¶ Einführung und Typ A Gastritis
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Medizin im Ohr. Ich bin Jenny von der Novamedica Heilpraktika Akademie von Natürlich Elli und hoste die heutige Folge für dich. Wie schön, dass du mit dabei bist und mehr über ein Thema erfahren möchtest, das tatsächlich viele Menschen betrifft. Die chronische Gastritis, also die chronische Magenschleimhautentzündung. Wir schauen uns gemeinsam an, wie die Gastritis entsteht, welche Formen es gibt und wie sie behandelt werden kann.
Besonders interessant wird es, wenn wir auf die einzelnen Anämieformen eingehen, die mit den verschiedenen Gastritypen in Verbindung stehen. Also bleibt dran, es wird spannend!
Herzlich willkommen bei Medizin im Ohr. Dieser Podcast ist ein treuer Begleiter während der medizinischen Ausbildung. Wir steigen hier tief in spannende Themenfelder der Medizin ein, lösen deine Fragezeichen im Kopf auf und motivieren dich zu lernen. Wenn du also Zeit hast, ein bisschen Medizin im Ohr.
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Was ist überhaupt eine chronische Gastritis? Eine chronische Gastritis ist eine langfristige Entzündung der Magenschleimhaut. Diese ist eigentlich dafür da, unseren Magen vor der aggressiven Magensäure zu schützen. Wenn sie geschädigt ist, kann dies zu Magenschmerzen, Unwohlsein, saurem Aufstoßen, aufgeblähtem Bauch sowie Übelkeit und Erbrechen führen. Und langfristig auch zu ernsthaften Komplikationen.
Die chronische Gastritis wird in drei Haupttypen unterteilt: Typ A, B und C. Jeder Typ hat seine eigenen Ursachen, Folgen und Behandlungsmöglichkeiten. Schauen wir uns das einmal genauer an. Wir schauen uns zunächst einmal die Entstehung und die betroffenen Strukturen an. Also akut und aber auch chronisch.
Wenn wir uns die betroffenen Strukturen anschauen, sind bei der akuten Gastritis nur Teile der Magenschleimhaut, also der Mucosa, betroffen. Bei der chronischen Gastritis Aber dringt die Entzündung in tiefere Strukturen der Schleimhaut und kann langfristig auch andere Strukturen wie beispielsweise Drüsen der Magenmand beeinträchtigen. Durch die Schädigung wird die Schutzfunktion der Schleimhaut beeinträchtigt.
Und es kann sogar zu ihrer Ausdünnung kommen und so auch zu einer reduzierten Produktion von Magensäure und Enzymen. Starten wir mal mit der Typ-A-Gastrite. A kannst du dir merken für Autoimmunerkrankung. Denn die Gastritis Typ A wird durch Autoimmunprozesse verursacht. Das Immunsystem greift die Parietalzellen des Magens an, die für die Produktion der Magensäure und des Intrinsic Factor verantwortlich sind. Dieser Intrinsic-Faktor ist entscheidend für die Aufnahme von Vitamin B12.
Das auch Extrinsic Factor genannt wird. Durch die Zerstörung der Parietalzellen kommt es zu einem Mangel an Magensäure, zur sogenannten Hypoklohydrie und vom Intrinsic-Faktor. Dadurch kann Vitamin B12 nicht mehr ausreichend aufgenommen werden, was zu einer pernitiösen Anämie führen kann. Was war denn nochmal die pernitiöse Anämie? Ich lasse dich einmal ganz kurz überlegen. Die pernitiöse Anämie wird ausschließlich dann so genannt, wenn sie durch einen Mangel am Intrinsic Factor verursacht wird.
Dieser Mangel führt zu einer unzureichenden Aufnahme des Vitamins im Darm und dadurch zu einem Vitamin B12-Mangel. Schauen wir uns einmal die Symptome der chronischen Typ A-Gastritis an. Sie sind oft unspezifisch, wie beispielsweise Müdigkeit, Magenschmerzen, Blähungen und Völlegefühlen. Aufgrund der Anämie kann es aber neben den Magen-Darm-Symptomen auch zu Schwäche, blasse Haut und neurologischen Störungen, wie zum Beispiel Gangunsicherheiten, kommen.
