LFR068 Handyverbote - podcast episode cover

LFR068 Handyverbote

Jun 19, 202523 minEp. 68
--:--
--:--
Download Metacast podcast app
Listen to this episode in Metacast mobile app
Don't just listen to podcasts. Learn from them with transcripts, summaries, and chapters for every episode. Skim, search, and bookmark insights. Learn more

Episode description

LFR068 Handyverbote

Transcript

Speaker0

Lernfragen für keinen echten Monat. Die Lernfragen für den Juli kommen noch, die habe ich aber noch nicht aufgenommen, aber ich habe eine Idee und diese Idee hängt davon ab, ob ich zwischendurch Konzepte gebaut kriege. Also vielleicht wird das wieder so eine Folge, ich hatte das schon mal, dass ich eine Folge hatte, die ich tatsächlich in mehreren Etappen aufgenommen habe, um einen Prozess zu begleiten. Das wird es vielleicht wieder sein. Nein, diesmal sind wir aktuell.

Ich habe mir überlegt, wo rede ich darüber und am Ende ist das hier der richtige Ort. Und Reichweite ist mir egal. Die Bundesregierung oder irgendwie konservative Politiker haben sich hingestellt

und haben Handyverbote an Schulen gefordert und Social Media Verbote und was nicht alles. so, woraufhin dann andere Leute, also ich bin darauf auch erst aufmerksam gemorden nachdem ich auf Mostodon so eine Einlassung gesehen habe mit, ja die sind ja alle ewig gestrig, und mit den Augen gerollt habe weil ich mir so dachte, oh Gott ich habe auch gestern auf Instagram ein entsprechendes Thema, einen entsprechenden Post gesehen von einer Kollegin wenn die sich damit ähnlich beschäftigen.

Das Problem ist hier, und ich habe dazu dann leicht kryptische Dinge gesagt und ich führe sie jetzt mal aus, das Problem ist, dass man zu der Idee, dass man Smartphones in Schulen verbietet, nicht nur kommen kann, indem man einfach ein konservativer alter Mann ist, der der Meinung ist, dass das gefährlich ist, sondern wir können mittlerweile halt auch aus ganz anderen Faktenlagen zu diesem Schluss kommen.

Und man muss das so ein bisschen auseinanderklamustern, man muss die Argumente verstehen und so weiter. Eine Sache ist klar, glaube ich, ich bin kein Fan des Arguments mit, junge Leute sollten damit nichts zu tun haben. Sondern, also so als einfach, die sind halt jung und die sollte man, die muss man dafür schützen und so weiter. Da bin ich kein Fan von. Ja, vor allen Dingen, vor die wir Leute schützen, indem wir sie einfach nur verbieten, die wir nicht mehr haben.

Haben wir dann am Ende Probleme, weil sie damit nicht umgehen können. Wer schon immer mal Menschen aus den USA oder so auf deutschen Biergelagen gesehen hat, kennt das Phänomen. Das heißt also, es gibt hier halt zwei Seiten. So, beschäftigen wir uns erstmal mit der Seite 1, nämlich eigentlich das Wichtige. Die Beweislage, dass insbesondere konsumtive Social Media, also sowas wie TikTok, aber auch der Rest für größere Teile der aufwachsenden Jugend nicht gut sind, verfestigt sich zunehmend.

Das verfestigt sich und nicht auf der Basis irgendwie von, die sind im Unterricht nicht mehr aufmerksam und lauter so im Käse und solche Sachen, sondern es zeigt sich tatsächlich auch in Studien und so weiter. In den USA, es gibt dieses Buch, die Anxious Generation von Jonathan Haidt, es gibt genauso viele Leute, die ihm vorwerfen, dass er da irgendwie nur eine Ideologie durchpeitscht, dem sei so. Die Frage ist, was machen wir? Also wir haben eine Erkenntnislage, dass Cybermobbing stattfindet.

Cybermobbing kann nicht stattfinden, wenn die Jugend der Zugang zu solchen digitalen Räumen versperrt wird. Ist eine einfache Lösung. Ich finde das total lustig, dass dann immer gesagt wird, ja, aber die Schule und blablabla. Und das Bildungssystem und die Eltern müssen da doch was mitkriegen. Who the fuck are you kidding? Also ich weiß nicht, wie man irgendwie diesen Selbstbetrug aufsetzen kann. Kinder schon ab zehn Jahren sind sehr gut darin, Eltern Dinge nicht zu erzählen, sogar noch jünger.

