Overdrive? Slow Down! - podcast episode cover

Overdrive? Slow Down!

Jul 26, 202419 minEp. 361
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Episode description

Heute Nacht hat die neue Curse Single das Licht der Welt erblickt. Und dieses Mal ist es nicht einfach nur eine Single, sondern eine Doppel-Single: Teil 1: Overdrive Teil 2: Slow Down 2 Songs, 2 Perspektiven, 1 zusammenhängende Geschichte. Aber hört selbst. Overdrive / Slow Down - jetzt streamen: https://lnk.to/Curse-Overdrive_SlowDown www.curse.de www.instagram.com/cursezeit www.facebook.com/curseofficial www.tiktok.com/@curseofficial Tour Tickets: https://www.curse.de/termine

Transcript

Herzlich willkommen bei Meditation Coaching Alive. Mein Name ist Michael Kurt auch bekannt als Kars. In heutigen Folge geht's ums zu schnell fahren und langsam werden. Viel Freude damit! [Musik] Heute ist die letzte Folge des Monats Juli und der Monat Juli stand für mich unter dem Motto "Slow down, relax, langsamer werden". Und das stand für mich oder steht für mich unter dem Motto, da ich eigentlich die ersten sechs Monate des Jahres 2024 unheimlich viel gearbeitet habe.

Sehr oft an meine Grenze gegangen bin und sehr oft über meine Grenze hinausgegangen bin. Und der Grund warum ich das gemacht habe ist nicht weil ich nicht mindful bin oder weil ich zu wenig meditiere oder weil ich zu wenig spiritual bin oder weil ich zu wenig coach bin, sondern weil ich etwas mache, was ich wahnsinnig liebe. Ich liebe mein Job oder meine Jobs. Ich liebe Podcast zu machen.

Ich liebe Menschen meine Bücher zu teilen. Ich liebe Musik machen und vor allem Musik ist natürlich eine ganz große Liebe von mir seit ich ein kleines Kind bin. Und ich habe jetzt gerade mein neues Album gemacht, mein erstes neues Album seit sechs Jahren. Es kommt am 6. September raus und heute ist eine doppelt Single erschienen, zwei Songs "Overdrive" und "Slow down". Und um die soll es hier gehen,

weil es genau das Thema ist. Und ich habe kein riesiges Team von ganz vielen Leuten, die alles machen, sondern ich habe ein kleines Team von tollen Leuten. Aber es gibt immer Missverständnisse, es gibt immer wieder falsch Kommunikation, es gibt immer wieder Situationen, in denen man davon ausgeht,

dass jemand was weiß oder jemand was mitbekommen hat oder man etwas deutlich gesagt hat. Und man dann immer wieder merkt, okay, ich habe es wohl nicht deutlich genug gesagt oder es ist nicht deutlich angekommen und manchmal arbeiten vier Leute an einem Thema, aber niemand hat das Gefühl, er oder sie wäre 100% zuständig. Deswegen denkt jede Person, die andere will es schon richten und so weiter und so weiter.

Und dann gibt es da ganz viele Sachen, die nur ich machen kann. Nur ich kann mich hinstellen und final sagen, jo, die Song gemischt ist, wirge Master, so ist das Artwork richtig, ja, die Bilder hätte ich gerne so. Nur ich kann diesen Podcast aufnehmen, nur ich kann mein Gesicht in die Kamera halten,

um Videos zu drehen, um Social Media Sachen zu machen, um Interviews zu geben usw. Das heißt, wenn ich mit den ganzen administrativen Sachen fertig bin und mit den Terminen im Kalender und mit dem Rechtschreibfehler checken und mit den ganzen anderen Sachen, dann fängt der einigere Job an,

nämlich die Sachen, die ich nur machen kann und niemand anders. Und obwohl ich eigentlich die letzten, obwohl ich den ersten sechs Monaten des Jahres sehr viel gearbeitet habe und der Juli eigentlich mein Urlaub ist, schreckstich war, habe ich im Juli unglaublich viel gearbeitet. So richtig zusammengerechnet habe ich, glaube ich, nur drei oder vier richtige Urlaubstage gehabt. Und ich sage das alles nicht, weil ich mich beschweren will oder weil ich sagen will, dass es mir,

dass das alles ganz schlimm ist oder so. Nein, nein, ich sage das, weil ich mich selbst mit diesem Podcast, mit meinen Büchern, mit meiner Meditationspraxis, mit meiner Coachingpraxis, aber auch mit meiner Musik immer wieder auch selber erinnern daran, wie wichtig es ist, langsamer zu laufen. Wie wichtig es ist, manchmal auch stillzustehen. Und wie wichtig es ist, in dem ganzen Stress auch Nein sagen zu lernen. Und manchmal auch zu sich selbst Nein zu sagen

und auch zu sagen, weißt du was? Dann gibt es jetzt halt dieses Video nicht. Und dann gibt es jetzt halt diese Entscheidung nicht. Und dann gibt es jetzt halt das und das nicht. Und da wirst du Leute enttäuschen und du wirst auch dein Versprechen manchen Leuten gegenüber mal brechen. Aber es sind einfach zu viele

