Prozess statt Ratschlag: Lena Dihstelhoff über systemische Prozessbegleitung - podcast episode cover

Prozess statt Ratschlag: Lena Dihstelhoff über systemische Prozessbegleitung

Mar 13, 20251 hr 7 min
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Episode description

Wie systemisches Denken & Fragen nachhaltige Veränderung ermöglicht – statt Lösungen vorzugeben, Entwicklung begleiten.

Veränderung ist kein schneller Prozess – sie braucht Zeit, Reflexion und vor allem eine gute Begleitung. Doch wie gelingt nachhaltige Veränderung wirklich?

In dieser Folge von Mindvolution, dem Podcast des Systemischen Netzwerks, sprechen wir mit Lena Dihstelhoff über systemische Prozessbegleitung und wie sie Menschen hilft, ihre eigenen Lösungen zu finden. Wir diskutieren, warum es nicht darum geht, Ratschläge zu geben, sondern die richtigen Fragen zu stellen – und wie systemisches Denken nachhaltige Veränderungen ermöglicht.

💡 Themen der Folge: ✅ Was macht systemische Prozessbegleitung aus? ✅ Warum Fragen oft wirksamer sind als Ratschläge ✅ Wie systemische Haltung langfristige Veränderung unterstützt ✅ Warum Veränderung nicht von außen kommt, sondern von innen wachsen muss

📌 Weiterführende Links: Buchtipp: https://www.carl-auer.de/liebesaffaren-zwischen-problem-und-losung dieser Podcast enthält freiwillige unbezahlte Werbung

Mehr über Lena Dihstelhoff Lena ist Diplom-Psychologin, systemische Coach, Resilienz-Coach und interkulturelle Trainerin. Als Expertin für mentale Gesundheit begleitet Lena Menschen, Teams und Organisationen bei Herausforderungen. Ihre Schwerpunktthemen sind Stressbewältigung, Resilienzförderung, Selbstfürsorge/Burn-out Prophylaxe und interkulturelles Leben und Arbeiten. Website: https://lenadihstelhoff.de/ Lena´s Angebot: https://beratung-coaching-therapie.sharetribe.com/de/lenad

Social Media | Profile im Web https://systemischesnetzwerk.de/ https://beratung-coaching-therapie.sharetribe.com/ https://www.instagram.com/systemischesnetzwerk https://www.linkedin.com/company/systemisches-netzwerk/ Mehr über unsere Gastgeberin: https://sandrabrauer.de/

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Transcript

Moin moin und herzlich willkommen bei MindVolution, dem Podcast des systemischen Netzwerks, einem Zusammenschluss systemischer Fachkräfte. Wir tragen mit MindVolution dazu bei, dass psychische Gesundheit besprechbar und es selbstverständlich wird,

Unterstützung in schwierigen Lebenslagen hinzuzuziehen. Du erfährst in unserem Podcast, dass es neben den klassischen Psychotherapie-Verfahren auch weitere Hilfsangebote gibt, die kurzfristig zur Verfügung stehen und zu dem, welche Unterschiede es unter diesen insbesondere auch auf dem Coachingmarkt gibt. Unsere Gäste innen lassen hinter die Kulissen ihrer beruflichen Praxis blicken und zeigen dir auf, wie Gesprächsprozesse ablaufen und

wie wirkungsvoll systemische Prozessbegleitung sein kann. In MindVolution erfährst du wie vielfältig systemische Beratung, systemisches Coaching, systemische Therapie und Organisations Entwicklung ist. Wessen Stimme spricht ihr zu dir? Mein Name ist Sandra Brauer, ich bin die Gründerin des Systemischen Netzwerks und Gastgeberinnen unseres Podcasts. Viel Freude

beim Zuhören. Ja, ich sehe Lena vor mir, ich kann sie sehen, ihr leider nicht, ihr könnt sie dafür aber hören und nachdem wir tatsächlich technische Turbulenzen überstanden haben, freuen wir uns sehr auf die aktuelle Folge und sind gespannt auf das Gespräch. Die technischen Turbulenzen könnten eventuell etwas mit deinem aktuellen Aufenthaltsort zu tun haben, das wäre eine Hypothese. Lena, wer bist du und wo sitzt du und was machst du so? Okay, das waren drei

Fragen auf einmal. Ich fang mal an mit, woran könnte die Technik gelegen, also dran geharpert haben. Genau, in diesem Falle durfte der Ton einmal das Mittelmeer überqueren. Es sind nur zweieinhalb Zugstunden, von daher gar nicht so weit weg bis nach Tunesien, wo ich gerade sitze, aber es ist doch auch ein bisschen eine andere Welt, angefangen schon beim Wetter. Wir sind schon im Frühling, ihr seid noch im Winter gerade im Februar. Genau, ich wohne zum Teil in Tunesien und zum

Teil in Marburg, in Hessen. Und jetzt aber bin ich eben gerade, also Winter ist immer schöner, in Tunesien gesagt, wo der Winter schon der Frühling ist. Ja, ich war aber auch letztes Wochenende in Paris, wo ich echt nochmal so fünf Tage lang ohne jeden Sonnenstrahl erleben durfte und hab noch mal gedacht, ja, es macht wirklich einen großen Unterschied und es macht für mich total Sinn, diese Zeit dann eher in Tunesien zu verbringen. Ja, alles richtig gemacht,

würde ich sagen. Gratuliere zu dieser Entscheidung. Danke. Ja, bitte. Vielleicht magst du uns was zu deinen beruflichen Welten verraten. Also wir haben ja hier unsere systemisch angehauchten Kollegen und Kolleginnen eingeladen. Im Ursprung bist du glaube ich Psychologe, wenn ich mich richtig

erinnere und du machst irgendwas mit systemisch. Ich bin im Ursprung Psychologin, hast du ganz richtig in Erinnerung und hab dann längere Zeit in unterschiedlichen Berufen aber immer so überschriftberufliche Reha gearbeitet und ehrlich gesagt dann meistens mit Menschen und ihren

Situationen zu tun gehabt, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Also wenn es körperliche oder psychische Erkrankungen gab und dann aufgrund dessen berufliche Biografien unterbrochen wurden, Neustarts gemacht werden mussten und es also einmal so richtig geruckelt hat im Leben und da ist für mich immer mehr so auch klar geworden, dass ich eigentlich nicht an diesem späten Punkt sozusagen einsetzen möchte, sondern wenn man sich das so anhört und die verschiedenen Schicksalsschläge

immer mal wieder so mitbekommt, fällt eigentlich oft auf, dass das Prozesse sind, die sich so finn und entwickeln und dass es meistens Momente gegeben hätte, wenn da eine Intervention statt gefunden hätte zu einem früheren Zeitpunkt, wo ja schlimmeres hätte verhindert werden können, aber ja, sei es fehlendes Bewusstsein, sei es fehlende Therapiemöglichkeiten, was ja einfach

echt ein riesengroßes Thema ist in Deutschland. Ja, die führen eben dann oftmals dazu, dass wir am Ende dann eher auch aus psychologischer Sicht eben dann mit den Menschen in Kontakt kommen, wenn eben schon irgendeine Erkrankung, irgendein Schicksalsschlag so reingeschlagen hat, dass es erst mal so ein bisschen darum geht, wieder so die Scherben zusammenzusetzen und das war aber eben das, wo ich gesagt habe, das möchte ich nicht langfristig machen, sondern mich interessiert

eher dieser präventive Ansatz und zu gucken, wie kann man das Wissen, das es auch schon gibt, zugänglicher machen und die Menschen befähigen in solchen Situationen, ja, sei es sich entsprechende Hilfe zu holen oder auch selber zu intervinieren und das Ruder sozusagen rumzureißen, um ja, gar nicht erst, ja, psychische Erkrankungen beispielsweise so auszubregen und dann genau, ging es für mich weiter mit der Frage, wie will ich das denn machen und da bin ich dann,

stand ich nochmal an dem Punkt zwischen ja Therapie oder Coaching, was finde ich irgendwie besser, aber wie gesagt, Coaching ist eben dann doch eben der Ansatz, der präventiver auch greifen kann, also frühzeitiger auch greifen kann und ich hatte gute Erfahrungen gemacht mit einer systemischen Supervisorin in einem meiner Arbeitskontexte und von daher war das dann auch für mich klar, dass es eben eine systemische Coaching-Ausbildung sein soll und genau, so bin

ich zum systemischen Coaching gekommen und habe natürlich Psychologenkrankheit, viele Interessen, viele Fortbildungen noch ganz viel rechts und links gemacht, also Resilienzcoach-Ausbildung, Mitrainerausbildung, ganz früher auch meine Mediatorenausbildung, ja, habe ich was vergessen, interkulturelle Trainerausbildung ist kürzlich noch hinzugekommen, also das Lernen hört nie auf, macht Spaß und so ergibt sich ein bunter Blumenstrauß. Genau, jetzt habe ich,