Insbesondere, wenn Eltern sehr harte negative Stimuli darauf legen, dass Kinder Dinge erzählen. So, das ist ein Phänomen. Das andere Phänomen, was auch dokumentiert ist auf irgendeine Art, ist, dass auch schon Grundschulkinder regelmäßig heimlich Smartphones benutzen und dann Zugang auch insbesondere zum Beispiel über YouTube zu Sachen haben, die sie nun wirklich für ihre Entwicklung schädlich nicht konsumieren sollten.

Ja, also so der Klassiker ist, dass dort Szenen aus dem Film S, ja, also Stephen King's It mit Pennywise dem Clown gezeigt werden und dann und zwar Kindern, denen das nicht gezeigt wird. Also auf dem Film ist irgendwie FSK 16 oder schlimmer drauf, ja, aus guten Gründen. Also ich rede jetzt hier als über 40-jähriger Mensch, ich gucke bis heute keinen Horrorfilm, ich mag das nicht. Ich weiß nicht, was das bringen soll, die Welt ist Horror genug.

Also dementsprechend, ich würde mich, ich als erwachsener, stabiler Mensch auf irgendeine Art würde mich nicht freuen, wenn man mir das einfach so kredenzt. Und viele andere auch sexualisierende Sachen. Wir haben ein solides Grooming-Problem. Also ein echtes Grooming-Problem. Ich verlinke euch dann eine Unterhaltung mit einem Smartphone-Coach, der Ben beim Akademiegespräche-Podcast geführt hat.

Da kommen wir ähnlich drauf. So, das heißt also, und der Mensch ist übrigens auch nicht der Meinung, dass man Kindersmartphones überbieten sollte, der Mensch ist der Meinung, dass man eine Familienkultur haben muss, die dafür sorgt, dass die Kinder mit den Smartphones offen und ehrlich umgehen und dass vor allen Dingen da eine Angstfreiheit herrscht. Aber das ist halt im schulischen Rahmen auch wieder so ein Problem. Bei uns in Bayern zum Beispiel, dass Bayeux sagt, dass digitale Speichermädchen

in der Schule verboten sind. Und ich kann das verstehen. Das ist jetzt zum Beispiel bei mir an der Schule so, das ist einfach nicht existent. Und wir haben da aufgegeben, die Jugend sitzt halt in den Pausen rum und wir haben das schon bemerkt, dass die Menge an Konversationen in den Pausen unter den Schülerinnen und Schülern wirklich strukturiert nachlässt. Die hängen dann halt alle an diesen Geräten, konsumieren, kommen auch nicht so richtig aus der Welt raus.

Also man kann ein soziologisches Argument und so ein pädagogisches Argument dort schon mal machen. Das muss man übrigens auch gar nicht so übertreiben. Also das ist jetzt nicht dieses, ja ansonsten gehen die alle nicht raus. Also zur Wahrheit gehört ja auch dazu, dass Schule immer länger dauert und dass Schülerinnen und Schüler in der Schule immer mehr rumsitzen und dann auch noch Hausaufgaben aufbekommen.

Und wenn man möchte, dass die Jugend irgendwie sich sozial integriert, muss ich auf der einen Seite dafür sorgen, dass Schule nicht ewig dauert und ich muss auf der anderen Seite dafür sorgen, dass Schule nicht ewig dauert. Dass im Nachbereich der Schule Lehrern der Zugriff mal verboten wird auf größere Mengen. Stattdessen finden wir alle Leute Hausaufgaben gut mit dem Argument, das hat uns noch nie geschadet, ohne dass es wirklich einen Wirknachweis gibt.

Auch wenn wir über Dinge reden, über die ich dann in nächster Zeit wieder reden werde, nämlich neue selbstständige Unterrichtsformen und so weiter, die sind hardcore entgrenzt an bestimmten Stellen.

Und da muss man dann halt auch gucken, wie man das hinkriegt, dass das eben nicht entgrenzt wird und das ist die Verantwortung der Lehrkräfte und ich glaube, wir machen da an vielen Stellen einen sehr, sehr schlechten Job, uns darüber Gedanken zu machen, was das eigentlich bedeutet, wenn ich einem sieben-, achtjährigen Kind nach vier bis sechs Stunden Grundschultag noch irgendwie die obligatorischen zwei bis drei Stunden Hausaufgaben in die Hand drücke, einfach nur, weil man das so macht.

