal ein guter Grund, an die Schule zu gehen. Und schwul hier so Handys und Smartphones. Merkt ihr da einen Unterschied? Also ich habe ja schon immer so das Gefühl, dass die norwegischen Eltern da insgesamt ein bisschen entspannter sind, was die Nutzung eines Smartphones angeht. Und ich könnte mir vorstellen, dass da die Deutschen ein bisschen engagierter sind.

Also wir haben jetzt seit dem letzten Jahr so eine Handy-Hotel-Regelung, also das heißt unsere Schüler, also in der Grundschule sind sowieso keine Smartphones eigentlich vorgesehen.

Bei uns bis zur vierten Klasse. Wir sind ja da, ich bin ja in der deutschen Logik. Und wir haben aber ab der Klasse 5 jetzt Handyhotels, wo die Schüler sie wirklich abgeben. Und eigentlich ist das auch... funktioniert das eigentlich ganz gut, organisatorisch manchmal eine Herausforderung, aber ich glaube, das hat es doch ein bisschen beruhigt.

Und jetzt inzwischen zum Beispiel in der Oberstufe steht jetzt eine Tischtennisplatte im Aufenthaltsraum, die auch sehr fleißig genutzt wird. Wenn ich nur eine kurze Pause mache, dann laufen die Jungs aus dem Oberstufenkurs sofort zur Tischtennisplatte. Und früher haben die halt dann ihr Handy rausgeholt. Also ich glaube schon, dass...

dass sich das insofern bewährt. Die Handys können genutzt werden im Unterricht, wenn man sie braucht weiterhin. Wir haben auch Laptops oder so etwas natürlich, das brauchen wir auch. Und da haben wir auch noch Spielraum, um auch noch besser zu werden und wollen das auch, auch im Einsatz. Wir arbeiten.

da auch im Medienkonzept, um Medienbildung. Wie können wir Themen wie KI, wie können wir das besser aufgreifen? Also da sind wir schon auch dran und haben da noch Spielraum. Aber ich glaube, auch da ist es ja so. dass da...

Und der Weg, auch hier in Norwegen etwas zurückzustecken, der ist ja gerade auch in Deutschland, da ist ja auch gerade so der Hype. Also ich habe tatsächlich unser Handykonzept, da schrieb mein ehemaliger Kollege aus der deutschen Schule, wir wollen gerade überlegen irgendwie, wie macht ihr das denn da? Und dann habe ich ihm das geschickt und er so, ah ja, das ist gut, das können wir übernehmen. Also da, wo Skandinavien vielleicht früher so vorne weg war, geht jetzt eher dieser Weg zurück.

vielleicht auch ein bisschen früher los. Und ich glaube auch in Deutschland ist, da waren ja viele Schulen dann jetzt auch sehr, gerade nach Corona sehr... schnell. Und ich glaube, da ist doch die Erkenntnis gekommen, dass alleine nur durch Förderung von Medienkompetenzen es auch nicht geht. Weil auch die Anbieter ja auch alles tun, um die Kinder... Ja, muss man ja sagen, süchtig zu machen. Und wir holen ja auch alle gleich unser Handy wahrscheinlich raus.

Mittagsessen und Pausenkultur

Die andere Frage, die ist, verzeih mir, lau, ist eine totale Plauderfrage. Britta, würdest du sagen, merkst du Unterschiede an der Marktpacke aus dem norwegischen zu deutschen? Es gibt auch immer, jetzt haben sie ja die Energy Drinks verboten.

für Kinder unter 14, glaube ich. Und es gibt ja immer diese Klischees von Schülern, weil an den norwegischen Schulen gibt es ja kein warmes Essen und viele pilgern dann mit ihren Handys, mit ihrem Geld zum nächsten Supermarkt und kaufen sich eine Bolle und ein Grüß und das ist dann der Lunch. Und meine Kindergeärtnerin bei mir sagte immer schon zu mir, du hast immer so gesunde Brotdosen.

Also ich finde es voll cool, dass Smart Boxer ein integriertes Wort auf Deutsch ist. Das mag ich total. Also in der Grundschule auf jeden Fall. Also ich bin neidisch. Also die haben wirklich... Die sind super gut ausgestattet von zu Hause. Sehr nahhaft. Ja, ja. Und wir haben ja auch Essenspausen mehrmals pro Tag. Wir haben ja immer eine Essenspause halb elf mit den Kindern mit Lesepause und die sitzen... Und die teilen auch gerne miteinander.