glaube ich, deine Frage beantwortet, wie bin ich dazu gekommen? Du hattest aber noch eine dritte Frage gestellt. Alles gut, ich versuche ja hier in diesem Podcast auch so ein bisschen Übersetzerin zwischen uns und oder auch euch und den Zuhörenden zu sein und du hast nebenbei gerade gesagt du bist mit über die Arbeit mit einer systemischen Supervisorin in den Kontakt gekommen, kannst du vielleicht kurz ausführen, was was ist eine systemische Supervisorin oder

allgemein eine Supervisorin? Vielleicht kennen einige das nicht in der Form? Ja, nagel mich

jetzt auf keine druckreife Definition. Supervision bedeutet ja, die berufliche Tätigkeit zu reflektieren und wie gesagt, ich habe im Bereich berufliche Reha gearbeitet und da eben dann auch viel im Team gearbeitet und dann ging es eben darum zu gucken, wie wir auch mit den Klienten, die wir da hatten, zusammen gearbeitet haben, wie unsere Arbeitsprozesse ineinander gegriffen haben, welche Wahrnehmung Person 1 von dem Klienten hatte oder eben auch Person 2, wie wir uns da gut

verzahnen können, uns abstimmen können, voneinander lernen können, also diese Arbeitsprozesse zu reflektieren und gegebenenfalls auch besser abzustimmen und das Systemische daran war, dass zum Beispiel es eben nie darum ging zu sagen, dass es irgendwie richtig wie Person A das macht und Person D sollte das doch bitte auch so machen oder da ist was jetzt wirklich schief gelaufen und so sollte es richtig sein, also diese Bewertungen und diese Klassifizierungen haben da überhaupt nicht

stattgefunden, sondern es ging ganz viel auch in unserer Zusammenarbeit im Team um Dynamiken, um Muster, um es ist beispielsweise immer Person A, die den ersten Kontakt herstellt und was bedeutet das für Person B, wenn sie erst zum späteren Zeitpunkt hinzutritt, wie ergeben sich solche Dynamiken, was heißt es für die weitere Zusammenarbeit, zum Beispiel, dass dann Person A sagt, die Leute rufen immer nur mich an und ich bin immer die Ansprechpartnerin und Person B

sagt, ich würde aber auch gerne mal so und das eben als so eine Interaktion, als ein Muster zu reflektieren, ohne jetzt zu sagen, da hat Person A einen Fehler gemacht und Person B sollte das aber eben entsprechend anders machen, sondern eher auf dieses Geflecht und auf die Dynamiken draus zu schauen, das ja war so ein systemischer Ansatz, den ich da kennengelernt habe und der mir von Anfang an sehr, sehr gut gefallen hat. Ja, cool. Vielen Dank für die spontanen

Ausführung zur systemischen Supervision. Und tatsächlich bin ich auch ein großer Fan davon, manchmal nenn ich das Team Reflexion, manchmal ist es ja auch eine Art Fallarbeit, die man dort halt betreibt und ich würde mir wünschen, dass in unserer Arbeitswelt auch weg vom sozialen Kontext hin zu allen wirtschaftlichen Obenfeldern halt mehr von oben auf die Tätigkeiten auf das Miteinander geschaut wird, weil für mich wäre das auch ein präventiver Ansatz, der halt konflikten

vorbeugt und Stress vielleicht auch vorbeugt so in dieser Richtung. Ja, absolut. Wobei ich schon denke, dass es das auch gibt. Es heißt halt dann nicht Supervision. Es ist dann vielleicht eher so etwas wie die Teamentwicklung, wo halt dann nochmal geschaut wird, wer hat eigentlich welche Rolle gerade inne, wie laufen Kommunikationsprozesse, was kann man da eben auch noch mal verändern, wie werden bestimmte Situationen wahrgenommen, wie haben wir ein Projekt bearbeitet, was ist gut

gelaufen, was hätten wir anders machen können für die Zukunft, was sind die Learnings. Also, da sind ja Aspekte einer Supervision auch mit drin. Es ist natürlich nicht ganz das gleiche und du sprichst natürlich auch der Punkt an, dass es das natürlich auch noch nicht, also in Gänze überall gibt, sondern das ist noch ausbauffähig und standardisierbarer. Da wäre ich auf jeden Fall

dabei. Mal gucken, wie sich das weiterentwickeln wird. Ich mag noch mal darauf Bezug nehmen, was du uns von deinem Profil erzählt hast, beziehungsweise auch von dem, ich sage mal, Weiterbildungsrausch gerade eben. Das ist, glaube ich, sehr typisch für unsere systemische

Community im Allgemeinen. Das merken wir auch immer, wenn wir uns halt in den Runden treffen und kurz mal erzählen, was wir schon gemacht haben oder in welcher Ausbildung wir aktuell gerade stecken und meistens einen wir uns genau in diesem Punkt, dass wir eine große Neugede haben und

immer sehr, sehr daran interessiert sind, uns weiterzuentwickeln. Und ich finde ja auch diese gerade Weiterbildung im systemischen Bereich, die sind ja auch sehr speziell, weil du häufig ja nicht nur Impulse bekommst oder vielleicht Methoden gezeigt bekommst, wie du mit Klienten und Klientinnen arbeitest. Oftmals geht es ja auch um Haltung und gerne ja auch um die Selbstreflektion. Ich glaube, das macht es auch so besonders und so besonders spannend immer wieder, weil wir dadurch

ja auch selber sehr, sehr viel lernen und unsere Persönlichkeit auch weiterentwickeln. Hast du das auch bisher so erlebt? Ja, auf jeden Fall. Und ich mag den Begriff Weiterbildungsrausch bis trifft. Ich finde mich da genau wieder und habe aber zum Beispiel eben auch auf Grund dieser Intensität gemerkt, dass ich jetzt letztes Jahr im Sommer aus so einem Punkt hatte, wo ich so müde war, wo ich so dachte, oh, das muss doch mal nicht zu einem Ende kommen, aber zumindest mal so eine

Pause haben. Gerade genau wie du es angesprochen hast, dieses ja, sich selber wieder reflektieren, sich selber wieder in Fragestellen, im Gehirn wieder neue Schubladen aufmachen, umräumen, umsortieren, eine neue Ordnung herstellen. Und ich liebe, das macht mir super viel Freude. Aber genau,

das ist auch Arbeit, Arbeit an sich selbst, das ist auch Anstrengung. Und ja, ich finde ich auch legitim auch so in der Selbstbetrachtung da auch mal zu sagen, so, oh, jetzt ist gerade so ein Punkt erreicht, da möchte ich einfach dieses System, diese Ordnung, die ich mir da selber zusammen gebastelt habe, für die nächsten paar Monate mal ruhen lassen und dann darf wieder was Neues dazu kommen, was wieder in Anführungsstrichen Chaos verursacht, weil es nämlich wieder dazu führt,

dass ich alle Schubladen nochmal aufmache, ausräume, mich nochmal frage, sind sie richtig sortiert, muss ich vielleicht noch einen neuen Schrank daneben stellen? Ja, aber das macht halt eben auch spannend. Ja, gerade auch das Sprechen in Bildern, das merke ich jetzt bei dir, bei den Schubladen und auch bei deinem Schrank, ich glaube, dass es auch etwas sehr typisch ist für uns. Wir denken oder arbeiten ja auch gerne mit Bildern und Metaphern. Freut mich,

dass du das hier auch jetzt gerade zum Ausdruf bringst. Ich habe ja eine Lieblingsfrage für quasi unsere Podcastgespräche vorbereitet und ich vermute, du wirst dich an sie erinnern. Und zwar, die stell dir vor, wir bekommen Besuch vom Mars. Wie würdest du einem Marsbewohner,

einer Marsbewohnerin deine Tätigkeit und die systemische Arbeit beschreiben? Also, die Frage hat natürlich eine gute Absicht dahinter und zwar, dass so simple wie möglich zu machen, weil ich oftmals immer wieder in meinem und vielen Umfeldern erlebe, dass nicht ganz klar ist,

was das eigentlich bedeutet. Jetzt hast du es, glaube ich, schon ein bisschen beschrieben, dadurch, dass du erzählt hast, wie du quasi das auch erlebt hast, mit der systemischen Supervision und gerade Perspektivechsel und Co. Aber dennoch vielleicht noch mal runtergebrochen und noch mal mehr vereinfacht. Wie erklären wir denn jetzt einem Marsbewohner, einer Marsbewohnerin,

was systemisches arbeiten ist? Liebe Lena, bitte schön. Ja. Es hat mich sofort denken, dass ein Blechschild, ein selbst gemeintes Blechschild, was ich irgendwann mal in Marokko gefunden habe und gekauft habe, wo so verschiedene Berufsbilder dargestellt wurden. Unter anderem eben auch der, die Psychologe. Und da stehen sich einfach so zwei Menschen gegenüber und reden miteinander. Es steht so ganz viel bla, bla, bla. Und der eine ist aber so völlig, das Gehirn ist am