Ja, also wir reden da von Kindern, die nicht arbeiten dürfen, weil das Jugendschutzgesetz sagt, dass die das nicht dürfen, weil das heißt Jugendschutzgesetz. Es ist zum Schutz der Jugend da. Gleichzeitig wird es den Lehrkräften erlaubt, über die Freizeit dieser Kinder wirklich sehr stark zu verfügen und dann aber auch zum Beispiel über die Freizeit der Eltern. Denn sind wir ehrlich, Hausaufgaben machen diese Kinder dann auch nicht unbedingt.

Ohne die Eltern und lauter solche Sachen. Das heißt also, hier schließt sich eine ganze Diskussion an. Also hier schließt sich auch die Diskussion an, was wollen wir? Und das ist eigentlich so der Punkt, auf den ich hinaus möchte. Handyverbote an Schulen existieren zum einen, zum anderen müssen wir ganz klar sagen. Wir müssen uns die Frage stellen, wie das gestaltet werden soll und wie das im schulischen Rahmen gestaltet werden soll.

Und die Antwort des Verbotes ist eine einfache Antwort, die funktioniert aber auf Dauer nicht. Denn Schulen sind Bildungseinrichtungen, das heißt, wir müssen den Menschen auch einen, also wirklich einen Umgang mit Medien und diesen Geräten beibringen. Und dann, was das Lustige da ist, ist, dass eigentlich dann immer nur dieser Ruf nach Medienkompetenz kommt und jedes Mal, wenn ich dann ankomme und frage, okay, wie sieht das aus? Was machen wir? Wie soll das sein?

Kriege ich nichts, absolut gar nichts. Und auch die Nobel-Digital-Didaktiker, die es schon über die letzten fünf bis zehn Jahre gab, die sagten, das Digitale muss in der Welt, wir leben in der Welt der Digitalität. Jedes Mal, wenn ein Lehrer sagt, oder so ein Didaktiker sagt, wir leben in der Welt der Digitalität, wird übrigens in dieser Welt der Digitalität ein Kätzchen ermordet. Also, was heißt das? Was bedeutet das? Wie machen wir das?

Was wir mittlerweile regelmäßig sehen, ist, dass die technische Kompetenz der Schülerschaft mit diesen Geräten immer weniger wird. Was wir auch sehen, ist eine starke Diskrepanz. Die Schülerschaft benutzt keine Computer, sie benutzt iPads. Sie benutzt kastrierte Computer. Das ist nett, aber das ist dann doch auf Dauer auch nicht genug. Das heißt, wo wollen wir denn eigentlich hin?

Dann führst du solche Diskussionen wie, ich arbeite ja an einer beruflichen Schule, dass gesagt wird, die Leute müssen mit Word umgehen können. Die Antwort ist, nein, die müssen mit einer Textverarbeitung umgehen können.

Wir haben auch nicht die Aufgabe, im Endeffekt die nächste Kohorte der Leute mit Microsoft-Stockern-Syndrom heranzuziehen, die dann, wenn sie kein Ribbon-Interface und kein Speichern-Knopf in Form einer Diskette sehen, die Nerven verlieren, sondern die im Endeffekt wissen, wie funktioniert diese Klasse von Programmen. Und dann kann das Word sein, dann kann das MLL sein, dann kann das Pages sein,

dann kann das Schlag mich tot sein. Wenn du irgendwie Word-Nähe haben möchtest, dann nimmst du halt LibreOffice, das hat sogar ein Speichern-Symbol als Diskette. Also solche Sachen muss man diskutieren.

Wie sieht das dann aus? Ja, und das kann halt auch nicht sein, dass dann das einfach nur darin geht, dass dann einfach zu jungen Menschen, die Lehrer werden wollen, ja, zu ReferendarInnen oder zu älteren Leuten gesagt wird, ja, dann machen sie doch mal was mit dem Handy oder dass dann halt irgendwie die jungen Kollegen einfach nur dastehen und sagen, ja, dann mach ich einen Kahoot. Ja, was soll der Scheiß? Also wir müssen im Endeffekt dann wirklich uns die Frage stellen, wie bauen wir das auf?