Dinge. Das Leben ist zu crazy und es passieren manchmal auch einfach Dinge im Privaten, die so unvorhergesehen sind, dass der Job da gar nicht mehr hinterher kommt, dass das das Risiko ist, was sich eingehen muss, um als Mensch, als Privatperson, als der, der ich bin, gesund zu bleiben, im Staat zu bleiben und auch morgen noch, kennt ihr die Werbung von früher? Das war so eine Zahnpasta-Werbung oder Zahnbürsten-Werbung,

ich weiß nicht mehr ganz genau. Und da ging es darum, wenn man diese Zahnpasta, diese Zahnbürste benutzt, dann sind die Zähne so gut und dann war der Spruch, dass sie auch morgen noch kraftvoll zubeißen können. Manchmal muss man halt heute irgendwie nein sagen, auch zu sich selbst und auch zu Möglichkeiten oder zu schönen Sachen oder auch mal Menschen enttäuschen, damit man morgen noch kraftvoll zubeißen kann.

Und ich bin in den letzten Monaten immer, immer wieder an solche Punkte gekommen, an denen ich einfach mir selbst sagen musste, okay Junge, slow down, jetzt hör auf. Und ich kann das mittlerweile recht gut. Es fällt mir immer noch nicht so leicht, aber ich kann das recht gut. Und hier kommt der Grund, warum und dann sehen wir auch schon bei dem Thema.

Der Grund, warum ich das heute kann, ist, weil ich über Jahre und Jahrzehnte und ganz langsam und ganz beschwerlich, aber immerhin gelernt habe, dass mein Wert als Mensch nicht davon abhängt, was ich leiste. Mein Wert als Mensch ist vollkommen unabhängig davon, was ich leiste, wie ich viel ich leiste, wie viel ich mache

und wie andere Leute das finden. Und meine Anerkennung, die ich für mich selbst habe, hat nichts damit zu tun, wie viel ich leiste und wie schnell ich renne und wie andere Leute das finden. Ich bin auch kein Mensch, der dem Leben etwas schuldet, wie ich immer gedacht habe, sondern ich schulde dem Leben nichts, das Leben schuldet mir nichts.

Wir sind hier einfach mal alle zusammen und tun unser Bestes. Und mal ist unser Bestes halt richtig krass und mal ist unser Bestes halt richtig scheiße, aber alle tun unser Bestes.

Und das Leben geht hoch und runter und links und rechts und es geht weiter und unterm Strich, und das finde ich ist eine positive Nachricht, es ist dem Leben der Existenz komplett scheißegal, ob ich heute drei extra Social Media Videos mit den richtigen Einstellungen und dem richtigen Licht und der richtigen Blah und dann der Performance und diesen das gedreht habe oder ob ich gesagt habe, hey, weißt du was? Nee, kann ich nicht, mag ich nicht. Ich habe die Kapazität nicht mehr.

Ich brauche eine Pause. Ich weiß nicht, allen Menschen ist das genauso übertragbar auf ihr Leben. Ich habe natürlich auch Verpflichtungen und ich habe Familie und ich muss meine Miete bezahlen, wie ganz, ganz, ganz viele von uns auch. Es gibt ganz wenige Menschen, die auf all das scheißen können. Und selbst wenn sie es finanziell können, dann können sie es vom Herz nicht oder von der Psychi nicht oder aus irgendwelchen anderen Gründen. Wir alle haben irgendwie krasse Verpflichtungen.

Und es ist relativ schwer und das ist verrückt, das ist sehr schwer ist im Leben einfach mal zu sagen, nee, aber was man machen kann, ist langsamer laufen. Und das klappt bei mir immer mehr und immer besser, weil ich immer mehr merke, mein Wert als Mensch verändert das überhaupt nicht. Und das heißt, ich bin immer noch gestresst, ich bin immer noch overworked, ich bin immer noch irgendwie kurz vor dem Weckknicken und so weiter.

Aber es dauert nicht mehr so lange und ich nehme es nicht mehr so schwer. Und das ist schon mal echt ein ganz großes Ding. Ich glaube, es geht in all diesen Dingen, die wir hier tun und all diesen Dingen, die wir hier besprechen in den Podcast, nicht darum nach Ego-Maßstäben ein perfekter Mensch zu werden. Unser Ego will uns sagen, wenn du genug Meditiers, wenn du genug Coaching-Übungen machst, wenn du genug Therapie machst, dann wirst du irgendwann keine Probleme mehr haben.