Blitzen und Blinken und anstrengend. Und ich glaube, so ungefähr sieht Coaching Beraterung Therapie für einen Marsmenschen erst mal aus. Also, es wird viel gesprochen und einer hat vielleicht ganz viele Fragezeichen und genau, wir haben eben gesagt, Schubladen, die sich neu sortieren. Also, da arbeitet es total im Gehirn. Und ansonsten passiert vielleicht vom Äußern draufschauen,

erst mal gar nicht unbedingt so viel. Gerade beim Coaching ist ja auch die Rede davon, dass was das Coaching ausmacht, ist nicht das, was in diesen 60 bis 90 Minuten passiert, sondern das sind die Denkanstöße. Und dann geht der Klient, die Klientin raus und ist eben in der Umsetzung gefordert im wahren, echten Leben. Und dann kann man beim nächsten Mal sich wieder in diesen schönen, geschützten, netten Raum zusammensetzen und schauen, was hat sich denn verändert,

was hat sich Neues ergeben, was sind die weiteren Ansatzpunkte. Genau, aber ja, da wo es eben wirksam wird, ist außerhalb von dieser "Wir stehen uns gegenüber" oder "Sitzen uns gegenüber und

tauschen bla bla bla" Worte aus. Ja, und was passiert eigentlich währenddessen in meinem Verständnis passiert, um auch wieder in so einem Bild zu sprechen, dass jemand kommt mit einem Thema, mit einem Anliegen und ja, vielleicht sehr, ja, deinen Leidensdruck hat sehr eingeschränkt ist in dem Moment mit seiner oder ihrer Sichtweise, also so eine Blockade irgendwo hat, vielleicht so von der Mauer steht, vor so einer Hürde steht und guckt so hoch und weiß gar nicht, was, was

jetzt, wie komme ich da jemals drüber, was soll ich jetzt tun und steht mit der Nase direkt davor und das ganze Blickfeld ist eingenommen von dieser Mauer, von dieser Hürde und was wir dann als systemische Coaches machen ist zu sagen, okay, versuch doch mal gedanklich ein paar Schritte zurückzugehen oder versuch doch mal dich von rechts dieser Hürde anzunehren oder geh mal links rum oder stell dir vor, du werfst ein Adler und würdest von oben da drauf schauen, wie sieht

dann diese Hürde aus und wie würde der Adler damit umgehen und wie würde, würdest du damit umgehen, wenn du die Hürde schon drei Schritte vorher mitbekommst und natürlich auch noch ganz andere Handlungsmöglichkeiten hast, anstelle, wenn du erst schon mit der Nase spitze die Hürde berührend da stehst und ja, so die Perspektive zu verändern, den Blickwinkel zu erweitern und dadurch den, den Möglichkeiten Raum zu vergrößern und im nächsten Schritt dann eben auch Handlungs

Alternativen dadurch anzuregen, aber das ist dann wieder eher das, was außerhalb von diesem Kontext dann passiert, das ist das, was wir an der Stelle tun. Ganz, ganz schön, vielen Dank, das heißt, wenn jetzt jemand zu dir kommt und sagt, so, ich habe da ein Problem, also du hast eben grad von der Blockade gesprochen und sagt, liebe Lena, mach das das Problem bitte weg geht, ich brauche da mal ein paar Tipps, wie würdest du darauf denn reagieren? Ja, das ist die Sehnsucht in

unserer hochkomplexen Welt nach einfachen Lösungen und Antworten. Am besten, genau, bei ChatGPT eingeben und tak, tak, tak, vier Möglichkeiten und dann kann ich die vielleicht noch variierend ausprobieren. Ich muss nicht bei eins anfangen, ich kann auch bei drei anfangen, aber das ist

alles, was ich mir noch an Komplexität selber antun muss. Ja, ich verstehe das menschlich, aber das ist halt in der Regel nicht wirklich von Erfolg gekrönt, wenn ich als die Person, die jetzt da eben diese Blockade hat, das mache, was andere sagen, was alle schon immer gemacht haben, sondern ja, es geht eher darum zu schauen, was ist denn jetzt mein individuell passender

Weg darüber? Und das ist ja jedes Mal wieder unterschiedlich, natürlich kann man sich Anregungen holen, dagegen ist nichts zu sagen, da kann ich auch mal Tipps geben oder sagen, ich habe die und die Erfahrungswerte auch bei anderen mitbekommen, aber eher halt im Sinne von, das ist eine Möglichkeit von vielen und mein erster Ansatz, mein erster Impuls wäre immer erst mal zu schauen, was kann denn die Person, die dieses Thema selbst jetzt gerade hat, an eigenen Vorstellungen

generieren. Auch einfach vor dem Hintergrund, dass jede Situation immer auch sehr individuell ist, also die Hürde ist eine individuelle, die Lebenssituation ist individuell, aber auch die Person, die es betrifft, hat ihre ganz eigenen Stärken und Kompetenzen, die sie da auch dann gut einbringen kann, oder eine ist irgendwie um eine Bild zu bleiben, Hochsprung, Spezialist und da ist die Hürde auch mit zwei Metern noch relativ klein, das ist überhaupt gar kein Ding,

die nächste Person sagt immer, nee, ich habe Angst vor Höhe, also drüber springen ist keine Option, ich müsste vielleicht eher schauen, keine Ahnung, kann ich mir ein Loch drunter her buddeln, also ja, die Ansätze sind ja aufgrund der Unterschiedlichkeit der Menschen und der Unterschiedlichkeit der Situationen immer wieder ganz ganz anders und deswegen ist es so wichtig, dass die Person selbst Ideen generiert und entwickelt, denn sie selbst kennt eben die

ihre Lebensumstände am allerbesten und kann am ehesten einschätzen, ob ja, eine eine Lösungsalternative von Erfolge krönt ist oder eben gar nichts für sie ist.

Ja, danke, danke für die Ausführung, ich glaube, das ist ganz hilfreich, das halt zu wissen, damit halt auch keine falsche Erwartung an so eine systemische Prozessbegleitung gerichtet wird, natürlich kann man das an uns richten, aber wir würden es ja eh in einem Kindergespräch oder ähnliches aufklären, wie wir arbeiten, das ist ja meistens dann auch der Staat, dass man kurz schaut, was wünscht sich der oder diejenige, die zu uns kommt und wie gehen wir dann damit um und

sind für überhaupt die passende Person dafür und so weiter und so fort, ich denke, das machst du genauso wie andere auch und dann halt auch zu sagen, okay, du kriegst jetzt hier von mir keine fertigen Lösungen, wie es übrigens gerne mal, die ich nenn sie jetzt wieder pseudo-coach ist, ja auf gewissem Plattform auch gerne verkaufen, dass man genau die Lösung für ein vermeintliches Problem hat und das am besten in irgendeinem Online-Kurs bereitstellt, den man dann buchen kann

und innerhalb von ein paar Wochen ist die Lösung da, du weißt viel sehe ich mich immer über dieses Thema aufrege und das ist ja auch genau der Unterschied. Ja, genau, ich höre bei dir auch sofort eine Funke-Emotionalität in der Stimme, kann das sein oder ist das eine Interpretation, die nicht richtig ist? Das ist eine wertzutreffende Interpretation. Das hatten wir doch glaube ich auch schon mal, oder? Bestimmt. Ja, das ist natürlich auch ein Thema, dass die Gemüter

bewegt und auch erregt und auch völlig zurecht werden. Genau, Coaching ist kein geschützter Begriff, es kann sich erst mal jeder so nennen und dementsprechend gibt es auch eine ganze Menge schwarzer Schafe und ja, da ist es natürlich auch an uns immer wieder genau aufzuklären, wie wir arbeiten, wo wir unsere Ausbildung gemacht haben, wo wir uns vernetzen, wo wir uns weiterbilden und wie wir unser Wissen auf dem Marktwellen standhalten. Ja, ja danke. Mir geht gerade noch einen Punkt

durch den Kopf, der so ein bisschen anschließt. Einerseits an deine Biografie, die wir ja nur ganz koppem Rissen bekommen haben, aber tatsächlich, ich denke gerade an die Psychologen, dann denke ich an den oder die systemische Coach und ich denke natürlich auch an den Menschen und das Ganze führt mich zu meiner nächsten Frage und zwar, was meinst du, würdest du dich selber als Systemikerin bezeichnen, vielleicht auch mit diesen ganzen Hüten, die du oder die wir im