Es gibt ja dazu natürlich sowas wie den europäischen Referenzrahmen für das digitale Lernen, bla bla bla bla bla.

Unheimlich viel Papier, unheimlich viel Gerede. Ja, wenn du das anguckst und irgendwie dir ein Glöckchen hinstellst und für jedes Passwort einmal auf das Glöckchen haus, ist das Glöckchen nach einer halben Stunde kaputt und du hast irgendwie so ein blutiges Loch von diesem Knopf in der Hand, weißt aber dann auch als Lehrkraft nicht, was zur Hölle wollen wir jetzt machen, wie funktioniert das?

Und das Interessante ist übrigens dann auch, dass wir ja eigentlich die Experten dafür sind, das zu machen, uns aber gleichzeitig auch furchtbar hilflos fühlen, weil es von der Gesellschaft auch keine klare Forderung gibt, was wir machen sollen. Also du sollst auf der einen Seite digitalen Unterricht machen, weil ansonsten kriegst du ja irgendwelche hessigen Kommentare von irgendwelchen Bildungsjournalisten geschrieben, dass das alles rückständig sei.

Gleichzeitig sollen wir die jungen Menschen eigentlich zum eigenständigen Denken anleiten und das, was den jungen Menschen am meisten beim eigenständigen Denken lernen im Wege steht, ist die Tatsache, dass die digitale Welt Abkürzungen bereithält, die dann nicht mal gut sind. Also zum Beispiel Large-Language-Models und sowas. Und dann muss man ihnen das erstmal beibringen. Am Ende geht es in der Schule auch noch um Noten, um Selektionen. Das heißt also, wie kriege ich eine gute Note?

Naja, indem ich eine Lehrkraft mithilfe eines JGBT-Textes so übertölpele, dass die mir darauf eine 2 gibt, ohne dass ich Aufwand habe. Klammer auf, da schließen sich ganz viele Fragen an dieses Szenario an, angefangen mit, wie kriegt der eine 2 dafür, aber Portions and Wonders, things happen. Ja, das heißt, du brauchst in Lehrkräften eine unheimlich hohe Digitalkompetenz, wo ich jetzt auch mal sage, das gibt weder die Ausbildung her, noch das Berufsprofil, ja, muss man ganz klar sagen.

Ich kann nicht von jemandem, der an eine Universität geht, um Lehramt irgendwas zu studieren, kann ich nicht verlangen, dass er danach noch ein komplettes Medienpädagogikstudium hinten anschließt. Ich meine, was sollen wir sonst noch alles tun? Sondern vielleicht muss ich das dann in Schulen funktional trennen.

Das heißt auch, dass man dann sagt, okay, Schulen sind eben kein kompletter Raum des Handyverbotes, sondern Schulen sind Räume, in denen mit diesen Geräten und mit der Welt, die dort stattfindet, begleitet und auch dann die Eltern begleitet, auseinandergesetzt wird. Und da müssen wir dann aber auch schon im Endeffekt in der ersten Klasse der Grundschule anfangen und das langsam einzuführen.

Und dann müssen wir aber uns auch steigern. Wir können halt nicht einfach sagen, wir klatschen dem Kind in der fünften Klasse so ein iPad hin und das war's. Weil wenn diese Person dann irgendwie in der Lage sein soll, ein moderner, arbeitsfähiger Mensch in unserer Wirtschaftswelt zu sein, dann muss diese Person eigentlich mit 16 Jahren einen echten Computer haben. Und ich meine einen echten Computer und nicht einen Chromebook. Ja, ein Chromebook ist kein echter Computer.

Ein Chromebook ist ein relativ schlechter Rechner, der einen Browser darstellt. Ja, ich weiß, es gibt wieder Leute, die sich beschweren. Nein, ich meine einen echten Computer. Ein Computer, wo dann auch Schülerinnen und Schüler in der Lage sind, mit diesem Gerät auch Probleme zu lösen, die dieses Gerät gibt. Ja, ich rede davon, dass ich mit 14- bis 15-, 16-Jährigen einen Kurs zum Thema Backups und Datensicherung mache.