Klar, einige haben ja immer Hunger, aber die sind wirklich gut ausgestattet. Würdest du sagen, es war anders an norwegischen Schulen? Ja, also in meiner ehemaligen Schule hatten wir so einen Verkauf. Also ein Milieuarbeiter hatte Kaffee, weil viele Kinder hatten kein Frühstück zum Beispiel. Das merken wir auch in der Grundschule, dass alle frühstücken ja nicht unbedingt. Das ist ja ähnlich wie in Norwegen, würde ich sagen.

Das ist ganz typisch. In norwegischen Schulen, also die Schule, die ich früher hatte, war ja auch älter. Es ist sehr unterschiedlich. Ich denke auch, meine ehemalige Schule war auf dem Lande. Man merkt auch, dass die Eltern nicht unbedingt viel Ausbildung hatten. Es war ein bisschen Brot und Käse, Schinke, aber kein Gemüse zum Beispiel oder kein Obst. Und viele sind zu Kup gerannt und hat sich was geholt, aber nicht unbedingt Gesundes. So ist es.

Fragen und Antworten: Schulgebühren

Ich glaube, wir bauen noch zwei, drei Fragen aus dem Publikum ein und dann sind wir auch schon fast am Ende dieser wunderbaren Folge angekommen. Es ging wie im Blitze. Und zwar haben wir ein paar Fragen bekommen per Instagram, die die Hörer interessiert haben. Top 1 der Fragen war natürlich, ja, es ist ja super schön, was kostet denn der Spaß eigentlich? Genau, es ist ja eine Privatschule. Das haben wir, glaube ich, gar nicht so genau gesagt. Ja.

Ja, also vielleicht muss man dazu sagen, Privatschule hört sich sofort an nach Elite und reichen Eltern. Alle deutschen Auslandsschulen sind Privatschulen, weil wir ja... finanziert werden aus Deutschland und deswegen können wir ja natürlich keine öffentliche Schule sein. Wir werden aber auch, wir kriegen tatsächlich inzwischen deutlich mehr Geld aus Norwegen, weil wir eben ja auch

einen norwegischen Abschluss machen, weil es gibt einen Staatsvertrag zwischen Deutschland und Norwegen, in dem man sich auf geeinigt hat, zum Beispiel, dass unsere Schüler auch Prüfungen machen auf Norwegisch. Und genau. Tatsächlich der kleinste Teil kommt aus den Gebühren.

Und die sind auch gedeckelt, auch über diesen Staatsvertrag. Also wir dürfen gar nicht so viel nehmen. Jetzt muss ich meinen Zettel rausholen, das weiß ich nämlich nicht auswendig. Ich habe es mir aber extra rausgesucht. Also es hängt auch ab von den Stufen. In den Klassenstufen 1 bis 6 sind es Stand jetzt von der Homepage, die aktuell ist natürlich. Du druckst da herum, ich bin ganz gespannt, was da jetzt für eine Zahl rauskommt.

853, nicht Euro glücklicherweise, sondern norwegische Kronen pro Monat. Genau. Das ist ja Schule. Das ist Schule. Und dann gibt es noch die Aktivitätsskohle. Also die Nachmittagsbetreuung. Da übernimmt dabei auch ein Teil die norwegischen Behörden. Also das kostet 3.370 Nock. Aber da wird eben der... von der Kommune geförderte Teil noch abgezogen. Also die Kommune zahlt einen Teil für eine feste Kernzeit. Und das ändert sich aber auch je nachdem, wie da die Zahlen sind.

Und nach oben hin wird es tatsächlich etwas günstiger. Was tatsächlich, also ab der Stufe 10 bis 12 kostet es 2.692 norwegische Kronen. Und in der Aktivitätsschule Nachmittagsbetreuung ist es auch durchaus möglich, nicht alle Tage vor Ort zu sein oder zu buchen.

Fragen und Antworten: Schulwechsel und Flexibilität

Dann kam noch eine Frage, dann kannst du auch noch ein paar Fragen stellen und das ist die Frage, ob man auch später an die deutsche Schule wechseln kann. Also kann man quasi, dadurch, dass du das ja eben schon dargestellt hast, es ist ja ein deutsches System, zwischen verschiedenen Systemen zu wechseln oder so verspätet reinzukommen, ist ja nicht immer so einfach. Kennen ja vielleicht auch viele der Botschaftskinder, die...

unterwegs sind. Das ist ja einer der Gründe, warum man immer wieder in die deutsche Schule geht, damit man quasi in einem System bleibt. Ist das offen, dass man sagen könnte, ich komme in der 9., 8., 10. oder nur zur Oberstufe hier rein oder ist das problematisch? Also ich glaube, Möglich ist es immer. Man tut sich hier natürlich leichter, wenn man beide Sprachen relativ gut spricht. Und je höher, desto eher, wenn man wirklich beide Sprachen gut beherrscht.