Allgemeinen ja auch in uns tragen? Also würdest du sagen, ich bin Systemikerin? Wenn ja, warum und wenn nein, warum nicht? Ja, ich bin jetzt keine Systemikerin im Sinne von, dass ich mich ganz viel mit Theorie beschäftige und dir da die ganze Historie wiedergeben könnte und so, aber in Erhaltung würde ich auf jeden Fall sagen, dass ich mich auch als Systemikerin definiere und

ja, es ist auch im Grunde so ein bisschen umgekehrt. Also ich habe nicht eine systemische Ausbildung gemacht und bin dann Systemikerin geworden, sondern ich habe für mich gemerkt, ich bringe ein gewisses Menschenbild mit. Der Grund, warum ich Psychologie studiert habe,

war, weil ich neugierig war. Ich habe immer für mich wahrgenommen, Menschen sind so unterschiedlich und es gibt eine gewisse sozusagen Basisausstattung und trotzdem gibt es eben komplett unterschiedliche Lebensformen, Verhaltensweisen, Biografien und das hat mich neugierig gemacht, wie das eigentlich sein kann und das ist auch immer wieder das, was mich jetzt in meiner Arbeit auch so kitzelt, so dieses Dahinter zu steigen, mit Menschen in Kontakt zu kommen, um mitzubekommen, wie

wie ticken die eigentlich, welche Glaubenssätze haben, welche Verhaltensmuster haben die und das ist eben auch eine eine Haltung im systemischen Arbeiten, nämlich diese konstruktivistische Denkweise, dass eben der Mensch sich selber seine Wirklichkeit konstruiert und in diesem

Denkrahmen, dass es immer auch sinnvoll ist, also wir machen nichts, um uns selber zu schädigen. Es kann sein, dass dieses Verhalten irgendwann mal schädigend wird, aber in der Regel geht es irgendwie auf etwas zurück, was mal total sinnvoll und gut war und einen gewissen Zweck erfüllt hat und dann hat sich das Leben weiterentwickelt und diese Art des Verhaltens hat seinen Daseinszweck, seinen ursprünglichen Verloren, hat sich aber als Muster eingeschlichen und hat halt heute dann

vielleicht eher nachteilige Effekte oder hat auch nachteilige Effekte für andere, aber dieses davon auszugehen, dass der Mensch gute Absichten hat und innerhalb seines Lebens- und Denk- und Handlungsrahmen agiert, der aber halt eben komplett unterschiedlich ist, je nachdem welche Erfahrungen ich gemacht habe, welche Erziehung ich genossen habe, auch in welchem Land ich ausgewachsen bin, also Kultur steht ja auch eine ganz große Rolle und diese Einzelkonstruktion

mitzubekommen und manchmal eben auch zu dekonstruieren, damit sie sich wieder neu und förderlicher für die Person zusammensetzen können. Genau, das war etwas, wo ich gemerkt habe, okay, das ist das, wo ich herkomme, was ich mitbringe und was im systemischen Arbeiten genau

seinen Platz gefunden hat. Ja, danke. Also ich habe auch gerade noch mal notiert, diese Ansatz oder diese Haltung, Probleme sind Lösungsversuche, also Lösungsversuche eben, man hat halt versucht, sich eine Lösung für eine bestimmte Situation zu überlegen und stellt dann vielleicht im Nachhinein fest, oh, es war nicht die beste Lösung, es führt zu einem

Folgeproblem und dann muss ich mal gucken, was ich tun kann. Ja, und das deckt sich, finde ich, ganz gut mit deiner Formulierung der guten Absicht, das ist auch übrigens auch immer meine Lieblingsfrage, die gute Absicht des Problems zu erkunden und da fällt mir ein Buch von Gunther Schmidter zu ein "Liebesaffären zwischen Problem und Lösung". Ich weiß nicht, ob du das kennst, das ist so eines meiner liebsten Fachbücher aus dem hygnosystemischen, also nicht, dass ich eine hygnosystemische

Ausbildung gemacht habe, aber das Buch ist halt gut. "Behind the scenes" Lena schreibt gerade auf

und notiert sich anscheinend den Buchtipp. Bei Buchtipps bin ich immer sofort zu haben. Ja, es wundert mich gar nicht, es kommt auch in die Shownotes, falls jemand anderes das noch mal lesen möchte, sehr gerne und ich finde, dass es so akzeptierende, so liebevolle Sichtweise auf Menschen und halt die Umstände, in denen sie leben, dass ja vielleicht auch genau dadurch dieses gute, wohlich warme Gefühl entsteht und wenn wir in einem solchen Gefühl sind, dann können wir viel

leichter, vielleicht auch kreativ werden, andere Lösungen zu entwickeln und das mag ich so sehr

an diesem Ansatz und auch der Haltung, die da so dahintersteckt. Ja und es hat ja auch wieder so was entlastendes und selbstwertstärkendes, denn das ist auch etwas, was ich bei meinen Klienten und Klientinnen erlebe, diese sich selber Vorwürfe machen, warum habe ich denn nicht und immer mache ich das falsch und da halt hinzugehen und zu sagen, ja, das ist das, wie es halt sich der Zeit darstellt, aber ursprünglich war das eben eine sinnvolle Verhaltensweise und die hat dir 10,

15 Jahre lang sehr wohl gedient und dich bis dahin gebracht und ja, jetzt ist es eben an dir zu erkennen, dass du es schon, dass es nicht mehr angemessen ist und ja, es ist nicht einfach, es umzustellen, aber nur weil es heute nicht mehr passt, heißt es nicht, dass du es 10, 15 Jahre lang schlecht falsch doof gemacht hast. Es ist einfach nur jetzt der Punkt, was zu ändern.

Ja, das ist schön. Meinst du, seitdem du diese systemische Weiterbildung gemacht hast, dass sich seitdem auch deine Beziehungen in irgendeiner Form verändert haben oder vielleicht auch der Blick auf andere Menschen gar nicht nur unbedingt im Coaching-Kontext? Also diese Neugierde, dieses Verstehen wollen, was andere antreibt, warum sie sich wie verhalten, warum das für sie so stimmig ist, wie gesagt, das war schon vorher da, das hat sich nochmal verstärkt durch

die systemische Weiterbildung und Sichtweise. Manchmal ist es auch ein bisschen anstrengend, um aus dem Nähkästchen zu plaudern. Ich bin nicht so sehr konfliktfreudig und es fällt mir manchmal schwer auch in Konflikten so meinen Standpunkt mit aller Inbrust zu verteidigen, weil genau diese Empathie und dieses Verstehen wollen und dann vielleicht auch in Ansätzen verstehen, was bei meinem Gegenüber los ist. Manchmal dazu führt, dass ich denke,

ah, deswegen ist es so kapiert. Deswegen hat er sich so und so verhalten. Ja, jetzt verstehe ich, das macht es Sinn, was nicht heißt, dass ich das gut heisse. Aber dann ist halt schon so eine ganze Portion Wut irgendwie auch wieder verraucht. Und genau, deswegen ist es manchmal auch, also für mich auch durchaus im Zwischenmenschlichen, im Alltag gar nicht so einfach, wenn ich immer so im Verständnis bin und damit auch viel bei anderen bin und manchmal gar nicht so sehr

bei mir. Also das hat es vielleicht noch mal so ein bisschen verstärkt. Das ist, denke ich, für mich auch noch mal so eine persönliche Weiterentwicklung, diese Balance da auch zu halten und zu sagen, okay, ich verstehe dich, aber nichts ist so trotz Grenze und hier so will ich nicht, machen wir nicht. Bei allem Verständnis, ja und ansonsten bin ich natürlich einfach auch Mensch und wenn gewisse Triggerpunkte gedrückt werden, dann bin ich auch einfach sauer wütend und

überlege, was hat denn der andere jetzt falsch gemacht und ich natürlich nicht. Also da kann ich mich auch nicht von frei strechen. Wie schön. Eigentlich schön, oder? Hat was lebendiges. Ja, genau, ja, also der auch irgendwie komisch so. Ich glaube, es würde auch vielerlei Beziehungen erschweren, wenn man jetzt nur noch so therapeutisch, coachmäßig da her sprechen würde im normalen Zwischenmenschlichen Kontakt mit, glaube ich, auch gegenüber irgendwann denken, so, hey,

was ist jetzt hier gerade Phase? Hab ich dich gebucht heute? Nein, kannst du normal mit mir reden, aber klar, eine gewisse Haltung, das schimmert nichts so trotz auch durch. Also die kann ich natürlich nicht abstreifen und lass sie in meinem Coachingraum liegen. Ja, ich musste gerade an eine Situation denken. Es ist schon ein bisschen her. Ich glaube, ich war gerade frisch aus der systemischen Beratungsausbildung raus oder in den letzten Zügen, ich weiß nicht mehr genau an

welchem Punkt ich war und eine Freundin meinte, jetzt reicht es reicht. Du hast gar keinen Auftrag, du hast keinen Auftrag, ich habe dich nicht um Unterstützung gebeten und ich war so in meinem Film drin, dass ich halt bei jedem Gespräch in meinem privaten Umfeld Anlass sah, um jetzt sämtliche Methodik, die ich nun in den letzten zwei Jahren gelernt habe anzuwenden und dieses Feedback von außen war sehr wertvoll. Also ich bin hier heute noch dankbar, falls ihr die Folge hört, ich glaube,

sie weiß, wer gerade gemeint ist. Und ich finde, solches Feedback vom Umfeld zu bekommen, das sortiert dann vielleicht auch nochmal unser System, dass wir wissen, okay, wir sind Mensch, wir sind vielleicht auch Partner-Partnerin, wir haben unsere Emotionen, wir haben vielleicht auch unsere kleinen Pausstellen in uns oder Themen und treten halt nicht immer in dieser

professionellen Rolle auf. Aber ich glaube schon, dass wir vielleicht auch unbewusst ganz schön viele Anteile haben, wenn wir länger systemisch arbeiten, die sich natürlich in anderen Lebensbereiche übertragen haben. Und das muss ja nichts Schlechtes sein, so wie du das ja auch beschrieben hast.