Die Diagnose wird durch eine Magenspiegelung, also eine sogenannte Gastroskopie mit Biopsie diagnostiziert. Aber auch beispielsweise Bluttests können aufschlussreich sein und zeigen oft Antikörper gegen Parietalzellen oder den Intrinsic Factor sowie einen Vitamin B12-Mangel. Therapeutisch kann man hier leider nicht zur Heilung beitragen, denn die Ursache ist autoimmun. Es erfolgt eine lebenslange Substitution.
Von Vitamin B12, entweder durch Injektionen oder hochdosierte Tabletten, wobei man hier sagen muss, dass die Tabletten meist nicht ausreichend aufgenommen werden können. Außerdem ist eine regelmäßige Kontrolle notwendig, um die Anämie zu überwachen.
¶ Typ B Gastritis: Helicobacter pylori
Das war ja schon mal ganz spannend, oder? Wir machen mal weiter mit der Typ B-Gastritis, B wie bakterielle Infektion. Diese chronische Gastritis stellt die häufigste Form dar und wird meist durch den Helicobacter pylori verursacht. Dieses Bakterium schädigt die Magenschleimhaut und es kann zur Entzündung kommen. Diese kann allerdings auch unbehandelt in einem Magengeschwür Oder sogar in ein Magenkarzinom übergehen. Diese Form ist also ganz schön gefährlich.
Typischerweise betrifft die Entzündung den Antrumbereich des Magen. Der Helicobacter Pylori kann im Magen gut überleben, da er sich unter der Schleimhaut des Magens eingräbt und so vor der aggressiven Magensäure geschützt ist. Außerdem produziert das Bakterium Urease, das Harnstoff in Ammoniak umwandelt. Ammoniak, eine Base, neutralisiert die Magensäure in unmittelbarer Umgebung des Bakteriums und schafft so ein günstigeres Milieu für diesen Übeltäter.
Jetzt schauen wir uns noch einmal die Symptome der chronischen Typ B Gastritis an. Auch diese sind sehr unspezifisch wie Völlegefühl, Magenschmerzen, Aufstoßen oder Übelkeit. Außerdem kann es durch die langanhaltende Gastritis zu einem Eisenmangel kommen, da der Magen eine wichtige Rolle bei der Absorption von Nährstoffen hat und diese Funktion nun beeinträchtigt ist.
In vielen Fällen bleibt die Infektion sogar völlig symptomlos und kann dann nur zufällig bei einer Magenspiegelung entdeckt werden. Neben der Gastroskopie und noch weiteren Diagnosemöglichkeiten, wie zum Beispiel der 13C-Harnstoff-Atemtest, bei dem markierte Harnstoff Eingenommen wird, wenn der Helicobacter pylori im Magen sein Unwesen treibt, wird er diesen Harnstoff. Anhand seines Enzyms in CO2 und Ammoniak umwandeln. Das markierte CO2 wird dann anschließend im Atem gemessen.
Ein Antigennachweis im Stuhl wäre eine weitere Möglichkeit. Dieser Test weist dann Proteine des Bakteriums nach, die durch die Infektion im Magendarmtrakt ausgeschieden werden. Ein positives Ergebnis zeigt, dass der Magen mit dem Helicobacter pylorid besiedelt ist und eine tolle nichtinvasive Methode zur Diagnostik, aber auch zur Kontrolle des Therapie erfolgt.
Wie kann denn genau diese Form jetzt behandelt werden? Früher wurde die sogenannte Triple-Therapie angewandt. Sie bestand aus der Gabe von zwei Antibiotika und einem Protonenpumpenhämmer. Seit 2024 setzt man mehr auf die Quadrubble-Therapie, um die Resistenzentwicklung zu verhindern. Diese beinhaltet zwei Antibiotika, ein PPI, also ein Protonpumpen-Hämmer und zusätzlich Bismutsalz, um das Bakterium effizienter zu eliminieren.