Einen Kurs, wie funktioniert Programmierung? Da kommen ja dann wieder die Leute von hinten, die sagen, ja, wir wollten ja schon immer Informatik als Pflichtfach. Ja, aber das Fach Informatik, so wie es heutzutage aufgestellt ist, bietet das auch nicht alles. Denn wir brauchen auch die andere Seite. Wir brauchen halt die Medienpädagogik, wir brauchen halt die Soziologen, wir brauchen Sozialpädagogen, die sich damit beschäftigen.

Und jetzt seht ihr schon, die Lösung wird sein, dass wir das alles verbieten, weil die Liste, die ich jetzt hier schon aufgemacht habe, bei dem, wie man das vielleicht irgendwie alles darstellen kann, also wie wir begleitet, wie wir Kinder begleitet mit in diese Medienwelt hineinbringen als Schulsystem.

Sie begleiten ihnen eine technische wie inhaltliche, Medienbildung ihnen zubringen lassen die wirklich eine Bildung ist gleichzeitig sie aber auch noch dazu anleiten ihren eigenen Kopf zu benutzen und zu wissen wo die Grenzen der Technik sind und warum ihr eigener Kopf so wichtig ist denn jeder Mensch, der einen modernen kritischen Text denken kann, der fällt halt auf der GVD nicht rein.

Ja, diese ganzen Fähigkeiten müssen entwickelt werden und das heißt aber auch, dass ich halt in der Schule teilweise ganz handwerklich werden muss, ja, weil manchmal ist es ein Zettel und ein Blatt Papier, das das beste Mittel ist und es ist nicht automatisch digital besser und manchmal ist es halt ein digitales Gerät und dann muss ich wissen, wie funktioniert dieses digitale Gerät, dann muss ich wissen, was tut das, dann muss ich wissen, wo sind seine Grenzen und ich muss wissen,

wie ich das anwenden kann. Und das wäre dann die passende Bildung dazu. Und da sind wir natürlich im Schulsystem meilenweit davon entfernt, das anständig hinzukriegen, geschweige denn die Ausrüstung für die Schülerinnen und Schüler, die Ausrüstung und die Unterstützung für die Lehrkräfte und dann halt aber auch die personelle Ausstattung zu haben, um das überhaupt zu machen. Weil wenn es danach geht, brauche ich an jeder Schule zwei ITler, die sich nur um die Technik kümmern.

Ich brauche an jeder Schule noch mal mindestens einen Medienpädagogen, der für die medienpädagogische Begleitung zuständig ist. Ich brauche dafür Lehrpläne, ich brauche dafür Strukturen und ich brauche dafür eine Sache, die sie uns im Bildungssystem aktuell natürlich am wenigsten geben wollen, Geld.

So und die Diskussion ob wir das jetzt verbieten oder ob wir das nicht verbieten in der Schule und was das alles bringt ja und wie wir also ich bin schon dafür, dass man halt das großflächig einschränkt und dass man, den Zugriff von Kindern und Jugendlichen, in begleitete Rahmen erbringt, anstatt sie einfach ohne jede Begleitung in die Wildnis zu lassen, ich bin aber auch nicht dafür, alles zu verbieten weil dann werden die Leute auch nicht schlauer.

Und ich bin vor allen Dingen nicht dieser Meinung, dass irgendwie, wie dann der Chef des Lehrerverbandes sagt, dass man sich jetzt aufgibt. Ja, da können wir nichts tun. Das ist so die Digitaldidaktikfront, da habe ich das schon vor ein paar Jahren gehört. Ja, wir müssen einfach Unterricht mit WhatsApp machen, die Schüler benutzen das auch.

Ja, okay. mit dem Argument schicke ich dann irgendwie, einen Schüler mit einem Liter Salzsäure in die Schule und dann muss der Chemielehrer, ja du musst jetzt Unterricht mit einem Liter Salzsäure machen, der Schüler benutzt das auch oder was, also zum Glück ist die nicht so einfach zugänglich, aber, Also was ist das für ein Argument? Nein. Und dann ist halt auch die Frage, was ist das? Was bringt mir das?

Es gibt ja auch immer den Anwurf, ja, also diese Diskussion über den pädagogischen und didaktischen Mehrwert von Medien, von modernen Medien und von Computern und von Internet und so, den brauchen wir doch gar nicht führen, weil den führen wir bei Büchern auch nicht. Und die Antwort da ist doch, natürlich wurde diese Mehrwertdiskussion bei Büchern geführt und Bücher haben eindeutig überzeugt. Das ist der Punkt.