Es hat ja sehr viel Gutes mit sich in diesem liebevollen Blick und vielleicht dann das eine oder andere Mal halt auch die Grenze, so dass man halt sagt, na ja, in der menschlichen Rolle hätte ich jetzt vielleicht mal eher, wie ich mal meinen Impulsen nachgegangen hätte auch mal was rausgelassen und hätte ich immer alles unter Kontrolle behalten und mit vielen Worten halt versucht, das einzuordnen oder ähnliches. Ja, ist ja auch anstrengend, also immer so sich selber in Kontrolle zu haben.

uns überblickt und darum geht es ja auch nicht. Also das ist ja nicht das systemische Denken, jetzt wirklich nur noch zu denken und alles, was so an Natur, an Gefühlen irgendwie da ist, überzuregulieren. Also da würden wir auch dem Konzept entgegenlaufen. Aber vielleicht zu gucken, genau. Was heißt das, wenn ich mitmütig bin? Muss ich jetzt dem anderen einfach auf die Rübe geben oder kann ich das verbal ausdrücken oder kann ich es vielleicht auch manchmal gar nicht

ausdrücken. Aber das ist zum Beispiel auch so ein Thema, umgang mit unangenehmen Gefühlen und dann auch noch mit so einer kraftvollen Gefühl wie Wut. Das ist etwas, was ich gerade bei vielen von meinen Klientinnen, also Männer wie Frauen erlebe, dass irgendwelche Dinge nicht so laufen und dann entwickelt sich so eine Wut, was auch immer ganz spannend ist zu gucken. Ja, ist es eigentlich eine Wut auf das Gegenüber oder hat es vielleicht auch sehr viel mit mir selber zu tun, bin ich

mütend, weil ich es habe dazu kommen lassen. Und dann gibt es ganz oft so diesen Impuls. Ja, bei Wut, das gehört sich ja gesellschaftlich nicht. Man darf halt ja natürlich eben niemanden hauen, schlagen wie auch immer und im Arbeitskontext auch nicht rumbrüllen und also erst mal weg damit,

runterschlucken, weg damit, das gehört hier nicht hin und ja, total total fatal eigentlich auch. Also zum einen dieses, das nicht wahr haben wollen, obwohl da ja auch ganz viel Information drin steckt, warum bin ich wütend, welche Grenze wird da gerade überschritten, welcher meiner Werte wird da vielleicht gerade verletzt, kann unglaublich erhellend sein sich damit zu beschäftigen. Und es ist halt eben auch einfach eine so krachtvolle Emotion, die mit so vielen komplexen Körpervorgängen

und Adrenalinausstoßen, also etwas assoziiert ist. Wenn ich das nicht sein lassen darf und es einfach, naja, versuche wegzudrücken, dann brodelt das in mir und da halt zu sagen, okay, gut, ich habe verstanden, ich bin wütend und ich habe eine gewisse Haltung, ich habe eine gewisse Denkweise. Ich möchte niemanden verletzen, vielleicht auch nicht mitworten, aber ich muss trotzdem in meiner

Selbstführung jetzt das mit dieser Energie machen, die da in mir wirkt. Ja, das finde ich gehört eben auch zu, ja, zum Thema Selbstführung, zum Thema aber auch systemische Haltung und zum Umgang mit unserem Menschsein im Ganzen und nicht nur mit Kognitionen. Wenn jetzt jemand zu dir kommt, also ich weiß nicht, vielleicht hast du gerade eine oder zwei Personen vor Augen, wie gehst du

dann vor? Teilweise glaube ich hätte man das jetzt schon raushören können, aber vielleicht noch mal so ein bisschen plakativer, also wenn jemand sagt, ich rieche mich immer so auf oder irgendwie habe ich das Gefühl, ich kann mich selbst nicht mehr kontrollieren, was wären dann so deine ersten Ansätze, wie du mit dieser Person arbeitest, weil wir haben ja gelernt, wir geben keine Radsticke, wir geben keine Erfehlungen, sondern wir stellen ja Fragen und begleiten so einen Prozess in Richtung

eigener Lösungskreation. Was machst du dann? Ja, jetzt ist natürlich schon die Frage, wie sehr gehen wir in die Problemanalyse oder versuchen wir eher schon in Richtung Lösungsplaneten zu gehen,

das ist ja auch immer so, wo sich die Geifte auch durchaus scheiden. Also systemisches Arbeiten, systemisches Coaching geht ja davon aus, dass ich am Anfang eben versuche, mich erst mal ein Stück weit von diesem Problemdenken zu lösen und eher recht früh schon im Prozess, leicht zu beginnen, eine Art von Lösungszustand zu formulieren, also ich will nicht mehr wütend sein, was willst du dann stattdessen, sondern daher wäre erst mal der erste Schritt zu gucken, gibt es so einen

Zielzustand, den wir da definieren können und dann unterscheiden sich die Systemiker an der Stelle durchaus auch, ob sie sagen, okay, ich gehe gar nicht mehr groß in das Problem rein oder halt eben doch und ja, ich mag schon ganz gerne immer noch so ein bisschen das Problem, das Thema beleuchten und von daher würde ich an der Stelle schon hingehen und sagen okay, dann schildert doch mal so eine typische Situation, in der du wütend warst, was war denn da los, was war vorher passiert, was

passiert währenddessen, der ist anwesend, wie geht es dir, wie ist deine Umgebung, gibt es irgendwelche Hinweisreize aus der Umgebung, die auch mit diesem Gefühl zu tun haben können, wie reagierst du, wie reagierst du im ersten Schritt, im zweiten Schritt, was macht dein Körper währenddessen, wo spürst du diese Wut und ja, ich mag halt gerne auch arbeiten, nicht nur mit Worten, sondern wie du auch schon festgestellt hast mit Bildern oder auch mit so kleinen,

scenarischen Interventionen, also wenn jetzt zum Beispiel dann die Person sagen würde, oh diese Wut, die sitzt so in meinem Bauch, ich spür die so in meinem Bauch, so dann würde ich versuchen eben genau das anzusprechen, so okay, wenn dann versuch mal dich genau dahin zu konzentrieren, kannst du die gerade spüren, dass die gerade anwesen, hast du einen Zugang dazu, was würde dir dieses Gefühl im deinem Bauch jetzt sagen, wenn es sprechen könnte und also auch eben wieder

aus diesem Denken rauszukommen und Gefühlen und Körperprozessen auch mehr Raum zu geben oder auch zu sagen, ja, man kann eine Wut auch mal sich als Person, als Figur vorstellen und kann die vielleicht auch einladen und einen weiteren Stuhl hinzufügen und die Wut mal da drauf setzen und dann die Wut auch wirklich mal einladen, denn ja, wie gesagt, oft ist die ja eher so ein bisschen verdammt und darf gar nicht sein und sie da mal frei sprechen zu lassen und ihr den Raum

zu geben und sie anzuhören und dann zu überlegen, okay, was braucht denn diese Wut eigentlich, was sagt sie uns denn da und wie könnte man das befriedigen, ohne jetzt den dritten Weltkrieg

auszugen? Genau, das werden so Ideen. Ja, und sonst kommt es natürlich immer auf den speziellen Fall drauf an, aber ich glaube, da hast du gerade schon auch einen kleinen Rausch davon oder einen Eindruck gegeben, was man machen könnte, gerade dieses Ergründen des Problems, gar nicht um ein Problem zu baden, sondern vielleicht die Strukturen und das

dahinter liegende Muster zu erkennen. Das ist ja das Wertvolle an der Problemerkundung. So würde ich das auch immer sehen, um dann halt zu gucken, okay, und wie kann man das vielleicht dann auch auflösen, so dass das Muster ein bisschen unterbrochen wird oder in eine andere Richtung halt gelenkt werden kann. Ja, genau. Also, das ist etwas, was ich sehr gerne mag. Okay, es gibt so ein Thema, das wird erstmal beschrieben und dann aber eben davon ausgehend zu gucken, was steckt

eigentlich noch dahinter und vielleicht auf ein bisschen tiefer zu gehen. Und das sind eben oftmals auch gar nicht Dinge, die so auf der Oberfläche klar sind und wo die die Klienten, die Klientinnen, das am Anfang genau so benennen könnten, sondern das ist ein, ja, wie so eine Zwiebel, die man schält und so die unterschiedlichen Schichten erstmal freilegt, damit eben auch, ja, für die Person selber dann klar wird, okay, das, das liegt irgendwie dahinter. Das ist das,

was mich hier bewegt, was mich auf die Palme bringt. Das ist das Muster, was hier immer wieder anstrengt. Ah, das kommt vielleicht da und da her oder vielleicht auch nicht, muss man auch nicht immer klären, aber so ein Eigenverständnis zu entwickeln, um sich selber so ein bisschen, ja, auf die Spur zu kommen und dann eben mit diesen neuen Hinweisen zu sagen, okay, gut, aber wenn das nächste Mal die Situation aufdrückt, dann werde ich es halt eben jetzt anders machen, weil dieser