Die Therapie dauert in der Regel 10 bis 14 Tage. Okay, jetzt fragst du dich möglicherweise: Hä, Resistenzen sollen vermieden werden, und trotzdem werden weitere Antibiotika genutzt? Denn leider ist das hier ein tatsächlicher Balanceakt. Die Eliminierung des Bakteriums muss über Antibiotika erfolgen, damit das Risiko für Magenkarzinome gesenkt.
und die Heilung der Ultra unterstützt werden kann. Allerdings wird hierbei versucht, die Resistenzen so zu minimieren, indem die Therapie mit einer Kombination aus mehreren Wirkstoffen durchgeführt wird.
Die zusätzliche Bismut-Komponente hilft, die Bakterien effektiver zu bekämpfen, was besonders in Regionen mit hoher Antibiotikaresistenz wichtig ist und durch die Verwendung Von vier Wirkstoffen wird die Wahrscheinlichkeit geringer, dass das Bakterium gegen alle eingesetzten Medikamente resistent wird. Außerdem soll diese Kombination besser verträglich sein und schneller zum Ziel führen. Gut, dann kommen wir jetzt zu unserer letzten Form, und zwar der Typ C-Gastritis: C wie chemisch toxisch.
¶ Typ C Gastritis: Chemische Auslöser
Dieser Typ wird durch den Kontakt mit schädigen Substanzen verursacht. Häufige Auslöser sind Medikamente, wie zum Beispiel nicht-stereodale Antirheumatika, wie zum Beispiel Ibuprofen. Die die Magenschleimhaut schädigen können. Diese Medikamente greifen den schützenden Schleimfilm des Magens an. Und führen so zu Entzündungen, weil nun diese Magensäure die Schleimhautzellen ungehindert angreifen kann.
Eine weitere Ursache ist der gallige Reflux, also wenn Gallensäuren aus dem Dünnarm in den Magen gelangen. Aber auch beispielsweise übermäßiger Alkoholkonsum reizt die Magenschleimhaut und kann über längere Zeit zu chronischen Schäden führen, die die Magenschleimhaut anfälliger gegenüber Entzündungen machen.
Besonders betroffen sind der Antrum- und der Pylorus-Bereich des Magens. Diese Regionen haben eine zentrale Rolle bei der Verdauung, da hier die Speisen vom Magen in den Dünndarm weitergeleitet werden. Der Pylorus ist unser Schließmuskel, der den Übergang zwischen Magen und Dünndam kontrolliert. Der Antrum ist der unterste Teil des Magens, wo die Nahrung vor dem Übertritt in den Duldendarm gründlich durchgemischt wird.
Dort und im Pylorus-Bereich ist die Schleimhaut empfindlicher gegenüberschädigenden Einflüssen. Langfristig kann diese kontinuierliche Reizung durch die Magensäure oder auch andere chemische Stoffe die Magenschleimhaut schwächen, was zu sogenannten Erosionen, also oberflächlichen Verletzungen der Schleimhaut führen kann. Wenn diese Schädigung tiefer geht, entstehen Ulcerationen, also Geschwüre, die tiefer in die Magenwand eindringen und Beschwerden wie brennende Schmerzen und Übelkeit auslösen.
Generelle Symptome, an denen die Betroffenen leiden, ähneln der Typ A und Typ B Gastritis. Auftreten können, wie gesagt, wieder. Und spezifische Beschwerden wie Magenschmerzen, Völlegefühl, Übelkeit, aber auch Sod brennt. Was aber tatsächlich häufig bei der Typ C auftritt, ist die Eisenmangelanemie. Erinnerst du dich noch, welche Anemieform es bei der Typ A-Gastritis ist? Ich lasse dich einmal kurz überlegen.
Genau, hier war es die Vitamin B12-Anemie. Dass es hier nun zur Eisenmangel-Anemie kommen kann, hat mehrere Gründe. Zum einen liegt das daran, dass die geschädigte Magenschleimhaut. die zuführenden Nährstoffe, wie insbesondere Eisen, nicht adäquat aufnehmen kann. Der Magen spielt nämlich eine zentrale Rolle bei der Eisenresorption.
Da die Magensäure dabei hilft, das Eisen aus der Nahrung in eine Form umzuwandeln, die der Körper aufnehmen kann. Wenn jedoch die Schleimhaut durch chronische Gastritis geschwächt ist, Und dementsprechend auch die Säureproduktion vermindert ist, kann das Eisen weniger gut absorbiert werden.