Weil das natürlich sowohl in Deutsch als auch in Norwegisch, je nachdem, was man vielleicht nicht als seine Hauptsprache hat, gibt es in beiden. gibt es auf beiden Seiten Förderungen. Und wenn man dann aber erst in der, sag ich mal, in der 10 oder 11 hier ankommt und kann eine der beiden Sprachen gar nicht, dann wird es halt schwierig, weil man bei uns halt beide Abschlüsse machen muss. Ich glaube, wenn man von der norwegischen Schule kommt...

Es ist schon eine Herausforderung, weil, das hatten wir am Anfang angesprochen, schon im Stoff durch diese fachliche Orientierung es dann schwierig sein kann unter Umständen. Umgekehrt ist es schon so, dass der Wechsel dann ins norwegische System. fachlich zumindest den Schülern eher leichter fällt. Das ist natürlich auch etwas, womit wir, ich will nicht sagen zu kämpfen haben, aber natürlich, wo wir natürlich auch wissen, dass wenn sich Schüler hier schwer tun.

Sie vielleicht sagen, dann gehe ich ins norwegische System. Fachlich ist es dann für mich ein bisschen leichter. Aber es hängt ein bisschen davon ab auch. Gerade wenn man aus Deutschland kommt, ist natürlich unsere Schule gut, weil man dann auch jederzeit ins deutsche System wieder zurück kann. Wenn man jetzt für ein paar Jahre nur noch nach Norwegen kommt, dann ist es sicherlich ganz gut, weil dann kommt man aus dem deutschen System in unser System, das ist relativ nahtlos, knüpft an.

Auf der norwegischen Sprache wird man gefördert und kann dann im Zweifelsfall aber auch wieder relativ nahtlos ins deutsche System zurückwechseln. Ja, habe ich deine Frage beantwortet? Ja. Wollen wir Fragen aus dem Publikum zu lassen? Dann komme ich mit dem Mikrofon rum. Zeig gerne auf. Ja, ich heiße Marius Trubik. Ich bin Norweger, war 13 Jahre in Deutschland gewohnt.

In Bonn. Und vielleicht ist das eine Kuriosität. Das weiß ich nicht. Aber was ich in Deutschland beobachtet habe, was Schulen angeht, man sieht da was, was man weniger hier sieht. Kindergärten, die im Namen dann katholisch sind und religiös dann. Und als Norweger sieht das komisch aus, wenn man da vorbeigeht und denkt so, ja.

habe ich mit meinen Kollegen auf der Arbeit darüber geredet und die sagen, naja, manchmal ist der katholische Kindergarten einfach näher und man muss den wählen, obwohl man das eigentlich nicht möchte. Und zweitens dann Schulen, die dann geschlechtsgetrennt sind, pure Mädchenschulen oder pure Jungsschulen. Ich weiß nicht, ob das in allen Bundesländern gibt, aber zumindest in Bonn gab es schon einige davon.

Und da habe ich auch rumgefragt und dann hieß es manchmal, ja, das sind halt die richtig guten Schulen. Also irgendwie, ja, schickt man dann die Kinder dorthin, weil, ja. Du meinst die Mädchenschulen, ne? Mädchenschulen, ja. Ja, genau. Ich habe mal da eine Frage überlegt, weiß nicht, ob das vielleicht einfach fragen, was wäre die norwegische Perspektive? Haben wir sowas in Norwegen?

Wie verbreitet ist das und wie sind die Gesellschaften da unterschiedlich? Also selber als Norweger würde ich sagen, sowas ist eher unvorstellbar oder schwierig vorstellbar in Norwegen. Also wir haben ja religiöse Privatschulen zum Beispiel. Und man sieht ja... Zum Teil, dass in Distrikten oder kleinere Regionen, wenn eine Schule geschlossen wird, organisieren sich manchmal die Eltern.