Lösungsversuch führt halt eben leider nicht zu dem gewünschten Ergebnis. Und wenn ich eben, ja, da und dahin möchte, dann probiere ich das mit dem Wissen, das ich jetzt erlangt habe, auf eine

andere Art und Weise. Ja, und ich glaube ganz viel geht halt über auch die Akzeptanz dessen, was halt da ist, also das, was du auch eben gesagt hast, überhaupt diese Emotionen zu akzeptieren und zu tolerieren und dann halt erst zu schauen, gut, also vielleicht ist es auch einfach okay, dass die da ist, vielleicht muss sie auch gar nicht permanent verabschiedet werden und manchmal darf sie eben da sein und manchmal möchte man sie vielleicht leiser stellen, also ich habe immer

da das Bild des Lautstärkereglers, um dann halt aber vielleicht ein bisschen Tools zu bekommen, mentalen oder kognitiven Sinne diesen Lautstärkeregler eben bedienen zu können und das eben, indem man sich selbst ein bisschen mehr versteht und so eine Klarheit über seine innere Welt erlangt und ich finde, da sind wir fast schon so in so einem halbpsychologischen Bereich, weil ich verbinde gerne mal systemisches Coaching und systemische Beratung mit halber Strecke auf

dem Weg irgendwann in Richtung Psychotherapie, ohne dass wir ja in therapeutische Kontexte gehen,

aber dennoch, da ist ja ein Funke davon so ein bisschen da. Was ich ganz spannend bei deinen Ausführungen fand, ist, wenn ich es richtig verstanden habe, deine Auslegung, was systemisches Coaching eigentlich bedeutet, beziehungsweise wer ein systemisches Coaching in Anspruch nehmen könnte, zumindest habe ich nicht herausgehört, dass du eine Unterscheidung zwischen arbeitsweltlichen und persönlichen Themen machst, sondern quasi jeder und jede,

vielleicht auch mit ihrem Anliegen zu dir kommen könnte und ich kenne es tatsächlich von einen Berufs- und Fachverbänden so, dass man dort gerne eine Unterscheidung macht. Systemisches Coaching sind immer arbeitsweltliche Themen, systemische Beratungen sind eher Familien oder Partie so in dieser Richtung. Vielleicht kannst du dazu noch mal was sagen, was so dein Verständnis von systemischem Coaching ist und wen du gerne in, ja in dein oder mit deiner Arbeit unterstützt,

also wäre es bei dir richtig an der Stelle, wie verstehst du das? Ja, ich finde diese Trennung zwischen ja beruflichen Themen und privaten Anbieten oder ja Themen, die eben das Privatleben betreffen, finde ich persönlich ein bisschen künstlich, denn am Ende sind wir Menschen mit unseren Anliegen, Themen, Mustern, Glaubenssätzen und so weiter und so fort und das, was uns im privaten beschäftigt und vielleicht auch manchmal Steine in den Weg legt, tut es ebenso auch dann

in beruflichen Kontexten. Manchmal natürlich mit einer gewissen anderen Ausprägung, weil wir natürlich unser Verhalten situationsangepasst auch verändern, aber ja, wenn ich wenig empathisch bin, dann habe ich ein Thema mit meinem Ehepartner, Ehepartnerin und gleichzeitig aber auch mit

meinen Teammitgliedern. So, deswegen, also ich finde diese Trennung ein bisschen künstlich und verstehe das primär eigentlich so, dass eben das ist, wie sich das so geschichtlich entwickelt hat, das Coaching eben auch vom Namen, vom Label her ursprünglich etwas war, was halt vor einigen Führungskräfte bekommen haben und was eben im Arbeitskontext sich abgespielt hat und ja, Beratung, Therapie, das ist eher das, wo die Menschen mit ihren privaten Anliegen hingehen,

aber wie gesagt, ich finde nicht, dass von der methodischen Herangehensweise, das eine, das andere ausschließt eher im Gegenteil. Also auch das ist ja auch wieder dieses systemische, ganzheitliche Denken, die Umgebung und das Setting mitzudenken und ja eben auch zu schauen, was, wenn ich mit einer Person arbeite, was hat das für Auswirkungen auf die Menschen mit denen, ja, die Person viel Zeit verbringt und genau, deswegen Familie oder Beruf oder auch Freundeskreis

ist für mich an der Stelle alles passend. Dann hattest du noch gefragt,

mit welchen Themen kommen Menschen zu mir? Ich habe natürlich einen Bereich, wo ich sage, da habe ich ein gewisses Fachwissen und eine Expertise, was jetzt nicht mit Tipps geben zu verwechseln ist, aber wo ich mich einfach sehr gut auskenne und auch ja, mitdenken kann und das sind zum einen, ist das eben der Bereich mentale Gesundheit, das ist eben auch das, wo ich originär Quarausbildung, Psychologie herkomme, also diese Themen wie Stressbewältigung, Resilienzförderung

und auch Selbstführung, also eben zu gucken, ja, was, was brauche ich, was tut mir gut, wieso habe ich gut für mich, ja, wie kann ich meinen eigenen Weg so gestalten und als zweiter Themenbereich, was mich jetzt eben auch aufgrund meiner persönlichen Situation, meiner privaten Situation nochmal sehr interessiert, ist eben das Thema Kultur und kulturelle Prägung und ja, was macht es mit mir, wenn ich aus meiner eigenen Kultur weggehe, manchmal freiwillig,

manchmal unfreiwillig und mich irgendwo anders zurechtfinde, wo sehr andere Standards herrschen und was macht es mit mir und meiner auch mentalen psychischen Gesundheit, da gibt es ja auch sehr enge Verbindungen, wenn ich also vorher sehr genau wusste, wie der Hase läuft und wie es so tickt und habe mich als eine sehr kompetente Person wahrgenommen und befinde mich auf einmal dann in einem Kontext, wo alles neu ist und wo ich viele Misserfolge habe, viele Missverständnisse

erlebe, macht es auch sehr stark, was mit meiner Selbstwirksamkeit, also da gibt es einfach viele Überschneidungen auch zwischen diesem Thema mentale Gesundheit und ja, kulturelle Prägung, kulturelle Zusammenarbeit und was ich eben auch spannend finde, ist, wie verändert Kultur oder wie verändern sich Dynamiken im Team, in der Arbeitswelt, in Organisationen, in Unternehmen, wenn Menschen aus vielen verschiedenen Kulturen aufeinandertreffen und ja, sich neu orientieren,

was ist denn jetzt für uns die richtige gute Art und Weise, unsere Arbeit hier wirklich auch zu schaffen und das ist natürlich eben auch eine Situation, die wir so ein bisschen im Zuge des Thema Fachkräftemangel erleben, also wenn ich als Unternehmen sage, ich fick die Arbeit hier nicht mehr geschafft, ich muss jetzt auf Fachkräfte aus welchen Ländern auch immer zurückgreifen und was passiert dann eigentlich, werden die dann alle Deutsch und ja, machen wir dann alle unsere

ganz klassischen deutschen Verhaltensweisen und Regeln und Normen weiter oder gibt es nicht auch ein Stück weit eine Notwendigkeit, Notwendigkeit im Sinne von, damit auch die Arbeit wirklich gut erledigt werden kann und damit alle, alle mehr Teiligten auch auf eine gesunde Art und Weise

arbeiten können und nicht zu viel Stress erleben, kein Burnout erfahren und so weiter. Also dann nochmal hin zu gucken und zu schauen, welche Veränderungen müssen wir vielleicht jetzt vornehmen, um unsere Arbeit dann mit der gewohnten Qualität fortführen zu können und ja, das ist etwas, was ich gerne begleiten möchte mit eben, ja, dann sind wir weniger oder auch vielleicht im Einzelfall beim Thema Coaching, aber eher eben im Bereich Teamentwicklung,