Und dann wirst du irgendwann alles weglächeln. Und dann wirst du irgendwann nur noch irgendwie durch die Gegend schweben und umschannt die, schannt die und so weiter. Das sagt, es ist das Ego, was das sagt, weil wir uns das vorstellen, wie in so einem Hollywood-Film, wir stellen uns das vor, ein Held zu sein, wir stellen uns das vor, eine Siegerin zu sein, wir stellen uns das vor, irgendwie so ein ausgeglichener Sennmeister auf dem Berg zu sein, das stellt man uns das.

Das ist unser Ego, was das Welt, unser Ego, unsere Fantasievorstellung träumt davon, dass wir Superkräfte haben, dass wir besser und krasser sind als normale Menschen, dass wir nicht mehr gestresst sind, dass wir alles richtig krass erledigen und dass uns nichts aus der Ruhe bringt, weil wir so viel meditieren oder weil wir Buddhisten sind sind oder weil wir Coaching machen und so weiter. Das ist alles Blödsinn. Das ist Bullshit. Ja, man wird vielleicht ein bisschen ruhiger. Ja,

man wird vielleicht irgendwie ein bisschen entspannter. Und ich habe in der letzten Folge hier in dem Podcast auch genau darüber gesprochen, wo der Unterschied liegt zwischen Meditation macht ruhig und Meditation macht ruhig. Gibt es einen großen Unterschied. Hört euch das an, wenn ihr denkt, was meint denn jetzt? Unser Ego sagt, wir werden dann bessere Menschen. Aber wir sind schon gute Menschen. Wir müssen nicht besser werden. Die Probleme des Lebens werden auch nicht weniger,

weil das Leben passiert. Egal wie viel ich meditiere, das Leben passiert trotzdem. Es gibt trotzdem Krieg, es gibt trotzdem Hunger, es gibt trotzdem Ungerechtigkeit und es gibt trotzdem jeden Tag einen wunderschönen Sonnenaufgang und einen Sonnenuntergang oder mal Wolken und so weiter. Es passiert einfach, völlig unabhängig davon, wie viel wir meditieren. Also gibt es nicht darum, die Wolken wegzumeditieren. Viel Freude damit würde nicht funktionieren,

sondern auch im Regen und auch in den Wolken und so weiter zu sagen, ja gut, that's live. Und dann ein bisschen zu lachen, ein bisschen zu lächeln, ein bisschen langsamer zu laufen. Klappt nicht immer, aber immer öfter. Das ist schön. Heute am Freitag, heute kommt der Podcast, nämlich mal ein Tag später, heute am Freitag, den 26. Juli 2024, sind zwei neue Songs von

meinem Album erschienen. Overdrive und Slowdown. Overdrive beschreibt einen Teil von mir, als ich sehr jung war, als ich Anfang Mitte 20 war, der immer gedacht hat, er muss alles überdelivern. Das bedeutet, ich muss immer alle Erwartungen über erfüllen. Ich muss immer

200 Prozent geben. Ich muss immer krass sein und so weiter, um mich zu beweisen, um zu kämpfen, um gesehen zu werden, um in der Welt bestehen zu können, um all die Neider und die Heider leise zu machen, um mich durchzusetzen, um nicht übersehen zu werden, um unterm Strich auch irgendwann mal das Gefühl zu haben, boah, ich bin ein guter Mensch, ich habe es verdient glücklich zu sein und so weiter. Ich habe immer gedacht, ich muss mir das hart erarbeiten. Deswegen habe ich mich extrem viel

in den Overdrive begeben und auch fast vor die Wand gefahren mehrmals. Und der zweite Teil, Slowdown, der ist aus der heutigen Sicht geschrieben. Und die Inspiration dafür war ein Satz, den ich öfter gelesen habe und der lautet ungefähr im übertragenen Sinne, sei heute der Mensch, den ein jüngeres Ich gebraucht hätte. Und Slowdown ist geschrieben von den Menschen,

der ich immer mehr geworden bin, immer mehr werde, damit auch nicht fertig bin. Aber das ist derjenige, der mein 20, 21, 22-Jähriges selbst echt mal hätte zur Seite nehmen können und sagen können, pass mal auf mein lieber, Slowdown, don't worry, das ist okay. Viele Dinge von denen du denkst, oh mein Gott und niemals, ich muss mich hart erarbeiten, die werden in dein Leben kommen, auch ohne dass du

dich dafür ausbrennst und zerfetzt. Und diese zwei Songs symbolisieren sehr schön zwei Seiten des Spektrums, zwei Seiten des Lebens, zwei Seiten von mir. Und deswegen möchte ich euch diese beiden Songs jetzt nicht vorspielen, sondern die Texte vorlesen, denn ich glaube, dass sie sehr gut passen zu dem, was wir hier heute besprechen. Hier sind also Overdrive und Slowdown. Teil eins,