Also hat man eine neue Privatschule eigentlich, keine offentliche Schule mehr, aber eine neue Privatschule. Und das kann religiös Hintergrund haben, aber auch alternative Pädagogik wie Montessori zum Beispiel. Man hat ja besonders im Widergrund, glaube ich, mehr christliche Privatschulen zum Beispiel. So überall in Norwegen, aber viel an der Küste, der Westküste, glaube ich. Söder, im Süden auch. Im Bible Belt. Getrennte nicht. Hast du die Arnie gehört? Nein, ich habe es auch nicht gehört.

pädagogische oder religiöse Aspekte, aber nicht getrennt sonst. Ich muss gerade noch mal kurz überlegen, ich hatte noch eine Frage, die mir auf der Seele... Ja, ich höre immer, dass der Kindergarten ja sehr beliebt ist, dass man da auch gar nicht unbedingt reinkommt, weil da eine Warteliste ist und dass es dann aber auch wieder abnimmt. Woran liegt das?

Das ist natürlich jetzt eine heikle Frage oder eine schwierige Frage, weil das natürlich auch uns beschäftigt. Ich glaube schon, dass es auch was unter anderem mit dem Leistungsdruck zu tun hat. Also das habe ich eben angedeutet, gerade in der Mittelstufe. Es ist halt so, dass wenn es schwierig wird und wir haben ja, wie gesagt, wir separieren hier eigentlich nicht.

Eigentlich alle Kinder aus der Grundschule gehen weiter bei uns in die fünfte Klasse und die sechste Klasse. Und dann ist es vielleicht schon für einige, die dann sagen, hm. Ich tue mich schwer, zum Beispiel in Mathe oder in einem anderen Fach. Und jetzt kann ich das an der norwegischen Schule vielleicht etwas leichter haben.

Das ist nur ein Grund. Natürlich kann auch ein anderer Grund sein, dass wir vielleicht an manchen Stellen auch nicht so gut sind, wie wir es vielleicht auch selber wollen, dass Eltern oder Kinder auch unzufrieden sind bei uns. Also wir versuchen natürlich immer auch nachzufragen. Ich glaube schon, dass der Kindergarten, da ist es halt noch viel mehr so dadurch, dass er beide Sprachen bietet, halt noch mehr Offenheit hat.

Das heißt, da können wirklich auch Kinder, die erstmal nur Norweg sprechen, hin. In der Schule wird die deutsche Sprache immer wichtiger. Aber es ist schon so, dass wir jetzt auch als ein Ziel haben, uns noch stärker auch Richtung norwegischen, also rein norwegischen Familien zu öffnen. Und ja, das ist auch Teil der Schulentwicklung. Also dann zu gucken, warum...

Warum dünnt es sich nach oben aus? Das ist definitiv so. Das hat auch teilweise ganz unterschiedliche Gründe. Manche gehen, manchen Jagen gehen die Menschen auch einfach zurück nach Deutschland oder so. Aber ja, das ist... Für uns natürlich eine ständige Frage, die wir uns immer wieder stellen müssen und die wir auch als Grundlage für unsere Weiterentwicklung nehmen. Weil klar ist natürlich, wir wollen...

natürlich eher wachsen als kleiner werden. Das haben wir, glaube ich, gar nicht gesagt. 325 Schüler haben wir ja. Und eigentlich ist unser Ziel eher in Richtung, dass wir durchgehend zweizügig sind. Also Zweiklassen haben wir in vielen Stufen, aber nicht in allen. Und ja, Richtung 400 Schüler. Also derzeit haben wir immer so um die 20 Abiturienten, die ihren Abschluss machen. Da wollen wir gerne auch noch ein paar mehr dann halten.

Also ich habe einen super Eindruck bekommen, finde es total spannend und ja, war auch einfach mal schön hier zu sein und dieses wunderschöne Gebäude zu sehen. Wir haben noch eine Frage im Publikum. Hallo, ich bin Smilla und ihr habt ja ganz am Anfang darüber geredet, dass man hier sozusagen zur Oberstufe nochmal wechselt.

und sich dann eben auch in eine Richtung spezialisieren kann, zum Beispiel in Naturwissenschaften. Und da würde es mich jetzt interessieren, wie das in Norwegen ist, in Richtung Studium oder auch dann Ausbildung, wenn man sich dann zum Beispiel nochmal komplett umentscheidet.

ob man dann gewisse Nachteile hat oder ich gehe mal auch davon aus, dass man an der deutschen norwegischen Schule dann das allgemeine Abitur bekommt und sich nicht vorher spezialisiert. In Deutschland gibt es ja das Fachabi, was vielleicht dann... mit dem norwegischen vergleichbar ist und genau wie das dann ist, wenn man sich als Norweger einfach nochmal umentscheidet, zum Studium zum Beispiel.