Change Management, Organisationsentwicklung, ja, das sind so die Themen, mit denen man mich gerne

ansprechen kann. Ja, ich finde gerade auch, wenn wir, weil sie offen für ganz viele Themen sind und du jetzt beschrieben hast, du hast so einen kleinen Strauß, wo du sehr gerne auch nach außen strahlen magst, mit hier spreche ich dazu an, oftmals sprechen wir in diesen Kontexten auch die gleiche Sprache, also ich merke das zum Beispiel, wenn ich an Hochschulen unterwegs bin, ich habe mal an Hochschulen gearbeitet und ich werde immer noch ganz gerne angefragt

für Coachings oder auch Teamgeschichten und so und das hängt natürlich damit zusammen, dass ich ja die Sprache noch spreche. Also man muss es mir nicht weiter erklären, worum es da geht und ich finde, dann hat man schon eine gewisse Anschlussfähigkeit an die Person in diesem Kontext und nutzt aber dann dennoch das Metaebenen Know-how aus dem Systemischen

und kann sich dann da halt auch mit der Systemischen Haltung ganz gut einfinden. Vielleicht, ja, vielleicht ist es auch das, was es dann manchmal für uns entweder einfach macht oder es unterstützt zu sagen, ich habe halt so bestimmte Teilbereiche, wo ich mich besonders wohlfühle, vielleicht auch die Wirksamkeit, ich finde Wirksamkeit ist beim Systemischen Arbeiten auch immer ein großer Punkt, also wo fühle ich mich besonders wirksam, wo denke ich, dass mein Handeln einen Sinn hat

und gerade so wie du das beschrieben hast, auch mit der Interkulturalität, ich meine, du lebst selbst in Tunesien und in Marburg, da hast du ja auch ganz viele Anknüpfungspunkte und wahrscheinlich auch sehr viel Verständnis und sprichst vermutlich auch in gewisser Weise im übertragenen Sinne die Sprache dieser Themenwelten dann, ne? Ja, genau. Ja, was auch dazu führt,

dass ich ohne das jemals geplant zu haben in drei Sprachen unterwegs bin, ne? Also ich arbeite auf Deutsch, ich arbeite auf Französisch, sogar ungefähr einen gleichen Teil hin momentan und auch auf Englisch, ja, ein Leben zwischen den Welten und ein Arbeiten zwischen den Welten und dann

auch einen Arbeiten in verschiedenen Sprachwelten, ne? Das ist auch etwas, was mich so durch meine ja beruflich private Situationen ergeben hat, dass ich zwar auf Deutsch arbeite, aber in fast gleichen Teilen auch auf Französisch und gelegentlich auch auf Englisch und genau, ja, das ja sogar das, ne? Also nicht nur quasi, nicht nur das, was ich jetzt im übertragenen Sinne meinte, sondern du

warst jetzt mal ganz pragmatisch und hast das gerade noch hinzugefügt, natürlich. Also das ist sicher auch ein Punkt, gerade wenn du in einem fremden Land bist und nicht nur als jetzt Deutsche dort halt agierst, sondern eben auch dich einfügst, dann hast du ja auch vielleicht die Möglichkeit, da halt auch konkret deine Arbeit anzuwenden, weil das stelle ich mir tatsächlich

auch sehr interessant vor. Ich weiß jetzt nicht, wie Thunesien so aufgestellt ist und ob so systemische Beratungssystemisches Coaching da schon ein Standard ist oder ob du quasi viel Erklärung brauchst bis jemand dich tatsächlich da anspricht und da hilft natürlich schon vielleicht eine Ähnlichkeit halt

auch, also eine Ähnlichkeit oder eine Nähe, Durchhalt, Sprache und Beziehung. Wie ist das da so? Also wirst du da überhaupt angesprochen oder sind deine klienten, klientinnen, Kunden, Kundinnen eher aus dem Marburger Kreis und noch aus Deutschland, arbeitest du viel online? Wie ist das so? Ziemlich ein Rausch an Fragen, ne? Sorry. Nicht sehr systemisch gecoached an der Stelle. Nein,

alles gut. War auch nie der Anspruch. Nein, also ich arbeite viel online, klar. Ich arbeite aber auch viel hier vor Ort, also in Thunesien dann oder halt in Deutschland sein und Coaching ist tatsächlich ein Begriff, aber ja quasi so ähnlich wie in Deutschland, also kein geschützter Begriff und es ist ein Trend, könnte man durchaus schon so sagen, weil es einen großen Bedarf auch gibt, also ja die Situation ist vielleicht, man könnte fast sagen ähnlich wie in Deutschland, aber

natürlich auch noch ein bisschen dramatischer, also viel Unsicherheit, politische Instabilität,

Inflation. Das kennen wir mittlerweile in Deutschland alles auch, aber ja noch mal auf einem anderen Level und genau das führt natürlich schon dazu, dass eben ja psychische Erkrankungen zunehmen und ja Menschen sich mit Fragen hilfesuchend an die verschiedenen Adressen wenden und da in dem Zuge ist eben Coaching auch sehr groß geworden, aber eben jetzt nicht unter dem Labelsystemisches Coaching, von daher ist schon, dass die Erwartungshaltung meistens eher in Richtung ja ich

gehe doch dahin und erzähle etwas und dann bekomme ich einen guten Rat und jetzt so ein bisschen an die Hand genommen und dann machen wir das gemeinsam und da ist dann eben meine Aufgabe ja weniger groß theoretisch systemisches Arbeiten zu erklären, also da bin ich dann auch eher pragmatisch und erkläre was ist meine Vorstellung, wie ich davor, was können Sie davon erwarten, wenn Sie mit mir zusammenarbeiten, wie gesagt ohne da jetzt groß die Lehrbücher aufzuschlagen und die Theorien zu

droppen und ja das wird meistens erst mal sehr interessiert und wohlwollend aufgenommen und dann irgendwann im Prozess kommt man doch wieder an den Punkt ja was sagst du denn jetzt dazu, jetzt habe ich dir das erzählt, das meinst du denn jetzt und da dann wieder zu sagen, warum ist es denn jetzt wichtig, dass ich da etwas sage, was wäre denn der Vorteil, wenn ich jetzt eben sage, was meine Lösung wäre und sie eigentlich dann wieder dahin zurückzuführen zu

gucken, okay was könnten denn aus ihrer Sicht entsprechende Ansätze sein. Ja danke und es ist so, dass du oft auch online arbeitest, damit du auch hier vielleicht auch die Nähe zu Marburg oder Deutschland oder so erhältst oder wie ist das bei dir so aufgeteilt zwischen Präsenzgeschichten

und online Angebote, online Nutzung deines Angebots. Ja momentan ist es zeitlich so, dass ich mich noch mehr in Tunesien bewege, das heißt wenn ich dann mit Gründen aus Deutschland arbeite, dann ist es oft online, das wird sich aber jetzt verschieben dadurch, dass wir eben auch wieder unser eigenes Nest haben und nicht einfach wieder unkompliziert nach Deutschland kommen und reisen und auch dann wieder mehr auch wirklich leben kann. Genau,

das vergaubt sich die Antwort auf die Frage. Ja, es muss ja nicht immer gleich nur Roman sein.

Danke dafür, was mich da natürlich im Moment auch immer interessiert, wie sich quasi unsere Welt im Bereich Beratung Coaching Therapie weiterentwickelt, vor allem jetzt habe ich ja gerade schon diese Frage nach, wie ist es aufgeteilt zwischen online und Präsenz gestellt, vielleicht auch noch am Anschluss eine, die in Richtung technologischer Weiterentwicklung geht, siehst du, dieses große Themen fährt der künstlichen Intelligenz in irgendeiner Form

als Achtung provozierende Frage. Bedrohung deines beruflichen Profils an oder hast du da einen anderen Blick drauf? Es wird sich ja auch noch einiges ändern dadurch, also momentan erlebe ich es eher mal als Erleichterung, also keine Ahnung, Chat GPT beim Relegieren von Texten, beim Dinge zusammenfassen oder auch die Angst vom leeren Blatt nehmen, einfach mal ein paar Ideen generieren zu einem Thema und dann kann ich schauen, wie ich damit weiterverfahren will. Das finde ich momentan

erst mal als Erleichterung. Ich denke schon, dass es auch zunehmend wird, Dinge noch weiter zu standardisieren und technologisieren. Also ich habe jetzt gerade kürzlich zum Beispiel gesehen, dass der Paar-Therafeut Erik Egemann heißt, der glaube ich aus Hamburg, der kommt aus Hamburg.