Zusätzlich können durch diese Schleimhautschädigungen kleine Mikroblutungen entstehen. Diese chronischen Blutverluste können ebenfalls zu einem Eisenmangel führen, da der Körper kontinuierlich kleine Mengen an Eisen verliert. Außerdem können die Entzündungsprozesse selbst den Eisenstoffwechsel negativ beeinflussen, indem der Körper Eisen zurückhält, was dann zusätzlich die Verwertung erschwert.
¶ Anämie-Übersicht und Wichtigkeit der Diagnose
Ich fasse das Ganze mit den Aneminen noch einmal ganz kurz für dich zusammen. Bei der Typ A-Gastritis kann es zu einem durch die autoimmune Zerstörung Der Magenschleimhaut zu einer reduzierten Säureproduktion kommen, was dann die Absorption von Vitamin B12 erschwert. Der wichtigste Faktor aber ist die autoimmune Zerstörung der Belegzellen. Dadurch fehlt der Intrinsic-Faktor, was zu einem Vitamin B12-Mangel führt und dann perniciöse Anämie genannt wird.
Bei der Typ B-Gastritis kann es durch anhaltende chronische Entzündungen des Magens Durch den Helicobacter pylori zu Blutungen im Magen-Darmtrakt kommen, was über eine längere Zeit zu einem Eisenmangel führen kann. Und schlussendlich Kann es auch bei der Typ C Gastritis zu einem Eisenmangel kommen? Liegts an der geschädigten Schleimhaut, die das Eisen dann nicht mehr effektiv aufnehmen kann, sowie diese kleinen Sickerblutungen, wodurch der Körper kontinuierlich Eisen verliert.
Und was wir auf keinen Fall vergessen dürfen, eine unbehandelte Typ C-Gastritis kann das Risiko für die Entwicklung von Magengeschwüren oder Magenkarzinomen erhöhen. Die Diagnose einer Typ C-Gastritis erfolgt durch eine ausführliche Anamnese, die auch die Fragen nach Schmerzmitteln oder Alkoholmissbrauch beinhalten sollte. Durch bildgebende Verfahren und endoskopische Untersuchungen
Die Betroffenen müssen zu einer Gastroskopie, bei der der Arzt die Schleimhaut des Magens direkt betrachten kann. So können entzündliche Veränderungen, wie zum Beispiel Rötungen oder Schwellungen, entdeckt werden. Manchmal wird während der Gastroskopie auch eine Biopsie durchgeführt. Dabei werden kleine Gewebeproben entnommen, die anschließend im Labor histologisch untersucht werden. Diese Untersuchung ermöglicht eine genauere Beurteilung des Entzündungsgrades.
Und dient auch einer besseren Abgrenzung zu den anderen Gastritisformen, wie die Helicobacter pylori oder die autoimmunbedingte verursachte Gastritis. Ergänzend können Blutuntersuchungen durchgeführt werden oder auch der pH-Wert im Magen gemessen werden, um zu überprüfen, ob eine übermäßige Magensäureproduktion vorliegt, die die Magenschlammhaut beeinträgt.
Die Behandlung besteht in erster Linie darin, diese schädigen Substanzen zu vermeiden. Das bedeutet in der Regel, die Einnahme von nichtstereodalen Antiromatikern zu reduzieren. Oder auf magenschonende Alternativen auszuweichen. Zudem können sogenannte Protonpumpenhämmer eingesetzt werden, um die Magensäureproduktion zu verringern und die Schleimhaut zu schützen.
Vor allem eine Umstellung der Ernährung und der Verzicht auf Alkohol sollte mehr in Betracht gezogen werden. Wow! Du hast es geschafft! Ich hoffe, die chronische Gastritis. Und ihre unterschiedlichen Formen sind dir jetzt ein wenig klarer geworden und ich konnte vielleicht auch das ein oder andere Fragezeichen in deinem Kopf löschen. Das sind hier nämlich wirklich spannende Erkrankungen, die dir später in der Praxis sicherlich
Öfter über den Weg laufen werden. Da alle drei Formen mehr oder minder ähnliche Symptome haben, ist eine weitere Diagnostik durch den Facharzt wichtig, damit hier die korrekte Therapie gestartet wird. Ich wünsche dir noch einen wundervollen Tag und bis bald!
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