Also in Wiedergrund, also nach 10. Klasse wählt man ja die weiterführende Ausbildung. Und dann kann man so, also viele wählen ja zum Beispiel, also Studie-Specialisierung, die ähnlich ist oder entsprechend wie hier eigentlich. Man kann dann auch berufliche Studien wählen, zum Beispiel im Gesundheitswesen, Friseur oder andere Sachen. Und dann hat man normalerweise so zwei Jahre, glaube ich.

Studienzeit erst und dann eine Praktikumsphase, zwei Jahre glaube ich, und dann kann man eventuell so eine... Man nennt es Poor Big, sodass man so eine generelle Studiekompetenz kriegt. Man kriegt Endkompetenz in Norwegisch, Samfundsfag, Englisch, Mathe, Naturfag, glaube ich auch. dann kann man viele Studien in der Uni zum Beispiel, also man kann sich dafür bewerben oder man kann sich dafür anmelden. Man kann nicht zum Beispiel Medizin oder also die Studien, die...

Man fordert gewisse Fähigkeiten. Das ist zum Beispiel die NAVI, naturwissenschaftliche Studien. als Privatist zum Beispiel was machen. Aber das ist wirklich auch eine Besonderheit und das finde ich persönlich auch toll, dass man auch gerade nach dem Schulabschluss ganz viel

noch nachholen kann oder eine Prüfung noch mal wiederholen kann. In einem deutschen Abitur, wenn man an dem Tag einen schlechten Tag hatte, dann hat man da eine schlechte Note stehen. Du bist doch kein Arzt. Ja, aber hier kann man dann eben ... Dinge nachholen. Wir hatten eine Schülerin, die wollte noch Medizin studieren, hat gemerkt, oh, dafür brauche ich aber einen Physikschein. Und den kann sie dann einfach nachmachen, wenn sie sich hier sozusagen...

verwählt hatte und das nicht belegt hatte. Und das finde ich eigentlich ganz toll, also dass man hier einfach in ganz vielen Stellen doch nochmal den Umweg gehen kann und etwas, dass das System deutlich weniger starr ist als... als das in Deutschland ist. Es war ja auch in dieser Anfangsliste, die durchgegangen bin, von verschiedenen Niveaus. Da stand eben auch bei der Sekundarstufe 2, dass man das eigentlich bis zum ...

bis man 19 oder 24 Jahre alt ist, sich dort aufhalten kann. Das heißt also innerhalb dieses Blocks, dieses letzten Ausbildungsblocks, kann man nochmal sich umentscheiden und quasi die Sachen noch dazulernen in diesem gleichen System, ohne dass man dann direkt schon eigentlich...

rausgeschmissen wird und das dann noch mal privat an der Berufsschule oder nochmal wieder aufsuchen muss, was ja immer schon auch wieder eine größere Hürde ist. Sobald du immer aus einem System raus bist und dich wieder um ein neues Bemühen musst, sind ja die Wahrscheinlichkeiten, dass du es durchführst und dich dahinter klemmst, viel geringer.

wenn dir gesagt wird, naja, du weißt ja schon, wo du bist, du hast das jetzt gemacht, hast dich umentschieden, dann bleibst du halt nochmal drei Jahre hier und machst das nochmal. Ich sehe das durchaus als sehr positiv an, weil ich halt finde, dass man... Ich meine, wie viele Leute kommen bei uns aus dem Abi und sagen, ich mache mal irgendwas mit Wirtschaft und dann gucke ich, dann macht das ja irgendwie auch so diese Denke. Ich mache irgendwas Generalistisches und dann kann ich mir das als...

Baustein erstmal so hinlegen und dann mache ich danach Psychologie und dann bin ich doch wieder ganz woanders. Also die Denke ist ja ähnlich, aber es ist ja doch mehr verpflichtend, wenn man einmal eine Richtung schon mal einspricht, als wenn man das noch in die Sekundarschule 2 Block absolvieren kann.

Schön, gut, okay. Wir bedanken uns ganz herzlich bei euch für dieses wunderbare Gespräch. Herzlichen Dank, es war sehr schön, ihr habt uns hier wunderschön angerichtet. Danke, dass ihr da wart und den Botschaftsevent habt sausen lassen zu unseren Gunsten. Wir wissen das sehr zu schätzen. deutschen Wein. Deswegen weiß ich, dass ihr einiges geopfert habt, um hier zu sitzen. Und wir freuen uns auf eine neue Folge im November. Wir kommen wieder monatlich.

Wir strengen uns an und wir runden das hier erstmal ab mit einem schönen Applaus für unsere Gäste. Herzlichen Dank.

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