Ja, der wird auch schon weiter empfohlen. Ja genau, und der hat so ein Chatbot entwickelt. Also der hat ja einfach super viele Bücher geschrieben und Videos aufgenommen und ist ja auch immer wieder in der ARD mit der Paartherapie zu sehen und all das hat er quasi genommen und hat es eben mit künstlicher Intelligenz zusammen und auswerten lassen, sodass man jetzt als Klient quasi diesen Chatbot füttern kann mit seinem Thema, mit seinem Anliegen und dieser Chatbot, der eben mit diesem

ganzen Hintergrundwissen und der Persönlichkeit sozusagen von dem Erik Egemann gefüttert ist,

antwortet dann sozusagen an seiner Stadt und ja, finde ich erst mal irgendwie spannend. Ich glaube nicht, dass es ihn oder auch uns andere Berater-Coaches-Teleporten auf Dauer komplett ersetzen wird, aber ja, zumindest zu sagen, so für einfache Fragestellungen, für eine Annäherung an dieses Themenfeld, an diese Art der Hilfestellung erst mal niedrigschwellig so etwas zu konzipieren und anzubieten und dann ja, wird sich vielleicht eben ergeben, ich kann damit mir gewisse Anregungen

holen, wie ich jetzt im Falle der Paartherapie anders kommuniziere mit meinem Partner, aber wenn wir dann irgendwie wirklich bei unseren dahinter liegenden Muster angekommen sind, dann brauchen wir doch noch jemanden mal, der in, ja, live und in Farbe vor uns sitzt oder oder digital eben mit uns arbeitet,

aber eben in echt und nicht mit KI. Ja, und da denke ich, das werden wir nie komplett ersetzen können, auch so diese zwischenmenschliche Beziehung, also sei es Therapie oder Coaching, da gibt es ja auch immer wieder die Forschung der Wirkfaktoren, was ist es wirklich, was ist, was es wirksam macht und da ist ein großer Anteil eben die Beziehung zwischen dem ja Ratsuchenden und ja Coach,

Therapeut, Berater wie auch immer und das kann keine KI ersetzen. Das sehe ich ähnlich und ich finde es aber ganz schön, wie du es jetzt gerade auch beschrieben hast vor allem an dem konkreten Beispiel, dass es vielleicht ein zusätzliches Angebot sein könnte, wie man vielleicht auch niedrigschwellige Unterstützung bieten kann und dennoch braucht es an anderer Stelle vielleicht dann den persönlichen Kontakt ganz egal ob es dann online oder in Präsenz ist und ich glaube,

wenn wir so in Richtung Zukunft blicken, dann sind wir ja Teil der Zukunft und können es auch mitgestalten und müssen uns dem vielleicht auch nicht verwehren, sondern können gesund skeptisch da drauf blicken und dann überlegen, was ist der Wert unserer Arbeit und wie können wir den Weiterhalt auch aufrechterhalten, das geht ja immer um den Klienten, die Klienten und wie kann das eben möglich werden, dass wir da wirksam werden und unsere Unterstützung eben anbieten

können. Liebe Lena, wir müssen langsam zu Ende kommen. Ich freue mich, dass wir unsere technischen Turbulenzen übrigens ganz gut in den letzten Stunden überstanden haben. Das ist so ein keines behind the scenes, gerade für unsere Zuhörenden gewesen. Das nur dazu im Moment läuft es deswegen eine letzte Frage noch an dich und dann gebe ich dir noch mal kurz Raum, um vielleicht noch etwas zu kommentieren und zwar ganz einfach, vielleicht kannst du es innerhalb von einer

Minute beantworten. Was würde sich deiner Meinung nach verändern, würden alle, alle, alle Menschen systemisch agieren. Bitte schön. Und dafür hast du jetzt eine Minute Zeit, Zeit läuft. Genau,

bitte schön. Ja, ich denke, was, was sich verändern würde, wäre, dass ihr mehr Versteckens füreinander entwickeln würden, dass wir ja mehr mit Empathie im Miteinander unterwegs wären und eben weniger dieses, das ist richtig, das ist falsch, du bist richtig, du bist falsch, mit dieser herangehensweise, ja, nicht hätten und damit weniger Konflikte, weniger gegeneinander, mehr auch auf Augenhöhe miteinander umzugehen und unterschiedliche Sichtweisen auch im Guten stehen lassen zu

können, was auch eine, ja, eine Diversität dann im Denken und im Handeln auch mit sich bringen

würde. Also auch so dieses, okay, du bist okay, ich bin okay, du machst es aber irgendwie ganz anders, das ist ja spannend, kann ich mir da vielleicht noch irgendwas von abgucken, können wir zusammen Dinge anders machen, können wir kreativ an neue Fragestellungen herangehen, können wir auch uns einfach besser vernetzen, also auch so dieses jeder wurstelt so vor sich selbst hin und eigentlich haben wir aber alle die ähnlichen Themen und Herausforderungen und sei

es jetzt auf individueller Ebene oder auch auf staatlicher Ebene, also solche großen Themen wie die Klimawandel kriegt kein Nationalstaat alleine gelöst, sondern da sind wir darauf angewiesen, dass wir eben miteinander kooperieren und an einem Strang ziehen und wenn wir da systemisch denken und handeln und eben auch mit diesem Menschenbild, ich bin als Land okay, du bist als Land okay und die können wir das jetzt gemeinsam angehen, ja, da würden wir zu besseren,

schnelleren und überhaupt zu Lösungen kommen. Ach, das wäre so wunderbar, das klingt so

einfach oder? Also eigentlich wäre das total großartig. Und wir sind ja dran, zumindest im kleinen oder in unseren Kontexten und das ist ja unter anderem auch die Motivation für diesen Podcast mehr hinter die Kulissen unseres Arbeiten blicken zu lassen, Arbeiten und vor allem der systemischen Haltung um vielleicht auch andere Menschen dazu zu infizieren, mit aufzuspringen auf diesen Grund, somit stehen wir natürlich auch immer für Fragen unserer

Zuhörenden zur Verfügung und freuen uns, wenn ihr noch etwas dazu wissen wollt oder etwas durch euren Kopf geht. Das ist nämlich häufig so bei Podcast, dass man gar nicht so viele Kommentare bekommen. Wir sind immer sehr dankbar für Sternchen, für gute Bewertung. Das ist die

kurze Werbeltrommel, die jetzt eingelendet wird quasi. Und wenn ihr quasi mehr über Lena erfahren wollt, wir verlinken die Kontaktmöglichkeiten zu Lena auch in den Shownotes, aber auch zu unserem systemischen Netzwerk, dann könnt ihr mal schauen, wer oder was da eigentlich dahinter steckt und wir freuen uns, wenn euch die Folge gefallen hat, dass ihr das gerne auch ja an andere weiter reicht. Lena, du hast noch einen kurzen Moment, um vielleicht das auszusprechen, was bisher nicht

ausgesprochen wurde. Es könnte ja sein, dass ich eine Frage nicht gestellt habe. Es kann auch sein, dass du etwas vielleicht noch mal nachschieben möchtest. Nutze den Moment. Was gibt es noch zu sagen? Also was auch wieder sehr systemisch ist, ist, dass ich nur mich selber verändern kann und niemand anderen. Also Veränderung geht immer von mir aus. Wenn ich dafür sorge, dass ich Dinge anders mache, mit meinen Menschen, mit meinen Mitmenschen anders umgehe, so dann ist das die

Bewegung, die ich in diesem Gefläch anstupsen kann. In der Hoffnung, dass das eben auch einen Nachahmungseffekt hat. Also wenn ich mit meinen Mitmenschen so umgehe, wie ich eben auch selbst möchte, dass man mit mir umgeht, dann hat es einen gewissen Nachahmungseffekt. Und ja, so kann ich auch Dinge im Kleinen bei mir anfangen, nach und nach in Bewegungen bringen. Und ich habe gerade gestern noch gehört, dass es für so ein Tipping Point eigentlich nur ein dritte, 25 Prozent der

Menschen braucht, um etwas zu verändern. Also es braucht immer gar nicht so die Masse, um eine Veränderung herbeizuführen, um etwas zu verbessern, um Strukturen zu verändern. Aber ja, der Anfang ist bei mir und dann kann ich eben nach und nach Menschen anstoßen, mitziehen, in die gleiche Richtung gehen. Und wenn ich es schaffe, dadurch 25 Prozent, ein Drittel zu erreichen, dann kann schon was in der Sehung geraten. Das ist gut. Das gefällt mir. Das ist ein schönes Ende, gerade

wenn wir uns unsere Welt und vielleicht auch gerade die deutsche Politik und so anschauen. Kurzer Kommentar auch in dieser Richtung. Somit herzlichen Dank dafür. Vor allem auch herzlichen Dank für deine Zeit und deine Resilienz bei der Aufnahme, bei der Podcastaufnahme. Ich freue mich, wenn wir uns an irgendeiner Stelle bei unserem Netzwerk wiedersehen und sage Dankeschön an alle Zuhörenden, schön, dass ihr reingeschaltet habt und kommt gerne wieder. Wir sind mal gespannt, wer als Nies ist

Auftritt oder hört euch gerne auch noch mal die Folge mit Julia an unserem Folge 1. Liebe Lena, liebe Grüße nach Tunesien. Ich wünsche dir noch einen schönen Tag und eine schöne Woche und sage Dankeschön und bis bald. Danke auch an dich. Ciao. Gerne. Bis dann. Tschüss.

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