Overdrive. 200 km/h auf dem Tacho, die Nadel schlägt an. Schneller als ich es gerade wahrnehmen kann, kommt der Schlenker, Leitplanken, Lichter, fuck it, ich fang mich und ziehe in die Spur zurück, Sekundenschlaf, nur zum Glück. Zum dritten Mal heute Nacht mich fast ausgeknäppst. Das kommt bei mir gar nicht an, ich vorausstehe am Straßenrand, wie im Rauschau die Fahrbahn an und sage, da geht's

lang. Kurz Snickers für Zuckerschock, Glucose steigt mir zu Kopf, mit Glück und Gott kriege ich die nächste Kurve noch. Immer Overdrive, nie mehr Zeit als für einen kurzen Stopp, warum verbrenne ich all diesen Treibstoff und mach den Bullshit noch. Stress im Kopf, Druck im Cockpit, ich block ihn mit Lyrics ab. Einzige Zeit, wo ich nicht verzweifle, ist, wenn ich Musik mache. Bin in Mainz im Studio kurz vor acht. Herz auf dem Grill und die Zündung angemacht. Außen verbrannt,

innenblutig, rausgebracht. Serviert für den Konsum in der Fast-Food-Fresser-Musikwirtschaft. Zwischen Gas geben und Bremsen bis Reifen fetzen, keine Zeit verwechseln, stattdessen den Sprit schnell in Rekordzeit echsen. Einsam und nicht sinn erfüllt, den Gin gefüllt, im Club die Nas-Hook mitgebrüllt und wieder malen nicht hingefühlt. Ich überhole mich selbst, ziehe an mir vorbei. Wieder keine Rettungsgasse frei, immer Overdrive. Zu schnell erwachsen werden müssen,

20-jähriger Greis, Haare weiß, Seele grau, Leber blau, hoher Preis. Ich überhole mich selbst, ziehe an mir vorbei. Wieder keine Rettungsgasse frei, immer Overdrive. Zu schnell erwachsen werden müssen, 20-jähriger Greis, Haare weiß, Seele grau, Leber blau, hoher Preis. Zu hoher Preis, immer Overdrive. Viel zu hoher Preis. Teil 2, slow down.

Ich frag mich, was würde ich sagen zu meinem damals ich, dem Mitte 20, mitten drin im Drama ich, dem Raser ich, dem Fahrer des Fluchtwagens ich, das immer türmt, um nicht zu spüren, dass wir gesehen werden wollen oder uns dafür ruinieren. Ich würde ihm sagen, ich bin da für dich. Auch wenn wir uns bisher nicht kennen, slow down, ich warte auf dich. Liebe kommt natürlich zu dir, du musst sie dir nicht verdienen. Du bist schon ein guter Mensch, du musst den

Guten nicht mehr spielen. Alles was dir fehlt, wird in dein Leben kommen. Du willst doch nur glücklich sein, slow down, du bist es schon. Zweifel nicht an dir, doch daran was dir dein Ego sagt. Zweifel nicht am Ziel, doch daran, dass es dich glücklich macht. Und wenn eines Tages alte Brücken brennen werden, auf den Flüssen, die du überquertest, liegen viele Fähren. Auf den Wegen, die du gehen wirst, gibt es schiele Fährten. Du findest deine, geh dahin,

wo Samen blüten werden. Geh dahin, wo du im tiefsten Kerne spürst, dass deine Leidenschaft und deine Zartenseiten klar gesehen werden. Geh dahin, wo Menschen spiegel werden, ohne dich zu werten. Du musst nicht gefallen, doch du bist es wertgeliebt zu werden. Du kannst nicht alles richtig machen. Und vor allem nicht in den Augen aller. Du musst nicht jede Kritik ranlassen. Und wenn du glaubst, du bist ein schlechter Mensch und schuldest darum aller

Welt das Äußerste, auch wenn dein Innerstes zerfällt, dann hör mir einen Atmer zu. Das bist nicht du. Das ist was dir passiert ist und dein Herz ging zu. Danach hast du gedacht, du müsstest alles richten, alles schlichten. Ich nehme dich in meinen Arm, jetzt kannst du ruhen. Ich will dir sagen, ich bin da für dich. Auch wenn wir uns noch nicht lang kennen, slow down, ich warte auf dich. Bei jedem Schritt, den du tust, bist du gut und zuhause. Lern einfach langsamer zu laufen.

* Musik * * Musik * * Musik * * Musik * * Musik * * Musik * * Musik * * Musik * * Musik * * Musik * * Musik * * Musik * * Musik * * Musik * * Musik * * Musik *

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