Ich sehe regelmäßig Menschen eine technische Lösung nur in ihren Unterricht einbauen, weil es eine technische Lösung ist und die ist fancy schmancy. Und wenn du dann nachfragst, warum machst du das, kriegst du keine anständige strukturelle Antwort. Wir sehen das ja schon bei Schülerinnen und Schülern, die am Ende ihres Referats irgendein Video zeigen oder irgendeinen Kahoot machen, weil sie glauben, der Gimmick funktioniert. Und wo haben die das gesehen? Bei ihren Lehrkräften.

Nein, wenn ich einen Mentimeter mache, muss das einen Sinn haben. Ich muss einen didaktischen Weg haben, ich muss ein Argument haben und so weiter. Ich muss ein Argument haben, wo ich hinkomme. Darum, um solche Fragen geht es aber dann in der echten Folge, die Anfang Juli kommt. Gut. Das hier war jetzt ein bisschen rantastig, ja, aber, und ich kann es auch nochmal zusammenfassen, brauchen wir sehr wahrscheinlich Einschränkungen für die Nutzung

von Smartphones für Kinder und Jugendliche? Sehr wahrscheinlich ja. Sollten wir das gleichzeitig flankieren durch eine ernsthafte pädagogische, didaktische Begleitung in den Schulen mit anständigen Lehrplänen, die sich damit beschäftigen, fähigen Kolleginnen und Kollegen, die unterstützt werden und so weiter und so fort? Ja. Wird das alles passieren? Sehr wahrscheinlich nein. Sollten Kinder unter 18 Zugriff zu Social Media haben, außer es sind Räume, die wir eindeutig dafür

gestalten? Wahrscheinlich auch nicht. Oder irgendeinen Zwischenweg. Aber dieser Diskurs, wie er jetzt geführt wird, wo die eine Seite sagt, wir verbieten das, weil dann ist das Problem behoben und die andere Seite sagt, das können wir nicht verbieten, weil die bewegen sich da auch irgendwie dann heraus oder das ist ja jetzt alles modern, ist komplett bescheuert.

Und am meisten leiden darunter die Kinder und mittelbar die Eltern und die Familien, die alle zu diesem Thema überhaupt nicht gehört werden und wo es im Endeffekt einen riesengroßen Dunkelbereich gibt, wo wir Schulen nicht reingucken, wo aktuell die Forschung anscheinend auch nicht reinguckt, wo wir im Endeffekt gar nichts wissen.

Und der Kampf, der da politisch und inhaltlich darüber geführt wird, ist ein reiner ideologischer Kampf, der sich nicht an zentralen Fragen, die man da eigentlich hat, ausrichtet, nämlich sowas wie Kindeswohl, Bildungsauftrag, Elternwille, Kindeswille etc., sondern halt einfach nur an solchen Ideen, die über Kinder formuliert werden. Und das ist ein riesengroßes Problem. Und das hilft uns im Schulbereich überhaupt nicht, egal in welchem Alter, wenn so darüber diskutiert wird.

Und es hilft auch nicht, dass dann irgendwie alle Seiten Anekdötchen anbringen, sondern man muss dann halt hier, also die politische Entscheidung muss eine Richtungsentscheidung sein. Was wollen wir als Gesellschaft? Wie möchten wir, dass unsere Jugend damit umgeht? Und dann muss es dafür im Endeffekt am Ende eine Konzeption geben. Es muss dafür vor allen Dingen Geld geben, es muss dafür Personal geben und so weiter.

Und wir wissen, was das alles bedeutet, dass das wahrscheinlich nie kommen wird, sondern die Lösung wird sein, wir werden das verbieten. Und Verbote sind für Menschen ab zwölf eigentlich nur eine Aufforderung, sie zu unterlaufen.

Das heißt also die echten Probleme, die da entstehen werden wie immer nicht gelöst, frustrierend aber dann ich erzähle beim nächsten Mal, was ich mir vorstelle, wie mein nächstes Studio aussieht in Politik und Gesellschaft weil bis dahin habe ich mir darüber Gedanken gemacht wir hören uns also Anfang Juli wieder Gehabt euch wohl und vergeht nicht in der Hitze.

Transcript source: Provided by creator in RSS feed: download file
For the best experience, listen in Metacast app for iOS or Android